Digimerck 0,25 mg - Ampullen

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

23-07-2014

Fachinformation Fachinformation (SPC)

23-07-2014

Wirkstoff:
DIGITOXIN
Verfügbar ab:
Merck Gesellschaft mbH
ATC-Code:
C01AA04
INN (Internationale Bezeichnung):
digitoxin
Einheiten im Paket:
5 x 1 ml, Laufzeit: 48 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Therapiegruppe:
Digitoxin
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
6805
Berechtigungsdatum:
1952-09-11

GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Digimerck 0,25 mg - Ampullen

Digitoxin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was sind Digimerck 0,25 mg - Ampullen und wofür werden sie angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Digimerck 0,25 mg - Ampullen beachten?

Wie sind Digimerck 0,25 mg - Ampullen anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie sind Digimerck 0,25 mg - Ampullen aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS SIND DIGIMERCK 0,25 MG - AMPULLEN UND WOFÜR WERDEN SIE

ANGEWENDET?

Digimerck ist ein Herzglykosid und beeinflusst Schlagkraft, Schlagfrequenz, Erregbarkeit und

Reizleitung des Herzens.

Digimerck 0,25 mg dient zur Behandlung verschiedener Formen der Herzleistungsschwäche

(manifeste chronische Herzinsuffizienz) und von bestimmten schnellen Herzrhythmusstörungen

(bestimmte supraventrikuläre tachykarde Arrhythmien insbesondere Vorhofflimmern).

2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER ANWENDUNG VON DIGIMERCK 0,25 MG -

AMPULLEN BEACHTEN?

Digimerck 0,25 mg darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Digitoxin, andere Herzglykoside oder einen der in Abschnitt 6

genannten sonstigen Bestandteile von Digimerck sind

wenn ein Verdacht auf Digitalisvergiftung besteht

bei langsamer – regelmäßiger oder unregelmäßiger – Herzschlagfolge (schwerer Bradykardie)

wenn Sie Rhythmusstörungen haben, die von den Herzkammern ausgehen (ventrikuläre

Tachykardie, ventrikuläre Fibrillation)

bei bestimmten Erregungsleitungsstörungen (AV- Block 2. und 3. Grades, außer bei

implantiertem Schrittmacher)

bei vorgesehener Elektrobehandlung des Herzens (Kardioversion)

(bei Verdacht auf) zusätzliche Nervenbahnen zwischen Herzvorhof und Herzkammer

(atrioventrikuläre Nervenbahnen) (z.B. WPW-Syndrom)

bei kurzdauernden Ohnmachtsanfällen durch Verminderung der Hirndurchblutung infolge eines

plötzlichen Blutdruckabfalls (Karotis-Sinus-Syndrom)

bei vermindertem Kaliumgehalt im Blut (Hypokaliämie)

bei erhöhtem Kalziumgehalt im Blut (Hyperkalzämie), oder vermindertem Magnesiumgehalt im

Blut (Hypomagnesiämie)

bei bestimmten Herzmuskelerkrankungen (hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie,

idiopathische hypertrophische Subaortenstenose)

bei Ausweitung der Brustkorbhauptschlagader (thorakales Aortenaneurysma)

wenn gleichzeitig Kalzium intravenös verabreicht wird

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Digimerck 0,25 mg verabreicht erhalten.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Digimerck 0,25 mg - Ampullen ist erforderlich,

wenn Sie in Ruhe einen deutlich verlangsamten Puls (Bradykardie) haben

wenn Sie einen erhöhten Kaliumgehalt im Blut (Hyperkaliämie) haben

bei älteren Patienten(> 60 Jahre, da diese empfindlicher auf Glykoside reagieren können)

wenn eine verminderte Ausscheidung von Digitoxin über die Nieren angenommen werden kann

wenn Sie an Schilddrüsenerkankungen leiden (Dosisreduktion bei Unterfunktion, Dosissteigerung

bei Überfunktion)

bei akutem Herzinfarkt

wenn Sie an akuter Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Cor pulmonale (vergrößertes

Rechtsherz) oder an zu niedrigem Sauerstoffgehalt des Blutes (Hypoxämie), aufgrund schwerer

Lungenerkrankungen oder einer Überblähung der Lunge mit Zerstörung der Lungenbläschen

(Emphysem) leiden

wenn Sie an einer chronisch einengenden Entzündung des Herzbeutels (chronisch konstriktive

Perikarditis) leiden

wenn Sie an einer Verengung der Herzklappen mit Wasseransammlung in der Lunge (reine

Mitralstenose mit Lungenödem) leiden

wenn Sie in den vorangegangenen 2 Wochen Herzglykoside erhalten haben, sollten Sie den Arzt

informieren. Hier kann eine verringerte Aufsättigungsdosierung nötig sein.

Wenn Sie an Erkrankungen des Säure-Basen- oder Elektrolytgleichgewichts leiden, besteht eine

erhöhte Glykosidempfindlichkeit.

Sollten Sie an einer der angeführten Erkrankungen oder Bedingungen leiden, melden Sie es Ihrem

Arzt, da die Glykosiddosis reduziert und eine sorgfältige Überwachung erfolgen muss.

Eine

Digitoxinvergiftung

manifestiert

sich

Arrhythmien

(Störungen

regelmäßigen

Herzschlagfolge), wobei diese Arrhythmien ähnlich denen sein können, für die das Arzneimittel

bestimmt

ist.

Besondere

Vorsicht

geboten

Vorhoftachykardie

variablem

AV-Block

(Herzfrequenzsteigerung,

Herzvorhöfen

ausgeht,

bestimmten

Erregungsleitungsstörungen), da der Rhythmus klinisch identisch zum Vorhofflimmern ist.

Abhängig von der klinischen Situation sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, um eine regelmäßige

Blutkontrolle zu veranlassen.

Dopingwarnhinweis:

Die Anwendung des Arzneimittels Digimerck 0,25 mg - Ampullen kann bei Dopingkontrollen zu

positiven Ergebnissen führen.

Anwendung von Digimerck 0,25 mg - Ampullen zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich

andere

Arzneimittel

eingenommen/angewendet

haben,

oder

beabsichtigen,

andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Die Möglichkeit einer Wechselwirkung steigt mit jedem zusätzlichen Arzneimittel, das Sie einnehmen

oder

anwenden.

Zweifelsfall

sollte

Arzt

eine

Kontrolle

Digitoxin-Serum-Spiegels

durchführen.

Die folgenden Arzneimittel steigern die Wirkung von Digitoxin:

Kalzium (darf nicht intravenös verabreicht werden): Steigerung der Digitoxintoxizität

Arzneimittel, die das Elektrolytgleichgewicht beeinflussen, wie harntreibende Mittel (Diuretika),

häufige Verwendung von Abführmitteln (Laxantien), Penicillin G, Amphotericin B (Arzneimittel

gegen Pilze), Carbenoxolon (Entzündungshemmer),

Lakritze, Corticosteroide

(Hormone), ACTH

(Hormon),

Salicylate

(schmerzstillende

entzündungshemmende

Medikamente),

Lithiumsalze

(Antidepressiva),

längere

Anwendung

Glukose-

Laevuloseinfusionen:

Steigerung

Digitalisvergiftung

aufgrund

einer

durch

Arzneimittel

hervorgerufenen

Hypokaliämie

Hypomagnesiämie (zu niedriger Kalium- bzw. Magnesiumgehalt im Blut).

Bestimmte

Antibiotika

(z.B.

Makrolide,

Tetrazykline),

bestimmte

Pilzmittel

(z.B.

Itraconazol),

Steroide (z.B. Prednisolon, Danazol), bestimmte Medikamente gegen Depressionen (z.B. Fluoxetin),

Proteaseinhibitoren

(z.B.

Indinavir,

Ritonavir),

Medikamente

für

Herz-Kreislauferkrankungen

(Kalziumantagonisten,

z.B.

Verapamil,

Nifedipin,

Diltiazem)

oder

Medikamente

gegen

Herzrhythmusstörungen

(Antiarrhythmika,

z.B.

Chinidin,

Amiodaron):

Anstieg

Digitoxinspiegels.

Antibiotika, die auf das Bakterium E. lentum wirken und die den Digitoxinabbau verhindern: Anstieg

des Digitoxinspiegels.

Bestimmte Medikamente gegen Bluthochdruck (Betablocker): Steigerung der bradykarden Wirkung

(Senkung der Herzfrequenz).

Medikamente

Muskelentspannung

(Suxamethoniumchlorid,

Pancuronium),

bestimmte

blutdrucksenkende Mittel (Reserpin), trizyklische Antidepressiva, Sympathomimetika, insbesondere

Ephedrin (Grippemittel), Phosphodiesterasehemmer, einschließlich Methylxanthine (z.B. Theophyllin,

Coffein): Begünstigung von Herzrhythmusstörungen.

Lithium bei bestehendem SA-Block (Erregungsleitungsstörung des Herzens): erhöhtes Risiko von

Überleitungsstörungen.

Die folgenden Arzneimittel können die Digitoxinwirkung abschwächen:

Arzneimittel,

Kaliumspiegel

erhöhen

(z.B.

Spironolacton,

Kaliumcanreoat,

Amilorid,

Triamteren, Kaliumsalze): Begünstigung von Herzrhythmusstörungen.

Aktivkohle,

aluminiumhaltige

Arzneimittel

Neutralisierung

Magensäure,

Lipidsenker

(Colestyramin,

Colestipol),

Kaolin-Pektin,

einige

aufquellende

Abführmittel:

Verminderung

Glykosidabsorption aufgrund der bindenden Wirkung oder der beschleunigten Ausscheidung. Man

sollte deshalb Digimerck zwei Stunden vor der Einnahme dieser Arzneimittel einnehmen.

Phenylbutazon

(Antirheumatikum),

Phenytoin

(Antiepileptikum),

Rifampicin

(Antibiotikum),

Rifabutin

(Medikament

Behandlung

Tuberkulose),

Spironolacton

(Arzneistoff,

Wirkung

Hormons

Aldosteron

hemmt),

Barbiturate

(Narkosemittel):

Verminderung

Serumdigitoxinspiegels.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn

schwanger

sind

oder

stillen,

oder

wenn

vermuten,

schwanger

sein,

oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft:

Die Erfahrungen mit therapeutischen Digitalisdosen während der Schwangerschaft haben bis jetzt

keine Hinweise auf eine Schädigung des Embryos oder Fötus ergeben.

Während der Schwangerschaft ist die Patientin besonders sorgfältig zu überwachen und auf eine

individuelle, bedarfsgerechte Dosierung zu achten. Während der letzten Wochen der Schwangerschaft

kann der Glykosidbedarf ansteigen. Nach der Geburt ist dagegen häufig die Dosis zu reduzieren. Nach

Überdosierung in der Schwangerschaft wurden Symptome einer Überdosierung beim Fötus berichtet.

Stillzeit:

Da Digitoxin in die Muttermilch übergeht, sollte zur Vorsicht abgestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Digitoxin hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

Digimerck 0,25 mg – Ampullen enthalten Glykol und Ethanol

Im Fall einer schnellen intravenösen Digitalistherapie bei Patienten mit Verdacht auf Azidose wird die

Kontrolle des Säure-Basen-Gleichgewichts empfohlen, da Glykol eine Azidose bewirken kann.

Dieses Arzneimittel enthält 11 Vol % Ethanol (Alkohol), d.h. bis zu 180 mg pro Dosis, entsprechend

4,4 ml Bier, 1,8 ml Wein pro Dosis. Gesundheitliches Risiko für Patienten, die unter Alkoholismus

leiden. Dies ist bei Schwangeren bzw. Stillenden sowie bei Kindern und Patienten mit erhöhtem

Risiko auf Grund einer Lebererkrankung oder Epilepsie zu berücksichtigen.

3.

WIE SIND DIGIMERCK 0,25 MG - AMPULLEN ANZUWENDEN?

Digimerck

0,25

Ampullen

dürfen

Arzt

angewendet

werden.

Wegen

engen

therapeutischen Breite von Digitoxin wird eine sorgfältige Überwachung während der Einstellphase

empfohlen.

Eine regelmäßige Kontrolle des klinischen Bildes bei gleichzeitigem Monitoring der Digitoxin-

Serumkonzentrationen ist zu empfehlen.

intravenöse

Anwendung

Digimerck

0,25

sollte

erfolgen,

wenn

schneller

Wirkungseintritt erwünscht oder eine orale Gabe nicht angezeigt ist.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

1. Behandlungstag: 1 - 2 Ampullen (entsprechend 0,25 mg – 0,5 mg Digitoxin/Tag)

2. und 3. Behandlungstag: je 1 Ampulle (entsprechend 0,25 mg Digitoxin/Tag)

ab 4. Behandlungstag: orale Langzeittherapie (0,05 mg – 0,1 mg Digitoxin/Tag)

Die Dosisangaben sind Richtwerte und im Einzelfall dem individuellen Glykosidbedarf anzupassen.

Ein erhöhter Glykosidbedarf besteht bei supraventrikulären tachykarden Arrhythmien (bestimmte

Herzrhythmusstörungen

Beschleunigung

Herzfrequenz)

Hyperthyreose

(Schilddrüsenüberfunktion),

verminderter

Glykosidbedarf

Hypothyreose

(Schilddrüsenunterfunktion),

oder

hypersensitivem

Karotis-Sinus-Syndrom

(kurzdauernde

Ohnmachtsanfälle

durch

Verminderung

Hirndurchblutung

infolge

eines

plötzlichen

Blutdruckabfalls).

Digimerck 0,25 mg soll bevorzugt in Kombination mit Diuretika (harntreibende Mittel), ACE-

Hemmern

(Arzneimittel

Behandlung

Herzerkrankungen)

oder

Betablockern

(bestimmte

Medikamente gegen Bluthochdruck) gegeben werden.

Umstellen von Digoxin auf Digitoxin

Bereits mit Herzglykosiden vorbehandelte Patienten sollten bei Umstellung auf Digitoxin besonders

engmaschig kontrolliert werden. Bei vorausgegangener Behandlung mit Digoxin und seinen Derivaten

oder anderen Herzglykosiden ist vor der Umstellung auf Digimerck eine Behandlungspause von 2

Tagen und bei Patienten mit Niereninsuffizienz (z.B. älteren Patienten) von 3 Tagen oder länger

einzuhalten.

Danach

kann

nach

obigem

Schema

verfahren

werden.

Verdacht

Digitalisvergiftung hängt die Behandlungspause von der klinischen Situation ab.

Art der Anwendung

Zur intravenösen Injektion. Digimerck sollte langsam injiziert werden. Eine exakte intravenöse

Injektion ist essentiell, da eine paravenöse Anwendung Gewebeirritationen hervorrufen kann.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Die Digitalisbedürftigkeit des

Patienten sollte bei Langzeittherapie durch kontrollierte Auslassversuche überprüft werden.

Zur Dauertherapie stehen Digimerck 0,1 mg und Digimerck 0,07 mg - Tabletten zur Verfügung.

Kinder und Jugendliche

Kinder benötigen eine höhere Dosis in mg/kg (das 2 bis 3 –fache der Erwachsenen-Dosis) für den

therapeutischen Bereich.

Alter

Sättigungsdosis (mg/kg KG)

Erhaltungsdosis

Früh- und Neugeborene

0,02

0,002

Säuglinge und Kinder bis 2 Jahre

0,04

0,004

Kinder über 2 Jahre

0,03

0,003

Ältere Patienten

In der Regel wird empfohlen, bei Patienten > 60 Jahre (und bei stark untergewichtigen Patienten < 60

Jahre), die Therapie mit 3 x 0,07 mg pro Tag zu beginnen (1. bis 3. Tag): Ab dem 4. Tag wird die

Erhaltungstherapie mit 0,07 mg pro Tag fortgeführt.

Bei Patienten < 60 Jahre (und bei stark muskulösen Patienten > 60 Jahre), wird die Therapie mit 3 x

0,1 mg pro Tag begonnen (1. bis 3. Tag) und ab dem 4. Tag mit 0,1 mg pro Tag fortgeführt.

Patienten mit Leber- und/oder Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sind in der Regel Dosisanpassungen nicht

notwendig.

Ein verminderter Glykosidbedarf besteht lediglich bei Patienten mit schwerer kombinierter Leber- und

Niereninsuffizienz. Ebenso wird empfohlen, Patienten mit einer sehr eingeschränkten Nierenfunktion

(GFR < 10 ml/min) besonders am Beginn einer Therapie sorgfältig zu beobachten und falls notwendig

die Dosis zu reduzieren.

Wenn

eine

größere

Menge

von

Digimerck

0,25

mg

-

Ampullen

angewendet

wurde

als

beabsichtigt

Bei einer Überdosierung treten verstärkt Nebenwirkungen auf, die vor allem das Herz und den

Kreislauf, den Magen-Darmtrakt und das Nervensystem betreffen. Sie können von Patient zu Patient

unterschiedlich sein. Eine typische Reihenfolge der Symptome gibt es nicht. Nebenwirkungen die das

Herz und den Kreislauf betreffen, sind weitaus ernster zu bewerten.

Das Auftreten von Herzrhythmusstörungen sollte bei Patienten die Digitoxin einnehmen immer auf

die Digitoxintherapie zurückgeführt werden, und sofort der Arzt aufgesucht werden.

akuter

Überdosierung

kann

eine

Hyperkaliämie

(erhöhter

Kaliumgehalt

Blut)

auftreten,

während eine chronische Überdosierung oft mit einer Hypokaliämie (verminderter Kaliumgehalt im

Blut) assoziiert ist. Die Vergiftungsbeschwerden können sich bis zu 12 Stunden nach einer akuten

Überdosierung verschlimmern.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Nachfolgend

sind

die Nebenwirkungen

nach Organsystemen

und Häufigkeit

eingeteilt.

Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben zugrunde gelegt:

Sehr häufig

betrifft mehr als 1 Behandelten von 10

Häufig

betrifft 1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich

betrifft 1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten

betrifft 1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten

betrifft weniger als 1 Behandelten von 10.000

Nicht bekannt

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Die folgenden Daten beruhen auf bisherigen Erfahrungen mit Digitoxin:

Nebenwirkungen können die Symptome einer Überdosierung sein.

Nebenwirkungen am Herzen sind die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen. Grundsätzlich

kann während der Therapie von Digimerck jede Form der Herzrhythmusstörung auftreten. Das

Auftreten von Herzrhythmusstörungen wird durch das zusätzliche Vorliegen von Elektrolytstörungen

(Kalium, Kalzium, Magnesium) begünstigt.

Erkrankungen des

Immunsystems

allergische Reaktionen wie Quaddeln oder

scharlachartige Hautausschläge mit ausgeprägter

Vermehrung bestimmter Blutkörperchen

(Eosinophilie), flächenhafte Hautrötung,

Verminderung der Blutplättchenzahl oder Lupus

erythematodes. Allergische Reaktionen klingen

nach Beendigung der Digimerck-Therapie ab.

Selten

Endokrine Erkrankungen

Vergrößerung der Brustdrüse des Mannes (bildet

sich nach Beendigung der Digimerck-Therapie

zurück).

Gelegentlich

Psychiatrische Erkrankungen

psychische Veränderungen (wie Alpträume,

Unruhe, Konfusion), Depressionen,

Halluzinationen, Psychosen.

Gelegentlich

Sprachstörung, Schwäche, Teilnahmslosigkeit,

Unwohlsein.

Sehr selten

Herz-Kreislauferkrankungen

Störungen der Herzschlagfolge (Rhythmus-

störungen), bestimmte Herzleitungsstörungen,

Störungen der Reizbildung, stark verlangsamter

oder beschleunigter Puls.

Häufig

Augenerkrankungen

Veränderungen im Farbsehen (Gelbsehen,

Grünsehen) auch unter der therapeutischen Dosis.

Gelegentlich

Erkrankungen des Magen-

Darm-Trakts

Appetitlosigkeit, Übelkeit (sollte als erstes

Anzeichen einer Überdosierung gesehen werden),

Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfälle.

Häufig

Mesenterialinfarkt (Infarkt des Darmes u. des

Mesenteriums mit Durchblutungsstörungen der

Sehr selten

Darmschleimhaut oder blutigem Gewebsdefekt

(blutiger oder schwarzer Stuhl).

Erkrankungen des Muskel- und

Skelettsystems

Muskelschwäche

Gelegentlich

Allgemeine Erkrankungen

Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit

Schwindel.

Häufig

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

AT-1200 Wien

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE SIND DIGIMERCK 0,25 MG - AMPULLEN AUFZUBEWAHREN?

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

Arzneimittel

nach

Umkarton

nach

„Verw.

bis:“

angegebenen

Verfalldatum

nicht

mehr

anwenden.

Verfalldatum

bezieht

sich

letzten

angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei..

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Digimerck 0,25 mg - Ampullen enthalten

Der Wirkstoff ist: Digitoxin

1 Ampulle zu 1 ml enthält 0,25 mg Digitoxin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

90 mg Ethanol (96 %), 415 mg Propylenglykol, 0,35 mg Natriumacetat-trihydrat, 506,4 mg

Wasser für Injektionszwecke.

Wie Digimerck 0,25 mg - Ampullen aussehen und Inhalt der Packung

1 farblose Glasampulle mit 1 ml klarer, farbloser Lösung.

Eine Packung Digimerck 0,25 mg enthält 5 x 1 ml.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

Pharmazeutischer Unternehmer:

Merck GmbH, Wien

Hersteller:

Merck KGaA, Darmstadt, Deutschland

Z. Nr.: 6.805

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2014.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Besondere Warnhinweise

Digitoxin kann ST-T Veränderungen im EKG zeigen, ohne dass eine Myokardischämie vorhanden ist.

Die klinische Situation, sowie der Kaliumserumspiegel und die Schilddrüsenfunktion des Patienten

müssen in Betracht gezogen werden, bevor eine unerwünschte Wirkung auf die Digitoxinbehandlung

zurückgeführt wird.

Andere Glykoside, Spironolacton und dessen Metaboliten als auch Metaboliten von Digitoxin können

die radioimmunologische Methode zur quantitativen Bestimmung von Digitoxin störend beeinflussen.

Deshalb sollten Messwerte, die nicht der klinischen Situation des Patienten entsprechen, mit Vorsicht

betrachtet werden.

Eine Hypokaliämie sensibilisiert das Myokard für Digitoxin, sogar wenn der Digitoxinserumspiegel in

der therapeutischen Breite liegt. Kaliumdefizite können z.B. hervorgerufen werden durch Dialyse,

Magenspülung oder Einläufe, Unterernährung, Durchfall, Erbrechen über einen längeren Zeitraum,

hohes Alter oder chronische Herzinsuffizienz (z.B. induziert durch Diuretikatherapie).

Generell sollte eine schnelle Änderung des Kaliumspiegels oder anderer Elektrolyte (z.B. Magnesium,

Kalzium) vermieden werden.

Abhängig

klinischen

Situation

wird

empfohlen,

Serumelektrolyte

regelmäßig

kontrollieren.

Therapie bei Überdosierung

Im Fall einer Überdosierung muss die Therapie mit Digimerck sofort abgesetzt werden. Die Folge und

Art der therapeutischen Maßnahmen sind abhängig von der Schwere der Vergiftung und sollen auf die

Symptome gerichtet sein:

Im Fall einer leichten Digitoxinintoxikation sind das Absetzen von Digimerck und ein sorgfältiges

Überwachen des Patienten ausreichend. Alle Bedingungen, die die Digitalistoleranz herabsetzen oder

beeinträchtigen,

sollten

vermieden

werden

(z.B.

gestörtes

Elektrolyt-

und/oder

Säure-Basen-

Gleichgewicht).

Bedrohliche, Digitalis-induzierte kardiale Arrhythmien

EKG-Monitoring in einer Intensivstation kann notwendig sein. Eine engmaschige Kontrolle von

Kalium- und Digitoxin-Serum-Spiegel wird empfohlen.

Die folgenden Maßnahmen abhängig von der klinischen Situation sollten eingeleitet werden:

Hypokaliämie:

Erhöhung des Kaliumserumspiegel auf hohe Normalwerte (1-2 g Kalium 4 x pro Tag oral oder

max. 20 mval/Stunde per Infusion), unter EKG Kontrolle und Prüfung der Nierenfunktion. Bei

retrograder

AV-Blockierung

(ohne

bereits

implantiertem

Schrittmacher)

Gabe

Kalium kontraindiziert.

Komplexe ventrikuläre Arrhythmien:

Gabe von Phenytoin [initial 125 - 250 mg langsam (über ca. 10 min.) i.v. dann Therapie oral

fortsetzen] oder Lidocain [initial 50 - 100 mg i.v. (als Bolus) dann Infusion von 1-2 mg/min].

Bradykarde Herzhythmusstörungen:

Parasympatholytika (z.B. Atropin 0,5 bis 1,0 mg s.c. evtl. 2 - 3mal täglich, Ipratropiumbromid),

falls eine notwendig transvenöse passagere Schrittmachersonde.

Jedes mögliche Magnesiumdefizit sollte ausgeglichen werden.

Lebensbedrohliche Intoxikationen

Wenn sehr hohe Dosen angewendet wurden, sind Maßnahmen einer primären Entgiftung angezeigt.

Bei akuter Intoxikation (max. 1 Stunde zurückliegend) soll eine Magenspülung vorgenommen werden

und anschließend Aktivkohle, Colestyramin (4 mal 8g / 24 Stunden) oder Colestipol eingenommen

werden.

Der Goldstandard bei einer schweren Digitoxinintoxikation ist die Behandlung mit einem spezifischen

Digitalis-Antikörper-Fragment (Digitalis-Antidot), welches die freien Glykoside bindet und einen

inaktiven Antikörperglykosidkomplex im extrazellulären Raum bildet, der dann über die Nieren

ausgeschieden

wird.

Anwendung

Digitalis-Antidots

sollte

nach

Möglichkeit

eine

Verträglichkeitstestung durchgeführt werden.

Abhängig

verwendeten

Bestimmungsmethode,

können

Digitoxin-Serumspiegel-

Bestimmungen nach der Antidotgabe kurzfristig sehr hohe Werte ergeben.

Zu Beginn einer schweren Intoxikation tritt häufig eine lebensbedrohliche Hyperkaliämie auf, die evtl.

die parenterale Zufuhr von hochprozentiger Glukoselösung und Insulin indiziert.

Forcierte Diurese, Peritoneal- und Hämodialyse sind für die Digitoxinelimination unwirksam.

Körper

gespeicherte

Digitoxin

kann

vorzugsweise

durch

selektive

Hämoperfusion

trägergebundenen Digitoxinantikörpern und auch zu einem geringen Ausmaß durch Hämoperfusion

mit beschichteter Aktivkohle oder Plasmapherese reduziert werden.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Digimerck 0,25 mg - Ampullen

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Ampulle zu 1 ml enthält in wässriger Lösung 0,25 mg Digitoxin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 90 mg Ethanol, 415 mg Propylenglykol.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Injektionslösung.

Klare, farblose Lösung (pH Wert 6.3 – 7)

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Manifeste chronische Herzinsuffizienz (aufgrund systolischer Dysfunktion)

bestimmte supraventrikuläre tachykarde Arrhythmien insbesondere Vorhofflimmern

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die intravenöse Anwendung von Digimerck 0,25 mg sollte nur erfolgen, wenn ein schneller

Wirkungseintritt erwünscht oder eine orale Gabe nicht angezeigt ist.

Jeder Patient benötigt seine individuelle Glykosiddosis. Wegen der engen therapeutischen Breite von

Digitoxin wird eine sorgfältige Überwachung während der Einstellphase empfohlen.

Eine regelmäßige Kontrolle des klinischen Bildes bei gleichzeitigem Monitoring der Digitoxin-

Serumkonzentrationen ist zu empfehlen.

1. Behandlungstag: 1 - 2 Ampullen (entsprechend 0,25 – 0,5 mg /Digitoxin/Tag)

2. und 3. Behandlungstag: je 1 Ampulle (entsprechend 0,25 mg/Digitoxin/Tag)

ab 4. Behandlungstag: orale Langzeittherapie (0,05 mg – 0,1 mg Digitoxin/Tag)

Die Dosisangaben sind Richtwerte und im Einzelfall dem individuellen Glykosidbedarf anzupassen.

Ein erhöhter Glykosidbedarf besteht bei supraventrikulären tachykarden Arrhythmien und bei

Hyperthyreose, ein verminderter Glykosidbedarf bei Hypothyreose oder hypersensitivem Karotis-

Sinus-Syndrom.

Digitoxin soll bevorzugt in Kombination mit Diuretika, ACE - Inhibitoren oder ß-Blockern gegeben

werden.

Umstellen von Digoxin auf Digitoxin

Bereits mit Herzglykosiden vorbehandelte Patienten sollten bei Umstellung auf Digitoxin besonders

engmaschig kontrolliert werden. Bei vorausgegangener Behandlung mit Digoxin und seinen Derivaten

oder anderen Herzglykosiden ist vor der Umstellung auf Digimerck eine Behandlungspause von 2

Tagen und bei Patienten mit Niereninsuffizienz (z.B. älteren Patienten) von 3 Tagen oder länger

einzuhalten. Danach kann nach obigem Schema verfahren werden. Bei Verdacht auf

Digitalisvergiftung hängt die Behandlungspause von der klinischen Situation ab.

Art der Anwendung

Zur intravenösen Injektion.

Digimerck sollte langsam injiziert werden. Eine exakte intravenöse Injektion ist essentiell, da eine

paravenöse Anwendung Gewebeirritationen hervorrufen kann.

Dauer der Anwendung

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Die Digitalisbedürftigkeit des

Patienten sollte bei Langzeittherapie durch kontrollierte Auslassversuche überprüft werden.

Zur Dauertherapie stehen perorale Formen zur Verfügung.

Kinder und Jugendliche

Kinder benötigen eine höhere Dosis in mg/kg (das 2 bis 3 –fache der Erwachsenen-Dosis) für den

therapeutischen Bereich.

Alter

Sättigungsdosis (mg/kg KG)

Erhaltungsdosis

Früh- und Neugeborene

0,02

0,002

Säuglinge und Kinder bis 2 Jahre

0,04

0,004

Kinder über 2 Jahre

0,03

0,003

Ältere Patienten

In der Regel wird empfohlen, bei Patienten > 60 Jahre (und bei stark untergewichtigen Patienten < 60

Jahre), die Therapie mit 3 x 0,07 mg pro Tag zu beginnen (1. bis 3. Tag): Ab dem 4. Tag wird die

Erhaltungstherapie mit 0,07 mg pro Tag fortgeführt.

Bei Patienten < 60 Jahre (und bei stark muskulösen Patienten > 60 Jahre), wird die Therapie mit 3 x

0,1 mg pro Tag begonnen (1. bis 3. Tag) und ab dem 4. Tag mit 0,1 mg pro Tag fortgeführt.

Patienten mit Leber- und/oder Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen sind in der Regel Dosisanpassungen nicht

notwendig.

Ein verminderter Glykosidbedarf besteht lediglich bei Patienten mit schwerer kombinierter Leber- und

Niereninsuffizienz. Ebenso wird empfohlen, Patienten mit einer sehr eingeschränkten Nierenfunktion

(GFR < 10 ml/min) besonders am Beginn einer Therapie sorgfältig zu beobachten und falls notwendig

die Dosis zu reduzieren.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Digitoxin, andere Herzglykoside oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Verdacht auf Digitalisintoxikation

schwere Bradykardie

Ventrikuläre Tachykardie oder ventrikuläre Fibrillation

AV-Block 2. und 3. Grades, pathologische Sinusknotenfunktion (außer bei implantiertem

Schrittmacher)

vorgesehene (elektrische) Kardioversion

(Verdacht auf) zusätzliche atrioventrikuläre Nervenbahnen (z.B. WPW-Syndrom)

Karotis-Sinus-Syndrom

Hypokaliämie

Hyperkalzämie, Hypomagnesiämie

Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (idiopathische hypertropische Subaortenstenose)

Thorakales Aortenaneurysma

Gleichzeitige intravenöse Applikation von Kalzium

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine sorgfältige Überwachung des Patienten wird empfohlen:

bei Bradykardie aufgrund von Störungen der Erregungsbildung und / oder Erregungsleitung; AV

Block 1. Grades

bei Hyperkaliämie, da es zu einem vermehrten Auftreten einer gestörten Erregungsbildung und /

oder Erregungsleitung kommen kann

bei älteren Patienten (> 60 Jahre; wegen erhöhter Glykosidempfindlichkeit)

falls eine verminderte renale Clearance von Digitoxin angenommen werden kann.

bei Schilddrüsenerkankungen (Eine Reduktion der Aufsättigungs- und der Erhaltungsdosis wird bei

Patienten mit Hypothyreose empfohlen. Eine Dosissteigerung kann bei Patienten mit einer

Hyperthyreose notwendig sein.)

bei akutem Myokardinfarkt (Patienten mit akutem Myokardinfarkt haben z.B. oft eine

Hypokaliämie und/oder neigen zu Herzrhythmusstörungen)

bei akuter Myokarditis, Cor pulmonale oder Hypoxämie aufgrund schwerer Pulmonalerkrankungen

oder Emphysem, da in diesen Fällen die Empfindlichkeit für Digitalisglykoside erhöht ist

chronisch konstriktive Perikarditis

reine Mitralstenose mit Lungenödem

bei Patienten, die in den vorangegangenen 2 Wochen Herzglykoside erhalten haben. Hier kann eine

verringerte Aufsättigungsdosierung nötig sein.

Hinweise:

Es gibt beträchtliche individuelle Unterschiede in der Glykosidempfindlichkeit.

Eine erhöhte Glykosidempfindlichkeit besteht sowohl bei älteren Patienten, als auch bei Patienten mit

Hypothyreose, Hypoxämie, Myokarditis, akutem Myokardinfarkt und Erkrankungen des Säure-Basen-

und Elektolytgleichgewichts. Bei diesen Patienten oder Bedingungen werden eine Reduktion der

Glykosiddosis und eine sorgfältige Überwachung empfohlen.

Eine Digitoxinvergiftung manifestiert sich in Arrhythmien, wobei diese Arrhythmien ähnlich denen

sein können, für die das Arzneimittel bestimmt ist. Besondere Vorsicht ist geboten bei

Vorhoftachykardie mit variablem AV-Block, da der Rhythmus klinisch identisch zum

Vorhofflimmern ist.

Digitoxin kann ST-T Veränderungen im EKG zeigen, ohne dass eine Myokardischämie vorhanden ist.

Die klinische Situation, sowie der Kaliumserumspiegel und die Schilddrüsenfunktion des Patienten

müssen in Betracht gezogen werden, bevor eine unerwünschte Wirkung auf die Digitoxinbehandlung

zurückgeführt wird.

Andere Glykoside, Spironolacton und dessen Metaboliten als auch Metaboliten von Digitoxin können

die radioimmunologische Methode zur quantitativen Bestimmung von Digitoxin störend beeinflussen.

Deshalb sollten Messwerte, die nicht der klinischen Situation des Patienten entsprechen, mit Vorsicht

betrachtet werden.

Eine Hypokaliämie sensibilisiert das Myokard für Digitoxin, sogar wenn der Digitoxinserumspiegel in

der therapeutischen Breite liegt. Kaliumdefizite können z.B. hervorgerufen werden durch Dialyse,

Magenspülung oder Einläufe, Unterernährung, Durchfall, Erbrechen über einen längeren Zeitraum,

hohes Alter oder chronische Herzinsuffizienz (z.B. induziert durch Diuretikatherapie).

Generell sollte eine schnelle Änderung des Kaliumspiegels oder anderer Elektrolyte (z.B. Magnesium,

Kalzium) vermieden werden.

Abhängig von der klinischen Situation wird empfohlen, die Serumelektrolyte regelmäßig zu

kontrollieren.

Im Fall einer schnellen intravenösen Digitalistherapie bei Patienten mit Verdacht auf Azidose wird die

Kontrolle des Säure-Basen-Gleichgewichts empfohlen, da Glykol eine Azidose bewirken kann.

Dieses Arzneimittel enthält 11 Vol % Ethanol (Alkohol), d.h. bis zu 180 mg pro Dosis.

Gesundheitliches Risiko für Patienten, die unter Alkoholismus leiden. Dies ist bei Schwangeren bzw.

Stillenden sowie bei Kindern und Patienten mit erhöhtem Risiko auf Grund einer Lebererkrankung

oder Epilepsie zu berücksichtigen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen können sich durch die Beeinflussung der renalen Sekretion, der Bindung an das

Körpergewebe, der Plasmaproteinbindung, der Verteilung, der intestinalen Resorptionskapazität und

der Digitoxin-Sensibilität ergeben.

Als Vorsichtmaßnahme wird empfohlen, dass die Möglichkeit einer Interaktion mit jeder zusätzlichen

Medikation in Erwägung gezogen wird. Im Zweifelsfall wird eine Kontrolle des Digitoxin-Serum-

Spiegels empfohlen.

Die folgenden Arzneimittel steigern die Wirkung von Digitoxin:

Kalzium (darf nicht intravenös verabreicht werden): Steigerung der Digitoxintoxizität

Arzneimittel, die das Elektrolytgleichgewicht beeinflussen, wie Diuretika, Laxantien (Abusus),

Penicillin G, Amphotericin B, Carbenoxolon, Lakritze, Corticosteroide, ACTH, Salicylate,

Lithiumsalze, längere Anwendung von Glukose- und Laevuloseinfusionen: Steigerung der

Digitalisintoxikation aufgrund einer arzneimittelinduzierten Hypokaliämie und Hypomagnesiämie

CYP3A Inhibitoren, wie bestimmte Antibiotika (z.B. Makrolide), bestimmte Pilzmittel (z.B.

Itraconazol), Steroide (z.B. Prednisolon, Danazol), bestimmte Antidepressiva (z.B.Fluoxetin),

Proteaseinhibitoren (z.B. Indinavir, Ritonavir), Kalziumantagonisten (z.B. Verapamil, Nifedipin,

Diltiazem), oder Antiarrhythmika (z.B. Amiodaron): Anstieg des Digitoxinspiegels

P-Glykoproteininhibitoren wie bestimmte Antibiotika (z.B. Makrolide, Tetrazykline) oder Chindin:

Anstieg des Digitoxinspiegels

Antibiotika, die auf E. lentum wirken und die den Digitoxinabbau verhindern: Anstieg des

Digitoxinspiegels

Betablocker: Steigerung der bradykardisierenden Wirkung

Periphere Muskelrelaxantien (zB. Suxamethoniumchlorid, Pancuronium), Reserpin, trizyklische

Antidepressiva, Sympathomimetika, (insbesondere Ephedrin), Phosphodiesterasehemmer,

einschließlich Methylxanthine (z.B. Theophyllin, Coffein): Begünstigung von Herzrhythmusstörungen

Lithium bei bestehendem SA-Block: erhöhtes Risiko von Überleitungsstörungen

Die folgenden Arzneimittel können die Digitoxinwirkung abschwächen:

Arzneimittel, die den Kaliumspiegel erhöhen (z.B. Spironolacton, Kaliumcanrenoat, Amilorid,

Triamteren, Kaliumsalze): Reduktion der positiv inotropen Wirkung von Digitoxin und Begünstigung

von Herzrhythmusstörungen

Aktivkohle, aluminiumhaltige Antazida, Colestyramin, Colestipol, Kaolin-Pektin, einige aufquellende

Laxantien: Verminderung der Glykosidabsorption, aufgrund der bindenden Wirkung, oder

beschleunigten Ausscheidung da sie den enterohepatischen Kreislauf unterbrechen. Man sollte deshalb

Digimerck zwei Stunden vor der Einnahme dieser Arzneimittel einnehmen.

CYP3A oder P-Glykoprotein Induktoren wie Phenylbutazon, Phenytoin, Rifampicin, Rifabutin,

Spironolacton, Barbiturate: Verminderung des Serumdigitoxinspiegel

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist die Patientin besonders sorgfältig zu überwachen und auf eine

individuelle, bedarfsgerechte Dosierung zu achten.

Die Erfahrungen mit therapeutischen Digitalisdosen während der Schwangerschaft haben bis jetzt

keine Hinweise auf eine Schädigung des Embryos oder Fötus ergeben.

Während der letzten Wochen der Schwangerschaft kann der Glykosidbedarf ansteigen.

Nach der Geburt ist dagegen häufig eine Dosisreduktion angezeigt.

Nach Überdosierung in der Schwangerschaft wurden Symptome einer Überdosierung beim Fötus

berichtet.

Stillzeit

Da Digitoxin in die Muttermilch übergeht, sollte zur Vorsicht abgestillt werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Digitoxin hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

4.8

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen können die Symptome einer Überdosierung sein.

Kardiale Nebenwirkungen sind die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen. Grundsätzlich kann

während der Therapie von Digimerck jede Form der kardialen Rhythmusstörung auftreten. Das

Auftreten von Herzrhythmusstörungen wird durch das zusätzliche Vorliegen von Elektrolytstörungen

(Kalium, Kalzium, Magnesium) begünstigt.

Die Häufigkeitsangaben sind wie folgt definiert:

Sehr häufig (≥ 1/10);

häufig (≥ 1/100, < 1/10);

gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100);

selten (≥ 1/10.000, < 1/1000);

sehr selten (< 1/10.000),

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:

allergische Reaktionen wie urtikarielle oder scharlachartige Hautausschläge mit

ausgeprägter Eosinophilie, Erythem, Thrombozytopenie oder Lupus erythematodes.

Allergische Reaktionen klingen gewöhnlich nach Beendigung der Digimerck-Therapie

Endokrine Erkrankungen

Gelegentlich:

Gynäkomastie (bildet sich nach Beendigung der Digimerck-Therapie zurück)

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich:

psychische Veränderungen (wie Alpträume, Agitiertheit, Konfusion), Depressionen,

Halluzinationen, Psychosen

Sehr selten:

Aphasie, Schwäche, Apathie, Unwohlsein

Augenerkrankungen:

Gelegentlich:

Veränderungen im Farbsehen (Gelbsehen, Grünsehen) auch unter der therapeutischen

Dosis

Herzerkrankungen:

Häufig:

jede Form der kardialen Arrhythmien, besonders ventrikuläre Extrasystolen,

ventrikuläre Tachykardie (Bigeminie/ Trigeminie), atriale Tachykardie, (nach sehr

hoher Dosis), AV-Block I. bis III. Grades, gestörte Pulsfrequenz (z.B. Bradykardie)

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Häufig:

Appetitlosigkeit, Übelkeit (sollte als erstes Anzeichen einer Überdosierung gesehen

werden), Erbrechen, abdominelle Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen), Durchfälle

Sehr selten:

Mesenterialinfarkt

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Gelegentlich:

Muskelschwäche

Allgemeine Erkrankungen:

Häufig:

Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Schwindel

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

AT-1200 Wien

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung

Einer Überdosierung mit Digitalisglykosiden können kardiale, gastrointestinale und zentralnervöse

Nebenwirkungen folgen, welche von Patient zu Patient unterschiedlich sein können (siehe 4.8

Nebenwirkungen). Eine typische Reihenfolge der Symptome gibt es nicht. Extrakardiale und kardiale

Symptome können gleichzeitig oder nacheinander vorkommen, wobei die kardialen Zeichen einer

Digitalisintoxikation weitaus ernster zu bewerten sind.

Eine Glykosidintoxikation mit letalem Ausgang ist die Folge von kardiotoxischen Wirkungen der

Glykoside.

Das Auftreten kardialer Arrhythmien sollte bei digitalisierten Patienten immer auf die

Digitoxintherapie zurückgeführt werden, so lange das Gegenteil nicht durch ein Absetzen oder eine

Serumspiegelbestimmung geprüft wurde.

Bei akuter Überdosierung kann eine Hyperkaliämie auftreten, während eine chronische Überdosierung

oft mit einer Hypokaliämie assoziiert ist. Die toxischen Effekte können sich bis zu 12 Stunden nach

einer akuten Überdosierung verschlimmern.

Therapie bei Überdosierung

Im Fall einer Überdosierung muss die Therapie mit Digimerck sofort abgesetzt werden. Die Folge und

Art der therapeutischen Maßnahmen sind abhängig von der Schwere der Vergiftung und sollen auf die

Symptome gerichtet sein:

Im Fall einer leichten Digitoxinintoxikation sind das Absetzen von Digimerck und eine sorgfältige

Überwachung des Patienten ausreichend. Alle Bedingungen, die die Digitalistoleranz herabsetzen oder

beeinträchtigen, sollten vermieden werden (z.B. gestörtes Elektrolyt- und/oder Säure-Basen-

Gleichgewicht).

Bedrohliche, Digitalis-induzierte kardiale Arrhythmien

EKG-Monitoring in einer Intensivstation kann notwendig sein. Eine engmaschige Kontrolle von

Kalium- und Digitoxin-Serum-Spiegel wird empfohlen.

Die folgenden Maßnahmen abhängig von der klinischen Situation sollten eingeleitet werden:

Hypokaliämie:

Erhöhung des Kaliumserumspiegels auf hohe Normalwerte (1-2 g Kalium 4 x pro Tag oral oder

max. 20 mval/Stunde) per Infusion, unter EKG Kontrolle und Prüfung der Nierenfunktion. Bei

retrograder AV-Blockierung (ohne bereits implantiertem Schrittmacher) ist die Gabe von

Kalium kontraindiziert.

Komplexe ventrikuläre Arrhythmien:

Gabe von Phenytoin (initial 125 - 250 mg langsam (über ca. 10 min) i.v. dann Therapie oral

fortsetzen) oder Lidocain (initial 50 - 100 mg i.v. (als Bolus) dann Infusion von 1-2 mg/min.

Bradykarde Herzrhythmusstörungen:

Parasympatholytika (z.B. Atropin 0,5 bis 1,0 mg s.c. evtl. 2 - 3mal täglich, Ipratropiumbromid),

falls notwendig eine passagere transvenöse Schrittmachersonde.

Jedes mögliche Magnesiumdefizit ist auszugleichen.

Lebensbedrohliche Intoxikationen

Wenn sehr hohe Dosen eingenommen wurden, sind Maßnahmen einer primären Entgiftung angezeigt.

Bei akuter Intoxikation (max. 1 Stunde zurückliegend) soll eine Magenspülung vorgenommen werden

und anschließend Aktivkohle, Colestyramin (4 mal 8g / 24 Stunden) oder Colestipol eingenommen

werden.

Der Goldstandard bei einer schweren Digitoxin-Intoxikation ist die Behandlung mit einem

spezifischen Digitalis-Antikörper-Fragment (Digitalis-Antidot), welches die freien Glykoside bindet

und einen inaktiven Antikörperglykosidkomplex im extrazellulären Raum bildet, der dann über die

Nieren ausgeschieden wird. Vor der Anwendung des Digitalis-Antidots sollte nach Möglichkeit eine

Verträglichkeitstestung durchgeführt werden.

Abhängig von der verwendeten Bestimmungsmethode, können Digitoxin-Serumspiegel-

Bestimmungen nach der Antidotgabe kurzfristig sehr hohe Werte ergeben.

Zu Beginn einer schweren Intoxikation tritt häufig eine lebensbedrohliche Hyperkaliämie auf, die evtl.

die parenterale Zufuhr von hochprozentiger Glukoselösung und Insulin indiziert.

Forcierte Diurese, Peritoneal- und Hämodialyse sind für die Digitoxinelimination unwirksam.

Das im Körper gespeicherte Digitoxin kann vorzugsweise durch selektive Hämoperfusion mit

trägergebundenen Digitoxinantikörpern und auch zu einem geringen Ausmaß durch Hämoperfusion

mit beschichteter Aktivkohle oder Plasmapherese reduziert werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Digitalisglykoside, ATC-Code: C01AA04

Digitoxin ist ein lang-wirksames Glykosid (Cardenolid), das

die Kontraktilität des Myokards steigert (= positiv inotrope Wirkung),

die Überleitungszeit verlängert (= negativ dromotrope Wirkung),

die Erregbarkeit des Herzens steigert (= positiv bathmotrope Wirkung) und

die Herzfrequenz senkt (= negativ chronotrope Wirkung).

Die pharmakodynamische Hauptwirkung von Digitoxin kann bis zu 21 Tage beobachtet werden.

Die biochemische Grundlage der pharmakodynamischen Wirkung der Digitalisglykoside und somit

auch des Digitoxins liegt in einer Hemmung der Funktion der Membran-ATPase und dadurch des

aktiven Transports von Natrium- und Kaliumionen (Na+/K+). Die geänderte Verteilung der Ionen an

den Membranen steigert den Einstrom von Kalziumionen. Kalzium wird vermehrt im

sarkoplasmatischen Retikulum gespeichert. Die somit systolisch vermehrte Freisetzung von Kalzium

bewirkt eine Zunahme der Kontraktionskraft.

Dementsprechend kann die Wirkung von Digitoxin durch niedrige extrazelluläre

Kaliumkonzentrationen gesteigert werden. Demgegenüber verursacht eine Hyperkaliämie die

gegensätzliche Wirkung. Die Hemmung des Na+/K+ - Austausches resultiert in einer verminderten

Impulsleitung im Vorhof und im AV-Knoten und einer Sensibilisierung der Karotis-Sinus-

Nervenfasern.

Am insuffizienten und dilatierten Herzen erhöht die positiv inotrope Wirkung des Digitoxins die

Fähigkeit des Herzens, bei einem gegebenen Füllungsdruck die benötigte Schlagarbeit zu leisten.

Dies führt zu einer besseren Entleerung des Ventrikels mit Abnahme des Kammervolumens, d.h. der

Herzgröße. Es kommt zu einer Zunahme des Schlagvolumens und einer Verbesserung der

Auswurfleistung bei insgesamt vermindertem myokardialen Sauerstoffverbrauch. Die

Gewebsperfusion wird gesteigert, es kommt zur Rückbildung der Dekompensationszeichen und der

venösen Stauung, Induktion der Diurese, Verkleinerung des Herzens und reflektorisch zu einem

Absinken der Herzfrequenz.

Bei supraventrikulären tachykarden Arrhythmien übt Digitoxin eine Schutzwirkung auf die

Kammerrhythmik aus, indem es die funktionelle Refraktärperiode des AV-Knotens verlängert.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die Bioverfügbarkeit von Digitoxin nach oraler Gabe beträgt 98 bis 100 %.

Verteilung

Die Plasmaproteinbindung von Digitoxin beträgt 90 bis 97 %. Der Anteil der freien Digitoxinfraktion

im Plasma beträgt bei Dauerbehandlung Nierengesunder etwa 0,8 ng/ml.

Verteilungsvolumen von Digitoxin variiert interindividuell von 0,4 bis 1 l/kg KG.

Es besteht ein enterohepatischer Kreislauf.

Biotransformation

Über 2 % des gesamten Digitoxins wird in der Leber zu Digoxin hydroxyliert. Der Hauptanteil wird

nach schrittweiser Spaltung der Digitoxosen zu Digitoxingenin epimerisiert und anschließend

chemisch modifiziert.

Elimination

Bei Patienten mit normaler Leber - und Nierenfunktion wird 60 % des Digitoxins über die Nieren -

50% davon als konjugierte Metaboliten - und 40 % über den Stuhl ausgeschieden. Die Zerfallsrate

beträgt 7-10% pro Tag. Die Eliminationshalbwertszeit aus dem Serum beträgt im Mittel 7 – 8 Tage.

Bei gestörter Nierenfunktion wird die reduzierte renale Elimination von Digitoxin durch vermehrte

Metabolisierung und fäkale Elimination kompensiert. Bei Patienten mit kombinierter Nieren- und

Leberinsuffizienz ist dagegen mit erhöhten Digitoxinplasmaspiegeln zu rechnen.

Digitoxin kann durch Dialyse nur zu einem geringen Teil eliminiert werden, da der Großteil an

Plasmaproteine gebunden ist.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Es gibt keine Daten zur chronischen Toxizität aus Tierstudien mit Digitoxin. Publizierte Daten nach

wiederholter Gabe von Digoxin zeigen, dass beim Menschen dieselben kardialen und extrakardialen

Nebenwirkungen auftreten.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

In vitro Studien zum mutagenen Potential zeigen negative Resultate. Studien zum kanzerogenen

Potential sind nicht verfügbar.

Reproduktionstoxizität

Studien an Ratten und Kaninchen mit Metildigoxin zeigen keine teratogenen Auswirkungen. Ob

Digitoxin die Fertilität beeinflusst ist nicht bekannt. Digitoxin passiert die Plazenta. Konzentrationen

im Fötus wurden nicht untersucht. Es gibt aber Anzeichen, dass Digitalisglykoside die

Plazentaschranke im Verlaufe der Schwangerschaft vermehrt passieren.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

90 mg Ethanol (96 %)

415 mg Propylenglykol

0,35 mg Natriumacetat-trihydrat

506,4 mg Wasser für Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit andern

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

4 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Farbloses Röhrenglas, Glastyp 1, Typ Fiolax

Packungsgröße:

5 x 1 ml

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Merck GmbH, Zimbagasse 5, 1147 Wien

8.

ZULASSUNGSNUMMER

6.805

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 11. September 1952

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 27. Oktober 2006

10.

STAND DER INFORMATION

Mai 2014

Verschreibungspflicht / Apothekenpflicht

Rezept- und apothekenpflichtig.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen