Doxybene 200 mg - lösbare Tabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

09-11-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

09-11-2018

Wirkstoff:
DOXYCYCLIN
Verfügbar ab:
Teva B.V.
ATC-Code:
J01AA02
INN (Internationale Bezeichnung):
DOXYCYCLINE
Einheiten im Paket:
5 Stück, Laufzeit: 60 Monate 10 Stück, Laufzeit: 60 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Therapiegruppe:
Doxycyclin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-20852
Berechtigungsdatum:
1995-03-31

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Doxybene 200 mg-lösbare Tabletten

Doxycyclin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was sind Doxybene-lösbare Tabletten und wofür werden sie angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Doxybene-lösbare Tabletten beachten?

Wie sind Doxybene-lösbare Tabletten einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie sind Doxybene-lösbare Tabletten aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was sind Doxybene-lösbare Tabletten und wofür werden sie angewendet?

Der in Doxybene enthaltene Wirkstoff Doxycyclin, ist ein Breitbandantibiotikum aus der Gruppe der

Tetracycline, welches das Wachstum zahlreicher Bakterienstämme und anderer Erreger hemmt.

Doxybene wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 8 Jahren zur Behandlung

von Infektionskrankheiten, die durch Doxycyclin-empfindliche Erreger verursacht werden:

Infektionen der Atemwege:

Lungenentzündung

akute Entzündung der Bronchien bei Verdacht auf eine Infektion durch Bakterien

akute Schübe bei chronischer Entzündungen der Bronchien

Infektionen im Hals-Nasen-Ohren- Bereich:

Entzündung der Rachenschleimhaut

Entzündung der Nebenhöhlen

Mittelohrentzündung

Infektionen des Magen-Darm-Traktes und der Gallenwege

Cholera, Yersinien- oder Campylobacter-Infektion; Shigellen-Infektion bei Nachweis der

Empfindlichkeit, ambulante Therapie von Gallenwegsinfektionen

Infektionen der Harnwege und Geschlechtsorgane:

Infektionen der Niere, des Nierenbeckens, der Harnleiter, der Harnblase und der Harnröhre

Infektionen der inneren weiblichen Geschlechtsorgane (Adnexitis, Endometritis)

akute Entzündung der Prostata

Ureaplasma-urealyticum-Infektion des männlichen Genitaltrakts mit ungeklärter

Unfruchtbarkeit

Harnröhrenentzündung (insbesondere durch Chlamydien und Ureaplasma urealyticum)

verschiedene Geschlechtskrankheiten wie Syphilis (wenn eine Penicillinallergie besteht)

Infektionen der Haut und Weichteile:

Eiterflechte

Furunkulose (eitrige Haarbalgentzündung)

Phlegmone (flächenhaft fortschreitende Gewebseiterung)

Abszess

Wundinfektion

Nagelbetteiterung

Infektionen der Augen:

Chlamydien-Bindehautentzündung und Trachom (Einschlusskonjunktivitis)

Weitere Infektionen wie:

Borreliose:

Vorwiegend

durch

Zeckenstich

übertragene

Borrelien

verursachte

Erkrankung:

Lyme-Borreliose

Stadium

(Frühstadium

Erkrankung)

einschließlich

Erythema chronicum migrans (Symptom der Lokalinfektion).

Listeriosen (bei Patienten mit Penicillinallergie)

Tularämie

Vorbeugung und alternative Behandlung von Milzbrand, einschließlich Milzbrand durch

Inhalation.

Tetanus

Pest

Rickettsiosen (Fleckfieber, Q-Fieber usw.)

Leptospirosen, (Morbus Weil u.a.)

Frambösie

Rückfallfieber

Bartonellosen (Oroyafieber, Verruga peruana)

Malaria tropica bei Chloroquinresistenz

Prophylaxe der Malaria tropica in Gebieten mit Multiresistenzen

Brucellosen (Maltafieber, Morbus Bang) in Kombination mit Streptomycin

Ornithose

Hinweise für den Arzt:

Infektionen mit Verdacht auf Beteiligung von Staphylokokken, Streptokokken und Pneumokokken

sollten wegen der unterschiedlichen Resistenzsituation mit Doxycyclin nicht behandelt werden.

Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei

der Anwendung von Doxybene zu berücksichtigen.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Doxybene-lösbare Tabletten beachten?

Doxybene darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff, andere Tetracycline oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn eine schwere Leberschädigung vorliegt.

wenn Sie gleichzeitig mit dem Wirkstoff Isotretinoin gegen Akne behandelt werden (siehe

„Einnahme von Doxybene zusammen mit anderen Arzneimitteln“)

wenn Sie gleichzeitig mit anderen Substanzen mit möglicherweise schädigender Wirkung auf

Leber und Nieren anwenden (siehe „Einnahme von Doxybene zusammen mit anderen

Arzneimitteln“).

in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Bei Neugeborenen, Säuglingen, Kleinkindern und Kindern bis zu 8 Jahren darf Doxybene

grundsätzlich nicht angewendet werden; in besonderen Ausnahmefällen kann Ihr Arzt jedoch trotzdem

eine Anwendung anordnen (siehe „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Sie dürfen Doxybene nicht während der Zahnentwicklung (Schwangerschaft, Säuglingsalter oder bei

Kindern unter 8 Jahren) anwenden, da dies zu permanenten Verfärbungen (gelb-grau-braun) führen

oder das richtige Wachstum der Zähne beeinträchtigen kann.

Es kann Umstände geben (z. B. schwere oder lebensbedrohliche Zustände), bei denen Ihr Arzt

entscheidet, dass der Nutzen das Risiko bei Kindern unter 8 Jahren überwiegt und Doxybene

verschrieben werden sollte.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Doxybene einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt vor Beginn der Behandlung mit Doxybene über alle bestehenden oder

früheren Krankheiten oder Allergien. Innerhalb der Tetracyclin-Gruppe besteht eine Parallelallergie.

Bei schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie) muss die Behandlung

mit Doxybene sofort abgebrochen werden. Die entsprechenden Notfallmaßnahmen sind durch

fachkundige Personen einzuleiten (siehe Abschnitt 4).

Wenn Sie bei sich während der Behandlung mit Doxybene schwere Hautreaktionen feststellen, wie

etwa einen schweren Hautausschlag mit Blasenbildung oder ähnliche Reaktionen, die auch mit

anderen körperlichen Symptomen einhergehen können, beenden Sie die Behandlung mit Doxybene

und wenden Sie sich sofort zur Beratung an einen Arzt.

In seltenen Fällen kann es während und bis zu zwei Monaten nach der Behandlung zu einer

antibiotikabedingten Dickdarmentzündung kommen. Sie ist gekennzeichnet durch wässrigen oder

mehrmals am Tag auftretenden Durchfall, Fieber und schwere Bauchkrämpfe, die von Blut- und

Schleimabgang begleitet sein können. In diesem Fall beenden Sie bitte die Behandlung und

informieren Sie sofort einen Arzt, der entsprechende diagnostische und therapeutische Schritte

einleiten wird. Unter diesen Umständen dürfen Sie keine Arzneimittel einnehmen, welche die

Darmbewegung hemmen oder verlangsamen.

Kinder und Jugendliche

Bei Frühgeborenen wurde ein verlangsamtes Wachstum des Wadenbeins beschrieben, das sich nach

Absetzen der Therapie wieder normalisierte.

Die Anwendung von Tetracyclinen während der Zahnbildung (zweite Hälfte der Schwangerschaft und

Kindesalter bis zu 8 Jahren) kann zu bleibenden Zahnverfärbungen (gelblich-grau-braun) führen.

Diese Nebenwirkung wurde bei Langzeitanwendung häufiger beobachtet als bei wiederholter

Kurzzeitbehandlung. Unterentwicklung des Zahnschmelzes wurde ebenfalls beschrieben. Daher wird

der Arzt bei dieser Patientengruppe Doxycyclin nur dann einsetzen, wenn keine anderen Arzneimittel

zur Verfügung stehen bzw. wenn diese nicht eingenommen werden dürfen oder keine ausreichende

Wirksamkeit zu erwarten ist.

Bei Patienten mit Infektionen, die durch bestimmte Erreger sogenannte „Spirochäten“ verursacht

werden, kann manchmal kurz nach Beginn der Doxycyclin-Behandlung eine Jarisch-Herxheimer

Reaktion (Reaktion des Körpers auf die Therapie von Infektionskrankheiten mit Antibiotika mit

Symptomen wie hohes Fieber, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Übelkeit,

Hautausschlägen bis hin zu Kreislaufversagen und Schock) auftreten.

Bei der Verabreichung von Tetracyclinen an Patienten mit einer bestimmten Muskelerkrankung

(Myasthenia gravis) ist Vorsicht geboten, da diese eine schwach blockierende Wirkung auf die

Erregungsübertragung von den Nerven auf die Muskeln haben.

Wenn bei Ihnen während der Behandlung Sehstörungen auftreten, müssen Sie unverzüglich einen Arzt

aufsuchen, der eine augenärztliche Abklärung bzw. Überwachung veranlassen wird. Das Auftreten

von Sehstörungen während der Behandlung mit Doxybene kann Anzeichen eines erhöhten Hirndrucks

(Pseudotumor cerebri) sein. Über die Fortsetzung der Behandlung mit Doxybene entscheidet Ihr Arzt.

Eine gleichzeitige Behandlung von Akne mit Isotretinoin muss vermieden werden, weil Isotretinoin

ebenfalls zu erhöhtem Hirndruck führen kann.

Wenn bei Ihnen Magenbeschwerden auftreten, sollten Sie Doxybene gemeinsam mit einer Mahlzeit

einnehmen. Achten Sie auch darauf, Doxybene in aufrechter Haltung und vorzugsweise nicht vor dem

Zubettgehen einzunehmen, da sonst die Gefahr einer Schleimhautschädigung in der Speiseröhre

besteht.

Da Tetracycline Lichtüberempfindlichkeitsreaktionen (Ausschlag, beschleunigtes Auftreten von

Sonnenbrand) auslösen können, sollten Sonnenbäder und UV-Bestrahlung vermieden werden. Bei den

ersten Anzeichen von Reizerscheinungen auf der Haut ist die Behandlung abzusetzen und der Arzt

aufzusuchen

Tetracyline können Nierenschäden verursachen oder eine schon vorher bestehende

Nierenfunktionseinschränkung verschlimmern.

Doxybene soll bei Patienten mit leicht bis mittelgradig eingeschränkter Leberfunktion oder bei

Patienten, die Arzneimittel mit möglicher leberschädigender Wirkung erhalten, mit Vorsicht

angewendet werden. Bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion darf Doxybene nicht

angewendet werden (siehe „Doxybene darf nicht eingenommen werden“).

Bei Langzeitbehandlung ist auf einen möglichen Mangel an B-Vitaminen zu achten.

Bei einer lang andauernden Behandlung mit hohen Dosen wird der Arzt Ihre Leber- und Nierenwerte

sowie Ihr Blutbild überprüfen.

Bei Nichtansprechen der Behandlung oder wenn es während der Behandlung zu vermehrtem

Wachstum von nicht-empfindlichen Keimen einschließlich Pilzen kommt, wird der Arzt eine

geeignete Behandlung einleiten.

Wenn bei der Behandlung einer Geschlechtskrankheit eine gleichzeitige Syphilis vermutet wird, sollte

dies dem Arzt mitgeteilt werden. Der Arzt wird über mindestens 4 Monate Kontrolluntersuchungen

durchführen.

Auch wenn eine Besserung der Krankheitssymptome oder Beschwerdefreiheit eintritt, darf die

Behandlung mit Doxybene keinesfalls ohne ärztliche Anweisung geändert oder abgebrochen werden,

um eine erneute Verschlechterung bzw. das Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden.

Ein Aufbewahren der Restmenge für spätere Erkrankungen ist nicht zu empfehlen.

Einnahme von Doxybene zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Doxybene darf nicht gleichzeitig mit folgenden Arzneimitteln eingenommen werden:

Isotretinoin (Arzneimittel zur Behandlung von Akne)

Andere Substanzen mit möglicherweise schädigender Wirkung auf Leber und Nieren

Die gleichzeitige Anwendung von Doxybene mit folgenden Arzneimitteln wird nicht empfohlen:

Aluminium-, Kalzium-, Magnesium-haltige Arzneimittel gegen Magenübersäuerung oder

andere Arzneimittel, die diese Kationen enthalten sowie Präparate, die Wismut- Salze

enthalten, Eisenpräparate, medizinische Aktivkohle und blutfettsenkende Arzneimittel

(Colestyramin, Colestipol): Ein zeitlicher Abstand von mindestens 2 Stunden soll eingehalten

werden.

Andere Antibiotika: Doxybene kann die Wirkung anderer Antibiotika (z.B. Penicilline,

Cephalosporine) hemmen.

Folgende Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Doxybene:

Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon (Arzneimittel zur Behandlung der

Epilepsie) oder Rifampicin (Arzneimittel gegen Tuberkulose)

Theophyllin (Arzneimittel gegen Asthma)

Doxybene beeinflusst die Wirkung folgender Arzneimittel:

blutgerinnungshemmende Arzneimittel

blutzuckersenkende Arzneimittel zum Einnehmen

Secale-Alkaloide (Migränemittel)

Methotrexat (Arzneimittel zur Behandlung von Tumorerkrankungen) und Ciclosporin

(Arzneimittel mit hemmender Wirkung auf die Immunabwehr)

Digoxin bzw. Digoxin-Derivate (Arzneimittel zur Behandlung von Herzmuskelschwäche)

Arzneimittel mit entspannender Wirkung auf die Muskulatur (z.B. Tubocurarin und Gallamin)

Lithiumhältige Arzneimittel (Arzneimittel zur Behandlung depressiver Erkrankungen):

regelmäßigen Kontrollen der Lithium-Blutwerte durch Ihren Arzt sin notwendig, die Sie

unbedingt einhalten sollten.

Sonstige Wechselwirkungen:

Beeinflussung von Laboruntersuchungen:

Unter Doxybene ist eine Veränderung der Blutgerinnungszeit sowie eine Verfälschung von

Harntests möglich.

Einnahme von Doxybene zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken und Alkohol

Doxybene soll nicht gleichzeitig mit Milch bzw. Milchprodukten eingenommen werden, da dies zu

einer Wirkungsabschwächung führt. Doxybene sollte zumindest 2 Stunden vor diesen

Nahrungsmitteln eingenommen werden.

Da auch chronischer Alkoholismus die Wirkung von Doxybene verändern kann, ist der Arzt darüber

zu informieren.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Da es beim ungeborenen Kind und beim Säugling zu bleibender Zahnverfärbung mit Schmelzdefekten

und vorübergehender Knochenwachstumsverzögerung kommen kann, darf Doxybene während der

Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden

und auch nur, wenn andere Antibiotika nicht gegeben werden können.

Während der Schwangerschaft besteht erhöhte Gefahr von Leberschäden unter Tetrazyklin-Einnahme.

Stillzeit

Doxybene darf bei stillenden Müttern nicht verwendet werden. Bei einer Behandlung in der Stillzeit

soll die Milch während der Behandlungsdauer abgepumpt und verworfen werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Vereinzelt ist über eine vorübergehende Kurzsichtigkeit unter der Gabe von Tetracyclinen berichtet

worden, die zu einer Beeinträchtigung der Sicherheit beim Steuern von Kraftfahrzeugen und beim

Bedienen von Maschinen führen kann.

Doxybene-lösbare Tabletten enthalten Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

3.

Wie sind Doxybene-lösbare Tabletten einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

von Doxybene zu stark oder zu schwach ist.

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Doxybene nicht anders verordnet hat.

Erwachsene über 70 kg Körpergewicht

Tagesdosis 200 mg.

Erwachsene unter 70 kg sowie Jugendliche und Kinder ab 8 Jahren über 45 kg Körpergewicht

Am 1. Tag 200 mg Doxybene, anschließend 100 mg 1 x täglich. Bei schweren Infektionen 200 mg 1 x

täglich während der ganzen Behandlungszeit.

Kinder ab 8 Jahren mit weniger als 45 kg Körpergewicht

Am 1. Tag 4,4 mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis oder aufgeteilt auf zwei Gaben, dann täglich 2,2

mg/kg Körpergewicht als Einzeldosis oder aufgeteilt auf zwei Gaben. Bei schweren Infektionen 4,4

mg/kg Körpergewicht während der ganzen Behandlungszeit.

Säuglinge und Kinder bis zu 8 Jahren

Bei Säuglingen und Kindern bis zu 8 Jahren darf Doxybene grundsätzlich nicht angewendet werden;

in besonderen Ausnahmefällen kann Ihr Arzt jedoch trotzdem eine Anwendung anordnen.

Spezielle Behandlungen:

Lyme-Borreliose, Stadium I:

Erwachsene: 200 mg täglich für 14 bis 60 Tage abhängig vom klinischen Bild und Symptomen.

Ureaplasma-urealyticum-Infektion des männlichen Genitaltrakts mit ungeklärter Unfruchtbarkeit:

200 mg täglich 4 Wochen lang (Partnerbehandlung!).

Akute Infektion des Hodens und des Nebenhodens durch Chlamydien:

200 mg täglich 10 Tage lang.

Syphilis (bei Penicillinallergie): 300 mg täglich mindestens 14 Tage lang.

Die Tagesdosis kann auf einmal eingenommen werden.

Akute Infektionen der inneren Geschlechtsorgane der Frau: 200 mg täglich 10 – 14 Tage lang in

Kombination bzw. im Anschluss an eine vom Arzt eingeleitete Antibiotikabehandlung.

– Vorbeugung und Behandlung von Milzbrand durch Inhalation (Ansteckung über die Atemwege)

Erwachsene: 100 mg zweimal täglich durch 60 Tage.

Kinder unter 45 kg Körpergewicht: 2,2 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich durch 60 Tage.

Kinder und Jugendliche ab 45 kg Körpergewicht erhalten die Erwachsenendosis.

- Malaria tropica durch chloroquinresistentes Plasmodium falciparum: 200 mg täglich über

mindestens 7 Tage

- Malariaprophylaxe

Erwachsene: 100 mg täglich

Kinder unter 45 kg KGW: 2 mg/kg KGW täglich

Kinder und Jugendliche ab 45 kg KGW erhalten die Erwachsenendosis.

- Cholera

300 mg als Einzelgabe

- Rickettsiosen (Fleckfieber, Q-Fieber etc.)

Doxycyclin ist Mittel der Wahl für Erwachsene und Kinder jeden Alters:

Erwachsene: 100 mg zweimal täglich (alle 12 Stunden).

Kinder unter 45 kg KGW: 2,2 mg/kg KGW zweimal täglich

Kinder ab 45 kg KGW erhalten die Erwachsenendosis (siehe Abschnitt 4.4)

Die Patienten sind mindestens 3 Tage nach Abklingen des Fiebers weiterzubehandeln, bis eine

Besserung klinisch nachweisbar ist. Die Behandlung hat mindestens 5-7 Tage zu dauern.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Doxybene - lösbare Tabletten können entweder unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (ausgenommen

Milch und Milchprodukte) oder in einem Glas Wasser gelöst eingenommen werden. Achten Sie auch

darauf, Doxybene in aufrechter Haltung und vorzugsweise nicht vor dem Schlafengehen einzunehmen,

da sonst die Gefahr einer Schleimhautschädigung in der Speiseröhre besteht.

Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Aufnahme von Doxycyclin nicht, kann aber

die Häufigkeit von Magen-Darm-Störungen verringern.

Dauer der Anwendung

Die Behandlungsdauer wird vom Arzt je nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung festgesetzt.

Die Behandlung soll mindestens 24 bis 48 Stunden nach Abklingen der Krankheitszeichen und des

Fiebers fortgesetzt werden. Bei Streptokokken-Infektionen soll die Behandlung mindestens 10 Tage

dauern, um Spätschäden, wie z.B. rheumatisches Fieber oder Glomerulonephritis (Nierenentzündung),

zu vermeiden.

Über die Anwendungsdauer entscheidet in jedem Fall der behandelnde Arzt.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Dialyse(Blutwäsche)-Patienten

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und Dialysepatienten ist keine Dosisverminderung

erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Patienten mit schwerer Leberschädigung dürfen Doxybene nicht einnehmen.

Ältere Patienten

Bei normaler Nieren- und Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Wenn Sie eine größere Menge von Doxybene eingenommen haben, als Sie sollten

Doxycyclin ist bei einmaliger Einnahme in mehrfachen therapeutischen Dosen nicht akut schädlich.

Akute Doxycylin-Vergiftungen sind in der Literatur bisher nicht beschrieben. Bei Überdosierung

besteht jedoch Gefahr von Leber- und Nierenschädigungen sowie einer

Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Verständigen Sie bitte bei Verdacht auf eine Überdosierung sofort einen Arzt, damit dieser über das

weitere Vorgehen entscheiden kann. Halten Sie die Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der

Arzt über den aufgenommenen Wirkstoff informieren kann.

Für den Arzt:

Zur Therapie bei Überdosierung finden Sie Hinweise am Ende dieser Gebrauchsinformation!

Wenn Sie die Einnahme von Doxybene vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Die

Einnahme wird unverändert weitergeführt, d.h. eine am Tag zuvor vergessene Einnahme wird nicht

nachgeholt. Beachten Sie aber bitte, dass Doxybene nur dann sicher und ausreichend wirken kann,

wenn es regelmäßig eingenommen wird!

Wenn Sie die Einnahme von Doxybene abbrechen

Um eine erneute Verschlechterung beziehungsweise das Wiederauftreten der Krankheit zu vermeiden,

ist die Behandlungsdauer - entsprechend den Empfehlungen Ihres Arztes - auch nach Abklingen der

Krankheitserscheinungen, d.h. auch wenn eine Besserung der Krankheitszeichen oder

Beschwerdefreiheit eintritt, einzuhalten. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie lange die Behandlung mit

Doxybene dauert. Ändern Sie keinesfalls die Behandlung ohne ärztliche Anweisung, hören Sie ohne

ärztliche Anweisung keinesfalls vorzeitig mit der Behandlung auf, weil die Wirkung sonst nicht

ausreicht.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die angeführten Nebenwirkungen wurden bei Patienten unter einer Behandlung mit Tetracyclinen,

einschließlich Doxybene, beobachtet.

Bei folgenden Nebenwirkungen müssen Sie sofort einen Arzt informieren:

plötzliches Auftreten von schwerem Hautausschlag oder Blasenbildung oder Ablösung der

Haut mit Fieber und Gelenkschmerzen (siehe Abschnitt 2 unter „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen“)

schwere allergische Reaktion verbunden mit plötzlich einsetzender und zunehmender

Atemnot, Schwellung im Bereich des Kopfes (Zungenschwellung, innere

Kehlkopfschwellung) und Körpers, Hautausschlag, Kreislaufstörungen, Blutdruckabfall,

Bewusstlosigkeit (siehe Abschnitt 2 unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

schwerer, anhaltender wässriger oder blutiger Durchfall mit Bauchschmerzen oder Fieber

(siehe Abschnitt 2 unter „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)

die Jarisch-Herxheimer-Reaktion, die zu Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen,

Muskelschmerzen und Hautausschlag führt und üblicherweise selbstbegrenzend ist. Sie tritt

kurz nach Beginn der Behandlung mit Doxycyclin gegen Spirochäteninfektionen wie z. B.

Lyme-Borreliose auf.

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Allergische (Überempfindlichkeits-) Reaktionen (häufig einhergehend mit Blutdruckabfall,

Schwindel, Übelkeit und möglicherweise Atemnot) einschließlich Kreislaufkollaps und/oder

Atemnot (anaphylaktischer Schock), allergische, schmerzhafte Schwellung von Haut- und

Schleimhaut, vor allem im Gesichtsbereich (Angioödem), Verschlechterung eines

systemischen Lupus erythematodes, Entzündung des Herzbeutels

(Perikarditis),Serumkrankheit, Entzündung der kleinen Blutgefäße (Henoch-Schönlein

Purpura), Blutdruckabfall, Atemnot, beschleunigter Herzschlag/Herzrasen, Schwellung von

Knöcheln/Unterschenkeln durch Wassereinlagerung, Nesselsucht, Asthma

Lichtempfindlichkeitsreaktionen wie Hautrötung, Hautschwellung und Blasenbildung

Kopfschmerzen

Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Fettstühle

Ausschläge, einschließlich flecken- und knötchenartiger sowie geröteter und großschuppiger

Ausschläge

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Blutgerinnungsstörungen

Verdauungsstörungen (Sodbrennen / Entzündung der Magenschleimhaut), Entzündung der

Mund- und Rachenschleimhaut, Heiserkeit, schwarze Haarzunge

Knochenwachstumsverzögerungen bei Anwendung während der Schwangerschaft und bei

Kindern unter 8 Jahren

Blut im Harn

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Blutbildveränderungen (starke Verminderung der Blutplättchen, Blutarmut durch Zerfall der

roten Blutkörperchen, Veränderungen in der Anzahl, Form und Funktion der weißen

Blutkörperchen), krankhafte Schwellung der Lymphknoten

Grippeähnliche Symptome mit Hautausschlag, Fieber und geschwollenen Drüsen und

anomalen Blutwerten (einschließlich erhöhter Spiegel der weißen Blutzellen [Eosinophilie]

und der Leberenzyme) (Arzneimittelreaktion mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

[DRESS])

Mikroskopische bräunlich-schwarze Verfärbung der Schilddrüse

Appetitlosigkeit

Unruhe, Angstzustände

Hirndrucksteigerungen bei Erwachsenen (Pseudotumor cerebri: Mögliche Anzeichen sind

Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Papillenödem und Sehstörungen, wie z.B.

Doppeltsehen), Vorwölbung der Fontanellen bei Kleinkindern (rasche Rückbildung nach

Absetzen der Behandlung), Nervenschäden, die sich als Taubheitsgefühl, Schmerzen,

Kribbeln oder Brennen in den Händen oder Füßen äußern können, Störung bzw. Verlust der

Geruchs- und Geschmacksempfindung

Ohrengeräusche

Hautrötung mit Hitzegefühl

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Antibiotikabedingte Durchfälle, Schleimhautentzündung des Dickdarms, Entzündungen und

Geschwüre der Speiseröhre, entzündliche Veränderungen (mit Candida-Besiedelung) im

Anogenitalbereich (Entzündung der äußeren Geschlechtsorgane der Frau und Juckreiz am

After), Bauchschmerzen, Durchfall, Schluckbeschwerden, Entzündung der Zunge, reversible

oberflächliche Zahnverfärbung

Leberschädigung, Leberentzündung, erhöhte Leberfunktionswerte

Schwere Hautreaktionen, teilweise mit Schleimhautbeteiligung (Erythema multiforme,

Dermatitis exfoliativa, Stevens-Johnson-Syndrom) und Gewebsablösung (toxische epidermale

Nekrolyse), Nagelablösung und -verfärbung

Gelenk- und Muskelschmerzen

Erhöhte Blut-Harnstoff-Stickstoff (BUN)-Werte

Jarisch-Herxheimer-Reaktion

Hyperpigmentierung der Haut

Sehr seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Krampfanfälle

Bleibende Zahnverfärbungen mit Schmelzdefekten bei Anwendung während der Zahnbildung wurden als Klasseneffekt für

Tetracycline berichtet.

im Rahmen der Doxycyclin-Behandlung von Spirochäten-Infektionen.

bei chronischer Anwendung von Doxycyclin.

Vorübergehende Kurzsichtigkeit

Nierenschädigungen, wie z.B. Entzündung des Nierenbindegewebes, akutes Nierenversagen

und stark verminderte Harnausscheidung

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie sind Doxybene-lösbare Tabletten aufzubewahren?

Nicht über 30 °C lagern.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „Verwendbar bis:“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden.

Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Doxybene 200 mg-lösbare Tabletten enthalten

Der Wirkstoff ist: Doxycyclin

1 Tablette enthält 200 mg Doxycyclin (als Monohydrat).

Die sonstigen Bestandteile sind:

Mikrokristalline Cellulose, Natriumstärkeglycolat, Talk, Magnesiumstearat, Hochdisperses

Siliciumdioxid, Gereinigtes Wasser.

Wie Doxybene 200 mg-lösbare Tabletten aussehen und Inhalt der Packung

Tablette zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen

Doxybene 200 mg-lösbare Tabletten sind grünlichgelbe, runde, beidseitig gewölbte Tabletten mit

einseitiger Kreuz-Snap-Tab.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Doxybene 200 mg-lösbare Tabletten sind in Blisterpackungen aus Aluminium-/PVC-Folie mit 5 und

10 Stück erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Tel.-Nr.: +43/1/97007-0

Fax-Nr.: +43/1/97007-66

e-mail: info@ratiopharm.at

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Straße 3

89143 Blaubeuren

Deutschland

Z.Nr.: 1-20852

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2018.

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Therapie bei Überdosierung

Bei einer oralen Überdosierung von Doxycyclin sollten die noch nicht resorbierten Anteile der

Substanz durch Gaben von Antazida, Magnesium- oder Calcium-Salzen zu nicht resorbierbaren

Chelatkomplexen gebunden werden, Nach sofortigem Absetzen der Therapie sind unter Umständen

symptomatische Maßnahmen indiziert. Doxycyclin ist nicht ausreichend dialysierbar, sodass eine

Hämo- oder Peritonealdialyse wenig effektiv ist.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Doxybene 200 mg-lösbare Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Tablette enthält 200 mg Doxycyclin (als Monohydrat).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Spuren an Natrium

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette zur Herstellung einer Lösung zum Einnehmen

Grünlichgelbe, runde, bikonvexe Tabletten mit einseitiger Kreuz-Snap-Tab.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Doxybene wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 8 Jahren zur Behandlung

von Infektionskrankheiten, die durch Doxycyclin-empfindliche Erreger verursacht werden (siehe

Abschnitt 5.1):

Infektionen der Atemwege:

Lobär- und Bronchopneumonien, verursacht durch Mykoplasmen, Chlamydien und Rickettsien

akute unkomplizierte Bronchitis bei Verdacht auf Beteiligung von bakteriellen Erregern

akute Schübe chronischer Bronchitiden

Infektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich:

Pharyngitis, verursacht durch Chlamydien

Sinusitis, vorzugsweise bei Patienten mit β-Lactamallergie

Otitis media

Infektionen des Magen-Darm-Traktes und der Gallenwege:

Cholera, Yersinien- oder Campylobacter-Infektion; Shigellen-Infektion bei Nachweis der

Empfindlichkeit, ambulante Therapie von Gallenwegsinfektionen

Infektionen des Urogenitaltraktes:

Infektionen der Niere, des Nierenbeckens, der Harnleiter, der Harnblase und der Harnröhre

Adnexitis

Endometritis

nicht-gonorrhoische Urethritis, insbesondere durch Chlamydien und Ureaplasma urealyticum

Ureaplasma-urealyticum-Infektion des männlichen Genitaltrakts mit ungeklärter

Unfruchtbarkeit

akute Prostatitis

Lues I und II als Mittel zweiter Wahl, wenn eine Allergie gegen bakterizide Antibiotika, z.B.

Penicillin, gegeben ist.

Infektionen der Haut und Weichteile:

Impetigo

Furunkulose

Phlegmone

Abszess

Wundinfektion

Paronychium

Infektionen der Augen:

Chlamydienkonjunktivitis und Trachom

Weitere Infektionen:

Lyme-Borreliose (Erythema chronicum migrans durch Borrelia burgdorferi), Stadium I

Listeriosen (bei Patienten mit Penicillinallergie)

Tularämie

Milzbrand

Tetanus

Pest

Rickettsiosen, (Fleckfieber, Q-Fieber etc.)

Leptospirosen (Morbus Weil u. a.)

Frambösie (bei Patienten mit Penicillinallergie)

Rückfallfieber

Bartonellosen (Oroyafieber, Verruga peruana)

Malaria tropica durch Chloroquin-resistentes Plasmodium falciparum (alternative Therapie in

Kombination mit Chinin oder Chinidin), Prophylaxe der Malaria tropica in Gebieten mit

Multiresistenzen

Brucellosen (Maltafieber, Morbus Bang) in Kombination mit Streptomycin

Ornithose

Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei

der Anwendung von Doxybene zu berücksichtigen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung:

Erwachsene über 70 kg KGW

Tagesdosis 200 mg.

Erwachsene unter 70 kg KGW sowie Jugendliche und Kinder ab 8 Jahren über 45 kg KGW

Die übliche Dosierung von Doxycyclin zur Behandlung von akuten Infektionen bei Erwachsenen,

Jugendlichen und Kindern im Alter von 8 bis 18 Jahren über 45 kg KGW beträgt 200 mg am ersten

Tag (als Einzeldosis oder aufgeteilt auf zwei Gaben), gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 100

mg/Tag. Bei der Behandlung schwererer Infektionen sollen 200 mg täglich während der gesamten

Behandlung verabreicht werden.

Kinder von 8 bis 12 Jahren (siehe Abschnitt 4.4)

Die Anwendung von Doxycyclin zur Behandlung von akuten Infektionen bei Kindern im Alter von 8

bis 12 Jahren soll in Fällen, in denen andere Arzneimittel nicht verfügbar sind, oder nicht wirksam

oder kontraindiziert sind, sorgfältig begründet werden.

Unter solchen Umständen ist die Dosierung für die Behandlung von akuten Infektionen:

Für Kinder ab 8 Jahren mit 45 kg KGW oder weniger - Anfangsdosis: 4,4 mg/kg (Einzeldosis oder

aufgeteilt auf zwei Gaben) - mit Erhaltungsdosis: 2,2 mg/kg (Einzeldosis oder aufgeteilt auf zwei

Gaben).

Bei der Behandlung schwereren Infektionen sollen bis zu 4,4 mg/kg während der gesamten

Behandlung verabreicht werden.

Bei Kindern ab 8 Jahren über 45 kg soll die Dosierung für Erwachsene verwendet werden.

Kinder von 0 bis 8 Jahren:

Doxycyclin darf bei Kindern unter 8 Jahren wegen des Risikos einer Zahnverfärbung, von

Schmelzdefekten und einer Verzögerung der Skelettentwicklung nicht angewendet werden (siehe

Abschnitte 4.3, 4.4 und 4.8).

Davon ausgenommen ist die Behandlung von schweren oder lebensbedrohlichen Erkrankungen, wenn

zu erwarten ist, dass der mögliche Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt, vor allem wenn keine

anderen Therapien zur Verfügung stehen (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Spezielle Therapien:

Lyme-Borreliose, Stadium I:

Erwachsene: 200 mg täglich für 14 bis 60 Tage abhängig vom klinischen Bild und Symptomen.

Ureaplasma-urealyticum-Infektion des männlichen Genitaltrakts mit ungeklärter Unfruchtbarkeit:

200 mg täglich 4 Wochen lang (Partnerbehandlung!).

Akute Epididymo-Orchitis durch Chlamydien: 200 mg täglich 10 Tage lang.

Lues I und II (bei Penicillinallergie): 300 mg täglich mindestens 14 Tage lang.

Akute Adnexitis und Endometritis:

Stationär: täglich 200 mg Doxycyclin i.v. und Cefoxitin i.v.

(Dosierung entsprechend

Fachinformation bzw. Guidelines), mindestens 4 Tage lang und wenigstens 24 - 48 Stunden nach

Abklingen der Symptome fortführen, dann 200 mg Doxybene täglich p.o., bis die Gesamtdauer der

Therapie 14 Tage beträgt.

Ambulant: Am 1. Tag Cefoxitin i.m. (Amoxicillin p.o., oder Ampicilin p.o., oder Procain Penicillin

i. m., Dosierung entsprechend Fachinformation bzw. Guidelines), dann 200 mg Doxybene täglich 10

– 14 Tage lang.

Prävention und alternative Therapie von Milzbrand durch Inhalation:

Erwachsene, Jugendliche und Kinder über 8 Jahren und über 45 kg Körpergewicht: 100 mg zweimal

täglich durch 60 Tage.

Kinder über 8 Jahren, aber unter 45 kg Körpergewicht: 2,2 mg/kg Körpergewicht zweimal täglich

durch 60 Tage.

- Rickettsiosen (Fleckfieber, Q-Fieber etc.): Doxycyclin ist Mittel der Wahl für Erwachsene und

Kinder jeden Alters:

Erwachsene: 100 mg zweimal täglich (alle 12 Stunden).

Kinder unter 45 kg KGW: 2,2 mg/kg KGW zweimal täglich

Kinder ab 45 kg KGW erhalten die Erwachsenendosis (siehe Abschnitt 4.4)

Die Patienten sind mindestens 3 Tage nach Abklingen des Fiebers weiterzubehandeln, bis eine

Besserung klinisch nachweisbar ist. Die Behandlung hat mindestens 5-7 Tage zu dauern.

Malaria tropica durch chloroquinresistentes Plasmodium falciparum: 200 mg täglich über mindestens

7 Tage

Malariaprophylaxe

Erwachsene: 100 mg täglich

Kinder unter 45 kg KGW: 2 mg/kg KGW täglich

Kinder und Jugendliche ab 45 kg KGW erhalten die Erwachsenendosis.

Cholera: 300 mg als Einzelgabe

Art der Anwendung:

Zum Einnehmen.

Doxybene-lösbare

Tabletten

können

Ganzen

zusammen

ausreichend

Flüssigkeit

(ausgenommen Milch oder Milchprodukte) oder in einem Glas Wasser gelöst eingenommen werden.

Sie sind in aufrechter Position und nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen einzunehmen werden, da

sonst die Gefahr einer Schleimhautschädigung im Ösophagus besteht.

Die Einnahme während einer Mahlzeit beeinträchtigt die Resorption von Doxycyclin nicht, kann aber

die Häufigkeit von Magen-Darm-Störungen verringern.

Dauer der Anwendung:

Die Behandlungsdauer richtet sich nach Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung. Die Therapie soll

mindestens 24 bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptome und des Fiebers fortgesetzt werden, um

Rezidive zu vermeiden. Bei Streptokokken-Infektionen soll die Behandlung mindestens 10 Tage

dauern, um Spätschäden, wie z.B. rheumatisches Fieber oder Glomerulonephritis zu vermeiden.

Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion:

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist keine Dosisreduktion erforderlich (siehe Abschnitt 4.4).

Anwendung bei Dialysepatienten:

Hämodialyse und Peritonealdialyse verändern die Serum-Halbwertszeit von Doxycyclin nicht.

Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion:

Bei schwerer Leberschädigung ist Doxybene kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Anwendung bei älteren Patienten:

Über pharmakokinetische Parameter bei älteren Patienten liegen keine Angaben vor.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff , gegen andere Tetracycline oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

schwere Leberschädigung

gleichzeitige Anwendung mit Isotretinoin (siehe Abschnitt 4.5)

andere potenziell hepato- und nephrotoxischen Substanzen (siehe Abschnitt 4.5)

Schwangerschaft; Es scheint, dass die mit der Anwendung von Tetracyclinen während der

Schwangerschaft verbundenen Risiken hauptsächlich auf die Auswirkungen auf die Zähne und

die Entwicklung des Skeletts zurückzuführen sind (siehe Abschnitt 4.4).

Tetracycline werden in die Muttermilch ausgeschieden und sind daher bei stillenden Müttern

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.4).

Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder und Kinder unter 8 Jahren, außer bei schweren oder

lebensbedrohlichen Erkrankungen, wenn zu erwarten ist, dass der mögliche Nutzen die

potenziellen Risiken überwiegt, vor allem wenn keine anderen Therapien zur Verfügung stehen

(siehe Abschnitt 4.4 und 4.6).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Anwendung bei Kindern:

Wie andere Tetracycline bildet auch Doxycyclin einen stabilen Kalziumkomplex in

knochenbildendem Gewebe. Bei Frühgeborenen, die orale Tetracycline in Dosierungen von 25 mg/kg

alle 6 Stunden verabreicht erhielten, wurde ein verlangsamtes Fibulawachstum beschrieben, das sich

nach Absetzen der Therapie wieder normalisierte.

Die Anwendung von Arzneimitteln der Tetracyclin-Klasse während der Zahnentwicklung (letzte

Hälfte der Schwangerschaft; Säuglingsalter und Kindheit bis zum Alter von 8 Jahren) kann eine

dauerhafte Verfärbung der Zähne (gelb-grau-braun) verursachen. Diese Nebenwirkung tritt während

der Langzeitanwendung der Arzneimittel häufiger auf, wurde jedoch nach wiederholten kurzfristiger

Anwendungem beobachtet. Schmelzhypoplasie wurde ebenfalls berichtet. Die Anwendung von

Doxycyclin bei pädiatrischen Patienten unter 8 Jahren darf nur dann erfolgen, wenn die potenziellen

Vorteile die Risiken schwerer oder lebensbedrohlicher Erkrankungen (z. B. Rocky Mountain

Fleckfieber) überwiegen und nur wenn keine adäquaten alternativen Therapien zur Verfügung stehen.

Obwohl das Risiko einer bleibenden Zahnverfärbung bei Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren selten

ist, sollte die Anwendung von Doxycyclin in den Fällen, in denen andere Arzneimittel nicht verfügbar,

möglicherweise nicht wirksam oder kontraindiziert sind, ausreichend begründet sein.

Allgemein:

Infektionen mit Verdacht auf Beteiligung von Staphylokokken, Streptokokken und Pneumokokken

sollten wegen der unterschiedlichen Resistenzsituation mit Doxycyclin nicht behandelt werden. (siehe

Abschnitt 5.1)

Es ist zu beachten, dass innerhalb der Tetracyclin-Gruppe eine Parallelallergie besteht.

Bei einigen Patienten mit Spirochäteninfektion kann kurz nach Beginn der Behandlung mit

Doxycyclin eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion auftreten. Den Patienten sollte versichert werden, dass

dies eine üblicherweise selbstbegrenzende Folge der antibiotischen Behandlung von

Spirochäteninfektionen ist.

Bei der Verabreichung von Tetracyclinen an Patienten mit Myasthenia gravis ist Vorsicht geboten, da

diese eine schwach blockierende Wirkung auf die neuromuskuläre Erregungsübertragung haben .

Die benigne intrakranielle Drucksteigerung (Pseudotumor cerebri) wurde mit der Anwendung von

Tetracyclinen einschließlich Doxycyclin in Verbindung gebracht. Die benignen intrakraniellen

Drucksteigerungen (Pseudotumor cerebri) sind in der Regel vorübergehend, jedoch wurden Fälle von

dauerhaftem Sehverlust sekundär nach benigner intrakranieller Drucksteigerung (Pseudotumor

cerebri) bei Anwendung von Tetracyclinen einschließlich Doxycyclin berichtet. Falls Sehstörungen

während der Behandlung auftreten, ist eine unverzügliche ophthalmologische Abklärung

sicherzustellen. Da der erhöhte intrakraniale Druck über Wochen nach Absetzen des Arzneimittels

bestehen bleiben kann, müssen die Patienten überwacht werden bis sich ihr Zustand stabilisiert. Eine

gleichzeitige Anwendung von Isotretinoin und Doxycyclin muss vermieden werden, weil Isotretinoin

ebenfalls dafür bekannt ist, benigne intrakranielle Drucksteigerungen (Pseudotumor cerebri)

hervorzurufen.

Da Tetracycline, einschließlich Doxycyclin, eine Photosensibilisierung hervorrufen können, sind die

Patienten bei Beginn der Behandlung auf diese Nebenwirkung aufmerksam zu machen. UV-

Exposition sollte vermieden werden. Bei den ersten Anzeichen einer Reizerscheinung ist die Therapie

abzubrechen.

Bei Patienten, die Tetracycline, einschließlich Doxycyclin, in Tabletten- oder Kapselform verabreicht

erhielten, wurden Fälle von Ösophagitis oder ösophagealer Ulzeration beschrieben. Die meisten dieser

Patienten nahmen die Arzneimittel vor dem Schlafengehen ein.

Falls es zu einer Irritation der Magenschleimhaut kommt, sollten Doxybene 200 mg-lösbare Tabletten

gemeinsam mit einer Mahlzeit eingenommen werden.

