Dostinex Tabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

24-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

24-10-2018

Wirkstoff:
cabergolinum
Verfügbar ab:
Pfizer AG
ATC-Code:
G02CB03
INN (Internationale Bezeichnung):
cabergolinum
Darreichungsform:
Tabletten
Zusammensetzung:
cabergolinum 0.5 mg, excipiens pro Kompression.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Hyperprolaktinämische Störungen, medizinisch indizierte Laktationshemmung
Zulassungsnummer:
51756
Berechtigungsdatum:
1995-06-28

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Transferiert von Pfizer AG

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen. Dieses

Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere Personen

weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen das

Arzneimittel schaden. Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später

nochmals lesen.

Dostinex®, Tabletten

Was ist Dostinex und wann wird es angewendet?

Dostinex enthält den Wirkstoff Cabergolin, einen Mutterkornabkömmling. Cabergolin hemmt die

Ausschüttung des Hormons Prolaktin aus der Hirnanhangsdrüse. Prolaktin regt die Milchbildung der

Brustdrüse an. Überhöhte Prolaktin-Blutspiegel führen zu Störungen der Fruchtbarkeit, wie

Ausbleiben oder Verminderung der Monatsblutungen und Ausbleiben des Eisprunges sowie zu

unerwünschtem Milchfluss (Lactation). Dostinex wird angewendet:

-zum sofortigen Abstillen nach der Entbindung, wenn Stillen aus medizinischen Gründen nicht

angezeigt ist;

-zum Abstillen bei bereits bestehendem Milchfluss, sofern aus medizinischen Gründen angezeigt;

-bei Patientinnen und Patienten mit erhöhtem Prolaktinspiegel, den daraus folgenden Störungen der

Fruchtbarkeit und unerwünschtem Milchfluss. Grund für den erhöhten Prolaktinspiegel kann ein

Tumor der Hirnanhangsdrüse sein.

Dostinex darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet werden.

Wann darf Dostinex nicht eingenommen werden?

Wenn Sie überempfindlich auf Mutterkornabkömmlinge oder auf einen der Hilfsstoffe von Dostinex

reagieren, dürfen Sie Dostinex nicht einnehmen.

Wenn bei Ihnen aus der Vorgeschichte eine fibrotische Erkrankung (Bindegewebsvermehrung in

einem Organ) bekannt ist oder Sie aktuell an einer krankhaften Bindegewebsvermehrung

(sogenannte Fibrose) leiden, bei Ihnen eine Herzklappenerkrankung vorliegt oder wenn Sie an einer

schweren Lebererkrankung leiden, dürfen Sie Dostinex nicht einnehmen.

Kinder und Jugendliche dürfen Dostinex nicht einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Dostinex Vorsicht geboten?

Dostinex sollte mit Vorsicht von Patientinnen und Patienten eingenommen werden, die an folgenden

Krankheiten leiden: Herzkreislauferkrankungen, Raynaud-Krankheit (Erkrankung der Blutgefässe

mit Gefässkrämpfen), niedrigem Blutdruck, Erkrankungen der Hirngefässe, Leberkrankheiten,

Nierenfunktionsstörungen, Magendarmgeschwüre oder Magendarmblutungen. Ebenso ist Vorsicht

geboten bei Patientinnen und Patienten, die früher an psychischen Krankheiten litten.

Bei der Anwendung von Dostinex zum Abstillen soll während der ersten Tage im Wochenbett der

Blutdruck regelmässig kontrolliert werden. Bei Frauen mit einer sogenannten Präeklampsie

(Erkrankung in der Schwangerschaft mit Wasser in den Beinen, Eiweissverlust durch den Harn und

Bluthochdruck) und bei Frauen mit Bluthochdruck nach der Geburt sollte Dostinex nicht angewendet

werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie bzw. Betreuungspersonen bemerken, dass Sie

für Sie ungewöhnliche Verhaltensweisen entwickeln, wie zum Beispiel Spielsucht, übermässiges

Essen oder Geldausgeben, ein abnorm starker Sexualtrieb oder eine Zunahme sexueller Gedanken

oder Gefühle. Ihr Arzt muss möglicherweise Ihre Dosis anpassen oder das Arzneimittel absetzen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen beeinträchtigen. In seltenen Fällen kann während der Behandlung

Schläfrigkeit oder plötzliches Einschlafen auftreten. Letzteres kann manchmal ohne Vorwarnung

auftreten. Deshalb ist während der Einnahme von Dostinex beim Lenken eines Fahrzeugs oder beim

Ausüben von anderen Aktivitäten (z.B. Werkzeuge oder Maschinen bedienen), bei denen eine

verminderte Aufmerksamkeit Sie selbst oder andere gefährdet, Vorsicht geboten. Wenn Sie sich

tagsüber sehr stark müde fühlen oder ohne erkennbare Schläfrigkeitsanzeichen plötzlich einschlafen,

dürfen Sie während der Behandlung kein Fahrzeug lenken oder Werkzeuge oder Maschinen

bedienen. Beim Auftreten dieser Anzeichen, sollten Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren.

