Endoxan 200 mg Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Cyclophosphamid 1 H<2>O
Verfügbar ab:
Baxter Oncology GmbH
ATC-Code:
L01AA01
INN (Internationale Bezeichnung):
Cyclophosphamide 1 H<2>O
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Zusammensetzung:
Cyclophosphamid 1 H<2>O 213.8mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6035903.01.00

GI Endoxan Pulver

10.2012

Gebrauchsinformation: Information für den Patienten

Endoxan

100 mg / 200 mg / Endoxan 500 mg / Endoxan 1 g

Wirkstoff: Cyclophosphamid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Endoxan und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Endoxan beachten?

3. Wie ist Endoxan anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Endoxan aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Endoxan und wofür wird es angewendet?

Endoxan ist ein Krebsmedikament (Zytostatikum). Seine Wirkungsweise besteht darin, Krebszellen

abzutöten. Dies wird auch als „Chemotherapie“ bezeichnet.

Das Arzneimittel wird zur Behandlung einer Vielzahl von Krebserkrankungen eingesetzt.

Endoxan wird oft in Kombination mit anderen Krebsmedikamenten oder einer Strahlentherapie

verwendet. Ihr Arzt wird dieses Arzneimittel bei den folgenden Erkrankungen anwenden:

- Zur Behandlungseinleitung (Remissionsinduktion) und Verstärkung des anfänglichen

Behandlungseffekts (Konsolidierungstherapie) bei einer bösartigen Erkrankung bestimmter weißer

Blutzellen (akute lymphatische Leukämie).

- Zur Remissionsinduktion bei einem bösartigen Tumor des Lymphsystems (Morbus Hodgkin).

- Bei einer bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems (Non-Hodgkin-Lymphom).

- Bei einer bösartigen Erkrankung bestimmter weißer Blutzellen (chronisch lymphatische Leukämie)

nach Versagen der Standardtherapie.

- Zur Remissionsinduktion bei einer bösartigen Erkrankung bestimmter Antikörper-produzierender

Zellen im Knochenmark (Plasmozytom).

- Als unterstützende (adjuvante) Therapie des Brustdrüsentumors (Mammakarzinom) nach Entfernung

des Tumors beziehungsweise der Brust (Mastektomie).

- Zur lindernden (palliativen) Therapie des fortgeschrittenen Brustdrüsentumors (Mammakarzinoms).

- Bei fortgeschrittenem Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom).

- Bei einem bestimmten Tumor der Bronchien (kleinzelliges Bronchialkarzinom).

- bei einer besonderen Form des Knochenkrebses (Ewing-Sarkom).

- bei einer besonderen Krebserkrankung des Nervensystems (Neuroblastom).

- bei einem Tumor des Skelettmuskels im Kindesalter (Rhabdomyosarkom).

- bei einem speziellen Knochentumor (Osteosarkom).

Weiterhin ist die Anwendung von Endoxan angezeigt bei:

der Vorbereitung (Konditionierung) vor einer Übertragung von Knochenmark von einem anderen

Spender (allogener Knochenmarkstransplantation), bei

GI Endoxan Pulver

10.2012

schwerer Blutarmut (aplastischer Anämie),

bösartigen Erkrankungen bestimmter weißer Blutzellen (akuter myeloischer und akuter

lymphoblastischer Leukämie) in allen Krankheitsstadien,

chronischer myeloischer Leukämie in allen Krankheitsstadien,

sowie bei schweren Autoimmunkrankheiten: schwere, fortschreitende Formen von Lupus Nephritis

und Wegener-Granulomatose.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Endoxan beachten?

Endoxan darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Cyclophosphamid oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels

sind. Anzeichen für allergische Reaktionen sind unter anderem:

Kurzatmigkeit, Atembeschwerden, Hautausschlag, Juckreiz oder Schwellungen im Gesicht oder

an den Lippen.

wenn die Funktion Ihres Knochenmarks nicht gewährleistet ist (vor allem, wenn Sie bereits zuvor

eine Chemotherapie oder eine Strahlenbehandlung erhielten). Ihr Arzt wird Ihr Blut untersuchen,

um festzustellen, wie gut Ihr Knochenmark arbeitet.

wenn Sie an einer Infektion des Harntrakts leiden, die Sie daran erkennen, dass Sie beim

Wasserlassen Schmerzen spüren (Blasenentzündung).

wenn Sie gerade an einer Infektion erkrankt sind (z. B. wenn Ihr Immunsystem geschwächt ist).

wenn Sie früher einmal Probleme mit den Nieren oder der Blase hatten, die durch eine

Chemotherapie oder Strahlentherapie ausgelöst wurden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Cyclophosphamid anwenden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Endoxan ist erforderlich,

wenn Sie bereits eine Strahlen- oder Chemotherapie erhalten oder vor kurzem erhielten,

wenn Sie an einer Zuckerkrankheit (Diabetes) leiden,

wenn Sie an Leberproblemen oder einer Störung des Aufbaus des roten Blutfarbstoffes (akute

Porphyrie) leiden,

wenn Sie Nierenbeschwerden haben. Ihr Arzt wird mittels einer Blutuntersuchung feststellen, wie

gut Ihre Leber und Ihre Nieren funktionieren.

wenn Sie an einer Herzerkrankungen leiden oder eine Strahlenbehandlung im Bereich des

Herzens erhielten,

wenn Sie älter sind (über 65 Jahre).

Abflussbehinderungen innerhalb der ableitenden Harnwege, Harnblasenentzündungen sowie

Infektionen und Elektrolytstörungen müssen vor Therapiebeginn ausgeschlossen bzw. behoben

werden.

Tritt unter der Behandlung mit Endoxan eine Blasenentzündung (Zystitis) mit oder ohne sichtbarem

Blut im Urin (Mikro- oder Makrohämaturie) auf, sollte die Therapie bis zur Normalisierung

abgebrochen werden.

Allgemeine Gegenanzeigen für die Durchführung einer allogenen Knochenmarktransplantation, wie

eine obere Altersgrenze von 50-60 Jahren, Kontamination des Knochenmarks durch Metastasen

maligner (epithelialer) Tumoren sowie fehlende Identität des HLA-Systems beim vorgesehenen

Spender bei chronischer myeloischer Leukämie müssen vor Einleitung einer Konditionierungstherapie

mit Endoxan sorgfältig abgeklärt werden.

Cyclophosphamid kann Auswirkungen auf Ihr Blut- und Immunsystem haben.

In Ihrem Knochenmark werden Blutzellen produziert. Es gibt drei unterschiedliche Typen von

Blutzellen:

rote Blutkörperchen, die für den Sauerstofftransport in Ihrem Körper sorgen,

GI Endoxan Pulver

10.2012

weiße Blutkörperchen, die Infektionen bekämpfen, und schließlich

Blutplättchen, die eine Rolle bei der Blutgerinnung spielen.

Nach Anwendung von Endoxan sinkt die Anzahl aller drei Blutzelltypen. Dadurch fühlen Sie sich

möglicherweise müde und die Anfälligkeit für Infektionen steigt. Diese Nebenwirkung von

Endoxan lässt sich nicht vermeiden.

Die Anzahl Ihrer Blutkörperchen erreicht etwa 5 bis 10 Tage nach Beginn der Endoxan-

Anwendung den niedrigsten Stand und bleibt noch bis einige Tage nach Behandlungsende so

niedrig. Bei den meisten Menschen normalisiert sich die Zahl der Blutzellen innerhalb von 21 bis

28 Tagen nach Behandlungsende. Falls Sie schon vor Behandlungsbeginn eine starke

Chemotherapie erhielten, kann es etwas länger dauern, bis sich Ihre Werte normalisieren.

Wenn die Zahl Ihrer Blutkörperchen niedrig ist, kann sich Ihr Infektionsrisiko erhöhen.

Vermeiden Sie deshalb den Kontakt mit Menschen, die an Husten, Erkältungen oder anderen

Infektionen leiden. Ihr Arzt wird Ihnen ein geeignetes Medikament verabreichen, wenn er

feststellt, dass Sie eine Infektion haben oder das Risiko einer Infektion besteht.

Ihr Arzt wird vor und während der Behandlung mit Endoxan überprüfen, ob die Anzahl Ihrer

roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen ausreicht. Gegebenenfalls wird er die

Endoxandosis reduzieren oder die nächste Anwendung verschieben.

Cyclophosphamid kann die Wundheilung beeinträchtigen. Halten Sie alle Schnittwunden trocken

und sauber, und achten Sie darauf, ob sie normal abheilen.

Achten Sie auf ein gesundes Zahnfleisch, da es zu Geschwüren und Entzündungen kommen kann.

Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Fragen dazu haben.

Endoxan kann die innere Oberfläche Ihrer Blase schädigen, und dies führt möglicherweise zu

Blut im Urin. Ihr Arzt weiß darüber Bescheid und kann Ihnen gegebenenfalls ein Arzneimittel

mit dem Wirkstoff Mesna verordnen, welches Ihre Blase schützt.

Sie können Mesna entweder als Injektion, als Zusatz zu Ihrer Endoxan-Infusion, oder in

Tablettenform erhalten. Bei Anwendung von Mesna ist die entsprechende Gebrauchsinformation

zu beachten.

Bei den meisten Menschen, die Endoxan in Kombination mit Mesna erhalten, treten keine

Blasenbeschwerden auf. Ihr Arzt wird dennoch Ihre Urinproben mittels eines Teststreifens oder

Mikroskops auf Blut untersuchen.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt, falls Sie Blut im Urin feststellen.

Krebsmedikamente und Strahlenbehandlung können das Risiko für die Entstehung weiterer

Krebserkrankungen erhöhen; diese können auch erst mehrere Jahre nach dem Ende der

Behandlung auftreten. Cyclophosphamid erhöht besonders das Risiko für die Entstehung von

Blasenkrebs.

Cyclophosphamid kann Ihr Herz schädigen oder den Herzrhythmus beeinträchtigen. Die Gefahr

dafür steigt, wenn Sie hohe Cyclophosphamiddosen erhalten, bestrahlt werden oder

Chemotherapie erhalten, oder wenn Sie älter sind. Ihr Arzt wird Ihr Herz während der Therapie

genau überwachen.

Cyclophosphamid kann eine Entzündung oder Vernarbung Ihrer Lungen verursachen. Dies kann

auch noch 6 Monate nach einer Behandlung auftreten. Informieren Sie umgehend Ihren Arzt,

wenn Sie Schwierigkeiten beim Atmen haben.

Cyclophosphamid kann lebensbedrohliche Auswirkungen auf Ihre Leber haben. Informieren Sie

umgehend Ihren Arzt, wenn Sie eins der folgenden Symptome haben: plötzliche

Gewichtszunahme, Leberschmerzen oder Gelbsucht.

Verstärkter oder kompletter Haarausfall kann auftreten. Die Haare wachsen normalerweise

wieder nach, möglicherweise mit einer anderen Struktur oder Haarfarbe.

Cyclophosphamid kann Übelkeit und/oder Erbrechen verursachen. Dies kann bis zu 24 Stunden

nach der Anwendung von Cyclophosphamid andauern. Eventuell benötigen Sie ein Medikament

gegen Übelkeit und/oder Erbrechen. Fragen Sie Ihren Arzt wenn Sie Fragen dazu haben.

Ältere Menschen

Endoxan sollte wie alle Zytostatika generell mit Vorsicht bei geschwächten und älteren Patienten

angewendet werden sowie bei Patienten, die zuvor eine Bestrahlungsbehandlung erhielten.

Anwendung von Endoxan mit anderen Arzneimitteln

GI Endoxan Pulver

10.2012

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden bzw.

vor kurzem eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt insbesondere über folgende Arzneimittel und Therapien, da sich diese

möglicherweise nicht mit der Endoxan-Behandlung vertragen:

Die folgenden Arzneimittel können die Wirksamkeit von Cyclophosphamid reduzieren:

Aprepitant (Mittel gegen Übelkeit, Antiemetikum)

Bupropion (Antidepressivum)

Busulfan, Thiotepa (Krebsmedikamente)

Chloramphenicol, Ciprofloxacin (zur Behandlung bakterieller Infektionen)

Fluconazol, Itraconazol (zur Behandlung von Infektionen durch Pilze)

Prasugrel (Blutverdünner)

Sulfonamide wie z.B. Sulfadiazin, Sulfasalazin oder Sulfamethoxazol (zur Behandlung

bakterieller Infektionen)

Die folgenden Arzneimittel können die Giftigkeit von Cyclophosphamid steigern:

Allopurinol (Gichtmittel)

Chloralhydrat (gegen Schlaflosigkeit)

Cimetidin (reduziert die Magensäure)

Disulfiram (zur Behandlung von Alkoholsucht)

Glyceraldehyd (Warzenmittel)

Ondansetron (Mittel gegen Übelkeit, Antiemetikum)

Protease-Inhibitoren (gegen Viren)

Mittel, die die Leberenzyme anheben z.B.