Clostridium difficile-assoziierte Durchfälle (CDAD) werden bei nahezu jeder Antibiotikatherapie,

einschließlich Doxycyclin, berichtet und deren Schweregrad kann von einer leichten Diarrhoe bis zu

einer lebensbedrohlichen Colitis reichen. Eine Antibiotikabehandlung verändert die normale

Darmflora und kann zu einem Überwuchern von Clostridium difficile führen.

Clostridium difficile produziert die Toxine A und B, die zur Entwicklung einer CDAD beitragen.

Hypertoxin-produzierende Stämme von Clostridium difficile führen zu einer erhöhten Morbidität und

Mortalität, da solche Infektionen möglicherweise nicht auf eine Antibiotikatherapie ansprechen und

eine Kolektomie erfordern können. CDAD muss bei allen Patienten, die nach einer Antibiotikatherapie

an Durchfall leiden, in Betracht gezogen werden. Eine sorgfältige Anamnese ist erforderlich, da das

Auftreten von CDAD bis zu zwei Monaten nach der Verabreichung von Antibiotika berichtet wurde.

Bei schweren und anhaltenden Durchfällen ist das Arzneimittel sofort abzusetzen und eine geeignete

Therapie (z.B. mit Vancomycin) einzuleiten. Peristaltikhemmende Arzneimittel sind kontraindiziert.

Schwere Hautreaktionen wie exfoliative Dermatitis, Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom,

toxische epidermale Nekrolyse und Arzneimittelreaktionen mit Eosinophilie und systemischen

Symptomen (DRESS) wurden bei Patienten unter Behandlung mit Doxycylin berichtet (siehe

Abschnitt 4.8). Sollten schwere Hautreaktionen auftreten, ist Doxycyclin sofort abzusetzen und eine

entsprechende Therapie einzuleiten.

Besteht bei Behandlung einer venerischen Erkrankung gleichzeitig Lues-Verdacht, sind geeignete

diagnostische Maßnahmen (inkl. Dunkelfelduntersuchungen) zu ergreifen. Monatliche serologische

Tests sollten über mindestens 4 Monate durchgeführt werden.

Das Auftreten von Leberfunktionsstörungen, Hepatitis und Hypoglykämie, sowie das Auftreten von

TTP (thrombotisch-thrombozytopenische Purpura) unter Doxybene-Therapie ist engmaschig zu

überwachen.

Anders als bei antianabolisch wirkenden Tetracyclinen zeigten Patienten mit gestörter Nierenfunktion

kein Ansteigen der BUN-Werte unter Doxybene. Eine Dosisreduktion bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion ist nicht erforderlich.

Tetracyline können nephrotoxische Schäden verursachen oder eine schon vorher bestehende

Nierenfunktionseinschränkung verschlimmern.

Doxycyclin soll bei Patienten mit leicht bis mittelgradig eingeschränkter Leberfunktion oder bei

Patienten, die Arzneimittel mit potenziell leberschädigender Wirkung erhalten, mit Vorsicht

angewendet werden. Bei Patienten mit schwer eingeschränkter Leberfunktion ist Doxycyclin

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Bei chronischem Alkoholismus oder Einnahme von enzyminduzierenden Arzneimitteln (Barbituraten,

Carbamazepin u.a.) empfiehlt sich eine kritische Überwachung der Doxybene-Therapie (mögliche

Verkürzung der Serumhalbwertszeit; siehe Abschnitt 4.5).

Bei Behandlung von digitalisierten Patienten mit Tetracyclinen soll auf Überdosierungssymptome

geachtet und die Dosis nach Bedarf angepasst werden. Bei Patienten, die unter Tetracyclinen geringere

Digoxin-Dosen benötigen, soll auch nach dem Absetzen des Tetracyclins die Digoxin-

Plasmakonzentration überwacht und die Digoxin-Dosis nach Bedarf erhöht werden (siehe Abschnitt

4.5).

Langzeittherapie:

Bei Langzeittherapie in hohen Dosen werden Leber-, Nieren- und Blutbildkontrollen empfohlen.

Länger dauernde Antibiotika-Anwendung kann gelegentlich ein Überwuchern resistenter Keime nach

sich ziehen. Der Patient ist diesbezüglich ständig zu überwachen. Bei Resistenzentwicklung oder

Keimselektion ist das Antibiotikum zu wechseln.

Bei Langzeitbehandlung ist auf einen möglichen Mangel an B-Vitaminen zu achten.

Beeinflussung von Laboruntersuchungen:

Unter Doxycyclintherapie können die Gerinnungszeit verändert und die Ergebnisse von Harneiweiß-,

Harnzucker-, Urobilinogen-Test sowie der Nachweis von Katecholaminen im Urin verfälscht werden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Tablette, d.h. es ist nahezu

„natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung mit folgenden Arzneimitteln ist kontraindiziert:

Isotretinoin

Kurz vor, während oder nach einer Isotretinoin-Behandlung der Akne darf Doxycyclin nicht

verabreicht werden, da beide Wirkstoffe in seltenen Fällen reversible Drucksteigerungen in der

Schädelhöhle (Pseudotumor cerebri) verursachen können.

Andere potenziell hepato- und nephrotoxische Substanzen

Doxycyclin darf nicht gleichzeitig mit anderen potenziell hepato- und nephrotoxischen Stoffen

eingesetzt werden, da es zu schädlichen Wirkungen auf Leber und Niere kommen kann.

Die Kombination einer potenziell nephrotoxischen Methoxyfluran-Narkose mit einer Doxycyclin-

Therapie kann zu Nierenversagen führen.

Die gleichzeitige Anwendung von Doxybene mit folgenden Arzneimitteln/Nahrungsmitteln wird nicht

empfohlen:

Al-, Ca-, Mg-haltige Antacida oder andere Arzneimittel, die diese Kationen enthalten sowie

Präparate, die Wismut- Salze oder Fe++-Ionen enthalten, medizinische Aktivkohle und

Anionenaustauscherharze (Colestyramin, Colestipol)

Die Resorption von Doxybene wird verschlechtert und deshalb sollten diese Arzneimittel nicht

gleichzeitig eingenommen werden. Ein zeitlicher Abstand von mindestens 2 Stunden soll

eingehalten werden.

Milch und Milchprodukte

Doxybene soll nicht gleichzeitig mit Milch und Milchprodukten eingenommen werden, da

diese die Resorption von Doxycyclin verschlechtern. Doxybene sollte zumindest 2 Stunden

vor diesen Nahrungsmitteln eingenommen werden.

Andere Antibiotika

Da bakteriostatische Antibiotika wie Doxycyclin die bakterizide Wirkung der

Lactamantibiotika (z.B. Penicilline, Cephalosporine) hemmen können, ist eine gleichzeitige

Verabreichung nicht sinnvoll.

Folgende Arzneimittel/Genussmittel beeinflussen die Wirkung von Doxybene:

Enzyminduktoren wie Carbamazepin, Phenytoin, Barbiturate, Phenobarbital, Primidon oder

Rifampicin

Längerfristige Verabreichung kann den Abbau von Doxycyclin in der Leber beschleunigen

und dessen Plasmakonzentrationen verringern.

Alkohol

Chronischer Alkoholismus kann den Doxycyclin-Abbau in der Leber beschleunigen und die

Plasmakonzentrationen verringern.

Theophyllin

Die gleichzeitige Anwendung kann das Vorkommen von Nebenwirkungen im Magen-Darm-

Trakt erhöhen.

Doxybene beeinflusst die Wirkung folgender Arzneimittel:

Antikoagulanzien

Tetracycline vermindern die Prothrombin-Aktivität und verstärken so die Antikoagulantien-

Wirkung. Bei gleichzeitiger Gabe sollte eine Reduktion der Antikoagulantiendosis erwogen

werden.

Orale Antidiabetika

Doxycyclin kann deren hypoglykämische Wirkung verstärken.

Secale-Alkaloide

Tetracycline hemmen möglicherweise deren Abbau in der Leber (Auftreten von Ergotismus

mit Gefäßspasmen und Mangeldurchblutung in Einzelfällen möglich).

Methotrexat

Bei gleichzeitiger Anwendung kann dessen Toxizität verstärkt werden.

Ciclosporin

Durch die gleichzeitige Anwendung von Doxycyclin kann die toxische Wirkung des

Immunsuppressivums verstärkt werden.

Digoxin bzw. Digoxin-Derivate

Bei gleichzeitiger Behandlung mit diesen Arzneimitteln besteht die Gefahr einer Erhöhung der

Digoxin-Plasmakonzentration durch Inaktivierung der Darmreduktion von Digoxin, was zu

einer Digoxin-Intoxikation (Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit,

Herzrhythmusstörungen) führen könnte (siehe Abschnitt 4.4).

Nichtpolarisierende Muskelrelaxanzien (z.B. Tubocurarin und Gallamin)

Die neuromuskuläre Blockade kann verstärkt werden.

Lithiumhältige Arzneimittel

In einem Einzelfall wurde bei gleichzeitiger Anwendung von Doxycyclin und einem

lithiumhältigen Arzneimittel eine Erhöhung der Lithium-Serumspiegel mit Auftreten von

zentralnervösen Störungen, wie Verwirrtheit und Benommenheit beobachtet. Bei

gleichzeitiger Anwendung sollten die Lithium-Serumspiegel daher besonders sorgfältig

überwacht werden.

Sonstige Wechselwirkungen:

Beeinflussung von Laboruntersuchungen:

Unter Doxycyclintherapie können die Gerinnungszeit verändert und die Ergebnisse von

Harneiweiß-, Harnzucker-, Urobilinogen-Test sowie der Nachweis von Katecholaminen im

Urin verfälscht werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Da es beim Feten und Säugling zu einer bleibenden Verfärbung der Zähne mit Schmelzdefekten und

zu einer reversiblen Verzögerung der Skelettentwicklung kommen kann, darf Doxybene während der

Schwangerschaft nur nach strengster Indikationsstellung und Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet

werden und auch nur, wenn andere Antibiotika nicht gegeben werden können (siehe Abschnitte 4.3

und 4.4).

Während der Schwangerschaft besteht erhöhte Gefahr von Leberschäden.

Stillzeit

Da Tetracycline einschließlich Doxycyclin in der Muttermilch stillender Frauen nachgewiesen werden

konnten, darf Doxycyclin bei stillenden Müttern nicht verwendet werden.

Gegebenenfalls empfiehlt sich Abpumpen und Verwerfen der Milch während der Therapiedauer.

Fertilität

Es stehen keine Daten zum Einfluss von Doxycyclin auf die Fertilität zur Verfügung.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Vereinzelt ist über eine vorübergehende Myopie unter der Gabe von Tetracyclinen berichtet worden,

die zu einer Beeinträchtigung der Sicherheit beim Steuern von Kraftfahrzeugen und beim Bedienen

von Maschinen führen kann.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(≥1/10)

Häufig

(≥1/100, <1/10)

Gelegentlich

(≥1/1.000, <1/100)

Selten

(≥1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die folgenden Nebenwirkungen wurden unter einer Behandlung mit Tetracyclinen, einschließlich

Doxycyclin, beschrieben:

System-

organklasse

Häufig

1/100, <

1/10

Gelegentlich

1/1.000,

< 1/100

Selten

1/10.000,

<1/1.000

Sehr selten

<1/10.000

Nicht

bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Daten

nicht abschätzbar)

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Blutgerinnungs-

störungen

Hämolytische

Anämie

Neutropenie

Thrombozytopenie

Eosinophilie

Leukozytose

Atypische

Lymphozyten und

toxische

Granulationen der

Granulozyten

Lymphozytopenie

Lymphadenopathie

System-

organklasse

Häufig

1/100, <

1/10

Gelegentlich

1/1.000,

< 1/100

Selten

1/10.000,

<1/1.000

Sehr selten

<1/10.000

Nicht

bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Daten

nicht abschätzbar)

Erkrankungen des

Immunsystems

Über-

empfind-

lichkeit

(einschließ-

lich anaphy-

laktischer

Schock,

anaphy-

laktische

Reaktion,

anaphylakt-

oide

Reaktion,

Angiödem,

Exazerbation

eines

system-

ischen

Lupus

erythema-

todes,

Perikarditis,

Serum-

krankheit,

Henoch-

Schönlein

Purpura,

Hypotonie,

Dyspnoe,

Tachykardie,

periphere

Ödeme und

Urtikaria)

Asthma

Arzneimittelreaktion

mit Eosinophilie und

systemischen

Symptomen

(DRESS), Jarisch-

Herxheimer-Reaktion

(siehe Abschnitt 4.4)

Endokrine

Erkrankungen

Mikroskopische

bräunlich-schwarze

Verfärbung der

Schilddrüse

Stoffwechsel-

und Ernährungs-

störungen

Verminderter Appetit

Psychiatrische

Erkrankungen

Unruhe

Angstzustände

System-

organklasse

Häufig

1/100, <

1/10

Gelegentlich

1/1.000,

< 1/100

Selten

1/10.000,

<1/1.000

Sehr selten

<1/10.000

Nicht

bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Daten

nicht abschätzbar)

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopf-

schmerzen

Benigne

intrakranielle

Drucksteigerung bei

Erwachsenen

(Pseudotumor

cerebri: mögliche

Symptome sind

Kopfschmerzen,

Übelkeit, Erbrechen,

Papillenödem und

Sehstörungen, z. B.

Diplopie)

Vorwölbung der

Fontanellen bei

Kleinkindern (rasche

Rückbildung nach

Absetzen der

Therapie)

Parästhesien

Störung bzw. Verlust

der Geruchs- und

Geschmacks-

empfindung

Krampf-

anfälle

Augen-

erkrankungen

Passagere

Myopie

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Tinnitus

Gefäß-

erkrankungen

Flush

Erkrankungen des

Gastrointestinal-

traktes

Übelkeit

Erbrechen

Meteor-

ismus

Steatorrhoe

Dyspepsie

(Sodbrennen/

Gastritis)

Mund- und

Rachen-

schleimhautent-

zündung

Heiserkeit

Schwarze

Haarzunge

Pankreatitis

Pseudomembranöse

Colitis

Durch Clostridium

difficile bedingte

Colitis

Ösophagealer Ulcus

Ösophagitis

Enterocolitis

Entzündliche

Veränderungen (mit

Candida-

Besiedelung) im

Anogenitalbereich

Bauchschmerzen

Diarrhoe

Dysphagie

Glossitis

Zahnver-

färbung*

Leber- und

Gallen-

erkrankungen

Lebertoxizität

Hepatitis

Abnormale

Leberfunktion

System-

organklasse

Häufig

1/100, <

1/10

Gelegentlich

1/1.000,

< 1/100

Selten

1/10.000,

<1/1.000

Sehr selten

<1/10.000

Nicht

bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren Daten

nicht abschätzbar)

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzell-

gewebes

Photo-

sensitivitäts-

reaktionen

mit Erythem,

Hautödem

Blasebildung

Ausschläge

einschlielich

makulo-

papulärer

erythemtöser

Ausschläge

Toxische epidermale

Nekrolyse

Stevens-Johnson-

Syndrom

Erythema multiforme

Exfoliative

Dermatitis

Nagelablösung und

-verfärbung

Skelett-

muskulatur-,

Bindegewebs-

und Knochen-

erkrankungen

Reversible

Knochen-

wachstums-

verzögerungen

bei Anwendung

während der

Schwanger-

schaft und bei

Kindern unter 8

Jahren

Arthralgie

Myalgie

Erkrankungen der

Nieren und

Harnwege

Hämaturie

Erhöhte BUN-Werte

Nieren-

schädigung,

wie z. B.

interstitielle

Nephritis,

akutes

Nieren-

versagen

und Anurie

* Bei Verwendung von Doxycyclin wurde eine reversible und oberflächliche Verfärbung bleibender

Zähne berichtet, die Häufigkeit kann jedoch anhand der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung direkt

über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Doxycyclin ist bei einmaliger oraler Aufnahme in mehrfachen therapeutischen Dosen nicht akut

toxisch. Aute Doxycyclin-Intoxikationen sind in der Literatur bisher nicht beschrieben. Bei

Überdosierung besteht jedoch die Gefahr von parenchymatösen Leber- und Nierenschädigungen sowie

einer Pankreatitis.

Bei einer oralen Überdosierung von Doxycyclin sollten die noch nicht resorbierten Anteile der

Substanz durch Gaben von Antazida, Magnesium- oder Calcium-Salzen zu nicht resorbierbaren

Chelatkomplexen gebunden werden, Nach sofortigem Absetzen der Therapie sind unter Umständen

symptomatische Maßnahmen indiziert. Doxycyclin ist nicht ausreichend dialysierbar, sodass eine

Hämo- oder Peritonealdialyse wenig effektiv ist.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1. Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotika zur systemischen Anwendung, Tetracyline; ATC –

Code: J01AA02

Wirkmechanismus

Der Wirkungsmechanismus von Doxycyclin beruht auf einer Hemmung der Proteinbiosynthese

durch reversible Blockade der Bindungsstelle der Aminoacyl-t-RNS an der 30S-Untereinheit des

Ribosoms, wodurch die Elongation der Peptidkette unterbrochen wird. Hieraus resultiert eine

vorwiegend bakteriostatische Wirkung.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirksamkeit hängt im Wesentlichen von dem Quotienten aus AUC (Area under the curve, Fläche

unterhalb der Konzentrations-Zeit-Kurve) und der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des

Erregers ab.

Resistenzmechanismen

Eine Resistenz gegenüber Doxycyclin kann auf folgenden Mechanismen beruhen:

– Zumeist beruht die Resistenz auf dem Vorhandensein von Effluxpumpen, die Tetracycline aktiv aus

der Zelle transportieren.

– Als weiterer Mechanismus sind ribosomale Schutzproteine beschrieben, die eine Bindung von

Doxycyclin an das Ribosom verhindern.

– Ein selten vorkommender Mechanismus ist die enzymatische Inaktivierung von Doxycyclin.

Es besteht eine weitgehende Kreuzresistenz von Doxycyclin mit anderen Tetracyclinen.

Tetracyclin-intermediäre/-resistente Stämme können empfindlich gegenüber Doxycyclin sein.

Grenzwerte

Die Testung von Doxycyclin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe.

Folgende minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden

festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Staphylococcus spp.

1 mg/l

> 2 mg/l

Streptococcus spp.

(Gruppen A, B, C, G)

1 mg/l

> 2 mg/l

Streptococcus pneumoniae

1 mg/l

> 2 mg/l

Haemophilus influenzae

1 mg/l

> 2 mg/l

Moraxella catarrhalis

1 mg/l

> 2 mg/l

Tetracyclin-sensible Isolate sind immer Doxycyclin-sensibel, aber auch einige Tetracyclin-resistente Isolate können Doxycyclin-sensibel

sein. Zur Bestimmung der Doxycyclin-Empfindlichkeit von Tetracyclin-resistenten Isolaten sollte die MHK von Doxycyclin bestimmt

werden.

Prävalenz der erworbenen Resistenz

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit

variieren. Deshalb sind – insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen – lokale

Informationen über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation

die Wirksamkeit von Doxycyclin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten

angestrebt werden. Insbesondere bei schwerwiegenden Infektionen oder bei Therapieversagen ist eine

mikrobiologische Diagnose mit dem Nachweis des Erregers und dessen Empfindlichkeit gegenüber

Doxycyclin anzustreben.

Prävalenz der erworbenen Resistenz auf der Basis von Daten der letzten 5 Jahre aus nationalen

Resistenzüberwachungsprojekten und –studien in Deutschland (Stand: Februar 2018):

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Actinomyces israelii °

Listeria monocytogenes °

Staphylococcus aureus (inkl. Methicillin-resistenter Stämme)

Tropheryma whippelii °

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Bartonella henselae °

Borrelia burgdorferi °

Burkholderia mallei °

Burkholderia pseudomallei

°

Brucella spp. °

Francisella tularensis °

Haemophilus ducreyi °

Haemophilus influenzae

Moraxella catarrhalis

Pasteurella multocida °

Vibrio cholerae °

Vibrio parahaemolyticus °

Yersinia enterocolitica °

Yersinia pestis °

Anaerobe Mikroorganismen

Propionibacterium acnes °

Andere Mikroorganismen

Chlamydia trachomatis °

Chlamydophila pneumoniae °

Chlamydophila psittaci °

Ehrlichia spp. °

Leptospira spp. °

Mycoplasma hominis °

Mycoplasma pneumoniae °

Rickettsia spp. °

Treponema pallidum °

Ureaplasma urealyticum °

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen

können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus epidermidis

Staphylococcus haemolyticus

Staphylococcus hominis

Streptococcus agalactiae

Streptococcus pneumoniae

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Campylobacter jejuni

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Morganella morganii

Proteus spp.

Pseudomonas aeruginosa

Die angegebenen Kategorisierungen basieren z. T. auf Daten zu Tetracyclin.

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und

Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen. .

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50%.

Nur bei Penicillinallergie

Doxycyclin ist nur zur Therapie okuloglandulärer oder kutaner Listeriosen bei Penicillinallergie geeignet.

Doxycyclin ist nicht Mittel der Wahl zur Therapie der Pneumokokken-Pneumonie und systemischer

Pneumokokken-Infektionen.

Doxycyclin ist nicht Mittel der Wahl bei Infektionen durch Escherichia coli und andere Enterobacteriaceae-

Spezies.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption:

Nach oraler Applikation wird Doxycyclin aus dem oberen Teil des Dünndarms fast vollständig

(> 90 % einer Dosis) resorbiert. Bereits nach 30 Minuten werden relevante Konzentrationen und nach

1 – 2 Stunden die Spitzenkonzentrationen im Plasma erreicht. Nach Einnahme einer Einzeldosis in

Höhe von 200 mg wurden Spitzenkonzentrationen in einem Bereich von 3 – 5,3 mg/l ermittelt.

Unter therapeutischen Bedingungen wird normalerweise am 1. Behandlungstag eine Dosis von

200 mg verabreicht und an den folgenden Tagen (in 24-stündigem Abstand) Einzeldosen in Höhe von

jeweils 100 mg. Dadurch werden Steady-state-Konzentrationen schnell erreicht. Beim 200-mg-/100-

mg-Schema sind diese etwa so hoch wie nach Verabreichung einer 200-mg-Einzeldosis. Ähnlich hohe

Konzentrationen erhält man nach einer einmaligen intravenösen Infusion einer 200-mg-Dosis.

Die Plasmahalbwertszeit beträgt beim gesunden Menschen ca. 16 ± 6 Stunden.

Verteilung:

Die Proteinbindung von Doxycyclin beträgt 80 – 90 %. Die Verteilung erfolgt rasch im gesamten

Organismus, wobei die Penetration in das ZNS, auch durch die entzündeten Meningen, relativ gering

ist. Eine hohe Gallenkonzentration und gute Gewebediffusion werden insbesondere in der Leber, den

Nieren, der Lunge, der Milz, den Knochen und den Genitalorganen erreicht. Das scheinbare

Verteilungsvolumen von Doxycyclin beträgt etwa 0,75 l/kg.

Biotransformation:

Doxycyclin wird im menschlichen Organismus nur zu einem geringen Anteil (< 10 % einer Dosis)

metabolisiert.

Elimination:

Die Exkretion erfolgt im Wesentlichen in Form mikrobiologisch aktiver Substanz über den Darm

(durch transintestinale Sekretion und über die Galle) und zu einem gewissen Anteil auch über die

Nieren. Innerhalb von 24 Stunden werden im Urin ca. 41 % (Bereich: 22 – 60 %) einer Doxycyclin-

Dosis wieder gefunden.

Spezielle Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Schwere Nierenfunktionsstörungen und Hämodialyse haben nur einen geringen Einfluss auf die

Plasmahalbwertszeit, da Doxycyclin hauptsächlich direkt aus dem Blut in das Darmlumen

ausgeschieden werden kann.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei eingeschränkter Leberfunktion kann die Plasmahalbwertszeit stärker verlängert sein.

Bei intrahepatischer Cholestase kann die Doxycyclinkonzentration in der Galle massiv ansteigen und

zu einer Leberschädigung führen. Daher darf Doxycyclin bei Patienten mit schwerer

Leberfunktionseinschränkung nicht angewendet werden.

Ältere Patienten

Da die Ausscheidung von Doxycyclin durch Nierenfunktionseinschränkung nicht wesentlich

beeinflusst wird, ist es unwahrscheinlich, dass die Pharmakokinetik von Doxycyclin bei älteren

Patienten verändert ist. Da krankhafte Veränderungen im Bereich der Leber oder des

Gastrointestinaltrakts bei älteren Menschen häufiger auftreten, kann dadurch unter Umständen die

Ausscheidung von Doxycyclin beeinträchtigt sein.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Chronische Toxizität:

Untersuchungen an verschiedenen Tierspezies (Affe, Ratte, Hund, Hamster) mit einer Dauer bis zu

einem Jahr zeigten keine signifikanten pathologischen Veränderungen. In den Untersuchungsgruppen

mit sehr hohen Dosierungen traten Störungen im Gastrointestinaltrakt auf.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential:

Bisher durchgeführte In-vivo- und In-vitro-Tests zur Mutagenität verliefen negativ, reichen aber für

eine abschließende Beurteilung nicht aus.

Aus einer 18-Monats-Studie an Ratten ergaben sich keine Hinweise auf ein tumorerzeugendes

Potential.

Reproduktionstoxizität:

Bei teratologischen Untersuchungen an verschiedenen Tierspezies (Ratte, Maus, Affe, Kaninchen)

zeigten sich keine kongenitalen Missbildungen.

Bei Feten vom 4. Monat an kann es nach Einlagerung von Doxycyclin zu einer reversiblen

Verzögerung des Knochenwachstums sowie zu bleibenden kindlichen Zahnverfärbungen und

Schmelzdefekten kommen.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Mikrokristalline Cellulose

Natriumstärkeglycolat

Talk

Magnesiumstearat

Hochdisperses Siliciumdioxid

Gereinigtes Wasser

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Aluminium-/PVC-Folien-Blisterpackungen

5 und 10 Stück

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

TEVA B.V.

Swensweg 5

2031 GA Haarlem

Niederlande

Tel.Nr.: +43/1/97007-0

Fax-Nr.: +43/1/97007-66

e-mail: info@ratiopharm.at

8. ZULASSUNGSNUMMER

1-20852

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 31. März 1995

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 23. Februar 2012

10. STAND DER INFORMATION

11.2018

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept-und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.

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