Dostinex enthält Laktose (Milchzucker). Daher sollten Patienten und Patientinnen mit der seltenen,

vererbten Galactose-Unverträglichkeit, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption

Dostinex nicht einnehmen.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Die Wirkung von blutdrucksenkenden Mitteln kann durch Dostinex verstärkt werden.

Dostinex sollte nicht gleichzeitig mit anderen Mutterkornpräparaten oder Substanzen, die die

Wirkung von Dostinex abschwächen könnten, eingenommen werden. Dazu zählen gewisse Mittel

gegen psychische Erkrankungen und Metoclopramid gegen Übelkeit und Störungen des Magen-

Darm-Trakts. Arzneimittel wie z.B. die Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin und die

Pilzmittel Ketokonazol, Itraconazol, Voriconazol die den Abbau von Cabergolin hemmen können,

dürfen nicht zusammen mit Dostinex eingenommen werden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

-an anderen Krankheiten leiden,

-Allergien haben oder

-andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden (Externa)!

Darf Dostinex während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Dostinex soll grundsätzlich während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Dostinex

hebt eine bestehende Unfruchtbarkeit wieder auf. Da eine Schwangerschaft möglicherweise vor dem

Wiederbeginn der Monatsblutung auftreten kann, ist ein Schwangerschaftstest mindestens alle 4

Wochen angezeigt. Frauen, die kein Kind wünschen oder aus medizinischen Gründen keines haben

dürfen, sollen während der Behandlung mit Dostinex mechanische Verhütungsmittel (z.B. Kondome)

anwenden. Wenn Sie eine Schwangerschaft wünschen, sollten Sie erst einen Monat nach dem

Absetzen von Dostinex schwanger werden. Werden Sie während der Behandlung mit Dostinex

schwanger, soll Dostinex nach Bestätigung der Schwangerschaft abgesetzt werden.

Dostinex soll in der Stillzeit, ausser zum Abstillen, nicht angewendet werden.

Wie verwenden Sie Dostinex?

Nehmen Sie die Dostinex Tabletten jeweils mit einer Mahlzeit ein.

Sofortiges Abstillen nach der Entbindung

Dostinex soll innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Geburt eingenommen werden. Die

empfohlene Dosis beträgt 1 mg = 2 Tabletten. Sie sollten die 2 Tabletten auf einmal einnehmen.

Abstillen bei bestehendem Milchfluss

Die Dosis beträgt ½ Tablette (0.25 mg) Dostinex alle 12 Stunden über zwei Tage, d.h. insgesamt 4x

½ Tablette.

Bei Störungen mit erhöhtem Prolaktin-Blutspiegel

Dostinex wird einmal oder zweimal wöchentlich eingenommen. Der Arzt bzw. die Ärztin wird Ihnen

zu Beginn eine niedrige Dosis verschreiben. Je nach Bedarf wird dann schrittweise die Dosis erhöht,

bis eine Normalisierung des Prolaktin-Blutspiegels erreicht ist und die damit verbundenen

Beschwerden zurückgehen.

Die Anwendung von Dostinex bei Kindern, Jugendlichen und älteren Patientinnen und Patienten

wurde nicht geprüft.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Dostinex haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Dostinex auftreten: Bei länger dauernder

Einnahme von Dostinex kommt es bei 30% der Patienten und Patientinnen zu Übelkeit und

Kopfschmerzen, bei 19% zu Benommenheit. Weniger häufig sind Schwindel, Verdauungsstörungen,

Bauch- und Magenschmerzen, Erbrechen, Verstopfung, Brustschmerzen, Hitzewallungen,

Depression, Halluzinationen, Verwirrtheit, Schwäche und Müdigkeit, Empfindungsstörungen in

Armen und Beinen und Bewegungsstörungen.

Diese Nebenwirkungen verschwinden meistens trotz Fortsetzen der Behandlung. Da die

unerwünschten Wirkungen dosisabhängig sind, sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin informieren,

wenn bei Ihnen anhaltende unerwünschte Wirkungen auftreten, damit gegebenenfalls die Dosis

reduziert werden kann.

Unter der Behandlung mit Dostinex können gelegentlich Blutdruckabfall, Ohnmacht, Gefäss- und

Beinkrämpfe, Ödeme und Herzschmerzen (Angina pectoris) auftreten. Selten können

Hautveränderungen mit Rötung, Schmerzen und Überwärmung auftreten. Sehr selten können

Überempfindlichkeitsreaktionen, Haarausfall, Hautausschlag, Flüssigkeitsansammlungen zwischen

Lunge und Brustwand bzw. im Herzbeutel, Entzündung des Herzbeutels, , erschwerte Atmung bzw.