Rifampicin (zur Behandlung bakterieller Infektionen)

Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital (Epilepsiemittel)

Johanniskraut (gegen milde Depressionen)

Kortikosteroide (Entzündungshemmer)

Die folgenden Arzneimittel können die giftigen Effekte auf Ihre Blutzellen oder Immunsystem

steigern:

ACE-Inhibitoren (gegen Bluthochdruck)

Natalizumab (zur Behandlung der Multiplen Sklerose)

Paclitaxel (Krebsmittel)

Thiazid-Diuretika (gegen Bluthochdruck oder Wassereinlagerungen)

Zidovudin (gegen Viren)

Die folgenden Arzneimittel können die giftigen Effekte auf Ihr Herz steigern:

Anthracycline wie z.B. Bleomycin, Doxorubicin oder Epirubucin (Krebsmittel)

Cytarabin, Pentostatin, Trastuzumab (Krebsmittel)

Strahlentherapie in der Herzgegend

Die folgenden Arzneimittel können die giftigen Effekte auf Ihre Lunge steigern:

Amiodaron (gegen Herzrhythmusstörungen)

G-CSF, GM-CSF (Mittel zur Vermehrung der weißen Blutkörperchen nach einer Chemotherapie)

Die folgenden Arzneimittel können die giftigen Effekte auf Ihre Nieren steigern:

Amphotericin B (zur Behandlung von Infektionen durch Pilze)

Indomethacin (gegen Schmerzen und Entzündungen)

Andere Arzneimittel, die durch Cyclophosphamid beeinträchtigt werden können, oder die Wirkung

von Cyclophosphamid beeinträchtigen können:

Azathioprin (zur Vorbeugung gegen Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen)

Allopurinol (gegen Gicht)

GI Endoxan Pulver

10.2012

Bupropion (zur Raucherentwöhnung)

Busulfan (Krebsmedikament)

Cumarine wie z.B. Warfarin (Blutverdünner)

Cyclosporin (reduziert die Aktivität des Immunsystems)

Digoxin, β-Acetyldigoxin (Herzmittel)

Etanercept (gegen rheumatische Arthritis)

Hydrochlorothiazid (gegen Bluthochdruck)

Impfstoffe

Metronidazol (gegen Infektionen durch Bakterien oder Einzeller)

Muskelentspannungsmittel wie z.B. Succinylcholin

Tamoxifen (zur Behandlung von Brustkrebs)

Verapamil (zur Behandlung von Bluthochdruck, Angina pectoris oder Herzrhythmusstörungen)

Anwendung von Endoxan zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Auf den Genuss von alkoholischen Getränken sowie von Grapefruits oder Grapefruitsaft sollte

während der Behandlung verzichtet werden, da die Wirksamkeit von Cyclophosphamid dadurch

vermindert sein kann. Durch den Konsum von Alkohol können sich bei manchen Patienten

Cyclophosphamid-bedingte Übelkeit und Erbrechen verstärken.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Cyclophosphamid, kann erbgutschädigend wirken. Cyclophosphamid sollte nicht während der

Schwangerschaft angewendet werden. Bei vitaler Indikation zur Behandlung einer schwangeren

Patientin sollte eine medizinische Beratung über das mit der Behandlung verbundene Risiko von

schädigenden Wirkungen für das Kind erfolgen.

Frauen sollten während und bis 6 Monate nach der Behandlung mit Cyclophosphamid nicht

schwanger werden. Tritt während der Behandlung dennoch eine Schwangerschaft ein, so ist die

Möglichkeit einer genetischen Beratung zu nutzen.

Stillzeit

Da Cyclophosphamid in die Muttermilch übertritt, darf während der Behandlung nicht gestillt werden.

Zeugungs- und Gebärfähigkeit

Bei männlichen und weiblichen Patienten im geschlechtsreifen Alter sind während und bis mindestens

6 Monate nach Beendigung der Therapie empfängnisverhütende Maßnahmen vorzunehmen.

Die Behandlung mit Cyclophosphamid kann bei Männern erbgutschädigend wirken.

Männer sollten deshalb während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach keine Kinder zeugen

und gegebenenfalls die Möglichkeit einer genetischen Beratung nutzen.

Männern, die mit Cyclophosphamid behandelt werden, wird empfohlen, sich vor Therapiebeginn über

eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Manche Nebenwirkungen der Endoxan-Behandlung können einen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit

und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben. Ihr Arzt wird entscheiden, ob Sie dazu

gefahrlos in der Lage sind. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Wenn Sie einen anderen Arzt aufsuchen oder stationär behandelt werden

Informieren Sie den behandelnden Arzt unbedingt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder

anwenden. Nehmen Sie keine anderen Arzneimittel ein, bis Ihr Arzt über Ihre Endoxan-Therapie

informiert ist.

GI Endoxan Pulver

10.2012

3. Wie ist Endoxan anzuwenden?

Endoxan wird Ihnen durch einen Arzt oder das Pflegepersonal verabreicht.

Sie werden das Arzneimittel als Injektion oder Infusion erhalten.

Falls Sie das Arzneimittel als Infusion erhalten sollen, wird es normalerweise einem großen

Beutel mit Flüssigkeit zugesetzt, die Ihnen langsam in die Vene infundiert wird. Hierzu eignen

sich eine Armvene, eine Vene am Handrücken oder eine große Vene unterhalb Ihres

Schlüsselbeins. Je nach Dosis dauert die Verabreichung in der Regel zwischen 30 Minuten und

zwei Stunden.

Endoxan wird oft in Kombination mit anderen Krebsmedikamenten oder einer Strahlentherapie

verwendet.

Dosierung

Ihr Arzt wird entscheiden, welche Dosis des Arzneimittels Sie benötigen und wann Sie diese erhalten

sollen. Ihre Dosis hängt von verschiedenen Faktoren ab:

der Art Ihrer Erkrankung,

von Körpergröße und Körpergewicht,

dem Allgemeinzustand,

ob Sie gleichzeitig andere Krebsmedikamente oder eine Strahlentherapie erhalten und

dem Auftreten von Nebenwirkungen.

Endoxan wird normalerweise in mehreren Behandlungszyklen verabreicht. Nach jedem Zyklus folgt

eine Behandlungspause (in der Sie kein Cyclophosphamid erhalten), bevor mit der nächsten

Behandlungseinheit fortgefahren wird.

Auf eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme vor, während und nach der Behandlung ist zu achten, ebenso

auf regelmäßige Blasenentleerungen.

Wenn Sie eine größere Menge von Endoxan erhalten haben, als Sie sollten

Es ist unwahrscheinlich, dass Sie mehr Arzneimittel erhalten, als Sie sollten, da Ihnen das

Arzneimittel von einem erfahrenen und qualifizierten Personal verabreicht wird. Die Gabe einer zu

hohen Dosis würde zum sofortigen Abbruch der Injektion führen.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Endoxan ist ein Arzneimittel, das Krebszellen abtöten kann, aber dabei auch normale Zellen angreift.

Aus diesem Grund kann eine Reihe von Nebenwirkungen auftreten. Ihr Arzt wird Ihnen Endoxan nur

dann verschreiben, wenn er davon überzeugt ist, dass Ihre Krebserkrankung ein höheres Risiko

darstellt als die möglichen Nebenwirkungen. Ihr Arzt wird Sie regelmäßig untersuchen, um eventuelle

Nebenwirkungen zu behandeln, soweit dies möglich ist.

Falls eine der folgenden, ernsten Nebenwirkungen bei Ihnen auftritt, informieren Sie umgehend

Ihren Arzt.

Allergische Reaktionen, Anzeichen dafür sind: Kurzatmigkeit, Atembeschwerden,

Hautausschlag, Juckreiz oder Schwellungen im Gesicht oder an den Lippen.

Blutergüsse, ohne dass Sie sich gestoßen haben, oder Zahnfleischbluten. Dies kann darauf

hindeuten, dass die Anzahl Ihrer Blutplättchen zu niedrig ist.

Ein niedriger Wert der weißen Blutkörperchen – Ihr Arzt wird diesen Wert während der

Behandlung regelmäßig überprüfen. Hier werden keine Symptome auftreten, aber Sie sind

anfälliger für Infektionen. Wenn Sie denken, dass Sie eine Infektion haben (erhöhte Temperatur,

Kältegefühl und Schüttelfrost oder Hitzegefühl und Schweißausbrüche, oder Infektionsanzeichen

GI Endoxan Pulver

10.2012

wie einen Husten oder ein brennendes Gefühl beim Wasserlassen), muss diese möglicherweise

mit Antibiotika behandelt werden, da Ihre Anzahl an weißen Blutkörperchen verringert ist.

Starke Blässe, Lethargie, Müdigkeit. Dies kann auf eine verringerte Anzahl der roten

Blutkörperchen hindeuten (Anämie). Normalerweise ist keine Behandlung erforderlich, Ihr

Körper wird die roten Blutkörperchen wieder nachbilden. Wenn Sie aber an starker Blutarmut

leiden, benötigen Sie möglicherweise eine Bluttransfusion.

Blut im Urin, Schmerzen beim Wasserlassen, oder geringes Harnvolumen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig: betrifft mehr als 1 von 10 Behandelten

temporäre oder dauerhafte Schädigung des Knochenmarks, die zu einer verminderten Bildung

von Blutzellen führt (Myelosuppression)

reduzierte Anzahl an weißen Blutkörperchen

(Leukozytopenie)

reduzierte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen

Neutrozytopenie

Reduzierung der Blutplättchen (Thrombozytopenie)

Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Agranulozytose)

Starke Reduzierung aller Blutzellen (Panzytopenie)

Blutarmut (Anämie)

verringerte Hämoglobinwerte

Unterdrückung einer Immunreaktion (Immunsuppression)

Haarausfall (Alopezie)

Ausscheidung von Blut im Urin, die mit dem bloßen Auge, nicht sichtbar ist (Mikrohämaturie)

Blasenentzündung (Zystitis)

Fieber

Häufig: betrifft weniger als 1 von 10 Behandelten

Infektionen

Appetitlosigkeit (Anorexie)

Entzündung der Mundschleimhaut (Stomatitis)

Durchfall (Diarrhoe)

Erbrechen

Verstopfung (Obstipation)

Übelkeit

Reduzierung bestimmter weißer Blutkörperchen zusammen mit länger anhaltendem Fieber

(Febrile Neutropenie)

durch die Chemotherapie verursachte Reduzierung bestimmter weißer Blutkörperchen, die zu

Infektionen und Fieber führen kann (Neutropenisches Fieber)

Leberfunktionsstörungen

Blutende Entzündung der Harnblase (Hämorrhagische Zystitis, in Einzelfällen mit Todesfolge)

Blut im Urin (mit bloßem Auge sichtbar, Makrohämaturie)

Störungen der Samenbildung (Spermatogenese)

Schwäche (Asthenie)

Entzündung der Schleimhaut

Schüttelfrost

Müdigkeit

Unwohlsein

Gelegentlich: betrifft weniger als 1 von 100 Behandelten

Lungenentzündung (Pneumonie)

Blutvergiftung (Sepsis)

Erkrankung der peripheren Nerven (Periphere Neuropathie)

systemisch bedingte Schädigung von peripheren Nerven (Polyneuropathie)

Nervenschmerzen (Neuralgie)

Überempfindlichkeitsreaktionen

GI Endoxan Pulver

10.2012

Taubheit

Erkrankung des Herzmuskels, die mit einer Funktionsstörung des Herzens einhergeht

(Kardiomyopathie)

Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

Herzversagen

Herzrasen (Tachykardie)

Hitzegefühl

Niedriger Blutdruck

Störungen des Eisprungs (Ovulationsstörung)

Selten: betrifft mehr als 1 von 10.000 Behandelten

Blutkrebs (Akute Leukämie)

Erkrankungen des Knochenmarks, die mit einer Störung der Blutbildung einhergehen

(Myelodysplastisches Syndrom)

erhöhte Werte von Blutfarbstoffabbauprodukten im Blut (Bilirubinwerte)

erhöhte Leberenzymwerte (SGOT, SGPT, gamma-GT, alkalische Phosphatase)

Sekundäre Tumore

Blasenkrebs (Blasenkarzinom)

Harnleiterkrebs (Harnleiterkarzinom)

Abnahme der Körperflüssigkeit (Dehydratation)

Schwindel

Unscharfes Sehen

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie, inkl. Ventrikuläre Tachykardie und supraventrikuläre

Arrhythmie)

Lungenentzündung (Pneumonitis)

Venookklusive Lebererkrankung

Großflächiger Hautausschlag (Exanthem)

Entzündungsreaktionen der Haut (Dermatitis)

Verfärbung von Handflächen, Fingernägeln und Fußsohlen

Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe)

Fehlen von Spermien in der Samenflüssigkeit (Azoospermie)

Reduzierte Spermienzahl (Oligospermie)

Brustschmerzen

Sehr selten: betrifft weniger als 1 von 10.000 Behandelten

durch bakterielle Infektion hervorgerufener Kreislaufschock (Septischer Schock)

potenziell lebensbedrohlicher Zustand, der bei raschem Zerfall von Tumoren auftreten kann

(Tumorlyse Syndrom)

überschießende Reaktion der Blutgerinnung, wobei im ganzen Körper verteilt Blutgerinnsel in

vielen kleinen Gefäßen entstehen (Disseminierte intravasale Gerinnung)

durch die Chemotherapie ausgelöste Zerstörung der Blutzellen, die zur Schädigung der Nieren bis

zum akuten Nierenversagen führen kann (Hämolytisch-urämisches Syndrom, HUS)

Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH)

Störung des Wasser-Elektrolyt-Haushalts im Sinne einer ungenügenden Ausscheidung, kann von

einer Gewichtszunahme oder der Bildung von Ödemen gekennzeichnet sein

(Flüssigkeitsretention)

Verringerte Natriumkonzentration im Blut (Hyponatrieämie)

Verwirrtheitszustand

Krampfanfälle

Sehstörungen

Bindehautentzündung am Auge (Konjunktivitis)

Schwellung am Auge (Augenödem)

Kammerflimmern

Herzmuskelinfarkt (Myokardinfarkt)

GI Endoxan Pulver

10.2012

Herzbeutelentzündung (Perikarditis)

Vorhofflimmern

Herzstillstand

Verschluss eines Blutgefäßes durch ein Gerinnsel (Thromboembolie)

Bluthochdruck (Hypertonie)

Niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Akute blutende Darmentzündung (Hämorrhagische Enterokolitis)

Akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Akute Pankreatitis)

Schleimhautgeschwüre (Mukosale Ulzeration)

Blutungen im Magen-Darm-Trakt (Gastrointestinale Blutungen)

Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle (Aszites)

Aktivierung einer Virushepatitis

Abnorme Vergrößerung der Leber (Hepatomegalie)

Gelbsucht (Ikterus)

Schwerwiegende allergische Arzneimittelreaktion der Haut (Stevens-Johnson-Syndrom)

Schwerwiegende allergische Arzneimittelnebenwirkung, die mit einer fortschreitenden

Blasenbildung und nachfolgenden Hautablösung einhergeht (Toxische epidermale Nekrolyse)

Akute Entzündung der Lederhaut (Erythema multiforme)

Suburotheliale Blutung

Schwellung der Blasenwand

Absterben von Harnkanalzellen aufgrund von Sauerstoffmangel (Tubulusnekrose)

Entzündung mit Gewebsveränderung und Verhärtung der Blase (Interstitielle Entzündung mit

Fibrose und Sklerose der Blase)

Nierenversagen

Kopfschmerzen

Schmerzen

Venenentzündung (Phlebitis)

Erhöhte Kreatininwerte im Blut

Anstieg des Harnsäurespiegels im Blut (Hyperurikämie infolge eines Tumorlyse-Syndroms)

Potentiell lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktion (Anaphylaktische/anaphylaktoide

Reaktion)

potentiell lebensbedrohliche Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems (anaphylaktischer

Schock)

Multiorganversagen

Erkrankungen des Gehirns (Encephalopathie)

Kribbeln in Armen und Beinen

(Parästhesie)

veränderter Geschmackssinn

Nicht bekannt: Anzahl der betroffenen Personen nicht bekannt

Krebs, der von bestimmten weißen Blutkörperchen ausgeht (Lymphome)

Krebs, der vom Stützgewebe verursacht wird (Sarkome)

Voranschreiten zugrundeliegender Krebserkrankungen (Progression zugrunde liegender maligner

Erkrankungen)

Nierenzell- und Nierenbeckenkarzinom

Schilddrüsenkrebs

Krebsauslösende Auswirkungen auf die Nachkommen

Stark reduzierte Anzahl bestimmter weißer Blutkörperchen (Lymphopenie)

durch Lebererkrankung verursachte Veränderungen im Gehirn

(Hepatische Enzephalopathie)

Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen im peripheren Blut (Granulozytopenie)

Verringerte Hämoglobinwerte

Wasserintoxikationen

Geschmacksstörung (Dysgeusie)

Abschwächung oder Ausfall des Geschmackssinns (Hypogeusie)

Veränderter Blutzuckerspiegel (Anstieg oder Absinken)

GI Endoxan Pulver

10.2012

durch Lebererkrankung verursachte Veränderungen im Gehirn

(Hepatische Enzephalopathie)

akut auftretende Kopfschmerzen, Sehstörungen, epileptische Anfälle und eine (meist) qualitative

Bewusstseinsveränderung (Reversibles posteriores Leukenzephalopathie-Syndrom, PRES)

Schädigung des Rückenmarks (Myelopathie)

Empfindungsstörung (Dysästhesie)

allgemeine Verminderung der Berührungs- und Drucksensibilität der Haut

Hypästhesie)

Zittern (Tremor)

Veränderte Geruchswahrnehmung (Parosmie)

Schädigung der Nervengewebe (Neurotoxizität)

Verstärkter Tränenfluss

Ohrenklingeln (Tinnitus)

Herzrasen (Ventrikuläre Tachykardie)

Herzversagen (Kardiogener Schock)

Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel (Perikarderguss/Herztamponade)

Herzrhythmusstörungen

Blutung des Herzmuskelgewebes (Myokardblutung)

Linksherzversagen

Verlangsamte Herzschlagfrequenz (Bradykardie)

Verminderte Auswurfreaktion

Verlängertes QT-Intervall im Elektrokardiogramm

Verschluss der Lungenarterie (Lungenembolie)

Verschluss einer Vene (Venenthrombose)

Erkrankung der Blutgefäße (Vaskulitis)

Stark eingeschränkte Durchblutung (Periphere Ischämie)

atypische Lungenentzündung (akutes respiratorisches Syndrom)

Chronische Erkrankung der Lunge (Chronische interstitielle Lungenfibrose)

Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)

Hoher Blutdruck im Lungenkreislauf (Pulmonare Hypertonie)

Krampf der glatten Bronchialmuskulatur (Bronchospasmus)

Atemnot (Dyspnoe)

Sauerstoffmangel (Hypoxie)

Husten

Niesen

Unbestimmte Lungenfunktionsstörungen

Schwellung der Nasenschleimhäute

Nasale Beschwerden

Schmerzen im Rachenraum (Oropharyngeale Schmerzen)

Laufende Nase (Rhinorrhoe)

Verschluss der Lebervene (Pulmonale venookklusive Erkrankung)

bestimmte Formen der Lungenentzündung (Obliterative Bronchiolitis, Organisierende

Pneumonie)

durch Allergie verursachte Entzündung der Lungenbläschen (allergische Alveolitis)

anormale Flüssigkeitsansammlung zwischen Lungenfell und Brust- bzw. Rippenfell

Pleuraerguss)

Bauchschmerzen

Entzündung der Ohrspeicheldrüse

Entzündung des Dickdarms (Kolitis)

Entzündung des Dünndarms (Enteritis)

Blinddarmentzündung

Leberentzündung (Hepatitis, inkl. Cholestatische und zytolytische Hepatitis)

Stau von Gallenflüssigkeit in den Gallengängen (Cholestase)

giftige Auswirkung auf Leberepithelzellen, die bis zum Leberversagen führen kann

(Hepatotoxizität mit Leberversagen)

Hautschäden an bestrahlten Stellen

GI Endoxan Pulver

10.2012

Verbrennungen an bestrahlten Stellen

Juckreiz (inklusive entzündlichem Juckreiz)

Hautrötung

durch die Chemotherapie ausgelöster Hautausschlag (Toxischer Hautausschlag)

Scherzhafte Rötungen und Schwellungen an Handflächen und Fußsohlen (Hand-Fuß-Syndrom,

Palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom)

Nesselausschlag (Urtikaria)

Bläschenbildung

Gesichtsschwellung

Ungewöhnlich starke Schweißbildung (Hyperhidrose)

Verhärtung und Verdickung der Haut oder Schleimhaut (Sklerodermie)

Muskelkrämpfe

Muskelschmerzen (Myalgie)

Gelenksschmerzen (Arthralgie)

Muskelfaserzerfall (Rhabdomyelose)

Störung der Harnkanalzellen, die zu einer erhöhten Phosphatausscheidung führt

(Nierentubulusstörung)

Erkrankung der Nieren (Toxische Nephropathie)

Blutende Harnröhrenentzündung (Hämorrhagische Urethritis)

Entzündung der Harnblase (Ulzerative Zystitis)

Kontraktur der Harnblase

Hormonmangelerkrankung, die durch eine extrem hohe Harnausscheidung gekennzeichnet ist

(Nephrogener Diabetes insipidus)

Atypische Epithelzellen der Harnblase

Erhöhter Blutharnstoff

Vorzeitige Wehen

Unfruchtbarkeit (Infertilität)

Ausbleiben der Regelblutung (Ovarialinsuffizienz)

Ovulationsbeschwerden

Verlängerte Abstände zwischen den Regelblutungen (Oligomenorrhoe)

Verkleinerung der Hoden (Hodenatrophie)

Östrogen im Blut reduziert

Gonatropin im Blut erhöht

Totgeburt (Intrauteriner Fruchttod)

Missbildung des Fetus

Wachstumsverzögerung des Fetus

Schädigende Wirkung auf das ungeborene Kind (Fetale Toxizität)

Reaktionen an der Injektions- bzw. Infusionsstelle (Thrombose, Nekrose, Entzündungen,

Schmerzen, Schwellungen oder Hautrötungen)

Wasseransammlung (Ödem)

Grippeähnliche Erkrankung

Generelle körperliche Instabilität

Verzögerte Wundheilung

Erhöhter Lactatdehydrogenase-Spiegel im Blut

Anstieg eines Eiweißstoffes im Blut, der Entzündungen anzeigt (C-reaktives Protein erhöht)

einschließlich andere bakterielle, fungale, virale, protozoale und parasitäre Reaktivierung latenter Infektionen,

einschließlich Virushepatitis, Tuberkulose, JC-Virus mit progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (auch

mit tödlichem Ausgang), Pneumocystis jiroveci, Herpes zoster, Strongyloides, Sepsis und septischer Schock

(auch mit tödlichem Ausgang)

auch mit tödlichem Ausgang

einschließlich akute myeloische Leukämie und akute promyelozytische Leukämie

bei Hochdosistherapie: sehr häufig

dauerhaft

GI Endoxan Pulver

10.2012

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

5. Wie ist Endoxan aufzubewahren?

Da Endoxan normalerweise im Krankenhaus verabreicht wird, ist für die sichere und korrekte

Lagerung durch das dortige Personal gesorgt.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr

verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Endoxan nicht über 25 °C aufbewahren. In der Originalverpackung aufbewahren.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Endoxan enthält

Der Wirkstoff ist: Cyclophosphamid. Jede Durchstechflasche enthält entweder 100 mg, 200 mg, 500

mg oder 1 g des Wirkstoffs. Die genaue Mengenangabe finden Sie auf Ihrer Packung.

Es sind keine sonstigen Bestandteile enthalten.

Wie Endoxan aussieht und Inhalt der Packung

Endoxan ist ein trockenes, weißes Pulver in einer farblosen Durchstechflasche aus Glas.

Die folgenden Packungen sind erhältlich:

Endoxan 100 mg / 200 mg:

Packungen mit 10 Durchstechflaschen. Klinikpackungen.

Endoxan 500 mg / 1 g:

Packungen mit 1 / 6 Durchstechflaschen. Klinikpackungen.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Baxter Oncology GmbH

Kantstraße 2

33790 Halle/Westfalen

Korrespondenzadresse:

Baxter Deutschland GmbH

Edisonstraße 4

85716 Unterschleißheim

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im 10.2012

Baxter und Endoxan sind eingetragene Marken der Baxter International Inc.

FI Endoxan

09.2013

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Endoxan

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Endoxan 100 mg

1 Durchstechflasche enthält: 106,9 mg Cyclophosphamid 1 H

O (entspricht 100 mg wasserfreiem

Cyclophosphamid)

Endoxan 200 mg

1 Durchstechflasche enthält: 213,8 mg Cyclophosphamid 1 H

O (entspricht 200 mg wasserfreiem

Cyclophosphamid)

Endoxan 500 mg

1 Durchstechflasche enthält: 534,5 mg Cyclophosphamid 1 H

O (entspricht 500 mg wasserfreiem

Cyclophosphamid)

Endoxan 1 g

1 Durchstechflasche enthält: 1069,0 mg Cyclophosphamid 1 H

O (entspricht 1000,0 mg wasserfreiem

Cyclophosphamid)

Endoxan

1 überzogene Tablette enthält: 53,5 mg Cyclophosphamid-Monohydrat (entspricht 50 mg

wasserfreiem Cyclophosphamid)

Sonstiger Bestandteil: Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Endoxan 100 mg / 200 mg / 500 mg / 1 g in Durchstechflaschen: weißes Pulver zur Herstellung einer

Injektionslösung.

Endoxan: weiße, runde, bikonvexe, überzogene Tabletten zum Einnehmen.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Endoxan ist ein Zytostatikum und in Kombination mit weiteren antineoplastisch wirksamen

Arzneimitteln bei der Chemotherapie folgender Tumoren angezeigt:

Endoxan Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung:

- Remissionsinduktion und Konsolidierungstherapie bei akuter lymphatischer Leukämie

- Remissionsinduktion bei Morbus Hodgkin

- Non-Hodgkin-Lymphome (in Abhängigkeit vom histologischen Typ und vom Krankheitsstadium

auch als Monotherapie)

- Chronisch lymphatische Leukämie (CLL) nach Versagen der Standardtherapie

FI Endoxan

09.2013

(Chlorambucil/Prednison)

- Remissionsinduktion bei Plasmozytom (auch in Kombination mit Prednison)

- Adjuvante Therapie des Mammakarzinoms nach Resektion des Tumors

beziehungsweise Mastektomie

- Palliative Therapie des fortgeschrittenen Mammakarzinoms

- Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom

- Kleinzelliges Bronchialkarzinom

- Ewing-Sarkom

- Neuroblastom

- Rhabdomyosarkom bei Kindern

- Osteosarkom

Konditionierung vor allogener Knochenmarkstransplantation bei:

- schwerer aplastischer Anämie als Monotherapie oder in Kombination mit Anti-

Thrombozyten-Globulin

- akuter myeloischer und akuter lymphoblastischer Leukämie in Kombination mit

Ganzkörperbestrahlung oder Busulfan

- chronischer myeloischer Leukämie in Kombination mit Ganzkörperbestrahlung oder

Busulfan

Hinweise zur Konditionierung vor allogener Knochenmarkstransplantation:

Die Indikationsstellung zur Knochenmarkstransplantation und damit zur vorausgehenden

Konditionierungstherapie mit Endoxan ist von einer komplexen Faktorenkonstellation abhängig und

individuell zu treffen. Als wesentliche Faktoren können hier Krankheitsstadium, Prognose

(Risikogruppe), Art sowie Erfolg vorausgegangener Behandlungen der Grunderkrankung,

Patientenalter bzw. -allgemeinzustand sowie Verfügbarkeit eines geeigneten Knochenmarkspenders

genannt werden.

- Bedrohlich verlaufende „Autoimmunkrankheiten“: schwere, progrediente Formen von Lupus

Nephritis und Wegener-Granulomatose.

Eine Behandlung von Lupus Nephritis und Wegener-Granulomatose mit Endoxan sollte nur durch

Ärzte erfolgen, die über spezielle Erfahrungen zu den Krankheitsbildern und zu Endoxan verfügen.

Endoxan überzogene Tabletten:

- Adjuvante Therapie des Mammakarzinoms nach Resektion des Tumors beziehungsweise

Mastektomie.

- Palliative Therapie des metastasierten Mammakarzinoms.

- Bedrohlich verlaufende „Autoimmunkrankheiten“: schwere, progrediente Formen von Lupus

Nephritis und Wegener-Granulomatose.

Eine Behandlung von Lupus Nephritis und Wegener-Granulomatose mit Endoxan sollte nur durch

Ärzte erfolgen, die über spezielle Erfahrungen zu den Krankheitsbildern und zu Endoxan verfügen.

Besonderer Hinweis:

Tritt unter der Behandlung mit Endoxan eine Zystitis mit Mikro- oder Makrohämaturie auf, sollte die

Therapie bis zur Normalisierung abgebrochen werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung ist stets individuell anzupassen. Für Kinder und Erwachsene gelten folgende

Dosierungsempfehlungen:

Endoxan Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

FI Endoxan

09.2013

Remissionsinduktion und Konsolidierungstherapie bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL):

Cyclophosphamid wird im Kindes- und Erwachsenenalter abhängig von der Zugehörigkeit zu

verschiedenen Risikogruppen im Rahmen unterschiedlicher komplexer Polychemotherapien

angewendet. Eine typische Dosierung für die Remissionsinduktion und Konsolidierungs-Therapie im

Erwachsenenalter beträgt 650 mg/m

Körperoberfläche (KOF) Cyclophosphamid i.v. unter anderem

in Kombination mit Cytarabin und Mercaptopurin (Protokoll der deutschen multizentrischen Studie

zur Therapie der ALL im Erwachsenenalter 1978 - 1983). Speziellere Dosierungsanleitungen sowie

weitere Einzelheiten sind der speziellen Fachliteratur zu entnehmen.

Chronische lymphatische Leukämie:

600 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an Tag 6 in Kombination mit Vincristin und Prednison oder

400 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an den Tagen 1 bis 5 ebenfalls in Kombination mit Vincristin

und Prednison, Wiederholung alle 3 Wochen.

Morbus Hodgkin:

650 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 und 8 in Kombination mit Vincristin, Procarbazin

und Prednison („COPP-Protokoll“).

Non-Hodgkin-Lymphome:

Cyclophosphamid kann bei Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) in Abhängigkeit vom histologischen

Typ und vom Krankheitsstadium als Monotherapie oder in Kombination mit weiteren antineoplastisch

wirksamen Arzneimitteln angewendet werden. Im Folgenden wird jeweils eine Standardtherapie für

NHL von niedrigem sowie intermediärem/hohen Malignitätsgrad angegeben:

NHL von niedrigem Malignitätsgrad: 600 - 900 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. am Tag 1 als

Monotherapie beziehungsweise in Kombination mit einem Kortikosteroid; Wiederholung: alle 3 bis 4

Wochen.

NHL von intermediärem oder hohem Malignitätsgrad: 750 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an Tag

1 in Kombination mit Doxorubicin, Vincristin und Prednison („CHOP-Protokoll“); Wiederholung:

alle 3 bis 4 Wochen.

Plasmozytom:

1000 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 in Kombination mit Prednison; Wiederholung: alle

3 Wochen.

Als Beispiel einer Polychemotherapie, die sich beim Plasmozytom als wirksam erwiesen hat, wird im

Folgenden das sogenannte „VBMCP-Protokoll“ angegeben:

400 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 in Kombination mit Melphalan, Carmustin,

Vincristin, und Prednison; Wiederholung: alle 5 Wochen.

Mammakarzinom:

Cyclophosphamid wird in der adjuvanten und palliativen Therapie des Mammakarzinoms in

Kombination mit anderen Zytostatika verwendet. Im Folgenden werden beispielhaft zwei

Therapieprotokolle genannt, die sich als wirksam erwiesen haben:

„CMF-Protokoll“: 600 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 und 8 in Kombination mit

Methotrextat und 5-Fluorouracil; Wiederholung: alle 3 bis 4 Wochen.

„CAF-Protokoll“: 500 mg/m

KOF. Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 in Kombination mit Doxorubicin

und 5-Fluorouracil; Wiederholung: alle 3 bis 4 Wochen.

Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom:

FI Endoxan

09.2013

750 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 in Kombination mit Cisplatin; Wiederholung: alle 3

Wochen.

500 - 600 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 in Kombination mit Carboplatin;

Wiederholung: alle 4 Wochen.

Kleinzelliges Bronchialkarzinom:

Cyclophosphamid wird in Kombination mit weiteren antineoplastisch wirksamen Medikamenten

angewendet. Als Beispiel für eine wirksame Polychemotherapie wird im Folgenden das sogenannte

„CAV-Protokoll“ angegeben:

1000 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 in Kombination mit Doxorubicin und Vincristin;

Wiederholung: alle 3 Wochen.

Ewing-Sarkom:

Beispielhaft für eine Polychemotherapie, die sich beim Ewing-Sarkom als wirksam erwiesen hat, wird

im Folgenden das „VACA-Protokoll“ der Intergroup Study genannt:

500 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. einmal wöchentlich in Kombination mit Vincristin,

Doxorubicin und Actinomycin D. Weitere Einzelheiten sind der speziellen Fachliteratur zu

entnehmen.

Osteosarkom:

Cyclophosphamid wird im Rahmen komplexer Polychemotherapien zur neoadjuvanten

(präoperativen) und adjuvanten (postoperativen) Therapie angewendet. Im Folgenden wird

beispielhaft das Protokoll der Multi-Institutional Osteosarcoma Study (MIOS) für die adjuvante

Therapie angegeben:600 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. täglich an 2 Tagen in der 2., 13., 26., 39.

und 42 Therapiewoche in Kombination mit Bleomycin, Actinomycin D, Doxorubicin, Cisplatin und

Methotrexat. Weitere Einzelheiten sind der speziellen Fachliteratur zu entnehmen.

Neuroblastom:

Abhängig vom Krankheitsstadium und vom Alter wird Cyclophosphamid im Rahmen unter-

schiedlicher Chemotherapieprotokolle angewendet. Als Beispiel für eine Kombinationstherapie des

fortgeschrittenen Neuroblastoms wird im Folgenden das „OPEC-Protokoll“ angegeben:

600 mg/m

KOF Cyclophosphamid i.v. an Tag 1 in Kombination mit Vincristin, Cisplatin und

Teniposid; Wiederholung: alle 3 Wochen. Weitere Einzelheiten sind der speziellen Fachliteratur zu

entnehmen.

Rhabdomyosarkom im Kindesalter:

Cyclophosphamid wird abhängig vom Krankheitsstadium und vom histologischen Typ in unter-

schiedlichen komplexen Polychemotherapieprotokollen angewendet. Eine typische Dosierung für

Patienten im Stadium III (postoperativ makroskopischer Resttumor) und IV (Fernmetastasen) beträgt

10 mg/kg KG Cyclophosphamid i.v. an 3 aufeinanderfolgenden Tagen mit mehrfacher Wiederholung

in Kombination mit Vincristin und Actinomycin D („VAC-Protokoll“ der Intergroup

Rhabdomyosarcoma Study-II). Weitere Einzelheiten sind der speziellen Fachliteratur zu entnehmen.

Konditionierung vor allogener Knochenmarktransplantation bei akuter myeloischer und akuter

lymphoblastischer Leukämie:

60 mg/kg KG Cyclophosphamid i.v. täglich an 2 aufeinanderfolgenden Tagen in Kombination mit

Ganzkörperbestrahlung oder Busulfan.

Die geeignete Wahl des Kombinationspartners für Cyclophosphamid setzt entsprechende

Spezialkenntnisse voraus, da die Behandlungsergebnisse in Abhängigkeit von der Grunderkrankung

und deren Stadien je nach Kombinationspartner zum Teil erheblich variieren können.

Konditionierung vor allogener Knochenmarktransplantation bei chronischer myeloischer Leukämie:

60 mg/kg KG Cyclophosphamid i.v. täglich an 2 aufeinanderfolgenden Tagen in Kombination mit

Ganzkörperbestrahlung oder Busulfan.

FI Endoxan

09.2013

Bei chronischer myeloischer Leukämie führen beide möglichen Kombinationspartner von

Cyclophosphamid zu vergleichbaren therapeutischen Ergebnissen.

Konditionierung vor allogener Knochenmarktransplantation bei schwerer aplastischer Anämie:

Folgende Dosierungsanleitungen gelten für die Konditionierung ohne Ganzkörper-Bestrahlung, auf

die üblicherweise bei schwerer aplastischer Anämie verzichtet wird:

50 mg/kg KG Cyclophosphamid i.v. täglich an 4 aufeinanderfolgenden Tagen als Monotherapie oder

in Kombination mit Anti-Thymozyten-Globulin.

Beim Vorliegen einer Fanconi-Anämie sollte die Tagesdosis von 50 auf 35mg/kg KG

Cyclophosphamid i.v. täglich an 4 aufeinanderfolgenden Tagen reduziert werden.

Schwere, progrediente Formen von Lupus Nephritis und Wegener-Granulomatose

Dosierung bei i.v.-Anwendung

Initial 500 - 1000 mg/m² KOF i.v.

Endoxan überzogene Tabletten

Adjuvante Therapie des Mammakarzinoms, palliative Therapie des metastasierten Mammakarzinoms:

„Klassiches“ CMF-Protokoll: 100 mg/m

KOF Cyclophosphamid p.o. an den Tagen 1 bis 14 eines

Therapiezyklus in Kombination mit Methotrexat und 5-Fluorouracil: Wiederholung des

Therapiezyklus: alle 4 Wochen.

Schwere, progrediente Formen von Lupus Nephritis und Wegener-Granulomatose

Bei täglicher Anwendung 1-2 mg/kg KG (2 mg/kg bei Wegener-Granulomatose)

Für die orale Stoßtherapie gilt die gleiche Dosisempfehlung wie für die entsprechende i.v.

Anwendung (initial 500-1000 mg/m

KOF)

Hinweis: Hochdosierte orale Stoßtherapie ist bei zuverlässigen Patienten prinzipiell außerhalb der

Klinik anwendbar. Eine Einnahme hoher Dosen zu Hause sollte jedoch nur in Anwesenheit (auch

längere Zeit nach der Einnahme) einer kompetenten Person und an Tagen erfolgen, an denen der

behandelnde Arzt oder ein informierter Vertreter im Bedarfsfall jederzeit erreichbar ist.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Schwere Leberfunktionsstörungen können mit einer verringerten Aktivierung von Cyclophosphamid

verbunden sein. Dies kann die Wirksamkeit der Endoxan-Therapie beeinflussen und muss bei der

Dosierung und der Interpretation der Reaktion auf die gewählte Dosis berücksichtigt werden. Bei

einer eingeschränkten Leberfunktion wird üblicherweise eine Dosisreduktion um 25 % bei einem

Serumbilirubinwert von 3,1 bis 5 mg/100 ml empfohlen.

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, vor allem in schwerer Ausprägung, kann eine

verringerte renale Ausscheidung zu einer erhöhten Konzentration von Cyclophosphamid und

seinen Metaboliten im Plasma führen. Dies kann eine erhöhte Toxizität zur Folge haben und

muss bei diesen Patienten bei der Bestimmung der Dosis berücksichtigt werden. Bei einer

eingeschränkten Nierenfunktion wird üblicherweise eine Dosisreduktion um 50 % bei einer

glomulären Filtrationsrate von unter 10 ml pro Minute empfohlen.

Cyclophosphamid und seine Metabolite sind dialysierbar, wobei es je nach verwendetem

Dialyseverfahren zu Unterschieden in der Clearance kommen kann. Bei dialysepflichtigen Patienten

sollte zwischen der Gabe von Endoxan und der Dialyse möglichst ein gleichbleibender Zeitraum

liegen (siehe Abschnitt 4.4).

Empfehlungen zur Dosisreduktion bei Myelosuppression

FI Endoxan

09.2013

Leukozytenzahl [

Thrombozytenzahl [

4000

100 000

100 % der vorgesehenen Dosis

4000 – 2500

100 000 bis 50 000

50 % der vorgesehenen Dosis

2500

50 000

Verschiebung bis zur Normalisierung

oder individuelle Entscheidung

Ältere Menschen

Da es bei älteren Patienten häufiger vorkommt, dass die Funktion von Leber, Niere, Herz oder

anderen Organen beeinträchtigt ist und Begleiterkrankungen vorliegen oder andere medikamentöse

Therapien durchgeführt werden, sollte Endoxan bei dieser Population mit besonderer Vorsicht

angewendet werden. Eine verstärkte Überwachung auf toxische Wirkungen ist daher erforderlich,

gegebenenfalls muss die Dosierung angepasst werden.

Art der Anwendung

Die Anwendung von Endoxan sollte nur durch oder unter Aufsicht von onkologisch / rheumatologisch

erfahrenen Ärzten erfolgen.

Die Dosierung und die Therapiedauer bzw. Intervallabstände richten sich nach der jeweiligen

Indikation und dem angewandten Kombinationstherapieregime, und hängen ab vom allgemeinen

Gesundheitszustand und den Organfunktionen des Patienten sowie von den Laborparametern (vor

allem der Bestimmung der Blutzellen).

Bei Kombination mit anderen Zytostatika ähnlicher Toxizität kann eine Dosisreduktion oder eine

Verlängerung der therapiefreien Intervalle erforderlich sein.

Die Anwendung von Hämatopoese-stimulierenden Wirkstoffen (Kolonie-stimulierende Faktoren und

Erythropoese-stimulierende Wirkstoffe) kann in Betracht gezogen werden, um das Risiko von

myelosuppressiven Komplikationen zu reduzieren und/oder die Gabe der zu verabreichenden Dosen

zu erleichtern.

Vor dem Therapiebeginn müssen etwaige Abflussbehinderungen innerhalb der ableitenden Harnwege,

Harnblasenentzündungen sowie Infektionen und Elektrolytstörungen ausgeschlossen bzw. behoben

werden (siehe Abschnitt 4.4).

Während oder unmittelbar nach der Anwendung von Endoxan ist für die Aufnahme oder Infusion

ausreichender Flüssigkeitsmengen zu sorgen, um eine Diurese zu induzieren und so das Risiko einer

Harnwegstoxizität zu reduzieren. Daher sollte das Arzneimittel morgens angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Auf den Genuss von Grapefruits oder Grapefruitsaft sollte während der Behandlung verzichtet

werden, da die Wirksamkeit von Cyclophosphamid dadurch vermindert sein kann.

Während der Behandlung mit Endoxan müssen Blutbild und Harnsediment regelmäßig kontrolliert

und überwacht werden (siehe Abschnitt 4.4).

Auf die rechtzeitige Gabe von Antiemetika sowie eine sorgfältige Mundpflege ist zu achten.

Endoxan Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

Endoxan wird intravenös angewendet. Die Applikation kann als Bolusinjektion oder Kurzinfusion

erfolgen. Die intravenöse Anwendung der Lösung sollte bevorzugt als Infusion durchgeführt werden.

FI Endoxan

09.2013

Um das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern, die offenbar mit der Verabreichungsrate

zusammenhängen (z. B. Gesichtsschwellung, Kopfschmerzen, Schwellung der Nasenschleimhäute,

Brennen der Kopfhaut), ist Endoxan sehr langsam zu injizieren oder infundieren.

Die Dauer der Infusion ist auch an das Volumen und die Art der zu infundierenden Trägerlösung

anzupassen. Sie kann zwischen 30 Minuten und 2 Stunden betragen.

Für eine direkte Bolusinjektion im Rahmen der parenteralen Anwendung ist Endoxan mit

physiologischer Kochsalzlösung (0,9 % Natriumchlorid) zu rekonstituieren. In Wasser

rekonstituiertes Endoxan ist hypoton und darf nicht direkt injiziert werden.

Für die Anwendung als Infusion Endoxan durch Zugabe von sterilem Wasser oder physiologischer

Kochsalzlösung rekonstituieren und einer empfohlenen Infusionslösung hinzufügen.

Das Arzneimittel vor Gebrauch auf sichtbare Partikel und Verfärbungen überprüfen, sofern dies die

Lösung und das Behältnis erlauben. Vor der intravenösen Anwendung muss die Substanz vollständig

aufgelöst sein.

Hinweise zur Herstellung und Handhabung der Lösung

Zur Herstellung einer 2%igen isotonen Lösung wird der Trockensubstanz die entsprechende Menge

physiologische Kochsalzlösung zugesetzt (dabei werden zu Endoxan 100 mg 5 ml, Endoxan 200 mg

10 ml, Endoxan 500 mg 25 ml und Endoxan 1 g 50 ml physiologische Kochsalzlösung zugesetzt).

Die Substanz löst sich leicht, wenn die Durchstechflasche nach Einspritzen des Lösungsmittels kräftig

geschüttelt wird. Gegebenenfalls ist es zweckmäßig, die Lösung einige Minuten stehen zu lassen.

Zur intravenösen Kurzinfusion wird die Endoxan-Lösung z.B. mit Ringer-Lösung, Kochsalz- oder

Glucose- Lösung auf 500 ml aufgefüllt.

Endoxan

Tabletten

Endoxan Tabletten sind zur oralen Einnahme bestimmt. Es empfiehlt sich, die Tabletten morgens

einzunehmen und vor, während bzw. unmittelbar nach der Gabe ausreichende Mengen Flüssigkeit zu

sich zu nehmen und auf eine regelmäßige Blasenentleerung zu achten.

4.3

Gegenanzeigen

Endoxan soll nicht angewendet werden bei:

bekannter Überempfindlichkeit gegen Cyclophosphamid, seinen Metaboliten oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

schwerer Beeinträchtigung der Knochenmarkfunktion (Myelosuppression, insbesondere bei

zytostatisch und/oder strahlentherapeutisch vorbehandelten Patienten)

Blasenentzündung (Zystitis)

Harnabflussbehinderungen

floriden Infektionen

Zur Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit siehe Abschnitt 4.6.

Allgemeine Gegenanzeigen für die Durchführung einer allogenen Knochenmarktransplantation, wie

eine obere Altersgrenze von 50-60 Jahren, Kontamination des Knochenmarks durch Metastasen

maligner (epithelialer) Tumoren sowie fehlende Identität des HLA-Systems beim vorgesehenen

Spender bei chronischer myeloischer Leukämie müssen vor Einleitung einer Konditionierungstherapie

mit Endoxan sorgfältig abgeklärt werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

FI Endoxan

09.2013

Die hier und in anderen Abschnitten beschriebenen Risikofaktoren für Cyclophosphamid-Toxizitäten

und deren Spätfolgen können Gegenanzeigen darstellen, es sei denn, Endoxan wird für die

Behandlung einer lebensbedrohlichen Erkrankung angewendet. In solchen Situationen ist eine

fallspezifische Abwägung des Risikos gegenüber dem zu erwartenden Nutzen erforderlich.

Endoxan sollte wie alle Zytostatika generell mit Vorsicht bei geschwächten und älteren Patienten

sowie bei Patienten, die zuvor eine Strahlentherapie erhielten, angewendet werden. Patienten mit

geschwächtem Immunsystem, mit Diabetes mellitus, mit chronischen Leber- oder

Nierenerkrankungen und mit vorbestehender kardialer Erkrankung müssen ebenfalls engmaschig

überwacht werden. Bei Diabetikern ist zudem der Zuckerstoffwechsel während der

Cyclophosphamidtherapie engmaschig zu überwachen.

Wegen der porphyrogenen Wirkung von Cyclophosphamid ist bei der Behandlung von Patienten mit

akuter Porphyrie Vorsicht geboten.

WARNHINWEISE

Myelosuppression, Immunsuppression, Infektionen

Eine Therapie mit Endoxan kann zu einer Myelosuppression und einer signifikanten

Unterdrückung der Immunreaktion führen.

Eine Cyclophosphamid-induzierte Myelosuppression kann Leukopenie, Neutropenie,

Thrombozytopenie (in Verbindung mit einem erhöhten Blutungsrisiko) und Anämie zur Folge

haben.

Eine schwere Immunsuppression hat zu schwerwiegenden Infektionen mit manchmal tödlichem

Ausgang geführt. Auch über Sepsis und septischen Schock wurde berichtet. Zu den Infektionen,

über die im Zusammenhang mit Cyclophosphamid berichtet wurden, zählen Pneumonien sowie

andere bakterielle, fungale, virale, protozoale und parasitäre Infektionen.

Latente Infektionen können erneut ausbrechen. Eine Reaktivierung wurde bei verschiedenen

bakteriellen, fungalen, viralen, protozoalen und parasitären Infektionen beobachtet.

Infektionen müssen adäquat behandelt werden.

Eine antimikrobielle Prophylaxe kann in bestimmten Fällen einer Neutropenie nach Ermessen

des behandelnden Arztes angezeigt sein.

Bei neutropenischem Fieber sind Antibiotika und/oder Antimykotika zu verabreichen.

Grundsätzlich kann sich bei einer Erhöhung der Cyclophosphamid-Dosis die Anzahl der

peripheren Blutzellen und der Thrombozyten rascher verringern, und die Zeit bis zur Erholung

kann sich verlängern.

Die Nadir-Werte für die Reduzierung der Leukozyten- und Thrombozytenzahl werden für

gewöhnlich innerhalb der ersten und zweiten Behandlungswoche erreicht. Das Knochenmark

erholt sich relativ rasch, und die Konzentration an peripheren Blutzellen normalisiert sich für

gewöhnlich nach etwa 20 Tagen.

Mit einer schweren Myelosuppression ist vor allem bei Patienten zu rechnen, die mit einer

begleitenden Chemo- und/oder Strahlentherapie vorbehandelt wurden bzw. behandelt werden.

Bei allen Patienten ist während der Behandlung eine engmaschige Überwachung der Blutwerte

erforderlich.

- Die Leukozytenzahl muss vor jeder Gabe und auch regelmäßig während der Behandlung

kontrolliert werden (in Abständen von 5 bis 7 Tagen zu Beginn der Therapie und alle 2 Tage,

wenn die Zahl unter 3.000 Zellen/Mikroliter (Zellen/mm

) fällt). Bei einer Dauerbehandlung

genügen im Allgemeinen Kontrollen in Abständen von etwa 14 Tagen.

- Thrombozytenzahl und Hämoglobinwert sind vor jeder Gabe und in angemessenen Abständen

nach der Gabe zu kontrollieren.

Harnwegs- und Nierentoxizität

Hämorrhagische Zystitis, Pyelitis, Ureteritis und Hämaturie wurden im Zusammenhang mit der

Cyclophosphamid-Therapie berichtet. Ulzeration/Nekrose der Harnblase, Fibrose/Kontrakturen

und Sekundärtumore können sich bilden.

FI Endoxan

09.2013

Eine Urotoxizität kann eine Unterbrechung der Behandlung erfordern.

Eine Zystektomie aufgrund von Fibrose, Blutungen oder sekundären Malignomen kann nötig

sein.

Es wurde über Fälle einer Urotoxizität mit tödlichem Ausgang berichtet.

Eine Urotoxizität kann sowohl bei der Kurzzeit- als auch bei der Langzeit-Therapie mit Endoxan

auftreten. Über hämorrhagische Zystitis nach einer Einzeldosis Cyclophosphamid wurde

berichtet.

Eine frühere oder begleitende Strahlen- oder Busulfantherapie kann das Risiko einer

Cyclophosphamid-induzierten hämorrhagischen Zystitis erhöhen.

Die Zystitis ist im Allgemeinen zunächst abakteriell. Später kann es zu einer sekundären

Keimbesiedelung kommen.

Vor Beginn der Behandlung muss eine eventuelle Harnwegsobstruktion ausgeschlossen oder

korrigiert werden (siehe Abschnitt 4.3).

Das Harnsediment muss regelmäßig auf Erythrozyten und andere Anzeichen einer Uro-

/Nephrotoxizität kontrolliert werden.

Eine angemessene Behandlung mit Mesna und/oder eine starke Hydratation zum Induzieren einer

Diurese können die Häufigkeit und den Ausprägungsgrad einer Blasentoxizität deutlich

herabsetzen. Dabei muss unbedingt sichergestellt werden, dass die Patienten ihre Blase

regelmäßig entleeren.

Eine Hämaturie klingt normalerweise innerhalb von wenigen Tagen nach Absetzen der

Cyclophosphamid-Therapie ab, kann aber auch länger anhalten. Tritt unter der Behandlung eine

Blasenentzündung mit Mikro-oder Makrohämaturie auf, sollte die Behandlung bis zur

Normalisierung abgebrochen werden.

Cyclophosphamid wurde auch mit Nephrotoxizität, einschließlich Tubulusnekrose, in

Verbindung gebracht.

Hyponatriämie in Verbindung mit erhöhtem Gesamtkörperwasser, akuter Wasserintoxikation und

einem Krankheitsbild ähnlich dem Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH) wurde

mit der Gabe von Cyclophosphamid assoziiert. Es wurde über Fälle mit tödlichem Ausgang

berichtet.

Kardiotoxizität: Verwendung bei Patienten mit Herzerkrankungen

Myokarditis und Myoperikarditis, die von einem Perikarderguss und Herztamponade begleitet

sein können, wurden im Zusammenhang mit einer Cyclophosphamid-Therapie beschrieben und

haben zu schwerer dekompensierter Herzinsuffizienz mit manchmal tödlichem Ausgang geführt.

Histopathologische Untersuchungen haben in erster Linie eine hämorrhagische Myokarditis

ergeben. Zu einem Hämoperikard kam es in Folge einer hämorrhagischen Myokarditis und einer

Myokardnekrose.

Über eine akute kardiale Toxizität wurde bei einer Einzeldosis von weniger als 20 mg/kg

Cyclophosphamid berichtet.

Nach einem Behandlungsregime mit Cyclophosphamid wurde bei Patienten mit oder ohne andere

Anzeichen für eine Kardiotoxizität über supraventrikuläre Arrhythmien (einschließlich

Vorhofflimmern und -flattern) sowie Ventrikelarrhythmien (einschließlich stark ausgeprägter

QT-Verlängerung in Verbindung mit ventrikulären Tachyarrhythmien) berichtet.

Das Risiko einer kardiotoxischen Wirkung von Cyclophosphamid kann beispielsweise erhöht

sein, wenn hohe Dosen von Cyclophosphamid angewendet wurden, sowie bei Patienten in

fortgeschrittenem Alter und bei Patienten mit einer vorangegangenen Strahlenbehandlung in der

Herzregion und/oder einer vorangegangenen oder begleitenden Behandlung mit anderen

kardiotoxischen Mitteln (siehe Abschnitt 4.5).

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Kardiotoxizität oder

vorbestehende Herzerkrankung.

Pulmonale Toxizität

Über Pneumonitis und Lungenfibrose wurde während und nach der Behandlung mit

Cyclophosphamid berichtet. Über eine pulmonale venookklusive Erkrankung und andere Formen

FI Endoxan

09.2013

einer pulmonalen Toxizität wurde ebenfalls berichtet. Es gab Berichte über pulmonale Toxizität,

die zu respiratorischer Insuffizienz führte.

Die Inzidenz einer pulmonalen Toxizität in Verbindung mit Cyclophosphamid ist gering; die

Prognose für die betroffenen Patienten ist jedoch schlecht.

Eine spät auftretende Pneumonitis (mehr als 6 Monate nach Beginn der Cyclophosphamid-

Therapie) scheint mit einer besonders hohen Mortalität verbunden zu sein. Eine Pneumonitis

kann sich selbst Jahre nach der Behandlung mit Cyclophosphamid entwickeln.

Über akute pulmonale Toxizität nach einer Einzeldosis Cyclophosphamid wurde berichtet.

Sekundäre Malignome

Wie bei allen Therapien mit Zytostatika besteht auch bei der Behandlung mit Cyclophosphamid

das Risiko von Zweittumoren oder ihren Vorstufen als Spätfolge.

Es besteht ein erhöhtes Risiko für Harnwegskarzinome oder myelodysplastische Veränderungen,

teilweise bis hin zur akuten Leukämie. Zu den anderen Malignomen, die nach der Anwendung

von Cyclophosphamid oder nach Behandlungsregimes mit Cyclophosphamid aufgetreten sind,

zählen Lymphome, Schilddrüsenkarzinome und Sarkome.

In manchen Fällen entwickelte sich das Zweitmalignom erst mehrere Jahre nach Beendigung der

Cyclophosphamid-Therapie. Zu Malignomen kam es auch nach einer Exposition in utero.

Das Risiko für Blasenkarzinome kann durch Prävention einer hämorrhagischen Zystitis deutlich

reduziert werden.

Venookklusive Lebererkrankung

Über eine venookklusive Lebererkrankung (VOD) wurde bei Patienten berichtet, die mit

Cyclophosphamid behandelt wurden.

Eine zytoreduktive Therapie zur Vorbereitung einer Knochenmarktransplantation, bestehend aus

Cyclophosphamid in Kombination mit Ganzkörperbestrahlung, Busulfan oder anderen Mitteln,

hat sich als bedeutender Risikofaktor für die Entwicklung einer VOD erwiesen (siehe

Abschnitt 4.5). Das klinische Syndrom entwickelt sich nach der zytoreduktiven Therapie

typischerweise 1 bis 2 Wochen nach der Transplantation und ist durch plötzliche

Gewichtszunahme, schmerzhafte Hepatomegalie, Aszites und Hyperbilirubinämie/Ikterus

charakterisiert.

Es wurde aber auch über Fälle berichtet, in denen sich eine VOD allmählich bei Patienten

entwickelte, die eine niedrig dosierte Langzeit-Immunsuppression mit Cyclophosphamid

erhielten.

Als Komplikation einer VOD kann es zu einem hepatorenalen Syndrom und Multiorganversagen

kommen. Es gibt Berichte über Cyclophosphamid-assoziierte VOD mit tödlichem Ausgang.

Zu den Faktoren, die für den Patienten mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer

VOD im Zusammenhang mit einer hoch dosierten zytoreduktiven Therapie einhergehen, zählen

vorbestehende Leberfunktionsstörungen,

vorangegangene Strahlenbehandlung im Bauchbereich, und

niedrige Werte beim Performance-Score.

Genotoxizität

Cyclophosphamid ist genotoxisch und mutagen, sowohl bei somatischen Zellen als auch bei

männlichen und weiblichen Keimzellen. Während der Behandlung mit Cyclophosphamid dürfen

daher Frauen nicht schwanger werden und Männer keine Kinder zeugen.

Männer sollten auch innerhalb der ersten 6 Monate nach dem Ende der Therapie auf keinen Fall

ein Kind zeugen.

Daten aus Tierversuchen zeigen, dass eine Exposition von Oozyten während der

Follikelentwicklung mit einer verringerten Rate an Einnistungen und intakten Schwangerschaften

und einem erhöhten Risiko von Missbildungen einhergeht. Diese Wirkung ist zu berücksichtigen,

falls nach Beendigung der Cyclophosphamid-Therapie eine künstliche Befruchtung oder

Schwangerschaft geplant ist. Die genaue Dauer der Follikelentwicklung beim Menschen ist nicht

bekannt, kann aber länger als 12 Monate betragen.

FI Endoxan

09.2013

Sexuell aktive Frauen und Männer müssen während dieser Zeit eine zuverlässige Methode der

Empfängnisverhütung anwenden (siehe Abschnitt 4.6.).

Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit

Cyclophosphamid hat Auswirkungen auf Oogenese und Spermatogenese. Es kann bei beiden

Geschlechtern zur Sterilität führen.

Ob es zu einer Sterilität kommt, scheint abzuhängen von der Cyclophosphamid-Dosis, der Dauer

der Therapie und dem Zustand der Gonadenfunktion zum Zeitpunkt der Behandlung.

Eine Cyclophosphamid-bedingte Sterilität kann bei manchen Patienten irreversibel sein.

Weibliche Patienten

Bei einem beträchtlichen Anteil der Frauen, die mit Cyclophosphamid behandelt werden, kommt

es zu vorübergehender oder bleibender Amenorrhoe in Verbindung mit einer verringerten

Östrogen- und einer erhöhten Gonadotropin-Sekretion.

Vor allem bei älteren Frauen kann die Amenorrhoe von Dauer sein.

Auch zu einer Oligomenorrhoe ist es in Verbindung mit einer Cyclophosphamid-Therapie

gekommen.

Bei Mädchen, die in der Vorpubertät mit Cyclophosphamid behandelt werden, entwickeln sich

die sekundären Geschlechtsmerkmale meist normal, und die Menstruation ist regelmäßig.

Bei Mädchen, die in der Vorpubertät mit Cyclophosphamid behandelt wurden, kam es später zu

einer Empfängnis.

Bei Mädchen, die mit Cyclophosphamid behandelt wurden, und bei denen die Ovarialfunktion

nach Abschluss der Behandlung erhalten blieb, besteht ein erhöhtes Risiko einer vorzeitigen

Menopause (Ende der Monatsblutung vor dem 40. Lebensjahr).

Männliche Patienten

Männern, die mit Cyclophosphamid behandelt werden, wird empfohlen, sich vor Therapiebeginn

über eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

Bei Männern, die mit Cyclophosphamid behandelt werden, kann sich eine Oligospermie oder

eine Azoospermie entwickeln, was normalerweise mit einer erhöhten Gonadotropin-, aber einer

normalen Testosteron-Sekretion einhergeht.

Sexuelle Potenz und Libido werden bei diesen Patienten für gewöhnlich nicht beeinträchtigt.

Bei Jungen, die in der Vorpubertät mit Cyclophosphamid behandelt werden, können sich die

sekundären Geschlechtsmerkmale normal entwickeln; es kann aber zu einer Oligospermie oder

Azoospermie kommen.

Es kann in einem gewissen Grad zu einer Hodenatrophie kommen.

Eine Cyclophosphamid-bedingte Azoospermie ist bei manchen Patienten reversibel, wenn auch

unter Umständen erst mehrere Jahre nach Abschluss der Therapie.

Männer, die durch Cyclophosphamid vorübergehend steril wurden, haben später Kinder gezeugt.

Anaphylaktische Reaktionen, Kreuzallergien mit anderen Alkylierungsmitteln

Über anaphylaktische Reaktionen, unter anderem auch mit tödlichem Ausgang, wurde im

Zusammenhang mit Cyclophosphamid berichtet.

Es gibt Berichte über mögliche Kreuzallergien mit anderen Alkylierungsmitteln.

Beeinträchtigung der Wundheilung

Cyclophosphamid kann die normale Wundheilung beeinträchtigen.

VORSICHTSMASSNAHMEN

Alopezie

Fälle von Alopezie sind bekannt und können mit steigender Dosis zunehmen.

Die Alopezie kann bis zur Kahlheit fortschreiten.

Man kann davon ausgehen, dass die Haare nach oder sogar noch während der Behandlung mit

dem Medikament wieder wachsen, wobei Struktur oder Farbe verändert sein können.

FI Endoxan

09.2013

Übelkeit und Erbrechen

Die Anwendung von Cyclophosphamid kann zu Übelkeit und Erbrechen führen.

Die geltenden Richtlinien für den Einsatz von Antiemetika zur Vorbeugung und Linderung von

Übelkeit und Erbrechen sind zu beachten.

Durch den Konsum von Alkohol können sich Cyclophosphamid-bedingte Übelkeit und

Erbrechen verstärken.

Stomatitis

Die Anwendung von Cyclophosphamid kann zu Stomatitis (oraler Mukositis) führen.

Die geltenden Richtlinien für Maßnahmen zur Vorbeugung und Linderung von Stomatitis sind zu

beachten.

Paravenöse Injektion

Die zytostatische Wirkung von Cyclophosphamid entfaltet sich erst nach seiner Aktivierung, die

hauptsächlich in der Leber stattfindet. Das Risiko für eine Gewebsschädigung durch eine

versehentliche paravenöse Injektion ist daher gering.

Bei einer versehentlichen paravenösen Injektion von Cyclophosphamid muss die Infusion sofort

gestoppt und das Paravasat bei liegender Nadel aspiriert werden. Gegebenenfalls sind zusätzliche

geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Anwendung bei Patienten nach Adrenalektomie

Bei Patienten mit Nebenniereninsuffizienz kann eine Erhöhung der Kortikoid-Substitutionsdosis

erforderlich sein, wenn sie wegen Cyclophosphamid oder anderer Zytostatika toxizitätsbedingtem

Stress ausgesetzt sind.

Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion ist die Cyclophosphamid-Dosis zu reduzieren (siehe

Abschnitt 4.2).

Die Anwendung von Cyclophosphamid im Rahmen der Konditionierung vor

Knochenmarktransplantation ist hämatologisch-onkologischen Zentren vorbehalten, die über

entsprechende Sachkenntnis und Ausstattung zur Durchführung von allogenen

Knochenmarktransplantationen verfügen.

Hinweis für Endoxan Tabletten:

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption,

Saccharase-Isomaltase-Mangel, Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-

Malabsorption sollten Endoxan nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkung

Vor einer geplanten gleichzeitigen oder sequenziellen Anwendung von anderen Substanzen oder

Therapien, durch die sich die Wahrscheinlichkeit oder der Schweregrad toxischer Wirkungen (in

Folge pharmakodynamischer oder pharmakokinetischer Wechselwirkungen) erhöhen könnte, ist eine

sorgfältige fallspezifische Abwägung des erwarteten Nutzens gegenüber den Risiken erforderlich.

Patienten, die mit solchen Kombinationen behandelt werden, müssen engmaschig auf Anzeichen einer

Toxizität überwacht werden, um ein frühzeitiges Eingreifen zu ermöglichen. Wenn Patienten mit

Cyclophosphamid und Mitteln behandelt werden, die dessen Aktivierung vermindern, sind sie auf

eine potenzielle Reduzierung der therapeutischen Wirksamkeit und die Notwendigkeit einer

Dosisanpassung zu überwachen. Generell sollten Patienten auf eine verstärkte/reduzierte

therapeutische Wirksamkeit und/oder einen Anstieg der Häufigkeiten und Schwere der

Nebenwirkungen der wechselwirkenden Substanz überwacht werden. Gegebenenfalls muss die

Dosierung angepasst werden.

FI Endoxan

09.2013

Wechselwirkungen, die die pharmakokinetischen Eigenschaften von Cyclophosphamid und seinen

Metaboliten beeinträchtigen

Eine verminderte Aktivierung von Cyclophosphamid kann die Wirksamkeit der Cyclophosphamid-

Therapie reduzieren. Zu den Substanzen, die die Aktivierung von Cyclophosphamid vermindern und

dadurch die Wirksamkeit der Cyclophosphamid-Therapie reduzieren können, zählen folgende:

Aprepitant

Bupropion

Busulfan: Neben einer verminderten Aktivierung von Cyclophosphamid ist Berichten zufolge bei

Patienten, die Cyclophosphamid in hohen Dosen erhalten, weniger als 24 Stunden nach einer

hohen Dosis Busulfan die Cyclophosphamid-Clearance verringert und die Halbwertzeit

verlängert.

Chloramphenicol

Ciprofloxacin: Neben einer verminderten Aktivierung von Cyclophosphamid kam es bei der

Anwendung von Ciprofloxacin vor der Cyclophosphamid-Therapie (im Rahmen der

Konditionierung vor Knochenmarktransplantation) zu einem Rezidiv der Grunderkrankung.

Fluconazol

Itraconazol

Prasugrel

Sulfonamide

Thiotepa: Über eine starke Hemmung der Bioaktivierung von Cyclophosphamid durch Thiotepa

im Rahmen einer Hochdosis-Chemotherapie wurde berichtet, wenn Thiotepa eine Stunde vor

Cyclophosphamid verabreicht wurde.

In Verbindung mit folgenden Mitteln kann es zu einer erhöhten Konzentration an zytotoxischen

Metaboliten kommen, die zu einem Anstieg der Häufigkeiten und Schwere der Nebenwirkungen

führen:

Allopurinol

Chloralhydrat

Cimetidin

Disulfiram

Glyceraldehyd

Mittel, die humane hepatische und extrahepatische mikrosomale Enzyme induzieren (z. B.

Cytochrom-P450-Enzyme) können die Konzentration von zytotoxischen Metaboliten erhöhen:

Die Möglichkeit einer Induktion von hepatischen und extrahepatischen mikrosomalen Enzymen

muss in Fällen in Betracht gezogen werden, in denen vorher oder gleichzeitig Substanzen

angewendet werden, die bekanntermaßen eine erhöhte Aktivität solcher Enzyme bewirken

können, wie z. B. Rifampin, Phenobarbital, Carbamazepin, Phenytoin, Johanniskraut und

Kortikosteroide.

Protease-Inhibitoren: Bei gleichzeitiger Gabe von Protease-Inhibitoren kann es zu einer erhöhten

Konzentration an zytotoxischen Metaboliten kommen. In Verbindung mit der Anwendung von

Behandlungsregimes auf der Basis von Protease-Inhibitoren zeigte sich bei Patienten, die mit

Cyclophosphamid, Doxorubicin und Etoposid (CDE) behandelt werden, eine höhere Inzidenz

von Infektionen und Neutropenie als bei einem Behandlungsregime auf NNRTI-Basis.

Ondansetron

Es gab Berichte über eine pharmakokinetische Wechselwirkung zwischen Ondansetron und hoch

dosiertem Cyclophosphamid, die zu einer verringerten AUC von Cyclophosphamid führte.

Pharmakodynamische Wechselwirkungen und Wechselwirkungen mit unbekannten Mechanismen, die

die Anwendung von Cyclophosphamid beeinträchtigen

Eine kombinierte oder sequenzielle Anwendung von Cyclophosphamid und anderen Mitteln mit

ähnlichen Toxizitäten kann zu kombinierten (verstärkten) toxischen Wirkungen führen.

Zu einer erhöhten Hämatotoxizität und/oder Immunsuppression kann es kommen, wenn

Cyclophosphamid z. B. mit folgenden Mitteln kombiniert wird:

FI Endoxan

09.2013

ACE-Inhibitoren: ACE-Inhibitoren können zu einer Leukopenie führen.

Natalizumab

Paclitaxel: Bei Anwendung von Cyclophosphamid nach einer Infusion von Paclitaxel wurde über

eine erhöhte Hämatotoxizität berichtet.

Thiazid-Diuretika

Zidovudin

Zu einer erhöhten Kardiotoxizität kann es kommen, wenn Cyclophosphamid z. B. mit folgenden

Mitteln kombiniert wird:

Anthracycline

Cytarabin

Pentostatin

Strahlentherapie in der Herzgegend

Trastuzumab

Zu einer erhöhten pulmonalen Toxizität kann es kommen, wenn Cyclophosphamid z. B. mit

folgenden Mitteln kombiniert wird:

Amiodaron

G-CSF, GM-CSF (Granulozyten-Kolonie-Stimulationsfaktor, Granulozyten-Makrophagen-

Kolonie-Stimulationsfaktor): Berichte lassen auf ein erhöhtes Risiko einer pulmonalen Toxizität

bei Patienten schließen, die im Rahmen einer zytotoxischen Chemotherapie mit

Cyclophosphamid und G-CSF oder GM-CSF behandelt werden.

Zu einer erhöhten Nephrotoxizität kann es kommen, wenn Cyclophosphamid z. B. mit folgenden

Mitteln kombiniert wird:

Amphotericin B

Indomethacin: Eine akute Wasserintoxikation wurde bei einer begleitenden Anwendung von

Indomethacin beobachtet.

Zunahme anderer Toxizitäten

Azathioprin: Erhöhtes Risiko einer Hepatotoxizität (Lebernekrose)

Busulfan: Es wurde über eine erhöhte Inzidenz von venookklusiver Lebererkrankung und

Mukositis berichtet.

Protease-Inhibitoren: Erhöhte Inzidenz von Mucositis.

