Enantone Monats-Depot - Zweikammerspritze

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-11-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

10-12-2020

Wirkstoff:
LEUPRORELIN ACETAT
Verfügbar ab:
Takeda Pharma Ges.m.b.H.
ATC-Code:
L02AE02
INN (Internationale Bezeichnung):
LEUPRORELIN ACETATE
Einheiten im Paket:
1 Zweikammerspritze + 2 Nadeln, Laufzeit: 36 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiebereich:
Leuprorelin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-20237
Berechtigungsdatum:
1993-11-10

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Enantone Monats-Depot – Zweikammerspritze

Wirkstoff: Leuprorelinacetat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht:

Was ist Enantone und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Enantone beachten?

Wie ist Enantone anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Enantone aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Enantone und wofür wird es angewendet?

Leuprorelinacetat, der Wirkstoff von Enantone, bewirkt eine Hemmung bestimmter

Geschlechtshormone, indem in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) - nach einer kurzfristigen Anregung

- die Freisetzung jener Hormone gedrosselt wird, welche in den Hoden die Produktion der

Geschlechtshormone regeln. Dadurch sinken die Spiegel der Geschlechtshormone ab. Nach Absetzen

von Enantone steigen die Hormonspiegel der Hirnanhangdrüse und der Hoden wieder in den

Normalbereich an.

Bei Kindern beiderlei Geschlechts wird die Überaktivität der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gehemmt,

wodurch die Freisetzung der Geschlechtshormone verringert und das Verhältnis von Alter zu

Knochenalter verbessert wird. Durch den anfänglichen Anstieg der Hormone kann es zu leichten

genitalen Blutungen kommen.

Anwendung bei Männern:

Zur Behandlung der Beschwerden des fortgeschrittenen, hormonabhängigen Prostatakarzinoms.

Anwendung bei Kindern:

Enantone Monats-Depot ist ein synthetisches Hormon, welches den Blutspiegel von Testosteron und

Östrogen im Körper reduzieren kann. Es wird bei Mädchen unter 9 Jahren und Jungen unter 10 Jahren

zur Behandlung vorzeitiger Pubertät, die durch die Freisetzung bestimmter Hormone aus der

Hirnanhangdrüse verursacht wird, angewendet (Pubertas praecox vera).

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Enantone beachten?

Die Entscheidung, ob eine Therapie mit Enantone Monats-Depot angezeigt ist, sowie die

längerfristigen Therapiekontrollen bei Kindern sollen vorzugsweise in endokrinologisch-pädiatrischen

Zentren erfolgen.

Enantone darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Leuprorelinacetat, andere synthetische GnRH-Analoga oder GnRH-

Derivate, Poly-(DL-Lactid-glycolid) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Enantone darf nicht in eine Arterie injiziert werden.

Bei Männern:

Bei Prostatakrebs, der nicht durch Hormone beeinflusst wird, ist die

Behandlung mit Enantone nicht angezeigt.

Nach operativer Hodenentfernung bewirkt Enantone keine weitere

Absenkung des Geschlechtshormonspiegels.

Bei Mädchen mit Pubertas praecox vera:

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Enantone nicht angewendet

werden.

Bei nicht abgeklärten Blutungen aus der Scheide darf Enantone nicht

angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Ihr Arzt sollte insbesondere über folgende Begleiterkrankungen oder Umstände informiert sein, da in

diesen Fällen Enantone mit Vorsicht angewendet werden sollte:

Patienten,

Enantone

behandelt

werden,

Berichte

Depressionen,

schwerwiegend sein können. Wenn Sie mit Enantone behandelt werden und eine depressive Stimmung

entwickeln, informieren Sie Ihren Arzt.

Patienten mit Bluthochdruck sollten während der Behandlung sorgfältig überwacht werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Enantone anwenden, insbesondere wenn Sie an einer der

folgenden Krankheiten leiden: Jede Art von Erkrankung der Herz-oder Blutgefäße, einschließlich

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), oder wenn Sie mit Arzneimitteln gegen diese Erkrankungen

behandelt werden. Das Risiko für Herz-Rhythmus-Störungen kann bei der Anwendung von Enantone

erhöht sein.

Ein Hypophyseninfarkt (Blutung in der Hirnanhangdrüse), der sehr selten zu Beginn der Behandlung

mit diesem und ähnlichen Arzneimitteln (GnRH-Analoga) auftreten kann, ist durch plötzliche

Kopfschmerzen, Erbrechen, Sehstörungen, Augenmuskellähmung und zuweilen Kreislaufzusammen-

bruch gekennzeichnet. Bitte suchen Sie in diesem Fall umgehend einen Arzt auf.

Wenn Abszesse an der Injektionsstelle auftreten, wird Ihr Arzt die Hormonspiegel (Testosteron,

Estradiol) in regelmäßigen Abständen kontrollieren.

Bei Männern:

Zu Behandlungsbeginn sollte die Verabreichung eines geeigneten Arzneimittels (Antiandrogen)

erwogen werden, um die möglichen Folgen des anfänglichen Anstieges des männlichen

Geschlechtshormons Testosteron im Blut und der dadurch hervorgerufenen Zunahme der

Beschwerden (z. B. erschwertes Wasserlassen und Blut im Harn, Knochenschmerzen bei

Patienten mit Knochenmetastasen, Schwäche der Beine und Missempfindungen (z. B. Kribbeln

oder Taubheitsgefühl) bei Patienten mit Wirbelsäulenmetastasen) abzuschwächen.

Der Therapieerfolg sollte regelmäßig (insbesondere aber beim Wiederauftreten von

Krankheitserscheinungen, wie z.B. Schmerzen, erschwertes Wasserlassen oder Schwäche in den

Beinen) durch klinische Untersuchung (Tastuntersuchung der Prostata vom Mastdarm her,

Ultraschall oder andere bildgebende Verfahren) und durch Überprüfung der Phosphatasen bzw.

des prostataspezifischen Antigens (PSA) und des Testosteronspiegels im Blut kontrolliert

werden.

Die Abnahme des Testosteronspiegels, wie sie allgemein nach Hodenentfernung bzw. bei

Behandlung mit diesem und ähnlichen Arzneimitteln (GnRH-Analoga) auftritt, kann zur

Abnahme der Knochendichte mit erhöhtem Risiko für Knochenbrüche führen. Die Abnahme der

Knochendichte nach Hodenentfernung ist jedoch ausgeprägter als bei GnRH-Analoga. Bei

Risikopatienten kann die zusätzliche Gabe von Bisphosphonaten die Abnahme der

Knochendichte verhindern.

In Zusammenhang mit Arzneimitteln, die auf die gleiche Art und Weise wirken wie Enantone,

ist über schwere Fälle von Druckwirkungen auf das Rückenmark, die zu lähmungsähnlichen

Beschwerden führen können und über Nierenfunktionsstörungen infolge einer Verengung der

Harnleiter zwischen den Nieren und der Blase, berichtet worden. In diesen Fällen sollte eine

standardmäßige Therapie dieser Komplikationen eingeleitet werden.

Patienten mit einem hohen Risiko für Stoffwechselerkrankungen (z. B. Zuckerkrankheit) oder

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten angemessen überwacht werden.

Bei Kindern:

- Vor Therapiebeginn muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein.

Vor Beginn der Behandlung mit Enantone ist eine sorgfältige Diagnose erforderlich (Ausschluss

bestimmter hormonproduzierender Tumoren u.a. Krankheiten) und die Kinder sollten über 2

Monate beobachtet werden, da auch spontane Heilungen der vorzeitigen Pubertät möglich sind.

Da die Langzeitwirkungen auf die Knochenmineralisation noch nicht geklärt sind, wird zur

Stabilisierung des Skelettsystems eine calcium- und proteinreiche Kost sowie sportliche

Aktivität empfohlen.

Wenn ein fortschreitender Gehirntumor vorliegt, wird der behandelnde Arzt vor Beginn der

Behandlung eine sorgfältige Nutzen-/Risikobewertung durchführen.

Bei Mädchen mit Pubertas praecox vera:

Nach der ersten Injektion kann es bei Mädchen zu Hormonentzugserscheinungen in Form von

Vaginalblutungen (Schmierblutungen) kommen. Wenn im weiteren Behandlungsverlauf (nach 1

bis 2 Monaten) weiterhin Blutungen aus der Scheide auftreten, müssen diese untersucht

werden. Wenden Sie sich dafür bitte an den behandelnden Arzt.

Während der Therapie kann es zu einer Abnahme der Knochendichte kommen, die nach der

Behandlung in aller Regel wieder zunimmt, so dass die Knochendichte im späten Jugendalter nicht

durch die Behandlung beeinträchtigt zu sein scheint.

Nach Beendigung der Behandlung kann es zu einer Lageverschiebung der Wachstumsfuge im

Oberschenkelknochen kommen. Der Grund hierfür könnte eine Auflockerung der Wachstumsfuge

aufgrund der geringen Konzentration von weiblichen Geschlechtshormonen während der Behandlung

sein.

Die Anwendung von Enantone kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Anwendung von Enantone zusammen mit anderen Arzneimitteln

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen /

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen / angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Enantone kann bei gleichzeitiger Anwendung zusammen mit einigen Arzneimitteln zur Behandlung

von Herzrhythmusstörungen (z.B. Chinidin, Procainamid, Amiodaron und Sotalol) zu

Wechselwirkungen führen.

Enantone kann bei gleichzeitiger Anwendung zusammen mit anderen Arzneimitteln [z.B. Methadon

(Arzneimittel zur Schmerzlinderung und ein Teil der Drogenersatztherapie), Moxifloxacin (ein

Antibiotikum), Antipsychotika für schwere psychische Erkrankungen] das Risiko für

Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Enantone Monats-Depot darf nicht bei schwangeren und stillenden Mädchen angewendet werden

(siehe auch „Enantone Monats-Depot darf nicht angewendet werden“).

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen kann aufgrund von

Ermüdungserscheinungen und Schwindel beeinträchtigt sein, die eine mögliche Nebenwirkung der

Behandlung oder Folge der zugrundeliegenden Erkrankung sein können. Wenn Sie an diesen

Beschwerden leiden, seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie Kraftfahrzeuge lenken oder Maschinen

bedienen.

Enantone enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro ml, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

Wie ist Enantone anzuwenden?

Zur subkutanen Anwendung.

Enantone darf nur vom Arzt oder anderem medizinischen Fachpersonal verabreicht werden, die auch

das gebrauchsfertige Produkt zubereiten.

Eine ausnahmsweise Verschiebung des Injektionstermines um einige Tage beeinträchtigt den

Therapieerfolg nicht. Halten Sie sich an das von Ihrem Arzt vorgeschriebene Dosierungsintervall,

indem Sie Ihren nächsten Termin genau einhalten.

Enantone wird angewandt, indem das in der vorderen Spritzenkammer befindliche Pulver mit dem

Lösungsmittel vermischt und subkutan (in das Unterhautgewebe) injiziert wird.

Das Arzneimittel ist vor jeder Gabe frisch zuzubereiten.

Injektion

kann

unter

Haut

Bauches,

Gesäßes

oder

Oberschenkels

erfolgen.

Injektionsstelle soll monatlich gewechselt werden.

Eine versehentliche Injektion in eine Arterie ist unbedingt zu vermeiden, da durch Gerinnselbildung

ein Verschluss kleinerer Blutgefäße bewirkt werden kann.

Bei Männern:

Die Anwendung von Enantone soll durch einen in der Tumortherapie erfahrenen Arzt erfolgen.

Enantone soll in möglichst genauen monatlichen Abständen verabreicht werden.

Enantone wird einmal monatlich als subkutane Injektion (Injektion in das Unterhautgewebe)

angewandt.

Bei Kindern:

Die gesamte Behandlung ab Beginn und die längerfristigen Therapiekontrollen sollen bei Kindern

vorzugsweise in endokrinologisch-pädiatrischen Zentren erfolgen. Die Dosierung wird individuell

angepasst. Die empfohlene Anfangsdosis ist abhängig vom Körpergewicht und beträgt:

Kinder mit einem Körpergewicht

20 kg:

Ein Enantone Monats-Depot wird einmal monatlich nach vorgeschriebener Zubereitung unter die Haut

von Bauch, Gesäß oder z. B. Oberschenkel injiziert.

Kinder mit einem Körpergewicht < 20 kg:

Für diese Einzelfälle gilt unter Berücksichtigung der klinischen Aktivität der Pubertas praecox vera:

Soweit nicht anders verordnet, wird einmal monatlich eine gebrauchsfertige Zubereitung von

Enantone Monats-Depot hergestellt. Von dieser fertigen Suspension werden dann 0,5 ml (22,05 mg

Pulver mit 1,88 mg Leuprorelinacetat) unter die Haut von Bauch, Gesäß oder z. B. Oberschenkel

injiziert und der Rest der Suspension verworfen.

Ihr Arzt wird die Gewichtszunahme des Kindes kontrollieren.

Bei nicht ausreichender Unterdrückung der Hormone der Hirnanhangdrüse (z. B. Auftreten von

Vaginalblutungen) kann Ihr Arzt über eine eventuelle Erhöhung der Dosierung entscheiden. Ihr Arzt

wird die minimal wirksame Dosis mittels Blutuntersuchungen ermitteln.

Enantone soll in möglichst genauen monatlichen Abständen verabreicht werden.

Dauer der Behandlung:

Bei Männern:

Die Behandlung fortgeschrittener, hormonabhängiger Prostatakarzinome ist in der Regel eine

Langzeitbehandlung und soll deshalb so lange fortgeführt werden, wie Ihr Arzt es Ihnen verschrieben

hat.

Bei Kindern:

Die Dauer der Behandlung ist von der Ausgangssituation und vom Therapieverlauf abhängig

(Prognose der Körpergröße, Wachstumsgeschwindigkeit, Knochenalter).

Je nach Aktivität der vorzeitigen Pubertät kann bei nicht ausreichender Wirkung (bei

Schmierblutungen oder zu geringer Hormonsuppression im LHRH-Test) eine Dosiserhöhung

notwendig sein. Während der Behandlung soll das Knochenalter in halb- bis einjährigen Abständen

kontrolliert werden.

Die Behandlung der verfrüht einsetzenden Pubertät (Pubertas praecox vera) ist in der Regel eine

Langzeitbehandlung. Die Dauer der Anwendung richtet sich nach den klinischen Befunden zu

Behandlungsbeginn bzw. der Entwicklung unter der Behandlung und wird von Ihrem Arzt zusammen

mit Ihnen und ggf. ihrem erkrankten Kind festgelegt.

Ihr Arzt wird das Knochenalter des Kindes während der Behandlung regelmäßig überwachen. Bei

einer Knochenreifung von > 12 Jahren bei Mädchen und > 13 Jahren bei Jungen wird Ihr Arzt ein

Absetzen der Therapie unter Beachtung der klinischen Effekte in Erwägung ziehen.

Bei Mädchen ist darauf zu achten, dass vor Therapiebeginn keine Schwangerschaft vorliegt. Bitte

wenden Sie sich an Ihren Arzt, falls das Auftreten einer Schwangerschaft während der Behandlung

nicht ausgeschlossen werden kann.

Hinweis:

Die Abstände der Injektionen von Enantone Monats-Depot sollen 30 ± 2 Tage betragen, um ein

erneutes Auftreten von Zeichen der verfrühten Pubertätsentwicklung zu vermeiden.

Wenn Sie eine größere Menge von Enantone erhalten haben, als Sie sollten

Da die Injektion gewöhnlich vom Arzt oder von geschultem Fachpersonal vorgenommen wird, ist

nicht mit einer Überdosierung zu rechnen.

Vergiftungssymptome durch Überdosierung wurden bisher nicht beobachtet. Selbst bei Verabreichung

von Dosen bis zu 20 mg Leuprorelinacetat täglich über 2 Jahre wurden keine neuen Nebenwirkungen

beobachtet.

Wenn Sie die Anwendung von Enantone vergessen haben

Wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, wenn Sie glauben, dass Ihre monatlich vorzunehmende Enantone

Depotinjektion vergessen wurde.

Wenn Sie die Anwendung von Enantone abbrechen

Da die Therapie von Prostatakrebs in der Regel eine Langzeitbehandlung mit Enantone erforderlich

macht, sollte die Behandlung auch dann nicht abgebrochen werden, wenn eine Besserung eintritt oder

die Beschwerden verschwinden.

Ein vorzeitiger Abbruch der Behandlung mit Enantone kann zur Verschlechterung krankheits-

bedingter Beschwerden führen.

Die Behandlung sollte ohne vorherige Rücksprache mit dem Arzt nicht vorzeitig abgebrochen

werden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei Männern:

Anfangs kommt es regelmäßig zu einem kurzfristigen Anstieg des männlichen Geschlechtshormons

(Testosteron) im Blut, was zu einer vorübergehenden Verstärkung bestimmter Beschwerden führen

kann (Auftreten oder Zunahme von Knochenschmerzen, erschwertes Wasserlassen, neurologische

Erscheinungen,

Muskelschwäche

Beinen,

Schwellungen

durch

Behinderung

Lymphabflusses). Diese Zunahme der Beschwerden geht üblicherweise wieder zurück, ohne dass

Enantone

abgesetzt

werden

muss.

Eine

Abnahme

Knochendichte

kann

unter

Therapie

möglicherweise auftreten (siehe Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Durch das Absinken der männlichen Geschlechtshormone kann es zum Auftreten folgender

Nebenwirkungen kommen:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Gewichtszunahme

Hitzewallungen

Knochenschmerzen

Muskelschwäche

Verminderung oder Verlust des sexuellen Verlangens und der Potenz

Verkleinerung der Hoden

Vermehrtes Schwitzen

Müdigkeit

Hautreaktionen an der Injektionsstelle (Rötungen, Schmerzen, Schwellungen oder Juckreiz), die

sich in der Regel auch bei fortgesetzter Behandlung zurückbilden

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Appetitzunahme, Appetitabnahme, Appetitlosigkeit

Stimmungsschwankungen bei Langzeittherapie, Depression

Schlafstörungen

Kopfschmerzen

Missempfindungen (z.B. Kribbeln oder Taubheitsgefühl am Körper)

Übelkeit

Anstieg bestimmter Laborwerte (Leberwerte, Werte für den Knochenstoffwechsel), der jedoch

auch Folge der Grunderkrankung sein kann, abnormale Leberfunktion

Juckreiz

Gelenk- bzw. Rückenschmerzen

Häufiges Wasserlassen, nächtlicher Harndrang

Beschwerden beim Wasserlassen

Brustschwellungen

Wassereinlagerung im Gewebe (Schwellungen)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Allgemein allergische Reaktionen (Fieber, Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötung)

Gewichtsabnahme

Stimmungsschwankungen bei Kurzzeittherapie

Schwindel

Durchfall, Erbrechen

Trockene Haut bzw. Schleimhaut

Nachtschweiß

Hautausschlag

Haarmangel

Muskelschmerzen

Harnverhaltung

Hodenschmerzen

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Erhöhung oder Erniedrigung von Blutzuckerwerten

Vorübergehende Geschmacksveränderungen

Blutdruckveränderungen (erhöhter oder erniedrigter Blutdruck)

Haarausfall

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Überempfindlichkeit einschließlich schwerer allergischer Reaktionen

Hypophyseninfarkt bei Patienten mit Hypophysenadenom (Geschwulst der Hirnanhangdrüse)

siehe Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“

Hypophysenblutung

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Verminderte Anzahl roter Blutkörperchen

Verminderte Anzahl der weißen Blutkörperchen

Starke Verminderung der Blutplättchen, wodurch erhöhtes Risiko einer Blutung und Neigung zu

Blutergüssen besteht

Metabolisches Syndrom (eine Kombination verschiedener, Stoffwechsel-bedingt auftretender

Krankheitssymptome wie z. B. Übergewicht, Bluthochdruck, gestörter Fettstoffwechsel, erhöhter

Blutzuckerspiegel)

Verringerung der Knochenmasse bei Langzeittherapie

Verlust der Knochenmineraldichte

Osteoporose

In Einzelfällen können Spritzenabszesse auftreten

Veränderungen im EKG (QT-Verlängerung)

Herzklopfen

Krampfanfälle

Sehschwäche

Lungenentzündung, Lungenerkrankung

Bei Kindern:

In der Anfangsphase der Behandlung kommt es zu einem kurzfristigen Anstieg der

Geschlechtshormone mit nachfolgendem Abfall in den vorpubertären Bereich. Aufgrund dieser

Wirkweise können v.a. zu Beginn der Therapie folgende unerwünschte Wirkungen auftreten:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Kopfschmerzen

Emotionale Labilität

Stimmungsschwankungen bei Langzeittherapie

Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe

Übelkeit/Erbrechen

Akne

Vaginale Blutungen, Schmierblutungen, Ausfluss

Reaktionen an der Injektionsstelle

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Stimmungsschwankungen bei Kurzzeittherapie

Hitzewallungen

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Allgemein allergische Reaktionen (Fieber, Hautausschlag, Juckreiz)

Überempfindlichkeit einschließlich schwerer allergischer Reaktionen, häufig einhergehend mit

Blutdruckabfall, Schwindel, Übelkeit und ev. Atemnot

Infarkt der Hirnanhangdrüse nach der ersten Verabreichung bei Patienten mit Geschwulst der

Hirnanhangdrüse

siehe Abschnitt „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“

Hypophysenblutung

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Krampfanfälle

Lungenentzündung, Lungenerkrankung

Hinweis: Wenn im weiteren Behandlungsverlauf Blutungen aus der Scheide (Schmierblutungen)

auftreten, kann dies als Anzeichen einer möglichen Unterdosierung gewertet werden. Bitte wenden Sie

sich in diesem Fall an den behandelnden Arzt.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 Wien

Österreich

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: www.basg.gv.at

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Enantone aufzubewahren?

Nicht über 25ºC lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton bzw. Etikett nach „Verwendbar bis:“ bzw.

„Verw. bis:“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Wenn das Lösungsmittel nicht klar ist oder das Wirkstoffpulver in der Zweikammerspritze verfärbt ist,

darf das Arzneimittel nicht verwendet werden.

Die gebrauchsfertige Wirkstoffmischung ist in der Regel sofort zu verwenden; in Ausnahmefällen

kann sie jedoch bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden aufbewahrt werden, wobei die Sterilität

gesichert sein muss. Unmittelbar vor der Verabreichung ist durch Aufschütteln sicherzustellen, dass

die Mischung ein gleichmäßiges, milchiges Aussehen hat. Nur zur einmaligen Entnahme.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Enantone enthält

Der Wirkstoff ist: Leuprorelinacetat. 1 Zweikammerspritze enthält 3,75 mg Leuprorelinacetat.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Pulver: Poly-(DL-Lactid-glycolid), Mannitol (E 421), Gelatine

Lösungsmittel: Carboxymethylcellulose-Natrium, Mannitol (E 421), Polysorbat 80, Wasser für

Injektionszwecke, Essigsäure (zur pH-Wert-Einstellung)

Wie Enantone aussieht und Inhalt der Packung

Enantone besteht aus einer Zweikammerspritze mit Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer

Depot-Injektionssuspension. 44,15 mg weißes Pulver befinden sich in der vorderen Spritzenkammer

und 1 ml klares, farbloses Lösungsmittel in der hinteren Spritzenkammer. Die Spritze ist mit einer

Schutzvorrichtung versehen um Verletzungen durch die Nadel zu vermeiden.

Es sind Packungen mit einer Zweikammerspritze erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

Pharmazeutischer Unternehmer:

Takeda Pharma Ges.m.b.H.

1120 Wien

Hersteller:

Delpharm Novara S.r.l.

28065 Cerano (NO)

Italien

In Lizenz der Takeda Pharmaceutical Company Ltd., Osaka, Japan

Z.Nr.: 1–20237

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2020.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Handhabungshinweis zur Herstellung der Suspension:

Spritzenstempel bis zum Anschlag eindrehen.

Spritze mit der Nadel senkrecht nach oben halten.

Stempel langsam vorschieben, bis der Stopfen die blaue Markierung erreicht.

Das Lösungsmittel fließt über den seitlichen Bypass in die vordere Wirkstoffkammer.

Spritzenstempel nicht mehr zurückziehen!

Die weiterhin senkrecht nach oben gehaltene Spritze vorsichtig durch seitwärts

gerichtete Bewegungen schütteln oder mit dem Finger klopfen, um den Inhalt gut

zu mischen, bis eine homogene, milchige Suspension entsteht. Die Spritze nicht

waagrecht oder nach unten halten, da Suspension austreten kann.

Vor der Injektion Schutzkappe abziehen (nicht abdrehen!) und die Luft über der

Suspension herausdrücken.

Die Spritze ist jetzt injektionsbereit.

Achten Sie während der Injektion darauf, dass der Punkt auf der Schutzvorrichtung zu Ihnen

zeigt.

Schieben Sie nach der Injektion die Schutzvorrichtung sofort über die Nadel, indem Sie den Pfeil

nach oben drücken bis Sie das Einrasten der Schutzvorrichtung hören oder spüren.

Eine Aspiration ist bei subkutan liegender Injektionsnadel möglich.

Bei jeder Manipulation ist auf die Gefahr einer mikrobiellen Kontamination zu achten.

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Enantone Monats-Depot – Zweikammerspritze

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Zweikammerspritze mit 44,15 mg Pulver und 1 ml Lösungsmittel enthält:

3,75 mg Leuprorelinacetat, entsprechend 3,57 mg Leuprorelin

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Carmellose-Natrium, 5 mg/Zweikammerspritze

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension

Zweikammerspritze mit weißem Pulver und klarem, farblosem Lösungsmittel.

Die vor der Injektion zubereitete Suspension hat einen pH-Wert-Bereich von 5-7.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Enantone Monats-Depot wird angewendet bei Erwachsenen und Kindern.

Bei Männern:

Zur symptomatischen Therapie des fortgeschrittenen hormonabhängigen Prostatakarzinoms.

Bei Kindern:

Zur Behandlung der Pubertas praecox vera (bei Mädchen unter 9 Jahren und Jungen unter 10 Jahren).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Bei Männern:

Die Anwendung von Enantone Monats-Depot soll nur unter Überwachung eines in der Tumortherapie

erfahrenen Arztes erfolgen.

Dosierung:

Einmal monatlich eine Enantone Monats-Depot - Zweikammerspritze s.c.

Dauer der Anwendung:

In der Regel ist die Therapie fortgeschrittener, hormonabhängiger Prostatakarzinome eine

Langzeitbehandlung.

Bei Kindern:

Die Indikationsstellung zur Behandlung und die längerfristigen Therapiekontrollen sollen bei Kindern

vorzugsweise in endokrinologisch-pädiatrischen Zentren erfolgen.

Dosierung:

Das Dosierschema wird individuell angepasst. Die empfohlene Anfangsdosis ist abhängig vom

Körpergewicht und beträgt:

Kinder mit einem Körpergewicht > 20 kg:

Einmal monatlich 44,1 mg Pulver mit 3,75 mg Leuprorelinacetat, suspendiert in 1 ml

Suspensionsmittel, s.c. applizieren.

Kinder mit einem Körpergewicht < 20 kg:

Für diese Einzelfälle gilt unter Berücksichtigung der klinischen Aktivität der Pubertas praecox vera:

Einmal monatlich eine gebrauchsfertige Suspension aus 44,1 mg Pulver mit 3,75 mg Leuprorelinacetat

und 1 ml Suspensionsmittel herstellen. Von dieser Suspension sind dann 0,5 ml (22,05 mg Pulver mit

1,88 mg Leuprorelinacetat) subkutan zu applizieren. Der Rest der Suspension ist zu verwerfen. Die

Gewichtszunahme des Kindes ist zu kontrollieren.

Je nach Aktivität der Pubertas praecox vera kann bei nicht ausreichender Suppression (klinische

Hinweise

z. B.

Schmierblutung

bzw.

LHRH-Test

keine

ausreichende

Suppression

Gonadotropine)

eine

Dosiserhöhung

notwendig

werden.

minimal

wirksame

monatlich

applizierende Dosis ist dann mittels LHRH-Test zu ermitteln.

Sterile Abszesse am Injektionsort treten nach intramuskulärer und nicht bestimmungsgemäßer hoher

Dosierung auf. Daher soll subkutan injiziert werden (siehe Abschnitt 4.4).

Es wird empfohlen, bei Kindern die kleinstmöglichen Volumina einzusetzen, um unangenehme

Begleiterscheinungen der subkutanen Injektion zu reduzieren.

Dauer der Anwendung:

Die Anwendungsdauer richtet sich nach den klinischen Parametern zu Behandlungsbeginn bzw. im

Therapieverlauf (Endgrößenprognose, Wachstumsgeschwindigkeit, Knochenalter bzw. Knochenalter-

akzeleration) und wird vom behandelnden Pädiater zusammen mit den Sorgeberechtigten und ggf. dem

erkrankten Kind festgelegt. Das Knochenalter soll während der Behandlung in Intervallen von 6 –

12 Monaten überwacht werden. Ein Absetzen der Therapie bei einer Knochenreifung von mehr als

12 Jahren bei Mädchen und mehr als 13 Jahren bei Jungen soll unter Beachtung der klinischen Parameter

in Betracht gezogen werden.

Bei Mädchen ist darauf zu achten, dass vor Therapiebeginn keine Schwangerschaft vorliegt. Das

Auftreten einer Schwangerschaft während der Behandlung kann nicht ausgeschlossen werden. Hierzu

soll fachmedizinischer Rat eingeholt werden.

Hinweis

Das Applikationsintervall soll 30 ± 2 Tage betragen, um ein erneutes Auftreten von Symptomen der

Pubertas praecox zu vermeiden.

Dosisanpassung bei speziellen Patientengruppen

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Art der Anwendung

Zur subkutanen Anwendung.

Enantone Monats-Depot darf nur von medizinischem Fachpersonal zubereitet, rekonstituiert und

verabreicht werden, das mit der sachgemäßen Handhabung vertraut ist.

Suspension

Gabe

frisch

zuzubereiten.

Anweisungen

Vorbereitung

Zweikammerspritze siehe Abschnitt 6.6.

Die Injektion soll subkutan erfolgen. Die Injektionsstelle ist monatlich zu wechseln. Dabei kann die

subkutane Injektion in die Bauchhaut, das Gesäß oder z. B. den Oberschenkel erfolgen.

Eine versehentliche intraarterielle Injektion ist aufgrund tierexperimenteller Befunde (Thrombosierung

kleiner Gefäße distal des Applikationsortes) unbedingt zu vermeiden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit

gegen

Wirkstoff,

andere

synthetische

GnRH-Analoga

oder

GnRH-

Derivate,

Poly-(DL-Lactid-glycolid)

oder

einen

Abschnitt 6.1

genannten

sonstigen

Bestandteile.

Intraarterielle Injektion.

Bei Männern:

Nachgewiesene Hormonunabhängigkeit des Karzinoms.

Nach chirurgischer Kastration (Enantone Monats-Depot bewirkt keine weitere Absenkung des

Testosteronspiegels).

Bei Mädchen mit Pubertas praecox vera:

Schwangerschaft und Stillzeit.

Vaginalblutungen unbekannter Ursache.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Therapie ist eine Langzeitbehandlung, die individuell festgelegt wird. Enantone Monats-Depot

sollte

möglichst

genauen

monatlichen

Abständen

verabreicht

werden.

Eine

ausnahmsweise

Verschiebung des Injektionstermins um einige Tage (30

2 Tage) beeinträchtigt den Therapieerfolg

nicht.

Im Fall eines Spritzenabszesses sollte der Testosteronspiegel bestimmt werden, da die Resorption von

Leuprorelin aus dem Depot vermindert sein kann.

Bei Patienten, die mit GnRH-Agonisten (Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonisten) wie Leuprorelin,

behandelt werden, besteht ein erhöhtes Risiko für Depressionen (die schwerwiegend sein können). Die

Patienten sind über dieses Risiko aufzuklären und im Falle auftretender Symptomatik entsprechend zu

behandeln.

Patienten mit Bluthochdruck sollten unter der Therapie sorgfältig überwacht werden.

Nach der Markteinführung sind sehr selten Fälle von Hypophysenapoplexie (klinisches Syndrom im

Gefolge eines Hypophyseninfarkts) nach Verabreichung von GnRH-Agonisten berichtet worden. Die

meisten Fälle traten innerhalb von 2 Wochen nach der ersten Dosis auf, eine kleinere Anzahl auch

innerhalb

ersten

Stunde,

gingen

plötzlich

auftretenden

Kopfschmerzen,

Erbrechen,

Veränderungen des Sehvermögens, Ophthalmoplegie, verändertem Geisteszustand und zuweilen mit

Kreislaufzusammenbruch

einher.

Mehrheit

dieser

Fälle

wurde

Hypophysenadenom

diagnostiziert. Solche Fälle bedürfen einer sofortigen ärztlichen Versorgung.

Nach der Markteinführung von Leuprorelinacetat wurden Krampfanfälle bei Kindern und

Erwachsenen mit oder ohne einer Vorgeschichte von Epilepsie, Anfallsleiden oder Risikofaktoren für

Krampfanfälle, beobachtet und berichtet.

Bei Männern:

Beginn

Behandlung

kann

Flare-Phänomen

kommen

einer

Verstärkung

Krankheitssymptome (z. B. Harnwegsobstruktion, Hämaturie) durch einen vorübergehenden Anstieg

Testosteronspiegels.

Patienten

einer

Metastasierung

Knochen

können

Knochenschmerzen auftreten. Bei Patienten mit einer Metastasierung in die Wirbelsäule kann es durch

Rückenmarkskompression zu Schwäche der unteren Extremitäten und Parästhesie kommen.

Drei Tage vor Beginn der Leuprorelin-Therapie und während der ersten 2 – 3 Wochen der Behandlung

sollte die zusätzliche Gabe eines geeigneten Antiandrogens erwogen werden, um so die möglichen

Folgeerscheinungen des anfänglichen Testosteronanstiegs und die Verschlechterung der klinischen

Symptomatik abzuschwächen.

Patienten

drohenden

neurologischen

Komplikationen,

Wirbelsäulenmetastasen

sowie

Harnwegsobstruktion sollten während der ersten Behandlungswochen unter

ständiger,

möglichst

stationärer Überwachung stehen.

Wenn Zeichen einer Rückenmarkskompression oder einer Nierenfunktionsstörung aufgrund einer

Harnleiterobstruktion vorliegen, müssen sofort entsprechende therapeutische Maßnahmen ergriffen

werden.

Der unter der Langzeittherapie mit GnRH-Analoga bzw. Orchiektomie auftretende Hypogonadismus

kann zu einer Osteoporose mit erhöhtem Frakturrisiko führen, wobei die Entwicklung einer Osteoporose

nach Orchiektomie durch erhöhte Cortisolspiegel ausgeprägter ist als nach Applikation von GnRH-

Analoga.

Risikopatienten

kann

zusätzliche

Gabe

eines

Bisphosphonates

eine

Knochendemineralisierung verhindern.

Epidemiologische

Daten

ergaben,

dass

während

Androgenentzugstherapie

metabolische

Veränderungen (z. B. Verschlechterung der Glukosetoleranz oder eines bestehenden Diabetes) sowie

ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen auftreten können. Prospektive Studien konnten

Verbindung

zwischen

einer

Behandlung

GnRH-Analoga

einem

Anstieg

kardiovaskulären

Mortalität

jedoch

nicht

bestätigen.

Patienten

einem

hohen

Risiko

für

Stoffwechselveränderungen,

Metabolisches

Syndrom

oder

kardiovaskuläre

Erkrankungen

sollten

angemessen überwacht werden.

Androgendeprivationstherapie kann das QT-Intervall verlängern. Bei Patienten mit QT-Verlängerung

Anamnese oder Risikofaktoren für QT-Verlängerung

und bei Patienten, die gleichzeitig

Arzneimittel einnehmen, die das QT-Intervall verlängern können (siehe Abschnitt 4.5), soll der Arzt vor

Beginn der Behandlung mit Enantone das Nutzen-Risiko-Verhältnis einschließlich des Potenzials für

Torsade de Pointes bewerten.

Der Therapieerfolg sollte regelmäßig (insbesondere aber bei Anzeichen für eine Progression trotz

adäquater Therapie) durch klinische Untersuchungen (rektale Austastung der Prostata, Sonographie,

Skelettszintigraphie zur Kontrolle der Knochendichte, Computertomographie) und durch Überprüfung

der Phosphatasen bzw. des prostataspezifischen Antigens (PSA) und des Serumtestosterons kontrolliert

werden.

Die Reaktion auf die Enantone-Therapie kann durch Messung der Serumspiegel von Testosteron, saurer

Phosphatase

(prostataspezifisches

Antigen)

kontrolliert

werden.

steigt

Testosteronspiegel bei Behandlungsbeginn zunächst an und sinkt dann während eines Zeitraumes von

zwei Wochen wieder ab. Nach zwei bis vier Wochen werden Testosteronspiegel erreicht, wie sie nach

einer beidseitigen Orchiektomie beobachtet werden, und die über den gesamten Behandlungszeitraum

bestehen bleiben. Ein Anstieg saurer Phosphatasespiegel kann in der Anfangsphase der Therapie

erfolgen und ist vorübergehender Natur. Gewöhnlich werden nach einigen Wochen wieder Normalwerte

bzw. annähernde Normalwerte erreicht.

Nach chirurgischer Kastration bewirkt Enantone keine weitere Absenkung des Testosteronspiegels bei

Männern (siehe Abschnitt 4.3).

Bei Kindern und Jugendlichen:

Vor Therapiebeginn mit Leuprorelinacetat muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein.

Vor Therapiebeginn sollten – neben einer sorgfältigen Differentialdiagnose (Ausschluss von Steroid-

oder HCG-sezernierenden Tumoren, Hirntumoren oder einer kongenitalen adrenalen Hyperplasie) – die

Kinder 2 Monate beobachtet werden, da spontane Remissionen bei Pubertas praecox vorkommen

können.

Auswirkungen

einer

Langzeitbehandlung

GnRH-Analoga

Knochenmineralisation noch nicht geklärt sind, wird zur Stabilisierung des Skelettsystems eine calcium-

und proteinreiche Kost sowie sportliche Aktivität bei Kindern empfohlen.

Behandlung

eine

genaue

Diagnose

idiopathischen

oder

neurogenen

gonadotropinabhängigen Pubertas praecox notwendig.

Bei Patienten mit progredientem Gehirntumor sollte vor Beginn der Behandlung eine sorgfältige

Nutzen-/Risikobewertung durchgeführt werden.

Die individuell eingestellte Langzeitbehandlung mit Enantone Monats-Depot sollte so genau wie

möglich in monatlichen Abständen erfolgen. Eine ausnahmsweise Verzögerung der Injektion von

einigen Tagen (30 ± 2 Tagen) hat keinen Einfluss auf das Therapieergebnis.

Beim Auftreten von sterilen Abszessen an der Injektionsstelle (häufig berichtet bei intramuskulärer

Injektion einer nicht bestimmungsgemäßen hohen Dosis) kann die Resorption von Leuprorelinacetat

reduziert sein. In diesem Fall sollten die hormonellen Parameter (Testosteron, Östradiol) im Abstand

von 2 Wochen überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2).

Nach der ersten Injektion kann es bei Mädchen zu Hormonentzugserscheinungen in Form von

Vaginalblutungen, Schmierblutungen und Ausfluss kommen. Die Ursache für Vaginalblutungen, die

über die ersten beiden Behandlungsmonate andauern, muss abgeklärt werden.

Während einer Therapie der Pubertas praecox mit GnRH-Analoga kann es zu einer Abnahme der

Knochendichte kommen. Nach Beendigung der Behandlung findet in aller Regel wieder eine

Remineralisierung statt, so dass die Knochenmasse im späten Jugendalter nicht durch die Behandlung

beeinträchtigt zu sein scheint.

Nach Beendigung der Behandlung mit Enantone Monats-Depot kann es zu einer Epiphysiolyse des

Femurkopfes kommen. Der Grund dafür könnte eine Auflockerung der Epiphysenfuge aufgrund der

geringen Östrogenkonzentration während der Behandlung mit GnRH-Analoga sein. Die gesteigerte

Wachstumsgeschwindigkeit nach Beendigung der Behandlung resultiert in einer Verringerung der

Scherkräfte, die für die Verschiebung der Epiphyse benötigt wird.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro ml, d. h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Da Androgendeprivationstherapie das QT-Intervall verlängern kann, ist die gleichzeitige Anwendung

von Enantone mit Arzneimitteln, die bekanntermaßen das QT-Intervall verlängern oder Arzneimitteln,

die Torsade de Pointes auslösen können wie Klasse IA- (z. B. Chinidin, Disopyramid) oder Klasse III-

Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid); oder auch Methadon, Moxifloxacin,

Neuroleptika usw. sorgfältig zu evaluieren (siehe Abschnitt 4.4).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft/Stillzeit:

Während Schwangerschaft und Stillzeit ist die Anwendung von Enantone Monats-Depot bei Mädchen

mit Pubertas praecox vera kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Fertilität bei Männern:

Klinische und pharmakologische Studien haben gezeigt, dass die Unterdrückung der Fertilität nach

Absetzen einer bis zu 24-wöchigen kontinuierlichen Leuprorelinacetat-Applikation voll reversibel war.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Enantone auf die Verkehrstüchtigkeit und das

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen, kann aufgrund von

Ermüdungserscheinungen und Schwindel beeinträchtigt sein, die als mögliche Nebenwirkungen der

Behandlung auftreten oder Folgen der zugrundeliegenden Erkrankung sein können.

4.8

Nebenwirkungen

Aufgrund des Entzuges der Geschlechtshormone kann es zum Auftreten von Nebenwirkungen kommen.

Die Häufigkeiten von Nebenwirkungen sind wie folgt definiert: sehr häufig (

1/10), häufig (

1/100,

< 1/10), gelegentlich (

1/1.000, < 1/100), selten (

1/10.000, < 1/1.000), sehr selten (< 1/10.000), nicht

bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Bei Männern:

Zu Beginn der Behandlung kommt es regelmäßig zu einem kurzfristigen Anstieg des Serumtestosteron-

spiegels, was zu einer vorübergehenden Verstärkung bestimmter Krankheitssymptome, dem Flare-

Phänomen, führen kann (Auftreten oder Zunahme von Knochenschmerzen, Harnwegsobstruktion und

deren Folgen, Rückenmarkskompressionen, Muskelschwäche in den Beinen, Lymphödeme). Diese

Zunahme der Beschwerden geht üblicherweise spontan zurück, ohne dass Enantone abgesetzt werden

muss.

Nebenwirkungen, die unter Enantone beobachtet wurden, sind hauptsächlich auf die spezifische

pharmakologische Wirkung von Leuprorelinacetat zurückzuführen, nämlich die Zu- und Abnahme von

bestimmten Hormonkonzentrationen. Die am häufigsten berichteten unerwünschten Reaktionen sind

Hitzewallungen und vorübergehende Rötungen an der Injektionsstelle.

Die Reaktion auf die Enantone-Therapie kann durch Messung der Serumspiegel von Testosteron, saurer

Phosphatase und PSA kontrolliert werden. So steigt der Testosteronspiegel bei Behandlungsbeginn

zunächst an und sinkt dann während eines Zeitraumes von zwei Wochen wieder ab. Nach zwei bis vier

Wochen werden Testosteronspiegel erreicht, wie sie nach einer beidseitigen Orchiektomie beobachtet

werden. Diese Veränderungen bleiben über den gesamten Behandlungszeitraum bestehen.

Im Fall von in Einzelfällen auftretenden Spritzenabszessen sollten die Testosteronspiegel überprüft

werden, da eine unzureichende Resorption von Leuprorelin aus dem Depot zu einem möglichen

Wiederansteigen des Testosteronspiegels führen kann.

Ein Anstieg saurer Phosphatasespiegel kann in der Anfangsphase der Therapie erfolgen und ist

vorübergehender

Natur.

Gewöhnlich

werden

nach

einigen

Wochen

wieder

Normalwerte

bzw.

annähernde Normalwerte erreicht.

Nebenwirkungen bei Männern:

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

nicht bekannt:

Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie

Erkrankungen des Immunsystems

gelegentlich:

sehr selten:

allgemein allergische Reaktionen (Fieber,

Juckreiz, Hautausschlag, Eosinophilie)

Überempfindlichkeit einschließlich

anaphylaktischer Reaktionen

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

sehr häufig:

häufig:

gelegentlich:

selten:

nicht bekannt:

Gewichtszunahme

Appetitzunahme, Appetitabnahme,

Anorexie

Gewichtsabnahme

Veränderung einer diabetischen

Stoffwechsellage (Erhöhung oder

Senkung von Blutzuckerwerten)

Metabolisches Syndrom

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Psychiatrische Erkrankungen

häufig:

gelegentlich:

Depression, Stimmungsschwankungen

(Langzeitanwendung von

Leuprorelinacetat), Schlafstörungen

Stimmungsschwankungen

(Kurzzeitanwendung von

Leuprorelinacetat)

Erkrankungen des Nervensystems

häufig:

gelegentlich:

selten:

sehr selten:

nicht bekannt:

Kopfschmerzen, Parästhesie

Schwindel

vorübergehende

Geschmacksveränderungen

Apoplexie der Hypophyse nach initialer

Verabreichung von Leuprorelin bei

Patienten mit Hypophysenadenom (siehe

Abschnitt 4.4), Hypophysen-Hämorrhagie

Krampfanfälle

Augenerkrankungen

nicht bekannt:

Sehschwäche

Herzerkrankungen

nicht bekannt:

Palpitation, QT-Verlängerung (siehe

Abschnitte 4.4 und 4.5)

Gefäßerkrankungen

sehr häufig:

selten:

Hitzewallungen

Blutdruckveränderungen (Hypertonie

oder Hypotonie)

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

nicht bekannt:

Interstitielle Lungenerkrankung

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

häufig:

gelegentlich:

Übelkeit

Erbrechen, Diarrhoe

Leber- und Gallenerkrankungen

häufig:

abnormale Leberwerte: Anstieg der LDH,

der Transaminasen, der Gamma-GT und

der alkalischen Phosphatase, die jedoch

Ausdruck der Grundkrankheit sein

können, abnormale Leberfunktion

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

sehr häufig:

häufig:

gelegentlich:

selten:

Hyperhidrose

Juckreiz

trockene Haut bzw. Schleimhaut,

Nachtschweiß, Hautausschlag,

Haarmangel (Hypotrichosis)

Alopezie

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

sehr häufig:

häufig:

gelegentlich:

nicht bekannt:

Knochenschmerzen, Muskelschwäche

Gelenk- bzw. Rückenschmerzen

Myalgie

Verlust der Knochenmineraldichte,

Osteoporose, Verringerung der

Knochenmasse bei Langzeittherapie

(siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Nieren und

Harnwege

häufig:

gelegentlich:

Nykturie, Dysurie, Pollakisurie

Harnverhaltung

Erkrankungen der Geschlechtsorgane

und der Brustdrüse

sehr häufig:

häufig:

gelegentlich:

Verminderung oder Verlust der Libido

und der Potenz, Verkleinerung der Hoden

Gynäkomastie

testikuläre Schmerzen

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

sehr häufig:

häufig:

nicht bekannt:

vermehrtes Schwitzen, Müdigkeit, lokale

Reaktionen an der Injektionsstelle (z. B.

Rötung, Schmerzen, Ödeme, Juckreiz),

die sich in der Regel auch bei

fortgesetzter Behandlung zurückbilden

periphere Ödeme

In Einzelfällen trat ein Abszess auf.

Bei Kindern:

In der Initialphase der Therapie kommt es zu einem kurzfristigen Anstieg der Sexualhormonspiegel mit

nachfolgendem Abfall auf Werte in den präpubertären Bereich. Aufgrund dieser pharmakologischen

Wirkung können bei Kindern besonders zu Beginn der Therapie folgende unerwünschte Wirkungen

auftreten:

Systemorganklasse

Häufigkeit

Nebenwirkung

Erkrankungen des Immunsystems

sehr selten:

allgemein allergische Reaktionen (Fieber,

Hautausschlag, Juckreiz),

Überempfindlichkeit einschließlich

anaphylaktischer Reaktionen

Psychiatrische Erkrankungen

häufig:

gelegentlich:

emotionale Labilität, Depression,

Stimmungsschwankungen

(Langzeitanwendung von

Leuprorelinacetat)

Stimmungsschwankungen

(Kurzzeitanwendung von

Leuprorelinacetat)

Erkrankungen des Nervensystems

häufig:

sehr selten:

nicht bekannt:

Kopfschmerzen

Apoplexie der Hypophyse nach initialer

Verabreichung von Leuprorelin bei

Patienten mit Hypophysenadenom (siehe

Abschnitt 4.4), Hypophysen-Hämorrhagie

Krampfanfälle

Gefäßerkrankungen

gelegentlich:

Hitzewallungen

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

nicht bekannt:

interstitielle Lungenerkrankung

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

häufig:

Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe,

Übelkeit, Erbrechen

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

häufig:

Akne

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

nicht bekannt:

Myalgie

Erkrankungen der Geschlechtsorgane

und der Brustdrüse

häufig:

vaginale Blutungen, Schmierblutungen*,

Ausfluss

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am Verabreichungsort

häufig:

Reaktionen an der Injektionsstelle;

Bei nicht bestimmungsgemäßer hoher

Dosierung kam es nach intramuskulärer

Gabe häufig zur Bildung steriler Abszesse

am Injektionsort. Bei subkutaner Gabe

wurde eine derartige lokale Reaktion

bisher nicht beobachtet.

*Hinweis:

Allgemeinen

Auftreten

vaginalen

Schmierblutungen

weiteren

Behandlungsverlauf (nach einer möglichen Entzugsblutung im ersten Behandlungsmonat) als Zeichen

einer möglichen Unterdosierung zu werten. Das Ausmaß der hypophysären Suppression sollte dann

mittels LHRH-Test abgeklärt werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 Wien

Österreich

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: www.basg.gv.at

4.9

Überdosierung

Intoxikationssymptome wurden bisher nicht beobachtet. Selbst bei Verabreichung von Dosen bis zu

20 mg Leuprorelinacetat pro Tag über zwei Jahre, die bei ersten klinischen Studien Anwendung fanden,

konnten keine anderen bzw. neuen Nebenwirkungen, die sich von denen nach täglicher Applikation von

1 mg oder monatlicher Applikation von 3,75 mg unterschieden, gefunden werden. Im Falle einer

erheblichen Überdosierung wird geraten, die Patienten zu beobachten und nötigenfalls symptomatisch

zu behandeln.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Hormone und verwandte Mittel, Gonadotropin-Releasing-Hormon-

Analoga; ATC-Code: L02AE02.

Bei Männern:

Leuprorelinacetat,

wirksame

Bestandteil

Enantone

Monats-Depot,

parenteral

anwendbares synthetisches Nonapeptid, ein Analogon des natürlich vorkommenden hypothalamischen

"Releasing-Faktors" GnRH, der die Freisetzung der gonadotropen Hormone LH (Luteinisierendes

Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) aus dem Hypophysenvorderlappen kontrolliert.

Diese Hormone stimulieren ihrerseits die gonadale Steroidsynthese.

Im Gegensatz zum physiologischen GnRH, das pulsatil vom Hypothalamus freigesetzt wird, blockiert

das auch als LH-RH-Agonist bezeichnete Leuprorelinacetat bei therapeutischer Daueranwendung die

GnRH-Rezeptoren der Hypophyse kontinuierlich und verursacht deren Desensibilisierung ("down-

regulation"). Als Folge kommt es nach einer initialen kurzfristigen Stimulation zu einer reversiblen

hypophysären

Suppression

Gonadotropin-Freisetzung

gleichzeitigem

Abfall

Testosteronspiegels und damit zu einer Beeinflussung des Wachstums des karzinomatös veränderten

Prostatagewebes, das durch Dihydrotestosteron – gebildet durch Reduktion von Testosteron in den

Prostatazellen – normalerweise stimuliert wird.

Die Langzeittherapie mit Enantone Monats-Depot bewirkt bei allen Patienten eine Senkung der LH-

und FSH- Spiegel; es werden beim Mann Androgenspiegel erreicht, wie sie nach einer beidseitigen

Orchiektomie vorliegen. Diese Veränderungen treten meist zwei bis drei Wochen nach Therapiebeginn

auf und sind über den gesamten Behandlungszeitraum manifest. Aus diesem Grund können mit

Enantone

Monats-Depot

Hormonempfindlichkeit

eines

Prostatakarzinoms

mögliche

therapeutische Wert einer Orchiektomie geprüft werden. Gegebenenfalls kann die Orchiektomie durch

die monatliche Gabe von Enantone Monats-Depot ersetzt werden. Kastrationsspiegel für Testosteron

konnten bisher nach kontinuierlicher Gabe von Leuprorelinacetat über fünf Jahre gehalten werden.

In klinischen Studien bei Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom mit

Wirkstoffen wie Abirateronacetat, Enzalutamid, Docetaxel, Cabazitaxel und Ra-223 wurde die Therapie

mit GnRH-Analoga fortgesetzt.

Bei Kindern:

Es kommt zu einer reversiblen Suppression der hypophysären Gonadotropin-Freisetzung mit

nachfolgendem Abfall der Östradiol (E

)- bzw. Testosteronspiegel auf Werte in den präpubertären

Bereich. Bei Patientinnen, die bereits vor Therapiebeginn postmenarchal sind, kommt es nach

Behandlungsbeginn zu einer Entzugsblutung, und im weiteren Verlauf der Therapie sistieren die

Blutungen.

Es lassen sich die folgenden therapeutischen Wirkungen zeigen:

Suppression der basalen und stimulierten Gonadotropinspiegel auf präpubertäres Niveau.

Suppression erhöhter Sexualhormonspiegel auf präpubertäres Niveau, prämature Menstruationen

werden gestoppt.

Stopp oder Verminderung der somatischen Pubertätsentwicklung (Tanner-Stadien).

Angleichung/Normalisierung des Verhältnisses von tatsächlichem Alter zu Knochenalter.

Prävention einer beschleunigten Zunahme des Knochenalters.

Abnahme bis zur Normalisierung der pathologisch erhöhten Wachstums-Geschwindigkeit.

Zunahme der finalen Körpergröße.

Das Ergebnis der Behandlung ist eine Unterdrückung der pathologisch vorzeitig aktivierten

Hypothalamus-Hypophysen-Gonadenachse entsprechend einer altersgemäßen pubertären

Entwicklung.

Klinische Wirksamkeit

In einer klinischen Langzeitstudie an Kindern, die mit Leuprorelinacetat in Dosen bis zu 15 mg pro

Monat über > 4 Jahre behandelt wurden, wurde bei Behandlungsende eine Wiederaufnahme der

pubertären Entwicklung beobachtet. Follow-up Untersuchungen an 20 weiblichen Probanden zeigten

bei 80 % eine normale Zyklustätigkeit im Erwachsenenalter und 12 Schwangerschaften in 7 von

20 Probanden einschließlich Mehrlingsschwangerschaften bei 4 Probandinnen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption:

Der Wirkstoff Leuprorelinacetat wird nach Injektion der Enantone Depotsuspension kontinuierlich aus

dem Copolymer, bestehend aus Glykolsäure und Milchsäure im Verhältnis 1:3, über einen Zeitraum von

einem Monat freigesetzt. Das Copolymer wird dabei wie chirurgisches Nahtmaterial resorbiert. Die

Bioverfügbarkeit, berechnet durch Vergleich mit der AUC einer i.v. Gabe von 1 mg Leuprorelinacetat,

beträgt nach 28 Tagen für die Depotformulierung von Leuprorelinacetat 98 %, gemessen bei Männern

nach s.c. Gabe.

Bei Männern:

Innerhalb einer Stunde werden Serumspiegel von 13 ng/ml nach einmaliger s.c. Applikation gemessen.

Nachweisbare Spiegel im Serum liegen bis 35 Tage nach der letzten Applikation vor. Bei wiederholter

Gabe kommt es zu einer anhaltenden Senkung des Testosteronspiegels in den Kastrationsbereich, ohne

dass der Testosteronspiegel wie nach erstmaliger Injektion einen vorübergehenden Anstieg zeigt.

Bei Kindern:

Nach einer einmaligen s.c. Applikation von 1,88 mg Leuprorelinacetat (Enantone Monats-Depot)

steigt der Leuprorelingehalt im Serum in Kindern mit Pubertas praecox vera rapid an und nimmt im

Verlauf der folgenden 3 Tage kontinuierlich ab. Er bleibt für die nachfolgenden drei Wochen im

Bereich 0,02 – 0,03 ng/ml stabil und sinkt vier Wochen nach der Applikation auf 0,01 ng./ml.

Nach wiederholter s.c. Applikation von 1,88 mg Leuprorelinacetat (Enantone Monats-Depot)

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Für diese Arzneispezialität steht kein NPAR zur Verfügung. Alle relevanten

Änderungen seit 01.07.2011 finden sich in der Life – Cycle Tabelle.

Relevante Änderungen

Art der

Änderung

Genehmigungs-

Datum

Fachinformation

Gebrauchsinformation

Kennzeichnung

betroffen

Zusammenfassung der

Änderung bzw.

wissenschaftliche

Information

Übertragung

2.8.2012

Auf Takeda Pharma

Ges.m.b.H., 1120 Wien

Änderung des

Herstellers

14.03.2013

Namensänderung des für die

Chargenfreigabe

verantwortlichen Herstellers

auf Takeda Italia S.p.A

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