Enstilar 50 Mikrogramm/g + 0,5 mg/g Schaum zur Anwendung auf der Haut

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-06-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-06-2021

Produktinformation Produktinformation (INF)

01-01-1970

Wirkstoff:
Calcipotriol-Monohydrat; Betamethasondipropionat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
Leo Pharma A/S Beiname: Leo Pharmaceutical Products Ltd. A/S (3180623)
ATC-Code:
D05AX52
INN (Internationale Bezeichnung):
Calcipotriol Monohydrate, Beta Methason Dipropionate (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Schaum zur Anwendung auf der Haut
Zusammensetzung:
Calcipotriol-Monohydrat (29510) 0,0214 Milligramm; Betamethasondipropionat (Ph.Eur.) (10779) 0,2635 Milligramm
Verabreichungsweg:
Anwendung auf der Haut
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
94787.00.00
Berechtigungsdatum:
2016-05-18

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

02-03-2021

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PACKUNGSBEILAGE

Package leaflet - Enstilar – Addition of Manufacturing Site – DE

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Enstilar 50 Mikrogramm/g + 0,5 mg/g Schaum zur Anwendung auf der Haut

Wirkstoffe: Calcipotriol/Betamethason

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Enstilar und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Enstilar beachten?

Wie ist Enstilar anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Enstilar aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Enstilar und wofür wird es angewendet?

Enstilar wird auf der Haut angewendet, um Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) bei Erwachsenen zu

behandeln. Psoriasis entsteht, weil Ihre Hautzellen zu schnell produziert werden. Dies führt zu

Rötungen, Schuppung und Verdickung der Haut.

Enstilar enthält die Wirkstoffe Calcipotriol und Betamethason. Mithilfe von Calcipotriol lässt sich das

Wachstum der Hautzellen normalisieren und Betamethason hemmt die Entzündung.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Enstilar beachten?

Enstilar darf nicht angewendet werden:

wenn Sie allergisch gegen Calcipotriol, Betamethason oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie Probleme mit dem Kalziumspiegel in Ihrem Blut haben (fragen Sie Ihren Arzt)

wenn Sie an bestimmten Formen der Psoriasis leiden: erythrodermische Psoriasis oder pustulöse

Psoriasis (fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie sich unsicher sind)

Da Enstilar ein stark wirksames Steroid enthält, darf Enstilar NICHT auf Hautarealen aufgetragen

werden, die betroffen sind von:

Hautinfektionen, die durch Viren verursacht werden (z. B. Lippenherpes oder Windpocken)

Hautinfektionen, die durch Pilze verursacht werden (z. B. Fußpilz oder Ringelflechte (Tinea))

Hautinfektionen, die durch Bakterien verursacht werden

Hautinfektionen, die durch Parasiten verursacht werden (z. B. Krätze)

Tuberkulose (TB)

periorale Dermatitis (roter Ausschlag um den Mund herum)

dünne Haut, leicht zu verletzende Hautgefäße, Dehnungsstreifen

Ichthyose (trockene Haut mit „Fischschuppen“)

Akne (Pickel)

Rosacea (starkes Wärmegefühl oder Rötung der Gesichtshaut)

Geschwüre und Wunden

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie

Enstilar anwenden, wenn:

Sie an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden, da das Steroid Ihren Blutzuckerspiegel

beeinflussen kann

Sie andere Arzneimittel anwenden, die ein Kortikosteroid enthalten, da es zu Nebenwirkungen

kommen kann

Sie an einer bestimmten Form der Psoriasis leiden, die Psoriasis guttata genannt wird

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal während der

Behandlung, wenn:

Sie dieses Arzneimittel über lange Zeit angewendet haben und die Anwendung beenden

möchten (denn wenn Steroide abrupt abgesetzt werden, besteht die Gefahr, dass sich die

Psoriasis verschlechtert oder erneut ‘aufflammt’).

sich Ihre Haut entzündet, da die Behandlung unter Umständen abgesetzt werden muss.

sich der Calcium-Spiegel in Ihrem Blut verändert (siehe Abschnitt 4 für weitere

Informationen).

bei Ihnen verschwommenes Sehen oder andere Sehstörungen auftreten.

Besondere Vorsichtsmaßnahmen

Vermeiden Sie die Anwendung unter Bandagen oder Verbänden, da dies die Aufnahme des

Steroids in den Körper erhöht.

Vermeiden Sie die Verwendung von mehr als 15 Gramm pro Tag. Das bedeutet, dass eine 60 g

Sprühdose Enstilar für mindestens 4 Tage ausreichen soll. 15 g werden abgegeben, wenn Sie

für ungefähr 1 Minute den Sprühkopf vollständig gedrückt halten. 2 Sekunden Sprühen

entsprechen etwa 0,5 g Enstilar. Hinweis: 0,5 g Schaum bedecken einen Hautabschnitt, der

etwa der Fläche einer erwachsenen Hand entspricht.

Vermeiden Sie die Verwendung von mehr als 30 % Ihrer Körperoberfläche.

Vermeiden Sie die Anwendung auf großen Flächen geschädigter Haut, auf Schleimhäuten oder

in Hautfalten (Leiste, Achseln oder unterhalb der Brust), da dies die Aufnahme des Steroids in

den Körper erhöht.

Vermeiden Sie die Anwendung auf dem Gesicht oder an den Genitalien (Geschlechtsorgane),

da diese sehr empfindlich gegenüber Steroiden sind.

Kinder und Jugendliche

Enstilar wird nicht empfohlen zur Anwendung bei Kindern unter 18 Jahren.

Anwendung von Enstilar zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal wenn Sie andere

Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben

oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat.

Wenn Ihr Arzt Ihnen erlaubt hat zu stillen, seien Sie bei der Anwendung vorsichtig und tragen Sie

Enstilar nicht im Brustbereich auf. Siehe Abschnitt 3 „Gebrauchsanleitung für die ordnungsgemäße

Anwendung“.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel sollte keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen haben.

Enstilar enthält Butylhydroxytoluol (E321)

Dies kann

örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis), Reizungen der Augen und der

Schleimhäute hervorrufen. Siehe „Gebrauchsanleitung für die ordnungsgemäße Anwendung“.

3.

Wie ist Enstilar anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Enstilar wird auf der Haut angewendet.

Lesen Sie sich vor der Anwendung die Packungsbeilage durch, auch wenn Sie Enstilar schon einmal

angewendet haben.

Enstilar wurde für das direkte Auftragen (Aufsprühen) auf die von Psoriasis vulgaris betroffene Haut

entwickelt.

Gebrauchsanleitung für die ordnungsgemäße Anwendung

Bei Anwendung am Körper

Vor Gebrauch die Sprühdose für einige Sekunden

schütteln.

Beim Auftragen des Schaums halten Sie mindestens

3 cm Abstand von der Haut und sprühen Sie direkt

auf den betroffenen Bereich.

Zum Sprühen des Schaums kann die Sprühdose in

jede beliebige Richtung außer waagerecht gehalten

werden.

Reiben Sie den Schaum sanft in jede betroffene

Hautregion ein.

Nach Auftragen des Schaums verschließen Sie die Sprühdose wieder mit dem Deckel, um ein

versehentliches Sprühen bei Nichtgebrauch zu verhindern.

Waschen Sie sich nach der Anwendung von Enstilar gründlich die Hände (außer Sie benutzen den

Schaum für die Behandlung Ihrer Hände). Dies verhindert ein unbeabsichtigtes Verteilen des

Schaums auf andere Körperpartien (vor allem Gesicht, Mund und Augen). Um die beste Wirkung

zu erzielen wird empfohlen, den Körper nicht direkt nach der Anwendung von Enstilar zu

waschen.

Lassen Sie den Schaum über die Nacht oder über den Tag auf der Haut.

Bei Anwendung auf der Kopfhaut

Kämmen Sie die Haare, um lose Hautschuppen zu

entfernen.

Schütteln Sie die Dose vor Gebrauch einige

Sekunden.

Halten Sie die Dose mindestens 3 cm entfernt.

Sprühen Sie direkt in Ihre Handfläche. Zum Sprühen

des Schaums kann die Sprühdose in jede beliebige

Richtung außer waagerecht gehalten werden.

Nehmen Sie den Schaum auf Ihren Finger und tragen

Sie ihn direkt auf die betroffenen Stellen auf. Achten

Sie beim Aufbringen darauf, dass möglichst wenig

Sprühschaum in das Haar gelangt, um das

Auswaschen zu erleichtern. Reiben Sie den Schaum

leicht in die Kopfhaut ein.

Setzen Sie die Kappe nach Anwendung des Schaums

wieder auf die Dose, damit Sie versehentliches

Sprühen ohne Anwendung vermeiden.

Waschen Sie Ihre Hände gut, nachdem Sie Enstilar angewendet haben. Dadurch wird verhindert,

dass der Schaum versehentlich auf andere Teile Ihres Körpers (insbesondere Gesicht, Mund und

Augen) verteilt wird.

Um die beste Wirkung zu erzielen wird empfohlen, das Haar nicht direkt nach der Anwendung

von Enstilar zu waschen.

Lassen Sie den Schaum über die Nacht oder über den Tag auf der Kopfhaut.

Wenn Sie Ihre Haare waschen, können die folgenden Anweisungen hilfreich sein:

Tragen Sie ein mildes, nicht-medizinisches Shampoo

auf das

trockene Haar

auf, besonders auf die

Bereiche, in denen der Schaum aufgetragen wurde. Es

ist einfacher, Enstilar zu entfernen, wenn Shampoo

auf trockenes Haar aufgetragen wird, da Wasser die

Reinigungswirkung des Shampoos verdünnt.

Massieren Sie das Shampoo in das

trockene Haar/Kopfhaut

ein. Lassen Sie das Shampoo vor

dem Waschen einige Minuten auf der Kopfhaut.

Spülen Sie gründlich mit Wasser.

Wiederholen Sie die normale Haarwäsche, falls erforderlich.

Weitere Informationen für die ordnungsgemäße Anwendung:

Wenden Sie den Schaum nur auf der Psoriasis und nicht auf anderen Hautpartien ohne Psoriasis

Falls der Schaum versehentlich in Ihre Augen, Ihren Mund, Sexualorgane oder an die Brüste (falls

Sie stillen) gelangt ist, waschen oder spülen Sie die betroffenen Körperstellen gründlich ab.

Es ist unbedenklich, wenn etwas Schaum versehentlich auf die nicht erkrankte Haut in der Nähe

Ihrer Psoriasis gelangt ist, aber wischen Sie ihn ab, wenn er sich zu weit verteilt.

Den behandelten Hautbereich nicht verbinden, fest abdecken oder umwickeln.

Um eine optimale Wirkung zu erzielen, wird empfohlen, nicht sofort nach dem Anwenden des

Schaums zu duschen oder zu baden.

Vermeiden Sie nach Anwendung des Schaums den Kontakt mit Stoffen, auf denen es leicht zu

Fettflecken kommt (z. B. Seide).

Dauer der Anwendung

Tragen Sie den Schaum einmal täglich

auf. Es kann angenehmer sein, den Schaum am Abend

anzuwenden.

Die übliche Behandlungsdauer beträgt 4

Wochen, aber Ihr Arzt kann auch eine andere

Behandlungsdauer festlegen.

Sobald Ihre Psoriasis vollständig oder fast vollständig abgeheilt ist, werden Sie möglicherweise von

Ihrem Arzt angewiesen, Enstilar zweimal wöchentlich anzuwenden. Enstilar sollte zweimal

wöchentlich an zwei nicht-aufeinanderfolgenden Tagen (z.B. Mittwoch und Samstag) auf zuvor von

Psoriasis betroffene Stellen aufgetragen werden. Zwischen den Anwendungen sollten 2-3 Tage ohne

Enstilar-Behandlung liegen.

Wenn die Symptome wieder auftreten, sollten Sie Enstilar einmal täglich wie oben beschrieben

anwenden und sich mit Ihrem Arzt in Verbindung setzen, um Ihre Behandlung zu überprüfen.

Wenn Sie eine größere Menge von Enstilar angewendet haben, als Sie sollten

Wichtig:

Eine 60 g Sprühdose Enstilar soll für mindestens 4 Tage ausreichen (siehe Abschnitt 2

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen). Wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, die Calcipotriol

enthalten, darf die Gesamtmenge aus Calcipotriol-haltigen Arzneimitteln, einschließlich Enstilar, nicht

mehr als 15 Gramm pro Tag betragen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie mehr als die

empfohlene Dosis angewendet haben. Die übermäßige Anwendung von Enstilar kann zu einem

erhöhten Kalziumspiegel im Blut führen, der sich gewöhnlich bei Absetzen der Behandlung wieder

normalisiert.

Eine übermäßig verlängerte Anwendung kann auch dazu führen, dass Ihre Nebennieren nicht mehr

richtig arbeiten (diese befinden sich über der Niere und bilden Hormone).

Siehe Abschnitt 4 für weitere Informationen.

Wenn Sie die Anwendung von Enstilar vergessen haben

Wenden Sie nicht die doppelte Menge an, wenn Sie die vorherige Anwendung vergessen haben.

Wenn Sie die Anwendung von Enstilar abbrechen

Die Anwendung von Enstilar ist in Absprache mit Ihrem Arzt zu beenden. Unter Umständen müssen

Sie den Schaum schrittweise absetzen, vor allem nach längerer Anwendung.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt,

Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die folgenden Nebenwirkungen wurden für Enstilar berichtet:

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Allergische Reaktion. Symptome können Hautausschlag und Schwellungen an Haut, Gesicht oder

Mund beinhalten

Verschlimmerung oder „Aufflammen“ der Psoriasis nach Therapieabbruch

Anstieg der Kalziumkonzentration im Blut

Hautirritationen, einschliesslich Juckreiz, Schmerzen, Brennen und Stechen und/oder Rötung der

Haut

Rötung, Schmerzen oder Schwellung der Haarwurzeln der Haut (Follikulitis)

Entfärbung der Haut (Depigmentierung)

Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Verschwommenes Sehen

Enstilar enthält Betamethason (ein stark wirksames Kortikosteroid) und Calcipotriol. Es können daher

folgende Nebenwirkungen auftreten. Diese Nebenwirkungen können insbesondere dann auftreten,

wenn Enstilar für eine längere Zeit, unter Verbandmaterial oder Hautfalten (z. B. Leiste, Achselhöhlen

oder unter der Brust) oder auf großer Hautfläche angewendet wird:

Allergische Reaktionen wie Gesichtsschwellung oder Schwellungen an anderen Körperteilen wie

Händen oder Füßen. Es kann zu Schwellungen von Mund/Rachen und Atemproblemen kommen

Die Kalziumwerte im Blut oder Urin können sich erhöhen. Symptome sind häufige

Urinausscheidung, Verstopfung, Muskelschwäche und Verwirrtheit. Die Kalziumkonzentration

normalisiert sich nach Behandlungsabbruch

Ihre Nebennieren arbeiten nicht mehr richtig. Anzeichen sind Müdigkeit, Depression und

Angstgefühle

Verschwommene Sicht, Beeinträchtigung der Nachtsicht, Lichtempfindlichkeit (dies kann

Anzeichen eines Katarakts sein)

Augenschmerzen, rote Augen, verminderte oder verschwommene Sicht (dies kann Anzeichen

eines erhöhten Augeninnendrucks sein)

Infektionen (weil Ihr Immunsystem geschwächt ist)

Pustuläre Psoriasis (roter Psoriasis-Bereich mit gelben Pusteln (Pickeln))

Ihre Blutzuckerwerte können schwanken

Falls eine der oben genannten Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, kontaktieren Sie bitte

unverzüglich Ihren Arzt.

Weniger schwerwiegende Nebenwirkungen, die durch Calcipotriol oder Betamethason

verursacht werden können:

Dünnerwerden der Haut

Dehnungsstreifen

oberflächliche Hautgefäße werden sichtbarer

Veränderungen im Haarwachstum

roter Ausschlag um den Mund herum (periorale Dermatitis)

Verschlimmerung Ihrer Psoriasis

Lichtempfindlichkeit der Haut, die zu Ausschlag führt

Juckender Hautausschlag (Ekzem)

bei Anwendung auf der Kopfhaut kann weißes oder graues Haar an der Anwendungsstelle

vorübergehend eine gelbliche Farbe annehmen

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Enstilar aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen Enstilar nach dem auf der Sprühdose /dem Umkarton nach "verwendbar bis" angegebenen

Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Nicht über 30 °C lagern.

Warnhinweis:

Extrem entzündbares Aerosol. Behälter steht unter Druck: Kann bei

Erwärmung platzen. Vor Sonnenlicht schützen und nicht Temperaturen über 50 °C

aussetzen. Nicht gewaltsam öffnen oder verbrennen, auch nicht nach dem Gebrauch.

Nicht in offene Flammen oder andere Zündquellen sprühen. Von Funken, offenen

Flammen oder einer anderen Zündquellen fernhalten. Rauchen Sie nicht in der Nähe

der Sprühdose.

Die Sprühdose ist 6 Monate nach dem Öffnen zu entsorgen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Enstilar enthält

Die Wirkstoffe sind:

Calcipotriol und Betamethason.

1 Gramm Schaum zur Anwendung auf der Haut enthält 50 Mikrogramm Calcipotriol (als

Monohydrat) und 0,5 mg Betamethason (als Dipropionat).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Dickflüssiges Paraffin

alpha-Hydro-omega-(octadecyloxy)poly(oxypropylen)-11

all-rac-alpha-Tocopherol

Weißes Vaselin

Butylhydroxytoluol (E321)

Butan

Dimethylether

Wie Enstilar aussieht und Inhalt der Packung

Enstilar ist ein Schaum zur Anwendung auf der Haut.

Nach dem Sprühen wird ein weißer bis cremefarbiger Schaum gebildet.

Der Schaum hat das Aussehen eines sich nicht ausdehnenden Schaums, der nach dem Sprühen

allmählich in sich zusammenfällt.

Aluminiumdose mit einem Polyamidimid-Innenlack, ausgestattet mit einem Regelventil und einem

Sprühkopf.

Eine Sprühdose enthält 60 g Schaum (Treibmittel nicht eingeschlossen).

Packungsgrößen: 1 x 60 g, 2 x 60 g

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer:

LEO Pharma A/S

Industriparken 55

DK-2750 Ballerup

Dänemark

Örtlicher Vertreter:

LEO Pharma GmbH

Frankfurter Straße 233

63263 Neu-Isenburg

Telefon: 06102/201-0

Telefax: 06102/201-200

www.leo-pharma.de

Hersteller:

LEO Laboratories Ltd.

285 Cashel Road, Crumlin

Dublin 12

Irland

Colep Laupheim GmbH & Co. KG

Fockestraße 12

88471 Laupheim

Deutschland

LEO Pharma A/S

Industriparken 55

DK-2750 Ballerup

Dänemark

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Österreich, Bulgarien, Kroatien, Zypern, Tschechische Republik, Dänemark, Estland,

Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Island, Irland, Italien,

Lettland, Litauen, Malta, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Slowakei,

Spanien, Schweden, Vereinigtes Königreich,

Enstilar

Belgien, Luxemburg, Rumänien, Slowenien

Enstilum

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2021.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Fachinformation

SmPC - DE - Enstilar - –renewal Feb 2021 final clean- German

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Enstilar 50 Mikrogramm/g + 0,5 mg/g Schaum zur Anwendung auf der Haut

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 g Schaum zur Anwendung auf der Haut enthält 50 Mikrogramm Calcipotriol (als Monohydrat) und

0,5 mg Betamethason (als Dipropionat).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Butylhydroxytoluol (E321) 50 Mikrogramm/g Schaum zur Anwendung auf der Haut

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Schaum zur Anwendung auf der Haut

Nach dem Sprühen bildet sich ein weißer bis cremefarbiger Schaum.

Der Schaum hat das Aussehen eines sich nicht ausdehnenden Schaums, der nach dem Sprühen

allmählich in sich zusammenfällt.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Topische Behandlung von Psoriasis vulgaris bei Erwachsenen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Behandlung des Psoriasisschubs

Enstilar Schaum soll einmal täglich auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen werden. Die

empfohlene Anwendungsdauer beträgt 4 Wochen. Wenn es nötig ist, die Behandlung danach

fortzusetzen oder neu zu starten, soll die Behandlung nach ärztlicher Kontrolle und unter

regelmäßiger Überwachung fortgeführt werden.

Langzeit-Erhaltungsbehandlung

Patienten, die auf die einmal tägliche, vierwöchige Behandlung mit Enstilar angesprochen haben,

eignen sich für eine Langzeit-Erhaltungsbehandlung. Enstilar sollte zweimal wöchentlich an zwei

nicht aufeinanderfolgenden Tagen an den Körperstellen angewendet werden, die zuvor von

Psoriasis vulgaris betroffen waren. Zwischen den Anwendungen sollten 2-3 Tage ohne Enstilar-

Behandlung liegen.

Wenn Anzeichen eines Rezidivs auftreten, soll die Behandlung des Psoriasisschubs, wie oben

beschrieben, wieder aufgenommen werden.

Maximaldosis

Die tägliche Maximaldosis von Enstilar soll 15 g nicht überschreiten, eine 60 g Sprühdose soll für

mindestens 4 Behandlungstage reichen. 15 g entsprechen der Menge, die abgegeben wird, wenn

der Sprühkopf ungefähr eine Minute lang vollständig gedrückt wird. Eine 2 Sekunden Anwendung

setzt ungefähr 0,5 g frei. Hinweis: 0,5 g Schaum bedecken einen Hautabschnitt, der etwa der

Fläche einer erwachsenen Hand entspricht.

Bei der Anwendung von anderen topischen Arzneimitteln zusätzlich zu Enstilar, die Calcipotriol

enthalten, soll die Gesamtdosis aller Calcipotriol-haltigen Arzneimittel 15 g am Tag nicht

überschreiten.

Die zu behandelnde Hautfläche soll 30 % der Körperoberfläche nicht überschreiten.

Spezielle Patientengruppen

Nieren- und Lebererkrankungen

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Enstilar Schaum bei Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz oder schweren Lebererkrankungen wurden nicht untersucht.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Enstilar Schaum bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht untersucht.

Die derzeit verfügbaren Daten bei Kindern im Alter von 12 bis 17 Jahren sind in den Abschnitten 4.8

und 5.1 beschrieben, es kann jedoch keine Dosisempfehlung ausgesprochen werden.

Art der Anwendung

Zur Anwendung auf der Haut.

Die Sprühdose sollte vor Gebrauch ein paar Sekunden geschüttelt werden. Enstilar soll mit einem

Abstand von 3 cm von der Haut aufgesprüht werden. Beim Sprühen kann die Dose in jede

Ausrichtung gehalten werden, außer waagerecht.

Enstilar soll direkt auf jede betroffene Hautstelle aufgesprüht und sanft eingerieben werden.

Bei Anwendung auf der Kopfhaut soll Enstilar in die Handinnenfläche gesprüht und dann mit den

Fingerspitzen auf die betroffenen Kopfhautbereiche aufgetragen werden. Die Packungsbeilage

enthält eine Anleitung zum Waschen der Haare.

Die Hände müssen nach jeder Anwendung von Enstilar gewaschen werden (außer Enstilar wird zur

Behandlung der Hände benutzt), um eine versehentliche Übertragung von Enstilar auf andere

Stellen des Körpers sowie unbeabsichtigte Resorption des Medikaments an den Händen zu

vermeiden. Eine Anwendung unter Okklusivverbänden soll vermieden werden, da dies die

systemische Resorption der Kortikosteroide erhöht. Es wird empfohlen, nicht unmittelbar nach der

Anwendung von Enstilar zu duschen oder zu baden. Lassen Sie den Schaum über den Tag oder

über die Nacht auf der Kopfhaut und/oder der Haut.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Enstilar ist kontraindiziert bei erythrodermischer und pustulöser Psoriasis.

Enstilar enthält Calcipotriol und ist deshalb bei Patienten mit bekannten Störungen des

Kalziumstoffwechsels kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.4).

Aufgrund des enthaltenen Kortikosteroids ist die Anwendung von Enstilar

kontraindiziert bei

Virus-bedingten Hautläsionen (z. B. Herpes, Varizellen), mykotischen oder bakteriellen

Hautinfektionen, parasitären Infektionen, Hauterkrankungen als Folge von Tuberkulose, perioraler

Dermatitis, Hautatrophien, Striae distensae, erhöhter Fragilität der Hautgefäße, Ichthyose, Akne

vulgaris, Akne Rosacea, Rosacea, Ulzera und Wunden (siehe Abschnitt 4.4) im Behandlungsfeld.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Einfluss auf das Hormonsystem:

Bedingt durch systemische Resorption können auch nach topischer Anwendung Nebenwirkungen,

die im Zusammenhang mit einer systemischen Kortikoidbehandlung beobachtet wurden, auftreten,

wie z. B. adrenokortikale Suppression oder Beeinflussung der metabolischen Kontrolle eines

Diabetes mellitus.

Eine Anwendung unter Okklusivverbänden sollte vermieden werden, da dies die systemische

Resorption der Kortikosteroide erhöht. Die Anwendung auf großen Flächen geschädigter Haut, auf

Schleimhäuten oder in Hautfalten soll vermieden werden, da dies die systemische Resorption von

Kortikosteroiden steigert (siehe Abschnitt 4.8).

Sehstörung

Bei der systemischen und topischen Anwendung von Corticosteroiden können Sehstörungen

auftreten. Wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen

Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur

Bewertung möglicher Ursachen in Erwägung gezogen werden; diese umfassen unter anderem

Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie z. B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC),

die nach der Anwendung systemischer oder topischer Corticosteroide gemeldet wurden.

Einfluss auf den Kalzium-Metabolismus:

Aufgrund des Gehaltes an Calcipotriol in Enstilar kann eine Hyperkalzämie auftreten. Nach

Absetzen der Behandlung normalisiert sich der Serumkalziumspiegel. Das Risiko einer

Hyperkalzämie ist minimal, wenn die maximale Tagesdosis von Enstilar (15 g) nicht überschritten

wird (siehe Abschnitt 4.2).

Lokale Nebenwirkungen:

Enstilar enthält ein Steroid der Stärkeklasse 3 und eine gleichzeitige Behandlung der gleichen

Behandlungsfläche mit anderen Steroiden muss vermieden werden.

Die Haut im Gesicht und an den Genitalien reagiert sehr empfindlich auf Kortikosteroide. Das

Arzneimittel soll nicht auf diesen Stellen angewendet werden.

Der Patient muss über die korrekte Anwendung des Arzneimittels aufgeklärt werden, um das

Auftragen oder ein versehentliches Übertragen auf Gesicht, Mund oder Augen zu vermeiden. Die

Hände müssen nach jeder Anwendung gewaschen werden, um eine versehentliche Übertragung auf

diese Stellen sowie unbeabsichtigte Resorption des Medikaments an den Händen zu vermeiden.

Gleichzeitig auftretende Hautinfektionen:

Beim Auftreten sekundärer Infektionen von Hautläsionen ist eine antibakterielle Therapie

einzuleiten. Tritt dennoch eine Verschlechterung der Infektion auf, ist die Behandlung mit

Kortikosteroiden abzubrechen (siehe Abschnitt 4.3).

Absetzen der Behandlung:

Bei der Psoriasis-Behandlung mit topischen Kortikosteroiden besteht das Risiko eines "Rebound-

Effekts" nach Beendigung der Behandlung. Daher sollte die medizinische Überwachung auch in

der Zeit nach der Behandlung fortgeführt werden.

Langzeitanwendung:

Bei Langzeitanwendung von Kortikosteroiden besteht ein erhöhtes Risiko für lokale und

systemische Nebenwirkungen. Falls Nebenwirkungen aufgrund der Langzeitanwendung von

Kortikosteroiden auftreten, sollte die Behandlung beendet werden (siehe Abschnitt 4.8).

Ungeprüfte Anwendung:

Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Enstilar bei Psoriasis guttata vor.

Nebenwirkungen von sonstigen Bestandteilen:

Enstilar enthält den sonstigen Bestandteil Butylhydroxytoluol (E321), das örtlich begrenzt

Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis), Reizungen der Augen und der Schleimhäute hervorrufen

kann.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien mit Enstilar zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft:

Über die Anwendung von Enstilar bei schwangeren Frauen liegen keine Daten vor. Bei oraler Gabe

zeigten Tierstudien mit Calcipotriol keine teratogenen Effekte, jedoch wurde Reproduktionstoxizität

festgestellt (siehe Abschnitt 5.3). Tierstudien mit Glukokortikoiden zeigten zwar eine

Reproduktionstoxizität; eine Anzahl epidemiologischer Studien (weniger als 300 Ausgänge von

Schwangerschaften) ergaben jedoch keine Anhaltspunkte für das Auftreten von kongenitalen

Anomalien bei Kindern, deren Mütter während der Schwangerschaft mit Kortikosteroiden behandelt

wurden. Das potenzielle Risiko beim Menschen ist unklar. Daher soll Enstilar während der

Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko

rechtfertigt.

Stillzeit:

Betamethason geht in die Muttermilch über, aber in therapeutischen Dosen ist das Risiko von

Nebenwirkungen beim Säugling sehr gering. Zum Übergang von Calcipotriol in die Muttermilch

liegen keine Daten vor. Enstilar soll stillenden Frauen mit Vorsicht verschrieben werden. Die Patientin

sollte angewiesen werden, Enstilar während der Stillperiode nicht auf die Brust aufzutragen.

Fertilität:

Die orale Gabe von Calcipotriol oder Betamethasondipropionat zeigte in Studien mit Ratten keinen

Einfluss auf die Fertilität männlicher oder weiblicher Tiere (siehe Abschnitt 5.3). Es liegen keine

Daten zur Fertilität beim Menschen vor.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Enstilar hat keinen oder einen zu vernachlässigenden Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Die Abschätzung der Häufigkeit von Nebenwirkungen basiert auf einer zusammengefassten

Analyse von Daten aus klinischen Studien.

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen während der Behandlung sind Reaktionen am

Anwendungsort.

Die Nebenwirkungen sind nach Systemorganklassen gemäß MedDRA aufgeführt, wobei die

einzelnen Nebenwirkungen nach ihrer Häufigkeit, beginnend mit der am häufigsten berichteten

Nebenwirkung, aufgelistet werden. Innerhalb einer Häufigkeitsgruppierung werden die

Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad gelistet.

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100, <1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000, <1/100)

Selten

(≥ 1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich

≥ 1/1.000, <1/100

Follikulitis

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich

≥ 1/1.000, <1/100

Überempfindlichkeit

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich

≥ 1/1.000, <1/100

Hyperkalzämie*

Augenerkrankungen

Nicht bekannt

Verschwommenes Sehen**

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich

≥ 1/1.000, <1/100

Hypopigmentierung der Haut

Nicht bekannt

Änderungen der Haarfarbe***

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich

(≥ 1/1.000, <1/100)

Rebound Effekt

Pruritus am Verabreichungsort

Irritationen am Verabreichungsort

Schmerzen am Verabreichungsort****

* leichte Hyperkalzämie wurde beobachtet.

Siehe Abschnitt 4.4

*** Bei Kombinationsprodukten mit Calcipotriol und Betamethason wurde von vorübergehender

Farbveränderung bei weißem oder grauem Haar an der Anwendungsstelle hin zu gelblich berichtet.

**** Schmerzen am Verabreichungsort beinhalten das Brennen am Verabreichungsort.

Kinder und Jugendliche

Es wurden keine klinisch relevanten Unterschiede zwischen den Sicherheitsprofilen von

Erwachsenen und Jugendlichen beobachtet. Insgesamt 106 Jugendliche wurden in einer offenen

klinischen Studie behandelt. Siehe Abschnitt 5.1 für weitere Details zu dieser Studie.

Die folgenden Nebenwirkungen werden den pharmakologischen Klassen Calcipotriol bzw.

Betamethason zugeordnet:

Calcipotriol:

Zu den Nebenwirkungen zählen Reaktionen an der Applikationsstelle, Pruritus, Hautirritationen,

Brennen und Stechen, trockene Haut, Erythem, Hautausschlag, Dermatitis, Verschlechterung der

Psoriasis, Photosensibilität und Überempfindlichkeitsreaktionen, einschließlich in sehr seltenen

Fällen Angio- und Gesichts-Ödem.

Sehr selten können nach topischer Anwendung systemische Effekte, die zu einer Hyperkalzämie

oder Hyperkalzurie führen, auftreten (siehe Abschnitt 4.4).

Betamethason (als Dipropionat):

Nach topischer Anwendung können lokale Reaktionen auftreten, besonders bei längerer

Anwendung. Diese beinhalten Hautatrophie, Teleangiektasien, Striae, Follikulitis, Hypertrichose,

periorale Dermatitis, allergische Kontaktdermatitis, Depigmentierung und Kolloidmilium.

Bei der Behandlung von Psoriasis mit topischen Kortikosteroiden besteht zudem das Risiko einer

generalisierten pustulösen Psoriasis.

Systemische Reaktionen nach topischer Kortikosteroid-Anwendung sind bei Erwachsenen selten,

können jedoch schwerwiegend sein. Insbesondere nach Langzeitbehandlung können

adrenokortikale Suppression, Katarakt, Infektionen, ein Einfluss auf die diabetische

Stoffwechsellage und erhöhter Augeninnendruck auftreten. Systemische Reaktionen treten häufiger

bei der Anwendung unter Okklusion (Plastikfolie, Hautfalten), bei großflächiger Anwendung auf

der Haut und bei Langzeitbehandlung auf (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen:

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung über das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website http://www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Eine Anwendung von mehr als der empfohlenen Dosis kann zu einem erhöhten

Serumkalziumspiegel führen, welcher sich nach Absetzen der Behandlung normalisiert. Die

Symptome einer Hyperkalzämie beinhalten Polyurie, Obstipation, Muskelschwäche, Verwirrtheit

und Koma.

Extrem lange Anwendung von topischen Kortikosteroiden kann zu einer adrenokortikalen

Suppression führen, die meist reversibel ist. In solchen Fällen ist eine symptomatische Behandlung

indiziert.

Bei Auftreten von chronischer Toxizität ist die Kortikosteroid-Behandlung schrittweise zu beenden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antipsoriatika. Andere Antipsoriatika zur topischen Anwendung,

Calcipotriol, Kombinationen; ATC-Code: D05AX52.

Wirkmechanismus:

Enstilar Schaum kombiniert die pharmakologischen Wirkungen von Calcipotriol Monohydrat als

synthetisches Vitamin D

Derivat und Betamethasondipropionat als synthetisches Kortikosteroid.

Bei Psoriasis wirken Vitamin D und seine Derivate hauptsächlich durch die Hemmung der

Keratinozytenproliferation und durch die Induktion der Keratinozytendifferenzierung. Der

zugrundeliegende wachstumshemmende Mechanismus von Vitamin D in Keratinocyten beinhaltet die

Induktion des wachstumshemmenden Faktors TGF-ß (transforming growth factor beta) und des

Zyklin-abhängigen Kinase Inhibitors mit anschließenden Wachstumsstopp in der G1 Phase des

Zellzyklus und Down-Regulierung der Proliferationsfaktoren EGR-1 (early growth response-1) und

PLK-2 (polo-like-kinase-2).

Vitamin D hat zusätzlich einen immunomodulatorischen Effekt und unterdrückt die Aktivierung und

Differenzierung von Th17/Th1 Zellen bei gleichzeitiger Induktion einer TH2/Treg Antwort.

Kortikosteroide unterdrücken bei Psoriasis das Immunsystem, insbesondere die pro-

inflammatorischen Zytokine und Chemokine, und hemmen so die Aktivierung von T-Zellen. Auf

molekularer Ebene wirken Kortikosteroide mittels intrazellulärem Glukokortikoid-Rezeptor und die

anti-inflammatorische Funktion kommt durch die Transrepression pro-inflammatorischer

Transkriptionsfaktoren wie Nuclear factor κB, Activator protein-1 und Interferon regulatory protein-3

zustande.

In Kombination entfalten Calcipotriol Monohydrat und Betamethasondipropionat größere

entzündungshemmende und wachstumshemmende Wirkungen als jede Komponente alleine.

Pharmakodynamische Wirkungen:

Kurzzeit-Daten

Unter Bedingungen mit maximaler Anwendung bei Probanden mit ausgedehnter Psoriasis auf dem

Körper und der Kopfhaut, die bis zu 4 Wochen behandelt wurden, wurde die adrenale Antwort auf

ACTH durch eine Messung des Kortison-Levels bestimmt. Keiner der 35 Probanden hatte 30-60

Minuten nach ACTH Stimulation erniedrigte Kortisonwerte im Blutserum. Daher scheint das Risiko

einer hypophysäradrenalen Unterdrückung niedrig zu sein, wenn Enstilar bei ausgedehnter Psoriasis

vulgaris für 4 Wochen angewendet wird. Ebenso gab es keinen Hinweis auf einen abnormalen

Kalziummetabolismus als Folge der Anwendung von Enstilar für 4 Wochen bei ausgedehnter

Psoriasis vulgaris.

Langzeit-Daten

Die adrenale Antwort auf die ACTH-Stimulation wurde bei erwachsenen Probanden mit

mittelschwerer bis schwerer Psoriasis vulgaris, die mindestens 10% der Körperoberfläche betrifft,

evaluiert. Die Probanden wurden randomisiert und erhielten zweimal wöchentlich entweder Enstilar

oder Schaumvehikel bis zu 52 Wochen lang (Langzeit-Erhaltungsbehandlung). Probanden, bei denen

ein Rezidiv auftrat, wurden 4 Wochen lang einmal täglich mit Enstilar behandelt und setzten danach

die randomisierte Behandlung fort.

Die Studienergebnisse standen im Einklang mit einem geringen Risiko einer hypophysär-adrenalen

Unterdrückung bei Probanden mit ausgedehnter Psoriasis (BSA 10-30%), die Enstilar zweimal

wöchentlich bis zu 52 Wochen lang wie beschrieben angewendet haben. In dieser Studie gab es keinen

klinisch relevanten Effekt auf den Kalziumstoffwechsel.

Klinische Wirksamkeit:

Kurzzeit-Daten

Die Wirksamkeit von Enstilar bei einmal täglicher Anwendung wurde in drei randomisierten,

doppelblinden oder Investigator-blinden Studien während 4 Wochen untersucht, mit über 1100

Probanden mit Psoriasis am Körper (in Studie 2 auch Kopfhaut), mit mindestens leichtem

Schweregrad gemäß Physician’s Global Assessment of disease severity (PGA), mit mindestens 2 %

der betroffenen Körperoberfläche (BSA; body surface area) und mit einem modifizierten (m)-PASI

Wert (modified psoriasis area severity index) von mindestens 2. Die generelle Einstufung durch den

Arzt erfolgte mittels einer 5-Stufen Skala (keine, fast keine, leichte, mittelschwere, schwere),

basierend auf der durchschnittlichen psoriatischen Läsion.

Der primäre Endpunkt war Probanden mit „Behandlungserfolg“ („keine“, oder „fast keine“ bei

Probanden mit mindestens mittelschwerer Erkrankung zu Beginn der Behandlung (Baseline), „keine“

für Probanden mit leichter Erkrankung zu Beginn der Behandlung) gemäß PGA nach Woche 4.

Krankheitsbezogene Basischarakteristika

Studie 1 (N=426)

Studie 2 (N=302)

Studie 3 (N=376)

Baseline Schweregrad (PGA)

Leicht

65 (15,3 %)

41 (13,6 %)

63 (16,8 %)

Mittelschwer

319 (74,9 %)

230 (76,2 %)

292 (77,7 %)

Schwer

42 (9,9 %)

31 (10,3 %)

21 (5,6 %)

Durchschnitt Körperoberfläche

(Bereich)

7,5% (2-30 %)

7,1% (2-28 %)

7,5% (2-30 %)

Durchschnitt m-PASI (Bereich)

7,5 (2,0-47,0)

7,6 (2,0-28,0)

6,8 (2,0-22,6)

Anteil Probanden mit “Behandlungserfolg” gemäß PGA am Körper nach Woche 4.

Enstilar

Vehikel-

schaum

Betamethasondi

propionat in

Vehikelschaum

Calcipotriol in

Vehikelschaum

Daivobet

Salbe

Vehikel-

salbe

Studie

1

(N=323)

53,3 %

(N=103)

4,8 %

Studie

2

(N=100)

45,0 %

(N=101)

30,7 %

(N=101)

14,9 %

Studie

3

(N=141)

54,6 %

(N=49)

6,1 %

(N=135)

43,0 %

(N=51)

7,8 %

Die Ergebnisse des primären Endpunkts "Behandlungserfolg" (PGA) am Körper nach 4 Wochen

zeigten, dass Enstilar signifikant stärker wirksam als alle in die Studie einbezogenen

Vergleichssubstanzen war. Ein Ansprechen wurde in allen Kategorien der Erfassung des

Ausgangsschweregrads der Erkrankung beobachtet.

In Studie 2 wurde die Wirkung von Enstilar auf die Psoriasis der Kopfhaut untersucht, bestimmt als

Anteil der Probanden mit einem "Behandlungserfolg" gemäß PGA an der Kopfhaut nach 4 Wochen.

Anteil der Probanden mit einem "Behandlungserfolg" gemäß PGA der Kopfhaut nach 4

Wochen.

Enstilar

Betamethasondipropionat

in Vehikelschaum

Calcipotriol in

Vehikelschaum

Studie 2

(N=100)

53.0 %

(N=101)

47.5 %

(N=101)

35.6 %

Enstilar war statistisch signifikant stärker wirksam als Calcipotriol. Außerdem ging Enstilar auch mit

einer höheren Behandlungserfolgsrate als Betamethasondipropionat einher. Dieser Vergleich erreichte

allerdings keine statistische Signifikanz.

Die Wirkung der einmal täglichen Anwendung von Enstilar auf Juckreiz und juckreizbedingte

Schlafstörungen wurde in Studie 1 mittels einer visuellen Analogskala (VAS) mit einem Bereich von

0 mm (überhaupt kein Juckreiz/keine Schlafstörungen) bis 100 mm (schlimmster vorstellbarer

Juckreiz/schlimmste Schlafstörungen) untersucht. Verglichen mit Vehikel erreichte eine statistisch

signifikant höhere Anzahl an Probanden in der Enstilar-Gruppe eine 70%ige Minderung des

Juckreizes und der juckreizbedingten Schlafstörungen ab Tag 3 und während der ganzen

Behandlungsdauer.

Der Einfluss von Enstilar auf die Lebensqualität wurde in Studie 1 mittels des generischen EQ-5D-5L

Fragebogens und des dermatologischen DLQI Fragebogens untersucht. Der DLQI Fragebogen

dokumentierte statistisch signifikant stärkere Verbesserung der Lebensqualität zugunsten Enstilar ab

Woche 1 und während der gesamten Behandlungsdauer, und der EQ-5D-5L Fragebogen in Woche 4.

Langzeit-Daten

Die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung mit Enstilar wurde in einer randomisierten,

doppelblinden Vehikel-kontrollierten Studie (Studie 4) untersucht. Die Probanden wurden einmal

täglich für 4 Wochen unverblindet mit Enstilar behandelt und die Responder wurden dann

randomisiert, um Enstilar (Langzeit-Erhaltungsbehandlung) oder Vehikelschaum zweimal

wöchentlich für bis zu 52 Wochen zu erhalten. Probanden in beiden Behandlungsarmen, die ein

Rezidiv erlitten, wurden einmal täglich 4 Wochen lang mit Enstilar behandelt, und diejenigen, die

darauf ansprachen, wurden entsprechend ihrer Randomisierung weiterbehandelt.

Krankheitsbezogene Basischarakteristika (alle randomisierten Probanden)

Studie 4 (N=545)

Baseline Schweregrad (PGA)

Leicht

Mittelschwer

Schwer

58 (10.6%)

447 (82.0%)

40 (7.3%)

Durchschnitt Körperoberfläche (Bereich)

8.3 (1.0-38.0)

Durchschnitt m-PASI (Bereich)

7.8 (2.0-28.0)

Probanden, die eine Langzeit-Erhaltungsbehandlung mit Enstilar erhielten, wiesen einen längeren

Zeitraum bis zum ersten Rezidiv auf, hatten während der Studie einen größeren Anteil an Tagen in

Remission und weniger Rezidive als Probanden, die den Vehikelschaum verwendeten. Die

nachstehende Tabelle gibt einen Überblick über die in dieser Studie beobachtete Wirkung auf das

Rezidiv.

Zusammenfassung der Wirksamkeit bei Langzeit-Erhaltungsbehandlung bis zu 52 Wochen

(Studie 4)

Endpunkt

Beobachtete Daten in der Studie

Ergebnisse der statistischen Analyse

(N=521)*

Langzeit-

Erhaltung +

Rezidiv-

Behandlung

(N=256)

Vehikel + Rezidiv-

Behandlung

(N=265)

Schätzungen [95% CI]

p-Wert

Primär:

Zeit bis zum

ersten Rezidiv

Mediane Zeit bis

zum ersten

Rezidiv=56 Tage

Mediane Zeit bis

zum ersten

Rezidiv=30 Tage

HR=0.57 [0.47; 0.69]

(Reduktion um 43% [31%;

53%])

p<0.001

Sekundär:

Anteil der

Tage in

Remission

Medianer Anteil

von Tagen=69.3%

Medianer Anteil

von Tagen=56.6%

DP=11% [8%;14%]

(Anstieg um 41 [29; 53] Tage)

p<0.001

Sekundär:

Zahl der

Rezidive

Mediane Anzahl

von Rezidiven=2.0

Mediane Anzahl

von Rezidiven=3.0

RR=0.54 [0.46;0.63]

(Reduktion um 46% [37%;

54%])

p<0.001

*Die statistische Analyse hat die Langzeit-Erhaltungsbehandlung + Rezidiv-Behandlung verglichen

mit Vehikelbehandlung + Rezidiv-Behandlung

CI: Confidence interval (Konfidenzintervall); DP: Difference in proportion of days per year

(Unterschiede im Verhältnis der Tage pro Jahr); HR: Hazard-ratio (Risikoquotient); N: Anzahl der

Probanden im vollständigen Analysesatz; RR: Rate-ratio (Ratenverhältnis)

Kinder und Jugendliche

Die Auswirkungen auf den Kalziumstoffwechsel wurden in einer unkontrollierten, offenen, 4-

wöchigen Studie an 106 Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit Psoriasis an Kopfhaut und

Körper untersucht. Die Probanden benutzten bis zu 105 g Enstilar pro Woche. Es wurden keine Fälle

von Hyperkalzämie und keine klinisch relevanten Veränderungen des Kalziumspiegels im Urin

berichtet.

Die adrenale Reaktion auf die ACTH-Stimulation wurde bei einer Teilmenge von 33 Probanden mit

umfangreicher Plaque-Psoriasis gemessen, an der mindestens 20% der Kopfhaut und 10% der

Körperoberfläche beteiligt waren. Nach 4 Wochen Behandlung mit Enstilar hatten 2 Probanden einen

Cortisolspiegel ≤18 mcg/dL bei 30 Minuten nach der ACTH-Stimulation, hatten aber ein normales

Ansprechen nach 60 Minuten. Ein dritter Proband hatte eine minimale Cortisolreaktion auf den

ACTH-Stimulationstest zu Studienbeginn, was zu nicht eindeutigen Ergebnissen nach der Behandlung

führte. Keiner dieser Fälle hatte klinische Manifestationen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach systemischer Exposition werden beide Wirkstoffe – Calcipotriol und

Betamethasondipropionat – rasch und umfassend metabolisiert.

Calcipotriol wird hauptsächlich über den Kot (Ratten und Minischweine) und

Betamethasondipropionat hauptsächlich über den Urin (Ratten und Mäuse) ausgeschieden. Studien zur

Gewebsverteilung mit radioaktiv markiertem Calcipotriol bzw. Betamethasondipropionat an Ratten

ergaben, dass in Nieren und Leber der höchste Grad an Radioaktivität vorlag.

Das Ausmaß der perkutanen Resorption der beiden Wirkstoffe nach topischer Anwendung von

Enstilar wurde in der Studie zur HPA-Achse bei Probanden mit großflächiger Psoriasis vulgaris

bestimmt (siehe Abschnitt 5.1). Die Konzentrationen von Calcipotriol und Betamethasondipropionat

lagen in den meisten Proben von 35 Patienten, deren großflächige Psoriasis an Körper und Kopfhaut

für 4 Wochen einmal täglich behandelt wurde, unterhalb der unteren Nachweisgrenze. Zu einigen

Zeitpunkten waren Calcipotriol bei einem Probanden, Betamethasondipropionat bei fünf Probanden

und Metaboliten von Calcipotriol und Betamethasondipropionat bei drei bzw. 27 Probanden

nachweisbar.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Tierversuchen zeigten Kortikosteroide eine Reproduktionstoxizität (Kiefer-Gaumenspalte,

Skelettdeformierung). In Langzeitstudien zur Reproduktionstoxizität nach oraler

Kortikosteroidgabe kam es bei Ratten zu verlängerter Gestation sowie verlängerter und erschwerter

Geburt. Weiterhin waren eine erhöhte Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen, ein verringertes

Geburtsgewicht und eine verminderte Gewichtszunahme zu beobachten. Die Fertilität blieb

unbeeinflusst. Die Relevanz dieser Beobachtungen für den Menschen ist ungeklärt.

Calcipotriol hat nach oraler Gabe in Dosen von 54 µg/kg/Tag bzw. 12 µg/kg/Tag bei Ratten bzw.

Kaninchen maternale und fötale Toxizität gezeigt. Die unter maternaler Toxizität beobachteten fötalen

Abnormitäten umfassten Anzeichen einer Unreife des Skeletts (unvollständige Ossifikation der

Schambeine und der Phalangen der Vordergliedmaßen sowie weite Fontanellen) und vermehrtes

Auftreten überzähliger Rippen.

Basierend auf konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Toxizität bei wiederholter

Verabreichung und Genotoxizität weisen die nicht-klinischen Daten auf keine besonderen Gefahren

für den Menschen hin.

Dermale Karzinogenitätsstudien mit Calcipotriol und Betamethasondipropionat an Mäusen und orale

Karzinogenitätsstudien an Ratten ergaben keine besondere Gefährdung des Menschen.

In einer Studie zur lokalen Verträglichkeit an Minischweinen rief Enstilar leichte bis mittelschwere

Hautreizungen hervor.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Dickflüssiges Paraffin

alpha-Hydro-omega-(octadecyloxy)poly(oxypropylen)-11

all-rac-alpha-Tocopherol

Weißes Vaselin

Butylhydroxytoluol (E321)

Butan

Dimethylether

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre.

Nach Anbruch: 6 Monate.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

Warnhinweis:

Extrem entzündbares Aerosol.

Behälter steht unter Druck: Kann bei Erwärmung platzen.

Vor Sonnenlicht schützen.

Setzen Sie die Sprühdose keiner Temperatur über 50 °C aus.

Nicht gewaltsam öffnen oder verbrennen, auch nicht nach dem Gebrauch.

Nicht in eine offene Flamme oder andere Zündquelle sprühen.

Halten Sie die Sprühdose fern von Funken, offenen Flammen oder anderen Zündquellen.

Nicht Rauchen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminiumdose mit einem Polyamidimid-Innenlack, ausgestattet mit einem Regelventil und einem

Sprühkopf.

Eine Sprühdose enthält 60 g Schaum (Treibmittel nicht eingeschlossen).

Packungsgrößen: 60 g, 2 x 60 g

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den lokalen Anforderungen zu

entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

LEO Pharma A/S

Industriparken 55

DK - 2750 Ballerup

Dänemark

Örtlicher Vertreter:

LEO Pharma GmbH

Frankfurter Straße 233

63263 Neu-Isenburg

Telefon: 0 61 02 / 201 – 0

Telefax: 0 61 02 / 201 – 200

www.leo-pharma.de

8.

ZULASSUNGSNUMMER

94787.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 09. Mai 2016

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 08. Februar 2021

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2021

11.

Verschreibungsstatus

Verschreibungspflichtig

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