Diaphal Tablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Furosemid, Amiloridhydrochlorid 2 H<2>O
Verfügbar ab:
Pierre Fabre Pharma GmbH
ATC-Code:
C03EB31
INN (Internationale Bezeichnung):
Furosemide, Amiloride Hydrochloride For 2 H<2>O
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Furosemid 40.mg; Amiloridhydrochlorid 2 H<2>O 5.68mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
5339.00.00

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR PATIENTEN

Diaphal

40 mg/5 mg Tabletten

Wirkstoffe:

Furosemid/Amiloridhydrochlorid

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht

an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die

gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Diaphal und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Diaphal beachten?

Wie ist Diaphal einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Diaphal aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

WAS IST DIAPHAL UND WOFÜR WIRD ES ANGEWENDET?

Diaphal ist ein Kombinationsarzneimittel aus einem harntreibenden Mittel und einem

kaliumsparenden Mittel. Durch eine Steigerung der Harnausscheidung vermag

Diaphal eine vermehrte Wasseransammlung im Gewebe auszuschwemmen.

Das Kombinationsarzneimittel Diaphal soll nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-

Abwägung nur bei Patienten angewendet werden, bei denen eine Verminderung von

Kaliumverlusten angezeigt ist:

Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme) als Folge von

Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz), Nierenerkrankungen und

Lebererkrankungen

Bauchwassersucht (Aszites) als Folge von Lebererkrankungen

Bluthochdruck (Hypertonie)

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2.

WAS SOLLTEN SIE VOR DER EINNAHME VON DIAPHAL BEACHTEN?

Diaphal darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen die Wirkstoffe Amiloridhydrochlorid und Furosemid,

gegen Sulfonamide (manche Arzneimittel zur Behandlung von bakteriellen

Infektionen, z.B. Co-Trimoxazol [Kreuzreaktion]), Gelborange S oder einen der

in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie an schwerem Kaliummangel im Blut (schwere Hypokaliämie) leiden.

wenn Sie an schwerem Natriummangel im Blut (Hyponatriämie) leiden.

wenn Sie an Zuständen verminderter zirkulierender Blutmenge (Hypovolämie)

mit oder ohne begleitender Blutdruckerniedrigung oder an Flüssigkeitsmangel

(Dehydratation) leiden.

wenn Sie an einem Kaliumüberschuss im Blut (Hyperkaliämie über 5,5 mmol/l)

leiden.

wenn Sie an Nierenversagen mit fehlender Harnproduktion (Anurie) leiden.

wenn Sie an Nierenfunktionsstörungen leiden: akutes Nierenversagen,

schwere fortschreitende Nierenerkrankung (chronische Niereninsuffizienz),

Nierenerkrankung bei Zuckerkrankheit (diabetische Nephropathie), bei Serum-

Kreatinin-Werten über 1,8 mg/dl und/oder Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min

(bei Serum-Kreatinin-Werten zwischen 1,8 und 1,5 mg/dl und/oder einer

Kreatinin-Clearance zwischen 30 und 60 ml/min sollte Diaphal nur unter

sorgfältiger Überwachung des Kaliumhaushaltes angewendet werden).

wenn Sie an Leberversagen mit Bewusstseinsstörungen (Coma und

Praecoma hepaticum) leiden.

wenn Sie an niedrigem Blutdruck (Hypotonie) leiden.

wenn Sie schwanger sind oder stillen (siehe auch Abschnitt Schwangerschaft

und Stillzeit)

von Kindern

Diaphal ist nicht mit anderen kaliumsparenden Arzneimitteln (Triamteren,

Spironolacton) zu kombinieren. Die gleichzeitige Einnahme von Cisplatin sowie von

Abführmitteln (Laxantien) ist zu vermeiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Wenn Sie an einer bereits bestehenden oder bisher nicht in Erscheinung

getretenen Zuckerkrankheit (manifestem oder latentem Diabetes mellitus)

leiden; eine regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers ist erforderlich.

Wenn Sie an Gicht leiden; eine regelmäßige Kontrolle der Harnsäure ist

erforderlich.

Wenn bei Ihnen eine Harnabflussbehinderung besteht (z.B. bei

Prostatavergrößerung, Harnstauungsniere, Harnleiterverengung).

Wenn Sie an Durchblutungsstörungen der Hirngefäße (zerebrovaskuläre

Durchblutungsstörungen leiden.

Wenn Sie an Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (koronare

Herzkrankheit) leiden.

Wenn Sie an einem nephrotischen Syndrom leiden.

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Wenn Sie einen stark erniedrigten Blutdruck haben.

Wenn Sie einen verminderten Eiweißgehalt im Blut haben (Hypoproteinämie)

Wenn bei Ihnen eine eingeschränkte Leberfunktion besteht.

Während der Behandlung mit Diaphal

sollten, besonders bei länger dauernder

Therapie, in geeigneten Zeitabständen bestimmte Blutwerte, insbesondere Kalium,

Natrium, Kalzium, Magnesium, Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure sowie der Blutzucker

regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere bei älteren Patienten, bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion und bei zuckerkranken Patienten (Diabetikern).

Eine besonders enge Überwachung ist erforderlich bei Patienten mit einem hohen

Risiko, Elektrolytstörungen zu entwickeln, oder im Falle eines stärkeren

Flüssigkeitsverlustes (z. B. durch Erbrechen, Durchfall oder intensives Schwitzen).

Eine verminderte zirkulierende Blutmenge (Hypovolämie) oder ein Flüssigkeitsverlust

(Dehydratation) sowie wesentliche Elektrolytstörungen oder Störungen im Säure-

Basen-Haushalt müssen korrigiert werden. Dies kann die zeitweilige Einstellung der

Behandlung mit Diaphal erfordern.

Bei der gleichzeitigen Behandlung von Diaphal mit anderen kaliumsparenden

harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika: z. B. Spironolacton, Triamteren),

kaliumhaItigen Präparaten oder ACE-Hemmern besteht eine erhöhte Gefahr für das

Auftreten eines erhöhten Kaliumgehaltes im Blut (Hyperkaliämie). Die Kombination

der vorgenannten Arzneimittel mit Diaphal wird daher nicht empfohlen.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion mit Serumkreatininwerten zwischen 1,2 und 1,8

mg/dl und einer Kreatinin-Clearance zwischen 60 ml/min und 30 ml/min sowie bei

gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zu einem Anstieg des Serum-

Kalium-Spiegels führen können, sollte die Behandlung mit Diaphal nur unter häufiger

Kontrolle des Serum-Kalium-Spiegels erfolgen.

Bei Patienten mit bereits bestehender oder bisher nicht in Erscheinung getretener

Zuckerkrankheit (manifestem oder latentem Diabetes mellitus) sollten regelmäßige

Kontrollen des Blutzuckers erfolgen. Der Insulinbedarf von Patienten mit Diabetes

mellitus kann unter der Therapie mit Diaphal erhöht sein und sollte gegebenenfalls

angepasst werden.

Vor Durchführung eines Glukose-Toleranztests ist Diaphal abzusetzen.

Bei Patienten mit Harnentleerungsstörungen (z. B. bei Prostatavergrößerung) kann

unter der Behandlung mit Diaphal die Neigung zu erhöhter Restharnbildung

bestehen. Bei diesen Patienten darf Diaphal daher nur angewendet werden, wenn für

freien Harnabfluss gesorgt ist, da eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer

Harnsperre mit Überdehnung der Blase führen kann.

Unter der Therapie mit Amiloridhydrochlorid sind in Einzelfällen rückbildungsfähige

(reversible) Veränderungen der Leberfunktionstests beobachtet worden. Eine

Kontrolle der Leberwerte im Blut (Transaminasen) wird daher empfohlen.

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Eine Verdrängung des Gallenfarbstoffs (Bilirubins) aus der Albuminbindung und

damit ein erhöhtes Kernikterusrisiko bei Hyperbilirubinämie werden für Diaphal

diskutiert.

Beim nephrotischen Syndrom muss Diaphal wegen der Gefahr vermehrt auftretender

Nebenwirkungen vorsichtig dosiert werden.

Der durch verstärkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte

unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht überschreiten.

Die Therapie des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen

ärztlichen Kontrolle.

Während der Behandlung mit Diaphal sollten die Patienten auf eine ausreichende

Flüssigkeitsaufnahme achten.

Gleichzeitige Anwendung mit Risperidon

In placebo-kontrollierten Studien mit Risperidon bei älteren Patienten mit Demenz

wurde eine höhere Sterblichkeit bei Patienten beobachtet, die gleichzeitig mit

Furosemid und Risperidon behandelt wurden, im Vergleich zu Patienten, die

Risperidon allein oder Furosemid allein erhalten hatten.

Daher ist Vorsicht angezeigt, und Risiken und Nutzen dieser Kombination oder der

gleichzeitigen Behandlung mit anderen stark harntreibenden Arzneimitteln sind vom

Arzt abzuwägen. Es soll vermieden werden, dass ein Mangel an Körperwasser

(Dehydratation) entsteht.

Einnahme von Diaphal zusammenmit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden

bzw. vor kurzem angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

anzuwenden.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte

Arzneimittel gelten können.

Die Wirkung von Insulin oder blutzuckersenkenden Arzneimitteln in Tablettenform,

harnsäuresenkenden Arzneimitteln sowie pressorischen Aminen (z. B. Epinephrin,

Norepinephrin) kann bei gleichzeitiger Gabe von Diaphal vermindert sein.

Die Wirkung von Diaphal kann durch andere harntreibende Arzneimittel (Diuretika),

andere blutdrucksenkende Arzneimittel (z. B. Beta-Rezeptorenblocker), Nitrate,

gefäßerweiternde Arzneimittel, blutgerinnungshemmende Arzneimittel (orale

Antikoagulantien), Barbiturate (Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfällen),

Phenothiazine (Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Störungen),

trizyklische Antidepressiva, Narkosemittel (Narkotika) sowie durch Alkohol verstärkt

werden.

Wenn andere blutdrucksenkende oder harntreibende Arzneimittel gleichzeitig mit

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Furosemid angewendet werden, ist ein stärkerer Blutdruckabfall zu erwarten.

Massive Blutdruckabfälle bis zum Schock und eine Verschlechterung der

Nierenfunktion (in Einzelfällen akutes Nierenversagen) wurden insbesondere

beobachtet, wenn ein ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril) oder Angiotensin-II-

Rezeptor-Antagonist zum ersten Mal oder erstmals in höherer Dosierung gegeben

wurde. Wenn möglich sollte die Furosemid-Therapie daher vorübergehend eingestellt

oder wenigstens die Dosis für drei Tage reduziert werden, bevor die Therapie mit

einem ACE-Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten begonnen oder

seine Dosis erhöht wird.

Bei der gleichzeitigen Behandlung von Diaphal mit anderen kaliumsparenden

harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika: z. B. Spironolacton, Triamteren),

kaliumhaItigen Präparaten oder ACE-Hemmern besteht eine erhöhte Gefahr für das

Auftreten eines erhöhten Kaliumgehaltes im Blut (Hyperkaliämie). Die Kombination

der vorgenannten Arzneimittel mit Diaphal wird daher nicht empfohlen.

Arzneimittel mit entzündungshemmender Wirkung (nicht-steroidale Antiphlogistika,

z. B. Indometacin, Acetylsalicylsäure), Salicylate (Schmerzmittel) sowie Phenytoin

(Arzneimittel gegen Krampfanfälle und bestimmte Formen von Schmerzen) können

die blutdrucksenkende und harntreibende Wirkung von Diaphal vermindern.

Bei Patienten, die unter der Behandlung mit Diaphal eine Verminderung der

zirkulierenden Blutmenge (Hypovolämie) entwickeln oder bei einem

Flüssigkeitsmangel im Körper (Dehydratation), kann die gleichzeitige Gabe von nicht-

steroidalen Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen auslösen.

Bei der gleichzeitigen Therapie mit hochdosierten Salicylaten (Arzneimittel zur

Behandlung von Schmerzen und Rheuma) kann die giftige Wirkung der Salicylate

auf das zentrale Nervensystem durch Diaphal verstärkt werden.

Furosemid kann die Ausscheidung von Probenecid, Methotrexat und anderen

Arzneimitteln, die wie Furosemid in der Niere abgesondert werden, verringern. Bei

hochdosierter Behandlung kann dies zu erhöhten Wirkstoffspiegeln im Blut und

einem größeren Nebenwirkungsrisiko führen.

Die gehörschädigende Wirkung von bestimmten Antibiotika, z. B. Aminoglykoside

(z. B. Kanamycin, Gentamicin, Tobramycin) oder Chloramphenicol kann bei

gleichzeitiger Gabe von Furosemid verstärkt werden. Dabei auftretende

Hörstörungen können nicht rückbildungsfähig (irreversibel) sein. Die gleichzeitige

Anwendung der vorgenannten Arzneimittel sollte daher vermieden werden.

Da bei gleichzeitiger Anwendung von Cisplatin (Arzneimittel gegen bösartige

Erkrankungen) und Furosemid mit der Möglichkeit eines Hörschadens zu rechnen ist,

sollten beide Mittel nicht gleichzeitig verabreicht werden. Diaphal muss mit

besonderer Vorsicht gegeben werden, da es zu einer Verstärkung der

nierenschädigenden Wirkung (Nephrotoxizität) von Cisplatin kommen kann.

Diaphal kann ferner die nierenschädigende (nephrotoxische) Wirkung bestimmter

Antibiotika( z. B. Aminoglykoside, Cephalosporine oder Polymyxine) verstärken.

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Furosemid und hohen Dosen bestimmter

Cephalosporine behandelt werden, kann es zu einer Verschlechterung der

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Nierenfunktion kommen. Bei Patienten mit antibiotika-bedingter

(antibiotikainduzierter) Nierenschädigung sollte Diaphal deshalb mit Vorsicht

eingesetzt werden.

Bei der gleichzeitigen Behandlung von Diaphal mit anderen kaliumsparenden

harntreibenden Arzneimitteln (Diuretika, z. B. Spironolacton, Triamteren),

kaliumhaItigen Präparaten oder ACE-Hemmern besteht eine erhöhte Gefahr für das

Auftreten eines Kaliumüberschusses im Blut (Hyperkaliämie). Die Kombination der

vorgenannten Arzneimittel mit Diaphal wird daher nicht empfohlen.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit bestimmten Herzmitteln (herzwirksamen

Glykosiden) ist zu beachten, dass bei einem sich unter der Behandlung mit Diaphal

entwickelnden Kaliummangel im Blut (Hypokaliämie) und/oder Magnesiummangel im

Blut (Hypomagnesiämie) die Empfindlichkeit des Herzmuskels (Myokards)

gegenüber diesen Herzmitteln erhöht ist. Dadurch können die Wirkungen und

Nebenwirkungen dieser Herzmittel verstärkt werden. Durch den Wirkstoff

Amiloridhydrochlorid kann die Wirkung dieser Herzmittel jedoch auch herabgesetzt

werden. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen

(Kammerarrhythmien inklusive Torsades de pointes) bei gleichzeitiger Anwendung

von Arzneimitteln, die eine bestimmte EKG-Veränderung (Syndrom des verlängerten

QT-Intervalles) verursachen können (z. B. Terfenadin [Arzneimittel gegen Allergien],

einige Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen [Antiarrhythmika der Klassen I und

III]) bei Vorliegen von Elektrolytstörungen.

Die gleichzeitige Anwendung von Diaphal und Glucokortikoiden ("Cortison“), ACTH,

Carbenoxolon, Amphotericin B (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen),

Penicillin G, Salicylaten (Schmerzmitteln) oder Abführmitteln kann zu verstärkten

Kaliumverlusten führen. Lakritze wirkt in dieser Hinsicht wie Carbenoxolon.

Die gleichzeitige Gabe von Diaphal und Lithium (Mittel gegen bestimmte Arten von

Depressionen) führt über eine verminderte Lithiumausscheidung zu einer

Verstärkung der herz- und nervenschädigenden (kardio- und neurotoxischen)

Wirkung des Lithiums. Daher wird empfohlen, bei Patienten, die gleichzeitig mit

Lithiumsalzen behandelt werden, den Lithiumspiegel im Blut sorgfältig zu

überwachen.

Die Wirkung von Theophyllin (Arzneimittel gegen Asthma) und bestimmten

Arzneimitteln, die eine Muskelentspannung herbeiführen (curareartige

Muskelrelaxanzien), kann durch Diaphal verstärkt werden. Für den Fall, dass Diaphal

vor der Anwendung solcher Muskelrelaxanzien nicht abgesetzt werden kann, muss

der Narkosearzt über die Behandlung mit Diaphal informiert werden.