Atemnot, Bindegewebszunahme in der Lunge und Herzklappenveränderungen vorkommen. Wenn

Beschwerden wie Atemnot, anhaltender Hustenreiz oder Schmerzen in der Brust auftreten,

informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Seit der Markteinführung wurden zu dem folgende Nebenwirkungen beobachtet:

Erkrankungen des Brustfells mit Sympotomen wie z.B. Brustschmerzen und Atembeschwerden,

Verdickung des Bindegewebes um die Nieren (Retroperitonealfibrose), aggressives Verhalten,

Spielsucht, verstärkter Sexualtrieb, übermässiges Essen und Geldausgeben.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine dieser Verhaltensweisen bei Ihnen auftritt; er wird mit Ihnen

Massnahmen zur Verhinderung oder Behebung der Symptome besprechen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Dostinex nicht über 25 °C im Originalbehälter und ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit “EXP„ bezeichneten Datum verwendet

werden.

Wenn Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Ihnen sagt, dass Sie die Behandlung abbrechen sollen, sollten Sie

alle nicht gebrauchten Dostinex Tabletten Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin oder Ihrer Apotheke

zurückbringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Dostinex enthalten?

1 Tablette enthält:

Wirkstoff: 0.5 mg Cabergolin.

Hilfsstoffe: Milchzucker und Leucin.

Zulassungsnummer

51756 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Dostinex? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen zu 2 und 8 Tabletten.

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2013 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

PIL V004

Fachinformation

Transferiert von Pfizer AG

Dostinex®

Pfizer PFE Switzerland GmbH

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cabergolinum.

Hilfsstoffe: Leucinum, Lactosum anhydricum.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Tabletten zu 0.5 mg Cabergolinum.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Primäres Abstillen: zur Verhinderung des physiologischen Milchflusses nach Entbindung, sofern

medizinisch indiziert.

Sekundäres Abstillen: zur Unterdrückung eines bereits vorhandenen Milchflusses, sofern

medizinisch indiziert.

Hyperprolaktinämische Störungen

·Dysfunktionen, die mit Hyperprolaktinämie assoziiert sind: Amenorrhoe, Oligomenorrhoe,

Anovulation und Galactorrhoe;

·Prolaktin-sezernierende Hypophysenadenome (Mikroprolaktinome);

·idiopathisch;

·Syndrom der leeren Sella.

Dosierung/Anwendung

Dostinex wird oral verabreicht. Bei allen Indikationen sollte Dostinex mit einer Mahlzeit

eingenommen werden, um die gastrointestinale Toleranz zu verbessern.

Abstillen

Primäres Abstillen: Dostinex soll innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Entbindung

eingenommen werden. Die empfohlene Dosis beträgt 1 mg. Sie sollte in einer einzigen Dosis (2

Tabletten zu 0.5 mg) eingenommen werden.

Sekundäres Abstillen: ½ Tablette (0.25 mg) Dostinex soll alle 12 Stunden über zwei Tage

verabreicht werden, d.h. insgesamt 4x ½ Tablette (Gesamtdosis 1 mg). Die Einzeldosis soll nicht

höher als 0.25 mg sein.

Behandlung hyperprolaktinämischer Störungen

Die empfohlene Initialdosis von Dostinex liegt bei 0.5 mg pro Woche, entweder als Einmaldosis von

1 Tablette oder in 2 Teildosen (z.B. am Montag und Donnerstag je ½ Tablette). Die wöchentliche

Dosis kann schrittweise erhöht werden, vorzugsweise in monatlichen Abständen um 0.5 mg, bis die

optimale therapeutische Wirkung erreicht ist. Die therapeutische Dosis liegt normalerweise bei 1 mg

(0.25-2 mg) pro Woche. Bei Patienten mit Hyperprolaktinämie wurden Dostinex-Dosen bis zu

4.5 mg/Woche eingesetzt. Jedoch wird bei Patienten, die auf 2 mg Dostinex pro Woche nicht

angesprochen haben, selten mit höheren Dosen ein therapeutischer Effekt erreicht. Die höchste

tolerierte Dosis bei Patienten mit Hyperprolaktinämie wurde bislang nicht ermittelt. Wenn die

wöchentliche Dosis 1 mg Dostinex übersteigt, wird empfohlen, sie in mehrere Teildosen pro Woche

aufzuteilen.

Um die niedrigste wirksame Dosis bestimmen zu können, sollten die Patienten während der

Dosistitration genau überwacht werden.

Unerwünschte Wirkungen sind im Allgemeinen dosisabhängig. Patienten, die dopaminerge Präparate

schlecht vertragen, sollten eine Initialbehandlung mit einer reduzierten Dosis (d.h. 0.25 mg Dostinex

1x pro Woche) erhalten; danach soll die Dosis schrittweise erhöht werden, bis die therapeutische

Dosis erreicht wird. Im Falle schwerer oder persistierender unerwünschter Wirkungen sollte die

Dosis vorübergehend reduziert und dann schrittweise wieder erhöht werden (d.h. um 0.25 mg pro

Woche alle 14 Tage).

Der Serumprolaktinspiegel sollte einmal pro Monat bestimmt werden. Die Spiegel normalisieren sich

üblicherweise 2-4 Wochen nach Erreichen der therapeutischen Dosis.

Wird Dostinex abgesetzt, kommt es normalerweise zu einem Rezidiv der Hyperprolaktinämie.

Jedoch kam es bei einigen Patienten während mehrerer Monate zu einer persistierenden Suppression

der Prolaktinspiegel. Bei den meisten Frauen persistierten die ovulatorischen Zyklen mindestens 6

Monate lang nach Abbruch der Dostinex-Behandlung.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht geprüft (siehe

«Kontraindikationen»).

Ältere Patienten

Die Unbedenklichkeit wurde nicht geprüft.

Leber- und Niereninsuffizienz

Die Wirkung und Unbedenklichkeit von Dostinex wurde bei Patienten mit Nieren- oder

Lebererkrankungen nicht untersucht.

Kontraindikationen

Pulmonale, pericardiale und/oder retroperitoneale fibrotische Erkrankungen in der Vorgeschichte.

Anatomischer Befund einer Herzklappenerkrankung (z.B. Klappensegelverdickung, restriktive

Herzklappenveränderung, gemischt restriktive-stenotische Herzklappenveränderung in der

Echokardiographie).

Schwere Leberinsuffizienz oder Cholestase.

Gleichzeitige Behandlung mit starken oder moderaten CYP3A4-Inhibitoren (wie z.B. Itraconazol,

Voricanozol, Clarithromycin, Erythromycin. Siehe auch «Interaktionen»).

Kinder und Jugendliche.

Überempfindlichkeit gegen Mutterkornalkaloide oder einen der Hilfsstoffe von Dostinex.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Behandlung sollte unter fachärztlicher Überwachung eingeleitet werden. Der Nutzen einer

fortgesetzten Behandlung sollte regelmässig unter Berücksichtigung des Risikos fibrotischer

Reaktionen und einer Herzklappenerkrankung überprüft werden (siehe unter «Fibrose und

Herzklappenerkrankung» sowie unter «Kontraindikationen», und «Unerwünschte Wirkungen»).

Da eine Hyperprolaktinämie inklusive Amenorrhoe/Galaktorrhoe und Infertilität mit

Hypophysentumoren assoziiert sein kann, ist vor Behandlungsbeginn eine komplette Evaluation der

Hypophyse erforderlich.

In Analogie zu anderen Ergotderivaten sollte Dostinex bei Frauen mit Präeklampsie oder einer

postpartalen Hypertonie nicht eingesetzt werden.

Dostinex sollte mit besonderer Vorsicht verabreicht werden, falls beim Patienten eine oder mehrere

der folgenden Erkrankungen vorliegen:

·Schwere Herz-Kreislauferkrankungen

·Raynaud Syndrom

·Hypotonie

·Magen-Darm-Ulcera

·Gastrointestinale Blutungen

·Psychotische Krankheitszustände in der Anamnese

Da nach Gabe von Dostinex ein symptomatischer Blutdruckabfall auftreten kann, muss die

Einnahme weiterer blutdrucksenkender Mittel vorher abgeklärt werden.

Fibrose und Herzklappenerkrankungen

Seröse und fibrotische entzündliche Erkrankungen wie Pleuritis, Pleuraerguss, Pleuraschwarte,

Lungenfibrose, Perikarditits, Perikarderguss, Herzklappenerkrankung oder retroperitoneale Fibrose

wurden nach längerer Anwendung von Ergotaminderivaten wie Cabergolin beobachtet.

Herzklappenerkrankungen traten vorwiegend bei einer Dosis auf, die die empfohlene Dosis zur

Behandlung von hyperprolaktinämischen Störungen übersteigt, und waren mit der kumulative Dosis

assoziiert. In einigen Fällen wurde über eine Verbesserung der Herzklappenerkrankung nach dem

Absetzen von Cabergolin berichtet.

In einigen Fällen wurde eine abnorm erhöhte Erythrozytensenkungsgeschwindigkeit beobachtet, in

diesem Fall wird eine Röntgenaufnahme des Thorax empfohlen. Die Messung des Serum-Kreatinins

kann ebenfalls hilfreich sein in der Diagnose fibrotischer Erkrankungen.

Es wird empfohlen, vor Beginn der Behandlung mit Dostinex bei allen Patienten eine

kardiovaskuläre Untersuchung, einschliesslich Echokardiographie, vorzunehmen, um eine okkulte

Herzklappenerkrankung auszuschliessen.

Fibrotische Erkrankungen können sich schleichend manifestieren. Deshalb sollte während der

Behandlung insbesondere auf folgende Symptome bzw. Befunde geachtet werden: pleuropulmonale

Erkrankungen, Niereninsuffizienz und Herzinsuffizienz. Die Notwendigkeit weiterer

Untersuchungen (z.B. körperliche Untersuchung, sorgfältige Herzauskultation, Röntgenaufnahme,

zusätzliche Echokardiographie, CT) sollte individuell festgelegt werden.

Dostinex soll abgesetzt werden, wenn seröse oder fibrotische entzündliche Erkrankungen

diagnostiziert werden oder eine Echokardiographie eine neu aufgetretene oder verschlimmerte

Herzklappen-Regurgitation, eine restriktive Herzklappenveränderung oder eine

Klappensegelverdickung aufzeigt.

Störungen der Impulskontrolle wie z.B pathologische Spielsucht, zwanghaftes Geldausgeben oder

Kaufen, gesteigerte Libido, Hypersexualität oder zwanghaftes Essen wurden bei Patienten, die mit

Dopaminagonisten wie Cabergolin behandelt wurden, berichtet. Diese Symptome waren im

Allgemeinen bei Dosisreduktion oder Absetzen der Behandlung reversibel. Patienten und

Betreuungspersonen sollten auf das mögliche Auftreten solcher Symptome aufmerksam gemacht

werden. Bei Patienten, die solche Symptome entwickeln, sollte eine Dosisreduktion oder ein

Ausschleichen der Therapie erwogen werden.

Cabergolin wurde mit Schläfrigkeit in Verbindung gebracht. Bei der Behandlung von Parkinson

Patienten werden Dopamin Agonisten mit plötzlichen Schlafattacken in Zusammenhang gebracht.

Eine Dosisreduktion oder eine Beendigung der Therapie sollte in diesem Falle in Erwägung gezogen

werden.

Da die biliäre Exkretion den wichtigsten Eliminationsweg darstellt, dürfen Patienten mit stark

eingeschränkter Leberfunktion nicht mit Dostinex behandelt werden (siehe «Kontraindikationen»).

Leberfunktionstests sollten bei Patienten unter Langzeitbehandlung regelmässig durchgeführt

werden.

Dostinex stellt bei Frauen mit hyperprolaktinämischem Hypogonadismus die Ovulation und Fertilität

wieder her. Da eine Schwangerschaft möglicherweise vor dem Wiedereintreten der Menstruation

auftreten kann, ist ein Schwangerschaftstest mindestens alle 4 Wochen während der

amenorrhoischen Phase angezeigt, sowienach dem Wiedereintreten der Menstruation jedes Mal

dann, wenn die Menstruation um mehr als drei Tage verzögert ist.

Frauen, die nicht schwanger werden möchten, sollen während und nach der Behandlung mit

Dostinex mechanische Kontrazeptionsmethoden anwenden, bis es wieder zu einer Anovulation

kommt.

Dostinex Tabletten enthalten Lactose. Daher sollten Patienten mit der seltenen hereditären

Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption Dostinex nicht

einnehmen.

Interaktionen

Pharmakokinetische Interaktionen

Eine gleichzeitige Behandlung mit CYP 3A4-Inhibitoren wie Azol-Antimykotika (z.B. Itraconazol,

Voriconazol) oder Makrolidantibiotika (z.B. Clarithromycin, Erythromycin) kann überhöhte

Cabergolinspiegel zur Folge haben. Eine solche Komedikation ist daher kontraindiziert.

Pharmakodynamische Interaktionen

Obwohl keine Interaktion zwischen Dostinex und anderen Ergotalkaloiden festgestellt worden ist,

wird ein gleichzeitiger Einsatz dieser Präparate nicht empfohlen.

Da Dostinex seine therapeutische Wirkung über eine direkte Stimulation der Dopaminrezeptoren

ausübt, sollte es nicht gleichzeitig mit Präparaten verabreicht werden, die eine

dopaminantagonistische Wirkung haben (wie Phenothiazine, Butyrophenone, Thioxanthene,

Metoclopramid), da sonst die prolaktinsenkende Wirkung von Dostinex reduziert werden kann.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Studien an Versuchstieren haben keine teratogene Wirkung gezeigt. In den klinischen Studien kam

es zu über 100 Schwangerschaften bei Frauen, die wegen hyperprolaktinämischer Störungen

behandelt wurden. Dostinex wurde allgemein während der ersten 8 Wochen nach der Konzeption

eingenommen. Bei den auswertbaren Schwangerschaften kam es in etwa 85% zu Lebendgeburten

und in ca. 10% der Fälle zu einem Spontanabort. Drei Fälle kongenitaler Anomalien (Down

Syndrom, Hydrocephalus, Malformation der unteren Extremitäten) gaben Anlass für einen

therapeutischen Abort. Ausserdem wurden drei Fälle einer leichten Anomalie bei den

Lebendgeborenen festgestellt. Diese Häufigkeitsraten sind vergleichbar jenen der

Allgemeinbevölkerung und jenen bei Frauen unter Anwendung anderer Präparate zur

Ovulationsinduktion.

Aufgrund dieser Daten scheint die Anwendung von Dostinex nicht mit einem erhöhten Risiko einer

Fehlgeburt, Frühgeburt, Mehrlingsgeburt oder kongenitalen Anomalien assoziiert zu sein. Da jedoch

die klinischen Erfahrungen limitiert sind, wird empfohlen, dass Frauen, die gerne schwanger werden

möchten, erst einen Monat nach dem Absetzen von Dostinex schwanger werden sollten. Wird eine

Frau während der Behandlung schwanger, sollte Dostinex nach Bestätigung der Schwangerschaft

sofort abgesetzt werden.

Wird eine Frau während der Behandlung mit Dostinex schwanger, sollte sie auf Anzeichen einer

Hypophysenvergrösserung untersucht werden, da es während einer Schwangerschaft zur Expansion

eines vorbestehenden Hypophysentumors kommen kann.

Stillzeit

Bei Ratten werden Cabergolin und/oder seine Metaboliten in die Milch sezerniert. Weil nicht

bekannt ist, ob Cabergolin auch beim Menschen in die Muttermilch übertritt, sollte während der

Behandlung mit Dostinex nicht gestillt werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Unter Behandlung mit Cabergolin wurden Schläfrigkeit und Schlafattacken beobachtet (schon

während der ersten Tage der Einnahme), insbesondere bei Patienten mit Morbus Parkinson, wobei

selten über plötzliches Einsetzen von Schlaf während einer Tätigkeit, in manchen Fällen ohne

Vorwarnung, berichtet wurde. Die Patienten sollten hierüber informiert und darauf hingewiesen

werden, dass beim Lenken von Fahrzeugen oder Bedienen von Maschinen während der Behandlung

mit Cabergolin Vorsicht geboten ist. Patienten, welche Schläfrigkeit und Schlafattacken zeigten,

dürfen kein Fahrzeug lenken und keine Tätigkeiten ausüben, bei denen eine Einschränkung der

Aufmerksamkeit ihre eigene Sicherheit oder jene anderer Personen gefährden könnte.

Unerwünschte Wirkungen

Daten aus kontrollierten klinischen Studien während 6 Monaten mit Dosen von 1-2 mg Dostinex pro

Woche (in zwei wöchentlichen Teildosen verabreicht) wiesen auf eine Häufigkeit von 68%

unerwünschter Wirkungen unter Dostinex hin. Die Symptome waren allgemein leichter bis mässiger

Natur und verschwanden meist trotz fortgesetzter Behandlung.

Schwere unerwünschte Reaktionen traten mindestens einmal bei 14% der Patienten auf, zu einem

Therapieabbruch infolge unerwünschter Wirkungen kam es jedoch nur bei 3% der Patienten. Nach

dem Absetzen von Dostinex bildeten sich die Reaktionen meistens innerhalb weniger Tage zurück.

Die unerwünschten Wirkungen aus klinischen Studien und aus der Marktüberwachung sind

nachfolgend nach Systemorganklassen aufgeführt. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr

häufig (≥10%), häufig (≥1% und <10%), gelegentlich (≥0.1% und <1%), selten (≥0.01% und

<0.1%), sehr selten (≥0.001%), nicht bekannt (basierend überwiegend auf Spontanmeldungen aus der

Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht angegeben werden).

Blut- und Lymphsystem

Nicht bekannt: verminderte Hämoglobinwerte.

Immunsystem

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen.

Psychiatrische Störungen

Häufig: Depressionen, Halluzinationen, Verwirrtheit.

Nicht bekannt: Aggression, Störung der Impulskontrolle (wie pathologische Spielsucht,

Libidosteigerung, Hypersexualität; siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), psychotische

Störungen.

Nervensystem

Sehr häufig: Kopfschmerzen (30%), Schwindel (19%).

Häufig: Parästhesien, Dyskinesien.

Herz und Gefässe

Häufig: Hitzewallungen.

Gelegentlich: symptomatische Hypotonie, Ohnmacht, Angina pectoris.

Sehr selten: Herzklappenveränderungen, Pericarditis, Pericarderguss.

Atmungsorgane

Sehr selten: Dyspnoe, Pleuraerguss, Lungenfibrose, respiratorische Insuffizienz.

Gastrointestinale Störungen

Sehr häufig: Nausea (31%).

Häufig: Bauchschmerzen, Obstipation, Erbrechen.

Nicht bekannt: Dyspepsie, Gastritis.

Leber und Galle

Gelegentlich: Veränderungen der Leberfunktionstests.

Haut

Selten: Erythromelalgie.

Sehr selten: Rash, Alopezie.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Beinkrämpfe.

Nieren und Harnwege

Sehr selten: Kreatininerhöhung.

Reproduktionssystem und Brust

Häufig: Brustschmerzen.

Allgemeine Störungen

Häufig: Asthenie, Müdigkeit.

Gelegentlich: Ödeme.

Erfahrungen aus der Post-Marketing-Periode

Unter Anwendung von Cabergolin wurde über seröse und fibrotische entzündliche Erkrankungen wie

Pleuritis, Pleuraerguss, Pleuraschwarte, Lungenfibrose, Perikarditits, Perikarderguss,

Herzklappenerkrankung und retroperitoneale Fibrose berichtet (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Überdosierung

Es liegen keine Erfahrungen mit einer Cabergolin-Überdosierung vor. Eine Überdosierung mit

Dostinex könnte zu Symptomen führen, die auf einer Hyperstimulation der Dopaminrezeptoren

beruhen wie: Nausea, Erbrechen, Magenbeschwerden, Hypotonie, kognitive oder

Wahrnehmungsstörungen.

Allgemeine supportive Massnahmen sollten ergriffen werden, um den nicht absorbierten Wirkstoff

zu entfernen und – wenn nötig – den Blutdruck zu stabilisieren.

Zusätzlich kann die Gabe eines Dopaminantagonisten erwogen werden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G02CB03

Wirkungsmechanismus

Cabergolin ist ein dopaminerges Ergolinderivat mit einer langanhaltenden prolaktinsenkenden

Wirkung. Es wirkt über eine direkte Stimulation der D2-Dopaminrezeptoren auf der Stufe der

laktotropen Zellen der Hypophyse, was eine Hemmung der Prolaktinsekretion zur Folge hat.

Pharmakodynamik

Bei Ratten wird die Prolaktinsekretion mit oralen Dosen von 3-25 µg/kg gesenkt, in vitro mit

Konzentrationen von 45 pg/ml. Zusätzlich übt Dostinex in oralen Dosen, die über jenen zur Senkung

des Serumprolaktinspiegels liegen, einen zentralen Effekt über eine Stimulation der D2-Rezeptoren

aus. Die persistierende prolaktinsenkende Wirkung von Dostinex wird auf die lange Verweildauer

am Zielorgan zurückgeführt, wie anhand der langsamen Elimination der Gesamtradioaktivität aus der

Hypophyse nach einer oralen Einmaldosis bei Ratten beobachtet werden konnte (Halbwertszeit von

ca. 60 Stunden).

Die pharmakodynamischen Wirkungen von Dostinex wurden an gesunden Probanden, puerperalen

Frauen und Patienten mit Hyperprolaktinämie untersucht. Nach einer oralen Einmaldosis von (0.3-

1.5 mg) kam es in allen drei Gruppen zu einem signifikanten Rückgang des Serumprolaktinspiegels.

Die Wirkung setzte innerhalb von drei Stunden ein und hielt bei den Probanden und Patienten mit

Hyperprolaktinämie 7-28 Tage bei puerperalen Frauen 14-21 Tage lang an. Die prolaktinsenkende

Wirkung ist dosisabhängig, sowohl bezüglich der Intensität der Wirkung als auch der

Wirkungsdauer.

Cabergolin zeichnet sich durch eine selektive Wirkung aus. Ein Effekt auf die basale Sekretion

anderer Hypophysenhormone und von Cortisol konnte nicht nachgewiesen werden.

Cabergolin führt ausserdem zu Blutdrucksenkung. Die hypotone Wirkung von Dostinex tritt

gewöhnlich während der ersten sechs Stunden nach der Einnahme auf. Sie ist dosisabhängig sowohl

bezüglich Inzidenz, als auch bezüglich der Blutdrucksenkung.

Klinische Wirksamkeit

Dostinex verhindert den physiologischen Milchfluss durch die Hemmung der Prolaktinsekretion.

Eine einmalige Dosis von 1 mg am ersten Tag nach der Entbindung verhinderte bei 70-90% der

Frauen die Milchsekretion wie auch die Vergrösserung der Brustdrüse bzw. die Schmerzen der

Brustdrüse.

Bei ungefähr 77% der behandelten Frauen mit schon vorhandener Laktation war die Behandlung mit

Dostinex bezüglich Unterdrückung des Milchflusses und Linderung der Brustschwellung und

Schmerzen erfolgreich, bei ca. 23% kam es zu einem Rebound-Phänomen.

Unter einer Dauertherapie mit in wöchentlichen Dosen von 1 mg und 2 mg Dostinex wurde bei etwa

84% der behandelten Patienten mit Hyperprolaktinämie der Prolaktinspiegel normalisiert. Bei 83%

der behandelten Frauen mit Amenorrhoe erzielte man wieder regelmässige Menstruationen. Das

Wiedereinsetzen der Ovulation wurde anhand der Serum-Progesteronspiegel bestimmt. Bei 89% der

Frauen, kam es zu einem Wiedereinsetzen der Ovulation. Eine allfällige Galaktorrhoe bildete sich bei

90% der Frauen zurück. Bei 60% der männlichen und weiblichen Patienten mit Mikro- oder

Makroprolaktinomen wurde ein Rückgang der Tumorgrösse festgestellt.

Pharmakokinetik

Das pharmakokinetische Profil von Dostinex wurde an gesunden Männern und Frauen sowie an

Patientinnen mit Hyperprolaktinämie untersucht.

Absorption

Nach oraler Gabe von markiertem Cabergolin wurde die Radioaktivität rasch absorbiert, allerdings

mit hoher individueller Streuung. Die höchste Radioaktivität wurde zwischen 0.5 und 4 Stunden nach

Gabe von ³H-Cabergolin bzw. zwischen 2 und 3 Stunden nach 14C-Cabergolingabe gemessen.

Die absolute Bioverfügbarkeit beim Menschen ist nicht bekannt.

Nahrung scheint die Absorption und Bioverfügbarkeit von Cabergolin nicht zu beeinflussen.

Aufgrund der langen Eliminationshalbwertszeit wird der Steady-State nach 4 Wochen erreicht. Die

mittleren maximalen Plasmaspiegel von Cabergolin sind im Steady-State 3× höher als nach oraler

Einmalgabe.

Distribution

Die Plasmaproteinbindung beträgt 41-42%, das Verteilungsvolumen 1070-1410 L/kg.

Es ist nicht bekannt, ob Cabergolin in die Muttermilch sezerniert wird.

Metabolismus

Cabergolin wird rasch und intensiv metabolisiert. Der Hauptmetabolit im Urin ist 6-Allyl-8-β-

carboxyergolin. Drei weitere Metaboliten wurden im Urin nachgewiesen. Die Metaboliten sind in

vitro ebenfalls aktiv, jedoch schwächere Hemmer der Prolaktinsekretion als Cabergolin.

Elimination

Die Eliminationshalbwertzeit betrug bei gesunden Probanden 63-68 Stunden und bei Patienten mit

Hyperprolaktinämie 79-115 Stunden.

10 Tage nach oraler Gabe von radioaktiv markiertem ³H-Cabergolin wurden im Urin 18% und in den

Fäzes 72% der Radioaktivität gefunden. Mit 14C-Cabergolin kam es zu ähnlichen Resultaten. Der

Anteil des unveränderten Cabergolins lag im Urin bei 2-3% der applizierten Dosis, der Anteil des

Hauptmetaboliten 6-Allyl-8-β-carboxyergolin bei 4-6% und der weiteren Metaboliten bei weniger als

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pharmakokinetische Daten bei Patienten mit Leber- oder Niereninsuffizienz sowie bei älteren

Patienten liegen nicht vor.

Präklinische Daten

Nahezu alle Befunde aus der Reihe präklinischer Studien zur Sicherheit beruhen auf dem zentralen

dopaminergen Effekt von Cabergolin oder der Prolaktin-Langzeithemmung in Species (Nagern) mit

einer zum Menschen unterschiedlichen spezifischen hormonalen Physiologie. Es bestehen jedoch

grosse Sicherheitsabstände gegenüber der therapeutischen Exposition beim Menschen.

In den Studien zur Kanzerogenität wurde ein leichter Anstieg der Häufigkeit folgender

wirkstoffbedingter Tumore festgestellt:

Mäuse, weibliche Fortpflanzungsorgane: Zervix-Leiomyom, Uterus-Leiomyom, Uterus-

Leiomyosarkom;

Ratten, weibliche Fortpflanzungsorgane: Plattenepithelkarzinom der Zervix, Uterus-Adenokarzinom,

Plattenepithelkarzinom des Uterus;

Ratten, männliche Fortpflanzungsorgane: interstitielles Adenom der Testes.

Da die hormonellen Mechanismen wahrscheinlich Species spezifisch sind, ist die Relevanz dieser

Tumore für den Menschen unbekannt.

Ausführliche in vivo- und in vitro-Untersuchungen zum Nachweis von Gen- und

Chromosomenmutationen ergaben für Cabergolin keine Hinweise auf eine mutagene Wirkung.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C im Originalbehälter und ausserhalb der Reichweite von Kindern lagern.

Zulassungsnummer

51756 (Swissmedic).

Packungen

Dostinex Tabletten 0.5 mg 2 [B]

Dostinex Tabletten 0.5 mg 8 [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer PFE Switzerland GmbH, Zürich.

Stand der Information

September 2013.

LLD V005

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