Dostinex 0,5 mg - Tabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

23-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

23-02-2021

Wirkstoff:
CABERGOLIN
Verfügbar ab:
Pfizer Corporation Austria GmbH
ATC-Code:
G02CB03
INN (Internationale Bezeichnung):
CABERGOLINE
Einheiten im Paket:
2 Stück, Laufzeit: 24 Monate 8 Stück, Laufzeit: 24 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Therapiegruppe:
Cabergolin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-20438
Berechtigungsdatum:
1994-04-05

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Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Dostinex

0,5 mg - Tabletten

Wirkstoff: Cabergolin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Dostinex und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Dostinex beachten?

Wie ist Dostinex einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Dostinex aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Dostinex und wofür wird es angewendet?

Dostinex enthält als Wirkstoff Cabergolin, ein sogenanntes Mutterkornalkaloid, das eine stark

ausgeprägte und langanhaltende Hemmung der Freisetzung von Prolaktin aus der Hirnanhangdrüse

hervorruft. Prolaktin ist das für die Milchbildung verantwortliche Hormon im menschlichen Körper.

Dostinex wird angewendet

zur Hemmung der Milchproduktion nach der Geburt oder zur Unterdrückung einer bestehenden

Milchproduktion:

wenn Stillen aus medizinischen Gründen nicht erfolgen soll,

nach einer Tot- bzw. einer Fehlgeburt.

zur Behandlung von Störungen, bedingt durch einen erhöhten Prolaktinspiegel im Blut, wie:

Ausbleiben der Regelblutung,

Unregelmäßigkeiten der Regelblutung,

Menstruationszyklus ohne Eisprung,

Milchbildung unabhängig von Schwangerschaft und Stillzeit,

Prolaktin-absondernde Tumore der Hirnanhangdrüse.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Dostinex beachten?

Dostinex darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie gegen Cabergolin oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels, sowie gegen andere Mutterkornalkaloid-Abkömmlinge allergisch sind.

wenn bei Ihnen bindegewebsartige (fibrotische) Organveränderungen in der Vorgeschichte bekannt

sind.

wenn Sie über längere Zeit mit Dostinex behandelt werden und fibrotische Reaktionen

(Narbengewebe) vorhanden waren oder sind, die Ihr Herz betrafen bzw. betreffen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Dostinex einnehmen.

Besondere Vorsicht ist erforderlich,

wenn Sie an einer schweren Herzerkrankung, Durchblutungsstörungen in Fingern oder Zehen

(Raynaud-Syndrom), Magengeschwüren, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, sowie an schweren

seelischen Erkrankungen, insbesondere Gemütsstörungen in der Vorgeschichte, leiden.

wenn Sie eine schwere Leberfunktionsstörung haben.

wenn bei Ihnen fibrotische Reaktionen (Narbengewebe) vorhanden waren oder sind, die Ihr Herz, Ihre

Lunge oder Ihren Bauchraum betrafen bzw. betreffen. Falls Sie Dostinex über längere Zeit erhalten, prüft

Ihr Arzt vor Beginn der Behandlung, ob Ihr Herz, Ihre Lunge und Ihre Nieren in gutem Zustand sind.

Er/Sie erstellt außerdem vor Beginn der Behandlung und in regelmäßigen Abständen während der

Behandlung ein Echokardiogramm (Ultraschalluntersuchung des Herzens). Sollten fibrotische

Reaktionen auftreten, muss die Behandlung abgebrochen werden.

wenn Sie Lungenfunktionsstörungen oder akute Erkrankungen der Lunge haben oder bei Ihnen eine

erhöhte Blutsenkung unklarer Ursache vorliegt; unter diesen Umständen kann Ihr Arzt ein

Lungenröntgen empfehlen.

wenn Sie während der Durchführung von Alltagsaktivitäten plötzlich einschlafen.

wenn Sie gerade ein Kind geboren haben, könnte bei Ihnen ein erhöhtes Risiko für bestimmte

Erkrankungen bestehen. Dazu können gehören: Bluthochdruck, Herzinfarkt, Krampfanfall, Schlaganfall

oder psychische Störungen. Deshalb wird Ihr Arzt während der Behandlung regelmäßig Ihren Blutdruck

messen müssen. Sprechen Sie bitte umgehend mit Ihrem Arzt, wenn Sie hohen Blutdruck, Schmerzen im

Brustkorb oder ungewöhnlich starke oder andauernde Kopfschmerzen (mit oder ohne Sehstörungen) bei

sich bemerken.

Dostinex darf von Frauen mit Präeklampsie (einer schwangerschaftsbedingten Erkrankung, die auch als

Spätgestose oder Schwangerschaftsvergiftung bezeichnet wird) oder Bluthochdruck nach der Geburt nicht

angewendet werden, außer es wird Ihnen vom Arzt ausdrücklich verordnet.

Dostinex führt unter anderem zum Wiedereinsetzen des Eisprunges. Dadurch kann eine Schwangerschaft

bereits vor dem erneuten Beginn der Menstruationsblutung eintreten. Daher wird die Durchführung eines

Schwangerschaftstests zumindest alle 4 Wochen empfohlen bzw. ab Wiederherstellung des

Menstruationszyklus immer dann, wenn der Blutungsbeginn mehr als drei Tage verzögert ist.

Kontaktieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn Sie unter der Therapie mit Dostinex folgende Symptome

bemerken:

Lungenfunktionsstörungen wie Atemnot, Kurzatmigkeit, anhaltender Husten oder Brustschmerzen

Nierenschwäche oder Schmerzen im Bereich der ableitenden Harnwege bzw. des unteren Bauches,

die von Schmerzen in den Lenden/Seiten begleitet sein können, Wasseransammlungen in den unteren

Extremitäten, sowie unklare Beschwerden oder Druckempfindlichkeiten in den oben genannten

Bereichen

Herzschwäche

Sollten Sie während einer Langzeittherapie Laboruntersuchungen vornehmen lassen, informieren Sie bitte

den untersuchenden Arzt über die Dostinex-Behandlung. Nur so kann er die Ergebnisse richtig beurteilen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie oder Ihre Familie/Ihr Betreuer wahrnehmen, dass Sie ein für Sie

unübliches drang- oder triebhaftes Verhalten entwickeln oder wenn Sie dem Impuls, Trieb oder der

Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte Tätigkeiten auszuüben, die Ihnen oder anderen schaden

können. Dies wird auch Impulskontrollstörung genannt und kann mit Verhalten wie Spielsucht,

übermäßigem Essen oder Geld ausgeben, anormal starkem Sexualtrieb oder einer Zunahme von sexuellen

Gedanken oder Gefühlen einhergehen. Möglicherweise muss Ihr Arzt Ihre Behandlung anpassen oder

beenden.

Einnahme von Dostinex zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden.

Da Informationen über mögliche Wechselwirkungen zwischen Dostinex und anderen

Mutterkornalkaloiden fehlen, sollen diese nicht gleichzeitig bei einer Langzeitbehandlung mit Dostinex

verabreicht werden.

Arzneimittel, die die Dopaminwirkung aufheben (Dopamin-Antagonisten), wie Phenothiazine,

Butyrophenone, Thioxanthene oder Metoclopramid, sollen nicht gleichzeitig angewendet werden, da sie

die Wirksamkeit von Dostinex herabsetzen können.

Dostinex soll nicht zusammen mit Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin) gegeben werden, da dies zu

Nebenwirkungen führen kann.

Die gleichzeitige Gabe von blutdrucksenkenden Medikamenten kann zu Blutdruckabfällen führen und

sollte nur mit Vorsicht erfolgen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Dostinex soll während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Während der Behandlung und

mindestens einen Monat lang nach ihrem Ende sollen Sie Maßnahmen ergreifen, um nicht schwanger zu

werden.

Tritt eine Schwangerschaft während der Behandlung ein, suchen Sie bitte umgehend Ihren Arzt auf.

Da Dostinex die Milchproduktion hemmt und in die Muttermilch übergehen kann, sollen Sie Dostinex

während der Stillzeit nicht einnehmen. Auch wenn die Einnahme von Dostinex nicht zu einer

Unterdrückung der Milchproduktion führt, soll trotzdem nicht gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Besonders zu Beginn der Behandlung sollen Sie Tätigkeiten, die eine rasche und genaue Reaktion

erfordern, mit Vorsicht ausüben.

Sind Sie besonders vorsichtig, wenn Sie unter Therapie mit Dostinex ein Kraftfahrzeug lenken oder eine

Maschine bedienen. Wenn Sie extreme Schläfrigkeit bemerken oder eine Episode plötzlichen

Einschlafens auftritt, verzichten Sie auf das Lenken von Kraftfahrzeugen und das Bedienen von

Maschinen und teilen Sie dies bitte Ihrem Arzt mit.

Dostinex enthält Lactose

Das Arzneimittel enthält pro Tablette 75,9 mg Lactose (Milchzucker). Bitte nehmen Sie Dostinex daher

erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Zuckerunverträglichkeit leiden.

Wie ist Dostinex einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Tabletten sollen bei allen Anwendungsgebieten zu einer Mahlzeit eingenommen werden.

Ihr Arzt wird die Dosierung sorgfältig für Sie festlegen. Bitte beachten Sie daher seine Empfehlungen

genau.

Zur Hemmung der Milchproduktion:

Dostinex soll während des ersten Tages nach der Geburt verabreicht werden. Die empfohlene Dosierung

beträgt 1 mg (zwei Tabletten zu 0,5 mg) als Einzelgabe verabreicht.

Zur Unterdrückung einer bereits bestehenden Milchproduktion:

Die empfohlene Dosierung beträgt 0,25 mg (½ Tablette zu 0,5 mg) alle 12 Stunden über einen Zeitraum

von 2 Tagen (Gesamtdosis 1 mg).

Zur Behandlung von Störungen, die mit einem erhöhten Prolaktinspiegel im Blut verbunden sind:

Die empfohlene Anfangsdosis liegt bei 0,5 mg pro Woche in ein oder zwei Gaben verabreicht (z.B. je

eine ½ Tablette zu 0,5 mg - Montag und Donnerstag) und wird allmählich bis zum bestmöglichen

Ansprechen erhöht. Die therapeutische Dosis liegt gewöhnlich bei 1 mg pro Woche und variiert zwischen

0,25 und 2 mg pro Woche. Es wurden auch Gaben bis zu 4,5 mg pro Woche von Patienten mit erhöhtem

Prolaktinspiegel im Blut verwendet.

Bei Vorliegen einer Störung der Nierenfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit

schwerer Leberfunktionsstörung sollte die Dosierung entsprechend angepasst werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Anwendung von Dostinex bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen, da die Sicherheit und

Wirksamkeit bei Patienten unter 16 Jahren nicht untersucht wurde.

Wenn Sie eine größere Menge von Dostinex eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie irrtümlich zu viele Tabletten eingenommen haben, setzen Sie sich sofort mit einem Arzt in

Verbindung.

Wenn Sie die Einnahme von Dostinex vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen

Sie stattdessen einfach die nächste Dosis zur gewohnten Zeit ein.

Wenn Sie die Einnahme von Dostinex abbrechen

Fragen Sie Ihren Arzt, falls Sie das Gefühl haben, dass Dostinex zu stark oder zu schwach wirkt.

Keinesfalls sollen Sie die Dosis von sich aus ändern oder die Behandlung abbrechen!

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Unerwünschte Wirkungen sind dosisabhängig und können bei Langzeitbehandlungen, falls notwendig,

durch eine Senkung der Dosierung günstig beeinflusst werden. Nach Absetzen von Dostinex lassen die

Beschwerden normalerweise innerhalb weniger Tage nach.

Angaben über die Häufigkeit des Auftretens von Nebenwirkungen:

Sehr häufige Nebenwirkungen

(kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Kopfschmerzen, Benommenheit/Schwindelgefühl

Herzklappenveränderungen und andere kardiale Erkrankungen, z.B. Herzbeutelentzündung

(Perikarditis) oder Erguss von Flüssigkeit im Herzbeutel (Perikarderguss). Folgende Beschwerden

können frühe Anzeichen dafür sein: Atembeschwerden, Kurzatmigkeit, Brust- oder

Rückenschmerzen und geschwollene Beine. Wenn eine dieser Beschwerden bei Ihnen auftritt,

müssen Sie dies sofort Ihrem Arzt mitteilen.

Übelkeit, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis),

Bauchschmerzen

Allgemeine Schwäche, Müdigkeit

Häufige Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Depressionen, Schlafstörungen

Schläfrigkeit

Blutdruckabfall bei Langzeitbehandlung, lagebedingter Blutdruckabfall

Hitzewallungen

Verstopfung, Erbrechen

Schmerzgefühl in den Brüsten

Blutdrucksenkung ohne körperliche Beschwerden

Gelegentliche Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Überempfindlichkeitsreaktionen

Gesteigerter Geschlechtstrieb

Vorübergehende Sehstörungen (Hemianopsie)

Ohnmachtsanfälle

Empfindungsstörungen der Haut, wie z. B. „Ameisenlaufen“ (Parästhesien)

Herzklopfen

Gefäßverengungen in Fingern und Zehen

Atemnot, Pleuraerguss, Lungenfibrose, Nasenbluten

Haarausfall, Hautausschlag

Beinkrämpfe

Wasseransammlungen (Ödeme), Wasseransammlung in den Beinen (periphere Ödeme)

Änderungen der Laborparameter, Abnahme der Hämoglobinwerte während der ersten Monate nach

dem Wiedereinsetzen der Monatsblutungen bei Frauen mit Amenorrhoe (Ausbleiben der

Menstruation).

Seltene Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Schmerzen im Oberbauch

Sehr seltene Nebenwirkungen

(kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Krankhafte Vermehrung von Bindegewebe im Bereich der Lunge (Pleurafibrose)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Aggressives Verhalten, Wahnvorstellungen, Psychosen, Halluzinationen

Übermäßige Tagesmüdigkeit und plötzliches Einschlafen, Zittern

Sehverschlechterung

Erkrankung der Herzkranzgefäße (Angina pectoris)

Atemstörungen, Atemschwäche, Rippenfellentzündung (Pleuritis), Brustschmerzen

Störung der Leberfunktion, abnormale Leberfunktionswerte

Erhöhte Blutkreatinphosphokinase (CPK) (Muskelenzyme)

Zusätzlich können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Unvermögen, dem Impuls, Trieb oder der Versuchung zu widerstehen, bestimmte Tätigkeiten auszuüben,

die Ihnen oder anderen schaden können, wie zum Beispiel:

Starker Drang zur Spielsucht trotz schwerer persönlicher oder familiärer Konsequenzen

Verändertes oder gesteigertes sexuelles Interesse und Verhalten, das für Sie und andere von

wesentlicher Bedeutung ist, wie zum Beispiel ein gesteigerter Sexualtrieb

Kaufsucht oder übermäßiges, unkontrollierbares Ausgeben von Geld

Fressattacken (Sie essen große Mengen Nahrung in kurzer Zeit) oder zwanghaftes Essen (Sie essen

mehr Nahrung als normal und mehr als notwendig, um Ihren Hunger zu stillen)

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines dieser Anzeichen wahrnehmen; er wird mit Ihnen

Möglichkeiten zum Umgang mit diesen Anzeichen oder zu deren Reduktion besprechen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Dostinex aufzubewahren?

Nicht über 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr

verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie das Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Dostinex enthält

Der Wirkstoff ist Cabergolin. 1 Tablette enthält 0,5 mg Cabergolin.

Die sonstigen Bestandteile sind Leucin und Lactose (75,9 mg pro Tablette).

Wie Dostinex aussieht und Inhalt der Packung

Flache, kapselförmige, weiße Tabletten mit Bruchrille auf einer Seite und Prägung „P“ und „U“ links und

rechts von der Bruchrille. Auf der Rückseite der Tablette ist „700“ eingeprägt. Die Tabletten können in

gleiche Hälften geteilt werden.

Die Tabletten sind in Braunglasflaschen mit Aluminiumschraubkappen oder in Kunststoffflaschen mit

kindersicheren Kunststoffschraubkappen abgepackt. Die Schraubkappen enthalten Silicagel als

Trocknungsmittel.

Das Trocknungsmittel darf nicht entfernt werden.

Jede Flasche enthält 2 bzw. 8 Tabletten und befindet sich in einem Faltkarton.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Pfizer Corporation Austria Ges.m.b.H., Wien

Hersteller: Pfizer Italia S.r.l., Ascoli Piceno, Italien

Z.Nr.:

1-20438

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Oktober 2020.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Dostinex

0,5 mg - Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Tablette enthält 0,5 mg Cabergolin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose (75,9 mg pro Tablette).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tabletten

Flache, kapselförmige, weiße Tabletten mit Bruchrille auf einer Seite und Prägung „P“ und „U“ links und

rechts von der Bruchrille. Auf der Rückseite der Tablette ist „700“ eingeprägt. Die Tabletten können in

gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Hemmung/Unterdrückung der physiologischen Laktation

Dostinex ist zur Hemmung der physiologischen Laktation kurz nach der Entbindung und zur

Unterdrückung der bereits bestehenden Laktation indiziert.

Nach der Geburt, wenn das Stillen aus medizinischen Gründen für Mutter oder Neugeborenes

kontraindiziert ist.

Nach Totgeburten oder Abortus.

Behandlung hyperprolaktinämischer Störungen (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.4)

Dostinex ist zur Behandlung von Funktionsstörungen im Zusammenhang mit Hyperprolaktinämie

inklusive Amenorrhoe, Oligomenorrhoe, Anovulation und Galaktorrhoe indiziert, ebenso bei Patienten

mit Prolaktin sezernierenden Hypophysentumoren (Mikro- und Makroprolaktinome), idiopathischer

Hyperprolaktinämie oder einem Syndrom der leeren Sella verbunden mit Hyperprolaktinämie.

Der Behandlungsbeginn sollte unter Aufsicht eines Spezialisten erfolgen. Der Vorteil einer fortlaufenden

Behandlung sollte regelmäßig neu bewertet werden unter Einbeziehung des Risikos des Auftretens

fibrotischer Reaktionen und Valvulopathie.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dostinex ist für die orale Verabreichung bestimmt und soll bei allen Indikationen zu einer Mahlzeit

eingenommen werden. Die Verträglichkeit von dopaminergen Substanzen wird durch gleichzeitige

Nahrungsaufnahme verbessert.

Hemmung/Unterdrückung der physiolgischen Laktation

Dostinex soll zur Hemmung der Laktation während des ersten Tages post partum verabreicht werden. Die

empfohlene therapeutische Dosierung beträgt 1 mg (zwei Tabletten zu 0,5 mg) als Einzeldosis

verabreicht.

Zur Unterdrückung einer bestehenden Laktation liegt die empfohlene therapeutische Dosierung bei

0,25 mg (eine ½ Tablette zu 0,5 mg) alle 12 Stunden über einen Zeitraum von 2 Tagen (1 mg

Gesamtdosis) (siehe Abschnitt 4.4).

Behandlung hyperprolaktinämischer Störungen (siehe auch Abschnitte 4.3 und 4.4)

Die empfohlene Initialdosis liegt bei 0,5 mg pro Woche in ein oder zwei Dosen verabreicht (z.B. je eine

½ Tablette zu 0,5 mg - Montag und Donnerstag).

Die wöchentliche Dosis sollte allmählich erhöht werden, indem 0,5 mg pro Woche in monatlichen

Intervallen hinzugefügt werden, bis eine optimale therapeutische Reaktion erreicht ist. Die therapeutische

Dosis liegt gewöhnlich bei 1 mg pro Woche und variiert zwischen 0,25 und 2 mg pro Woche.

Dosierungen bis zu 4,5 mg pro Woche wurden von Patienten mit Hyperprolaktinämie verwendet.

Die wöchentliche Dosis kann entweder als Einzelgabe oder je nach Verträglichkeit in zwei oder mehreren

Teilgaben verabreicht werden. Die Teilung einer wöchentlichen Dosis in mehrfache Gaben ist auch dann

angezeigt, wenn Dosierungen über 1 mg pro Woche verabreicht werden, weil die Verträglichkeit einer

wöchentlichen Einzeldosis über 1 mg nur bei wenigen Patienten untersucht wurde.

Während der Dosiserhöhung sind die Patienten zu überwachen, um die niedrigste therapeutische Dosis

festzulegen. Die Kontrolle des Serumprolaktinspiegels sollte in monatlichen Intervallen erfolgen. Nach

Erreichen der therapeutischen Dosis kommt es üblicherweise innerhalb von 2 bis 4 Wochen zur

Normalisierung des Serumprolaktins.

Nach Absetzen von Dostinex kann man gewöhnlich ein Wiederauftreten der Hyperprolaktinämie

beobachten. Bei manchen Patienten wurde jedoch eine über einige Monate anhaltende Unterdrückung der

Prolaktinspiegel erzielt. Bei den meisten Frauen blieb ein ovulatorischer Zyklus mindestens 6 Monate

nach Absetzen von Dostinex bestehen.

Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Bei Vorliegen einer Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung erforderlich. Mit einer schweren

Leberinsuffizienz (≥ 10 Child-Pugh-Punkte) wurde eine Zunahme der AUC nach Einmalgabe von 1 mg

Cabergolin festgestellt. Deshalb sollte das Dosierungsschema bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz

entsprechend angepasst werden.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Die Anwendung von Dostinex bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen, da die Sicherheit und

Wirksamkeit bei Patienten unter 16 Jahren nicht untersucht wurde.

Anwendung bei älteren Patienten

Die Anwendung von Dostinex bei älteren Patienten wurde nicht speziell untersucht; jedoch zeigt die

Erfahrung mit Cabergolin bei älteren Patienten kein spezielles Risiko.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile des Arzneimittels, sowie gegen andere Ergotalkaloide.

Vorangegangene oder bestehende pulmonale, perikardiale und retroperitoneale fibrotische Erkrankungen

Bei Langzeitbehandlung: Echokardiographischer Nachweis einer Herzklappenveränderung vor der

Behandlung.

(Siehe Abschnitt 4.4 – Fibrose und Herzklappenveränderung sowie mögliche klinische

Begleiterscheinungen)

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemeines

Wie auch bei anderen Mutterkornalkaloid-Derivaten ist Vorsicht geboten bei Patienten mit schweren

Herzerkrankungen, Raynaud-Syndrom, Magengeschwüren und gastrointestinalen Blutungen, sowie

schweren psychischen Erkrankungen, insbesondere psychotischen Störungen in der Anamnese.

Eingeschränkte Leberfunktion

Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz sollten niedrigere Dosen von Cabergolin erwogen werden.

Im Vergleich zu gesunden Freiwilligen und Personen mit Leberinsuffizienz geringeren Schweregrades

wurde bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz (Child-Pugh-Stadium C) nach Einmalgabe von 1 mg

Cabergolin eine Zunahme der AUC festgestellt (siehe Abschnitt 4.2).

Hypotonie

Die Gabe von Cabergolin kann zu orthostatischer Hypotonie führen. Die gleichzeitige Anwendung von

blutdrucksenkenden Medikamenten sollte nur mit Vorsicht erfolgen.

In post-partum Studien mit Dostinex verliefen Blutdrucksenkungen meist asymptomatisch und wurden

häufig 2 bis 4 Tage nach der Behandlung als Einzelereignis beobachtet.

Da Blutdrucksenkungen häufig während des Puerperiums unabhängig von einer Therapie mit Arzneimitteln

festgestellt wurden, ist anzunehmen, dass viele der nach Dostinex Verabreichung beobachteten

Blutdrucksenkungen nicht Arzneimittel-induziert waren. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutdruckes ist

jedoch zu empfehlen, vor allem während der ersten Tage der Dostinex-Anwendung.

Fibrose und Herzklappenveränderung sowie mögliche klinische Begleiterscheinungen

Fibrotische und seröse entzündliche Erkrankungen wie Pleuritis, Pleuraerguss, Pleurafibrose,

Lungenfibrose, Perikarditis, Perikarderguss, Herzklappenveränderungen an einer oder mehreren

Herzklappen (Aorten-, Mitral-, Trikuspidalklappe) bzw. eine retroperitoneale Fibrose sind nach längerer

Anwendung von Ergotamin-Derivaten mit agonistischer Wirkung am Serotonin 5HT

-Rezeptor, wie

Cabergolin, aufgetreten. In einigen dieser Fälle besserten sich die Symptome oder der Ausprägungsgrad

der Herzklappenveränderung nach Abbruch der Cabergolin-Behandlung.

Die Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG) war in Verbindung mit einem Pleuraerguss/einer

Fibrose pathologisch erhöht. Eine Röntgenaufnahme des Thorax empfiehlt sich bei Patienten mit einem

ungeklärten Anstieg der BSG auf pathologische Werte.

Herzklappenveränderungen traten im Zusammenhang mit kumulierten Dosen auf, daher sollten Patienten

mit der niedrigsten wirksamen Dosis behandelt werden. Bei jeder Kontrolle sollte das Nutzen-

/Risikoprofil der Cabergolin-Behandlung für den Patienten neu bewertet werden, um über eine

Fortsetzung der Behandlung mit Cabergolin zu entscheiden.

Vor Einleitung einer Langzeitbehandlung:

Vor Beginn der Behandlung muss bei allen Patienten eine kardiovaskuläre Untersuchung, einschließlich

Echokardiogramm, vorgenommen werden, um das mögliche Vorliegen einer asymptomatischen

Herzklappenerkrankung abzuklären. Vor Behandlungsbeginn ist auch eine Bestimmung der BSG oder

anderer Entzündungsmarker, eine Röntgenaufnahme des Thorax bzw. eine Prüfung der Lungenfunktion

sowie der Nierenfunktion angebracht.

Es ist nicht bekannt, ob eine Cabergolin-Behandlung bei Patienten mit Herzklappenregurgitation die

zugrunde liegende Erkrankung verschlechtern kann. Wenn eine fibrotische Herzklappenveränderung

festgestellt wird, darf der Patient nicht mit Cabergolin behandelt werden (siehe Abschnitt 4.3).

Während einer Langzeitbehandlung:

Da fibrotische Erkrankungen schleichend beginnen können, müssen in regelmäßigen Abständen

Kontrolluntersuchungen auf Zeichen einer fortschreitenden Fibrose durchgeführt werden.

Während der Behandlung ist insbesondere auf folgende Zeichen und Symptome zu achten:

Pleuropulmonale Erkrankungen wie Dyspnoe, Kurzatmigkeit, persistierender Husten und

Brustschmerz.

Niereninsuffizienz oder urethrale/abdominelle Gefäßverengung, eventuell mit Schmerzen in der

Lendengegend und Ödemen der unteren Extremitäten, sowie jede Art abdomineller Raumforderung

oder Druckempfindlichkeit als Hinweis auf eine retroperitoneale Fibrose.

Herzinsuffizienz; eine Herzklappenfibrose und Perikardfibrose manifestieren sich oft als

Herzinsuffizienz. Eine Herzklappenfibrose (und konstriktive Perikarditis) muss deshalb beim

Auftreten entsprechender Symptome ausgeschlossen werden.

Ein klinisch diagnostisches Monitoring hinsichtlich der Entwicklung einer fibrotischen Erkrankung ist

dementsprechend unbedingt notwendig. Die erste Echokardiographie nach Behandlungsbeginn muss

innerhalb von 3 bis 6 Monaten durchgeführt werden. Danach muss die Häufigkeit weiterer

Echokardiographien unter Berücksichtigung geeigneter individueller klinischer Befunde, vor allem der

oben genannten Zeichen und Symptome, festgelegt werden, mindestens jedoch alle 6 bis 12 Monate.

Wenn in der Echokardiographie eine neu diagnostizierte oder zunehmende Regurgitation, Einschränkung

der Klappenbeweglichkeit oder Klappensegelverdickung festgestellt werden, muss die Behandlung mit

Cabergolin abgebrochen werden (siehe Abschnitt 4.3).

Die Notwendigkeit weiterer klinischer Untersuchungen (z. B. körperliche Untersuchung, einschließlich

sorgfältiger Herzauskultation, Röntgenaufnahme, Computertomographie) sollte von Fall zu Fall

entschieden werden.

Weitere Untersuchungen, wie Bestimmung der BSG und der Serumkreatinin-Werte, sollten

vorgenommen werden, wenn sie zur Bestätigung der Diagnose einer fibrotischen Erkrankung erforderlich

sind.

Schläfrigkeit/Plötzliches Einschlafen

Cabergolin wird mit übermäßiger Schläfrigkeit (Somnolenz) und plötzlichem Einschlafen in Verbindung

gebracht, insbesondere bei Parkinson-Patienten. Plötzliches Einschlafen während Alltagsaktivitäten,

manchmal ohne Wahrnehmung von Warnzeichen, wurde berichtet. Eine Dosisreduktion oder eine

Beendigung der Therapie ist in solchen Fällen zu erwägen. (Siehe auch Abschnitt 4.7)

Unterdrückung/Hemmung der physiologischen Laktation

In Analogie zu anderen Mutterkornalkaloid-Derivaten darf Cabergolin von Frauen mit

schwangerschaftsbedingter Hypertonie wie Präeklampsie oder postpartaler Hypertonie nicht verwendet

werden, außer wenn der mögliche Nutzen das Risiko überwiegt.

Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse, einschließlich Hypertonie, Myokardinfarkt, Krampfanfall,

Schlaganfall oder psychiatrische Erkrankungen wurden bei postpartalen Frauen berichtet, die Cabergolin zur

Hemmung der Laktation erhielten. Bei einigen Patientinnen traten vor Beginn eines Krampfanfalls oder

Schlaganfalls starke Kopfschmerzen und/oder vorübergehende Sehstörungen auf. Eine sorgfältige

Blutdrucküberwachung während der Behandlung ist erforderlich. Falls es zu Hypertonie, suggestiven

Schmerzen im Brustraum, schweren, fortschreitenden oder nicht nachlassenden Kopfschmerzen (mit oder

ohne Sehstörungen) kommt oder sich Anzeichen einer Toxizität des zentralen Nervensystems entwickeln,

sollte Cabergolin abgesetzt und die Patientin umgehend untersucht werden.

Zur Unterdrückung einer bereits bestehenden Laktation bei stillenden Frauen darf die Einzeldosis von

Dostinex 0,25 mg nicht überschritten werden, um das mögliche Auftreten einer orthostatischen Hypotonie zu

vermeiden. In einer klinischen Prüfung zur Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Einzeldosis von 0,5 mg

Dostinex zur Unterdrückung der Laktation verdoppelte sich das Risiko von Nebenwirkungen bei dieser

Indikation (siehe Abschnitt 4.2).

Behandlung hyperprolaktinämischer Störungen

Da die mit Amenorrhoe/Galaktorrhoe und mit Infertilität einhergehende Hyperprolaktinämie mit

Hypophysentumoren im Zusammenhang stehen kann, sollte vor Beginn einer Behandlung mit Dostinex eine

vollständige Diagnostik der Hypophyse erfolgen.

Dostinex bewirkt ein Wiedereinsetzen der Ovulation und Fertilität bei Frauen mit hyperprolaktinämischem

Hypogonadismus.

Vor der Behandlung mit Dostinex muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Aufgrund der

begrenzten klinischen Erfahrung und der langen Halbwertszeit des Arzneimittels wird vorsichtshalber

empfohlen, dass Frauen mit Kinderwunsch bei Wiedereintritt regulärer Ovulationszyklen Dostinex einen

Monat vor dem beabsichtigten Konzeptionstermin absetzen

(siehe Abschnitt 4.6)

Da eine Konzeption bereits vor dem erneuten Beginn der Menstruation eintreten kann, wird während der

Amenorrhoe die Durchführung eines Schwangerschaftstests zumindest alle 4 Wochen empfohlen bzw. ab

Wiederherstellung des Menstruationszyklus immer dann, wenn der Blutungsbeginn mehr als 3 Tage

verzögert ist. Frauen ohne Kinderwunsch sind auf die Notwendigkeit hinzuweisen, während der Behandlung

und bis zur Anovulation nach dem Absetzen von Dostinex mechanische Verhütungsmethoden anzuwenden.

Als Vorsichtsmaßnahme sind gravide Frauen auf Zeichen einer Hypophysenvergrößerung zu untersuchen, da

während der Gestation eine Vergrößerung bereits vorhandener Hypophysentumore auftreten kann.

Impulskontrollstörungen

Die Patienten sind regelmäßig auf die Entwicklung von Impulskontrollstörungen zu überwachen.

Patienten und deren Betreuer sind darauf hinzuweisen, dass bei Patienten unter Therapie mit Dopamin-

Agonisten, einschließlich Dostinex, verhaltensbezogene Symptome von Impulskontrollstörungen,

einschließlich Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualität, Kaufsucht, Fressattacken und zwanghaften

Essstörungen auftreten können. Wenn sich solche Symptome entwickeln, ist eine Dosisreduktion/ein

schrittweises Absetzen in Betracht zu ziehen.

Lactose

Das Arzneimittel enthält pro Tablette 75,9 mg Lactose. Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-/

Galactose-Intoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollen dieses

Arzneimittel nicht anwenden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Da Informationen über mögliche Wechselwirkungen zwischen Cabergolin und anderen

Mutterkornalkaloiden fehlen, sollten diese nicht gleichzeitig bei einer Langzeitbehandlung mit Cabergolin

verabreicht werden.

Da Cabergolin über eine direkte Stimulation dopaminerger Rezeptoren wirkt, sollte es nicht mit Substanzen

mit Dopamin-antagonistischer Wirkung, wie Phenothiazinen, Butyrophenonen, Thioxanthenen,

Metoclopramid verabreicht werden, da diese die prolaktinsenkende Wirkung von Cabergolin herabsetzen

können.

Analog zu anderen Ergotalkaloidderivaten sollte Cabergolin nicht zusammen mit Makrolidantibiotika (z.B.

Erythromycin) gegeben werden, da diese die systemische Bioverfügbarkeit und die Nebenwirkungsrate

erhöhen können.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen keine ausreichenden und gut kontrollierten Studien zur Anwendung von Cabergolin bei

schwangeren Frauen vor. Tierstudien zeigten keine teratogenen Wirkungen, Embryotoxizität und eine

herabgesetzte Fertilität wurden jedoch im Zusammenhang mit der pharmakodynamischen Aktivität

beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

Aus einer zwölfjährigen Beobachtungsstudie zum Ausgang von Schwangerschaften nach einer

Behandlung mit Cabergolin liegen Informationen über 256 Schwangerschaften vor. Bei 17 dieser 256

Schwangerschaften (6,6%) traten schwerwiegende kongenitale Anomalien oder Fehlgeburten auf. Es

liegen Daten von 23/258 Säuglingen vor, die insgesamt 27 geringfügige bzw. schwerwiegende

Missbildungen bei der Geburt aufwiesen. Am häufigsten traten Missbildungen der Skelettmuskulatur

(10), gefolgt von Herz- und Lungenanomalien (5) auf. Es gibt weder Daten zu perinatalen Erkrankungen

noch zur Langzeitentwicklung von Säuglingen nach einer Cabergolin-Exposition in utero. Aufgrund

aktueller Literatur beträgt die Prävalenz von schwerwiegenden kongenitalen Anomalien in der

allgemeinen Bevölkerung mindestens 6,9% und sie schwankt zwischen unterschiedlichen Populationen.

Ein erhöhtes Risiko kann nicht mit Sicherheit festgestellt werden, da in der Studie keine Kontrollgruppe

vorgesehen war. Cabergolin soll während der Schwangerschaft nur bei zwingender Indikation und nach

sorgfältiger Nutzen/Risiko-Bewertung angewendet werden (siehe Abschnitt 4.4 Behandlung

hyperprolaktinämischer Störungen).

Wegen der langen Halbwertszeit des Arzneimittels und der limitierten Daten zur in utero Exposition,

sollen Frauen, die eine Schwangerschaft planen, Cabergolin einen Monat vor der geplanten Konzeption

absetzen. Sollte während der Therapie eine Schwangerschaft eintreten, muss die Behandlung abgesetzt

werden, sobald die Schwangerschaft bestätigt wurde, um die Exposition des Ungeborenen einzugrenzen.

Stillzeit

Bei Ratten werden Cabergolin und/oder dessen Metaboliten in der Milch nachgewiesen. Beim Menschen

liegen keine Erkenntnisse über den Übergang von Cabergolin in die Muttermilch vor. Allerdings soll man

Wöchnerinnen vom Stillen abraten, falls keine Hemmung bzw. Unterdrückung der Laktation durch

Cabergolin erreicht wurde. Da Cabergolin die Laktation hemmt, soll Cabergolin nicht an Frauen mit

hyperprolaktinämischer Störungen verabreicht werden, die ihre Kinder stillen wollen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Patienten sollten zu Beginn der Behandlung mit Cabergolin Tätigkeiten, die rasche und genaue

Reaktionen erfordern, mit Vorsicht ausüben.

Patienten, die mit Cabergolin behandelt werden und über Somnolenz und/oder plötzliches Einschlafen

berichten, müssen angewiesen werden, kein Kraftfahrzeug zu lenken oder andere Tätigkeiten auszuüben,

bei denen eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit sie selbst oder andere dem Risiko schwerwiegender

Verletzungen oder des Todes aussetzt (z.B. Bedienen von Maschinen), bis diese wiederkehrenden

Einschlafereignisse und Schläfrigkeit nicht mehr auftreten (siehe auch Abschnitt 4.4 –

Schläfrigkeit/Plötzliches Einschlafen).

4.8 Nebenwirkungen

In den folgenden Tabellen sind alle Nebenwirkungen angeführt, die während der Therapie mit Dostinex

beobachtet und berichtet wurden. Zur Klassifizierung der Häufigkeit von Nebenwirkungen werden die

folgenden Kategorien angewendet:

Sehr häufig (

1/10)

Häufig (

1/100, <1/10)

Gelegentlich (

1/1.000, <1/100)

Selten (

1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Systemorganklasse gemäß

MedDRA

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Erkrankungen des

Immunsystems

Gelegentlich

Überempfindlichkeitsreaktionen

Häufig

Depressionen, Schlafstörungen

Gelegentlich

Libidosteigerung

Psychiatrische

Erkrankungen

Nicht bekannt

Aggressives Verhalten, Wahnvorstellungen,

Hypersexualität, Spielsucht, Psychosen,

Kaufsucht, Fressattacken, zwanghafte

Essstörungen, Halluzinationen

Erkrankungen des

Sehr häufig

Kopfschmerzen*, Benommenheit/Schwindel*

Systemorganklasse gemäß

MedDRA

Häufigkeit

Nebenwirkungen

Häufig

Schläfrigkeit

Gelegentlich

Vorübergehende Hemianopsie, Synkopen,

Parästhesien

Nervensystems

Nicht bekannt

Übermäßige Tagesmüdigkeit und plötzliches

Einschlafen, Tremor

Augenerkrankungen

Nicht bekannt

Sehverschlechterung

Sehr häufig

Herzklappenveränderungen (einschließlich

Regurgitationen) und damit verbundene

Erkrankungen (Perikarditis und Perikarderguss)

Gelegentlich

Palpitationen

Herzerkrankungen

Nicht bekannt

Angina Pectoris

Häufig

Hypotensive Wirkung bei chronisch behandelten

Patienten, orthostatische Hypotonie,

Hitzewallungen**

Gefäßerkrankungen

Gelegentlich

Vasospasmen in Fingern und Zehen, Ohnmacht

Gelegentlich

Dyspnoe, Pleuraerguss, Fibrosen (einschließlich

Lungenfibrose), Epistaxis

Sehr selten

Pleurafibrose

Erkrankungen der

Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

Nicht bekannt

Atemstörungen, respiratorische Insuffizienz,

Pleuritis, Brustschmerzen

Sehr häufig

Übelkeit*, Dyspepsie, Gastritis,

Bauchschmerzen*

Häufig

Obstipation, Erbrechen**

Erkrankungen des

Gastrointestinaltraktes

Selten

Epigastrische Schmerzen

Leber- und

Gallenerkrankungen

Nicht bekannt

Störungen der Leberfunktion

Erkrankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Gelegentlich

Hautausschlag, Alopezie

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Gelegentlich

Beinkrämpfe

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Häufig

Schmerzgefühl in den Brüsten

Sehr häufig

Asthenie***, Müdigkeit

Allgemeine Erkrankungen

und Beschwerden am

Verabreichungsort

Gelegentlich

Ödeme, periphere Ödeme

Häufig

Asymptomatische Blutdrucksenkung (

mmHg systolisch und

10 mmHg diastolisch)

Gelegentlich

Abnahme der Hämoglobinwerte während der

ersten Monate nach Wiedereinsetzen der Menses

bei Frauen mit Amenorrhoe

Untersuchungen

Nicht bekannt

Erhöhte Blutkreatinphosphokinase (CPK),

pathologische Leberfunktionswerte

Sehr häufig unter einer Behandlung der Hyperprolaktinämie; häufig bei einer Behandlung zur

Hemmung/Unterdrückung der Laktation

Häufig unter einer Behandlung der Hyperprolaktinämie; gelegentlich bei einer Behandlung zur

Hemmung/Unterdrückung der Laktation

*** Sehr häufig unter einer Behandlung der Hyperprolaktinämie; gelegentlich bei einer Behandlung zur

Hemmung/Unterdrückung der Laktation

Impulskontrollstörungen

Bei Patienten, die mit Dopamin-Agonisten, einschließlich Cabergolin, behandelt wurden, können

Spielsucht, Libidosteigerung, Hypersexualität, Kaufsucht, Fressattacken und zwanghafte Essstörungen

auftreten (siehe Abschnitt 4.4).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das

nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Tierexperimentelle Studien zur akuten Toxizität zeigten sehr geringe Toxizität mit einer großen

therapeutischen Breite unter Berücksichtigung der pharmakologisch wirksamen Dosis.

Bisher liegen keine klinischen Erfahrungen zu Überdosierungen beim Menschen in den empfohlenen

Indikationen vor. Eine Überdosierung würde sich durch eine Überstimulation der Dopamin-Rezeptoren

zeigen und kann Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden, Hypotonie,

Verwirrtheit/Psychosen oder Halluzinationen hervorrufen.

Allgemeine unterstützende Maßnahmen zur Elimination nicht resorbierter Arzneimittelanteile sowie zur

Aufrechterhaltung des Blutdrucks sollten getroffen werden. Eine zusätzliche Anwendung von Dopamin-

Antagonisten wäre ratsam.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Andere Gynäkologika – Prolaktinhemmer; ATC-Code: G02CB03

Cabergolin ist ein dopaminerges Ergolinderivat mit einer starken und langanhaltenden prolaktinsenkenden

Wirkung. Es wirkt durch direkte Stimulation von D

-Dopaminrezeptoren an den laktotrophen Zellen der

Hypophyse und verhindert auf diese Weise die Prolaktinfreisetzung. Bei Ratten führt es bei oralen Gaben

von 3 - 25

g/kg und in vitro bei einer Konzentration von 45 pg/ml zu einer Senkung der Prolaktinsekretion.

Zusätzlich zeigt Cabergolin in einer Dosierung, die den für die Prolaktinsenkung notwendigen Bereich

überschreitet, über Stimulierung der D

-Rezeptoren einen zentralen dopaminergen Effekt.

Die langanhaltende Prolaktin senkende Wirkung von Cabergolin beruht wahrscheinlich aufgrund der langen

Verweildauer im Zielorgan. Dies kann aus der langsamen Elimination der gesamten Radioaktivität (t

ungefähr 60 Stunden) aus der Ratten-Hypophyse nach einer oralen Einzeldosis geschlossen werden.

Die pharmakodynamische Wirkung wurde bei Probanden, puerperalen Frauen und hyperprolaktinämischen

Patienten untersucht. Die orale Einmaldosis von 0,3 - 1,5 mg Dostinex bewirkte in allen untersuchten

Gruppen eine signifikante Senkung des Serum-Prolaktinspiegels. Die Wirkung tritt schnell ein (innerhalb von

3 Stunden nach der Einnahme) und hält unterschiedlich lange an (bis zu 7 - 28 Tage bei Probanden und

hyperprolaktinämischen Patienten, und bis zu 14 - 21 Tage bei puerperalen Frauen). Dieser

prolaktinsenkende Effekt ist in Intensität und Dauer dosisabhängig.

Dostinex verhindert bzw. unterdrückt die physiologische Laktation durch Hemmung der

Prolaktinsekretion.

In kontrollierten klinischen Prüfungen führte die Gabe einer Einzeldosis von 1 mg Dostinex innerhalb der

ersten 24 Stunden nach der Entbindung zu einer Hemmung der Milchsekretion und war bei Milchstau und

Schmerzen bei 70% - 90% der Frauen wirksam. In der dritten postpartalen Woche kam es bei weniger als

5% der Frauen zu einem meist geringfügigen Wiederauftreten der Brust-spezifischen Symptome.

Die Verabreichung von 0,25 mg Dostinex alle 12 Stunden über 2 Tage (Gesamtmenge 1 mg) führte bei

ca. 85% der stillenden Frauen zur Unterdrückung der Milchsekretion, zur Erleichterung des Milchstaus

und der Schmerzen. Ein neuerliches Auftreten der Brust-spezifischen Symptome nach dem 10. Tag ist

selten (ca. 25% der Fälle).

Bei chronischer Therapie von hyperprolaktinämischen Störungen normalisierte Dostinex in Dosierungen

zwischen 1 mg und 2 mg pro Woche die Serumprolaktinwerte bei ungefähr 84% der Patienten mit

Hyperprolaktinämie.

Bei 83% der amenorrhoischen Patientinnen setzten wieder regelmäßige Zyklen ein.

Das Wiedereinsetzen der Ovulation wurde bei 89% der Frauen mittels Kontrolle der Progesteronspiegel

während der Lutealphase dokumentiert.

Vor der Therapie bestehende Galaktorrhoen verschwanden bei 90% der Patientinnen.

Bei 50% bis 90% der weiblichen und männlichen Patienten mit Mikro- oder Makroprolaktinomen wurde eine

Reduktion der Tumorgröße erreicht.

Bezüglich anderer endokriner Wirkungen, die nicht mit der antiprolaktinischen Wirkung im

Zusammenhang stehen, bestätigen klinische Studien die tierexperimentellen Befunde, dass die Wirkung

von Cabergolin äußerst selektiv ist. Der Arzneistoff übt keine Wirkung auf die Sekretion anderer

Hypophysenhormone oder von Hydrokortison aus.

Nur die Blutdrucksenkung ist eine pharmakodynamische Wirkung von Dostinex, die nicht mit dem

therapeutischen Effekt verbunden ist. Die stärkste hypotensive Wirkung zeigte sich in der Regel während der

ersten 6 Stunden nach Einnahme einer Einzeldosis und ist hinsichtlich des maximalen Blutdruckabfalls und

der Häufigkeit des Auftretens dosisabhängig.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen und metabolischen Eigenschaften von Cabergolin wurden an Probanden beiderlei

Geschlechts, und weiblichen Patienten mit Hyperprolaktinämie untersucht.

Resorption

Nach oraler Verabreichung der radioaktiv markierten Substanz wurde diese rasch aus dem

Gastrointestinaltrakt aufgenommen, mit maximalen Plasmaspiegeln zwischen 0,5 und 4 Stunden.

Nahrungsmittel scheinen keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit und Resorption von Cabergolin zu haben.

Die Pharmakokinetik von Cabergolin scheint bei Probanden (Gaben von 0,5 - 1,5 mg) dosisunabhängig zu

sein.

Aufgrund der langen Eliminationshalbwertszeit sollte ein Steady State nach 4 Wochen erreicht werden. Dies

bestätigen die durchschnittlichen maximalen Cabergolin-Plasmawerte nach einer Einzeldosis (37 ± 8 pg/ml)

und nach Mehrfachgabe über 4 Wochen (101 ± 43 pg/ml).

Verteilung

In vitro Untersuchungen zeigten, dass das Arzneimittel in Konzentrationen von 0,1 - 10 ng/ml zu 41 - 42% an

Plasmaeiweiß gebunden wird.

Biotransformaton

Im Harn wurde als Hauptmetabolit 6-Allyl-8ß-carboxy-ergolin identifiziert; sein Anteil betrug 4 - 6% der

verabreichten Dosis. Drei weitere Metaboliten wurden im Harn identifiziert, die zusammen weniger als 3%

der verabreichten Dosis ausmachten. Die Prolaktinsekretion hemmende Wirkung in vitro erwies sich bei den

Metaboliten als weitaus schwächer als bei Cabergolin.

Elimination

Innerhalb von 10 Tagen nach Verabreichung wurden ca. 20% bzw. 72% der radioaktiven Dosis von (

Cabergolin) im Harn bzw. Faeces nachgewiesen. Der Anteil an unveränderter Substanz im Harn betrug 2 -

3% der verabreichten Dosis.

Die geringe renale Ausscheidungsrate von unverändertem Cabergolin wurde auch in Studien mit nicht

radioaktiv markierter Substanz bestätigt. Schätzungen anhand der renalen Ausscheidungsrate ergaben eine

lange Eliminationshalbwertszeit für Cabergolin (63 - 68 Stunden bei Probanden, 79 - 115 Stunden bei

Patientinnen mit Hyperprolaktinämie).

Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion

Bei Vorliegen einer Niereninsuffizienz war die Kinetik von Cabergolin nicht verändert. Mit einer schweren

Leberinsuffizienz (≥ 10 Child-Pugh-Punkte) wurde eine Zunahme der AUC festgestellt.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Bei Mäusen ergaben sich bei Verabreichung von bis zu 8 mg/kg Cabergolin täglich (der etwa 55fachen

empfohlenen Höchstdosis beim Menschen) während der Organogenese toxische Wirkungen beim

Muttertier, jedoch keine Teratogenität.

Bei Ratten kam es bei einer Dosis von 0,012 mg/kg/Tag (etwa 1/7 der empfohlenen Höchstdosis beim

Menschen) während der Organogenese zu einem erhöhten embryofetalen Verlust nach der Einnistung,

möglicherweise aufgrund der Prolaktin hemmenden Wirkung von Cabergolin bei Ratten. Bei Kaninchen

verursachte die Verabreichung von 0,5 mg/kg/Tag (der etwa 19fachen empfohlenen Höchstdosis beim

Menschen) während der Organogenese toxische Wirkungen beim Muttertier in Form von Gewichtsverlust

und verminderter Futteraufnahme. Bei Verabreichung von 4 mg/kg/Tag (der etwa 150fachen

empfohlenen Höchstdosis beim Menschen) während der Organogenese kam es bei Kaninchen zu einer

Zunahme von verschiedenen Missbildungen. Hingegen wurden in einer anderen Studie an Kaninchen bei

Dosen bis zu 8 mg/kg/Tag (der etwa 300fachen empfohlenen Höchstdosis beim Menschen) weder

behandlungsbedingte Missbildungen noch Embryofetotoxizität beobachtet.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Leucin

Lactose

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern. In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Die Tabletten sind in Braunglasflaschen mit manipulationsgesicherten Aluminiumschraubkappen oder in

Flaschen aus Polyethylen hoher Dichte (HDPE) mit kindersicheren Schraubkappen aus Polypropylen (PP)

abgepackt. Die Schraubkappen enthalten Silicagel als Trocknungsmittel.

Jede Flasche enthält 2 bzw. 8 Tabletten und befindet sich in einem Faltkarton.

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