Disalunil Tablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Hydrochlorothiazid
Verfügbar ab:
Berlin-Chemie AG
ATC-Code:
C03AA03
INN (Internationale Bezeichnung):
hydrochlorothiazide
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Hydrochlorothiazid 25.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
3001018.00.00

Seite

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Disalunil®

25 mg Tabletten

Wirkstoff: Hydrochlorothiazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Disalunil und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Disalunil beachten?

Wie ist Disalunil einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Disalunil aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Disalunil und wofür wird es angewendet?

Disalunil ist ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten „Diuretika“. Diuretika bewirken,

dass von den Nieren eine größere Menge Harn produziert wird. Gelegentlich werden sie

auch als „Wassertabletten“ bezeichnet.

Disalunil wird zur Behandlung der folgenden Krankheiten eingesetzt:

Bluthochdruck (essentielle arterielle Hypertonie)

Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe aufgrund von Erkrankungen des Herzens, der

Leber und/oder der Nieren (kardiale, hepatische, renale Ödeme)

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2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Disalunil beachten?

Disalunil darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Hydrochlorothiazid, andere Thiazide, Sulfonamide oder einen

der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie eine schwere Nierenfunktionsstörung mit stark eingeschränkter oder fehlender

Harnproduktion haben (Oligurie oder Anurie; Kreatinin-Clearance kleiner als 30 ml/min

und/oder Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml)

wenn Sie an einer akuten Nierenentzündung (Glomerulonephritis) leiden

wenn Sie an schweren Leberfunktionsstörungen wie Leberversagen mit

Bewusstseinsstörungen (Coma und Praecoma hepaticum) leiden

wenn Sie an Kaliummangelzuständen (Hypokaliämie) leiden

wenn Sie an Natriummangelzuständen (Hyponatriämie) leiden

wenn Sie an verminderter zirkulierender Blutmenge (Hypovolämie) leiden

wenn Sie einen erhöhten Kalziumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) haben

wenn bei Ihnen aufgrund eines erhöhten Harnsäurespiegels im Blut Beschwerden

bestehen (Patienten mit Gicht in der Krankengeschichte)

wenn Sie an Gicht erkrankt sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Disalunil einnehmen:

wenn Sie einen sehr niedrigen Blutdruck (Hypotonie) haben

wenn Sie Durchblutungsstörungen im Gehirn haben

wenn Sie eine Erkrankung der Herzkranzgefäße haben

wenn Sie bereits zuckerkrank sind oder bei bisher nicht in Erscheinung getretener

Zuckerkrankheit (manifestem oder latentem Diabetes mellitus; regelmäßige Kontrolle

des Blutzuckers)

wenn bei Ihnen eine eingeschränkte Nierenfunktion (bei einem Serum-Kreatinin von

1,1 – 1,8 mg/100 ml bzw. leichter Einschränkung der Kreatinin-Clearance 30 –

60 ml/min) vorliegt

wenn Sie eine eingeschränkte Leberfunktion haben

wenn Sie eine Verschlechterung des Sehvermögens oder Schmerzen der Augen

verspüren. Dies können Anzeichen eines erhöhten Drucks in Ihren Augen sein und

innerhalb von Stunden bis einigen Wochen nach der Einnahme von Disalunil auftreten.

Ohne Behandlung kann dies zu einer dauerhaften Verschlechterung des Sehvermögens

führen

wenn Sie Hautkrebs haben oder hatten oder während der Behandlung eine unerwartete

Hautläsion entwickeln. Die Behandlung mit Hydrochlorothiazid, insbesondere eine

hochdosierte Langzeitanwendung, kann das Risiko einiger Arten von Haut- und

Lippenkrebs (weißer Hautkrebs) erhöhen. Schützen Sie Ihre Haut vor

Sonneneinstrahlung und UV-Strahlen, solange Sie Disalunil einnehmen.

Bei Funktionsstörungen der Niere (Glomerulumfiltrat unter 30 ml/min und/oder Serum-

Kreatinin über 1,8 mg/100 ml) ist Disalunil unwirksam. Da die Nierenfunktion weiter

beeinträchtigt wird, kann es sogar schädlich sein.

Bei chronischem Missbrauch von harntreibenden Mitteln kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom

mit Wasseransammlungen im Körpergewebe (Ödeme) auftreten.

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Während einer Langzeittherapie mit Disalunil sollten die Serumelektrolyte (insbesondere

Kalium, Natrium, Kalzium) regelmäßig kontrolliert werden. Dies gilt auch für Kreatinin,

Harnstoff, die Blutfette (Cholesterin und Triglyzeride), Harnsäure sowie für den Blutzucker.

Während der Behandlung mit Disalunil sollten Sie auf eine ausreichende

Flüssigkeitsaufnahme achten. Wegen erhöhter Kaliumverluste sollten Sie kaliumreiche

Nahrungsmittel zu sich nehmen (z. B. Bananen, Gemüse, Nüsse).

Die Kaliumverluste können auch durch gleichzeitige Behandlung mit Kalium sparenden

Diuretika vermindert oder verhindert werden.

Bei Patienten mit bereits bestehender oder bisher nicht in Erscheinung getretener

Zuckerkrankheit (manifestem oder latentem Diabetes mellitus) sollten regelmäßige

Kontrollen des Blutzuckers erfolgen.

Auswirkungen bei Dopingkontrollen und bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Disalunil kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Die gesundheitlichen Folgen beim Fehlgebrauch von Disalunil als Dopingmittel können nicht

abgesehen werden, Gesundheitsgefährdungen sind nicht auszuschließen.

Besondere Hinweise:

Die Therapie sollte abgebrochen werden bei:

Störungen des Elektrolythaushalts, die durch eine Behandlung nicht behoben werden

können

Kreislaufstörungen mit vermindertem Blutdruck beim Wechsel vom Liegen zum Stehen

(orthostatischen Regulationsstörungen)

Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien)

ausgeprägten Magen-Darm-Beschwerden

Störungen des zentralen Nervensystems

Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Blutbildveränderungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie)

akuter Gallenblasenentzündung

Auftreten einer Gefäßentzündung

Verschlimmerung einer bestehenden Kurzsichtigkeit

schweren Nierenfunktionsstörungen (Serum-Kreatinin-Konzentration über 1,8 mg/100 ml

bzw. Kreatinin-Clearance kleiner als 30 ml/min).

Ältere Menschen:

Bei der Behandlung älterer Patienten (65 Jahre und älter) ist auf eine mögliche

Einschränkung der Nierenfunktion zu achten (siehe 3. „Wie ist Disalunil einzunehmen?“).

Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren):

Es gibt keine hinreichenden Erfahrungswerte zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen.

Kinder und Jugendliche sollten Hydrochlorothiazid daher nicht einnehmen.

Einnahme von Disalunil zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder

anwenden oder kürzlich andere Arzneimittel eingenommen oder angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen oder anzuwenden.

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Gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen:

Arzneimittel, die zu Kaliumverlusten und Kaliummangelzuständen im Blut (Hypokaliämie)

führen, z. B. die Kaliumausscheidung fördernde harntreibende Arzneimittel (z. B.

Furosemid), Glukokortikoide („Cortison“), ACTH, Abführmittel, Carbenoxolon, Amphotericin B

(Arzneimittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen), Penicillin G-Natrium, Salicylsäure und

-derivate (Schmerzmittel):

Die gleichzeitige Anwendung von Hydrochlorothiazid und Arzneimitteln, die Kaliumverluste

verstärken und zu Kaliummangelzuständen im Blut führen, kann zu erhöhten

Kaliumverlusten führen. In diesen Fällen sollte der Kaliumspiegel im Blut überwacht werden.

Solche Kombinationen werden deshalb nicht empfohlen.

Lithium (Arzneimittel gegen bestimmte Arten von Depressionen):

Die gleichzeitige Verabreichung von Disalunil und Lithium führt zu einer verstärkten herz-

und nervenschädigenden Wirkung von Lithium. Deshalb sollte die gleichzeitige Behandlung

mit Lithium und Hydrochlorothiazid nur unter engmaschiger ärztlicher Überwachung erfolgen

und ist nicht zu empfehlen. Wenn sich diese Kombination als unbedingt notwendig erweist,

wird während der gleichzeitigen Anwendung eine Überwachung des Lithiumspiegels im Blut

empfohlen.

Gleichzeitige Anwendung, bei der Vorsicht erforderlich ist:

Andere harntreibende Arzneimittel (Diuretika), andere blutdrucksenkende Arzneimittel (z. B.

Betablocker), Nitrate, Barbiturate (Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfällen),

Phenothiazine (Arzneimittelgruppe zur Behandlung von psychischen Störungen), trizyklische

Antidepressiva, gefäßerweiternde Arzneimittel, Alkohol:

Die blutdrucksenkende Wirkung von Disalunil kann durch gleichzeitige Anwendung dieser

Arzneimittel und durch Alkoholkonsum verstärkt werden.

ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril):

Unter der Behandlung mit Disalunil besteht bei zusätzlicher Einnahme von ACE-Hemmern

(z. B. Captopril, Enalapril) zu Behandlungsbeginn das Risiko eines massiven

Blutdruckabfalls und einer Verschlechterung der Nierenfunktion.

Eine Behandlung mit einem harntreibenden Arzneimittel (Diuretikum) sollte daher 2 – 3 Tage

vor Beginn einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer abgesetzt werden, um das Risiko

eines Blutdruckabfalls zu Beginn der Behandlung zu vermindern.

Salicylate (Schmerzmittel) und Arzneimittel mit entzündungshemmender Wirkung

(nichtsteroidale Antiphlogistika, z. B. Indometacin, Acetylsalicylsäure) einschließlich

selektiver COX-2-Hemmer:

Diese Arzneimittel können die blutdrucksenkende und harntreibende Wirkung von Disalunil

abschwächen. In Einzelfällen kann es zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion

kommen, insbesondere bei Patienten mit bereits vorher eingeschränkter Nierenfunktion.

Bei Einnahme hochdosierter Salicylate kann sich die schädigende Wirkung der Salicylate auf

das zentrale Nervensystem verstärken. Bei Patienten, bei denen sich während der

Behandlung mit Disalunil ein Blutvolumenmangel (Hypovolämie) entwickelt, kann die

gleichzeitige Anwendung nichtsteroidaler Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen

auslösen.

Betablocker und Diazoxid:

Bei gleichzeitiger Anwendung von Disalunil mit Betablockern oder Diazoxid besteht das

Risiko, dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) auftritt.

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Insulin oder blutzuckersenkende Arzneimittel in Form von Tabletten, Arzneimittel zur

Behandlung von Gicht (z. B. Probenecid, Sulfinpyrazon), gefäßverengende Arzneimittel

(z. B. Noradrenalin, Adrenalin):

Die Wirkung von Insulin oder blutzuckersenkenden Arzneimitteln in Form von Tabletten,

Arzneimitteln zur Behandlung von Gicht (z. B. Probenecid, Sulfinpyrazon) und

gefäßverengenden Arzneimitteln (z. B. Noradrenalin und Adrenalin) kann bei gleichzeitiger

Anwendung von Disalunil abgeschwächt werden. Eine Anpassung der Dosis dieser

Arzneimittel kann daher notwendig sein.

Metformin:

Metformin sollte zusammen mit Hydrochlorothiazid wegen des Risikos der Übersäuerung

des Blutes infolge eines möglichen Nierenversagens mit Vorsicht angewendet werden.

Digitalisglykoside:

Die Wirkungen und Nebenwirkungen von Herzglykosiden können verstärkt werden.

Zytostatika (Arzneimittel zur Behandlung bösartiger Erkrankungen, z. B. Cyclophosphamid,

Fluorouracil, Methotrexat):

Bei gleichzeitiger Anwendung von Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil,

Methotrexat) ist mit verstärkten schädigenden Wirkungen am Knochenmark zu rechnen

(insbesondere mit einer Abnahme bestimmter weißer Blutkörperchen [Granulozytopenie]).

Muskelrelaxanzien vom Curare-Typ (bestimmte Arzneimittel, die eine Muskelentspannung

herbeiführen):

Die Wirkung von Muskelrelaxanzien vom Curare-Typ, die bei bestimmten Operationen

verabreicht werden, kann durch Disalunil verstärkt oder verlängert werden. Informieren Sie

daher bei bevorstehenden Operationen den Narkosearzt über die Behandlung mit Disalunil.

Colestyramin, Colestipol (Arzneimittel zur Senkung erhöhter Blutfette):

Die gleichzeitige Anwendung von Colestyramin oder Colestipol verringert die Aufnahme von

Disalunil aus dem Magen-Darm-Trakt.

Methyldopa (Arzneimittel zur Senkung des Blutdrucks):

Bei gleichzeitiger Anwendung von Methyldopa wurde in Einzelfällen über einen Zerfall roter

Blutkörperchen (Hämolyse) berichtet.

Arzneimittel, die durch Störungen des Kaliumgehaltes im Blut beeinflusst werden:

Eine regelmäßige Überwachung der Kaliumspiegel im Blut und des EKGs wird empfohlen,

wenn Hydrochlorothiazid zusammen mit folgenden Arzneimitteln verabreicht wird:

Antiarrhythmika der Klasse la (bestimmte Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen,

z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid)

Antiarrhythmika der Klasse III (bestimmte Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen,

z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid)

einige Neuroleptika (z. B. Thioridazin, Chlorpromazin, Levomepromazin, Trifluoperazin,

Cyamemazin, Sulpirid, Sultoprid, Amisulprid, Tiaprid, Pimozid, Haloperidol, Droperidol)

andere Arzneimittel, z. B. Bepridil, Cisaprid, Diphemanil, Erythomycin i. v., Halofantrin,

Mizolastin, Pentamidin, Sparfloxacin, Terfenadin, Vincamin i. v.

Allopurinol (Arzneimittel zur Behandlung von Gicht):

Die gleichzeitige Anwendung mit Thiaziden kann die Häufigkeit von

Überempfindlichkeitsreaktionen (Allergien) gegen Allopurinol erhöhen.

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Amantadin (Arzneimittel zur Behandlung einer Virusgrippe und einer Parkinson-Erkrankung):

Thiazide können das Risiko von durch Amantadin hervorgerufenen Nebenwirkungen

erhöhen.

Kalziumsalze:

Thiaziddiuretika können die Kalziumspiegel im Blut erhöhen. Wenn Kalziumpräparate

verordnet werden müssen, sollten die Kalziumspiegel im Blut überwacht und die Dosierung

von Kalzium entsprechend angepasst werden.

Vitamin-D-Präparate:

Die gleichzeitige Anwendung von Thiaziden und Vitamin-D-Präparaten kann die

Kalziumspiegel im Blut wegen der verringerten Kalziumausscheidung erhöhen.

Ciclosporin:

Die gleichzeitige Anwendung von Thiaziden und Ciclosporin kann das Risiko erhöhter

Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) und gichtähnlicher Krankheitszeichen erhöhen.

Carbamazepin (Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfällen):

Die gleichzeitige Anwendung von Hydrochlorothiazid und Carbamazepin kann die

Natriumspiegel im Blut senken. Deshalb sollten die Natriumspiegel im Blut überwacht

werden.

Chinidin:

Die Ausscheidung von Chinidin kann verringert sein, wenn Hydrochlorothiazid und Chinidin

gleichzeitig verabreicht werden.

Tetrazykline (Arzneimittel zur Behandlung von bakteriellen Infektionen):

Die gleichzeitige Anwendung von Hydrochlorothiazid und Tetrazyklinen kann zu einem

Anstieg des Harnstoffs im Blut führen.

Einnahme von Disalunil zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Sie sollten während der Behandlung mit Disalunil auf eine ausreichende

Flüssigkeitsaufnahme achten. Wegen erhöhter Kaliumverluste sollten Sie kaliumreiche

Nahrungsmittel zu sich nehmen (z. B. Bananen, Gemüse, Nüsse).

Die Tabletten sollten zum Frühstück mit einer ausreichenden Flüssigkeitsmenge

eingenommen werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Sie müssen Ihren Arzt über eine tatsächliche oder vermutete Schwangerschaft informieren.

In der Regel wird Ihr Arzt Ihnen dann zu einem anderen Medikament als Disalunil raten, da

Disalunil nicht zur Anwendung in der Schwangerschaft empfohlen wird. Das liegt daran, dass

Disalunil in die Plazenta gelangt und dass es bei Anwendung nach dem dritten

Schwangerschaftsmonat zu gesundheitsschädigenden Wirkungen für den Fötus und das

Neugeborene kommen kann.

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Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen. Disalunil

wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Disalunil hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen.

Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen verändern. Dadurch kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt

beeinträchtigt sein.

Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Erhöhung der Dosis und

Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Disalunil enthält Lactose und Sorbitol.

Dieses Arzneimittel enthält Lactose und Sorbitol. Bitte nehmen Sie Disalunil daher erst nach

Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Disalunil einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Dosierung sollte individuell festgelegt werden. Dies gilt vor allem dann, wenn sich bereits

ein Behandlungserfolg eingestellt hat. Es gelten folgende Richtdosen:

Bluthochdruck (Essentielle arterielle Hypertonie)

Die empfohlene Dosis zu Behandlungsbeginn beträgt einmal eine halbe bis eine Tablette

Disalunil (entsprechend 12,5 mg bis 25 mg Hydrochlorothiazid) täglich.

Die empfohlene Dosis für die Dauerbehandlung beträgt in der Regel einmal eine halbe

Tablette Disalunil (entsprechend 12,5 mg Hydrochlorothiazid) täglich.

Kardiale, hepatische, renale Ödeme

Die empfohlene Dosis zu Behandlungsbeginn beträgt in der Regel 25 bis 50 mg

Hydrochlorothiazid täglich.

Die empfohlene Dosis für die Dauerbehandlung beträgt in der Regel 25 bis 100 mg

Hydrochlorothiazid täglich.

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion

Bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sollte Disalunil der Einschränkung entsprechend

dosiert werden.

Patienten mit ausgeprägter Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme) infolge einer

Herzmuskelschwäche (schweren Herzinsuffizienz)

Bei Patienten mit ausgeprägter Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme) infolge einer

Herzmuskelschwäche kann die Resorption von Disalunil deutlich eingeschränkt sein.

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Ältere Patienten

Bei der Behandlung älterer Patienten (65 Jahre und älter) ist auf eine mögliche

Einschränkung der Nierenfunktion zu achten.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen (unter 18 Jahren)

Es gibt keine hinreichenden Erfahrungswerte zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen.

Kinder und Jugendliche sollten Hydrochlorothiazid daher nicht einnehmen.

Art der Anwendung

Die Tabletten sind unzerkaut zum Frühstück mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas

Wasser) einzunehmen.

Teilung der Tablette

Die Tablette wird mit der Teilungskerbe nach oben zwischen Zeigefinger und Daumen beider

Hände gehalten und durch Druck der Daumen nach unten entlang der Teilungskerbe in zwei

dosisgleiche Hälften gebrochen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung ist zeitlich nicht begrenzt. Sie richtet sich nach Art und Schwere

der Erkrankung.

Nach Langzeitbehandlung sollte Disalunil stufenweise abgesetzt werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von Disalunil zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Disalunil eingenommen haben, als Sie

sollten

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Disalunil benachrichtigen Sie umgehend Ihren

Arzt; er wird entsprechend den Symptomen über gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen

entscheiden. Bei Vergiftungen und/oder im Falle schwerwiegender Krankheitszeichen ist

sofortige ärztliche Behandlung erforderlich.

Das Krankheitsbild bei kurzfristiger (akuter) oder langfristiger (chronischer) Überdosierung ist

vom Ausmaß des Flüssigkeits- und Elektrolytverlusts abhängig.

Überdosierung kann bei ausgeprägten Flüssigkeits- und Natriumverlusten zu Durst,

Schwäche- und Schwindelgefühl, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfen (z. B.

Wadenkrämpfe) und Kopfschmerzen führen. Außerdem können beschleunigter Herzschlag,

niedriger Blutdruck und Kreislaufstörungen mit vermindertem Blutdruck beim Wechsel vom

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Liegen zum Stehen (orthostatischen Regulationsstörungen) auftreten. Infolge des

übermäßigen Wasserverlusts und der Verminderung des Blutvolumens kann eine

Verdickung des Blutes auftreten. Weiterhin kann es zu Krampfanfällen, Benommenheit,

Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheitszuständen, Kreislaufkollaps und zu einem akuten

Nierenversagen kommen.

Infolge des Kaliumverlusts kann es zu Müdigkeit, Muskelschwäche, Empfindungsstörungen,

Lähmungen, Teilnahmslosigkeit, Blähungen und Verstopfung oder zu

Herzrhythmusstörungen kommen. Schwere Kaliumverluste können zu einem

Darmverschluss oder zu Bewusstseinsstörungen bis zur Bewusstlosigkeit (hypokalämisches

Koma) führen.

Wenn Sie die Einnahme von Disalunil vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte bzw. vielfache Menge nach einer bzw. mehreren

vergessenen Einzeldosen ein. Setzen Sie stattdessen die Behandlung mit der verordneten

Dosis fort.

Wenn Sie die Einnahme von Disalunil abbrechen

Unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Disalunil nicht ohne Rücksprache mit

Ihrem behandelnden Arzt!

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Wenn eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt, brechen Sie die Einnahme von Disalunil

ab und wenden Sie sich umgehend an Ihren Arzt oder suchen Sie die Notaufnahme des

nächst gelegenen Krankenhauses auf:

Verminderungen der Blutplättchen (Thrombozytopenie, manchmal mit Purpura), die ein

rascheres Auftreten von Blutungen und Blutergüssen als üblich zur Folge haben können

Anaphylaktische Reaktionen, z. B. plötzliche Anzeichen einer Allergie, wie Ausschlag,

Juckreiz oder Nesselsucht auf der Haut

Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder anderen Körperteilen

Kurzatmigkeit, Atemgeräusche oder Atembeschwerden

Schwere Hauterkrankungen (toxische epidermale Nekrolyse, kutaner Lupus

erythematodes, Lupus-erythematodes-artige Reaktionen, Reaktivierung eines kutanen

Lupus erythematodes)

Verschlechterung des Sehvermögens oder Schmerzen in den Augen wegen zu hohen

Drucks (mögliche Anzeichen eines Engwinkelglaukoms)

Die unten beschriebenen Nebenwirkungen können als Folge von Störungen im Flüssigkeits-

und Elektrolythaushalt auftreten:

Sehr häufig kommt es bei dauerhafter Anwendung von Disalunil zu Störungen des

Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts. Insbesondere sind dies die Verringerung der

Konzentration von Kalium und Natrium (Hypokaliämie und Hyponatriämie), Magnesium und

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Chlorid (Hypomagnesämie, Hypochlorämie) sowie die Erhöhung der Konzentration von

Kalzium im Blut (Hyperkalzämie).

Bei hoher Dosierung können Flüssigkeits- und Natriumverluste auftreten. Diese äußern sich

gelegentlich als Mundtrockenheit und Durst, Schwäche- und Schwindelgefühl,

Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe (z. B. Wadenkrämpfe), Kopfschmerzen, Nervosität,

Herzklopfen, verminderter Blutdruck (Hypotonie) und Kreislaufstörungen mit vermindertem

Blutdruck beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Regulationsstörungen).

Bei übermäßiger Harnausscheidung kann es infolge „Entwässerung“ (Dehydratation) und

verminderter zirkulierender Blutmenge (Hypovolämie) zur Bluteindickung

(Hämokonzentration) kommen. In seltenen Fällen kommt es zu Krampfanfällen

(Konvulsionen), Benommenheit, Verwirrtheitszuständen, Kreislaufkollaps und zu einem

akuten Nierenversagen. Insbesondere bei älteren Patienten oder bei Patienten mit

Venenerkrankungen kann es zu Thrombosen und Embolien kommen.

Infolge des Kaliumverlusts können Müdigkeit, Schläfrigkeit, Muskelschwäche,

Missempfindungen an den Gliedmaßen (Parästhesien), Lähmungen (Paresen) und

Teilnahmslosigkeit (Apathie) auftreten. Weiterhin kann es zu Verstopfung und übermäßiger

Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt (Meteorismus) oder Herzrhythmusstörungen

kommen. Schwere Kaliumverluste können zu einer teilweisen Darmlähmung (Subileus ) bis

hin zu einem Darmverschluss (paralytischer Ileus) oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum

Koma führen.

EKG-Veränderungen und gesteigerte Empfindlichkeit auf Fingerhutpräparate

(Glykosidempfindlichkeit) können auftreten.

Verstärkte Magnesiumausscheidungen im Harn (Hypermagnesiurien) sind häufig, äußern

sich jedoch nur gelegentlich als Magnesiummangel im Blut.

Als Folge der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste kann sich die Basenkonzentration im Blut

erhöhen (metabolische Alkalose). Eine bereits bestehende metabolische Alkalose kann sich

verschlechtern.

Die nachfolgend beschriebenen Nebenwirkungen können auch unabhängig von Störungen

im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt auftreten:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, insbesondere Verminderung der

Blutwerte von Kalium, Natrium, Magnesium, Chlorid sowie Erhöhung von Kalzium

(Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypomagnesiämie und Hypochlorämie, Hyperkalzämie)

Erhöhung des Blutzuckers (Hyperglykämie), vermehrte Ausscheidung von Zucker im

Urin (Glukosurie) sowohl bei Patienten mit gesundem Stoffwechsel als auch bei

Patienten im Vorstadium einer Zuckerkrankheit (latenter Diabetes mellitus) oder bei

zuckerkranken Patienten bzw. bei Patienten mit Kaliummangel

Erhöhung der Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie), dies kann bei entsprechend

veranlagten Patienten zu Gichtanfällen führen

Erhöhung der Blutfette (Cholesterin, Triglyzeride)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Herzklopfen (Palpitationen)

Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,

Schmerzen und Krämpfe im Bauchraum)

Vorübergehender Anstieg der Menge von Substanzen, die über die Niere

ausgeschieden werden (Kreatinin, Harnstoff)

Seite

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie)

Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen oder Farbsehstörungen [Gelbsehen]),

Einschränkung der Bildung von Tränenflüssigkeit, Verschlimmerung einer bestehenden

Kurzsichtigkeit

Kreislaufstörungen mit vermindertem Blutdruck beim Wechsel vom Liegen zum Stehen

(orthostatische Regulationsstörungen), insbesondere bei Patienten mit verringertem

Blutvolumen, z. B. Patienten mit schwerer Herzschwäche oder mit hochdosierten

harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika) behandelte Patienten (bei gleichzeitigem

Alkoholkonsum, Verabreichung von Narkose- oder Beruhigungsmitteln verstärkt).

Gefäßentzündung (Vaskulitis), in Einzelfällen mit Gewebsuntergang

Atemnot/Atembeschwerden, eine bestimmte akute Form der Lungenentzündung

(interstitielle Pneumonie)

erhöhte Werte eines bestimmten Leberenzyms (Amylase) im Blut (Hyperamylasämie),

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), Gelbsucht (Ikterus, intrahepatische

Cholestase)

Hautreaktionen (z. B. Juckreiz, Hautrötung, Hautausschläge durch Lichteinwirkung

(Photosensibilisierung), kleinfleckige Einblutungen in Haut und Schleimhaut (Purpura),

stark juckende Quaddeln (Urtikaria))

Akute Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)

Potenzstörungen

Arzneimittelfieber (Fieber, das auf eine allergische Reaktion gegenüber dem Arzneimittel

zurückzuführen ist)

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Schlafstörungen, Depressionen

Kopfschmerzen, Schwindel, Empfindungsstörungen in Armen und Beinen (Parästhesien)

Herzrhythmusstörungen

Verstopfung

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

Beeinträchtigung der Knochenmarkfunktion (Knochenmarkdepression), erhebliche

Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen mit Neigung zu Infekten und schweren

Allgemeinsymptomen (Agranulozytose). Hinweise auf eine Agranulozytose können

Fieber mit Schüttelfrost, Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen sein.

Blutarmut durch Blutbildungsstörung im Knochenmark (aplastische Anämie)

Blutarmut durch vermehrten Zerfall roter Blutkörperchen (hämolytische Anämie)

Hypochlorämische Alkalose

Plötzlich auftretende Flüssigkeitseinlagerung in der Lunge (Lungenödem)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Bei Patienten mit bereits bestehender Zuckerkrankheit (manifestem Diabetes mellitus)

kann es zu einer Verschlechterung der Stoffwechsellage kommen. Eine bisher nicht in

Erscheinung getretene Zuckerkrankheit (latenter Diabetes mellitus) kann in Erscheinung

treten.

Akute Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) bei bereits vorhandenen Gallensteinen

(Cholelithiasis)

Haut- und Lippenkrebs (weißer Hautkrebs)

Seite

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie

können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de, anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu

beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5.

Wie ist Disalunil aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und der Durchdrückpackung

nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Disalunil enthält

Der Wirkstoff ist Hydrochlorothiazid.

Eine Tablette enthält 25 mg Hydrochlorothiazid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose-Monohydrat, Cellulosepulver, Sorbitol (Ph. Eur.), Carboxymethylstärke-Natrium

(Typ A) (Ph. Eur.), Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

Wie Disalunil aussieht und Inhalt der Packung

Weiße oder nahezu weiße biplane Tabletten mit Facettenrändern und einseitiger

Teilungskerbe.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Disalunil gibt es in Packungen mit 30 (N1), 50 (N2) und 100 (N3) Tabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

BERLIN-CHEMIE AG

Glienicker Weg 125

12489 Berlin, Deutschland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im November 2018.

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FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Disalunil

25 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Tablette enthält 25 mg Hydrochlorothiazid.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: Sorbitol und Lactose-Monohydrat. Eine

Tablette enthält 45 mg Sorbitol und 33,75 mg Lactose-Monohydrat.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiße oder nahezu weiße biplane Tablette mit einem Durchmesser von 7 mm, mit

Facettenrand und einer Bruchkerbe auf einer Seite. Die Tablette kann in gleiche Dosen

geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Disalunil wird angewendet zur Behandlung der essentiellen arteriellen Hypertonie und

zur Behandlung von kardialen, hepatischen, renalen Ödemen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Zum Einnehmen

Arterielle Hypertonie:

Die Anfangsdosis beträgt eine halbe oder eine Tablette Disalunil (entsprechend 12,5 –

25 mg Hydrochlorothiazid pro Tag) täglich.

Die Erhaltungsdosis beträgt in der Regel eine halbe Tablette Disalunil täglich

(entsprechend 12,5 mg Hydrochlorothiazid pro Tag).

Kardiale, hepatische, renale Ödeme:

Die Anfangsdosis beträgt eine oder zwei Tabletten Disalunil (entsprechend 25 – 50 mg

Hydrochlorothiazid pro Tag) täglich.

Die Erhaltungsdosis beträgt in der Regel eine oder zwei bis vier Tabletten Disalunil

täglich (entsprechend 25 – 50 (– 100) mg Hydrochlorothiazid pro Tag).

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Anwendung bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sollte die Dosis der

Einschränkung entsprechend angepasst werden.

Hydrochlorothiazid ist kontraindiziert bei Patienten mit schweren

Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance kleiner als 30 ml/min oder Serum-

Kreatinin-Konzentration über 1,8 mg/100 ml).

Anwendung bei schwer kardial dekompensierten Patienten

Bei schwer kardial dekompensierten Patienten kann die Resorption von

Hydrochlorothiazid deutlich eingeschränkt sein.

Ältere Patienten

Bei der Behandlung von älteren Patienten muss eine mögliche Einschränkung der

Nierenfunktion beachtet werden.

Kinder und Jugendliche

Es gibt keine hinreichenden Erfahrungen zur Behandlung von Kindern und

Jugendlichen. Daher sollte Hydrochlorothiazid nicht an Kinder und Jugendliche

verabreicht werden.

Art der Anwendung

Die Tabletten sind unzerkaut zum Frühstück mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Anwendung ist zeitlich nicht begrenzt. Sie richtet sich nach Art und

Schwere der Erkrankung. Nach Langzeitbehandlung sollte Disalunil ausschleichend

abgesetzt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Disalunil darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Thiazide oder Sulfonamide

oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,

schweren Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz mit Oligurie oder Anurie;

Kreatinin-Clearance kleiner als 30 ml/min, Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml),

akuter Glomerulonephritis,

schweren Leberfunktionsstörungen (Coma und Praecoma hepaticum),

Hypokaliämie,

Hyponatriämie,

Hypovolämie,

Hyperkalzämie,

symptomatischer Hyperurikämie/Gicht (auch in der Vorgeschichte).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine besonders sorgfältige Überwachung ist erforderlich bei:

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Hypotonie/Störungen im Flüssigkeits- und/oder Elektrolythaushalt

Insbesondere bei Patienten mit Volumenmangel oder einer Störung im

Elektrolythaushalt kann eine symptomatische Hypotonie auftreten. Daher sollte in

angemessenen Abständen eine Bestimmung von Serumelektrolyten und Kreatinin

durchgeführt werden. Thiazide, einschließlich Hydrochlorothiazid, können Störungen

des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts (einschließlich Hypokaliämie, Hyponatriämie

und hypochlorämische Alkalose) hervorrufen.

Thiazide können die Kalziumausscheidung im Urin vermindern und so eine Erhöhung

des Serumkalziumspiegels (auch bei Fehlen von bekannten Störungen des

Kalziumstoffwechsels) verursachen. Eine ausgeprägte Hyperkalzämie kann auch ein

Hinweis auf einen versteckten Hyperparathyreoidismus darstellen. Vor der

Durchführung eines Nebenschilddrüsenfunktionstests sollten Thiazide abgesetzt

werden.

Thiazide können die Ausscheidung von Magnesium im Urin erhöhen, was zu einer

Hypomagnesiämie führen kann.

Unter der Behandlung mit Disalunil besteht bei zusätzlicher Einnahme von ACE-

Hemmern (z. B. Captopril, Enalapril) zu Behandlungsbeginn das Risiko eines klinisch

relevanten Blutdruckabfalls (schwere Hypotonie) sowie der Verschlechterung der

Nierenfunktion (in seltenen Fällen bis zum akuten Nierenversagen; siehe auch

Abschnitt Wechselwirkungen 4.5). Eine Diuretikabehandlung sollte daher 2 – 3 Tage

vor Beginn einer Therapie mit einem ACE-Hemmer abgesetzt werden.

Nierenfunktionsstörungen/Nierentransplantation:

Hydrochlorothiazid ist wirkungslos bei Patienten mit Niereninsuffizienz (glomeruläre

Filtrationsrate unter 30 ml/min und/oder Serumkreatinin über 1,8 mg/100 ml) und kann

sogar schädlich sein, weil es die glomeruläre Filtrationsrate weiter herabsetzen kann.

Daher ist Disalunil kontraindiziert bei Patienten mit einer schweren Beeinträchtigung

der Nierenfunktion (d. h. Kreatinin-Clearance < 30 ml/min) (siehe Abschnitt 4.3).

Eine Thiazid-assoziierte Azotämie kann bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen

(glomeruläre Filtrationsrate 30 – 60 ml/min und/oder Serumkreatinin 1,1 –

1,8 mg/100 ml) vorkommen. Eine regelmäßige Überwachung der Kalium-, Kreatinin-

und Harnsäurespiegel im Serum wird empfohlen.

Es liegen keine Erfahrungen bezüglich der Anwendung von Hydrochlorothiazid bei

Patienten nach kürzlich erfolgter Nierentransplantation vor.

Leberfunktionsstörungen:

Thiazide sollten bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen oder einer fortschreitenden

Lebererkrankung mit Vorsicht angewendet werden, da sie eine intrahepatische

Cholestase hervorrufen können und da bereits geringe Änderungen des Flüssigkeits-

und Elektrolytgleichgewichts ein hepatisches Koma auslösen können. Disalunil ist

daher bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen kontraindiziert (siehe

Absätze 4.2 und 4.3).

Metabolische und endokrine Wirkungen:

Eine Thiazidtherapie kann die Glucosetoleranz vermindern. Bei Patienten mit Diabetes

mellitus sind deshalb möglicherweise Dosisanpassungen von Insulin oder oralen

Antidiabetika erforderlich (siehe Abschnitt 4.5). Ein latenter Diabetes mellitus kann

während Thiazidtherapie manifest werden.

Ein Anstieg der Cholesterin- und Triglyceridspiegel wurde mit der diuretischen

Thiazidtherapie in Zusammenhang gebracht.

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Bei einigen Patienten kann unter Thiazidtherapie eine Hyperurikämie oder ein

Gichtanfall ausgelöst werden.

Zerebrovaskuläre Insuffizienz/koronare Herzkrankheit:

Bei diesen Patienten darf Disalunil nur unter engmaschigen ärztlichen Kontrollen

verabreicht werden.

Akute Myopie und Engwinkelglaukom

Hydrochlorothiazid, ein Sulfonamid, wurde mit einer idiokratischen Reaktion, die in

einer akuten vorübergehenden Myopie und einem akuten Engwinkelglaukom

resultierte, assoziiert. Die Symptome schließen das akute Auftreten einer verringerten

Sehschärfe oder Augenschmerzen ein und setzen typischerweise innerhalb von

Stunden bis Wochen nach Beginn der Behandlung ein. Ein unbehandeltes

Engwinkelglaukom kann zu dauerhaftem Sehverlust führen.

Die primäre Behandlung stellt das schnellstmögliche Absetzen der Hydrochlorothiazid-

Gabe dar. Eine rasche medikamentöse oder chirurgische Behandlung kann in Betracht

gezogen werden, wenn der intraokulare Druck außer Kontrolle bleibt. Risikofaktoren für

die Entwicklung eines Engwinkelglaukoms können bekannte Sulfonamid- oder

Penicillinallergien sein.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

In zwei epidemiologischen Studien auf der Grundlage des dänischen nationalen

Krebsregisters wurde ein erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC)

[Basalzellkarzinom (BCC) und Plattenepithelkarzinom (SCC)] mit steigender

kumulativer Dosis von Hydrochlorothiazid (HCTZ) beobachtet. Photosensibilisierende

Wirkungen von HCTZ könnten zur Entstehung von NMSC beitragen.

Patienten, die HCTZ einnehmen, sollten über das NMSC-Risiko informiert werden, und

es sollte ihnen geraten werden, ihre Haut regelmäßig auf neue Läsionen zu prüfen und

unverzüglich alle verdächtigen Hautveränderungen zu melden. Den Patienten sollten

mögliche vorbeugende Maßnahmen empfohlen werden, um das Risiko von Hautkrebs

zu minimieren; z. B. Einschränkung der Exposition gegenüber Sonnenlicht und UV-

Strahlung oder im Fall einer Exposition Verwendung eines angemessenen

Sonnenschutzes. Verdächtige Hautveränderungen sollten unverzüglich untersucht

werden, ggf. einschließlich histologischer Untersuchungen von Biopsien. Bei Patienten,

bei denen bereits ein NMSC aufgetreten ist, sollte die Verwendung von HCTZ überprüft

werden (siehe auch Abschnitt 4.8).

Allgemein:

Bei Patienten, die mit Thiaziden behandelt werden, können

Überempfindlichkeitsreaktionen vorkommen, ungeachtet dessen, ob der Patient eine

Allergie oder Asthma bronchiale in der Anamnese hat, obwohl sie bei Patienten mit

dieser Anamnese wahrscheinlicher sind.

Hydrochlorothiazid kann einen systemischen Lupus erythematodes (SLE)

verschlimmern oder aktivieren.

Bei chronischem Diuretika-Abusus kann ein Pseudo-Bartter-Syndrom mit der Folge

von Ödemen auftreten. Die Ödeme sind Ausdruck eines Anstiegs der Serum-Renin-

Konzentration mit der Folge eines sekundären Hyperaldosteronismus.

Thiaziddiuretika wie Hydrochlorothiazid sollten nicht an Patienten mit Morbus Addison

verabreicht werden.

Während einer Langzeittherapie mit Disalunil sollten die Serumelektrolyte

(insbesondere Kalium, Natrium, Kalzium), Kreatinin und Harnstoff, die Serumlipide

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(Cholesterin und Triglyzeride), die Harnsäure sowie der Blutzucker regelmäßig

kontrolliert werden.

Während der Behandlung mit Disalunil sollten die Patienten auf eine ausreichende

Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen erhöhter Kaliumverluste kaliumreiche

Nahrungsmittel zu sich nehmen (z. B. Bananen, Gemüse, Nüsse).

Dopingkontrollen

Die Anwendung von Disalunil kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen.

Die gesundheitlichen Auswirkungen beim Fehlgebrauch von Disalunil zu

Dopingzwecken können nicht abgesehen werden, Gesundheitsgefährdungen sind nicht

auszuschließen.

Die Therapie mit Hydrochlorothiazid sollte in folgenden Fällen abgebrochen werden:

therapieresistente Entgleisung des Elektrolythaushalts

orthostatische Regulationsstörungen

Überempfindlichkeitsreaktionen

ausgeprägte gastrointestinale Beschwerden

zentralnervöse Störungen

Pankreatitis

Blutbildveränderungen (Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie)

akute Cholezystitis

Vaskulitis

Verschlimmerung einer bestehenden Kurzsichtigkeit

Serum-Kreatinin-Konzentration über 1,8 mg/100 ml bzw. Kreatinin-Clearance kleiner

als 30 ml/min

Dieses Arzneimittel enthält Lactose und Sorbitol. Patienten mit der seltenen

hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel, Glucose-Galactose-Malabsorption

oder der seltenen hereditären Fructoseintoleranz sollten Disalunil nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Gleichzeitige Einnahme wird nicht empfohlen:

Arzneimittel, die zu Kaliumverlusten und Hypokaliämie führen, z. B. kaliuretische

Diuretika (z. B. Furosemid), Glukokortikoide, ACTH, Laxantien, Carbenoxolon,

Amphotericin B, Penicillin G-Natrium, Salicylsäure und Derivate:

Die gleichzeitige Einnahme von Hydrochlorothiazid und Arzneimitteln, die zu

Kaliumverlusten und Hypokaliämie führen, z. B. kaliuretische Diuretika (z. B.

Furosemid), Glukokortikoide, ACTH, Laxantien, Carbenoxolon, Amphotericin B,

Penicillin G-Natrium, Salicylsäure und Derivate, kann zu verstärkten Kaliumverlusten

führen. Eine sorgfältige Überwachung des Kaliumspiegels wird empfohlen.

Derartige Kombinationen sind daher nicht zu empfehlen.

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Lithium

Die gleichzeitige Gabe von Hydrochlorothiazid und Lithium führt über eine verminderte

Lithiumausscheidung zu einer Verstärkung der kardio- und neurotoxischen Wirkung

des Lithiums. Daher sollte die gleichzeitige Verabreichung von Lithium und

Hydrochlorothiazid nur unter engmaschigen ärztlichen Kontrollen erfolgen und sollte

nicht empfohlen werden. Wenn diese Kombination unerlässlich ist, wird eine Kontrolle

der Serum-Lithiumspiegel während der gleichzeitigen Anwendung empfohlen.

Bei gleichzeitiger Einnahme ist Vorsicht geboten:

Andere Diuretika, blutdrucksenkende Arzneimittel, Beta-Rezeptorenblocker, Nitrate,

Barbiturate, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren, Alkohol:

Die blutdrucksenkende Wirkung von Disalunil kann durch andere Diuretika,

blutdrucksenkende Arzneimittel, Beta-Rezeptorenblocker, Nitrate, Barbiturate,

Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, Vasodilatatoren oder durch Alkoholgenuss

verstärkt werden.

ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril):

Bei zusätzlicher Einnahme von ACE-Hemmern (z. B. Captopril, Enalapril) besteht zu

Behandlungsbeginn das Risiko eines massiven Blutdruckabfalls sowie einer

Verschlechterung der Nierenfunktion. Eine Diuretikabehandlung sollte daher 2 – 3

Tage vor Beginn einer Therapie mit einem ACE-Hemmer abgesetzt werden, um das

Risiko einer klinisch relevanten Hypotonie zu Therapiebeginn zu vermindern.

Salicylate und andere nichtsteroidale Antiphlogistika (z. B. Indometacin) einschließlich

selektiver COX-2-Hemmer:

Salicylate und andere nichtsteroidale Antiphlogistika (z. B. Indometacin) einschließlich

selektiver COX-2-Hemmer können die antihypertensive und diuretische Wirkung von

Disalunil vermindern. Einzelfälle einer Verschlechterung der Nierenfunktion, besonders

bei Patienten mit einer vorbestehenden Nierenfunktionsstörung, sind beobachtet

worden.

Die toxische Wirkung der Salicylate auf das zentrale Nervensystem kann durch

Hydrochlorothiazid verstärkt werden. Bei Patienten, die unter der Therapie mit

Hydrochlorothiazid eine Hypovolämie entwickeln, kann die gleichzeitige Gabe

nichtsteroidaler Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen auslösen.

Beta-Rezeptorenblocker und Diazoxid:

Es besteht ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Hyperglykämie bei gleichzeitiger

Gabe von Hydrochlorothiazid und Beta-Rezeptorenblockern oder Diazoxid.

Insulin oder orale Antidiabetika, harnsäuresenkende Arzneimittel (z. B. Probenecid,

Sulfinpyrazon), pressorische Amine (Noradrenalin, Adrenalin):

Die Wirkung von Insulin oder oralen Antidiabetika, harnsäuresenkenden Arzneimitteln

(z. B. Probenecid, Sulfinpyrazon) sowie pressorischen Aminen (Noradrenalin,

Adrenalin) kann bei gleichzeitiger Anwendung von Disalunil abgeschwächt werden.

Eine Dosisanpassung von Insulin, oralen Antidiabetika, Probenecid oder Sulfinpyrazon

kann notwendig werden.

Metformin:

Metformin sollte wegen des Risikos einer Laktatazidose, die als Folge eines möglichen

funktionellen durch Hydrochlorothiazid ausgelösten Nierenversagens auftreten kann,

mit Vorsicht angewendet werden.

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Digitalisglykoside:

Eine Hydrochlorothiazid-induzierte Hypokaliämie und/oder Hypomagnesiämie kann die

Myokardempfindlichkeit gegenüber Digitalisglykosiden erhöhen sowie die von

Digitalisglykosiden ausgelösten Wirkungen und Nebenwirkungen (z. B.

Herzrhythmusstörungen, auch maligne) verstärken.

Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil, Methotrexat):

Bei gleichzeitiger Anwendung von Zytostatika (z. B. Cyclophosphamid, Fluorouracil,

Methotrexat) ist mit einer verstärkten Knochenmarkstoxizität (insbesondere

Granulozytopenie) zu rechnen.

Muskelrelaxanzien vom Curare-Typ:

Die Wirkung von Muskelrelaxanzien vom Curare-Typ kann durch Disalunil verstärkt

oder verlängert werden. Für den Fall, dass Disalunil vor der Anwendung peripherer

curareartiger Muskelrelaxanzien nicht abgesetzt werden kann, muss der Narkosearzt

über die Behandlung mit Disalunil informiert werden.

Colestyramin, Colestipol:

Die gleichzeitige Anwendung von Colestyramin oder Colestipol (Cholesterinsenker)

vermindert die Resorption von Hydrochlorothiazid.

Methyldopa:

In Einzelfällen wurde über hämolytische Anämien nach gleichzeitiger Gabe von

Hydrochlorothiazid und Methyldopa berichtet.

Arzneimittel, die durch Störungen des Serum-Kaliums beeinflusst werden:

Regelmäßige Kontrollen von Serum-Kalium und EKG werden empfohlen, wenn

Hydrochlorothiazid zusammen mit Mitteln verabreicht wird, die durch Serum-Kalium-

Störungen beeinflusst werden (zum Beispiel Digitalisglykoside, Antiarrhythmika) und

folgende Torsades de pointes-induzierenden Wirkstoffe (einschließlich einiger

Antiarrhythmika), wobei eine Hypokalämie ein prädisponierender Faktor für Torsades

de pointes darstellt:

Antiarrhythmika der Klasse la (z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid)

Antiarrhythmika der Klasse III (z. B. Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid)

einige Neuroleptika (z. B. Thioridazin, Chlorpromazin, Levomepromazin,

Trifluoperazin, Cyamemazin, Sulpirid, Sultoprid, Amisulprid, Tiaprid, Pimozid,

Haloperidol, Droperidol)

andere Arzneimittel, z. B. Bepridil, Cisaprid, Diphemanil, Erythomycin i. v.,

Halofantrin, Mizolastin, Pentamidin, Sparfloxacin, Terfenadin, Vincamin i. v.

Allopurinol:

Bei gleichzeitiger Einnahme von Thiaziden und Allopurinol besteht ein erhöhtes Risiko

für das Auftreten von Überempfindlichkeitsreaktionen auf Allopurinol.

Amantadin:

Eine gleichzeitige Therapie mit Thiaziden und Amantadin kann das Risiko für das

Auftreten von unerwünschten Wirkungen des Amantadins erhöhen.

Kalziumsalze:

Die gleichzeitige Gabe von Thiaziddiuretika und Kalziumsalzen kann über eine

verminderte Kalziumausscheidung zu erhöhten Kalziumspiegeln im Serum führen.

Daher wird empfohlen, bei Patienten, die gleichzeitig mit Kalziumsalzen behandelt

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werden müssen, den Kalziumspiegel sorgfältig zu überwachen und ggf. die Dosierung

anzupassen.

Vitamin D-Ergänzungspräparate:

Die gleichzeitige Gabe von Thiaziden und Vitamin D-Ergänzungspräparaten kann über

eine verminderte Kalziumausscheidung zu erhöhten Kalziumspiegeln im Serum führen.

Ciclosporin:

Bei gleichzeitiger Einnahme von Thiaziden und Ciclosporin besteht ein erhöhtes Risiko

für das Auftreten einer Hyperurikämie und Gicht-ähnlichen Symptomen.

Carbamazepin:

Bei gleichzeitiger Gabe von Hydrochlorothiazid und Carbamazepin kann der

Natriumspiegel im Serum absinken. Daher wird empfohlen, den Serum-Natriumspiegel

regelmäßig zu kontrollieren.

Chinidin:

Die gleichzeitige Einnahme von Hydrochlorothiazid und Chinidin führt zu einer

Verminderung der Chinidinausscheidung.

Tetrazykline:

Die gleichzeitige Anwendung von Hydrochlorothiazid und Tetrazyklinen kann einen

Anstieg der Serumkonzentration von Harnstoff zur Folge haben.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der

Schwangerschaft vor, insbesondere während des ersten Trimesters. Ergebnisse aus

Tierstudien sind unzureichend.

Hydrochlorothiazid ist plazentagängig. Auf Grund des pharmakologischen

Wirkmechanismus von Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des

zweiten und dritten Trimesters zu einer Störung der feto-plazentaren Perfusion und zu

fetalen und neonatalen Auswirkungen wie Ikterus, Störung des Elektrolythaushalts und

Thrombozytopenien kommen.

Auf Grund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren

Hypoperfusion, ohne den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen, sollte

Hydrochlorothiazid bei Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshypertonie oder

einer Präeklampsie nicht zur Anwendung kommen.

Bei essentieller Hypertonie schwangerer Frauen sollte Hydrochlorothiazid nur in den

seltenen Fällen, in denen keine andere Behandlung möglich ist, angewandt werden.

Stillzeit

Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Thiazid-Diuretika,

angewandt in hohen Dosen zur intensiven Diurese, können die Laktation hemmen. Die

Anwendung von Disalunil während der Stillzeit wird nicht empfohlen. Wenn Disalunil

während der Stillzeit angewandt wird, sollte die Dosis so niedrig wie möglich sein.

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4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Disalunil hat geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Dies gilt in verstärktem Maße bei

Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im

Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Wo dies angebracht erscheint, werden die folgenden unerwünschten Ereignisse nach

ihrer System-Organ-Klasse und Häufigkeit gemäß dem folgenden System klassifiziert:

Sehr häufig

1/10)

Häufig

1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich:

1/1.000 bis < 1/100)

Selten

1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die folgenden Nebenwirkungen können aufgrund von Störungen im Flüssigkeits-

und Elektrolythaushalt auftreten:

Sehr häufig kommt es bei langfristiger, kontinuierlicher Anwendung zu Störungen im

Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, insbesondere zur Hypokaliämie und

Hyponatriämie, ferner zur Hypomagnesiämie und Hypochlorämie sowie zur

Hyperkalzämie.

Bei hoher Dosierung können auf die verstärkte Diurese zurückzuführende Flüssigkeits-

und Natriumverluste auftreten, die sich gelegentlich als Mundtrockenheit und Durst,

Schwäche- und Schwindelgefühl, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfe (z. B.

Wadenkrämpfe), Kopfschmerzen, Nervosität, Herzklopfen, Hypotonie und

orthostatische Regulationsstörungen äußern.

Bei exzessiver Diurese kann es infolge Dehydratation und Hypovolämie zur

Hämokonzentration und in seltenen Fällen zu Konvulsionen, Benommenheit,

Verwirrtheitszuständen, Kreislaufkollaps und zu einem akuten Nierenversagen

kommen. Als Folge der Hämokonzentration kann es insbesondere bei älteren

Patienten oder bei Vorliegen von Venenerkrankungen zu Thrombosen und Embolien

kommen.

Infolge einer Hypokaliämie können Müdigkeit, Schläfrigkeit, Muskelschwäche,

Parästhesien, Paresen, Apathie, Adynamie der glatten Muskulatur mit Obstipation und

Meteorismus oder Herzrhythmusstörungen auftreten. Schwere Kaliumverluste können

zu einem Subileus bis hin zu einem paralytischen Ileus oder zu

Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen.

EKG-Veränderungen und gesteigerte Glykosidempfindlichkeit können auftreten,

Hypermagnesiurien sind häufig und äußern sich nur gelegentlich als

Hypomagnesiämien, weil Magnesium aus dem Knochen mobilisiert wird.

Als Folge der Elektrolyt- und Flüssigkeitsverluste kann sich eine metabolische Alkalose

entwickeln bzw. eine bereits bestehende metabolische Alkalose verschlechtern.

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Die folgenden Nebenwirkungen können unabhängig von Störungen im

Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt auftreten:

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen):

Häufigkeit „nicht bekannt“: Nicht-melanozytärer Hautkrebs (Basalzellkarzinom und

Plattenepithelkarzinom)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Häufig: Thrombozytopenie (manchmal mit Purpura)

Gelegentlich: Leukopenie

Sehr selten: Knochenmarksdepression, Agranulozytose, aplastische Anämie,

hämolytische Anämie.

Erkrankungen des Immunsystems:

Selten: anaphylaktische Reaktionen

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen:

Sehr häufig: Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, insbesondere

Hypokaliämie und Hyponatriämie, Hypochlorämie und Hyperkalzämie; Hyperglykämie

und Glukosurie sowohl bei Stoffwechselgesunden als auch bei Patienten mit latentem

oder manifestem Diabetes mellitus bzw. bei Patienten mit Kaliummangel;

Hyperurikämie, die bei prädisponierten Patienten zu Gichtanfällen führen kann;

Erhöhung der Serumlipide (Cholesterin, Triglyceride).

Sehr selten: Hypochlorämische Alkalose

Nicht bekannt: Bei Patienten mit manifestem Diabetes mellitus kann es zu einer

Verschlechterung der Stoffwechsellage kommen. Ein latenter Diabetes mellitus kann in

Erscheinung treten.

Psychiatrische Erkrankungen:

Selten: Depressionen, Schlaflosigkeit

Erkrankungen des Nervensystems:

Selten: Kopfschmerzen, Schwindel, Parästhesien

Augenerkrankungen:

Gelegentlich: Sehstörungen (z. B. verschwommenes Sehen, Xanthopsie),

Einschränkung der Bildung von Tränenflüssigkeit; eine bestehende Kurzsichtigkeit

kann sich verschlechtern.

Nicht bekannt: akutes Engwinkelglaukom

Herzerkrankungen:

Häufig: Palpitationen (Herzklopfen)

Gelegentlich: orthostatische Regulationsstörungen, insbesondere bei Patienten mit

Hypovolämie, z. B. Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz oder unter hochdosierter

Diuretika-Therapie (verstärkt bei Alkoholgenuss oder der gleichzeitigen Verabreichung

von Narkose- oder Beruhigungsmitteln)

Selten: Herzrhythmusstörungen

Gefäßerkrankungen:

Gelegentlich: Vaskulitis (in Einzelfällen nekrotisierende Vaskulitis)

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Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Gelegentlich: Dyspnoe, akute interstitielle Pneumonie

Sehr selten: Plötzlich auftretendes Lungenödem mit Schocksymptomatik. Eine

allergische Reaktion gegenüber Hydrochlorothiazid wird angenommen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig: Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden (z. B. Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall, Schmerzen und Krämpfe im Bauchraum)

Selten: Obstipation

Leber- und Gallenerkrankungen:

Gelegentlich: Hyperamylasämie, Pankreatitis, Ikterus (intrahepatische Cholestase)

Nicht bekannt: akute Cholezystitis bei vorbestehender Cholelithiasis

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Gelegentlich: allergische Hautreaktionen (z. B. Pruritus, Erythem, photoallergisches

Exanthem, Purpura, Urtikaria)

Sehr selten: toxische epidermale Nekrolyse, kutaner Lupus erythematodes, Lupus-

erythematodes-artige Reaktionen, Reaktivierung eines Lupus erythematodes

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Häufig: reversible Erhöhung der Serumkonzentrationen der harnpflichtigen

stickstoffhaltigen Substanzen Kreatinin und Harnstoff

Gelegentlich: interstitielle Nephritis

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse:

Gelegentlich: Potenzstörungen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort:

Gelegentlich: Arzneimittelfieber

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Nicht-melanozytärer Hautkrebs:

Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen Studien wurde ein

kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC festgestellt

(siehe auch Abschnitte 4.4 und 5.1).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für

Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee

3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

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4.9

Überdosierung

Symptome

Das klinische Bild bei akuter oder chronischer Überdosierung ist vom Ausmaß des

Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes abhängig.

Überdosierung kann bei ausgeprägten Flüssigkeits- und Elektrolytverlusten zu Durst,

Schwäche- und Schwindelgefühl, Erbrechen, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfen

(z. B. Wadenkrämpfe), Kopfschmerzen, Tachykardie, Hypotonie und orthostatischen

Regulationsstörungen führen. Infolge Hypovolämie und Dehydratation kann es zur

Hämokonzentration, zu Konvulsionen, Lethargie, Verwirrtheitszuständen,

Kreislaufkollaps oder zu einem akuten Nierenversagen kommen. Entgleisungen des

Elektrolythaushaltes mit Herzrhythmusstörungen können auftreten.

Infolge einer Hypokaliämie kann es zu Müdigkeit, Muskelschwäche, Parästhesien,

Paresen, Apathie, Meteorismus und Obstipation oder zu Herzrhythmusstörungen

kommen. Schwere Kaliumverluste können zu einem paralytischen Ileus oder zu

Bewusstseinsstörungen bis zum hypokaliämischen Koma führen.

Behandlung

Bei Anzeichen einer Überdosierung muss die Behandlung mit Disalunil umgehend

abgesetzt werden.

Bei nur kurze Zeit zurückliegender Einnahme kann durch Maßnahmen der primären

Giftelimination (induziertes Erbrechen, Magenspülung) oder resorptionsmindernde

Maßnahmen (medizinische Kohle) versucht werden, die systemische Aufnahme von

Hydrochlorothiazid zu vermindern.

Neben der Überwachung der vitalen Parameter müssen wiederholt Kontrollen des

Wasser- und Elektrolythaushalts, des Säure-Basen-Haushalts, des Blutzuckers und

der harnpflichtigen Substanzen durchgeführt werden und Abweichungen

gegebenenfalls korrigiert werden.

Therapeutische Maßnahmen:

bei Hypovolämie: Volumensubstitution

bei Hypokaliämie: Kaliumsubstitution

bei Kreislaufkollaps: Schocklagerung, ggf. Schocktherapie

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Low-ceiling-Diuretika, Thiazide; ATC-Code:

C03AA03

Hydrochlorothiazid ist ein Benzothiadiazin-Derivat, das primär eine Mehrausscheidung

von Elektrolyten bewirkt und sekundär durch das osmotisch gebundene Wasser den

Harnfluss vergrößert.

Hydrochlorothiazid hemmt vorwiegend im distalen Tubulus die Natriumresorption,

wobei maximal etwa 15 % des glomerulär filtrierten Natriums ausgeschieden werden

können. Das Ausmaß der Chloridausscheidung entspricht in etwa dem der

Natriumausscheidung.

Seite 13 von 16

Durch Hydrochlorothiazid nimmt auch die Kaliumausscheidung zu, die im Wesentlichen

durch die Kaliumsekretion im distalen Tubulus und im Sammelrohr bestimmt wird.

Durch hohe Hydrochlorothiazid-Dosen kann Bikarbonat infolge einer Hemmung der

Carboanhydratase vermehrt ausgeschieden werden, wodurch der Harn alkalisiert wird.

Durch Azidose oder Alkalose wird die saluretische bzw. diuretische Wirkung des

Hydrochlorothiazids nicht wesentlich beeinflusst.

Die glomeruläre Filtrationsrate wird initial geringgradig vermindert. Während einer

Langzeittherapie mit Hydrochlorothiazid wird die Kalziumausscheidung über die Nieren

vermindert, so dass eine Hyperkalzämie resultieren kann.

Bei hypertensiven Patienten hat Hydrochlorothiazid einen blutdrucksenkenden Effekt,

der Mechanismus ist bislang nicht ausreichend geklärt. Diskutiert wird u. a., dass die

periphere gefäßtonusmindernde Wirkung der Thiazid-Diuretika durch Abnahme der

Natriumkonzentration in der Gefäßwand und damit durch eine verringerte

Ansprechbarkeit der Gefäßwand auf Noradrenalin bedingt ist.

Bei chronisch niereninsuffizienten Patienten (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min

und/oder Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml) ist Hydrochlorothiazid praktisch

unwirksam.

Bei Patienten mit renalem und ADH-sensiblem Diabetes insipidus wirkt

Hydrochlorothiazid antidiuretisch.

Die diuretische Wirkdauer von Hydrochlorothiazid beträgt dosisabhängig 10 bis 12

Stunden, die antihypertensive Wirkdauer bis zu 24 Stunden.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs:

Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen Studien wurde ein

kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC beobachtet.

Eine Studie umfasste eine Grundgesamtheit aus 71 533 Fällen von BCC und 8 629

Fällen von SCC mit Kontrollgruppen von 1 430 833 bzw. 172 462 Personen. Eine hohe

HCTZ-Dosierung (

50 000 mg kumulativ) war assoziiert mit einer bereinigten Odds-

Ratio von 1,29 (95 % Konfidenzintervall: 1,23 – 1,35) für BCC und 3,98 (95 %

Konfidenzintervall: 3,68 – 4,31) für SCC. Sowohl bei BCC als auch bei SCC wurde eine

eindeutige kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung ermittelt. Eine weitere Studie ergab

einen möglichen Zusammenhang zwischen Lippenkrebs (SCC) und der Exposition

gegenüber HCTZ: 633 Fälle von Lippenkrebs wurden mittels eines risikoorientierten

Stichprobenverfahrens mit einer Kontrollgruppe von 63 067 Personen abgeglichen. Es

wurde eine kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung mit einer bereinigten Odds-Ratio von

2,1 (95 % Konfidenzintervall: 1,7 – 2,6) festgestellt, die sich bei hoher Exposition

(~ 25 000 mg) auf eine Odds-Ratio von 3,9 (3,0 – 4,9) und bei der höchsten

kumulativen Dosis (~ 100 000 mg) auf eine Odds-Ratio von 7,7 (5,7 – 10,5) erhöhte

(siehe auch Abschnitt 4.4).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Hydrochlorothiazid wird nach oraler Applikation zu ca. 80 % aus dem

Gastrointestinaltrakt resorbiert.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Hydrochlorothiazid beträgt 64 %; das relative

Verteilungsvolumen beträgt 0,5 bis 1,1 l/kg.

Seite 14 von 16

Biotransformation und Elimination

Die systemische Verfügbarkeit beträgt ca. 70 %. Maximale Plasmaspiegel werden in

der Regel nach 2 – 5 Stunden gemessen.

Hydrochlorothiazid wird bei Gesunden zu mehr als 95 % unverändert renal

ausgeschieden.

Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei normaler Nierenfunktion bei 6 – 8 Stunden. Sie

erhöht sich bei eingeschränkter Nierenfunktion und liegt bei terminal

niereninsuffizienten Patienten bei ca. 20 Stunden.

Die diuretische Wirkung tritt innerhalb 1 – 2 Stunden ein.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die Prüfung der akuten Toxizität von Hydrochlorothiazid im Tierversuch hat keine

besondere Empfindlichkeit ergeben.

Chronische Toxizität/Subchronische Toxizität

In Untersuchungen zur subchronischen und chronischen Toxizität am Tier (Hund,

Ratte) zeigten sich außer Veränderungen im Elektrolytgleichgewicht keine auffälligen

Befunde.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

In-vitro- und In-vivo-Mutagenitätstests zur Induktion von Gen- und

Chromosomenmutationen durch Hydrochlorothiazid verliefen negativ.

Langzeituntersuchungen mit Hydrochlorothiazid wurden an Ratten und Mäusen

durchgeführt und zeigten keine relevanten Erhöhungen der Anzahl von Tumoren in den

Dosisgruppen.

Reproduktionstoxizität

Hydrochlorothiazid passiert im Tierversuch die Plazenta. Untersuchungen an drei

Tierarten (Ratte, Maus, Kaninchen) ergaben keine Hinweise auf eine teratogene

Wirkung.

Beim Menschen liegen Erfahrungen mit der Anwendung in der Schwangerschaft für

über 7500 Fälle vor. Davon wurden 107 im ersten Trimester exponiert. Es besteht der

Verdacht, dass bei Verwendung von Hydrochlorothiazid in der 2. Hälfte der

Schwangerschaft bei Neugeborenen eine Thrombozytopenie ausgelöst werden kann.

Auswirkungen von Störungen des Elektrolythaushalts der Schwangeren auf den Feten

sind möglich.

Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Für Thiazid-

Diuretika ist bekannt, dass sie die Laktation hemmen können.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose-Monohydrat

Cellulosepulver

Sorbitol (Ph. Eur.)

Seite 15 von 16

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackung aus transparenter Hart-PVC-Folie, versiegelt mit Aluminiumfolie

Packung mit 30 Tabletten (N1)

Packung mit 50 Tabletten (N2)

Packung mit 100 Tabletten (N3)

Klinikpackung mit 400 (20 × 20) Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

BERLIN-CHEMIE AG

Glienicker Weg 125

12489 Berlin, Deutschland

Telefon: (030) 67 07 - 0 (Zentrale)

Telefax: (030) 67 07 - 21 20

www.berlin-chemie.de

8.

ZULASSUNGSNUMMER

3001018.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 20.03.2002

10.

STAND DER INFORMATION

November 2018

Seite 16 von 16

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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