Enantone Monats-Depot 3,75 mg Retardmikrokapseln und Suspensionsmittel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

17-02-2003

Fachinformation Fachinformation (SPC)

17-02-2003

Wirkstoff:
Leuprorelin (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Leuprorelin (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Retardmikrokapseln und Suspensionsmittel
Zusammensetzung:
Leuprorelin (Ph.Eur.) 3.75mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
37730.00.00

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0744/48-ZF004b

Gebrauchsinformation, bitte aufmerksam lesen!

Enantone Monats-Depot

Wirkstoff: Leuprorelinacetat

Zusammensetzung

1 Injektionsflasche mit 44,1 mg Retardmikrokapseln enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

3,75 mg Leuprorelinacetat, entspr. 3,57 mg Leuprorelin

Sonstige Bestandteile:

Retardmikrokapseln:

33,1 mg Poly(glycolsäure-co-milchsäure) 1:3, D-Mannitol, Gelatine

1 Ampulle mit 2 ml Suspensionsmittel:

D-Mannitol, Carmellose-Natrium, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke.

Darreichungsform und Inhalt

Retardmikrokapseln und Suspensionsmittel zur s.c. Injektion

1 Ampulle mit 2 ml Suspensionsmittel und 1 Injektionsflasche mit 44,1 mg Retardmikrokapseln, enthaltend 3,75

mg Leuprorelinacetat und 33,1 mg Poly(glycolsäure-co-milchsäure) 1:3

3 Ampullen mit je 2 ml Suspensionsmittel und 3 Injektionsflaschen mit je 44,1 mg Retardmikrokapseln,

enthaltend 3,75 mg Leuprorelinacetat und 33,1 mg Poly(glycolsäure-co-milchsäure) 1:3

Stoff- oder Indikationsgruppe oder Wirkungsweise

Der Wirkstoff des Enantone Monats-Depot (Leuprorelinacetat) gehört zur Gruppe der Hemmstoffe bestimmter

Geschlechtshormone.

Enantone Monats-Depot wirkt auf die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), indem es nach einer kurzfristigen

Stimulation die Hormonproduktion derjenigen Hormone drosselt, die in den Eierstöcken und in den Hoden die

Produktion der Geschlechtshormone regeln.

Dies bedeutet, daß die Spiegel der Geschlechtshormone nachfolgend absinken und bei fortgesetzter Gabe auch in

diesem Bereich bleiben. Nach Absetzen von Enantone Monats-Depot steigen die Spiegel der Hormone der

Hirnanhangsdrüse und die Geschlechtshormone wieder auf den Normalbereich an.

Vorzeitige Pubertät bei Kindern:

Das gesamte Krankheitsbild hat seine Ursache in der vorzeitigen und

gesteigerten Hormonproduktion der Hirnanhangsdrüse. Ziel der Behandlung mit Enantone Monats-Depot ist es,

das verfrühte Fortschreiten der Pubertät zu stoppen bzw. die gesteigerte Hormonproduktion zu drosseln.

Import, Umpackung und Vertrieb:

Hersteller:

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Laboratoires Takeda,

Am Gänslehen 4 – 6

Puteaux Cedex (Frankreich)

83451 Piding

Tel.: 08651/704-0

Anwendungsgebiete

- bei Männern

Prüfung der Hormonempfindlichkeit eines Prostatakarzinoms zur Beurteilung der Notwendigkeit von hormon-

unterdrückenden/hormonentziehenden Maßnahmen. Zur symptomatischen Behandlung fortgeschrittener

hormonabhängiger Geschwülste der Vorsteherdrüse (Prostatakarzinome).

- bei Kindern

Vorzeitige Pubertät ohne erkennbare Ursache (idiopathische Form) oder bedingt durch Veränderungen im Zwi-

schenhirn (neurogene Form), die von der Freisetzung von Hormonen (LH und FSH) aus der Hirnanhangsdrüse

(Hypophyse) abhängig ist (Pubertas praecox vera).

Eine Behandlung mit Enantone Monats-Depot kann angezeigt sein bei einem verfrühten Einsetzen von Zeichen

der Geschlechtsentwicklung (Pubertät). Bei Mädchen bzw. Jungen ist dieser Fall gegeben, wenn man

Pubertätszeichen vor dem 8. bzw. 9. Geburtstag feststellt. Im einzelnen können dies sein:

- eine für das Alter erhöhte Wachstumsgeschwindigkeit,

- eine beschleunigte Knochenreifung,

- ein verfrühter Beginn der Brustentwicklung,

- Beginn der Schamhaarentwicklung,

- ein verfrühter Eintritt der Geschlechtsreife, d.h. die Eierstöcke beginnen mit der Produktion reifer Eizellen,

eine Regelblutung setzt ein.

- Beim Jungen beginnen die Hoden mit der Produktion von Samenfäden.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Leuprorelin oder andere GnRH-Analoga, gegen Poly(glycolsäure-co-milchsäure)

oder gegen Bestandteile des Suspensionsmittels.

- bei Männern

Bei nachgewiesener Hormonunabhängigkeit des Karzinoms ist die Behandlung mit Enantone Monats-Depot

nicht angezeigt. Bei Patienten, deren beide Hoden operativ entfernt wurden, bewirkt Enantone Monats-Depot

kein weiteres Absinken der Blutkonzentration des männlichen Geschlechtshormons (Testosteron).

- bei Mädchen mit Pubertas praecox vera

Schwangerschaft und Stillzeit.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Die Indikationsstellung zur Behandlung und die längerfristigen Therapiekontrollen bei Kindern sollten

vorzugsweise in endokrinologisch-pädiatrischen Zentren erfolgen und die Behandlung in der Indikation

„Prostatakarzinom“ sollte von in der Geschwulsttherapie erfahrenen Ärzten vorgenommen werden.

- bei Männern

Patienten, die bereits vor Behandlungsbeginn über Beschwerden seitens des Nervensystems (Druckwirkungen

auf das Rückenmark, Tochtergeschwülste in der Wirbelsäule) oder über Beschwerden beim Wasserlassen

aufgrund einer Harnwegsverlegung klagen, sollten in den ersten Wochen der Behandlung engmaschig und

möglichst im Krankenhaus kontrolliert werden.

Therapieerfolg

sollte

regelmäßig

(insbesondere

aber

beim

Wiederaufflackern

Krankheitserscheinungen, wie z.B. Schmerzen, erschwertes Wasserlassen oder Schwäche in den Beinen unter

längerer Anwendung von Enantone Monats-Depot) durch klinische Untersuchungen (Austastung der

Vorsteherdrüse vom Mastdarm her, bildgebende Untersuchungen) und durch Überprüfung der Phosphatasen

bzw. des prostataspezifischen Antigens (PSA) und des männlichen Geschlechtshormons (Testosteron) im Blut

kontrolliert werden.

Die Behandlung sollte ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht unterbrochen oder beendet werden.

Wegen der bei wenigen Patienten, insbesondere zu Behandlungsbeginn auftretenden Müdigkeit, welche auch

durch die zugrundeliegende Tumorerkrankung bedingt sein kann, kann dieses Arzneimittel auch bei

bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, daß die Fähigkeit zur aktiven

Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem

Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

- bei Mädchen

Es ist darauf

zu achten, daß vor Therapiebeginn keine Schwangerschaft vorliegt. Der Eintritt einer

Schwangerschaft ist während der Therapie nicht generell auszuschließen. In diesem Fall ist der Arzt

aufzusuchen.

Hinweis: Die Abstände der Injektionen von Enantone Monats-Depot sollten 30 ± 2 Tage betragen, um ein

erneutes Auftreten von Zeichen der verfrühten Pubertätsentwicklung zu vermeiden.

Die Behandlung sollte ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht unterbrochen oder beendet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht bekannt.

Warnhinweise

Keine

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

- bei Männern

Soweit nicht anders verordnet, einmal monatlich 44,1 mg Retardmikrokapseln mit 3,75 mg Leuprorelinacetat

nach vorgeschriebener Suspendierung in 2 ml Suspensionsmittel s.c. applizieren.

- bei Kindern

a) Kinder mit einem Körpergewicht > 20 kg: Soweit nicht anders verordnet, einmal monatlich 44,1 mg

Retardmikrokapseln mit 3,75 mg Leuprorelinacetat, suspendiert in 2 ml Suspensionsmittel, s.c. applizieren.

b) Kinder mit einem Körpergewicht < 20 kg: Für diese Einzelfälle gilt unter Berücksichtigung der klinischen

Aktivität der Pubertas praecox vera: Soweit nicht anders verordnet, einmal monatlich eine gebrauchsfertige

Suspension aus 44,1 mg Retardmikrokapseln mit 3,75 mg Leuprorelinacetat und 2 ml Suspensionsmittel

herstellen. Von dieser Suspension ist dann 1 ml (22,05 mg Retardmikrokapseln mit 1,88 mg Leuprorelinacetat)

subkutan zu applizieren. Der Rest der Suspension ist zu verwerfen. Die Gewichtszunahme des Kindes ist zu

kontrollieren.

Je nach Aktivität der Pubertas praecox vera kann bei nicht ausreichender Suppression (klinische Hinweise wie

z.B. Spotting bzw. im LHRH-Test keine ausreichende Suppression der Gonadotropine) eine Dosiserhöhung

notwendig werden. Die minimal wirksame, monatlich zu applizierende Dosis ist dann mittels LHRH-Test zu

ermitteln.

Art der Anwendung

Eine

versehentliche

Injektion

Enantone

Monats-Depot

eine Arterie

(sauerstoffreiches

Blut

transportierendes Gefäß) ist unbedingt zu vermeiden. Die Folge kann ein Verschluß kleinerer Blutgefäße durch

Gerinnselbildung in der weiteren Umgebung der Einstichstelle sein.

Bei Auftreten einer Verfärbung der Retardmikrokapseln und/oder Trübung des klaren Suspensionsmittels vor der

Suspendierung dürfen diese nicht mehr verwendet werden. Nach der Zubereitung entsteht eine milchig-trübe

Suspension.

Die Suspension von Enantone Monats-Depot ist vor der Gabe frisch zuzubereiten.

Hierzu wird das Suspensionsmittel in die Injektionsflasche mit den Retardmikrokapseln eingebracht.

Anschließend wird die Injektionsflasche zur Herstellung einer homogenen, milchigen Suspension kurz

aufgeschüttelt.

Die Injektion muß subkutan erfolgen, wobei die Injektionsstelle monatlich zu wechseln ist. Dabei kann die

subkutane Injektion in die Bauchhaut, das Gesäß oder z.B. den Oberschenkel erfolgen.

Zur Suspendierung der Retardmikrokapseln darf ausschließlich das beigefügte Suspensionsmittel verwendet

werden. Der Wirkstoff darf nicht mit aqua pro inj. oder Kochsalzlösung suspendiert werden.

Eine Aspiration ist bei subkutan liegender Injektionsnadel möglich.

Dauer der Anwendung

- bei Männern

In der Regel ist die Therapie fortgeschrittener hormonabhängiger Geschwülste der Vorsteherdrüse mit

Enantone Monats-Depot eine Langzeitbehandlung.

Die Behandlung sollte ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht unterbrochen oder beendet werden.

- bei Kindern

Die Behandlung der verfrüht einsetzenden Pubertät (Pubertas praecox vera) ist in der Regel eine

Langzeitbehandlung. Die Dauer der Anwendung richtet sich nach den klinischen Befunden zu

Behandlungsbeginn bzw. der Entwicklung unter der Behandlung und ist vom behandelnden Arzt zusammen

mit dem Sorgeberechtigten und ggf. dem erkrankten Kind festzulegen.

Die Behandlung sollte ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht unterbrochen oder beendet werden.

Überdosierung und andere Anwendungsfehler

Da die Injektionen durch den Arzt vorgenommen werden, sind Anwendungsfehler ebenso wie Überdosierungen

nicht zu erwarten.

Selbst die Verabreichung von 20 mg Leuprorelinacetat pro Tag über einen Zeitraum von 2 Jahren ergab keine

Hinweise auf Intoxikationssymptome (Vergiftungserscheinungen) beim Menschen.

Auch bei Kindern führte die Verabreichung von Dosierungen, die 6-12fach höher lagen als die hier

vorgesehenen, nicht zu Vergiftungserscheinungen, und es ergaben sich keine Hinweise auf andere bzw.

zusätzliche Nebenwirkungen.

Nebenwirkungen

- bei Männern

Anfänglich kommt es regelmäßig zu einem kurzfristigen Anstieg des männlichen Geschlechtshormons

(Testosteron) im Blut. Dadurch kann es zu einer vorübergehenden Verstärkung bestimmter krankheitsbedingter

Beschwerden (Auftreten oder Zunahme von Knochenschmerzen, erschwertes Wasserlassen aufgrund einer

Harnwegsverlegung, Druckwirkung am Rückenmark, Muskelschwäche in den Beinen, Schwellungen aufgrund

einer Behinderung des Abflusses von Gewebewasser [Lymphödem]) kommen. Diese Zunahme der

Beschwerden

geht in der Regel von allein zurück, ohne daß Enantone Monats-Depot abgesetzt werden muß.

Für den Beginn der Behandlung sollte die Gabe eines geeigneten Gegenspielers des männlichen

Geschlechtshormons (Antiandrogen) erwogen werden, um so die möglichen Folgeerscheinungen des

anfänglichen Ansteigens des männlichen Geschlechtshormons abzuschwächen.

Im Laufe der Behandlung sinkt dann der Spiegel des männlichen Geschlechtshormons auf sehr niedrige Werte

ab. Aufgrund dieses Abfalls treten häufig Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen und vermehrtes Schwitzen

auf. Ebenso kommt es häufig zu Potenzverlust und einem nachlassenden Interesse an Sexualität.

Selten kommt es zu einer Verkleinerung der Hoden, Haarausfall, Brustschwellungen (Gynäkomastie),

depressiver Verstimmung oder gegebenenfalls Verstärkung einer vorbestehenden Symptomatik oder zu einem

Anstieg von Enzymen wie LDH, ALT (SGPT), AST (SGOT),

-GT sowie der alkalischen Phosphatase im

Blut.

Bei wenigen Patienten kann es zu lokalen Hautreizungen, z.B. Rötung der Einstichstelle, kommen, die sich in

der Regel auch bei fortgesetzter Behandlung zurückbilden. Ebenso wurden allgemein allergische Reaktionen

(Fieber, Hautausschlag, Juckreiz) beschrieben. Ferner wurde über Müdigkeit oder Übelkeit/Erbrechen,

Wassereinlagerungen,

Gelenk-

Muskelbeschwerden

sowie

Einzelfällen

vorübergehende

Geschmacksveränderungen berichtet.

Selten treten Kopfschmerz, Schwindel, Atembeschwerden, Appetitverminderung, Gewichtszunahme oder

Durchfall auf. Selten kann es zu Veränderungen einer diabetischen Stoffwechsellage (Erhöhung und

Erniedrigung von Blutzuckerwerten) oder zu Blutdruckveränderungen (erhöhter oder erniedrigter Blutdruck)

kommen. In einem Einzelfall trat ein Gerinnsel in der Schlagader der Netzhaut auf.

Besondere Hinweise:

Die Wirkung der Enantone Monats-Depot-Behandlung kann durch die Messung der Blutkonzentrationen des

männlichen Geschlechtshormons (Testosteron) sowie weiterer Laborwerte (saure Phosphatase, PSA =

prostataspezifisches Antigen) überwacht werden. So steigt der Testosteronspiegel bei Behandlungsbeginn

zunächst an und sinkt dann während eines Zeitraums von 2 Wochen wieder ab. Nach 2 bis 4 Wochen werden

Testosteronspiegel erreicht, wie sie nach einer beidseitigen operativen Entfernung der Hoden beobachtet

werden und die über den gesamten Behandlungszeitraum bestehen bleiben.

Ein Anstieg der sauren Phosphatase kann in der Anfangsphase der Behandlung erfolgen und ist

vorübergehender Natur. Gewöhnlich werden nach einigen Wochen wieder Normalwerte bzw. annähernd

Normalwerte erreicht.

Unter der Behandlung mit Enantone Monats-Depot kann es zu einer Abnahme der Knochendichte kommen.

Auftretende Umbauvorgänge in Knochen können mittels Skelettszintigraphie (einer nuklearmedizinischen

Untersuchungsmethode) kontrolliert werden.

- bei Kindern

Zu Behandlungsbeginn kommt es zu einem kurzfristigen Anstieg der Spiegel der Geschlechtshormone mit

nachfolgendem Abfall in einen Bereich, wie es für Kinder vor der Pubertät charakteristisch ist. Aufgrund dieser

Wirkung

können

insbesondere

Behandlungsbeginn

gelegentlich

emotionale

Labilität

(Stimmungsschwankungen), Kopfschmerzen, Bauchschmerzen/Bauchkrämpfe, Akne, Blutungen aus der

Scheide/Ausfluß auftreten.

Ebenso wurden allgemein allergische Reaktionen (Fieber, Hautausschlag, Juckreiz) beschrieben. Gelegentlich

können Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten.

Bei nicht bestimmungsgemäßer hoher Dosierung und intramuskulärer Anwendung kam es gelegentlich zur

Bildung steriler Abszesse am Injektionsort. Deshalb ist das Präparat subkutan zu injizieren.

Im allgemeinen ist das Auftreten von Blutungen aus der Scheide (Schmierblutungen) im weiteren

Behandlungsverlauf als Zeichen einer möglichen Unterdosierung zu werten. In diesem Fall ist der behandelnde

Arzt aufzusuchen.

Hinweis:

Falls unter der Behandlung mit Enantone Monats-Depot Nebenwirkungen auftreten, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation aufgeführt sind, teilen Sie diese bitte dem behandelnden Arzt oder dem Apotheker mit.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit des Arzneimittels

Das Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet werden.

Die fertige Suspension ist in der Regel nach der Herstellung sofort zu verwenden; sie kann aber in

Ausnahmefällen bei 25°C aufbewahrt noch bis zu 24 Stunden nach der Herstellung verwendet werden, wobei die

Sterilität gesichert sein muß.

Vor der Injektion ist die Suspension erneut aufzuschütteln.

