Eprotan-Mepha 600 Lactab

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
eprosartanum
Verfügbar ab:
Mepha Pharma AG
ATC-Code:
C09CA02
INN (Internationale Bezeichnung):
eprosartanum
Darreichungsform:
Lactab
Zusammensetzung:
eprosartanum 600 mg bis eprosartani mesilas, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Hypertonie
Zulassungsnummer:
58076
Berechtigungsdatum:
2007-03-19

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Eprotan-Mepha 600 Lactab®

Mepha Pharma AG

Was ist Eprotan-Mepha und wann wird es angewendet?

Eprotan-Mepha ist ein Arzneimittel zur Behandlung des hohen Blutdruckes. Es blockiert Rezeptoren

(Bindungsstellen) von körpereigenen Transmittern (Überträgersubstanzen), die für den erhöhten

Blutdruck verantwortlich sind. Dies führt zu einer Senkung des erhöhten Blutdrucks.

Eprotan-Mepha wird, ausschliesslich auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin, zur Behandlung

von hohem Blutdruck angewendet.

Was sollte dazu beachtet werden?

Die blutdrucksenkende Wirkung von Eprotan-Mepha kann bei gleichzeitiger Einnahme von anderen

blutdrucksenkenden Mitteln verstärkt werden. Diese Wirkungsverstärkung ist im Allgemeinen

erwünscht.

Wann darf Eprotan-Mepha nicht angewendet werden?

Sie dürfen Eprotan-Mepha nicht einnehmen:

·wenn Sie früher überempfindlich auf Eprotan-Mepha reagiert haben oder bei Überempfindlichkeit

auf den Wirkstoff (Eprosartan) oder einen der Hilfsstoffe des Arzneimittels.

·während der letzten 6 Monate einer Schwangerschaft (es wird empfohlen, Eprotan-Mepha auch in

der frühen Phase der Schwangerschaft nicht anzuwenden, siehe Abschnitt «Schwangerschaft und

Stillzeit»).

·bei schweren Nierenerkrankungen.

·wenn Sie an Diabetes (Typ 1 oder Typ 2) oder eingeschränkter Nierenfunktion leiden und

gleichzeitig Aliskiren, einen blutdrucksenkenden Wirkstoff einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Eprotan-Mepha Vorsicht geboten?

Über die Anwendung von Eprotan-Mepha bei Patienten mit schweren Leber- oder Nierenschäden

oder bei Patienten mit kürzlich erfolgter Nierentransplantation liegen zurzeit erst wenige

Erfahrungen vor.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Eprotan-Mepha kann bei Personen mit schwarzer Hautfarbe

geringer sein als bei Menschen mit nicht-schwarzer Hautfarbe.

Patienten mit primärem Hyperaldosteronismus (Symptome: u.a. vermehrtes Wasserlassen, erhöhtes

Durstgefühl, Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen, Bluthochdruck) oder mit der seltenen

vererbten Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten

Eprotan-Mepha nicht einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an Herzkrankheiten leiden (v.a. bei koronarer Herzkrankheit oder schwerer Herzinsuffizienz),

·an anderen Krankheiten leiden (v.a. Leber- oder Nierenkrankheiten,) oder

·Allergien haben.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimittel

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker, bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie andere

Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Dies gilt vor allem für die gleichzeitige Einnahme von Eprotan-Mepha und

·Lithiumpräparate zur Behandlung bestimmter psychischer Erkrankungen,

·ACE-Inhibitoren (wie z.B. Enalapril, Lisinopril oder Ramipril),

·aliskirenhaltige Arzneimittel wie Rasilamlo oder Rasilez,

·kaliumsparende Diuretika, Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel oder andere

Arzneimittel, die den Kaliumspiegel erhöhen oder

·Arzneimittel gegen Schmerzen und Entzündungen (nichtsteroidale Antirheumatika, z.B.

Acetylsalicylsäure, Ibuprofen).

Darf Eprotan-Mepha während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein (oder schwanger

werden könnten). In der Regel wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen empfehlen, Eprotan-Mepha vor

einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und er wird

Ihnen ein anderes Arzneimittel empfehlen. Die Anwendung von Eprotan-Mepha in der frühen

Schwangerschaft wird nicht empfohlen und Eprotan-Mepha darf nicht mehr nach dem dritten

Schwangerschaftsmonat eingenommen werden, da die Einnahme von Eprotan-Mepha in diesem

Stadium zu schweren Schädigungen Ihres ungeborenen Kindes führen kann.

Stillzeit

Teilen sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen.

Sie dürfen Ihr Kind nicht stillen, wenn Sie Eprotan-Mepha einnehmen. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

wird eine andere Behandlung auswählen, wenn Sie stillen wollen, vor allem, solange Ihr Kind im

Neugeborenenalter ist oder wenn es eine Frühgeburt war.

Wie verwenden Sie Eprotan-Mepha?

Eprotan-Mepha wird mit Wasser geschluckt. Die Einnahme kann unabhängig vom Essen erfolgen.

Die Dosis und die Therapiedauer werden vom Arzt bzw. von der Ärztin festgelegt. Bei einer

Dosisänderung durch Ihren Arzt oder Ihre Ärztin können Ihre Tabletten ein anderes Aussehen

(Form/Farbe) haben. Halten Sie sich genau an das vom Arzt oder von der Ärztin verordnete

Dosierungsschema.

Im Allgemeinen gelten folgende Dosierungsrichtlinien:

Erwachsene

Die Anfangsdosis und Erhaltungsdosis beträgt 1×/täglich 600 mg.

Nehmen Sie Eprotan-Mepha möglichst immer zur gleichen Tageszeit ein.

Wenn Sie vergessen haben, zur gewohnten Zeit die Lactab einzunehmen, holen Sie dies sobald wie

möglich nach. Nehmen Sie die nächste Dosis zur gewohnten Zeit ein. Nehmen Sie jedoch nicht zwei

Dosen innerhalb von 6 Stunden ein.

Benachrichtigen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie mehr Lactab eingenommen haben, als er

Ihnen verschrieben hat.

Kinder und Jugendliche

Zur Anwendung von Eprotan-Mepha bei Kindern und Jugendlichen liegen keine klinischen Daten

vor. Eprotan-Mepha sollte daher bei Kindern und Jugendlichen nicht angewendet werden.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Eprotan-Mepha haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Eprotan-Mepha auftreten:

Diese unerwünschten Ereignisse sind gewöhnlich leichter und vorübergehender Natur und traten in

klinischen Studien in ähnlicher Häufigkeit wie unter einem wirkstofffreien Vergleichspräparat

(einem sogenannten Placebo) auf.

Häufig: virale Infekte, Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Depressionen, Brustschmerzen

und Herzklopfen, Schnupfen, Rachenentzündung, Atembeschwerden, Infektionen der oberen

Atemwege, Husten und Bronchitis, Übelkeit, Erbrechen, unspezifische Magen-Darm-Beschwerden

und Durchfall, Wassereinlagerungen (sog. Ödeme), Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen und

Muskelschmerzen, Harnwegsinfekte, Kraftlosigkeit, Verletzungen und Schmerzen.

Selten: Herzrhythmusstörungen.

Im Weiteren wurden beobachtet: erniedrigter Blutdruck einschliesslich Schwindelgefühl beim

schnellen Wechsel vom Liegen zum Stehen, Hautreaktionen in Form von Rötung, Juckreiz und

Ausschlag, Gesichtsschwellung und/oder Angioödem (Gewebeschwellung von z.B. Gesicht, Lippen,

Rachen und/oder Zunge), Erkrankung der Nieren (verminderte Nierenfunktion).

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Aufbewahrung bei Raumtemperatur (15°-25 °C).

Arzneimittel ausser Reichweite von Kindern aufbewahren!

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Eprotan-Mepha enthalten?

Wirkstoff: Eprosartan als Eprosartan-Mesylat: 600 mg Eprosartan (ovale, weisse Tabletten).

Hilfsstoffe: zur Tablettierung.

Zulassungsnummer

58076 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Eprotan-Mepha? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung:

Packungen: Eprotan-Mepha 600 mg: 28 und 98 Lactab (Kalenderpackung).

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Diese Packungsbeilage wurde im März 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Interne Versionsnummer: 4.2

Fachinformation

Eprotan-Mepha 600 Lactab®

Mepha Pharma AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Eprosartan ut Eprosartani mesilas.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lactab (weiss) mit 600 mg Eprosartan.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von essentieller Hypertonie.

Dosierung/Anwendung

Die empfohlene Anfangs-Tagesdosis und Erhaltungsdosis beträgt 600 mg, eingenommen als

Einmaldosis.

Wenn eine verstärkte Blutdrucksenkung erwünscht ist, kann die Kombination von Eprotan-Mepha

mit einem weiteren Antihypertensivum (zum Beispiel Thiazid-Diuretikum oder einem

langwirkenden Calcium-Antagonisten) einer Monotherapie hinsichtlich Blutdrucksenkung überlegen

sein (siehe Rubriken «Kontraindikationen», «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»,

«Interaktionen» und «Eigenschaften/Wirkungen»).

Eprotan-Mepha kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit leichten bis mittelschweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatininclearance ≥ 30

ml/min) ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Da für Patienten mit einer Kreatininclearance < 30 ml/min nur begrenzte Erfahrungen vorliegen, ist

bei der Anwendung von Eprotan-Mepha Vorsicht geboten (siehe auch unter «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»). Das gleiche gilt für Dialysepatienten.

Patienten mit Leberinsuffizienz

Für Patienten mit einer Leberinsuffizienz liegen nur begrenzte Erfahrungen vor (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist keine Dosisanpassung notwendig.

Kinder und Jugendliche

Da die Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern und Jugendlichen nicht nachgewiesen wurden, wird

die Behandlung von Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe.

Zweites und drittes Schwangerschaftstrimester (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»

und «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Hämodynamisch relevante bilaterale renovaskuläre Erkrankungen oder schwere arterielle Stenose

einer einzeln funktionierenden Niere.

Gleichzeitige Anwendung von Eprotan-Mepha mit Aliskiren-haltigen Arzneimitteln bei Patienten

mit Diabetes mellitus (Typ 1 und Typ 2) oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60

ml/min/1,73 m2) (siehe Rubrik «Interaktionen» und «Eigenschaften/Wirkung»).

Gleichzeitige Anwendung von Eprotan-Mepha mit ACE-Hemmern bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Da für Patienten mit einer Kreatininclearance <30 ml/min und bei Dialysepatienten nur begrenzte

Erfahrungen vorliegen, ist bei der Anwendung von Eprotan-Mepha bei diesen Patienten Vorsicht

geboten (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Manche Patienten, deren renale Funktion vom Renin-Angiotensin-Aldosteron-System abhängig ist

(z.B. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz, zweiseitiger oder einseitiger renaler Arterienstenose)

haben unter Therapie mit Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten Oligurie und/oder progressive

Azotämie und selten akutes Nierenversagen entwickelt. Da zurzeit keine entsprechenden

Erfahrungen bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder renaler Arterienstenose vorhanden

sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die renale Funktion durch Eprotan-Mepha, infolge

Inhibition des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems, gestört werden kann.

Wird Eprotan-Mepha bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion eingesetzt, so sollte diese vor

Beginn und regelmässig während der Behandlung überprüft werden.

Im Falle einer Verschlechterung der Nierenfunktion, sollte die Behandlung mit Eprotan-Mepha

reevaluiert werden.

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lapp Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten Eprotan-Mepha nicht einnehmen.

Die gleichzeitige Anwendung eines kaliumsparenden Diuretikums kann eine Erhöhung des

Kaliumserumspiegels zur Folge haben.

Leberfunktionsstörungen

Da für Patienten mit einer Leberinsuffizienz nur begrenzte Erfahrungen vorliegen, ist bei der

Anwendung von Eprotan-Mepha Vorsicht geboten.

Koronare Herzkrankheit

Die Erfahrung bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit ist begrenzt.

Die im Folgenden genannten Vorsichtsmassnahmen beruhen auf Erfahrungen mit anderen

Arzneimitteln dieser Klasse sowie mit ACE-Hemmern.

Hyperkaliämie

Unter der Kombinationsbehandlung von Eprotan-Mepha mit anderen Arzneimitteln, die auf das

Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS) einwirken oder zu einer Erhöhung des

Serumkaliums führen können (z.B. Kaliumsparende Diuretika, Kaliumhaltige Präparate, Heparin),

kann das Risiko für eine Hyperkaliämie erhöht sein, insbesondere bei Patienten mit

Nierenfunktionsstörungen und/oder Herzinsuffizienz.

Die Gabe von Eprosartan sollte in solchen Fällen mit Vorsicht und unter Kontrolle des

Kaliumspiegels erfolgen.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

Es gibt Belege dafür, dass die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren das Risiko für Hypotonie, Synkope, Hyperkaliämie und eine

Abnahme der Nierenfunktion (einschliesslich eines akuten Nierenversagens) erhöht. Eine duale

Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen (siehe Rubriken «Interaktionen»

und «Eigenschaften/Wirkung»). Bei gewissen Patienten ist diese Kombination kontraindiziert (siehe

«Kontraindikationen»).

Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als absolut notwendig erachtet wird, sollte dies nur

unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung engmaschiger Kontrollen von

Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck erfolgen.

ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten sollten bei Patienten mit diabetischer

Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Schwere Herzinsuffizienz

Patienten, deren Nierenfunktion von der Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems

abhängt (z.B. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz), entwickelten unter der Behandlung mit

Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten eine Oligurie und/oder progressive Azotämie sowie in

seltenen Fällen akutes Nierenversagen. Da derzeit keine ausreichenden therapeutischen Erfahrungen

bei Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz vorliegen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass durch

Eprotan-Mepha die Nierenfunktion bei diesen Patienten infolge der Hemmung des Renin-

Angiotensin-Aldosteron-Systems beeinträchtigt werden kann.

Natrium- und/oder Volumenmangel

Bei Patienten mit schwerem Natrium- und/oder Volumenmangel (z.B. hochdosierter

Diuretikatherapie) kann zu Beginn der Behandlung eine symptomatische Hypotonie auftreten. Ein

Natrium- und/oder Volumendefizit ist vor Beginn der Behandlung auszugleichen bzw. eine

bestehende Diuretikatherapie zu reduzieren.

Primärer Hyperaldosteronismus

Die Behandlung von Patienten mit primärem Hyperaldosteronismus mit Eprotan-Mepha wird nicht

empfohlen.

Aorten- und Mitralklappenstenose/hypertrophie Kardiomyopathie

Wie alle Vasodilatatoren sollte Eprotan-Mepha bei Patienten mit Aorten- und Mitralklappenstenose

bzw. hypertropher Kardiomyopathie nur mit Vorsicht angewendet werden.

Nierenarterienstenose

Es liegen keine Erfahrungen in der Behandlung von Patienten mit unilateraler oder bilateraler

Nierenarterienstenose vor.

Nierentransplantation

Es liegen keine Erfahrungen bei Patienten mit kürzlich erfolgter Nierentransplantation vor.

Schwangerschaft

Eine Behandlung mit ACE-Hemmern/Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (AIIRAs) sollte nicht

während der Schwangerschaft begonnen werden. Bei Patientinnen mit Schwangerschaftswunsch

sollte eine Umstellung auf eine alternative blutdrucksenkende Behandlung mit geeignetem

Sicherheitsprofil für Schwangere erfolgen, es sei denn, eine Fortführung der Behandlung mit ACE-

Hemmern/AIIRAs ist zwingend erforderlich. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die

Behandlung mit ACE-Hemmern/AIIRAs unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine

alternative Therapie zu beginnen (siehe «Kontraindikationen» und «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Andere Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Wie bei Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern beobachtet, kann es bei Menschen mit schwarzer

Hautfarbe unter Eprosartan und den anderen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten anscheinend zu

einer geringeren Senkung des Blutdrucks kommen als bei Menschen mit nicht-schwarzer Hautfarbe.

Dies ist wahrscheinlich auf das häufigere Vorkommen eines Niedrig-Renin-Status bei der schwarzen

Bevölkerung mit Bluthochdruck zurückzuführen.

Interaktionen

Antihypertensiva

Bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Antihypertensiva kann der blutdrucksenkende Effekt von

Eprotan-Mepha potenziert werden.

Kaliumhaltige Präparate, Kaliumsparende Diuretika, weitere Arzneimittel, welche das Serumkalium

erhöhen können (z.B. Heparin) und oder auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System einwirken

Die gleichzeitige Gabe von Eprotan-Mepha und diesen Präparaten kann das Risiko für eine

Hyperkaliämie erhöhen, insbesondere bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und

Herzinsuffizienz.

«Duale Blockade» des Renin-Angiotensin-Aldosteron Systems (RAAS)

Daten aus klinischen Studien haben gezeigt, dass eine duale Blockade des Renin-Angiotensin-

Aldosteron-Systems (RAAS) durch gleichzeitige Anwendung von ACE-Hemmern, Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonisten oder Aliskiren im Vergleich zur Anwendung einer einzelnen Substanz, die

auf das RAAS wirkt, mit einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Hypotonie, Synkope,

Hyperkaliämie und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschliesslich eines akuten

Nierenversagens) einher geht (siehe Rubriken «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

NSAR inklusive selektive Cyclooxygenase-2-Inhibitoren (COX-2 Hemmer)

Wie bei ACE-Hemmern kann die gleichzeitige Anwendung von Angiotensin-IIRezeptor-

Antagonisten und NSAR inklusive selektiven COX-2 Inhibitoren, Acetylsalicylsäure oder anderen

nicht selektiven NSAR das Risiko einer Verschlechterung der Nierenfunktion erhöhen,

einschliesslich der Möglichkeit eines akuten Nierenversagens und eines Anstiegs des Serumkaliums,

insbesondere bei Patienten mit vorbestehender Niereninsuffizienz. Die Kombination sollte

insbesondere bei älteren Patienten nur mit Vorsicht eingesetzt werden.

Eine ausreichende Hydrierung der Patienten sollte sichergestellt sein, und die Kontrollen der

Nierenfunktion nach Beginn und in regelmässigen Abständen unter der gleichzeitigen Therapie

sollten erfolgen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Angiotensin-II—Rezeptor-Antagonisten inklusive Eprotan-

Mepha zusammen mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) inklusive selektiven COX-2

Inhibitoren, Acetylsalicylsäure oder anderen nicht selektiven NSAR kann eine Verminderung der

Blutdrucksenkung auftreten.

Cytochrom P450-Metabolismus

In in-vitro-Tests wurde gezeigt, dass Eprosartan auf folgende Cytochrom P450-Enzyme keine

inhibitorische Wirkung hat: CYP1A, 2A6, 2C9/8, 2C19, 2D6, 2E und 3A.

Lithiumpräparate

Toxizität und ein reversibler Anstieg der Serumlithiumkonzentration wurden unter gleichzeitiger

Therapie mit Lithiumpräparaten und ACE-Hemmern berichtet. Die Möglichkeit einer ähnlichen

Wirkung unter Eprosartan kann nicht ausgeschlossen werden und eine sorgfältige Überwachung der

Serumlithiumspiegel während der gleichzeitigen Gabe wird empfohlen.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Aufgrund der Wirkung des Wirkstoffes dieses Arzneimittels in der Schwangerschaft, wird die

Anwendung von Eprotan-Mepha während des ersten Trimesters nicht empfohlen (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die Anwendung von Eprotan-Mepha ist kontraindiziert während des zweiten und dritten Trimesters

(siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Es liegen keine kontrollierten epidemiologischen Daten hinsichtlich eines teratogenen Risikos nach

Anwendung von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (AIIRAs) während des ersten

Schwangerschaftstrimesters vor. Ein geringfügig erhöhtes Risiko kann jedoch nicht ausgeschlossen

werden.

Es ist bekannt, dass die Gabe von AIIRAs während des zweiten und dritten

Schwangerschaftstrimesters zu foetotoxischen Effekten (verminderte Nierenfunktion,

Oligohydramnion, verzögerte Schädelossifikation) und neonatal-toxische Effekte (Nierenversagen,

Hypotonie, Hyperkaliämie) führen kann (siehe auch «Präklinische Daten»). Im Falle einer

Exposition mit AIIRAs ab dem zweiten Schwangerschaftstrimester werden

Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädels empfohlen.

Neugeborene

Alle Neugeborenen, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Eprotan-Mepha behandelt

worden sind, sollen sorgfältig auf genügende Harnausscheidung, Hyperkaliämie und Blutdruck

untersucht werden.

Stillzeit

Da keine Erkenntnisse zur Anwendung von Eprotan-Mepha in der Stillzeit vorliegen, wird Eprotan-

Mepha nicht empfohlen. Eine alternative antihypertensive Therapie mit einem besser geeigneten

Sicherheitsprofil bei Anwendung in der Stillzeit ist vorzuziehen, insbesondere wenn Neugeborene

oder Frühgeborene gestillt werden.

Säuglinge, deren Mütter AIIRAs eingenommen haben, sollten engmaschig auf Hypotonie überwacht

werden (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine entsprechenden Studien durchgeführt. Basierend auf den pharmacodynamischen

Eigenschaften von Eprotan-Mepha ist es aber unwahrscheinlich, dass Eprotan-Mepha eine

andauernde Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen hat.

Unerwünschte Wirkungen wie Kopfschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen können

gelegentlich und vor allem zu Beginn einer Behandlung mit Eprotan-Mepha auftreten.

Unerwünschte Wirkungen

In placebokontrollierten klinischen Studien war die Gesamthäufigkeit berichteter unerwünschter

Ereignisse unter Eprosartan mit der unter Placebo vergleichbar. Die beobachteten unerwünschten

Ereignisse waren gewöhnlich von leichter und vorübergehender Natur und erforderten in

placebokontrollierten Studien nur bei 4,1% der mit Eprosartan behandelten Patienten das Absetzen

der Therapie (6,5% unter Placebo).

In klinischen Studien wurde gezeigt, dass Tagesdosen bis zu 1200 mg, während 8 Wochen

verabreicht, wirksam waren, ohne dass dabei die Inzidenz von Nebenwirkungen zunahm.

In den klinischen Studien wurden die nachfolgend genannten Nebenwirkungen berichtet.

Ein Zusammenhang mit Eprosartan konnte nicht in allen Fällen gesichert werden.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig: virale Infekte.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Depressionen.

Herzerkrankungen

Häufig: Brustschmerzen und Palpitationen.

Selten: Herzrhythmusstörungen.

Gefässerkrankungen

Unbekannt: Hypotension, einschliesslich orthostatische Hypotension.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Rhinitis, Pharyngitis, Dyspnoe, Infektionen der oberen Atemwege, Husten und Bronchitis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Nausea, Erbrechen, unspezifische gastrointestinale Beschwerden, Dyspepsie,

Hypertriglyceridämie und Durchfall.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Ödeme.

Unbekannt: Hautreaktionen (Exanthem, Pruritus, Urtikaria), Gesichtsschwellung und Angioödem.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Rückenschmerzen, Arthralgien und Muskelschmerzen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig: Harnwegsinfekte.

Allgemeine Erkrankungen

Häufig: Asthenie, Verletzungen und Schmerzen.

Zusätzlich zu den in den klinischen Studien berichteten Nebenwirkungen, wurden folgende

Nebenwirkungen spontan gemeldet.

Eine Frequenz kann anhand der verfügbaren Daten nicht geschätzt werden (nicht bekannt).

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Verminderte Nierenfunktion einschliesslich Nierenversagen bei Risikopatienten (z.B. Nierenarterien-

Stenose).

Laborbefunde

In placebokontrollierten klinischen Studien wurden signifikant erhöhte Serum-Kalium-

Konzentrationen bei 0.9% der mit Eprosartan und bei 0,3% der mit Placebo behandelten Patienten

gefunden.

Signifikant niedrige Hämoglobinwerte wurden bei 0,1% der mit Eprosartan und bei 0% der mit

Placebo behandelten Patienten beobachtet.

In seltenen Fällen wurde über Erhöhungen der Blutharnstoffwerte unter der Behandlung mit

Eprosartan berichtet. Erhöhungen der Leberfunktionswerte wurden ebenso in seltenen Fällen

beobachtet, aber nicht mit der Behandlung mit Eprosartan in kausalen Zusammenhang gebracht.

Überdosierung

Bezüglich Überdosierung von Eprotan-Mepha beim Menschen sind nur beschränkte Daten

vorhanden.

In Einzelfallberichten wird die Einnahme von Dosen bis zu 12'000 mg Eprosartan beschrieben.

Die wahrscheinlichste Reaktion einer Überdosierung ist ein Blutdruckabfall. Im Falle einer

Überdosierung sind geeignete allgemeine und spezielle Behandlungsmassnahmen zu ergreifen. Die

Überwachung bzw. Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems und anderer Vitalparameter kann

erforderlich sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C09CA02

Wirkungsmechanismus

Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten werden nach ihrer chemischen Struktur in drei Gruppen

unterteilt: Nicht-Biphenyl-Tetrazole, Biphenyl-Tetrazole, Nicht-Heterozyklen. Eprosartan ist ein

synthetischer, potenter, oral wirksamer Angiotensin II-Rezeptor-Antagonist aus der Gruppe der

Nicht-Biphenyl-Tetrazole. Eprosartan bindet selektiv an AT1-Rezeptoren.

Angiotensin II ist ein potenter Vasokonstriktor und das primär aktive Hormon des Renin-

Angiotensin-Aldosteron-Systems, als welches es eine wichtige Rolle in der Pathophysiologie der

Hypertonie spielt. Angiotensin II bindet an den AT1-Rezeptor, welcher in vielen Körpergeweben

(z.B. glatte Gefässmuskulatur, Nebennieren, Nieren und Herz) vorkommt, wo es für verschiedene

wichtige biologische Wirkungen verantwortlich ist, wie Vasokonstriktion, Natrium-Retention und

Aldosteron-Freisetzung.

Angiotensin II wird durch seinen Einfluss auf das Wachstum von Herzzellen und glatten

Muskelzellen mit der Entstehung von Herz- und vaskulärer Hypertrophie in Verbindung gebracht.

Bei gesunden Freiwilligen antagonisiert Eprosartan die Wirkung von Angiotensin II auf den

Blutdruck, den renalen Blutfluss und die Aldosteron-Freisetzung.

Pharmakodynamik

Eine maximale Blutdrucksenkung wurde bei den meisten Patienten nach 2 - 3 Wochen erreicht. Die

bei Hypertonikern erreichte Blutdrucksenkung ist unabhängig davon, ob die Tagesdosis als

Einzeldosis eingenommen oder auf zwei Dosen aufgeteilt wird. Die Blutdruckkontrolle bleibt über

24 Stunden gleichmässig erhalten, ohne dass es nach einer ersten Gabe zu einer orthostatischen

Hypotonie kommt. Das Absetzen von Eprotan-Mepha führt nicht zu einem schnellen

Blutdruckanstieg (Rebound).

Bei Patienten mit Hypertonie bewirkt die Blutdrucksenkung keine Änderung der Herzfrequenz.

Bei Patienten mit Hypertonie hat Eprosartan keinen Einfluss auf die Gesamtcholesterin-, Triglycerid-

und LDL-Cholesterin-Spiegel im Nüchternzustand. Im Weiteren hat es auch keinen Einfluss auf den

Blutzuckerspiegel im Nüchternzustand.

Eprosartan hat keinen Einfluss auf die autoregulativen Mechanismen der Nieren. Bei gesunden

jungen Männern wurde gezeigt, dass Eprosartan den durchschnittlichen effektiven renalen

Plasmafluss erhöht. Bei Patienten mit essentieller Hypertonie oder bei Patienten mit

Niereninsuffizienz wird bei der Einnahme von Eprotan-Mepha die renale Funktion aufrechterhalten.

Eprosartan vermindert weder bei gesunden Männern, noch bei Patienten mit essentieller Hypertonie

oder Patienten mit Niereninsuffizienz verschiedenen Grades die glomeruläre Filtrationsrate.

Eprosartan hat bei gesunden Personen, die eine salzarme Diät einhalten, einen natriuretischen Effekt.

Bei Patienten mit essentieller Hypertonie und bei Patienten mit Niereninsuffizienz verschiedenen

Grades kann Eprosartan sicher angewendet werden, ohne dass eine Natriumretention oder eine

Verschlechterung der renalen Funktion verursacht wird.

Eprosartan hat keinen signifikanten Einfluss auf die Harnsäureausscheidung im Urin.

Wirkungen, welche mit Bradykinin in Zusammenhang stehen, wie z.B. Husten, werden durch

Eprosartan nicht verstärkt. In einer prospektiven Studie konnte gezeigt werden, dass die Inzidenz von

trockenem Husten bei Patienten, welche mit Eprosartan behandelt wurden (1,5%), signifikant

(p<0,05) tiefer war als bei den Patienten, welche mit einem ACE-Hemmer behandelt wurden (5,4%).

Ebenso war die Inzidenz von Husten jeglicher Art bei der Behandlung mit Eprosartan signifikant

tiefer (p<0.05) als bei der Behandlung mit ACE-Hemmern (21,2% vs. 29,9%).

In einer weiteren Studie, bei Patienten, welche bei einer vorherigen Behandlung mit einem ACE-

Hemmer unter Husten litten, betrug die Inzidenz unter Eprosartan 2,6%, unter ACE-Hemmern 25%

und unter Placebo 2,7%. Die Inzidenz von trockenem Husten war somit unter Eprosartan signifikant

niedriger als unter dem ACE-Hemmer (p<0,01); gegenüber Placebo war der Unterschied nicht

signifikant. Die Inzidenz von Husten jeglicher Art war unter Eprosartan (24%) ebenfalls signifikant

(p<0,01) tiefer als unter dem ACE-Hemmer (57%), jedoch nicht gegenüber Placebo (25%). Weiter

wurde in einer Analyse von 6 doppelblinden klinischen Studien mit insgesamt 1554 Patienten

festgestellt, dass die Inzidenz von Husten, welcher von den Patienten spontan angegeben wurde,

unter Eprosartan (3,5%) im gleichen Bereich lag wie unter Placebo (2,6%).

In zwei grossen randomisierten, kontrollierten Studien („ONTARGET” [ONgoing Telmisartan

Alone and in combination with Ramipril Global Endpoint Trial] und „VA NEPHRON-D” [The

Veterans Affairs Nephropathy in Diabetes]) wurde die gleichzeitige Anwendung eines ACE-

Hemmers mit einem Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten untersucht. Die „ONTARGET“–Studie

wurde bei Patienten mit einer kardiovaskulären oder einer zerebrovaskulären Erkrankung in der

Vorgeschichte oder mit Diabetes mellitus Typ 2 mit nachgewiesenen Endorganschäden durchgeführt.

Die «VA NEPHRON-D»-Studie wurde bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 und diabetischer

Nephropathie durchgeführt. Diese Studien zeigten keinen signifikanten vorteilhaften Effekt auf

renale und/oder kardiovaskuläre Endpunkte und Mortalität, während ein höheres Risiko für

Hyperkaliämie, akute Nierenschädigung und/oder Hypotonie im Vergleich zur Monotherapie

beobachtet wurde. Aufgrund vergleichbarer pharmakodynamischer Eigenschaften sind diese

Ergebnisse auch auf andere ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten übertragbar.

Aus diesem Grund sollten ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten

mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

In der «ALTITUDE»-Studie (Aliskiren Trial in Type 2 Diabetes Using Cardiovascular and Renal

Disease Endpoints) wurde untersucht, ob die Anwendung von Aliskiren zusätzlich zu einer

Standardtherapie mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bei Patienten

mit Diabetes mellitus Typ 2 sowie chronischer Nierenerkrankung und/oder kardiovaskulärer

Erkrankung einen Zusatznutzen hat. Die Studie wurde wegen eines erhöhten Risikos unerwünschter

Ereignisse vorzeitig beendet. Sowohl kardiovaskuläre Todesfälle als auch Schlaganfälle traten in der

Aliskiren-Gruppe numerisch häufiger auf als in der Placebo-Gruppe, ebenso unerwünschte

Ereignisse und besondere schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (Hyperkaliämie, Hypotonie,

Nierenfunktionsstörung).

Klinische Wirksamkeit

In drei klinischen Studien mit insgesamt 791 Probanden wurde gezeigt, dass der Effekt auf den

Blutdruck bei Eprosartan ebenso gross war wie beim ACE-Hemmer Enalapril.

Pharmakokinetik

Absorption

Die systemische Bioverfügbarkeit von Eprosartan nach einer oralen Dosis von 300 mg beträgt

aufgrund einer beschränkten oralen Resorption ungefähr 13%. Maximale Plasmakonzentrationen von

Eprosartan werden nach einer oralen Dosis in nüchternem Zustand nach 1-2 Stunden erreicht. Die

Höhe der Plasmaspiegel ist bei Dosen von 100 bis 200 mg proportional zur Dosierung und steigt bei

Dosen von 400 und 800 mg unterproportional an.

Einfachdosierungen von 600 mg sind bioäquivalent zu gleichzeitig verabreichten Dosen von 2× 300

Die gleichzeitige Einnahme von Nahrung verzögert die Absorption in variablem Ausmass, während

bezüglich der maximalen Plasmakonzentration (cmax) als auch der Area Under the Curve (AUC)

Veränderungen von weniger als 25% festgestellt wurden. Diese Veränderungen haben jedoch keine

klinischen Konsequenzen.

Distribution

Eprosartan ist zu rund 98% an Plasmaproteine gebunden. Dieser Wert ist über den therapeutischen

Konzentrationsbereich konstant. Das Ausmass der Proteinbindung wird weder durch Geschlecht und

Alter, noch durch eine Funktionsstörung der Leber oder eine leichte bis mässige

Nierenfunktionsstörung beeinflusst. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung wurde jedoch bei einigen

Patienten eine tiefere Proteinbindung beobachtet.

Das Verteilungsvolumen von Eprosartan beträgt etwa 13 Liter.

Metabolismus

Nach intravenöser und oraler Gabe von 14C-markiertem Eprosartan beim Menschen wurde in

Plasma und Stuhl nur unverändertes Eprosartan gefunden. Im Urin wurden 20% der Radioaktivität

als Acylglucuronid des Eprosartans und die restlichen 80% als unverändertes Eprosartan gemessen.

Elimination

Die terminale Eliminationshalbwertszeit von Eprosartan beträgt nach oraler Gabe in den meisten

Fällen 5-9 Stunden. Die Plasma-Clearance von Eprosartan beträgt 130 ml/min. Zur Elimination von

Eprosartan tragen sowohl die biliäre als auch die renale Ausscheidung bei. Nach intravenöser Gabe

von 14C-markiertem Eprosartan wurden 61% der Radioaktivität im Stuhl und 37% im Urin

wiedergefunden. Nach oraler Gabe von 14C-markiertem Eprosartan wurden 90% der Radioaktivität

im Stuhl und 7% im Urin wiedergefunden. Eprosartan kumuliert bei Langzeiteinnahme nicht.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Bei älteren Patienten sind sowohl die AUC als auch die maximalen Plasmakonzentrationen um

annähernd das 2fache erhöht. Diese Erhöhung erfordert jedoch keine Anpassung der Dosierung.

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen waren nach Gabe einer Einzeldosis von 100 mg

Eprosartan die AUC-Werte, jedoch nicht die maximalen Plasmakonzentrationen, im Durchschnitt um

etwa 40% erhöht. Bei Patienten mit mässig schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance

30-59 ml/min) wurden im Vergleich zu Patienten mit normaler Nierenfunktion mittlere AUC-Werte

und maximale Plasmakonzentrationen gemessen, die um etwa 30% erhöht waren. Bei einer kleinen

Anzahl Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 5-29 ml/min) waren die

mittleren AUC und die maximale Plasmakonzentrationen im Vergleich zu gesunden Patienten um

rund 50% erhöht.

Die Pharmakokinetik von Eprosartan ist unabhängig vom Geschlecht.

Präklinische Daten

Allgemeine Toxizität

Orale Eprosartandosen bis zu 1000 mg/kg/Tag während bis zu 6 Monaten in Ratten und bis zu einem

Jahr in Hunden, führten zu keiner relevanten wirkstoffbezogener Toxizität.

Reproduktion

Bei trächtigen Kaninchen hat Eprosartan bei Dosen von 10 mg/kg/Tag, welche am Ende der Tragzeit

verabreicht wurden, eine mütterliche und fötale Mortalität gezeigt. Dies ist hauptsächlich auf die

Wirkung auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System zurückzuführen. Eine mütterliche Toxizität,

jedoch keine fötale Toxizität, wurde bei 3 mg/kg/Tag beobachtet.

Genotoxiziät

Bei einer Reihe von in vitro und in vivo Untersuchungen wurde keine Genotoxizität beobachtet.

Karzinogenität

In Ratten und Mäusen wurden bei Dosen von 600 oder 2000 mg/kg/Tag während 2 Jahren keine

Karzinogenität beobachtet.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Aufbewahrung bei Raumtemperatur (15-25 °C).

Medikament ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

58076 (Swissmedic).

Packungen

Eprotan-Mepha 600 mg

Lactab (Kalenderpackung): 28 und 98. (B)

Zulassungsinhaberin

Mepha Pharma AG, Basel.

Stand der Information

März 2015.

Interne Versionsnummer: 4.2

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