Dutasterid Xiromed 0,5 mg Weichkapseln

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-04-2014

Fachinformation Fachinformation (SPC)

19-01-2022

Wirkstoff:
dutasteridum
Verfügbar ab:
XIROMED SA
ATC-Code:
G04CB02
INN (Internationale Bezeichnung):
dutasteridum
Darreichungsform:
Weichkapseln
Zusammensetzung:
dutasteridum 0.5 mg, propylenglycoli monooctanoas 299.46 mg corresp. propylenglycolum 112.65 mg, E 321, gelatina, glycerolum, E 171, triglycerida media, lecithinum ex soja, pro capsula.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Benigne Prostatahyperplasie
Zulassungsnummer:
68201
Berechtigungsdatum:
1970-01-01

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-04-2014

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-06-2017

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-04-2014

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

19-01-2022

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Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses Arzneimittel

ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen weitergeben. Auch

wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Dutasterid Xiromed

Was ist Dutasterid Xiromed und wann wird es angewendet?

Dutasterid Xiromed ist ein Arzneimittel zur Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserung (benigne

Prostatahyperplasie) und enthält den Wirkstoff Dutasterid.

Die gutartige Vergrösserung der Prostata (Vorsteherdrüse des Mannes) ist eine verbreitete, mit

zunehmendem Alter häufiger werdende Krankheit. Eine Prostatavergrösserung führt zu einer Verengung

der Harnröhre und es fällt den Betroffenen schwer, normal Harn zu lassen. Es können folgende

Symptome einzeln oder zusammen auftreten:

§Schwierigkeiten zu Beginn des Harnlassens;

§Der Harnstrahl ist schwach und unterbrochen;

§Häufigeres Harnlassen, insbesondere in der Nacht;

§Zwanghaftes Harnlassen (Harndrang) sowie Inkontinenz oder Tröpfeln;

§Das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können.

Bei Fortschreiten der Krankheit ohne Behandlung kann die gutartige Prostatavergrösserung zu einer

akuten Harnverhaltung führen und/oder einen chirurgischen Eingriff erforderlich machen.

Das Wachstum der Prostata wird durch ein im Blut vorkommendes Hormon mit der Bezeichnung

Dihydrotestosteron verursacht. Dutasterid Xiromed verringert die körpereigene Dihydrotestosteron-

Produktion und bewirkt auf diese Weise bei den meisten Männern eine Schrumpfung der vergrösserten

Prostata. So wie sich die Vergrösserung der Prostata über eine längere Zeit hingezogen hat, können auch

die Verkleinerung derselben und die Besserung der Symptome einige Zeit in Anspruch nehmen.

Dutasterid Xiromed kann bei mittelschweren bis schweren Symptomen auch zusammen mit Tamsulosin,

einem anderen Arzneimittel zur Behandlung der Symptome einer Prostatavergrösserung, verwendet

werden.

Dutasterid Xiromed darf nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin hin eingenommen werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Zusätzlich zur Einnahme von Dutasterid Xiromed kann auch eine Veränderung Ihrer

Lebensgewohnheiten zur Besserung der Harnsymptome beitragen. Trinken Sie vor dem Schlafengehen

weniger Flüssigkeit und meiden Sie Kaffee und Alkohol.

Nehmen Sie Dutasterid Xiromed regelmässig wie von Ihrem Arzt empfohlen ein und stellen Sie sich

regelmässig zu Kontrolluntersuchungen vor.

Dutasterid Xiromed kann die Befunde einer Blutuntersuchung, den sogenannten PSA-Test beeinflussen.

Wenn bei Ihnen ein PSA-Test durchgeführt wird, weisen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin darauf hin,

dass Sie Dutasterid Xiromed einnehmen.

Wenn Sie Dutasterid Xiromed nicht regelmässig einnehmen, könnte es für Ihren Arzt oder Ihre Ärztin

nicht mehr möglich sein, Ihren PSA-Wert zu überwachen.

Wann darf Dutasterid Xiromed nicht eingenommen werden?

Dutasterid Xiromed darf von Männern mit Überempfindlichkeit gegenüber einem Bestandteil des

Präparates sowie von Frauen, Kindern und Jugendlichen nicht eingenommen werden.

Dutasterid Xiromed enthält Sojalecithin. Es darf nicht eingenommen werden, wenn Sie überempfindlich

(allergisch) gegenüber Erdnuss oder Soja sind.

Wann ist bei der Einnahme von Dutasterid Xiromed Vorsicht geboten?

Während der kombinierten Einnahme von Dutasterid Xiromed und einem Alphablocker (zum Beispiel

Tamsulosin) wurden seltene Fälle von Herzfunktionsstörungen beobachtet. Informieren Sie daher vor

Therapiebeginn mit Dutasterid Xiromed Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie an Herzproblemen leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie an einer Leberkrankheit leiden.

Der in der Weichkapsel enthaltene Wirkstoff kann durch die Haut aufgenommen werden. Falls eine

Weichkapsel undicht ist und es zu Hautkontakt mit dem Inhalt kommt, ist die betroffene Stelle sofort

gründlich mit Wasser und Seife zu waschen. Frauen sollten keine undichten Weichkapseln handhaben,

wenn sie schwanger sind oder es werden könnten, wegen der möglichen Aufnahme des Wirkstoffes

durch die Haut und des möglichen Risikos für einen männlichen Fötus.

Dutasterid Xiromed vermindert das Spermavolumen sowie die Anzahl und Beweglichkeit der Spermien.

Die männliche Fruchtbarkeit könnte daher beeinträchtigt sein.

Bei der kombinierten Gabe von Dutasterid Xiromed mit einem Tamsulosin-Präparat kann es, vor allem

zu Beginn der Therapie, vermehrt zu Nebenwirkungen wie Störungen bei der Ejakulation, Impotenz und

abnehmendes sexuelles Verlangen kommen.

Dutasterid Xiromed besitzt aller Wahrscheinlichkeit nach keine nachteilige Wirkung auf die Fähigkeit,

Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen, es wurden aber diesbezüglich keine spezifischen Studien

durchgeführt.

Dutasterid Xiromed kann Spannungsgefühle in der Brust oder eine Vergrösserung der Brust

verursachen. Wenn dies störend wird, wenn Sie Knötchen in der Brust oder Ausfluss aus den

Brustwarzen feststellen, wenden Sie sich bitte umgehend an Ihren Arzt resp. Ihre Ärztin.

Dieses Arzneimittel enthält 112,65 mg Propylenglycol pro Weichkapsel.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder

äusserlich anwenden.

Darf Dutasterid Xiromed während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Dutasterid Xiromed ist nicht für Frauen vorgesehen und darf nicht von Frauen eingenommen werden.

Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr ein Kondom. Der in Dutasterid Xiromed enthaltene Wirkstoff

wurde in der Samenflüssigkeit von Männern, welche Dutasterid Xiromed einnahmen, nachgewiesen.

Bei versehentlichem Kontakt einer Schwangeren mit dem Wirkstoff könnten möglicherweise

Missbildungen eines männlichen Fetus vorkommen.

Wie verwenden Sie Dutasterid Xiromed?

Falls vom Arzt bzw. der Ärztin nicht anders verordnet, beträgt die übliche Dosierung 1× täglich 1

Weichkapsel vor, während oder nach einer Mahlzeit. Die Weichkapseln müssen ganz geschluckt und

dürfen nicht zerkaut oder anderweitig geöffnet werden. Kontakt mit dem Kapselinhalt kann

Schmerzen im Mund oder Rachen verursachen.

Es ist wichtig, die Einnahme von Dutasterid Xiromed so lange fortzuführen, wie dies vom Arzt bzw. der

Ärztin empfohlen wird, auch wenn keine sofortige Wirkung erkennbar sein sollte. Bei manchen

Patienten ist eine Besserung der Symptome frühzeitig erkennbar, während es bei anderen notwendig sein

kann, die Behandlung für 3-6 Monate fortzuführen, bis Dutasterid Xiromed seine Wirkung zeigt. Auch

bei einer Besserung der Symptome sollten Sie Dutasterid Xiromed weiterhin einnehmen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Haben Sie die Einnahme einer Weichkapsel vergessen, brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen.

Nehmen Sie einfach Ihren üblichen Einnahmeplan wieder auf. Nehmen Sie keine zusätzlichen

Weichkapseln ein, um eine ausgelassene Dosis auszugleichen.

Welche Nebenwirkungen kann Dutasterid Xiromed haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Dutasterid Xiromed auftreten:

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Impotenz (Unfähigkeit, eine Erektion zu bekommen oder beizubehalten), abnehmende Libido (sexuelles

Verlangen), Schwierigkeiten bei der Ejakulation und Anschwellen oder Druckempfindlichkeit der Brust.

In solchen Fällen ist es meistens nicht notwendig, die Einnahme von Dutasterid Xiromed zu

unterbrechen, informieren Sie jedoch Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Die

sexuellen Nebenwirkungen (Impotenz, abnehmende Libido, Ejakulationsschwierigkeiten) können

möglicherweise auch nach dem Absetzen von Dutasterid Xiromed fortdauern.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10‘000 Anwendern)

können auch Hodenschmerzen und -schwellungen, depressive Verstimmungen, allergische Reaktionen,

einschliesslich Hautausschlag, Jucken, Nesselfieber und allergische Schwellungen von Haut und

Schleimhäuten (Ödeme) auftreten.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit „EXP“ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 25°C lagern. Den Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Nicht eingenommene Weichkapseln sollten Sie Ihrem Apotheker oder Ihrer Apothekerin zurückgeben.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Dutasterid Xiromed enthalten?

Wirkstoffe

0,5 mg Dutasterid.

Hilfsstoffe

Inhalt der Weichkapsel: Propylenglycolmonocaprylat (Typ II) (E1520), Butylhydroxytoluol (E321).

Weichkapselhülle: Gelatine (Typ B), Glycerol (E422), Titandioxid (E171), mittelkettige Triglyceride,

Sojalecithin (E322).

Zulassungsnummer

68201 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Dutasterid Xiromed? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Dutasterid Xiromed 0,5 mg: 30 und 90 Weichkapseln.

Zulassungsinhaberin

Xiromed SA, 6330 Cham.

Diese Packungsbeilage wurde im April 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Dutasterid Xiromed

Zusammensetzung

Wirkstoffe

Dutasteridum.

Hilfsstoffe

Inhalt der Weichkapsel: Propylenglycoli monocaprylas (typum II) corresp. 112,65 mg

Proplyenglycolum (E1520), Butylhydroxytoluenum (E321).

Weichkapselhülle: Gelatinum (typum B), Glycerolum (E422), Titanii dioxidum (E171), Triglycerida

saturata media, Lecithinum ex soja (E322).

Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro Einheit

Weichkapseln zu 0,5 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Dutasterid Xiromed ist als Monotherapie oder in Kombination mit dem Alpha-Blocker Tamsulosin

indiziert zur Behandlung und Vorbeugung der Progression einer benignen Prostatahyperplasie (BPH).

Dutasterid Xiromed reduziert die Grösse der Prostata, verbessert den Harnfluss, senkt das Risiko einer

akuten Harnretention (acute urinary retention, AUR) und vermindert die Notwendigkeit von BPH-

bedingten Operationen.

Dosierung/Anwendung

Dutasterid Xiromed kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Die Weichkapseln sollten ganz geschluckt und nicht zerkaut oder anderweitig geöffnet werden, da der

Kapselinhalt zu einer Reizung der Mund- und Rachenschleimhaut führen kann.

Die empfohlene Dosierung beträgt 1× täglich 1 Weichkapsel (0,5 mg).

Obwohl eine Besserung bereits frühzeitig auftreten kann, ist eine mindestens 6-monatige Behandlung

erforderlich, um einschätzen zu können, ob der Patient zufriedenstellend auf die Behandlung anspricht.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Ältere Patienten

Eine Dosisanpassung in Abhängigkeit vom Alter ist nicht erforderlich.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz ist keine Dosierungsanpassung erforderlich (vgl.

«Pharmakokinetik»).

Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit Leberinsuffizienz liegen keine Erfahrungen vor. Dutasterid Xiromed ist bei Patienten

mit Leberfunktionsstörungen nur mit Vorsicht anzuwenden (vgl. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Kombination von Dutasterid und Tamsulosin

Bei der Kombinationstherapie ist keine Dosisanpassung von Dutasterid erforderlich (vgl.

«Eigenschaften/Wirkungen»). Es ist jedoch zu beachten, dass Tamsulosin bei schwerer

Leberinsuffizienz kontraindiziert ist.

Kinder und Jugendliche

Dutasterid Xiromed ist bei Kindern und Jugendlichen nicht indiziert.

Kontraindikationen

§Überempfindlichkeit gegenüber Dutasterid, anderen Inhaltsstoffen des Präparats oder anderen 5α-

Reduktase-Hemmern.

§Frauen, Kindern und Jugendlichen (siehe «Schwangerschaft/Stillzeit»).

§Überempfindlichkeit gegenüber Erdnuss oder Soja. Dutasterid Xiromed enthält Sojalecithin.

Sojalecithin kann Rückstände von Sojaproteinen aufweisen.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Patienten mit grossem Restharnvolumen und/oder schwerwiegend eingeschränktem Harnfluss sollten

sorgfältig auf akute oder chronische Harnverhaltung überwacht werden.

Vor der Einleitung einer Dutasterid Xiromed-Therapie sollten eine rektal-digitale Untersuchung sowie

andere Untersuchungen zum Ausschluss eines Prostatakarzinoms durchgeführt werden. Diese

Untersuchungen sollten während der Therapie in regelmässigen Abständen wiederholt werden.

Prostatakarzinom:

Daten zweier klinischer Langzeit-Studien (REDUCE-Studie mit Dutasterid und PCPT-Studie mit

Finasterid) an Männern mit erhöhtem Risiko für ein Prostatakarzinom zeigten eine höhere Inzidenz von

Prostatakarzinomen mit Gleason-Score 8-10 bei mit 5α-Reduktasehemmern (Dutasterid oder Finasterid)

behandelten Männern im Vergleich zu Placebo (vgl. «Eigenschaften/Wirkungen»). Der Zusammenhang

zwischen 5α-Reduktasehemmern und höhergradigen Prostatakarzinomen ist bisher unklar. Patienten, die

Dutasterid Xiromed einnehmen, sollten regelmässig auf die mögliche Manifestation eines

Prostatakarzinoms untersucht werden, einschliesslich Bestimmung des PSA-Wertes.

Veränderungen des Prostata-spezifischen Antigens (PSA):

Der PSA-Serumspiegel stellt einen wichtigen Parameter zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms

dar. Eine Behandlung mit Dutasterid Xiromed führt nach 6 Monaten zu einer durchschnittlichen

Senkung der PSA-Serumspiegel um ungefähr 50% (mit grossen inter-individuellen Schwankungen,

Standardabweichung 30%). Daher schliessen PSA-Spiegel im Normbereich bei Patienten, welche

Dutasterid Xiromed einnehmen, ein Prostatakarzinom nicht aus.

Nach sechsmonatiger Behandlung mit Dutasterid muss daher eine erneute PSA-Bestimmung erfolgen

und der Befund dieser Messung für zukünftige Bestimmungen als Baselinewert verwendet werden. Jeder

bestätigte Anstieg des PSA gegenüber dem niedrigsten unter der Behandlung mit Dutasterid Xiromed

bestimmten PSA-Wert kann auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms oder auf mangelhafte

Compliance hinweisen und muss daher sorgfältig beurteilt werden, auch wenn die Werte noch innerhalb

des Normbereichs für nicht mit 5α-Reduktase-Hemmern behandelte Männer liegen. Der Vergleich mit

früheren PSA-Werten sollte herangezogen werden, um den aktuellen PSA-Wert bei Patienten unter

Dutasterid zu beurteilen.

Nach Absetzen der Behandlung steigen die PSA-Spiegel innerhalb von sechs Monaten auf die

Ausgangswerte an.

Das Verhältnis zwischen freiem und Gesamt-PSA bleibt unter Dutasterid unverändert. Verwendet der

Arzt den Prozentsatz an freiem PSA als Marker für die Erkennung von Prostatakarzinomen, ist unter

einer Dutasterid Xiromed-Therapie keine Anpassung des Messwertes erforderlich.

Mammakarzinom:

Mammakarzinome bei Männern sind in der Allgemeinbevölkerung sehr selten. Bei Männern, die mit

Dutasterid behandelt wurden, liegen sowohl aus klinischen Studien als auch aus der Marktüberwachung

Berichte über seltene Fälle von Brustkrebs vor. Zwei epidemiologische Studien fanden hingegen bei

Patienten, welche mit 5α-Reduktasehemmern (Dutasterid oder Finasterid) behandelt wurden, kein

erhöhtes Risiko für ein Mammakarzinom. Bisher ist nicht definitiv bekannt, ob ein kausaler

Zusammenhang zwischen der Langzeitanwendung eines 5α-Reduktasehemmers und dem Auftreten

eines Mammakarzinoms beim Mann bestehen könnte.

Der verschreibende Arzt sollte den Patienten jedoch anweisen, jegliche Veränderungen des

Brustgewebes (wie z.B. Knoten) oder einen Flüssigkeitsaustritt aus der Brustwarze umgehend zu

melden.

Fertilität:

In einer Fertilitätsstudie an 50 Probanden fand sich – bei hoher inter-individueller Variabilität – eine

Reduktion der Spermiengesamtzahl, des Spermiengesamtvolumens und der Spermienmotilität, wobei

die Mittelwerte aber innerhalb des Normbereichs blieben. Spermienkonzentration und Morphologie

waren unauffällig. Bei zwei Probanden zeigte sich eine 90%ige Reduktion der Spermienzahlen nach 52

Wochen, welche sich bei der Nachkontrolle 24 Wochen später teilweise erholt hatten. Die klinische

Relevanz der Effekte von Dutasterid auf die Sameneigenschaften für die Fertilität des individuellen

Patienten ist unbekannt (siehe auch «Präklinische Daten»).

Leberinsuffizienz:

Die Auswirkungen einer Leberinsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Dutasterid wurden nicht

untersucht. Da Dutasterid einem umfangreichen Metabolismus unterliegt und eine Halbwertszeit von 3

bis 5 Wochen besitzt, sollte Dutasterid Xiromed bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen nur mit

Vorsicht angewendet werden (vgl. «Dosierung/Anwendung»).

Absetzen von Dutasterid Xiromed:

Beim Absetzen von Dutasterid Xiromed kann die Prostata wieder die Grösse vor der Behandlung

annehmen. Deshalb sollten die Patienten entsprechend auf das Wiederauftreten einer symptomatischen

BPH überwacht werden.

Hautkontakt mit dem Kapselinhalt:

Da der Wirkstoff Dutasterid durch die Haut aufgenommen wird, sollte der Kontakt mit undichten

Weichkapseln vermieden werden. Bei einem Kontakt mit undichten Weichkapseln sollte der betroffene

Bereich sofort gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden. Frauen sollten keine zerdrückten oder

zerbrochenen Dutasterid Xiromed Weichkapseln handhaben, wenn sie schwanger sind oder schwanger

werden könnten, wegen der möglichen Absorption von Dutasterid und des möglichen Risikos für einen

männlichen Feten (vgl. «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Besondere Warnhinweise zur Kombinationstherapie von Dutasterid mit einem Alphablocker

Kardiovaskuläre unerwünschte Wirkungen:

In zwei Studien mit jeweils vierjähriger Dauer wurden Fälle einer (akuten oder chronischen)

Herzinsuffizienz unter der Kombination von Dutasterid mit einem Alphablocker (hauptsächlich

Tamsulosin) häufiger beobachtet als unter einer Monotherapie mit Dutasterid oder einem Alphablocker

(Inzidenz unter Dutasterid 0,1%, unter einem Alphablocker 0,2%, unter der Kombination 0,6%). Für die

Gesamtheit unerwünschter Wirkungen im Herz-Kreislauf-System ergab sich hingegen kein Unterschied

zwischen den drei Behandlungsgruppen. Für einen Kausalzusammenhang zwischen der Medikation und

der Manifestation einer Herzinsuffizienz gibt es bisher keinen Anhalt, zumal die Mehrzahl der

betroffenen Patienten prädisponierende Vorerkrankungen wie arterielle Hypertonie oder koronare

Herzerkrankung aufwies. Teilweise traten die Symptome der Herzinsuffizienz erst nach mehr als

einjähriger Therapiedauer auf.

In einer Meta-Analyse der Daten von insgesamt n=18'802 Patienten aus 12 randomisierten, Placebo-

oder aktiv kontrollierten klinischen Studien fand sich keine konsistente, statistisch signifikante

Risikoerhöhung für Herzinsuffizienz (RR 1,05; 95%-KI 0,71–1,57), akute Myokardinfarkte (RR 1,00;

95%-KI 0,77–1,30) oder zerebrovaskuläre Ereignisse (RR 1,20; 95%-KI 0,88–1,64).

Unerwünschte Wirkungen im Reproduktionssystem:

Bei der kombinierten Gabe von Dutasterid und Tamsulosin kam es im Vergleich zu einer Dutasterid-

oder Tamsulosin-Monotherapie vor allem zu Therapiebeginn (d.h. während der ersten 6-12 Monate)

vermehrt zu unerwünschten Wirkungen im Organsystem «Reproduktionssystem und Brust». In der

vierjährigen CombAT-Studie waren die entsprechenden Inzidenzen wie folgt: Impotenz (Kombination:

6%, Dutasterid: 5%, Tamsulosin: 3%), veränderte (verringerte) Libido (Kombination: 5%, Dutasterid:

4%, Tamsulosin: 2%), Ejakulationsstörungen (Kombination: 9%, Dutasterid: 1%, Tamsulosin: 3%).

Dieses Arzneimittel enthält 112,65 mg Propylenglycol pro Weichkapsel.

Interaktionen

Dutasterid wird durch CYP3A4 metabolisiert. Eine Abnahme der Clearance durch die gleichzeitige

Verabreichung von CYP3A4-Hemmern wird aufgrund des breiten Sicherheitsbereichs als klinisch nicht

relevant angesehen, daher ist auch keine Dosisanpassung empfohlen. In vitro erfolgt kein Metabolismus

durch CYP1A2, CYP2A6, CYP2D6, CYP2E1, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 und CYP2B6. Dutasterid

besitzt in vitro keine hemmende Wirkung auf Cytochrom P450-Enzyme und bewirkte in Tierstudien bei

Ratten und Hunden keine Induktion von Cytochrom P450-Enzymen.

Dutasterid verdrängte in vitro Warfarin, Acenocoumarol, Phenprocoumon, Diazepam oder Phenytoin

nicht aus der Plasmaproteinbindung und wurde von diesen seinerseits nicht verdrängt.

In den klinischen Interaktionsstudien wurden keine klinisch relevanten pharmakokinetischen oder

pharmakodynamischen Wechselwirkungen zwischen Dutasterid und Tamsulosin, Terazosin, Warfarin,

Digoxin und Cholestyramin beobachtet.

Schwangerschaft, Stillzeit

Dutasterid Xiromed ist bei Frauen kontraindiziert.

Schwangerschaft

5α-Reduktase-Hemmer können die Entwicklung der äusseren Genitalien männlicher Feten hemmen.

Da Dutasterid über die Haut resorbiert wird, sollte während der Schwangerschaft der Kontakt

(insbesondere mit undichten Weichkapseln) vermieden werden.

Es ist nicht bekannt, ob ein männlicher Fetus geschädigt werden kann, wenn seine Mutter mit dem

Samen eines mit Dutasterid behandelten Mannes in Kontakt kommt.

Stillzeit

Es ist unbekannt, ob Dutasterid beim Menschen in die Muttermilch übertritt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine spezifischen Studien durchgeführt. Aufgrund der pharmakokinetischen und

pharmakodynamischen Eigenschaften von Dutasterid sind bei der Behandlung mit Dutasterid Xiromed

keine nachteiligen Auswirkungen auf die Fähigkeit zum Führen von Fahrzeugen oder zur Bedienung

von Maschinen zu erwarten.

Unerwünschte Wirkungen

Die Sicherheit und Verträglichkeit von Dutasterid Xiromed wurde in drei placebokontrollierten Phase

III-Studien an insgesamt n=2'167 Patienten untersucht. Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen

nach Organsystem und Häufigkeit angegeben, welche in den klinischen Studien sowie nach der

Marktzulassung beobachtet wurden. Bei der Klassifikation der unerwünschten Wirkungen wurde

folgende Konvention gewählt: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1000,

<1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (basierend überwiegend auf

Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht abgeschätzt werden).

Neoplasmen

Nicht bekannt: Mammakarzinom beim Mann (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Störungen des Immunsystems

Sehr selten: allergische Reaktionen (einschliesslich Rash, Pruritus, Urtikaria, lokalisierten Ödemen und

Angioödem).

Psychiatrische Störungen

Häufig: Nachlassen der Libido.

Sehr selten: depressive Verstimmung.

Funktionsstörungen des Reproduktionssystems und der Brust

Häufig: Impotenz, Ejakulationsstörungen, Gynäkomastie, Druckempfindlichkeit der Brust.

Sehr selten: Hodenschmerzen und -schwellungen.

Nicht bekannt: anhaltende sexuelle Funktionsstörungen (wie Impotenz, Ejakulationsstörungen und

reduzierte Libido) auch nach Absetzen der Therapie.

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder

schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System)

anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.

Überdosierung

Im Rahmen der Studien erhielten Probanden Tageseinzeldosen von bis zu 40 mg Dutasterid (dies

entspricht dem 80-fachen der therapeutischen Dosis) über 7 Tage, ohne dass sich wesentliche

Sicherheitsprobleme ergeben hätten. Im Rahmen von klinischen Studien erhielten Probanden über 6

Monate hinweg Tagesdosen von 5 mg, ohne dass zusätzliche Nebenwirkungen im Vergleich zur

empfohlenen Dosis aufgetreten wären.

Es gibt kein spezifisches Antidot für Dutasterid. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollte eine

symptomatische Behandlung eingeleitet werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code

G04CB02

Wirkungsmechanismus

Dutasterid hemmt die 5α-Reduktase-Isoenzyme des Typs 1 und 2, die für die Umwandlung von

Testosteron zu 5α-Dihydrotestosteron (DHT) verantwortlich sind, und bewirkt dadurch eine Senkung

des DHT-Spiegels im Blutkreislauf und in der Prostata. DHT ist für die Hyperplasie des glandulären

Prostatagewebes das hauptverantwortliche Androgen.

Dutasterid Xiromed reduziert die Grösse der Prostata, lindert die Symptome, verbessert den Harnfluss

und verringert das Risiko eines akuten Harnverhaltes sowie den Bedarf für einen operativen Eingriff.

Wirkungen auf DHT/Testosteron:

Der maximale Effekt von Dutasterid im Sinne einer Senkung des DHT ist dosisabhängig und tritt

innerhalb von 1-2 Wochen ein. Nach 1- bzw. 2-wöchiger Einnahme von Dutasterid (0,5 mg/Tag) waren

die mittleren DHT-Konzentrationen im Serum um 85% bzw. 90% gesenkt, nach einem Jahr um 94%

und nach zwei Jahren um 93%. Nach Absetzen der Behandlung kehren die mit den klinischen

Wirkungen korrelierten DHT-Serumkonzentrationen innerhalb von ungefähr 4 Monaten auf die

Ausgangswerte zurück.

Der mittlere Anstieg des Serum-Testosteronspiegels lag sowohl nach einem als auch nach 2 Jahren bei

19%. Die Testosteronkonzentrationen bewegten sich innerhalb des physiologischen Normbereichs.

Pharmakodynamik

Siehe «Wirkungsmechanismus».

Klinische Wirksamkeit

Monotherapie mit Dutasterid

Die klinische Wirksamkeit von Dutasterid (0,5 mg/Tag) resp. Placebo wurde im Rahmen von drei

placebokontrollierten, doppelblinden Multizenterstudien an 4'325 BPH-Patienten mit einer

Prostatagrösse ≥30 cm3 und einem PSA-Wert im Bereich zwischen 1,5 und 10 ng/ml über einen

Zeitraum von 2 Jahren untersucht.

Die Resultate dieser Studien zeigten für Dutasterid gegenüber Placebo (1) eine Reduktion des Risikos

eines akuten Harnverhalts sowie der Notwendigkeit für operative Eingriffe, (2) eine statistisch

signifikante Zunahme des maximalen Harnflusses (Qmax), (3) eine ebenfalls statistisch signifikante

Besserung der Symptomatik im unteren Harntrakt (lowerurinary tract symptoms, LUTS) sowie (4) eine

Reduktion des Prostatavolumens.

LUTS

Eine signifikante Verbesserung gegenüber den Ausgangswerten unter Dutasterid im Vergleich zu

Placebo zeigte sich erstmals nach 6 Monaten (p<0,001). Die Symptomatik besserte sich auch danach

fortlaufend bis zum Monat 24.

Qmax (maximaler Harnfluss)

Qmax stieg über 24 Monate kontinuierlich an; bereits nach einem Monat war ein signifikanter Anstieg

des Qmax-Wertes festzustellen. Nach 2 Jahren hatte die Qmax unter Dutasterid im Mittel um 2,4 ml/sec

zugenommen (von 10,1 ml/sec Baseline auf 12,5 ml/sec) im Vergleich zu einer mittleren Zunahme um

0,8 ml/sec (von 10,4 ml/sec auf 11,2 ml/sec) in der Placebogruppe.

Akuter Harnverhalt und chirurgische Eingriffe

Nach zweijähriger Behandlung betrug die Häufigkeit eines akuten Harnverhalts 4,2% in der

Placebogruppe gegenüber 1,8% in der Dutasterid-Gruppe. Dies entspricht einer Risiko-Reduktion um

57% (95% CI: 38%-71%) und war statistisch signifikant (p<0,001).

Der Bedarf für einen chirurgischen Eingriff nach zweijähriger Behandlung betrug 4,1% in der

Placebogruppe und 2,2% in der Dutasterid-Gruppe. Dies entspricht einer Risiko-Reduktion um 48%

(95% CI: 26-63%) und war ebenfalls statistisch signifikant (p<0,001).

Prostatavolumen

Eine signifikante Verringerung des Prostatavolumens war bereits einen Monat nach Therapiebeginn und

auch noch nach 24 Monaten zu erkennen (p<0,001). Dutasterid bewirkte nach 12 Monaten eine mittlere

Reduktion des Prostatavolumens um 23,6% (von 54,9 cm3 Baseline auf 42,1 cm3) gegenüber 0,5% in

der Placebogruppe (von 54,0 cm3 auf 53,7 cm3). Die Verringerung des Prostatavolumens war von einer

zunehmenden Besserung der Symptomatik begleitet.

Kombinationstherapie von Dutasterid und Tamsulosin

Dutasterid (0,5 mg/Tag), Tamsulosin (0,4 mg/Tag) und die Kombination von Dutasterid 0,5 mg und

Tamsulosin 0,4 mg wurden an 4'844 Patienten mit Prostatavergrösserung (≥30 cm3) in einer

multizentrischen, doppelblinden Parallelgruppenstudie (pivotale Studie: CombAT) über 4 Jahre

untersucht. Primärer Wirksamkeitsendpunkt nach 4 Jahren war die Zeit bis zum ersten Ereignis eines

akuten Harnverhalts oder eines BPH-assoziierten chirurgischen Eingriffs. Nach 4-jähriger

Behandlungsdauer führte die Kombinationstherapie gegenüber der Tamsulosin-Monotherapie zu einer

signifikanten Reduktion (um 65,8% [95% CI 54,7%-74,1%]) des Risikos für akuten Harnverhalt oder

BPH-assoziierte chirurgische Eingriffe (p<0,001). Gegenüber der Dutasterid-Monotherapie betrug die

Risikoreduktion 19,6% (95% CI -10,9% -41,7%), hier war der Unterschied zwischen den beiden

Behandlungsgruppen nicht signifikant. Nach 4 Jahren lag die Inzidenz von akutem Harnverhalt oder

BPH-assoziierten chirurgischen Eingriffen bei 4,2% für die Kombination, 11,9% für die Tamsulosin-

Monotherapie (p<0,001) und 5,2% für die Dutasterid-Monotherapie. Die Befunde für die

Sekundärendpunkte (International Prostate Symptom Score, maximaler Harnfluss) waren hierzu

konsistent (zu weiteren Einzelheiten siehe Fachinformation des Kombinationspräparates Duodart).

Obwohl die Kombinationstherapie gegenüber der Dutasterid-Monotherapie über die gesamte vierjährige

Studiendauer zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Symptomatik führte, war der grösste Vorteil

der Kombinationstherapie in den ersten 12 Behandlungsmonaten zu verzeichnen, was durch den

bekannten raschen Wirkungseintritt von α-Rezeptorenblockern erklärt werden kann.

KLINISCHE SICHERHEIT:

Prostatakarzinom (insbesondere high grade-Tumoren)

In einem vierjährigen Vergleich zwischen Placebo und Dutasterid (REDUCE-Studie) an 8'231 Männern

im Alter von 50 bis 75 Jahren mit vorausgehender negativer Prostatabiopsie und einem PSA-

Ausgangswert zwischen 2,5 ng/ml und 10,0 ng/ml (Männer im Alter von 50 bis 60 Jahren) bzw.

3,0 ng/ml und 10,0 ng/ml (>60 Jahre) lagen für 6'706 Studienteilnehmer unter Therapie Daten einer

Nadelbiopsie der Prostata für die Bestimmung des Gleason-Scores vor (hauptsächlich durch das

Studienprotokoll vorgeschrieben, d.h. nicht aufgrund von Symptomen bzw. klinischem Verdacht

durchgeführt). Bei 1'517 Studienteilnehmern wurde im Rahmen der Studie ein Prostatakarzinom

diagnostiziert. Die Mehrzahl der durch die Biopsie nachgewiesenen Prostatakarzinome wurde in beiden

Behandlungsgruppen als niedrig gradig (Gleason 5-6, 70%) diagnostiziert.

Es bestand eine höhere Inzidenz von Prostatakarzinomen mit Gleason-Score 8-10 in der Dutasterid-

Gruppe (n=29, 0,9%) im Vergleich zur Placebo-Gruppe (n=19, 0,6%) (p=0,15). In den Jahren 1-2 war

die Anzahl der Studienteilnehmer mit Karzinomen mit Gleason-Score 8-10 in der Dutasterid-Gruppe

(n=17, 0,5%) jener in der Placebo-Gruppe (n=18, 0,5%) vergleichbar. In den Jahren 3-4 wurden in der

Dutasterid-Gruppe (n=12, 0,5%) mehr Karzinome mit Gleason-Score 8-10 als in der Placebo-Gruppe

(n=1, <0,1%) diagnostiziert (p=0,0035). Für eine längere Anwendungsdauer als 4 Jahre liegen keine

Daten vor. Der prozentuale Anteil der Studienteilnehmer, bei denen Karzinome mit Gleason-Score 8-10

diagnostiziert wurden, war über beide Studienabschnitte (Jahre 1-2 und Jahre 3-4) in der Dutasterid-

Gruppe konstant (0,5% in jedem Studienabschnitt), während in der Placebo-Gruppe in den Jahren 3-4

der prozentuale Anteil an Studienteilnehmern, bei denen Karzinome mit Gleason-Score 8-10

diagnostiziert wurden, niedriger war als in den Jahren 1-2 (<0,1% versus 0,5%). Für Karzinome mit

Gleason-Score 7-10 bestand kein signifikanter Inzidenz-Unterschied zwischen Dutasterid und Placebo.

Die Patienten wurden nach Abschluss der REDUCE-Studie über weitere 2 Jahre nachbeobachtet. Die

Mehrzahl der Patienten wurde dabei in diesem Zeitraum nicht weiter mit einem 5α-Reduktasehemmer

behandelt. Bei 216 dieser Patienten wurde aufgrund eines entsprechenden Verdachtes eine

Prostatabiopsie durchgeführt. In diesen beiden Jahren lag die Inzidenz eines Prostatakarzinomes in der

ehemaligen Dutasterid-Gruppe bei 1.2%, in der ehemaligen Placebogruppe bei 0.7%. Fälle mit Gleason-

Score 8-10 wurden in diesem Zeitraum nicht diagnostiziert.

In einer vierjährigen BPH-Studie (CombAT), in der das Protokoll keine Biopsien vorschrieb, sondern

alle Diagnosen von Prostatakarzinomen auf Verdachtsbiopsien beruhten, waren die Raten von

Karzinomen mit einem Gleason-Score von 8-10 für Dutasterid 0,5% (n=8), für Tamsulosin 0,7% (n=11)

und für die Kombinationsbehandlung 0,3% (n=5).

Über einen möglichen Kausalzusammenhang zwischen Dutasterid und high grade-Karzinomen der

Prostata ist bisher keine Aussage möglich, die klinische Bedeutung des gefundenen Ungleichgewichts ist

nicht bekannt.

Mehrere epidemiologische Studien fanden unter der Anwendung von 5α-Reduktasehemmern keine

erhöhte Prostatakarzinom-Mortalität.

Mammakarzinom

In den zweijährigen klinischen Studien mit Dutasterid-Monotherapie, in denen insgesamt eine

Dutasterid-Exposition von 3'374 Patientenjahren erreicht wurde, sowie in der zweijährigen offenen

Verlängerungsphase wurden bis zum Zeitpunkt der Registrierung 2 Brustkrebsfälle bei den mit

Dutasterid behandelten Patienten sowie 1 Fall in der Placebo-Gruppe gemeldet. Auch aus der

Marktüberwachung liegen entsprechende Beobachtungen vor. In den beiden 4-Jahres Studien CombAT

und REDUCE (mit einer Gesamtexposition von insgesamt 17'489 Patienten-Jahren unter Dutasterid-

Monotherapie sowie 5'027 Patienten-Jahren unter der Dutasterid-Tamsulosin-Kombination) wurde

hingegen in keiner der Behandlungsgruppen über Mammakarzinome berichtet.

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Verabreichung wird die maximale Serumkonzentration von Dutasterid innerhalb von 1-3

Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit im Vergleich zu einer 2-stündigen intravenösen

Infusion beträgt ca. 60%. Die Bioverfügbarkeit von Dutasterid wird durch die gleichzeitige Aufnahme

von Nahrungsmitteln nicht beeinflusst.

Steady State

Die Steady State-Serumkonzentration (Css) von ungefähr 40 ng/ml bei einer Dosierung von 0,5 mg

Dutasterid täglich wird nach 6 Monaten erreicht. Nach 1 Monat erreichen die Dutasterid-Serumspiegel

65%, nach 3 Monaten ungefähr 90% der Steady State-Konzentration.

In der Samenflüssigkeit wird die Steady State-Konzentration ebenfalls nach 6 Monaten erreicht.

Distribution

Dutasterid besitzt ein grosses Verteilungsvolumen (300-500 l) und ist in hohem Masse an

Plasmaproteine gebunden (>99,5%; an Albumin und saures Alpha-1-Glykoprotein).

Nach 12-monatiger Einnahme lag die Dutasterid-Konzentration in der Samenflüssigkeit im Durchschnitt

bei 3,4 ng/ml (Bereich 0,4–14 ng/ml), d.h. im Durchschnitt bei 11,5% des Serumspiegels.

Metabolismus

Dutasterid unterliegt einem intensiven Stoffwechsel. Es wird überwiegend zu inaktiven Metaboliten

hydroxyliert und dehydriert. Man findet 4 Hauptmetaboliten und 6 Nebenmetaboliten. Die

Hydroxylierung erfolgt in vitro über CYP3A4.

Elimination

5,4% der verabreichten Dosis werden als unverändertes Dutasterid mit dem Stuhl ausgeschieden, der

Rest in Form von Metaboliten. Im Urin sind nur Spuren der unveränderten Substanz (weniger als 0,1%

der Dosis) nachweisbar.

Die Dutasterid-Clearance ist gering. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 3-5 Wochen.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

In den Altersgruppen >50–65 Jahre und >70 Jahre ergaben sich keine statistisch signifikanten

Unterschiede der Pharmakokinetik gegenüber jüngeren Probanden.

Niereninsuffizienz

Die Auswirkungen einer Niereninsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Dutasterid wurden nicht

untersucht. Da weniger als 0,1% der Dosis mit dem Urin ausgeschieden werden, ist eine Beeinflussung

des Serumspiegels nicht zu erwarten.

Leberinsuffizienz

Die Auswirkungen einer Leberinsuffizienz auf die Pharmakokinetik von Dutasterid wurden nicht

untersucht (vgl. «Dosierung/Anwendung» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Präklinische Daten

Mutagenität und Karzinogenität

Die Resultate der Mutagenitätstests deuten darauf hin, dass Dutasterid nicht genotoxisch ist.

Bei einer Karzinogenitätsstudie an Ratten wurde nach einer Exposition, die der 158-fachen klinischen

Exposition entspricht, ein vermehrtes Auftreten benigner interstitieller Zelltumoren in den Hoden

festgestellt. Dies ist wahrscheinlich auf die pharmakologischen Wirkungen hoher Dutasterid-Dosen

zurückzuführen und daher vermutlich klinisch nicht relevant. In einer Karzinogenitätsstudie an Mäusen

wurden keine klinisch relevanten Effekte auf das Tumorprofil festgestellt.

Es wurden keine präklinischen Studien zur kombinierten Anwendung von Dutasterid mit Tamsulosin

durchgeführt.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Dutasterid führt bei BPH-Patienten innerhalb von 6 Monaten zu einer Senkung der PSA-Serumspiegel

um ungefähr 50%; dies gilt auch bei Vorliegen eines Prostatakarzinoms.

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