Die Retardmikrokapseln und das Suspensionsmittel sollten nicht über + 25°C und vor Licht geschützt in der

Packung aufbewahrt werden.

Bei Auftreten einer Verfärbung der Retardmikrokapseln und/oder Trübung des klaren Suspensionsmittels vor der

Suspendierung dürfen diese nicht mehr verwendet werden. Nach der Zubereitung entsteht eine milchig-trübe

Suspension.

Stand der Information

August 2001

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

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Diese Packung wurde von der Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH,

83451 Piding, importiert. Der Beipackzettel wurde ebenfalls von der

Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH gedruckt und hinzugefügt.

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Fachinformation

Enantone Monats-Depot

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Enantone Monats-Depot

Wirkstoff: Leuprorelinacetat

2. Verschreibungsstatus / Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig.

Dieses Arzneimittel enthält einen Stoff, dessen Wirkungen bei der Indikation Pubertas Praecox Vera in der medizinischen

Wissenschaft noch nicht allgemein bekannt sind. Für dieses Arzneimittel hat der pharmazeutische Unternehmer der

zuständigen Bundesoberbehörde einen Erfahrungsbericht nach § 49 Abs. 6 AMG vorzulegen.

3. Zusammensetzung des Arzneimittels

3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe

Synthetisches Nonapeptid, Analogon des Gonadorelins (GnRH), Sexualhormone und ihre Hemmstoffe.

Zytostatikum und Metastasenhemmer.

3.2 Arzneilich wirksamer Bestandteil

1 Injektionsflasche mit 44,1 mg Retardmikrokapseln enthält:

3,75 mg Leuprorelinacetat, entsprechend 3,57 mg Leuprorelin

3.3 Sonstige Bestandteile

Retardmikrokapseln:

33,1 mg Poly(glycolsäure-co-milch-säure) 1:3, D-Mannitol, Gelatine

1 Ampulle mit 2 ml Suspensionsmittel:

D-Mannitol, Carmellose-Natrium, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke.

4. Anwendungsgebiete

bei Männern

Diagnostik:

Prüfung

Hormonempfindlichkeit

eines

Prostatakarzinoms

Beurteilung

Notwendigkeit

hormonsupprimierenden/hormonablativen Maßnahmen.

Therapie:

Zur symptomatischen Behandlung des fortgeschrittenen hormonabhängigen Prostatakarzinoms.

bei Kindern

Idiopathische oder neurogene gonadotropinabhängige Pubertas Praecox Vera.

5. Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Leuprorelin oder andere GnRH-Analoga, gegen Poly(glycolsäure-co-milchsäure) oder einen

der Bestandteile des Suspensionsmittels.

bei Männern

Bei nachgewiesener Hormonunabhängigkeit des Karzinoms ist die Behandlung mit Enantone Monats-Depot nicht

indiziert.

Nach

chirurgischer

Kastration

bewirkt

Enantone

Monats-Depot

keine

weitere

Absenkung

Testosteronspiegels.

Februar 2003

Fachinformation

Enantone Monats-Depot

Hinweise:

Patienten mit drohenden neurologischen Komplikationen, Wirbelsäulenmetastasen sowie Harnwegsobstruktionen sollten

während der ersten Behandlungswochen unter ständiger, möglichst stationärer Überwachung stehen.

Der Therapieerfolg sollte regelmäßig (insbesondere aber bei Anzeichen für eine Progression trotz adäquater Therapie)

durch

klinische

Untersuchungen

(rektale

Austastung

Prostata,

Sonographie,

Skelettszintigraphie,

Computertomographie) und durch Überprüfung der Phosphatasen bzw. des prostataspezifischen Antigens (PSA) und des

Serumtestosterons kontrolliert werden.

bei Mädchen mit Pubertas Praecox Vera

Schwangerschaft und Stillzeit.

6. Nebenwirkungen

bei Männern

Anfangs kommt es regelmäßig zu einem kurzfristigen Anstieg des Serumtestosteronspiegels, was zu einer

vorübergehenden

Verstärkung

bestimmter

Krankheitssymptome

führen

kann

(Auftreten

oder

Zunahme

Knochenschmerzen, Harnwegsobstruktion und deren Folgen, Rückenmarkskompressionen, Muskelschwäche in den

Beinen, Lymphödeme). Diese Zunahme der Beschwerden geht üblicherweise spontan zurück, ohne das Enantone Monats-

Depot abgesetzt werden muß.

Für die Initialphase der Behandlung sollte die zusätzliche Gabe eines geeigneten Antiandrogens erwogen werden, um so

die möglichen Folgeerscheinungen des anfänglichen Testosteronanstiegs und die Verschlechterung der klinischen Symp-

tomatik abzuschwächen.

Aufgrund des Entzuges der Geschlechtshormone treten häufig Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen und vermehrtes

Schwitzen auf. Häufig kommt es zu einer Verminderung der Libido sowie der Potenz. Selten treten eine Verkleinerung der

Hoden, Haarausfall, Gynäkomastie, depressive Verstimmung oder gegebenenfalls Verstärkung einer vorbestehenden

Symptomatik sowie ein Anstieg von Enzymen wie Lactatdehydrogenase (LDH), alkalische Phosphatase (AP) oder

Transaminasen wie ALT (SGPT), AST (SGOT) oder

-GT auf.

Bei wenigen Patienten kann es zu lokalen Hautreaktionen, z.B. Rötung an der Injektionsstelle, kommen, die sich in der

Regel auch bei fortgesetzter Behandlung zurückbilden. Ebenso wurden allgemein allergische Reaktionen (Fieber,

Hautausschlag, Juckreiz) beschrieben. Ferner wurde über Müdigkeit oder Übelkeit/Erbrechen, Ödeme, Gelenk- und

Muskelbeschwerden sowie in Einzelfällen vorübergehende Geschmacksveränderungen berichtet.

Selten treten Kopfschmerz, Schwindel, Atembeschwerden, Appetitverminderung, Gewichtszunahme oder Diarrhoe auf.

Selten

kann

Veränderungen

einer

diabetischen

Stoffwechsellage

(Erhöhung

oder

Erniedrigung

Blutzuckerwerten) oder zu Blutdruckveränderungen (Hypertonie oder Hypotonie) kommen. In einem Einzelfall trat eine

Thrombose der Arteria centralis retinae auf. Bei einem von derzeit 120000 mit Leuprorelinacetat behandelten Patienten trat

unter Langzeitbehandlung mit Leuprorelinacetat als Depot in der Stärke von 7,5 mg eine Dysfunktion der Hypophyse mit

Raumforderung auf. Beides bildete sich nach adäquater Therapie zurück, ohne daß die Behandlung mit Leuprorelinacetat

als Depot in der Stärke von 7,5 mg abgesetzt wurde.

Hinweise:

Die Reaktion auf die Enantone Monats-Depot-Therapie kann durch Messung der Serumspiegel von Testosteron, saurer

Phosphatase und PSA (prostataspezifisches Antigen) kontrolliert werden. So steigt der Testosteronspiegel bei

Behandlungsbeginn zunächst an und sinkt dann während eines Zeitraumes von zwei Wochen wieder ab. Nach zwei bis vier

Wochen werden Testosteronspiegel erreicht, wie sie nach einer beidseitigen Orchiektomie beobachtet werden, und die über

den gesamten Behandlungszeitraum bestehen bleiben.

Ein Anstieg saurer Phosphatasespiegel kann in der Anfangsphase der Therapie erfolgen und ist vorübergehender Natur.

Gewöhnlich werden nach einigen Wochen wieder Normalwerte bzw. annähernde Normalwerte erreicht.

Unter der Behandlung mit Enantone Monats-Depot kann es zu einer Abnahme der Knochendichte kommen.

Reaktive Knochenveränderungen können durch Knochenszintigramme kontrolliert werden.

Hinweis für Verkehrsteilnehmer:

Wegen der bei wenigen Patienten insbesondere zu Therapiebeginn auftretenden Müdigkeit, welche auch durch die

zugrundeliegende Tumorerkrankung bedingt sein kann, kann dieses Arzneimittel auch bei bestimmungsgemäßem

Februar 2003

Fachinformation

Enantone Monats-Depot

Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, daß die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder

zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

bei Kindern

In der Initialphase der Therapie kommt es zu einem kurzfristigen Anstieg des Sexualhormonspiegels mit nachfolgendem

Abfall auf Werte in den präpubertären Bereich. Aufgrund dieser pharmakologischen Wirkung können insbesondere zu

Therapiebeginn gelegentlich emotionale Labilität, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen/Bauchkrämpfe, Akne, vaginale

Blutungen, Spottings und Ausfluß auftreten.

Ebenso wurden allgemein allergische Reaktionen (Fieber, Hautausschlag, Juckreiz) beschrieben.

Gelegentlich können Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten.

Bei nicht bestimmungsgemäßer hoher Dosierung und bei intramuskulärer Anwendung kam es gelegentlich zur Bildung

steriler Abszesse am Injektionsort. Deshalb ist das Präparat subkutan zu injizieren.

Im allgemeinen ist das Auftreten von vaginalen Schmierblutungen im weiteren Behandlungsverlauf (nach einer möglichen

Entzugsblutung im ersten Behandlungsmonat) als Zeichen einer möglichen Unterdosierung zu werten. Das Ausmaß der

hypophysären Suppression sollte dann mittels LHRH-Test abgeklärt werden.

7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht bekannt geworden.

8. Warnhinweise

Keine.

9. Wichtigste Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind keine bekannt.

10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Die Indikationsstellung zur Behandlung und die längerfristigen Therapiekontrollen sollten bei Kindern vorzugsweise in

endokrinologisch-pädiatrischen Zentren erfolgen, und die Behandlung in der Indikation “Prostatakarzinom” sollte von in

der Geschwulsttherapie erfahrenen Ärzten vorgenommen werden.

bei Männern

Einmal monatlich 44,1 mg Retardmikrokapseln mit 3,75 mg Leuprorelinacetat, suspendiert in 2 ml Suspensionsmittel, s.c.

applizieren.

bei Kindern

a) Kinder mit einem Körpergewicht > 20 kg:

Einmal monatlich 44,1 mg Retardmikrokapseln mit 3,75 mg Leuprorelinacetat, suspendiert in 2 ml Suspensionsmittel, s.c.

applizieren.

b) Kinder mit einem Körpergewicht < 20 kg:

Für diese Einzelfälle gilt unter Berücksichtigung der klinischen Aktivität der Pubertas Praecox Vera:

Einmal monatlich eine gebrauchsfertige Suspension aus 44,1 mg Retardmikrokapseln mit 3,75 mg Leuprorelinacetat und 2

ml Suspensionsmittel herstellen. Von dieser Suspension ist dann 1 ml (22,05 mg Retardmikrokapseln mit 1,88 mg

Leuprorelinacetat) subkutan zu applizieren. Der Rest der Suspension ist zu verwerfen. Die Gewichtszunahme des Kindes

ist zu kontrollieren.

Je nach Aktivität der Pubertas Praecox Vera kann bei nicht ausreichender Suppression (klinische Hinweise wie z.B.

Spotting bzw. im LHRH-Test keine ausreichende Suppression der Gonadotropine) eine Dosiserhöhung notwendig werden.

Die minimal wirksame, monatlich zu applizierende Dosis ist dann mittels LHRH-Test zu ermitteln.

11. Art und Dauer der Anwendung

Die Suspension von Enantone Monats-Depot ist vor der Gabe frisch zuzubereiten.

Februar 2003

Fachinformation

Enantone Monats-Depot

Bei Auftreten einer Verfärbung der Retardmikrokapseln und/oder Trübung des klaren Suspensionsmittels vor

Suspendierung dürfen diese nicht mehr verwendet werden. Nach der Zubereitung entsteht eine milchig-trübe Suspension.

Die Injektion soll subkutan erfolgen. Die Injektionsstelle ist monatlich zu wechseln. Dabei kann die subkutane Injektion in

die Bauchhaut, das Gesäß oder z.B. den Oberschenkel erfolgen.

Eine versehentliche intraarterielle Injektion ist aufgrund tierexperimenteller Befunde (Thrombosierung kleiner Gefäße

distal des Applikationsortes) unbedingt zu vermeiden.

bei Männern

In der Regel kann nach etwa 3 Monaten abgeklärt werden, ob das fortgeschrittene Prostatakarzinom androgenempfindlich

ist. Führender diagnostischer Parameter ist die Serumkonzentration des prostataspezifischen Antigens (PSA), die in der

Regel im fortgeschrittenen Tumorstadium über 10 ng/ml liegt. Im Test wird das Verhalten des PSA-Wertes nach Enantone

Monats-Depot-induziertem Androgenentzug untersucht. Deshalb muß zu Beginn und nach 3monatiger Anwendung von

Enantone Monats-Depot sowohl der PSA- als auch der Gesamttestosterongehalt im Serum bestimmt werden. Ein positives

Testergebnis liegt vor, wenn nach 3 Monaten der Testosteronspiegel auf Kastrationsniveau liegt (< 1 ng/ml) und der PSA-

Wert abgefallen ist. Ein früher, deutlicher Abfall des PSA-Wertes (in der Größenordnung von etwa 80 % gegenüber dem

Ausgangswert) kann als guter prognostischer Indikator für die Langzeitantwort auf den Androgenentzug angesehen

werden.

Eine hormonablative Therapie (z.B. Enantone Monats-Depot) ist dann angezeigt. Ein negatives Testergebnis liegt vor,

wenn bei supprimiertem Testosteron der PSA-Wert unverändert bleibt oder angestiegen ist. In diesem Fall ist eine

Fortführung der hormonablativen Therapie ungeeignet. Sollte der Patient jedoch klinisch angesprochen haben (z.B.

Besserung der Schmerzsymptomatik und der dysurischen Beschwerden, Verkleinerung der Prostata), muß ein falsch

negatives Ergebnis in Betracht gezogen werden. In diesen seltenen Fällen sollte die Anwendung von Enantone Monats-

Depot über weitere 3 Monate fortgeführt und der PSA-Wert erneut überprüft werden; außerdem sollte der Patient mit Blick

auf die klinische Symp-tomatik unter engmaschiger Überwachung stehen.

In der Regel ist die Therapie fortgeschrittener, hormonabhängiger Prostatakarzinome mit Enantone Monats-Depot eine

Langzeitbehandlung.

bei Kindern

Die Dauer der Anwendung richtet sich nach den klinischen Parametern zu Behandlungsbeginn bzw. im Therapieverlauf

(Endgrößenprognose,

Wachstumsgeschwindigkeit,

Knochenalter

bzw.

Knochenalterakzeleration)

wird

behandelnden Pädiater zusammen mit den Sorgeberechtigten und ggf. dem erkrankten Kind festgelegt.

Bei Mädchen ist darauf zu achten, daß vor Therapiebeginn keine Schwangerschaft vorliegt. Der Eintritt einer

Schwangerschaft ist während der Therapie nicht generell auszuschließen. In diesem Fall ist der Arzt aufzusuchen.

Hinweis

Das Applikationsintervall sollte 30 ± 2 Tage betragen, um ein erneutes Auftreten von Symptomen der Pubertas Praecox zu

vermeiden.

12. Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

Intoxikationssymptome wurden bisher nicht beobachtet.

bei Männern

Selbst bei Verabreichung von Dosen bis zu 20 mg Leuprorelinacetat pro Tag über zwei Jahre, die bei ersten klinischen

Studien Anwendung fanden, konnten keine anderen bzw. neuen Nebenwirkungen, die sich von denen nach täglicher

Applikation von 1 mg oder monatlicher Applikation von 3,75 mg unterschieden, gefunden werden.

bei Kindern

In den USA kamen in klinischen Studien Dosierungen von 7,5 mg bis 22,5 mg Leuprorelinacetat als Depot pro Monat zum

Einsatz. Andere bzw. neue systemische Nebenwirkungen, die sich von denen nach monatlicher Applikation von 3,75 mg

Leuprorelinacetat als Depot unterschieden, wurden nicht gefunden.

Februar 2003

Fachinformation

Enantone Monats-Depot

13.

Pharmakologische

und

toxikologische

Eigenschaften,

Pharmakokinetik

und

Bioverfügbarkeit, soweit diese Angaben für die therapeutische Verwendung erforderlich sind

13.1 Pharmakologische Eigenschaften

Leuprorelinacetat, der Wirkstoff von Enantone Monats-Depot, ist ein synthetisches Analogon des natürlich vorkommenden

hypothalamischen “Releasing-Faktors” LHRH, der die Freisetzung der gonadotropen Hormone LH (luteinisierendes

Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon) aus dem Hypophysenvorderlappen kontrolliert. Diese Hormone

stimulieren ihrerseits die gonadale Steroidsynthese.

Im Gegensatz zum physiologischen LHRH, das pulsatil vom Hypothalamus freigesetzt wird, blockiert das auch als LHRH-

Agonist bezeichnete Leuprorelinacetat bei therapeutischer Daueranwendung die LHRH-Rezeptoren der Hypophyse

kontinuierlich und verursacht nach einer initialen, kurzfristigen Stimulation deren Desensibilisierung (“down regulation”).

Als Folge kommt es zu einer reversiblen hypophysären Suppression der Gonadotropin-Freisetzung mit nachfolgendem

Abfall der Estradiol(E

)- bzw. Testosteron-Spiegel.

bei Männern

Es kommt zu einer Senkung des Testosteronspiegels und damit zu einer Beeinflussung des Wachstums des karzinomatös

veränderten Prostatagewebes, das durch Dihydrotestosteron – gebildet durch Reduktion von Testosteron in den

Prostatazellen – normalerweise stimuliert wird.

Die kontinuierliche Applikation von Leuprorelinacetat führt zu einer Abnahme der Anzahl und/oder der Empfindlichkeit

(sogenannte “down regulation”) der in der Hypophyse vorhandenen Rezeptoren und in der Folge zum Abfall der LH-,

FSH- und DHT-Spiegel. Der Testosteronspiegel wird dabei in den Kastrationsbereich abgesenkt.

Auch in Tierversuchen konnte die antiandrogene Wirkung und Wachstumshemmung von Prostatakarzinomen

nachgewiesen werden.

Den experimentellen und klinischen Studien zufolge bewirkt die monatliche Behandlung mit Enantone Monats-Depot

nach anfänglicher Stimulation eine Hemmung der Gonadotropinfreisetzung.

Beim Mann bewirkt die subkutane Verabreichung von Enantone Monats-Depot einen anfänglichen Anstieg von LH

(luteinisierendes Hormon) und FSH (follikelstimulierendes Hormon), gekennzeichnet durch einen passageren

Spiegelanstieg von Testosteron und Dihydrotestosteron.

Da in Einzelfällen in den ersten drei Wochen eine damit zusammenhängende kurzfristige symptomatische

Verschlechterung des Krankheitsbildes beobachtet wurde, ist bei Männern mit Prostatakarzinom die zusätzliche Gabe von

Antiandrogenen zu erwägen.

Die Langzeittherapie mit Enantone Monats-Depot bewirkt dagegen bei allen Patienten eine Erniedrigung der LH- und

FSH-Spiegel; es werden beim Mann Androgenspiegel erreicht, wie sie nach einer beidseitigen Orchiektomie vorliegen.

Diese Veränderungen treten meist zwei bis drei Wochen nach Therapiebeginn auf und sind über den gesamten

Behandlungszeitraum manifest. Aus diesem Grund kann auch mit Enantone Monats-Depot die Hormonempfindlichkeit

eines Prostatakarzinoms und der mögliche therapeutische Wert einer Orchiektomie geprüft werden. Gegebenenfalls kann

die Orchiektomie durch die monatliche Gabe von Enantone Monats-Depot ersetzt werden. Kastrationsspiegel für

Testosteron konnten bisher nach kontinuierlicher Gabe von Leuprorelinacetat über fünf Jahre gehalten werden.

bei Kindern

Es kommt zu einer reversiblen Suppression der hypophysären Gonadotropin-Freisetzung mit nachfolgendem Abfall der

Estradiol (E

)- bzw. Testosteron-Spiegel auf Werte in den präpubertären Bereich. Bei Patientinnen, die bereits vor

Therapiebeginn postmenarchal sind, kommt es nach Behandlungsbeginn zu einer Entzugsblutung, und im weiteren

Verlauf der Therapie sistieren die Blutungen.

Aus der Kenntnis dieser pharmakologischen Wirkungsmechanismen ergibt sich für Leuprorelinacetat ein neuer

Therapieansatz bei der Behandlung der Pubertas Praecox Vera. Es lassen sich die folgenden therapeutischen Wirkungen

zeigen:

- Suppression der basalen und stimulierten Gonadotropinspiegel auf präpubertäres Niveau;

- Suppression erhöhter Sexualhormonspiegel auf präpubertäres Niveau, prämature Menstruationen werden gestoppt;

- Verlangsamung, Stop oder Verminderung der somatischen Pubertätsentwicklung (Tanner-Stadien);

- Normalisierung der pathologisch erhöhten Wachstumsgeschwindigkeit;

Februar 2003

Fachinformation

Enantone Monats-Depot

- Verbesserung der häufig verminderten prospektiven Endgröße durch eine Bremsung der beschleunigt ablaufenden

Knochenreifung.

Es resultiert eine altersgemäße pubertäre Entwicklung.

13.2 Toxikologische Eigenschaften

Akute Toxizität (LD

50

)

Die akute Toxizität der Depotzubereitung wurde bei männlichen und weiblichen Mäusen und Ratten in vier

Applikationsformen (i.p., i.m., s.c., p.o.) untersucht.

Bis zu Dosen von 2000 bzw. 5000 mg Leuprorelinacetat-Depot wurden keine Todesfälle beobachtet.

Toxizität bei wiederholter Gabe

Studien zur chronischen Toxizität wurden an Ratten und Hunden über 13 Wochen (subkutane oder intramuskuläre

Injektion von bis zu 8 mg Leuprorelinacetat/kg KG pro Woche) und über 12 Monate (subkutane Applikation bis zu 32 mg

Leuprorelinacetat/kg KG pro Monat) durchgeführt.

Bei allen Dosierungen (die niedrigste getestete Dosis betrug 0,8 mg Leuprorelinacetat/kg KG pro Monat) kam es zu

lokalen Hautläsionen an der Injektionsstelle und zu atrophischen Veränderungen an den Reproduktionsorganen. Bei der

Ratte traten bei allen Dosierungen Vakuolen in Leberzellen und in den tubulären Epithelzellen der Niere auf. Die

Veränderungen an den Reproduktionsorganen sind aufgrund der endokrinologischen Wirkungen der Substanz zu erklären.

Karzinogenität

Karzinogenitätsstudien wurden über zwei Jahre an Ratten und Mäusen durchgeführt. Bei Ratten zeigte sich eine

dosisabhängige Zunahme von Hypophysenadenomen. Diese Befunde traten nach täglicher subkutaner Applikation bei

Dosierungen von 0,6 bis 4 mg bei der Ratte während 24 Monaten auf.

Bei Mäusen traten Hypophysenadenome bei Dosierungen von 60 mg/kg/die über zwei Jahre nicht auf.

Mutagenität

In-vitro und in-vivo Untersuchungen mit Leuprorelinacetat zum Nachweis von Gen- und Chromosomenmutationen

ergaben keine Hinweise auf ein mutagenes Potential.

Fertilität

Untersuchungen an geschlechtsreifen weiblichen Ratten, die Leuprorelinacetat jeweils zweimal täglich 10 µg s.c. über 14

Tage bzw. 40 µg s.c. über 13 Tage erhielten, zeigten nach Absetzen der Substanz eine Zunahme der Organgewichte von

Uterus und Ovarien, einen Anstieg der Hormonspiegel sowie ein Auftreten von frischen Corpora lutea.

Untersuchungen an weiblichen und männlichen unreifen Ratten über 3 Monate bei fortgesetzter (200 µg/kg KG/Tag) bzw.

intermittierender (0,8 bzw. 2,4 mg/kg KG/Monat) Applikation haben gezeigt, daß in der anschließenden Erholungsphase

ein normales Reproduktionsverhalten vorliegt. Die F

-Generation zeigte keine Anomalitäten. Das Reproduktionsverhalten

der F

-Generation wurde nicht untersucht.

Männer:

Klinische und pharmakologische Studien haben gezeigt, daß die Unterdrückung der Fertilität spätestens 24 Wochen nach

Absetzen einer kontinuierlichen Leuprorelinacetat-Applikation voll reversibel war.

Kinder:

Erste Ergebnisse aus klinischen Langzeitstudien bis zu > 3 Jahren zeigten bei Behandlungsende bei den Mädchen die

Reversibilität der supprimierten Hypothalamus-Hypophysen-Gonadenachse mit Aufnahme einer normalen Zyklustätigkeit

und bei den Knaben normale Spermiogramme. Daten zur Fertilität/Reproduktionsfähigkeit liegen noch nicht vor.

Reproduktionstoxizität

Untersuchungen

Ratten

Kaninchen

haben

keine

Hinweise

teratogenes

Potential

ergeben.

Embryotoxische/embryoletale Wirkungen wurden beim Kaninchen bei Dosen über 0,24 µg/kg beobachtet.

Februar 2003

Fachinformation

Enantone Monats-Depot

13.3 Pharmakokinetik

Der Wirkstoff Leuprorelinacetat wird nach Injektion der Depotsuspension Enantone Monats-Depot kontinuierlich aus dem

Copolymer, bestehend aus Glycolsäure und Milchsäure im Verhältnis 1:3, über den Zeitraum von einem Monat freigesetzt.

Das Copolymer wird dabei wie chirurgisches Nahtmaterial resorbiert.

bei Männern

Die Abbildung 1 zeigt die Leuprorelinspiegel im Serum nach einmaliger s.c. Applikation von Enantone Monats-Depot.

Innerhalb von 1 Stunde werden Serumspiegel von 13 ng/ml gemessen. Nachweisbare Spiegel im Serum liegen bis 35 Tage

nach der letzten Applikation vor.

Abb. 1: Leuprorelinspiegel im Serum nach einmaliger s.c. Applikation von 3,75 mg Leuprorelinacetat als Enantone

Monats-Depot

Das Verteilungsvolumen von Leuprorelin beträgt bei Männern 36 l, die totale Clearance liegt bei 139,6 ml/min (bestimmt

unter Anwendung von Enantone Monats-Depot).

Bei wiederholter Gabe kommt es zu einer anhaltenden Senkung des Testosteronspiegels in den Kastrationsbereich, ohne

daß der Testosteronspiegel wie nach erstmaliger Injektion einen vorübergehenden Anstieg zeigt.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurden nach Gabe von Enantone Monats-Depot teilweise höhere

Leuprorelinserumspiegel gemessen, bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion dagegen verminderte Werte. Klinisch

scheint diese Beobachtung jedoch ohne Relevanz.

bei Kindern

Die Abbildung 2 zeigt die Leuprorelinspiegel nach einmaliger s.c. Applikation von Leuprorelinacetat-Depot in einer

Dosierung von 30 µg/kg Körpergewicht. 60 Minuten nach der Applikation werden die maximalen Serumspiegel erreicht.

Sie liegen bei 7,81 ± 3,59 ng/ml. Die AUC

0-672

beträgt 105,78 ± 52,40 ng x hr/ml.

Februar 2003

Fachinformation

Enantone Monats-Depot

Abb. 2: Leuprorelinspiegel im Serum nach einmaliger s.c. Applikation von 30 µg/kg Körpergewicht Leuprorelinacetat als

Depot

13.4 Bioverfügbarkeit

Die Bioverfügbarkeit, berechnet durch Vergleich mit der AUC einer i.v. Gabe von 1 mg Leuprorelinacetat, beträgt nach 28

Tagen für die Depotformulierung von Leuprorelinacetat 98 %, gemessen bei Männern.

14. Sonstige Hinweise

Keine.

15. Dauer der Haltbarkeit

Entsprechend der in dem Lieferland festgelegten Haltbarkeitsdauer.

Bei Auftreten einer Verfärbung der Retardmikrokapseln und/oder Trübung des klaren Suspensionsmittels vor

Suspendierung dürfen diese nicht mehr verwendet werden. Nach der Zubereitung entsteht eine milchig-trübe Suspension.

Die fertige Suspension ist in der Regel nach der Herstellung sofort zu verwenden; sie kann aber in Ausnahmefällen bei

25°C aufbewahrt, noch bis zu 24 Stunden nach der Herstellung verwendet werden, wobei die Sterilität gesichert sein muß.

Vor der Injektion ist die Suspension erneut aufzuschütteln.

16. Besondere Lager- und Aufbewahrungshinweise

Die Retardmikrokapseln und das Suspensionsmittel sollten nicht über +25°C gelagert/aufbewahrt und vor Licht geschützt

in der Packung aufbewahrt werden.

17. Darreichungsformen und Packungsgrößen

1 Ampulle mit 2 ml Suspensionsmittel und 1 Injektionsflasche mit 44,1 mg Retardmikrokapseln, enthaltend 3,75 mg

Leuprorelinacetat und 33,1 mg Poly(glycolsäure-co-milchsäure) 1:3

Februar 2003

Fachinformation

Enantone Monats-Depot

Außerdem enthält die Packung 1 Injektionsnadel (25 G) und 1 Transfusionsnadel (23 G).

3 Ampullen mit je 2 ml Suspensionsmittel und 3 Injektionsflaschen mit je 44,1 mg Retardmikrokapseln, enthaltend 3,75

mg Leuprorelinacetat und 33,1 mg Poly(glycolsäure-co-milchsäure) 1:3

Außerdem enthält die Packung 3 Injektionsnadeln (25 G) und 3 Transfusionsnadeln (23 G).

6 Ampullen mit je 2 ml Suspensionsmittel und 6 Injektionsflaschen mit je 44,1 mg Retardmikrokapseln, enthaltend 3,75

mg Leuprorelinacetat und 33,1 mg Poly(glycolsäure-co-milchsäure) 1:3

Außerdem enthält die Packung 6 Injektionsnadeln (25 G) und 6 Transfusionsnadeln (23 G).

18. Stand der Information

September 2001

19. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Am Gänslehen 4 - 6

83451 Piding

Tel.: 08651/704-0

Fax: 08651/704-324

Februar 2003

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