Diovan 320 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
valsartanum
Verfügbar ab:
Novartis Pharma Schweiz AG
ATC-Code:
C09CA03
INN (Internationale Bezeichnung):
valsartanum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
valsartanum 320 mg, excipiens pro compresso obducto.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Hypertonie
Zulassungsnummer:
55743
Berechtigungsdatum:
2001-03-23

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

Patienteninformation

Diovan®

Novartis Pharma Schweiz AG

Was ist Diovan und wann wird es angewendet?

Diovan enthält eine Wirksubstanz, die das blutdruckregulierende System des Körpers beeinflusst. Es

führt zur Erweiterung der Blutgefässe und senkt damit den Blutdruck. Der Arzt bzw. die Ärztin kann

die Wirkung des Arzneimittels mittels Blutdruckmessung nachweisen.

Diovan wird zur Behandlung des leichten bis mittelschweren Bluthochdrucks bei Erwachsenen sowie

Kindern und Jugendlichen von 6 bis 18 Jahren eingesetzt. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann Diovan

auch bei milder bis mittelschwerer Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche, ungenügende

Herzleistung) in Kombination mit anderen Arzneimitteln einsetzen, wenn andere üblicherweise für

die Erkrankung verwendete Arzneimittel wegen bestimmter Nebenwirkungen ungeeignet sind.

Diovan kann auch zur Behandlung von Patienten nach einem Myokardinfarkt (Herzinfarkt)

eingesetzt werden. Diovan darf nur auf Verschreibung des Arztes bzw. der Ärztin angewendet

werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Wenn ein hoher Blutdruck nicht behandelt wird, können lebenswichtige Organe wie das Herz, die

Nieren und das Hirn geschädigt werden. Sie können sich wohl fühlen und keine Symptome haben,

aber die unbehandelte Hypertonie kann zu Spätfolgen wie z.B. Hirnschlag, Herzinfarkt,

Herzschwäche, Nierenfunktionsstörung oder Erblinden führen.

Wann darf Diovan nicht angewendet werden?

Wenn Sie jemals ungewöhnlich oder allergisch auf Valsartan (Wirkstoff von Diovan) oder einen

anderen Bestandteil dieses Arzneimittels reagiert haben oder wenn Sie schwanger sind oder planen,

schwanger zu werden oder stillen, dürfen Sie Diovan nicht oder nicht mehr einnehmen, ohne mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin darüber gesprochen zu haben.

Wenn Sie an Diabetes (Typ 1 oder Typ 2) oder eingeschränkter Nierenfunktion leiden, während Sie

den blutdrucksenkenden Wirkstoff Aliskiren einnehmen, dürfen Sie Diovan nicht einnehmen.

Sie sollten Diovan bei schweren Nierenfunktionsstörungen nicht nehmen, da dazu keine Erfahrungen

vorliegen.

Falls früher anlässlich der Einnahme eines blutdrucksenkenden Arzneimittels Schwellungen im

Gesicht, der Lippen, der Zunge oder im Rachen (Schluck- oder Atembeschwerden) auftraten, dürfen

Sie Diovan nicht einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Diovan Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen.

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin vor Beginn der Behandlung mit Diovan,

·wenn Sie an einer schweren Nieren- oder Lebererkrankung leiden,

·wenn Sie an Erbrechen oder Durchfall leiden oder hohe Dosen eines Diuretikums (harntreibendes

Mittel) einnehmen.

·Falls bei Ihnen nach der Einnahme von Diovan Reaktionen wie Schwellung im Gesicht, der Arme

und Beine, Augen, Lippen oder Zunge (Anzeichen eines Angioödem) auftreten. Sie müssen in diesen

Fällen überwacht und eventuell entsprechend behandelt werden.

Ein eventuell bestehender Salz-/Flüssigkeitsmangel - z.B. durch übermässiges Erbrechen, Durchfall

oder Diuretika (harntreibende Mittel) - ist vor Beginn der Behandlung auszugleichen.

Vorsicht ist geboten, wenn Sie mit einem ACE-Hemmer oder Aliskiren (Arzneimittel gegen

Bluthochdruck) behandelt werden.

Wenn Sie gleichzeitig mit Diovan ein anderes Arzneimittel einnehmen, informieren Sie Ihren Arzt

oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin darüber. Möglicherweise ist es notwendig, die

Dosierung zu verändern, bestimmte Vorsichtsmassnahmen zu treffen oder eines der Arzneimittel

wegzulassen. Das gilt sowohl für rezeptpflichtige wie für rezeptfreie Arzneimittel, vor allem jedoch

·für Arzneimittel zur Blutdrucksenkung, besonders Diuretika, ACE-Hemmer oder Aliskiren

·für kaliumsparende Arzneimittel, Kaliumersatzmittel oder Salzersatzmittel, die Kalium enthalten,

oder andere Arzneimittel, die das Kalium im Blut erhöhen können

·wenn Sie bereits einen ACE-Hemmer zusammen mit einem Beta-Blocker einnehmen, um

Herzinsuffizienz zu behandeln,

·Lithium, ein Arzneimittel zur Behandlung gewisser psychischer Erkrankungen,

·für schmerzstillende oder entzündungshemmende Arzneimittel wie nicht-steroidale

Entzündungshemmer (NSAIDs), oder COX-2 selektive Hemmer.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Die Wirksamkeit und Sicherheit der Behandlung bei Kindern unter 6 Jahren wurde nicht geprüft.

Deshalb sollte Diovan bei Kindern unter 6 Jahren nicht angewendet werden.

Darf Diovan während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Sie dürfen Diovan nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder planen, schwanger zu werden.

Von ähnlichen Arzneimitteln ist bekannt, dass sie das ungeborene Kind bei Anwendung während der

Schwangerschaft schwer schädigen können. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sofort Ihren Arzt bzw.

Ihre Ärztin aufsuchen, wenn Sie glauben, Sie könnten schwanger sein. Informieren Sie Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin auch, falls Sie eine Schwangerschaft planen.

Ist eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich, ist abzustillen.

Wie verwenden Sie Diovan?

Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin entscheidet über die für Sie richtige Dosierung.

Erwachsene:

Bei hohem Blutdruck

Zur Behandlung des Bluthochdrucks beträgt die übliche Dosierung einmal täglich 1 Filmtablette zu

80 mg Valsartan (Wirkstoff von Diovan). Wird mit dieser Dosis keine Blutdrucknormalisierung

erreicht, kann die Dosis auf 160 mg Valsartan (1 Filmtablette à 160 mg bzw. 2 Filmtabletten à 80

mg) erhöht werden.

Falls eine verstärkte Blutdrucksenkung erforderlich ist, kann Diovan auf Verschreibung Ihres Arztes

bzw. Ihrer Ärztin mit anderen blutdrucksenkenden Arzneimitteln eingenommen werden,

insbesondere harntreibenden Mitteln (Diuretika).

Bei Herzinsuffizienz

Zur Behandlung der Herzinsuffizienz beträgt die Anfangsdosis im Allgemeinen 2× täglich

1 Filmtablette zu 40 mg. Die Dosis wird schrittweise auf 2× täglich 1 Filmtablette zu 80 mg bis 2×

täglich 1 Filmtablette zu 160 mg gesteigert, je nach Verträglichkeit.

Nach einem Herzinfarkt

Nach einem Herzinfarkt wird im Allgemeinen bereits nach 12 Stunden mit der Behandlung

begonnen, normalerweise mit der niedrigen Dosis von 2× täglich 20 mg. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin

wird die Dosis innerhalb weniger Wochen schrittweise auf die höchste vertragene Dosierung bis zu

einer Zieldosierung von 2× täglich 160 mg erhöhen.

Die Einzeldosis von 20 mg erhalten Sie durch Teilen der 40 mg-Filmtablette.

Diovan Filmtabletten werden mit Flüssigkeit eingenommen. Die Einnahme kann unabhängig von

einer Mahlzeit erfolgen.

Es empfiehlt sich, dass Sie Diovan Filmtabletten täglich zur selben Zeit einnehmen, bei hohem

Blutdruck z.B. morgens und bei Herzinsuffizienz oder nach Herzinfarkt morgens und abends. Haben

Sie einmal die Einnahme vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis zur üblichen Zeit ein. Verdoppeln

Sie die Dosis nicht!

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren:

Filmtabletten

Die übliche Anfangsdosis beträgt bei Kindern unter 35 kg Körpergewicht eine 40-mg-Filmtablette

einmal täglich und bei Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von 35 kg oder mehr

80 mg einmal täglich. Die Dosis kann von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin gemäss dem Ansprechen des

Blutdrucks angepasst werden.

Diovan wird nicht zur Behandlung der Herzinsuffizienz oder eines kürzlich aufgetretenen

Myokardinfarkts bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen.

Welche Nebenwirkungen kann Diovan haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Diovan auftreten: Zu den häufigsten

Nebenwirkungen bei der Einnahme von Diovan gehören Schwindel infolge eines Blutdruckabfalles,

vor allem beim Aufstehen nach dem Liegen oder Sitzen, sowie virale Infektionen.

Gelegentlich wurde über Infektionen der oberen Atemwege, Entzündung von Nasennebenhöhlen und

Rachenbereich, Ohnmacht, Schlaflosigkeit sowie verminderter Libido, Schwindel, tiefen Blutdruck,

Husten, Durchfall und Bauchschmerzen, Müdigkeit, Schwäche, Schwellung oder

Flüssigkeitsansammlung und Rückenschmerzen berichtet.

Zu den seltenen Nebenwirkungen gehören Benommenheit und Nierenfunktionsstörungen.

Sehr selten kann es zu Schnupfen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Rötung oder Juckreiz,

Gelenk- oder Muskelschmerzen, allergischen Reaktionen mit Schwellung im Gesicht und

unregelmässigem Herzschlag kommen. Mit unbekannter Häufigkeit kann es zu Blasenbildung auf

der Haut kommen.

Durchfall, Übelkeit, Gelenk- und Rückenschmerzen und Benommenheit können bei Patientinnen und

Patienten mit Herzinsuffizienz häufiger auftreten. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird bei

herzinsuffizienten Patientinnen und Patienten die Nierenfunktion überwachen.

Diese Nebenwirkungen sind nicht zwingend durch Diovan verursacht, denn sie wurden auch an

Patientinnen und Patienten festgestellt, die das Arzneimittel nicht eingenommen haben.

Wenn Sie eine allergische Reaktion mit Schwellung des Gesichts, der Lippen, des Rachens und/oder

der Zunge (mit Schluck- oder Atembeschwerden) verspüren, unterbrechen Sie die Einnahme von

Diovan und setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung.

Bei Patienten, die Diovan nach einem Herzinfarkt einnehmen, kann es in ca. 1% der Patienten zu

Nierenfunktionsstörungen oder niedrigem Blutdruck kommen. Meistens können diese

Nebenwirkungen durch eine Dosisreduktion behoben werden.

Wenn Sie andere Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt

oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Diovan Filmtabletten vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30 °C aufbewahren.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Diovan enthalten?

Diovan Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Valsartan sowie Hilfsstoffe.

Diovan 40 enthält 40 mg Valsartan.

Diovan 80 enthält 80 mg Valsartan. Die Bruchrille dient nur zum Teilen der Tablette für ein

erleichtertes Schlucken und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.

Diovan 160 enthält 160 mg Valsartan. Die Bruchrille dient nur zum Teilen der Tablette für ein

erleichtertes Schlucken und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.

Zulassungsnummer

55743 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Diovan? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Diovan 40:

Filmtabletten zu 40 mg (Kalenderpackung zur Einleitung der Therapie bei Patienten nach einem

Myokardinfarkt): 28.

Diovan 80:

Filmtabletten zu 80 mg (Kalenderpackung): 28 und 98.

Diovan 160:

Filmtabletten zu 160 mg (Kalenderpackung): 28 und 98.

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Diese Packungsbeilage wurde im September 2015 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Diovan®

Novartis Pharma Schweiz AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Valsartanum.

Hilfsstoffe

Filmtabletten: Excip. pro compr. Obduct.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Diovan 40

Filmtabletten zu 40 mg Valsartanum.

Ovale, gelbe, leicht konvexe Filmtablette mit Bruchrille auf einer Seite. Auf der einen Seite ist DO

und auf der anderen Seite NVR eingeprägt.

Diovan 80

Filmtabletten zu 80 mg Valsartanum.

Runde, blassrote, leicht konvexe Filmtabletten und Bruchrille auf einer Seite. Auf der einen Seite ist

D/V und auf der anderen Seite NVR eingeprägt. Die Bruchrille dient nur zum Teilen der Tablette für

ein erleichtertes Schlucken und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.

Diovan 160

Filmtabletten zu 160 mg Valsartanum.

Ovale, grau-orange, konvexe Filmtabletten mit Bruchrille auf einer Seite. Auf der einen Seite ist

DX/DX und auf der anderen Seite NVR eingeprägt. Die Bruchrille dient nur zum Teilen der Tablette

für ein erleichtertes Schlucken und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Essenzielle Hypertonie

Behandlung der essenziellen Hypertonie leichten und mässigen Grades bei Erwachsenen sowie

Kindern und Jugendlichen von 6 bis 18 Jahren.

Herzinsuffizienz

Milde bis mittelschwere Herzinsuffizienz (NYHA II und III) bei Erwachsenen, normalerweise in

Kombination mit Diuretika und Digitalis, wenn eine Behandlung mit ACE-Hemmern aufgrund von

ACE-Hemmer-spezifischen Nebenwirkungen (Husten) ungeeignet ist oder bei Patienten mit

Unverträglichkeit gegenüber Betablockern als Add-on-Therapie zu ACE-Hemmern, wenn

Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten nicht angewendet werden können. Nebenwirkungen

infolge ACE-Hemmer-Therapie, die durch allgemeine Einflussnahme auf das Renin-Angiotensin-

Aldosteron-System entstehen (z.B. progrediente Niereninsuffizienz, Hyperkaliämie), stellen keine

Indikation für Diovan dar.

Status nach akutem Myokardinfarkt

Langzeitprophylaxe bei erwachsenen Patienten mit stabilem Status nach Myokardinfarkt verbunden

mit einer linksventrikulären Dysfunktion mit einer Auswurffraktion ≤40%.

Dosierung/Anwendung

Übliche Dosierungsempfehlungen

Essenzielle Hypertonie

Die empfohlene Dosierung von Diovan beträgt 1× täglich 80 mg oder 160 mg als Filmtablette,

unabhängig von Rasse, Alter oder Geschlecht.

Eine wesentliche blutdrucksenkende Wirkung wird innerhalb von 2 Wochen und die maximale

blutdrucksenkende Wirkung 4 Wochen nach Beginn der Therapie erreicht. Bei unzureichender

Blutdrucksenkung kann die Tagesdosis auf 160 mg als Filmtablette erhöht oder zusätzlich ein

Diuretikum verabreicht werden.

Diovan kann zusammen mit anderen Antihypertonika verabreicht werden.

Herzinsuffizienz

Die empfohlene Startdosis beträgt 2× 40 mg Valsartan täglich als Filmtablette. In Abhängigkeit von

der Verträglichkeit sollte die Dosis schrittweise zunächst auf 2× täglich 80 mg Valsartan und dann

auf 2× täglich 160 mg Valsartan als Filmtablette erhöht werden. Bei gleichzeitiger Gabe von

Diuretika sollte eine Dosisreduktion des Diuretikums in Betracht gezogen werden. In klinischen

Studien betrug die maximale tägliche Dosis 320 mg Valsartan (2× 160 mg Valsartan).

Bei der Überwachung von Herzinsuffizienzpatienten sollte immer auch die Nierenfunktion überprüft

werden.

Status nach akutem Myokardinfarkt

Die Therapie mit Diovan kann bereits 12 Stunden nach einem akuten Myokardinfarkt begonnen

werden. Nach einer Anfangsdosierung von 2× täglich 20 mg sollte die Dosis schrittweise, in der

Regel innerhalb weniger Wochen, auf 2× täglich 40 mg, 80 mg bzw. 160 mg Filmtabletten erhöht

werden. Die Anfangsdosis wird durch die teilbare 40 mg-Filmtablette ermöglicht.

Die maximale Zieldosierung beträgt 2× täglich 160 mg. Im allgemeinen wird empfohlen, dass

Patienten, abhängig von der individuellen Verträglichkeit während der Dosiserhöhung, 2 Wochen

nach Therapiebeginn die Dosierung von 2× täglich 80 mg und nach 3 Monaten die maximale

Zieldosierung erreichen.

Beim Auftreten einer symptomatischen Hypotonie oder einer Nierenfunktionsstörung sollte eine

Dosisreduktion in Betracht gezogen werden.

Diovan kann gleichzeitig mit anderen nach akutem Myokardinfarkt eingesetzten Präparaten, z.B.

Thrombolytika, Acetylsalicylsäure, Betablockern oder Statinen, angewendet werden.

Bei der Überwachung von Patienten nach akutem Myokardinfarkt sollte immer auch die

Nierenfunktion überprüft werden.

Spezielle Dosierungsempfehlungen

Nieren- und Leberinsuffizienz

HINWEIS für alle Indikationen: Es ist keine Dosisanpassung erforderlich bei Patienten mit leichter

bis mittelschwerer Niereninsuffizienz.

Die Dosis sollte bei Patienten mit Leberinsuffizienz 80 mg/d Valsartan nicht übersteigen.

Pädiatrische Population (Hypertonie bei Kindern und Jugendlichen

Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren

Filmtabletten

Die Initialdosis beträgt bei Kindern unter 35 kg Körpergewicht eine 40-mg-Filmtablette einmal

täglich und bei Kindern und Jugendlichen mit einem Körpergewicht von 35 kg oder mehr 80 mg

einmal täglich. Die Dosis sollte gemäss dem Ansprechen des Blutdrucks angepasst werden.

Bezüglich der Höchstdosen, die in klinischen Studien getestet wurden, wird auf nachstehende

Tabelle verwiesen. Höhere als die aufgelisteten Dosierungen wurden nicht geprüft und werden daher

nicht empfohlen.

Körpergewicht

In klinischen Studien geprüfte Höchstdosen

≥18 kg bis <35 kg

80 mg

≥35 kg bis <80 kg

160 mg

≥80 kg bis ≤160 kg 320 mg

Anwendung bei Kindern unter 6 Jahren

Die verfügbaren Daten sind in den Abschnitten «Unerwünschte Wirkungen», «Pharmakodynamik»

und «Pharmakokinetische Eigenschaften» beschrieben. Allerdings wurden Sicherheit und

Wirksamkeit von Diovan bei Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren nicht nachgewiesen.

Kinder und Jugendliche mit Herzinsuffizienz und kürzlich aufgetretenem Myokardinfarkt

Wegen fehlender Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit wird Diovan nicht zur Behandlung der

Herzinsuffizienz oder eines kürzlich aufgetretenen Myokardinfarkts bei Kindern und Jugendlichen

unter 18 Jahren empfohlen.

Art der Anwendung

Filmtabletten: Diovan kann unabhängig von einer Mahlzeit eingenommen werden und sollte mit

Wasser verabreicht werden.

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Valsartan oder einem der Hilfsstoffe von Diovan.

Schwangerschaft und Stillzeit (s. «Schwangerschaft/Stillzeit»).

Bei schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <10 ml/min) liegen keine Erfahrungen

vor.

Diovan ist kontraindiziert bei Patienten mit hereditärem Angioödem oder bei denen sich unter einer

früheren Behandlung mit einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten ein

angioneurotisches Ödem entwickelt hat.

Gleichzeitige Anwendung von Angiotensin-Rezeptorantagonisten (ARB) – einschliesslich Diovan –

oder von Angiotensin-Konversionsenzym-Hemmern (ACEI) mit Aliskiren bei Patienten mit Diabetes

mellitus (Typ 1 und Typ 2) sowie Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (GFR<60 ml/min)

(s. Rubrik «Interaktionen», Unterabschnitt «Duale Blockade des RAAS»).

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Natrium- und/oder Volumenmangel

Bei Patienten mit schwerem Natriummangel und/oder Hypovolämie (z.B. bei hoch dosiertem

Diuretikum) kann in seltenen Fällen bei Beginn der Behandlung mit Diovan eine symptomatische

Hypotonie auftreten. Ein Natrium- und/oder Volumendefizit sollte vor Beginn der Behandlung mit

Diovan ausgeglichen bzw. eine bestehende Diuretikatherapie reduziert werden.

Bei Hypotonie sollte der Patient flach gelagert werden und gegebenenfalls eine intravenöse Infusion

von physiologischer Kochsalzlösung erhalten. Sobald sich der Blutdruck normalisiert hat, kann die

Behandlung mit Diovan wieder aufgenommen werden.

Nierenarterienstenose

Die Kurzzeitverabreichung (4 d) von Valsartan bei 12 Patienten, die an renovaskulärer Hypertonie

bei einseitiger Nierenarterienstenose litten, ergab keine signifikanten Veränderungen von

Nierenhämodynamik, Serumkreatinin oder Harnstoff-Stickstoff im Blut. Da andere Arzneimittel, die

das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System beeinflussen, bei Patienten mit ein- oder beidseitiger

Nierenarterienstenose die Blutharnstoff- und Serumkreatininwerte erhöhen können, wird als

Sicherheitsmassnahme eine Überwachung dieser beiden Parameter empfohlen.

Nierenfunktionsstörung

Bei leichten bis mittelschweren Nierenfunktionsstörungen ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min) ist die gleichzeitige

Anwendung von ARB – einschliesslich Diovan – oder ACEI mit Aliskiren kontraindiziert (s. Rubrik

«Interaktionen», Unterabschnitt «Duale Blockade des RAAS»).

Hypotonie und Nierenfunktionsstörungen waren in der VALIANT-Studie häufiger unter Valsartan

als unter Captopril. Bei Post-Myokardinfarktpatienten wurde eine Verdoppelung des

Serumkreatinins bei 4.2% der mit Valsartan behandelten Patienten, bei 4.8% der mit der

Kombination Valsartan und Captopril behandelten Patienten und bei 3.4% der mit Captopril

behandelten Patienten gesehen.

Leberfunktionsstörung

Die Dosis sollte bei Patienten mit Leberinsuffizienz 80 mg/d Valsartan nicht übersteigen.

Valsartan wird überwiegend in unveränderter Form über die Galle ausgeschieden. Bei Patienten mit

obstruktiven Gallenwegserkrankungen war die Elimination von Valsartan erniedrigt (s.

«Pharmakokinetik»). Bei Verabreichung von Valsartan an Patienten mit obstruktiven

Gallenwegserkrankungen ist besondere Vorsicht angezeigt.

Herzinsuffizienz/Status nach akutem Myokardinfarkt

Die Gabe von Diovan bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach akutem Myokardinfarkt, kann im

Allgemeinen zu einer Senkung des Blutdrucks führen. Das Absetzen von Diovan aufgrund einer

anhaltenden symptomatischen Hypotonie ist in der Regel nicht notwendig, sofern die

Dosierungsanweisungen befolgt werden. Insbesondere zu Beginn der Therapie ist bei Patienten mit

Herzinsuffizienz oder nach akutem Myokardinfarkt Vorsicht geboten (s. «Dosierung/Anwendung»).

Als Folge der Hemmung des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems muss bei prädisponierten

Patienten mit Änderungen der Nierenfunktion gerechnet werden. Bei Patienten mit schwerer

Herzinsuffizienz, deren Nierenfunktion von der Aktivität des Renin-Angiotensin-Aldosteron-

Systems abhängig ist, sind unter der Behandlung mit ACE-Hemmern und Angiotensin-II-Rezeptor-

Antagonisten Oligurie und/oder progressive Azotämie und selten akutes Nierenversagen und/oder

Todesfälle aufgetreten. Bei der Überwachung von Patienten mit Herzinsuffizienz oder nach akutem

Myokardinfarkt sollte immer auch die Nierenfunktion überprüft werden.

Herzinsuffizienz

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz wurde für die Dreifachkombination aus einem ACE-Hemmer,

einem Betablocker und Valsartan kein klinischer Nutzen nachgewiesen. Diese Kombination erhöht

offensichtlich das Risiko für unerwünschte Ereignisse und wird daher nicht empfohlen. Eine

Dreifachkombination aus einem ACE-Hemmer, einem Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten

und Valsartan wird ebenfalls nicht empfohlen.

Solche Kombinationen sollten nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter Durchführung

engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck angewendet werden.

Die Wirksamkeit und die Sicherheit von Diovan in der Behandlung von Kindern wurden nicht

überprüft.

Angioödem

Bei mit Valsartan behandelten Patienten wurden Angioödeme einschliesslich von Schwellungen der

Larynx und der Glottis, die zu Behinderungen des Luftstroms und/oder Schwellung des Gesichts, der

Lippen, des Rachens und/oder der Zunge führten, festgestellt. Bei einigen dieser Patienten waren

bereits zu einem früheren Zeitpunkt Angioödeme bei der Einnahme von anderen Medikamenten

einschliesslich von ACE-Hemmern aufgetreten. Die Verabreichung von Diovan muss bei Patienten,

bei denen ein Angioödem auftritt, sofort unterbrochen werden und Diovan darf ihnen nicht wieder

verabreicht werden.

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS)

(s. «Kontraindikationen», «Interaktionen», Unterabschnitt «Duale Blockade des RAAS»).

Fertilität

Es liegen keine Angaben zur Wirkung von Valsartan auf die menschliche Fertilität vor. Bei

Untersuchungen an Ratten wurden keine Auswirkungen von Valsartan auf die Fertilität festgestellt

(s. «Präklinische Daten»).

Pädiatrische Population

Nierenfunktionsstörung

Die Anwendung bei pädiatrischen Patienten mit einer glomerulären Filtrationsrate <30 ml/min/1,73

m2 sowie bei pädiatrischen Patienten, die sich einer Dialyse unterziehen müssen, wurde nicht

untersucht. Daher wird Valsartan bei diesen Patienten nicht empfohlen. Bei pädiatrischen Patienten

mit einer glomerulären Filtrationsrate >30 ml/min/1,73 m2 ist keine Dosisanpassung erforderlich

(siehe Abschnitt «Pharmakokinetik»). Während der Behandlung mit Valsartan sollten die

Nierenfunktion und der Serumkaliumspiegel engmaschig überwacht werden. Dies gilt besonders,

wenn Valsartan bei Vorliegen anderer Zustände (Fieber, Dehydrierung), die die Nierenfunktion

beeinträchtigen können, verabreicht wird.

Leberfunktionsstörung

Wie bei Erwachsenen ist bei der Verabreichung von Valsartan an pädiatrische Patienten mit

obstruktiver Cholestase besondere Vorsicht geboten (siehe Abschnitt «Pharmakokinetik»). Es besteht

nur begrenzte klinische Erfahrung mit Diovan bei pädiatrischen Patienten mit leichter bis

mittelschwerer Leberfunktionsstörung.

Interaktionen

Duale Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) mit ARB, ACEI oder

Aliskiren:

Die gleichzeitige Gabe von ARB, einschliesslich Diovan, mit anderen auf das RAAS wirkenden

Arzneimitteln ist gegenüber einer Monotherapie mit einer erhöhten Inzidenz von Hypotonie,

Synkopen, Hyperkaliämie und Nierenfunktionsstörungen (einschliesslich akutem Nierenversagen)

verbunden. Eine duale Blockade des RAAS durch die gleichzeitige Anwendung von ACE Hemmern,

ARB oder Aliskiren wird deshalb nicht empfohlen. Wenn die Therapie mit einer dualen Blockade als

absolut notwendig erachtet wird, sollte dies unter Aufsicht eines Spezialisten und unter

Durchführung engmaschiger Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolytwerten und Blutdruck

erfolgen (s. Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Bei Patienten mit schwer eingeschränkter Nierenfunktion (GFR <60 ml/min) ist die gleichzeitige

Anwendung von ARB – einschliesslich Diovan – oder von ACEI mit Aliskiren kontraindiziert (s.

Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Kontraindikationen»).

Bei Patienten mit Diabetes Typ 1 und Typ 2 ist die gleichzeitige Anwendung von ARB –

einschliesslich Diovan – oder von ACEI mit Aliskiren kontraindiziert (s. Rubrik

«Kontraindikationen»).

ACE-Hemmern - einschliesslich Diovan - und Angiotensin-Rezeptorblockern (ARB) sollten bei

Patienten mit diabetischer Nephropathie nicht gleichzeitig angewendet werden.

Lithium: Ein reversibler Konzentrationsanstieg an Lithium im Serum und Lithium-Toxizität wurden

bei gleichzeitiger Verabreichung von Lithium und ACE Inhibitoren oder Angiotensin II Rezeptor

Antagonisten inklusive Diovan beobachtet. Die genaue Überwachung der Lithium-Konzentration im

Serum bei gleichzeitiger Anwendung wird daher empfohlen. Bei gleichzeitiger Anwendung von

Diuretika und Diovan kann das Risiko von Lithiumtoxizität zusätzlich erhöht werden.

Kalium: Die gleichzeitige Verabreichung von kaliumsparenden Diuretika (z.B. Spironolacton,

Triamteren, Amilorid), Kaliumpräparaten, kaliumhaltigen Salzersatzmitteln oder anderen

Arzneimitteln, welche den Kaliumspiegel erhöhen können (z.B. Heparin) kann zu einem Anstieg der

Serum-Kalium-Konzentration und bei Herzinsuffizienzpatienten zu einem Anstieg der Serum-

Kreatinin-Konzentration führen. Vorsicht ist bei gleichzeitiger Verabreichung angezeigt.

Nicht-steroidale anti-inflammatorische Arzneimittel (NSAIDs), inklusive selektive Cyclooxygenase-

2-Inhibitoren (COX-2 Inhibitoren): Die Verabreichung von NSAIDs und COX2-Inhibitoren kann zu

einer Minderung des antihypertensiven Effekts von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (ARBs)

führen. Bei älteren Patienten, Patienten mit Nierenfunktionsstörung und solchen mit Volumenmangel

(auch unter Diuretikatherapie) kann die gleichzeitige Verabreichung von NSAIDs (oder COX2-

Inhibitoren) mit einem ARB das Risiko einer Verschlechterung der Nierenfunktion (inklusive

akutem Nierenversagen) erhöhen. Bei solchen Patienten sollten diese Medikamente deswegen nur

mit Vorsicht und unter Kontrolle der Nierenfunktion kombiniert werden.

Pädiatrische Patienten

Bei Hypertonien von Kindern und Jugendlichen von 6-18 Jahren, denen häufig renale Auffälligkeiten

zugrunde liegen, ist Vorsicht geboten bei der gleichzeitigen Anwendung von Valsartan und anderen

Wirkstoffen, die das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System hemmen und den Kaliumspiegel

erhöhen können. Bei diesen Patienten sollten die Nierenfunktion und der Serumkaliumspiegel

engmaschig überwacht werden.

Transporter: In-vitro-Untersuchungen mit menschlichem Lebergewebe weisen darauf hin, dass

Valsartan ein Substrat des hepatischen Aufnahmetransporters OATP1B1 und des hepatischen

Auswärtstransporters MRP2 ist. Deshalb kann die systemische Valsartan-Exposition sich bei

gleichzeitiger Verabreichung von Hemmern der Transporter OATP1B1 (z.B. Rifampicin,

Ciclosporin) bzw. MRP2 (z.B. Ritonavir) erhöhen.

Mit folgenden Substanzen wurden keine klinisch relevanten Wechselwirkungen gefunden:

Cimetidin, Warfarin, Furosemid, Digoxin, Atenolol, Indometacin, Hydrochlorothiazid, Amlodipin

und Glibenclamid.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Diovan wirkt direkt auf die RAAS, deshalb darf Diovan während der Schwangerschaft oder von

Frauen, die planen schwanger zu werden, nicht eingenommen werden (s. «Kontraindikationen»).

Aufgrund des Wirkungsmechanismus von Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten kann ein Risiko für

den Embryo und Fötus nicht ausgeschlossen werden. Anhand retrospektiver Daten wurde die

Anwendung von ACE-Hemmern im 1. Trimenon mit einem potentiellen Risiko von Geburtsschäden

assoziiert. Für Arzneimittel, die direkt auf das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS)

wirken, sind zudem Schädigung und Tod der Föten nach Gabe während des 2. und des 3. Trimenons

beschrieben worden. Beim Menschen beginnt die fötale Nierenperfusion, welche von der

Entwicklung des RAAS abhängig ist, im 2. Trimenon. Demzufolge nimmt das Risiko einer

Behandlung mit Diovan während der Schwangerschaft im 2. und im 3. Trimenon zu. Es wurde über

Spontanaborte, Oligohydramnion und neonatale Nierenfunktionsstörungen berichtet, wenn

schwangere Frauen versehentlich Valsartan eingenommen haben.

Alle Neugeborenen sollen nach Exposition in utero sorgfältig auf genügende Harnausscheidung,

Hyperkaliämie und Blutdruck untersucht werden. Nötigenfalls müssen angebrachte medizinische

Massnahmen ergriffen werden, wie z.B. Rehydrierung, um das Medikament aus dem Kreislauf zu

entfernen.

Wird im Verlauf der Behandlung eine Schwangerschaft festgestellt, ist Diovan abzusetzen.

Stillzeit

Im Tierversuch (Ratten) trat Valsartan in die Milch über. Untersuchungen bei Frauen während der

Stillzeit liegen nicht vor; weshalb während der Stillzeit nicht mit Diovan behandelt werden sollte.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Wie andere Antihypertonika kann Diovan die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die

Fähigkeit, Werkzeuge und Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen. Es wird zur Vorsicht geraten.

Unerwünschte Wirkungen

Hypertonie/Herzinsuffizienz/Myokardinfarkt

Unerwünschte Ereignisse, die während klinischer Studien mit Erwachsenen häufiger mit Valsartan

als mit Placebo beobachtet worden sind und aus individuellen Berichten stammen, sind gemäss

Organklassen aufgelistet.

Für die sehr selten, selten und gelegentlich auftretenden unerwünschten Wirkungen, die in klinischen

Studien nicht feststellbar sind, wurde eine kumulative Suche in der Sicherheitsdatenbank

durchgeführt.

«Sehr häufig» (>1/10), «häufig» (>1/100, <1/10), «gelegentlich» (>1/1'000, <1/100), «selten»

(>1/10'000, <1/1'000), «sehr selten» (<1/10'000).

Infektionen

Häufig: virale Infektionen.

Gelegentlich: Infektionen der oberen Atemwege, Pharyngitis, Sinusitis.

Sehr selten: Rhinitis.

Blut- und Lymphsystem

Gelegentlich: Neutropenie.

Sehr selten: Thrombozytopenie.

Immunsystem

Sehr selten: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Serumkrankheit.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Gelegentlich: Hyperkaliämie*#.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich: Schlaflosigkeit, verminderte Libido.

Nervensystem

Häufig: posturale Benommenheit#.

Gelegentlich: Synkope*.

Selten: Benommenheit##.

Sehr selten: Kopfschmerzen##.

Ohr und Innenohr

Gelegentlich: Drehschwindel.

Herz

Gelegentlich: Herzinsuffizienz*.

Sehr selten: Herzrhythmusstörungen.

Gefässe

Häufig: orthostatische Hypotonie#.

Gelegentlich: Hypotonie*##.

Sehr selten: Vaskulitis.

Atmungsorgane

Gelegentlich: Husten.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Diarrhoe, abdominale Schmerzen.

Sehr selten: Nausea##, Erbrechen.

Haut

Sehr selten: Angioödem**, Exanthem, Pruritus, Rash.

Unbekannt: Dermatitis bullous.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Rückenschmerzen.

Sehr selten: Arthralgien, Myalgie.

Nieren und Harnwege

Sehr selten: Nierenfunktionsstörung**##, akutes Nierenversagen**, Niereninsuffizienz**.

Schwangerschafts- und Perinatalbeschwerden

Sehr selten: fötale Komplikationen.

Allgemeine Störungen

Gelegentlich: Müdigkeit, Asthenie, Ödeme.

Laborwerte

Häufig: Kreatinin- und Harnstoffwerte im Blut erhöht.

Sehr selten: Bilirubinwerte erhöht, Hämoglobin-/Hämatokritwerte im Blut vermindert; Leberwerte

abnorm.

* bei Status nach Myokardinfarkt berichtet

# bei Herzinsuffizienz berichtet

** gelegentlich bei Status nach Myokardinfarkt berichtet

## häufiger bei Herzinsuffizienz berichtet (häufig: Benommenheit, Niereninsuffizienz, Hypotonie;

gelegentlich: Kopfschmerzen, Übelkeit)

Laborbefunde

In seltenen Fällen kann die Behandlung mit Valsartan mit einem Abfall des Hämoglobins und des

Hämatokrits einhergehen. In kontrollierten klinischen Studien wurde eine signifikante Abnahme

(>20%) des Hämatokrits bei 0.8% und des Hämoglobins bei 0.4% der Patienten unter Diovan

beobachtet. Demgegenüber nahmen unter Placebo die Werte des Hämatokrits oder des Hämoglobins

bei 0.1% der Patienten ab.

Neutropenie wurde in kontrollierten klinischen Prüfungen bei 1.9% der mit Valsartan behandelten

Patienten und bei 1.6% der mit einem ACE-Hemmer behandelten Patienten festgestellt.

In kontrollierten klinischen Studien an Patienten mit essenzieller Hypertonie wurden signifikante

Erhöhungen der Serumkonzentrationen von Kreatinin, Kalium und Gesamtbilirubin beobachtet bei

0.8%, 4.4% bzw. 6% der mit Valsartan behandelten Patienten und bei 1.6%, 6.4% bzw. 12.9% der

mit einem ACE-Hemmer behandelten Patienten.

Gelegentlich wurde unter Valsartan eine Erhöhung der Leberfunktionswerte festgestellt.

Bei essenzieller Hypertonie ist unter der Behandlung mit Valsartan keine spezielle Überwachung der

Laborwerte erforderlich.

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz wurde eine Erhöhung des Serumkreatinins um mehr als 50% bei

3.9% der Patienten unter Valsartan im Vergleich zu 0.9% unter Placebo beobachtet. Eine Erhöhung

des Serumkaliumspiegels um mehr als 20% wurde bei 10% der Patienten unter Valsartan im

Vergleich zu 5.1% unter Placebo beobachtet.

In Studien zur Herzinsuffizienz wurde eine Zunahme des Harnstoffs um mehr als 50% bei 16.6% der

Patienten unter Valsartan im Vergleich zu 6.3% der Patienten, die mit Placebo behandelt wurden,

beobachtet.

Bei Post-Myokardinfarktpatienten wurde eine Verdoppelung des Serumkreatinins bei 4.2% der mit

Valsartan behandelten Patienten, bei 4.8% der mit der Kombination Valsartan und Captopril

behandelten Patienten und bei 3.4% der mit Captopril behandelten Patienten gesehen.

Studienabbrüche wegen unerwünschter Wirkungen waren mit 5.8% in der mit Valsartan behandelten

Gruppe niedriger als bei den mit Captopril behandelten Patienten (7.7%).

Pädiatrische Population (Hypertonie)

Die antihypertensive Wirkung von Valsartan wurde in zwei randomisierten, doppelblinden

klinischen Studien bei 561 pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 18 Jahren beurteilt. Im

Hinblick auf Art, Häufigkeit und Schweregrad der unerwünschten Wirkungen wurden keine

relevanten Unterschiede zwischen dem Sicherheitsprofil bei pädiatrischen Patienten von 6 bis

18 Jahren und dem bislang bei erwachsenen Patienten berichteten Sicherheitsprofil identifiziert.

Die neurokognitive Beurteilung sowie die Beurteilung der Entwicklung von pädiatrischen Patienten

im Alter von 6 bis 16 Jahren ergaben insgesamt keinen klinisch relevanten unerwünschten Einfluss

nach der Behandlung mit Diovan während bis zu einem Jahr.

In einer doppelblinden, randomisierten Studie bei 90 Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren mit

anschliessender einjähriger offener Extension wurden zwei Todesfälle und isolierte Fälle mit

deutlichen Erhöhungen der Lebertransaminasen beobachtet. In einer zweiten Studie, in der 75 Kinder

im Alter von 1 bis 6 Jahren randomisiert wurden, traten während der einjährigen offenen Extension

keine Todesfälle und ein Fall einer deutlichen Erhöhung der Lebertransaminasen auf. Diese Fälle

traten in einer Patientengruppe mit signifikanten Komorbiditäten auf. Ein kausaler Zusammenhang

mit Diovan wurde nicht festgestellt.

Überdosierung

Eine Überdosierung mit Diovan kann eine ausgeprägte Hypotonie bewirken, die zu einem

verringerten Bewusstseinszustand, Kreislaufkollaps und/oder Schock führen könnte. Ist die

Einnahme erst kurz zuvor erfolgt, sollte der Patient zum Erbrechen gebracht werden. Ansonsten

besteht die übliche Behandlung in der intravenösen Infusion einer physiologischen Kochsalzlösung.

Es ist unwahrscheinlich, dass Valsartan durch Hämodialyse entfernt werden kann.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C09CA03

Wirkungsmechanismus/Pharmakodynamik

Das aktive Hormon des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAAS) ist Angiotensin II, das

durch das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE) aus Angiotensin I gebildet wird. Angiotensin II

bindet an spezifische Rezeptoren, die sich in den Zellmembranen verschiedener Gewebe befinden.

Es besitzt eine Vielzahl physiologischer Wirkungen, insbesondere beeinflusst es direkt und indirekt

die Regulierung des Blutdrucks. Angiotensin II ist ein starker Vasokonstriktor und hat eine direkte

pressorische Wirkung. Ausserdem fördert es die Natriumretention und stimuliert die

Aldosteronsekretion.

Valsartan ist ein oral wirksamer und spezifischer Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist. Valsartan

besitzt eine selektive Wirkung auf den AT1-Rezeptor-Subtyp, der für die bekannten Effekte von

Angiotensin II verantwortlich ist. Die erhöhten Plasmaspiegel von Angiotensin II nach AT1-

Rezeptor-Blockade durch Valsartan können die freien AT2-Rezeptoren stimulieren. Dies scheint der

Wirkung des AT1-Rezeptors zusätzlich entgegenzuwirken. Valsartan übt keinerlei partiell

agonistische Wirkung auf den AT1-Rezeptor aus. Seine Affinität zum AT1-Rezeptor ist ungefähr

20'000-fach stärker als die für den AT2-Rezeptor. Valsartan hemmt das ACE (= Kininase II), das

Enzym, welches Angiotensin I zu Angiotensin II konvertiert und Bradykinin abbaut, nicht. Es ist

unwahrscheinlich, dass Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten Hustenreiz verursachen, da sie weder

auf das ACE wirken, noch Bradykinin oder Substanz P verstärken. In vergleichenden klinischen

Studien mit Valsartan und einem ACE-Hemmer war die Häufigkeit von trockenem Husten bei

Patienten, die mit Valsartan behandelt wurden, signifikant geringer (p <0.05) als bei denen, die mit

einem ACE-Hemmer behandelt wurden (2.6% vs. 7.9%). In einer klinischen Studie an Patienten, bei

denen zuvor unter der Therapie mit einem ACE-Hemmer trockener Husten aufgetreten war, kam es

unter Valsartan bei 19.5%, unter einem Thiaziddiuretikum bei 19.0% und unter einem ACE-Hemmer

bei 68.5% der Patienten zu Husten (p <0.05). Valsartan hat keine Wirkung auf andere

Hormonrezeptoren oder Ionenkanäle mit bekannter Bedeutung für die kardiovaskuläre Regulation.

Klinische Wirksamkeit

Hypertonie

Valsartan senkt bei Patienten mit Hypertonie den Blutdruck, ohne die Pulsfrequenz zu beeinflussen.

Bei den meisten Patienten setzt die antihypertone Wirkung innerhalb von 2 h nach Verabreichung

einer oralen Einzeldosis ein; die maximale Blutdrucksenkung wird nach 4-6 h erreicht. Die

antihypertone Wirkung hält nach Einnahme über 24 h an. Die maximale Blutdrucksenkung wird im

Allgemeinen 2-4 Wochen nach Therapiebeginn erreicht und bei Langzeittherapie aufrechterhalten.

Die gleichzeitige Verabreichung von Hydrochlorothiazid bewirkt eine signifikant stärkere Senkung

des Blutdrucks.

Absetzen von Valsartan führt zu keinem schnellen Blutdruckanstieg (Rebound) oder anderen

unerwünschten Ereignissen.

Valsartan verändert die Nüchternwerte von Gesamtcholesterin, Triglyzeriden, Serumglukose oder

Harnsäurespiegel bei Hypertonikern nicht.

Herzinsuffizienz

Hämodynamik und Neurohormone: In eine hämodynamische Studie mit insgesamt 116 Patienten,

davon 36.3% im Stadium NYHA II, 46% im Stadium NYHA III und 17.7% im Stadium NYHA IV,

wurden nur Patienten aufgenommen, die während mindestens 6 Monaten vor Studienbeginn nicht

mit ACE-Hemmern behandelt worden waren. In dieser Studie senkte Valsartan nach Behandlung

während 28 Tagen signifikant den pulmonar-kapillären Verschlussdruck, den systemischen

Gefässwiderstand und den systolischen Blutdruck und steigerte das Herzminutenvolumen. In der

Val-HeFT-Langzeitstudie wurden das Plasma-Noradrenalin und das natriuretische Peptid BNP (brain

natriuretic peptide) durch Valsartan im Vergleich zu Placebo gegenüber dem Ausgangswert

signifikant gesenkt.

Klinische Studie: Val-HeFT (Valsartan Heart Failure Trial, Herzinsuffizienzstudie) war eine

multinationale, doppelblinde Studie mit 5'010 herzinsuffizienten Patienten im Stadium NYHA II

(62%) bis IV (2%) und einer linksventrikulären Auswurffraktion <40%. Die Basistherapie war vom

behandelnden Arzt gewählt, und die Patienten erhielten randomisiert Placebo oder Valsartan, das von

40 mg zweimal täglich bis zur höchsten tolerierten Dosis oder 160 mg zweimal täglich auftitriert

wurde. Ohne begleitende ACE-Hemmer Therapie waren 181 Patienten unter Placebo und 185

Patienten unter Valsartan. Die Beobachtungsdauer betrug durchschnittlich etwa 2 Jahre. Es gab zwei

primäre Endpunkte, die beide als Zeit bis zum ersten Ereignis erfasst wurden: Gesamtmortalität und

herzinsuffizienzbedingte Morbidität, letztere definiert als Gesamtmortalität, plötzlicher Tod mit

Reanimation, Hospitalisierung infolge Herzinsuffizienz oder Notwendigkeit intravenöser inotroper

oder vasodilatierender Arzneimittel während mindestens 4 h.

Valsartan verbesserte die herzinsuffizienzbedingte Morbidität in der Untergruppe von 7% Patienten,

die keinen ACE-Hemmer erhielten, nicht aber in der Gruppe mit gleichzeitiger ACE-Hemmer

Therapie. Die folgenden Daten beziehen sich auf die Untergruppe ohne ACE-Hemmer.

Placebo

(n= 181)

Valsartan

(n= 185)

Relatives Risiko

(95% CI)

Herzinsuffizienz bedingte Morbidität (%)

77 (42.5%) 46 (24.9%) 0.51 (0.35-0.73)

Anteile an Herzinsuffizienz bedingter

Morbidität

Gesamtmortalität

49 (27.1%) 32 (17.3%) 0.59 (0.37-0.91)

Plötzlicher Tod mit Reanimation

2 (1.1%)

1 (0.5%)

0.47 (0.04-5.20)

Therapie infolge manifester Herzinsuffizienz

1 (0.6%)

0 (0.0%)

Hospitalisierung infolge Herzinsuffizienz

48 (26.5%) 24 (13.0%) 0.43 (0.27-0.71)

Kardiovaskuläre Mortalität

40 (22.1%) 29 (15.7%) 0.65 (0.40-1.05)

Nichtletale Morbidität

49 (27.1%) 24 (13.0%) 0.42 (0.26-0.69)

Patienten, die Valsartan erhielten, zeigten eine Erhöhung der Ejektionsfraktion und eine Reduktion

des linksventrikulären diastolischen Innendurchmessers (LVIDD) im Vergleich zu Placebo.

Die Wirkungen waren im Allgemeinen konstant in den nach Alter und Geschlecht definierten

Untergruppen. Die Zahl schwarzer Patienten war zu klein für eine aussagekräftige Beurteilung dieser

Untergruppe.

Status nach Myokardinfarkt

Bei der VALIANT-Studie (Valsartan In Acute Myocardial Infarction) handelte es sich um eine

randomisierte, kontrollierte, multinationale, doppelblinde klinische Studie mit 14703 Patienten nach

akutem Myokardinfarkt mit symptomatischer oder radiologischer Evidenz einer linksventrikulären

Insuffizienz und/oder linksventrikulären systolischen Dysfunktion (gemessen als Auswurffraktion

≤40% bei Radionuclid-Ventrikulographie, oder ≤35% bei Echokardiographie oder durch ventrikuläre

Kontrastangiographie). Die Patienten wurden 12 Stunden bis 10 Tage nach Auftreten der Symptome

eines Myokardinfarkts in eine der folgenden drei Behandlungsgruppen randomisiert: Valsartan

(Anfangsdosis 20 mg 2× täglich, schrittweise erhöht auf die höchste vom Patienten vertragene Dosis

bis zu maximal 160 mg 2× täglich), der ACE-Hemmer Captopril (Anfangsdosis 6.25 mg 3× täglich,

erhöht auf die höchste vom Patienten vertragene Dosis bis zu maximal 50 mg 3× täglich), oder eine

Kombination von Valsartan und Captopril. In der Kombinationsgruppe war die Anfangsdosis von

Valsartan 20 mg 2× täglich und wurde bis auf die höchste vom Patienten vertragene Dosis bis zu

maximal 80 mg 2× täglich erhöht; Captopril wurde gleich dosiert wie bei der Monotherapie. Die

Beobachtungsdauer erstreckte sich im Mittel über zwei Jahre. Die mittlere Tagesdosis von Diovan in

der Monotherapie betrug 217 mg. Die Grundtherapie umfasste Acetylsalicylsäure (91%),

Betablocker (70%), ACE-Hemmer (40%), Thrombolytika (35%) und Statine (34%). Die

Studienpopulation bestand aus 69% Männern und 94% Kaukasiern; 53% waren 65 Jahre alt oder

älter. Primärer Studien-Endpunkt war die Gesamtmortalität.

Valsartan war gleich wirksam wie Captopril bei der Reduktion der Gesamtmortalität nach

Myokardinfarkt. Die Gesamtmortalität war in allen drei Behandlungsgruppen ähnlich: Valsartan

(19.9%), Captopril (19.5%), Valsartan + Captopril (19.3%). Die Kombination von Valsartan und

Captopril ergab keinen zusätzlichen Nutzen gegenüber Captopril als Monotherapie. Bezüglich Alter,

Geschlecht, Rassenzugehörigkeit, Grundtherapie und Ko-Morbidität ergaben sich keine

Unterschiede. Valsartan war sowohl wirksam hinsichtlich der Reduktion der kardiovaskulären

Mortalität, der Hospitalisierung wegen Herzversagens und des Auftretens eines erneuten

Myokardinfarkts, der Wiederbelebung nach Herzstillstand und des nicht-tödlichen Herzinfarktes

(gemischter sekundärer Endpunkt), als auch hinsichtlich der Verlängerung der Zeit bis zu einem

dieser Ereignisse.

Es gab keine Unterschiede bei der Gesamtmortalität, der kardiovaskulären Mortalität oder Morbidität

infolge Verabreichung von Betablockern zusammen mit Valsartan, Captopril oder der

Kombinationstherapie. Unabhängig von der Studienmedikation war die Mortalität bei den Patienten

ohne Behandlung mit einem Betablocker höher, was darauf hinweist, dass der bekannte Nutzen von

Betablockern sich auch in dieser Studie manifestiert hat. Anderseits ist der Nutzen einer Behandlung

mit Valsartan, Captopril oder ihrer Kombination bei mit Betablockern behandelten Patienten erhalten

geblieben.

Pädiatrische Population (Hypertonie)

Die antihypertensive Wirkung von Valsartan wurde in vier randomisierten, doppelblinden klinischen

Studien bei 561 pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 18 Jahren und bei 165 pädiatrischen

Patienten im Alter von 1 bis 6 Jahren beurteilt. Nierenerkrankungen und Erkrankungen der

Harnwege sowie Adipositas waren die häufigsten Grunderkrankungen, die möglicherweise zur

Hypertonie der in diese Studien eingeschlossenen Kinder beigetragen haben.

Klinische Erfahrung bei Kindern im Alter von 6 Jahren und älter

In einer klinischen Studie bei 261 hypertensiven pädiatrischen Patienten im Alter von 6 bis 16 Jahren

erhielten Patienten mit einem Körpergewicht <35 kg 10, 40 oder 80 mg Valsartan Filmtabletten

täglich (niedrige, mittlere und hohe Dosen) und Patienten mit einem Körpergewicht ≥35 kg 20, 80

oder 160 mg Valsartan Filmtabletten täglich (niedrige, mittlere und hohen Dosen). Nach 2 Wochen

senkte Valsartan dosisabhängig sowohl den systolischen als auch den diastolischen Blutdruck.

Insgesamt senkten die drei Valsartan-Dosislevel (niedrig, mittel und hoch) den systolischen

Blutdruck signifikant um 8, 10 bzw. 12 mmHg gegenüber dem Ausgangswert. Die Patienten wurden

erneut randomisiert, wodurch sie entweder weiterhin die gleiche Dosis Valsartan erhielten oder auf

Placebo wechselten. Bei den Patienten, die weiterhin die mittleren bzw. die hohen Dosen Valsartan

erhielten, war der systolische Blutdruck am Ende des Dosierungsintervalls um 4 bzw. 7 mmHg

niedriger als bei Patienten, die mit Placebo behandelt wurden. Bei den Patienten, die die niedrige

Dosis Valsartan erhielten, war der systolische Blutdruck am Ende des Dosierungsintervalls mit dem

der Patienten unter Placebo vergleichbar. Insgesamt war die dosisabhängige antihypertensive

Wirkung von Valsartan über alle demografischen Subgruppen konsistent.

In einer weiteren klinischen Studie, in die 300 hypertensive Patienten im Alter von 6 bis 18 Jahren

eingeschlossen wurden, wurden geeignete Patienten einer Behandlung mit Valsartan oder Enalapril

Filmtabletten während 12 Wochen randomisiert zugewiesen. Patienten mit einem Körpergewicht

≥18 kg und <35 kg erhielten 80 mg Valsartan bzw. 10 mg Enalapril; Patienten mit einem

Körpergewicht ≥35 kg und <80 kg erhielten 160 mg Valsartan bzw. 20 mg Enalapril, und Patienten

mit einem Körpergewicht ≥80 kg erhielten 320 mg Valsartan bzw. 40 mg Enalapril. Die Senkungen

des systolischen Blutdrucks waren bei den Patienten unter Valsartan (15 mmHg) und unter Enalapril

(14 mmHg) vergleichbar (p-Wert für Nicht-Unterlegenheit <0,0001). Konsistente Ergebnisse wurden

für den diastolischen Blutdruck mit Senkungen um 9,1 mmHg unter Valsartan bzw. um 8,5 mmHg

mit Enalapril beobachtet.

Klinische Erfahrung bei Kindern unter 6 Jahren

Bei Patienten im Alter von 1 bis 6 Jahren wurden zwei klinische Studien mit 90 bzw. 75 Patienten

durchgeführt. Kinder unter 1 Jahr wurden in diese Studien nicht eingeschlossen. In der ersten Studie

wurde die Wirksamkeit von Valsartan im Vergleich zu Placebo bestätigt, jedoch konnte keine Dosis-

Wirkungsbeziehung gezeigt werden. In der zweiten Studie waren höhere Dosen Valsartan mit einer

stärkeren Blutdrucksenkung verbunden, aber der Dosis-Wirkungs-Trend erreichte keine statistische

Signifikanz und der Behandlungsunterschied im Vergleich zu Placebo war nicht signifikant.

Aufgrund dieser Inkonsistenzen wird Valsartan für diese Altersgruppe nicht empfohlen (siehe

Abschnitt «Unerwünschte Wirkungen»).

Pharmakokinetik

Absorption

Nach oraler Einnahme von Valsartan wird die Peak-Plasmakonzentration (Cmax) innerhalb von 2-4

Stunden erreicht. Die mittlere absolute Bioverfügbarkeit von Valsartan beträgt 23% (Streubereich

23±7). Im untersuchten Dosierungsbereich ist die Pharmakokinetik von Valsartan linear. Bei einmal

täglicher Einnahme akkumuliert Valsartan nur gering. Die Plasmakonzentrationen waren bei

Männern und Frauen ähnlich.

Durch die Einnahme während einer Mahlzeit wird die Fläche unter der Plasmakonzentrationskurve

(AUC) von Valsartan um 48% und Cmax um 59% verringert. Allerdings sind die

Plasmakonzentrationen ab 8 h nach Einnahme von Valsartan nüchtern oder mit einer Mahlzeit

vergleichbar. Die Verringerung der AUC und von Cmax bewirkt keine klinisch signifikante

Verminderung der therapeutischen Wirkung, sodass die Einnahme von Diovan unabhängig von den

Mahlzeiten erfolgen kann.

Distribution

Valsartan wird stark (zu 94-97%) an Serumproteine, vor allem an Albumin, gebunden. Der Steady-

State wird innerhalb einer Woche erreicht. Das Verteilungsvolumen im Steady-State nach

intravenöser Verabreichung ist ungefähr 17 l, ein Hinweis darauf, dass Valsartan nicht extensiv in

die Gewebe verteilt wird. Verglichen mit der Leberdurchblutung (ungefähr 30 l/h), erfolgt die

Plasmaclearance relativ langsam (ungefähr 2 l/h).

Metabolismus

Valsartan wird nicht in hohem Ausmass Biotransformiert, und nur rund 20% einer Dosis werden als

Metabolite gemessen. Ein Hydroxy Metabolit wurde im Plasma in geringen Konzentrationen

identifiziert (weniger als 10% der Valsartan AUC). Dieser Metabolit ist pharmakologisch inaktiv.

Elimination

Valsartan zeigt eine multiexponentielle Abbaukinetik (primäre Halbwertszeit Alpha <1 Stunde und

terminale Halbwertszeit Beta etwa 9 h).

Etwa 83% des resorbierten Valsartans werden mit den Fäzes und 13% mit dem Harn ausgeschieden,

hauptsächlich in unveränderter Form.

Nach intravenöser Verabreichung ist die Plasma Clearance etwa 2 l/h, und die renale Clearance etwa

0.62 l/h (etwa 30% der Clearance). Die Halbwertszeit von Valsartan beträgt 6 Stunden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Im Vergleich zu jüngeren Freiwilligen war bei einigen älteren Patienten (>65 Jahre) eine etwas

höhere systemische Verfügbarkeit von Valsartan zu beobachten, was sich jedoch als klinisch nicht

relevant erwies.

Patienten mit Nierenfunktionsstörung

Wie bei einer Substanz mit einer renalen Ausscheidung von nur 30% der Gesamtelimination aus dem

Plasma zu erwarten, wurde keine Korrelation zwischen der Nierenfunktion und der systemischen

Verfügbarkeit von Valsartan festgestellt. Folglich ist bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung keine

Dosisanpassung erforderlich (schwere Niereninsuffizienz, s. «Kontraindikationen»). Mit

Dialysepatienten wurden keine Studien durchgeführt. Da Valsartan jedoch stark an Plasmaproteine

gebunden wird, ist eine Elimination durch Dialyse nicht zu erwarten.

Patienten mit Leberfunktionsstörung

Ungefähr 70% der resorbierten Dosis werden, hauptsächlich in unveränderter Form, über die Galle

ausgeschieden. Valsartan unterliegt keiner starken Biotransformation, sodass erwartungsgemäss kein

Zusammenhang zwischen der systemischen Verfügbarkeit von Valsartan und dem Grad einer

Leberfunktionsstörung besteht. Deshalb ist bei Patienten mit Leberinsuffizienz nicht biliären

Ursprungs und ohne Cholestase keine Dosisanpassung erforderlich. Bei Patienten mit biliärer

Zirrhose oder Gallenwegsobstruktion war die AUC von Valsartan ungefähr verdoppelt (s.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Patienten mit Herzinsuffizienz

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz ist die Zeit bis zum Erreichen des maximalen Plasmaspiegels und

die Eliminationshalbwertszeit von Valsartan ähnlich wie bei gesunden Probanden. Die AUC- und

Cmax-Werte von Valsartan nehmen über den klinischen Dosisbereich (40 mg bis 160 mg 2× täglich)

linear und nahezu proportional mit steigender Dosis zu. Der durchschnittliche Akkumulationsfaktor

beträgt ca. 1.7. Die apparente Clearance von Valsartan beträgt nach oraler Gabe ca. 4.5 l/h. Das

Lebensalter hat keinen Einfluss auf die apparente Clearance bei Patienten mit Herzinsuffizienz.

Pädiatrische Population

In einer Studie bei 26 pädiatrischen hypertensiven Patienten (im Alter von 1 bis 16 Jahren), die eine

Einzeldosis einer Suspension von Valsartan (durchschnittlich 0,9 bis 2 mg/kg bei einer Höchstdosis

von 80 mg) erhalten hatten, war die Clearance (Liter/kg/h) von Valsartan über den Altersbereich von

1 bis 16 Jahren ähnlich sowie mit der Clearance bei Erwachsenen nach Einnahme der gleichen

Zubereitung vergleichbar. Siehe Abschnitt «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen für die

Anwendung bei pädiatrischen Patienten».

Präklinische Daten

Basierend auf den konventionellen Studien zur Sicherheitspharmakologie, Genotoxizität,

Karzinogenität und Fertilität, und abgesehen von Fötotoxizität bei Kaninchen, lassen die

präklinischen Daten keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Chronische Toxizität: In präklinischen Sicherheitsstudien wurden bei hohen Valsartan-Dosierungen

(200-600 mg/kg Körpergewicht/Tag) bei Ratten eine Reduzierung der Parameter der roten

Blutkörperchen (Erythrozyten, Hämoglobin, Hämatokrit) und Veränderungen der

Nierenhämodynamik (leicht erhöhte Harnstoffwerte im Blut sowie renale tubuläre Hyperplasie und

Basophilie bei männlichen Tieren) beobachtet. Diese Dosierungen bei Ratten (200 und 600

mg/kg/Tag) entsprechen der 6- und 18-fachen empfohlenen Dosierung für Menschen auf mg/m2-

Basis (die Berechnung basiert auf einer oral verabreichten Dosis von 320 mg/Tag und einem 60 kg

schweren Patienten). Bei Marmosetten und vergleichbaren Dosierungen waren die Veränderungen

ähnlich, aber schwerer. Das galt insbesondere für die Niere, wo die Veränderungen in eine

Nephropathie mit erhöhten Harnstoff- und Kreatininwerten mündeten. Weiterhin wurden bei beiden

Arten Hypertrophien der renalen juxtaglomerulären Zellen beobachtet. Alle Veränderungen wurden

vermutlich durch die pharmakologische Wirkung von Valsartan erzeugt, die insbesondere bei

Marmosetten persistierende Hypotonie verursacht. Bei therapeutischen Dosen für Menschen scheint

die Hypertrophie der renalen juxtaglomerulären Zellen nicht relevant zu sein.

Reproduktionstoxizität: Valsartan hatte keine unerwünschten Auswirkungen auf die reproduktive

Leistung von männlichen und weiblichen Ratten bei oral verabreichten Dosen bis zu 200 mg/kg/Tag.

Bei Studien zur embryofetalen Entwicklung (Segment II) bei Mäusen, Ratten und Kaninchen wurde

gemeinsam mit mütterlicher Toxizität für Valsarten-Dosierungen von ≥600 mg/kg/Tag bei Ratten

und von 10 mg/kg/Tag bei Kaninchen Fetotoxizität festgestellt.

Die Nachkommen von Ratten, die während des letzten Trimenons und während der Laktation mit

600 mg/kg/Tag behandelt wurden, zeigten eine leicht reduzierte Überlebensrate und einen leichten

Entwicklungsrückstand. Die präklinischen Hauptbefunde bezüglich Sicherheit sind auf die

pharmakologische Wirkung der Substanz zurückzuführen und haben keine klinische Bedeutung

gezeigt.

Mutagenität: In verschiedenen in vitro und in vivo Standardstudien zur Genotoxizität konnte für

Valsartan kein mutagenes Potenzial weder auf Gen- noch auf Chromosom-Ebene festgestellt werden.

Karzinogenität: Bei der Verabreichung von Valsartan mit dem Futter in Dosierungen von bis zu 160

bzw. 200 mg/kg/Tag über 2 Jahre an Mäuse und Ratten ergaben sich keine Anhaltspunkte für eine

Karzinogenität.

Pädiatrische Population

Die tägliche orale Verabreichung von Valsartan in niedrigen Dosen von 1 mg/kg/Tag (etwa 10-35%

der bei pädiatrischen Patienten empfohlenen Höchstdosis von 4 mg/kg/Tag auf Basis der

systemischen Exposition) bei neonatalen/juvenilen Ratten (vom 7. bis zum 70. postnatalen Tag)

führte zu dauerhaften, irreversiblen Nierenschäden. Die genannten Auswirkungen stellen eine

erwartete überschiessende pharmakologische Wirkung von ACE-Hemmern und Angiotensin II-

Typ 1-Blockern dar; solche Wirkungen werden beobachtet, wenn Ratten während der ersten

13 Lebenstage behandelt werden. Dieser Zeitraum entspricht 36 Schwangerschaftswochen beim

Menschen und kann sich beim Menschen gelegentlich auf bis zu 44 Wochen nach der Empfängnis

verlängern. Die Ratten wurden in der juvenilen Valsartan-Studie bis zum Tag 70 behandelt und

Auswirkungen auf die Nierenreifung (4 bis 6 Wochen postnatal) können nicht ausgeschlossen

werden. Beim Menschen ist die funktionelle Nierenreifung ein fortdauernder Prozess während des

ersten Lebensjahres. Folglich kann eine klinische Relevanz bei Kindern <1 Jahr nicht ausgeschlossen

werden, während die präklinischen Daten nicht auf Sicherheitsprobleme bei Kindern über 1 Jahr

hindeuten.

Sonstige Hinweise

Besondere Lagerungshinweise

Diovan Filmtabletten vor Feuchtigkeit geschützt und nicht über 30 °C aufbewahren.

Arzneimittel für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

55743 Filmtabletten (Swissmedic).

Packungen

Diovan 40:

Filmtabletten zu 40 mg (Kalenderpackung zur Einleitung der Therapie bei Status nach

Myokardinfarkt): 28 [B]

Diovan 80:

Filmtabletten zu 80 mg (Kalenderpackung): 28 und 98 [B]

Diovan 160:

Filmtabletten zu 160 mg (Kalenderpackung): 28 und 98 [B]

Zulassungsinhaberin

Novartis Pharma Schweiz AG, Risch; Domizil: 6343 Rotkreuz.

Stand der Information

September 2015.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen