Diltiazem Ethypharm 90 mg Hartkapseln, retardiert Retardkapsel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Diltiazemhydrochlorid
Verfügbar ab:
Ethypharm
INN (Internationale Bezeichnung):
diltiazem hydrochloride
Darreichungsform:
Retardkapsel
Zusammensetzung:
Diltiazemhydrochlorid 90.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
33144.00.00

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

Diltiazem Ethypharm 90 mg Hartkapseln, retardiert

Diltiazemhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese dieselben

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn

Nebenwirkungen

bemerken,

wenden

sich

ihren

Arzt

oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Diltiazem Ethypharm und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Diltiazem Ethypharm beachten?

Wie ist Diltiazem Ethypharm einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Diltiazem Ethypharm aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Diltiazem Ethypharm und wofür wird es angewendet?

Diltiazem Ethypharm ist ein Mittel zur Behandlung von Herzerkrankungen, die

mit einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels einhergehen

sowie zur Behandlung von Bluthochdruck (Calciumkanalblocker).

Diltiazem Ethypharm wird angewendet bei

Beschwerden

(z.B.

Schmerzen

oder

Engegefühl

Brustbereich)

Zuständen

unzureichender

Sauerstoffversorgung

Herzmuskels

(Angina pectoris):

bei Belastung: chronisch stabile Angina pectoris (Belastungsangina),

in Ruhe: instabile Angina pectoris (Crescendoangina, Ruheangina),

durch Gefäßverkrampfung: vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-

Angina, Variant Angina),

Bluthochdruck.

2. Was sollten sie vor der Einnahme von Diltiazem Ethypharm

beachten?

Diltiazem Ethypharm darf NICHT eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Diltiazemhydrochlorid oder einen der in Abschnitt

6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn

Ihnen

höhergradige

Erregungsleitungsstörungen

Herzen

zwischen

Sinusknoten

Herzvorhof

(SA-Block

oder

III.

Grades)

auftreten, es sei denn, Sie haben einen funktionierenden Herzschrittmacher,

wenn

Ihnen

höhergradige

Erregungsleitungsstörungen

Herzen

zwischen Herzvorhof und Herzkammern (AV-Block II. oder III. Grades)

auftreten, es sei denn, Sie haben einen funktionierenden Herzschrittmacher,

wenn Sie unter einem Sinusknotensyndrom (Herzrhythmusstörungen infolge

gestörter Funktion des Sinusknotens) leiden, z.B. verlangsamter Herzschlag

auf weniger als 60 Schläge pro Minute oder im Wechsel auftretender

verlangsamter

oder

beschleunigter

Herzschlag

oder

Erregungsleitungsstörungen

Herzen

zwischen

Sinusknoten

Herzvorhof oder Ausfall der Reizbildung im Sinusknoten (Sinusbradykardie,

Bradykardie-Tachykardie-Syndrom, SA-Blockierungen oder Sinusarrest), es

sei denn, Sie haben einen funktionierenden Herzschrittmacher,

wenn Sie einen Schock erlitten haben,

wenn Sie einen akuten Herzinfarkt mit Komplikationen, z.B. verlangsamter

Herzschlag (Bradykardie), ausgeprägter Blutdruckabfall (Hypotonie) oder

eine

Herzmuskelschwäche

linken

Herzens

(Linksherzinsuffizienz),

erlitten haben,

wenn Sie unter einer Herzmuskelschwäche (manifeste Herzinsuffizienz)

leiden,

wenn

einen

Ruhepuls

unter

Schlägen

Minute

(schwere

Bradykardie) haben,

wenn

gleichzeitig

Arzneimittel

Wirkstoff

Dantrolen

intravenös verabreicht bekommen,

wenn

gleichzeitig

intravenös

bestimmten

Herzwirksamen

Arzneimitteln (Betarezeptorenblocker) behandelt werden,

wenn

bereits

Arzneimittel

Wirkstoff

Ivabradin

für

Behandlung bestimmter Herzerkrankungen einnehmen,

wenn

einer

mittelschweren

schweren

Herzschwäche

Lungenstauung leiden,

wenn

schwanger

sind

oder

stillen

(siehe

unter

Abschnitt

Schwangerschaft und Stillzeit).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte

sprechen

Ihrem

Arzt

oder

Apotheker,

bevor

Diltiazem

Ethypharm einnehmen:

wenn bei Ihnen leichtere Erregungsleitungsstörungen im Herzen zwischen

Sinusknoten und Herzvorhof (SA-Block I. Grades), zwischen Herzvorhof und

Herzkammern

(AV-Block

Grades)

oder

innerhalb

Herzkammern

(intraventrikulären

Leitungsstörungen,

z.B.

Links-

oder

Rechtsschenkelblock) auftreten,

wenn Sie niedrigen Blutdruck (systolisch unter 90 mmHg) haben,

wenn

einen

verlangsamten

Herzschlag

haben

(Gefahr

Verschlechterung),

wenn

älter

Jahre

sind

(die

Ausscheidung

Diltiazemhydrochlorid ist dann verzögert),

wenn Sie vorgeschädigte Nieren haben (siehe Abschnitt 3. Wie ist Diltiazem

Ethypharm einzunehmen?),

wenn Sie unter Leberfunktionsstörungen leiden (siehe Abschnitt 3. Wie ist

Diltiazem Ethypharm einzunehmen?),

wenn

gleichzeitig

Betarezeptorenblockern

Tablettenform

behandelt

werden

(siehe

unter

Abschnitt

Einnahme

Diltiazem

Ethypharm zusammen mit anderen Arzneimitteln).

Vor einer Vollnarkose muss der für die Narkose verantwortliche Arzt über die

bestehende Therapie mit Diltiazem informiert werden, da mehrere u.a. das Herz

und den Blutdruck betreffende Körperfunktionen verstärkt beeinflusst werden

können.

Behandlung

Calciumkanalblockern,

Diltazem,

können

Stimmungsveränderungen

bzw.

Stimmungsstörungen

(z.B.

Depressionen)

auftreten.

Behandlung

Bluthochdruckes

diesem

Arzneimittel

bedarf

regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.

Dieses Arzneimittel beeinflusst die Darmmotilität. Es muss mit Vorsicht

eingenommen werden, wenn bei Ihnen ein Risiko für einen Darmverschluss

besteht.

Dieses Arzneimittel kann Ihren Blutzuckerspiegel erhöhen (Hyperglykämie). Ihr

Arzt kann Ihnen eine regelmäßige Blutuntersuchung zur Kontrolle Ihres

Blutzuckerspiegels vorschlagen.

Anwendung

Diltiazem

kann

Bronchospasmus

somit

eine

Verschlimmerung von Asthma verursachen.

Hinweis:

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Diltiazem Ethypharm und Carbamazepin,

Midazolam,

Triazolam,

Alfentanil,

Theophyllin,

Ciclosporin

Digoxin

oder

Digitoxin

sollte

vorsorglich

Symptome

einer

Überdosierung

dieser

Arzneimittel geachtet werden (siehe unter Abschnitt 2.: Einnahme von Diltiazem

Ethypharm zusammen mit anderen Arzneimitteln).

Ältere Menschen

Bei älteren Menschen (über 60 Jahre) muss Diltiazem vorsichtig dosiert werden

(siehe Abschnitt 3. Wie ist Diltiazem Ethypharm einzunehmen?).

Männer

Aufgrund von Laborexperimenten können bei längerfristiger Verabreichung von

Diltiazemhydrochlorid

vorübergehende

Störungen

männlichen

Befruchtungsfähigkeit nicht ausgeschlossen werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Diltiazem Ethypharm bei Kindern und

Jugendlichen ist bisher noch nicht erwiesen. Daher wird von einer Anwendung

von Diltiazem Ethypharm bei Kindern und Jugendlichen abgeraten.

Einnahme

von

Diltiazem

Ethypharm

zusammen

mit

anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie

Ihren

Arzt

oder

Apotheker,

wenn

andere

Arzneimittel

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen,

andere Arzneimittel anzuwenden.

Sie dürfen Diltiazem Ethypharm nie zusammen mit folgenden Wirkstoffen

einnehmen:

Dantrolen als Infusion (verwendet zur Muskelentspannung),

Pimozid (verwendet bei psychischen Störungen),

Nifedipin (verwendet bei kardiovaskulären Störungen). Diltiazemhydrochlorid

vermindert die Ausscheidungsrate (Clearance) von Nifedipin. Bei gleichzeitiger

Behandlung

eine

sorgfältige

Überwachung

Patienten,

evtl.

eine

Dosisreduktion von Nifedipin angezeigt.

Ergotamin und Dihydroergotamin (insbesondere zur Behandlung von Migräne

und Hypotonie verwendet),

Ivabradin (verwendet bei Angina Pectoris).

Außer wenn vom Arzt ausdrücklich anders verordnet, dürfen Sie Diltiazem

Ethypharm nie mit folgenden Arzneimittelen einnehmen:

Fingolimod (angewandt bei Multipler Sklerose),

Phenytoin (zur Behandlung von Epilepsie angwandt),

Acetylsalicylsäure (angewandt als Schmerzmittel, fiebersenkendes und

entzündungshemmendes Mittel),

Kontrastmittel (angewandt in der Radiographie),

Ibrutinib (angewandt bei bestimmten Krebsarten).

Verstärkung der Wirkung bis hin zu erhöhtem Nebenwirkungsrisiko von

anderen gleichzeitig verabreichten blutdrucksenkenden Arzneimitteln,

Arzneimitteln, die die Herzkraft ungünstig beeinflussen, den Herzschlag

verlangsamen und/oder die Erregungsleitung im Herzen (AV-Überleitung)

hemmen,

z.B.

Betarezeptorenblocker,

Arzneimittel

gegen

Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) oder Arzneimittel zur Erhöhung

Herzkraft

(Herzglykoside:

z.B.

Digoxin,

Digitoxin):

Verstärkung

Wirkung

möglich,

z.B.

höhergradige

Erregungsleitungsstörungen

Herzen

(AV-Blockierung),

Verlangsamung

Herzschlags,

verstärkte

Blutdrucksenkung

sowie

evtl.

Auftreten

einer

Herzmuskelschwäche

(Herzinsuffizienz).

Deshalb

gleichzeitiger

Anwendung

Diltiazemhydrochlorid

diesen

Arzneimitteln

eine

sorgfältige

Überwachung des Patienten angezeigt.

bestimmten

Mittel

gegen

seelische

Störungen

(wie

Schlaf-

Beruhigungsmittel, Präparate mit dem Wirkstoff Lithium).

Blutkonzentrationen

Arzneimitteln

Senkung

Cholesterinspiegels

(HMG-CoA-Reduktase-Hemmer,

sog.

Statine,

Simvastatin,

Lovastatin

oder

Atorvastatin)

können

durch

Diltiazemhydrochlorid erhöht werden. Dadurch können die Wirkungen

bzw. Nebenwirkungen dieser Arzneimittel (Statine) verstärkt werden.

Carbamazepin

(Arzneimittel

gegen

Krampfanfälle

Gehirns),

Midazolam

Triazolam

(Arzneimittel

gegen

Schlafstörungen),

Alfentanil

(Narkosemittel),

Theophyllin

(Arzneimittel

gegen

Atemwegsverengung), Ciclosporin A (Arzneimittel zur Verringerung von

Transplantatabstoßungen,

auch

Rheumabehandlung

eingesetzt wird), Digoxin und Digitoxin (Arzneimittel zur Stärkung der

Herzkraft): Die Konzentration dieser Arzneimittel im Blut kann ansteigen.

Deshalb sollte vorsorglich auf die Symptome einer Überdosierung dieser

Arzneimittel geachtet werden, ggf. die Konzentration dieser Arzneimittel

im Blut bestimmt und, falls notwendig, eine Verringerung der Dosis des

jeweiligen Wirkstoffs vorgenommen werden.

Rifampicin:

Risiko

einer

Verminderung

Blutkonzentration

Diltiazem nach Einleitung einer Therapie mit Rifampicin. Sie sollten bei

Einleitung

oder

beim

Absetzen

einer

Therapie

Rifampicin

sorgfältig überwacht werden.

Nitratderivate: Verstärkte blutdrucksenkende Wirkung und Schwächegefühl.

Bei Ihnen sollten Nitratderivate unter Behandlung mit Diltiazem nur unter

allmählicher Dosissteigerung eingeleitet werden.

Eine gleichzeitige Behandlung mit Alpha-Antagonisten kann zu niedrigem

Blutdruck führen oder bestehenden niedrigen Blutdruck verstärken. Die

Kombination von Diltiazem mit einem Alpha-Antagonisten sollte nur bei

engmaschiger Blutdrucküberwachung in Erwägung gezogen werden.

bei gleichzeitiger Anwendung zusammen mit Amiodaron (Arzneimittel gegen

Herzrhythmusstörungen)

oder

Digoxin

(Arzneimittel

Erhöhung

Herzkraft),

Inhalationsnarkosemittel (Inhalationsanästhetika): in seltenen Fällen kann

es zu einem Abfall des Blutdrucks (Hypotonie) oder einer Verlangsamung

des Herzschlags (Bradykardie) kommen,

gleichzeitiger

Gabe

Diltiazem

Cimetidin

oder

Ranitidin

(Arzneimittel gegen Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre) kann es zu

einer Verstärkung der Wirkung von Diltiazem kommen.

Abschwächung der Wirkung

gleichzeitiger

Behandlung

Diazepam

(Beruhigungsmittel)

eine

Abnahme

Konzentration

Diltiazemhydrochlorid

Blut

möglich.

Diltiazem Ethypharm sollte daher nicht zusammen mit einem der o.g. Stoffe

angewendet werden, ohne dass der Arzt ausdrücklich die Anweisung gegeben

hat.

Hinweis

Nach Transplantation besonders zu beachten

Der Plasmaspiegel von Ciclosporin A kann unter gleichzeitiger Behandlung mit

Diltiazem Ethypharm ansteigen. Unter einer Dauertherapie mit Ciclosporin A

und Diltiazemhydrochlorid (oral) ist für die Konstanthaltung des Ciclosporin-A-

Spiegels

eine

Reduktion

Ciclosporin-A-Dosierung

erforderlich.

Dosisreduktion hat individuell unter Kontrolle des Ciclosporin-A-Spiegels mit

einer spezifischen Methode (z.B. mittels monoklonaler Antikörper) zu erfolgen.

Einnahme

von

Diltiazem

Ethypharm

zusammen

mit

Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Grapefruitsaft kann die

Anwendung dieses Arzneimittels beeinflussen. Der

Verzehr von Grapefruitsaft muss vermieden werden, wenn Sie eine Verstärkung

der Nebenwirkungen bemerken.

Während der Anwendung von Diltiazem Ethypharm sollen Sie möglichst keinen

Alkohol trinken.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

liegen

unzureichende

Erfahrungen

über

eine

Anwendung

Diltiazemhydrochlorid an Schwangeren vor. In zwei Fällen wurde nach der

Anwendung

Diltiazemhydrochlorid

Schwangerschaftsdrittel

über

Fehlbildungen

Herzen

Neugeborenen

berichtet.

Tierstudien

Diltiazemhydrochlorid

haben

eine

fruchtschädigende

Wirkung

Nachkommen

gezeigt.

Daher

dürfen

Diltiazemhydrochlorid

Schwangerschaft

nicht

einnehmen

(siehe

unter

Abschnitt

Diltiazem

Ethypharm darf NICHT eingenommen werden). Wenn Sie im gebärfähigen Alter

sind,

einer

Diltiazemhydrochlorid-Behandlung

eine

mögliche

Schwangerschaft durch Ihren Arzt auszuschließen. Während der Behandlung

Diltiazemhydrochlorid

sollen

geeignete

Maßnahmen

Schwangerschaftsverhütung treffen.

Stillzeit

Diltiazemhydrochlorid

Muttermilch

übergeht,

dürfen

Diltiazemhydrochlorid

Stillzeit

nicht

einnehmen.

Hält

Arzt

eine

Anwendung von Diltiazemhydrochlorid in der Stillzeit für unumgänglich, müssen

abstillen

(siehe

unter

Abschnitt

Diltiazem

Ethypharm

darf

NICHT

eingenommen werden).

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses

Arzneimittel

kann

auch

bestimmungsgemäßem

Gebrauch

Reaktionsvermögen

soweit

verändern,

dass

Fähigkeit

aktiven

Teilnahme

Straßenverkehr,

Bedienen

Maschinen

oder

Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße

Behandlungsbeginn,

Dosiserhöhung

Präparatewechsel

sowie

Zusammenwirken mit Alkohol.

Diltiazem Ethypharm enthält Sucrose.

Bitte nehmen Sie Diltiazem Ethypharm erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt

ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber

bestimmten Zuckern leiden.

3. Wie ist Diltiazem Ethypharm einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie

sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt

Koronare Herzkrankheit

2-mal täglich 1 Kapsel (entsprechend 180 mg Diltiazemhydrochlorid pro Tag).

Bei unzureichender Wirkung kann die Dosis vom Arzt schrittweise auf maximal

Kapseln

(entsprechend

Diltiazemhydrochlorid)

erhöht

werden.

Bei Langzeitbehandlung und andauernder Beschwerdefreiheit wird empfohlen,

dass der Arzt in Abständen von 2-3 Monaten überprüft, ob die Tagesdosis

reduziert werden kann.

Bluthochdruck

2-mal täglich 1 Kapsel (entsprechend 180 mg Diltiazemhydrochlorid pro Tag).

Bei unzureichender Blutdrucksenkung kann die Dosis vom Arzt schrittweise auf

maximal 4 Kapseln (entsprechend 360 mg Diltiazemhydrochlorid) pro Tag

erhöht werden.

Nach Erreichen einer langfristigen ausreichenden blutdrucksenkenden Wirkung

wird

empfohlen,

dass

Arzt

Möglichkeit

einer

Dosisverringerung

überprüft.

Patienten

mit

eingeschränkter

Leber-

und

Nierenfunktion

und

ältere

Patienten

Bei Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei älteren

Patienten muss Diltiazemhydrochlorid vorsichtig dosiert werden.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Nehmen Sie

Kapseln

unzerkaut

am besten nach

Mahlzeiten

ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.

Eine Dosiserhöhung darf nur auf Anweisung des Arztes erfolgen.

Eine

Unterbrechung

oder

Änderung

Dosierung

darf

ärztliche

Anweisung erfolgen.

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Diltiazem Ethypharm ist in der Regel eine Langzeittherapie.

Absetzen der Therapie

Diltiazem Ethypharm

sollte besonders bei

Patienten mit Angina pectoris nicht abrupt, sondern ausschleichend erfolgen.

Wenn

Sie

eine

größere

Menge

von

Diltiazem

Ethypharm

eingenommen haben, als Sie sollten

Eine Überdosierung von Diltiazemhydrochlorid kann zu starkem Blutdruckabfall

(Hypotonie),

Kollaps

Nierenversagen

(akutes

Nierenversagen),

Verlangsamung

Herzschlages

(Bradykardie),

Herzmuskelschwäche

(Herzinsuffizienz) und Erregungsleitungsstörungen im Herzen (AV-Block) bis

zum Herz-Kreislauf-Stillstand führen.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit Diltiazem Ethypharm benachrichtigen

Sie bitte sofort einen Arzt/Notarzt. Dieser kann entsprechend der Schwere der

Überdosierung/Vergiftung über die gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen

entscheiden.

Wenn Sie die Einnahme von Diltiazem Ethypharm vergessen haben

Nehmen Sie beim nächsten Mal nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die

vorherige Einnahme vergessen haben, sondern führen Sie die Einnahme, wie in

der Dosierungsanleitung beschrieben bzw. vom Arzt verordnet, fort.

Wenn Sie die Einnahme von Diltiazem Ethypharm abbrechen

Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung mit Diltiazem Ethypharm

nicht, ohne dies vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.

Eine Beendigung der Behandlung mit Diltiazem Ethypharm sollte besonders bei

Patienten mit Angina pectoris nicht abrupt, sondern ausschleichend erfolgen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Flüssigkeitsansammlung im Gewebe mit Schwellung z.B. von Knöcheln,

Füßen oder Fingern (peripheres Ödem).

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Hitzewallung

oder

ungewöhnliches

Wärmegefühl,

Kopfschmerzen,

Schwindel, Müdigkeit, Schwächegefühl,

Störung

elektrischen

Herzaktivität,

kann

eine

Verlangsamung

Herzschlages auslösen (AV-Block), Herzrasen,

Herzklopfen (Palpitationen),

Knöchel- bzw. Beinödeme,

Rötung (Flush),

Verstopfung, Verdauungsstörungen, Magenschmerzen, Übelkeit,

Hautrötung

(Erythem),

allergische

Hautreaktionen

Hautrötungen,

Juckreiz und Hautausschlag,

allgemeine Befindlichkeitsstörung.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Nervosität,

Schlaflosigkeit,

Halluzinationen,

depressive

Verstimmungszustände, Verwirrtheit, Schlafstörung,

verlangsamter Herzschlag (Bradykardie),

Blutdruckabfall beim Aufstehen oder Aufsetzen mit Kreislaufbeschwerden

wie Schwindel oder Ohnmacht (orthostatische Hypotonie),

Magen-Darm-Beschwerden (Erbrechen, Sodbrennen, Durchfall),

Mäßiger und temporärer

Anstieg der Leberenzyme (Transaminasen) und der

alkalischen Phosphatase als Zeichen einer akuten Leberschädigung.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

trockener Mund,

Nesselsucht (Urtikaria).

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

schwere allergische Reaktionen wie Vermehrung der Anzahl bestimmter

weißer Blutkörperchen im Blut (Eosinophilie) und Lymphknotenschwellung

(Lymphadenopathie),

Erregungsleitungsstörungen

Herzen

(SA-Block),

niedriger

Blutdruck

(Hypotonie), kurz andauernde Bewusstlosigkeit (Synkope), Abnahme der

Herzen

Minute

gepumpten

Blutmenge

(Herzminutenvolumenabnahme)

oder

Herzmuskelschwäche

(Herzinsuffizienz),

Sinusknotenarrest, Herzstillstand (Asystolie).

Zahnfleischwucherung (Gingivahyperplasie),

schwere allergische Hautreaktionen (wie Erythema exsudativum multiforme,

Stevens-Johnson-Syndrom, epidermale Nekrolyse (Lyell-Syndrom), Lupus-

erythematodes-ähnliche Hautveränderungen).

In diesem Fall beenden Sie

die Behandlung sofort und konsultieren Sie Ihren Arzt.

Potenzstörungen,

Erhöhung des Blutzuckers (Hyperglykämie).

Nicht

bekannt

(Häufigkeit

auf

Grundlage

der

verfügbaren

Daten

nicht abschätzbar):

Abnahme der Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie),

Stimmungsänderungen (einschließlich Depression), Ein vermehrtes Risiko

dafür wurde bei der gleichzeitigen Anwendung des Arzneimittels mit

Betablockern festgestellt.

eine

Reihe

Symptomen,

Parkinson-Krankheit

ähneln

(extrapyramidales Syndrom) und üblicherweise nach Ende der Behandlung

abklingen,

einem

oder

mehreren

folgenden

Symptome:

Gehschwierigkeiten, Steifheit, unwillkürliche Bewegungen und Zittern,

Entzündung

Blutgefäße

(Vaskulitis

einschl.

leukozytoklastischer

Vaskulitis),

plötzliches Anschwellen des Halses und/oder des Gesichts (Angioödem),

Lichtempfindlichkeit (einschl. lichenoide Keratose an den für die Sonne

exponierten

Hautbereichen),

angioneurotisches

Ödem,

Ausschlag,

Schwitzen,

exfoliative

Dermatitis,

akute

exanthematöse

Pustulosis,

gelegentlich Erythema desquamativum mit oder ohne Fieber,

Bronchospasmus (und somit eine Verschlimmerung des Asthmas),

Transpiration, Brustentwicklung beim Mann, die normalerweise nach Ende

der Behandlung wieder zurückgeht.

eine Lebererkrankung (Hepatitis),

die nach Ende der Behandlung abklingt.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dies

gilt

auch

für

Nebenwirkungen,

nicht

dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist Diltiazem Ethypharm aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Umkarton

Blisterpackung

angegebenen

Verfallsdatum

nicht

mehr

verwenden.

Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über +30°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu

schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Diltiazem Ethypharm enthält

Der Wirkstoff ist: Diltiazemhydrochlorid

1 Hartkapsel, retardiert enthält 90 mg Diltiazemhydrochlorid.

Die sonstigen Bestandteile sind

Cetylalkohol (Ph.Eur.), Dibutyldecandioat, Ethylcellulose, Gelatine, Maisstärke,

Povidon K30, Sucrose, Talkum, Gereinigtes Wasser, Zuckerpellets (Sucrose,

Maisstärke), Titandioxid (E 171).

Wie Diltiazem Ethypharm aussieht und Inhalt der Packung

Kapselober- und -unterteil weiß opak mit weißen bis fast weißen Pellets.

Diltiazem

Ethypharm

Packungen

Hartkapseln,

retardiert erhältlich.

Zulassungsinhaber

ETHYPHARM

194 Bureaux de la Colline, Bâtiment D

92213 Saint Cloud cedex

Frankreich

Tel: +33 (0)1 41 12 17 20

Fax:+33 (0)1 41 12 17 30

Mitvertrieb:

ETHYPHARM GmbH

Mittelstraße 5/5a

12529 Schönefeld

Deutschland

Tel: +49 (0) 30 634 99 393

Fax:+ 49 (0) 30 634 99 395

Hersteller

ETHYPHARM

Chemin de la Poudrière

76120 Le Grand Quevilly

Frankreich

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2019.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Diltiazem Ethypharm 90 mg Hartkapseln, retardiert

Diltiazem Ethypharm 120 mg Hartkapseln, retardiert

Diltiazem Ethypharm 180 mg Hartkapseln, retardiert

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 Hartkapsel, retardiert enthält 90 mg, 120 mg bzw. 180 mg

Diltiazemhydrochlorid.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 1 Hartkapsel, retardiert enthält

18,26 mg (Diltiazem Ethypharm 90 mg), 24,35 mg (Diltiazem Ethypharm 120

mg), 36,53 mg (Diltiazem Ethypharm 180 mg) Sucrose.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1

3. Darreichungsform

Hartkapsel, retardiert

Diltiazem Ethypharm 90 mg

Kapselober- und -unterteil weiß opak mit weißen bis fast weißen Pellets.

Diltiazem Ethypharm 120 mg

Kapseloberteil: rot opak, Kapselunterteil: weiß opak mit weißen bis fast weißen

Pellets.

Diltiazem Ethypharm 180 mg

Kapselober- und -unterteil rot opak mit weißen bis fast weißen Pellets.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Symptomatische koronare Herzkrankheit:

chronisch stabile Angina pectoris (Belastungsangina),

instabile Angina pectoris (Crescendoangina, Ruheangina),

vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina),

Hypertonie.

Diltiazem Ethypharm 180 mg darf nur bei Patienten, die mit niedrigeren Einzel-

und Tagesdosen nicht ausreichend behandelbar sind, nach sorgfältiger Nutzen-

Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Soweit nicht anders verordnet, gelten folgende Dosierungsrichtlinien für

Erwachsene:

Diltiazem Ethypharm 90 mg

Koronare Herzkrankheit

2-mal täglich 1 Hartkapsel (entsprechend 180 mg Diltiazemhydrochlorid pro

Tag).

Bei unzureichender Wirkung kann die Dosis schrittweise auf maximal 360 mg

Diltiazemhydrochlorid pro Tag erhöht werden.

Bei Langzeittherapie und andauerndem therapeutischen Effekt wird empfohlen,

in Abständen von 2-3 Monaten zu überprüfen, ob die Tagesdosis reduziert

werden kann.

Bluthochdruck

2-mal täglich 1 Hartkapsel (entsprechend 180 mg Diltiazemhydrochlorid pro

Tag).

Bei unzureichender Blutdrucksenkung kann die Dosis schrittweise auf maximal

360 mg Diltiazemhydrochlorid pro Tag erhöht werden. Dafür stehen höhere

retardierte Dosisstärken zur Verfügung.

Nach Erreichen eines stabilen antihypertensiven Effektes wird empfohlen, die

Möglichkeit einer Dosisverringerung zu überprüfen.

Diltiazem Ethypharm 120 mg

Die Behandlung soll mit niedrigen Dosen zur Ermittlung der individuellen

Tagesdosis begonnen werden. Hierfür stehen niedrigere retardierte

Dosisstärken zur Verfügung.

Koronare Herzkrankheit

2-mal täglich 1 Hartkapsel (entsprechend 240 mg Diltiazemhydrochlorid pro

Tag).

Bei unzureichender Wirkung kann die Dosis schrittweise auf maximal 360 mg

Diltiazemhydrochlorid pro Tag erhöht werden. Dafür stehen höhere retardierte

Dosisstärken zur Verfügung.

Bei Langzeittherapie und andauerndem therapeutischen Effekt wird empfohlen,

in Abständen von 2-3 Monaten zu überprüfen, ob die Tagesdosis reduziert

werden kann.

Bluthochdruck

2-mal täglich 1 Hartkapsel (entsprechend 240 mg Diltiazemhydrochlorid pro

Tag).

Bei unzureichender Blutdrucksenkung kann die Dosis schrittweise auf maximal

360 mg Diltiazemhydrochlorid pro Tag erhöht werden. Dafür stehen höhere

retardierte Dosisstärken zur Verfügung.

Nach Erreichen eines stabilen antihypertensiven Effektes wird empfohlen, die

Möglichkeit einer Dosisverringerung zu überprüfen.

Diltiazem Ethypharm 180 mg

Die Behandlung soll mit niedrigen Dosen zur Ermittlung der individuellen

Tagesdosis begonnen werden. Hierfür stehen niedrigere retardierte

Dosisstärken zur Verfügung.

Diltiazem Ethypharm 180 mg darf nur bei Patienten, die mit niedrigeren Einzel-

und Tagesdosen nicht ausreichend behandelbar sind, nach sorgfältiger Nutzen-

Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden.

Koronare Herzkrankheit

2-mal täglich 1 Hartkapsel (entsprechend 360 mg Diltiazemhydrochlorid pro

Tag); 360 mg Diltiazemhydrochlorid ist gleichzeitig die Tageshöchstdosis.

Bei Langzeittherapie und andauerndem therapeutischen Effekt wird empfohlen,

in Abständen von 2-3 Monaten zu überprüfen, ob die Tagesdosis reduziert

werden kann.

Bluthochdruck

2-mal täglich 1 Hartkapsel (entsprechend 360 mg Diltiazemhydrochlorid pro

Tag); 360 mg Diltiazemhydrochlorid ist gleichzeitig die Tageshöchstdosis.

Nach Erreichen eines stabilen antihypertensiven Effektes wird empfohlen, die

Möglichkeit einer Dosisverringerung zu überprüfen.

Patienten mit Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz, ältere Patienten

Bei Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen sowie bei älteren

Patienten muss Diltiazem Ethypharm vorsichtig dosiert werden.

Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Diltiazem Ethypharm bei Kindern und

Jugendlichen ist bisher noch nicht erwiesen. Daher wird von einer Anwendung

von Diltiazem Ethypharm bei Kindern und Jugendlichen abgeraten.

Art der Anwendung

Die Einnahme erfolgt unzerkaut am besten nach den Mahlzeiten mit

ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser).

Dauer der Anwendung

Die Behandlung mit Diltiazem Ethypharm ist in der Regel eine Langzeittherapie.

Eine Unterbrechung oder Änderung der Dosierung darf nur auf ärztliche

Anweisung erfolgen.

Ein Absetzen der Therapie mit Diltiazem Ethypharm sollte besonders bei

Patienten mit Angina pectoris nicht abrupt, sondern ausschleichend erfolgen.

4.3 Gegenanzeigen

Dieses Arzneimittel DARF NIE in folgenden Fällen EINGENOMMEN WERDEN:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile,

Sinusknotendysfunktion,

Nicht behandelbarer AV-Block im zweiten oder im dritten Grad, SA-Block II.

und III. Grades,

Insuffizienz der linken Herzkammer mit Lungenstauung,

manifeste Herzinsuffizienz,

Schock,

akuter Herzinfarkt mit Komplikationen (Bradykardie, ausgeprägte Hypotonie,

Linksherzinsuffizienz),

schwere Bradykardie (Ruhepuls unter 40 Schlägen pro Minute),

Schwangerschaft und Stillzeit (siehe Abschnitt 4.6),

gleichzeitige intravenöse Gabe von Dantrolen (siehe Abschnitt 4.5),

gleichzeitige intravenöse Gabe von Betarezeptorenblockern,

Kombination mit Pimozid,

Kombination mit Dihydroergotamin,

Kombination mit Ergotamin,

Kombination mit Nifedipin,

Kombination mit Ivabradin (siehe Abschnitt 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Diltiazemhydrochlorid WIRD ALLGEMEIN NICHT EMPFOHLEN in folgenden

Fällen:

In Kombination mit:

Esmolol (bei einer beeinträchtigten Funktion der linken Herzkammer),

Bei Herzinsuffizienz angewandten Beta-Blockern (Bisoprolol, Carvedilol,

Metoprolol, Nebivolol),

Anderen Beta-Blockern,

Fingolimod.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:

Bei gleichzeitiger Therapie mit Diltiazem und Carbamazepin, Midazolam,

Triazolam, Alfentanil, Theophyllin, Ciclosporin A, Digoxin oder Digitoxin sollte

vorsorglich auf Symptome einer Überdosierung dieser Arzneimittel geachtet

werden (siehe Abschnitt 4.5).

Die Behandlung des Bluthochdruckes mit diesen Arzneimitteln bedarf der

regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.

Patienten mit einer beeinträchtigten Funktion der linken Herzkammer, einer

Bradykardie (Gefahr der Exazerbation), einer Hypotonie (systolisch unter 90

mmHg), einem AV-Block oder SA-Block des ersten Grades auf dem

Elektrokardiogramm (Gefahr der Verschlimmerung, in Ausnahmefällen bis zum

kompletten Block) oder intraventrikulären Leitungsstörungen (z.B. Links- oder

Rechtsschenkelblock) müssen beobachtet werden.

Bei gleichzeitiger oraler Therapie mit Betarezeptorenblockern (siehe Abschnitt

4.5) ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.

Bei älteren Patienten (>60 Jahre, Verlängerung der Eliminationshalbwertszeit,

Patienten mit Niereninsuffizienz und Patienten mit Leberinsuffizienz kann die

Plasmakonzentration des Diltiazems erhöht sein. Es wird empfohlen, besonders

auf Gegenanzeigen und Vorsichtsmaßnahmen bei der Einnahme zu achten und

eine sorgfältige Überwachung auszuüben. Dies gilt insbesondere für die

Herzfrequenz und das Elektrokardiogramm zu Beginn der Behandlung.

Diltiazem kann einen Blutdruckabfall und eine schwere Bradykardie auslösen,

insbesondere bei älteren Patienten.

Bei einer Vollnarkose informieren Sie den Anästhesisten über die Einnahme des

Arzneimittels.

einer

Vollnarkose

verursacht

Diltiazem

gewöhnlich

eine

mäßige Senkung des Blutdruckes und des Widerstandes der systemischen

Gefäße sowie eine leichte Beschleunigung der Herzfrequenz. Die durch das

Betäubungsmittel ausgelöste Vasodilatation kann durch das Diltiazem verstärkt

werden. Ihre Dosis muss an die hämodynamische Reaktion angepasst werden.

Calciumantagonisten wie Diltiazem können mit Stimmungsstörungen

insbesondere Depression, in Verbindung gebracht werden (siehe Abschnitt 4.5

und 4.8).

Wie andere Calciumkanalblocker kann Diltiazem eine hemmende Wirkung auf

die Darmmotilität haben. Daher muss es mit Vorsicht bei Patienten mit einem

Risiko für eine Darmverschluss angewandt werden.

Ein Anstieg des Blutzuckerspiegels ist möglich. Daher ist eine sorgfältige

Überwachung bei Patienten mit latenter oder nachgewiesener Diabetes

erforderlich.

Die Anwendung von Diltiazem kann einen Bronchospasmus auslösen und damit

eine Verschlimmerung des Asthmas, insbesondere bei Patienten mit einer

bestehenden bronchialen Hyperaktivität. Diese Fälle traten nach einer Erhöhung

der Dosis auf. Die Patienten müssen überwacht werden, um Anzeichen und

Symptome einer Ateminsuffizienz während der Behandlung mit Diltiazem zu

erkennen.

Aufgrund von In-vivo- und In-vitro-Studien (siehe Abschnitt 5.3) können bei

längerfristiger Verabreichung von Diltiazemhydrochlorid reversible Störungen

der männlichen Fertilität nicht ausgeschlossen werden.

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-

Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Diltiazem

Ethypharm nicht einnehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Allgemeine Informationen, die zu berücksichtigen sind

Aufgrund der Möglichkeit von additiven Wirkungen sind bei Patienten, die

Diltiazem gemeinsam mit anderen Arzneimitteln erhalten, die bekanntermaßen

die kardiale Kontraktilität und/oder Erregungsleitung beeinflussen können,

besondere Vorsicht und sorgfältige Dosistitration erforderlich.

Diltiazem wird durch CYP3A4 metabolisiert. In Fällen einer gemeinsamen

Anwendung mit einem stärkeren CYP3A4-Inhibitor wurde eine mäßige

Erhöhung (um weniger als das 2-Fache) der Plasmaspiegel von Diltiazem

beschrieben. Diltiazem ist auch ein Inhibitor von CYP3A4-Isoformen. Eine

gemeinsame Anwendung mit anderen CYP3A4-Substraten kann zu einer

Erhöhung der Plasmaspiegel jedes der beiden gemeinsam verabreichten

Arzneimittel führen. Eine gemeinsame Anwendung von Diltiazem mit einem

CYP3A4-Induktor kann zu einer Verminderung der Diltiazem-Plasmaspiegel

führen.

Antiarrhythmika

Bei der gleichzeitigen Gabe von Diltiazem mit Antiarrhythmika mit negativer inotroper,

chronotroper oder einer die atrioventrikuläre Leitung verlangsamenden und/oder

beschleunigenden Wirkung (z.B. Amiodaron, Cibenzolin, Disopyramid, Dofetilid,

Flecainid, Hydrochinidin, Ibutilid, Lidocain, Mexiletin, Propafenon, Chinidin, Sotalol,

Verapamil) ist eine Wirkungsverstärkung möglich, so dass eine sorgfältige klinische

Überwachung und EKG-Kontrollen angezeigt sind.

Bradykardisierende Arzneimittel

Zahlreiche Arzneimittel können eine Bradykardie auslösen. Dies ist besonders

der Fall bei Antiarrhythmika der Klasse Ia, Betablockern, gewissen

Antiarrhythmika der Klasse III, gewissen Calcium-Antagonisten, Digitalis,

Pilokarpin, Cholinesterasehemmern etc.

Kontraindizierte Kombinationen

+ Durch Infusion verabreichtes

Dantrolen

Bei Tieren kann oft tödliches Herzkammerflimmern nach der Verabreichung von

Verapamil und Dantrolen durch Infusion beobachtet werden. Die Kombination

eines Calcium-Antagonisten und Dantrolen ist demzufolge potentiell gefährlich

(siehe Abschnitt 4.3).

+ Dihydroergotamin

Risiko eines Ergotismus mit einer möglichen Nekrose der Extremitäten

(Hemmung des Leberstoffwechsels durch die Mutterkornalkaloide).

+ Ergotamin

Risiko eines Ergotismus mit einer möglichen Nekrose der Extremitäten

(Hemmung des Leberstoffwechsels durch die Mutterkornalkaloide).

+Ivabradin

Die Kombination von Diltiazem mit Ivabradin ist aufgrund der zusätzlichen

herzfrequenzsenkenden Wirkung von Diltiazem

kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.3).

+ Nifedipin

Erheblicher Anstieg der Nifedipin-Konzentration aufgrund einer Verringerung

des Leberstoffwechsels durch Diltiazem mit einem hohen Hypotonie-Risiko.

+ Pimozid

Erhöhtes Risiko für Störungen des ventrikulären Rhythmus, insbesondere

Torsade-de-Pointes.

Nicht zu empfehlende Kombinationen

+ Betablocker (mit Ausnahme von Esmolol)

Störungen des Automatismus (exzessive Bradykardie, Sinusknotenarrest),

Störungen der sinuatrialen und atrioventrikulären Reizleitung und

Herzinsuffizienz.

Eine solche Kombination darf nur unter klinischer Beobachtung und strikter

EKG-Überwachung durchgeführt werden, insbesondere bei älteren Patienten

oder zu Beginn der Behandlung.

Ein erhöhtes Risiko für Depressionen wurde festgestellt, wenn Diltiazem

zusammen mit Betablockern verabreicht wurde (siehe Abschnitt 4.8).

+ Betablocker bei Herzinsuffizienz (Bisoprolol, Carvedilol, Metoprolol, Nebivolol)

Negative inotrope Wirkung mit Risiko für Dekompensation der Herzinsuffizienz,

Störungen des Automatismus (Bradykardie, Sinusknotenarrest) und Störungen

der sinuatrialen und atrioventrikulären Leitung.

Eine Erhöhung des Depressionsrisikos wurde bei der Verabreichung von

Diltiazem in Kombination mit Betablockern festgestellt (siehe Abschnitt 4.8).

Die gleichzeitige intravenöse Gabe von Betarezeptorenblockern muss während

der Behandlung mit Diltiazemhydrochlorid unterbleiben (siehe Abschnitt 4.3).

+ Esmolol bei Beeinträchtigung der Funktion der linken Herzkammer

Störungen des Automatismus (schwere Bradykardie, Sinusknotenarrest),

Störungen der sinuatrialen und atrioventrikulären Leitung.

+ Fingolimod

Eine Potenzierung der bradykardisierenden Wirkung kann tödliche Folgen

haben.

Eine klinische Überwachung und ein EKG sind für 24 Stunden nach

Verabreichung der ersten Dosis erforderlich.

Kombinationen, die Grund zu Vorsichtsmaßnahmen geben

+ Alfentanil

Erhöhung der atemdepressiven Wirkung des opioiden Analgetikums durch

Verringerung des Leberstoffwechsels. Passen Sie die Dosierung des

Analgetikums bei einer Behandlung mit Diltiazem an.

Bei gleichzeitiger Gabe von Diltiazemhydrochlorid und Alfentanil kann

postoperativ die tracheale Extubationszeit verlängert werden.

+Amiodaron und Digoxin:

Risiko für eine Bradykardie oder einen AV-Block. Wenn die Kombination

unbedingt erforderlich ist, sind eine klinische Überwachung und ein

kontinuierliches EKG erforderlich.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Diltiazem ist Vorsicht geboten, vor allem bei

älteren Patienten und wenn hohe Dosierungen angewendet werden.

+ Antikonvulsiva-Enzyminduktoren

Verringerung der Plasmakonzentration des Calciumantagonisten durch

Erhöhung des Leberstoffwechsels.

Klinische Überwachung und eventuelle Anpassung der Dosis des

Calciumantagonisten während und nach der Behandlung mit einem

Antikonvulsivum.

+ Atorvastatin, Lovastatin, Simvastatin

Diltiazemhydrochlorid kann die Verstoffwechselung von Arzneistoffen, die über

bestimmte P-450-Enzyme abgebaut werden, besonders die der Cytochrom-3A-

Familie, hemmen. Dazu gehören CYP3A4-metabolisierte HMG-CoA-

Reduktase-Inhibitoren, wie z.B. Simvastatin, Lovastatin oder Atorvastatin.

Daraus kann sich für diese Mittel eine erhöhte und/oder verlängerte Wirkung

einschließlich Nebenwirkungen (z.B. Rhabdomyolyse, Myositis oder Hepatitis)

ergeben. Nach Möglichkeit sollte gemeinsam mit Diltiazem ein Statin eingesetzt

werden, das nicht durch CYP3A4 metabolisiert wird; andernfalls ist eine

engmaschige Überwachung auf Zeichen und Symptome einer möglichen

Statintoxizität erforderlich.

+ Buspiron

Erhöhung der Plasmakonzentration des Buspirons aufgrund einer

Verringerung des Leberstoffwechsels durch Diltiazem mit Erhöhung seiner

Nebenwirkungen. Klinische Überwachung und Anpassung der Buspiron-

Dosis, falls erforderlich.

+ Dronedaron

Bradykardie-Risiko oder Risiko für einen AV-Block, insbesondere bei älteren

Patienten. Außerdem leichter Anstieg der Dronedaron-Konzentration aufgrund

einer Verringerung des Stoffwechsels durch Calciumkanalblocker.

Beginnen Sie die Behandlung mit dem Calciumantagonisten mit der

empfohlenen Mindestdosis und passen Sie die Dosis entsprechend des EKGs

+ Esmolol, bei normaler Funktion der linken Herzkammer

Störungen des Automatismus (Bradykardie, Sinuskonten-Arrest) und Störungen

der sinuatrialen und atrioventrikulären Leitung.

Klinische Überwachung und EKG erforderlich.

+ Phenytoin

Wenn Diltiazem zusammen mit Phenytoin verabreicht wird, kann es die

Plasmakonzentration des Phenytoin erhöhen.

Eine Überwachung der Plasmakonzentration des Phenytoin ist empfehlenswert.

+ In der Radiografie verwendete Kontrastmittel

Die kardiovaskulären Wirkungen (wie Hypotonie) der intravenös verabreichten

Kontrastmittel können bei mit Diltiazem behandelten Patienten verstärkt

werden. Bei Patienten, die gleichzeitig Diltiazem und Kontrastmittel erhalten, ist

besondere Vorsicht geboten.

+ Ibrutinib

Anstieg der Plasmakonzentration von Ibrutinib aufgrund einer Verringerung des

Leberstoffwechsels durch das Diltiazem. Strenge klinische Überwachung und

Verringerung der Ibrutinib-Dosis auf 140 mg pro Tag während der Dauer der

Kombination.

+ Immunsuppressiva (Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus, Tacrolimus,

Temsirolimus)

Anstieg der Konzentration des Immunsuppressivums im Blut durch

Verringerung seines Stoffwechsels.

Bestimmung des Blutspiegels der Immunsuppressiva, Kontrolle der

Nierenfunktion und Anpassung der Dosis während und nach der Kombination

erforderlich.

+ Potente Hemmstoffe von CYP3A4

Verstärkung der Nebenwirkungen der Calciumkanalblocker, meistens in Form

von Hypotonie bei älteren Patienten.

Klinische Überwachung und Anpassung der Dosierung während und nach der

Behandlung durch Enzyminhibitoren.

Grapefruitsaft kann die Diltiazemexposition erhöhen (1,2 Mal). Patienten, die

Grapefruitsaft konsumieren, sollten auf verstärkte Nebenwirkungen von

Diltiazem hin überwacht werden. Grapefruitsaft muss vermieden werden,

wenn eine Wechselwirkung vermutet wird.

+ Midazolam und Triazolam

Diltiazem erhöht die Plasmaspiegel von Midazolam und Triazolam signifikant

und verlängert auch deren Halbwertzeit. Besondere Vorsicht ist bei der

Verschreibung von kurz wirkenden Benzodiazepinen, die über CYP3A4

metabolisiert werden, bei Patienten mit Diltiazem geboten (siehe Abschnitt 4.4).

Bei gleichzeitiger Gabe von Diltiazemhydrochlorid und Midazolam kann

postoperativ die tracheale Extubationszeit verlängert werden.

+ Arzneimittel, bei denen ein Auslösen eines Torsade-de-pointes vermutet wird

Erhöhtes Risiko für ventrikuläre Rhythmusstörungen, insbesondere Torsade-de-

pointes.

Klinische Überwachung und Elektrokardiografie erforderlich.

+ Rifampicin

Verringerung der Plasmakonzentration des Calciumantagonisten durch

Erhöhung seines Leberstoffwechsels. Klinische Überwachung und eventuelle

Anpassung der Dosis des Calciumantagonistenwährend und nach der

Behandlung durch Rifampicin.

+ Tamsulosin

Risiko der Verstärkung der Tamsulosin-Nebenwirkungen durch Hemmung des

Leberstoffwechsels.

Klinische Überwachung und Anpassung der Tamsulosin-Dosis während und

gegebenenfalls nach der Behandlung durch den enzymatischen Inhibitor

(Diltiazem).

+ Lithium

Risiko einer verstärkten Lithiumtoxizität (Neurotoxizität).

+ Carbamazepin, Midazolam, Triazolam, Alfentanil, Theophyllin, Ciclosporin A,

Digoxin und Digitoxin

Plasmaspiegel von Carbamazepin, Midazolam, Triazolam, Alfentanil,

Theophyllin, Ciclosporin A sowie von Digoxin und Digitoxin können unter

gleichzeitiger Behandlung mit Diltiazemhydrochlorid ansteigen. Deshalb sollte

vorsorglich auf die Symptome einer Überdosierung dieser Arzneimittel geachtet

werden, ggf. der Plasmaspiegel bestimmt und falls notwendig, eine

Reduzierung der Dosis des jeweiligen Wirkstoffs vorgenommen werden (siehe

Abschnitt 4.4).

+ Cimetidin und Ranitidin

Bei gleichzeitiger Gabe von Diltiazemhydrochlorid und Cimetidin oder Ranitidin

kann es zu einem Anstieg des Diltiazemhydrochlorid-Plasmaspiegels kommen.

Patienten mit bestehender Therapie mit Diltiazem sollten bei der Einleitung oder

beim Absetzen einer Therapie mit H

-Antagonisten sorgfältig überwacht

werden. Es könnte eine Anpassung der Tagesdosis von Diltiazem erforderlich

sein.

+ Inhalationsanästhetika

Bei gleichzeitiger Anwendung von Diltiazem Ethypharm und

Inhalationsanästhetika kann es in seltenen Fällen zu einer Hypotonie oder einer

Bradykardie kommen.

+ Diazepam

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Diazepam ist eine signifikante Abnahme des

Diltiazemhydrochlorid-Plasmaspiegels möglich, die vermutlich auf einer

Verschlechterung der Absorption beruht.

+Glucokortikoide (Methylprednisolon)

Hemmung des Methylprednisolon-Metabolismus (CYP3A4) und Hemmung von

P-Glykoprotein. Der Patient sollte bei Einleitung einer Therapie mit

Methylprednisolon entsprechend überwacht werden. Eine Anpassung der Dosis

von Methylprednisolon könnte erforderlich sein.

Zu berücksichtigende Kombinationen

+ Alphablocker zu urologischen Zwecken (Alfuzosin, Doxazosin, Prazosin,

Silodosin, Tamsulosin, Terazosin)

Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung. Erhöhtes Risiko für

orthostatische Hypotonie.

+ Blutdrucksenkende Alphablocker

Verstärkung der blutdrucksenkenden Wirkung. Erhöhtes Risiko für

orthostatische Hypotonie.

Die Kombination von Diltiazem mit einem Alpha-Antagonisten sollte nur bei

engmaschiger Blutdrucküberwachung in Erwägung gezogen werden.

+ Thrombozytenaggregationshemmer

In einer pharmakodynamischen Studie wurde gezeigt, dass Diltiazem die

Thrombozytenaggregation hemmt. Obwohl die klinische Bedeutung dieser

Beobachtung nicht bekannt ist, müssen die möglichen Zusatzwirkungen bei der

Anwendung von Diltiazem in Kombination mit

Thrombozytenaggregationshemmern berücksichtigt werden.

+ Andere bradykardisierende Mittel

Risiko einer starken Bradykardie (additive Wirkungen).

+ Cilostazol

Hemmung des Metabolismus des Cilostazols (CYP3A4). Es wurde gezeigt,

dass Diltiazem die Cilostazol-Exposition und seine pharmakologische Aktivität

erhöht.

+ Clonidin und Guanfacin

Störungen des Automatismus (Atrioventrikuläre Störungen durch negative

Wirkung auf die Reizleitung).

+ Ticagrelor

Risiko des Anstiegs der Ticagrelor-Plasmakonzentration durch Verringerung

seines Leberstoffwechsels.

+ Arzneimittel, die eine orthostatische Hypotonie auslösen (insbesondere

blutdrucksenkende Nitrate, Inhibitoren der Phosphodiesterase-5, Alphablocker

zu urologischen Zwecken, Antidepressiva wie Imipramin, Neuroleptika wie

Phenothiazin, Dopaminagonisten, Levodopa)

Risiko der Verstärkung einer Hypotonie, insbesondere orthostatisch.

+Nitratderivate

Verstärkte blutdrucksenkende Wirkung und Schwächegefühl (additive

vasodilatatorische Wirkungen). Bei allen Patienten unter Behandlung mit

Calciumkanalblockern sollten Nitratderivate nur unter allmählicher

Dosissteigerung eingeleitet werden.

+ Dapoxetin

Risiko der Verstärkung von Nebenwirkungen, insbesondere Schwindel oder

Ohnmacht.

Hinweis, nach Transplantationen besonders zu beachten:

Der Plasmaspiegel von Ciclosporin A kann unter gleichzeitiger Behandlung mit

Diltiazem Ethypharm ansteigen. Unter einer Dauertherapie mit Ciclosporin A

und Diltiazemhydrochlorid (oral) ist für die Konstanthaltung des Ciclosporin A-

Spiegels eine Reduktion der Ciclosporin A-Dosierung erforderlich. Die

Dosisreduktion hat individuell unter Kontrolle des Ciclosporin A-Spiegels mit

einer spezifischen Methode (z.B. mittels monoklonaler Antikörper) zu erfolgen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf Diltiazemhydrochlorid nicht

eingenommen werden.

Schwangerschaft

Es liegen nur unzureichende Erfahrungen über eine Anwendung von

Diltiazemhydrochlorid an Schwangeren vor. In zwei Fällen wurde nach der

Anwendung von Diltiazemhydrochlorid im 1. Trimenon über kardiovaskuläre

Defekte bei Neugeborenen berichtet. Tierstudien mit Diltiazemhydrochlorid

haben eine Reproduktionstoxizität einschließlich teratogener Effekte gezeigt

(siehe Abschnitt 5.3). Daher ist die Einnahme von Diltiazemhydrochlorid in der

Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Bei Frauen im

gebärfähigen Alter ist vor einer Diltiazemhydrochlorid-Behandlung eine

mögliche Schwangerschaft auszuschließen. Während der Behandlung mit

Diltiazemhydrochlorid sollen geeignete Maßnahmen zur

Schwangerschaftsverhütung getroffen werden.

Stillzeit

Da Diltiazemhydrochlorid in die Muttermilch übergeht, ist eine Anwendung von

Diltiazemhydrochlorid in der Stillzeit kontraindiziert. Ist eine Anwendung von

Diltiazemhydrochlorid in der Stillzeit unumgänglich, muss abgestillt werden

(siehe Abschnitt 4.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Diese Arzneimittel können auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass z.B. die Fähigkeit zur aktiven

Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum

Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße

bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im

Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten

zugrunde gelegt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich

(≥1/1.000, <1/100), selten (≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht

bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlic

Selten

Sehr selten

Nicht

bekannt

Erkranku

ngen des

Bluts und

des

Lymphsy

stems

Schwere

allergische

Reaktionen

Eosinophilie

Lymphaden

opathie

Thromboz

ytopenie

Psychiatri

sche

Erkranku

ngen

Nervosität,

Schlaflosig

keit

Halluzinatio

nen,

depressive

Verstimmu

ngszuständ

Stimmungs

änderunge

n (einschl.

Depression

Verwirrtheit

Schlafstöru

Erkranku

ngen des

Nervensy

stems

Kopfschm

erzen,

Schwindel

Müdigkeit,

Schwäch

egefühl

Extrapyram

idales

Syndrom

normalerwe

reversibel

am Ende

Behandlun

Herzerkra

nkungen

Block**

(I., II. oder

III. Grad,

Schenkel

block),

Palpitatio

nen,

Knöchel-

bzw.

Beinödem

Bradykardi

SA-Block**,

Hypotonie,

Synkopen,

Herzminuten

volumenabn

ahme oder

Herzinsuffizi

Gefäßerk

rankunge

n

Flush

Orthostatis

Hypotonie

Vaskulitis

(einschl.

leukozytokl

astischer

Vaskulitis)

Erkranku

ngen des

Gastroint

estinaltra

kts

Obstipatio

Dyspepsi

Magensc

hmerzen,

Übelkeit

Magen-

Darm-

Beschwerd

(Erbrechen,

Sodbrenne

n, Diarrhoe)

Trockener

Mund

Gingivahyper

plasie

Leber-

und

Gallenerk

rankunge

n

Erhöhung

Leberenzy

(Anstieg

von AST,

ALT, LDH,

ALP,

Gamma-

GT) und

alkalischen

Phosphatas

e als

Zeichen

einer

akuten

Leberschäd

Hepatitis

(reversibel

nach Ende

Behandlun

igung*

Erkranku

ngen der

Haut und

des

Unterhaut

zellgewe

bes

Erythem,

allergisch

Hautreakti

onen wie

Hautrötun

gen,

Juckreiz

Exanthem

Urtikaria

Schwere

allergische

Hautreaktion

en wie

Erythema

exsudativum

multiforme,

Stevens-

Johnson-

Syndrom,

epidermale

Nekrolyse

(Lyell-

Syndrom),

Lupus-

erythematod

es-ähnliche

Hautverände

rungen

Lichtempfin

dlichkeit

(einschl.

lichenoide

Keratose

an den für

die Sonne

exponierten

Hautbereic

hen),

angioneurot

isches

Ödem,

Ausschlag,

Schwitzen,

exfoliative

Dermatitis,

akute

exanthemat

öse

Pustulosis,

gelegentlic

h Erythema

desquamati

vum mit

oder ohne

Fieber

Erkranku

ngen der

Geschlec

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e und der

Brustdrüs

e

Transpiratio

Gynäkoma

stie

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reversibel

am Ende

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Allgemein

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Beschwer

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Verabreic

hungsort

Peripheres

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Allgemein

Befindlich

keitsstöru

Kraftlosig

keit.

Erkranku

ngen der

Nieren

und

Harnweg

e

Potenzstörun

Stoffwech

sel- und

Ernährun

Hyperglykäm

ie***

gsstörung

en

Erkranku

ngen der

Atemweg

e, des

Brustrau

ms und

Mediastin

ums

Bronchosp

asmus (und

darum

mögliche

Verschlimm

erung des

Asthmas).

Sehr selten können unter längerer Behandlung Gingivahyperplasien auftreten (Mundhygiene

beachten), die sich nach Absetzen der Behandlung völlig zurückbilden.

Es empfiehlt sich daher, die Leberparameter in regelmäßigen Abständen zu

überwachen.

Besonders im höheren Dosisbereich und/oder bei entsprechender Vorschädigung des

Herzens

Dies sollte vor allem bei Patienten mit einem Diabetes mellitus beachtet werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome einer Intoxikation

Eine Überdosierung von Diltiazemhydrochlorid kann zu schwerer Hypotonie bis

einschließlich Kollaps und akutes Nierenversagen, Bradykardie mit oder ohne

isorhythmische Dissoziation, Herzinsuffizienz, AV-Block bis zum Herz-Kreislauf-

Stillstand führen.

Therapie einer Intoxikation

Ein spezifisches Antidot ist bisher nicht bekannt; die Gegenmaßnahmen richten

sich nach der klinischen Symptomatik.

Alle Möglichkeiten einer primären Giftelimination durch Magenspülung,

Erbrechen, Dünndarmspülung etc. sollten ausgeschöpft werden.

Die vitalen Parameter müssen unter intensivmedizinischen Bedingungen

überwacht bzw. korrigiert werden bei:

Blutdruckabfall

Flachlagerung des Patienten, Volumensubstitution, ggf. i.v. Gabe von

Sympathomimetika (z.B. Dopamin, Dobutamin, Noradrenalin),

Bradykardie, AV-Block II. oder III. Grades

i.v. Gabe von Parasympatholytika (z.B. Atropin) oder Sympathomimetika

(z.B. Orciprenalin), ggf. temporäre Schrittmachertherapie,

Zeichen einer Herzinsuffizienz

Rekompensation durch i.v. Gabe von Herzglykosiden, Diuretika, ggf.

Katecholamine (z.B. Dopamin, Dobutamin),

Herz-Kreislauf-Stillstand

Externe Herzmassage, künstliche Beatmung, EKG-Überwachung, ggf.

Schrittmachertherapie oder Defibrillation.

Sekundäre Giftelimination:

Kontinuierliche Membran-Plasmaseparation mittels Plasmapherese mit

Humanalbumin.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Selektive Calciumkanalblocker mit direkter

kardialer Wirkung/ gewonnen aus Benzothiazepin

ATC-Code: C08DB01: kardiovaskuläres System

Diltiazemhydrochlorid gehört zu der Gruppe der Calciumantagonisten. Diese

Substanzen haben eine hemmende Wirkung auf den Calciumeinstrom durch

Zellmembranen. Diltiazemhydrochlorid wirkt als Calciumantagonist an der

glatten Muskulatur, insbesondere im Bereich der Gefäße. Diltiazemhydrochlorid

verursacht infolge der Vasodilatation eine Abnahme des totalen peripheren

Widerstandes, wodurch die Nachlast des Herzens verringert wird (Afterload-

Senkung). Es kommt zu einer Blutdrucksenkung. Diltiazemhydrochlorid hat als

Calciumantagonist auch einen deutlichen Effekt auf das Myokard. In

therapeutischen Dosierungen hat Diltiazemhydrochlorid eine direkt negativ

chronotrope Herzwirkung, so dass ein reflektorischer Frequenzanstieg

gehemmt wird. Auch verzögert Diltiazemhydrochlorid die atrioventrikuläre

Erregungsüberleitung. Im Bereich des Arbeitsmyokards kann es zu einem

negativ inotropen Effekt kommen.

Bei Menschen

Diltiazem steigert die koronare Durchblutung durch Verringerung des

Widerstandes.

Aufgrund seiner mäßigen bradykardisierenden Wirkung und der mäßigen

Verringerung des systemischen arteriellen Widerstandes reduziert Diltiazem die

Arbeit des Herzens.

Eine negative inotrope Wirkung bei einem gesunden Herzmuskel konnte nicht

nachgewiesen werden. Diltiazem verlangsamt die Herzfrequenz in geringem

Maße und kann eine dämpfende Wirkung auf einen pathologischen

Sinusknoten haben. Es verzögert die atrioventrikuläre Leitung mitdem Risiko

eines atrioventrikulärem Blocks. Diltiazem hat keine Wirkung auf das His-

Bündel

Die klinische Wirksamkeit von Diltiazem wurde in kontrollierten Studien

hinsichtlich aller Formen einer Angina nachgewiesen.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach oraler Applikation wird Diltiazemhydrochlorid zu 80-90% aus dem

Gastrointestinaltrakt resorbiert. Diltiazemhydrochlorid unterliegt einem

ausgeprägten "first pass" Metabolismus, so dass die systemische Verfügbarkeit

nur bei etwa 40% liegt. Maximale Plasmakonzentrationen von

Diltiazemhydrochlorid werden bei oraler Gabe nach 3-4 Stunden erreicht. Das

Verteilungsvolumen von Diltiazemhydrochlorid beträgt ca. 5 l/kg KG. Die

Plasmaproteinbindung liegt bei 70-85%, wobei 35-40% an Albumin gebunden

sind.

Für Diltiazemhydrochlorid, das nahezu vollständig in der Leber metabolisiert

wird, wurden folgende Biotransformationswege nachgewiesen:

Desacetylierung zum primären Metaboliten,

oxidative O- und N-Demethylierungen,

Konjugation der phenolischen Metaboliten.

Im Vergleich zur unveränderten Substanz zeigen die primären Metaboliten N-

Desmethyldiltiazem und Desacetyldiltiazem eine abgeschwächte

pharmakologische Wirkung, etwa 20% bzw. etwa 25-50% der Wirksamkeit des

Diltiazemhydrochlorids. Die weiteren Metabolite sind pharmakologisch inaktiv.

Bei Vorliegen von Leberfunktionsstörungen ist mit einer verzögerten

Metabolisierung zu rechnen. Diltiazemhydrochlorid wird in Form seiner

konjugierten Metabolite zu etwa 70% und in unmetabolisierter Form zu weniger

als 4% über die Nieren ausgeschieden, der Rest wird über die Faeces

eliminiert.

Die Eliminationshalbwertszeit von Diltiazemhydrochlorid beträgt im Durchschnitt

6 Stunden, kann jedoch im Bereich von 2-11 Stunden variieren. Die

Eliminationshalbwertszeit von Diltiazemhydrochlorid kann insbesondere bei

älteren Patienten und bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen verlängert

sein.

Bei wiederholter Applikation zeigt Diltiazemhydrochlorid wie auch der Metabolit

Desacetyldiltiazem eine geringfügige Kumulation im Plasma.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Ausführliche Untersuchungen zur Mutagenität an In-vivo- und In-vitro-Systemen

sowie in vivo zur Kanzerogenität verliefen negativ.

Diltiazemhydrochlorid hatte bei Mäusen, Ratten und Kaninchen embryoletale

und teratogene Wirkungen (Fehlbildungen der Wirbelsäule und der

Extremitäten) und beeinträchtigte bei Ratten die Fertilität. Zusätzlich wurden bei

Ratten nach i.p. Verabreichung hoher Dosen eine geringe Inzidenz

kardiovaskulärer Defekte festgestellt. Die Verabreichung am Ende der

Trächtigkeit führte bei Ratten zu Dystokie und einer erhöhten perinatalen

Sterblichkeit der Nachkommen.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Diltiazem Ethypharm 90 mg

Cetylalkohol (Ph.Eur.), Dibutyldecandioat, Ethylcellulose, Gelatine, Maisstärke,

Povidon K30, Sucrose, Talkum, Gereinigtes Wasser, Zuckerpellets (Sucrose,

Maisstärke),Titandioxid (E 171).

Diltiazem Ethypharm 120 mg

Cetylalkohol (Ph.Eur.), Dibutyldecandioat, Ethylcellulose, Gelatine, Povidon

K30, Sucrose, Talkum, Gereinigtes Wasser, Zuckerpellets (Sucrose,

Maisstärke), Erythrosin (E 127), Indigocarmin (E 132), Titandioxid (E 171).

Diltiazem Ethypharm 180 mg

Cetylalkohol (Ph.Eur.), Dibutyldecandioat, Ethylcellulose, Gelatine, Povidon

K30, Sucrose, Talkum, Gereinigtes Wasser, Zuckerpellets (Sucrose,

Maisstärke), Eisen(III)-oxid (E 172), Erythrosin (E 127), Indigocarmin (E132),

Titandioxid (E 171).

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über +30°C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu

schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

AL/PVC-Folie

Originalpackung mit 30, 50 und 100 Hartkapseln, retardiert.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. Inhaber der Zulassung

ETHYPHARM

194 Bureaux de la Colline, Bâtiment D

92213 Saint Cloud cedex

Frankreich

Tel: +33 (0)1 41 12 17 20

Fax:+33 (0)1 41 12 17 30

Mitvertrieb:

ETHYPHARM GmbH

Mittelstraße 5/5a

12529 Schönefeld

Deutschland

Tel: +49 (0) 30 634 99 393

Fax:+ 49 (0) 30 634 99 395

8. Zulassungsnummern

33144.00.00

33144.01.00

33144.02.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Diltiazem Ethypharm 90 mg

24.01.1995/27.09.2001

Diltiazem Ethypharm 120 mg

Diltiazem Ethypharm 180 mg

24.01.1995/15.08.2006

10. Stand der Information

Juli 2019

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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