Erlotinib beta 150 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

09-10-2019

Fachinformation Fachinformation (SPC)

13-06-2021

Wirkstoff:
Erlotinibhydrochlorid
Verfügbar ab:
betapharm Arzneimittel GmbH (3364323)
ATC-Code:
L01XE03
INN (Internationale Bezeichnung):
Erlotinib hydrochloride
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Erlotinibhydrochlorid (32273) 163,94 Milligramm
Verabreichungsweg:
zum Einnehmen
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
97797.00.00
Berechtigungsdatum:
2018-08-09

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Englisch

16-03-2020

MMR MMR - Englisch

16-03-2020

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Erlotinib beta 25 mg Filmtabletten

Erlotinib beta 100 mg Filmtabletten

Erlotinib beta 150 mg Filmtabletten

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Erlotinib beta und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Erlotinib beta beachten?

Wie ist Erlotinib beta einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Erlotinib beta aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Erlotinib beta und wofür wird es angewendet?

Erlotinib beta enthält den Wirkstoff Erlotinib. Erlotinib beta ist ein Arzneimittel, das zur

Behandlung von Krebs

eingesetzt wird, indem es die Aktivität eines Proteins, des sogenannten

epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors (EGFR), hemmt. Man weiß, dass dieses Protein am

Wachstum und an der Streuung von

Krebszellen beteiligt ist.

Erlotinib beta ist bei Erwachsenen indiziert. Dieses Arzneimittel kann Ihnen verschrieben werden,

wenn Sie

an nicht-kleinzelligem Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium leiden. Es kann als

initiale

Behandlung verschrieben werden oder als Behandlung, wenn Ihre Krankheit nach einer

initialen

Chemotherapie so gut wie unverändert geblieben ist, vorausgesetzt Ihre Krebszellen

weisen bestimmte

EGFR-Mutationen auf. Es kann auch verschrieben werden, wenn sich die

Krankheit mit einer

vorangegangenen Chemotherapie nicht stoppen ließ.

Dieses Arzneimittel kann Ihnen auch in Kombination mit einem anderen Arzneimittel namens

Gemcitabin verschrieben werden, wenn Sie an Pankreaskrebs im metastasierten Stadium leiden.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Erlotinib beta beachten?

Erlotinib beta darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Erlotinib oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Erlotinib beta einnehmen

falls Sie gleichzeitig andere Arzneimittel einnehmen, die die Konzentration von Erlotinib in

Ihrem Blut erhöhen oder erniedrigen oder dessen Wirkung beeinflussen können (z.B.

Arzneimittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen wie Ketoconazol, Proteasehemmer,

Erythromycin, Clarithromycin, Phenytoin, Carbamazepin, Barbiturate, Rifampicin,

Ciprofloxacin, Omeprazol, Ranitidin, Johanniskraut oder Proteasominhibitoren), sprechen

mit Ihrem Arzt. In einigen Fällen können diese Arzneimittel die Wirksamkeit von

Erlotinib beta

erniedrigen oder die Nebenwirkungen von Erlotinib beta verstärken, weshalb

Ihr Arzt die Behandlung eventuell anpassen muss. Möglicherweise wird Ihr Arzt es

vermeiden, Sie während der Einnahme von Erlotinib beta mit diesen Arzneimitteln zu

behandeln.

falls

Antikoagulanzien

einnehmen

(Arzneimittel

z.B.

Warfarin,

helfen,

Thrombosen

oder Blutgerinnsel zu verhindern), kann Erlotinib beta die Blutungsneigung

verstärken. Sprechen Sie

mit Ihrem Arzt. Dieser muss regelmäßig bestimmte Blutkontrollen

durchführen.

falls Sie Statine einnehmen (Arzneimittel zur Senkung der Cholesterinwerte im Blut), kann

Erlotinib beta das Risiko von muskulären Problemen, die durch Statine verursacht werden

können,

erhöhen. In seltenen Fällen kann dies zu einem schwerwiegenden Muskelabbau

(Rhabdomyolyse) führen, der wiederum zu einem Nierenversagen führt, sprechen Sie mit

Ihrem

Arzt.

falls Sie Kontaktlinsen tragen und/oder in der Vergangenheit Augenprobleme hatten, wie

z.B.

sehr trockene Augen, eine Entzündung des vorderen Teils des Auges (der Hornhaut)

oder

Geschwüre, die den vorderen Teil des Auges betreffen, informieren Sie Ihren Arzt.

Siehe hierzu auch nachstehend „Einnahme von Erlotinib beta zusammen mit anderen

Arzneimitteln“.

Benachrichtigen Sie Ihren Arzt,

wenn Sie plötzlich Atemschwierigkeiten bekommen, die mit Husten oder Fieber

verbunden

sind. Es könnte sein, dass Ihnen Ihr Arzt andere Arzneimittel verordnen und

die Behandlung

mit Erlotinib beta unterbrechen muss;

falls Sie an Durchfall leiden; Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise ein Mittel zur

Behandlung

des Durchfalls verordnen (z.B. Loperamid);

sofort, falls Sie an schwerem oder anhaltendem Durchfall, an Übelkeit, Appetitlosigkeit

oder

Erbrechen leiden; Ihr Arzt wird die Behandlung mit Erlotinib beta möglicherweise

unterbrechen und

Sie möglicherweise im Krankenhaus behandeln;

wenn Sie starke Schmerzen im Bauchraum haben, Sie starke Blasenbildung auf der

Haut

bemerken oder sich Ihre Haut stark schält. Ihr Arzt wird die Behandlung

möglicherweise

unterbrechen oder beenden;

falls bei Ihnen eine akute oder sich verschlimmernde Rötung der Augen,

Augenschmerzen,

erhöhter Tränenfluss, Verschwommensehen und/oder

Lichtempfindlichkeit auftreten,

informieren Sie bitte umgehend Ihren Arzt, da Sie

möglicherweise eine sofortige Behandlung

benötigen (siehe unten „Welche

Nebenwirkungen sind möglich?“).

falls Sie zusätzlich Statine einnehmen und unerklärliche Muskelschmerzen,

Berührungsschmerzen, Schwäche oder Krämpfe bekommen. Ihr Arzt wird die

Behandlung

möglicherweise unterbrechen oder beenden.

Siehe hierzu auch Abschnitt 4 „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“.

Leber- oder Nierenfunktionsstörung

Es ist nicht bekannt, ob Erlotinib beta eine andere Wirkung hat, wenn Ihre Leber oder Ihre Nieren

nicht

normal arbeiten. Die Behandlung mit diesem Arzneimittel wird nicht empfohlen, wenn Sie

unter einer

schweren Leberfunktionsstörung oder einer schweren Nierenfunktionsstörung leiden.

Glucuronidierungsstörung wie Gilbert-Syndrom

Falls Sie unter einer Glucuronidierungsstörung leiden wie beim Gilbert-Syndrom, muss Ihr Arzt

mit Vorsicht behandeln.

Rauchen

Es wird geraten, während der Behandlung mit Erlotinib beta das Rauchen einzustellen, da das

Rauchen die

Konzentration Ihres Arzneimittels im Blut vermindern könnte.

Kinder und Jugendliche

Erlotinib wurde nicht bei Patienten unter 18 Jahren untersucht. Die Behandlung mit diesem

Arzneimittel wird für Kinder und Jugendliche nicht empfohlen.

Einnahme von Erlotinib beta zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel

einzunehmen.

Einnahme von Erlotinib beta zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Nehmen Sie Erlotinib beta nicht zusammen mit Nahrung ein. Siehe auch Abschnitt 3 „Wie ist

Erlotinib beta

einzunehmen?“.

Schwangerschaft und Stillzeit

Während Ihrer Behandlung mit Erlotinib beta sollten Sie eine Schwangerschaft vermeiden. Wenn

schwanger werden könnten, muss während der Behandlung sowie während mindestens zwei

Wochen

nach Einnahme der letzten Tablette eine geeignete Verhütungsmethode angewendet

werden.

Falls Sie während der Behandlung mit Erlotinib beta schwanger werden, benachrichtigen Sie

sofort Ihren

Arzt. Er wird entscheiden, ob Sie die Behandlung fortführen sollen.

Sie dürfen während der Behandlung und für mindestens 2 Wochen nachdem Sie die letzte Tablette

Erlotinib beta eingenommen haben, nicht stillen.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurde nicht untersucht, ob Erlotinib mögliche Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder

Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, hat. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass Ihre

Behandlung diese

Fähigkeit beeinträchtigt.

Erlotinib beta enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Erlotinib beta erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt

ist,

dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3.

Wie ist Erlotinib beta einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Tabletten sollten mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit

eingenommen werden.

Die übliche Dosis ist eine Tablette zu 150 mg täglich, wenn Sie an nicht-kleinzelligem

Lungenkrebs

leiden.

Die übliche Dosis ist eine Tablette zu 100 mg täglich, wenn Sie an metastasiertem Pankreaskrebs

leiden. Erlotinib beta wird in Kombination mit einer Behandlung mit Gemcitabin angewendet.

Ihr Arzt kann Ihre Dosis in Schritten von 50 mg anpassen. Für die verschiedenen Dosierungen ist

Erlotinib beta in Stärken von 25 mg, 100 mg oder 150 mg verfügbar.

Die Erlotinib-beta-100-mg-Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Erlotinib beta eingenommen haben, als Sie sollten

Benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt oder Apotheker.

Es können stärkere Nebenwirkungen als sonst auftreten, und Ihr Arzt wird Ihre Behandlung

möglicherweise unterbrechen.

Wenn Sie die Einnahme von Erlotinib beta vergessen haben

Falls Sie vergessen haben, eine oder mehrere Dosen von Erlotinib beta einzunehmen,

benachrichtigen Sie so

schnell wie möglich Ihren Arzt oder Apotheker.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Erlotinib beta abbrechen

Es ist wichtig, dass Sie Erlotinib beta täglich einnehmen und so lange, wie Ihr Arzt es Ihnen verordnet

hat.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem

auftreten müssen.

Benachrichtigen Sie Ihren Arzt so schnell wie möglich, wenn Sie an einer der unten

aufgeführten

Nebenwirkungen leiden. In einigen Fällen muss Ihr Arzt möglicherweise Ihre

Dosis von Erlotinib beta

verringern oder die Behandlung unterbrechen:

Durchfall und Erbrechen (sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen).

Anhaltende und schwere Formen von Durchfall können zu niedrigen Kaliumwerten im

Blut

und zu Nierenfunktionsstörung führen, insbesondere wenn Sie gleichzeitig andere

Chemotherapie-Behandlungen erhalten. Falls Sie an schwererem oder anhaltendem

Durchfall leiden,

benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt

, da er Sie möglicherweise im

Krankenhaus behandeln muss.

Gereizte Augen aufgrund einer Bindehautentzündung/Entzündung der Horn- und

Bindehaut

des Auges (sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen) und

Hornhautentzündung (häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen).

Form einer Reizung der Lungen - eine sogenannte interstitielle Lungenerkrankung

(gelegentlich bei europäischen Patienten; häufig bei japanischen Patienten: kann bei

Europäern bis zu 1 von 100 Behandelten und bei Japanern bis zu 1 von 10 Behandelten

betreffen). Diese Erkrankung kann auch mit dem natürlichen Verlauf Ihrer

Erkrankung

zusammenhängen und kann in einigen Fällen tödlich verlaufen. Falls bei Ihnen

Symptome wie plötzliche Atemschwierigkeiten, verbunden mit Husten oder Fieber,

auftreten,

benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Arzt

, da Sie an dieser Erkrankung

leiden könnten. Ihr Arzt wird unter Umständen beschließen, Ihre Behandlung mit

Erlotinib beta

abzubrechen.

Magen-Darm-Perforationen wurden beobachtet (gelegentlich: kann bis zu 1 von

Behandelten betreffen). Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie starke Schmerzen im

Bauchraum haben. Informieren Sie Ihren Arzt ebenfalls, wenn Sie in der Vergangenheit

peptisches Geschwür oder eine Divertikulose hatten, da in diesem Fall das Risiko für

eine

Magen-Darm-Perforation erhöht sein kann.

In seltenen Fällen wurde Leberversagen beobachtet (selten: kann bis zu 1 von 1.000

Behandelten betreffen). Wenn Ihre Blutwerte eine schwerwiegende Veränderung Ihrer

Leberfunktion anzeigen, muss Ihr Arzt möglicherweise Ihre Behandlung unterbrechen.

Sehr häufige Nebenwirkungen

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Hautausschlag (Rash), der auf sonnenexponierten Hautstellen auftreten oder sich

verschlechtern kann. Wenn Sie der Sonne ausgesetzt sind, kann das Tragen von

schützender Kleidung und/oder die Verwendung eines Sonnenschutzmittels (z.B.

mineralischer Basis) angeraten sein.

Infektionen

Appetitverlust, Gewichtsverlust

Depression

Kopfschmerzen, verändertes Sinnesempfinden auf der Haut oder Taubheit der

Gliedmaßen

Atembeschwerden, Husten

Übelkeit

Reizung der Mundschleimhaut

Magenschmerzen, Verdauungsstörung und Blähungen

Veränderte Blutwerte für die Leberfunktion

Juckreiz, trockene Haut und Haarausfall

Müdigkeit, Fieber, erhöhter Muskeltonus

Häufige Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Nasenbluten

Magen- oder Darmblutungen

Entzündliche Reaktionen um den Fingernägel

Infektionen des Haarfollikels

Akne

Rissige Haut

Verringerte Nierenfunktion (bei Anwendung außerhalb der zugelassenen

Indikation in

Kombination mit Chemotherapie)

Gelegentliche Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Veränderungen der Wimpern

Übermäßige Körper- und Gesichtsbehaarung nach männlichem Verteilungsmuster

Veränderungen der Augenbrauen

Brüchige und sich ablösende Fingernägel

Seltene Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Gerötete oder schmerzende Handinnenflächen oder Fußsohlen (Hand-Fuß-Syndrom)

Sehr seltene Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Hornhautgeschwüre oder Hornhautperforationen des Auges

Starke Blasenbildung auf der Haut oder sich stark schälende Haut (die auf ein

Stevens-

Johnson-Syndrom hinwiesen)

Entzündung der mittleren Augenhaut (Uveitis)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Erlotinib beta aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung dem Umkarton nach „Verwendbar

bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker,

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum

Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Erlotinib beta enthält

Der Wirkstoff

ist Erlotinib. Jede Filmtablette enthält 25 mg, 100 mg oder 150 mg

Erlotinib (als Erlotinibhydrochlorid).

Die sonstigen Bestandteile

sind:

Tablettenkern: Lactose-Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose und

Calciumhydrogenphosphat, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Hochdisperses

Siliciumdioxid, Mikrokristalline Cellulose, Natriumdodecylsulfat, Magnesiumstearat (Ph.

Eur.) [pflanzlich].

Filmüberzug: Hypromellose, Hyprolose, Titandioxid (E 171), Macrogol.

Wie Erlotinib beta aussieht und Inhalt der Packung

Erlotinib beta 25 mg: Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit der Prägung ‘E9OB‘ auf einer Seite

und ‘25’auf der anderen Seite, mit einem Durchmesser von ungefähr 6 mm.

Erlotinib beta 100 mg: Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit beidseitiger Kerblinie und einseitiger

Prägung (‘E9OB’ über der Kerblinie und ‘100’ unter der Kerblinie), mit einem Durchmesser von

ungefähr 10 mm. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Erlotinib beta 150 mg: Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit der Prägung ‘E9OB‘ auf einer Seite

und ‘150’auf der anderen Seite, mit einem Durchmesser von ungefähr 10,4 mm.

Erlotinib beta ist in Packungen zu 30 Tabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

betapharm Arzneimittel GmbH

Kobelweg 95

86156 Augsburg

Tel. 0821 748810

Fax 0821 7488120

Hersteller

Synthon B.V.

Microweg 22

6545 CM Nijmegen

Niederlande

Synthon Hispania SL

Castello, 1

Poligono Las Salinas

08830 Sant Boi de Llobregat

Spanien

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im September 2019.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Erlotinib beta 25 mg Filmtabletten

Erlotinib beta 100 mg Filmtabletten

Erlotinib beta 150 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Erlotinib beta 25 mg:

Jede Filmtablette enthält 25 mg Erlotinib (als Erlotinibhydrochlorid).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 16,8 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat).

Erlotinib beta 100 mg:

Jede Filmtablette enthält 100 mg Erlotinib (als Erlotinibhydrochlorid).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 67,1 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat).

Erlotinib beta 150 mg:

Jede Filmtablette enthält 150 mg Erlotinib (als Erlotinibhydrochlorid).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Filmtablette enthält 100,7 mg Lactose (als Lactose-Monohydrat).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette.

Erlotinib beta 25 mg: Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit der Prägung ‘E9OB‘ auf einer Seite und

‘25’auf der anderen Seite, mit einem Durchmesser von ungefähr 6 mm.

Erlotinib beta 100 mg: Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit beidseitiger Kerblinie und einseitiger

Prägung (‘E9OB’ über der Kerblinie und ‘100’ unter der Kerblinie), mit einem Durchmesser von

ungefähr 10 mm. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Erlotinib beta 150 mg: Weiße, runde, bikonvexe Tabletten mit der Prägung ‘E9OB‘ auf einer Seite und

‘150’auf der anderen Seite, mit einem Durchmesser von ungefähr 10,4 mm.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (NSCLC):

Erlotinib beta ist zur

First-Line-

Behandlung bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder

metastasiertem

nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit aktivierenden EGFR-Mutationen

angezeigt.

Erlotinib beta ist auch für eine Wechsel-Erhaltungstherapie (switch maintenance treatment) bei Patienten

mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC mit aktivierenden EGFR-Mutationen und

unverändertem Krankheitszustand nach

First-Line

-Chemotherapie angezeigt.

Erlotinib beta ist auch zur Behandlung von Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem

NSCLC angezeigt, bei denen mindestens eine vorausgegangene Chemotherapie versagt hat. Bei Patienten

mit Tumoren ohne aktivierende EGFR-Mutationen ist Erlotinib beta angezeigt, wenn andere

Therapieoptionen als ungeeignet erachtet werden.

Beim Verschreiben von Erlotinib beta sollten Faktoren, die im Zusammenhang mit einer verlängerten

Überlebenszeit stehen, berücksichtigt werden.

Bei Patienten mit epidermalen

Wachstumsfaktor-Rezeptor-(EGFR)-IHC-negativen Tumoren konnten

weder ein Überlebensvorteil noch andere klinisch

relevante Wirkungen durch die Behandlung gezeigt

werden (siehe Abschnitt 5.1).

Pankreaskarzinom:

Erlotinib beta in Kombination mit Gemcitabin ist zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem

Pankreaskarzinom angezeigt.

Beim Verschreiben von Erlotinib beta sollten Faktoren, die im Zusammenhang mit einer verlängerten

Überlebenszeit stehen, berücksichtigt werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.1).

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Pankreaskarzinom konnte ein Überlebensvorteil nicht

gezeigt

werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit Erlotinib sollte durch einen in der Anwendung von Krebstherapien erfahrenen

Arzt

überwacht werden.

Dosierung

Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom:

Es sollte ein Test auf EGFR-Mutationen entsprechend den zugelassenen Anwendungsgebieten

durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.1).

Die empfohlene Dosis von Erlotinib beträgt einmal täglich 150 mg und wird mindestens eine Stunde vor

oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen.

Patienten mit Pankreaskarzinom

Die empfohlene Dosis von Erlotinib beträgt einmal täglich 100 mg und wird mindestens eine Stunde

oder zwei Stunden nach einer Mahlzeit in Kombination mit einer Gemcitabinbehandlung

eingenommen

(siehe hierzu Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels [Fachinformation,

SPC] für

Gemcitabin für das Anwendungsgebiet Pankreaskarzinom). Bei Patienten, die innerhalb der

ersten 4 – 8

Behandlungswochen keinen Ausschlag (Rash) entwickeln, sollte die weitere Behandlung

mit Erlotinib

überdacht werden (siehe Abschnitt 5.1).

Falls eine Anpassung der Dosis erforderlich ist, sollte die Dosis in Schritten von 50 mg herabgesetzt

werden (siehe Abschnitt 4.4).

Erlotinib beta ist in den Stärken 25 mg, 100 mg und 150 mg erhältlich.

Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Substraten und -Modulatoren kann eine Dosisanpassung

erforderlich machen (siehe Abschnitt 4.5).

Leberfunktionsstörungen

Erlotinib wird durch Verstoffwechselung in der Leber und

Ausscheidung in die Galle eliminiert. Obwohl

die Exposition gegenüber Erlotinib sowohl bei Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung (Child-

Pugh-Werte 7 - 9) als auch bei Patienten mit normaler

Leberfunktion ähnlich war, ist bei der Gabe von

Erlotinib an Patienten mit Leberfunktionsstörungen Vorsicht geboten. Bei Auftreten von schweren

Nebenwirkungen sollte eine Dosisverringerung von Erlotinib oder eine Unterbrechung der Therapie mit

Erlotinib in Betracht gezogen werden. Es wurden keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit von

Erlotinib bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen (AST/SGOT und ALT/SGPT > 5-fach des

oberen Normalwertes) durchgeführt. Die Anwendung von Erlotinib bei Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 5.2).

Nierenfunktionsstörungen

Es wurden keine Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit

von Erlotinib bei Patienten mit

Nierenfunktionsstörungen durchgeführt (Serumkreatininkonzentration > 1,5-fach des oberen

Normalwertes). Aufgrund pharmakokinetischer Daten scheint bei Patienten mit

leichter oder mäßiger

Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung notwendig zu sein (siehe

Abschnitt 5.2). Die Anwendung

von Erlotinib bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung wird

nicht empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Erlotinib wurde bei Patienten unter 18 Jahren in den zugelassenen

Anwendungsgebieten nicht erwiesen. Die Anwendung von Erlotinib in der Pädiatrie wird nicht

empfohlen.

Raucher

Das Rauchen von Zigaretten erniedrigte die Exposition gegenüber Erlotinib um 50 - 60 %.

Die maximal

verträgliche Dosis von Erlotinib bei Patienten mit NSCLC, die Zigaretten rauchten, betrug 300 mg. Bei

Patienten, die weiterhin rauchten, zeigte die 300-mg-Dosis in der

Second-Line-

Behandlung nach

Chemotherapieversagen keine gesteigerte Wirksamkeit verglichen mit der empfohlenen 150-mg-Dosis.

Die Sicherheitsdaten zwischen der 300-mg- und der 150-mg-Dosis waren vergleichbar, allerdings gab

es bei Patienten, die eine höhere Dosis von Erlotinib erhielten, einen numerischen Anstieg von

Hautausschlägen, interstitiellen Lungenerkrankungen und Durchfall. Daher sollte Rauchern geraten

werden, das Rauchen einzustellen (siehe Abschnitte 4.4, 4.5, 5.1 und 5.2).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bestimmung des EGFR-Mutationsstatus

Wenn die Anwendung von Erlotinib zur

First-Line

-Behandlung oder als Erhaltungstherapie des lokal

fortgeschrittenen oder metastasierten NSCLC in Betracht gezogen wird, ist es wichtig, dass der EGFR-

Mutationsstatus des Patienten ermittelt wird.

Ein validierter, robuster, zuverlässiger und sensitiver Test (mit einem vorbestimmten positiven

Schwellenwert), der einen nachweislichen Nutzen zur Ermittlung des EGFR-Mutationsstatus

demonstriert hat, sollte gemäß lokaler medizinischer Praxis genutzt werden. Hierfür sollte entweder

Tumor-DNA aus einer Gewebeprobe oder frei-zirkulierende DNA (cfDNA) gewonnen aus einer

Blut(Plasma-)Probe verwendet werden.

Wenn bei Verwendung eines plasma-basierten cfDNA-Test das Ergebnis für aktivierende Mutationen

negativ ist, sollte aufgrund der Möglichkeit falsch-negativer Resultate der plasma-basierten Testungen

wenn immer möglich eine Gewebetestung durchgeführt werden.

Raucher

Rauchern sollte geraten werden, das Rauchen einzustellen, da die Plasmakonzentrationen von

Erlotinib

bei Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern niedriger sind. Diese erniedrigten

Plasmakonzentrationen

sind wahrscheinlich klinisch signifikant (siehe Abschnitte 4.2, 4.5, 5.1 und 5.2).

Interstitielle Lungenerkrankung

Gelegentlich wurde von ILD(interstitielle Lungenerkrankung)-artigen Ereignissen, einschließlich

Todesfällen, bei Patienten berichtet, die wegen eines nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms,

Pankreaskarzinoms oder eines anderen fortgeschrittenen soliden Tumors mit Erlotinib behandelt

wurden. In der zulassungsrelevanten Studie BR.21 lag die Inzidenz interstitieller Lungenerkrankungen

bei der Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms sowohl in der Placebogruppe als auch in

der Erlotinib Gruppe bei 0,8 %. In einer Metaanalyse von randomisierten kontrollierten klinischen

NSCLC-Studien (Phase-I-Studien und einarmige Phase-II-Studien wurden aufgrund von fehlenden

Kontrollgruppen ausgeschlossen) betrug die Inzidenz von ILD-artigen Ereignissen unter Behandlung

Erlotinib 0,9 % im Vergleich zu 0,4 % bei Patienten in den Kontrollarmen. In der

Pankreaskarzinom-

Studie in Kombination mit Gemcitabin betrug die Inzidenz ILD-artiger Ereignisse

in der Erlotinib plus

Gemcitabin-behandelten Gruppe 2,5 % vs 0,4 % in der Gruppe, die Placebo

plus Gemcitabin erhielt. Die

bei Patienten mit Verdacht auf ILD-artige Ereignisse berichteten

Diagnosen waren: Pneumonitis,

Strahlungspneumonitis, Hypersensitivitätspneumonitis, interstitielle

Pneumonie, interstitielle

Lungenerkrankung, Bronchiolitis obliterans, Lungenfibrose, akute

respiratorische Insuffizienz (Acute

Respiratory Distress Syndrome, ARDS), Alveolitis und

Lungeninfiltrat. Die Symptome traten einige

Tage bis mehrere Monate nach Beginn der Therapie mit

Erlotinib auf. Störfaktoren bzw. beitragende

Faktoren, wie beispielsweise eine begleitende oder zuvor

durchgeführte Chemotherapie, eine

vorausgegangene Strahlentherapie, eine vorbestehende

Lungenparenchymerkrankung,

Lungenmetastasen oder eine Lungeninfektion, lagen häufig vor. Eine

höhere Inzidenz von ILD (ca. 5 %

mit einer Sterblichkeitsrate von 1,5 %) wurde bei Patienten

beobachtet, die an in Japan durchgeführten

Studien teilnahmen.

Bei Patienten mit akut auftretenden neuen und/oder unerklärlichen progredienten Lungensymptomen

Dyspnoe,

Husten und

Fieber,

sollte

Behandlung

Erlotinib

unterbrochen werden bis

eine

diagnostische Abklärung erfolgt ist. Patienten, die gleichzeitig mit Erlotinib

und Gemcitabin behandelt

werden, sollten sorgfältig auf die mögliche Entwicklung einer ILD-artigen Toxizität überwacht werden.

Falls eine interstitielle

Lungenerkrankung diagnostiziert wird, sollte Erlotinib

abgesetzt und bei Bedarf

eine geeignete Therapie in die Wege geleitet werden (siehe Abschnitt 4.8).

Diarrhö, Dehydrierung, Elektrolytstörungen und Nierenversagen

Bei etwa 50 % der Patienten, die Erlotinib erhalten haben, trat Diarrhö auf (einschließlich sehr seltener

Fälle, die tödlich verliefen), die bei mittelschwerer bis schwerer Ausprägung z.B. mit Loperamid

behandelt werden sollte. In manchen Fällen kann eine Dosisreduktion erforderlich sein. In den

klinischen

Studien wurden die Dosierungen in Schritten von 50 mg herabgesetzt. Die schrittweise

Dosisreduktion

um 25 mg wurde nicht untersucht. Falls ein Patient an schweren oder anhaltenden

Formen von Diarrhö,

Übelkeit, Appetitverlust oder Erbrechen leidet, die mit Dehydrierung verbunden

sind, sollte die Therapie

mit Erlotinib unterbrochen und geeignete Maßnahmen zur Behandlung der

Dehydrierung ergriffen

werden (siehe Abschnitt 4.8). Es gab seltene Berichte von Hypokaliämie und

Nierenversagen

(einschließlich Todesfälle). Einige Fälle traten nach einer schweren Dehydrierung in

Folge von Diarrhö,

Erbrechen und/oder Anorexie auf, während andere Fälle zusammen mit einer

gleichzeitigen

Chemotherapie als Störgröße auftraten. In Fällen schwererer oder anhaltender Formen von Diarrhö oder

in Fällen, die zu einer Dehydrierung führen, vor allem bei Patientengruppen mit

erschwerenden

Risikofaktoren (insbesondere gleichzeitige Chemotherapie und Begleitmedikationen,

Symptomen oder

Erkrankungen oder anderen prädisponierenden Umständen einschließlich erhöhtes

Alter), ist die

Behandlung mit Erlotinib zu unterbrechen und geeignete Maßnahmen zur intensiven,

intravenösen

Rehydrierung der Patienten sind zu ergreifen. Weiterhin sind die Nierenfunktion und die

Serumelektrolyte einschließlich Kalium bei Patienten mit einem Risiko für Dehydrierung zu

überwachen.

Hepatitis, Leberversagen

Seltene Fälle von Leberversagen (einschließlich Todesfälle) sind während der Behandlung mit

Erlotinib

berichtet worden. Eingeschlossen waren Störgrößen wie vorbestehende Lebererkrankungen

oder eine

gleichzeitige hepatotoxische Medikation. Deshalb sollten bei solchen Patienten regelmäßige

Leberfunktionsuntersuchungen in Betracht gezogen werden. Die Behandlung mit Erlotinib sollte bei

schwerwiegenden Veränderungen der Leberfunktion unterbrochen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Erlotinib wird zur Anwendung bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung nicht empfohlen.

Magen-Darm-Perforation

Patienten, die Erlotinib erhalten, haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Magen-Darm-

Perforation, welche gelegentlich beobachtet wurde (einschließlich einiger Fälle, die tödlich verliefen).

Patienten, die gleichzeitig antiangiogenetische Arzneimittel, Kortikosteroide, nicht-steroidale

Antiphlogistika (NSAID) und/oder eine Taxan-basierte Chemotherapie erhalten, oder Patienten mit

peptischen Ulzerationen oder Divertikulose in der Vorgeschichte, weisen dieses erhöhte Risiko auf.

Erlotinib sollte dauerhaft nicht mehr bei Patienten angewendet werden, die eine Magen-Darm-

Perforation entwickeln (siehe Abschnitt 4.8).

Bullöse und schuppende Hauterkrankungen

Fälle von bullösen, blasenbildenden und schuppenden Hauterkrankungen wurden berichtet,

einschließlich sehr seltener Fälle mit Stevens-Johnson-Syndrom/toxischer epidermaler Nekrolyse, von

denen einige Fälle tödlich verliefen (siehe Abschnitt 4.8). Falls Patienten unter der Behandlung mit

Erlotinib schwere bullöse, blasenbildende oder schuppende Hauterkrankungen entwickeln, sollte die

Therapie unterbrochen oder beendet werden. Patienten mit bullösen oder exfoliativen

Hauterkrankungen

sollten auf Hautinfektionen untersucht und nach lokalen Therapierichtlinien

behandelt werden.

Augenerkrankungen

Patienten mit Anzeichen und Symptomen, die auf eine Keratitis hinweisen, wie z.B. akute oder sich

verschlechternde Augenentzündungen, tränende Augen, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes

Sehen,

Augenschmerzen und/oder gerötete Augen, sollten umgehend an einen Ophthalmologen

überwiesen

werden. Wenn die Diagnose einer ulzerativen Keratitis bestätigt wird, sollte die

Behandlung mit

Erlotinib unterbrochen oder abgebrochen werden. Wenn eine Keratitis diagnostiziert

wurde, sollte der

Nutzen einer Weiterbehandlung sorgfältig gegenüber den Risiken abgewogen

werden. Erlotinib sollte

bei Patienten mit Keratitis, ulzerativer Keratitis oder schwerwiegender

Augentrockenheit in der

Vorgeschichte mit Vorsicht angewendet werden. Das Tragen von

Kontaktlinsen stellt ebenfalls einen

Risikofaktor für Keratitis und Ulzerationen dar. Sehr selten wurde

über Fälle von Hornhautperforationen

oder Hornhautgeschwüren des Auges während der Anwendung

von Erlotinib berichtet (siehe Abschnitt

4.8).

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Stark wirksame Induktoren von CYP3A4 können die Wirksamkeit von Erlotinib reduzieren,

wohingegen

starke Inhibitoren von CYP3A4 zu erhöhter Toxizität führen können. Die gleichzeitige

Behandlung mit

dieser Art von Substanzen sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).

Sonstige Wechselwirkungen

Erlotinib ist charakterisiert durch eine verminderte Löslichkeit bei einem pH über 5. Arzneimittel, die

eine Veränderung des pH-Wertes im oberen Gastrointestinaltrakt bewirken, wie z.B.

Protonenpumpenhemmer, H

-Antagonisten und Antazida, können die Löslichkeit von Erlotinib

verändern und somit auch dessen Bioverfügbarkeit. Es ist nicht davon auszugehen, dass bei der

gleichzeitigen Anwendung dieser Arzneimittel, eine Erhöhung der Dosis von Erlotinib diesen Verlust

Exposition ausgleicht. Die gleichzeitige Anwendung von Erlotinib und Protonenpumpenhemmern

sollte

vermieden werden. Die Auswirkungen einer gleichzeitigen Anwendung von Erlotinib und H

Antagonisten oder Antazida sind unbekannt. Eine geringere Bioverfügbarkeit ist jedoch

wahrscheinlich.

Daher sollte die gleichzeitige Anwendung dieser Kombinationen vermieden werden

(siehe Abschnitt

4.5). Falls der Einsatz von Antazida während der Behandlung mit Erlotinib als

notwendig erachtet wird,

sollte die Einnahme wenigstens 4 Stunden vor oder 2 Stunden nach der

täglichen Erlotinib Dosis

erfolgen.

Lactose

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactasemangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

Erlotinib und andere CYP-Substrate

Erlotinib ist ein starker Inhibitor von CYP1A1 und ein mäßiger Inhibitor von CYP3A4 und CYP2C8,

sowie ein starker Inhibitor der Glucuronidierung durch UGT1A1

in vitro

Die physiologische Bedeutung der starken Inhibierung von CYP1A1 ist wegen der sehr geringen

Expression von CYP1A1 in menschlichem Gewebe unbekannt.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Erlotinib mit Ciprofloxacin, einem moderaten CYP1A2-Inhibitor,

erhöhte sich die Exposition gegenüber Erlotinib (AUC) signifikant um 39 %, während keine statistisch

signifikante Veränderung von C

gefunden wurde. In ähnlicher Weise ist die Exposition gegenüber

dem aktiven Metaboliten (AUC) um ungefähr 60 % bzw. die C

um 48 % erhöht. Die klinische

Relevanz dieser Erhöhung wurde nicht untersucht. Vorsicht ist geboten, wenn Ciprofloxacin oder ein

starker CYP1A2-Inhibitor (z.B. Fluvoxamin) mit Erlotinib kombiniert wird. Falls Nebenwirkungen im

Zusammenhang mit Erlotinib beobachtet werden, kann die Dosis von Erlotinib verringert werden.

Eine Vorbehandlung mit Erlotinib bzw. eine gleichzeitige Gabe von Erlotinib veränderte die Clearance

der prototypischen CYP3A4-Substrate Midazolam und Erythromycin nicht. Die orale

Bioverfügbarkeit

von Midazolam schien dadurch jedoch um bis zu 24 % reduziert zu werden. In einer

anderen klinischen

Studie konnte gezeigt werden, dass Erlotinib keinen Einfluss auf die

Pharmakokinetik des gleichzeitig

gegebenen CYP3A4/2C8-Substrates Paclitaxel hat. Signifikante

Wechselwirkungen mit der Clearance

anderer CYP3A4-Substrate sind daher unwahrscheinlich.

Die Inhibierung der Glucuronidierung

kann Wechselwirkungen mit Arzneimitteln verursachen, die

Substrate von UGT1A1 sind und ausschließlich über diesen Weg eliminiert werden. Patienten mit

geringen Expressionsspiegeln von UGT1A1 oder genetischen Glucuronidierungsstörungen (z.B.

Gilbert-

Syndrom) können erhöhte Serumkonzentrationen von Bilirubin aufweisen und müssen mit

Vorsicht

behandelt werden.

Erlotinib wird beim Menschen in der Leber durch die hepatischen Cytochrome, hauptsächlich

CYP3A4

und in geringerem Umfang CYP1A2, metabolisiert. Extrahepatischer Metabolismus durch

CYP3A4 im

Darm, durch CYP1A1 in der Lunge und durch CYP1B1 im Tumorgewebe kann

möglicherweise

ebenfalls zur metabolischen Clearance von Erlotinib beitragen. Mögliche

Wechselwirkungen können mit

Wirkstoffen auftreten, die durch diese Enzyme verstoffwechselt

werden oder bei denen es sich um

Inhibitoren oder Induktoren dieser Enzyme handelt.

Stark wirksame Inhibitoren der CYP3A4-Aktivität verringern die Metabolisierung von Erlotinib und

erhöhen dessen Plasmakonzentration. In einer klinischen Studie hatte die gleichzeitige Gabe von

Erlotinib und Ketoconazol (zweimal täglich 200 mg oral über 5 Tage), einem starken CYP3A4-Inhibitor,

eine erhöhte Exposition gegenüber Erlotinib (AUC um 86 % und C

um 69 %)

zur Folge. Daher ist

Vorsicht geboten, wenn Erlotinib gemeinsam mit hoch wirksamen CYP3A4-Inhibitoren, z.B. Azol-

Antimykotika (d.h. Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol),

Proteaseinhibitoren, Erythromycin oder Clarithromycin, gegeben wird. Falls erforderlich, sollte die

Dosis von Erlotinib reduziert werden, insbesondere beim Auftreten von Toxizitäten.

Stark wirksame Induktoren der CYP3A4-Aktivität verstärken die Metabolisierung von Erlotinib und

verringern die Plasmakonzentration von Erlotinib signifikant. In einer klinischen Studie hatte die

gleichzeitige Gabe von Erlotinib und Rifampicin (einmal täglich 600 mg oral über 7 Tage), einem

starken CYP3A4-Induktor, eine Abnahme der medianen AUC von Erlotinib um 69 % zur Folge. Die

gleichzeitige Gabe von Rifampicin und einer Einzeldosis von 450 mg Erlotinib resultierte in einer

mittleren Exposition gegenüber Erlotinib (AUC) von 57,5 % bezogen auf die AUC einer Einzeldosis

150 mg Erlotinib ohne die Gabe von Rifampicin. Die gleichzeitige Anwendung von Erlotinib und

Induktoren von CYP3A4 sind daher zu vermeiden. Bei Patienten, die eine gleichzeitige Behandlung

Erlotinib und einem stark wirksamen Induktor von CYP3A4, wie z.B. Rifampicin, benötigen, ist

eine

Erhöhung der Dosis auf 300 mg unter engmaschiger Überwachung der Verträglichkeit

(einschließlich

der Nieren- und Leberfunktion und der Serumelektrolyte) in Betracht zu ziehen. Bei

guter

Verträglichkeit über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen kann eine weitere Erhöhung auf

450 mg

unter engmaschiger Überwachung der Verträglichkeit in Betracht gezogen werden. Eine

reduzierte

Exposition kann auch bei anderen Induktoren auftreten, z.B. Phenytoin, Carbamazepin,

Barbituraten

oder Johanniskraut (

Hypericum perforatum

). Vorsicht ist geboten, wenn diese Wirkstoffe

zusammen mit

Erlotinib gegeben werden. Nach Möglichkeit sollten Behandlungsalternativen ohne eine

solche starke

CYP3A4-induzierende Wirkung erwogen werden.

Erlotinib und Antikoagulanzien auf Cumarinbasis

Bei Patienten, die Erlotinib erhielten, wurde eine Interaktion mit Antikoagulanzien auf Cumarinbasis

einschließlich Warfarin berichtet, die zu einer erhöhten International Normalized Ratio (INR) sowie

Blutungen führte, die in einigen Fällen tödlich verliefen. Patienten, die mit Antikoagulanzien auf

Cumarinbasis behandelt werden, sind regelmäßig auf jegliche Veränderungen der Prothrombinzeit

oder

der INR zu überwachen.

Erlotinib und Statine

Die Kombination von Erlotinib mit einem Statin kann die Wahrscheinlichkeit einer durch ein Statin

verursachten Myopathie, einschließlich einer Rhabdomyolyse, erhöhen. Dies wurde in seltenen Fällen

beobachtet.

Erlotinib und Raucher

Ergebnisse einer pharmakokinetischen Interaktionsstudie zeigten nach der Gabe von Erlotinib bei

Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern eine signifikante Abnahme der AUC

und der

Plasmakonzentration nach 24 Stunden (2,8-, 1,5- bzw. 9-fach). Patienten, die immer noch rauchen,

sollten ermutigt werden, so früh wie möglich vor Beginn der Behandlung mit Erlotinib das Rauchen

einzustellen, da sonst die Plasmakonzentrationen von Erlotinib abnehmen. Die Daten der CURRENTS

Studie erbrachten keinen Beweis für einen Vorteil der höheren Dosierung (300 mg) bei aktiven

Rauchern im Vergleich zu der empfohlenen 150-mg-Dosierung. Die Sicherheitsdaten zwischen der 300-

mg und der 150-mg-Dosis waren vergleichbar, allerdings gab es bei Patienten, die eine höhere Dosis

von Erlotinib erhielten, einen numerischen Anstieg von Hautausschlägen, interstitiellen

Lungenerkrankungen und Durchfall (siehe Abschnitte 4.2, 4.4, 5.1 und 5.2).

Erlotinib und Inhibitoren des P-Glykoproteins

Erlotinib ist ein Substrat des Wirkstoff-Transporters P-Glykoprotein. Die gleichzeitige Gabe von

Inhibitoren des P-Glykoproteins, wie z.B. Cyclosporin und Verapamil, kann zu einer veränderten

Verteilung und/oder zu einer veränderten Elimination von Erlotinib führen. Die Auswirkungen dieser

Interaktion, z.B. auf die ZNS-Toxizität, sind nicht untersucht. Daher ist in diesen Situationen Vorsicht

geboten.

Erlotinib und Arzneimittel, die den pH-Wert verändern

Erlotinib ist charakterisiert durch eine verminderte Löslichkeit bei einem pH über 5. Arzneimittel, die

eine Veränderung des pH-Wertes im oberen Gastrointestinaltrakt bewirken, können die Löslichkeit

Erlotinib verändern und somit auch dessen Bioverfügbarkeit. Die gleichzeitige Anwendung von

Erlotinib

und Omeprazol, einem Protonenpumpenhemmer, erniedrigte die Exposition gegenüber

Erlotinib (AUC)

um 46 % und die maximale Konzentration (C

) um 61 %. Die t

sowie die

Halbwertszeit blieben

unverändert. Die gleichzeitige Anwendung von Erlotinib und 300 mg Ranitidin,

einem H

Rezeptorantagonisten, erniedrigte die Exposition gegenüber Erlotinib (AUC) um 33 % und die maximale

Konzentration (C

) um 54 %. Es ist nicht davon auszugehen, dass bei der

gleichzeitigen Anwendung

dieser Arzneimittel eine Erhöhung der Dosis von Erlotinib diesen Verlust

an Exposition ausgleicht.

Wenn jedoch Erlotinib versetzt zu Ranitidin gegeben wurde, nämlich 2 Stunden vor oder 10 Stunden

nach der zweimal täglichen Gabe von 150 mg Ranitidin, nahm die

Exposition gegenüber Erlotinib

(AUC) lediglich um 15 % und die maximale Konzentration (C

) um

17 % ab. Die Wirkung von

Antazida auf die Resorption von Erlotinib wurde nicht untersucht, jedoch

kann die Resorption

beeinträchtigt sein, was zu niedrigeren Plasmaspiegeln führt. Zusammenfassend

lässt sich sagen, dass die

gleichzeitige Anwendung von Erlotinib und Protonenpumpenhemmern

vermieden werden sollte. Falls

der Einsatz von Antazida während der Behandlung mit Erlotinib als

notwendig erachtet wird, sollte die

Einnahme wenigstens 4 Stunden vor oder 2 Stunden nach der

täglichen Erlotinib Dosis erfolgen. Falls

der Einsatz von Ranitidin erwogen wird, so sollte dies versetzt

zur Gabe von Erlotinib erfolgen. Erlotinib

ist hierbei mindestens 2 Stunden vor oder 10 Stunden nach

der Ranitidin Gabe einzunehmen.

Erlotinib und Gemcitabin

In einer Phase-Ib-Studie hatte Gemcitabin weder signifikante Wirkungen auf die Pharmakokinetik von

Erlotinib noch hatte Erlotinib signifikante Wirkungen auf die Pharmakokinetik von Gemcitabin.

Erlotinib und Carboplatin/Paclitaxel

Erlotinib erhöht die Konzentration von Platin. In einer klinischen Studie führte die gleichzeitige

Anwendung von Erlotinib mit Carboplatin und Paclitaxel zu einer Erhöhung des AUC

0-48

Gesamtplatins

um 10,6 %. Wenngleich statistisch signifikant, wird das Ausmaß dieses Unterschiedes

nicht als klinisch

relevant angesehen. In der klinischen Praxis können andere Kofaktoren, wie z.B.

Nierenfunktionsstörung, zu einer erhöhten Exposition gegenüber Carboplatin führen. Es wurden keine

signifikanten Auswirkungen von Carboplatin bzw. Paclitaxel auf die Pharmakokinetik von Erlotinib

festgestellt.

Erlotinib und Capecitabin

Capecitabin kann die Konzentration von Erlotinib erhöhen. Die Gabe von Erlotinib in Kombination

Capecitabin führte zu einer statistisch signifikanten Erhöhung der AUC von Erlotinib sowie einer

grenzwertigen Erhöhung der C

im Vergleich zu den Werten, die in einer anderen Studie, in der

Erlotinib als Monotherapie angewendet wurde, beobachtet wurde. Es wurden keine signifikanten

Auswirkungen von Erlotinib auf die Pharmakokinetik von Capecitabin festgestellt.

Erlotinib und Proteasominhibitoren

Aufgrund ihres Wirkmechanismus können Proteasominhibitoren, einschließlich Bortezomib, die

Wirkung von EGFR-Inhibitoren, einschließlich Erlotinib, beeinflussen. Diese Wirkung wird durch

begrenzte klinische Daten und präklinische Studien, die eine EGFR-Degradierung durch das

Proteasom

zeigen, unterstützt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine entsprechenden Daten für die Anwendung von Erlotinib bei schwangeren Frauen vor.

Tierexperimentelle Studien zeigten keine Hinweise auf eine Teratogenität oder auf eine anormale

Geburt. Jedoch kann eine negative Auswirkung auf die Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden,

da in Studien an Ratten und Kaninchen eine erhöhte embryonale/fötale Letalität nachgewiesen worden

ist (siehe Abschnitt 5.3). Das potenzielle Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter müssen angewiesen werden, während der Behandlung mit Erlotinib eine

Schwangerschaft zu vermeiden. Für die Dauer der Behandlung und während mindestens 2 Wochen

nach

deren Beendigung ist eine wirksame Empfängnisverhütung durchzuführen. Bei schwangeren

Frauen

sollte die Therapie nur dann fortgeführt werden, wenn der potenzielle Nutzen für die Mutter

gegenüber

dem Risiko für den Fötus überwiegt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Erlotinib in die Muttermilch übergeht. Es wurden keine Studien durchgeführt,

um die Wirkung von Erlotinib auf die Produktion von Muttermilch oder das Vorhandensein in der

Muttermilch zu prüfen. Da die Gefahr einer Schädigung für den gestillten Säugling nicht bekannt ist,

müssen Mütter angewiesen werden, während der Behandlung mit Erlotinib und noch mindestens 2

Wochen nach der letzten Dosis nicht zu stillen.

Fertilität

Tierexperimentelle Studien zeigten keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fertilität. Jedoch

kann

eine negative Auswirkung auf die Fertilität nicht ausgeschlossen werden, da tierexperimentelle

Studien

Auswirkungen auf Parameter der Reproduktion gezeigt haben (siehe Abschnitt 5.3). Das

potenzielle

Risiko für den Menschen ist nicht bekannt.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt; Erlotinib steht jedoch nicht in Zusammenhang mit einer

Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit.

4.8

Nebenwirkungen

Die Untersuchungen zur Sicherheit von Erlotinib basieren auf Daten von mehr als 1.500 Patienten,

die mindestens eine 150 mg-Dosis Erlotinib als Monotherapie, und mehr als 300 Patienten, die 100

mg oder 150 mg Erlotinib in Kombination mit Gemcitabin erhalten haben.

Das Auftreten von Nebenwirkungen aus klinischen Studien, die unter Anwendung von Erlotinib als

Monotherapie oder in Kombination mit Chemotherapie berichtet wurden, sind gemäß National

Cancer Institute-Common Toxicity Criteria (NCI-CTC) Schweregrad in Tabelle 1 zusammengefasst.

Bei den aufgeführten Nebenwirkungen handelt es sich um diejenigen, die bei mindestens 10 % (der

mit Erlotinib behandelten) Patienten berichtet wurden und häufiger (‡ 3 %) bei mit Erlotinib

behandelten Patienten als im Vergleichsarm auftraten. Andere Nebenwirkungen, einschließlich

Nebenwirkungen aus anderen Studien, sind in Tabelle 2 zusammengefasst.

Nebenwirkungen aus klinischen Studien (Tabelle 1) sind nach MedDRA Systemorganklasse

aufgeführt. Die entsprechende Häufigkeitskategorie für jede Nebenwirkung basiert auf der folgenden

Konvention: sehr häufig (≥ 1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten

(≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000).

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben.

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom (Erlotinib als Monotherapie verabreicht)

First-Line-Behandlung von Patienten mit EGFR-Mutationen

In der offenen, randomisierten Phase-III-Studie ML20650, in die 154 Patienten eingeschlossen

waren, wurde die Sicherheit von Erlotinib bei der

First-Line

-Behandlung von Patienten mit NSCLC

mit aktivierenden EGFR-Mutationen bei 75 Patienten bewertet. Bei diesen Patienten wurden keine

neuen Sicherheitssignale beobachtet.

Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei mit Erlotinib behandelten Patienten in Studie ML20650

auftraten, waren Ausschlag und Diarrhö (alle Schweregrade, 80 % bzw. 57 %). Die meisten waren

vom Grad 1/2 und ohne Intervention kontrollierbar. Ausschlag und Diarrhö von Grad 3 traten bei 9 %

bzw. 4 % der Patienten auf. Ausschlag oder Diarrhö von Grad 4 wurden nicht beobachtet. Sowohl

Ausschlag als auch Diarrhö führten bei 1 % der Patienten zum Absetzen von Erlotinib.

Dosisanpassungen (Unterbrechungen oder Verringerungen) wegen Ausschlag und Diarrhö waren bei

11 % bzw. 7 % der Patienten erforderlich.

Erhaltungstherapie

In zwei anderen doppelblinden,

randomisierten, placebokontrollierten Phase-III-Studien, BO18192

(SATURN) und BO25460 (IUNO), wurde Erlotinib als Erhaltungstherapie nach der

First-Line-

Chemotherapie angewendet. Diese Studien wurden mit insgesamt 1.532 Patienten mit

fortgeschrittenem, rezidivierendem oder metastasiertem NSCLC nach platinbasierter

First-Line-

Standardtherapie durchgeführt. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert.

Die häufigsten Nebenwirkungen, die bei mit Erlotinib behandelten Patienten in den Studien BO18192

und BO25460 auftraten, waren Ausschlag (BO18192: alle Schweregrade: 49,2 %; Grad 3: 6,0 %;

BO25460: alle Grade: 39,4 %; Grad 3: 5,0 %) und Diarrhö (BO18192: alle Grade: 20,3 %; Grad 3:

1,8 %; BO25460: alle Grade: 24,2 %; Grad 3: 2,5 %). In keiner der beiden Studien wurde Ausschlag

oder Diarrhö von Grad 4 beobachtet. Ausschlag und Diarrhö führten bei 1 % bzw. < 1 % der

Patienten in Studie BO18192 zum Absetzen von Erlotinib. In Studie BO25460 kam es weder wegen

Ausschlag noch Diarrhö zum Absetzen von Erlotinib. Dosisanpassungen (Unterbrechungen oder

Verringerungen) wegen Ausschlag oder Diarrhö waren in Studie BO18192 bei 8,3 % bzw. 3 % der

Patienten und in Studie BO25460 bei 5,6 % bzw. 2,8 % der Patienten erforderlich.

Second-Line- und nachfolgende Behandlung

In einer randomisierten Doppelblindstudie (BR.21; Erlotinib als

Second-Line-

Therapie verabreicht)

wurden als häufigste Nebenwirkungen Ausschlag (Rash) (75 %) und Diarrhö (54 %) berichtet. Diese

waren größtenteils vom Schweregrad 1/2 und ließen sich ohne Intervention handhaben. Ausschläge

(Rash) und Diarrhö des Schweregrads 3/4 kamen bei 9 % bzw. 6 % der Patienten, die mit Erlotinib

behandelt wurden, vor und führten jeweils bei 1 % der Patienten zum Abbruch der Studie. Eine

Dosisreduktion wegen Ausschlag (Rash) und Durchfall war bei 6 % bzw. 1 % der Patienten

erforderlich.

In der Studie BR.21 betrug die mediane Zeitspanne bis zum Auftreten eines Ausschlags

8 Tage und bis

zum Auftreten von Diarrhö 12 Tage.

Im Allgemeinen äußert sich der Ausschlag (Rash) als milder bis mäßiger erythematöser und

papulopustulöser Ausschlag (Rash), der auf sonnenexponierten Hautstellen auftreten oder sich

verschlechtern kann. Für Patienten, die der Sonne ausgesetzt sind, kann das Tragen von schützender

Kleidung und/oder die Verwendung eines Sonnenschutzmittels (z.B. auf mineralischer Basis)

angeraten

sein.

Pankreaskarzinom (Anwendung von Erlotinib zusammen mit Gemcitabin)

Die häufigsten Nebenwirkungen in der Zulassungsstudie PA.3 bei Patienten mit Pankreaskarzinom, die

100 mg Erlotinib plus Gemcitabin erhielten, waren Fatigue, Ausschlag und Diarrhö. Im Arm mit

Erlotinib und Gemcitabin wurden Ausschlag und Diarrhö von Grad 3/4 bei jeweils 5 % der Patienten

berichtet. Die mediane Dauer bis zum Auftreten von Ausschlag und Diarrhö betrug 10 Tage bzw. 15

Tage. Ausschlag und Diarrhö führten jeweils bei 2 % der Patienten zu einer Verringerung der Dosis und

bei bis zu 1 % der mit Erlotinib und Gemcitabin behandelten Patienten zu einem Studienabbruch.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen