Eslicarbazepin beta 800 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-06-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-06-2021

Wirkstoff:
Eslicarbazepinacetat
Verfügbar ab:
betapharm Arzneimittel GmbH (3364323)
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Eslicarbazepinacetat (32337) 800 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
7000713.00.00
Berechtigungsdatum:
2021-05-07

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

09-08-2021

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Eslicarbazepin beta 800 mg Tabletten

Eslicarbazepinacetat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie oder Ihr Kind mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Eslicarbazepin beta und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Eslicarbazepin beta beachten?

Wie ist Eslicarbazepin beta einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Eslicarbazepin beta aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Eslicarbazepin beta und wofür wird es angewendet?

Eslicarbazepin beta enthält den Wirkstoff Eslicarbazepinacetat. Eslicarbazepin beta gehört zu einer

Gruppe von Arzneimitteln, die Antiepileptika genannt werden. Diese werden eingesetzt zur

Behandlung von Epilepsie, einem Zustand bei dem man wiederholte Krämpfe oder Krampfanfälle

hat.

Eslicarbazepin beta wird angewendet:

alleine, ohne andere Arzneimittel gegen Epilepsie (Monotherapie) zur Behandlung von

Erwachsenen mit neu diagnostizierter Epilepsie.

als Zusatzbehandlung zu anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie bei Erwachsenen,

Jugendlichen und Kindern über 6 Jahren, die unter Anfällen leiden, die einen Teilbereich des

Gehirns betreffen (partielle Anfälle). Diesen Anfällen können, aber müssen nicht, Anfälle

folgen, die das gesamte Gehirn betreffen (sekundäre Generalisierung).

Eslicarbazepin beta wurde Ihnen von Ihrem Arzt gegeben, um die Anzahl der Anfälle zu

verringern.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Eslicarbazepin beta beachten?

Eslicarbazepin beta darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Eslicarbazepin, gegen andere Carboxamid-Derivate (z. B.

Carbamazepin, oder Oxcarbazepin, Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie) oder einen

der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie an einer bestimmten Art von Herzrhythmusstörungen leiden (atrioventrikulärer

(AV) Block zweiten oder dritten Grades).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Eslicarbazepin beta einnehmen.

Kontaktieren Sie sofort Ihren Arzt:

falls Sie Blasenbildung oder Abschälungen der Haut, Hautausschlag, Schluck- oder

Atembeschwerden, Schwellung Ihrer Lippen, Gesicht, Augenlider, Rachen oder Zunge

beobachten. Dies können Anzeichen einer allergischen Reaktion sein.

falls Sie an Verwirrtheit, Verschlimmerung der epileptischen Anfälle oder verringertem

Bewusstsein leiden. Dies können Anzeichen für niedrige Salzspiegel im Blut sein.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt:

wenn Sie Nierenbeschwerden haben. Möglicherweise muss Ihr Arzt die Dosis anpassen.

Eslicarbazepin beta wird nicht empfohlen bei Patienten mit schweren Nierenerkrankungen.

wenn Sie Leberbeschwerden haben. Eslicarbazepin beta wird nicht empfohlen bei Patienten

mit schweren Lebererkrankungen.

wenn Sie ein anderes Arzneimittel einnehmen, das Veränderungen im EKG

(Elektrokardiogramm) - sogenannte PR Intervall Verlängerungen - hervorrufen kann. Falls

Sie nicht sicher sind, ob die von Ihnen eingenommenen Arzneimittel eine solche Wirkung

haben, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.

wenn Sie an einer Herzerkrankung wie Herzinsuffizienz oder Herzinfarkt leiden, oder eine

Herzrhythmusstörung haben.

wenn Sie an Anfällen leiden, die mit einer großflächigen elektrischen Entladung beginnen,

die beide Seiten des Gehirns betrifft.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika behandelt wurden, hatten Gedanken

daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt

während der Einnahme von Eslicarbazepin beta solche Gedanken haben sollten, kontaktieren Sie

sofort Ihren Arzt.

Eslicarbazepin beta kann Sie vor allem zu Beginn der Behandlung schwindelig und/oder schläfrig

machen. Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Eslicarbazepin beta ist erforderlich, um

Unfallverletzungen wie Stürze zu vermeiden.

Bei der Einnahme von Eslicarbazepin beta ist besondere Vorsicht erforderlich:

Nach der Markteinfühung sind im Zusammenhang mit der Eslicarbazepin-Behandlung Erfahrungen

mit schweren und potenziell lebensbedrohlichen Hautreaktionen, einschließlich Stevens-Johnson-

Syndrom/toxische epidermale Nekrolyse, Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und

systemischen Symptomen (DRESS), berichtet worden.

Wenn bei Ihnen ein schwerer Hautausschlag oder andere Hautprobleme auftreten (siehe

Abschnitt 4), beenden Sie die Einnahme von Eslicarbazepin beta und kontaktieren Sie Ihren Arzt

oder bemühen Sie sich sofort um medizinische Hilfe.

Das bei Patienten der Bevölkerungsgruppen der Han-Chinesen oder Thailänder erhöhte Risiko für

schwerwiegende Hautreaktionen nach einer Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch

verwandten Substanzen lässt sich durch einen Bluttest bestimmen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob bei

Ihnen vor Einnahme von Eslicarbazepin beta ein Bluttest erforderlich ist.

Kinder

Eslicarbazepin beta darf nicht bei Kindern im Alter von 6 Jahren und darunter angewendet werden.

Einnahme von Eslicarbazepin beta zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Dies ist wichtig für den Fall, dass diese Arzneimittel die Wirkung von Eslicarbazepin beta

beeinflussen, oder dass umgekehrt Eslicarbazepin beta die Wirkung dieser Arzneimittel beeinflusst.

Informieren Sie Ihren Arzt falls Sie:

Phenytoin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie) einnehmen, da eine Anpassung

Ihrer Dosis notwendig sein könnte.

Carbamazepin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie) einnehmen, da Ihre Dosis

gegebenenfalls angepasst werden muss und die folgenden Nebenwirkungen von

Eslicarbazepin beta vermehrt auftreten können: Doppeltsehen, abnorme Koordination und

Schwindel.

hormonelle Verhütungsmittel (wie die Pille), da Eslicarbazepin beta deren Wirkung

verringern kann.

Simvastatin (ein zur Senkung der Cholesterinspiegel verwendetes Arzneimittel) einnehmen,

da Ihre Dosis gegebenenfalls angepasst werden muss.

Rosuvastatin, ein Arzneimittel zur Senkung des Cholesterinspiegels, einnehmen.

das Blutverdünnungsmittel Warfarin einnehmen.

trizyklische Antidepressiva wie zum Beispiel Amitriptylin einnehmen.

Nehmen Sie nicht Oxacarbazepin (ein anderes Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie)

zusammen mit Eslicarbazepin beta ein, da nicht bekannt ist, ob die Einnahme dieser

Arzneimittel zusammen sicher ist.

Hinweise zur Verhütung siehe Abschnitt 'Schwangerschaft und Stillzeit'.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Eslicarbazepin bei Schwangeren vor.

Untersuchungen haben ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler bei Kindern von Müttern ergeben, die

Arzneimittel gegen Epilepsie einnehmen. Andererseits darf eine effektive Therapie mit

Antiepileptika nicht unterbrochen werden, da eine Verschlimmeru

ng der Erkrankung gefährlich für

Mutter und Kind ist.

Stillen Sie nicht während der Einnahme von Eslicarbazepin beta. Es ist nicht bekannt, ob

Eslicarbazepin in die Muttermilch übergeht.

Eslicarbazepin kann die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln wie die der „Pille“

verringern. Daher wird empfohlen, dass Sie während der Einnahme von Eslicarbazepin beta und

bis zum Ende des Menstruationszyklus nach Absetzen der Behandlung andere Formen zur sicheren

und zuverlässigen Verhütung anwenden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Eslicarbazepin beta kann Sie vor allem zu Beginn der Behandlung schwindelig und schläfrig

machen und Ihr Sehvermögen beeinflussen. Falls dies geschieht, dürfen Sie kein Fahrzeug führen

oder Werkzeuge oder Maschinen bedienen.

Eslicarbazepin beta enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

Wie ist Eslicarbazepin beta einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Erwachsene

Dosis zu Beginn Ihrer Behandlung

400 mg einmal täglich über ein oder zwei Wochen, bevor auf die Erhaltungsdosis erhöht wird. Ihr

Arzt wird entscheiden, ob Sie diese Dosis ein oder zwei Wochen einnehmen müssen.

Erhaltungsdosis

Die übliche Erhaltungsdosis beträgt 800 mg einmal täglich. Abhängig von Ihrem Ansprechen auf

Eslicarbazepin beta kann Ihre Dosis auf 1200 mg einmal täglich erhöht werden. Wenn Sie

Eslicarbazepin beta alleine, ohne andere Arzneimittel gegen Epilepsie einnehmen, wird Ihr Arzt

möglicherweise in Erwägung ziehen, dass Sie von einer Dosis von 1600 mg einmal täglich

profitieren.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Falls Sie Nierenfunktionsstörungen haben, werden Sie üblicherweise eine niedrigere Dosis von

Eslicarbazepin beta erhalten. Ihr Arzt wird die richtige Dosis für Sie ermitteln. Wenn Sie

schwerwiegende Nierenprobleme haben, wird die Anwendung von Eslicarbazepin beta nicht

empfohlen.

Ältere Patienten (ab 65 Jahren)

Wenn Sie älter als 65 Jahre sind und Eslicarbazepin beta alleine, ohne andere Arzneimittel gegen

Epilepsie einnehmen, ist die Dosis von 1600 mg für Sie nicht geeignet.

Kinder über 6 Jahren

Dosierung bei Behandlungsbeginn

Die Anfangsdosis beträgt einmal täglich 10 mg pro kg Körpergewicht und wird ein oder zwei

Wochen lang eingenommen, bevor sie auf die Erhaltungsdosis erhöht wird.

Erhaltungsdosis

Abhängig vom Ansprechen auf Eslicarbazepin beta kann die Dosis im Abstand von einer oder zwei

Wochen um jeweils 10 mg pro kg Körpergewicht auf bis zu 30 mg pro kg Körpergewicht erhöht

werden. Die Höchstdosis beträgt 1200 mg einmal täglich.

Kinder mit einem Körpergewicht ab 60 kg

Kinder mit einem Körpergewicht ab 60 kg erhalten dieselbe Dosierung wie Erwachsene.

Andere Darreichungsformen dieses Arzneimittels, wie z. B. eine Suspension zum Einnehmen, sind

für Kinder eventuell besser geeignet. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Art der Anwendung

Eslicarbazepin beta ist zum Einnehmen. Schlucken Sie die Tablette mit einem Glas Wasser.

Eslicarbazepin beta Tabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Die Tablette

kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Eslicarbazepin beta eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich eine größere Menge Eslicarbazepin beta eingenommen haben als Sie

sollten, besteht bei Ihnen möglicherweise das Risiko für ein vermehrtes Auftreten von

Krampfanfällen und es kann bei Ihnen zu einer unregelmäßigen oder beschleunigten

Herzschlagfolge kommen. Wenden Sie sich sofort an einen Arzt oder gehen Sie sofort in ein

Krankenhaus, wenn es bei Ihnen zu einem der genannten Symptome kommt. Nehmen Sie die

Arzneimittelpackung mit, damit der Arzt weiß, was Sie eingenommen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Eslicarbazepin beta vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme einer Tablette vergessen haben, holen Sie dies nach sobald Sie sich daran

erinnern und fahren wie gewöhnlich fort. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die

vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Eslicarbazepin beta abbrechen

Brechen Sie die Einnahme von Eslicarbazepin beta nicht plötzlich ab. Falls Sie das tun, erhöhen

Sie das Risiko, mehr Anfälle zu bekommen. Ihr Arzt wird entscheiden wie lange Sie Eslicarbazepin

beta einnehmen sollten. Falls Ihr Arzt entscheidet, dass Ihre Behandlung mit Eslicarbazepin beta

beendet werden soll, wird die Dosis üblicherweise allmählich verringert. Es ist wichtig, dass Ihre

Behandlung wie von Ihrem Arzt geraten, abgeschlossen wird, andernfalls können sich Ihre

Krankheitsanzeichen verschlimmern.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Die folgenden Nebenwirkungen können sehr schwerwiegend sein. Falls diese bei Ihnen auftreten,

setzen Sie die Einnahme von Eslicarbazepin beta ab und informieren Sie umgehend einen Arzt oder

gehen Sie sofort in ein Krankenhaus, da Sie dringend eine ärztliche Behandlung benötigen könnten:

Blasenbildung oder Abschälungen von Haut und/oder Schleimhäuten, Hautausschlag,

Schluck- oder Atembeschwerden, Schwellung Ihrer Lippen, Gesicht, Augenlider, Rachen

oder Zunge. Dies können Anzeichen einer allergischen Reaktion sein.

Sehr häufig

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Gefühl von Schwindel oder Müdigkeit

Häufig

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Gefühl der Wackeligkeit, Drehschwindel oder das Gefühl des Schwebens

Gefühl von Übelkeit oder Erbrechen

Kopfschmerzen

Durchfall

Doppeltsehen oder verschwommenes Sehen

Konzentrationsschwierigkeiten

Gefühl der Antriebslosigkeit oder Müdigkeit

Zittern

Hautausschlag

Bluttests, die zeigen dass Sie einen niedrigen Natriumspiegel im Blut haben

Verminderter Appetit

Schlafstörungen

Schwierigkeiten bei der Koordination von Bewegungen (Ataxie)

Gewichtszunahme.

Gelegentlich

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Ungeschicktheit

Allergie

Verstopfung

Anfälle

Verminderte Funktion der Schilddrüse. Zu den Symptomen gehören verminderter

Schilddrüsenhormon Spiegel (festgestellt in Blutuntersuchungen), Kälteempfindlichkeit,

verdickte Zunge, dünne und brüchige Fingernägel oder Haare und niedrige Körpertemperatur

Leberbeschwerden

Bluthochdruck oder starker Blutdruckanstieg

Niedriger Blutdruck oder ein Blutdruckabfall beim Aufstehen

Bluttests, die zeigen dass Sie einen niedrigen Salzspiegel (einschließlich Chlorid) im Blut

haben oder eine Verringerung der Anzahl der roten Blutkörperchen

Flüssigkeitsmangel

Veränderungen der Augenbeweglichkeit, unscharfes Sehen oder rote Augen

Stürze

Brandwunden

Schwaches Gedächtnis oder Vergesslichkeit

Weinen, sich depressiv, nervös oder verwirrt fühlen, Interessenlosigkeit oder Gefühllosigkeit

Unfähigkeit zu Sprechen oder zu Schreiben oder gesprochene oder geschriebene Sprache zu

verstehen.

Unruhe

Aufmerksamkeits-defizit-/ Hyperaktivitäts -Syndrom

Reizbarkeit

Stimmungsschwankungen oder Halluzinationen

Sprachschwierigkeiten

Nasenbluten

Brustschmerzen

Kribbeln und/oder Taubheitsgefühl am ganzen Körper

Migräne

Brennendes Gefühl

Störung des Tastsinns

Störungen der Geruchswahrnehmung

Klingeln im Ohr

Schwerhörigkeit

Anschwellung Ihrer Beine und Arme

Sodbrennen, Magenverstimmung, Bauchschmerzen, Blähungen und Unwohlsein oder

trockener Mund

Dunkler Stuhl (Teerstuhl)

Entzündetes Zahnfleisch oder Zahnschmerzen

Schwitzen oder trockene Haut

Juckreiz

Hautveränderungen (z. B. Rötung der Haut)

Haarausfall

Harnwegsinfektion

Allgemeines Schwächegefühl, Unwohlsein oder Schüttelfrost

Gewichtsverlust

Muskelschmerzen, Gliederschmerzen, Muskelschwäche

Knochenstoffwechselstörung

Anstieg von Knochenproteinen

Flush, Kalte Gliedmaßen

Langsamer oder unregelmäßiger Herzschlag

Extreme Müdigkeit

Sedierung

Neurologische Bewegungsstörungen, bei denen die Kontraktion Ihrer Muskeln

Verrenkungen, wiederholte Bewegungen oder abnormale Haltungen verursacht

Arzneistoff-Toxizität

Angst.

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Verringerung der Anzahl der Blutplättchen, was das Risiko von Blutungen oder

Blutergüssen erhöht

Starke Rückenschmerzen oder Bauchschmerzen (verursacht durch eine Entzündung der

Bauchspeicheldrüse)

Verringerung der Anzahl der weißen Blutkörperchen, was Infektionen wahrscheinlicher

macht.

Rötliche, scheibenartige Hautflecken oder kreisförmige Stellen, häufig mit Blasen in der

Mitte, im Bereich des Rumpfes, Hautabschälungen, Geschwüre im Bereich von Mund,

Rachen, Nase, Genitalien und Augen, rote und geschwollene Augen, denen Fieber und/oder

grippeähnliche Symptome vorausgehen können (Stevens-Johnson-Syndrom/toxische

epidermale Nekrolyse);

Anfänglich grippeähnliche Symptome, Hautausschlag im Gesicht und dann ausgedehnter

Hautausschlag, hohe Körpertemperatur, erhöhte Leberenzymwerte, Blutanomalien

(Eosinophilie), geschwollene Lymphknoten und Beteiligung anderer Körperorgane

(Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen, auch als DRESS

oder Arzneimittelüberempfindlichkeits-Syndrom bezeichnet);

Schwere allergische Reaktionen, die Schwellungen von Gesicht, Rachen, Händen, Füßen,

Fußgelenken oder Unterschenkeln verursachen;

Urtikaria (juckender Hautausschlag).

Die Behandlung mit Eslicarbazepin beta wird mit einer Anomalie im EKG (Elektrokardiogram) in

Verbindung gebracht, die als Erhöhung des PR Intervalls bezeichnet wird. In Zusammenhang mit

dieser Anomalie im EKG könnten Nebenwirkungen (z. B. Ohnmacht und Verlangsamung des

Herzschlags) auftreten.

Es gibt Berichte über Knochenerkrankungen einschließlich Osteopenie und Osteoporose

(Knochenschwund) und Knochenbrüche unter strukturell verwandten Antiepileptika wie

Carbamazepin und Oxcarbazepin. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie langfristig

Antiepileptika einnehmen, bei Ihnen eine Osteoporose bekannt ist oder Sie Steroide einnehmen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Eslicarbazepin beta aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung, der Flasche und dem Umkarton

nach „Verwendbar bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es

nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden

Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Eslicarbazepin beta enthält

Jede Tablette enthält 800 mg Eslicarbazepinacetat.

-Die sonstigen Bestandteile sind: Povidon K29/32, Croscarmellose-Natrium und Magnesiumstearat

(Ph. Eur.) [pflanzlich].

Wie Eslicarbazepin beta aussieht und Inhalt der Packung

Weiße bis gebrochen weiße Tabletten, oval und bikonvex, 19 mm lang, mit der Prägung "IC" auf

einer Seite und Bruchkerbe auf einer Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Transparente PVC/Aluminium-Blisterpackungen mit je 10 Tabletten pro Blisterpackung in einem

Umkarton.

Packungsgrößen: 20, 30, 60 und 90 Tabletten

HDPE-Flaschen mit einem kindergesicherten Verschluss

Packungsgröße: 90 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

betapharm Arzneimittel GmbH

Kobelweg 95

86156 Augsburg

Tel. 0821 748810

Fax 0821 74881420

E-Mail: info@betapharm.de

Hersteller

Coripharma ehf.

Reykjavíkurvegur 78-80

220 Hafnarfjörður

Island

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Island

Eslicarbazepin beta

Deutschland

Eslicarbazepin beta 800 mg Tabletten

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im April 2021

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Eslicarbazepin beta 200 mg Tabletten

Eslicarbazepin beta 800 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eslicarbazepin beta 200 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 200 mg Eslicarbazepinacetat.

Eslicarbazepin beta 800 mg Tabletten

Jede Tablette enthält 800 mg Eslicarbazepinacetat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Eslicarbazepin beta 200 mg Tabletten

Weiße bis gebrochen weiße Tabletten, oval und bikonvex, 11,3 mm lang, mit der Prägung "I" auf

einer Seite und Bruchkerbe auf beiden Seiten. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Eslicarbazepin beta 800 mg Tabletten

Weiße bis gebrochen weiße Tabletten, oval und bikonvex, 19 mm lang, mit der Prägung "IC" auf

einer Seite und Bruchkerbe auf einer Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Eslicarbazepin beta ist indiziert als:

Monotherapie zur Behandlung partieller epileptischer Anfälle mit oder ohne sekundäre

Generalisierung bei Erwachsenen mit neu diagnostizierter Epilepsie;

Begleittherapie bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern über 6 Jahren mit partiellen

epileptischen Anfällen mit oder ohne sekundäre Generalisierung.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Erwachsene

Eslicarbazepin beta kann als Monotherapie oder begleitend zu einer bestehenden antikonvulsiven

Therapie eingenommen werden. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 400 mg. Diese sollte nach

ein bis zwei Wochen auf 800 mg einmal täglich erhöht werden. Je nach individuellem Ansprechen

kann die Dosis auf 1200 mg einmal täglich erhöht werden. Manche Patienten unter Monotherapie

können von einer Dosis von 1600 mg einmal täglich profitieren (siehe Abschnitt 5.1).

Besondere Patientengruppen

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung erforderlich, sofern keine Nierenfunktionsstörung

vorliegt. Zur Monotherapie mit einer Dosis von 1600 mg bei älteren Patienten liegen nur sehr

begrenzte Daten vor. Daher wird diese Dosis für diese Patientengruppe nicht empfohlen.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Bei der Behandlung von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern über 6 Jahren mit

eingeschränkter Nierenfunktion ist Vorsicht geboten. Die Dosis sollte daher entsprechend der

Kreatinin-

Clearance

) wie folgt angepasst werden:

> 60 ml/min: keine Dosisanpassung notwendig.

30 - 60 ml/min: Anfangsdosis von 200 mg (bzw. 5 mg/kg bei Kindern über 6 Jahren)

einmal täglich oder 400 mg (bzw. 10 mg/kg bei Kindern über 6 Jahren) jeden zweiten Tag

für 2 Wochen, anschließend einmal täglich 400 mg (bzw. 10 mg/kg bei Kindern über

6 Jahren). Abhängig von der individuellen Reaktion kann die tägliche Dosis erhöht werden.

< 30 ml/min: die Anwendung wird aufgrund unzureichender Daten bei Patienten mit

schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion nicht empfohlen

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit leichten bis mäßigen Leberfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung

notwendig. Die Pharmakokinetik von Eslicarbazepinacetat wurde bei Patienten mit schweren

Leberfunktionsstörungen nicht untersucht (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2). Die Anwendung wird

daher bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Kinder über 6 Jahren

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 10 mg/kg/Tag einmal täglich. Die Dosierung sollte je nach

individuellem Ansprechen im Abstand von einer oder zwei Wochen um jeweils 10 mg/kg/Tag auf

bis zu 30 mg/kg/Tag erhöht werden. Die Höchstdosis beträgt 1200 mg einmal täglich (siehe

Abschnitt 5.1).

Kinder mit einem Körpergewicht ≥ 60 kg

Kinder mit einem Körpergewicht ab 60 kg erhalten dieselbe Dosierung wie Erwachsene.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Eslicarbazepinacetat bei Kindern im Alter von 6 Jahren und

darunter ist bisher noch nicht erwiesen. Zurzeit vorliegende Daten werden in den Abschnitten 4.8,

5.1 und 5.2 beschrieben; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Eslicarbazepin beta kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Umstellung auf eine andere Darreichungsform

Da vergleichende Bioverfügbarkeitsdaten für

Eslicarbazepin beta Tabletten

und für andere

Darreichungsformen, z. B. Suspensionen und umgekehrt, nicht verfügbar sind,

ist bei der

Umstellung von Patienten von der einen auf die andere Darreichungsform Vorsicht geboten.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Carboxamid-Derivate (z. B. Carbamazepin,

Oxcarbazepin) oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Atrioventrikulärer Block zweiten und dritten Grades.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Suizidgedanken

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter,

placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das

Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung

dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines

erhöhten Risikos bei der Einnahme von Eslicarbazepinacetat nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Erkrankungen des Nervensystems

Eslicarbazepinacetat wurde in Zusammenhang gebracht mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen

auf das Zentralnervensystem, wie Schwindel und Schläfrigkeit, die das Auftreten von

Unfallverletzungen erhöhen können.

Andere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bei Beendigung der Anwendung von Eslicarbazepin beta wird eine schrittweise Verringerung der

Dosis empfohlen, um ein mögliches Ansteigen der Häufigkeit von Anfällen zu minimieren.

Hautreaktionen

Hautausschlag trat als unerwünschte Arzneimittelwirkung bei 1,2 % aller Personen auf, die in

klinischen Studien an Epileptikern mit Eslicarbazepin behandelt wurden. Für Patienten, die

Eslicarbazepin einnehmen, wurden Fälle mit Angioödem und Urtikaria berichtet. Ein Angioödem

kann im Kontext von Hypersensitivität/anaphylaktischen Reaktionen in Verbindung mit einem

laryngealen Ödem tödlich sein. Falls Anzeichen oder Symptome einer Überempfindlichkeit

auftreten, muss Eslicarbazepinacetat sofort abgesetzt werden und es ist eine alternative Behandlung

einzuleiten. Nach der Markteinführung sind im Zusammenhang mit der Eslicarbazepinacetat-

Behandlung Erfahrungen mit schweren arzneimittelinduzierten Hautreaktionen (SCARSs),

einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)/toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), die

lebensbedrohlich oder tödlich sein können, berichtet worden. Patienten sind zum Zeitpunkt der

Verschreibung über die Anzeichen und Symptome aufzuklären und engmaschig auf Hautreaktionen

zu überwachen. Wenn Anzeichen und Symptome auftreten, die auf diese Reaktionen hindeuten, ist

Eslicarbazepin beta sofort abzusetzen und es muss (gegebenenfalls) eine alternative Behandlung in

Betracht gezogen werden. Bei Patienten, bei denen diese Reaktionen aufgetreten sind, darf zu

keinem Zeitpunkt erneut eine Behandlung mit Eslicarbazepin eingeleitet werden.

Das HLA-B*1502-Allel - bei Han-Chinesen, Thailändern und anderen Asiaten

Es wurde gezeigt, dass das HLA-B*1502-Allel bei Personen, die aufgrund ihrer Abstammung den

Bevölkerungsgruppen der Han-Chinesen oder der Thai zuzurechnen sind, mit einem stark erhöhten

Risiko für die Entwicklung der als Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) bezeichneten schweren

Hautreaktion nach einer Behandlung mit Carbamazepin verbunden ist. Da Eslicarbazepinacetat

eine ähnliche chemische Struktur hat wie Carbamazepin, könnten für HLA-B*1502 positive

Patienten auch ein erhöhtes Risiko für ein SJS nach Behandlung mit Eslicarbazepinacetat haben.

Die Prävalenz von HLA-B*1502-Trägern beträgt bei Han-Chinesen und Thailändern 10 %. Daher

sollten diese Personen möglichst vor Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch verwandten

Wirkstoffen auf das Vorhandensein dieses Allels untersucht werden. Fällt der Test auf das HLA-

B*1502-Allel bei Patienten dieser Abstammung positiv aus, kann die Anwendung von

Eslicarbazepinacetat erwogen werden, sofern der Nutzen höher eingeschätzt wird als das Risiko.

Wegen der Prävalenz dieses Allels in anderen asiatischen Populationen (z. B. über 15 % auf den

Philippinen und in Malaysia) kann die Testung von Populationen mit genetisch erhöhtem Risiko

auf das Vorliegen von HLA-B*1502 erwogen werden.

Das HLA-A*3101-Allel - bei Populationen europäischer Abstammung und Japanern

Es gibt Daten, die darauf hinweisen, dass HLA-A*3101 bei Personen europäischer Abstammung

und Japanern mit einem erhöhten Risiko für Carbamazepin-induzierte kutane unerwünschte

Arzneimittelwirkungen wie Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), toxische epidermale Nekrolyse

(TEN), Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie (DRESS) oder weniger schwer akute generalisierte

exanthematische Pustulose (AGEP) und makulopapulöser Hautauschlag verbunden ist. Die

Häufigkeit des HLA-A*3101-Allels zeigt bei verschiedenen ethnischen Populationen große

Schwankungen: Die Prävalenz beträgt in europäischen Populationen 2 bis 5 % und in japanischen

Populationen etwa 10 %. Das Vorliegen des HLA-A*3101-Allels kann das Risiko für

Carbamazepin-induzierte Hautreaktionen (meist weniger schwer) von 5,0 % in der

Allgemeinbevölkerung auf 26,0 % bei Personen europäischer Abstammung erhöhen, während das

Fehlen das Risiko von 5,0 % auf 3,8 % verringern kann. Die vorliegenden Daten sind nicht

ausreichend, um eine Empfehlung für ein Screening auf HLA-A*3101 vor Beginn einer

Behandlung mit Carbamazepin oder chemisch verwandten Substanzen auszusprechen. Wenn bei

Patienten europäischer oder japanischer Abstammung bekannt ist, dass sie für das HLA-A*3101-

Allel positiv sind, kann die Anwendung von Carbamazepin oder chemisch verwandten Substanzen

erwogen werden, sofern der Nutzen höher eingeschätzt wird als das Risiko.

Hyponatriämie

Eine Hyponatriämie als unerwünschte Wirkung trat bei 1,5 % der Patienten auf, die mit

Eslicarbazepinacetat behandelt wurden. Eine Hyponatriämie verläuft in den meisten Fällen

asymptomatisch. Unter Umständen kann es jedoch zu klinischen Symptomen wie zum Beispiel

einer Verschlimmerung der Anfälle, Verwirrtheit oder vermindertem Bewusstsein kommen. Die

Häufigkeit einer Hyponatriämie nimmt mit zunehmender Eslicarbazepinacetat-Dosis zu. Bei

Patienten, bei denen eine bereits existierende Nierenerkrankung zu einer Hyponatriämie geführt

hat, oder bei Patienten, die gleichzeitig mit Arzneimitteln behandelt werden, die ihrerseits zu einer

Hyponatriämie führen können (z. B. Diuretika, Desmopressin, Carbamazepin), sollten die

Natriumwerte im Serum bestimmt werden, falls klinische Anzeichen einer Hyponatriämie

auftreten. Davon unabhängig sollten die Natriumwerte bei routinemäßigen Laboruntersuchungen

bestimmt werden. Falls sich eine klinisch relevante Hyponatriämie entwickelt, sollte

Eslicarbazepinacetat abgesetzt werden.

PR Intervall

Verlängerung des PR Intervalls wurde in klinischen Studien mit Eslicarbazepinacetat beobachtet.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit medizinischen Auffälligkeiten (z. B. niedriger

Thyroxinspiegel, abnorme Erregungsleitung im Herzen) oder wenn gleichzeitig Arzneimittel

eingenommen werden, die mit einer Verlängerung des PR Intervalls in Verbindung gebracht

werden.

Nierenfunktionsstörung

Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit einer Beeinträchtigung der

Nierenfunktion. Hier sollte die Dosis auf Basis der Kreatinin-

Clearance

(siehe Abschnitt 4.2)

angepasst werden. Bei Patienten mit CL

< 30 ml/min wird die Anwendung aufgrund

unzureichender Daten nicht empfohlen.

Leberfunktionsstörung

Da für Patienten mit leichter bis mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion klinische Daten nur

begrenzt und für Patienten mit schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion weder

pharmakokinetische noch klinische Daten zur Verfügung stehen, sollte Eslicarbazepinacetat bei

Patienten mit leichter bis mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion nur mit Vorsicht und bei

Patienten mit starker Beeinträchtigung überhaupt nicht angewendet werden.

Natriumgehalt

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Eslicarbazepinacetat wird weitgehend in Eslicarbazepin umgewandelt und hauptsächlich durch

Glukuronidierung abgebaut.

In vitro

ist Eslicarbazepin ein schwacher Induktor für CYP3A4 und

UDP-Glukoronyltransferasen.

In vivo

wirkte Eslicarbazepin auf den Metabolismus von

Arzneimitteln, die vorwiegend durch Metabolisierung durch CYP3A4 (z. B. Simvastatin) eliminiert

werden, als Induktor. Daher ist bei Arzneimitteln, die vorwiegend durch CYP3A4 metabolisiert

werden, gegebenenfalls eine Dosiserhöhung erforderlich, wenn diese zusammen mit

Eslicarbazepinacetat angewendet werden. Eslicarbazepin wirkt

in vivo

möglicherweise als Induktor

auf die Metabolisierung von Arzneimitteln, die vorwiegend durch Konjugation durch UDP-

Glukoronyltransferasen eliminiert werden. Bei Beginn oder Beendigung der Behandlung mit

Eslicarbazepin beta oder bei einer Veränderung der Dosis kann es 2 bis 3 Wochen dauern, bis das

neue Niveau der Enzymaktivität erreicht ist. Diese Zeitverzögerung muss berücksichtigt werden,

wenn Eslicarbazepin beta kurz vor oder zusammen mit anderen Arzneimitteln angewendet wird,

bei denen eine Dosiskorrektur erforderlich ist, wenn sie zusammen mit Eslicarbazepin beta

angewendet werden. Eslicarbazepin wirkt inhibierend auf CYP2C19. Aus diesem Grund kann es

bei der gleichzeitigen Einnahme von hochdosiertem Eslicarbazepinacetat und Arzneimitteln, die

hauptsächlich durch CYP2C19 (z. B. Phenytoin) metabolisiert werden, zu Wechselwirkungen

kommen.

Wechselwirkungen mit anderen antiepileptischen Arzneimitteln

Carbamazepin

In einer Studie an gesunden Probanden führte die gleichzeitige Verabreichung von einmal täglich

800 mg Eslicarbazepinacetat und zweimal täglich 400 mg Carbamazepin im Mittel zu einer

32 %igen Abnahme der Exposition gegenüber dem wirksamen Metaboliten Eslicarbazepin, und

zwar höchstwahrscheinlich durch Induktion der Glucuronidierung. Bei der Exposition gegenüber

Carbamazepin oder dessen Metaboliten Carbamazepin-Epoxid wurde keine Änderung festgestellt.

Je nach individuellem Ansprechen muss die Dosis von Eslicarbazepinacetat bei gleichzeitiger

Anwendung von Carbamazepin gegebenenfalls erhöht werden. Nach Ergebnissen aus

Patientenstudien erhöhte sich bei gleichzeitiger Behandlung das Risiko für folgende

Nebenwirkungen: Diplopie, Koordinationsstörungen und Schwindel. Die Gefahr eines vermehrten

Auftretens weiterer, auf die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Eslicarbazepinacetat

zurückzuführender spezifischer Nebenwirkungen kann nicht ausgeschlossen werden.

Phenytoin

In einer Studie mit gesunden Probanden führte die gleichzeitige Anwendung von

Eslicarbazepinacetat 1200 mg einmal täglich und Phenytoin zu einer durchschnittlichen

Verringerung der Exposition gegenüber dem aktiven Metaboliten Eslicarbazepin um 31 – 33 %,

wahrscheinlich verursacht durch Induktion der Glukuronidierung, sowie zu einer

durchschnittlichen Zunahme der Exposition gegenüber Phenytoin, vermutlich infolge einer

Inhibition von CYP2C19. In Abhängigkeit von der individuellen Reaktion, könnte eine Erhöhung

der Eslicarbazepinacetat-Dosis und eine Verringerung der Phenytoindosis erforderlich sein.

Lamotrigin

Glucuronidierung ist der wichtigste metabolische Weg für Eslicarbazepin und Lamotrigin, eine

Wechselwirkung ist daher zu erwarten. Eine Studie mit gesunden Probanden mit

Eslicarbazepinacetat 1200 mg einmal täglich zeigte eine geringe durchschnittliche

pharmakokinetische Wechselwirkung (Exposition gegenüber Lamotrigin um 15 % vermindert)

zwischen Eslicarbazepinacetat und Lamotrigin. Daher sind keine Dosisanpassungen nötig.

Aufgrund interindividueller Variabilität könnte dieser Effekt bei einigen Personen aber klinisch

relevant sein.

Topiramat

In einer Studie mit gesunden Probanden zeigte sich bei gleichzeitiger Anwendung von

Eslicarbazepinacetat 1200 mg einmal täglich und Topiramat bei der Exposition gegenüber

Eslicarbazepin keine signifikante Änderung. Allerdings verringerte sich die Exposition gegenüber

Topiramat um 18 %, vermutlich als Folge einer verminderten Bioverfügbarkeit von Topiramat. Es

sind keine Dosisanpassungen notwendig.

Valproat und Levetiracetam

Nach einer pharmakokinetischen Populationsanalyse von Phase-III-Studien bei erwachsenen

Epileptikern, hatte die gleichzeitige Anwendung von Valproat oder Levetiracetam keinen Einfluss

auf die Exposition gegenüber Eslicarbazepin, doch wurde dies nicht in konventionellen

Wechselwirkungsstudien überprüft.

Oxcarbazepin

Eine gleichzeitige Anwendung von Eslicarbazepinacetat mit Oxcarbazepin wird nicht empfohlen,

da dies zu einer übermäßigen Exposition gegenüber den aktiven Metaboliten führen kann.

Andere Arzneimittel

Orale Kontrazeptiva

Bei der Gabe von Eslicarbazepinacetat 1200 mg einmal täglich an weibliche Probanden, die ein

kombiniertes Kontrazeptivum verwendeten, zeigte sich eine durchschnittliche Verringerung der

systemischen Exposition von Levonorgestrel und Ethinyloestradiol von 37 % und 42 %, die

höchstwahrscheinlich durch eine Induktion von CYP3A4 ausgelöst wurde. Frauen im gebärfähigen

Alter müssen daher während der Anwendung von Eslicarbazepin und bis zum Ende des laufenden

Menstruationszyklus nach Beendigung der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode

anwenden (siehe Abschnitt 4.6).

Simvastatin

In einer Studie an gesunden Probanden ergab sich bei gleichzeitiger Verabreichung von einmal

täglich 800 mg Eslicarbazepinacetat im Mittel eine 50 %ige Abnahme der systemischen Exposition

gegenüber Simvastatin, und zwar höchstwahrscheinlich durch Induktion von CYP3A4. Bei

gleichzeitiger Anwendung mit Eslicarbazepinacetat ist gegebenenfalls eine Erhöhung der

Simvastatin-Dosis erforderlich.

Rosuvastatin

Es zeigte sich eine durchschnittliche Verringerung der systemischen Exposition von 36 - 39 % in

gesunden Probanden, bei gleichzeitiger Anwendung von Eslicarbazepinacetat 1200 mg einmal

täglich. Der Grund für diese Verringerung ist unbekannt, könnte jedoch durch eine

Beeinträchtigung der Transporteraktivität von Rosuvastatin verursacht werden bzw. könnte auch

im Zusammenhang mit der Induktion des Metabolismus von Rosuvastatin stehen. Da der

Zusammenhang zwischen Exposition und Substanzaktivität unklar ist, ist eine Überwachung auf

das Therapieansprechen (z. B. Testung der Blutcholesterinwerte) zu empfehlen.

Warfarin

Eine gleichzeitige Anwendung von Eslicarbazepinacetat 1200 mg einmal täglich und Warfarin,

zeigte eine geringe (23 %) aber statistisch signifikante Verringerung der S-Warfarin Exposition. Es

gab keine Wirkung auf die Pharmakokinetik von R-Warfarin oder auf die Gerinnung. Aufgrund

interindividueller Variabilität der Wechselwirkungen sollte in den ersten Wochen nach Beginn oder

Beendigung der gleichzeitigen Anwendung von Warfarin und Eslicarbazepinacetat besondere

Aufmerksamkeit auf die INR Bestimmung gerichtet werden.

Digoxin

Eine Studie mit gesunden Probanden zeigte keinen Effekt von Eslicarbazepinacetat 1200 mg

einmal täglich auf die Pharmakokinetik von Digoxin. Dies deutet darauf hin, dass

Eslicarbazepinacetat keinen Einfluss auf den P-Glycoprotein-Transporter hat.

Monoamino Oxidase Hemmer (MAOIs)

Aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit von Eslicarbazepinacetat zu trizyklischen Antidepressiva

ist eine Wechselwirkung zwischen Eslicarbazepinacetat und MAO-Hemmern theoretisch möglich.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Allgemeine mit Epilepsie und antiepileptischen Arzneimitteln verbundene Risiken

Es konnte gezeigt werden, dass bei Neugeborenen von Frauen mit Epilepsie die Prävalenz von

Missbildungen zwei bis dreimal höher ist als die durchschnittliche Rate von 3 % in der

Gesamtbevölkerung. Besonders häufig wird über Lippenspalten, kardiovaskuläre Missbildungen

und Neuralrohrdefekte berichtet. Antiepileptische Mehrfachtherapien können mit einem höheren

Risiko für angeborene Fehlbildungen verbunden sein als Monotherapien. Daher ist es wichtig,

wann immer möglich eine Monotherapie anzuwenden. Frauen, die wahrscheinlich schwanger sind

oder sich im gebärfähigen Alter befinden, sollten fachliche Beratung erhalten. Die Notwendigkeit

einer Antiepilepsiebehandlung sollte überprüft werden, wenn eine Frau eine Schwangerschaft

plant. Die antiepileptische Therapie sollte nicht plötzlich abgebrochen werden, da dies zu

Anfallsrezidiven ("breakthrough seizures") führen kann, die ernsthafte Folgen sowohl für die

Mutter als auch für das Kind haben können.

Frauen im gebärfähigen Alter/Empfängnisverhütung

Eslicarbazepinacetat beeinträchtigt die Wirkung von oralen Kontrazeptiva. Deshalb sollte während

der Anwendung und bis zum Ende des laufenden Menstruationszyklus nach der Beendigung der

Behandlung eine andere wirksame und zuverlässige Verhütungsmethode angewendet werden.

Schwangerschaft

Es liegen keine Daten über die Anwendung von Eslicarbazepinacetat bei schwangeren Frauen vor.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Fertilität). Falls

Frauen während der Anwendung von Eslicarbazepinacetat schwanger werden oder eine

Schwangerschaft planen, sollte die Anwendung von Eslicarbazepin beta gründlich überdacht

werden. Es sollten nur minimal wirksame Dosen angewendet werden, und zumindest während der

ersten drei Monate der Schwangerschaft ist, wenn irgend möglich, eine Monotherapie vorzuziehen.

Patienten sollten über die Möglichkeit eines erhöhten Fehlbildungsrisikos beraten werden und auf

die Möglichkeit vorgeburtlicher Untersuchungen hingewiesen werden.

Überwachung und Prävention

Antiepileptika können zu einem Folsäuremangel beitragen, der wiederum fötale Fehlbildungen

verursachen kann. Eine Folsäuresubstitution wird daher vor und während der Schwangerschaft

empfohlen. Da die Wirksamkeit der Folsäuresubstitution nicht erwiesen ist, kann eine gezielte

vorgeburtliche Diagnose auch solchen Frauen empfohlen werden, die mit Folsäure substituiert

werden.

Bei Neugeborenen

Bei Neugeborenen wurden durch Antiepileptika verursachte Blutgerinnungsstörungen beobachtet.

Zur Sicherheit sollte als präventive Maßnahme Vitamin K1 während der letzten Wochen der

Schwangerschaft an die Schwangere und anschließend an das Neugeborene verabreicht werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt ob Eslicarbazepin in die Muttermilch übergeht. Tierexperimentelle Studien

zeigten einen Übertritt von Eslicarbazepin in die Muttermilch. Ein Risiko für das gestillte Kind

kann nicht ausgeschlossen werden. Daher sollte das Stillen während der Behandlung mit

Eslicarbazepinacetat abgebrochen werden.

Fertilität

Zu den Auswirkungen von Eslicarbazepinacetat auf die Fertilität beim Menschen liegen keine

Daten vor. Tierexperimentelle Studien haben nach der Behandlung mit Eslicarbazepinacetat eine

Beeinträchtigung der Fertilität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Eslicarbazepin beta hat geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Einige Patienten können unter Schwindel, Schläfrigkeit

oder Sehstörungen leiden, vor allem zu Behandlungsbeginn. Patienten sollten deshalb darauf

hingewiesen werden, dass ihre körperlichen und/oder geistigen Fähigkeiten, die zum Bedienen von

Maschinen oder zum Führen eines Fahrzeugs nötig sind, beeinträchtig sein können. Es sollte diesen

Patienten empfohlen werden, auf das Bedienen von Maschinen und das Führen eines Fahrzeugs zu

verzichten, bis festgestellt ist, dass ihre Fähigkeiten solche Tätigkeiten auszuführen nicht

beeinflusst werden.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

In klinischen Studien (Begleittherapie und Monotherapie) wurden 2.434 Patienten mit partiellen

epileptischen Anfällen mit Eslicarbazepinacetat behandelt (1.983 Erwachsene und 451 Kinder und

Jugendliche) und bei 51 % dieser Patienten traten Nebenwirkungen auf.

Die Nebenwirkungen waren gewöhnlich von leichter bis mäßiger Stärke und traten vorwiegend

während der ersten Wochen der Behandlung mit Eslicarbazepinacetat auf.

Die für Eslicarbazepinacetat beobachteten Risiken sind hauptsächlich dosisabhängige

Nebenwirkungen, die auf die therapeutische Klasse zurückzuführen sind. Die häufigsten

Nebenwirkungen, die in placebo-kontrollierten Begleittherapie-Studien mit erwachsenen Epilepsie-

Patienten und in einer aktiv kontrollierten Monotherapie-Studie zum Vergleich von

Eslicarbazepinacetat mit Carbamazepin mit kontrollierter Freisetzung berichtet wurden, waren

Schwindel, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit. Die Mehrheit der Nebenwirkungen zeigten

sich bei weniger als 3 % der Patienten, in beiden Behandlungsgruppen.

Nach der Markteinführung sind im Zusammenhang mit der Eslicarbazepinacetat-Behandlung

Erfahrungen mit schweren arzneimittelinduzierten Hautreaktionen (SCARSs), einschließlich

Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)/toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) und

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS), berichtet worden

(siehe Abschnitt 4.4).

Tabellarische Liste der Nebenwirkungen

Nachfolgend sind die in klinischen Studien sowie im Rahmen der Überwachung nach dem

Inverkehrbringen im Zusammenhang mit Eslicarbazepinacetat aufgetretenen Nebenwirkungen

tabellarisch aufgeführt.

Für die Klassifikation von Nebenwirkungen wurde folgende Konvention verwendet: sehr häufig

(≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100) und nicht bekannt (Häufigkeit

auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder Kategorie werden die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben.

Tabelle 1: In klinischen Studien und im Rahmen der Überwachung nach dem Inverkehrbringen im

Zusammenhang mit Eslicarbazepinacetat während der Behandlung aufgetretene Nebenwirkungen

Systemorganklass

e

Sehr

häufig

Häufig

Gelegentlich

Nicht

bekannt

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Anämie

Thrombozytop

enie,

Leukozytopen

Erkrankungen des

Immunsystems

Überempfindlichkeit

Endokrine

Erkrankungen

Schilddrüsenunterfunkti

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörun

gen

Hyponatriämie,

verminderter

Appetit

Elektolytungleichgewich

Dehydrierung,

Hypochlorämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkeit

Psychose,

Apathie,

Depression,

Nervosität,

Erregung,

Reizbarkeit,

Aufmerksamkeitsdefizit-

/ Hyperaktivitäts-

Syndrom,

Verwirrtheitszustand,

Stimmungsschwankunge

Weinen,

psychomotorische

Hemmung,

Angst

Erkrankungen des

Nervensystems

Schwindel,

Schläfrigke

Kopfschmerzen,

Aufmerksamkei

tsstörung,

Tremor,

Ataxie,

Gleichgewichts

störungen

Abnorme Koordination,

Gedächtnisstörung,

Amnesie,

Schlafsucht,

Sedierung,

Aphasie,

Dysästhesie,

Dystonie,

Lethargie,

Geruchstäuschung,

zerebellares Syndrom,

Konvulsion,

periphere Neuropathie,

Nystagmus,

Sprachstörung,

Dysarthrie,

brennendes Gefühl,

Parästhesien,

Migräne

Augenerkrankung

en

Doppeltsehen,

verschwommen

e Sicht

Sehstörung,

Oszillopsie,

binokulare

Augenbeweglichkeitsstö

rung,

okulare Hyperämie

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Schwindel

Hörschwäche,

Tinnitus

Herzerkrankunge

n

Palpitationen,

Bradykardie

Gefäßerkrankung

en

Hypertonie

(einschließlich einer

hypertensiven Krise),

Hypotonie,

orthostatische

Hypotonie,

Flush,

peripheres Kältegefühl

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Mediastinums

Nasenbluten,

Brustschmerzen

Erkrankungen des

Gastrointestinaltr

akts

Übelkeit,

Erbrechen,

Durchfall

Verstopfung,

dyspepsie,

Gastritis,

Bauchschmerzen,

trockener Mund,

Unwohlsein im

Bauchbereich,

Blähungen,

Zahnfleischentzündung,

Teerstuhl,

Zahnschmerzen

Pankreatitis

Leber- und

Gallenerkrankung

en

Lebererkrankung

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewe

bes

Hautausschlag

Alopezie,

trockene Haut,

übermäßiges Schwitzen,

Erythem,

Hauterkrankung,

Juckreiz,

allergische Dermatitis

Toxische

epidermale

Nekrolyse,

Stevens-

Johnson-

Syndrom,

Arzneimittele

xanthem mit

Eosinophilie

systemischen

Symptomen

(DRESS),

Angioödem,

Urtikaria

Skelettmuskulatur

-, Bindegewebs-

und

Knochenerkranku

ngen

Muskelschmerzen,

Knochenstoffwechselstö

rung,

Muskelschwäche,

Schmerzen in den

Extremitäten

Erkrankungen der

Nieren und

Harnwege

Harnwegsinfektion

Allgemeine

Erkrankungen

und Beschwerden

am

Verabreichungsor

t

Müdigkeit,

Störungen der

Gangart,

Asthenie

Unwohlsein,

Schüttelfrost,

periphere Ödeme

Untersuchungen

Gewichtszunah

Blutdruck erniedrigt,

Gewichtsverlust,

Blutdruck erhöht,

Natrium im Blut

erniedrigt,

erniedrigter

Chloridspiegel im Blut,

Osteocalcin-Anstieg,

Hämatokrit erniedrigt,

Hämoglobin erniedrigt,

Transaminase erhöht

Verletzung,

Vergiftung und

durch Eingriffe

bedingte

Komplikationen

Arzneimitteltoxizität,

Sturz,

Brandwunden

Beschreibung von ausgewählten Nebenwirkungen

Erkrankungen des Auges und des Nervensystems

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Carbamazepin und Eslicarbazepinacetat in placebo-

kontrollierten Studien behandelt wurden, wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet:

Doppeltsehen (11,4 % der gleichzeitig mit Carbamazepin behandelten Patienten; 2,4 % der

Patienten ohne gleichzeitige Behandlung mit Carbamazepin), abnorme Koordination (6,7 % unter

gleichzeitiger Behandlung mit Carbamazepin; 2,7 % ohne gleichzeitige Behandlung mit

Carbamazepin) und Schwindel (30,0 % unter gleichzeitiger Behandlung mit Carbamazepin; 11,5 %

ohne gleichzeitige Behandlung mit Carbamazepin), siehe Abschnitt 4.5.

PR-Intervall

Die Anwendung von Eslicarbazepinacetat ist mit einer Zunahme im PR-Intervall assoziiert. Mit

einer Verlängerung des PR-Intervalls verbundene Nebenwirkungen (z. B. AV Block, Synkope,

Bradykardie) können auftreten.

Therapeutische Klasse betreffende Nebenwirkungen

Seltene unerwünschte Wirkungen wie Myelosuppression, anaphylaktische Reaktionen,

systemischer Lupus erythematosus oder schwere Herzrhythmusstörungen bei Anwendung von

Eslicarbazepinacetat traten nicht auf während placebo-kontrollierter Studien des

Epilepsieprogramms. Allerdings wurden sie für Oxcarbazepin beobachtet. Daher kann ihr

Auftreten auch bei einer Behandlung mit Eslicarbazepinacetat nicht ausgeschlossen werden.

Es gibt Berichte von verminderter Knochenmineraldichte, Osteopenie, Osteoporose und Frakturen

bei Patienten unter Langzeittherapie mit den strukturell verwandten Antiepileptika Carbamazepin

und Oxcarbazepin.

Der Mechanismus, durch den der Knochenstoffwechsel beeinträchtigt wird, wurde nicht

identifiziert.

Kinder und Jugendliche

In placebokontrollierten Studien mit Patienten im Alter von 2 bis 18 Jahren mit partiellen

epileptischen Anfällen (238 Patienten wurden mit Eslicarbazepinacetat und 189 mit Placebo

behandelt) kam es bei 35,7 % der mit Eslicarbazepinacetat behandelten Patienten und 19 % der mit

Placebo behandelten Patienten zu Nebenwirkungen. Die in der mit Eslicarbazepinacetat

behandelten Gruppe am häufigsten aufgetretenen Nebenwirkungen waren Diplopie (5,0 %),

Schläfrigkeit (8,0 %) und Erbrechen (4,6 %).

Das Nebenwirkungsprofil von Eslicarbazepinacetat ist im Allgemeinen über die Altersgruppen

hinweg vergleichbar. In der Gruppe der 6- bis 11-Jährigen waren die häufigsten, bei mehr als zwei

der mit Eslicarbazepinacetat behandelten Patienten beobachteten Nebenwirkungen Diplopie

(9,5 %), Schläfrigkeit (7,4 %), Schwindel (6,3 %), Konvulsion (6,3 %) und Übelkeit (3,2 %); in der

Gruppe der 12- bis 18-Jährigen waren dies Schläfrigkeit (7,4 %), Erbrechen (4,2 %), Diplopie

(3,2 %) und Müdigkeit (3,2 %). Die Sicherheit von Eslicarbazepinacetat bei Kindern im Alter von

6 Jahren und darunter ist bisher noch nicht erwiesen.

Das Sicherheitsprofil von Eslicarbazepinacetat war im Allgemeinen zwischen erwachsenen

Patienten und Kindern und Jugendlichen vergleichbar; einzige Ausnahmen waren Agitiertheit

(häufig, 1,3 %) und Bauchschmerzen (häufig, 2,1 %), die bei Kindern häufiger waren als bei

Erwachsenen. Schwindel, Schläfrigkeit, Drehschwindel, Asthenie, Gangstörungen, Tremor, Ataxie,

Gleichgewichtsstörungen, verschwommenes Sehen, Durchfall, Hautausschlag und Hyponatriämie

waren bei Kindern weniger häufig als bei Erwachsenen. Allergische Dermatitis (gelegentlich,

0,8 %) wurde nur bei Kindern und Jugendlichen berichtet.

Die Langzeitsicherheitsdaten bei Kindern und Jugendlichen, die in offenen Verlängerungen der

Phase-III-Studie gewonnen wurden, entsprachen dem bekannten Sicherheitsprofil des

Arzneimittels und ergaben keine neuen bedenklichen Erkenntnisse.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bei den nach einer Überdosierung mit Eslicarbazepinacetat zu beobachtenden Symptomen handelt

es sich in erster Linie um Symptome des Zentralnervensystems (z. B. Krampfanfälle aller Art,

Status epilepticus) und Störungen der Herzfunktion (z. B. Herzrhythmusstörungen). Es ist kein

spezielles Antidot bekannt. Eine symptomatische und begleitende Behandlung ist entsprechend

anzuwenden.

Metaboliten des Eslicarbazepinacetats können effektiv durch Hämodialyse entfernt werden, falls

dies notwendig ist (siehe Abschnitt 5.2).

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiepileptika, Carboxamid-Derivate, ATC-Code: N03AF04

Wirkmechanismus

Der genaue Wirkmechanismus von Eslicarbazepinacetat ist nicht bekannt. Allerdings zeigen

in vitro

elektrophysiologische Studien, dass Eslicarbazepinacetat und seine Metaboliten den

inaktiven Zustand der spannungsgesteuerten Natriumkanäle stabilisiert, deren Rückführung in den

aktiven Zustand unterbindet und dadurch das wiederholte neuronale Auslösen verhindert.

Pharmakodynamische Wirkung

In nicht klinischen Modellen zur Vorhersage der krampflösenden Wirkung beim Menschen

verhinderte Eslicarbazepin und seine Metaboliten die Entstehung von Krämpfen. Beim Menschen

beruht die pharmakologische Aktivität von Eslicarbazepinacetat vor allem auf dem aktiven

Metaboliten Eslicarbazepin.

Klinische Wirksamkeit

Erwachsene Patienten

Die Wirksamkeit von Eslicarbazepinacetat als Begleittherapie wurde gezeigt in vier doppelblinden,

placebo-kontrollierten Phase-III Studien mit 1703 randomisierten erwachsenen Patienten mit

partieller refraktärer Epilepsie, die mit ein bis drei antiepileptischen Arzneimitteln gleichzeitig

behandelt wurden. In diesen Studien waren Oxacarbazepin und Felbamat als zusätzliche

Arzneimittel nicht erlaubt. Eslicarbazepinacetat wurde mit Dosen von 400 mg (nur in -301 und -

302 Studien), 800 mg und 1200 mg einmal täglich getestet. Eslicarbazepinacetat 800 mg einmal

täglich und 1200 mg einmal täglich waren signifikant wirksamer als Placebo in der Verringerung

der Krampfhäufigkeit über einen Zeitraum von 12 Wochen. Der Anteil der Studienteilnehmer in

der Phase III Studien mit einer Verringerung ≥ 50 % (1.581 analysiert) der Anfallshäufigkeit betrug

19,3 % für Placebo, 20,8 % für Eslicarbazepinacetat 400 mg, 30,5 % für Eslicarbazepinacetat

800 mg und 35,3 % für Eslicarbazepinacetat 1200 mg täglich.

Die Wirksamkeit von Eslicarbazepinacetat als Monotherapie wurde in einer doppelblinden, aktiv

kontrollierten (Carbamazepin mit kontrollierter Freisetzung, Carbamazepin CR) Studie mit 815

randomisierten erwachsenen Patienten mit neu diagnostizierten partiellen epileptischen Anfällen

gezeigt. Eslicarbazepinacetat wurde in Dosierungen von 800 mg, 1200 mg und 1600 mg einmal

täglich geprüft. Die Dosierungen der aktiven Vergleichssubstanz, Carbamazepin CR, betrugen

200 mg, 400 mg und 600 mg zweimal täglich. Alle Patienten erhielten randomisiert die niedrigste

Dosierungsstufe und nur bei Auftreten eines epileptischen Anfalls wurde die Dosis auf die

nächsthöhere Dosis gesteigert. Von den 815 randomisierten Patienten wurden 401 mit

Eslicarbazepinacetat einmal täglich behandelt (bei 271 Patienten [67,6 %] blieb die Dosis bei

800 mg, 70 Patienten [17,5 %] erhielten eine Dosis von 1200 mg und 60 Patienten [15,0 %] wurden

mit 1600 mg behandelt). In der primären Wirksamkeitsanalyse, in der Drop-outs als Non-

Responder eingestuft wurden, wurden 71,1 % der Studienteilnehmer in der Eslicarbazepinacetat-

Gruppe und 75,6 % in der Carbamazepin CR-Gruppe während des 26-wöchigen

Beurteilungszeitraums als anfallsfrei eingestuft (durchschnittliche Risikodifferenz −4,28 %, 95 %-

Konfidenzintervall: [−10,30; 1,74]). Der während des 26-wöchigen Beurteilungszeitraums

beobachtete Behandlungseffekt blieb bei 64,7 % der mit Eslicarbazepinacetat behandelten

Studienteilnehmer und bei 70,3 % der mit Carbamazepin CR behandelten Studienteilnehmer, die

als anfallsfrei eingestuft wurden, über eine Behandlungsdauer von einem Jahr bestehen

(durchschnittliche Risikodifferenz −5,46 %, 95 %-Konfidenzintervall: [−11,88; 0,97]). In der

Analyse des Therapieversagens (Anfallsrisiko) auf Grundlage der Ereigniszeitanalyse (Kaplan-

Meier-Analyse und Cox-Regression) betrugen die Kaplan-Meier-Schätzer des Anfallsrisikos am

Ende des Beurteilungszeitraums 0,06 für Carbamazepin und 0,12 für Eslicarbazepinacetat mit

einem zusätzlichen Risikoanstieg nach einem Jahr auf 0,11 für Carbamazepin und 0,19 für

Eslicarbazepinacetat (

p

= 0,0002).

Nach einem Jahr betrug die Wahrscheinlichkeit eines Studienabbruchs der Teilnehmer wegen

Nebenwirkungen oder fehlender Wirksamkeit 0,26 für Eslicarbazepinacetat und 0,21 für

Carbamazepin CR. Die Wirksamkeit von Eslicarbazepinacetat als Umstellung auf Monotherapie

wurde in zwei doppelblinden, randomisierten kontrollierten Studien mit 365 erwachsenen Patienten

mit partiellen epileptischen Anfällen untersucht. Eslicarbazepinacetat wurde in Dosierungen von

1200 mg und 1600 mg einmal täglich geprüft. Die Anfallsfreiheitsraten während der gesamten 10-

wöchigen Monotherapiedauer betrugen 7,6 % (1600 mg) und 8,3 % (1200 mg) in der einen Studie

bzw. 10,0 % (1600 mg) und 7,4 % (1200 mg) in der anderen Studie.

Ältere Patienten

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Eslicarbazepinacetat als Begleittherapie bei älteren Patienten

mit partiellen epileptischen Anfällen wurden in einer unkontrollierten Studie mit einer Dauer von

26 Wochen an 72 älteren Patienten (ab 65 Jahren) untersucht. Die Daten zeigen, dass die Inzidenz

von Nebenwirkungen in dieser Population (65,3 %) mit der entspr

echenden Inzidenz in der

Allgemeinpopulation der in die doppelblinden Epilepsiestudien eingeschlossenen Patienten

(66,8 %) vergleichbar ist. Die häufigsten Einzelnebenwirkungen waren Schwindel (12,5 % der

Studienteilnehmer), Schläfrigkeit (9,7 %), Müdigkeit, Konvulsion und Hyponatriämie (jeweils

8,3 %), Nasopharyngitis (6,9 %) und Infektionen der oberen Atemwege (5,6 %). Insgesamt 50 der

72 Patienten, welche die Studie begonnen hatten, führten die 26-wöchige Behandlungsphase zu

Ende, was einer Retentionsrate von 69,4 % entspricht (Angaben zur Anwendung bei älteren

Patienten siehe Abschnitt 4.2). Zur Anwendung der Monotherapie bei älteren Patienten liegen nur

begrenzte Daten vor. Nur wenige Studienteilnehmer (N = 27) über 65 Jahre wurden in der

Monotherapiestudie mit Eslicarbazepinacetat behandelt.

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Eslicarbazepinacetat als Begleittherapie bei Kindern und

Jugendlichen mit partiellen epileptischen Anfällen wurden in einer Phase-II-Studie bei Kindern und

Jugendlichen im Alter von 6 bis 16 Jahren (N = 123) und in einer Phase-III-Studie bei Kindern und

Jugendlichen im Alter von 2 bis 18 Jahren (N = 304) untersucht. Beide Studien waren doppelblind

und placebokontrolliert mit einer Erhaltungstherapiedauer von 8 Wochen (Studie 208) bzw.

12 Wochen (Studie 305). Studie 208 umfasste zwei zusätzliche anschließende offene

Langzeitverlängerungen (1 Jahr in Teil II und 2 Jahre in Teil III) und Studie 305 umfasste vier

anschließende offene Langzeitverlängerungen (1 Jahr in Teil II, III und IV und 2 Jahre in Teil V).

Eslicarbazepinacetat wurde in Dosierungen von 20 und 30 mg/kg/Tag bis zu einer Höchstdosis von

1200 mg/Tag geprüft. Die Zieldosis betrug 30 mg/kg/Tag in Studie 208 und 20 mg/kg/Tag in

Studie 305. Die Dosen konnten je nach Verträglichkeit und Ansprechen auf die Behandlung

angepasst werden.

Im Doppelblindzeitraum der Phase-II-Studie war die Beurteilung der Wirksamkeit ein sekundäres

Studienziel. Die nach der Methode der kleinsten Quadrate (

least squares

, LS) berechnete mittlere

Reduktion der standardisierten Anfallshäufigkeit von Baseline bis zur Erhaltungsphase war unter

Eslicarbazepinacetat (−34,8 %) signifikant (p< 0,001) höher als unter Placebo (−13,8 %).

42 Patienten (50,6 %) in der Eslicarbazepinacetat-Gruppe im Vergleich zu 10 Patienten (25,0 %) in

der Placebogruppe wurden als Responder (

50 %ige Reduktion der standardisierten

Anfallshäufigkeit) eingestuft; der Unterschied war signifikant (p = 0,009).

Im Doppelblindzeitraum der Phase-III-Studie unterschied sich die nach der LS-Methode berechnete

mittlere Reduktion der standardisierten Anfallshäufigkeit unter Eslicarbazepinacetat (−18,1 %

gegenüber Baseline) zwar von der unter Placebo (−8,6 % gegenüber Baseline), doch war der

Unterschied statistisch nicht signifikant (p = 0,2490). 41 Patienten (30,6 %) in der

Eslicarbazepinacetat-Gruppe im Vergleich zu 40 Patienten (31,0 %) in der Placebogruppe wurden

als Responder (

50 %ige Reduktion der standardisierten Anfallshäufigkeit) eingestuft; der

Unterschied war nicht signifikant (p = 0,9017).

Post hoc

wurden für die Phase-III-Studie

Subgruppenanalysen nach Altersstrata und Patienten über 6 Jahren sowie nach der Dosis

durchgeführt. Bei den Kindern über 6 Jahren wurden 36 Patienten (35,0 %) in der

Eslicarbazepinacetat-Gruppe im Vergleich zu 29 Patienten (30,2 %) in der Placebogruppe als

Responder eingestuft (p = 0,4759); zudem war die nach der LS-Methode berechnete mittlere

Reduktion der standardisierten Anfallshäufigkeit unter Eslicarbazepinacetat höher als unter Placebo

(−24,4 % gegenüber −10,5 %); der Unterschied von 13,9 % war allerdings statistisch nicht

signifikant (p = 0,1040). Insgesamt 39 % der Patienten in Studie 305 wurden bis zur

höchstmöglichen Dosis (30 mg/kg/Tag) auftitriert. Bei diesen wurden, wenn die Patienten im Alter

von 6 Jahren und jünger nicht berücksichtigt wurden, 14 (48,3 %) in der Eslicarbazepinacetat-

Gruppe bzw. 11 (30,6 %) in der Placebogruppe als Responder eingestuft (p = 0,1514). Die

Belastbarkeit dieser nachträglich durchgeführten Subgruppenanalysen ist zwar begrenzt; dennoch

lassen die Daten auf eine alters- und dosisabhängige Zunahme de

r Effektgröße schließen.

In der anschließenden einjährigen offenen Verlängerung (Teil II) der Phase-III-Studie (ITT-Set

N = 225) betrug die Gesamt-Responderrate 46,7 % (mit einem stetigen Anstieg von 44,9 %

[Woche 1- 4] auf 57,5 % [Woche > 40]). Die mediane standardisierte Gesamtanfallshäufigkeit

betrug 6,1 (Rückgang von 7,0 [Woche 1 - 4] auf 4,0 [Woche > 40], was einer medianen relativen

Änderung gegenüber dem Baseline-Zeitraum von −46,7 % entspricht). Die mediane relative

Änderung fiel in der Gruppe, die vorher Placebo erhalten hatte, größer aus (−51,4 %) als in der

Gruppe, die vorher ESL erhalten hatte (−40,4 %). Der Anteil der Patienten mit einer

Verschlechterung (Anstieg von ≥ 25 %) gegenüber dem Baseline-Zeitraum lag bei 14,2 %.

In den anschließenden drei offenen Verlängerungen (ITT-Set N = 148) betrug die Gesamt-

Responderrate 26,6 % im Vergleich zu Baseline-Teil III–V (das heißt die letzten 4 Wochen von

Teil II). Die mediane standardisierte Gesamtanfallshäufigkeit lag bei 2,4 (was einer medianen

relativen Änderung gegenüber Baseline-Teil III–V von −22,9 % entspricht). Der mediane relative

Gesamtrückgang in Teil I fiel bei Patienten, die mit ESL behandelt wurden, stärker aus (−25,8 %)

als bei Patienten, die Placebo erhielten (−16,4 %). Der Gesamtanteil von Patienten mit einer

Verschlechterung (Anstieg von ≥ 25 %) gegenüber Baseline-Teil III–V betrug 25,7 %.

Von den 183 Patienten, die Teil I und II der Studie abgeschlossen hatten, wurden 152 Patienten in

Teil III eingeschlossen. Von diesen hatten 65 Patienten während des Doppelblindteils der Studie

ESL erhalten und 87 Patienten hatten Placebo erhalten. 14 Patienten (9,2 %) setzten die offene

Behandlung mit ESL bis zum Ende von Teil V fort. Der häufigste Grund für ein Ausscheiden zu

irgendeinem Zeitpunkt während der Studie war die Anforderung des Sponsors (30 Patienten in Teil

III [19,7 % der Patienten, die in Teil III aufgenommen worden waren], 9 in Teil IV [9,6 % der

Patienten, die in Teil IV aufgenommen worden waren] und 43 in Teil V [64,2 % der Patienten, die

in Teil V aufgenommen worden waren]).

Unter Berücksichtigung der Einschränkungen offener, nicht-kontrollierter Daten blieb das

Langzeitansprechen auf Eslicarbazepinacetat in den offenen Teilen der Studie insgesamt bestehen.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat für das Referenzarzneimittel, das Eslicarbazepin enthält

eine Zurückstellung von der Verpflichtung zur Vorlage von Ergebnissen zu Studien in einer oder

mehreren pädiatrischen Altersklassen in der Behandlung der Epilepsie mit partiellen Anfällen

gewährt (siehe Abschnitt 4.2 bzgl. Informationen zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Eslicarbazepinacetat wird weitgehend in Eslicarbazepin umgewandelt. Die Plasmaspiegel von

Eslicarbazepinacetat bleiben normalerweise unter der Quantifizierungsgrenze nach oraler

Anwendung. Die C

von Eslicarbazepin wird 2 bis 3 Stunden nach Einnahme (t

) erreicht. Die

Bioäquivalenz kann als hoch angenommen werden, da die Menge an Metaboliten, die im Urin

wiedergefunden wurden, mehr als 90 % der Eslicarbazepinacetat-Dosis entsprach.

Verteilung

Die Bindung von Eslicarbazepin an Plasmaproteine ist relativ niedrig (< 40 %) und unabhängig

von der Konzentration.

In vitro

Studien haben gezeigt, dass die Plasmaproteinbindung nicht in

relevanter Weise durch die Anwesenheit von Warfarin, Diazepam, Digoxin, Phenytoin und

Tolbutamid beeinflusst wurde. Die Bindung von Warfarin, Diazepam, Digoxin, Phenytoin und

Tolbutamid wurde nicht signifikant beeinflusst durch die Anwesenheit von Eslicarbazepin.

Biotransformation

Eslicarbazepinacetat wird schnell und weitestgehend in seinen aktiven Hauptmetaboliten

Eslicarbazepin durch hydrolytische First-Pass-Metabolisierung biotransformiert. Die Steady-State-

Plasmakonzentrationen wurden 4 bis 5 Tage nach Einnahme bei einmal täglicher Dosierung

erreicht. Dies entspricht einer Halbwertszeit im Bereich von 20 - 24 Stunden. In Studien mit

gesunden Probanden und erwachsenen Epilepsiepatienten betrug die beobachtete Halbwertszeit

von Eslicarbazepin 10 - 20 Stunden beziehungsweise 13 - 20 Stunden. Seltenere Metaboliten im

Plasma sind die aktiven Stoffwechselprodukte R-Licarbazepin und Oxcarbazepin, sowie die

Glucuronsäurekonjugate von Eslicarbazepinacetat, Eslicarbazepin, R-Licarbazepin und

Oxcarbazepin.

Eslicarbazepinacetat beeinflusst nicht den eigenen Metabolismus oder die

Clearance

Eslicarbazepin ist ein schwacher Induktor für CYP3A4 und wirkt inhibierend auf CYP2C19 (wie in

Abschnitt 4.5 dargelegt).

In Studien mit Eslicarbazepin in frischen menschlichen Hepatozyten wurde eine leichte Induktion

von UGT1A1 vermittelter Glucuronidierung beobachtet.

Elimination

Die Metaboliten von Eslicarbazepinacetat werden aus dem systemischen Kreislauf in der

unveränderten Form und Glucuronidkonjugatform hauptsächlich renal ausgeschieden. Insgesamt

machen Eslicarbazepin und sein Glucuronid mehr als 90 % der im Urin ausgeschiedenen

Gesamtmetaboliten aus, wobei ungefähr zwei Drittel in der unveränderten Form und ein Drittel als

Glucuronidkonjugat vorliegen.

Linearität/Nicht-Linearität

Die Pharmakokinetik von Eslicarbazepinacetat ist linear und proportional zur Dosis in Bereich von

400 - 1200 mg bei gesunden Probanden und Patienten.

Ältere Patienten (über 65 Jahre)

Das pharmakokinetische Profil von Eslicarbazepinacetat ist unverändert bei älteren Patienten mit

einer Kreatinin-

Clearance

> 60 ml/min (siehe Abschnitt 4.2).

Nierenfunktionsstörung

Die Metaboliten von Eslicarbazepinacetat werden aus dem systemischen Kreislauf hauptsächlich

renal ausgeschieden. Eine Studie an erwachsenen Patienten mit leichter bis schwerer

Nierenfunktionsstörung zeigte, dass die

Clearance

von der Nierenfunktion abhängig ist. Während

der Behandlung mit Eslicarbazepin beta wird eine Dosisanpassung bei Erwachsenen, Jugendlichen

und Kindern über 6 Jahren mit einer Kreatinin-

Clearance

< 60 ml/min (siehe Abschnitt 4.2)

empfohlen.

Bei Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren wird die Anwendung von Eslicarbazepinacetat nicht

empfohlen. In dieser Altersgruppe ist die intrinsische Aktivität des Eliminationsprozesses noch

nicht ausgereift.

Eine Hämodialyse entfernt Metaboliten von Eslicarbazepinacetat aus dem Plasma.

Leberfunktionsstörung

Die Pharmakokinetik und der Metabolismus von Eslicarbazepinacetat wurden bei gesunden

Probanden und Patienten mit einer mäßigen Leberfunktionsstörung nach mehreren oralen Dosen

untersucht. Eine mäßige Leberfunktionsstörung beeinflusst die Pharmakokinetik von

Eslicarbazepinacetat nicht. Bei Patienten mit einer leichten bis mäßigen Leberfunktionsstörung

wird keine Dosisanpassung empfohlen (siehe Abschnitt 4.2).

Die Pharmakokinetik von Eslicarbazepinacetat wurde bei Patienten mit einer schweren

Leberfunktionsstörung nicht untersucht.

Geschlecht

Studien mit gesunden Probanden und Patienten zeigten, dass die Pharmakokinetik von

Eslicarbazepinacetat nicht durch das Geschlecht beeinflusst wird.

Kinder und Jugendliche

Wie bei Erwachsenen wird Eslicarbazepinacetat weitestgehend in Eslicarbazepin biotransformiert.

Die Plasmaspiegel von Eslicarbazepinacetat bleiben nach oraler Gabe in der Regel unterhalb der

Bestimmungsgrenze. Die C

von Eslicarbazepin wird 2 bis 3 Stunden nach Einnahme (t

erreicht.

Es wurde gezeigt, dass sich das Körpergewicht auf Verteilungsvolumen und

Clearance

auswirkt. Ferner konnte ein gewichtsunabhängiger Einfluss des Alters auf die Eslicarbazepinacetat-

Clearance

insbesondere in der jüngsten Altersgruppe (2 - 6 Jahre) nicht ausgeschlossen werden.

Kinder im Alter von 6 Jahren und darunter

Populationspharmakokinetische Analysen weisen darauf hin, dass in der Subgruppe von Kindern

im Alter von 2 bis 6 Jahren Dosierungen von 27,5 mg/kg/Tag bzw. 40 mg/kg/Tag erforderlich sind,

um Expositionen zu erreichen, die bei Kindern über 6 Jahren therapeutischen Dosierungen von 20

bzw. 30 mg/kg/Tag entsprechen.

Kinder über 6 Jahren

Populationspharmakokinetische Analysen weisen darauf hin, dass zwischen Kindern über 6 Jahren

unter 20 bzw. 30 mg/kg/Tag und Erwachsenen unter 800 bzw. 1200 mg Eslicarbazepinacetat

einmal täglich vergleichbare Eslicarbazepinacetat-Expositionen zu beobachten sind (siehe

Abschnitt 4.2).

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Die in Tierversuchen beobachteten unerwünschten Wirkungen traten bei einer Eslicarbazepin-

Exposition auf, die deutlich niedriger war als die klinische Exposition (Eslicarbazepin ist der

pharmakologisch aktive Hauptmetabolit von Eslicarbazepinacetat). Daher wurden aus den

Expositionsdaten der Tiermodelle keine Sicherheitsabstände abgeleitet.

Eine Nierentoxizität wurde in den Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe bei der Ratte, nicht aber

in Studien an Mäusen oder Hunden beobachtet. Dieser Befund ist konsistent mit einer Steigerung

der spontanen chronisch progressiven Nephropathie in dieser Tierart.

In Toxizitätsstudien mit wiederholter Gabe bei Mäusen und Ratten wurde eine zentrilobuläre

Hypertrophie der Leber und in der Karzinogenitätsstudie bei Mäusen eine erhöhte Inzidenz von

Lebertumoren beobachtet. Diese Ergebnisse sind konsistent mit einer Induktion der mikrosomalen

Leberenzyme, wobei dieser Effekt bei mit Eslicarbazepinacetat behandelten Patienten nicht

beobachtet wurde.

Studien an juvenilen Tieren

In Studien mit wiederholter Verabreichung an juvenilen Hunden war das Toxizitätsprofil dem bei

erwachsenen Tieren beobachteten vergleichbar. In der 10-Monats-Studie wurden bei weiblichen

Tieren in der Hochdosisgruppe bei Expositionen unterhalb der klinischen Eslicarbazepin-

Expositionen bei Kindern Abnahmen des Knochenmineralgehalts, der Knochenfläche und/oder der

Knochenmineraldichte in den Lendenwirbelkörpern und/oder im Femur beobachtet.

Genotoxizitätsstudien mit Eslicarbazepinacetat ergaben keine Hinweise auf besondere Risiken für

den Menschen.

Eine Beeinträchtigung der Fertilität wurde bei weiblichen Ratten beobachtet; in der Fertilitätsstudie

bei Mäusen beobachtete Abnahmen der Zahl der Implantationen und lebenden Embryonen können

auch auf Auswirkungen auf die weibliche Fertilität hinweisen, die Gelbkörperzahl wurde allerdings

nicht ausgewertet. Eslicarbazepinacetat war bei der Ratte und beim Kaninchen nicht teratogen,

induzierte jedoch bei der Maus Skelettanomalien. Ossifikationsverzögerungen, verminderte

Fetengewichte, vermehrt auftretende minderschwere Skelett- und viszerale Anomalien wurden bei

maternaltoxischen Dosierungen in Embryotoxizitätsstudien bei Mäusen, Ratten und Kaninchen

beobachtet. Eine Verzögerung der sexuellen Entwicklung der F1-Generation wurde in Peri-

/Postnatalstudien an Mäusen und Ratten beobachtet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Povidon K29/32

Croscarmellose-Natrium

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Blisterpackungen: 2 Jahre

Flaschen: 18 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Transparente PVC/Aluminium-Blisterpackungen in Faltschachteln mit je 10 Tabletten pro

Blisterpackung

Packungsgrößen:

Eslicarbazepin beta 200 mg Tabletten

20 und 60 Tabletten

Eslicarbazepin beta 800 mg Tabletten

20, 30, 60 und 90 Tabletten

HDPE-Flasche mit einem kindergesicherten Verschluss aus LDPE oder PP

Packungsgröße:

Eslicarbazepin beta 200 mg Tabletten

60 Tabletten

Eslicarbazepin beta 800 mg Tabletten

90 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

betapharm Arzneimittel GmbH

Kobelweg 95

86156 Augsburg

Tel. 0821 748810

Fax 0821 74881420

E-Mail: info@betapharm.de

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

7000712.00.00

7000713.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG

04.05.2021

10.

STAND DER INFORMATION

Mai 2021

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen