Doneurin 10mg Hartkapseln

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Doxepinhydrochlorid (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
ATC-Code:
N06AA12
INN (Internationale Bezeichnung):
Doxepin Hydrochloride (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Hartkapsel
Zusammensetzung:
Doxepinhydrochlorid (Ph.Eur.) 11.31mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
36692.02.00

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR PATIENTEN

Doneurin 10 mg Hartkapseln

Zur Anwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren

Wirkstoff: Doxepin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie

Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Doneurin und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Doneurin beachten?

Wie ist Doneurin einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Doneurin aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST DONEURIN UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Doneurin ist ein Mittel zur Behandlung depressiver Störungen (trizyklisches

Antidepressivum).

Doneurin wird angewendet bei

depressiven Erkrankungen

krankhaften Angstzuständen (Angstsyndromen)

leichten Entzugserscheinungen bei Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit

Unruhe, Angst oder Schlafstörungen im Zusammenhang mit depressiven

Erkrankungen oder leichten Entzugserscheinungen.

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON DONEURIN BEACHTEN?

Doneurin darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Doxepin, verwandte Wirkstoffe (Dibenzoxepine) oder

einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

bei Vergiftung mit Arzneimitteln, die das zentrale Nervensystem dämpfen (z. B. mit

Schlafmitteln, Schmerzmitteln oder Psychopharmaka)

im Zustand des Delirs (Bewusstseinstrübung verbunden mit

Erregung,Sinnestäuschungen und Wahnideen)

bei unbehandeltem grünen Star (Engwinkelglaukom)

bei akutem Harnverhalt

bei Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostatahyperplasie) mit Restharnbildung

bei Darmlähmung (paralytischer Ileus)

während der Stillzeit.

Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht mit Doneurin behandelt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Doneurin einnehmen.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Doneurin ist erforderlich, wenn Sie unter einem

der folgenden Zustände leiden:

Vergrößerung der Vorsteherdrüse ohne Restharnbildung

Leberschäden

Störungen der Blutbildung

seelische und geistige Störungen unterschiedlicher Art, die durch eine Schädigung des

Gehirns verursacht werden

erhöhte Krampfbereitschaft

Kaliummangel (vor Behandlungsbeginn ausgleichen)

verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)

bestimmte Herzerkrankungen (angeborenes langes QT-Syndrom oder andere klinisch

bedeutsame Herzschäden, insbesondere frischer Herzinfarkt, manifeste

Herzleistungsschwäche, koronare Herzkrankheit, Erregungsleitungsstörungen,

Herzrhythmusstörungen)

eine Erkrankung, bei der eine Senkung des Blutdrucks auf jeden Fall vermieden werden

muss. Sorgfältige Blutdruckkontrolle notwendig.

zeitweises Nebelsehen oder Augenschmerzen. Es ist eine augenärztliche Kontrolle zum

Ausschluss eines grünen Stars erforderlich.

verstärkte Krankheitszeichen einer Psychose oder Anzeichen einer manischen Phase . Eine

Verringerung der Dosis kann notwendig werden.

Kinder und Jugendliche

Doneurin sollte nicht zur Behandlung von Depressionen bei Jugendlichen zwischen

12 und 18 Jahren angewendet werden. In Studien zur Behandlung von Depressionen in dieser

Altersgruppe zeigten trizyklische Antidepressiva keinen therapeutischen Nutzen. Studien mit

anderen Antidepressiva (SSRI, SNRI) haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von

suizidalem Verhalten, Selbstschädigung und feindseligem Verhalten im Zusammenhang mit

der Anwendung dieser Wirkstoffe gezeigt. Diese Risiken können auch für Doneurin nicht

ausgeschlossen werden.

Außerdem ist Doneurin in allen Altersgruppen mit einem Risiko für Nebenwirkungen am

Herzkreislauf-System verbunden.

Darüber hinaus liegen keine Daten zur Sicherheit bei Langzeitanwendung bei Kindern und

Jugendlichen bezüglich Wachstum, Reifung sowie zur kognitiven Entwicklung und

Verhaltensentwicklung vor (siehe auch unter Abschnitt 4).

Suizidgedanken und Verschlechterung Ihrer Depression/Angststörung

Wenn Sie depressiv sind oder unter Angststörungen leiden, können Sie manchmal Gedanken

daran haben, sich selbst zu verletzen oder Suizid zu begehen. Solche Gedanken können bei

der erstmaligen Anwendung von Antidepressiva verstärkt sein, denn alle diese Arzneimittel

brauchen einige Zeit bis sie wirken, gewöhnlich etwa zwei Wochen, manchmal auch länger.

Das Auftreten derartiger Gedanken ist wahrscheinlicher,

wenn Sie bereits früher einmal Gedanken daran hatten, sich das Leben zu nehmen oder

daran gedacht haben, sich selbst zu verletzen,

wenn Sie ein junger Erwachsener sind. Ergebnisse aus klinischen Studien haben ein

erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidverhalten bei jungen Erwachsenen im Alter

bis 25 Jahre gezeigt, die unter einer psychiatrischen Erkrankung litten und mit einem

Antidepressivum behandelt wurden.

Gehen Sie zu Ihrem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf, wenn Sie

zu irgendeinem Zeitpunkt Gedanken daran entwickeln, sich selbst zu verletzen oder sich das

Leben zu nehmen.

Es kann hilfreich sein, wenn Sie einem Freund oder Verwandten erzählen, dass Sie

depressiv sind oder unter einer Angststörung leiden. Bitten Sie diese Personen, diese

Packungsbeilage zu lesen. Fordern Sie sie auf Ihnen mitzuteilen, wenn sie den Eindruck

haben, dass sich Ihre Depression oder Angstzustände verschlimmern oder wenn sie sich

Sorgen über Verhaltensänderungen bei Ihnen machen.

Einnahme von Doneurin zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker,

wenn Sie bisher zur Behandlung Ihrer Erkrankung andere Arzneimittel (z. B.

Benzodiazepine oder Barbiturate) erhalten haben, denn Doneurin kann die

Krampfschwelle senken.

wenn Sie gleichzeitig andere medikamentöse Therapien erhalten. Bei Ihnen und bei

älteren Patienten mit Doneurin als täglicher Einzeldosis wird Ihr Arzt auf besonders

sorgfältige Einstellung und Anpassung der Dosierung achten.

über die Anwendung sympathomimetischer Amine (Mittel, die eine anregende Wirkung

auf das Nervensystem haben). Sie können durch gleichzeitige Einnahme von Doneurin

erheblich verstärkt werden. Hier sei besonders auf Noradrenalin hingewiesen, ein

gefäßverengender Zusatz in Mitteln zur örtlichen Betäubung (z. B. beim Zahnarzt).

Die Wirkungen bzw. unerwünschten Wirkungen folgender zentral dämpfend

wirkender Arzneimittel können bei gleichzeitiger Anwendung von Doneurin

verstärkt werden

andere Mittel zur Behandlung von Depressionen

Schlaf-, Beruhigungs-, Schmerzmittel

Mittel zur Behandlung von Psychosen

bestimmte Mittel gegen Allergien

Mittel zur Behandlung und Vorbeugung epileptischer Anfälle

Verstärkung der erwünschten und unerwünschten Wirkungen von Doneurin

(Verstärkung peripherer und zentraler Effekte, insbesondere Delir) bei gleichzeitiger

Anwendung von

verwandten Mitteln zur Behandlung von Depressionen

Mitteln zur Behandlung der Parkinson-Krankheit

bestimmten Mitteln zur Behandlung von Depressionen, sogenannte MAO-Hemmer.

Sie sollen mindestens 14 Tage vor Beginn der Behandlung mit Doneurin abgesetzt

werden. Andernfalls kann ein Serotonin-Syndrom mit schweren Nebenwirkungen wie

Erregung, Delir (Bewußtseinstrübung verbunden mit Erregung, Sinnestäuschungen

und Wahnideen), Bewußtlosigkeit, hohes Fieber, Krampfanfälle und starke

Blutdruckschwankungen, auftreten.

Cimetidin (Mittel zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen). Die zentral

dämpfende und anticholinerge Wirkungen von Doneurin können verstärkt werden.

Abschwächung der Wirkung von

bestimmten Mitteln zur Behandlung des Bluthochdrucks (Reserpin, Clonidin). Bei

Patienten, die mit Clonidin behandelt werden, kann der Blutdruck dadurch plötzlich stark

ansteigen.

Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung von

Mitteln zur Behandlung von Bluthochdruck (z. B. Beta-Rezeptorenblocker) und Mitteln

zur Erweiterung der Herzkranzgefäße (Nitrate).

Die gleichzeitige Anwendung folgender Arzneimittel ist zu vermeiden

Arzneimittel,

die ebenfalls das QT-Intervall im EKG verlängern (z. B. Mittel gegen

Herzrhythmusstörungen, einige Antibiotika wie z. B. Erythromycin, Malaria-Mittel,

Mittel gegen Allergien, Mittel zur Behandlung bestimmter psychischer Erkrankungen)

die zu einem Kaliummangel führen (z. B. bestimmte harntreibende Mittel) oder

die den Abbau von Doxepin in der Leber hemmen können (z. B. MAO-Hemmer).

Bei Depressionen, die auf bisherige Behandlungsversuche nicht angesprochen haben, ist

eine zusätzliche Gabe von MAO-Hemmern bei bevorstehender Behandlung mit Doxepin

im Einzelfall möglich. Der Arzt wird die Behandlung dann besonders überwachen und die

Dosis langsam erhöhen.

Vor Beginn und während der Behandlung wird Ihr Arzt in regelmäßigen Abständen

Kontrollen von Blutdruck, EKG, Blutbild, Leberfunktion und gegebenenfalls des EEG

vornehmen.

Bei von der Norm abweichenden Werten darf eine Behandlung mit Doneurin nur unter

engmaschigen Kontrollen durchgeführt werden.

Insbesondere selbstmordgefährdete Patienten sollten vor allem bei Behandlungsbeginn

engmaschig überwacht werden, da die beruhigende, dämpfende Wirkung von Doneurin meist

unmittelbar in den ersten Stunden einsetzt, die stimmungsaufhellende Wirkung in der Regel

erst nach 1-3 Wochen zu erwarten ist.

Ein plötzliches Beenden einer längerfristigen hoch dosierten Behandlung mit Doneurin sollte

vermieden werden, da hier mit Absetzerscheinungen (siehe Abschnitt 4.) gerechnet werden

muss.

Einnahme von Doneurin zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Während der Behandlung mit Doneurin sollten Sie Alkohol meiden, da durch Alkohol die

Wirkung von Doneurin in nicht vorhersehbarer Weise verändert und verstärkt wird.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Zur Anwendung von Doxepin während der Schwangerschaft liegen bislang keine

ausreichenden Erfahrungen vor. Deshalb darf Doneurin nur bei zwingender Notwendigkeit

und nach strenger Abwägung von Risiko und Nutzen verordnet werden. Nach Einnahme

von Doneurin oder anderen Antidepressiva vor der Geburt in höheren Dosen oder über

einen längeren Zeitraum kann es beim Neugeborenen zu Entzugserscheinungen kommen.

Doneurin darf während der Stillzeit nicht eingenommen werden, da der Wirkstoff in die

Muttermilch übergeht und beim gestillten Säugling zu unerwünschten Wirkungen führen

kann.

Fragen Sie vor der Einnahme/Anwendung von allen Arzneimitteln Ihren Arzt oder

Apotheker um Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Daher sollten das

Führen von Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen oder sonstige gefahrvolle

Tätigkeiten zumindest während der ersten Tage der Behandlung unterbleiben. Die

Entscheidung darüber trifft Ihr behandelnder Arzt unter Berücksichtigung der verordneten

Dosierung und wie Sie darauf reagieren.

3.

WIE IST DONEURIN EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt:Bei depressiven Erkrankungen und krankhaften

Angstzuständen

Es wird empfohlen, die Behandlung mit 5 Hartkapseln Doneurin (entsprechend 50 mg

Doxepin) am Abend zu beginnen. Wenn erforderlich, kann die Dosis nach 3 bis 4 Tagen

auf 75 mg Doxepin und nach 7 bis 8 Tagen auf 10 bis 15 Hartkapseln Doneurin

(entsprechend 100 bis 150 mg Doxepin) pro Tag gesteigert werden.

Bei ambulanter Behandlung sollte eine Tagesdosis von 15 Hartkapseln Doneurin

(entsprechend 150 mg Doxepin) nicht überschritten werden.

Ist eine schlafanstoßende Wirkung besonders erwünscht, kann ein größerer Teil der

Tagesdosis oder die ganze Tagesdosis zur Nacht gegeben werden.

Im Krankenhaus kann die Tagesdosis unter Beachtung der notwendigen

Vorsichtsmaßnahmen bis auf 30 Hartkapseln Doneurin (entsprechend 300 mg Doxepin)

gesteigert werden.

Bei leichten Entzugserscheinungen

Bei der Behandlung von Entzugserscheinungen ist in den ersten 3 Tagen häufig die Gabe

von 3-mal 5 Hartkapseln Doneurin (entsprechend 3-mal 50 mg Doxepin) pro Tag

notwendig. Danach kann eine langsame Dosisverringerung zur Beendigung der

Behandlung vorgenommen werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist das Risiko von Nebenwirkungen erhöht. Da diese Patienten

außerdem oft deutlich niedrigere Dosen benötigen und häufig schon bei der Hälfte der

üblichen Tagesdosen einen zufrieden stellenden Behandlungseffekt zeigen, ist die

Dosierung sorgfältig anzupassen.

Kinder und Jugendliche

Jugendliche über 12 Jahre, die Doneurin nur im Ausnahmefall erhalten sollten, benötigen

auf Grund des geringeren Körpergewichts ebenfalls deutlich niedrigere Dosen.

Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht mit Doneurin behandelt werden.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen kann eine Dosisreduktion angezeigt sein.

Für Dosierungen, die mit diesem Arzneimittel nicht praktikabel sind, steht Doneurin in

anderen Stärken zur Verfügung.

Die Hartkapseln sind unzerkaut mit etwas Flüssigkeit vor oder nach den Mahlzeiten oder

abends vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Dauer der Behandlung

Die Einleitung der Therapie wird durch schrittweise Dosissteigerung und die Beendigung

der Therapie durch langsame Verringerung der Dosis vorgenommen (Verringerung um die

Hälfte pro Woche).

Bei depressiven Erkrankungen und Angstsyndromen beträgt die mittlere Dauer einer

Behandlungsperiode bis zur Besserung des Krankheitsbildes im Allgemeinen mindestens

4-6 Wochen. Anschließend sollte die Behandlung noch weitere 4-6 Monate fortgeführt

werden, um einen Rückfall zu verhindern.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

Doneurin zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Doneurin eingenommen haben, als Sie sollten

Doneurin ist bei Überdosierung verhältnismäßig gefährlich – insbesondere für Kinder und

Kleinkinder. Informieren Sie bei Verdacht einer Überdosierung sofort einen Arzt (z. B.

Vergiftungsnotruf)! Überdosierung mit Doneurin äußern sich in Abhängigkeit von der

aufgenommenen Dosis durch Störungen des Zentralnervensystems (Verwirrung,

Erregungszustände bis hin zu Krampfanfällen, Bewusstseinseintrübung bis hin zum Koma,

Atemstillstand) und des Herz-Kreislauf-Systems.

Wenn Sie die Einnahme von Doneurin vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben.

Wenn Sie die Einnahme von Doneurin abbrechen

Ein plötzliches Beenden einer längerfristigen oder hoch dosierten Behandlung mit Doneurin

sollte vermieden werden, da hier mit Absetzerscheinungen (siehe Abschnitt 4.) gerechnet

werden muss.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen. Sollten Sie die folgenden Nebenwirkungen bei sich beobachten,

besprechen Sie das bitte mit Ihrem Arzt, der dann festlegt, wie weiter zu verfahren ist.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde

gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Mit folgenden Nebenwirkungen ist besonders zu Beginn der Behandlung zu rechnen:

Mundtrockenheit, verstopfte oder trockene Nase, Müdigkeit, Benommenheit, Schwitzen,

Schwindel, Blutdruckabfall, Kreislaufstörungen beim Wechsel vom Liegen zum Stehen,

Beschleunigung des Herzschlags, Herzrhythmusstörungen, Zittern, Sehstörungen,

Verstopfung, Gewichtszunahme und meist vorübergehender Anstieg der

Leberenzymwerte.

Häufig kommt es zu Störungen beim Wasserlassen, innerer Unruhe, Durstgefühl,

allergischen Hautreaktionen und Juckreiz, sexuellen Störungen (Abnahme des sexuellen

Interesses, Ejakulationsstörungen bzw. Potenzstörungen). Bei älteren Patienten besteht ein

erhöhtes Risiko für das Auftreten von Verwirrtheitszuständen.

Gelegentlich kommt es zu Kollapszuständen, Harnverhalten, Absonderung von Sekret aus

der Brust, Störungen der Erregungsleitung am Herzen. Eine bereits bestehende

Herzleistungsschwäche kann verstärkt werden. Gelegentlich kommt es außerdem zu

Einlagerung von Flüssigkeit ins Gewebe, Missempfindungen wie Kribbeln, Hitze- und

Kälteempfindungen, Ohrensausen, Kopfschmerzen sowie zu vermehrten Träumen.

Sehr selten wurde eine Vergrößerung der Brust bei Männern, bei Frauen eine

Vergrößerung der Brust sowie Unregelmäßigkeiten bei der Regelblutung beobachtet,

außerdem Störungen der Hormonproduktion der Hirnanhangsdrüse, Haarausfall,

Änderungen des Blutzuckerspiegels, medikamentenabhängige Leberentzündung und

Blutbildveränderungen.

Häufigkeit nicht bekannt

Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten während der Therapie mit Doxepin oder

kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung sind berichtet worden (siehe Abschnitt

„Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Doneurin ist erforderlich“).

Halluzinationen, Desorientierung, Sehstörungen.

Bei Patienten mit Abhängigkeit in der Krankengeschichte ist Missbrauch beobachtet

worden.

So genannte "anticholinerge Nebenwirkungen" wie Darmlähmung, Erhöhung des

Augeninnendrucks und Harnverhalt sowie Nervenfunktionsstörungen wie z. B.

Krampfanfälle sind als Nebenwirkungen von trizyklischen Antidepressiva beschrieben

worden und daher auch für Doneurin nicht auszuschließen.

Außerdem wurden berichtet:

Bewegungsstörungen, Bluthochdruck, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,

Verdauungsstörungen, Entzündungen der Mundschleimhaut, Geschmacksstörungen,

bestimmte Blutbildungsstörungen, Hautblutungen, Lichtempfindlichkeit, Verschlimmerung

einer asthmatischen Erkrankung, sehr hohes Fieber (insbesondere bei gleichzeitiger

Verabreichung von Chlorpromazin, einem Mittel zur Behandlung von Psychosen).

Während der Behandlung mit Doneurin können bestimmte Herzrhythmusstörungen auftreten,

die sehr selten u. U. auch lebensbedrohlich sein können.

Absetzerscheinungen wie Unruhe, Schweißausbrüche, Übelkeit, Erbrechen und

Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Unwohlsein, sind insbesondere bei einer raschen

Beendigung einer länger dauernden Anwendung möglich.

Beim Auftreten folgender Nebenwirkungen ist sofort ein Arzt aufzusuchen:

Bei eitriger Angina oder grippeähnlichen Erscheinungen, die mit Beschwerden wie

hohem Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Entzündungen im

Mund- Nasen-, Rachen- sowie Genital- oder Analbereich einhergehen. Es ist eine

Untersuchung des Blutbildes vorzunehmen. Führen Sie in diesem Fall keine

Selbstbehandlung mit fiebersenkenden Arzneimitteln, Schmerzmitteln oder

Antibiotika durch!

Bei Patienten mit einer vorbestehenden Gehirnerkrankung (hirnorganischem

Psychosyndrom) kann durch Doneurin möglicherweise ein Verwirrtheitszustand

(Delir) hervorgerufen werden.

Beim Auftreten einer krankhaften Hochstimmung (manische Verstimmung). Die

Behandlung mit Doneurin ist sofort abzubrechen.

Bei plötzlichem Auftreten von Trugwahrnehmungen, Sinnestäuschungen, Wahn oder

ähnlicher Erscheinungen bei der Behandlung depressiver Zustände im Verlauf

schizophrener Erkrankungen.

Doneurin kann die Krampfschwelle des Gehirns erniedrigen, daher kann es bei erhöhter

Anfallsbereitschaft (z. B. bei Epileptikern oder nach dem plötzlichen Absetzen von

Benzodiazepinen oder Barbituraten) vermehrt zu Krampfanfällen kommen.

Ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Knochenbrüchen wurde bei Patienten, die mit

dieser Gruppe von Arzneimitteln behandelt wurden, beobachtet.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST DONEURIN AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht über 25 °C lagern.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton nach

„verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.

Das Verfallsdatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Doneurin enthält

Der Wirkstoff ist Doxepin.

1 Hartkapsel enthält 11,31 mg Doxepinhydrochlorid entsprechend 10 mg Doxepin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Maisquellstärke, mikrokristalline Cellulose, Siliciumdioxid-Hydrat, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.), Natriumdodecylsulfat, Gelatine, Wasser, Titandioxid (E 171), Indigocarmin (E 132)

Wie Doneurin aussieht und Inhalt der Packung

Doneurin sind blaue Hartgelatinekapseln, gefüllt mit weißem Pulver.

Doneurin ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Hartkapseln erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: 08024/908-0

Telefax: 08024/908-1290

E-Mail: service@hexal.com

Hersteller

Salutas Pharma GmbH,

ein Unternehmen der Hexal AG

Otto-von-Guericke-Allee 1

39179 Barleben

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2014.

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Doneurin

10 mg Hartkapseln

Doneurin

25 mg Hartkapseln

Doneurin

50 mg Hartkapseln

Doneurin

75 mg Hartkapseln

Doneurin

100 mg Hartkapseln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Doneurin 10 mg Hartkapseln

1 Hartkapsel enthält 10 mg Doxepin als Doxepinhydrochlorid.

Doneurin 25 mg Hartkapseln

1 Hartkapsel enthält 25 mg Doxepin als Doxepinhydrochlorid.

Doneurin 50 mg Hartkapseln

1 Hartkapsel enthält 50 mg Doxepin als Doxepinhydrochlorid.

Doneurin 75 mg Hartkapseln

1 Hartkapsel enthält 75 mg Doxepin als Doxepinhydrochlorid.

Doneurin 100 mg Hartkapseln

1 Hartkapsel enthält 100 mg Doxepin als Doxepinhydrochlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

Aussehen:

Doneurin 10 mg Hartkapseln

Blaue Hartkapsel, gefüllt mit weißem Pulver.

Doneurin 25 mg Hartkapseln

Hartkapsel mit cremefarbenem Oberteil und gelbem Unterteil, gefüllt mit weißem Pulver.

Doneurin 50 mg Hartkapseln

Hartkapsel mit lila Oberteil und braunrotem Unterteil, gefüllt mit weißem Pulver

Doneurin 75 mg Hartkapseln

Hartkapsel mit hellbraunem Oberteil und gelbem Unterteil, gefüllt mit weißem Pulver.

Doneurin 100 mg Hartkapseln

Hellbraune Hartkapsel, gefüllt mit weißem Pulver.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Depressive Erkrankungen

Angstsyndrome

Leichte Entzugssyndrome bei Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit

Unruhe, Angst oder Schlafstörungen im Zusammenhang mit depressiven

Erkrankungen oder leichten Entzugssyndromen

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Hartkapseln sind unzerkaut mit etwas Flüssigkeit vor oder nach den Mahlzeiten oder

abends vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Die Dosierung und Dauer der Anwendung sind abhängig von der individuellen

Reaktionslage, dem Anwendungsgebiet und der Schwere der Erkrankung. Dabei gilt der

Grundsatz, dass bei einem Ansprechen des Patienten die Dosis zwar so klein wie möglich

gehalten, anderenfalls aber der gesamte zur Verfügung stehende Dosierungsbereich

ausgenutzt werden sollte.

Die Einleitung der Therapie ist durch schrittweise Dosissteigerung und die Beendigung

durch langsame Verringerung der Dosis vorzunehmen (Reduktion um die Hälfte pro

Woche).

Für den oberen bzw. unteren Dosierungsbereich ist gegebenenfalls auf ein Präparat mit

geeigneterem Wirkstoffgehalt umzustellen.

Dosierungsrichtlinien

Depressive Erkrankungen und Angstsyndrome

Es wird empfohlen, die Therapie mit 50 mg Doxepin am Abend zu beginnen. Wenn

erforderlich, kann die Dosis nach 3-4 Tagen auf 75 mg Doxepin und nach 7-8 Tagen auf

100-150 mg Doxepin pro Tag gesteigert werden.

Bei ambulanter Behandlung sollte eine Tagesdosis von 150 mg Doxepin nicht

überschritten werden.

Ist eine schlafanstoßende Wirkung besonders erwünscht, kann ein größerer Teil der

Tagesdosis oder die ganze Tagesdosis zur Nacht gegeben werden.

Unter stationären Bedingungen kann die Tagesdosis unter Beachtung der o. g.

Vorsichtsmaßnahmen bis auf 300 mg Doxepin gesteigert werden.

Die mittlere Dauer einer Behandlungsperiode bis zum Verschwinden der Symptomatik

beträgt im Allgemeinen mindestens 4-6 Wochen. Anschließend sollte die Behandlung

noch weitere 4-6 Monate fortgeführt werden, um einen Rückfall zu verhindern.

Leichte Entzugssyndrome

Bei der Behandlung von leichten Entzugssyndromen ist in den ersten drei Tagen häufig die

Gabe von 3-mal 50 mg Doxepin pro Tag notwendig. Danach kann eine langsame

Dosisverringerung zur Beendigung der Behandlung vorgenommen werden.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten ist das Risiko von Nebenwirkungen erhöht. Da diese Patienten

außerdem oft deutlich niedrigere Dosen benötigen und häufig schon bei der Hälfte der

üblichen Tagesdosen einen zufrieden stellenden Behandlungseffekt zeigen, ist die

Dosierung sorgfältig anzupassen.

Kinder und Jugendliche

Jugendliche über 12 Jahre, die nur im Ausnahmefall mit Doxepin behandelt werden sollten

(siehe Abschnitt 4.4), benötigen auf Grund des geringeren Körpergewichts ebenfalls

deutlich niedrigere Dosen.

Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht mit Doxepin behandelt werden.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen kann eine Dosisreduktion angezeigt sein.

4.3

Gegenanzeigen

Darf nicht eingenommen werden bei

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Dibenzoxepine, oder einen der

in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile des Arzneimittels

akuten Vergiftungen mit Alkohol, Hypnotika, Analgetika und Psychopharmaka

akuten Delirien

unbehandeltem Engwinkelglaukom

akutem Harnverhalt

Prostatahyperplasie mit Restharnbildung

paralytischem Ileus

sowie während der Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6).

Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht mit Doxepin behandelt werden.

Zusätzlich für Doneurin 50 mg Hartkapseln:

Überempfindlichkeit gegen Azorubin.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Doxepin darf nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei

Prostatahyperplasie ohne Restharnbildung

Leberschäden

Störungen des blutbildenden Systems

hirnorganischem Psychosyndrom

erhöhter Krampfbereitschaft

Hypokaliämie

Bradykardie

angeborenem langem QT-Syndrom oder anderen klinisch signifikanten kardialen

Störungen (insbesondere frischer Herzinfarkt, manifeste Herzinsuffizienz,

koronare Herzkrankheit, Erregungsleitungsstörungen, Arrhythmien)

Kinder und Jugendliche

Doxepin sollte nicht zur Behandlung von Depressionen bei Jugendlichen zwischen 12 und

18 Jahren angewendet werden. In Studien zur Behandlung von Depressionen in dieser

Altersgruppe zeigten trizyklische Antidepressiva keinen therapeutischen Nutzen. Studien

mit anderen Antidepressiva (SSRI, SNRI) haben ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von

suizidalem Verhalten, Selbstschädigung und feindseligem Verhalten im Zusammenhang

mit der Anwendung dieser Wirkstoffe gezeigt. Diese Risiken können für Doxepin nicht

ausgeschlossen werden. Außerdem ist Doxepin in allen Altersgruppen mit einem Risiko

für kardiovaskuläre Nebenwirkungen verbunden. Darüber hinaus liegen keine Daten zur

Sicherheit bei Langzeitanwendung bei Kindern und Jugendlichen bezüglich Wachstum,

Reifung sowie zur kognitiven Entwicklung und Verhaltensentwicklung vor (siehe auch

Abschnitt 4.8).

Vor Beginn und während der Behandlung sind in regelmäßigen Abständen Kontrollen von

Blutdruck, EKG, Blutbild, Leberfunktion und gegebenenfalls des EEG vorzunehmen. Bei

von der Norm abweichenden Werten darf eine Behandlung mit Doxepin nur unter

engmaschigen Kontrollen durchgeführt werden.

Eine bestehende Hypokaliämie ist vor Behandlungsbeginn auszugleichen.

Bei Patienten, bei denen eine Senkung des Blutdruckes auf jeden Fall vermieden werden

muss, darf Doxepin nur unter sorgfältiger Kontrolle der hämodynamischen Parameter

angewendet werden.

Während die sedierende Wirkung von Doxepin meist unmittelbar in den ersten Stunden

einsetzt, ist die stimmungsaufhellende Wirkung in der Regel erst nach 1-3 Wochen zu

erwarten.

Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung

Depressive Erkrankungen sind mit einem erhöhten Risiko für die Auslösung von

Suizidgedanken, selbstschädigendem Verhalten und Suizid (Suizid-bezogene Ereignisse)

verbunden. Dieses erhöhte Risiko besteht, bis es zu einer signifikanten Linderung der

Symptome kommt. Da diese nicht unbedingt schon während der ersten

Behandlungswochen auftritt, sollten die Patienten daher bis zum Eintritt einer Besserung

engmaschig überwacht werden. Die bisherige klinische Erfahrung zeigt, dass das

Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen kann.

Andere psychiatrische Erkrankungen, für die Doxepin verschrieben wird, können ebenso

mit einem erhöhten Risiko für Suizid-bezogene Ereignisse einhergehen. Außerdem können

diese Erkrankungen zusammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major

Depression) auftreten. Daher sollten bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen

die gleichen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden wie bei der Behandlung von

depressiven Erkrankungen.

Bei Patienten mit suizidalem Verhalten in der Anamnese oder solchen, die vor der

Therapie ausgeprägte Suizidabsichten hatten, ist das Risiko für die Auslösung von

Suizidgedanken oder –versuchen erhöht. Sie sollten daher während der Behandlung

besonders sorgfältig überwacht werden. Eine Meta-Analyse von Placebo-kontrollierten

klinischen Studien zur Anwendung von Antidepressiva bei Erwachsenen mit

psychiatrischen Störungen zeigte für Patienten unter 25 Jahren, die Antidepressiva

einnahmen, ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo.

Die Arzneimitteltherapie sollte mit einer engmaschigen Überwachung der Patienten, vor

allem der Patienten mit hohem Suizidrisiko, insbesondere zu Beginn der Behandlung und

nach Dosisanpassungen einhergehen. Patienten (und deren Betreuer) sind auf die

Notwendigkeit einer Überwachung hinsichtlich jeder klinischen Verschlechterung, des

Auftretens von suizidalem Verhalten oder Suizidgedanken und ungewöhnlicher

Verhaltensänderungen hinzuweisen. Sie sollten unverzüglich medizinischen Rat einholen,

wenn derartige Symptome auftreten.

Verstärkte Symptome einer Psychose oder Anzeichen einer manischen Phase können eine

Dosisreduktion notwendig machen.

Bei Verabreichung von Doxepin als tägliche Einzeldosis ist bei älteren Patienten und bei

Patienten mit gleichzeitiger anderer medikamentöser Therapie besonders auf sorgfältige

Einstellung und Anpassung der Dosierung zu achten (siehe „Ältere Patienten“ in Abschnitt

4.2 und Tabelle in Abschnitt 4.5).

Ein plötzliches Beenden einer längerfristigen hochdosierten Behandlung mit Doxepin

sollte vermieden werden, da hier mit Absetzerscheinungen wie Unruhe,

Schweißausbrüchen, Übelkeit, Erbrechen und Schlafstörungen gerechnet werden muss.

Doxepin kann die cerebrale Krampfschwelle erniedrigen, daher kann es bei erhöhter

Anfallsbereitschaft (z. B. Entzugssyndrom nach abrupten Absetzen von Benzodiazepinen

oder Barbituraten) vermehrt zu Krampfanfällen kommen.

Bei intermittierendem Nebelsehen und Augenschmerzen ist eine augenärztliche Kontrolle

zum Ausschluss eines Glaukoms (siehe Abschnitt 4.8.) erforderlich.

Der gleichzeitige Genuss von Alkohol ist zu vermeiden (siehe Tabelle in Abschnitt 4.5.).

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern

(z. B. Antiarrhythmika Klasse IA oder III, Antibiotika, Malaria-Mittel, Antihistaminika,

Neuroleptika), zu einer Hypokaliämie führen (z. B. bestimmte Diuretika) oder den

hepatischen Abbau von Doxepin hemmen können (z. B. MAO-Hemmer), ist zu vermeiden.

Die gleichzeitige Anwendung von MAO-Hemmern ist zu vermeiden. MAO-Hemmer

sollen mindestens 14 Tage vor Beginn der Therapie mit Doxepin abgesetzt werden.

Andernfalls kann ein Serotonin-Syndrom (Symptome: Anstieg der Körpertemperatur,

Verwirrtheit, Rigor, Reizbarkeit, Tachykardie, Blutdruckanstieg, Tremor) mit eventuell

tödlichem Ausgang ausgelöst werden.

Bei therapieresistenten Depressionen ist im Einzelfall unter Beachtung aller notwendigen

Vorsichtsmaßnahmen und unter langsamer Dosissteigerung eine zusätzliche Gabe von

MAO-Hemmern bei vorbestehender Therapie mit Doxepin möglich.

Wirkungen und ggf. Nebenwirkungen folgender Arzneimittel können durch trizyklische

Antidepressiva – zu denen auch Doxepin gehört – beeinflusst werden (siehe Tabelle).

Wirkungsverstärkung

andere Antidepressiva

Neuroleptika

Barbiturate, Tranquilizer,

Analgetika, Narkotika

sedierende Antihistaminika

Antiepileptika,

Alkohol

wechselseitige Verstärkung der

zentraldämpfenden Wirkung

Anticholinerg wirkende Substanzen

(z. B. Antiparkinsonmittel tri- und

tetrazyklische Antidepressiva)

wechselseitige Verstärkung der

anticholinergen Wirkung

Cimetidin

Verstärkung der zentraldämpfenden und

anticholinergen Wirkung

Sympathomimetika (z.B. auch

Noradrenalin als vasokonstringierender

Zusatz in Lokalanästhetika

Verstärkung der sympathomimetischen

Wirkung

Nitrate, Antihypertonika (z.B. Beta-

Blocker)

Verstärkung der antihypertensiven

Wirkung

Wirkungsabschwächung

Reserpin, Clonidin

Abschwächung der antihypertensiven

Wirkung (Gefahr der Rebound-

Hypertension)

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Zu einer Anwendung von Doxepin während der Schwangerschaft liegen bislang keine

ausreichenden Erfahrungen vor. Daten von 118 während des ersten Trimenons einer

Schwangerschaft Doxepin-exponierten Neugeborenen deuten darauf hin, dass die

Missbildungsrate möglicherweise erhöht ist. Daher darf Doxepin nur bei zwingender

Notwendigkeit und nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Nach

Verabreichung von Antidepressiva in höheren Dosen oder über einen längeren Zeitraum

vor der Geburt kann es bei Neugeborenen zu Entzugserscheinungen kommen.

Stillzeit

Doxepin darf während der Stillzeit nicht eingenommen werden, da der Wirkstoff und

dessen Metaboliten in die Muttermilch übergehen und beim gestillten Säugling zu

unerwünschten Wirkungen führen können.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in

verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol. Daher sollten das Führen von

Fahrzeugen, die Bedienung von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten

zumindest während der ersten Tage der Behandlung unterbleiben. Die Entscheidung in

jedem Einzelfall trifft der behandelnde Arzt unter Berücksichtigung der individuellen

Reaktionsbereitschaft und der jeweiligen Dosierung.

4.8

Nebenwirkungen

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abfallendem

Schweregrad angegeben.

Mit folgenden Nebenwirkungen ist besonders zu Beginn der Behandlung zu rechnen

Mundtrockenheit, verstopfte oder trockene Nase, Müdigkeit, Benommenheit, Schwitzen,

Schwindel, Hypotonie, orthostatische Dysregulation, Tachykardie,

Herzrhythmusstörungen, Tremor, Akkomodationsstörungen, Obstipation,

Gewichtszunahme und meist passagere Anstiege der Leberenzymaktivitäten. Insbesondere

bei älteren Patienten können diese Nebenwirkungen verstärkt auftreten (siehe Abschnitt

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung).

Häufig (> 1/100 bis < 1/10) kommt es zu Miktionsstörungen, innerer Unruhe, Durstgefühl,

allergischen Hautreaktionen und Pruritus, Libidoverlust, Ejakulationsstörungen bzw.

Impotenz. Bei älteren Patienten besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von

Verwirrtheitszuständen und deliranten Syndromen.

Gelegentlich (> 1/1.000 bis < 1/100) kommt es zu Kollapszuständen, Harnverhalten,

Galaktorrhö, Erregungsleitungsstörungen. Eine bestehende Herzinsuffizienz kann verstärkt

werden. Gelegentlich kommt es außerdem zum Auftreten von Ödemen, Parästhesien,

Kopfschmerzen, Hitze- und Kälteempfindungen, Ohrensausen, vermehrtem Träumen.

Sehr selten (< 10.000) wurde bei Männern Gynäkomastie, bei Frauen

Regelblutungsanomalien und Vergrößerung der Mammae beobachtet, außerdem das

Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, Haarausfall und Änderungen des

Blutzuckerspiegels und medikamentenabhängige (cholestatische) Hepatitis.

Häufigkeit nicht bekannt

Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten während der Therapie mit Doxepin

oder kurze Zeit nach Beendigung der Behandlung sind berichtet worden (siehe Abschnitt

4.4).

Halluzinationen, Desorientierung, Sehstörungen.

Bei Patienten mit Abhängigkeitsanamnese ist Missbrauch beobachtet worden.

Anticholinerge Nebenwirkungen wie paralytischer Ileus, Glaukomanfall und Harnverhalt

sowie neurologische Effekte (z. B. Polyneuropathien und Krampfanfälle) sind als

Nebenwirkungen von trizyklischen Antidepressiva beschrieben worden und daher für

Doxepin nicht auszuschließen.

Außerdem wurden berichtet:

Extrapyramidale Erscheinungen, tardive Dyskinesie, Hypertonie, Appetitlosigkeit,

Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, Verdauungsstörungen, Stomatitis aphtosa,

Geschmacksstörungen, Eosinophilie, Purpura, Photosensibilisierung, Exacerbation von

Asthma, Hyperpyrexie (insbesondere bei gleichzeitiger Verabreichung von

Chlorpromazin), Absetzerscheinungen insbesondere bei raschem Absetzen nach länger

dauernder Anwendung (z. B. Übelkeit, Kopfschmerzen, Unwohlsein; siehe Abschnitt 4.4).

Doxepin kann das QT-Intervall im EKG verlängern; sehr selten (< 1/10.000) sind Torsades

de Pointes aufgetreten.

Sehr selten (< 1/10.000) können hämolytische Anämie, Leukozytopenie, Agranulozytose

und Thrombozytopenie auftreten. In diesen Fällen sollte die Therapie mit Doxepin

abgebrochen werden.

Dies gilt auch bei Nebenwirkungen wie Schwindel, Unruhe, Schlafstörungen,

Herzrhythmus- und Erregungsleitungsstörungen (Chinidin-ähnliche Wirkung), QT-

Intervallverlängerung, Torsades de Pointes), Hautausschlag, Juckreiz, Photophobie und die

o.g. anticholinergen Nebenwirkungen.

Beim Auftreten einer manischen Verstimmung ist Doxepin sofort abzusetzen. Das gleiche

gilt für das Auftreten akut produktiver Symptome bei der Behandlung depressiver

Syndrome im Verlauf schizophrener Erkrankungen.

Bei Patienten mit einem hirnorganischen Psychosyndrom ist die mögliche Provokation

eines pharmakogenen Delirs zu bedenken.

In epidemiologischen Studien, die hauptsächlich mit Patienten durchgeführt wurden, die

50 Jahre oder älter waren, wurde bei denen, die mit Selektiven Serotonin-

Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRIs) oder Trizyklischen Antidepressiva (TZAs) behandelt

wurden, ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Knochenbrüchen beobachtet. Der

Mechanismus, der zu diesem Risiko führt, ist nicht bekannt.

Hinweise

Die Patienten sollten angehalten werden, bei grippeähnlichen Symptomen oder eitriger

Angina die mit Beschwerden wie hohem Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen,

Schluckbeschwerden, Entzündungen im Mund-, Nasen-, Rachen- sowie Genital- oder

Analbereich einhergehen, sofort den Arzt aufzusuchen und keine Selbstmedikation mit

Antipyretika, Analgetika und/oder Antibiotika durchzuführen.

Treten die o. g. Symptome während der Behandlung auf, ist eine Untersuchung des

Blutbildes vorzunehmen, da eine Agranulozytose ausgeschlossen werden muss.

Zusätzlich für Doneurin 50 mg Hartkapseln:

Azorubin kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden

Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Doxepin zeichnet sich durch eine erhebliche akute Toxizität aus. Kinder bzw. Kleinkinder

sind besonders gefährdet. Lebensbedrohende Symptome einer Intoxikation mit Doxepin

betreffen das ZNS (Verwirrung, Erregungszustände bis zu Krampfanfällen,

Bewusstseinstrübung bis zum Koma, Atemstillstand) und das Herz-Kreislauf-System

(Hypotonie, Tachykardie, EKG-Veränderungen wie PQ-, QT-Intervallverlängerung,

Torsades de Pointes, AV-Block II. oder III. Grades).

Therapie bei Überdosierung

So rasch wie möglich ist eine intensivmedizinische Behandlung einzuleiten. Innerhalb von

1-2 Stunden nach Einnahme kann eine Magenspülung aussichtsreich sein, gefolgt von der

wiederholten Gabe von Aktivkohle. Die weitere Therapie erfolgt symptomatisch. Zum

Einsatz kommen Volumensubstitution, Antikonvulsiva und ggf. Antiarrhythmika, bei

kardialen Komplikationen u.U. Natriumhydrogencarbonat bzw. –lactat.

Bei schweren Vergiftungen (Bewusstlosigkeit, Herzthythmusstörungen) bzw. Auftreten

eines anticholinergen Syndroms steht zur Anwendung unter intensivmedizinischen

Bedingungen (EKG-Kontrolle!) als Antidot Physostigminsalicylat zur Verfügung.

Auf Grund des großen Verteilungsvolumens und der relativ starken Plasma-Eiweiß-

Bindung dürften forcierte Diurese oder Hämodialyse bei reinen Doxepin-Vergiftungen nur

von geringem Nutzen sein.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidepressiva, Nichtselektive Monoamin-

Wiederaufnahmehemmer

ATC-Code: N06AA12

Als Dibenzoxepin gehört Doxepin zu den trizyklischen Antidepressiva und besitzt

ausgeprägte sedierende sowie angstlösende und stimmungsaufhellende Wirkungen. Als

Wirkungsmechanismus für den zentralen Effekt wird eine Beeinflussung der Funktion von

Neurotransmittersystemen im ZNS angenommen.

Doxepin hemmt den aktiven Rücktransport der biogenen Amine Serotinin und

Noradrenalin in die präsynaptischen Speicher der Nervenzellen im ZNS. Dadurch wird die

Konzentration dieser biogenen Amine am Rezeptor erhöht.

Es wirkt auch antihistaminerg durch Blockade der H

-Rezeptoren und der H

-Rezeptoren.

In verschiedenen Versuchsanordnungen wurde durch Doxepin die Magensaftsekretion und

Ulcus-Entstehung unter Stress-Belastung gehemmt. Es scheint vor allem ein im ZNS

lokalisierter Mechanismus beteiligt zu sein. H

-Antagonismus (Sedierung), H

Antagonismus (Hemmung der Magensäuresekretion) und peripher anticholinerge Wirkung

(Magenmotilität) können evtl. unterstützend mitwirken.

Doxepin zeigt sowohl zentral als auch peripher eine schwach anticholinerge und

spasmolytische Wirkung. So wie andere trizyklische Antidepressiva hemmt es in hohen

Dosen die Erregungsleitung im Herzen und senkt den Gefäßwiderstand geringgradig.

Folgende Wirkungen von Doxepin wurden außerdem tierexperimentell nachgewiesen:

Die Verstärkung der Wirkung von Opioid-Analgetika (Propoxyphen), die Verhinderung

einer Entwicklung von Toleranz gegenüber Opiaten und die Unterdrückung von

Entzugserscheinungen bei Morphinabhängigkeit.

Doxepin ist in verhaltenspharmakologischen und biochemisch-pharmakologischen

Experimenten, die derzeit als Modelle für antidepressive Substanzen benutzt werden,

wirksam.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Doxepin wird nach oraler Gabe nahezu vollständig resorbiert.

Verteilung

Doxepin und Desmethyldoxepin werden zu ca. 80% an Plasmaproteine gebunden. Das

Verteilungsvolumen von Doxepin beträgt ca. 22 (9-33) l/kg.

Biotransformation

Doxepin unterliegt einem ausgeprägten First-pass-Metabolismus. Der Prozentsatz von

Doxepin der beim ersten Durchgang durch die Leber verstoffwechselt wird, liegt bei etwa

70 % (55-85%), die Bioverfügbarkeit bei ca. 27%. Der Abbau erfolgt über eine

Demethylierung, N-Oxidation, Hydroxylierung und Glukuronidierung (Desmethyldoxepin,

Doxepin-N-oxid, Hydroxydoxepin, Hydroxydoxepin-Glucuronid).

Die nach therapeutischen Dosen im Serum gemessenen Doxepinspitzenkonzentrationen

weisen große interindividuelle Schwankungsbreiten auf. Die Konzentrationen von

Doxepin mit dem noch aktiven Metaboliten Desmethyldoxepin (DMD) zusammen

bestimmen die Wirkung.

Nach einmaliger Einnahme von 75 mg betragen t

2,9 h (2-4 h) und C

26,1 ng/ml (9,0-

45,8 ng/ml). Der Hauptmetabolit Desmethyldoxepin erreicht nach 6 h (2-10 h) eine C

von 9,7 ng/ml (4,8-14,5 ng/ml). Nach i.v.-Infusion von 25 mg Doxepin über 1,5 Stunden

lag die maximale Plasmakonzentration bei 39 ng/ml.

Elimination

Die Plasmaeliminationshalbwertszeit für Doxepin beträgt nach oraler Gabe 16,8 h (8,2-

24,5 h) und für DMD 51,3 h (33,2-80,7 h). Die Plasmaclearance beträgt 0,93 l/h/kg.

Die relativ langen Halbwertszeiten von Doxepin und Desmethyldoxepin ermöglichen

therapeutisch ausreichend hohe Plasmaspiegel bei 1-mal täglicher oraler Doxepingabe.

Steady-state-Plasmakonzentrationen werden innerhalb von 2 Wochen erreicht.

Die Ausscheidung von unverändertem Doxepin über die Nieren ist gering (ca. 0,1 %;

renale Clearance: 10-20 ml/min). Für Desmethyldoxepin beträgt die renale Ausscheidung

0,4 %, die renale Clearance 64 ml/min.

Doxepin passiert die Plazenta und geht in die Muttermilch über.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Tier-Studien mit wiederholter Gabe von Doxepin wurden Phospholipideinlagerungen in

verschiedenen Organen beobachtet, wie sie auch von anderen amphiphilen kationischen

Substanzen (z. B. Amiodaron, Imipramin) bekannt sind. Die Relevanz dieses Befundes für

die Anwendung am Menschen ist unklar. Nach hohen Dosierungen traten

Fetteinlagerungen in den Leberzellen auf.

Doxepin wurde nur unzureichend bezüglich mutagener Wirkungen geprüft. Bisherige

Tests verliefen negativ. Langzeituntersuchungen am Tier auf ein tumorerzeugendes

Potential liegen nicht vor.

Embryotoxizitätsuntersuchungen an Ratten und Kaninchen gaben keine Hinweise auf

teratogene Wirkungen von Doxepin. Dosierungen oberhalb von 5 mg/kg/Tag

beeinträchtigten die Fertilität bei Ratten.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Kapselinhalt:

Maisquellstärke

Mikrokristalline Cellulose

Siliciumdioxid-Hydrat

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Natriumdodecylsulfat

Kapselhülle:

Gelatine

Wasser

Titandioxid (E 171)

Zusätzlich Doneurin 10 mg

Indigocarmin (E 132)

Zusätzlich Doneurin 25 mg

Eisen(III)-hydroxid-oxid (E 172), Chinolingelb (E 104), Erythrosin (E 127)

Zusätzlich Doneurin 50 mg

Indigocarmin (E 132), Erythrosin (E 172), Azorubin (E 122)

Zusätzlich Doneurin 75 mg

Eisen(III)-hydroxid-oxid (E 172), Eisen(III)-oxid (E 172), Eisen(II, III)-oxid (E 172)

Zusätzlich Doneurin 100 mg

Eisen(III)-hydroxid-oxid (E 172), Eisen(III)-oxid (E 172), Eisen(II, III)-oxid (E 172)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC-Aluminium Blisterpackungen

Doneurin 10 mg /-25 mg /-75 mg /-100 mg Hartkapseln

50 und 100 Hartkapseln

Doneurin 50 mg Hartkapseln

20, 50 und 100 Hartkapseln

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNGEN

Hexal AG

Industriestraße 25

83607 Holzkirchen

Telefon: 08024/908-0

Telefax: 08024/908-1290

E-Mail: medwiss@hexal.com

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Doneurin 10 mg Hartkapseln: 36692.02.00

Doneurin 25 mg Hartkapseln: 36692.00.00

Doneurin 50 mg Hartkapseln: 36692.03.00

Doneurin 75 mg Hartkapseln: 36692.04.00

Doneurin 100 mg Hartkapseln: 36692.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNGEN

Doneurin 10 mg/50 mg Hartkapseln: 04.12.1997/30.10.2002

Doneurin 25 mg/100 mg Hartkapseln: 27.11.1997/30.10.2002

Doneurin 75 mg Hartkapseln: 05.12.1997/30.10.2002

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2014

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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