Eslicarbazepin Heumann 400 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

28-06-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

28-06-2021

Wirkstoff:
Eslicarbazepinacetat
Verfügbar ab:
Heumann Pharma GmbH & Co. Generica KG (8120809)
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Eslicarbazepinacetat (32337) 400 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2204356.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-01-29

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

18-08-2021

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR

ANWENDER

Eslicarbazepin Heumann 400 mg Tabletten

Eslicarbazepinacetat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Eslicarbazepin Heumann und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Eslicarbazepin Heumann beachten?

Wie ist Eslicarbazepin Heumann einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Eslicarbazepin Heumann aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST ESLICARBAZEPIN HEUMANN UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET

?

Eslicarbazepin Heumann enthält den Wirkstoff Eslicarbazepinacetat.

Eslicarbazepin

Heumann

gehört

einer

Gruppe

Arzneimitteln,

Antiepileptika

genannt

werden. Diese werden eingesetzt zur Behandlung von Epilepsie, einem Zustand bei dem man

wiederholte Krämpfe oder Krampfanfälle hat.

Eslicarbazepin Heumann wird angewendet:

allein,

ohne

andere

Arzneimittel

gegen

Epilepsie

(Monotherapie)

Behandlung

Erwachsenen mit neu diagnostizierter Epilepsie;

als Zusatzbehandlung zu anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie bei Erwachsenen, Jugendlichen

und Kindern über 6 Jahren, die unter Anfällen leiden, die einen Teilbereich des Gehirns betreffen

(partielle Anfälle). Diesen Anfällen können, aber müssen nicht, Anfälle folgen, die das gesamte

Gehirn betreffen (sekundäre Generalisierung).

Eslicarbazepin Heumann wurde Ihnen von Ihrem Arzt verschrieben, um die Anzahl der Anfälle zu

verringern.

2.

SOLLTEN

EINNAHME

ESLICARBAZEPIN

HEUMANN

BEACHTEN?

Eslicarbazepin Heumann darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Eslicarbazepinacetat, gegen andere Carboxamid-Derivate (z. B.

Carbamazepin oder Oxcarbazepin, Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie) oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind;

wenn Sie an einer bestimmten Art von Herzrhythmusstörungen leiden (atrioventrikulärer (AV)

Block zweiten oder dritten Grades).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Eslicarbazepin Heumann einnehmen.

Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt:

falls Sie Blasenbildung oder Abschälungen der Haut und/oder der Schleimhäute, Hautausschlag,

Schluck- oder Atembeschwerden, Schwellung Ihrer Lippen, Gesicht, Augenlider, Rachen oder

Zunge beobachten. Dies können Anzeichen einer allergischen Reaktion sein;

falls

Verwirrtheit,

Verschlimmerung

epileptischen

Anfälle

oder

verringertem

Bewusstsein leiden. Dies können Anzeichen für niedrige Salzspiegel im Blut sein.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt:

wenn

Nierenbeschwerden

haben.

Möglicherweise

muss

Arzt

Dosis

anpassen.

Eslicarbazepin Heumann wird nicht empfohlen bei Patienten mit schweren Nierenerkrankungen;

wenn Sie Leberbeschwerden haben. Eslicarbazepin Heumann wird nicht empfohlen bei Patienten

mit schweren Lebererkrankungen;

wenn

anderes

Arzneimittel

einnehmen,

Veränderungen

(Elektrokardiogramm) – sogenannte PR Intervall Verlängerungen – hervorrufen kann. Falls Sie

nicht sicher sind, ob die von Ihnen eingenommenen Arzneimittel eine solche Wirkung haben,

besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt;

wenn Sie an einer Herzerkrankung wie Herzinsuffizienz oder Herzinfarkt leiden, oder eine

Herzrhythmusstörung haben;

wenn Sie an Anfällen leiden, die mit einer großflächigen elektrischen Entladung beginnen, die

beide Seiten des Gehirns betrifft.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika behandelt wurden, hatten Gedanken daran,

sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt

während der Einnahme von Eslicarbazepin Heumann solche Gedanken haben sollten, kontaktieren

Sie sofort Ihren Arzt.

Eslicarbazepin Heumann kann Sie vor allem zu Beginn der Behandlung schwindelig und/oder

schläfrig machen. Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Eslicarbazepin Heumann ist erforderlich,

um Unfallverletzungen wie Stürze zu vermeiden.

Bei der Einnahme von Eslicarbazepin Heumann ist besondere Vorsicht erforderlich:

Nach der Markteinfühung sind im Zusammenhang mit der Eslicarbazepin-Behandlung Erfahrungen

mit schweren und potentiell lebensbedrohlichen Hautreaktionen, einschließlich Stevens-Johnson-

Syndrom/toxisch epidermale Nekrolyse, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen

Symptomen (DRESS), berichtet worden.

Wenn bei Ihnen ein schwerer Hautausschlag oder andere Hautprobleme auftreten (siehe Abschnitt 4),

beenden Sie die Einahme von Eslicarbazepin Heumann und kontaktieren Sie Ihren Arzt oder

bemühen Sie sich sofort um medizinische Hilfe.

Das bei Patienten der Bevölkerungsgruppen der Han-Chinesen oder Thailänder erhöhte Risiko für

schwerwiegende

Hautreaktionen

nach

einer

Behandlung

Carbamazepin

oder

chemisch

verwandten Substanzen lässt sich durch einen Bluttest bestimmen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob bei

Ihnen vor Einnahme von Eslicarbazepin Heumann ein Bluttest erforderlich ist.

Kinder

Eslicarbazepin Heumann darf bei Kindern im Alter von 6 Jahren und darunter nicht angewendet

werden.

Einnahme von Eslicarbazepin Heumann zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.

Dies ist wichtig für den Fall, dass diese Arzneimittel die Wirkung von Eslicarbazepin Heumann

beeinflussen,

oder

dass

umgekehrt

Eslicarbazepin

Heumann

Wirkung

dieser

Arzneimittel

beeinflusst.

Informieren Sie Ihren Arzt, falls Sie:

Phenytoin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie) einnehmen, da eine Anpassung Ihrer

Dosis notwendig sein könnte;

Carbamazepin

(ein

Arzneimittel

Behandlung

Epilepsie)

einnehmen,

Ihre

Dosis

gegebenenfalls angepasst werden muss und die folgenden Nebenwirkungen von Eslicarbazepin

vermehrt auftreten können: Doppeltsehen, abnorme Koordination und Schwindel;

hormonelle

Verhütungsmittel

einnehmen

(wie

Pille),

Eslicarbazepin

deren

Wirkung

verringern kann;

Simvastatin (ein zur Senkung der Cholesterinspiegel verwendetes Arzneimittel) einnehmen, da

Ihre Dosis gegebenenfalls angepasst werden muss;

Rosuvastatin, ein Arzneimittel zur Senkung des Cholesterinspiegels, einnehmen;

das Blutverdünnungsmittel Warfarin einnehmen;

trizyklische Antidepressiva, wie zum Beispiel Amitriptylin, einnehmen.

nehmen

nicht

Oxcarbazepin

(ein

anderes

Arzneimittel

Behandlung

Epilepsie)

zusammen mit Eslicarbazepin Heumann ein, da nicht bekannt ist, ob die Einnahme dieser

Arzneimittel zusammen sicher ist.

Hinweise zur Verhütung siehe Abschnitt „Schwangerschaft und Stillzeit“.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn

schwanger

sind

oder

stillen,

oder

wenn

vermuten,

schwanger

sein

oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Eslicarbazepinacetat bei Schwangeren vor.

Untersuchungen haben ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler bei Kindern von Müttern ergeben, die

Arzneimittel gegen Epilepsie einnehmen. Andererseits darf eine effektive Therapie mit Antiepileptika

nicht unterbrochen werden, da eine Verschlimmerung der Erkrankung gefährlich für Mutter und Kind

ist.

Stillen Sie während der Einnahme von Eslicarbazepin Heumann nicht. Es ist nicht bekannt, ob

Eslicarbazepin in die Muttermilch übergeht.

Eslicarbazepin kann die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln wie die der „Pille“ verringern.

Daher wird empfohlen, dass Sie während der Einnahme von Eslicarbazepin Heumann und bis zum

Ende des Menstruationszyklus nach Absetzen der Behandlung andere Formen zur sicheren und

wirksamen Verhütung anwenden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Eslicarbazepin Heumann kann Sie vor allem zu Beginn der Behandlung schwindelig und schläfrig

machen und Ihr Sehvermögen beeinflussen. Falls dies geschieht, dürfen Sie kein Fahrzeug führen

oder Werkzeuge oder Maschinen bedienen.

Eslicarbazepin Heumann enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h., es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

WIE IST ESLICARBAZEPIN HEUMANN EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Erwachsene

Dosis zu Beginn Ihrer Behandlung

400 mg einmal täglich über ein oder zwei Wochen, bevor auf die Erhaltungsdosis erhöht wird. Ihr Arzt

wird entscheiden, ob Sie diese Dosis ein oder zwei Wochen einnehmen müssen.

Erhaltungsdosis

Die übliche Erhaltungsdosis beträgt 800 mg einmal täglich.

Abhängig von Ihrem Ansprechen auf Eslicarbazepin Heumann kann Ihre Dosis auf 1.200 mg einmal

täglich erhöht werden. Wenn Sie Eslicarbazepin allein, ohne andere Arzneimittel gegen Epilepsie

einnehmen, wird Ihr Arzt möglicherweise in Erwägung ziehen, dass Sie von einer Dosis von 1.600 mg

einmal täglich profitieren.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Falls Sie Nierenfunktionsstörungen haben, werden Sie üblicherweise eine niedrigere Dosis von

Eslicarbazepin Heumann erhalten. Ihr Arzt wird die richtige Dosis für Sie ermitteln. Wenn Sie

schwerwiegende Nierenprobleme haben, wird die Anwendung von Eslicarbazepin Heumann nicht

empfohlen.

Ältere Patienten (ab 65 Jahren)

Wenn Sie älter als 65 Jahre sind und Eslicarbazepin Heumann alleine, ohne andere Arzneimittel

gegen Epilepsie einnehmen, ist die Dosis von 1.600 mg für Sie nicht geeignet.

Kinder über 6 Jahren

Dosierung bei Behandlungsbeginn

Die Anfangsdosis beträgt einmal täglich 10 mg pro kg Körpergewicht und wird ein oder zwei Wochen

lang eingenommen, bevor sie auf die Erhaltungsdosis erhöht wird.

Erhaltungsdosis

Abhängig vom Ansprechen auf Eslicarbazepin Heumann kann die Dosis im Abstand von einer oder

zwei Wochen um jeweils 10 mg pro kg Körpergewicht auf bis zu 30 mg pro kg Körpergewicht erhöht

werden. Die Höchstdosis beträgt 1.200 mg einmal täglich.

Kinder mit einem Körpergewicht ab 60 kg

Kinder mit einem Körpergewicht ab 60 kg erhalten dieselbe Dosierung wie Erwachsene.

Andere Darreichungsformen dieses Arzneimittels, wie z. B. die Suspension zum Einnehmen, sind für

Kinder eventuell besser geeignet. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Art der Anwendung

Eslicarbazepin Heumann ist zum Einnehmen. Schlucken Sie die Tablette mit ausreichend Flüssigkeit

(z. B. einem Glas Wasser).

Die Tabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Eslicarbazepin Heumann eingenommen haben, als Sie

sollten

Wenn Sie versehentlich eine größere Menge Eslicarbazepin Heumann eingenommen haben als Sie

sollten, besteht bei Ihnen möglicherweise das Risiko für ein vermehrtes Auftreten von Krampfanfällen

und es kann bei Ihnen zu einer unregelmäßigen oder beschleunigten Herzschlagfolge kommen.

Wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder gehen Sie sofort in ein Krankenhaus, wenn es bei Ihnen zu

einem der genannten Symptome kommt.

Halten Sie die Packung des Arzneimittels bereit, damit sich

der Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Wenn Sie die Einnahme von Eslicarbazepin Heumann vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme einer Tablette vergessen haben, holen Sie dies nach sobald Sie sich daran

erinnern und fahren dann wie gewöhnlich mit der Einnahme fort. Nehmen Sie nicht die doppelte

Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Eslicarbazepin Heumann abbrechen

Brechen Sie die Einnahme von Eslicarbazepin Heumann nicht plötzlich ab. Falls Sie das tun, erhöhen

Sie das Risiko, mehr Anfälle zu bekommen. Ihr Arzt wird entscheiden wie lange Sie Eslicarbazepin

Heumann einnehmen sollten. Falls Ihr Arzt entscheidet, dass Ihre Behandlung mit Eslicarbazepin

Heumann beendet werden soll, wird die Dosis üblicherweise allmählich verringert. Es ist wichtig, dass

Ihre Behandlung wie von Ihrem Arzt geraten, abgeschlossen wird, andernfalls können sich Ihre

Krankheitsanzeichen verschlimmern.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die folgenden Nebenwirkungen können sehr schwerwiegend sein. Falls diese bei Ihnen auftreten,

setzen Sie die Einnahme von Eslicarbazepin Heumann ab und informieren Sie umgehend einen Arzt

oder gehen Sie sofort in ein Krankenhaus, da Sie dringend eine ärztliche Behandlung benötigen

könnten:

Blasenbildung oder Abschälungen von Haut und/oder Schleimhäuten, Hautausschlag, Schluck-

oder Atembeschwerden, Schwellung Ihrer Lippen, Gesicht, Augenlider, Rachen oder Zunge. Dies

können Anzeichen einer allergischen Reaktion sein.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Gefühl von Schwindel oder Müdigkeit

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Gefühl der Wackeligkeit, Drehschwindel oder das Gefühl des Schwebens

Gefühl von Übelkeit oder Erbrechen

Kopfschmerzen

Durchfall

Doppeltsehen oder verschwommenes Sehen

Konzentrationsschwierigkeiten

Gefühl der Antriebslosigkeit oder Müdigkeit

Zittern

Hautausschlag

Bluttests, die zeigen, dass Sie einen niedrigen Natriumspiegel im Blut haben

verminderter Appetit

Schlafstörungen

Schwierigkeiten bei der Koordination von Bewegungen (Ataxie)

Gewichtszunahme

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Ungeschicktheit

Allergie

Verstopfung

Anfälle

verminderte

Funktion

Schilddrüse.

Symptomen

gehören

verminderter

Schilddrüsenhormon Spiegel (festgestellt in Blutuntersuchungen), Kälteempfindlichkeit, verdickte

Zunge, dünne und brüchige Fingernägel oder Haare und niedrige Körpertemperatur

Leberbeschwerden

Bluthochdruck oder starker Blutdruckanstieg

niedriger Blutdruck oder ein Blutdruckabfall beim Aufstehen

Bluttests, die zeigen, dass Sie einen niedrigen Salzspiegel (einschließlich Chlorid) im Blut haben

oder eine Verringerung der Anzahl der roten Blutkörperchen

Flüssigkeitsmangel

Veränderungen der Augenbeweglichkeit, unscharfes Sehen oder rote Augen

Stürze

Brandwunden

schwaches Gedächtnis oder Vergesslichkeit

Weinen, sich depressiv, nervös oder verwirrt fühlen, Interessenlosigkeit oder Gefühllosigkeit

Unfähigkeit zu Sprechen oder zu Schreiben oder gesprochene oder geschriebene Sprache zu

verstehen

Unruhe

Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Syndrom

Reizbarkeit

Stimmungsschwankungen oder Halluzinationen

Sprachschwierigkeiten

Nasenbluten

Brustschmerzen

Kribbeln und/oder Taubheitsgefühl am ganzen Körper

Migräne

brennendes Gefühl

Störung des Tastsinns

Störungen der Geruchswahrnehmung

Klingeln im Ohr

Schwerhörigkeit

Anschwellung Ihrer Beine und Arme

Sodbrennen, Magenverstimmung, Bauchschmerzen, Blähungen und Unwohlsein oder trockener

Mund

dunkler Stuhl (Teerstuhl)

entzündetes Zahnfleisch oder Zahnschmerzen

Schwitzen oder trockene Haut

Juckreiz

Hautveränderungen (z. B. Rötung der Haut)

Haarausfall

Harnwegsinfektion

allgemeines Schwächegefühl, Unwohlsein oder Schüttelfrost

Gewichtsverlust

Muskelschmerzen, Gliederschmerzen, Muskelschwäche

Knochenstoffwechselstörung

Anstieg von Knochenproteinen

Flush, kalte Gliedmaßen

langsamer oder unregelmäßiger Herzschlag

extreme Müdigkeit

Sedierung

Neurologische Bewegungsstörungen, bei denen die Kontraktion Ihrer Muskeln Verrenkungen,

wiederholte Bewegungen oder anormale Haltungen verursacht. Zu den Symptomen gehören

Zittern, Schmerzen und Krämpfe.

Arzneistoff-Toxizität

Angst

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Verringerung der Anzahl der Blutplättchen, was das Risiko von Blutungen oder Blutergüssen

erhöht

starke

Rückenschmerzen

oder

Bauchschmerzen

(verursacht

durch

eine

Entzündung

Bauchspeicheldrüse)

Verringerung der Anzahl der weißen Blutkörperchen, was Infektionen wahrscheinlicher macht

rötliche, scheibenartige Hautflecken oder kreisförmige Stellen, häufig mit Blasen in der Mitte, im

Bereich des Rumpfes, Hautabschälungen, Geschwüre im Bereich von Mund, Rachen, Nase,

Genitalien und Augen, rote und geschwollene Augen, denen Fieber und/oder grippeähnliche

Symptome vorausgehen können (Stevens-Johnson-Syndrom/toxisch epidermale Nekrolyse)

anfänglich

grippeähnliche

Symptome,

Hautausschlag

Gesicht

dann

ausgedehnter

Hautausschlag, hohe Körpertemperatur, erhöhte Leberenzymwerte, Blutanomalien (Eosinophilie),

geschwollene Lymphknoten und Beteiligung anderer Körperorgane (Arzneimittelexanthem mit

Eosinophilie

systemischen

Symptomen,

auch

DRESS

oder

Arzneimittelüberempfindlichkeits-Syndrom bezeichnet)

schwere

allergische

Reaktionen,

Schwellungen

Gesicht,

Rachen,

Händen,

Füßen,

Fußgelenken oder Unterschenkeln verursachen

Urtikaria (juckender Hautausschlag)

Behandlung

Eslicarbazepin

wird

einer

Anomalie

(Elektrokardiogram)

Verbindung gebracht, die als Erhöhung des PR Intervalls bezeichnet wird. In Zusammenhang mit

dieser

Anomalie

könnten

Nebenwirkungen

Ohnmacht

Verlangsamung

Herzschlags) auftreten.

gibt

Berichte

über

Knochenerkrankungen

einschließlich

Osteopenie

Osteoporose

(Knochenschwund) und Knochenbrüche unter strukturell verwandten Antiepileptika wie Carbamazepin

und Oxcarbazepin.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie langfristig Antiepileptika einnehmen, bei Ihnen eine

Osteoporose bekannt ist oder Sie Steroide einnehmen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST ESLICARBAZEPIN HEUMANN AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem der Blisterpackung, der Flasche oder dem Umkarton nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 ºC lagern.

Flaschen mit 30 oder 60 Tabletten

Eslicarbazepin Heumann nach Anbruch der Flasche nicht länger als 30 Tage anwenden.

Flaschen mit 500 Tabletten

Eslicarbazepin Heumann nach Anbruch der Flasche nicht länger als 90 Tage anwenden.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht

mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie

unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Eslicarbazepin Heumann enthält

Der Wirkstoff ist: Eslicarbazepinacetat

Jede Tablette enthält 400 mg Eslicarbazepinacetat.

Die sonstigen Bestandteile sind: mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Povidon (K

30), hochdisperses Siliciumdioxid und Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich].

Wie Eslicarbazepin Heumann aussieht und Inhalt der Packung

Eslicarbazepin

Heumann

Tabletten

sind

weiße

leicht

gräuliche,

runde,

bikonvexe

Tabletten, mit der Prägung „V2“ auf einer Seite und auf der anderen Seite glatt, mit einer Länge von

11 mm.

Die Tabletten sind erhältlich in:

Blisterpackungen in Faltschachteln mit 20, 30, 60 oder 90 Tabletten

HDPE-Flaschen mit kindersicherem Verschluss aus Polypropylen in Faltschachteln mit 30 oder 60

Tabletten

sowie

HDPE-Flaschen

Schraubverschluss

Faltschachteln

Tabletten

(Mehrpersonenpackung zur Anwendung an mehr als einem Patienten).

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG

Südwestpark 50 · 90449 Nürnberg

E-Mail: info@heumann.de

Mitvertrieb:

Heunet Pharma GmbH

Südwestpark 50

90449 Nürnberg

Hersteller

HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG

Südwestpark 50

90449 Nürnberg

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2021.

Verschreibungspflichtig

Fachinformation

1.

Bezeichnung der Arzneimittel

Eslicarbazepin Heumann 200 mg Tabletten

Eslicarbazepin Heumann 400 mg Tabletten

Eslicarbazepin Heumann 600 mg Tabletten

Eslicarbazepin Heumann 800 mg Tabletten

2.

Qualitative und quantitative Zus ammens etzung

Eslicarbazepin Heumann 200 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 200 mg Eslicarbazepinacetat.

Eslicarbazepin Heumann 400 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 400 mg Eslicarbazepinacetat.

Eslicarbazepin Heumann 600 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 600 mg Eslicarbazepinacetat.

Eslicarbazepin Heumann 800 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 800 mg Eslicarbazepinacetat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

Da rre ic h u n g s fo rm

Tablette

Eslicarbazepin Heumann 200 mg Tabletten

Weiße bis leicht gräuliche, längliche Tabletten, mit der Prägung „V1“ auf einer Seite und einer

Bruchkerbe auf der anderen Seite, mit einer Länge von 11 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Eslicarbazepin Heumann 400 mg Tabletten

Weiße bis leicht gräuliche, runde, bikonvexe Tabletten, mit der Prägung „V2“ auf einer Seite und auf

der anderen Seite glatt, mit einem Durchmesser von 11 mm.

Eslicarbazepin Heumann 600 mg Tabletten

Weiße bis leicht gräuliche, längliche Tabletten, mit der Prägung „V3“ auf einer Seite und einer

Bruchkerbe auf der anderen Seite, mit einer Länge von 17,3 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Eslicarbazepin Heumann 800 mg Tabletten

Weiße bis leicht gräuliche, längliche Tabletten, mit der Prägung „V7“ auf einer Seite und einer

Bruchkerbe auf der anderen Seite, mit einer Länge von 19 mm.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

Klinis che Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Eslicarbazepin Heumann ist indiziert als:

Monotherapie

Behandlung

partieller

epileptischer

Anfälle

oder

ohne

sekundärer

Generalisierung bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter Epilepsie;

Begleittherapie

Erwachsenen,

Jugendlichen

Kindern

über

Jahren

partiellen

epileptischen Anfällen mit oder ohne sekundärer Generalisierung.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Eslicarbazepin

Heumann

kann

Monotherapie

oder

begleitend

einer

bestehenden

antikonvulsiven Therapie eingenommen werden. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 400 mg. Diese

sollte nach ein bis zwei Wochen auf 800 mg einmal täglich erhöht werden. Je nach individuellem

Ansprechen kann die Dosis auf 1.200 mg einmal täglich erhöht werden. Manche Patienten unter

Monotherapie können von einer Dosis von 1.600 mg einmal täglich profitieren (siehe Abschnitt 5.1).

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich, sofern keine Nierenfunktionsstörung

vorliegt. Zur Monotherapie mit einer Dosis von 1.600 mg bei älteren Patienten liegen nur sehr

begrenzte Daten vor. Daher wird diese Dosis für diese Patientengruppe nicht empfohlen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei der Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern über 6 Jahren mit eingeschränkter

Nierenfunktion ist Vorsicht geboten. Die Dosis sollte daher entsprechend der Kreatinin-Clearance

) wie folgt angepasst werden:

> 60 ml/min: keine Dosisanpassung notwendig

30 – 60 ml/min: Anfangsdosis von 200 mg (bzw. 5 mg/kg bei Kindern über 6 Jahren) einmal

täglich oder 400 mg (bzw. 10 mg/kg bei Kindern über 6 Jahren) jeden zweiten Tag für 2 Wochen,

anschließend einmal täglich 400 mg (bzw. 10 mg/kg bei Kindern über 6 Jahren). Abhängig von

der individuellen Reaktion kann die tägliche Dosis erhöht werden.

< 30 ml/min: die Anwendung wird aufgrund unzureichender Daten bei Patienten mit schwerer

Beeinträchtigung der Nierenfunktion nicht empfohlen

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit leichten bis mäßigen Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung notwendig.

Pharmakokinetik

Eslicarbazepinacetat

wurde

Patienten

schweren

Leberfunktionsstörungen nicht untersucht (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Die Anwendung wird daher

bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Kinder über 6 Jahre

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 10 mg/kg/Tag einmal täglich. Die Dosierung sollte je nach

individuellem Ansprechen im Abstand von einer oder zwei Wochen um jeweils 10 mg/kg/Tag auf bis

zu 30 mg/kg/Tag erhöht werden. Die Höchstdosis beträgt 1.200 mg einmal täglich (siehe Abschnitt

5.1).

Kinder mit einem Körpergewicht ≥ 60 kg

Kinder mit einem Körpergewicht ab 60 kg erhalten dieselbe Dosierung wie Erwachsene.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Eslicarbazepinacetat bei Kindern im Alter von 6 Jahren und

darunter ist bisher noch nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8; 5.1

und 5.2 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Eslicarbazepin Heumann kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit

gegen

Wirkstoff,

andere

Carboxamid-Derivate

Carbamazepin,

Oxcarbazepin) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Atrioventrikulärer Block zweiten oder dritten Grades.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Suizidgedanken

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen

Indikationen

behandelt

wurden,

berichtet.

Eine

Metaanalyse

randomisierter,

placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten

Suizidgedanken

suizidalem

Verhalten.

Mechanismus

für

Auslösung

dieser

Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten

Risikos bei der Einnahme von Eslicarbazepinacetat nicht aus.

Deshalb

sollten

Patienten

hinsichtlich

Anzeichen

Suizidgedanken

suizidalen

Verhaltensweisen

überwacht

eine

geeignete

Behandlung

Erwägung

gezogen

werden.

Patienten

(und

deren

Betreuern)

sollte

geraten

werden

medizinische

Hilfe

einzuholen,

wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Erkrankungen des Nervensystems

Eslicarbazepinacetat wurde mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen auf das Zentralnervensystem,

wie Schwindel und Schläfrigkeit, die das Auftreten von Unfallverletzungen erhöhen können, in

Zusammenhang gebracht.

Andere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Beendigung der Anwendung von Eslicarbazepin Heumann wird eine schrittweise Verringerung der

Dosis empfohlen, um ein mögliches Ansteigen der Häufigkeit von Anfällen zu minimieren.

Hautreaktionen

Hautausschlag trat als unerwünschte Arzneimittelwirkung bei 1,2 % aller Personen auf, die in

klinischen

Studien

Epileptikern

Eslicarbazepin

behandelt

wurden.

Für

Patienten,

Eslicarbazepin einnehmen, wurden Fälle mit Angioödem und Urtikaria berichtet. Ein Angioödem kann

im Kontext von Hypersensitivität/anaphylaktischen Reaktionen in Verbindung mit einem laryngealen

Ödem

tödlich

sein.

Falls

Anzeichen oder

Symptome

einer Überempfindlichkeit

auftreten,

muss

Eslicarbazepinacetat sofort abgesetzt werden und es ist eine alternative Behandlung einzuleiten.

Nach der Markteinfühung sind im Zusammenhang mit der Eslicarbazepin-Behandlung Erfahrungen

schweren

arzneimittelinduzierten

Hautreaktionen

(SCARSs),

einschließlich

Stevens-Johnson-

Syndrom (SJS)/toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und

systemischen

Symptomen

(DRESS),

lebenbsbedrohlich

oder

tödlich

sein

können,

berichtet

worden.

Patienten

sind

Zeitpunkt

Verschreibung

über

Anzeichen

Symptome

aufzuklären und engmaschig auf Hautreaktionen zu überwachen. Wenn Anzeichen und Symptome

auftreten, die auf diese Reaktionen hindeuten, ist Eslicarbazepin Heumann sofort abzusetzen und es

muss (gegebenenfalls) eine alternative Behandlung in Betracht gezogen werden. Bei Patienten, bei

denen diese Reaktionen aufgetreten sind, darf zu keinem Zeitpunkt erneut eine Behandlung mit

Eslicarbazepin eingeleitet werden.

Das HLA-B*1502-Allel bei Han-Chinesen, Thailändern und anderen Asiaten

Es wurde gezeigt, dass das HLA-B*1502-Allel bei Personen, die aufgrund ihrer Abstammung den

Bevölkerungsgruppen der Han-Chinesen oder der Thai zuzurechnen sind, mit einem stark erhöhten

Risiko

für

Entwicklung

Stevens-Johnson-Syndrom

(SJS)

bezeichneten

schweren

Hautreaktion nach einer Behandlung mit Carbamazepin verbunden ist. Da Eslicarbazepinacetat eine

ähnliche chemische Struktur hat wie Carbamazepin, könnten HLA-B*1502 positive Patienten auch ein

erhöhtes Risiko für ein SJS nach Behandlung mit Eslicarbazepinacetat haben. Die Prävalenz von

HLA-B*1502-Trägern beträgt bei Han-Chinesen und Thailändern 10 %. Daher sollten diese Personen

möglichst

Behandlung

Carbamazepin

oder

chemisch

verwandten

Wirkstoffen

Vorhandensein dieses Allels untersucht werden. Fällt der Test auf das HLA-B*1502-Allel bei Patienten

dieser Abstammung positiv aus, kann die Anwendung von Eslicarbazepinacetat erwogen werden,

sofern der Nutzen höher eingeschätzt wird als das Risiko.

Wegen der Prävalenz dieses Allels in anderen asiatischen Populationen (z. B. über 15 % auf den

Philippinen und in Malaysia) kann die Testung von Populationen mit genetisch erhöhtem Risiko auf

das Vorliegen von HLA-B*1502 erwogen werden.

Das HLA-A*3101-Allel bei Populationen europäischer Abstammung und Japanern

Es gibt Daten, die darauf hinweisen, dass HLA-A*3101 bei Personen europäischer Abstammung und

Japanern

einem

erhöhten

Risiko

für

Carbamazepin-induzierte

kutane

unerwünschte

Arzneimittelwirkungen wie Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxisch epidermale Nekrolyse (TEN),

Arzneimittelexanthem

Eosinophilie

(DRESS)

oder

weniger

schwer

akute

generalisierte

exanthematische Pustulose (AGEP) und makulopapulöser Hautauschlag verbunden ist.

Häufigkeit

HLA-A*3101-Allels

zeigt

verschiedenen

ethnischen

Populationen

große

Schwankungen: Die Prävalenz beträgt in europäischen Populationen 2 bis 5 % und in japanischen

Populationen etwa 10 %. Das Vorliegen des HLA-A*3101-Allels kann das Risiko für Carbamazepin-

induzierte Hautreaktionen (meist weniger schwer) von 5,0 % in der Allgemeinbevölkerung auf 26,0 %

bei Personen europäischer Abstammung erhöhen, während das Fehlen das Risiko von 5,0 % auf 3,8

% verringern kann.

Die vorliegenden Daten sind nicht ausreichend, um eine Empfehlung für ein Screening auf HLA-

A*3101 vor Beginn einer Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch verwandten Substanzen

auszusprechen.

Wenn bei Patienten europäischer oder japanischer Abstammung bekannt ist, dass sie für das HLA-

A*3101-Allel

positiv

sind,

kann

Anwendung

Carbamazepin

oder

chemisch

verwandten

Substanzen erwogen werden, sofern der Nutzen höher eingeschätzt wird als das Risiko.

Hyponatriämie

Eine Hyponatriämie als unerwünschte Wirkung trat bei 1,5 % der Patienten auf, die mit Eslicarbazepin

behandelt

wurden.

Eine

Hyponatriämie

verläuft

meisten

Fällen

asymptomatisch.

Unter

Umständen kann es jedoch zu klinischen Symptomen wie zum Beispiel einer Verschlimmerung der

Anfälle, Verwirrtheit oder vermindertem Bewusstsein kommen. Die Häufigkeit einer Hyponatriämie

nimmt

zunehmender

Eslicarbazepinacetatdosis

Patienten,

denen

eine

bereits

existierende Nierenerkrankung zu einer Hyponatriämie geführt hat, oder bei Patienten, die gleichzeitig

mit Arzneimitteln behandelt werden, die ihrerseits zu einer Hyponatriämie führen können (z. B.

Diuretika, Desmopressin, Carbamazepin), sollten die Natriumwerte im Serum bestimmt werden, falls

klinische Anzeichen einer Hyponatriämie auftreten. Davon unabhängig sollten die Natriumwerte bei

routinemäßigen

Laboruntersuchungen

bestimmt

werden.

Falls

sich

eine

klinisch

relevante

Hyponatriämie entwickelt, sollte Eslicarbazepinacetat abgesetzt werden.

PR Intervall

Verlängerung des PR Intervalls wurde in klinischen Studien mit Eslicarbazepinacetat beobachtet.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit medizinischen Auffälligkeiten (z. B. niedriger Thyroxinspiegel,

abnorme Erregungsleitung im Herzen) oder wenn gleichzeitig Arzneimittel eingenommen werden, die

mit einer Verlängerung des PR Intervalls in Verbindung gebracht werden.

Nierenfunktionsstörung

Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion.

Hier sollte die Dosis auf Basis der Kreatinin-Clearance (siehe Abschnitt 4.2) angepasst werden. Bei

Patienten mit Cl

< 30 ml/min wird die Anwendung aufgrund unzureichender Daten nicht empfohlen.

Leberfunktionsstörung

Da für Patienten mit leichter bis mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion klinische Daten nur

begrenzt

für

Patienten

schwerer

Beeinträchtigung

Leberfunktion

weder

pharmakokinetische noch klinische Daten zur Verfügung stehen, sollte Eslicarbazepinacetat bei

Patienten mit leichter bis mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion nur mit Vorsicht und bei

Patienten mit starker Beeinträchtigung überhaupt nicht angewendet werden.

Eslicarbazepin Heumann enthält Natrium

Eslicarbazepin Heumann enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d. h., es ist

nahezu „natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Eslicarbazepinacetat

wird

weitgehend

Eslicarbazepin

umgewandelt

hauptsächlich

durch

Glucuronidierung abgebaut. In vitro ist Eslicarbazepin ein schwacher Induktor für CYP3A4 und UDP-

Glucoronyltransferasen. In vivo wirkte Eslicarbazepin auf den Metabolismus von Arzneimitteln, die

vorwiegend durch Metabolisierung durch CYP3A4 (z. B. Simvastatin) eliminiert werden, als Induktor.

Daher ist bei Arzneimitteln, die vorwiegend durch CYP3A4 metabolisiert werden, gegebenenfalls eine

Dosiserhöhung erforderlich, wenn diese zusammen mit Eslicarbazepinacetat angewendet werden.

Eslicarbazepin wirkt in vivo möglicherweise als Induktor auf die Metabolisierung von Arzneimitteln, die

vorwiegend durch Konjugation durch UDP-Glucoronyltransferasen eliminiert werden. Bei Beginn oder

Beendigung der Behandlung mit Eslicarbazepin Heumann oder bei einer Veränderung der Dosis kann

es 2 bis 3 Wochen dauern, bis das neue Niveau der Enzymaktivität erreicht ist. Diese Zeitverzögerung

muss berücksichtigt werden, wenn Eslicarbazepin Heumann kurz vor oder zusammen mit anderen

Arzneimitteln angewendet wird, bei denen eine Dosiskorrektur erforderlich ist, wenn sie zusammen mit

Eslicarbazepin Heumann angewendet werden. Eslicarbazepin wirkt inhibierend auf CYP2C19. Aus

diesem Grund kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von hochdosiertem Eslicarbazepinacetat und

Arzneimitteln,

hauptsächlich

durch

CYP2C19

Phenytoin)

metabolisiert

werden,

Wechselwirkungen kommen.

Wechselwirkungen mit anderen antiepileptischen Arzneimitteln

Carbamazepin

In einer Studie an gesunden Probanden führte die gleichzeitige Verabreichung von einmal täglich 800

mg Eslicarbazepinacetat und zweimal täglich 400 mg Carbamazepin im Mittel zu einer 32%igen

Abnahme

Exposition

gegenüber

wirksamen

Metaboliten

Eslicarbazepin,

zwar

höchstwahrscheinlich

durch

Induktion

Glucuronidierung.

Exposition

gegenüber

Carbamazepin oder dessen Metaboliten Carbamazepin-Epoxid wurde keine Änderung festgestellt. Je

nach

individuellem

Ansprechen

muss

Dosis

Eslicarbazepinacetat

gleichzeitiger

Anwendung

Carbamazepin

gegebenenfalls

erhöht

werden.

Nach

Ergebnissen

Patientenstudien erhöhte sich bei gleichzeitiger Behandlung das Risiko für folgende Nebenwirkungen:

Diplopie, Koordinationsstörungen und Schwindel. Die Gefahr eines vermehrten Auftretens weiterer,

auf die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Eslicarbazepinacetat zurückzuführender

spezifischer Nebenwirkungen kann nicht ausgeschlossen werden.

Phenytoin

In einer Studie mit gesunden Probanden führte die gleichzeitige Anwendung von Eslicarbazepinacetat

1.200 mg einmal täglich und Phenytoin zu einer durchschnittlichen Verringerung der Exposition

gegenüber dem aktiven Metaboliten Eslicarbazepin um 31 – 33 %, wahrscheinlich verursacht durch

Induktion der Glucuronidierung, sowie zu einer durchschnittlichen Zunahme der Exposition um 31 – 35

% gegenüber Phenytoin, vermutlich infolge einer Inhibition von CYP2C19. In Abhängigkeit von der

individuellen Reaktion, könnte eine Erhöhung der Eslicarbazepinacetat dosis und eine Verringerung

der Phenytoindosis erforderlich sein.

Lamotrigin

Glucuronidierung

wichtigste

metabolische

für

Eslicarbazepin

Lamotrigin,

eine

Wechselwirkung ist daher zu erwarten. Eine Studie mit gesunden Probanden mit Eslicarbazepinacetat

1.200 mg einmal täglich zeigte eine geringe durchschnittliche pharmakokinetische Wechselwirkung

(Exposition

gegenüber

Lamotrigin

vermindert)

zwischen

Eslicarbazepinacetat

Lamotrigin. Daher sind keine Dosisanpassungen nötig. Aufgrund interindividueller Variabilität könnte

dieser Effekt bei einigen Personen aber klinisch relevant sein.

Topiramat

einer

Studie

gesunden

Probanden

zeigte

sich

gleichzeitiger

Anwendung

Eslicarbazepinacetat

1.200

einmal

täglich

Topiramat

Exposition

gegenüber

Eslicarbazepin keine signifikante Änderung. Allerdings verringerte sich die Exposition gegenüber

Topiramat um 18 %, vermutlich als Folge einer verminderten Bioverfügbarkeit von Topiramat. Es sind

keine Dosisanpassungen notwendig.

Valproat und Levetiracetam

Nach

einer

pharmakokinetischen

Populationsanalyse

Phase-III-Studien

erwachsenen

Epileptikern, hatte die gleichzeitige Anwendung von Valproat oder Levetiracetam keinen Einfluss auf

Exposition

gegenüber

Eslicarbazepin,

doch

wurde

dies

nicht

konventionellen

Wechselwirkungsstudien überprüft.

Oxcarbazepin

Eine gleichzeitige Anwendung von Eslicarbazepinacetat mit Oxcarbazepin wird nicht empfohlen, da

dies zu einer übermäßigen Exposition gegenüber den aktiven Metaboliten führen kann.

Andere Arzneimittel

Orale Kontrazeptiva

Bei der Gabe von Eslicarbazepinacetat 1.200 mg einmal täglich an weibliche Probanden, die ein

kombiniertes

Kontrazeptivum

verwendeten,

zeigte

sich

eine

durchschnittliche

Verringerung

systemischen

Exposition

Levonorgestrel

Ethinyloestradiol

höchstwahrscheinlich durch eine Induktion von CYP3A4 ausgelöst wurde. Frauen im gebärfähigen

Alter müssen daher während der Anwendung von Eslicarbazepin Heumann und bis zum Ende des

laufenden

Menstruationszyklus

nach

Absetzen

Eslicarbazepin

Heumann

eine

zuverlässige

Verhütungsmethode anwenden (siehe Abschnitt 4.6).

Simvastatin

In einer Studie an gesunden Probanden ergab sich bei gleichzeitiger Verabreichung von einmal

täglich 800 mg Eslicarbazepinacetat im Mittel eine 50%ige Abnahme der systemischen Exposition

gegenüber

Simvastatin,

zwar

höchstwahrscheinlich

durch

Induktion

CYP3A4.

gleichzeitiger Anwendung mit Eslicarbazepinacetat ist gegebenenfalls eine Erhöhung der Simvastatin-

Dosis erforderlich.

Rosuvastatin

Es zeigte sich eine durchschnittliche Verringerung der systemischen Exposition von 36 – 39 % in

gesunden Probanden, bei gleichzeitiger Anwendung von Eslicarbazepinacetat 1.200 mg einmal

täglich. Der Grund für diese Verringerung ist unbekannt, könnte jedoch durch eine Beeinträchtigung

der Transporteraktivität von Rosuvastatin verursacht werden bzw. könnte auch im Zusammenhang mit

Induktion

Metabolismus

Rosuvastatin

stehen.

Zusammenhang

zwischen

Exposition und Substanzaktivität unklar ist, ist eine Überwachung auf das Therapieansprechen (z. B.

Testung der Blutcholesterinwerte) zu empfehlen.

Warfarin

Eine gleichzeitige Anwendung von Eslicarbazepinacetat 1.200 mg einmal täglich und Warfarin, zeigte

eine geringe (23 %) aber statistisch signifikante Verringerung der S-Warfarin Exposition. Es gab keine

Wirkung auf die Pharmakokinetik von R-Warfarin oder auf die Gerinnung. Aufgrund interindividueller

Variabilität der Wechselwirkungen sollte in den ersten Wochen nach Beginn oder Beendigung der

gleichzeitigen Anwendung von Warfarin und Eslicarbazepin besondere Aufmerksamkeit auf die INR

Bestimmung gerichtet werden.

Digoxin

Eine Studie mit gesunden Probanden zeigte keinen Effekt von Eslicarbazepiacetat 1.200 mg einmal

täglich auf die Pharmakokinetik von Digoxin. Dies deutet darauf hin, dass Eslicarbazepinacetat keinen

Einfluss auf den P-Glykoprotein-Transporter hat.

Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer)

Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit von Eslicarbazepin zu trizyklischen Antidepressiva ist eine

Wechselwirkung zwischen Eslicarbazepinacetat und MAO-Hemmern theoretisch möglich.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Allgemeine mit Epilepsie und antiepileptischen Arzneimitteln verbundene Risiken

Es konnte gezeigt werden, dass bei Neugeborenen von Frauen mit Epilepsie die Prävalenz von

Mißbildungen

zwei

dreimal

höher

durchschnittliche

Rate

Gesamtbevölkerung. Besonders häufig wird über Lippenspalten, kardiovaskuläre Missbildungen und

Neuralrohrdefekte berichtet. Antiepileptische Mehrfachtherapien können mit einem höheren Risiko für

angeborene Fehlbildungen verbunden sein als Monotherapien. Daher ist es wichtig, wann immer

möglich eine Monotherapie anzuwenden. Frauen, die wahrscheinlich schwanger sind oder sich im

gebärfähigen

Alter

befinden,

sollten

fachliche

Beratung

erhalten.

Notwendigkeit

einer

Antiepilepsiebehandlung sollte überprüft werden, wenn eine Frau eine Schwangerschaft plant. Die

antiepileptische Therapie sollte nicht plötzlich abgebrochen werden, da dies zu Anfallsrezidiven

(„breakthrough seizures“) führen kann, die ernsthafte Folgen sowohl für die Mutter als auch für das

Kind haben können.

Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung

Eslicarbazepinacetat beeinträchtigt die Wirkung von oralen Kontrazeptiva. Deshalb sollte während der

Anwendung von Eslicarbazepin Heumann und bis zum Ende des laufenden Menstruationszyklus nach

der Beendigung der Behandlung eine andere wirksame und sichere Verhütungsmethode angewendet

werden.

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten über die Anwendung von Eslicarbazepinacetat bei schwangeren Frauen vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Fertilität). Falls Frauen

während der Anwendung von Eslicarbazepinacetat schwanger werden oder eine Schwangerschaft

planen, sollte die Anwendung von Eslicarbazepin Heumann gründlich überdacht werden. Es sollten

nur minimal wirksame Dosen angewendet werden, und zumindest während der ersten drei Monate

der Schwangerschaft ist, wenn irgend möglich, eine Monotherapie vorzuziehen. Patienten sollten über

Möglichkeit

eines

erhöhten

Fehlbildungsrisikos

beraten

werden

Möglichkeit

vorgeburtlicher Untersuchungen hingewiesen werden.

Überwachung und Prävention

Antiepileptika

können

einem

Folsäuremangel

beitragen,

wiederum

fetale

Fehlbildungen

verursachen kann. Eine Folsäuresubstitution wird daher vor und während der Schwangerschaft

empfohlen. Da die Wirksamkeit der Folsäuresubstitution nicht erwiesen ist, kann eine gezielte

vorgeburtliche

Diagnose auch

solchen

Frauen empfohlen

werden, die

Folsäure substituiert

werden.

Bei Neugeborenen

Bei Neugeborenen wurden durch Antiepileptika verursachte Blutgerinnungsstörungen beobachtet. Zur

Sicherheit

sollte

präventive

Maßnahme

Vitamin

während

letzten

Wochen

Schwangerschaft an die Schwangere und anschließend an das Neugeborene verabreicht werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Eslicarbazepinacetat in die Muttermilch übergeht. Tierexperimentelle Studien

zeigten einen Übertritt von Eslicarbazepin in die Muttermilch. Ein Risiko für das gestillte Kind kann

nicht

ausgeschlossen

werden.

Daher

sollte

Stillen

während

Behandlung

Eslicarbazepinacetat abgebrochen werden.

Fertilität

Zu den Auswirkungen von Eslicarbazepinacetat auf die Fertilität beim Menschen liegen keine Daten

vor.

Tierexperimentelle

Studien

haben

nach

Behandlung

Eslicarbazepinacetat

eine

Beeinträchtigung der Fertilität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen

auf

die

Verkehrstüchtigkeit

und

die

Fähigkeit

zum

Bedienen

von

Maschinen

Eslicarbazepin Heumann hat geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Einige Patienten können unter Schwindel, Schläfrigkeit oder

Sehstörungen leiden, vor allem zu Behandlungsbeginn. Patienten sollten deshalb darauf hingewiesen

werden, dass ihre körperlichen und/oder geistigen Fähigkeiten, die zum Bedienen von Maschinen

oder zum Führen eines Fahrzeugs nötig sind, beeinträchtig sein können. Es sollte diesen Patienten

empfohlen werden, auf das Bedienen von Maschinen und das Führen eines Fahrzeugs zu verzichten,

bis festgestellt ist, dass ihre Fähigkeiten solche Tätigkeiten auszuführen nicht beeinflusst werden.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

In klinischen Studien (Begleittherapie und Monotherapie) wurden 2.434 Patienten mit partiellen

epileptischen Anfällen mit Eslicarbazepinacetat behandelt (1.983 Erwachsene und 451 Kinder und

Jugendliche) und bei 51 % dieser Patienten traten Nebenwirkungen auf.

Die Nebenwirkungen waren gewöhnlich von leichter bis mäßiger Stärke und traten vorwiegend

während der ersten Wochen der Behandlung mit Eslicarbazepinacetat auf.

Die für Eslicarbazepin beobachteten Risiken sind hauptsächlich dosisabhängige Nebenwirkungen, die

therapeutische

Klasse

zurückzuführen

sind.

häufigsten

Nebenwirkungen,

placebokontrollierten Begleittherapie-Studien mit erwachsenen Epilepsie-Patienten und in einer aktiv

kontrollierten Monotherapie-Studie zum Vergleich von Eslicarbazepinacetat mit Carbamazepin mit

kontrollierter

Freisetzung

berichtet

wurden,

waren

Schwindel,

Schläfrigkeit,

Kopfschmerzen

Übelkeit. Die Mehrheit der Nebenwirkungen zeigten sich bei weniger als 3 % der Patienten, in beiden

Behandlungsgruppen.

Nach der Markteinführung sind im Zusammenhang mit der Eslicarbazepin-Behandlung Erfahrungen

schweren

arzneimittelinduzierten

Hautreaktionen

(SCARs),

einschließlich

Stevens-Johnson-

Syndrom (SJS)/toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN) und Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und

systemischen Symptomen (DRESS), berichtet worden (siehe Abschnitt 4.4).

Tabellarische Liste der Nebenwirkungen

Nachfolgend

sind

klinischen

Studien

sowie

Rahmen

Überwachung

nach

Inverkehrbringen

Zusammenhang

Eslicarbazepinacetat

aufgetretenen

Nebenwirkungen

tabellarisch aufgeführt.

Für die Klassifikation von Nebenwirkungen wurde folgende Konvention verwendet: sehr häufig (≥

1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100) und nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage

verfügbaren

Daten

nicht

abschätzbar).

Innerhalb

jeder

Kategorie

werden

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Tabelle 1: In klinischen Studien und im Rahmen der Überwachung nach dem Inverkehrbringen im

Zusammenhang mit Eslicarbazepin während der Behandlung aufgetretene Nebenwirkungen

Systemorganklasse

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Anämie

Thrombozytopenie,

Leukozytopenie

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeit

Endokrine

Erkrankungen

Schilddrüsenunterfunkt

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Hyponatriämie,

verminderter Appetit

Elektolytungleichgewic

ht, Dehydrierung,

Hypochlorämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkeit

Psychose, Apathie,

Depression,

Nervosität, Erregung,

Reizbarkeit,

Aufmerksamkeitsdefizi

t-/Hyperaktivitäts-

Syndrom,

Verwirrtheitszustand,

Stimmungsschwankun

gen, Weinen,

psychomotorische

Hemmung, Angst

Erkrankungen des

Nervensystems

Schwindel,

Schläfrigkei

Kopfschmerzen,

Aufmerksamkeitsstör

ung, Tremor, Ataxie,

Gleichgewichtsstöru

ngen

Abnorme Koordination,

Gedächtnisstörung,

Amnesie, Schlafsucht,

Sedierung, Aphasie,

Dysästhesie, Dystonie,

Lethargie,

Geruchstäuschung,

zerebellares Syndrom,

Konvulsion, periphere

Neuropathie,

Nystagmus,

Sprachstörung,

Dysarthrie,

brennendes Gefühl,

Parästhesien, Migräne

Augenerkrankungen

Doppeltsehen,

verschwommene

Sicht

Sehstörung,

Oszillopsie, binokulare

Augenbeweglichkeitsst

örung, okulare

Hyperämie

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Schwindel

Hörschwäche, Tinnitus

Herzerkrankungen

Palpitationen,

Bradykardie

Gefäßerkrankungen

Hypertonie

(einschließlich einer

hypertensiven Krise),

Hypotonie,

orthostatische

Hypotonie, Flush,

peripheres Kältegefühl

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Nasenbluten,

Brustschmerzen

Mediastinums

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall

Verstopfung,

Dyspepsie, Gastritis,

Bauchschmerzen,

trockener Mund,

Unwohlsein im

Bauchbereich,

Blähungen,

Zahnfleischentzündun

g, Teerstuhl,

Zahnschmerzen

Pankreatitis

Leber- und

Gallenerkrankungen

Lebererkrankung

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautgewebes

Hautausschlag

Alopezie, trockene

Haut, übermäßiges

Schwitzen, Erythem,

Hauterkrankung,

Juckreiz, allergische

Dermatitis

Toxisch epidermale

Nekrolyse, Stevens-

Johnson-Syndrom,

Arzneimittelexanthe

m mit Eosinophilie

und systemischen

Symptomen

(DRESS),

Angioödem, Urtikaria

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankunge

n

Muskelschmerzen,

Knochenstoffwechselst

örung,

Muskelschwäche,

Schmerzen in den

Extremitäten

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Harnwegsinfektion

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit,

Störungen der

Gangart, Asthenie

Unwohlsein,

Schüttelfrost,

periphere Ödeme

Untersuchungen

Gewichtszunahme

Blutdruck erniedrigt,

Gewichtsverlust,

Blutdruck erhöht,

Natrium im Blut

erniedrigt, erniedrigter

Chloridspiegel im Blut,

Osteocalcin-Anstieg,

Hämatokrit erniedrigt,

Hämoglobin erniedrigt,

Transaminase erhöht

Verletzung, Vergiftung

und durch Eingriffe

bedingte

Komplikationen

Arzneimitteltoxizität,

Sturz, Brandwunden

Beschreibung von ausgewählten Nebenwirkungen

Erkrankungen des Auges und des Nervensystems

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Carbamazepin und Eslicarbazepinacetat in placebokontrollierten

Studien behandelt wurden, wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet: Doppeltsehen (11,4 % der

gleichzeitig

Carbamazepin

behandelten

Patienten;

Patienten

ohne

gleichzeitige

Behandlung mit Carbamazepin), abnorme Koordination (6,7 % unter gleichzeitiger Behandlung mit

Carbamazepin; 2,7 % ohne gleichzeitige Behandlung mit Carbamazepin) und Schwindel (30,0 % unter

gleichzeitiger

Behandlung

Carbamazepin;

11,5

ohne

gleichzeitige

Behandlung

Carbamazepin), siehe Abschnitt 4.5.

PR-Intervall

Die Anwendung von Eslicarbazepinacetat ist mit einer Zunahme im PR-Intervall assoziiert. Mit einer

Verlängerung des PR-Intervalls verbundene Nebenwirkungen (z. B. AV Block, Synkope, Bradykardie)

können auftreten.

Therapeutische Klasse betreffende Nebenwirkungen

Seltene unerwünschte Wirkungen wie Myelosuppression, anaphylaktische Reaktionen, systemischer

Lupus

erythematosus

oder

schwere

Herzrhythmusstörungen

Anwendung

Eslicarbazepinacetat traten nicht auf während placebokontrollierter Studien des Epilepsieprogramms.

Allerdings

wurden

für

Oxcarbazepin

beobachtet.

Daher

kann

Auftreten

auch

einer

Behandlung mit Eslicarbazepinacetat nicht ausgeschlossen werden.

Es gibt Berichte von verminderter Knochenmineraldichte, Osteopenie, Osteoporose und Frakturen bei

Patienten unter Langzeittherapie mit den strukturell verwandten Antiepileptika Carbamazepin und

Oxcarbazepin. Der Mechanismus, durch den der Knochenstoffwechsel beeinträchtigt wird, wurde nicht

identifiziert.

Kinder und Jugendliche

In placebokontrollierten Studien mit Patienten im Alter von 2 bis 18 Jahren mit partiellen epileptischen

Anfällen (238 Patienten wurden mit Eslicarbazepinacetat und 189 mit Placebo behandelt) kam es bei

35,7 % der mit Eslicarbazepinacetat behandelten Patienten und 19 % der mit Placebo behandelten

Patienten zu Nebenwirkungen. Die in der mit Eslicarbazepinacetat behandelten Gruppe am häufigsten

aufgetretenen Nebenwirkungen waren Diplopie (5,0 %), Schläfrigkeit (8,0 %) und Erbrechen (4,6 %).

Das Nebenwirkungsprofil von Eslicarbazepinacetat ist im Allgemeinen über die Altersgruppen hinweg

vergleichbar. In der Gruppe der 6- bis 11-Jährigen waren die häufigsten, bei mehr als zwei der mit

Eslicarbazepinacetat

behandelten

Patienten

beobachteten

Nebenwirkungen

Diplopie

(9,5

Schläfrigkeit (7,4 %), Schwindel (6,3 %), Konvulsion (6,3 %) und Übelkeit (3,2 %); in der Gruppe der

12- bis 18-Jährigen waren dies Schläfrigkeit (7,4 %), Erbrechen (4,2 %), Diplopie (3,2 %) und

Müdigkeit (3,2 %). Die Sicherheit von Eslicarbazepin bei Kindern im Alter von 6 Jahren und darunter

ist bisher noch nicht erwiesen.

Das Sicherheitsprofil von Eslicarbazepinacetat war im Allgemeinen zwischen erwachsenen Patienten

und Kindern und Jugendlichen vergleichbar; einzige Ausnahmen waren Agitiertheit (häufig, 1,3 %) und

Bauchschmerzen (häufig, 2,1 %), die bei Kindern häufiger waren als bei Erwachsenen. Schwindel,

Schläfrigkeit, Drehschwindel, Asthenie, Gangstörungen, Tremor, Ataxie, Gleichgewichtsstörungen,

verschwommenes Sehen, Durchfall, Hautausschlag und Hyponatriämie waren bei Kindern weniger

häufig als bei Erwachsenen. Allergische Dermatitis (gelegentlich, 0,8 %) wurde nur bei Kindern und

Jugendlichen berichtet.

Die Langzeitsicherheitsdaten bei Kindern und Jugendlichen, die in offenen Verlängerungen der

Phase-III-Studie gewonnen wurden, entsprachen dem bekannten Sicherheitsprofil des Arzneimittels

und ergaben keine neuen bedenklichen Erkenntnisse.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, 53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bei den nach einer Überdosierung mit Eslicarbazepinacetat zu beobachtenden Symptomen handelt es

sich in erster Linie um Symptome des Zentralnervensystems (z. B. Krampfanfälle aller Art, Status

epilepticus) und Störungen der Herzfunktion (z. B. Herzrhythmusstörungen). Es ist kein spezielles

Antidot bekannt. Eine symptomatische und begleitende Behandlung ist entsprechend anzuwenden.

Metaboliten des Eslicarbazepinacetats können effektiv durch Hämodialyse entfernt werden, falls dies

notwendig ist (siehe Abschnitt 5.2).

5.

Pharmakologis che Eigens chaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, Carboxamid-Derivate, ATC-Code: N03AF04

Wirkmechanismus

Der genaue Wirkmechanismus von Eslicarbazepinacetat ist nicht bekannt. Allerdings zeigen in vitro

elektrophysiologische

Studien,

dass

Eslicarbazepinacetat

seine

Metaboliten

inaktiven

Zustand der spannungsgesteuerten Natriumkanäle stabilisiert, deren Rückführung in den aktiven

Zustand unterbindet und dadurch das wiederholte neuronale Auslösen verhindert.

Pharmakodynamische Wirkung

In nicht klinischen Modellen zur Vorhersage der krampflösenden Wirkung beim Menschen verhinderte

Eslicarbazepinacetat und seine Metaboliten die Entstehung von Krämpfen. Beim Menschen beruht die

pharmakologische

Aktivität

Eslicarbazepinacetat

allem

aktiven

Metaboliten

Eslicarbazepin.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Erwachsene Patienten

Die Wirksamkeit von Eslicarbazepinacetat als Begleittherapie wurde gezeigt in vier doppelblinden,

placebokontrollierten Phase-III Studien mit 1.703 randomisierten erwachsenen Patienten mit partieller

refraktärer Epilepsie, die mit ein bis drei antiepileptischen Arzneimitteln gleichzeitig behandelt wurden.

In diesen Studien waren Oxcarbazepin und Felbamat als zusätzliche Arzneimittel nicht erlaubt.

Eslicarbazepinacetat wurde mit Dosen von 400 mg (nur in -301 und 302 Studien), 800 mg und 1.200

mg einmal täglich getestet. Eslicarbazepinacetat 800 mg einmal täglich und 1.200 mg einmal täglich

waren signifikant wirksamer als Placebo in der Verringerung der Krampfhäufigkeit über einen Zeitraum

von 12 Wochen.

Der Anteil der Studienteilnehmern in der Phase III Studien mit einer Verringerung ≥ 50 % (1581

analysiert) der Anfallshäufigkeit betrug 19,3 % für Placebo, 20,8 % für Eslicarbazepinacetat 400 mg,

30,5 % für Eslicarbazepinacetat 800 mg und 35,3 % für Eslicarbazepinacetat 1.200 mg täglich.

Die Wirksamkeit von Eslicarbazepinacetat als Monotherapie wurde in einer doppelblinden, aktiv

kontrollierten

(Carbamazepin

kontrollierter

Freisetzung,

Carbamazepin

Studie

randomisierten erwachsenen Patienten mit neu diagnostizierten partiellen epileptischen Anfällen

gezeigt. Eslicarbazepinacetat wurde in Dosierungen von 800 mg, 1.200 mg und 1.600 mg einmal

täglich geprüft. Die Dosierungen der aktiven Vergleichssubstanz, Carbamazepin CR, betrugen 200

mg, 400 mg und 600 mg zweimal täglich. Alle Patienten erhielten randomisiert die niedrigste

Dosierungsstufe

Auftreten

eines

epileptischen

Anfalls

wurde

Dosis

nächsthöhere

Dosis

gesteigert.

randomisierten

Patienten

wurden

Eslicarbazepinacetat einmal täglich behandelt (bei 271 Patienten [67,6 %] blieb die Dosis bei 800 mg,

70 Patienten [17,5 %] erhielten eine Dosis von 1.200 mg und 60 Patienten [15,0 %] wurden mit 1.600

mg behandelt). In der primären Wirksamkeitsanalyse, in der Drop-outs als Non-Responder eingestuft

wurden, wurden 71,1 % der Studienteilnehmer in der Eslicarbazepinacetat-Gruppe und 75,6 % in der

Carbamazepin CR-Gruppe während des 26-wöchigen Beurteilungszeitraums als anfallsfrei eingestuft

(durchschnittliche Risikodifferenz - 4,28 %, 95 %-Konfidenzintervall: [- 10,30; 1,74]). Der während des

26-wöchigen

Beurteilungszeitraums

beobachtete

Behandlungseffekt

blieb

64,7

Eslicarbazepinacetat behandelten Studienteilnehmer und bei 70,3 % der mit Carbamazepin CR

behandelten Studienteilnehmer, die als anfallsfrei eingestuft wurden, über eine Behandlungsdauer von

einem Jahr bestehen (durchschnittliche Risikodifferenz - 5,46 %, 95 %-Konfidenzintervall: [- 11,88;

0,97]). In der Analyse des Therapieversagens (Anfallsrisiko) auf Grundlage der Ereigniszeitanalyse

(Kaplan-Meier-Analyse und Cox-Regression) betrugen die Kaplan-Meier-Schätzer des Anfallsrisikos

am Ende des Beurteilungszeitraums 0,06 für Carbamazepin und 0,12 für Eslicarbazepinacetat mit

einem

zusätzlichen

Risikoanstieg

nach

einem

Jahr

0,11

für

Carbamazepin

0,19

für

Eslicarbazepinacetat (p = 0,0002).

Nach

einem

Jahr

betrug

Wahrscheinlichkeit

eines

Studienabbruchs

Teilnehmer

wegen

Nebenwirkungen

oder

fehlender

Wirksamkeit

0,26

für

Eslicarbazepinacetat

0,21

für

Carbamazepin CR.

Wirksamkeit

Eslicarbazepinacetat

Umstellung

Monotherapie

wurde

zwei

doppelblinden, randomisierten kontrollierten Studien mit 365 erwachsenen Patienten mit partiellen

epileptischen Anfällen untersucht. Eslicarbazepinacetat wurde in Dosierungen von 1.200 mg und

1.600

einmal

täglich

geprüft.

Anfallsfreiheitsraten

während

gesamten

10-wöchigen

Monotherapiedauer betrugen 7,6 % (1.600 mg) und 8,3 % (1.200 mg) in der einen Studie bzw. 10,0 %

(1.600 mg) und 7,4 % (1.200 mg) in der anderen Studie.

Ältere Patienten

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Eslicarbazepinacetat als Begleittherapie bei älteren Patienten mit

partiellen epileptischen Anfällen wurden in einer unkontrollierten Studie mit einer Dauer von 26

Wochen an 72 älteren Patienten (ab 65 Jahren) untersucht. Die Daten zeigen, dass die Inzidenz von

Nebenwirkungen

dieser

Population

(65,3

entsprechenden

Inzidenz

Allgemeinpopulation der in die doppelblinden Epilepsiestudien eingeschlossenen Patienten (66,8 %)

vergleichbar

ist.

häufigsten

Einzelnebenwirkungen

waren

Schwindel

(12,5

Studienteilnehmer), Schläfrigkeit (9,7 %), Müdigkeit, Konvulsion und Hyponatriämie (jeweils 8,3 %),

Nasopharyngitis (6,9 %) und Infektionen der oberen Atemwege (5,6 %). Insgesamt 50 der 72

Patienten, welche die Studie begonnen hatten, führten die 26-wöchige Behandlungsphase zu Ende,

was einer Retentionsrate von 69,4 % entspricht (Angaben zur Anwendung bei älteren Patienten siehe

Abschnitt 4.2). Zur Anwendung der Monotherapie bei älteren Patienten liegen nur begrenzte Daten

vor. Nur wenige Studienteilnehmer (N = 27) über 65 Jahre wurden in der Monotherapiestudie mit

Eslicarbazepinacetat behandelt.

Kinder und Jugendliche

Wirksamkeit

Sicherheit

Eslicarbazepinacetat

Begleittherapie

Kindern

Jugendlichen mit partiellen epileptischen Anfällen wurden in einer Phase-II-Studie bei Kindern und

Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren (N = 123) und in einer Phase-III-Studie bei Kindern und

Jugendlichen im Alter von 2 bis 18 Jahren (N = 304) untersucht. Beide Studien waren doppelblind und

placebokontrolliert mit einer Erhaltungstherapiedauer von 8 Wochen (Studie 208) bzw. 12 Wochen

(Studie 305). Studie 208 umfasste zwei zusätzliche anschließende offene Langzeitverlängerungen (1

Jahr

Teil

Jahre

Teil

III)

Studie

umfasste

vier

anschließende

offene

Langzeitverlängerungen (1 Jahr in Teil II, III und IV und 2 Jahre in Teil V). Eslicarbazepinacetat wurde

in Dosierungen von 20 und 30 mg/kg/Tag bis zu einer Höchstdosis von 1.200 mg/Tag geprüft. Die

Zieldosis betrug 30 mg/kg/Tag in Studie 208 und 20 mg/kg/Tag in Studie 305. Die Dosen konnten je

nach Verträglichkeit und Ansprechen auf die Behandlung angepasst werden.

Im Doppelblindzeitraum der Phase-II-Studie war die Beurteilung der Wirksamkeit ein sekundäres

Studienziel. Die nach der Methode der kleinsten Quadrate (least squares, LS) berechnete mittlere

Reduktion der standardisierten Anfallshäufigkeit von Baseline bis zur Erhaltungsphase war unter

Eslicarbazepinacetat (-34,8 %) signifikant (p < 0,001) höher als unter Placebo (-13,8 %). 42 Patienten

(50,6

Eslicarbazepinacetat-Gruppe

Vergleich

Patienten

(25,0

Placebogruppe wurden als Responder (≥ 50 %ige Reduktion der standardisierten Anfallshäufigkeit)

eingestuft; der Unterschied war signifikant (p = 0,009).

Im Doppelblindzeitraum der Phase-III-Studie unterschied sich die nach der LS-Methode berechnete

mittlere

Reduktion

standardisierten

Anfallshäufigkeit

unter

Eslicarbazepinacetat

(- 18,1

gegenüber Baseline) zwar von der unter Placebo (- 8,6 % gegenüber Baseline), doch war der

Unterschied

statistisch

nicht

signifikant

0,2490).

Patienten

(30,6

Eslicarbazepinacetat-Gruppe im Vergleich zu 40 Patienten (31,0 %) in der Placebogruppe wurden als

Responder (≥ 50%ige Reduktion der standardisierten Anfallshäufigkeit) eingestuft; der Unterschied

war nicht signifikant (p = 0,9017). Post hoc wurden für die Phase-III-Studie Subgruppenanalysen nach

Altersstrata und Patienten über 6 Jahren sowie nach der Dosis durchgeführt. Bei den Kindern über 6

Jahren wurden 36 Patienten (35,0 %) in der Eslicarbazepinacetat-Gruppe im Vergleich zu 29

Patienten (30,2 %) in der Placebogruppe als Responder eingestuft (p = 0,4759); zudem war die nach

LS-Methode

berechnete

mittlere

Reduktion

standardisierten

Anfallshäufigkeit

unter

Eslicarbazepinacetat höher als unter Placebo (- 24,4 % gegenüber -10,5 %); der Unterschied von 13,9

% war allerdings statistisch nicht signifikant (p = 0,1040). Insgesamt 39 % der Patienten in Studie 305

wurden bis zur höchstmöglichen Dosis (30 mg/kg/Tag) auftitriert. Bei diesen wurden, wenn die

Patienten

Alter

Jahren

jünger

nicht

berücksichtigt

wurden,

(48,3

Eslicarbazepinacetat-Gruppe bzw. 11 (30,6 %) in der Placebogruppe als Responder eingestuft (p =

0,1514). Die Belastbarkeit dieser nachträglich durchgeführten Subgruppenanalysen ist zwar begrenzt;

dennoch lassen die Daten auf eine alters- und dosisabhängige Zunahme der Effektgröße schließen.

In der anschließenden einjährigen offenen Verlängerung (Teil II) der Phase-III-Studie (ITT-Set N =

225) betrug die Gesamt-Responderrate 46,7 % (mit einem stetigen Anstieg von 44,9 % [Woche 1 – 4]

auf 57,5 % [Woche > 40]). Die mediane standardisierte Gesamtanfallshäufigkeit betrug 6,1 (Rückgang

von 7,0 [Woche 1 – 4] auf 4,0 [Woche > 40], was einer medianen relativen Änderung gegenüber dem

Baseline-Zeitraum von - 46,7 % entspricht). Die mediane relative Änderung fiel in der Gruppe, die

vorher Placebo erhalten hatte, größer aus (- 51,4 %) als in der Gruppe, die vorher ESL erhalten hatte

(- 40,4 %). Der Anteil der Patienten mit einer Verschlechterung (Anstieg von ≥ 25 %) gegenüber dem

Baseline-Zeitraum lag bei 14,2 %.

anschließenden

drei

offenen

Verlängerungen

(ITT-Set

148)

betrug

Gesamt-

Responderrate 26,6 % im Vergleich zu Baseline-Teil III–V (das heißt die letzten 4 Wochen von Teil II).

Die mediane standardisierte Gesamtanfallshäufigkeit lag bei 2,4 (was einer medianen relativen

Änderung

gegenüber

Baseline-Teil

III–V

- 22,9

entspricht).

mediane

relative

Gesamtrückgang in Teil I fiel bei Patienten, die mit ESL behandelt wurden, stärker aus (- 25,8 %) als

Patienten,

Placebo

erhielten

(- 16,4

Gesamtanteil

Patienten

einer

Verschlechterung (Anstieg von ≥ 25 %) gegenüber Baseline-Teil III–V betrug 25,7 %.

Von den 183 Patienten, die Teil I und II der Studie abgeschlossen hatten, wurden 152 Patienten in

Teil III eingeschlossen. Von diesen hatten 65 Patienten während des Doppelblindteils der Studie ESL

erhalten

Patienten

hatten

Placebo

erhalten.

Patienten

(9,2

setzten

offene

Behandlung mit ESL bis zum Ende von Teil V fort. Der häufigste Grund für ein Ausscheiden zu

irgendeinem Zeitpunkt während der Studie war die Anforderung des Sponsors (30 Patienten in Teil III

[19,7 % der Patienten, die in Teil III aufgenommen worden waren], 9 in Teil IV [9,6 % der Patienten,

die in Teil IV aufgenommen worden waren] und 43 in Teil V [64,2 % der Patienten, die in Teil V

aufgenommen worden waren]).

Unter

Berücksichtigung

Einschränkungen

offener,

nicht-kontrollierter

Daten

blieb

Langzeitansprechen auf Eslicarbazepinacetat in den offenen Teilen der Studie insgesamt bestehen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Eslicarbazepin enthält,

eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder

mehreren pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung der Epilepsie mit partiellen Anfällen gewährt

(siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Eslicarbazepinacetat

wird

weitgehend

Eslicarbazepin

umgewandelt.

Plasmaspiegel

Eslicarbazepinacetat

bleiben

normalerweise

unter

Quantifizierungsgrenze

nach

oraler

Anwendung. Die C

von Eslicarbazepin wird 2 bis 3 Stunden nach Einnahme (t

) erreicht. Die

Bioäquivalenz kann als hoch angenommen werden, da die Menge an Metaboliten, die im Urin

wiedergefunden wurden, mehr als 90 % der Eslicarbazepinacetatdosis entsprach.

Verteilung

Die Bindung von Eslicarbazepin an Plasmaproteine ist relativ niedrig (< 40 %) und unabhängig von

der Konzentration. In-vitro-Studien haben gezeigt, dass die Plasmaproteinbindung nicht in relevanter

Weise durch die Anwesenheit von Warfarin, Diazepam, Digoxin, Phenytoin und Tolbutamid beeinflusst

wurde.

Bindung

Warfarin,

Diazepam,

Digoxin,

Phenytoin

Tolbutamid

wurde

nicht

signifikant beeinflusst durch die Anwesenheit von Eslicarbazepin.

Biotransformation

Eslicarbazepinacetat

wird

schnell

weitestgehend

seinen

aktiven

Hauptmetaboliten

Eslicarbazepin

durch

hydrolytischen

First-pass-Metabolismus

biotransformiert.

Steady-state-

Plasmakonzentrationen wurden 4 bis 5 Tage nach Einnahme bei einmal täglicher Dosierung erreicht.

Dies entspricht einer Halbwertszeit im Bereich von 20 – 24 Stunden. In Studien mit gesunden

Probanden

erwachsenen

Epilepsiepatienten

betrug

beobachtete

Halbwertszeit

Eslicarbazepin 10 – 20 Stunden beziehungsweise 13 – 20 Stunden. Seltenere Metaboliten im Plasma

sind

aktiven

Stoffwechselprodukte

R-Licarbazepin

Oxcarbazepin,

sowie

Glucuronsäurekonjugate von Eslicarbazepinacetat, Eslicarbazepin, R-Licarbazepin und Oxcarbazepin.

Eslicarbazepinacetat beeinflusst nicht den eigenen Metabolismus oder die Clearance.

Eslicarbazepin ist ein schwacher Induktor für CYP3A4 und wirkt inhibierend auf CYP2C19 (wie in

Abschnitt 4.5 dargelegt).

In Studien mit Eslicarbazepin in frischen menschlichen Hepatozyten wurde eine leichte Induktion von

UGT1A1 vermittelter Glucuronidierung beobachtet.

Elimination

Metaboliten

Eslicarbazepinacetat

werden

systemischen

Kreislauf

unveränderten Form und Glucuronidkonjugatform hauptsächlich renal ausgeschieden. Insgesamt

machen

Eslicarbazepin

sein

Glucuronid

mehr

Urin

ausgeschiedenen

Gesamtmetaboliten aus, wobei ungefähr zwei Drittel in der unveränderten Form und ein Drittel als

Glucuronidkonjugat vorliegen.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Pharmakokinetik von Eslicarbazepinacetat ist linear und proportional zur Dosis in Bereich von 400

– 1.200 mg bei gesunden Probanden und Patienten.

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Das pharmakokinetische Profil von Eslicarbazepinacetat ist unverändert bei älteren Patienten mit

einer Kreatinin-Clearance > 60 ml/min (siehe Abschnitt 4.2).

Nierenfunktionsstörung

Die Metaboliten von Eslicarbazepinacetat werden aus dem systemischen Kreislauf hauptsächlich

renal

ausgeschieden.

Eine

Studie

erwachsenen

Patienten

leichter

schwerer

Nierenfunktionsstörung zeigte, dass die Clearance von der Nierenfunktion abhängig ist. Während der

Behandlung mit Eslicarbazepin

wird

eine

Dosisanpassung

Erwachsenen,

Jugendlichen

Kindern über 6 Jahren mit einer Kreatinin-Clearance < 60 ml/min (siehe Abschnitt 4.2) empfohlen.

Bei Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren wird die Anwendung von Eslicarbazepinacetat nicht

empfohlen. In dieser Altersgruppe ist die intrinsische Aktivität des Eliminationsprozesses noch nicht

ausgereift.

Eine Hämodialyse entfernt Metaboliten von Eslicarbazepinacetat aus dem Plasma.

Leberfunktionsstörung

Pharmakokinetik

Metabolismus

Eslicarbazepinacetat

wurden

gesunden

Probanden und Patienten mit einer mäßigen Leberfunktionsstörung nach mehreren oralen Dosen

untersucht.

Eine

mäßige

Leberfunktionsstörung

beeinflusst

Pharmakokinetik

Eslicarbazepinacetat nicht. Bei Patienten mit einer leichten bis mäßigen Leberfunktionsstörung wird

keine Dosisanpassung empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Pharmakokinetik

Eslicarbazepinacetat

wurde

Patienten

einer

schweren

Leberfunktionsstörung nicht untersucht.

Geschlecht

Studien

gesunden

Probanden

Patienten

zeigten,

dass

Pharmakokinetik

Eslicarbazepinacetat nicht durch das Geschlecht beeinflusst wird.

Kinder und Jugendliche

Wie bei Erwachsenen wird Eslicarbazepinacetat weitestgehend in Eslicarbazepin biotransformiert. Die

Plasmaspiegel

Eslicarbazepinacetat

bleiben

nach

oraler

Gabe

Regel

unterhalb

Bestimmungsgrenze. Die C

von Eslicarbazepin wird 2 bis 3 Stunden nach Einnahme (t

) erreicht.

Es wurde gezeigt, dass sich das Körpergewicht auf Verteilungsvolumen und Clearance auswirkt.

Ferner konnte ein gewichtsunabhängiger Einfluss des Alters auf die Eslicarbazepinacetat-Clearance

insbesondere in der jüngsten Altersgruppe (2 – 6 Jahre) nicht ausgeschlossen werden.

Kinder im Alter von 6 Jahren und darunter

Populationspharmakokinetische Analysen weisen darauf hin, dass in der Subgruppe von Kindern im

Alter von 2 bis 6 Jahren Dosierungen von 27,5 mg/kg/Tag bzw. 40 mg/kg/Tag erforderlich sind, um

Expositionen zu erreichen, die bei Kindern über 6 Jahre therapeutischen Dosierungen von 20 bzw. 30

mg/kg/Tag entsprechen.

Kinder über 6 Jahre

Populationspharmakokinetische Analysen weisen darauf hin, dass zwischen Kindern über 6 Jahre

unter 20 bzw. 30 mg/kg/Tag und Erwachsenen unter 800 bzw. 1.200 mg Eslicarbazepinacetat einmal

täglich vergleichbare Eslicarbazepin-Expositionen zu beobachten sind (siehe Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Tierversuchen

beobachteten

unerwünschten

Wirkungen

traten

einer

Eslicarbazepinexposition auf, die deutlich niedriger war als die klinische Exposition (Eslicarbazepin ist

pharmakologisch

aktive

Hauptmetabolit

Eslicarbazepinacetat).

Daher

wurden

Expositionsdaten der Tiermodelle keine Sicherheitsabstände abgeleitet.

Eine Nierentoxizität wurde in den Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe bei der Ratte, nicht aber in

Studien an Mäusen oder Hunden beobachtet. Dieser Befund ist konsistent mit einer Steigerung der

spontanen chronisch progressiven Nephropathie in dieser Tierart.

Toxizitätsstudien

wiederholter

Gabe

Mäusen

Ratten

wurde

eine

zentrilobuläre

Hypertrophie der Leber und in der Karzinogenitätsstudie bei Mäusen eine erhöhte Inzidenz von

Lebertumoren beobachtet. Diese Ergebnisse sind konsistent mit einer Induktion der mikrosomalen

Leberenzyme,

wobei

dieser

Effekt

Eslicarbazepinacetat

behandelten

Patienten

nicht

beobachtet wurde.

Studien an juvenilen Tieren

In Studien mit wiederholter Verabreichung an juvenilen Hunden war das Toxizitätsprofil dem bei

erwachsenen Tieren beobachteten vergleichbar. In der 10-Monats-Studie wurden bei weiblichen

Tieren in der Hochdosisgruppe bei Expositionen unterhalb der klinischen Eslicarbazepin-Expositionen

Kindern

Abnahmen

Knochenmineralgehalts,

Knochenfläche

und/oder

Knochenmineraldichte in den Lendenwirbelkörpern und/oder im Femur beobachtet.

Genotoxizitätsstudien mit Eslicarbazepinacetat ergaben keine Hinweise auf besondere Risiken für den

Menschen.

Eine Beeinträchtigung der Fertilität wurde bei weiblichen Ratten beobachtet; in der Fertilitätsstudie bei

Mäusen beobachtete Abnahmen der Zahl der Implantationen und lebenden Embryonen können auch

auf Auswirkungen auf die weibliche Fertilität hinweisen, die Gelbkörperzahl wurde allerdings nicht

ausgewertet. Eslicarbazepinacetat war bei der Ratte und beim Kaninchen nicht teratogen, induzierte

jedoch

Maus

Skelettanomalien.

Ossifikationsverzögerungen,

verminderte

Fetengewichte,

vermehrt auftretende minderschwere Skelett- und viszerale Anomalien wurden bei maternaltoxischen

Dosierungen

Embryotoxizitätsstudien

Mäusen,

Ratten

Kaninchen

beobachtet.

Eine

Verzögerung

sexuellen

Entwicklung

F1-Generation

wurde

Peri-/Postnatalstudien

Mäusen und Ratten beobachtet.

6.

Pharmazeutis che Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose

Croscarmellose-Natrium

Povidon (K 30)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

HDPE-Flasche mit 30 oder 60 Tabletten

Haltbarkeit nach Anbruch der Flasche: 30 Tage

HDPE-Flasche mit 500 Tabletten

Haltbarkeit nach Anbruch der Flasche: 90 Tage

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 ºC lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

OPA/Al/PVC//Al-Blisterpackungen in Faltschachteln mit 20, 30, 60 oder 90 Tabletten

HDPE-Flaschen mit kindersicherem Verschluss aus Polypropylen in Faltschachteln mit 30 oder 60

Tabletten sowie

HDPE-Flaschen mit Schraubverschluss in Faltschachteln mit 500 Tabletten (Mehrpersonenpackung –

zur Anwendung an mehr als einem Patienten)

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7.

Inhaber der Zulas s ungen

HEUMANN PHARMA

GmbH & Co. Generica KG

Südwestpark 50

90449 Nürnberg

E-Mail: info@heumann.de

Mitvertrieb:

Heunet Pharma GmbH

Südwestpark 50

90449 Nürnberg

8.

Zu la s s u n g s n u m m e rn

Eslicarbazepin Heumann 200 mg Tabletten: 2204355.00.00

Eslicarbazepin Heumann 400 mg Tabletten: 2204356.00.00

Eslicarbazepin Heumann 600 mg Tabletten: 2204357.00.00

Eslicarbazepin Heumann 800 mg Tabletten: 2204358.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulas s ungen

Datum der Erteilung der Zulassungen:

26. Januar 2021

10.

Stand der Information

04/2021

11.

Ve rka u fs a b g re n zu n g

Verschreibungspflichtig

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