Edronax Tabletten 4 mg

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
reboxetinum
Verfügbar ab:
Pfizer AG
ATC-Code:
N06AX18
INN (Internationale Bezeichnung):
reboxetinum
Darreichungsform:
Tabletten 4 mg
Zusammensetzung:
reboxetinum 4 mg ut reboxetini mesilas, excipiens pro compresso.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Depressionen
Zulassungsnummer:
54159
Berechtigungsdatum:
2000-12-07

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Transferiert von Pfizer AG

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte

ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Edronax®

Was ist Edronax und wann wird es angewendet?

Edronax ist ein Arzneimittel zur Behandlung von schweren Depressionen bei Erwachsenen. Edronax

darf nur auf Verschreibung von Ärzten bzw. Ärztinnen mit Erfahrung in der Depressionsbehandlung

angewendet werden.

Die Anwendung von Edronax wurde bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht untersucht

und kann deshalb nicht empfohlen werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Wichtig ist, dass Sie und Ihre Familienangehörigen oder Betreuungspersonen während der Edronax-

Behandlung jede Veränderung Ihrer Gemütslage mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin besprechen.

Wann darf Edronax nicht angewendet werden?

Edronax darf bei bekannter Überempfindlichkeit (Allergie) gegen den Wirkstoff

Reboxetinmethansulfonat oder einen der Hilfsstoffe nicht angewendet werden. Edronax darf

ebenfalls nicht eingenommen werden, wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die als

Monoaminooxydase-Hemmer (MAO-Hemmer) bekannt sind.

Wann ist bei der Einnahme von Edronax Vorsicht geboten?

Suizidgedanken/Selbstverletzung oder Verschlechterung Ihrer Depression

Gelegentlich gehen die Symptome einer Depression oder anderer psychiatrischer Störungen mit

Gedanken an Selbstverletzung oder Suizidversuch einher. Solche Gedanken sind wahrscheinlicher,

wenn Sie ein junger Erwachsener sind. Ergebnisse aus klinischen Studien haben ein erhöhtes Risiko

für das Auftreten von Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen im Alter von 18-25 Jahren gezeigt,

die unter einer psychiatrischen Erkrankung litten und mit einem Antidepressivum behandelt wurden.

Sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt bzw. mit Ihrer Ärztin oder suchen Sie ein nahe gelegenes

Krankenhaus auf, wenn Sie zu Beginn der Behandlung oder zu einem späteren Zeitpunkt Gedanken

daran entwickeln, sich selbst zu verletzen oder Suizid zu begehen. Sie sollten Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin auch dann aufsuchen, wenn sich Ihre Depression zu irgendeinem Zeitpunkt während der

Behandlung verschlechtert oder wenn neue Symptome auftreten.

Es kann für Sie auch hilfreich sein, wenn Sie mit einem Angehörigen oder einer nahestehenden

Person über Ihre Erkrankung sprechen und sie bitten, Ihnen mitzuteilen, wenn er/sie denkt, dass sich

Ihre Depression verschlechtert hat oder er/sie sich Sorgen über Änderungen in Ihrem Verhalten

macht.

Kinder und Jugendliche

Edronax sollte normalerweise nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet

werden. Bei Kindern und Jugendlichen mit Depressionen oder anderen psychiatrischen Diagnosen

wurden unter der Behandlung mit Antidepressiva über ein vermehrtes Auftreten von

Verhaltensstörungen inkl. erhöhtem Risiko von Suizidgedanken, Selbstverletzungen und

vollendetem Suizid sowie von Feindseligkeit (vorwiegend Aggressivität, oppositionelles Verhalten

und Wut) berichtet.

Therapieende

Ein Abbruch der Behandlung darf nicht plötzlich und nur in Absprache mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer

Ärztin erfolgen, da es sonst zu Entzugssymptomen kommen kann.

Besondere Vorsicht ist bei folgenden zusätzlichen Erkrankungen geboten:

Unter der Behandlung mit Edronax kann es zu einer Pupillenerweiterung kommen. Daher sollte

Edronax bei Patienten und Patientinnen mit erhöhtem Augeninnendruck (Glaukom, grüner Star) oder

mit einem Risiko für ein akutes Engwinkelglaukom (plötzlich auftretende Abflussstörung des

Kammerwassers im Auge) nur unter strikter Kontrolle des Arztes bzw. der Ärztin angewendet

werden. Bei neu auftretenden Sehstörungen sollten Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin aufsuchen.

Wenn Sie an einer Herzkrankheit leiden oder ein Krampfleiden (Krampfanfälle, Epilepsie),

Harnverzögerung oder -verhaltung, eine Prostatavergrösserung oder einen niedrigen Blutdruck haben

respektive blutdrucksenkende Arzneimittel (wie z.B. Diltiazem) einnehmen oder wenn Sie jemals an

einer Manie (überaktives Verhalten oder Vorstellungen) gelitten haben, sollte Edronax nur unter

strikter Kontrolle des Arztes bzw. der Ärztin eingenommen werden.

Wenn Sie an einer Leber- oder Nierenerkrankung leiden, müssen Sie dies Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin

mitteilen, bevor Sie Edronax einnehmen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird eventuell eine Dosisanpassung

vornehmen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Bei gleichzeitiger Anwendung von Edronax und anderen Arzneimitteln kann es zu einer Verstärkung

oder Abschwächung der Wirkungen von Edronax oder zu einer Verstärkung oder Abschwächung der

Wirkungen der anderen Arzneimittel kommen. Dazu gehören zum Beispiel:

-bestimmte Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen (wie z.B. Ketoconazol, Voriconazol oder

Itraconazol)

-bestimmte Antibiotika (wie z.B. Erythromycin oder Clarithromycin)

-Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose (wie z.B. Rifampicin oder Rifabutin)

-Arzneimittel gegen HIV-Infektionen (sogenannte Proteasehemmer wie z.B. Atazanavir, Indinavir,

Nelfinavir, Ritonavir oder Saquinavir)

-Sogenannte Ergotalkaloid-Derivate zur Behandlung von Migräne oder Parkinson-Krankheit

-bestimmte Arzneimittel gegen Depressionen wie MAO-Hemmer, Trizyklika, selektive Serotonin-

Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. Fluvoxamin), Fluoxetin oder Lithium

-andere MAO-Hemmer wie z.B. Linezolid (ein Antibiotikum) und Methylenblau

-Kalium-ausschwemmende Diuretika (Arzneimittel zur Ausschwemmung von Wasser), z.B.

Thiazide. Bei gleichzeitiger Einnahme kann ein Kaliummangel auftreten.

-Arzneimittel zur Behandlung einer Epilepsie (wie z.B. Phenobarbital, Carbamazepin und Phenytoin)

-Dexamethason (ein Kortikosteroid)

-Diltiazem (ein Arzneimittel zur Behandlung von hohem Blutdruck oder bestimmter

Herzerkrankungen)

-Pflanzliche Arzneimittel, die Johanniskraut (Hypericum perforatum) enthalten

Teilen Sie Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden; er/sie wird

entscheiden, ob Sie diese zusammen mit Edronax verwenden dürfen oder ob Sie eventuell auf ein

alternatives Arzneimittel ausweichen müssen.

Während der Behandlung mit Edronax soll der Verzehr von Grapefruits oder das Trinken von

Grapefruitsaft vermieden werden, da dies die Wirkung von Edronax verstärken kann.

Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen!

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

-an anderen Krankheiten leiden,

-Allergien haben oder

-andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Edronax während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Edronax darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, ausser wenn dies von Ihrem

Arzt oder Ihrer Ärztin verordnet wird.

Wenn Sie während der Behandlung mit Edronax schwanger werden möchten oder vermuten, dass

Sie schwanger sind, teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin mit, damit diese über die

Weiterführung oder den Abbruch der Behandlung entscheiden können.

Der Wirkstoff von Edronax geht in die Muttermilch über. Deshalb sollten Mütter, die Edronax

einnehmen, nicht stillen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

Wie verwenden Sie Edronax?

Die Tabletten sollten in zwei zeitlich getrennten Dosen eingenommen werden, vorzugsweise am

Morgen und Abend. Edronax kann während oder zwischen den Mahlzeiten eingenommen werden.

Die volle therapeutische Dosis von 2x täglich 4 mg (total 8 mg) kann von Therapiebeginn an

eingenommen werden. Vorsicht ist jedoch bei älteren Patienten und Patientinnen (über 65 Jahre)

geboten, da die Erfahrung bei dieser Altersgruppe begrenzt ist. Hier empfiehlt sich eine Dosis von 2x

täglich 2 mg (= 2x ½ Tablette). Die 4 mg-Tabletten haben eine Bruchrille und können bequem geteilt

werden. Der Wirkungseintritt macht sich nach ungefähr 14 Tagen bemerkbar. Der Arzt bzw. die

Ärztin entscheidet darüber, ob die Dosis angepasst werden muss.

Die Anwendung von Edronax wurde bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht untersucht

und kann deshalb nicht empfohlen werden (siehe auch „Wann ist bei der Einnahme von Edronax

Vorsicht geboten?“).

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mir Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Edronax haben?

Informieren Sie bitte Ihren Arzt oder Ihre Ärztin bzw. Ihren Apotheker/Ihre Apothekerin, wenn eine

der aufgeführten Nebenwirkungen Sie erheblich beeinträchtigt oder belastet.

Sehr häufig (bei mindestens 1 von 10 Patienten oder Patientinnen):

-Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel.

-Mundtrockenheit, Verstopfung, Übelkeit.

-Vermehrtes Schwitzen.

Häufig (bei weniger als 1 von 10 Patienten oder Patientinnen):

-Infektionen, Rachenentzündungen, Husten.

-Ängstlichkeit, Nervosität, Unruhe, Depression, anormale Träume, Denkstörungen,

Missempfindungen der Haut wie z.B. Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühl (Parästhesien), Zittern,

erhöhte Muskelspannung, Unfähigkeit Stillzusitzen oder Stillzustehen.

-Schwierigkeiten bei der Einstellung des Auges auf die jeweilige Sehentfernung.

-Schneller Puls, Herzklopfen, Gefässerweiterung, Bluthochdruck, tiefer Blutdruck,

Durchblutungsstörungen der Gliedmassen.

-Appetitlosigkeit, anormales Geschmacksempfinden, Verdauungsstörungen, Erbrechen.

-Harnwegsinfektion, schmerzhaftes Wasserlassen, unvollständige Entleerung der Blase, häufiges

Wasserlassen in kleinen Mengen, Harnverzögerung, verminderte Libido, Erektionsstörungen,

anormale Ejakulation (z.B. verzögert oder schmerzhaft).

-Hautausschlag, Juckreiz, Schwächegefühl, Schüttelfrost, allgemeine Schmerzen, Brustschmerzen,

Gewichtsverlust.

Gelegentlich (1 bis 10 von 1000 Patienten oder Patientinnen):

-Verminderung der roten Blutkörperchen.

-Verwirrtheit, übermässiger Bewegungsdrang, Bewegungsarmut, Störung der

Bewegungskoordination, kalte Extremitäten.

-allergische Reaktionen (z.B. Heuschnupfen, allergische Bindehautentzündung), trockene Augen,

Erweiterung der Pupillen, Sehstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Ohrgeräusche (Tinnitus).

-Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall beim Aufstehen.

-erhöhter Speichelfluss, Schluckstörungen.

-Harndrang, Veränderungen am Penis (z.B. Schwellung, Schmerzen, Schrumpfung), Veränderungen

an den Hoden (z.B. Hodenschmerzen, Zurück- oder Zusammenziehen der Hoden).

-Nesselausschlag, Fieber, Unwohlsein.

Selten (1 bis 10 von 10‘000 Patienten oder Patientinnen):

-Verminderung der weissen Blutkörperchen oder der Blutplättchen.

-Suizidale Gedanken/suizidales Verhalten/Suizidversuch, Muskelzuckungen, Lähmungen,

Muskelschwäche.

-Augenschmerzen, erhöhter Augeninnendruck (Grüner Star).

-Herzkreislaufstörungen (z.B. verminderte Durchblutung des Herzmuskels, Herzinfarkt), bläuliche

Verfärbung der Haut (z.B. Lippen, Nagelbett), Venenentzündung.

-Dickdarmentzündung, Erhöhung von Leberwerten, unbeabsichtigter Harnverlust (Inkontinenz),

Entzündung der Nebenhoden.

-Plötzlich auftretende akute Entzündung der Haut.

Seit der Markteinführung wurde zudem in einigen Fällen über Halluzinationen, Raynaud-Syndrom

(anfallweise Durchblutungsstörung in den Extremitäten mit Zeichen wie blasse und taube Finger und

Zehen sowie Schmerzen), kalte Gliedmassen, erhöhter Augeninnendruck und Reizbarkeit berichtet.

Es kann vor allem bei älteren Patienten und Patientinnen zu tieferen Kalium- und Natriumspiegeln

im Blut kommen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Edronax darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit “EXP„ bezeichneten Datum verwendet werden.

Vor Feuchtigkeit geschützt, bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Edronax enthalten?

1 Tablette Edronax enthält als Wirkstoff 4 mg Reboxetin (als Reboxetinmethansulphonat). Sie ist

weiss und rund, mit Prägung „P│U“ links und rechts der einseitigen Bruchrille und „7671“ auf der

anderen Seite.

Die Tabletten enthalten zudem folgende Hilfsstoffe: mikrokristalline Cellulose,

Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat, Crospovidon, hochdisperses Siliciumdioxid und

Magnesiumstearat.

Zulassungsnummer

54159 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Edronax? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Edronax 4 mg: 30 und 100 Tabletten (teilbar).

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im Juli 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

PIL V010

Fachinformation

Transferiert von Pfizer AG

Edronax®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Reboxetinum (ut Reboxetini methansulphonas).

Hilfsstoffe: Cellulosum microcristallinum, Calcii hydrogenophosphas dihydricus, Crospovidonum,

Silicii dioxidum, Magnesii stearas.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 4 mg.

Die Tabletten sind weiss, rund, konvex, mit Prägung «P|U» links und rechts der einseitigen

Bruchrille und «7671» auf der anderen Seite.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung von schweren depressiven Episoden.

Dosierung/Anwendung

Edronax ist nur durch Ärzte mit Erfahrung in der Depressionsbehandlung zu verschreiben.

Erwachsene

Die empfohlene tägliche Dosis beträgt 2-mal täglich 4 mg (8 mg/Tag p.o.). Die volle therapeutische

Dosis kann von Therapiebeginn an gegeben werden, eine langsame Dosissteigerung (Auftitrieren) ist

nicht nötig. Die klinische Wirksamkeit zeigt sich ungefähr 14 Tage nach Therapiebeginn. Bei einer

beschränkten Anzahl Patienten, die nicht auf die Behandlung ansprachen, wurde eine Dosierung bis

zu 10 mg/Tag verwendet.

Die Tabletten haben eine einseitige Bruchrille und können zur Halbierung der Dosis geteilt werden.

Kinder und Jugendliche (<18 Jahre)

Edronax ist in der Behandlung von Patienten unter 18 Jahren nicht geprüft und kann daher nicht

empfohlen werden.

Ältere Patienten (>65 Jahre)

(Siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Es wird eine Anfangsdosierung von 2-mal täglich 2 mg (½ Tablette) empfohlen. Bei

Nichtansprechen kann die Dosis nach Bedarf auf insgesamt 6 mg/Tag, verabreicht in zwei Dosen,

erhöht werden.

Patienten mit Nieren- oder Leberinsuffizienz

Der Patient soll 2-mal täglich 2 mg (½ Tablette) erhalten (= 4 mg/Tag). Diese Dosis kann je nach

Verträglichkeit erhöht werden (siehe «Pharmakokinetik», «Kinetik in besonderen klinischen

Situationen»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe (siehe

«Zusammensetzung»).

Die gleichzeitige Einnahme von Monoaminooxidase (MAO)-Hemmern ist kontraindiziert.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Suizid/Suizidale Gedanken oder klinische Verschlechterung

Eine Depression geht einher mit einem erhöhten Risiko von Suizidgedanken, Selbstverletzungen und

vollendetem Suizid. Auch unter antidepressiver Therapie kann es zu einer Verstärkung von

Suizidgedanken und Suizidverhalten kommen. In Übersichten von kontrollierten Studien zeigt sich

die höchste Gefährdung bei Beginn der Therapie und vorwiegend auch bei Kindern und

Jugendlichen.

Eine Meta-Analyse von placebo-kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von

Antidepressiva bei Erwachsenen mit psychiatrischen Störungen zeigte für Patienten von 18-25

Jahren, die Antidepressiva einnahmen, ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu

Placebo.

Patienten unter Behandlung mit Antidepressiva müssen deshalb engmaschig in Bezug auf Zeichen

einer Depressionsverschlechterung, insbesondere von suizidalem Verhalten sowie von Unruhe oder

psychomotorischer Agitiertheit überwacht werden; dies vor allem zu Beginn der Behandlung und bei

Dosisänderungen. Auch nach der Beendigung der Behandlung müssen Patienten gut kontrolliert

werden, da solche Symptome sowohl als Zeichen eines Entzugs wie auch eines beginnenden

Rückfalls auftreten können.

Die Angehörigen der Patienten sollen auf dieses Risiko aufmerksam gemacht werden und

Instruktionen erhalten, wie sie sich bei verdächtigen Symptomen verhalten sollen.

Eine antidepressive Therapie ist nicht geeignet, eine wegen Selbstgefährdung indizierte

Hospitalisation zu vermeiden. Vor allem zu Beginn der Therapie soll das Arzneimittel in der

kleinsten angemessenen Packungsgrösse verschrieben werden, um das Risiko einer Selbstgefährdung

zu vermindern.

Andere psychiatrische Diagnosen als eine Depression können ebenfalls mit einem erhöhten Risiko

von Suizidverhalten einhergehen und es sind deshalb die gleichen Vorsichtsmassnahmen zu beachten

wie bei der Behandlung einer Depression.

Manie, Hypomanie

In klinischen Studien wurde unter der Behandlung mit Antidepressiva einschliesslich Reboxetin ein

Wechsel zu Manie/Hypomanie beobachtet. Patienten mit bipolaren Störungen sollten daher

engmaschig überwacht werden.

Krampfanfälle

Da in klinischen Studien selten Krampfanfälle aufgetreten sind, sollte Reboxetin nur unter

engmaschiger Kontrolle bei Patienten angewendet werden, die Krampfanfälle in ihrer Anamnese

aufweisen. Bei Auftreten eines Anfalls unter Therapie muss Reboxetin sofort abgesetzt werden.

Glaukom, Harnretention

Patienten mit Glaukom oder Harnretention sollten engmaschig kontrolliert werden.

Reboxetin sollte bei männlichen Patienten, die schon vor Beginn der Behandlung an

Harnverzögerung oder -retention litten, mit Vorsicht eingesetzt werden. Da die Symptome innerhalb

der ersten 10 Tage der Behandlung auftreten, sind diese Patienten darauf hinzuweisen, innerhalb

dieses Zeitraumes ihrem Arzt jede Änderung der Harnausscheidung unverzüglich mitzuteilen. Jede

Beschwerde bezüglich Problemen mit dem Wasserlassen sollte klinisch abgeklärt werden, da diese

Beschwerden medikamenteninduziert sein können. In einem solchen Fall kann das Absetzen der

Medikation erforderlich sein.

Mydriasis

Es wurde über Fälle von Mydriasis im Zusammenhang mit Reboxetin berichtet. Daher ist Vorsicht

geboten bei der Verschreibung von Reboxetin bei Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck oder

Patienten mit einem Risiko für ein akutes Engwinkelglaukom.

Herzkreislauf

Die klinische Erfahrung mit Reboxetin bei Patienten, die gleichzeitig an einer kardiovaskulären

Krankheit leiden, ist begrenzt. Patienten mit Herzkreislauf-Erkrankungen sollen daher engmaschig

kontrolliert werden (siehe auch «Unerwünschte Wirkungen»).

Orthostatische Hypotension

Da nach der Gabe von Edronax in höheren Dosen als den empfohlenen ein orthostatisch bedingter

Blutdruckabfall häufig beobachtet wurde, ist bei gleichzeitiger Gabe von blutdrucksenkenden

Arzneimitteln eine engmaschige Kontrolle des Patienten geboten.

MAO-Hemmer

Eine Kombinationsbehandlung mit MAO-Hemmern (einschliesslich Linezolid und Methylenblau)

sollte vermieden werden (siehe «Interaktionen»).

Andere Antidepressiva/Lithium

Die gleichzeitige Verabreichung von Edronax mit anderen Antidepressiva (einschliesslich Lithium)

wurde in klinischen Studien nicht untersucht. Daher sollen Patienten, welche eine

Kombinationsbehandlung erhalten, entsprechend überwacht werden (siehe «Interaktionen»).

Ältere Patienten

Klinische Erfahrungen mit Reboxetin bei der Therapie von älteren Patienten (>65 Jahre) sind

begrenzt. Bei dieser Patientengruppe wurde ab der 14. Behandlungswoche eine Senkung des

durchschnittlichen Kaliumspiegels gefunden. Die Reduktion betrug nicht mehr als 0.8 mmol/l. Der

Kaliumspiegel fiel nie unter Normwerte.

Pädiatrie

Edronax ist in der Behandlung von Patienten unter 18 Jahren nicht geprüft und kann daher nicht

empfohlen werden.

Interaktionen

In-vitro Stoffwechsel Studien zeigen, dass Reboxetin hauptsächlich durch das Isoenzym CYP3A4

des Cytochroms P450 metabolisiert wird; Reboxetin wird nicht durch CYP2D6 metabolisiert. Es

kann deshalb angenommen werden, dass CYP3A4 Inhibitoren (z.B. Ketokonazol, Itraconazol,

Voriconazol, Erythromycin, Clarithromycin, Fluvoxamin, Proteasehemmer, Diltiazem und

Grapefruitsaft) die Plasmakonzentrationen von Reboxetin erhöhen. Ketokonazol erhöht die AUC von

Reboxetin um ungefähr 50%. Eine gleichzeitige Verabreichung von Reboxetin mit CYP3A4-

Inhibitoren (z.B. Azol-Antimykotika oder Makrolid-Antibiotika) sollte daher vermieden werden.

Bei gleichzeitiger Verabreichung von CYP3A4 Induktoren wie zum Beispiel Phenobarbital und

Carbamazepin wurden bei Patienten niedrige Reboxetin-Serumspiegel beobachtet. Beispiele für

weitere CYP3A4 Induktoren sind u.a. Rifampicin, Rifabutin, Phenytoin, Dexamethason und

Johanniskraut (Hypericum perforatum).

In-vitro Studien zeigen, dass Reboxetin ein sehr schwacher Hemmer von CYP3A4 ist.

In-vitro Studien haben gezeigt, dass Reboxetin die Aktivität folgender P450-Isoenzyme nicht hemmt:

CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19 und CYP2E1.

Reboxetin hemmt in-vitro bei Konzentrationen, die über die klinischen hinausgehen, CYP2D6 und

CYP3A4. Jedoch hat Reboxetin in-vivo keinen Effekt auf die Pharmakokinetik von Alprazolam, ein

beispielhaftes CYP3A4 Substrat, und Dextromethorphan, ein beispielhaftes CYP2D6 Substrat. Es

wird daher kein Effekt auf die Pharmakokinetik anderer, von diesen Enzymen abgebauten

Substanzen erwartet.

In einer in-vivo Studie mit Mehrfachdosierung bei gesunden Probanden wurde keine klinisch

signifikante Interaktion zwischen Fluoxetin und Reboxetin beobachtet. Bei Patienten kann ein

anderes Wirkungs- bzw. Sicherheitsprofil bei gleichzeitiger Gabe von Reboxetin und Fluoxetin

allerdings nicht ausgeschlossen werden.

Es wurde keine bedeutsame reziproke pharmakokinetische Interaktion zwischen Reboxetin und

Lorazepam gefunden. Bei gleichzeitiger Verabreichung an gesunde Probanden wurden leichte bis

mässige Schläfrigkeit und eine kurz andauernde orthostatische Erhöhung der Herzfrequenz

beobachtet.

Eine Kombinationsbehandlung mit MAO-Hemmern (einschliesslich Linezolid [ein Antibiotikum,

welches ein reversibler, nicht-selektiver MAO-Hemmer ist] und Methylenblau) und Reboxetin sollte

aufgrund ihrer Wirkungsmechanismen und dem daraus resultierenden möglichen Risiko

(tyraminartiger Effekt) vermieden werden (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Der gleichzeitige Einsatz von Reboxetin und anderen Antidepressiva (Trizyklika, MAO-Hemmer,

selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer und Lithium) wurde nicht in klinischen Studien geprüft

(siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Die gleichzeitige Anwendung von Ergotalkaloid-Derivaten und Reboxetin kann zu einer Erhöhung

des Blutdrucks führen.

Das mögliche Auftreten einer Hypokaliämie durch gleichzeitige Einnahme von

kaliumausschwemmenden Diuretika sollte berücksichtigt werden.

Die Resorption von Reboxetin wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht signifikant

beeinflusst.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Es sind keine Daten aus klinischen Studien über eine Reboxetin-Exposition während der

Schwangerschaft verfügbar. Post-Marketing-Sicherheitsdaten zu einer kleinen Anzahl von

exponierten Schwangerschaften zeigen jedoch keinen negativen Effekt von Reboxetin auf die

Schwangerschaft oder auf die Gesundheit des Fötus/Neugeborenen. Im Allgemeinen zeigten

Tierstudien keinen direkten oder indirekten schädlichen Effekt in Bezug auf die Schwangerschaft,

die embryonale/fötale Entwicklung oder die Geburt. Bei neugeborenen Ratten wurde eine gewisse

Beeinträchtigung des Wachstums und der Entwicklung beobachtet (siehe «Präklinische Daten»).

Edronax sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn ist klar

notwendig.

Stillzeit

Reboxetin tritt in die Muttermilch über. Es wird angenommen, dass die Menge an Wirkstoff, welche

in die Muttermilch übergeht, gering ist. Es liegen jedoch nicht genügend Informationen vor, um ein

Risiko für den Säugling ausschliessen zu können. Daher soll eine Frau die Edronax einnimmt nicht

stillen.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Edronax kann das Urteils- und Reaktionsvermögen beeinträchtigen und Schwindel verursachen.

Deshalb wird Patienten nicht empfohlen, Auto zu fahren, komplexe Maschinen zu bedienen oder

andere potenziell gefährliche Tätigkeiten auszuführen, solange nicht bekannt ist, ob die Fähigkeit zur

Ausübung solcher Tätigkeiten beeinträchtigt wird.

Unerwünschte Wirkungen

Kommt es unter Reboxetin zu unerwünschten Wirkungen, so treten sie frühzeitig auf, lassen im

Verlauf der Zeit nach und sind mässiger bis milder Natur. In Placebo-kontrollierten Studien, die 8

Wochen oder kürzer dauerten, wurden bei ungefähr 80% der mit Reboxetin und bei 70% der mit

Placebo behandelten Patienten Nebenwirkungen beobachtet. Die Abbruchquote aufgrund von

Nebenwirkungen lag bei rund 9% (Reboxetin) bzw. 5% (Placebo).

In Studien, die länger als 8 Wochen dauerten, wurden neu auftretende Nebenwirkungen bei ungefähr

30% der mit Reboxetin und bei 25% der mit Placebo-behandelten Patienten gefunden. Die

Nebenwirkungen führten zur Beendigung der Behandlung in 4% (Reboxetin) bzw. 1% (Placebo) der

Fälle. Obstipation trat häufiger unter Reboxetin als unter Placebo auf.

Der grösste geschlechtsspezifische Unterschied bei den Nebenwirkungen war die Häufigkeit der

verzögerten Harnentleerung/Harnverhaltung, unter der hauptsächlich männliche Patienten litten.

Bei älteren Patienten wurden in 15% der Fälle Herzrhythmusstörungen, hauptsächlich Tachykardie,

und Überleitungsstörungen im EKG festgestellt.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen aufgelistet, die in placebo-kontrollierten

Kurzzeitstudien (≤8 Wochen) bei mit Reboxetin behandelten Patienten auftraten, geordnet nach

Organsystem und Häufigkeit (sehr häufig (>1/10), häufig (≥1/100 und <1/10), gelegentlich (≥1/1000

und <1/100), selten (<1/1000)).

Zusätzlich werden unerwünschte Wirkungen aus der Post-Marketing Erfahrung angeführt. Die Post-

Marketing Erfahrung umfasst unerwünschte und unerwartete Ereignisse, die unabhängig von ihrer

Kausalität und mit unbekannter Inzidenz nach der Markteinführung unter der Anwendung von

Reboxetin aufgetreten sind.

Infektionen

Häufig: Infektionen, Pharyngitis, Harnwegsinfektion.

Gelegentlich: Gastroenteritis.

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Anämie.

Selten: Leukopenie, Thrombozytopenie.

Immunsystem

Gelegentlich: allergische Reaktionen wie z.B. allergische Konjunktivitis oder Heuschnupfen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Verminderter Appetit.

Post-Marketing Erfahrung: Hypokaliämie (v.a. älteren Patienten unter Langzeitbehandlung)

Hyponatriämie (v.a. bei älteren Patienten, möglicherweise infolge eines Syndroms inadäquater ADH-

Ausschüttung (SIADH)).

Psychiatrische Störungen

Sehr häufig: Schlaflosigkeit (24.5%).

Häufig: Ängstlichkeit, Nervosität, Agitiertheit, verminderte Libido, Depression, anormale Träume,

Denkstörungen.

Gelegentlich: Verwirrtheit.

Selten: versuchter Suizid.

Post-Marketing: Halluzinationen.

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (23.5%), Schwindel (11.7%).

Häufig: Parästhesie, Tremor, Dysgeusie, erhöhter Tonus, Akathisie.

Gelegentlich: Hyperkinesie, Ataxie.

Selten: Myoklonus, Paraplegie.

Augen

Häufig: Akkommodationsstörungen.

Gelegentlich: Trockene Augen, Mydriasis, Sehstörungen.

Selten: Augenschmerzen, Glaukom.

Post-Marketing: erhöhter Augeninnendruck.

Ohr und Innenohr

Gelegentlich: Vertigo, Tinnitus.

Herz

Häufig: Tachykardie, Palpitationen.

Gelegentlich: ventrikuläre Extrasystolen.

Selten: AV Block ersten Grades, Kardiovaskuläre Störungen (z.B myocardiale Ischämie,

Kammerflimmern, Kardiomegalie, myokardialer Infarkt, supraventrikuläre Extrasystolen), Zyanose.

Gefässe

Häufig: Vasodilatation, Hypertension, Hypotension, periphere vaskuläre Störungen.

Gelegentlich: orthostatische Hypotonie, kalte Extremitäten.

Selten: Phlebitis.

Post-Marketing: Peripheres Kältegefühl, Raynaud's Phänomen.

Atmungsorgane

Häufig: Husten.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Mundtrockenheit (34.8%), Obstipation (21.2%), Übelkeit (12.5%).

Häufig: Dyspepsie, Erbrechen.

Gelegentlich: erhöhter Speichelfluss, Dysphagie.

Selten: Kolitis.

Leber und Galle

Selten: erhöhte Leberenzyme.

Haut

Sehr häufig: Hyperhidrose (14.5%).

Häufig: Rash, Pruritus.

Gelegentlich: Urtikaria.

Selten: Erythema multiforme.

Muskel- und Skelettsystem

Selten: Muskelschwäche.

Nieren und Harnwege

Häufig: Dysurie, Harnverhaltung*, Pollakisurie, Harnverzögerung*.

Gelegentlich: Harndrang*.

Selten: Harninkontinenz.

* Harnretention, Harnverzögerung und Harndrang traten bei Männern wesentlich häufiger auf als bei

Frauen.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Erektionsstörungen, Ejakulationsstörungen (z.B. verzögerte oder schmerzhafte Ejakulation).

Gelegentlich: Veränderungen am Penis (z.B. Penisretraktion, Penisschwellung oder

Penisschmerzen), Hodenveränderungen (z.B. Hodenschmerzen, Hodenretraktion).

Selten: Nebenhodenentzündung.

Allgemeine Störungen

Häufig: Asthenie, Schüttelfrost, Schmerzen, Brustschmerzen.

Gelegentlich: Fieber, Unwohlsein.

Post-Marketing Erfahrung: Reizbarkeit.

Untersuchungen

Häufig: Gewichtsverlust.

Überdosierung

In wenigen Fällen wurden während klinischen Studien über eine Zeitraum von wenigen Tagen bis zu

einigen Wochen höhere Dosen verabreicht (12-20 mg/Tag), als empfohlen. Die unter dieser Therapie

aufgetretenen Nebenwirkungen waren niedriger Blutdruck im Stehen, Angst und Hypertonie.

Zwei Fälle von Selbstüberdosierung mit über 52 mg Reboxetin wurden beobachtet. Es wurden keine

ernsten Nebenwirkungen berichtet.

Im Falle einer Überdosierung wird eine engmaschige Überwachung mit Aufzeichnung der

Herzfunktion und anderer vitaler Zeichen empfohlen. Allgemeine symptomatische unterstützende

Massnahmen und/oder Magenspülung können erforderlich sein.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N06AX18

Reboxetin ist ein selektiver und potenter Wiederaufnahmehemmer von Noradrenalin. Die Hemmung

der Wiederaufnahme von Noradrenalin und die daraus folgende Zunahme seiner Verfügbarkeit im

synaptischen Spalt und die Modifikation der noradrenergen Übertragung gehören zu den wichtigsten

Wirkmechanismen von Antidepressiva.

In vitro haben Studien gezeigt, dass Reboxetin keine signifikante Affinität für adrenerge (α1, α2, β)

und muscarine Rezeptoren hat. Reboxetin, in therapeutisch wirksamen Dosen verabreicht, zeigt

keine signifikante Bindung an Histamin- und Dopaminrezeptoren.

Bei gesunden Freiwilligen zeigte die Gabe von Reboxetin in Einzeldosen von 1 und 3 mg einen

dosisabhängigen ZNS-Effekt, der mit EEG-Veränderungen (herabgesetzte Ausschläge der Theta-

und schnellen Beta-Wellen in der fronto-zentralen Ableitung) und einer verbesserten

Leistungsfähigkeit einherging.

Klinische Wirksamkeit

In den Studien zur Wirksamkeit und Sicherheit von Reboxetin wies die Mehrheit der

eingeschlossenen Patienten eine schwere oder sehr schwere Depression auf. Es war nur eine

beschränkte Anzahl Patienten mit leichter bis mittelschwerer Depression eingeschlossen und zwei

Analysen zur Berücksichtigung des Schweregrades der zu behandelnden depressiven Symptomatik

bei Baseline konnten keine Wirksamkeit in diesen Subgruppen belegen. In der Subgruppe der schwer

erkrankten Patienten zeigte sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Reboxetin und

Placebo.

Eine Meta-Analyse, welche alle Patienten unabhängig vom Schweregrad einschloss, zeigte eine

statistisch signifikante höhere Ansprechrate im Vergleich zu Placebo (51.2% vs. 43.6%).

Mit Reboxetin war die Ansprechrate niedriger als mit anderen Antidepressiva (Imipramin, Fluoxetin,

Paroxetin, Citalopram, Dothiepin, Venlafaxin), wobei der Unterschied nicht statistisch signifikant

war (59.7% vs. 62.3%).

Pharmakokinetik

Die Pharmakokinetik von Reboxetin nach oralen Einzel- und Mehrfachgaben wurde an gesunden

jungen und älteren Freiwilligen, an depressiven Patienten und an Personen mit Nieren- und

Leberinsuffizienz untersucht.

Absorption

Nach einer einzigen oralen Gabe von 4 mg Reboxetin an gesunde Freiwillige wurden innerhalb von 2

Stunden nach Einnahme maximale Serumspiegel von bis zu 130 ng/ml erreicht. Die Daten zeigen,

dass die absolute Bioverfügbarkeit mindestens 90% beträgt. Die Plasmaspiegel von Reboxetin fallen

monoexponentiell mit einer Halbwertszeit von 13 h. Steady State-Bedingungen werden innerhalb

von 5 Tagen erreicht.

Pharmakokinetische Studien mit oralen Einzeldosen aus dem therapeutischen Bereich zeigten eine

dosisproportionale Pharmakokinetik.

Gleichzeitige Nahrungsaufnahme beeinflusst den Grad der Absorption von Reboxetin nicht

signifikant.

Distribution

Die Substanz scheint im gesamten Körperwasser verteilt zu werden. Reboxetin wird zu 97% an

menschliche Plasmaproteine gebunden mit einer markant höheren Affinität für das α1 saure

Glycoprotein als für Albumin ohne eine signifikante Abhängigkeit von der Konzentration der

Substanz. Daten aus Tierstudien lassen darauf schliessen, dass Reboxetin die Plazenta passiert und in

die Muttermilch übertritt.

Metabolismus

Reboxetin wird nach oraler Gabe umfassend abgebaut. Überwiegend wird Reboxetin durch

Hydroxylierung des Ethoxyphenoxyringes und O-dealkylierung sowie durch die Oxydation des

Morphinolin-Ringes abgebaut, gefolgt von der teilweisen oder vollständigen Glucuro- oder

Sulphakonjugation. In-vitro Studien weisen darauf hin, dass das Cytochrom P3A4 aus der Familie

des Cytochrom P-450 hauptsächlich für den Metabolismus von Reboxetin verantwortlich ist.

Gleichzeitig erwies sich Reboxetin als schwacher Hemmer von CYP3A4. Weitere in-vitro Studien

zeigten auch, dass Reboxetin auf die folgenden Isoenzyme der Cytochromfamilie P-450 keinen

Effekt hat: CYP1A2, CYP2C9, CYP2C19, CYP2E1. In hohen Konzentrationen hemmt Reboxetin

das CYP2D6, aber die klinische Bedeutung dieser Beobachtung ist bisher unbekannt.

Elimination

Von radioaktiv markierter Substanz werden durch den Urin 78% der Dosis ausgeschieden. Obwohl

überwiegend unveränderte Substanz im Kreislauf vorhanden ist (70% der Gesamtradioaktivität in

Bezug auf die AUC), werden nur 10% der Dosis als unveränderte Substanz im Urin ausgeschieden.

Kinetik in besonderen klinischen Situationen

Erhöhte systemische Exposition und Halbwertszeit wurden bei älteren Patienten und bei Patienten

mit Niereninsuffizienz oder mässiger bis schwerer Leberschädigung beobachtet.

Bei leichter Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 60-80 ml/min) kam es zu einer Erhöhung von

Cmax von 36% und der AUC um 97%.

Bei mässiger Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 30-50 ml/min) kam es zu einer Erhöhung von

Cmax von 59% und der AUC um 112%.

Bei schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance 10-20 ml/min) kam es zu einer Erhöhung von

Cmax von 83% und der AUC um 181%.

Bei Leberinsuffizienz (Child-Pugh B und C) erhöhte sich die AUC um 92%. Eine Erhöhung von

Cmax wurde nicht beobachtet.

Bei älteren Patienten (>65 Jahre) sind Cmax und AUC erhöht.

Präklinische Daten

Reboxetin verursachte in vitro keine Genmutationen bei Bakterien- oder Säugetierzellen, führte aber

in vitro zu Chromosomenaberrationen in menschlichen Lymphozyten. Reboxetin verursachte in vitro

keine DNS-Schäden in Hefezellen oder in Hepatozyten von Ratten und in vivo keine

Chromosomenschäden bei Mäusen im Micronukleus-Test. In Kanzerogenitätsstudien mit Mäusen

und Ratten wurde kein erhöhtes Auftreten von Tumoren beobachtet.

Über Hämosiderose wurde lediglich in Toxizitätsstudien an Ratten berichtet.

Reboxetin erwies sich in Tierversuchen als nicht teratogen. In Fertilitätsstudien an Ratten mit oralen

Dosen von bis zu 90 mg/kg/Tag waren das Paarungsverhalten, die Fertilität sowie die

Reproduktionsleistung nicht beeinträchtigt.

Dosierungen, die zu Plasmaspiegeln im humantherapeutischen Bereich führten, verursachten bei

Ratten Wachstums- und Entwicklungsstörungen sowie langfristige Verhaltensstörungen bei den

Nachkommen.

Bei Ratten wird Reboxetin in die Milch ausgeschieden.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.

Besondere Lagerungshinweise

Vor Feuchtigkeit geschützt, bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern

aufbewahren.

Zulassungsnummer

54159 (Swissmedic).

Packungen

Edronax Tabletten 4 mg: 30 und 100 (teilbar) [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

April 2015.

LLD V012

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