Allopurinol und Hydrochlorothiazid: verstärkte myelosuppressive Wirkung.

Andere Wechselwirkungen

Alkohol

Eine verringerte Antitumor-Aktivität wurde bei tumortragenden Tieren im Zusammenhang mit der

Aufnahme von Ethanol (Alkohol) und einer begleitenden oralen Cyclophosphamid-Therapie in

niedriger Dosierung beobachtet.

Durch den Konsum von Alkohol können sich bei manchen Patienten Cyclophosphamid-bedingte

Übelkeit und Erbrechen verstärken.

Etanercept

Bei Patienten mit Wegener-Granulomatose wurde bei Gabe von Etanercept zur Standard-Behandlung

mit Cyclophosphamid eine erhöhte Inzidenz von nicht-kutanen soliden Malignomen beobachtet.

Metronidazol

Über eine akute Enzephalopathie wurde bei einem Patienten berichtet, der mit Cyclophosphamid und

Metronidazol behandelt wurde. Ob ein kausaler Zusammenhang besteht, ist nicht geklärt.

In einem Tierversuch ging die Kombination von Cyclophosphamid und Metronidazol mit einer

erhöhten Cyclophosphamid-Toxizität einher.

Tamoxifen

FI Endoxan

09.2013

Bei der gleichzeitigen Gabe von Tamoxifen während einer Chemotherapie kann ein erhöhtes Risiko

für thromboembolische Komplikationen bestehen.

Wechselwirkungen, die die Pharmakokinetik und/oder Wirkungen anderer Arzneimittel betreffen

Bupropion

Der Cyclophosphamid-Stoffwechsel durch CYP2B6 kann den Stoffwechsel von Bupropion hemmen.

Die Bupropion-Aktivierung kann reduziert sein, was eine verminderte Wirksamkeit zur Folge hat.

Cumarine

Sowohl über eine verstärkte (erhöhtes Blutungsrisiko) als auch eine abgeschwächte (verminderte

Blutverdünnung) Wirkung von Warfarin wurde bei Patienten berichtet, die mit Warfarin und

Cyclophosphamid behandelt wurden.

Cyclosporin

Bei Patienten, die eine Kombination aus Cyclophosphamid und Cyclosporin erhielten, wurden

niedrigere Cyclosporin-Serumkonzentrationen beobachtet als bei Patienten, die nur mit Cyclosporin

behandelt wurden. Diese Wechselwirkung kann eine erhöhte Inzidenz der Graft-versus-Host-Reaktion

mit sich bringen.

Depolarisierende Muskelrelaxanzien

Durch die Behandlung mit Cyclophosphamid kommt es zu einer beträchtlichen und persistierenden

Hemmung der Cholinesterase-Aktivität. Dies kann zu einer länger andauernden neuromuskulären

Blockade durch Succinylcholin führen. Bei gleichzeitiger Gabe von depolarisierenden

Muskelrelaxanzien (z. B. Succinylcholin) kann es zu einer länger anhaltenden Apnoe kommen. Wenn

ein Patient innerhalb von 10 Tagen vor einer Vollnarkose mit Cyclophosphamid behandelt wurde,

muss der Anästhesist darauf hingewiesen werden.

Digoxin, β-Acetyldigoxin

Es wurde berichtet, dass durch die Behandlung mit Zytostatika die Absorption von Digoxin- und β-

Acetyldigoxin-Tabletten im Darm beeinträchtigt war, was zu einer verminderten therapeutischen

Wirkung von Digoxin und β-Acetyldigoxin führt.

Impfstoffe

Durch die immunsuppressive Wirkung von Cyclophosphamid ist mit einer verminderten Impfantwort

zu rechnen. Bei Lebendvakzinen besteht das Risiko einer Infektion durch den Impfstoff.

Sulfonylharnstoffe

Bei gleichzeitiger Gabe kann die blutzuckersenkende Wirkung von Sulfonylharnstoffen verstärkt

werden.

Verapamil

Es wurde berichtet, dass durch die Behandlung mit Zytostatika die Absorption von oral

eingenommenem Verapamil im Darm beeinträchtigt war, was zu einer verminderten therapeutischen

Wirkung von Verapamil führen kann.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Behandlung mit Cyclophosphamid kann bei Frauen erbgutschädigend wirken. Cyclophosphamid

sollte daher nicht während der Schwangerschaft angewendet werden.

Bei vitaler Indikation zur Behandlung einer Patientin ist während des 1. Trimenons der

Schwangerschaft eine medizinische Beratung über das mit der Behandlung verbundene Risiko von

schädigenden Wirkungen für das Kind und zur Schwangerschaftsunterbrechung zwingend

erforderlich.

FI Endoxan

09.2013

Nach dem 1. Trimenon der Schwangerschaft sollte bei nicht aufzuschiebender Dringlichkeit der

Therapie und Kinderwunsch eine Chemotherapie nach vorheriger Aufklärung über das geringe, aber

nicht auszuschließende Risiko von Auffälligkeiten der Kinder durchgeführt werden.

Frauen sollten während und bis 6 Monate nach der Behandlung mit Cyclophosphamid nicht

schwanger werden. Tritt während der Behandlung dennoch eine Schwangerschaft ein, so ist die

Möglichkeit einer genetischen Beratung zu nutzen.

Stillzeit

Da Cyclophosphamid in die Muttermilch übertritt, darf während der Behandlung nicht gestillt werden.

Fertilität

Bei männlichen und weiblichen Patienten im geschlechtsreifen Alter sind während und bis mindestens

6 Monate nach Beendigung der Therapie empfängnisverhütende Maßnahmen vorzunehmen.

Zu den erbgutschädigenden Wirkungen und den Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit siehe Abschnitt

4.4. Bei männlichen und weiblichen Patienten im geschlechtsreifen Alter sind während und bis

mindestens 6 Monate nach Beendigung der Therapie empfängnisverhütende Maßnahmen

vorzunehmen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Bei Patienten, die mit Endoxan behandelt wurden, sollte wegen möglicher Nebenwirkungen wie

Übelkeit, Erbrechen und dadurch möglicherweise auftretender Kreislaufschwäche im Einzelfall vom

Arzt über die aktive Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen entschieden

werden. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Die folgenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen beruhen auf Daten der Marktbeobachtung. Sie

sind in der Tabelle nach Systemorganklassen entsprechend der MedDRA-Klassifizierung und nach

Häufigkeiten gelistet.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

1/10)

Häufig:

1/100 bis <1/10)

Gelegentlich:

1/1.000 bis <1/100)

Selten:

1/10.000 bis <1/1.000)

Sehr selten:

(<1/10.000)

Nicht bekannt:

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Systemorganklasse

Nebenwirkung

Häufigkeit

Infektionen und parasitäre

Erkrankungen

Infektionen

Pneumonien

Sepsis

Septischer Schock

Häufig

Gelegentlich

Gelegentlich

Sehr selten

Gutartige, bösartige und

unspezifische Neubildung

(einschl. Zysten und

Polypen)

Sekundäre Tumore

Akute Leukämie

Myelodysplastisches Syndrom

Blasenkarzinom

Selten

Selten

Selten

Selten

FI Endoxan

09.2013

Harnleiterkarzinom

Tumorlyse-Syndrom

Lymphome

Progression zugrunde liegender maligner

Erkrankungen

Sarkome

Nierenzellkarzinom

Nierenbeckenkarzinom

Schilddrüsenkarzinom

Karzinogene Auswirkungen bei den

Nachkommen

Selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Myelosuppression

Leukozytopenie

Neutropenie

Thrombozytopenie

Agranulozytose

Anämie

Panzytopenie

Verringerte Hämoglobin-Werte

Febrile Neutropenie

Neutropenisches Fieber

Disseminierte intravasale Gerinnung

Hämolytisch-urämisches Syndrom

Granulozytopenie

Lymphopenie

Sehr häufig

Sehr häufig

Sehr häufig

Sehr häufig

Sehr häufig

Sehr häufig

Sehr häufig

Sehr häufig

Häufig

Häufig

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Immunsystems

Immunsuppression

Überempfindlichkeitsreaktionen

Anaphylaktischer Schock

Anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktion

Sehr häufig

Gelegentlich

Sehr selten

Sehr selten

Endokrine Erkrankungen

Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion

(SIADH)

Wasserintoxikation

Sehr selten

Nicht bekannt

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Anorexie

Dehydratation

Hyponatriämie

Flüssigkeitsretention

Veränderter Blutzuckerspiegel (Anstieg oder

Absinken)

Häufig

Selten

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Psychiatrische

Erkrankungen

Verwirrtheitszustand

Sehr selten

Erkrankungen des

Nervensystems

Periphere Neuropathie

Polyneuropathie

Neuralgie

Schwindel

Krampfanfälle

Enzephalopathie

Parästhesie

Veränderter Geschmackssinn

Neurotoxizität

Dysgeusie

Hypogeusie

Leberenzephalopathie

Reversibles posteriores

Leukenzephalopathie-Syndrom

Myelopathie

Dysästhesie

Gelegentlich

Gelegentlich

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekanntNicht

bekanntNicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

FI Endoxan

09.2013

Hypoästhesie

Tremor

Parosmie

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Augenerkrankungen

Unscharfes Sehen

Sehstörungen

Konjunktivitis

Augenödem

Verstärkter Tränenfluss

Selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Erkrankungen des Ohrs und

des Labyrinths

Taubheit

Tinnitus

Gelegentlich

Nicht bekannt

Herzerkrankungen

Kardiomyopathie

Myokarditis

Herzversagen (in Einzelfällen mit Todesfolge)

Tachykardie

Arrhythmien

Ventrikuläre Arrhythmie (incl. Ventrikuläre

Tachykardie und Kammerflimmern)

Supraventrikuläre Arrhythmie

Vorhofflimmern

Herzstillstand

Myokardinfarkt

Perikarditis

Kardiogener Schock

Perikarderguss/Herztamponade

Myokardblutung

Linksherzversagen

Bradykardie

Herzrhythmusstörungen

Verlängertes QT-Intervall im

Elektrokardiogramm

Verminderte Auswurffraktion

Gelegentlich

Gelegentlich

Gelegentlich

Gelegentlich

Selten

Selten

Selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Gefäßerkrankungen

Hitzegefühl

Niedriger Blutdruck

Thromboembolie

Hypertonie

Hypotonie

Lungenembolie

Venenthrombose

Vaskulitis

Periphere Ischämie

Gelegentlich

Gelegentlich

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

Pneumonitis

Akutes respiratorisches Syndrom

Chronische interstitielle Lungenfibrose

Lungenödem

Pulmonare Hypertonie

Bronchospasmus

Dyspnoe

Hypoxie

Husten

Unbestimmte Lungenfunktionsstörungen

Schwellung der Nasenschleimhäute

Nasale Beschwerden

Oropharyngeale Schmerzen

Rhinorrhoe

Niesen

Pulmonale venookklusive Erkrankung

Selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

FI Endoxan

09.2013

Obliterative Bronchiolitis

Organisierende Pneumonie

Allergische Alveolitis

Pleuraerguss

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Stomatitis

Diarrhoe

Erbrechen

Obstipation

Übelkeit

Hämorrhagische Enterokolitis

Akute Pankreatitis

Aszites

Mukosale Ulzeration

Gastrointestinale Blutungen

Bauchschmerzen

Entzündung der Ohrspeicheldrüse

Kolitis

Enteritis

Blinddarmentzündung

Häufig

Häufig

Häufig

Häufig

Häufig

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Leber- und

Gallenerkrankungen

Leberfunktionsstörungen

Venookklusive Lebererkrankung

Erhöhte Bilirubinwerte im Blut

Erhöhte Leberenzymwerte (SGOT, SGPT,

gamma-GT, alkalische Phosphatase)

Aktivierung einer Virushepatitis

Hepatomegalie

Ikterus

Hepatitis

Cholestatische Hepatitis

Zytolytische Hepatitis

Cholestase

Hepatische Enzephalopathie

Hepatotoxizität mit Leberversagen

Häufig

Selten

Selten

Selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Erkrankungen der Haut und

des Unterhautzellgewebes

Alopezie

Exanthem

Dermatitis

Verfärbung von Handflächen, Fingernägeln

und Fußsohlen

Stevens-Johnson-Syndrom

Toxische epidermale Nekrolyse

Erythema multiforme

Hautschäden an bestrahlten Stellen

Verbrennungen an bestrahlten Stellen

Juckreiz (inklusive entzündlichem Juckreiz)

Hautrötung

Toxischer Hautausschlag

Palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom

Urtikaria

Bläschenbildung

Hautrötung

Gesichtsschwellung

Hyperhidrose

Sehr häufig

Selten

Selten

Selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Rhabdomyolyse

Sklerodermie

Muskelkrämpfe

Myalgie

Arthralgie

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

FI Endoxan

09.2013

Erkrankungen der Niere und

Harnwege

Zystitis

Mikrohämaturie

Hämorrhagische Zystitis (in Einzelfällen mit

Todesfolge)

Makrohämaturie

Suburotheliale Blutung

Ödem der Blasenwand

Interstitielle Entzündung mit

Fibrose und Sklerose der Blase

Nierenversagen

Erhöhte Kreatininwerte im Blut

Tubulusnekrose

Nierentubulusstörung

Toxische Nephropathie

Hämorrhagische Ureteritis

Ulzerative Zystitis

Kontraktur der Harnblase

Nephrogener Diabetes insipidus

Atypische Epithelzellen der Harnblase

Erhöhter Blutharnstoff

Sehr häufig

Sehr häufig

Häufig

Häufig

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Schwangerschaft,

Wochenbett und perinatale

Erkrankungen

Vorzeitige Wehen

Nicht bekannt

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Störungen der Spermatogenese

Ovulationsstörung

Amenorrhoe

Azoospermie

Oligospermie

Infertilität

Ovarialinsuffizienz

Ovulationsbeschwerden

Oligomenorrhoe

Hodenatrophie

Östrogen im Blut reduziert

Gonatropin im Blut erhöht

Häufig

Gelegentlich

Selten

Selten

Selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Kongenitale, familiäre und

genetische Erkrankungen

Intrauteriner Fruchttod

Missbildung des Fetus

Wachstumsverzögerung des Fetus

Fetale Toxizität (Incl. Myelosuppression/

Gastroenteritis)

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Fieber

Schüttelfrost

Asthenie

Müdigkeit

Unwohlsein

Entzündung der Schleimhaut

Brustschmerzen

Kopfschmerzen

Schmerzen

Multiorganversagen

Phlebitis

Reaktionen an der Injektions- bzw.

Infusionsstelle (Thrombose, Nekrose,

Entzündung, Schmerzen, Schwellung,

Hautrötung)

Ödem

Grippeähnliche Erkrankung

Sehr häufig

Häufig

Häufig

Häufig

Häufig

Häufig

Selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Nicht bekannt

FI Endoxan

09.2013

Generelle physische Instabilität

Verzögerte Wundheilung

Nicht bekannt

Nicht bekannt

Untersuchungen

Hyperuriekämie infolge eines Tumorlyse-

Syndroms

Erhöhter Lactatdehydrogenase-Spiegel im

Blut

C-reaktives Protein erhöht

Sehr selten

Nicht bekannt

Nicht bekannt

einschließlich andere bakterielle, fungale, virale, protozoale und parasitäre Reaktivierung latenter Infektionen,

einschließlich Virushepatitis, Tuberkulose, JC-Virus mit progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (auch

mit tödlichem Ausgang), Pneumocystis jiroveci, Herpes zoster, Strongyloides, Sepsis und septischer Schock

(auch mit tödlichem Ausgang)

auch mit tödlichem Ausgang

einschließlich akute myeloische Leukämie und akute promyelozytische Leukämie

bei Hochdosistherapie: sehr häufig

persistent

4.9

Überdosierung

Zu den schwerwiegenden Folgen einer Überdosierung zählen Manifestationen dosisabhängiger

Toxizitäten wie Myelosuppression, Urotoxizität, Kardiotoxizität (einschließlich Herzversagen),

venookklusive Lebererkrankung und Stomatitis (siehe Abschnitt 4.4).

Patienten, die eine Überdosis erhalten haben, sind engmaschig auf die Entwicklung von

Toxizitäten zu überwachen, insbesondere auf Hämatotoxizität.

Ein spezifisches Gegenmittel zu Endoxan ist nicht bekannt.

Cyclophosphamid und seine Metabolite sind dialysierbar. Bei der Behandlung einer

Überdosierung oder Intoxikation suizidaler oder akzidenteller Art ist daher eine rasche

Hämodialyse angezeigt.

Bei einer Überdosierung ist die Endoxan-Gabe abzubrechen und es sind unterstützende

Maßnahmen zu ergreifen, einschließlich der angemessenen Behandlung eventueller begleitender

Infektionen, Myelosuppression oder anderer Toxizitäten gemäß dem Stand der

wissenschaftlichen Erkenntnis.

Eine Zystitis-Prophylaxe mit dem Wirkstoff Mesna kann sinnvoll sein, um urotoxische Effekte in

Folge einer Cyclophosphamid-Überdosierung zu verhindern oder einzuschränken (siehe

Abschnitt 4.4). Mesna sollte möglichst unmittelbar nach Gabe der Überdosis von Endoxan

verabreicht werden. Zur Vorbeugung einer hämorrhagischen Zystitis kann Mesna i.v. innerhalb

von 24 - 48 Stunden eingesetzt werden (siehe Gebrauchsinformation).

Hinweis:

Bei unbeabsichtigter paravenöser Injektion einer vorschriftsmäßig rekonstituierten Cyclophosphamid-

Lösung besteht üblicherweise nicht die Gefahr einer zytotoxisch bedingten Gewebeschädigung, da

diese überwiegend erst nach Bioaktivierung, die überwiegend in der Leber stattfindet seine

zytotoxische Aktivität entfaltet.

Kommt es zu einer Paravasation, sollte die Infusion dennoch sofort gestoppt werden, das Paravasat

bei liegender Nadel aspiriert, mit Kochsalzlösung nachgespült und die Extremität ruhiggestellt

werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Alkylantien, Stickstofflost-Analoga

ATC-Code: L01AA01

FI Endoxan

09.2013

Cyclophosphamid ist ein Zytostatikum aus der Gruppe der Oxazaphosphorine. Es ist chemisch dem

Stickstofflost verwandt.

Cyclophosphamid ist in vitro inaktiv und wird in vivo überwiegend in der Leber durch mikrosomale

Enzyme zu 4-Hydroxycyclophosphamid aktiviert, das mit seinem Tautomeren Aldophosphamid im

Gleichgewicht steht. Diese Tautomere unterliegen einer zum Teil spontanen, zum Teil enzymatischen

Konversion in inaktive und aktive Metaboliten (insbesondere Phosphoramidlost und Acrolein).

Die zytotoxische Wirkung von Cyclophosphamid beruht auf einer Interaktion seiner alkylierenden

Metaboliten mit der DNS. Folge der Alkylierung sind Strangbrüche und Vernetzungen der DNS-

Stränge bzw. DNS-Proteinvernetzungen (”cross-links”). Im Zellzyklus wird eine Verlangsamung der

Passage durch die G2-Phase verursacht. Die zytotoxische Wirkung ist nicht

zellzyklusphasenspezifisch, aber zellzyklusspezifisch. Acrolein hat keine antineo-plastische Aktivität,

ist aber für die urotoxischen Nebenwirkungen verantwortlich. Außerdem wird eine immunsuppressive

Wirkung von Cyclophosphamid diskutiert.

Eine Kreuzresistenz vor allem mit strukturverwandten Zytostatika, wie z. B. Ifosfamid, aber auch an-

deren Alkylantien, ist nicht auszuschließen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die Blutspiegel nach i.v. und oraler Applikation sind bioäquivalent.

Resporption

Cyclophosphamid wird aus dem Magen-Darm-Trakt nahezu vollständig resorbiert.

Beim Menschen fällt nach einmaliger intravenöser Gabe von radioaktiv markiertem Cyclophosphamid

die Plasmakonzentration der Substanz und ihrer Metaboliten innerhalb von 24 Stunden sehr stark ab,

wobei aber nachweisbare Plasmakonzentrationen bis zu 72 Stunden vorhanden sein können.

Biotransformation

Cyclophosphamid ist unter in vitro-Bedingungen inaktiv und wird erst im Organismus bioaktiviert.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion weisen eine verzögerte Biotransformation von

Cyclophosphamid auf. In Fällen mit pathologisch verringerter Cholinesteraseaktivität kommt es

dadurch zu einem Anstieg der Serumhalbwertszeit.

Cyclophosphamid konnte in der Zerebrospinalflüssigkeit und der Muttermilch nachgewiesen werden.

Cyclophosphamid und seine Metaboliten passieren die Plazentaschranke.

Elimination

Die mittlere Halbwertszeit von Cyclophosphamid im Serum beträgt bei Erwachsenen ca. 7 und bei

Kindern ca. 4 Stunden.

Cyclophosphamid selbst unterliegt keiner wesentlichen Proteinbindung, wohl aber seine Metaboliten,

die zu ca. 50% an Plasmaproteine gebunden sind.

Cyclophosphamid und seine Metaboliten werden zum größten Teil renal ausgeschieden, eine

Dosismodifikation bei Niereninsuffizienz ist notwendig. Eine übliche Empfehlung ist die

Dosisreduktion um 50% bei einer glomerularen Filtrationsrate unter 10 ml pro Minute.

Eine Dosisreduktion von 25% wird bei Serumbilirubinwerten zwischen 3.1 und 5 mg/ 100 ml

empfohlen.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Nach hochdosierter i.v. Applikation im Rahmen der allogenen Knochenmarktransplantation folgt die

Plasmakonzentration des nativen Cyclophosphamids einer linearen Kinetik 1. Ordnung. Eine

intraindividuelle Dosiseskalation um den Faktor 8 verändert die pharmakokinetischen Kenn-größen

für das native Cyclophoshamid nicht. Weniger als 15% der applizierten Dosis werden unverändert mit

dem Urin ausgeschieden. Im Vergleich mit einer konventionelen Cyclophosphamidtherapie kommt es

aber zu einer Zunahme inaktiver Metaboliten, die auf eine Sättigung der aktivierenden Enzymsysteme,

FI Endoxan

09.2013

nicht jedoch der zu inaktiven Metaboliten führenden Metabolisierungsschritte hindeutet. Im Verlauf

einer mehrtägigen hochdosierten Cyclophosphamidtherapie nehmen die Flächen unter der

Plasmakonzentrations-Zeit-Kurve der Muttersubstanz, vermutlich aufgrund der Autoinduktion der

mikrosomalen Metabolisierungsaktivität, ab.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Cyclophosphamid ist im Vergleich zu anderen Zytostatika verhältnis-mäßig

gering. Dies wurde in Experimenten an Mäusen, Meerschweinchen, Kaninchen und Hunden nachge-

wiesen.

Bei einmaliger i.v. Injektion beträgt die LD

bei der Ratte etwa 160 mg/kg, bei Maus und

Meerschweinchen 400 mg/kg, beim Kaninchen 130 mg/kg und beim Hund 40 mg/kg.

Chronische Toxizität

Die chronische Gabe toxischer Dosen führt zu Leberläsionen im Sinne einer Verfettung mit anschlie-

ßender Nekrose. Die Darmschleimhaut wird nicht angegriffen.

Die Schwelle für die hepatotoxische Wirkung liegt beim Kaninchen bei 100 mg/kg, beim Hund bei 10

mg/kg.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Für Cyclophosphamid konnte in zahlreichen in vitro und in vivo Tests ein mutagenes Potential

nachgewiesen werden. Auch beim Menschen wurden nach der Gabe von Cyclophosphamid

chromosomale Aberrationen beobachtet.

Bei Patienten im geschlechtsreifen Alter sind während und bis mindestens 6 Monate nach Beendigung

der Therapie kontrazeptive Maßnahmen vorzunehmen (siehe Abschnitt 4.4 Besondere Warnhinweise

und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung).

In Tierversuchen an Ratten und Mäusen konnte eine tumorerzeugende Wirkung von

Cyclophosphamid nachgewiesen werden. Aufgrund epidemiologischer Studien muss davon

ausgegangen werden, dass durch die Behandlung mit Cyclophosphamid beim Menschen

Sekundärtumoren hervorgerufen werden können.

Reproduktionstoxizität

Cyclophosphamid wirkt bei verschiedenen Tierarten einschließlich Maus, Ratte, Kaninchen, Rhesus-

Affe und Hund teratogen. Es löst eine Reihe von Skelett-, Weichteil- und anderen Missbildungen aus.

Bisherige Erfahrungen beim Menschen geben Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bei der

Anwendung von Cyclophosphamid während der ersten drei Schwangerschaftsmonate. Es liegen keine

Untersuchungen über mögliche Spätfolgen bei im zweiten oder dritten Trimester exponierten Kindern

vor.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Endoxan Tabletten: Calciumcarbonat, Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Carmellose Natrium,

Gelatine, Glycerol, Lactose-Monohydrat, Maisstärke, Magnesiumstearat, Macrogol,

Montanglycolwachs, Polysorbat, Polyvidon 25, Sucrose (Saccharose), Siliciumdioxid, Talkum,

Farbstoff E171.

Endoxan Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung:

Es sind keine sonstigen Bestandteile enthalten.

6.2

Inkompatibilitäten

FI Endoxan

09.2013

Die Stabilität von Cyclophosphamid kann in Benzylalkohol-haltigen Trägerlösungen

eingeschränkt sein.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Endoxan und Endoxan 100 mg, 200 mg, 500 mg und 1 g: 3 Jahre

Die rekonstituierte Lösung sollte nach der Herstellung innerhalb von 24 Stunden verwendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Endoxan Durchstechflaschen und Tabletten sollen bei Raumtemperatur nicht über 25° C aufbewahrt

werden. In der Originalverpackung aufbewahren.

Die rekonstituierte Lösung im Kühlschrank (bei 2 - 8°C) lagern. Nicht über 8° C lagern.

Durch Temperatureinflüsse während des Transportes oder der Lagerung von Endoxan Pulver zur

Herstellung einer Injektionslösung kann es zum Schmelzen des Wirkstoffes Cyclophosphamid

kommen.

Durchstechflaschen mit geschmolzener Substanz sind optisch leicht von Flaschen mit intaktem

Wirkstoff zu unterscheiden. Geschmolzenes Cyclophosphamid ist eine klare oder gelbliche

Flüssigkeit, die sich als zusammenhängende Phase oder in Tröpfchen in den betroffenen Flaschen

findet. Durchstechflaschen mit geschmolzenem Inhalt dürfen nicht mehr verwendet werden.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Endoxan 100 mg / 200 mg

Packungen mit 10 Durchstechflaschen, Klinikpackungen

Endoxan 500 mg / 1 g

Packungen mit 1 oder 6 Durchstechflaschen, Klinikpackungen

Endoxan

Packungen mit 30, 50 oder 100 Tabletten, Klinikpackungen

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Bei der Handhabung, Zubereitung und Entsorgung von Cyclophosphamid sind stets die geltenden

Richtlinien zum sicheren Umgang mit Zytostatika einzuhalten (siehe aktuelles Merkblatt M 620 der

Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege und Abfallschlüssel-Nr.18 01 05

D1”zytostatische Mittel”).

Endoxan überzogene Tabletten: Durch die Beschichtung der Tabletten wird ein direkter Kontakt der

verabreichenden Person mit dem Wirkstoff vermieden. Um eine versehentliche Exposition Dritter

gegenüber dem Wirkstoff zu vermeiden, dürfen die Tabletten nicht zerteilt oder zerdrückt werden.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Baxter Oncology GmbH

Kantstraße 2

33790 Halle/Westfalen

Korrespondenzadresse:

Baxter Deutschland GmbH

FI Endoxan

09.2013

Edisonstraße 4

85716 Unterschleißheim

Telefon: 089/31701-0

Fax: 089/31701-177

E-Mail: info@baxter-oncology.com

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Endoxan

6035903.00.01

Endoxan 100 mg

6035903.03.00

Endoxan 200 mg

6035903.01.00

Endoxan 500 mg

6035903.02.00

Endoxan 1 g

6035903.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 29.10.1965

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 10.09.2004

10.

STAND DER INFORMATION

09.2013

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

__________________________________________________________________________

Baxter und Endoxan sind eingetragene Marken der Baxter International Inc.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen