Dihydergot Nasalspray

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

05-02-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

05-02-2018

Wirkstoff:
dihydroergotamini mesilas
Verfügbar ab:
Pro Farma AG
ATC-Code:
N02CA01
INN (Internationale Bezeichnung):
dihydroergotamini mesilas
Darreichungsform:
Nasalspray
Zusammensetzung:
dihydroergotamini mesilas 4 mg, coffeinum 10 mg, excipiens ad solutionem pro 1 ml.
Therapiegruppe:
Synthetika human
Therapiebereich:
Therapie akuter Anfälle klassischer Migräne
Zulassungsnummer:
49603
Berechtigungsdatum:
1989-08-03

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

06-02-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

06-02-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

05-02-2018

Patienteninformation

Transferiert von RECORDATI SA

Dihydergot® Nasalspray

Recordati AG

Was ist Dihydergot Nasalspray und wann wird er angewendet?

Dihydergot Nasalspray wird auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin angewendet. Dihydergot

Nasalspray stellt eine Möglichkeit dar, akute Migräneanfälle zu behandeln. Der Wirkstoff

Dihydroergotamin wird damit in die Nasenöffnungen gesprüht. Dihydroergotamin gelangt rasch zu

den Kopfblutgefässen und wirkt dort der schmerzauslösenden Erweiterung dieser Blutgefässe

entgegen.

Der Nasalspray wird nur für die Behandlung und nicht zur Vorbeugung von Migräneanfällen

verwendet.

Was sollte dazu beachtet werden?

Wenn der Spraybehälter gebrauchsfertig ist (vgl. Gebrauchsanweisung für die Handhabung des

Dihydergot Nasalsprays), ist er innerhalb von 8 Stunden zu verwenden.

Wann darf Dihydergot Nasalspray nicht angewendet werden?

Der Nasalspray darf nicht angewendet werden

- bei Überempfindlichkeit auf die Wirksubstanz Dihydroergotamin (Mutterkornalkaloid) oder einen

anderen Inhaltsstoff

- bei schweren Leberfunktionsstörungen

- bei Schwangerschaft und während der Stillzeit

- bei ungenügend kontrolliertem Blutdruck oder anderen Herz- und Kreislaufkrankheiten

- bei Gefässerkrankungen inklusive Raynaud-Syndrom

- bei Blutvergiftungen

- bei Schockzuständen

- zur vorbeugenden Behandlung der Migräne

- bei gleichzeitiger Anwendung von gewissen anderen Migränemitteln wie beispielsweise

Sumatriptan.

Im Zweifelsfalle müssen Sie unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder

Apothekerin um Rat fragen.

Weil keine Erfahrungen vorliegen soll Dihydergot Nasalspray bei Kindern und Jugendlichen unter

16 Jahren nicht verwendet werden. Bei Patienten und Patientinnen über 65 Jahren liegen wenige

Erfahrungen vor.

Wann ist bei der Anwendung von Dihydergot Nasalspray Vorsicht geboten?

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit Werkzeuge

oder Maschinen zu bedienen beeinträchtigen.

Vor allem nach Einnahme höherer Dosen von Dihydergot kann durch die Wirkungen auf

Blutkreislauf und Herz (z.B. beschleunigter Puls) und auf das Nervensystem (z.B. Unruhe) das

Reaktionsvermögen, z.B. im Strassenverkehr und beim Bedienen von Maschinen, beeinträchtigt sein.

Patienten und Patientinnen die unter Schwindel oder Störungen des Zentralnervensystems (inkl.

Sehstörungen) leiden, sollten keine Motorfahrzeuge führen oder Maschinen bedienen.

In folgenden Fällen sollten Sie vor der Anwendung des Nasalsprays Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin um

Rat fragen:

Einnahme von anderen mutterkornalkaloidhaltigen Präparaten, Antibiotika, Mittel gegen

Pilzerkrankungen, Cimetidin oder Grapefruitsaft

bei leichten bis mittleren Leberfunktionsstörungen

bei schweren Nierenerkrankungen

wenn Sie rauchen

wenn Sie an Rhinitis, allergischer Rhinitis, Nasenverstopfung leiden.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Medikamente (auch selbstgekaufte!) einnehmen

oder äusserlich anwenden.

Müssen Sie wegen ungenügender Besserung des Migräneanfalls einen Arzt oder eine Ärztin

aufsuchen, teilen Sie ihm/ihr unbedingt mit, dass Sie Dihydergot Nasalspray verwendet haben, und

dass innerhalb von 24 Stunden eine Anwendung von ähnlichen Wirkstoffen (Dihydroergotamin,

Ergotamin, und gewisse andere Migränemittel wie beispielsweise Sumatriptan) zu vermeiden ist.

Darf Dihydergot Nasalspray während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet

werden?

Während der Schwangerschaft und in der Stillzeit darf Dihydergot Nasalspray nicht angewendet

werden. Teilen Sie Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mit, falls Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft

planen oder stillen.

Wie verwenden Sie den Dihydergot Nasalspray?

Beim ersten Anzeichen eines Migräneanfalls ist in jede Nasenöffnung 1 Sprühstoss (= 0,5 mg

Dihydroergotamin-Mesilat) abzugeben. Nach frühestens 15 Minuten kann eine zusätzliche Dosis von

1 bis 2 Sprühstössen verabreicht werden, wenn sich Ihr Befinden nicht hinreichend gebessert hat.

Zur Behandlung des ersten Migräneanfalls dürfen Sie somit maximal 4 Sprühstösse abgeben. Diese 4

Sprühstösse à 0,5 mg Dihydroergotamin-Mesilat sind mit der vorliegenden Packung garantiert.

Erst nach einem behandlungsfreien Intervall von mindestens 24 Stunden dürfen Sie mit zwei bis vier

zusätzlichen Sprühstössen, respektive einer neuen Packung, einen weiteren Migräneanfall behandeln.

Die maximale Dosis pro Tag beträgt 4 Sprühstösse (= 2 mg Dihydroergotamin-Mesilat). Pro Woche

beträgt die Maximaldosis 16 Sprühstösse (= 8 mg Dihydroergotamin-Mesilat).

Die Sicherheit und Wirksamheit bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren und bei Patienten

über 65 Jahren wurde bisher nicht geprüft.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin

oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Dihydergot Nasalspray haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Dihydergot Nasalspray auftreten:

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Nasenbluten, Hitzegefühl, Schläfrigkeit, Muskelschmerzen und –

krämpfe, oder lokale Reaktionen wie Veränderung des Geschmackssinns, triefende oder verstopfte

Nase können auftreten.

Selten sind Empfindungslosigkeit oder Kribbeln in den Fingern oder Zehen, Schmerzen in der Brust,

allergische Hautreaktionen (Schwellung im Gesicht, Juckreiz, Ausschlag). Bei zu hoher Dosierung

über längere Zeit kann durch Gefässkrämpfe (vor allem in den Beinen), welche sich als Kribbeln,

Empfindungslosigkeit oder Schmerzen äussern, auch Wundbrand (Gangrän) auftreten. Kontaktieren

Sie sofort Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wenn Sie solche Empfindungsstörungen feststellen.

Im Zusammenhang mit Tabletten oder Tropfen mit Dihydroergotamin wurden bei nicht

bestimmungsgemässer, mehrjähriger Anwendung in hohen Dosen bei einzelnen Patienten

Bindegewebsveränderungen im Sinne von Bindegewebsverdickungen (Fibrosen) insbesondere des

Lungenfells (Pleura) (mit den klinischen Zeichen von z.B. Hustenreiz in Verbindung mit Atemnot)

und des Bindegewebes, des Bauchfells (Retroperitonealraum) (z.B. mit Rückenschmerzen und

Problemen beim Wasserlassen) sowie Verdickungen der Herzklappen beobachtet. Für die

Anwendung des Nasalsprays liegen bis heute keine derartigen Beobachtungen vor.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Arzneimittel sollen für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Dihydergot Nasalspray soll nicht über 25 °C aufbewahrt werden und darf nicht einfrieren.

Geöffnetes Fläschchen nicht länger als 8 Stunden verwenden.

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Dihydergot Nasalspray enthalten?

1 ml enthält: Wirkstoff: Dihydroergotamin-Mesilat 4 mg, Hilfsstoffe: Coffein 10 mg sowie weitere

Hilfsstoffe.

Jeder Sprühstoss entspricht einer Dosis von 125 Microliter Lösung oder 0,5 mg Dihydroergotamin-

Mesilat.

Zulassungsnummer

49603 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Dihydergot Nasalspray? Welche Packungen sind erhältlich?

Dihydergot Nasalspray ist in Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung erhältlich.

Eine Packung enthält eine Sprayvorrichtung sowie ein Fläschchen.

Zulassungsinhaberin

Recordati AG, 6340 Baar.

Diese Packungsbeilage wurde im November 2008 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Gebrauchsanweisung

Der Spray darf erst vorbereitet werden, wenn Sie einen Migräneanfall spüren.

1. Die Lasche des blauen Verschlusses langsam hochheben und zurückbiegen, bis der Gummistopfen

sichtbar wird. Der blaue Verschluss darf nicht vom Metallhals abgerissen werden.

2. Den ganzen Verschluss und den Metallhals zusammen abziehen. Wenn der blaue Verschluss

abbricht, muss der Metallhals sehr sorgfältig entfernt werden. Die Enden des Metallhalses können

scharf sein, bitte seien Sie vorsichtig.

3. Das Fläschchen fest in der Hand halten und den Gummistopfen vorsichtig entfernen.

4. Die Sprayvorrichtung in die Hand nehmen und die durchsichtige Plastikkappe vorsichtig von der

Einheit entfernen.

5. Die Sprayvorrichtung in das offene Fläschchen einführen und im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag

drehen.

6. Das Fläschchen aufrecht halten und die blaue Schutzkappe sorgfältig von der Spitze der

Sprayvorrichtung entfernen.

7. Damit die Flüssigkeit korrekt gesprüht werden kann, muss die Sprayvorrichtung vor der ersten

Anwendung betriebsbereit gemacht werden (Aktivierung). Dazu den Spray aufrecht halten und die

Pumpe kräftig 4mal herunterdrücken. Dadurch wird die in der Sprühvorrichtung enthaltene Luft

entfernt. Seien Sie nicht beunruhigt, wenn dabei eine kleine Menge Flüssigkeit entweicht; dies ist

normal.

8. Neigen Sie Ihren Kopf leicht nach vorne und führen Sie die Sprayspitze in ein Nasenloch ein.

Halten Sie den Spray aufrecht, wie in der Abbildung gezeigt wird. Drücken Sie die Pumpvorrichtung

einmal fest herunter, um die Flüssigkeit zu versprühen. Dann führen Sie die Sprayspitze in das

andere Nasenloch ein und drücken noch einmal stark herunter. Danach mehrere Male fest durch die

Nase einatmen, um zu verhindern, dass die Flüssigkeit aus der Nase austritt. Die Nase darf

unmittelbar nach der Anwendung nicht geschneutzt werden.

Um den Spray aufzubewahren, muss die blaue Schutzkappe wieder aufgesetzt werden.

Sofern notwendig, kann frühestens nach 15 Minuten eine weitere Dosis in eines, oder beide

Nasenlöcher gesprüht werden. Eine erneute Aktivierung des Sprays (vgl. Punkt 7) ist nicht

notwendig.

Der einmal vorbereitete Spray darf nur während 8 Stunden gebraucht werden.

Eine kleine Menge Flüssigkeit kann im Fläschchen zurückbleiben; dies ist normal. Restflüssigkeit

sowie alle Teile des Sprays können dem Kehricht zugeführt werden. Bitte seien Sie vorsichtig, denn

einzelne Teile sind scharf und könnten Verletzungen verursachen.

Fachinformation

Transferiert von RECORDATI SA

Dihydergot® Nasalspray

Recordati AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Dihydroergotamini mesilas.

Hilfsstoff: Coffeinum, Excip. ad sol.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Lösung zu 4 mg/ml.

Jeder Sprühstoss entspricht einer Dosis von 125 µl Lösung oder 0,5 mg Dihydroergotamin mesilat.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Behandlung akuter Migräneanfälle mit oder ohne Aura.

Keine Wirksamkeit wurde bei «Cluster Headache» nachgewiesen. Es liegen keine klinischen

Untersuchungen über die Wirksamkeit des Dihydergot Nasalsprays bei den seltenen Migräneformen

(ophthalmoplegische oder basiläre Migräne) vor.

Dosierung/Anwendung

Beim ersten Anzeichen eines Migräneanfalls 0,5 mg (1 Sprühstoss) in jede Nasenöffnung. Eine

zusätzliche Dosis von 1 Sprühstoss in eine oder beide Nasenöffnungen kann frühestens nach 15 min

verabreicht werden, wenn sich der Zustand nicht hinreichend verbessert hat.

Die folgenden Anwendungseinschränkungen sind zu befolgen: (s. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Die Maximaldosis zur Behandlung eines Migräneanfalls beträgt 2 mg/24 h (4 Sprühstösse, diese

werden durch eine Packung gewährleistet) und eine wöchentliche Maximaldosis von 8 mg (= 16

Sprühstösse).

–Wenn eine zusätzliche Migränemedikation erforderlich ist, sind parenterales Dihydroergotamin,

ergotaminhaltige Präparate, Sumatriptan oder andere selektive vaskuläre 5-HT1-Rezeptor-Agonisten

zu vermeiden.

–Nach einer Behandlung eines Migräneanfalls mit Dihydergot Nasalspray sollte ein

behandlungsfreies Intervall von mindestens 24 h eingehalten werden, bevor ein weiterer Anfall mit

Dihydergot Nasalspray, Dihydergot Injektionen oder mit einem anderen ergotaminhaltigen Präparat

oder mit Sumatriptan bzw. einem anderen 5 HT1-Rezeptor-Agonisten behandelt wird.

–Nach einer Anwendung von Sumatriptan oder anderen 5-HT1-Agonisten sollte Dihydergot

Nasalspray erst 6 h später angewendet werden.

Der gebrauchsfertige Nasalspray sollte nach der Behandlung eines einzelnen Migräne-Anfalls

entsorgt werden.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern unter 16 Jahren und bei Patienten über 65 Jahren wurde

nicht ermittelt.

Hinweis: Empfehlungen für die Handhabung des Nasalsprays siehe «Patienteninformation» sowie

die entsprechenden Abbildungen.

Kontraindikationen

Bekannte Überempfindlichkeit auf Mutterkornalkaloide oder auf einen der Inhaltsstoffe;

Schwangerschaft und Stillzeit (s. «Schwangerschaft/Stillzeit»); hemiplegische oder basilare Migräne,

schwere Leberfunktionsstörung, Zustände, die auf vasospastische Reaktionen anfällig machen:

Koronarkrankheiten (insbesondere instabile Angina und Ruheangina), Arteriitis temporalis,

ungenügend kontrollierte Hypertonie, Sepsis, Schock, obliterierende Gefässerkrankungen wie

Raynaud's Syndrom, Vorgeschichte mit transitorischem ischämischem Infarkt oder Hirnverletzung.

Gleichzeitige Behandlung mit vasokonstriktiven Wirkstoffen (inkl. Ergotalkaloide, Sumatriptan und

andere 5-HT1-Rezeptor-Agonisten [s. «Interaktionen»]).

Gleichzeitige Behandlung mit potenten CYP3A-Inhibitoren (Makrolid Antibiotika, HIV-Protease-

Inhibitoren, reversen Transkriptase-Inhibitoren, Azolantimykotika, [s. «Interaktionen»]).

Dihydergot Nasalspray darf nicht langdauernd oder prophylaktisch angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Lösung im Fläschchen wurde speziell zur intranasalen Anwendung entwickelt und darf nicht

injiziert werden.

Dihydergot Nasalspray ist nur indiziert für die Behandlung und nicht zur Vorbeugung von akuten

Migräneanfällen

Die kontinuierliche tägliche Anwendung des Dihydergot Nasalsprays oder die Überschreitung der

empfohlenen Dosen ist aufgrund des Risikos von Gefässspasmen zu vermeiden. Patienten, die mit

dem Nasalspray behandelt werden, sollen über die zulässigen Maximaldosen und über die ersten

Anzeichen einer Überdosierung: Parästhesien (z.B. Empfindungslosigkeit, Kribbeln) in den Fingern

und Zehen, nicht migränebedingte Übelkeit und Erbrechen, Symptome von myokardialen Ischämien

(z.B. Präkordialschmerzen) informiert werden. Beim Auftreten erster Anzeichen einer

Überdosierung ist die Behandlung abzubrechen und unverzüglich der behandelnde Arzt zu

konsultieren.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Rhinitis, Nasenverstopfung und allergischer Rhinitis. Patienten

mit einer Vorgeschichte von fibrotischen Störungen, wie retroperitoneale und pleurale Fibrose,

müssen sorgfältig überwacht werden.

Vorsicht ist angezeigt, wenn Dihydergot Patienten mit schwerer Nierenerkrankung, die nicht

dialysiert werden, verabreicht wird; unter Umständen ist die Dosierung zu reduzieren. Nach i.m.-

Applikation werden ca. 6% über den Urin ausgeschieden, nach nasaler Applikation ca. 1,5%.

Patienten mit leichter bis mittelschwerer Lebererkrankung, speziell cholestatische Patienten, sollen in

geeigneter Weise überwacht werden.

Dihydergot Nasalspray sollte bei gleichzeitiger Verabreichung gewisser Cytochrom-P450-

Inhibitoren nicht angewendet werden (Risiko von Ergotismus, s. «Interaktionen»).

Interaktionen

Die gleichzeitige Anwendung von potenten Inhibitoren des Cytochrom-P450 3A (CYP3A) wie

Makrolid-Antibiotika (wie Erythromycin, Troleandomycin, Claritromycin, Telithromycin),

Azolantimykotika (wie Ketoconazol, Itraconazol, Voriconazol), Quinupristin-Dalfopristin,

Nefazodone, HIV-Protease-Inhibitoren oder Reversen Transkriptase-Inhibitoren (wie Ritonavir,

Indinavir, Nelfinavir, Delavirdin) oder Efavirenz mit Dihydergot Nasalspray ist kontraindiziert (s.

«Kontraindikationen»), da dies zu einer erhöhten Exposition mit Dihydroergotamin und dadurch zu

Ergotoxizität (Vasospasmen, Ischämie der Extremitäten und anderer Gewebe) führen kann. Die

gleichzeitige Anwendung von CYP3A-Inhibitoren wie Cimetidin oder Grapefruitsaft mit Dihydergot

Nasalspray sollte vermieden werden (s. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Dihydroergotamin ist ein CYP3A-Inhibitor. Mit anderen P450 Isoenzymen sind keine

pharmakokinetischen Interaktionen bekannt.

Die gleichzeitige Anwendung gefässverengender Mittel einschliesslich Ergotalkaloide, Triptane (z.B.

Sumatriptan, Naratriptan, Zolmitriptan, Eletriptan, Almotriptan und Frovatriptan) 5-HT1-Rezeptor-

Agonisten und Nikotin (z.B. schweres Rauchen) ist kontraindiziert, da dies vermehrt zu einer

Vasokonstriktion führen kann (s. «Kontraindikationen»).

Obschon die Kombination von Beta-adrenorezeptorenblockierenden Mitteln (z.B. Propranolol) und

Dihydergot im Allgemeinen gut vertragen wird, ist bei Patienten mit peripherer Zirkulationsstörung

Vorsicht angezeigt.

Dihydroergotamin verringert die Wirkung von Glyceroltrinitrat.

Schwangerschaft/Stillzeit

Dihydergot Nasalspray ist kontraindiziert während der Schwangerschaft, weil Dihydergotamin

oxytoxische und vasokonstriktive Wirkungen auf die Plazenta und die Nabelschnur ausübt und somit

für den Fötus gefährlich sein kann.

Dihydergotamin tritt wahrscheinlich in die Muttermilch über. Dihydergot Nasalspray ist deshalb bei

stillenden Frauen kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Vor allem bei höherer Dosierung kann Dihydergot über seine Wirkungen auf den Kreislauf (z.B.

Tachykardie) und auf das Zentralnervensystem (z.B. Unruhe) das Reaktionsvermögen, z.B. im

Strassenverkehr und beim Bedienen von Maschinen, beeinträchtigen.

Patienten die nach Anwendung von Dihydergot Nasalspray unter Schwindel oder Störungen des

Zentralnervensystems, inkl. visueller Störungen leiden, sollten keine Motorfahrzeuge führen oder

Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Die meist berichteten Nebenwirkungen sind Rhinitis, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen,

veränderte Geschmackswahrnehmung, Pharyngitis, dosisabhängige Reaktionen an der

Applikationsstelle wie laufende oder verstopfte Nase, Durchfall, Schwindel und Hitzegefühl.

Häufigkeiten

«Sehr häufig» (>1/10), «häufig» (>1/100, <1/10), «gelegentlich» (>1/1000, <1/100), «selten»

(<1/1000), «sehr selten» (<1/10'000).

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen wie Exanthem, Gesichtsödem, Urticaria, Dyspnoe.

Nervensystem

Gelegentlich: Parästhesien (z.B. Gefühllosigkeit, Kribbeln) in den Fingern und Zehen, Hypoästhesie,

Schwindelgefühle, veränderter Geschmacksinn.

Herz

Besonders bei hohen Dosen können Angina pectoris und Herzrhythmusstörungen (Tachy- oder

Bradykardie) auftreten.

Selten: Symptome myokardialer Ischämien.

Gefässe

Besonders bei hohen Dosen können arterielle Durchblutungsstörungen (z.B. Extremitätenischämien

u.a.), Arterienspasmen und Gangrän in den unteren Extremitäten auftreten.

Selten: In seltenen Fällen kann es bei der Einnahme hoher Dosen über längere Zeit zu

Gefässspasmen, vorwiegend in den unteren Extremitäten, kommen.

Werden Anzeichen von Gefässspasmen beobachtet, sollte Dihydergot Nasalspray abgesetzt und die

Behandlung mit einem peripheren Vasodilatator aufgenommen werden (s. «Überdosierung»).

Bei einigen Patienten, die Dihydroergotamin kontinuierlich über Jahre per os eingenommen haben,

wurden fibrotische Veränderungen der Pleura (mit den klinischen Zeichen von z.B. Hustenreiz in

Verbindung mit Atemnot) und des Retroperitonealraums (z.B. mit Rückenschmerzen und Problemen

beim Wasserlassen) sowie Verdickungen der Herzklappen (klinisch ähnlich den chronisch

rheumatischen Veränderungen der Klappen) beobachtet. Für die Anwendung des Nasalsprays liegen

bis heute keine derartigen Beobachtungen von.

Atmungsorgane

Dyspnoe.

Gelegentlich: Rhinitis, dosisabhängige Reaktionen an der Applikationsstelle wie laufende und

verstopfte Nase, Nasenbluten, Hitzegefühl.

Selten: Pharyngitis.

Gastrointestinale Störungen

Gelegentlich: Übelkeit, Erbrechen.

Selten: Diarrhöe.

Muskelskelettsystem

Gelegentlich: Muskelschmerzen und -spasmen.

Reaktionen an der Applikationsstelle und allgemeine Reaktionen

Gelegentlich: Reaktionen an der Applikationsstelle.

Selten: Brustschmerz.

Überdosierung

Es sind keine Fälle von Überdosierung mit Dihydergot Nasalspray bekannt. Es ist jedoch

anzunehmen, dass die Symptome ähnlich jenen wären, die nach einer zu hohen oralen Dosis

beobachtet worden sind, d.h. Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Tachykardie, Schwindel,

periphere Anzeichen und Symptome von Gefässspasmen (z.B. Empfindungslosigkeit, Kribbeln und

Schmerzen in den Extremitäten), Symptome myokardialer Ischämien, Koma.

Es sollte beachtet werden, dass die Symptome von Vasospasmen mit einer Verzögerung von bis zu

24 h nach Anwendung auftreten können.

Behandlung: Nach Absetzen des Arzneimittels symptomatische Behandlung unter strenger

Überwachung des Herzkreislaufs.

Bei schweren vasospastischen Reaktionen empfehlen sich die intravenöse Verabreichung eines

peripheren Vasodilatators wie Nitroprussid, Phentolamin oder Dihydralazin, die lokale Applikation

von Wärme auf den befallenen Bezirk und Pflegemassnahmen zur Verhütung einer Gewebsläsion.

Bei Verengung der Herzkranzgefässe ist eine geeignete Behandlung z.B. mit Nitroglycerin

aufzunehmen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N02CA01

Wirkungsmechanismus

Dihydroergotamin zeigt eine mässige bis starke Affinität zu verschiedenen Unterarten von

Serotoninrezeptoren. Es entfaltet eine potente agonistische Wirkung am 5-HT1D-Rezeptor, welche

wahrscheinlich seiner Antimigränewirkung zugrundeliegt. Diese agonistische Wirkung erzeugt eine

Abnahme der 5-HT-Neuronenfunktion und beeinflusst dadurch Elemente des kranialen

Gefässsystems und/oder verhindert die neurogene Entzündung und die daraus resultierende

Stimulation von Nozizeptoren. Im Vergleich zu Ergotamin ist Dihydroergotamin potenter

hinsichtlich seiner Alpha-adrenorezeptorenblockierenden Wirkungen und weniger potent hinsichtlich

der Erzeugung einer systemischen Vasokonstriktion, welche über den 5-HT2A-Rezeptor vermittelt

wird.

Nach intranasaler Verabreichung von Dihydergot erfolgt ein rascher Wirkungseintritt. Bei akuten

Migräneanfällen leichten bis schweren Grades lindert Dihydergot Nasalspray die Kopfschmerzen

und deren Symptome wie Phonophobie und/oder Photophobie.

Pharmakokinetik

Absorption

Intranasal verabreichtes Dihydroergotamin wird rasch resorbiert (tmax = ca. 45 min). Das Coffein im

Nasalspray dient lediglich der Verbesserung der Löslichkeit und Stabilität des Wirkstoffes, hat

jedoch keinen Einfluss auf die Resorption. Im Vergleich enthält eine mittlere Tasse Kaffee zwischen

40 und 50 mg Coffein.

Im Vergleich zur i.m. Applikation beträgt die Bioverfügbarkeit bei intranasaler Applikation etwa 30–

40%.

Distribution

Dihydroergotamin wird zu 93% an Plasmaproteine gebunden. Sein scheinbares Verteilungsvolumen

im Gleichgewichtszustand beträgt ca. 800 l.

Metabolismus

70–80% der Plasmakonzentration sind unveränderter Wirkstoff, was auf dessen geringeren

Metabolismus gegenüber der oralen Anwendung hinweist.

Elimination

Die Gesamtkörper-Clearance ist etwa 1,5 l/min, wobei die Leber-Clearance im Vordergrund steht.

Die Plasmaelimination verläuft biphasisch mit einer Halbwertszeit von 1,5 h in der Alpha- und 15 h

in der Beta-Phase.

Die Hauptausscheidung erfolgt über die Galle in die Fäzes. Bei intranasaler Gabe liegt die

Ausscheidung von unverändertem Wirkstoff und Metaboliten im Urin bei ca. 3%.

Präklinische Daten

Karzinogenese

Das krebserzeugende Potential von Dihydroergotamin mesilat wurde nicht bestimmt.

Mutagenese

Dihydroergotamin mesilat war in zwei in vitro-Versuchen zur chromosomalen Abweichung

klastogen, im V79 Versuch mit Zellen des chinesischen Hamsters mit Leberaktivierung (durch

Zugabe von Rattenleber S9-Mix zu Zellkultur-Medium kann die Möglichkeit abgeklärt werden, ob

die Test-Substanz nach metabolischer Aktivierung mutagen ist) und im Versuch mit gezüchteten

menschlichen Lymphozyten des peripheren Blutes. Es gab kein Zeichen eines mutagenen Potentials,

wenn Dihydroergotamin mesilat in Anwesenheit oder Abwesenheit der Leberaktivierung in zwei

Genmutationsversuchen (AMES-Test und in vitro-Test mit Säugetierzellen des chinesischen

Hamsters V79/HGPRT) und einem Versuch zur DNA-Schädigung (unplanmässiger Hepatozyten-

DNA-Synthese-Test bei der Ratte) getestet wurde. Dihydroergotamin war in den in vivo-

Micronukleus-Tests bei Mäusen und Hamstern nicht klastogen.

Fertilitätsbeeinträchtigung

Die Fertilitätsbeeinträchtigung wurde für die Injektion D.H.E. 45® USP (Dihydroergotamin mesilat)

nicht bestimmt. Bei Ratten, welche intranasale Dosen von Dihydergot Nasalspray bis zu 1,6 mg/d

erhalten haben (entsprechend mittleren Dihydroergotamin mesilat-Plasmaspiegeln [AUC] von 9 bis

11 mal höher als jene, welche bei Menschen nach der Verabreichung von 4 mg MRDD gesehen

werden), gab es keine Anzeichen einer Fertilitätsbeeinträchtigung.

Reproduktionstoxizität

In embryo-fötalen Entwicklungsstudien mit dem Dihydroergotamin mesilat Nasalspray, führte die

intranasale Verabreichung bei trächtigen Ratten während der Phase der Organogenese bei Dosen von

0,16 mg/d (in Verbindung mit mütterlichen Dihydroergotamin-Plasmaspiegeln [AUC] von ungefähr

0,4 bis 1,2 mal höher als jene, welche bei Menschen nach der Verabreichung von 4 mg MRDD

gesehen werden) oder grösser zu einer Verminderung des fötalen Körpergewichts und/oder der

Skelettknochenbildung. Für Ratten wurde der Plasmaspiegel, bei welchem sich keine embryo-fötale

Toxizität zeigte, nicht bestimmt. Eine verzögerte Skelettknochenbildung wurde ebenfalls nach

intranasaler Verabreichung von 3,6 mg/d während der Organogenese bei Föten von Kaninchen

festgestellt (mütterliche Plasmaspiegel ungefähr 7 mal höher als jene, welche beim Menschen nach

MRDD auftraten). Ein Plasmaspiegel ohne Auswirkung wurde nach 1,2 mg/d gesehen (mütterliche

Plasmaspiegel ungefähr 2,5 mal höher als jene, welche beim Menschen nach MRDD auftraten). Bei

Verabreichung von Dihydroergotamin mesilat Nasalspray wurde bei Dosen von 0,16 mg/d oder

grösser bei den Nachkommen eine Gewichtsverminderung und eine verminderte

Fortpflanzungsfunktion (verminderte Paarungsindices) festgestellt. Der Plasmaspiegel, bei dem sich

keine Auswirkungen zeigten, wurde nicht bestimmt. Auswirkungen auf die Entwicklung zeigten sich

in diesen Studien bei geringeren Dosen als jenen, welche zu signifikanter mütterlicher Toxizität

führten. Die Verzögerung des intrauterinen Wachstums, welche von Dihydroergotamin ausgelöst

wird, wurde einem verringerten uteroplazentären Blutfluss zugeschrieben, welcher die Folge einer

verlängerten Vasokonstriktion der uterinen Gefässe und/oder eines erhöhten myometrischen Tonus

ist.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Arzneimittel sollten für Kinder unerreichbar aufbewahrt werden.

Dihydergot Nasalspray soll nicht über 25 °C aufbewahrt werden und darf nicht einfrieren.

Geöffnete Fläschchen nicht länger als 8 h verwenden.

Zulassungsnummer

49603 (Swissmedic).

Packungen

Dihydergot Nasalspray zu 4 mg/ml: 1 ml. (B)

Zulassungsinhaberin

Recordati AG, 6340 Baar.

Stand der Information

Juli 2008.

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