EREMFAT 600 mg Filmtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Rifampicin
Verfügbar ab:
Riemser Pharma GmbH
ATC-Code:
J04AB02
INN (Internationale Bezeichnung):
rifampicin
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Rifampicin 600.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
3260.01.01

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

EREMFAT 600 mg

Filmtabletten

Wirkstoff: Rifampicin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist EREMFAT 600 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von EREMFAT 600 mg beachten?

Wie ist EREMFAT 600 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist EREMFAT 600 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist EREMFAT 600 mg und wofür wird es angewendet?

EREMFAT 600 mg ist ein Tuberkulosemittel aus der Gruppe der Ansamycin-Antibiotika.

Anwendungsgebiet

EREMFAT 600 mg wird angewendet:

zur Behandlung aller Formen der Tuberkulose mit Erregerempfindlichkeit gegen Rifampicin, immer

in Kombination mit weiteren gegen die Tuberkuloseerreger wirksamen Arzneimitteln.

zur Behandlung von in der Lunge liegenden (pulmonale), außerhalb der Lunge liegenden (extrapul-

monale) sowie verstreut liegenden (disseminierte) Infektionen durch so genannte nichttuberkulöse

Mykobakterien (MOTT entspr. mycobacteria other than tuberculosis), immer in Kombination mit

weiteren antimykobakteriell wirksamen Arzneimitteln.

zur Kombinationsbehandlung der Lepra.

zur Vorbeugung einer Hirnhautentzündung, welche durch so genannte Meningokokken hervorgeru-

fen wird (Prophylaxe der Meningokokken–Meningitis).

Die allgemein anerkannten Richtlinien zum angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen und speziell an-

timykobakteriellen Wirkstoffen bei der Behandlung mykobakterieller Infektionen sind zu beachten.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von EREMFAT 600 mg beachten?

EREMFAT 600 mg darf nicht eingenommen werden,

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wenn Sie allergisch gegen Rifampicin, gegen andere Rifamycine (mit Rifampicin verwandte Wirk-

stoffe) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

bei schweren Leberfunktionsstörungen (Child Pugh C), Gelbsucht (z. B. Verschlussikterus), akuter

Leberentzündung (Hepatitis), Leberzirrhose (chronische Lebererkrankung mit Leberzellschwund),

Gallengangsverschluss (Gallengangsobstruktion).

bei gleichzeitiger Therapie mit den Proteaseinhibitoren (Arzneimittel zur Behandlung von HIV-

Infektionen) Amprenavir, Atazanavir, Darunavir, Fosamprenavir, Indinavir, Lopinavir, Nelfinavir,

Tipranavir und Saquinavir – mit wie auch ohne Ritonavir (siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“ und „Einnahme von EREMFAT 600 mg zusammen mit anderen Arzneimit-

teln“).

bei gleichzeitiger Therapie mit dem potenziell leberschädigenden Breitspektrum-Triazol-Antimyko-

tikum (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen) Voriconazol (siehe Abschnitt 2. „Ein-

nahme von EREMFAT 600 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie EREMFAT 600 mg einnehmen.

Mykobakterien (Erreger der Tuberkulose) entwickeln rasch Resistenzen gegen Rifampicin, den

Wirkstoff von EREMFAT 600 mg. Daher muss EREMFAT 600 mg immer mit mindestens einem

weiteren gegen Tuberkulose wirksamen Arzneimittel kombiniert werden (siehe auch Abschnitt 3.

„Wie ist EREMFAT 600 mg einzunehmen?“). Eine Ausnahme hiervon stellt die Vorbeugung (Pro-

phylaxe) der Meningokokken-Hirnhautentzündung dar, in welcher Rifampicin in einer hohen Do-

sis über einen Zeitraum von nur 2 Tagen allein eingesetzt wird.

Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme oder Anwendung anderer Arzneimittel. Denn Rifampicin,

der Wirkstoff von EREMFAT 600 mg, kann den Stoffwechsel dieser Arzneimittel beeinflussen

bzw. der Stoffwechsel von Rifampicin selbst kann beeinflusst werden. Vor allem bei Ein-

nahme/Anwendung von Arzneimitteln, die Wirkstoffe mit enger therapeutischer Breite (enger

Nachbarschaft von Wirkung und Nebenwirkungen) enthalten, muss bei Beginn oder nach Absetzen

einer Therapie mit EREMFAT 600 mg die Dosierung dieser Arzneimittel eventuell angepasst wer-

den.

Halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, um eine korrekte

Dosierung gleichzeitig eingenommener / angewendeter Arzneimittel sicherzustellen und

Wechselwirkungen, die schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein können, zu vermeiden

(siehe

auch Abschnitt 2. „EREMFAT 600 mg darf nicht eingenommen werden“ und „Einnahme von

EREMFAT 600 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Paracetamol

Im Falle einer gleichzeitigen Verabreichung von Rifampicin und Paracetamol kann es zu einer

Leberschädigung durch üblicherweise unschädliche Dosen von Paracetamol kommen. Die Verab-

reichung von Paracetamol unter Rifampicintherapie sollte daher nur unter strenger Nutzen-Risiko-

Abschätzung

unter

besonderer

Vorsicht

erfolgen

(siehe

Abschnitt

„Einnahme

EREMFAT 600 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln“).

Vitamin D

Rifampicin beeinträchtigt den Vitamin D-Stoffwechsel. Symptome einer Erkrankung der Knochen

sind erst bei längerer Rifampicingabe (> 1 Jahr) zu erwarten. Sollte Ihnen zusätzlich Vitamin D

verabreicht werden, wird Ihr Arzt regelmäßige Kontrollen der Calcium- und Phosphatspiegel sowie

der Nierenfunktion durchführen.

Kontrazeption

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Wenn Sie orale hormonale Kontrazeptiva (‘Pille’) zur Empfängnisverhütung anwenden. ist die

empfängnisverhütende Wirkung oraler hormonaler Kontrazeptiva aufgrund der Wechselwirkung

zwischen Rifampicin und den Wirkstoffen der Kontrazeptiva (‘Pille’) gestört. Unter der Therapie

mit EREMFAT 600 mg müssen Sie daher zusätzlich andere nicht hormonale, kontrazeptive Maß-

nahmen anwenden (siehe Abschnitt 2. „Einnahme von EREMFAT 600 mg zusammen mit anderen

Arzneimitteln“).

Hepatotoxizität (erhöhtes Risiko von Leberschäden), Unterernährung, Alkoholismus

- Bei etwa 5 bis 20 % der Behandelten ist ein Anstieg der Leberwerte (Transaminasen) feststellbar.

Verbleiben die Leberwerte unter einem bestimmten Richtwert (Transaminasenwerte < 100 U/l)

kann es trotz Fortsetzung der Therapie wieder zur Normalisierung der Werte kommen. Übersteigen

die Leberwerte den Richtwert (Transaminasenanstieg über 100 U/l oder Bilirubinkonzentrationen

2-fach über dem Normwert und entsprechender klinischer Symptomatik) muss EREMFAT 600 mg

abgesetzt werden, da tödlicher Leberschwund (Leberdystrophien) beobachtet worden ist. Nach Un-

terbrechung der Therapie und Rückgang der Symptome kann eine Weiterbehandlung unter Beach-

tung der einschleichenden Dosierung möglich sein.

- Bei leichteren oder chronischen Leberfunktionsstörungen darf EREMFAT 600 mg nur unter

strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung angewendet werden.

- Bei Patienten mit regelmäßigem Alkoholkonsum oder Alkoholmissbrauch kann eine Vorschädi-

gung der Leber bestehen bzw. ist damit zu rechnen.

- Unterernährte Patienten, ältere Patienten und Patienten mit bereits bestehenden Leberschäden

sind vor allem gefährdet hinsichtlich des Auftretens von Nebenwirkungen wie Gelbsucht (Ikterus)

bzw. einer Lebervergrößerung (Hepatomegalie).

- Rifampicin besitzt ein lebertoxisches Potential. Bei allen Patienten, insbesondere bei den genann-

ten Risikogruppen und wenn Sie die üblichen Kombinationspartner von Rifampicin wie Isoniazid

und Pyrazinamid einnehmen, müssen regelmäßige Leberenzym- und Bilirubinkontrollen durchge-

führt werden, um eine mögliche Schädigung der Leber aufgrund des lebertoxischen Potenzials der

genannten Arzneimittel frühzeitig erkennen zu können.

Überempfindlichkeitsreaktionen

- Es können leichte Überempfindlichkeitsreaktionen wie beispielsweise Fieber, Hautrötungen, Ju-

cken (Pruritus) oder Nesselsucht (Urtikaria) auftreten. Nach Unterbrechung der Therapie und

Rückgang der Symptome kann eine Weiterbehandlung unter Beachtung der einschleichenden Do-

sierung möglich sein.

- EREMFAT 600 mg ist sofort und endgültig abzusetzen beim Auftreten schwerwiegender Kom-

plikationen wie Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie), der sich eventuell auch als Nasenbluten

äußern kann, Hautblutungen (Purpura), Blutarmut (hämolytische Anämie), Atemnot (Dyspnoe),

asthmaartigen Anfällen, Schock und Nierenversagen und bei schweren allergischen Hautreaktio-

nen mit blasenförmiger Abhebung der Haut (toxische epidermale Nekrolyse / Lyell Syndrom, ex-

foliative Dermatitis) (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Wenn bei

Ihnen während der Behandlung mit EREMFAT 600 mg oben genannte Symptome auftreten, kon-

taktieren Sie bitte sofort einen Arzt.

- Bei der Wiederaufnahme einer Behandlung mit EREMFAT 600 mg nach kurzer oder längerer

Unterbrechung können akute Überempfindlichkeitsreaktionen mit grippeähnlichen Erscheinungen

(“Flu-Syndrom”) bis hin zu Schock oder Nierenversagen (hyperergische Sofortreaktion) eintreten.

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Deshalb wird dringend empfohlen, bei Wiederaufnahme nach Unterbrechung und bei Wiederho-

lung einer Behandlung Rifampicin einschleichend zu dosieren.

Das Flu-Syndrom wird fast ausschließlich bei nicht täglicher (intermittierender) bzw. nach nicht

regelmäßiger Rifampicin-Einnahme beobachtet und tritt umso häufiger auf, je höher die einzelnen

Dosen und je länger das dazwischenliegende Intervall waren. Es tritt meist 3 bis 6 Monate nach

Beginn einer intermittierenden Therapie auf und äußert sich in Symptomen wie Kopfschmerzen

und allgemeinem Schwächegefühl, Fieber, Schüttelfrost, entzündlichem Hautausschlag (Exan-

them), Übelkeit, Erbrechen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Symptome treten 1 bis 2

Stunden nach der Einnahme auf und dauern bis zu 8 Stunden, in Einzelfällen darüber hinaus, an

(siehe Abschnitt 3. “Wie ist EREMFAT 600 mg einzunehmen?” und 4. “ Welche Nebenwirkungen

sind möglich?”). Es kann in fast allen Fällen durch Wechsel von der intermittierenden auf die täg-

liche Rifampicin-Einnahme (nicht möglich bei der Therapie der Lepra) zum Verschwinden ge-

bracht werden.

Bei Wiederaufnahme der Therapie nach Unterbrechung, beim Wechsel von der intermittierenden

auf die tägliche Einnahme und bei Wiederholung der Therapie muss Rifampicin einschleichend

dosiert werden (siehe Abschnitt 3. “Wie ist EREMFAT 600 mg einzunehmen?” und 4. “Welche

Nebenwirkungen sind möglich?”).

Ein unbegründeter eigenmächtiger Therapieabbruch und ein Neubeginn der Therapie ohne ärztli-

che Kontrolle sind deshalb sehr risikoreich. Halten Sie also in jedem Fall zuerst Rücksprache mit

Ihrem Arzt, wenn Sie eine Änderung, einen Abbruch oder einen Wiederbeginn der Therapie wün-

schen.

Porphyrie

Wenn Sie eine genetische Veranlagung für das Auftreten einer Porphyrie (Stoffwechselstörung

bzgl. Vorstufen des roten Blutfarbstoffs) tragen, sind besondere Vorsichtsmaßnahmen notwendig,

und Sie sollten den Rat eines Porphyrie-Experten einholen.

Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt

Wenn bei Ihnen während oder nach der Therapie mit EREMFAT 600 mg schwere wässrige Durch-

fälle, die mit Fieber oder Bauchschmerzen einhergehen können, auftreten, dann können dies die

Symptome einer pseudomembranösen Enterokolitis (schwere, durch eine Antibiotika-Behandlung

ausgelöste Darmerkrankung) sein, die lebensbedrohlich sein kann. In diesen sehr seltenen Fällen

ist EREMFAT 600 mg sofort abzusetzen und eine angemessene Behandlung einzuleiten. Arznei-

mittel, die die Darmbewegung (Peristaltik) hemmen, dürfen nicht eingenommen werden. Wenn bei

Ihnen während oder nach der Behandlung mit EREMFAT 600 mg oben genannte Symptome auf-

treten, kontaktieren Sie bitte sofort einen Arzt.

Wirkung auf Körperflüssigkeiten

Da Rifampicin, der Wirkstoff von EREMFAT 600 mg, eine intensiv bräunlich rote Eigenfarbe hat,

kann es nach Einnahme von EREMFAT 600 mg zu einer Verfärbung von Körperflüssigkeiten wie

Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit und der Ausscheidungsprodukte Urin und Stuhl kommen.

Außerdem ist z. B. auch eine dauerhafte gelb-orange Verfärbung von weichen Kontaktlinsen und

Kleidung möglich.

Wirkung auf die Nierenfunktion

- Die regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion (z. B. Serumkreatinin-Bestimmung) ist bei An-

wendung von EREMFAT 600 mg erforderlich.

- Akutes Nierenversagen, eine akute Nierenentzündung (interstitielle Nephritis) sowie Gewebezer-

fall an den Nierenkanälchen (Tubulusnekrosen) können während der Therapie mit EREMFAT 600

mg auftreten (siehe Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Ein sofortiger und

endgültiger Therapieabbruch ist in solchen Fällen erforderlich. Im Allgemeinen kommt es nach

Absetzen der Therapie zu einer Normalisierung der Nierenfunktion.

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Wirkung auf das Blut

Regelmäßige Blutbildkontrollen müssen durchgeführt werden, da unter Therapie mit EREMFAT

600 mg unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf Blut und Blutbestandteile auftreten können (siehe

auch Abschnitt 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Schwangerschaft und postnatale Phase

Bei der Einnahme von Rifampicin in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann das Risiko von

Blutungen nach der Geburt bei der Mutter aufgrund einer durch den Geburtsvorgang erhöhten Blu-

tungsneigung und beim Neugeborenen aufgrund einer noch unzureichenden Vitamin K-Versorgung

und dadurch unzureichender Produktion von Gerinnungsfaktoren erhöht sein. Daher sind regelmä-

ßige Kontrollen des Blutbildes erforderlich sowie auch die Bestimmung der Gerinnungsparameter.

Eine Behandlung mit Vitamin K kann in solchen Fällen angezeigt sein (siehe Abschnitt 2. „Schwan-

gerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit“).

Diagnosemittel und Laborwerte

Laborwerte

Mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B

und Folsäure sind nicht verwertbar. Rifampicin

kann kompetitiv die Bromsulfophthaleinausscheidung hemmen und damit eine Leberfunktionsstö-

rung vortäuschen. Der Bromsulfophthalein-Test zur Prüfung der exkretorischen Leberfunktion kann

daher während der Therapie mit Rifampicin nicht angewandt werden.

Rifampicin verursacht falsch-positive Ergebnisse in einem biologischen Testverfahren zur Bestim-

mung von Opiaten (Schmerzmittel) im Urin.

Röntgenkontrastmittel

Rifampicin kann die Gallenausscheidung von Röntgenkontrastmitteln, die für die Gallenblasen-Un-

tersuchung verwendet werden, verzögern.

Meningokokken-Resistenz:

Wegen möglicher Resistenzentwicklung der Meningokokken (Entwicklung unempfindlicher Bakte-

rien) gegen Rifampicin sind Kontaktpersonen, die vorbeugend mit Rifampicin zwecks Verhinderung

einer Meningokokken-Meningitis (durch Meningokokken verursachte Hirnhautentzündung) behan-

delt werden, sorgfältig bezüglich des tatsächlichen Auftretens einer Meningokokken-Hirnhautent-

zündung zu überwachen.

Einnahme von EREMFAT 600 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzuneh-

men/anzuwenden.

Rifampicin, der Wirkstoff von EREMFAT 600 mg beeinflusst die Verstoffwechselung (Metabolismus)

zahlreicher, gleichzeitig verabreichter Wirkstoffe über verschiedene biologische Mechanismen, wobei die

Anregung (Induktion) des arzneimittelabbauenden Systems der Leber im Vordergrund steht.

Dies führt in den meisten Fällen dazu, dass diese Substanzen schneller durch die Leber abgebaut werden,

wodurch deren Wirksamkeit herabgesetzt oder verkürzt werden kann.

Auch Rifampicin selbst (der Wirkstoff von EREMFAT 600 mg) wird bei gleichzeitiger Gabe bestimmter

anderer Wirkstoffe in seinem Stoffwechsel beeinflusst, so dass es zu Auswirkungen auf die Wirksamkeit

und Sicherheit der Anwendung von EREMFAT 600 mg kommen kann.

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Halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, wenn Sie Arzneimittel aus einer

der nachfolgend aufgeführten Arzneistoffgruppen bzw. Arzneimittel, die einen der nachfolgend auf-

geführten Arzneistoffe enthalten, einnehmen/anwenden oder wenn Sie dies beabsichtigen. Durch die

gleichzeitige Einnahme/Anwendung kann es nämlich zu Wechselwirkungen, die schlimmstenfalls le-

bensbedrohlich sein können, mit Rifampicin, dem Wirkstoff in EREMFAT 600 mg kommen (siehe

auch Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von EREMFAT 600 mg beachten?“).

Aufgrund der Vielzahl der Wechselwirkungen von Rifampicin mit anderen Arzneimitteln werden im Fol-

genden die bekannten und klinisch relevanten Wechselwirkungspartner tabellarisch dargestellt.

Spalte 1

werden Wirkstoffgruppen und/oder dazugehörige Wirkstoffe/Arzneimittel aufgeführt. Die Un-

terstreichung kennzeichnet den durch Rifampicin beeinflussten Wirkstoff. Wird Rifampicin durch einen

Wirkstoff beeinflusst, ist es durch einen Bindestrich getrennt in der ersten Spalte der Tabelle zusammen

mit dem beeinflussenden Wirkstoff aufgeführt und unterstrichen. Sollte in einer Aufzählung kein Wirkstoff

unterstrichen sein, handelt es sich hierbei um keine direkte Wechselwirkung bei dem ein Wirkstoff beein-

flusst wird, sondern hier wird zum Ausdruck gebracht, dass eine allgemeine Reaktion (z. B. Lebertoxizität)

oder ein körpereigener Stoff durch diese Wechselwirkung beeinflusst werden.

Spalte 2

werden die gegenseitigen Auswirkungen der Wirkstoffgruppen/Wirkstoffe aufeinander be-

schrieben.

▲: Steigt

▼: Sinkt

AUC: Fläche unter der Kurve (Größe für die Verfügbarkeit im Körper)

: Maximale Wirkstoffkonzentration im Blut

: Halbwertszeit

Spalte 3

wird die klinische Konsequenz angegeben.

Wirkstoffgruppe/

Wirkstoff

Wechselwirkung

Klinische Konsequenz

ACE-Hemmer (Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks)

Enalapril

Spirapril

Plasmakonzentration der

aktiven Stoffwechselpro-

dukte von Enalapril und

Spirapril ▼

Überwachung des Blutdrucks,

ggf. Dosisanpassung von

Enalapril und Spirapril

Adsorbentien (Arzneimittel zur Bindung von Substanzen und Giften)

Aktivkohle - Rifampicin

Aufnahme von Rifampi-

cin ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Wirkungs-

verlust von Rifampicin mög-

lich

Alpha-1-Antagonisten (Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks)

Bunazosin

Plasmakonzentration und

AUC von Bunazosin ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Wirkungs-

verlust von Bunazosin wahr-

scheinlich

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Analgetika (Schmerzmittel)

Diclofenac

AUC und C

von Dicl-

ofenac ▼

Wirkungsverlust von Dicl-

ofenac möglich, Überwachung

wird empfohlen

Opioide - Rifampicin (wie z. B.

Morphin, Fentanyl, Buprenor-

phin, Methadon, Codein)

Verstoffwechselung der

Opioide wird durch

Rifampicin beschleunigt,

Bioverfügbarkeit von

Rifampicin kann verrin-

gert sein

Zeitlich versetzte Einnahme

wird empfohlen, enge Über-

wachung, Dosiserhöhung der

Opioide u.U. notwendig

Paracetamol

Rifampicin kann den Ab-

bau von Paracetamol be-

schleunigen, erhöhtes Ri-

siko von Leberschäden

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, enge Über-

wachung

Anästhetika (Narkosemittel)

Alfentanil

Abbau von Alfentanil ist

beschleunigt (ca. 3-fach)

Wirkungsverlust von Al-

fentanil möglich, ggf. Do-

sisanpassung von Alfentanil

notwendig

Ropivacain

Elimination von

Ropivacain durch Aktivie-

rung der Stoffwechsel-En-

zyme beschleunigt, t

AUC von Ropivacain ▼

Geringer Einfluss auf die Qua-

lität und Dauer der Lokalanäs-

thesie, da die Aktivierung der

Stoffwechsel-Enzyme durch

Rifampicin erst auftritt, wenn

Ropivacain in den Blutkreis-

lauf eintritt

Angiotensin-II-Rezeptor Antagonisten (Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks)

Losartan

Abbau von Losartan und

seinem aktiven Stoffwech-

selprodukten durch Rifam-

picin beschleunigt, AUC

von Losartan ▼ (um 35

%), t

Losartan▼ (um

50 %), oraler Abbau von

Losartan ist ebenfalls er-

höht

Blutdruck

sollte

überwacht

werden

Antihelminthika (Arzneimittel zur Behandlung von Wurminfektionen)

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Praziquantel

Plasmakonzentration von

Praziquantel ▼

Kontrolle der Praziquantel-

spiegel empfohlen

Antiarrhythmika (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen)

Amiodaron

Chinidin

Disopyramid

Lorcainid

Propafenon

Tocainid

Plasmakonzentration von

Antiarrhythmika kann

durch Rifampicin verrin-

gert sein

Herzrhythmuskontrolle ange-

zeigt; ggf. Dosisanpassung der

Antiarrhythmika notwendig

Antiasthmatika (Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung von Bronchialasthma)

Theophyllin

Abbau von Theophyllin

wird durch Rifampicin be-

schleunigt

Serumspiegelkontrolle von

Theophyllin, insbesondere bei

Therapiebeginn- und ende,

ggf. Dosisanpassung von The-

ophyllin nötig

Antibiotika (Arzneimittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten)

Pyrazinamid

Erhöhtes Risiko von Le-

berschäden

Überwachung der Leberfunk-

tion

Cotrimoxazol (Trimethoprim /

Sulfamethoxazol)-Rifampicin

Clearance (Maß für die

Ausscheidung) von

Rifampicin ist verringert,

Plasmalevel, AUC und

von Rifampicin er-

höht

Erhöhtes Risiko von Leber-

schäden, Überwachung der

Leberfunktion

Clarithromycin

Plasmakonzentration von

Clarithromycin ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Wirkungs-

verlust von Clarithromycin

möglich

Chloramphenicol

Doxycyclin

Plasmakonzentration von

Doxycyclin und Chlora-

mphenicol ▼

Wirkungsverlust von

Doxycyclin und Chloramphe-

nicol, Dosiserhöhung von

Doxycyclin und Chloramphe-

nicol notwendig

Ciprofloxacin

Moxifloxacin

Abbau von Moxifloxacin

und Ciprofloxacin be-

schleunigt

Keine Dosisanpassung not-

wendig

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Dapson

Abbau von Dapson be-

schleunigt

Wirkungsverlust von Dapson

möglich, ggf. Dosiserhöhung

von Dapson

Linezolid

AUC und C

von Line-

zolid durch Rifampicin

herabgesetzt

Wirkungsverlust von Linezo-

lid möglich

Metronidazol

Abbau von Metronidazol

beschleunigt, AUC ▼

Wirkungsverlust von Metro-

nidazol möglich, ggf. Dosisan-

passung von Metronidazol

Telithromycin

AUC ▼(um 86 %), C

▼ (um 79 %) von

Telithromycin

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, eine Thera-

pie mit Telithromycin sollte

frühestens zwei Wochen nach

Ende der EREMFAT 600 mg -

Therapie erfolgen

Anticholinergika

Darifenacin

Abbau von Darifenacin wird

durch

Rifampicin

beschleu-

nigt

Wirkungsverlust von Darifena-

cin möglich, ggf. Dosisanpas-

sung von Darifenacin nötig

Antidepressiva (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen)

Amitriptylin

Nortriptylin

Plasmakonzentration von A-

mitriptylin und Nortripty-

lin ▼

Wirkungsverlust vom Amitrip-

tylin und Nortriptylin möglich;

Dosisanpassung von Amitrip-

tylin und Nortriptylin möglich-

erweise notwendig

Citalopram

Abbau von Citalopram

wird durch Rifampicin be-

schleunigt

Verschlechterung der Kon-

trolle der neurologischen

Grunderkrankung möglich

Mirtazapin

Erhöhte Clearance (Funk-

tion der Ausscheidung)

von Mirtazapin

Wirkungsverlust von

Mirtazapin möglich, ggf. Do-

siserhöhung von Mirtazapin

nötig

Sertralin

Verstoffwechselung von

Sertralin ▲

Wirkungsverlust und ver-

stärkte Angstsymptomatik

möglich; ggf. Dosiserhöhung

von Sertralin nötig

Antidiabetika (Arzneimittel gegen Diabetes mellitus)

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Insulin und Derivate

Sulfonylharnstoffe

Biguanide

Glinide

DPP4-Hemmer

Wirkung der Antidiabetika

kann durch Rifampicin so-

wohl verstärkt als auch

vermindert sein

Überwachung des Blutgluko-

sespiegels, ggf. Dosisanpas-

sung der Antidiabetika not-

wendig

Antiepileptika (Arzneimittel gegen Epilepsie)

Carbamazepin

Verstoffwechselung von

Carbamazepin wird durch

Rifampicin beschleunigt

Enge klinische Überwachung

notwendig, Carbamazepinspie-

gelbestimmung notwendig,

ggf. Dosisanpassung von

Carbamazepin nötig

Lamotrigin

AUC und t

von Lamotri-

gin ist durch Rifampicin

herabgesetzt ▼

Wirkungsverlust von Lamotri-

gin möglich, ggf. Dosiserhö-

hung von Lamotrigin notwen-

Phenytoin

Verstoffwechselung von Phe-

nytoin wird durch Rifampicin

beschleunigt

Enge Überwachung notwen-

dig, besonders bei Therapiebe-

ginn und -ende, Bestimmung

der Phenytoinplasmalevel,

ggf. Dosisanpassung von Phe-

nytoin

Valproinsäure

Rifampicin erhöht die

Clearance (Funktion der Aus-

scheidung) und verringert

dadurch die Plasmakonzent-

ration von Valproinsäure

Enge Überwachung notwen-

dig, besonders bei Therapiebe-

ginn und -ende, ggf. Dosisan-

passung von Valproinsäure

notwendig

Antihistaminika (Arzneimittel zur Senkung der Magensäure, Arzneimittel gegen Allergien)

Cimetidin

Ranitidin

Abbau von Cimetidin und

Ranitidin beschleunigt

Wirkungsverlust von Cimeti-

din und Ranitidin möglich

Fexofenadin

Oraler Abbau von Fexofena-

din beschleunigt, verringerte

Plasmakonzentration von

Fexofenadin, aber terminale

und renale Clearance

(Funktion der Ausscheidung)

unverändert

Wirkungsverlust von Fexofen-

adin möglich

Antikoagulantien (Arzneimittel zur Blutverdünnung)

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Rivaroxaban

Plasmakonzentration von Ri-

varoxaban ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Dosiserhö-

hung von Rivaroxaban not-

wendig

Apixaban

Dabigatran

Plasmakonzentration von

Apixaban und Dabigatran

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen

Phenprocoumon, Warfarin und

andere Cumarine

Verstoffwechselung wird

durch Rifampicin beschleu-

nigt

Gleichzeitige Einnahme

sollte vermieden werden,

Wirkungsverlust von Phen-

procoumon, Warfarin und

anderen Cumarinen mög-

lich, engmaschige Kon-

trolle der Quick- und INR

Werte, insbesondere bei

Therapiebeginn und -ende;

ggf. Dosisanpassung von

Phenprocoumon, Warfarin

und anderen Cumarinen nö-

Antimykotika (Arzneimittel gegen Pilzinfektionen)

Caspofungin

Plasmakonzentration von

Caspofungin ▼

Wirkungsverlust von Caspo-

fungin, Dosiserhöhung von

Caspofungin notwendig

Fluconazol

AUC, C

und Plasmakon-

zentration von Fluconazol

durch Rifampicin herabge-

setzt

Alternatives Antimykotikum

sollte verwendet werden, Wir-

kungsverlust von Fluconazol

möglich, enge Überwachung,

ggf. Dosisanpassung von Flu-

conazol nötig

Itraconazol

Ketoconazol

AUC, C

und Plasma-

konzentration von Itraco-

nazol und Ketoconazol

herabgesetzt

Gleichzeitige Anwendung

wird nicht empfohlen

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Voriconazol

und AUC von Vori-

conazol um 93 % bzw.

96 % herabgesetzt

Therapieversagen

kontraindiziert

(siehe Ab-

schnitt 2. “ EREMFAT 600

mg darf nicht eingenommen

werden“)

Terbinafin

Clearance (Funktion der

Ausscheidung) von Terbi-

nafin ist erhöht

Dosisanpassung nicht notwen-

Antiprotozoika (Arzneimittel gegen Parasiteninfektionen)

Atovaquon

Plasmakonzentration von

Atovaquon ist um 52 % ver-

ringert

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen

Chinin

Abbau von Chinin beschleu-

nigt, t

von Chinin ▼

Überwachung der Chininspie-

gel und kardiale Kontrolle not-

wendig, insbesondere auch bei

Therapieende mit EREMFAT

600 mg, ggf. Dosiserhöhung

von Chinin notwendig

Chloroquin

Rifampicin kann Verstoff-

wechselung von Chloroquin

beschleunigen

Wirkungsverlust von Chloro-

quin möglich, enge Überwa-

chung notwendig

Mefloquin

Plasmakonzentration von

Mefloquin ▼ um 19 %

Wirkungsverlust von Meflo-

quin möglich, ggf. Dosisanpas-

sung von Mefloquin notwen-

dig, enge Überwachung auch

nach Absetzen von EREMFAT

600 mg, Risiko der Mefloquin

Resistenzentwicklung ▲

Beta-Blocker (Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks)

Atenolol

Bisoprolol

Carvedilol

Celiprolol

Metoprolol

Nadolol

Talinolol

Teratolol

Plasmakonzentration von

Beta-Blockern kann durch

Rifampicin verringert sein

Kardiale Kontrolle angezeigt;

ggf. Dosisanpassung der Beta-

Blocker notwendig

Seite 13 von 32

Möglicherweise andere Beta-Blo-

cker, die in der Leber abgebaut wer-

Calciumantagonisten (Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck, koronarer Herzkrank-

heit und Herzrhythmusstörungen)

Amlodipin

Diltiazem

Lercanidipin

Manidipin

Nifedipin

Nilvadipin

Nisoldipin

Verapamil

Plasmakonzentration der

Calciumantagonisten ▼

Wirkungsverlust der Calci-

umantagonisten möglich; so-

fern eine Dosisanpassung der

Calciumantagonisten erforder-

lich ist, ist auf eine erneute

Anpassung nach Absetzen von

EREMFAT 600 mg zu achten

Chemokinrezeptor-5-Antagonist (Arzneimittel gegen HIV-Infektionen)

Maraviroc

um 66 % und AUC um

63 % von Maraviroc durch

Rifampicin herabgesetzt

Enge Überwachung nötig,

Wirkungsverlust von Maravi-

roc möglich, Dosisanpassung

von Maraviroc erforderlich

COX-2-Inhibitoren (Entzündungshemmer)

Celecoxib

Etoricoxib

Rofecoxib

Verstoffwechselung von Ce-

lecoxib, Etoricoxib und

Rofecoxib wird durch Rifam-

picin beschleunigt

Überwachung, ggf. Dosisan-

passung von Celecoxib, Eto-

ricoxib und Rofecoxib nötig;

auf eine erneute Anpassung

nach Absetzen von

EREMFAT 600 mg ist zu

achten

Endothelinantagonisten (Arzneimittel gegen Lungenhochdruck)

Bosentan

Aufnahme und Verstoffwech-

selung von Bosentan werden

beeinflusst; zu Beginn der

Therapie steigen die Bosen-

tan-Talspiegel nach erster

Rifampicin-Gabe verstärkt

an, im steady-state (Zeitpunkt

des Erreichens einer konstan-

ten Konzentration im Blut)

überwiegt der Einfluss von

Enge Überwachung, Leber-

funktionstests notwendig

Seite 14 von 32

Rifampicin auf den Metabo-

lismus von Bosentan,

wodurch die Plasmakonzent-

ration verringert wird

Entzündungshemmer

Sulfasalazin

Verringerte Plasmakonzentra-

tion von Sulfapyridin, einem

Stoffwechselprodukt von Sul-

fasalazin

Wirkungsverlust von Sulfasa-

lazin möglich, Überwachung

notwendig

Glucocorticoide

Budesonid

Plasmakonzentration von Bu-

desonid kann durch Rifampi-

cin verringert sein

Enge Überwachung, Wirkung

von Budesonid kann herabge-

setzt sein

Cortison

Dexamethason

Fludrocortison

Hydrocortison

Methylprednisolon

Prednison

Prednisolon

Plasmakonzentration von

Cortison, Dexamethason,

Fludrocortison, Hydrocor-

tison, Methylprednisolon,

Prednison und Prednisolon

kann durch Rifampicin

verringert sein

Enge Überwachung; ggf. Do-

sisanpassung der Glucocorti-

coide bei Therapiebeginn und -

ende erforderlich

Herzglykoside (Arzneimittel zur Steigerung der Herzschlagkraft und zur Senkung der Herzfre-

quenz)

Digitoxin

Digoxin

Plasmakonzentration von

Digitoxin und Digoxin

kann durch Rifampicin

verringert sein

Engmaschige kardiale Kon-

trolle und Serumspiegelbe-

stimmung der Herzglykoside,

ggf. Dosisanpassungen von

Digitoxin und Digoxin not-

wendig

Hormonale Kontrazeptiva (Arzneimittel zur Empfängnisverhütung)

Norethisteron

Mestranol

Ethinylestradiol

Abbau der Kontrazeptiva

durch Rifampicin beschleu-

nigt

Reduzierte Wirksamkeit; zu-

sätzliche nicht-hormonelle

empfängnisverhütende Maß-

nahmen empfohlen, Abwei-

chungen bei der Menstruation

möglich

Hormone

Seite 15 von 32

Levothyroxin

Plasmakonzentration von

Levothyroxin ▼, Thyreotro-

pinlevel ▲

Überwachung der Thyreotro-

pinspiegel wird empfohlen,

ggf. Dosisanpassung von

Levothyroxin bei Therapiebe-

ginn und

-ende mit EREMFAT 600 mg

nötig

5-HT

3

-Antagonisten (Arzneimittel gegen Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen)

Ondansetron

Plasmakonzentration von

Ondansetron ▼

Antiemetischer Effekt kann

herabgesetzt sein, ggf. Do-

sisanpassung von Ondansetron

nötig

Hypnotika (Schlafmittel)

Zaleplon

Zolpidem

Zopiclon

Plasmalevel von Zaleplon,

Zolpidem und Zopiclon▼

Wirkungsverlust von Zaleplon,

Zolpidem und Zopiclon mög-

lich, Überwachung nötig

Immunmodulatoren (Arzneimittel zur Beeinflussung des Immunsystems)

Bacillus Calmette-Guérin-Impfstoff

Wirkungsverlust des Impf-

stoffs (auch bei Anwendung

gegen Blasenkarzinom)

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen

Interferon beta-1a

Erhöhtes Risiko von Leber-

schäden

Enge Überwachung, Leber-

funktionstests, wenn ALT >5-

fach über normal, wird eine

Dosisreduktion von Interferon

beta-1a empfohlen, welche

nach Normalisierung der ALT-

Werte wieder gesteigert wer-

den kann

Immunsuppressiva (Arzneimittel zur Verminderung der Funktion des Immunsystems)

Azathioprin

Tacrolimus

Abbau von Azathioprin und

Tacrolimus durch Rifampicin

beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Risiko einer

Transplantatabstoßung besteht

Ciclosporin

Everolimus

Temsirolimus

Eliminierung von Ciclospo-

rin, Everolimus und Temsi-

rolimus wird durch Rifampi-

cin beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Risiko einer

Transplantatabstoßung besteht,

wenn gleichzeitige Anwen-

dung notwendig, dann enge

Seite 16 von 32

Überwachung der Plasmalevel

und Dosisanpassung von Cic-

losporin, Everolimus und

Temsirolimus

Sirolimus

Mycophenolat

Abbau von Sirolimus und

Mycophenolat durch

Rifampicin beschleunigt,

▼ und AUC ▼ von Si-

rolimus und Mycophenolat

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen; Risiko einer

Transplantatabstoßung besteht;

wenn gleichzeitige Anwen-

dung notwendig, dann enge

Überwachung der Plasmalevel

und Dosisanpassung von Si-

rolimus und Mycophenolat er-

forderlich

Leflunomid / Teriflunomid

Plasmakonzentration des akti-

ven Stoffwechselproduktes

von Leflunomid ist um ca.

40 % durch Rifampicin er-

höht, durch die lange t

Leflunomid Anreicherung

möglich

Erhöhtes Risiko von Leber-

schäden, periphere Neuropa-

thie (Nervenschädigung), Im-

munsuppression (einge-

schränktes Immunsystem) und

Myelosuppression (Form der

Nervenschädigung), Lebe-

renzyme und Bilirubin sollten

vor Beginn der Leflunomidthe-

rapie gemessen werden und

dann mind. monatlich für die

ersten 6 Monate der Therapie

und dann im Abstand von 6 - 8

Wochen, Patienten mit Leber-

funktionsstörungen oder er-

höhten Transaminasewerten

(ALT > 2-fach normal) sollten

Leflunomid nicht einnehmen,

Therapieabbruch bei ALT> 3-

fach normal, Eliminierung des

aktiven Leflunomid-Metaboli-

ten mit Cholestyramin oder

Aktivkohle, wöchentliche

Kontrollen, ggf. Waschung

wiederholen

Seite 17 von 32

Integrasehemmer (Arzneimittel gegen Virusinfektionen)

Raltegravir

AUC ▼, C

▼ von Ral-

tegravir

Wirkungsverlust von Raltegra-

vir, Dosiserhöhung von Ral-

tegravir ist erforderlich

Kontrastmittel (Arzneimittel zur Unterstützung bildgebender Verfahren)

Röntgenkontrastmittel (z. B. für die

Gallenblasenuntersuchung)

Gallenausscheidung von

Röntgenkontrastmitteln kann

durch Rifampicin verzögert

sein

Test sollte vor der morgendli-

chen Einnahme von

EREMFAT 600 mg durchge-

führt werden

Lipidsenker (Arzneimittel zur Behandlung von Fettstoffwechselstörungen)

Fluvastatin

Verstoffwechselung von

Fluvastatin wird durch

Rifampicin beschleunigt,

von Fluvastatin (um

59 %) ▼

Wirkungsverlust von Fluvas-

tatin möglich, enge Überwa-

chung, ggf. Dosiserhöhung

von Fluvastatin erforderlich

Simvastatin

Plasmakonzentration und

Bioverfügbarkeit von Sim-

vastatin durch Rifampicin

verringert, C

(um 90 %)

▼, AUC (um 87 %) ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Wirkungs-

verlust von Simvastatin wahr-

scheinlich, bei Therapie: enge

Überwachung, Dosisanpas-

sung nötig

Pravastatin

Orale Bioverfügbarkeit

von Pravastatin kann

durch Rifampicin in eini-

gen Patienten verringert

sein

Wirkungsverlust von Pravasta-

tin möglich, enge Überwa-

chung, ggf. Dosiserhöhung

von Pravastatin erforderlich

Atorvastatin

Plasmakonzentration und

Bioverfügbarkeit von

Atorvastatin durch Rifam-

picin verringert, AUC (um

78 %) ▼

Wirkungsverlust von Atorvas-

tatin möglich, enge Überwa-

chung, Einnahme von

EREMFAT 600 mg und Ator-

vastatin zum gleichen Zeit-

punkt empfohlen, um Wech-

selwirkungen zu verringern

Ezetimib

Wirkung von Ezetimib

kann durch Rifampicin

herabgesetzt sein

Wirkungsverlust von Ezetimib

möglich, enge Überwachung

Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung von Psychosen)

Seite 18 von 32

Clozapin

Quetiapin

Plasmakonzentration von

Clozapin und Quetiapin durch

Rifampicin verringert

Wirkungsverlust von Clozapin

und Quetiapin möglich; enge

Überwachung des neurologi-

schen Status erforderlich, Ser-

umspiegelbestimmung von

Clozapin und Quetiapin emp-

fohlen, ggf. Dosisanpassung

von Clozapin und Quetiapin

notwendig

Haloperidol

Verstoffwechselung von Hal-

operidol wird durch Rifampi-

cin beschleunigt

Wirkungsverlust von Haloperi-

dol möglich; engmaschiges

Monitoring des neurologischen

Status erforderlich, ggf. Do-

sisanpassung von Haloperidol

Risperidon

Plasmakonzentration von Ris-

peridon ▼, AUC (um 72 %)

(um 50 %) ▼

Wirkungsverlust von Risperi-

don möglich, enge Überwa-

chung erforderlich

Nicht-nucleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) (Arzneimittel gegen Virusin-

fektionen)

Etravirin

Nicht untersucht

Nur in Kombination mit kont-

raindizierten Proteaseinhibito-

ren zugelassen

kontraindiziert

(siehe Ab-

schnitt 2. “EREMFAT 600 mg

darf nicht eingenommen wer-

den“)

Delavirdin

Nevirapin

Plasmakonzentration und

AUC von Delavirdin und Ne-

virapin herabgesetzt

Nicht kompensierbarer Wir-

kungsverlust der Reverse-

Transkriptasehemmer

kontraindiziert

(siehe Abschnitt 2.

“EREMFAT 600 mg darf nicht

eingenommen werden“)

Efavirenz

und AUC von Efavi-

renz ist durch Rifampicin

verringert, erhöhtes Risiko

von Leberschäden

Ggf. Dosiserhöhung von

Efavirenz; enge Überwachung

der Efavirenzspiegel, Leber-

Seite 19 von 32

funktionstests vor und wäh-

rend der Behandlung erforder-

lich

Nucleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI) (Arzneimittel gegen Virusinfektionen)

Abacavir

Plasmakonzentration von Ab-

acavir möglicherweise leicht

durch Rifampicin reduziert

Klinische Relevanz nicht be-

kannt

Zidovudin

(um 43 %) ▼ und

AUC (um 47 %) ▼ von

Zidovudin

Enge Überwachung der

Zidovudinwirkung erforder-

lich, Wirkungsverlust mög-

lich, wenn Zidovudin in einem

funktionierenden antiretrovira-

len Therapieregime verwendet

wird, ist die Dosisanpassung

häufig nicht notwendig, Ent-

scheidung sollte von einem

HIV-Experten getroffen wer-

Opioidantagonisten (Arzneimittel zur Wirkungsaufhebung von Opioiden)

Naltrexon

Erhöhtes Risiko von Leber-

schäden

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Leberfunktionstests erforder-

lich

Osteoporosemittel (Arzneimittel zur Behandlung von Knochenschwund)

Cinacalcet

Verstoffwechselung von

Cinacalcet möglicherweise

beschleunigt

Wirkungsverlust von Cinacal-

cet möglich, ggf. Dosisanpas-

sung von Cinacalcet erforder-

lich

Phosphodiesterase-4-Hemmer (Arzneimittel zur Behandlung der chronisch obstruktiven Lun-

generkrankung)

Roflumilast

und AUC von Roflumi-

last und Roflumilast N-Oxide

sind durch Rifampicin herab-

gesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

aufgrund der starken Interak-

tion mit Rifampicin vermieden

werden, enge Überwachung,

ggf. Dosisanpassung von Ro-

flumilast

Proteaseinhibitoren (Arzneimittel gegen Virusinfektionen)

Seite 20 von 32

Amprenavir

Atazanavir

Darunavir

Fosamprenavir

Indinavir

Lopinavir

Ritonavir

Saquinavir

Tipranavir

Bioverfügbarkeit (AUC)

der Proteaseinhibitoren ist

durch Rifampicin herabge-

setzt ▼

Nicht kompensierbarer Wir-

kungsverlust der Proteaseinhi-

bitoren

kontraindiziert

(siehe Abschnitt 2.

“EREMFAT 600 mg darf nicht

eingenommen werden“)

Selektive Östrogen-Rezeptor Modulatoren (SERM) (Arzneimittel zur Behandlung von Brust-

krebs)

Tamoxifen

und AUC von

Tamoxifen sind durch

Rifampicin, um 55 % bzw.

86 % herabgesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge Über-

wachung, ggf. Dosisanpassung

von Tamoxifen

Toremifen

und AUC von

Toremifen sind durch

Rifampicin um 55 % bzw.

87 % herabgesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge Über-

wachung, regelmäßige Mes-

sung der Elektrolyte, Blutbild,

Leberfunktionstest, ggf. Do-

sisanpassung von Toremifen

Thrombozytenaggregationshemmer (Arzneimittel zur Verhinderung von Blutgerinnseln)

Clopidogrel

Rifampicin führt zu einer

verstärkten Aktivierung

und Wirkung von

Clopidogrel

Enge Überwachung nötig,

Blutgerinnungshemmender Ef-

fekt von Clopidogrel wird ver-

stärkt, erhöhte Blutungsnei-

gung

Tranquillanzien (Psychopharmaka mit beruhigender Wirkung)

Benzodiazepine (wie z. B. Dia-

zepam, Midazolam, Triazolam)

Verstoffwechselung der Ben-

zodiazepine kann durch

Rifampicin beschleunigt sein

Enge Überwachung, ggf. Do-

sisanpassung der Benzodiaze-

pine notwendig

Buspiron

Plasmakonzentration und t

von Buspiron▼

Anxiolytischer Effekt von

Buspiron kann herabgesetzt

sein, enge Überwachung, ggf.

Dosisanpassung von Buspiron

Urikosurika (Arzneimittel zur Steigerung der Harnsäureausscheidung)

Seite 21 von 32

Probenecid-Rifampicin

Plasmakonzentration von

Rifampicin kann durch

Probenecid in einigen Pa-

tienten erhöht sein, erhöh-

tes Risiko von Leberschä-

Überwachung der Leberfunk-

tionswerte

Vitamine

Vitamin D

Plasmakonzentration von Vi-

tamin D wird durch Rifampi-

cin reduziert

Symptomatische Erkrankung

der Knochen erst bei längerer

Rifampicingabe (> 1Jahr) zu

erwarten; im Falle einer Supp-

lementierung mit Vitamin D

sind Kontrollen der Serum-

Calciumspiegel, der Serum-

Phosphatspiegel sowie der

Nierenfunktion erforderlich,

ggf. Dosisanpassung von Vita-

min D erforderlich

Zytostatika (Arzneimittel zur Behandlung von Krebs)

Bendamustin

Plasmalevel von Bendamus-

tin werden durch Rifampicin

verringert, während die Plas-

malevel der aktiven Metabo-

lite von Bendamustin durch

Rifampicin erhöht werden

Enge Überwachung notwen-

dig, erhöhte Konzentration der

Bendamustin Metabolite

könnte zu einer veränderten

Wirkung von Bendamustin

führen und Risiko von Neben-

wirkungen erhöhen

Bexaroten

Plasmakonzentration von

Bexaroten kann möglich-

erweise durch Rifampicin

verringert sein

Überwachung notwendig

Clofarabin

Erhöhtes Risiko von Le-

berschäden

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge

Überwachung der Leberfunk-

tion erforderlich

Gefitinib

Verstoffwechselung von Ge-

fitinib wird durch Rifampicin

beschleunigt

Enge Überwachung, ggf. Do-

sisanpassung von Gefitinib er-

forderlich

Seite 22 von 32

Imatinib

AUC und C

von Imati-

nib durch Rifampicin um

74 % bzw. 54 % verringert

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, Wirkungs-

verlust von Imatinib wahr-

scheinlich

Irinotecan

Abbau von Irinotecan durch

Rifampicin beschleunigt,

AUC von Irinotecan (aktive

Metabolite) ▼

Wirkungsverlust von Irinote-

can möglich, ggf. Dosisanpas-

sung von Irinotecan erforder-

lich

Methotrexat

Erhöhtes Risiko von Le-

berschäden

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, Leberfunk-

tionstests erforderlich

Pazopanib

Verstoffwechselung von

Pazopanib wird durch

Rifampicin beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, Wirkungs-

verlust von Pazopanib mög-

lich

Thioguanin

Erhöhtes Risiko von Le-

berschäden

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, Leber-

funktionstests notwendig

Einnahme von EREMFAT 600 mg zusammen mit Alkohol

Während der Behandlung mit EREMFAT 600 mg sollten Sie keinen Alkohol trinken.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beab-sichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Frauen im gebärfähigen Alter / Kontrazeption (Empfängnisverhütung)

Während der Therapie mit Rifampicin muss das Eintreten einer Schwangerschaft vermieden werden (zur

"Pille" siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Schwangerschaft

Bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft darf Rifampicin während der ersten drei Monate der

Schwangerschaft nur bei unbedingter Notwendigkeit eingenommen werden, da eine Erhöhung des Fehlbil-

dungsrisikos nicht auszuschließen ist. Danach darf Rifampicin nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung

angewendet werden.

Bei Anwendung in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann Rifampicin nach der Geburt zu einer

erhöhten Blutungsneigung bei Mutter und Neugeborenem führen, weshalb Vitamin K-Gaben erforderlich

sein können (siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Bei einer unter Rifampicin-Therapie eingetretenen Schwangerschaft liegt keine Notwendigkeit für einen

Schwangerschaftsabbruch vor.

Stillzeit

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Rifampicin wird in die Muttermilch ausgeschieden. Allerdings wird angenommen, dass die durch den

Säugling aufgenommenen Konzentrationen zu gering sind, um beim Säugling unerwünschte Wirkungen

zu erzeugen.

Die Anwendung von EREMFAT 600 mg in der Stillzeit sollte dennoch nur nach strenger Abwägung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses erfolgen.

Fortpflanzungsfähigkeit

Es gibt nach Tierversuchen mit Ratten keine Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Zeugungs- und/oder

Gebärfähigkeit.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch möglicherweise auftretende Ne-

benwirkungen das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird.

Dies gilt im verstärkten Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

EREMFAT 600 mg enthält Sorbitol (E 420).

Dieses Arzneimittel enthält 387 mg Sorbitol pro Filmtablette.

Sorbitol ist eine Quelle für Fructose. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bevor Sie (oder Ihr Kind) dieses

Arzneimittel einnehmen oder erhalten, wenn Ihr Arzt Ihnen mitgeteilt hat, dass Sie (oder Ihr Kind) eine

Unverträglichkeit gegenüber einigen Zuckern haben oder wenn bei Ihnen eine hereditäre Fructoseinto-

leranz (HFI) - eine seltene angeborene Erkrankung, bei der eine Person Fructose nicht abbauen kann -

festgestellt wurde.

3. Wie ist EREMFAT 600 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Bei Tuberkulose im Rahmen der Standardtherapie gelten die folgenden, Körpergewichts-bezoge-

nen Dosierungen für eine 1x tägliche Anwendung:

Altersgruppe

Tagesdosis

in mg/kg Körpergewicht (KG)

Zur Beachtung

Erwachsene

≥ 18 Jahre

10 (8 - 12)

Die Tagesdosis bei Erwachsenen

≥ 18 Jahre sollte nicht unter

450 mg liegen und 600 mg nicht

überschreiten.

Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahre

10 (8 - 12)

Die Tagesdosis sollte 600 mg

bei Jugendlichen ≥ 12 und < 18

Jahren nicht überschreiten.

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre

15 (10 - 20)

Die Tagesdosis sollte 600 mg

bei Kindern ≥ 6 und < 12 Jahre

nicht überschreiten.

Es besteht die Möglichkeit die Filmtablette zu teilen, um individuelle Dosierungen abzudecken. Ihr Arzt

wird darauf achten, dass die Anzahl der einzunehmenden Tabletten so gering wie möglich ist. Mit den

Arzneimitteln in den Wirkstoffstärken 300 mg, 450 mg und 600 mg kann ihr Arzt die Körpergewichts-

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bezogenen Dosierungsempfehlungen in den genannten Altersgruppen und allen zugehörigen Körperge-

wichten nahtlos ohne Stückelung umsetzen, ohne die Dosierungsbereiche zu über- oder unterschreiten.

Erwachsene ≥ 18 Jahre mit einem Körpergewicht ab 50 kg

1 x 1 Filmtablette EREMFAT 600 mg/Tag

Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahre mit einem Körpergewicht ab 50 kg

1 x 1 Filmtablette EREMFAT 600 mg/Tag

Für Jugendliche mit einem Körpergewicht zwischen 50 kg und 56,25 kg steht für eine niedrigere Dosierung

innerhalb des Dosierungsbereiches EREMFAT

®

in der Wirkstoffstärke 450 mg zur Verfügung.

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre mit einem Körpergewicht von 30 kg – 60 kg

1 x 1 Filmtablette EREMFAT 600 mg/Tag

Für Kinder dieser Altersgruppe mit einem Körpergewicht von 30 kg – 45 kg stehen für niedrigere Dosie-

rungen innerhalb des Dosierungsbereichs EREMFAT in den Wirkstoffstärken 300 mg bzw. 450 mg zur

Verfügung.

Kinder ≥ 3 Monate bis < 6 Jahre:

EREMFAT ist als feste orale Darreichungsform (Filmtablette) zur Einnahme für Kinder ≥ 3 Monate bis <

6 Jahre nicht geeignet. Für diese Altersgruppe steht der Wirkstoff in geeigneter Darreichungsform und

Wirkstoffstärke als Sirup zur Verfügung.

Kinder < 3 Monaten

Aufgrund unzureichender Daten für den Wirkstoff Rifampicin kann für Kleinkinder unter 3 Monaten keine

Dosierungsempfehlung gegeben werden.

Ältere Menschen:

Siehe Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“

Nicht tägliche Einnahme (intermittierende Behandlung)

Hinweis

Es wird empfohlen, die Medikamente zur Therapie der Tuberkulose täglich über den gesamten Therapie-

zeitraum einzunehmen, da dieses Vorgehen eine maximale Therapiesicherheit garantiert.

Eine Behandlung der Tuberkulose, in welcher die verordneten Arzneimittel nicht täglich, sondern in grö-

ßeren Abständen eingenommen werden (intermittierende Behandlung), soll nur in begründeten Ausnahme-

fällen eingesetzt werden und nur dann, wenn die Krankheitserreger gegen die üblicherweise eingesetzten

Standardantibiotika empfindlich sind. Die Behandlung sollte überwacht erfolgen.

Bei der Behandlung von nichttuberkulösen Mykobakteriosen

Hinweis:

Die Behandlung erfolgt immer als Kombinationstherapie mit weiteren gegen die jeweilige Mykobakterien-

spezies wirksamen Substanzen und in Abhängigkeit vom klinischen Bild und weiteren Begleiterkrankun-

gen.

Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahre:

täglich 10 mg/kg Körpergewicht, max. 600 mg pro Tag

Bei der Behandlung von Lepra

Hinweis

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Die Behandlung der Lepraerkrankung erfolgt immer als Kombinationstherapie mit weiteren gegen den Er-

reger der Lepra wirksamen Substanzen. Die Behandlung erfolgt üblicherweise in Form von sich wiederho-

lenden Zyklen von jeweils 4 Wochen Länge. Nur am ersten Tag eines solchen Behandlungszyklus wird

Rifampicin eingenommen. Für die übrigen Tage verordnet Ihnen Ihr Arzt andere Medikamente.

Erwachsene:

Erwachsene nehmen am ersten Tag eines Behandlungszyklus einmalig 600 mg Rifampicin ein.

Hierfür steht EREMFAT 600 mg in geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung.

Kinder und Jugendliche:

Kinder und Jugendliche im Alter von 10-14 Jahren nehmen am ersten Tag eines Behandlungszyklus ein-

malig 450 mg Rifampicin ein.

Hierfür steht EREMFAT 450 mg in geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung.

Kinder unter 10 Jahren erhalten am ersten Tag eines Behandlungszyklus einmalig 10 mg Rifampicin/kg

Körpergewicht.

Vorbeugung (Prophylaxe) der Meningokokken-Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningi-

tis)

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre und Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahre über 60 kg Körpergewicht und Erwach-

sene ≥ 18 Jahre:

2-mal täglich 600 mg über 2 Tage

Hierfür steht EREMFAT 600 mg in geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung.

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre und Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahren unter 60 kg Körpergewicht:

2 x 10 mg/kg Körpergewicht pro Tag über 2 Tage

Hierfür steht EREMFAT in geeigneten Wirkstoffstärken zur Verfügung. EREMFAT 150 mg Filmtab-

letten können unter Ausnutzung ihrer Teilbarkeit für die Dosisberechnung hinzukombiniert werden.

Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion:

Bei leichteren Leberfunktionsstörungen (wie überstandener akuter Leberentzündung, positivem Antigen-

Antikörper Nachweis für Hepatitis B und C, Alkoholmissbrauch) entscheidet Ihr Arzt, ob eine Behandlung

mit EREMFAT 600 mg erfolgt. Bei zwingend erforderlicher Behandlung sollte unter engmaschiger Kon-

trolle der Leberfunktion und der Rifampicin-Blutspiegel die Therapie mit einschleichender Dosierung, d.

h. Steigerung von 75 mg/d auf 450 bis 600 mg/d in 3 bis 7 Tagen (Erwachsene) begonnen und fortgesetzt

werden.

Wenn Sie unter schweren Leberfunktionsstörungen leiden, dürfen Sie EREMFAT 600 mg nicht einnehmen

(siehe Abschnitt 2. " EREMFAT 600 mg darf nicht eingenommen werden“).

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Wenn Sie unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, können Sie EREMFAT 600 mg unter der

Voraussetzung, dass Ihre Leberfunktion normal ist, ohne Dosisanpassung einnehmen. Dies gilt auch, wenn

Sie Dialysepatient sind.

Dosierung bei gleichzeitig eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion

Bei leichteren Leberfunktionsstörungen kann Ihr Arzt auch bei eingeschränkter Nierenfunktion entschei-

den, Sie noch mit einer verminderten Dosis von EREMFAT 600 mg zu behandeln. In diesem Fall wird Ihr

Arzt jedoch Ihre Blutspiegel von Rifampicin bestimmen sowie Ihre Leberfunktion engmaschig kontrollie-

ren.

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Wenn Sie unter einer in stärkerem Maße eingeschränkten Leberfunktion leiden dürfen Sie EREMFAT 600

mg unabhängig von der Nierenfunktion nicht einnehmen (siehe Abschnitt 2. "EREMFAT 600 mg darf nicht

eingenommen werden“).

Art der Anwendung

Um eine optimale Wirkstoffaufnahme zu gewährleisten, wird empfohlen, die Rifampicin-Dosen auf

nüchternen Magen, d.h. mindestens ½ Stunde vor oder 2 Stunden nach der Mahlzeit mit Flüssigkeit

einzunehmen.

Bei eventueller Magenunverträglichkeit kann die Gabe auch nach einer leichten Mahlzeit erfolgen, ohne

dass dadurch die Wirksamkeit wesentlich beeinträchtigt wird.

Therapie der Tuberkulose, der Lepra und der nicht-tuberkulösen Mykobakteriose

Bei der Therapie der Tuberkulose, der Lepra und der nicht-tuberkulösen Mykobakteriose wird empfohlen,

die Tagesgesamtdosis von Rifampicin zusammen mit den anderen Tuberkulose-Arzneimitteln in einer mor-

gendlichen Einmalgabe einzunehmen.

Meningitis-Prophylaxe

Bei der Meningitis-Prophylaxe wird die Dosis 2-mal täglich über 2 Tage verabreicht.

Dauer der Anwendung

Im Rahmen der Standardtherapie der Tuberkulose wird Rifampicin in der 8-wöchigen Initialphase mit wei-

teren antimykobakteriell wirksamen Antiinfektiva wie Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol, in der sich

anschließenden 4-monatigen Kontinuitätsphase mit Isoniazid allein kombiniert. Therapieregime der Tuber-

kulose, in denen dem Ergebnis der Resistenztestung entsprechend die Kombinationspartner von Rifampicin

modifiziert werden müssen, müssen in unterschiedlichem Ausmaß verlängert werden, so dass sich auch der

Einsatz von Rifampicin verlängert.

Im Falle von Erkrankungen, hervorgerufen durch nichttuberkulöse Mykobakterien (MOTT), ist die Dauer

der Therapie mit Rifampicin abhängig von der Art der Infektion und allen Begleitumständen.

Bei der paucibazillären Lepra wird Rifampicin in der Regel einmal pro Monat über 6 Monate, bei der mul-

tibacillären Lepra einmal pro Monat über 12 Monate verabreicht.

Nur zur Prophylaxe der Meningokokken-Meningitis bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wird

Rifampicin in Monotherapie in erhöhter Dosis über einen Zeitraum von nur 2 Tagen verabreicht.

Wenn Sie eine größere Menge von EREMFAT 600 mg eingenommen haben, als Sie sollten

Folgende Symptome sind nach einer akuten Überdosierung beschrieben worden:

Übelkeit, Erbrechen (Verfärbung des Mageninhalts), Juckreiz, Schmerzen im gesamten Bauchbe-

reich, Gallestau (Cholestase),

Haut, Lederhaut des Auges sowie Schleimhäute können eine gelb-orange Verfärbung aufweisen,

andere Ausscheidungen wie Urin und Stuhl sind möglicherweise verfärbt,

bei extremer Überdosierung kann es zu Unruhe, Atemnot, beschleunigtem Herzschlag, allgemeinen

Krämpfen und Atem- sowie Herzstillstand kommen.

Informieren Sie in jedem Fall so schnell wie möglich einen Arzt.

Wenn Sie die Einnahme von EREMFAT 600 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Seite 27 von 32

Setzen Sie die Behandlung mit EREMFAT 600 mg ohne eine zusätzliche Gabe mit der verordneten Dosis

fort.

Wenn Sie die Einnahme von EREMFAT 600 mg abbrechen

Selbst nach einer spürbaren Besserung des Befindens ist die Behandlung unbedingt zu Ende zu führen, da

nur so eine vollständige Beseitigung der Erreger gewährleistet ist.

Bei dennoch vorgenommener Unterbrechung der Behandlung fragen Sie vor Wiederaufnahme der Behand-

lung unbedingt einen Arzt, da unter Umständen mit schweren Komplikationen zu rechnen ist (siehe auch

Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Dosisanpassung von EREMFAT 600 mg bei Wiederaufnahme der Therapie

Der Wiederbeginn der Gabe von EREMFAT 600 mg nach einer Behandlungsunterbrechung im Rahmen

der täglichen Behandlung der Tuberkulose sowie der nichttuberkulösen Mykobakteriosen sollte ein-

schleichend erfolgen. Erwachsene erhalten am ersten Tag 75 mg mit schrittweiser Steigerung auf 450

bis 600 mg über 3 - 7 Tage. Zu Risiken bei Wiederaufnahme der Therapie mit Rifampicin (Flu-Syn-

drom) siehe auch Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ und Abschnitt 4. „Welche

Nebenwirkungen sind möglich?“.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auf-

treten müssen.

Als häufigste Nebenwirkung einer Rifampicin-Therapie ist eine Veränderung der Leberwerte (v. a. Anstieg

der Transaminasenaktivität) beschrieben, die in der Regel klinisch nicht relevant ist und sich unter fortge-

führter Therapie zurückbildet. Sehr selten kann es aber auch zum Auf-treten einer symptomatischen Leber-

entzündung (Hepatitis) kommen, die in schweren Fällen einen tödlichen Verlauf haben kann.

Weitere häufige Nebenwirkungen einer Rifampicin-Therapie sind Überempfindlich-keitsreaktionen sowie

Beschwerden des Magen-Darm-Traktes.

Mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig

(kann mehr als

1 von 10 Be-

handelten be-

treffen)

Häufig

(kann bis zu 1

von 10 Behan-

delten betref-

fen)

Gelegentlich

(kann bis zu 1

von 100 Be-

handelten be-

treffen)

Selten

(kann bis zu 1

von 1000 Be-

handelten be-

treffen)

Sehr selten

(kann bis zu

1 von 10.000

Behandelten

betreffen)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Da-

ten nicht ab-

schätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Vermehrung be-

stimmter weißer

Blutkörperchen

(Eo-sinophilie),

Funktionsstö-

rung des Kno-

chenmarks

(Knochen-

Seite 28 von 32

Sehr häufig

(kann mehr als

1 von 10 Be-

handelten be-

treffen)

Häufig

(kann bis zu 1

von 10 Behan-

delten betref-

fen)

Gelegentlich

(kann bis zu 1

von 100 Be-

handelten be-

treffen)

Selten

(kann bis zu 1

von 1000 Be-

handelten be-

treffen)

Sehr selten

(kann bis zu

1 von 10.000

Behandelten

betreffen)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Da-

ten nicht ab-

schätzbar)

marksdepres-

sion) mit z. B.

Verminderung

der wei-ßen/ro-

ten Blut-körper-

chen und Blut-

plättchen (Leu-

kopenie, Gra-

nulozyto-penie),

Blut-plättchen-

man-gel

(Throm-bozyto-

penie), Blut-

plättchen-man-

gel mit Haut-

blutungen

(thrombozyto-

penische Pur-

pura), Mangel

eines bestimm-

ten Blutgerin-

nungsfaktors

(Hypo-prothro-

minä-mie),

Blutarmut (hä-

molytische

Anämie), ver-

streut auftre-

tende Gerin-

nungsstörung

innerhalb der

Blutgefäße (dis-

seminierte in-

travasale Koa-

gulopathie)

Erkrankungen des Immunsystems

Leichte Über-

empfindlich-

keits-reaktionen

[Fieber, Eryth-

ema exsudati-

vum multiforme

(Hauterkran-

kung mit Erosi-

onen und Bla-

senbildung),

Juckreiz (Pruri-

tus), Nessel-

sucht (Urtika-

ria)]

Schwere Über-

empfindlich-

keits-reaktionen

wie Atemnot,

asthmaartige

Anfälle, Lun-

genödem, an-

dere Ödeme, bis

hin zum ana-

phylaktischen

Schock (plötz-

lich, lebens-be-

drohliche aller-

Lupus-ähnli-

ches Synd-

(Ent-

zünd-ungs-

krank-heit),

Flu-Syndrom

schwere aller-

gische

Hautreak-tio-

nen wie toxi-

sche epider-

male Nekro-

lyse (Lyell-

Syndrom) und

Schwere Über-

empfindlichkeits-

reaktion mit Fie-

ber, Hautaus-

schlag, Lymph-

knotenschwel-

lung, Beteiligung

innerer Organe

sowie Verände-

rungen des Blut-

bildes (durch La-

bortest festzustel-

len) (DRESS)

Seite 29 von 32

Sehr häufig

(kann mehr als

1 von 10 Be-

handelten be-

treffen)

Häufig

(kann bis zu 1

von 10 Behan-

delten betref-

fen)

Gelegentlich

(kann bis zu 1

von 100 Be-

handelten be-

treffen)

Selten

(kann bis zu 1

von 1000 Be-

handelten be-

treffen)

Sehr selten

(kann bis zu

1 von 10.000

Behandelten

betreffen)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Da-

ten nicht ab-

schätzbar)

gische Allge-

mein-reaktio-

nen)

exfoliative

Dermatitis

Endokrine Erkrankungen

Menstrua-tions-

störungen

Addison-Krise

bei Addison-Pa-

tienten

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Porphyrie (siehe

Abschnitt 2.

„Warnhinweise

und Vorsichts-

maßnahmen")

Psychiatrische Erkrankungen

Verwirrtheit,

Psychosen

Erkrankungen des Nervensystems

Bewegungs-

störungen

(Ataxie), Kon-

zentra-tions-

unfähig-keit,

Kopfschmer-

zen, Müdig-

keit, Schwin-

del, Parästhe-

sien (Erkrank-

ungen der

Nervenen-di-

gungen)

Augenerkrankungen

Sehstörungen,

Verlust der Seh-

fähigkeit (Vi-

susverlust), Ent-

zündungen des

Sehnervs (Opti-

kusneuri-tis)

Bräunlich-rote

Verfärbung der

Tränenflüssig-

keit

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Seite 30 von 32

Sehr häufig

(kann mehr als

1 von 10 Be-

handelten be-

treffen)

Häufig

(kann bis zu 1

von 10 Behan-

delten betref-

fen)

Gelegentlich

(kann bis zu 1

von 100 Be-

handelten be-

treffen)

Selten

(kann bis zu 1

von 1000 Be-

handelten be-

treffen)

Sehr selten

(kann bis zu

1 von 10.000

Behandelten

betreffen)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Da-

ten nicht ab-

schätzbar)

Appetitlosig-

keit, Magen-

schmerzen,

Übelkeit, Erbre-

chen, Blähun-

gen, Durchfall

Akute Bauch-

speicheldrü-sen-

entzün-dung

(Pankreatitis)

Antibiotika-

ausgelöste

Darmentzün-

dung (pseudo-

membranöse

Entero-koli-

tis), Durchfall

durch

Clostri-

dium difficile

Leber- und Gallenerkrankungen

Erhöhung von

Leberenzyme-

nen wie SGOT

(AST), SGPT

(ALT), alkali-

scher Phospha-

tase, Gamma-

Glutamyltrans-

peptidase

Gelbsucht (Ikte-

rus), Leberver-

größerung (He-

patomegalie

Erhöhung von

Bilirubin im

Blutserum (La-

borwert zur Le-

berkon-trolle)

Akute Leber-

entzündung

[Hepatitis (in

schweren Fäl-

len tödlicher

Verlauf mög-

lich)]

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Muskeler-kran-

kungen (Myo-

pathien)

Muskel-

schwäche

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nierenfunk-ti-

onsstörungen

Akutes Nie-

renversagen

Akute Nierenent-

zündung (Intersti-

tielle Nephritis),

Gewebezerstö-

rung in bestimm-

ten Bereichen der

Niere (Tubu-

lusne-krosen)

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Blutungen nach

der Geburt bei der

Mutter und dem

Neugeborenen

Gefäßerkrankungen

Allergisch be-

dingte Entzün-

dung der Blutge-

fäße (Leukozy-

toklastische Vas-

kulitis)

mit Fieber, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen und dem Auftreten antinukleärer Antikör-

per.

Seite 31 von 32

in Zusammenhang mit intermittierender bzw. nach nicht regelmäßiger Rifampicin-Einnahme, ähnliche

Symptomatik wie lupusähnliches Syndrom (siehe auch Abschnitt 2.).

in Zusammenhang mit einer antituberkulösen Kombinationstherapie von Rifampicin und anderen Mit-

teln beobachtet, Reaktionen konnten nicht sicher einem Wirkstoff zugeordnet werden.

infolge der Beeinflussung des Stoffwechsels der Steroidhormone durch Rifampicin.

durch Eigenfarbe des Rifampicins bedingt und unbedenklich (siehe auch Abschnitt 2.).

meist vorübergehender Natur.

bei Anwendung während der letzten Schwangerschaftswochen (siehe auch Abschnitt 2.).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicher-

heit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist EREMFAT 600 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis“ angegebenen Ver-

falldatum nicht mehr verwenden.

Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

Blister im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Nicht über 25 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was EREMFAT 600 mg enthält

Der Wirkstoff ist: Rifampicin

Eine Filmtablette enthält 600 mg Rifampicin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Hochdis-

perses Siliciumdioxid, Sorbitol (Ph. Eur.) (E 420), Hypromellose, Macrogol (6000), Propylenglycol

(E 1520), Eisen(III)-oxid (E 172), Titandioxid (E 171)

Seite 32 von 32

Wie EREMFAT 600 mg aussieht und Inhalt der Packung

EREMFAT 600 mg ist eine rotbraune, beidseitig gewölbte, längliche Filmtablette mit Bruchkerbe auf

beiden Seiten. Eine Teilung der Filmtablette in 2 gleiche Hälften ist möglich.

OP mit 10 Filmtabletten

OP mit 30 Filmtabletten

OP mit 100 Filmtabletten

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

RIEMSER Pharma GmbH

An der Wiek 7

17493 Greifswald – Insel Riems

phone +49 30 338427-0

+49 38351 308

e-mail info@RIEMSER.com

Hersteller

SW Pharma GmbH

Robert-Koch-Straße 1

66578 Schiffweiler

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2019.

FACHINFORMATION

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

EREMFAT 600 mg, Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Rifampicin

Eine Filmtablette EREMFAT 600 mg enthält 600 mg Rifampicin

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 387 mg Sorbitol (E 420) pro Filmtablette (siehe Abschnitt

4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Rotbraune, beidseitig gewölbte, Oblong-Filmtablette mit beidseitiger Bruchkerbe

.

Die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

EREMFAT 600 mg wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern.

Zur Behandlung aller Formen der Tuberkulose mit Erregerempfindlichkeit gegen Rifampicin, immer in

Kombination mit weiteren gegen die Tuberkuloseerreger wirksamen Chemotherapeutika.

Zur Behandlung von pulmonalen, lokalisierten extrapulmonalen sowie disseminierten Infektionen durch

nichttuberkulöse Mykobakterien (MOTT entspr. mycobacteria other than tuberculosis), immer in Kombi-

nation mit weiteren antimykobakteriell wirksamen Antiinfektiva.

Zur Kombinationsbehandlung der Lepra.

Prophylaxe der Meningokokken - Meningitis.

Die allgemein anerkannten Richtlinien zum angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen und speziell an-

timykobakteriellen Wirkstoffen bei der Behandlung mykobakterieller Infektionen sind zu beachten.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Für die Tuberkulosetherapie gelten die folgenden, Körpergewichts-bezogenen Dosierungen für eine 1x täg-

liche Anwendung:

Altersgruppe

Tagesdosis in

mg/kg Körper-

gewicht (KG)

Zur Beachtung

Erwachsene ≥

18 Jahre

10 (8 - 12)

Die Tagesdosis bei Erwachsenen ≥ 18 Jahren sollte nicht unter

450 mg liegen und 600 mg nicht überschreiten.

Jugendliche ≥ 12 bis

< 18 Jahre

10 (8 - 12)

Die Tagesdosis sollte 600 mg bei Jugendlichen ≥ 12 und < 18

Jahren nicht überschreiten.

Kinder ≥ 6 bis < 12

Jahre

15 (10 - 20)

Die Tagesdosis sollte 600 mg bei Kindern ≥ 6 und < 12 Jahre

nicht überschreiten.

Es besteht die Möglichkeit die Filmtablette zu teilen, um individuelle Dosierungen abzudecken. Aus Com-

pliancegründen sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Anzahl der einzunehmenden Tabletten so

gering wie möglich gehalten wird.

Mit den Arzneimitteln in den Wirkstoffstärken 300 mg, 450 mg und 600 mg können die Körpergewichts-

bezogenen Dosierungsempfehlungen in den genannten Altersgruppen und allen zugehörigen Körperge-

wichten nahtlos ohne Stückelung umgesetzt werden, ohne die Dosierungsbereiche zu über- oder unter-

schreiten.

Erwachsene ≥ 18 Jahre mit einem Körpergewicht ab 50 kg

1 x 1 Filmtablette EREMFAT 600 mg/Tag

Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahre mit einem Körpergewicht ab 50 kg

1 x 1 Filmtablette EREMFAT 600 mg/Tag

Für Jugendliche mit einem Körpergewicht zwischen 50 kg und 56,25 kg steht für eine niedrigere Dosierung

innerhalb des Dosierungsbereiches EREMFAT in der Wirkstoffstärke 450 mg zur Verfügung.

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre mit einem Körpergewicht von 30 kg – 60 kg

1 x 1 Filmtablette EREMFAT 600 mg/Tag

Für Kinder dieser Altersgruppe mit einem Körpergewicht von 30 kg – 45 kg stehen für niedrigere Dosie-

rungen innerhalb des Dosierungsbereichs EREMFAT in den Wirkstoffstärken 300 mg bzw. 450 mg zur

Verfügung.

Kinder ≥ 3 Monate bis < 6 Jahre:

EREMFAT ist als feste orale Darreichungsform (Filmtablette) zur Einnahme für Kinder ≥ 3 Monate bis

< 6 Jahre nicht geeignet. Für diese Altersgruppe steht der Wirkstoff in geeigneter Darreichungsform und

Wirkstoffstärke als Sirup zur Verfügung.

Kinder < 3 Monaten

Aufgrund unzureichender Daten für den Wirkstoff Rifampicin kann für Kleinkinder unter 3 Monaten keine

Dosierungsempfehlung gegeben werden.

Ältere Patienten:

Siehe Abschnitt 4.4

Intermittierende Therapie bei Tuberkulose

Es wird empfohlen, die Medikamente zur Therapie der Tuberkulose täglich über den gesamten Therapie-

zeitraum zu verabreichen, da dieses Vorgehen eine maximale Therapiesicherheit garantiert.

Die intermittierende Therapie der Tuberkulose wird für Deutschland nicht empfohlen. Falls sich eine täg-

liche Medikamentengabe aus zwingenden Gründen nicht realisieren lässt, sollte die intermittierende The-

rapie nur in der Kontinuitätsphase und nur bei HIV negativen Patienten mit voll medikamentensensibler

Tuberkulose und als überwachte Therapie erfolgen.

Therapie nichttuberkulöser Mykobakteriosen

Rifampicin wird zur Therapie von Infektionen durch nichttuberkulöse Mykobakterien (MOTT) in Kombi-

nation mit weiteren gegen die jeweilige Mykobakterienspezies wirksamen Antiinfektiva in Abhängigkeit

vom klinischen Bild und weiteren Begleiterkrankungen in folgender Dosierung eingesetzt:

Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahre: täglich 10 mg/kg Körpergewicht, max. 600 mg pro Tag

Therapie der Lepra

Zur Therapie der Lepraerkrankung wird Rifampicin immer in Kombination mit weiteren gegen

Mycobac-

terium leprae

wirksamen Antiinfektiva eingesetzt. Entsprechend den Empfehlungen der Weltgesundheits-

organisation (WHO) wird Rifampicin bei der paucibazillären Lepra jeweils am ersten Tag von 6 Behand-

lungszyklen über je 4 Wochen kombiniert mit dem Wirkstoff Dapson bei Erwachsenen, Jugendlichen und

Kindern eingesetzt.

Bei der multibazillären Lepra wird Rifampicin jeweils am ersten Tag von 12 Behandlungszyklen über je 4

Wochen kombiniert mit den Wirkstoffen Dapson und Clofazimin bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kin-

dern eingesetzt.

Erwachsene:

Erwachsene nehmen am ersten Tag eines Behandlungszyklus einmalig 600 mg Rifampicin ein.

Hierfür steht EREMFAT 600 mg in geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung.

Kinder und Jugendliche:

Kinder und Jugendliche im Alter von 10-14 Jahren nehmen am ersten Tag eines Behandlungszyklus ein-

malig 450 mg Rifampicin ein.

Hierfür steht EREMFAT 450 mg in geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung.

Kinder unter 10 Jahren erhalten am ersten Tag eines Behandlungszyklus einmalig 10 mg Rifampicin/kg

Körpergewicht.

Prophylaxe der Meningokokken-Meningitis:

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre und Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahre über 60 kg Körpergewicht und Erwach-

sene ≥ 18 Jahre:

2-mal täglich 600 mg über 2 Tage

Hierfür steht EREMFAT 600 mg in geeigneter Wirkstoffstärke zur Verfügung.

Kinder ≥ 6 bis < 12 Jahre und Jugendliche ≥ 12 bis < 18 Jahren unter 60 kg Körpergewicht:

2 x 10 mg/kg Körpergewicht pro Tag über 2 Tage

Hierfür steht EREMFAT in geeigneten Wirkstoffstärken zur Verfügung. EREMFAT 150 mg Filmtabletten

können unter Ausnutzung ihrer Teilbarkeit für die Dosisberechnung hinzukombiniert werden.

Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion:

Bei hepatischen Vorerkrankungen, wie einer überstandenen akuten Hepatitis, positivem Antigen-Antikör-

per-Nachweis für Hepatitis B und C oder einem Alkoholabusus, kann EREMFAT 600 mg in normaler

Dosierung angewendet werden. Eine einschleichende Dosierung, beginnend mit 75 mg/d Rifampicin, wel-

ches bis auf 450 - 600 mg/d (Erwachsene) über 3 - 7 Tage gesteigert wird, sollte in Betracht gezogen

werden. Wöchentliche bzw. mehrfach wöchentliche Kontrollen der entsprechenden Laborparameter in den

ersten Monaten sind nötig, da ein erhöhtes Risiko von Leberschädigungen besteht (siehe auch Abschnitt

4.4). Liegen die Serumtransaminasewerte bereits vor der Tuberkulosetherapie 3-fach über dem Normwert,

sollte eine Therapie mit nur einem oder zwei hepatotoxischen Antituberkulotika erwogen werden. Bei

schweren Leberfunktionsstörungen ist EREMFAT 600 mg kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann EREMFAT unter der Voraussetzung, dass die Le-

berfunktion normal ist, ohne Dosisanpassung verabreicht werden. Dies gilt auch für Dialysepatienten (siehe

Abschnitt 5.2).

Dosierung bei gleichzeitig vorliegender eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion:

Bei gleichzeitig vorliegender leichter Einschränkung der Leberfunktion (unter gleichzeitiger Beachtung

zusätzlicher individueller Patientenmerkmale, siehe oben und Abschnitt 4.4) und eingeschränkter Nieren-

funktion kann eine Therapie mit Rifampicin unter Serumspiegelbestimmungen sowie engmaschiger Kon-

trolle der Leberfunktion durchgeführt werden.

Bei stärker eingeschränkter Leberfunktion ist Rifampicin unabhängig von der Nierenfunktion kontraindi-

ziert (siehe Abschnitt 4.3).

Dosierung nach Therapieunterbrechung:

Der Wiederbeginn der Gabe von EREMFAT 600 mg nach einer Therapieunterbrechung im Rahmen der

täglichen Therapie der Tuberkulose sowie der nichttuberkulösen Mykobakteriosen sollte einschleichend

erfolgen (Hinweis: gilt nicht für die intermittierende Anwendung von Rifampicin in der Therapie der

Lepra).

Erwachsene erhalten am ersten Tag 75 mg mit sukzessiver Steigerung auf bis zu 450 – 600 mg über 3 - 7

Tage. Zu Risiken bei Wiederaufnahme der Therapie mit Rifampicin (Flu-Syndrom) siehe auch Abschnitt

.

Art der Anwendung

Um eine optimale Resorption zu gewährleisten, wird empfohlen, die Rifampicin-Dosen auf nüchternen

Magen, d.h. mindestens ½ Stunde vor oder 2 Stunden nach der Mahlzeit mit Flüssigkeit einzunehmen. Bei

eventueller Magenunverträglichkeit kann die Gabe auch nach einer leichten Mahlzeit erfolgen, ohne dass

dadurch die Wirksamkeit wesentlich beeinträchtigt wird.

Wegen der raschen bakteriellen Resistenzentwicklung bei Monotherapie ist Rifampicin mit Ausnahme der

Meningitis-Prophylaxe immer Bestandteil einer Kombinationstherapie (siehe Abschnitt 4.4).

Therapie der Tuberkulose, der Lepra und der nicht-tuberkulösen Mykobakteriose

Bei der Therapie der Tuberkulose, der Lepra und der nicht-tuberkulösen Mykobakteriose wird empfoh-

len, die Tagesgesamtdosis von Rifampicin zusammen mit den Kombinationspartnern in einer morgend-

lichen Einmalgabe einzunehmen.

Meningitis-Prophylaxe

Bei der Meningitis-Prophylaxe wird die Dosis 2-mal täglich über 2 Tage verabreicht.

Dauer der Anwendung

Im Rahmen der Standardtherapie der Tuberkulose wird Rifampicin in der 8-wöchigen Initialphase mit wei-

teren antimykobakteriell wirksamen Antiinfektiva wie Isoniazid, Pyrazinamid und Ethambutol, in der sich

anschließenden 4-monatigen Kontinuitätsphase mit Isoniazid allein kombiniert.

Therapieregime der Tuberkulose, in denen dem Ergebnis der Resistenztestung entsprechend die Kombina-

tionspartner von Rifampicin modifiziert werden müssen, müssen in unterschiedlichem Ausmaß verlängert

werden, so dass sich auch der Einsatz von Rifampicin verlängert.

Im Falle von Erkrankungen, hervorgerufen durch nichttuberkulöse Mykobakterien (MOTT), ist die Dauer

der Therapie mit Rifampicin abhängig von der Art der Infektion und allen Begleitumständen.

Bei der paucibazillären Lepra wird Rifampicin in der Regel einmal pro Monat über 6 Monate, bei der

multibacillären Lepra einmal pro Monat über 12 Monate verabreicht.

Nur zur Prophylaxe der Meningokokken-Meningitis bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wird

Rifampicin in Monotherapie in erhöhter Dosis über einen Zeitraum von nur 2 Tagen verabreicht.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, gegen andere Rifamycine oder einen der in Abschnitt

6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Schwere Leberfunktionsstörungen (Child Pugh C), Verschlussikterus, akute Hepatitis, Leberzir-

rhose, Gallengangsobstruktion.

Gleichzeitige

Therapie

Proteaseinhibitoren

Amprenavir,

Atazanavir,

Darunavir,

Fosamprenavir, Indinavir, Lopinavir, Nelfinavir, Tipranavir und Saquinavir – mit wie auch ohne

Ritonavir (siehe Abschnitt 4.4 und 4.5).

Gleichzeitige Therapie mit dem potenziell leberschädigenden Breitspektrum-Triazol-Antimykoti-

kum Voriconazol (siehe Abschnitt 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Durch Rifampicin - Monotherapie wird eine rasche Resistenzentwicklung (Einstufen-Resistenz) bei My-

kobakterien und anderen Erregern hervorgerufen (siehe Abschnitt 5.1). Um die Entwicklung und Verbrei-

tung von Bakterienstämmen mit Rifampicin-Resistenz zu verhindern, ist Rifampicin immer mit mindestens

einem weiteren Antibiotikum / Chemotherapeutikum zu kombinieren.

Lediglich zur Meningitis-Prophylaxe wird Rifampicin in einer hohen Dosis über nur 2 Tage (siehe Ab-

schnitt 4.2) in Monotherapie angewendet.

Gleichzeitige Anwendung von Rifampicin mit anderen Arzneimitteln (siehe Abschnitt 4.5):

Aufgrund einer Induktion des arzneimittelabbauenden Systems kann Rifampicin den Metabolismus gleich-

zeitig verabreichter Arzneimittel beeinflussen. Es ist auch eine Beeinflussung der Verstoffwechselung von

Rifampicin selbst durch gleichzeitig verabreichte Arzneimittel möglich.

Bei Beginn, aber auch bei Beendigung einer Rifampicin-Therapie kann es daher notwendig werden, die

Dosis gleichzeitig verabreichter Arzneimittel, vor allem solcher mit enger therapeutischer Breite, anzupas-

sen – abhängig vom Einfluss des Rifampicins auf deren Metabolismus (siehe Abschnitt 4.5).

Proteaseinhibitoren

Die gleichzeitige Therapie von Rifampicin mit Proteaseinhibitoren (sowohl in Form von Monoarzneimit-

teln als auch fixer Kombinationen, siehe Abschnitt 4.3) kann aufgrund der Cytochrom P450-Induktion

durch Rifampicin zu einer Reduktion der Plasmakonzentration und somit der AUC der Proteaseinhibitoren

führen mit der Folge eines Versagens der antiretroviralen Therapie. Gleichzeitig ist das Potential für eine

Lebertoxizität unterschiedlichen Ausmaßes für die einzelnen Substanzen und deren Kombinationen erhöht

(siehe Abschnitt 4.5).

Nicht nucleosidische Reverse Transkriptaseinhibitoren (NNRTI)

Nevirapin

Die gleichzeitige Therapie von Rifampicin mit Nevirapin wird nicht empfohlen, da nur wenige klinische

Daten zur Dosisanpassung von Nevirapin bei gleichzeitiger Therapie mit Rifampicin verfügbar sind. Tritt

bei Patienten, die mit Nevirapin behandelt werden, eine Tuberkuloseinfektion auf, sollte ein Therapiere-

gime mit Rifabutin in Betracht gezogen werden (siehe auch Abschnitt 4.5).

Etravirin

Die gleichzeitige Anwendung von Rifampicin mit Etravirin wird nicht empfohlen. Es liegen keine ausrei-

chenden Daten vor, da die Anwendung von Etravirin nur in Kombination mit geboosterten Proteaseinhibi-

toren zugelassen ist, deren gleichzeitige Anwendung mit Rifampicin wiederum kontraindiziert ist (siehe

auch Abschnitt 4.5).

Nucleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTI)

Die gleichzeitige Anwendung mit NRTIs wurde nicht für jeden Wirkstoff untersucht, da aufgrund der phar-

makokinetischen Eigenschaften der NRTIs in der Regel keine Wechselwirkungen zu erwarten sind (siehe

Abschnitt 4.5).

Abacavir

Für die gleichzeitige Anwendung mit Abacavir (Elimination über UDP-Glucuronyltransferase) wurde eine

leichte Erniedrigung der Abacavir-Plasmaspiegel nachgewiesen, eine klinische Konsequenz ist jedoch

nicht bekannt (siehe Abschnitt 4.5).

Chemokinrezeptor 5-Antagonisten

Maraviroc

Für Maraviroc, den einzigen Vertreter dieser Klasse, muss bei gleichzeitiger Einnahme/Anwendung mit

Rifampicin eine geeignete Dosisanpassung durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.5).

Integrasehemmer

Raltegravir

Bei gleichzeitiger Anwendung von Rifampicin und Raltegravir kommt es zu verminderten Raltegravir-

Plasmaspiegeln, in deren Folge die antivirale Wirkung verringert ist. Eine Dosiserhöhung von Raltegravir

ist daher erforderlich (siehe Abschnitt 4.5).

Paracetamol

Im Falle einer gleichzeitigen Verabreichung von Rifampicin und Paracetamol kann es zu einer Leberschä-

digung durch üblicherweise unschädliche Dosen von Paracetamol kommen. Die Verabreichung von Para-

cetamol unter Rifampicin-Therapie sollte daher nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung und unter

besonderer Vorsicht erfolgen (siehe Abschnitt 4.5).

Vitamin D

Rifampicin beeinträchtigt den Vitamin-D-Stoffwechsel. Symptome einer Erkrankung der Knochen sind

erst bei längerer Rifampicingabe (> 1 Jahr) zu erwarten; im Falle einer Supplementierung mit Vitamin D

sind Kontrollen der Serum-Calcium-Spiegel, der Serum-Phosphat-Spiegel sowie der Nierenfunktion erfor-

derlich (siehe Abschnitt 4.5).

Kontrazeption:

Auf Grund der Wechselwirkung zwischen Rifampicin und Östrogen/Gestagen ist die empfängnisverhü-

tende Wirkung oraler hormoneller Kontrazeptiva gestört. Unter der Therapie mit Rifampicin müssen an-

dere, nicht hormonelle, kontrazeptive Maßnahmen angewendet werden (siehe Abschnitt 4.5).

Hepatotoxizität, Unterernährung, Alkoholismus:

Bei einer Therapie mit Rifampicin lässt sich in etwa 5 – 20 % der Behandelten ein Transaminaseanstieg

feststellen. Verbleiben die Transaminasewerte < 100 U/l, kann es trotz Fortsetzung der Therapie wieder zur

Normalisierung der Werte kommen. Bei Zunahme der Transaminasen über 100 U/l oder einem 2-fachen

Anstieg der Bilirubinkonzentrationen über den Normwert und entsprechender klinischer Symptomatik ist

ein sofortiges Absetzen des Rifampicins geboten, da tödliche Leberdystrophien beobachtet worden sind

(siehe Abschnitt 4.8). Nach einer entsprechenden Therapiepause wird dann die erneute Gabe von Rifampi-

cin unter Umständen wieder vertragen.

Bei leichteren oder chronischen Leberfunktionsstörungen darf Rifampicin nur mit besonderer Vorsicht und

unter strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung angewendet werden. Bei Patienten mit Alkoholabusus ist auf-

grund einer potenziellen Vorschädigung der Leber eine strenge Nutzen-Risiko-Abschätzung durchzufüh-

ren.

Hinsichtlich des Auftretens eines Ikterus bzw. einer Hepatomegalie sind vor allem ältere Patienten und

Patienten mit vorbestehenden Leberschäden, wie z. B. bei Alkoholabusus, gefährdet. Bei älteren und bei

unterernährten Patienten ist vor Therapiebeginn eine strenge Nutzen-Risiko-Abschätzung durchzuführen.

Bei allen Patienten, insbesondere jedoch bei den genannten Risikogruppen, sind während des Einsatzes der

für die Therapieregime der Tuberkulose üblichen Kombinationspartner von Rifampicin wie Isoniazid und

Pyrazinamid regelmäßige Leberenzym- und Bilirubinkontrollen durchzuführen, um eine mögliche Schädi-

gung der Leber auf Grund des lebertoxischen Potentials der genannten Arzneimitteln frühzeitig erkennen

zu können.

Überempfindlichkeitsreaktionen:

Bei leichten Überempfindlichkeitsreaktionen wie beispielsweise Fieber, Hautrötungen, Pruritus oder

Urtikaria kann nach einer Unterbrechung der Therapie und dem Abklingen der Symptome eine Weiterbe-

handlung möglich sein.

Beim Auftreten schwerwiegender Unverträglichkeitsreaktionen wie Thrombozytopenie, die sich eventuell

auch als Nasenbluten äußern kann, Purpura, hämolytischer Anämie, Dyspnoe, asthmaartigen Anfällen,

Schock und Nierenversagen und bei schweren allergischen Hautreaktionen mit blasenförmiger Abhebung

der Haut (toxische epidermale Nekrolyse / Lyell Syndrom, exfoliative Dermatitis) ist Rifampicin sofort und

endgültig abzusetzen (siehe Abschnitt 4.8) und die erforderlichen Notfallmaßnahmen sind einzuleiten. Ze-

rebrale Blutungen und Todesfälle wurden in Fällen berichtet, in denen die Rifampicinbehandlung nach

Auftreten einer Purpura fortgeführt oder wieder aufgenommen wurde.

Bei Wiederaufnahme einer Rifampicin-Behandlung nach kurzer oder längerer Unterbrechung oder bei in-

termittierender Therapie kann eine hyperergische Sofortreaktion mit Grippe-ähnlichen Symptomen (Flu-

Syndrom), die mit gravierenden Komplikationen wie Schock oder Nierenversagen einhergehen können,

eintreten (siehe Abschnitt 4.8).

DRESS

Schwere

systemische

Überempfindlichkeitsreaktionen,

einschließlich

Todesfälle,

DRESS-

Syndrom (Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen) wurden während der Be-

handlung mit einer Antituberkulose-Therapie beobachtet (siehe Abschnitt 4.8).

Das Flu-Syndrom wird fast ausschließlich bei intermittierender bzw. nach nicht regelmäßiger Rifampici-

neinnahme beobachtet und tritt umso häufiger auf, je höher die einzelnen Dosen und je länger das dazwi-

schen liegende Intervall waren.

Es tritt meist 3 - 6 Monate nach Beginn einer intermittierenden Therapie auf und äußert sich in Symptomen

wie Kopfschmerzen und allgemeinem Schwächegefühl, Fieber, Schüttelfrost, Exanthem, Übelkeit, Erbre-

chen, Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Symptome treten 1 - 2 Stunden nach der Einnahme auf und

dauern bis zu 8 Stunden, in Einzelfällen darüber hinaus, an (siehe Abschnitt 4.8). Es kann in fast allen

Fällen durch Wechsel von der intermittierenden auf die tägliche Rifampicingabe (nicht möglich bei der

Therapie der Lepra) zum Verschwinden gebracht werden.

Aus diesen Gründen muss bei Wiederaufnahme der Therapie nach Unterbrechung, beim Wechsel von der

intermittierenden auf die tägliche Einnahme und bei Wiederholung der Therapie Rifampicin einschleichend

dosiert werden (siehe Abschnitt 4.2 und 4.8).

Patienten sollten über die Risiken eines unbegründeten eigenmächtigen Therapieabbruchs und vor allem

über die Risiken eines Neubeginns der Therapie ohne ärztliche Kontrolle informiert werden.

Rifampicin und Porphyrie:

Rifampicin besitzt eine porphyrinogene Wirkung. Die Anwendung bei Genträgern einer akuten, intermit-

tierenden Porphyrie (AIP), einer Porphyria variegata (PV), einer hereditären Koproporphyrie (HKP) bedarf

besonderer Vorsichtsmaßnahmen. Die Reaktionen betroffener Patienten fallen sehr individuell aus und sind

offensichtlich abhängig von der individuellen Zugehörigkeit zu einer der Risikogruppen und von dem Grad

der Aktivierung in unterschiedlichen Phasen des hepatischen Porphyrie-Prozesses. Die Wirkung auf den

Porphyrinstoffwechsel sollte durch Untersuchungen auf Porphyrinvorläufer und Porphyrine im Urin regel-

mäßig kontrolliert werden. In jedem Fall sollte der Rat eines Porphyrie-Experten eingeholt werden.

Wirkungen auf den Magen-Darm-Trakt:

Während bzw. nach Abschluss der Therapie mit Rifampicin kann eine antibiotikaassoziierte Colitis (Pseu-

domembranöse Enterokolitis) auftreten, die lebensbedrohlich sein kann. In diesem Fall muss eine Beendi-

gung der Gabe von Rifampicin in Abhängigkeit von der Indikation erwogen und eine entsprechende The-

rapie eingeleitet werden (z. B. Einnahme von speziellen Antibiotika/Chemotherapeutika, deren Wirksam-

keit klinisch erwiesen ist). Peristaltikhemmende Arzneimittel sind kontraindiziert (s.a. Abschnitt 4.8).

Wirkung auf Körperflüssigkeiten:

Rifampicin hat eine intensiv bräunlich-rote Eigenfarbe, wodurch es nach Einnahme des Arzneimittels mit

diesem Wirkstoff zu einer Verfärbung von Körperflüssigkeiten wie Speichel, Schweiß, Tränenflüssigkeit

und der Ausscheidungsprodukte Urin und Stuhl kommt. Hierdurch kann es z. B. zu einer dauerhaften gelb-

orangen Verfärbung von weichen Kontaktlinsen und auch zur Verfärbung von Kleidung kommen.

Kontrolle der Nierenfunktion:

Die regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion (z. B. Serumkreatinin-Bestimmung) ist vor allem bei län-

gerfristiger Anwendung von Rifampicin erforderlich.

Das Auftreten eines akuten Nierenversagens, einer interstitiellen Nephritis sowie von Tubulusnekrosen

während der Therapie mit Rifampicin wurde berichtet. Ein sofortiger und endgültiger Therapieabbruch ist

in solchen Fällen erforderlich. Im Allgemeinen kommt es nach Absetzen der Therapie zu einer Normali-

sierung der Nierenfunktion.

Kontrolle des Blutbildes:

Regelmäßige Blutbildkontrollen müssen ebenfalls durchgeführt werden, da unter Rifampicintherapie uner-

wünschte Arzneimittelwirkungen auf Blut und Blutbestandteile auftreten können (siehe Abschnitt 4.8).

Schwangerschaft und postnatale Phase

Bei der Einnahme von Rifampicin in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann das Risiko postnataler

Blutungen bei der Mutter aufgrund einer durch den Geburtsvorgang erhöhten Blutungsneigung und beim

Neugeborenen aufgrund einer noch unzureichenden Vitamin-K-Versorgung und dadurch unzureichender

Produktion von Gerinnungsfaktoren erhöht sein. Daher sind regelmäßige Kontrollen des Blutbildes erfor-

derlich sowie auch die Bestimmung der Gerinnungsparameter.

Eine Behandlung mit Vitamin K kann in solchen Fällen angezeigt sein.

Laborchemische Untersuchungen und Diagnostik:

Mikrobiologische Bestimmungen von Vitamin B

und Folsäure sind nicht verwertbar.

Rifampicin kann kompetitiv die Bromsulfophthaleinausscheidung hemmen und damit eine Leberfunkti-

onsstörung vortäuschen. Der Bromsulfophthalein-Test zur Prüfung der exkretorischen Leberfunktion kann

daher während der Therapie mit Rifampicin nicht angewandt werden.

Rifampicin verursacht falsch-positive Ergebnisse im Immunoassay zur Bestimmung von Opiaten im Urin.

Röntgenkontrastmittel

Rifampicin kann die Gallenausscheidung von Röntgenkontrastmitteln, die für die Gallenblasen-Untersu-

chung verwendet werden, verzögern, ohne dass dies eine klinische Relevanz für die Untersuchung hat.

Meningokokken-Resistenz:

Wegen möglicher Resistenzentwicklung der Meningokokken gegen Rifampicin sind Kontaktpersonen, die

vorbeugend mit Rifampicin zwecks Verhinderung einer Meningokokken-Meningitis behandelt werden,

sorgfältig bzgl. des Auftretens einer manifesten Meningitis zu überwachen.

Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol.

Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz (HFI) dürfen EREMFAT 600 mg nicht einnehmen/erhalten.

Die additive Wirkung gleichzeitig angewendeter Sorbitol (oder Fructose) – haltiger Arzneimittel und die

Einnahme von Sorbitol (oder Fructose) über die Nahrung ist zu berücksichtigen.

Der Sorbitolgehalt oral angewendeter Arzneimittel kann die Bioverfügbarkeit von anderen gelichzeitig oral

angewendeten Arzneimitteln beeinflussen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Rifampicin beeinflusst den Metabolismus zahlreicher, gleichzeitig verabreichter Wirkstoffe, wobei meh-

rere Mechanismen als Ursache der Wechselwirkungen diskutiert werden:

Rifampicin induziert das Cytochrom-P450-System der Leber. Die vermehrte Bildung des Isoenzym-

komplexes CYP3A4 wird dabei über den Pregnan X-Rezeptor (PXR) und in geringerem Maße über

den Constitutive Androstane Rezeptor (CAR) vermittelt. Auch eine Reihe weiterer CYP-Isoenzyme

werden durch Rifampicin induziert (z. B. CYP2A, CYP2B, CYP2C).

Rifampicin erhöht die UDP-Glucuronosyltransferase 1 A, welche die Glucuronidierung einer Reihe

von Substanzen in der Niere und Leber katalysiert.

Rifampicin beeinflusst wahrscheinlich den Transport von Wirkstoffen aus der Zelle, vermittelt durch

eine Wirkung auf das Transportprotein p-Glykoprotein.

Rifampicin selbst wird bei gleichzeitiger Gabe bestimmter anderer Wirkstoffe in seinem Metabolismus

beeinflusst, so dass es zu einer Erhöhung oder Erniedrigung seiner Bioverfügbarkeit mit Auswirkungen auf

die Wirksamkeit und Sicherheit der Anwendung von Rifampicin kommen kann.

Es sind daher in jedem Einzelfall die Wechselwirkungen mit den – auch zur Behandlung von Begleiter-

krankungen - verabreichten Substanzen und der Verlauf der Grund- sowie der Begleiterkrankungen zu

überprüfen und durch im jeweiligen Einzelfall geeignete Maßnahmen wie Drug Monitoring und klinische

bzw. apparative Kontrollen zu überwachen. Gegebenenfalls kann eine Anpassung der Dosis der Begleit-

medikation erforderlich werden. Insbesondere nach Beendigung der gleichzeitigen Rifampicin-Gabe muss

auf die Notwendigkeit einer erneuten Dosisanpassung der Begleitmedikation geachtet werden.

Auf Grund der Vielzahl der Wechselwirkungen und der unterschiedlichen klinischen Konsequenz werden

im Folgenden die nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand bekannten und klinisch relevanten

Wechselwirkungspartner aufgeführt.

Spalte 1

werden Wirkstoffgruppen und/oder dazugehörige Wirkstoffe/Arzneimittel aufgeführt. Die Un-

terstreichung kennzeichnet den durch Rifampicin beeinflussten Wirkstoff. Wird Rifampicin durch einen

Wirkstoff beeinflusst, ist es durch einen Bindestrich getrennt in der ersten Spalte der Tabelle zusammen

mit dem beeinflussenden Wirkstoff aufgeführt und unterstrichen. Sollte in einer Aufzählung kein Wirkstoff

unterstrichen sein, handelt es sich hierbei um keine direkte Wechselwirkung, bei der ein Wirkstoff beein-

flusst wird, sondern hier wird zum Ausdruck gebracht, dass eine allgemeine Reaktion (z. B. Lebertoxizität)

oder ein körpereigener Stoff durch diese Wechselwirkung beeinflusst werden.

Spalte 2

werden die gegenseitigen Auswirkungen der Wirkstoffgruppen/Wirkstoffe aufeinander be-

schrieben.

▲: Steigt

▼: Sinkt

AUC: Fläche unter der Kurve

: Maximale Wirkstoffkonzentration im Blut

: Halbwertszeit

Spalte 3

wird die klinische Konsequenz angegeben

Wirkstoffgruppe/

Wirkstoff

Wechselwirkung

Klinische Konsequenz

ACE-Hemmer

Enalapril

Spirapril

Plasmakonzentration der

aktiven Metabolite von

Enalapril und Spirapril ▼

Überwachung des Blutdrucks,

ggf. Dosisanpassung von

Enalapril und Spirapril

Adsorbentien

Aktivkohle-Rifampicin

Resorption von Rifampi-

cin ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Wirkungs-

verlust von Rifampicin mög-

lich

Alpha-1-Antagonisten

Bunazosin

Plasmakonzentration und

AUC von Bunazosin▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Wirkungsver-

lust von Bunazosin wahr-

scheinlich

Analgetika

Diclofenac

AUC und C

von Dicl-

ofenac ▼

Wirkungsverlust von Dicl-

ofenac möglich, Überwachung

wird empfohlen

Opioide-Rifampicin (wie z. B.

Morphin, Fentanyl, Buprenor-

phin, Methadon, Codein)

Metabolismus der Opioide

wird durch Rifampicin be-

schleunigt, Bioverfügbar-

keit von Rifampicin kann

verringert sein

Zeitlich versetzte Einnahme

wird empfohlen, enge Über-

wachung, Dosiserhöhung der

Opioide u.U. notwendig

Paracetamol

Rifampicin kann den Ab-

bau von Paracetamol be-

schleunigen, Hepatotoxizi-

tätsrisiko ist erhöht

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, enge Über-

wachung

Anästhetika

Alfentanil

Elimination von Alfentanil

ist beschleunigt (ca. 3-

fach)

Wirkungsverlust von Al-

fentanil möglich, ggf. Do-

sisanpassung von Alfentanil

notwendig

Ropivacain

Elimination von

Ropivacain durch Aktivie-

rung der CYP-Enzyme be-

schleunigt, t

und AUC

von Ropivacain ▼

Geringer Einfluss auf die Qua-

lität und Dauer der Lokalanäs-

thesie, da die Aktivierung der

CYP-Enzyme durch Rifampi-

cin erst auftritt, wenn

Ropivacain in den Blutkreis-

lauf eintritt

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten

Losartan

Elimination von Losartan

und seinem aktiven Meta-

boliten durch Aktivierung

der CYP-Enzyme durch

Rifampicin beschleunigt,

AUC von Losartan ▼ (um

35 %), t

Losartan ▼

(um 50 %), oraler Abbau

von Losartan ist ebenfalls

erhöht

Blutdruck sollte überwacht

werden

Antihelminthika

Praziquantel

Plasmakonzentration von

Praziquantel ▼

Kontrolle der Praziquantel-

spiegel empfohlen

Antiarrhythmika

Amiodaron

Chinidin

Disopyramid

Lorcainid

Propafenon

Tocainid

Plasmakonzentration von

Antiarrhythmika kann

durch Rifampicin verrin-

gert sein

Herzrhythmuskontrolle ange-

zeigt; ggf. Dosisanpassung der

Antiarrythmika notwendig

Antiasthmatika

Theophyllin

Metabolismus von Theo-

phyllin wird durch Rifam-

picin beschleunigt

Serumspiegelkontrolle von

Theophyllin, insbesondere bei

Therapiebeginn- und ende,

ggf. Dosisanpassung von The-

ophyllin nötig

Antibiotika

Pyrazinamid

Erhöhtes Hepatotoxizitäts-

risiko

Überwachung der Leberfunk-

tion

Cotrimoxazol (Trimethoprim /

Sulfamethoxazol) -Rifampicin

Clearance von Rifampicin

ist verringert, Plasmalevel,

AUC und C

von Rifam-

picin erhöht

Gesteigerte Hepatotoxizität,

Überwachung der Leberfunk-

tion

Clarithromycin

Plasmakonzentration von

Clarithromycin ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Wirkungsver-

lust von Clarithromycin mög-

lich

Chloramphenicol

Doxycyclin

Plasmakonzentration von

Doxycyclin und Chlora-

mphenicol ▼

Wirkungsverlust von

Doxycyclin und Chloramphe-

nicol, Dosiserhöhung von

Doxycyclin und Chloramphe-

nicol notwendig

Ciprofloxacin

Moxifloxacin

Elimination von Moxiflo-

xacin und Ciprofloxacin

beschleunigt

Keine Dosisanpassung not-

wendig

Dapson

Elimination von Dapson

beschleunigt

Wirkungsverlust von Dapson

möglich, ggf. Dosiserhöhung

von Dapson

Linezolid

AUC und C

von Line-

zolid durch Rifampicin

herabgesetzt

Wirkungsverlust von Linezo-

lid möglich

Metronidazol

Elimination von Metro-

nidazol beschleunigt,

AUC ▼

Wirkungsverlust von Metro-

nidazol möglich, ggf. Dosisan-

passung von Metronidazol

Telithromycin

AUC ▼(um 86 %), C

▼ (um 79 %) von

Telithromycin

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, eine Thera-

pie mit Telithromycin sollte

frühestens zwei Wochen nach

Ende der EREMFAT 600 mg -

Therapie erfolgen

Anticholinergika

Darifenacin

Abbau von Darifenacin wird

durch Rifampicin beschleu-

nigt

Wirkungsverlust von Darifena-

cin möglich, ggf. Dosisanpas-

sung von Darifenacin nötig

Antidepressiva

Amitriptylin

Nortriptylin

Plasmakonzentration von A-

mitriptylin und Nortriptylin▼

Wirkungsverlust vom Amitrip-

tylin und Nortriptylin möglich;

Dosisanpassung von Amitrip-

tylin und Nortriptylin möglich-

erweise notwendig

Citalopram

Abbau von Citalopram

wird durch Rifampicin be-

schleunigt

Verschlechterung der Kon-

trolle der neurologischen

Grunderkrankung möglich

Mirtazapin

Erhöhte Clearance von

Mirtazapin

Wirkungsverlust von

Mirtazapin möglich, ggf. Do-

siserhöhung von Mirtazapin

nötig

Sertralin

Metabolisierung von Ser-

tralin ▲

Wirkungsverlust und ver-

stärkte Angstsymptomatik

möglich; ggf. Dosiserhöhung

von Sertralin nötig

Antidiabetika

Insulin und Derivate

Sulfonylharnstoffe

Biguanide

Glinide

DPP4-Hemmer

Wirkung der Antidiabetika

kann durch Rifampicin so-

wohl verstärkt als auch

vermindert sein

Überwachung des Blutgluko-

sespiegels, ggf. Dosisanpas-

sung der Antidiabetika not-

wendig

Antiepileptika

Carbamazepin

Metabolismus von Carbama-

zepin wird durch Rifampicin

beschleunigt

Enge klinische Überwachung

notwendig, Carbamazepinspie-

gelbestimmung notwendig,

ggf. Dosisanpassung von

Carbamazepin nötig

Lamotrigin

AUC und t

von Lamotri-

gin ist durch Rifampicin

herabgesetzt ▼

Wirkungsverlust von Lamotri-

gin möglich, ggf. Dosiserhö-

hung von Lamotrigin notwen-

Phenytoin

Metabolismus von Phenytoin

wird durch Rifampicin be-

schleunigt

Enge Überwachung notwen-

dig, besonders bei Therapiebe-

ginn und –ende, Bestimmung

der Phenytoinplasmalevel,

ggf. Dosisanpassung von Phe-

nytoin

Valproinsäure

Rifampicin erhöht die

Clearance und verringert

dadurch die Plasmakonzent-

ration von Valproinsäure

Enge Überwachung notwen-

dig, besonders bei Therapiebe-

ginn und -ende, ggf. Dosisan-

passung von Valproinsäure

notwendig

Antihistaminika

Cimetidin

Ranitidin

Elimination von Cimetidin

und Ranitidin beschleunigt

Wirkungsverlust von Cimeti-

din und Ranitidin möglich

Fexofenadin

Orale Elimination von

Fexofenadin beschleunigt,

verringerte Plasmakonzentra-

tion von Fexofenadin, aber

terminale t

und renale

Clearance unverändert

Wirkungsverlust von Fexofen-

adin möglich

Antikoagulantien

Rivaroxaban

Plasmakonzentration von

Rivaroxaban ▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Dosiserhö-

hung von Rivaroxaban not-

wendig

Apixaban

Dabigatran

Plasmakonzentration von

Apixaban und Dabigatran

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen

Phenprocoumon, Warfarin und

andere Cumarine

Metabolismus wird durch

Rifampicin beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme

sollte vermieden werden,

Wirkungsverlust von Phen-

procoumon, Warfarin und

anderen Cumarinen mög-

lich,

engmaschige Kontrolle der

Quick- und INR- Werte, ins-

besondere bei Therapiebeginn-

und -ende;

ggf. Dosisanpassung von

Phenprocoumon, Warfarin

anderen Cumarinen nötig

Antimykotika

Caspofungin

Plasmakonzentration von

Caspofungin ▼

Wirkungsverlust von Caspo-

fungin, Dosiserhöhung von

Caspofungin notwendig

Fluconazol

AUC, C

und Plasmakon-

zentration von Fluconazol

durch Rifampicin herabge-

setzt

Alternatives Antimykotikum

sollte verwendet werden, Wir-

kungsverlust von Fluconazol

möglich, enge Überwachung,

ggf. Dosisanpassung von Flu-

conazol nötig

Itraconazol

Ketoconazol

AUC, c

und Plasma-

konzentration von Itraco-

nazol und Ketoconazol

herabgesetzt

Gleichzeitige Anwendung

wird nicht empfohlen

Voriconazol

und AUC von Vori-

conazol um 93 % bzw.

96 % herabgesetzt

Therapieversagen

kontraindiziert

(siehe 4.3)

Terbinafin

Clearance von Terbinafin

ist erhöht

Dosisanpassung nicht notwen-

Antiprotozoika

Atovaquon

Plasmakonzentration von

Atovaquon ist um 52 % ver-

ringert

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen

Chinin

Elimination von Chinin be-

schleunigt, t

von Chinin ▼

Überwachung der Chininspie-

gel und kardiale Kontrolle not-

wendig, insbesondere auch bei

Therapieende mit EREMFAT

600 mg, ggf. Dosiserhöhung

von Chinin notwendig

Chloroquin

Rifampicin kann Metabolis-

mus von Chloroquin be-

schleunigen

Wirkungsverlust von Chloro-

quin möglich, enge Überwa-

chung notwendig

Mefloquin

Plasmakonzentration von

Mefloquin ▼ um 19 %

Wirkungsverlust von Meflo-

quin möglich, ggf. Dosisanpas-

sung von Mefloquin notwen-

dig, enge Überwachung auch

nach Absetzen von EREMFAT

600 mg, Risiko der Mefloquin

Resistenzentwicklung ▲

Beta-Blocker

Atenolol

Bisoprolol

Carvedilol

Celiprolol

Metoprolol

Nadolol

Talinolol

Teratolol

Möglicherweise andere Beta-Blo-

cker, die hepatisch abgebaut werden

Plasmakonzentration von

Beta-Blockern kann durch

Rifampicin verringert sein

Kardiale Kontrolle angezeigt;

ggf. Dosisanpassung der Beta-

Blocker notwendig

Calciumantagonisten

Amlodipin

Diltiazem

Lercanidipin

Manidipin

Nifedipin

Nilvadipin

Nisoldipin

Verapamil

Plasmakonzentration der

Calciumantagonisten ▼

Wirkungsverlust der Calci-

umantagonisten möglich; so-

fern eine Dosisanpassung der

Calciumantagonisten erforder-

lich ist, ist auf eine erneute

Anpassung nach Absetzen von

EREMFAT 600 mg zu achten

Chemokinrezeptor-5-Antagonist

Maraviroc

um 66 % und AUC um

63 % von Maraviroc durch

Rifampicin herabgesetzt

Enge Überwachung nötig,

Wirkungsverlust von Maravi-

roc möglich, Dosisanpassung

von Maraviroc erforderlich

COX-2-Inhibitoren

Celecoxib

Etoricoxib

Rofecoxib

Metabolismus von Celecoxib,

Etoricoxib und Rofecoxib

wird durch Rifampicin be-

schleunigt

Überwachung, ggf. Dosisan-

passung von Celecoxib, Eto-

ricoxib und Rofecoxib nötig;

auf eine erneute Anpassung

nach Absetzen von

EREMFAT 600 mg ist zu

achten

Endothelinantagonisten

Bosentan

Aufnahme und Metabolismus

von Bosentan werden beein-

flusst; zu Beginn der Thera-

pie steigen die Bosentan-Tal-

spiegel nach erster Rifampi-

cin-Gabe verstärkt an, im

steady-state überwiegt der

Einfluss von Rifampicin auf

den Metabolismus von

Bosentan, wodurch die Plas-

makonzentration verringert

wird

Enge Überwachung, Leber-

funktionstests notwendig

Entzündungshemmer

Sulfasalazin

Verringerte Plasmakonzentra-

tion von Sulfapyridin, einem

Metaboliten von Sulfasalazin

Wirkungsverlust von Sulfasa-

lazin möglich, Überwachung

notwendig

Glucocorticoide

Budesonid

Plasmakonzentration von Bu-

desonid kann durch Rifampi-

cin verringert sein

Enge Überwachung, Wirkung

von Budesonid kann herabge-

setzt sein

Cortison

Dexamethason

Fludrocortison

Hydrocortison

Methylprednisolon

Prednison

Prednisolon

Plasmakonzentration von

Cortison, Dexamethson,

Fludrocortison, Hydrocor-

tison, Methylprednisolon,

Prednison und Prednisolon

kann durch Rifampicin

verringert sein

Enge Überwachung; ggf. Do-

sisanpassung der Glucocorti-

coide bei Therapiebeginn und -

ende erforderlich

Herzglykoside

Digitoxin

Digoxin

Plasmakonzentration von

Digitoxin und Digoxin

kann durch Rifampicin

verringert sein

Engmaschige kardiale Kon-

trolle und Serumspiegelbestim-

mung der Herzglykoside, ggf.

Dosisanpassungen von Digito-

xin und Digoxin notwendig

Hormonale Kontrazeptiva

Norethisteron

Mestranol

Ethinylestradiol

Elimination von Kontrazep-

tiva durch Rifampicin be-

schleunigt

Reduzierte Wirksamkeit; zu-

sätzliche nicht-hormonelle

empfängnisverhütende Maß-

nahmen empfohlen, Abwei-

chungen bei der Menstruation

möglich

Hormone

Levothyroxin

Plasmakonzentration von

Levothyroxin ▼, Thyreotro-

pinlevel ▲

Überwachung der Thyreotro-

pinspiegel wird empfohlen,

ggf. Dosisanpassung von

Levothyroxin bei Therapiebe-

ginn und -ende mit

EREMFAT 600 mg nötig

5-HT

3

-Antagonisten

Ondansetron

Plasmakonzentration von

Ondansetron ▼

Antiemetischer Effekt kann

herabgesetzt sein, ggf. Do-

sisanpassung von Ondansetron

nötig

Hypnotika

Zaleplon

Zolpidem

Zopiclon

Plasmalevel von Zaleplon,

Zolpidem und Zopiclon▼

Wirkungsverlust von Zaleplon,

Zolpidem und Zopiclon mög-

lich, Überwachung nötig

Immunmodulatoren

Bacillus Calmette-Guérin-Impfstoff

Wirkungsverlust des Impf-

stoffs (auch bei Anwendung

gegen Blasenkarzinom)

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen

Interferon beta-1a

Erhöhtes Hepatotoxizitätsri-

siko

Enge Überwachung, Leber-

funktionstests, wenn ALT

> 5 fach über normal, wird

eine Dosisreduktion von Inter-

feron beta-1a empfohlen, wel-

che nach Normalisierung der

ALT-Werte wieder gesteigert

werden kann

Immunsuppressiva

Azathioprin

Tacrolimus

Elimination von Azathioprin

und Tacrolimus durch Rifam-

picin beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Risiko einer

Transplantatabstoßung besteht

Ciclosporin

Everolimus

Temsirolimus

Eliminierung von Ciclospo-

rin, Everolimus und Temsi-

rolimus wird durch Rifampi-

cin beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Risiko einer

Transplantatabstoßung besteht,

wenn gleichzeitige Anwen-

dung notwendig, dann enge

Überwachung der Plasmalevel

und Dosisanpassung von Cic-

losporin, Everolimus und Tem-

sirolimus

Sirolimus

Mycophenolat

Elimination von Sirolimus

und Mycophenolat durch

Rifampicin beschleunigt,

▼und AUC ▼ von Si-

rolimus und Mycophenolat

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen; Risiko einer

Transplantatabstoßung besteht;

wenn gleichzeitige Anwen-

dung notwendig, dann enge

Überwachung der Plasmalevel

und Dosisanpassung von Si-

rolimus und Mycophenolat er-

forderlich

Leflunomid / Teriflunomid

Plasmakonzentration des akti-

ven Metaboliten von Lefluno-

mid ist um ca. 40 % durch

Rifampicin erhöht, durch die

lange t

von Leflunomid An-

reicherung möglich

Erhöhtes Risiko einer Hepato-

toxizität, periphere Neuropa-

thie, Immunsuppression und

Myelosuppression, Lebe-

renzyme und Bilirubin sollten

vor Beginn der Leflunomidthe-

rapie gemessen werden und

dann mind. monatlich für die

ersten 6 Monate der Therapie

und dann im Abstand von 6 - 8

Wochen, Patienten mit Leber-

funktionsstörungen oder er-

höhten Transaminasewerten

(ALT > 2-fach normal) sollten

Leflunomid nicht einnehmen,

Therapieabbruch bei ALT > 3-

fach normal, Eliminierung des

aktiven Leflunomid-Metaboli-

ten mit Cholestyramin oder

Aktivkohle, wöchentliche

Kontrollen, ggf. Waschung

wiederholen

Integrasehemmer

Raltegravir

AUC ▼, C

▼ von Ral-

tegravir

Wirkungsverlust von Raltegra-

vir, Dosiserhöhung von Ral-

tegravir ist erforderlich

Kontrastmittel

Röntgenkontrastmittel (z. B. für die

Gallenblasenuntersuchung)

Gallenausscheidung von

Röntgenkontrastmitteln kann

durch Rifampicin verzögert

sein

Test sollte vor der morgendli-

chen Einnahme von

EREMFAT 600 mg durchge-

führt werden

Lipidsenker

Fluvastatin

Metabolisierung von

Fluvastatin wird durch

Rifampicin beschleunigt,

von Fluvastatin (um

59 %) ▼

Wirkungsverlust von Fluvasta-

tin möglich, enge Überwa-

chung, ggf. Dosiserhöhung

von Fluvastatin erforderlich

Simvastatin

Plasmakonzentration und

Bioverfügbarkeit von Sim-

vastatin durch Rifampicin

verringert, C

90 %)▼, AUC (um

87 %)▼

Gleichzeitige Einnahme wird

nicht empfohlen, Wirkungsver-

lust von Simvastatin wahr-

scheinlich, bei Therapie: enge

Überwachung, Dosisanpassung

nötig

Pravastatin

Orale Bioverfügbarkeit

von Pravastatin kann

durch Rifampicin in eini-

gen Patienten verringert

sein

Wirkungsverlust von Pravasta-

tin möglich, enge Überwa-

chung, ggf. Dosiserhöhung von

Pravastatin erforderlich

Atorvastatin

Plasmakonzentration und

Bioverfügbarkeit von

Atorvastatin durch Rifam-

picin verringert, AUC (um

78 %) ▼

Wirkungsverlust von Atorvas-

tatin möglich, enge Überwa-

chung, Einnahme von

EREMFAT 600 mg und Ator-

vastatin zum gleichen Zeit-

punkt empfohlen um WW zu

verringern

Ezetimib

Wirkung von Ezetimib

kann durch Rifampicin

herabgesetzt sein

Wirkungsverlust von Ezetimib

möglich, enge Überwachung

Neuroleptika

Clozapin

Quetiapin

Plasmakonzentration von

Clozapin und Quetiapin durch

Rifampicin verringert

Wirkungsverlust von Clozapin

und Quetiapin möglich; enge

Überwachung des neurologi-

schen Status erforderlich, Ser-

umspiegelbestimmung von

Clozapin und Quetiapin emp-

fohlen, ggf. Dosisanpassung

von Clozapin und Quetiapin

notwendig

Haloperidol

Metabolismus von Haloperi-

dol wird durch Rifampicin

beschleunigt

Wirkungsverlust von Haloperi-

dol möglich; engmaschiges

Monitoring des neurologischen

Status erforderlich, ggf. Do-

sisanpassung von Haloperidol

Risperidon

Plasmakonzentration von Ris-

peridon ▼, AUC (um 72 %)

▼,

(um 50 %) ▼

Wirkungsverlust von Risperi-

don möglich, enge Überwa-

chung erforderlich

Nicht-nucleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI)

Etravirin

Nicht untersucht

Nur in Kombination mit kont-

raindizierten Proteaseinhibito-

ren zugelassen

kontraindiziert

(siehe 4.3)

Delavirdin

Nevirapin

Plasmakonzentration und

AUC von Delavirdin und Ne-

virapin herabgesetzt

Nicht kompensierbarer Wir-

kungsverlust der Reverse-

Transkriptasehemmer

kontraindiziert

(siehe 4.3)

Efavirenz

und AUC von Efavi-

renz ist durch Rifampicin

verringert, erhöhtes He-

patotoxizitätsrisiko

Ggf. Dosiserhöhung von

Efavirenz, enge Überwachung

der Efavirenzspiegel, Leber-

funktionstests vor und während

der Behandlung erforderlich

Nucleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NRTI)

Abacavir

Plasmakonzentration von

Abacavir möglicherweise

leicht durch Rifampicin

reduziert

Klinische Relevanz nicht be-

kannt

Zidovudin

(um 43 %) ▼ und

AUC (um 47 %)▼ von

Zidovudin

Enge Überwachung der

Zidovudinwirkung erforder-

lich, Wirkungsverlust möglich,

wenn Zidovudin in einem

funktionierenden antiretrovira-

len Therapieregime verwendet

wird, ist die Dosisanpassung

häufig nicht notwendig, Ent-

scheidung sollte von einem

HIV-Experten getroffen wer-

Opioidantagonisten

Naltrexon

Erhöhtes Hepatotoxizitätsrisiko Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden,

Leberfunktionstests erforder-

lich

Osteoporosemittel

Cinacalcet

Metabolisierung von Cinacal-

cet möglicherweise beschleu-

nigt

Wirkungsverlust von Cinacal-

cet möglich, ggf. Dosisanpas-

sung von Cinacalcet erforder-

lich

Phosphodiesterase-4-Hemmer

Roflumilast

und AUC von Roflumi-

last und Roflumilast N-Oxide

sind durch Rifampicin herab-

gesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

aufgrund der starken Interak-

tion mit Rifampicin vermieden

werden, enge Überwachung,

ggf. Dosisanpassung von Ro-

flumilast

Proteaseinhibitoren

Amprenavir

Atazanavir

Darunavir

Fosamprenavir

Indinavir

Lopinavir

Ritonavir

Saquinavir

Tipranavir

Bioverfügbarkeit (AUC)

der Proteaseinhibitoren ist

durch Rifampicin herabge-

setzt ▼

Nicht kompensierbarer Wir-

kungsverlust der Proteaseinhi-

bitoren

kontraindiziert

(siehe 4.3)

Selektive Östrogen-Rezeptor Modulatoren (SERM)

Tamoxifen

und AUC von

Tamoxifen sind durch

Rifampicin, um 55 % bzw.

86 % herabgesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge Über-

wachung, ggf. Dosisanpassung

von Tamoxifen

Toremifen

und AUC von

Toremifen sind durch

Rifampicin um 55 % bzw.

87 % herabgesetzt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge Über-

wachung, regelmäßige Mes-

sung der Elektrolyte, Blutbild,

Leberfunktionstest, ggf. Do-

sisanpassung von Toremifen

Thrombozytenaggregationshemmer

Clopidogrel

Rifampicin führt zu einer

verstärkten Aktivierung

und Wirkung von

Clopidogrel

Enge Überwachung nötig,

Blutgerinnungshemmender Ef-

fekt von Clopidogrel wird ver-

stärkt, erhöhte Blutungsnei-

gung

Tranquillanzien

Benzodiazepine (wie z. B. Dia-

zepam, Midazolam, Triazolam)

Metabolismus der Benzodia-

zepine kann durch Rifampi-

cin beschleunigt sein

Enge Überwachung, ggf. Do-

sisanpassung der Benzodiaze-

pine notwendig

Buspiron

Plasmakonzentration und t

von Buspiron▼

Anxiolytischer Effekt von

Buspiron kann herabgesetzt

sein, enge Überwachung, ggf.

Dosisanpassung von Buspiron

Urikosurika

Probenecid-Rifampicin

Plasmakonzentration von

Rifampicin kann durch

Probenecid in einigen Pa-

tienten erhöht sein, erhöh-

tes Hepatotoxizitätsrisiko

Überwachung der Leberfunk-

tionswerte

Vitamine

Vitamin D

Plasmakonzentration von Vi-

tamin D wird durch Rifampi-

cin reduziert

Symptomatische Erkrankung

der Knochen erst bei längerer

Rifampicingabe (> 1 Jahr) zu

erwarten; im Falle einer Supp-

lementierung mit Vitamin D

sind Kontrollen der Serum-

Calciumspiegel, der Serum-

Phosphatspiegel sowie der

Nierenfunktion erforderlich,

ggf. Dosisanpassung von Vita-

min D erforderlich

Zytostatika

Bendamustin

Plasmalevel von Bendamus-

tin werden durch Rifampicin

verringert, während die Plas-

malevel der aktiven Metabo-

lite von Bendamustin durch

Rifampicin erhöht werden

Enge Überwachung notwen-

dig, erhöhte Konzentration der

Bendamustin Metabolite

könnte zu einer veränderten

Wirkung von Bendamustin

führen und Risiko von Neben-

wirkungen erhöhen

Bexaroten

Plasmakonzentration von

Bexaroten kann möglich-

erweise durch Rifampicin

verringert sein

Überwachung notwendig

Clofarabin

Erhöhtes Hepatotoxizitäts-

risiko

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, enge Über-

wachung der Leberfunktion

erforderlich

Gefitinib

Metabolisierung von Gefiti-

nib wird durch Rifampicin

beschleunigt

Enge Überwachung, ggf. Do-

sisanpassung von Gefitinib er-

forderlich

Imatinib

AUC und C

von Imati-

nib durch Rifampicin um

74 % bzw. 54 % verringert

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, Wirkungs-

verlust von Imatinib wahr-

scheinlich

Irinotecan

Elimination von Irinotecan

durch Rifampicin beschleu-

nigt, AUC von Irinotecan (ak-

tive Metabolite) ▼

Wirkungsverlust von Irinote-

can möglich, ggf. Dosisanpas-

sung von Irinotecan erforder-

lich

Methotrexat

Erhöhtes Hepatotoxizitäts-

risiko

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, Leberfunk-

tionstests erforderlich

Pazopanib

Metabolisierung von

Pazopanib wird durch

Rifampicin beschleunigt

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, Wirkungs-

verlust von Pazopanib möglich

Thioguanin

Erhöhtes Hepatotoxizitäts-

risiko

Gleichzeitige Einnahme sollte

vermieden werden, Leberfunk-

tionstests notwendig

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter / Kontrazeption:

Während der Therapie mit Rifampicin muss das Eintreten einer Schwangerschaft vermieden und daher eine

sichere Kontrazeption bestehen/durchgeführt werden (siehe Abschnitt 4.4 und 4.5).

Schwangerschaft:

Rifampicin passiert die Plazenta, wobei die Konzentration im Fetus ca. 12 - 33 % der maternalen Blutkon-

zentration beträgt. Aufgrund einer verzögerten Elimination können in der Amnionflüssigkeit höhere Kon-

zentrationen als im maternalen Blut bestehen.

Die Angaben in der Literatur über die Teratogenität beim Menschen sind widersprüchlich. Die Beurteilung

des teratogenen Risikos wird zusätzlich dadurch erschwert, dass Rifampicin meist in Kombination mit an-

deren Tuberkulostatika eingesetzt wird. Bisher sind 14 Fehlbildungsfälle bei 117 in den ersten 4 Schwan-

gerschaftsmonaten exponierten Mutter-Kind-Paaren dokumentiert. Bei Neugeborenen wurden vermehrt

Hypoprothrombinämien oder Blutungstendenzen beobachtet. Im Tierversuch wurde eine Reproduktionsto-

xizität festgestellt (siehe Abschnitt 5.3).

Bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft darf Rifampicin während des ersten Trimenons nur bei un-

bedingter Notwendigkeit verordnet werden, da eine Erhöhung des Fehlbildungsrisikos nicht auszuschließen

ist. Im zweiten und dritten Trimenon darf Rifampicin nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung ange-

wendet werden.

Bei Anwendung in den letzten Wochen der Schwangerschaft kann Rifampicin zu einer erhöhten Blutungs-

neigung bei Mutter und Neugeborenem führen (siehe Abschnitt 4.4).

Die Behandlung einer aktiven Tuberkulose in der Schwangerschaft mit Rifampicin ist aber grundsätz-

lich möglich. Die Patientin muss jedoch darüber aufgeklärt werden, dass eine Erhöhung des Missbil-

dungsrisikos nach Rifampicin-Einnahme während der Frühschwangerschaft nicht mit letzter Sicherheit

ausgeschlossen werden kann.

Bei einer unter Rifampicin-Therapie eingetretenen Schwangerschaft liegt keine Notwendigkeit für einen

Schwangerschaftsabbruch vor.

Stillzeit:

Rifampicin wird in die Muttermilch ausgeschieden, allerdings wird angenommen, dass die durch den

Säugling aufgenommenen Konzentrationen zu gering sind, um beim Säugling unerwünschte Wirkungen

zu erzeugen.

Die Anwendung von EREMFAT 600 mg in der Stillzeit sollte dennoch nur nach strenger Abwägung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses erfolgen.

Fertilität:

Die Fertilität war bei Ratten nach Behandlung mit Rifampicin nicht beeinträchtigt.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch durch möglicherweise auftretende Ne-

benwirkungen (siehe Abschnitt 4.8) das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur ak-

tiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt

beeinträchtigt wird. Dies gilt im verstärkten Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Als häufigste Nebenwirkung einer Rifampicin-Therapie ist eine Veränderung der Leberwerte (v.a. An-

stieg der Transaminasenaktivität) beschrieben, die in der Regel klinisch nicht relevant ist und sich unter

fortgeführter Therapie zurückbildet. Sehr selten kann es aber auch zum Auftreten einer symptomatischen

Hepatitis kommen, die in schweren Fällen einen tödlichen Verlauf haben kann.

Weitere häufige Nebenwirkungen einer Rifampicin-Therapie sind Überempfindlichkeitsreaktionen sowie

gastrointestinale Beschwerden.

Sehr häufig

(

1/10)

Häufig

(

1/100 bis

< 1/10)

Gelegentlich

(

1/1.000 bis

< 1/100)

Selten

(

1/10.000 bis

< 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Da-

ten nicht ab-

schätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Eosinophilie,

Leukopenie,

Granulozyto-pe-

nie, Throm-

bozytopenie,

thrombozyto-

penische Pur-

pura, Hypo-pro-

thrombinä-mie,

Sehr häufig

(

1/10)

Häufig

(

1/100 bis

< 1/10)

Gelegentlich

(

1/1.000 bis

< 1/100)

Selten

(

1/10.000 bis

< 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Da-

ten nicht ab-

schätzbar)

hämolytische

Anämie, disse-

minierte in-

travasale Koa-

gulopathie

Erkrankungen des Immunsystems

Leichte Über-

empfindlich-

keitsreaktionen

(Fieber, Eryth-

ema exsudati-

vum multi-

forme, Pruritus,

Urtikaria)

Schwere Über-

empfindlich-

keitsreaktionen

wie Atemnot,

asthmaartige

Anfälle, Lun-

genödem, an-

dere Ödeme, bis

hin zum ana-

phylaktischen

Schock (siehe

4.4)

Lupus-ähnli-

ches Synd-

Flu-Syndrom

schwere aller-

gische Hautre-

aktionen wie

toxische epi-

dermale Nek-

rolyse (Lyell-

Syndrom) und

exfoliative

Dermatitis

Arzneimittelexan-

them mit Eosino-

philie und syste-

mischen Sympto-

men (DRESS)

Endokrine Erkrankungen

Menstrua-tions-

störungen

Addison-Krise

bei Addison-Pa-

tienten

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Porphyrie (siehe

4.4)

Psychiatrische Erkrankungen

Verwirrtheit,

Psychosen

Erkrankungen des Nervensystems

Ataxie, Kon-

zentrationsun-

fähig-keit,

Kopfschmer-

zen, Müdig-

keit, Schwin-

del, Parästhe-

sien

Augenerkrankungen

Sehstörungen,

Visusverlust,

Optikusneuritis

Bräunlich-rote

Verfärbung der

Tränenflüssigkeit

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Sehr häufig

(

1/10)

Häufig

(

1/100 bis

< 1/10)

Gelegentlich

(

1/1.000 bis

< 1/100)

Selten

(

1/10.000 bis

< 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Da-

ten nicht ab-

schätzbar)

Appetitlosig-

keit, Magen-

schmerzen,

Übelkeit, Erbre-

chen, Meteoris-

mus, Diarrhö

Akute Pankrea-

titis (siehe auch

4.4)

Antibiotika-

assoziierte

Kolitis (pseu-

domem-

branöse

Entero-koli-

tis),

Clostri-

dium difficile

assoziierte Di-

arrhö (siehe

4.4)

Leber- und Gallenerkrankungen

Erhöhung von

Enzymaktivitä-

ten wie SGOT

(AST), SGPT

(ALT), alkali-

scher Phospha-

tase, Gamma-

Glutamyltrans-

peptidase

Ikterus, He-

patomegalie

Erhöhung von

Bilirubin im Se-

Akute Hepati-

tis (in schwe-

ren Fällen töd-

licher Verlauf

möglich)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Myopathien

Muskel-

schwäche

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nierenfunk-ti-

onsstörungen

Akutes Nie-

renversagen

Interstitielle Ne-

phritis, Tubulus-

nekrosen

Schwangerschaft, Wochenbett und perinatale Erkrankungen

Postnatale Blu-

tungen bei der

Mutter und dem

Neugeborenen

Gefäßerkrankungen

Leukozytoklasti-

sche Vaskulitis

mit Fieber, Schwächegefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen und dem Auftreten antinukleärer Antikör-

per.

in Zusammenhang mit intermittierender bzw. nach nicht regelmäßiger Rifampicin-Einnahme, ähnliche

Symptomatik wie lupusähnliches Syndrom (siehe auch 4.4).

in Zusammenhang mit einer antituberkulösen Kombinationstherapie von Rifampicin und anderen Mit-

teln beobachtet, Reaktionen konnten nicht sicher einem Wirkstoff zugeordnet werden.

infolge der Beeinflussung des Stoffwechsels der Steroidhormone durch Rifampicin.

durch Eigenfarbe des Rifampicins bedingt und unbedenklich (siehe auch 4.4).

meist vorübergehender Natur.

bei Anwendung während der letzten Schwangerschaftswochen (siehe auch 4.4 und 4.6).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie er-

möglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehö-

rige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Folgende Symptome sind nach akuter Überdosierung beschrieben worden:

Übelkeit, Erbrechen (Verfärbung des Mageninhalts), Juckreiz, Schmerzen im gesamten Abdomen,

Cholestase

Haut, Skleren sowie Schleimhäute können eine gelb-orange Verfärbung aufweisen

andere Ausscheidungen sind möglicherweise verfärbt (Urin, Stuhl)

bei extremer Überdosierung kann es zu Unruhe, Dyspnoe, Tachykardie, generalisierten Krämpfen

und Atem- sowie Herzstillstand kommen.

Therapie von Intoxikationen

Nach oraler Aufnahme vermutlich toxischer Dosen von EREMFAT 600 mg ist sofort in geeigneter Weise

für eine Eliminierung des Arzneimittels zu sorgen Die weitere Behandlung erfolgt symptomatisch. Kon-

trollen der Leberfunktion und des Blutbildes sind notwendig (siehe Abschnitt 4.4).

Durch Hämo- und Peritonealdialyse ist keine bedeutsame Minderung der Rifampicin-Serumkonzentration

zu erzielen.

Sofern erforderlich, sind allgemeine supportive Maßnahmen zur Erhaltung der vitalen Funktion einzuleiten.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Rifampicin ist ein halbsynthetisches Antibiotikum aus der Gruppe der

Ansamycine mit hauptsächlicher Wirkung gegen Mykobakterien.

ATC-Code: J04AB02

Wirkmechanismus

Der Wirkmechanismus beruht auf der Bindung an die bakterielle RNA-Polymerase und somit auf der Hem-

mung der bakteriellen Proteinsynthese.

Es werden sowohl intra- als auch extrazellulär gelegene Keime erfasst. Das Wirkoptimum liegt im neutralen

oder alkalischen Milieu (meist extrazellulär), im sauren Bereich (intrazellulär oder in käsigem Gewebe) ist

die Wirksamkeit geringer.

Der Wirktyp von Rifampicin ist bakterizid bei proliferierenden Keimen mit deutlich weniger Aktivität bei

ruhenden Keimen.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik gegenüber Mycobacterium tubercu-

losis

Rifampicin zeigt gegenüber

Mycobacterium tuberculosis

einen konzentrationsabhängigen bakteriziden Ef-

fekt. Das Ausmaß der Bakterizidie hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus AUC (Area under the

curve; Fläche unter der Konzentrations-Zeit-Kurve) und der minimalen Hemmkonzentration (MHK) ab.

Resistenzmechanismus

M. tuberculosis

ist die Rifampicin-Resistenz assoziiert mit Mutationen im

rpoB

-Gen. Dieses Gen ko-

diert für die β-Untereinheit der DNA-abhängigen bakteriellen RNA-Polymerase. Die Mutation dieses Gens

führt zur Einschritt-Hochresistenz von

M. tuberculosis

gegen Rifampicin.

Es besteht eine Parallelresistenz mit Rifabutin und Rifapentin sowie weiteren chemisch verwandten Sub-

stanzen.

Die Ausbildung einer Resistenz von nichttuberkulösen Mykobakterien ist ebenfalls mit Mutationen im

rpoB-

Gen assoziiert (z. B.

Mycobacterium kansasii

), jedoch existieren zusätzliche Hinweise, dass auch

weitere Mechanismen an der Entstehung einer Rifampicin-Resistenz beteiligt sind.

Auch bei Meningokokken ist das Auftreten einer Resistenz gegen Rifampicin auf Mutationen im

rpoB

-Gen

zurückzuführen, wobei Rifampicin-resistente Isolate bisher selten auftraten.

Empfindlichkeitsprüfung

Nach DIN entsprechen für Tuberkulosebakterien 32,0 mg/l Rifampicin der niedrigsten Konzentration (o-

der: kritischen Konzentration) im Kulturmedium (Löwenstein-Jensen-Nährboden), bei der das Wachstum

Resistenz gegen Rifampicin anzeigt. Diese kritische Konzentration liegt über der MHK und entspricht der

klinischen Resistenz.

Für

Neisseria meningitidis

liegt laut EUCAST die kritische Konzentration, bei der

Neisseria meningitidis

noch sensitiv gegenüber Rifampicin ist, bei ≤ 0,25 mg/l. Bei MHKs von > 0,25 mg/l gilt

Neisseria menin-

gitidis

als resistent gegenüber Rifampicin (nur für die Meningitisprophylaxe).

Nichttuberkulöse Mykobakterien, die einen MHK-Wert größer als 2,0 mg/l aufweisen (Flüssigkultur), wer-

den als resistent gegenüber Rifampicin eingestuft (Nationales Referenzzentrum).

Prävalenz der erworbenen Resistenz

Tuberkulose

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz für die Erreger der Tuberkuloseerkrankung mit

Mycobacterium

tuberculosis

als dem am häufigsten angetroffenen und gemeldeten Erreger aus dem Mycobacterium tuber-

culosis-Komplex (u.a.

Mycobacterium bovis, Mycobacterium africani

Mycobacterium microti

) gegenüber

Rifampicin variiert örtlich und im Verlauf der Zeit. Basierend auf den Meldedaten nach dem Infektions-

schutzgesetz gibt das Robert-Koch-Institut für Deutschland Resistenzraten von 2,1% (2010), 2,2% (2011),

2,4% (2012) und 3,9% (2013) an. Dies bedeutet, dass die Erreger der Tuberkuloseerkrankung üblicherweise

empfindlich gegenüber Rifampicin sind. In jedem Fall sollte bei der Wahl des Therapieregimes eine Bera-

tung durch Experten angestrebt werden.

Nichttuberkulöse Mykobakterien

Aufgrund der geringen Anzahl von Fällen sind keine Daten zur Überwachung der Resistenzsituation nicht-

tuberkulöser Mykobakterien verfügbar.

Basierend auf Empfehlungen der American Thoracic Society (ATS) zur Diagnose, Behandlung und Prä-

vention nichttuberkulöser, mykobakterieller Erkrankungen sowie basierend auf Fallstudien wird Rifampi-

cin in der Kombinationstherapie von Infektionen durch folgende nichttuberkulöse Mykobakterien einge-

setzt:

Mycobacterium avium Komplex

Mycobacterium haemophilum

Mycobacterium kansasii

Mycobacterium malmoense

Mycobacterium marinum

Mycobacterium szulagi

Mycobacterium ulcerans

Mycobacterium xenopi

Mycobacterium genavense

Eine natürliche Resistenz gegen Rifampicin weisen die folgenden nichttuberkulösen Mykobakterien auf:

Mycobacterium abscessus

Mycobacterium chelonae

Mycobacterium fortuitum

Mycobacterium gordonae

Mycobacterium lentiflavum

Mycobacterium mucogenicum

Mycobacterium simiae

Mycobacterium smegmatis

Mycobacterium terrae (Komplex)

Mycobakterium leprae

Für

Mycobacterium leprae

sind aufgrund der geringen Fallzahl keine Angaben zur nationalen Resistenzsi-

tuation verfügbar.

Die statistischen Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) belegen jedoch, dass es sich bei

M. leprae

um eine gegen Rifampicin üblicherweise empfindliche Spezies handelt.

Neisseria meningitidis

Antibiotikaresistenzen (nach Kriterien des CLSI) gegen Rifampicin traten nach Daten des NRZ für Menin-

gokokken (2007) bei

Neisseria meningitidis

nicht auf.

Neisseria meningitidis

ist gegenüber Rifampicin üblicherweise empfindlich. (RKI, Nationales Referenz-

zentrum).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Das halbsynthetische Antibiotikum Rifampicin gehört zur Gruppe der Ansamycine. Es ist gegenüber der

Ausgangsverbindung Rifamycin SV durch eine Substitution in der 3-Position des Naphthalin-Grundgerüsts

charakterisiert. Hierdurch entsteht aus der nur parenteral anwendbaren Muttersubstanz eine oral verfügbare

Verbindung mit verlängerter Halbwertszeit.

Resorption

Rifampicin wird aus dem Gastrointestinaltrakt nahezu vollständig resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit

von oral verabreichtem Rifampicin sinkt von 93 % nach der ersten Einzelgabe auf 68 % nach dreiwöchiger

Therapie. Diese Reduktion lässt auf die Induktion eines „First-Pass-Effektes“ schließen.

Zwei Stunden nach oraler Gabe von 450 mg Rifampicin sind maximale Konzentrationen im Serum von

5 - 13 mg/l zu finden. Die Werte können individuell stark schwanken und können außerdem durch Wech-

selwirkungspartner beeinflusst werden (siehe Abschnitt 4.5).

Die gleichzeitige Einnahme einer fettreichen Mahlzeit kann zu einer Reduktion der C

um 25 - 30 %, der

AUC um 6 - 23 % und einer Verdopplung der t

führen.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung beträgt ca. 70 - 90 %. Der Wirkstoff weist eine gute Zell- und Gewebepenetra-

tion auf, die sich in dem hohen Verteilungsvolumen von über 1 l/kg widerspiegelt. In der Leber sind bis

über 20-fach höhere Konzentrationen, in den Nieren bis 5-fach höhere Konzentrationen als im Serum zu

finden. Aufgrund seiner guten Lipidlöslichkeit ist Rifampicin beim pH-Wert des Blutes nur zu etwa 25 %

negativ ionisiert, womit die schnelle Verteilung aus dem Blutplasma in andere Körperflüssigkeiten und

Gewebe teilweise begründet ist.

Im Muskelgewebe können 50 - 70 % und im Knochen 10 - 20 % der Serumkonzentration erreicht werden.

Im käsig veränderten Kaverneninhalt bleiben die Konzentrationen unterhalb der Serumwerte. Geringere

Konzentrationen als im Serum finden sich im Liquor cerebrospinalis (10 - 85 %), in der Pleura-Flüssigkeit

(5 - 40 %), im Sputum (bis zu 20 %) und im Speichel (bis 15 %). In Schweiß und Tränen ist Rifampicin

nur in Spuren nachweisbar.

Rifampicin passiert die Placentaschranke und die im Fetalblut erzielten Konzentrationen entsprechen etwa

1/3 der mütterlichen Blutkonzentration. In der Amnionflüssigkeit tritt ebenfalls eine Anreicherung des

Rifampicin auf (siehe Abschnitt 4.6). Die Passage der Blut-Milch-Schranke führt zu Konzentrationen, die

bei etwa 10 - 25 % der Blutkonzentration liegen.

Biotransformation

Rifampicin wird beim Menschen in der Leber in 25-Desacetyl-Rifampicin als Hauptmetabolit umgewan-

delt. Als Ergebnis einer Induktion der mikrosomalen P450-Enzyme nimmt die Metabolisierungsrate im

Laufe der wiederholten Verabreichung von Rifampicin zu, was zu einer Verschiebung der renalen Exkre-

tion zu Gunsten der biliären Ausscheidung führt. Gleichzeitig verkürzt sich durch diesen Prozess die Se-

rumhalbwertszeit. Die mikrobiologische Aktivität des Hauptmetaboliten ist nicht ausreichend untersucht.

Elimination

Die initiale Halbwertszeit von Rifampicin kann zwischen 3 - 6 - 16 Stunden betragen. Sie wird durch den

enterohepatischen Kreislauf der Substanz beeinflusst. Durch die oben beschriebene Enzyminduktion nimmt

die Halbwertszeit im Verlauf der ersten Behandlungswochen ab. Rifampicin und sein Hauptmetabolit 25-

Desacetyl-Rifampicin werden hauptsächlich auf hepato-biliärem Weg ausgeschieden (etwa 70 - 80 % der

totalen Clearance). Etwa 10 - 15 % der applizierten Dosis werden mit dem Harn ausgeschieden, wobei die

Anteile an Rifampicin und 25-Desacetyl-Rifampicin gleich hoch sind. Die renale Clearance erreicht etwa

1/8 der glomerulären Filtrationsrate.

Linearität/Nicht Linearität

Rifampicin weist eine nicht-lineare Pharmakokinetik auf.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Elimination bei eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion sind die Plasmakonzentrationen erhöht und die Elimina-

tionshalbwertszeit verlängert (siehe Abschnitt 4.2).

Elimination bei eingeschränkter Nierenfunktion

Die Elimination von Rifampicin wird durch Funktionsstörungen der Niere nicht beeinträchtigt (siehe Ab-

schnitt 4.2).

Dialysierbarkeit

Durch Hämo- und Peritonealdialyse wird keine bedeutsame Minderung der Rifampicin-Serumkonzentrati-

onen erzielt.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Aus den Untersuchungen zur chronischen Toxizität liegen keine Erkenntnisse vor, die zu dem Verdacht

führen, dass beim Menschen bisher unbekannte Nebenwirkungen auftreten könnten.

Mutagenität und Kanzerogenität

Rifampicin war negativ in bakteriellen Tests zur Genotoxizität.

In-vitro

-Tests an Human- und anderen Säu-

gerzellen ergaben jedoch widersprüchliche Ergebnisse, ebenso bisher durchgeführte

in-vivo-

Tests. Das mu-

tagene Potential von Rifampicin kann auf der Grundlage von bisher durchgeführten Studien nicht abschlie-

ßend beurteilt werden.

Lebenszeitstudien an Ratten und Mäusen ergaben keine relevanten Hinweise hinsichtlich eines karzinoge-

nen Potentials von Rifampicin.

Reproduktionstoxizität

In diesbezüglichen Studien traten bei Ratten ab 100 mg/kg/Tag fetotoxische Effekte und bei Ratten und

Mäusen ab 150 mg/kg/Tag Missbildungen auf (ZNS, Spina bifida, Anencephalie, Gaumenspalten).

Die Fertilität und die peri- und postnatale Entwicklung waren bei Ratten nicht beeinträchtigt.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich], Hochdis-

perses Siliciumdioxid, Sorbitol (Ph. Eur.) (E 420), Hypromellose, Macrogol (6000), Propylenglycol (E

1520), Eisen(III)-oxid (E 172), Titandioxid (E 171)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Blisterpackungen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Nicht über 25 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

EREMFAT 600 mg Filmtabletten sind als PVC/Aluminium Blisterpackungen in folgenden Packungsgrö-

ßen erhältlich:

OP mit 10 Filmtabletten

OP mit 30 Filmtabletten

OP mit 100 Filmtabletten

AP mit 600 Filmtabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu be-

seitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

RIEMSER Pharma GmbH

An der Wiek 7

17493 Greifswald – Insel Riems

phone +49 30 338427-0

fax +49 38351 308

e-mail info@RIEMSER.com

8. ZULASSUNGSNUMMER

3260.01.01

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

25.05.1983 / 09.11.2009

10. STAND DER INFORMATION

03.2019

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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