Esmeron 10 mg/ml Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Rocuroniumbromid
Verfügbar ab:
MSD Sharp & Dohme Gesellschaft mit beschränkter Haftung
ATC-Code:
M03AC09
INN (Internationale Bezeichnung):
Rocuronium bromide
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Rocuroniumbromid 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
30984.01.00

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Esmeron

®

10 mg/ml Injektionslösung

Wirkstoff: Rocuroniumbromid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor dieses Arzneimittel bei Ihnen

angewendet wird, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Esmeron und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Esmeron beachten?

Wie ist Esmeron anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Esmeron aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Zusätzliche Informationen für Fachkreise

1.

Was ist Esmeron und wofür wird es angewendet?

Esmeron ist ein Muskelrelaxans.

Esmeron ist indiziert als ein Hilfsmittel bei der Allgemeinnarkose zur Erleichterung der

endotrachealen Intubation bei der routinemäßigen Intubation und zur Relaxation der

Skelettmuskulatur während operativer Eingriffe bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten (von

Reifgeborenen bis Jugendlichen [0 bis <18 Jahre]). Bei Erwachsenen kann Esmeron auch als

Alternative zu Suxamethonium zur Erleichterung der endotrachealen Intubation bei der

Blitzeinleitung angewendet werden, vor allem dann, wenn Suxamethonium kontraindiziert ist.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Esmeron beachten?

Esmeron darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Rocuronium oder Bromid oder einen der in Abschnitt 6 genannten

sonstigen Bestandteile sind.

wenn eine künstliche Beatmung bei Ihnen unmöglich ist.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Esmeron bei Ihnen

angewendet wird.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Esmeron ist erforderlich bei:

Überempfindlichkeit gegenüber anderen Muskelrelaxanzien.

Neuromuskulären Erkrankungen, insbesondere Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom

und vorausgegangener Poliomyelitis.

maligner Hyperthermie in der Vorgeschichte (plötzlich auftretendes Fieber mit Herzrasen,

erhöhter Atemfrequenz, Muskelsteifigkeit, Muskelschmerzen und/oder Muskelschwäche).

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Muskelrelaxanzien sollten nur von erfahrenen Ärzten, die mit den Wirkungen von Muskelrelaxanzien

und den geeigneten Methoden des Monitorings der neuromuskulären Funktion vertraut sind, oder

unter deren Aufsicht angewendet werden.

Da Esmeron eine Lähmung der Atemmuskulatur bewirkt, ist bei Patienten, die dieses Arzneimittel

erhalten, eine künstliche Beatmung bis zum Wiedereintritt einer ausreichenden Spontanatmung

unerlässlich. Wie bei allen Muskelrelaxanzien ist es wichtig, Intubationsschwierigkeiten –

insbesondere bei der Blitzeinleitung – einzukalkulieren. Wenn infolge von Intubationsschwierigkeiten

eine klinische Notwendigkeit zur sofortigen Aufhebung einer Rocuronium-induzierten Blockade

besteht, sollte die Anwendung von Sugammadex in Erwägung gezogen werden.

Wie auch bei anderen Muskelrelaxanzien, wurde unter Esmeron über eine Restcurarisierung berichtet.

Um Komplikationen durch eine Restcurarisierung zu vermeiden, sollten die Patienten erst nach

ausreichender Rückbildung der neuromuskulären Blockade extubiert werden. Geriatrische Patienten

(ab 65 Jahren) können ein erhöhtes Risiko für eine neuromuskuläre Restblockade haben. Weitere

Faktoren, die eine Restcurarisierung nach Extubation in der postoperativen Phase verursachen können

(wie Arzneimittel-Wechselwirkungen oder der Zustand des Patienten), sollten ebenfalls berücksichtigt

werden. Falls nicht routinemäßig angewendet, sollte der Einsatz von Sugammadex oder einer anderen

die Blockade aufhebenden Substanz erwogen werden; dies gilt besonders in Fällen mit erhöhtem

Risiko für eine Restcurarisierung.

Nach Verabreichung von Muskelrelaxanzien können anaphylaktische Reaktionen auftreten. Es sollten

stets Vorsichtsmaßnahmen zur Behandlung derartiger Reaktionen getroffen werden, insbesondere

wenn bereits früher anaphylaktische Reaktionen auf Muskelrelaxanzien aufgetreten sind, da über

allergische Kreuzreaktionen bei Muskelrelaxanzien berichtet wurde.

Über den Gebrauch von Esmeron bei Patienten mit schwerer kardiovaskulärer Erkrankung liegt nur

eine begrenzte Anzahl von Daten vor.

Über den Gebrauch von Esmeron in Dosen von mehr als 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid bei Patienten,

die sich eines intrakraniellen neurochirurgischen Eingriffs unterziehen, liegen keine Daten vor.

Es liegen keine ausreichenden Daten über Esmeron vor, um Empfehlungen für eine Anwendung auf

Intensivstationen zu geben. Im Allgemeinen wurde nach Langzeitanwendung von Muskelrelaxanzien

auf der Intensivstation eine verlängerte Paralyse und/oder Skelettmuskelschwäche beobachtet. Um

eine mögliche Verlängerung der neuromuskulären Blockade und/oder Überdosierung zu vermeiden,

wird ein fortlaufendes Monitoring der neuromuskulären Funktion während der Anwendung von

Muskelrelaxanzien dringend empfohlen. Esmeron lähmt die Atem- und Skelettmuskulatur, ohne das

Bewusstsein zu beeinträchtigen. Deshalb darf es erst nach Gabe hypnotisch wirkender Pharmaka

angewendet werden. Soweit erforderlich sollte eine ausreichende Analgesie gewährleistet sein.

Nach Intubation mit Suxamethonium sollte Esmeron erst verabreicht werden, nachdem der Patient

sich von der durch Suxamethonium hervorgerufenen neuromuskulären Blockade klinisch erholt hat.

Folgende Zustände können die Pharmakokinetik und/oder Pharmakodynamik von Esmeron

beeinflussen:

Erkrankungen der Leber und/oder der Gallenwege und Niereninsuffizienz

Da Rocuroniumbromid im Urin und über die Galle ausgeschieden wird, sollte es bei Patienten mit

klinisch signifikanten Leber- und/oder Gallenwegserkrankungen und/oder Niereninsuffizienz mit

Vorsicht eingesetzt werden. Bei diesen Patientengruppen wurde eine verlängerte Wirkungsdauer mit

Dosen von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid beobachtet.

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Verlängerte Kreislaufzeit

Zustände, die mit einer verlängerten Kreislaufzeit einhergehen wie etwa kardiovaskuläre

Erkrankungen, hohes Alter oder Ödemstatus mit einem vergrößerten Verteilungsvolumen, können zu

einem verlangsamten Wirkungseintritt beitragen. Bedingt durch die herabgesetzte Plasmaclearance

kann auch die Wirkungsdauer verlängert sein.

Neuromuskuläre Erkrankungen

Wie andere Muskelrelaxanzien sollte Esmeron bei Patienten mit neuromuskulärer Erkrankung oder

nach Poliomyelitis nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden, da Ausmaß und Art der Reaktion

auf Muskelrelaxanzien in diesen Fällen erheblich variieren kann. Bei Patienten mit Myasthenia gravis

oder mit myasthenischem Syndrom (Lambert-Eaton) können kleine Dosen Esmeron eine starke

Wirkung hervorrufen. Daher sollte Esmeron bei diesen Patienten entsprechend der Reizantwort

dosiert werden.

Hypothermie

Bei Operationen unter Hypothermie ist die neuromuskuläre Blockade von Esmeron verstärkt und die

Wirkungsdauer verlängert.

Adipositas

Wie bei anderen Muskelrelaxanzien kann es unter Esmeron bei adipösen Patienten zu einer

Verlängerung der Wirkung und der Spontanerholung kommen, wenn die Dosis basierend auf dem

tatsächlichen Körpergewicht berechnet wird.

Verbrennungen

Patienten mit Verbrennungen können eine Resistenz gegen nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien

entwickeln. Es wird empfohlen, entsprechend der Reizantwort zu dosieren.

Zustände, die die Wirkungen von Esmeron steigern können

Hypokaliämie (z. B. nach starkem Erbrechen, Diarrhoe und Therapie mit Diuretika),

Hypermagnesiämie, Hypokalzämie (nach Massivtransfusionen), Hypoproteinämie, Dehydratation,

Azidose, Hyperkapnie, Kachexie.

Schwere Störungen im Elektrolythaushalt, veränderter Blut-pH-Wert oder Dehydratation sollten daher

möglichst behandelt werden.

Anwendung von Esmeron zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Von folgenden Arzneimitteln wurde ein Einfluss auf Wirkungsstärke und/oder Wirkungsdauer nicht-

depolarisierender Muskelrelaxanzien nachgewiesen:

Steigerung der Wirkung von Esmeron

Halogenierte Inhalationsanästhetika verstärken die neuromuskuläre Blockade von Esmeron.

Dieser Effekt macht sich nur bei Verwendung von Erhaltungsdosen bemerkbar (siehe auch

Abschnitt 3). Auch die Aufhebung der neuromuskulären Blockade durch Acetylcholinesterase-

Inhibitoren könnte unterdrückt werden.

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Nach Intubation mit Suxamethonium (siehe oben „Besondere Vorsicht bei der Anwendung von

Esmeron ist erforderlich bei“).

Langzeitanwendung von Esmeron in Kombination mit Kortikosteroiden auf der Intensivstation

kann zu einer verlängerten neuromuskulären Blockade oder Myopathie führen. Daher sollte

Esmeron bei Patienten, die gleichzeitig Kortikosteroide erhalten, so kurz wie möglich verwendet

werden (siehe Abschnitt 4).

weitere Arzneimittel:

Antibiotika: Aminoglykoside, Lincosamide und Polypeptid-Antibiotika, Acylamino-

Penicilline.

Diuretika, Chinidin und sein Isomer Chinin, Magnesiumsalze, Kalziumkanalblocker,

Lithiumsalze, Lokalanästhetika (Lidocain intravenös, Bupivacain epidural) und kurzfristige

Verabreichung von Phenytoin oder Betablockern.

Nach postoperativer Verabreichung von Aminoglykosiden, Lincosamiden, Polypeptiden, Acylamino-

Penicillinen, Chinidin, Chinin und Magnesiumsalzen kann es zur Recurarisierung kommen.

Die Aufhebung einer durch Muskelrelaxanzien hervorgerufenen neuromuskulären Blockade kann bei

Patientinnen, die Magnesiumsulfat zur Behandlung einer Gestose erhalten, gehemmt oder

unzureichend sein, da Magnesiumsalze die neuromuskuläre Blockade verstärken. Daher sollte bei

diesen Patientinnen die Esmeron-Dosis reduziert und sorgfältig entsprechend der Reizantwort

angepasst werden.

Abschwächung der Wirkung von Esmeron

Verabreichung von Neostigmin oder Pyridostigmin.

Vorherige chronische Verabreichung von Phenytoin oder Carbamazepin.

Unterschiedliche Wirkung auf Esmeron

Die Kombination anderer nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien mit Esmeron kann zu einer

Abschwächung oder Verstärkung der neuromuskulären Blockade führen, je nachdem in welcher

Reihenfolge verabreicht und welches Muskelrelaxanz verwendet wird.

Die Gabe von Suxamethonium nach Verabreichung von Esmeron kann die neuromuskuläre

Blockade von Esmeron verstärken oder abschwächen.

Wirkung von Esmeron auf andere Arzneimittel

Bei gleichzeitiger Gabe von Esmeron und Lidocain kann die Wirkung von Lidocain schneller

eintreten.

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine speziellen Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Die oben genannten

Wechselwirkungen bei Erwachsenen und die besonderen Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für

die Anwendung (siehe Abschnitt 4.4) sollten auch bei pädiatrischen Patienten beachtet werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Für Rocuroniumbromid liegen bis auf die Exposition bei einer Sectio caesarea keine klinischen Daten

über exponierte Schwangere vor. Fragen Sie daher Ihren Arzt um Rat, bevor Ihnen Esmeron

verabreicht wird.

Der Einsatz von Esmeron bei Kaiserschnitt-Patientinnen hat sich als sicher erwiesen und hatte keine

nachteiligen Folgen für die Neugeborenen.

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Es ist nicht bekannt, ob Esmeron in die Muttermilch übertritt. In Tierstudien fanden sich

unbedeutende Mengen von Esmeron in der Muttermilch. Esmeron sollte stillenden Frauen nur dann

verabreicht werden, wenn es der behandelnde Arzt nach Risikoabwägung für indiziert hält.

Nach Verabreichung dieses Arzneimittels sollte in den folgenden 6 Stunden nicht gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Da Esmeron als ein Hilfsmittel bei Allgemeinnarkosen eingesetzt wird, sollten die nach einer

Allgemeinnarkose üblichen Vorsichtsmaßnahmen bei ambulanten Patienten ergriffen werden.

3.

Wie ist Esmeron anzuwenden?

Wie andere Muskelrelaxanzien sollte Esmeron nur von erfahrenen Ärzten, die mit der Wirkung und

Anwendung dieser Arzneimittel vertraut sind, oder unter deren Aufsicht verabreicht werden.

Dosierung

Wie bei anderen Muskelrelaxanzien sollte die Dosis von Esmeron auf jeden Patienten individuell

abgestimmt werden. Bei Festlegung der Dosis sollten die Art der Narkose, die voraussichtliche Dauer

des operativen Eingriffs, die Art der Sedierung, die erwartete Dauer der künstlichen Beatmung, die

möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und der Zustand des Patienten

berücksichtigt werden.

Die Anwendung eines geeigneten neuromuskulären Monitorings zur Beurteilung der neuromuskulären

Funktion wird empfohlen.

Inhalationsanästhetika verstärken die Esmeron-induzierte neuromuskuläre Blockade. Diese

Wirkungsverstärkung wird im Narkoseverlauf klinisch relevant, wenn die Inhalationsanästhetika im

Gewebe die für diese Wechselwirkung notwendige Konzentration erreicht haben. Demzufolge sollten

im Verlauf lang dauernder Eingriffe (länger als eine Stunde) unter Inhalationsanästhesie

Dosisanpassungen vorgenommen werden, indem kleinere Erhaltungsdosen von Esmeron in größeren

Abständen verabreicht werden oder die Infusionsgeschwindigkeit von Esmeron verringert wird (siehe

auch „Bei Anwendung von Esmeron mit anderen Arzneimitteln“ in Abschnitt 2).

Anwendung bei Erwachsenen

Für Erwachsene können die folgenden Dosierungsempfehlungen als allgemeine Richtlinie für eine

endotracheale Intubation und eine Muskelrelaxation während kurz bis lang dauernder operativer

Eingriffe dienen.

Endotracheale Intubation

Die Standard

-

Intubationsdosis bei einer routinemäßigen Anästhesie beträgt 0,6 mg/kg

Rocuroniumbromid. Zur Erleichterung der endotrachealen Intubation bei der Blitzeinleitung wird eine

Dosis von 1,0 mg/kg Rocuroniumbromid empfohlen. Zur Blitzeinleitung bei einer Sectio caesarea

wird eine Dosis von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid empfohlen, da eine Dosis von 1,0 mg/kg

Rocuroniumbromid für diese Patientengruppe nicht untersucht wurde. Wenn eine Dosis von

0,6 mg/kg Rocuroniumbromid zur Blitzeinleitung verabreicht wird, wird empfohlen, den Patienten

80-90 Sekunden nach Verabreichung von Rocuroniumbromid zu intubieren.

Höhere Dosierung

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Bei operativen Eingriffen wurden Initialdosen von bis zu 2 mg/kg Rocuroniumbromid verabreicht,

ohne dass unerwünschte kardiovaskuläre Nebenwirkungen aufgetreten sind. Bei Anwendung dieser

hohen Dosen ist die Anschlagszeit verkürzt und die Wirkungsdauer verlängert (siehe Abschnitt 7.1.1).

Erhaltungsdosis

Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 0,15 mg/kg Rocuroniumbromid. Bei lang dauernder

Inhalationsanästhesie sollten die Erhaltungsdosen auf 0,075–0,1 mg/kg Rocuroniumbromid reduziert

werden. Die Erhaltungsdosen sollten vorzugsweise dann verabreicht werden, wenn die Reizantwort

wieder 25 % des initialen Kontrollwertes erreicht hat.

Dauerinfusion

Wenn Rocuroniumbromid als Dauerinfusion verabreicht wird, wird empfohlen, eine Initialdosis von

0,6 mg/kg Rocuroniumbromid zu verabreichen und die Dauerinfusion einzuleiten, sobald sich die

neuromuskuläre Blockade zu erholen beginnt. Die Infusionsgeschwindigkeit sollte dabei so gewählt

werden, dass 10 % der initialen Reizantwort oder ein bis zwei Reizantworten bei der Train-Of-Four-

Stimulation erhalten bleiben. Bei Erwachsenen beträgt die erforderliche Infusionsgeschwindigkeit zur

Erhaltung dieser neuromuskulären Blockade unter intravenöser Anästhesie 0,3–0,6 mg/kg/h

Rocuroniumbromid und unter Inhalationsanästhesie 0,3–0,4 mg/kg/h Rocuroniumbromid. Ein

kontinuierliches Monitoring der neuromuskulären Funktion ist notwendig, da je nach Patient und

verwendetem Narkoseverfahren unterschiedliche Infusionsgeschwindigkeiten erforderlich sind.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Als Intubationsdosis bei einer routinemäßigen Anästhesie und als Erhaltungsdosis werden für

Neugeborene im Alter von 0–27 Tagen, Säuglinge im Alter von 28 Tagen – 2 Monaten, Säuglinge und

Kleinkinder im Alter von 3–23 Monaten, Kinder im Alter von 2–11 Jahren und Jugendliche im Alter

von 12–17 Jahren ähnliche Dosierungen wie für Erwachsene empfohlen.

Allerdings ist die Wirkungsdauer der einzeln verabreichten Intubationsdosis bei Neugeborenen und

Kleinkindern länger als bei Kindern.

Bei Dauerinfusion gelten für pädiatrische Patienten, außer für Kinder (2–11 Jahre), dieselben

Infusionsgeschwindigkeiten wie für Erwachsene. Für Kinder im Alter von 2–11 Jahren können höhere

Infusionsgeschwindigkeiten erforderlich sein.

Demnach wird für Kinder (2–11 Jahre) die gleiche initiale Infusionsgeschwindigkeit wie für

Erwachsene empfohlen; anschließend sollte die Infusionsgeschwindigkeit so angepasst werden, dass

10 % der initialen Reizantwort oder ein bis zwei Reizantworten bei der Train-Of-Four-Stimulation

während des Eingriffs erhalten bleiben.

Die Erfahrung mit der Anwendung von Rocuroniumbromid zur Blitzeinleitung bei pädiatrischen

Patienten ist begrenzt. Rocuroniumbromid wird daher nicht zur Erleichterung der endotrachealen

Intubation bei der Blitzeinleitung pädiatrischer Patienten empfohlen.

Geriatrische Patienten

Die Standard-Intubationsdosis bei geriatrischen Patienten beträgt 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid. Die

Wirkungsdauer dieser Dosis kann länger sein als bei Patienten unter 65 Jahren. Unabhängig vom

verwendeten Narkoseverfahren beträgt die Erhaltungsdosis für diese Patienten 0,075–0,1 mg/kg

Rocuroniumbromid und die Infusionsgeschwindigkeit 0,3–0,4 mg/kg/h Rocuroniumbromid (siehe

auch Abschnitt 2).

Übergewichtige und adipöse Patienten

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Bei übergewichtigen oder adipösen Patienten (Patienten mit einem Körpergewicht von 30 % oder

mehr über dem Idealgewicht) sollten die Dosen unter Berücksichtigung des Idealgewichts reduziert

werden.

Art der Anwendung

Esmeron wird intravenös verabreicht, und zwar entweder als Bolusinjektion oder als Dauerinfusion

(siehe Abschnitt 7.2.1).

Überdosierung

Im Fall einer Überdosierung und verlängerten neuromuskulären Blockade sollte der Patient künstlich

weiterbeatmet und sediert

werden. Es bestehen zwei Möglichkeiten für die Aufhebung der

neuromuskulären Blockade: (1) Bei Erwachsenen kann Sugammadex zur Aufhebung einer tiefen

neuromuskulären Blockade angewendet werden. Die zu verabreichende Dosis von Sugammadex hängt

von der Tiefe der neuromuskulären Blockade ab. (2) Es kann ein Acetylcholinesterase-Inhibitor (z. B.

Neostigmin, Edrophonium, Pyridostigmin) oder Sugammadex angewendet werden, sobald die

Spontanerholung einsetzt. Das gewählte Arzneimittel sollte in ausreichender Dosis verabreicht

werden. Falls trotz der Verabreichung eines Acetylcholinesterase-Inhibitors die neuromuskulären

Effekte von Esmeron nicht aufgehoben werden, muss die Beatmung fortgesetzt werden bis die

Spontanatmung wieder einsetzt. Wiederholte Gaben von Acetylcholinesterase-Inhibitoren können

gefährlich sein.

In Tierstudien trat eine schwere Depression der Herz-Kreislauf-Funktion, die schließlich zum

Herzversagen führte, erst dann ein, wenn kumulative Dosen von 750 x ED

(135 mg/kg

Rocuroniumbromid) gegeben wurden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Schmerzen/Reaktionen an der Injektionsstelle,

Veränderungen der Vitalzeichen und eine verlängerte neuromuskuläre Blockade. Am häufigsten nach

der Markteinführung gemeldete Nebenwirkungen sind anaphylaktische und anaphylaktoide

Reaktionen und damit verbundene Symptome. Siehe auch die nach der Tabelle angeführten

Erklärungen.

Systemorganklasse

(MedDRA Version 8.1)

Bevorzugte Termini

Gelegentlich/Selten

(<1/100, >1/10.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeit,

anaphylaktische Reaktion,

anaphylaktoide Reaktion,

anaphylaktischer Schock,

anaphylaktoider Schock

Erkrankungen des

Nervensystems

Schlaffe Lähmung

Herzerkrankungen

Tachykardie

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Systemorganklasse

(MedDRA Version 8.1)

Bevorzugte Termini

Gelegentlich/Selten

(<1/100, >1/10.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Gefäßerkrankungen

Hypotonie

Kreislaufkollaps und Schock,

Hautrötung

Erkrankungen der Atemwege,

des Brustraums und

Mediastinums

Bronchospasmus

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Angioneurotisches Ödem,

Urtikaria, Ausschlag,

erythematöser Ausschlag

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Muskelschwäche

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Arzneimittel wirkungslos,

Arzneimittelwirkung/

therapeutischer Effekt

vermindert,

Arzneimittelwirkung/

therapeutischer Effekt erhöht,

Schmerzen an der

Injektionsstelle,

Reaktionen an der

Injektionsstelle

Gesichtsödeme

Verletzung, Vergiftung und

durch Eingriffe bedingte

Komplikationen

Verlängerte neuromuskuläre

Blockade,

verzögerte Erholung von der

Narkose

Atemwegskomplikationen bei

der Narkose

Die Häufigkeiten wurden basierend auf Postmarketingberichten und Literaturangaben geschätzt.

Postmarketingdaten können keine genauen Zahlen zur Häufigkeit liefern. Daher gibt es nur zwei

anstelle von fünf Häufigkeitskategorien.

Nach Langzeitanwendung auf der Intensivstation.

Anaphylaxie

Schwere anaphylaktische Reaktionen auf Muskelrelaxanzien einschließlich Esmeron wurden sehr

selten berichtet. Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen sind: Bronchospasmus, kardiovaskuläre

Veränderungen (z. B. Hypotonie, Tachykardie, Kreislaufkollaps und -schock) und Veränderungen der

Haut (z. B. Angioödem, Urtikaria). Diese Reaktionen waren in manchen Fällen tödlich. Da die

Reaktionen sehr schwerwiegend sein können, sollte immer mit dem Auftreten gerechnet und die

nötigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Da Muskelrelaxanzien sowohl lokal an der Injektionsstelle als auch systemisch eine

Histaminfreisetzung bewirken können, sollte bei Anwendung dieser Arzneimittel immer die

Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass Juckreiz und erythematöse Reaktionen an der

Injektionsstelle und/oder generalisierte histaminoide (anaphylaktoide) Reaktionen auftreten (siehe

auch anaphylaktische Reaktionen oben).

In klinischen Studien wurde nach rascher Bolusgabe von 0,3–0,9 mg/kg Rocuroniumbromid nur ein

geringfügiger Anstieg der mittleren Plasmahistaminspiegel beobachtet.

Verlängerte neuromuskuläre Blockade

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Die häufigste Nebenwirkung nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien ist die Verlängerung der

pharmakologischen Wirkung des Arzneimittels über die benötigte Zeitspanne hinaus. Sie kann von

einer Skelettmuskelschwäche bis hin zu einer starken und lang dauernden Skelettmuskellähmung mit

Ateminsuffizienz oder Apnoe reichen.

Reaktionen an der Injektionsstelle

Von Injektionsschmerzen bei der Blitzeinleitung wurde berichtet, besonders wenn der Patient das

Bewusstsein noch nicht verloren hat und insbesondere wenn Propofol bei der Einleitung angewendet

wurde. In klinischen Studien wurde Injektionsschmerz bei 16 % der Patienten beobachtet, die einer

Blitzeinleitung unter Propofol unterzogen wurden, und bei weniger als 0,5 % der Patienten mit einer

Blitzeinleitung unter Fentanyl/Thiopental.

Kinder und Jugendliche

Eine Meta-Analyse von 11 klinischen Studien an pädiatrischen Patienten (n=704) mit

Rocuroniumbromid (bis zu 1 mg/kg) zeigte, dass Tachykardie mit einer Häufigkeit von 1,4 % als

Nebenwirkung auftrat.

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen Sie

erheblich beeinträchtigt oder Sie Nebenwirkungen bemerken, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de, anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Esmeron aufzubewahren?

Esmeron darf nach Ablauf des auf dem Etikett der Durchstechflasche und auf der Faltschachtel hinter

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatums nicht mehr verwendet werden.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Im Kühlschrank lagern (2–8 °C). Das Arzneimittel kann maximal 12 Wochen bei 8–30 °C aufbewahrt

werden. Das Arzneimittel soll nach Entnahme aus dem Kühlschrank nicht wieder im Kühlschrank

eingelagert werden. Die Aufbewahrungsdauer darf die Dauer der Haltbarkeit nicht überschreiten.

Da Esmeron kein Konservierungsmittel enthält, sollte die Lösung sofort nach Öffnen der

Durchstechflasche verwendet werden. Nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Esmeron enthält

Der Wirkstoff ist: Rocuroniumbromid (1 ml Injektionslösung enthält 10 mg

Rocuroniumbromid).

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Die sonstigen Bestandteile sind: Wasser für Injektionszwecke, Natriumchlorid, Essigsäure

(50 %) und Natriumacetat (zur pH-Einstellung).

Es wurde kein Konservierungsmittel hinzugefügt.

Inhalt der Packung

Packung mit 10 Durchstechflaschen mit je 5 ml Injektionslösung

Bündelpackung mit 60 (6 x 10) Durchstechflaschen mit je 5 ml Injektionslösung

Bündelpackung mit 20 (2 x 10) Durchstechflaschen mit je 10 ml Injektionslösung

Der Gummistopfen der Durchstechflasche enthält kein Latex.

Pharmazeutischer Unternehmer:

MSD SHARP & DOHME GMBH

Lindenplatz 1

85540 Haar

Postanschrift:

Postfach 1202

85530 Haar

Hersteller:

N.V. Organon

Kloosterstraat 6

5340 BH Oss

Niederlande

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2019.

__________________________________________________________________________

Bei Schriftwechsel bitte die hinter Ch.-B. (Chargenbezeichnung) aufgeführte Zahlenreihe angeben.

7.

Zusätzliche Informationen für Fachkreise

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches Fachpersonal bestimmt.

7.1

Pharmakologische Eigenschaften

7.1.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe (ATC-Code)

Muskelrelaxanzien, peripher wirkende Mittel

ATC-Code: M03A C09

Seite 11 von 15

Wirkmechanismus

Esmeron (Rocuroniumbromid) ist ein mittellang wirkendes, nicht-depolarisierendes Muskelrelaxanz

mit raschem Wirkungseintritt, das alle typischen pharmakologischen Wirkungen dieser

Arzneimittelklasse (curarewirksame Gruppe) besitzt. Es hat eine kompetitive Wirkung im Bereich der

cholinergen Nikotin-Rezeptoren an der motorischen Endplatte. Dieser Effekt wird durch

Acetylcholinesterase-Inhibitoren wie Neostigmin, Edrophonium und Pyridostigmin antagonisiert.

Pharmakodynamische Wirkungen

Die ED

(die erforderliche Dosis, um eine Reizantwort des Daumens nach Stimulation des Nervus

ulnaris zu 90 % zu unterdrücken) bei intravenöser Anästhesie liegt bei ungefähr 0,3 mg/kg

Rocuroniumbromid. Die ED

bei Kleinkindern ist niedriger als bei Erwachsenen und Kindern

(0,25 mg/kg, 0,35 mg/kg bzw. 0,40 mg/kg).

Die klinische Wirkungsdauer (Zeitraum bis zur Spontanerholung auf 25 % der initialen Reizantwort)

beträgt bei 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid 30–40 Minuten. Die Gesamtwirkungsdauer (Zeitraum bis

zur Spontanerholung auf 90 % der initialen Reizantwort) beläuft sich auf 50 Minuten. Die mittlere

Dauer der Spontanerholung der Reizantwort von 25 auf 75 % (Erholungsindex) beträgt nach einer

Bolusdosis von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid 14 Minuten. Bei niedrigeren Dosen von 0,3–

0,45 mg/kg Rocuroniumbromid (1–1,5 x ED

) ist die Zeit bis zum Wirkungseintritt verzögert und die

Wirkungsdauer verkürzt. Bei hohen Dosen von 2 mg/kg beträgt die Wirkungsdauer 110 Minuten.

Intubation bei einer routinemäßigen Anästhesie

Innerhalb von 60 Sekunden nach intravenöser Gabe von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid (2 x ED

unter intravenöser Anästhesie) bestehen bei fast allen Patienten geeignete Bedingungen für die

Intubation, bei 80 % sind die Intubationsbedingungen ausgezeichnet. Innerhalb von 2 Minuten ist eine

für alle Anwendungsgebiete ausreichende allgemeine Muskelrelaxation erreicht. Nach Verabreichung

von 0,45 mg/kg Rocuroniumbromid bestehen nach 90 Sekunden akzeptable Bedingungen für die

Intubation.

Blitzeinleitung

In klinischen Untersuchungen wurden bei einer Blitzeinleitung mit 1,0 mg/kg Rocuroniumbromid bei

gleichzeitiger Anwendung mit Propofol oder Fentanyl/Thiopental geeignete Intubationsbedingungen

innerhalb von 60 Sekunden bei 93 % bzw. 96 % der Patienten festgestellt. Die klinische

Wirkungsdauer nach dieser Dosis beträgt bis zu einer Stunde; innerhalb dieser Zeit kann die

neuromuskuläre Blockade sicher antagonisiert werden. Mit einer Dosis von 0,6 mg/kg

Rocuroniumbromid wurden bei gleichzeitiger Anwendung von Propofol oder Fentanyl/Thiopental

geeignete Intubationsbedingungen innerhalb von 60 Sekunden bei 81 % bzw. bei 75 % der Patienten

erreicht.

Kinder und Jugendliche

Bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern ist die mittlere Anschlagzeit bei einer Intubationsdosis von

0,6 mg/kg geringfügig kürzer als bei Erwachsenen. Ein Vergleich der pädiatrischen Altersgruppen

zeigte, dass die mittlere Anschlagzeit bei Neugeborenen und Jugendlichen (1,0 Minuten) geringfügig

länger ist als bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern (0,4, 0,6 bzw. 0,8 Minuten). Die Dauer der

Blockade und die Zeit bis zur Erholung sind bei Kindern in der Regel kürzer als bei Säuglingen und

Erwachsenen. Ein Vergleich der pädiatrischen Altersgruppen zeigte, dass die mittlere Zeit bis zum

Wiedererlangen von T

bei Neugeborenen und Säuglingen (56,7 bzw. 60,7 Minuten) im Vergleich zu

Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen (45,4, 37,6 bzw. 42,9 Minuten) verlängert war.

Seite 12 von 15

Mittlere Anschlagzeit (Standardabweichung) und klinische Wirkungsdauer nach initialer

Intubationsdosis* mit 0,6 mg/kg Rocuronium unter Anästhesierung mit Sevofluran/ Lachgas und

Isofluran/ Lachgas (zur Erhaltung), nach Altersgruppe (pädiatrische Patienten), PP Gruppe

Zeit bis zur maximalen

Blockade** (Minuten)

Zeit bis zum Wiedererlangen

von T3** (Minuten)

Neugeborene im Alter von

0–27 Tagen

n=10

0,98 (0,62)

56,69 (37,04)

Säuglinge im Alter von

28 Tagen – 2 Monaten

n=11

0,44 (0,19)

n=10

60,71 (16,52)

Säuglinge und Kleinkinder im

Alter von 3–23 Monaten

n=28

0,59 (0,27)

45,46 (12,94)

n=27

Kinder im Alter von

2–11 Jahren

n=34

0,84 (0,29)

37,58 (11,82)

Jugendliche im Alter von

12–17 Jahren

n=31

0,98 (0,38)

42,90 (15,83)

n=30

* Rocuronium-Dosis innerhalb von 5 Sekunden verabreicht

** Berechnet ab Ende der Verabreichung der Rocuronium-Intubationsdosis

Geriatrische Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder der Gallenwege und/oder

Niereninsuffizienz

Bei geriatrischen Patienten und bei Patienten mit Lebererkrankungen und/oder Nierenerkrankungen

ist die mittlere klinische Wirkungsdauer nach Erhaltungsdosen von 0,15 mg/kg Rocuroniumbromid

unter Enfluran- oder Isofluran-Narkose etwas länger (ungefähr 20 Minuten) als bei Patienten ohne

Beeinträchtigung von exkretorischen Organfunktionen unter intravenöser Anästhesie (ungefähr 13

Minuten; siehe Abschnitt 3). Ein kumulativer Effekt (progressiver Anstieg der Wirkungsdauer) bei

wiederholter Erhaltungsdosis in der empfohlenen Höhe wurde nicht beobachtet.

Kardiovaskuläre Operationen

Bei Patienten, bei denen eine kardiovaskuläre Operation vorgesehen ist, treten die häufigsten

kardiovaskulären Veränderungen bei Eintritt der maximalen Blockade nach 0,6–0,9 mg/kg

Rocuroniumbromid auf. Diese Veränderungen umfassen eine leichte, klinisch unbedeutende Zunahme

der Herzfrequenz um bis zu 9 % und einen Anstieg des mittleren arteriellen Blutdrucks um bis zu

16 % der Kontrollwerte.

Aufhebung der neuromuskulären Blockade

Die Wirkung von Rocuronium kann entweder durch Sugammadex oder durch Acetylcholinesterase-

Inhibitoren (Neostigmin, Pyridostigmin oder Edrophonium) aufgehoben werden. Sugammadex kann

zur routinemäßigen Aufhebung (zwischen 1-2 Post-Tetanic Counts und Wiederauftreten von T

) oder

zur sofortigen Aufhebung angewendet werden. Acetylcholinesterase-Inhibitoren können erst bei

Wiederauftreten von T

oder bei den ersten Anzeichen einer klinischen Erholung angewendet werden.

7.1.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Rocuronium wird im Urin und der Galle ausgeschieden. Die Exkretion im Urin erreicht 40 %

innerhalb 12–24 Stunden. Nach Injektion einer radioaktiv markierten Dosis von Rocuroniumbromid

betrug die Exkretion der markierten Substanz im Durchschnitt 47 % im Urin und 43 % in den Faeces

nach 9 Tagen. Ungefähr 50 % wurde als Muttersubstanz nachgewiesen.

Seite 13 von 15

Erwachsene Patienten, geriatrische Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder der

Gallenwege und/oder Niereninsuffizienz

Pharmakokinetischer

Parameter

Erwachsene Patienten

Geriatrische Patienten

(siehe Abschnitt 3)

Normale Nieren-

und Leberfunktion

Nieren-

insuffizienz

Leber-

erkrankungen

Clearance (ml/kg/min)

Verteilungsvolumen pro

kg Körpergewicht im

Steady State (ml/kg)

Eliminationshalbwertszeit

(min)

73 *

101 *

* = harmonisches Mittel

# = Ergebnisse der Meta-Analyse

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von Rocuroniumbromid in pädiatrischen Patienten (n=146) im Alter von 0 bis

17 Jahren wurde mittels einer Populationsanalyse der gepoolten pharmakokinetischen Daten von zwei

klinischen Studien unter Narkose mit Sevofluran (Einleitung) und Isofluran/Lachgas

(Aufrechterhaltung) ermittelt. Alle pharmakokinetischen Parameter verhielten sich linear proportional

zum Körpergewicht, was sich in der über alle Altersgruppen gleichen Clearance (l/h/kg)

widerspiegelt. Das Verteilungsvolumen im Steady State (l/kg) und die T

ß-Eliminationshalbwertszeit

(h) nehmen mit dem Alter (Jahre) ab. Die pharmakokinetischen Parameter bei typischen pädiatrischen

Patienten jeder Altersgruppe sind im Folgenden zusammengefasst:

Geschätzte pharmakokinetische Parameter (Mittelwerte [Standardabweichung]) von Rocuroniumbromid

bei typischen pädiatrischen Patienten unter Anästhesierung mit Sevofluran/ Lachgas (zur Induktion) und

Isofluran/ Lachgas (zur Erhaltung)

Pharmakokinetische

Parameter

Patienten-Altersklasse

Reifgeborene

im Alter von

0–27 Tagen

Säuglinge

im Alter von

28 Tagen –

2 Monaten

Säuglinge und

Kleinkinder

im Alter von

3–23 Monaten

Kinder

im Alter von

2–11 Jahren

Jugendliche

im Alter von

12–17 Jahren

Clearance (l/kg/h)

0,31 (0,07)

0,30 (0,08)

0,33 (0,10)

0,35 (0,09)

0,29 (0,14)

Verteilungsvolumen

(l/kg)

0,42 (0,06)

0,31 (0,03)

0,23 (0,03)

0,18 (0,02)

0,18 (0,01)

ß-Eliminations-

halbwertszeit (h)

1,1 (0,2)

0,9 (0,3)

0,8 (0,2)

0,7 (0,2)

0,8 (0,3)

7.1.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Bezüglich akuter Toxizität sind aus präklinischen Untersuchungen keine zusätzlichen Informationen

bekannt, die nicht bereits in anderen Abschnitten der Gebrauchsinformation beschrieben sind.

In Studien zur subakuten Toxizität erhielten Katzen und Hunde zweimal pro Woche über einen

Zeitraum von 4 Wochen intravenös verabreichte Dosen Rocuroniumbromid von 37 x ED

bzw. 60 x

. Unerwartete Todesfälle traten bei drei von sieben Hunden mit einer Dosis von 60 x ED

(10,8 mg pro kg Körpergewicht) auf. Die Todesursache konnte nicht geklärt werden, doch wird

angenommen, dass sie mit Wechselwirkungen zwischen der Rocuroniumbromid-Behandlung und den

experimentellen Verfahren und/oder der instrumentellen Behandlung und Anästhesie zusammenhing.

Zur chronischen Toxizität von Rocuroniumbromid wurden keine Studien durchgeführt.

Seite 14 von 15

Mutagenitätsstudien in vivo und in vitro ergaben kein mutagenes Potenzial von Rocuroniumbromid.

Karzinogenitätsstudien wurden mit Rocuroniumbromid nicht durchgeführt.

Studien mit subpharmakologischen, intravenös verabreichten Dosen Rocuroniumbromid bei Ratten

während der Organogenese ergaben keine Hinweise auf embryonale Letalität, teratologische

Veränderungen oder Wachstumshemmung der Feten. Esmeron passiert bei der Ratte die Plazenta in

begrenztem Ausmaß und ist in geringen Mengen in der Milch zu finden.

7.2

Pharmazeutische Angaben

7.2.1

Inkompatibilitäten

Physikalische Inkompatibilitäten bestehen für Esmeron, wenn es Lösungen mit folgenden

Arzneimitteln zugesetzt wird: Amoxicillin, Amphotericin, Azathioprin, Cefazolin, Cloxacillin,

Dexamethason, Diazepam, Enoximon, Erythromycin, Famotidin, Furosemid, Hydrocortison-

Natriumsuccinat, Insulin, Intralipid, Methohexiton, Methylprednisolon, Prednisolon-Natriumsuccinat,

Thiopental, Trimethoprim und Vancomycin.

Esmeron erwies sich in einer Konzentration von bis zu 2 mg/ml Rocuroniumbromid als physikalisch

kompatibel mit den folgenden Infusionslösungen: 0,9%ige Natriumchlorid-Lösung, 5%ige Glucose-

Lösung, 5 % Glucose in 0,9%iger Natriumchlorid-Lösung, Ringer-Laktat-Lösung und Haemaccel 35.

Wird Esmeron über denselben Infusionsschlauch verabreicht wie Arzneimittel, deren Inkompatibilität

mit Esmeron bekannt ist oder deren Kompatibilität mit Esmeron nicht nachgewiesen ist, ist es

wichtig, dass der Infusionsschlauch zwischen der Verabreichung von Esmeron und der Verabreichung

solcher Arzneimittel ausreichend gespült wird (z. B. mit 0,9%iger Kochsalzlösung).

7.2.2

Dauer der Haltbarkeit

Bei vorgeschriebener Lagerung beträgt die Haltbarkeit von Esmeron 3 Jahre. Da Esmeron kein

Konservierungsmittel enthält, sollte die Lösung sofort nach Öffnen der Durchstechflasche

verwendet werden.

Die chemische und physikalische Stabilität der mit einer Infusionslösung verdünnten Lösung (siehe

Abschnitt 7.2.1) wurde für 72 Stunden bei 30 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte

die verdünnte Lösung sofort verwendet werden. Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen

Lagerungsdauer und -bedingungen der verdünnten Lösung bis zum Gebrauch in der Verantwortung

des Anwenders. Sie liegen normalerweise bei bis zu 24 Stunden bei 2 bis 8 °C, es sei denn die

Verdünnung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

7.3

Inhaber der Zulassung

MSD SHARP & DOHME GMBH

Lindenplatz 1

85540 Haar

Postanschrift:

Postfach 1202

85530 Haar

7.4

Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung 05. September 1995

Seite 15 von 15

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung 19. August 2008

7.5

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Seite 1 von 13

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels)

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Esmeron

10 mg/ml Injektionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 ml Injektionslösung enthält 10 mg Rocuroniumbromid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung

pH: 3,8-4,2

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Esmeron ist indiziert als ein Hilfsmittel bei der Allgemeinnarkose zur Erleichterung der

endotrachealen Intubation bei der routinemäßigen Intubation und zur Relaxation der Skelettmuskulatur

während operativer Eingriffe bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten (von Reifgeborenen bis

Jugendlichen [0 bis <18 Jahre]). Bei Erwachsenen kann Esmeron auch als Alternative zu

Suxamethonium zur Erleichterung der endotrachealen Intubation bei der Blitzeinleitung angewendet

werden, vor allem dann, wenn Suxamethonium kontraindiziert ist.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Wie andere Muskelrelaxanzien sollte Esmeron nur von erfahrenen Ärzten, die mit der Wirkung und

Anwendung dieser Arzneimittel vertraut sind, oder unter deren Aufsicht verabreicht werden.

Wie bei anderen Muskelrelaxanzien sollte die Dosis von Esmeron auf jeden Patienten individuell

abgestimmt werden. Bei Festlegung der Dosis sollten die Art der Narkose, die voraussichtliche Dauer

des operativen Eingriffs, die Art der Sedierung, die erwartete Dauer der künstlichen Beatmung, die

möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und der Zustand des Patienten berücksichtigt

werden.

Die Anwendung eines geeigneten neuromuskulären Monitorings zur Beurteilung der neuromuskulären

Funktion wird empfohlen.

Inhalationsanästhetika verstärken die Esmeron-induzierte neuromuskuläre Blockade. Diese

Wirkungsverstärkung wird im Narkoseverlauf klinisch relevant, wenn die Inhalationsanästhetika im

Gewebe die für diese Wechselwirkung notwendige Konzentration erreicht haben. Demzufolge sollten

im Verlauf lang dauernder Eingriffe (länger als eine Stunde) unter Inhalationsanästhesie

Dosisanpassungen vorgenommen werden, indem kleinere Erhaltungsdosen von Esmeron in größeren

Abständen verabreicht werden oder die Infusionsgeschwindigkeit von Esmeron verringert wird (siehe

auch Abschnitt 4.5).

Seite 2 von 13

Erwachsene

Für Erwachsene können die folgenden Dosierungsempfehlungen als allgemeine Richtlinie für eine

endotracheale Intubation und eine Muskelrelaxation während kurz bis lang dauernder operativer

Eingriffe dienen.

Endotracheale Intubation:

Die Standard

-

Intubationsdosis bei einer routinemäßigen Anästhesie beträgt 0,6 mg/kg

Rocuroniumbromid. Zur Erleichterung der endotrachealen Intubation bei der Blitzeinleitung wird eine

Dosis von 1,0 mg/kg Rocuroniumbromid empfohlen. Zur Blitzeinleitung bei einer Sectio caesarea

wird eine Dosis von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid empfohlen, da eine Dosis von 1,0 mg/kg

Rocuroniumbromid für diese Patientengruppe nicht untersucht wurde. Wenn eine Dosis von 0,6 mg/kg

Rocuroniumbromid zur Blitzeinleitung verabreicht wird, wird empfohlen, den Patienten

80-90 Sekunden nach Verabreichung von Rocuroniumbromid zu intubieren.

Höhere Dosierung:

Bei operativen Eingriffen wurden Initialdosen von bis zu 2 mg/kg Rocuroniumbromid verabreicht,

ohne dass unerwünschte kardiovaskuläre Nebenwirkungen aufgetreten sind. Bei Anwendung dieser

hohen Dosen ist die Anschlagzeit verkürzt und die Wirkungsdauer verlängert (siehe Abschnitt 5.1).

Erhaltungsdosis:

Die empfohlene Erhaltungsdosis beträgt 0,15 mg/kg Rocuroniumbromid. Bei lang dauernder

Inhalationsanästhesie sollten die Erhaltungsdosen auf 0,075–0,1 mg/kg Rocuroniumbromid reduziert

werden. Die Erhaltungsdosen sollten vorzugsweise dann verabreicht werden, wenn die Reizantwort

wieder 25 % des initialen Kontrollwertes erreicht hat.

Dauerinfusion:

Wenn Rocuroniumbromid als Dauerinfusion verabreicht wird, wird empfohlen, eine Initialdosis von

0,6 mg/kg Rocuroniumbromid zu verabreichen und die Dauerinfusion einzuleiten, sobald sich die

neuromuskuläre Blockade zu erholen beginnt. Die Infusionsgeschwindigkeit sollte dabei so gewählt

werden, dass 10 % der initialen Reizantwort oder ein bis zwei Reizantworten bei der Train-Of-Four-

Stimulation erhalten bleiben. Bei Erwachsenen beträgt die erforderliche Infusionsgeschwindigkeit zur

Erhaltung dieser neuromuskulären Blockade unter intravenöser Anästhesie 0,3–0,6 mg/kg/h

Rocuroniumbromid und unter Inhalationsanästhesie 0,3–0,4 mg/kg/h Rocuroniumbromid. Ein

kontinuierliches Monitoring der neuromuskulären Funktion ist notwendig, da je nach Patient und

verwendetem Narkoseverfahren unterschiedliche Infusionsgeschwindigkeiten erforderlich sind.

Kinder und Jugendliche

Als Intubationsdosis bei einer routinemäßigen Anästhesie und als Erhaltungsdosis werden für

Neugeborene im Alter von 0–27 Tagen, Säuglinge im Alter von 28 Tagen – 2 Monaten, Säuglinge und

Kleinkinder im Alter von 3–23 Monaten, Kinder im Alter von 2–11 Jahren und Jugendliche im Alter

von 12–17 Jahren ähnliche Dosierungen wie für Erwachsene empfohlen.

Allerdings ist die Wirkungsdauer der einzeln verabreichten Intubationsdosis bei Neugeborenen und

Kleinkindern länger als bei Kindern (siehe Abschnitt 5.1).

Bei Dauerinfusion gelten für pädiatrische Patienten, außer für Kinder (2–11 Jahre), dieselben

Infusionsgeschwindigkeiten wie für Erwachsene. Für Kinder im Alter von 2–11 Jahren können höhere

Infusionsgeschwindigkeiten erforderlich sein.

Demnach wird für Kinder (2–11 Jahre) die gleiche initiale Infusionsgeschwindigkeit wie für

Erwachsene empfohlen; anschließend sollte die Infusionsgeschwindigkeit so angepasst werden, dass

10 % der initialen Reizantwort oder ein bis zwei Reizantworten bei der Train-Of-Four-Stimulation

während des Eingriffs erhalten bleiben.

Seite 3 von 13

Die Erfahrung mit der Anwendung von Rocuroniumbromid zur Blitzeinleitung bei pädiatrischen

Patienten ist begrenzt. Rocuroniumbromid wird daher nicht zur Erleichterung der endotrachealen

Intubation bei der Blitzeinleitung pädiatrischer Patienten empfohlen.

Geriatrische Patienten

Die Standard-Intubationsdosis bei geriatrischen Patienten beträgt 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid. Die

Wirkungsdauer dieser Dosis kann länger sein als bei Patienten unter 65 Jahren. Unabhängig vom

verwendeten Narkoseverfahren beträgt die Erhaltungsdosis für diese Patienten 0,075–0,1 mg/kg

Rocuroniumbromid und die Infusionsgeschwindigkeit 0,3–0,4 mg/kg/h Rocuroniumbromid (siehe

auch Abschnitt 4.4).

Übergewichtige und adipöse Patienten

Bei übergewichtigen oder adipösen Patienten (Patienten mit einem Körpergewicht von 30 % oder

mehr über dem Idealgewicht) sollten die Dosen unter Berücksichtigung des Idealgewichts reduziert

werden.

Art der Anwendung

Esmeron wird intravenös verabreicht, und zwar entweder als Bolusinjektion oder als Dauerinfusion

(siehe Abschnitt 6.6).

4.3

Gegenanzeigen

- Überempfindlichkeit gegen Rocuronium oder Bromid oder einen der sonstigen Bestandteile.

- Unmöglichkeit der künstlichen Beatmung.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Esmeron ist erforderlich bei

- Überempfindlichkeit gegenüber anderen Muskelrelaxanzien.

- Neuromuskulären Erkrankungen, insbesondere Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom und

vorausgegangener Poliomyelitis.

Muskelrelaxanzien sollten nur von erfahrenen Ärzten, die mit den Wirkungen von Muskelrelaxanzien

und den geeigneten Methoden des Monitorings der neuromuskulären Funktion vertraut sind, oder

unter deren Aufsicht angewendet werden.

Da Esmeron eine Lähmung der Atemmuskulatur bewirkt, ist bei Patienten, die dieses Arzneimittel

erhalten, eine künstliche Beatmung bis zum Wiedereintritt einer ausreichenden Spontanatmung

unerlässlich. Wie bei allen Muskelrelaxanzien ist es wichtig, Intubationsschwierigkeiten –

insbesondere bei der Blitzeinleitung – einzukalkulieren. Wenn infolge von Intubationsschwierigkeiten

eine klinische Notwendigkeit zur sofortigen Aufhebung einer Rocuronium-induzierten Blockade

besteht, sollte die Anwendung von Sugammadex in Erwägung gezogen werden.

Wie auch bei anderen Muskelrelaxanzien, wurde unter Esmeron über eine Restcurarisierung berichtet.

Um Komplikationen durch eine Restcurarisierung zu vermeiden, sollten die Patienten erst nach

ausreichender Rückbildung der neuromuskulären Blockade extubiert werden. Geriatrische Patienten

(ab 65 Jahren) können ein erhöhtes Risiko für eine neuromuskuläre Restblockade haben. Weitere

Faktoren, die eine Restcurarisierung nach Extubation in der postoperativen Phase verursachen können

(wie Arzneimittel-Wechselwirkungen oder der Zustand des Patienten), sollten ebenfalls berücksichtigt

werden. Falls nicht routinemäßig angewendet, sollte der Einsatz von Sugammadex oder einer anderen

die Blockade aufhebenden Substanz erwogen werden; dies gilt besonders in Fällen mit erhöhtem

Risiko für eine Restcurarisierung.

Seite 4 von 13

Nach Verabreichung von Muskelrelaxanzien können anaphylaktische Reaktionen auftreten. Es sollten

stets Vorsichtsmaßnahmen zur Behandlung derartiger Reaktionen getroffen werden, insbesondere

wenn bereits früher anaphylaktische Reaktionen auf Muskelrelaxanzien aufgetreten sind, da über

allergische Kreuzreaktionen bei Muskelrelaxanzien berichtet wurde.

Über den Gebrauch von Esmeron bei Patienten mit schwerer kardiovaskulärer Erkrankung liegt nur

eine begrenzte Anzahl von Daten vor.

Über den Gebrauch von Esmeron in Dosen von mehr als 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid bei Patienten,

die sich eines intrakraniellen neurochirurgischen Eingriffs unterziehen, liegen keine Daten vor.

Es liegen keine ausreichenden Daten über Esmeron vor, um Empfehlungen für eine Anwendung auf

Intensivstationen zu geben. Im Allgemeinen wurde nach Langzeitanwendung von Muskelrelaxanzien

auf der Intensivstation eine verlängerte Paralyse und/oder Skelettmuskelschwäche beobachtet. Um

eine mögliche Verlängerung der neuromuskulären Blockade und/oder Überdosierung zu vermeiden,

wird ein fortlaufendes Monitoring der neuromuskulären Funktion während der Anwendung von

Muskelrelaxanzien dringend empfohlen. Esmeron lähmt die Atem- und Skelettmuskulatur, ohne das

Bewusstsein zu beeinträchtigen. Deshalb darf es erst nach Gabe hypnotisch wirkender Pharmaka

angewendet werden. Soweit erforderlich sollte eine ausreichende Analgesie gewährleistet sein.

Nach Intubation mit Suxamethonium sollte Esmeron erst verabreicht werden, nachdem der Patient

sich von der durch Suxamethonium hervorgerufenen neuromuskulären Blockade klinisch erholt hat.

Da Rocuroniumbromid immer zusammen mit anderen Arzneimitteln eingesetzt wird und in

Anbetracht des Risikos einer malignen Hyperthermie während der Anästhesie, sollten die Ärzte auch

bei fehlenden bekannten Auslösefaktoren vor Beginn der Anästhesie mit den Frühsymptomen, der

Diagnosesicherung und der Behandlung einer malignen Hyperthermie vertraut sein. Tierversuche

haben gezeigt, dass Rocuroniumbromid kein Auslösefaktor für maligne Hyperthermie ist. Im Rahmen

der Arzneimittelüberwachung wurden nach Markteinführung seltene Fälle einer malignen

Hyperthermie unter Esmeron beobachtet, ein kausaler Zusammenhang wurde jedoch nicht

nachgewiesen.

Folgende Zustände können die Pharmakokinetik und/oder Pharmakodynamik von Esmeron

beeinflussen:

Erkrankungen der Leber und/oder der Gallenwege und Niereninsuffizienz

Da Rocuroniumbromid im Urin und über die Galle ausgeschieden wird, sollte es bei Patienten mit

klinisch signifikanten Leber- und/oder Gallenwegserkrankungen und/oder Niereninsuffizienz mit

Vorsicht eingesetzt werden. Bei diesen Patientengruppen wurde eine verlängerte Wirkungsdauer mit

Dosen von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid beobachtet.

Verlängerte Kreislaufzeit

Zustände, die mit einer verlängerten Kreislaufzeit einhergehen wie etwa kardiovaskuläre

Erkrankungen, hohes Alter oder Ödemstatus mit einem vergrößerten Verteilungsvolumen, können zu

einem verlangsamten Wirkungseintritt beitragen. Bedingt durch die herabgesetzte Plasmaclearance

kann auch die Wirkungsdauer verlängert sein.

Neuromuskuläre Erkrankungen

Wie andere Muskelrelaxanzien sollte Esmeron bei Patienten mit neuromuskulärer Erkrankung oder

nach Poliomyelitis nur mit äußerster Vorsicht angewendet werden, da Ausmaß und Art der Reaktion

auf Muskelrelaxanzien in diesen Fällen erheblich variieren kann. Bei Patienten mit Myasthenia gravis

oder mit myasthenischem Syndrom (Lambert-Eaton) können kleine Dosen Esmeron eine starke

Wirkung hervorrufen. Daher sollte Esmeron bei diesen Patienten entsprechend der Reizantwort dosiert

werden.

Seite 5 von 13

Hypothermie

Bei Operationen unter Hypothermie ist die neuromuskuläre Blockade von Esmeron verstärkt und die

Wirkungsdauer verlängert.

Adipositas

Wie bei anderen Muskelrelaxanzien kann es unter Esmeron bei adipösen Patienten zu einer

Verlängerung der Wirkung und der Spontanerholung kommen, wenn die Dosis basierend auf dem

tatsächlichen Körpergewicht berechnet wird.

Verbrennungen

Patienten mit Verbrennungen können eine Resistenz gegen nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien

entwickeln. Es wird empfohlen, entsprechend der Reizantwort zu dosieren.

Zustände, die die Wirkungen von Esmeron steigern können

Hypokaliämie (z. B. nach starkem Erbrechen, Diarrhoe und Therapie mit Diuretika),

Hypermagnesiämie, Hypokalzämie (nach Massivtransfusionen), Hypoproteinämie, Dehydratation,

Azidose, Hyperkapnie, Kachexie.

Schwere Störungen im Elektrolythaushalt, veränderter Blut-pH-Wert oder Dehydratation sollten daher

möglichst behandelt werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Von folgenden Arzneimitteln wurde ein Einfluss auf Wirkungsstärke und/oder Wirkungsdauer nicht-

depolarisierender Muskelrelaxanzien nachgewiesen:

Steigerung der Wirkung von Esmeron

Halogenierte Inhalationsanästhetika verstärken die neuromuskuläre Blockade von Esmeron.

Dieser Effekt macht sich nur bei Verwendung von Erhaltungsdosen bemerkbar (siehe auch

Abschnitt 4.2). Auch die Aufhebung der neuromuskulären Blockade durch Acetylcholinesterase-

Inhibitoren könnte unterdrückt werden.

Nach Intubation mit Suxamethonium (siehe Abschnitt 4.4).

Langzeitanwendung von Esmeron in Kombination mit Kortikosteroiden auf der Intensivstation

kann zu einer verlängerten neuromuskulären Blockade oder Myopathie führen. Daher sollte

Esmeron bei Patienten, die gleichzeitig Kortikosteroide erhalten, so kurz wie möglich verwendet

werden (siehe Abschnitt 4.8).

weitere Arzneimittel:

Antibiotika: Aminoglykoside, Lincosamide und Polypeptid-Antibiotika, Acylamino-

Penicilline.

Diuretika, Chinidin und sein Isomer Chinin, Magnesiumsalze, Kalziumkanalblocker,

Lithiumsalze, Lokalanästhetika (Lidocain intravenös, Bupivacain epidural) und kurzfristige

Verabreichung von Phenytoin oder Betablockern.

Nach postoperativer Verabreichung von Aminoglykosiden, Lincosamiden, Polypeptiden, Acylamino-

Penicillinen, Chinidin, Chinin und Magnesiumsalzen kann es zur Recurarisierung kommen.

Die Aufhebung einer durch Muskelrelaxanzien hervorgerufenen neuromuskulären Blockade kann bei

Patientinnen, die Magnesiumsulfat zur Behandlung einer Gestose erhalten, gehemmt oder

unzureichend sein, da Magnesiumsalze die neuromuskuläre Blockade verstärken. Daher sollte bei

diesen Patientinnen die Esmeron-Dosis reduziert und sorgfältig entsprechend der Reizantwort

angepasst werden.

Seite 6 von 13

Abschwächung der Wirkung von Esmeron

Verabreichung von Neostigmin oder Pyridostigmin.

Vorherige chronische Verabreichung von Phenytoin oder Carbamazepin.

Unterschiedliche Wirkung auf Esmeron

Die Kombination anderer nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien mit Esmeron kann zu einer

Abschwächung oder Verstärkung der neuromuskulären Blockade führen, je nachdem in welcher

Reihenfolge verabreicht und welches Muskelrelaxanz verwendet wird.

Die Gabe von Suxamethonium nach Verabreichung von Esmeron kann die neuromuskuläre

Blockade von Esmeron verstärken oder abschwächen.

Wirkung von Esmeron auf andere Arzneimittel

Bei gleichzeitiger Gabe von Esmeron und Lidocain kann die Wirkung von Lidocain schneller

eintreten.

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine speziellen Wechselwirkungsstudien durchgeführt. Die oben genannten

Wechselwirkungen bei Erwachsenen und die besonderen Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für

die Anwendung (siehe Abschnitt 4.4) sollten auch bei pädiatrischen Patienten beachtet werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Für Rocuroniumbromid liegen bis auf die Exposition bei einer Sectio caesarea keine klinischen Daten

über exponierte Schwangere vor. Tierexperimentelle Studien lassen nicht auf direkte oder indirekte

schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, embryonale/fetale Entwicklung, Geburt oder

postnatale Entwicklung schließen (siehe Abschnitt 5.3). Bei der Anwendung von Esmeron in der

Schwangerschaft ist Vorsicht geboten.

Dosen von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid haben sich bei Gebärenden, die einer Sectio caesarea

unterzogen wurden, als sicher erwiesen. Esmeron beeinflusst weder den APGAR-Wert, den

Muskeltonus des Feten, noch seine kardiorespiratorische Umstellung. Die

Untersuchung von Blut aus

den Umbilicalgefäßen hat gezeigt, dass die plazentare Passage von Rocuroniumbromid sehr gering ist

und nicht ausreicht, um beim Neugeborenen unerwünschte Wirkungen hervorzurufen.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Esmeron in die Muttermilch übertritt. In Tierstudien fanden sich unbedeutende

Mengen von Esmeron in der Muttermilch. Esmeron sollte stillenden Frauen nur dann verabreicht

werden, wenn es der behandelnde Arzt nach Risikoabwägung für indiziert hält. Es wird empfohlen

nach der Verabreichung einer Einzeldosis für einen Zeitraum von fünf Eliminationshalbwertszeiten

von Rocuronium, d.h. für etwa 6 Stunden, nicht zu stillen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Da Esmeron als ein Hilfsmittel bei Allgemeinnarkosen eingesetzt wird, sollten die nach einer

Allgemeinnarkose üblichen Vorsichtsmaßnahmen bei ambulanten Patienten ergriffen werden.

Seite 7 von 13

4.8

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Schmerzen/Reaktionen an der Injektionsstelle,

Veränderungen der Vitalzeichen und eine verlängerte neuromuskuläre Blockade. Am häufigsten nach

der Markteinführung gemeldete Nebenwirkungen sind anaphylaktische und anaphylaktoide

Reaktionen und damit verbundene Symptome. Siehe auch die nach der Tabelle angeführten

Erklärungen.

Systemorganklasse

(MedDRA Version 8.1)

Bevorzugte Termini

Gelegentlich/Selten

(<1/100, >1/10.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeit,

anaphylaktische Reaktion,

anaphylaktoide Reaktion,

anaphylaktischer Schock,

anaphylaktoider Schock

Erkrankungen des

Nervensystems

Schlaffe Lähmung

Herzerkrankungen

Tachykardie

Gefäßerkrankungen

Hypotonie

Kreislaufkollaps und Schock,

Hautrötung

Erkrankungen der Atemwege,

des Brustraums und

Mediastinums

Bronchospasmus

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Angioneurotisches Ödem,

Urtikaria, Ausschlag,

erythematöser Ausschlag

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Muskelschwäche

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Arzneimittel wirkungslos,

Arzneimittelwirkung/

therapeutischer Effekt

vermindert,

Arzneimittelwirkung/

therapeutischer Effekt erhöht,

Schmerzen an der

Injektionsstelle,

Reaktionen an der

Injektionsstelle

Gesichtsödeme

Verletzung, Vergiftung und

durch Eingriffe bedingte

Komplikationen

Verlängerte neuromuskuläre

Blockade,

verzögerte Erholung von der

Narkose

Atemwegskomplikationen bei

der Narkose

Die Häufigkeiten wurden basierend auf Postmarketingberichten und Literaturangaben geschätzt.

Postmarketingdaten können keine genauen Zahlen zur Häufigkeit liefern. Daher gibt es nur zwei

anstelle von fünf Häufigkeitskategorien.

Nach Langzeitanwendung auf der Intensivstation.

Anaphylaxie

Schwere anaphylaktische Reaktionen auf Muskelrelaxanzien einschließlich Esmeron wurden sehr

selten berichtet. Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen sind: Bronchospasmus, kardiovaskuläre

Veränderungen (z. B. Hypotonie, Tachykardie, Kreislaufkollaps und -schock) und Veränderungen der

Haut (z. B. Angioödem, Urtikaria). Diese Reaktionen waren in manchen Fällen tödlich. Da die

Reaktionen sehr schwerwiegend sein können, sollte immer mit dem Auftreten gerechnet und die

nötigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.

Seite 8 von 13

Da Muskelrelaxanzien sowohl lokal an der Injektionsstelle als auch systemisch eine

Histaminfreisetzung bewirken können, sollte bei Anwendung dieser Arzneimittel immer die

Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass Juckreiz und erythematöse Reaktionen an der

Injektionsstelle und/oder generalisierte histaminoide (anaphylaktoide) Reaktionen auftreten (siehe

auch anaphylaktische Reaktionen oben).

In klinischen Studien wurde nach rascher Bolusgabe von 0,3-0,9 mg/kg Rocuroniumbromid nur ein

geringfügiger Anstieg der mittleren Plasmahistaminspiegel beobachtet.

Verlängerte neuromuskuläre Blockade

Die häufigste Nebenwirkung nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien ist die Verlängerung der

pharmakologischen Wirkung des Arzneimittels über die benötigte Zeitspanne hinaus. Sie kann von

einer Skelettmuskelschwäche bis hin zu einer starken und lang dauernden Skelettmuskellähmung mit

Ateminsuffizienz oder Apnoe reichen.

Reaktionen an der Injektionsstelle

Von Injektionsschmerzen bei der Blitzeinleitung wurde berichtet, besonders wenn der Patient das

Bewusstsein noch nicht verloren hat und insbesondere wenn Propofol bei der Einleitung angewendet

wurde. In klinischen Studien wurde Injektionsschmerz bei 16 % der Patienten beobachtet, die einer

Blitzeinleitung unter Propofol unterzogen wurden, und bei weniger als 0,5 % der Patienten mit einer

Blitzeinleitung unter Fentanyl/Thiopental.

Kinder und Jugendliche

Eine Meta-Analyse von 11 klinischen Studien an pädiatrischen Patienten (n=704) mit

Rocuroniumbromid (bis zu 1 mg/kg) zeigte, dass Tachykardie mit einer Häufigkeit von 1,4 % als

Nebenwirkung auftrat.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Im Fall einer Überdosierung und verlängerten neuromuskulären Blockade sollte der Patient künstlich

weiterbeatmet und sediert

werden. Es bestehen zwei Möglichkeiten für die Aufhebung der

neuromuskulären Blockade: (1) Bei Erwachsenen kann Sugammadex zur Aufhebung einer tiefen

neuromuskulären Blockade angewendet werden. Die zu verabreichende Dosis von Sugammadex hängt

von der Tiefe der neuromuskulären Blockade ab. (2) Es kann ein Acetylcholinesterase-Inhibitor (z. B.

Neostigmin, Edrophonium, Pyridostigmin) oder Sugammadex angewendet werden, sobald die

Spontanerholung einsetzt. Das gewählte Arzneimittel sollte in ausreichender Dosis verabreicht

werden. Falls trotz der Verabreichung eines Acetylcholinesterase-Inhibitors die neuromuskulären

Effekte von Esmeron nicht aufgehoben werden, muss die Beatmung fortgesetzt werden bis die

Spontanatmung wieder einsetzt. Wiederholte Gaben von Acetylcholinesterase-Inhibitoren können

gefährlich sein.

In Tierstudien trat eine schwere Depression der Herz-Kreislauf-Funktion, die schließlich zum

Herzversagen führte, erst dann ein, wenn kumulative Dosen von 750 x ED

(135 mg/kg

Rocuroniumbromid) gegeben wurden.

Seite 9 von 13

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe (ATC-Code)

Muskelrelaxanzien, peripher wirkende Mittel

ATC-Code: M03A C09

Wirkmechanismus

Esmeron (Rocuroniumbromid) ist ein mittellang wirkendes, nicht-depolarisierendes Muskelrelaxanz

mit raschem Wirkungseintritt, das alle typischen pharmakologischen Wirkungen dieser

Arzneimittelklasse (curarewirksame Gruppe) besitzt. Es hat eine kompetitive Wirkung im Bereich der

cholinergen Nikotin-Rezeptoren an der motorischen Endplatte. Dieser Effekt wird durch

Acetylcholinesterase-Inhibitoren wie Neostigmin, Edrophonium und Pyridostigmin antagonisiert.

Pharmakodynamische Wirkungen

Die ED

(die erforderliche Dosis, um eine Reizantwort des Daumens nach Stimulation des Nervus

ulnaris zu 90 % zu unterdrücken) bei intravenöser Anästhesie liegt bei ungefähr 0,3 mg/kg

Rocuroniumbromid. Die ED

bei Kleinkindern ist niedriger als bei Erwachsenen und Kindern

(0,25 mg/kg, 0,35 mg/kg bzw. 0,40 mg/kg).

Die klinische Wirkungsdauer (Zeitraum bis zur Spontanerholung auf 25 % der initialen Reizantwort)

beträgt bei 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid 30–40 Minuten. Die Gesamtwirkungsdauer (Zeitraum bis

zur Spontanerholung auf 90 % der initialen Reizantwort) beläuft sich auf 50 Minuten. Die mittlere

Dauer der Spontanerholung der Reizantwort von 25 auf 75 % (Erholungsindex) beträgt nach einer

Bolusdosis von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid 14 Minuten. Bei niedrigeren Dosen von 0,3–

0,45 mg/kg Rocuroniumbromid (1–1,5 x ED

) ist die Zeit bis zum Wirkungseintritt verzögert und die

Wirkungsdauer verkürzt. Bei hohen Dosen von 2 mg/kg beträgt die Wirkungsdauer 110 Minuten.

Intubation bei einer routinemäßigen Anästhesie

Innerhalb von 60 Sekunden nach intravenöser Gabe von 0,6 mg/kg Rocuroniumbromid (2 x ED

unter intravenöser Anästhesie) bestehen bei fast allen Patienten geeignete Bedingungen für die

Intubation, bei 80 % sind die Intubationsbedingungen ausgezeichnet. Innerhalb von 2 Minuten ist eine

für alle Anwendungsgebiete ausreichende allgemeine Muskelrelaxation erreicht. Nach Verabreichung

von 0,45 mg/kg Rocuroniumbromid bestehen nach 90 Sekunden akzeptable Bedingungen für die

Intubation.

Blitzeinleitung

In klinischen Untersuchungen wurden bei einer Blitzeinleitung mit 1,0 mg/kg Rocuroniumbromid bei

gleichzeitiger Anwendung mit Propofol oder Fentanyl/Thiopental geeignete Intubationsbedingungen

innerhalb von 60 Sekunden bei 93 % bzw. 96 % der Patienten festgestellt. Die klinische

Wirkungsdauer nach dieser Dosis beträgt bis zu einer Stunde; innerhalb dieser Zeit kann die

neuromuskuläre Blockade sicher antagonisiert werden. Mit einer Dosis von 0,6 mg/kg

Rocuroniumbromid wurden bei gleichzeitiger Anwendung von Propofol oder Fentanyl/Thiopental

geeignete Intubationsbedingungen innerhalb von 60 Sekunden bei 81 % bzw. bei 75 % der Patienten

erreicht.

Kinder und Jugendliche

Bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern ist die mittlere Anschlagzeit bei einer Intubationsdosis von

0,6 mg/kg geringfügig kürzer als bei Erwachsenen. Ein Vergleich der pädiatrischen Altersgruppen

zeigte, dass die mittlere Anschlagzeit bei Neugeborenen und Jugendlichen (1,0 Minuten) geringfügig

Seite 10 von 13

länger ist als bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern (0,4, 0,6 bzw. 0,8 Minuten). Die Dauer der

Blockade und die Zeit bis zur Erholung sind bei Kindern in der Regel kürzer als bei Säuglingen und

Erwachsenen. Ein Vergleich der pädiatrischen Altersgruppen zeigte, dass die mittlere Zeit bis zum

Wiedererlangen von T

bei Neugeborenen und Säuglingen (56,7 bzw. 60,7 Minuten) im Vergleich zu

Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen (45,4, 37,6 bzw. 42,9 Minuten) verlängert war.

Mittlere Anschlagzeit (Standardabweichung) und klinische Wirkungsdauer nach initialer

Intubationsdosis* mit 0,6 mg/kg Rocuronium unter Anästhesierung mit Sevofluran/ Lachgas und

Isofluran/ Lachgas (zur Erhaltung), nach Altersgruppe (pädiatrische Patienten), PP Gruppe

Zeit bis zur maximalen

Blockade** (Minuten)

Zeit bis zum Wiedererlangen

von T3** (Minuten)

Neugeborene im Alter von

0–27 Tagen

n=10

0,98 (0,62)

56,69 (37,04)

Säuglinge im Alter von

28 Tagen – 2 Monaten

n=11

0,44 (0,19)

n=10

60,71 (16,52)

Säuglinge und Kleinkinder im

Alter von 3–23 Monaten

n=28

0,59 (0,27)

45,46 (12,94)

n=27

Kinder im Alter von

2–11 Jahren

n=34

0,84 (0,29)

37,58 (11,82)

Jugendliche im Alter von

12–17 Jahren

n=31

0,98 (0,38)

42,90 (15,83)

n=30

* Rocuronium-Dosis innerhalb von 5 Sekunden verabreicht

** Berechnet ab Ende der Verabreichung der Rocuronium-Intubationsdosis

Geriatrische Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder der Gallenwege und/oder

Niereninsuffizienz

Bei geriatrischen Patienten und bei Patienten mit Lebererkrankungen und/oder Nierenerkrankungen ist

die mittlere klinische Wirkungsdauer nach Erhaltungsdosen von 0,15 mg/kg Rocuroniumbromid unter

Enfluran- oder Isofluran-Narkose etwas länger (ungefähr 20 Minuten) als bei Patienten ohne

Beeinträchtigung von exkretorischen Organfunktionen unter intravenöser Anästhesie (ungefähr 13

Minuten; siehe auch Abschnitt 4.2). Ein kumulativer Effekt (progressiver Anstieg der Wirkungsdauer)

bei wiederholter Erhaltungsdosis in der empfohlenen Höhe wurde nicht beobachtet.

Kardiovaskuläre Operationen

Bei Patienten, bei denen eine kardiovaskuläre Operation vorgesehen ist, treten die häufigsten

kardiovaskulären Veränderungen bei Eintritt der maximalen Blockade nach 0,6–0,9 mg/kg

Rocuroniumbromid auf. Diese Veränderungen umfassen eine leichte, klinisch unbedeutende Zunahme

der Herzfrequenz um bis zu 9 % und einen Anstieg des mittleren arteriellen Blutdrucks um bis zu

16 % der Kontrollwerte.

Aufhebung der neuromuskulären Blockade

Die Wirkung von Rocuronium kann entweder durch Sugammadex oder durch Acetylcholinesterase-

Inhibitoren (Neostigmin, Pyridostigmin oder Edrophonium) aufgehoben werden. Sugammadex kann

zur routinemäßigen Aufhebung (zwischen 1-2 Post-Tetanic Counts und Wiederauftreten von T

) oder

zur sofortigen Aufhebung angewendet werden. Acetylcholinesterase-Inhibitoren können erst bei

Wiederauftreten von T

oder bei den ersten Anzeichen einer klinischen Erholung angewendet werden.

Seite 11 von 13

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Elimination

Rocuronium wird im Urin und der Galle ausgeschieden. Die Exkretion im Urin erreicht 40 %

innerhalb 12–24 Stunden. Nach Injektion einer radioaktiv markierten Dosis von Rocuroniumbromid

betrug die Exkretion der markierten Substanz im Durchschnitt 47 % im Urin und 43 % in den Faeces

nach 9 Tagen. Ungefähr 50 % wurde als Muttersubstanz nachgewiesen.

Erwachsene Patienten, geriatrische Patienten und Patienten mit Erkrankungen der Leber und/oder der

Gallenwege und/oder Niereninsuffizienz

Pharmakokinetischer

Parameter

Erwachsene Patienten

Geriatrische Patienten

(siehe Abschnitt 4.2)

Normale Nieren-

Leberfunktion

Nieren-

insuffizienz

Leber-

erkrankungen

Clearance (ml/kg/min)

Verteilungsvolumen pro

kg Körpergewicht im

Steady State (ml/kg)

Eliminationshalbwertszeit

(min)

73 *

101 *

* = harmonisches Mittel

# = Ergebnisse der Meta-Analyse

Kinder und Jugendliche

Die Pharmakokinetik von Rocuroniumbromid in pädiatrischen Patienten (n=146) im Alter von 0 bis

17 Jahren wurde mittels einer Populationsanalyse der gepoolten pharmakokinetischen Daten von zwei

klinischen Studien unter Narkose mit Sevofluran (Einleitung) und Isofluran/Lachgas

(Aufrechterhaltung) ermittelt. Alle pharmakokinetischen Parameter verhielten sich linear proportional

zum Körpergewicht, was sich in der über alle Altersgruppen gleichen Clearance (l/kg/h) widerspiegelt.

Das Verteilungsvolumen im Steady State (l/kg) und die T

ß-Eliminationshalbwertszeit (h) nehmen mit

dem Alter (Jahre) ab. Die pharmakokinetischen Parameter bei typischen pädiatrischen Patienten jeder

Altersgruppe sind im Folgenden zusammengefasst:

Geschätzte pharmakokinetische Parameter (Mittelwerte [Standardabweichung]) von Rocuroniumbromid

bei typischen pädiatrischen Patienten unter Anästhesierung mit Sevofluran/ Lachgas (zur Induktion) und

Isofluran/ Lachgas (zur Erhaltung)

Pharmakokinetische

Parameter

Patienten-Altersklasse

Reifgeborene

im Alter von

0–27 Tagen

Säuglinge

im Alter von

28 Tagen –

2 Monaten

Säuglinge und

Kleinkinder

im Alter von

3–23 Monaten

Kinder

im Alter von

2–11 Jahren

Jugendliche

im Alter von

12–17 Jahren

Clearance (l/kg/h)

0,31 (0,07)

0,30 (0,08)

0,33 (0,10)

0,35 (0,09)

0,29 (0,14)

Verteilungsvolumen

(l/kg)

0,42 (0,06)

0,31 (0,03)

0,23 (0,03)

0,18 (0,02)

0,18 (0,01)

ß-Eliminations-

halbwertszeit (h)

1,1 (0,2)

0,9 (0,3)

0,8 (0,2)

0,7 (0,2)

0,8 (0,3)

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Bezüglich akuter Toxizität sind aus präklinischen Untersuchungen keine zusätzlichen Informationen

bekannt, die nicht bereits in anderen Abschnitten der Fachinformation beschrieben sind.

Seite 12 von 13

In Studien zur subakuten Toxizität erhielten Katzen und Hunde zweimal pro Woche über einen

Zeitraum von 4 Wochen intravenös verabreichte Dosen Rocuroniumbromid von 37 x ED

bzw. 60 x

. Unerwartete Todesfälle traten bei drei von sieben Hunden mit einer Dosis von 60 x ED

(10,8 mg pro kg Körpergewicht) auf. Die Todesursache konnte nicht geklärt werden, doch wird

angenommen, dass sie mit Wechselwirkungen zwischen der Rocuroniumbromid-Behandlung und den

experimentellen Verfahren und/oder der instrumentellen Behandlung und Anästhesie zusammenhing.

Zur chronischen Toxizität von Rocuroniumbromid wurden keine Studien durchgeführt.

Mutagenitätsstudien in vivo und in vitro ergaben kein mutagenes Potenzial von Rocuroniumbromid.

Karzinogenitätsstudien wurden mit Rocuroniumbromid nicht durchgeführt.

Studien mit subpharmakologischen, intravenös verabreichten Dosen Rocuroniumbromid bei Ratten

während der Organogenese ergaben keine Hinweise auf embryonale Letalität, teratologische

Veränderungen oder Wachstumshemmung der Feten. Esmeron passiert bei der Ratte die Plazenta in

begrenztem Ausmaß und ist in geringen Mengen in der Milch zu finden.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke, Natriumchlorid, Essigsäure (50 %) und Natriumacetat (zur

pH-Einstellung)

Es wurde kein Konservierungsmittel hinzugefügt.

6.2

Inkompatibilitäten

Physikalische Inkompatibilitäten bestehen für Esmeron, wenn es Lösungen mit folgenden

Arzneimitteln zugesetzt wird: Amoxicillin, Amphotericin, Azathioprin, Cefazolin, Cloxacillin,

Dexamethason, Diazepam, Enoximon, Erythromycin, Famotidin, Furosemid, Hydrocortison-

Natriumsuccinat, Insulin, Intralipid, Methohexiton, Methylprednisolon, Prednisolon-Natriumsuccinat,

Thiopental, Trimethoprim und Vancomycin.

Esmeron darf nur mit den in Abschnitt 6.6 genannten Infusionslösungen gemischt werden.

Wird Esmeron über denselben Infusionsschlauch verabreicht wie Arzneimittel, deren Inkompatibilität

mit Esmeron bekannt ist oder deren Kompatibilität mit Esmeron nicht nachgewiesen ist, ist es wichtig,

dass der Infusionsschlauch zwischen der Verabreichung von Esmeron und der Verabreichung solcher

Arzneimittel ausreichend gespült wird (z. B. mit 0,9%iger Kochsalzlösung).

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Bei vorgeschriebener Lagerung beträgt die Haltbarkeit von Esmeron 3 Jahre. Da Esmeron kein

Konservierungsmittel enthält, sollte die Lösung sofort nach Öffnen der Durchstechflasche

verwendet werden.

Die chemische und physikalische Stabilität der mit einer Infusionslösung verdünnten Lösung (siehe

Abschnitt 6.6) wurde für 72 Stunden bei 30 °C nachgewiesen. Aus mikrobiologischer Sicht sollte die

verdünnte Lösung sofort verwendet werden. Wenn sie nicht sofort verwendet wird, liegen

Lagerungsdauer und -bedingungen der verdünnten Lösung bis zum Gebrauch in der Verantwortung

des Anwenders. Sie liegen normalerweise bei bis zu 24 Stunden bei 2 bis 8 °C, es sei denn die

Verdünnung erfolgte unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Seite 13 von 13

Im Kühlschrank lagern (2–8 °C). Das Arzneimittel kann maximal 12 Wochen bei 8–30 °C aufbewahrt

werden. Das Arzneimittel soll nach Entnahme aus dem Kühlschrank nicht wieder im Kühlschrank

eingelagert werden. Die Aufbewahrungsdauer darf die Dauer der Haltbarkeit nicht überschreiten.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

- Packung mit 10 Durchstechflaschen mit je 5 ml Injektionslösung

- Bündelpackung mit 60 (6 x 10) Durchstechflaschen mit je 5 ml Injektionslösung

- Bündelpackung mit 20 (2 x 10) Durchstechflaschen mit je 10 ml Injektionslösung

Der Gummistopfen der Durchstechflasche enthält kein Latex.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Esmeron erwies sich in einer Konzentration von bis zu 2 mg/ml Rocuroniumbromid als physikalisch

kompatibel mit den folgenden Infusionslösungen: 0,9%ige Natriumchlorid-Lösung, 5%ige Glucose-

Lösung, 5 % Glucose in 0,9%iger Natriumchlorid-Lösung, Ringer-Laktat-Lösung und Haemaccel 35.

Die Anwendung der Lösung sollte sofort nach dem Verdünnen beginnen und innerhalb von 24

Stunden abgeschlossen sein. Nicht verwendete Lösung ist zu verwerfen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

MSD SHARP & DOHME GMBH

Lindenplatz 1

85540 Haar

Postanschrift:

Postfach 1202

85530 Haar

8.

ZULASSUNGSNUMMER

30984.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung 05. September 1995

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung 19. August 2008

10.

STAND DER INFORMATION

November 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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