Phenytoin kann die harntreibende (diuretische) Wirkung von Diaphal (aufgrund einer

verminderten Aufnahme von Furosemid aus dem Magen-Darm-Trakt) vermindern;

Clofibrat kann die harntreibende (diuretische) Wirkung von Diaphal (aufgrund der

Verdrängung von Furosemid aus der Plasmaproteinbindung) verstärken.

Bei Patienten, die mit Risperidon behandelt werden, ist Vorsicht angezeigt, und

Nutzen und Risiken der Kombination oder gleichzeitigen Behandlung mit Furosemid

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oder mit anderen stark harntreibenden Arzneimitteln sind vom Arzt abzuwägen.

Da Sucralfat die Aufnahme von Furosemid aus dem Darm vermindert und somit

dessen Wirkung abschwächt, sollten die beiden Arzneimittel in einem zeitlichen

Abstand von mindestens 2 Stunden eingenommen werden.

Sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin (Arzneimittel zur Verhütung von

Transplantatabstoßungen) und Furosemid ist mit einem erhöhten Risiko von

Gelenkentzündung durch Gicht (Arthritis urica) verbunden, als Folge einer durch

Furosemid verursachten Erhöhung der Harnsäure im Blut und einer Beeinträchtigung

der Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren durch Ciclosporin.

Bei Patienten mit hohem Risiko für eine Nierenschädigung durch

Röntgenkontrastmittel, die mit Furosemid behandelt wurden, trat häufiger eine

Verschlechterung der Nierenfunktion nach einer Röntgenkontrastuntersuchung auf

als bei Risikopatienten, die nur eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr (Hydratation) vor

der Kontrastuntersuchung erhielten.

Bei Einnahme von Diaphal zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken:

Durch Alkohol kann die Wirkung von Diaphal verstärkt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Erfahrungen über die Sicherheit einer Anwendung in der Schwangerschaft liegen

nicht vor. Die Kombination Diaphal darf daher während der Schwangerschaft nicht

angewendet werden.

Furosemid hemmt den Milchfluss. Untersuchungen zur Milchgängigkeit von Amilorid

liegen nicht vor. Sie dürfen daher nicht mit Diaphal behandelt werden, wenn Sie

stillen. Gegebenenfalls müssen Sie abstillen.

Kinder und Jugendliche

Diaphal ist für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht geeignet, da keine

ausreichenden Erfahrungen vorliegen.

Ältere Menschen

Bei der Behandlung älterer Menschen ist auf.eine mögliche Einschränkung der

Nierenfunktion zu achten (s. Abschnitt 3. "Wie ist Diaphal einzunehmen?'').

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen

Kontrolle. Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren

Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn,

Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

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Die Anwendung von Diaphal kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen

führen. Die Anwendung von Diaphal als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung Ihrer

Gesundheit führen.

Diaphal enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Diaphal daher erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn

Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten

Zuckern leiden.

3.

WIE IST DIAPHAL EINZUNEHMEN?

Nehmen Sie Diaphal immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Die Dosierung sollte vom Arzt individuell - vor allem nach dem Behandlungserfolg -

festgelegt werden.

Die empfohlenen Dosis beträgt

Erwachsene:

1-mal täglich morgens 1 Tablette Diaphal (entsprechend 40 mg Furosemid und 5 mg

Amiloridhydrochlorid pro Tag).

Bei unzureichendem Therapieerfolg kann die Dosierung auf 2 Tabletten Diaphal

täglich (entsprechend 80 mg Furosemid und 10 mg Amiloridhydrochlorid pro Tag)

gesteigert werden.

Nierenfunktionsstörungen und ältere Patienten:

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance zwischen 30

und 60 ml/min und/oder Serum-Kreatinin zwischen 1,8 und 1,5 mg/dl) sowie bei

älteren Patienten (über 65 Jahre) sollte (wegen des Amilorid-Anteils) keine

Dosissteigerung erfolgen.

Kinder und Jugendliche:

Diaphal wird für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht empfohlen.

Art und Dauer der Anwendung:

Diaphal Tabletten werden mit etwas Flüssigkeit - nach dem Frühstück -

eingenommen.

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette, wenn Sie Schwierigkeiten haben,

diese im Ganzen zu schlucken.

Über die Dauer der Anwendung entscheidet der behandelnde Arzt. Sie richtet sich

nach Art und Schwere der Erkrankung und sollte auf einen möglichst kurzen

Zeitraum begrenzt werden.

Nach Langzeitbehandlung sollte Diaphal ausschleichend abgesetzt werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben,

dass die Wirkung von Diaphal zu stark oder zu schwach ist.

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Wenn Sie eine größere Menge von Diaphal eingenommen haben, als Sie sollten

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit größeren Mengen von Diaphal ist sofort ein

Arzt/Notarzt zu benachrichtigen. Dieser kann entsprechend der Schwere der

Überdosierung über die gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen entscheiden.

Die Anzeichen einer akuten oder chronischen Überdosierung sind vom Ausmaß des

Flüssigkeitsverlustes und der Elektrolytstörungen abhängig.

Überdosierung kann zu vermindertem Blutdruck (Hypotonie) und Kreislaufstörungen

beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische Regulationsstörungen),

Elektrolytstörungen (erniedrigter oder erhöhter Kaliumgehalt im Blut, erniedrigter

Natrium- und Chloridgehalt im Blut) oder Anstieg des pH-Wertes im Blut führen.

Bei stärkeren Flüssigkeitsverlusten kann es zu "Entwässerung" (Dehydratation) und

als Folge einer verminderten zirkulierenden Blutmenge (Hypovolämie) zur

Bluteindickung (Hämokonzentration) mit Thromboseneigung, Krämpfen,

Benommenheit, Verwirrtheitszuständen, Kreislaufkollaps, Bewusstseinsstörungen bis

zum Koma oder zum akuten Nierenversagen kommen.

Bei raschen Wasser- und Elektrolytverlusten können Verwirrtheitszustände (delirante

Zustandsbilder) auftreten.

Selten tritt ein anaphylaktischer Schock (Symptome: Schweißausbruch, Übelkeit,

bläuliche Verfärbung der Haut [Zyanose], starker Blutdruckabfall,

Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, u.a.) auf.

Bei dringendem Verdacht auf eine Überdosierung benötigen Sie ärztliche Hilfe!

Halten Sie die Packung des Arzneimittels bereit, damit sich der Arzt über den

aufgenommen Wirkstoff informieren kann.

Wenn Sie die Einnahme von Diaphal vergessen haben

Auch wenn Sie einmal zu wenig von Diaphal eingenommen haben oder eine

Einnahme vergessen haben, nehmen Sie beim nächsten Mal nicht etwa die doppelte

Menge ein, sondern führen Sie die Einnahme. wie in der Dosierungsanleitung

beschrieben, bzw. wie vom Arzt verordnet, fort.

Wenn Sie die Einnahme von Diaphal abbrechen

Sollten Sie die Behandlung unterbrechen wollen, besprechen Sie dies vorher mit

Ihrem Arzt. Beenden Sie bitte die Behandlung mit Diaphal nicht eigenmächtig ohne

ärztliche Beratung. Sie können damit den Behandlungserfolg gefährden.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

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Wie alle Arzneimittel kann Diaphal Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben

zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 von 10 Behandelten

Häufig:

weniger als 1 von 10, aber mehr als 1 von 100

Behandelten

Gelegentlich:

weniger als 1 von 100, aber mehr als 1 von 1000

Behandelten

Selten:

weniger als 1 von 1000, aber mehr als 1 von 10 000

Behandelten

Sehr selten:

weniger als 1 von 10 000 Behandelten

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind,

nehmen Sie Diaphal nicht weiter ein und suchen Sie möglichst umgehend Ihren Arzt

auf.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems:

Gelegentlich: Verringerung der Blutplättchen (Thrombozytopenie)

Selten: Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), Verringerung

der weißen Blutkörperchen (Leukopenie)

Sehr selten: Blutarmut durch vermehrten Zerfall roter Blutkörperchen (hämolytische

Anämie), Anämie durch Blutbildungsstörung im Knochenmark (aplastische Anämie),

hochgradige Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen mit Infektneigung und

schweren Allgemeinsymptomen (Agranulozytose).

Hinweise auf eine Agranulozytose können Fieber mit Schüttelfrost,

Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen sein.

Erkrankungen des Immunsystems:

Gelegentlich: Juckreiz, Haut- und Schleimhautreaktionen (siehe Nebenwirkungen bei

„Haut und Unterzellhautgewebe“)

Selten: schwere Überempfindlichkeitsreaktionen wie ein Kreislaufkollaps

(anaphylaktischer Schock). Erste Anzeichen für einen Schock sind u. a.

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Hautreaktionen wie heftige Hautrötung (Flush) oder Nesselsucht, Unruhe,

Kopfschmerz, Schweißausbruch, Übelkeit, bläuliche Verfärbung der Haut (Zyanose),

allergische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig kommt es während der Behandlung mit Diaphal als Folge der vermehrten

Flüssigkeits- und Elektrolytausscheidung zu Störungen im Flüssigkeits- und

Elektrolythaushalt (insbesondere ein erhöhter Kaliumgehalt im Blut und ein

Natriummangel im Blut, ferner ein erhöhter Chlorid- und Kalziumgehalt im Blut, ein

Magnesiummangel im Blut sowie in seltenen Fällen ein Kaliummangel im Blut).

Daher sind regelmäßige Kontrollen der Serumelektrolyte (insbesondere Kalium,

Natrium, Kalzium, Magnesium) angezeigt. Insbesondere der Kaliumgehalt im Blut

muss regelmäßig kontrolliert werden, um das Auftreten zu niedriger oder zu stark

erhöhter Kaliumspiegel im Blut zu verhindern.

Die mögliche Entwicklung von Elektrolytstörungen wird durch zugrundeliegende

Erkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Herzmuskelschwäche [Herzinsuffizienz),

gleichzeitig verabreichte andere Arzneimittel und Ernährung beeinflusst.

Insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr und/oder erhöhten

Kaliumverlusten (z. B. bei Erbrechen oder chronischem Durchfall) kann als Folge

einer erhöhten Kaliumausscheidung über die Niere ein Kaliummangelzustand im Blut

(Hypokaliämie) auftreten, der sich in folgenden Symptomen äußern kann:

Müdigkeit, Schläfrigkeit, Muskelschwäche, Missempfindungen in den Gliedmaßen

(Parästhesien), Lähmungen (Paresen), Erbrechen, Verstopfung, übermäßige

Gasansammlung im Magen-Darm-Trakt (Meteorismus), übermäßige

Harnausscheidung (Polyurie), krankhaft gesteigertes Durstgefühl mit übermäßiger

Flüssigkeitsaufnahme (Polydipsie) sowie Pulsunregelmäßigkeiten (Reizbildungs- und

Reizleitungsstörungen am Herzen). Schwere Kaliumverluste können zu einer

Darmlähmung (paralytischer Ileus) oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum Koma

führen.

Infolge erhöhter Natriumverluste über die Nieren - insbesondere bei eingeschränkter

Zufuhr von Natriumchlorid kann sich ein Natriummangelzustand im Blut

(Hyponatriämie) mit entsprechender Symptomatik entwickeln. Häufig beobachtete

Symptome sind Blutdruckabfall bei Lagewechsel (orthostatischer Blutdruckabfall),

Muskelverspannungen und Muskelkrämpfe, insbesondere Wadenkrämpfe,

Teilnahmslosigkeit (Apathie), Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, Schwindel,

Schläfrigkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszustände.

Die häufigste Nebenwirkung bei der Gabe von Amilorid ist ein Kaliumüberschuss im

Blut (Hyperkaliämie).

Unter der Gabe von Diaphal tritt - insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter

Nierenfunktion - häufig eine starke Erhöhung des Kaliumgehalts im Blut

(Hyperkaliämie) auf. Bei Müdigkeit, Schwächegefühl, Muskelschwäche (z. B. in den

Beinen), Missempfindungen in den Gliedmaßen (Parästhesien) und

Muskellähmungserscheinungen sowie bei einem verlangsamten Pulsschlag oder

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anderen Herzrhythmusstörungen muss besonders an die Möglichkeit zu hoher

Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie) gedacht werden. Nach Einnahme von hohen

Dosen wurden extreme Schläfrigkeit (Lethargie) und Verwirrtheitszustände

beobachtet.

Die zusätzliche Gabe von Kalium, anderen kaliumsparenden harntreibenden

Arzneimitteln (Diuretika) oder eine kaliumreiche Diät sind daher zu vermeiden.

Erhöhte Kalziumverluste über die Nieren können den Kalziumspiegel im Blut

erniedrigen (Hypokaziämie). Dies kann in seltenen Fällen eine neuromuskuläre

Übererregbarkeit (Tetanie) auslösen.

Bei erhöhten Magnesiumverlusten über die Nieren wurden als Folge eines

Magnesiummangels im Blut (Hypomagnesiämie) in seltenen Fällen eine

neuromuskuläre Übererregbarkeit (Tetanie) oder das Auftreten von

Herzrhythmusstörungen beobachtet.

Ferner kann es unter der Behandlung mit Diaphal zu Störungen im Säure-Basen-

Haushalt kommen. Es kann sich eine metabolische Alkalose (Anstieg des pH-Wertes

im Blut) entwickeln bzw. eine bereits bestehende metabolische Alkalose

verschlechtern. Es kann jedoch auch zur Ausbildung einer metabolischen Azidose

(Senkung des pH-Wertes im Blut, Übersäuerung des Blutes) kommen.

Häufig kommt es unter der Behandlung mit Diaphal zu erhöhten Harnsäurespiegeln

im Blut (Hyperurikämie). Diese kann bei entsprechend veranlagten Patienten zu

Gichtanfällen führen.

Unter Diaphal kann es zu einem Anstieg der Blutfette (Cholesterin, Triglyceride)

kommen.

Gelegentlich kann es zu einem wieder zurückgehenden (reversiblen) Anstieg der

harnpflichtigen Stoffe (Harnstoff und Kreatinin) kommen.

Zustände mit erhöhtem Blutzucker (hyperglykämische Zustände) kommen

gelegentlich unter der Behandlung mit Diaphal vor. Dies kann bei Patienten mit

bereits bestehender Zuckerkrankheit (manifester Diabetes mellitus) zu einer

Verschlechterung der Stoffwechsellage führen. Eine bisher nicht in Erscheinung

getretene Zuckerkrankheit (latenter Diabetes mellitus) kann in Erscheinung treten.

Daher sollten während der Behandlung mit Diaphal neben den Serumelektrolyten

(Kalium, Natrium, Kalzium, Chlorid, Magnesium) auch die Konzentrationen der

harnpflichtigen Substanzen (Harnstoff, Serum-Kreatinin), die Blutfette (Cholesterin

und Triglyceride) sowie der Blutzucker und die Harnsäure im Blut regelmäßig

kontrolliert werden.

Psychiatrische Erkrankungen

selten: Nervosität, Müdigkeit, Verwirrtheitszustände.

Erkrankungen des Nervensystems

selten: Schwindel, Schwächegefühl, Kopfschmerzen, Missempfindungen (z. B.

Kribbeln) in den Gliedmaßen (Parästhesien).

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Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen können Bewusstseinsstörungen

(hepatische Enzephalopathie) auftreten.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths:

Selten: Bedingt durch die gehörschädigende Wirkung (Ototoxizität) von Furosemid

kommt es zu meist rückbildungsfähigen (reversiblen) Hörstörungen und/oder

Ohrgeräuschen (Tinnitus).

Herzerkrankungen:

Infolge übermäßiger Harnausscheidung (Diurese) können Kreislaufbeschwerden,

insbesondere bei älteren Patienten, auftreten, die sich vor allem als Kopfschmerzen,

Schwindel, Sehstörungen, Mundtrockenheit/ Durst, Blutdruckabfall und vermindertem

Blutdruck beim Wechsel vom Liegen zum Stehen (orthostatische

Regulationsstörungen) äußern.

Gefäßerkrankung

Bei sehr starker Harnausscheidung kann es infolge einer "Entwässerung"

(Dehydratation) und einer verminderten zirkulierenden Blutmenge (Hypovolämie) zur

Bluteindickung (Hämokonzentration) und in seltenen Fällen zu Krämpfen,

Verwirrtheitszuständen, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma, Kreislaufkollaps und

zu einem akuten Nierenversagen kommen. Als Folge der Hämokonzentration kann

- insbesondere bei Vorliegen von Venenerkrankungen und bei älteren Patienten - zu

Thrombosen und Embolien kommen. "Entwässerung" und eine verminderte

zirkulierende Blutmenge können besonders bei älteren Patienten auftreten.

Selten: Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitis).

Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes:

Gelegentlich: Verstopfung

Selten: Magen-Darm-Beschwerden, z. B. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall

Diese Beschwerden treten häufig auf, wenn Diaphal vor dem Essen eingenommen

wird.

Unter Amiloridhydrochlorid wurde die Aktivierung eines wahrscheinlich

vorbestehenden Magen- oder Darm-Geschwürs (peptisches Ulkus) berichtet.

Erkrankungen der Leber / Gallenblase / Bauchspeicheldrüse: .

Sehr selten: Gallestau in der Leber (intrahepatische Cholestase),

Leberfunktionsstörungen mit Erhöhung bestimmter Leberwerte im Blut, akute

Bauchspeicheldrüsenentzündung (akute Pankreatitis).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Gelegentlich: Juckreiz, allergische Haut- und Schleimhautreaktionen, z. B.

Hautausschläge mit Blasen oder Schuppenbildung (bullöse Exantheme),

Nesselausschlag (Urtikaria), großflächige Hauteinblutungen (Purpura), bestimmte

schwerwiegende Hauterkrankungen (Erythema exsudativum multiforme, bullöses

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Pemphigoid, Dermatitis exfoliativa), erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut

(Photosensibilität).

Sehr selten: bestimmte schwerwiegende Hauterkrankungen (Stevens-Johnson-

Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege:

Unter Diaphal kann es vorübergehend zu einem Anstieg von Stoffen, die über die

Niere ausgeschieden werden (Kreatinin, Harnstoff), im Blut kommen. Symptome

einer Harnabflussbehinderung (z. B. bei Prostatavergrößerung, Harnstauungsniere,

Harnleiterverengung) können durch Diaphal auftreten bzw. verschlechtert werden. Es

kann zur Harnsperre (Harnverhaltung) mit Komplikationen kommen.

Gelegentlich: Nierenentzündung (interstitielle Nephritis).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich:

fieberhafte Zustände

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Gelborange S kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion darf Diaphal nicht

nochmals eingenommen werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das Bundesinstitut

für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: http://www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

WIE IST DIAPHAL AUFZUBEWAHREN?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton angegebenen

Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten

Tag des angegebenen Monats.

Vor Licht geschützt aufbewahren.

6.

INHALT DER PACKUNG UND WEITERE INFORMATIONEN

Was Diaphal

enthält:

Die Wirkstoffe sind:

Furosemid

40 mg

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Amiloridhydrochlorid 2 H

5,68 mg entsprechend 5,0 mg Amiloridhydrochlorid

Die sonstigen Bestandteile sind:

Lactose, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph.Eur.), Talkum, Magnesiumstearat

(Ph.Eur.)[pflanzlich], Gelborange S, mikrokristalline Cellulose, hochdisperses

Siliciumdioxid, Maisstärke

Wie Diaphal

aussieht und Inhalt der Packung

Runde, bikonvexe, orangefarbene Tabletten mit einer Bruchkerbe auf einer Seite.

Diaphal

ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Tabletten erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

Pharmazeutischer Unternehmer:

Pierre Fabre Pharma GmbH

Jechtinger Straße 13

D - 79111 Freiburg

Hersteller:

PIERRE FABRE MEDICAMENT PRODUCTION

PROGIPHARM

Rue du Lycée

F - 45500 Gien

Falls weitere Informationen über das Arzneimittel gewünscht werden, setzen Sie sich

bitte mit dem Pharmazeutischen Unternehmer in Verbindung.

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im: Dezember 2013

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Fachinformation

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Diaphal

40 mg / 5 mg Tabletten

Wirkstoffe:

Furosemid/Amiloridhydrochlorid

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Tablette Diaphal enthält:

40,00 mg Furosemid

5,68 mg Amiloridhydrochlorid 2 H

O entsprechend 5,0 mg Amiloridhydrochlorid

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Die Bruchkerbe dient nur zum Teilen der Tablette um das Schlucken zu

erleichtern und nicht zum Aufteilen in gleiche Dosen.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Dieses Arzneimittel ist ein Diuretikum / Antihypertonikum.

Diaphal wird angewendet bei Erwachsenen.

Das Kombinationsarzneimittel Diaphal soll nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-

Abwägung nur bei Patienten angewendet werden, bei denen eine

Verminderung von Kaliumverlusten angezeigt ist:

- Ödeme als Folge von Herzinsuffizienz, Nierenerkrankungen und

Lebererkrankungen

- Aszites als Folge von Lebererkrankungen

- Bluthochdruck

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

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Dosierung

Die Dosierung sollte individuell-vor allem nach dem Behandlungserfolg-

festgelegt werden.

Es gelten folgende Richtdosen:

Erwachsene:

1-mal täglich morgens 1 Tablette Diaphal (entsprechend 40 mg Furosemid

5 mg Amiloridhydrochlorid pro Tag).

Bei unzureichendem Therapieerfolg kann die Dosierung auf 2 Tabletten Diaphal

täglich (entsprechend 80 mg Furosemid und 10 mg Amiloridhydrochlorid pro

Tag) gesteigert werden.

Nierenfunktionsstörungen und ältere Patienten:

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance

zwischen 30 und 60 ml/min und/oder Serum-Kreatinin zwischen 1,8 und 1,5

mg/dl) sowie bei älteren Patienten (über 65 Jahre) sollte (wegen des Amilorid-

Anteils) keine Dosissteigerung erfolgen.

Kinder und Jugendliche:

Diaphal ist kontraindiziert bei Kindern und Jugendlichen (s. Abschnitt 4.3).

Art der Anwendung:

Diaphal Tabletten werden mit etwas Flüssigkeit unzerkaut – nach dem

Frühstück – eingenommen.

Dauer der Anwendung:

Die Dauer der Anwendung ist zeitlich nicht begrenzt. Sie richtet sich nach Art

und Schwere der Erkrankung und sollte auf einen möglichst kurzen Zeitraum

begrenzt werden.

Nach Langzeitbehandlung sollte Diaphal ausschleichend abgesetzt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Diaphal darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Fursosemid und

Amiloridhydrochlorid, gegen Sulfonamide (Kreuzreaktion), Gelborange S

oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

schwerer Hypokaliämie

schwerer Hyponatriämie

Hypovolämie mit oder ohne begleitende Hypotonie oder Dehydratation

Hyperkaliämie (über 5,5 mmol/l)

Nierenversagen mit Anurie

Nierenfunktionsstörungen: akutes Nierenversagen, chronische

Niereninsuffizienz, diabetische Nephropathie, bei Serum-Kreatinin-Werten

über 1,8 mg/dl und/oder Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min (bei Serum-

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Kreatinin-Werten zwischen 1,8 und 1,5 mg/dl und/oder einer Kreatinin-

Clearance zwischen 30 und 60 ml/min sollte Diaphal nur unter sorgfältiger

Überwachung des Kaliumhaushaltes angewendet werden)

Koma und Präkoma hepaticum

Hypotonie

Kindern

Schwangeren und Stillenden (s. Abschnitt 4.6.)

Diaphal ist nicht mit anderen kaliumsparenden Arzneimitteln (Triamteren,

Spironolacton) zu kombinieren (siehe Abschnitt 4.5).

Die gleichzeitige Einnahme von Cisplatin sowie von Laxantien ist zu

vermeiden (s. Abschnitt 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:

Patienten mit manifestem oder latentem Diabetes mellitus (regelmäßige

Kontrolle des Blutzuckerspiegels ist erforderlich)

Patienten mit Gicht (regelmäßige Kontrolle der Harnsäure im Serum)

Patienten mit einer Harnabflussbehinderung (z. B. Prostatahypertrophie,

Hydronephrose, Ureterstenose)

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Zerebrovaskulären Durchblutungsstörungen

Koronarer Herzkrankheit

Nephrotischem Syndrom

Hypoproteinämie

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (Serum-Kreatinin-Werten

zwischen 1,8 und 1,5 mg/dl und/oder einer Kreatinin-Clearance zwischen

30 und 60 ml/min)

Während der Therapie mit Diaphal sollten, besonders bei länger dauernder

Therapie, in geeigneten Zeitabständen die Serum-Elektrolyte (insbesondere

Kalium, Natrium und Kalzium), Bikarbonat, Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure

sowie der Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden, insbesondere bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion (s. Abschnitt 4.2) und bei

Diabetikern.

Eine besonders enge Überwachung ist erforderlich bei Patienten mit einem

hohen Risiko Elektrolytstörungen zu entwickeln oder im Falle eines stärkeren

Flüssigkeitsverlustes (z. B. durch Erbrechen, Durchfall oder intensives

Schwitzen). Hypovolämie oder Dehydratation sowie wesentliche

Elektrolytstörungen oder Störungen im Säure-Basen-Haushalt müssen korrigiert

werden. Dies kann die zeitweilige Einstellung der Behandlung mit Diaphal

erfordern.

Bei der gleichzeitigen Behandlung von Diaphal mit anderen kaliumsparenden

Diuretika (z. B. Spironolacton, Triamteren), kaliumhaltigen Präparaten oder

4 von 20

ACE-Hemmern besteht eine erhöhte Gefahr für das Auftreten einer

Hyperkaliämie. Die Kombination der vorgenannten Arzneimittel mit Diaphal wird

daher nicht empfohlen (s. Abschnitte 4.3 und 4.5).

Bei eingeschränkter Nierenfunktion mit Serum-Kreatinin-Werten zwischen 1,2

und 1,8 mg/dl und einer Kreatinin-Clearance zwischen 60 ml/min und 30 ml/min

sowie bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zu einem Anstieg

des Serum-Kalium-Spiegels führen können, sollte die Behandlung mit Diaphal

nur unter häufiger Kontrolle des Serum-Kalium-Spiegels erfolgen.

Bei Patienten mit manifestem oder latentem Diabetes mellitus sollten

regelmäßige Kontrollen des Blutzuckers erfolgen. Der Insulinbedarf von

Patienten mit Diabetes mellitus kann unter der Therapie mit Diaphal erhöht sein

und sollte gegebenenfalls angepasst werden.

Vor Durchführung eines Glukose-Toleranztests ist Diaphal abzusetzen.

Bei Patienten mit Miktionsbeschwerden (z. B. Prostatahypertrophie) kann unter

der Therapie mit Diaphal die Neigung zu erhöhter Restharnbildung bestehen.

Bei diesen Patienten darf Diaphal daher nur angewendet werden, wenn für

freien Harnabfluss gesorgt ist, da eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer

Harnsperre mit Überdehnung der Blase führen kann.

Unter der Therapie mit Amiloridhydrochlorid sind in Einzelfällen reversible

Veränderungen der Leberfunktionstests beobachtet worden (s. Abschnitt 4.8).

Eine Kontrolle der Transaminasen wird daher empfohlen.

Eine Verdrängung des Bilirubins aus der Albuminbindung und damit ein

erhöhtes Kernikterusrisiko bei Hyperbilirubinämie wird für Diaphal diskutiert.

Beim nephrotischen Syndrom muss Diaphal wegen der Gefahr vermehrt

auftretender Nebenwirkungen vorsichtig dosiert werden.

Der durch verstärkte Urinausscheidung hervorgerufene Gewichtsverlust sollte

unabhängig vom Ausmaß der Urinausscheidung 1 kg/Tag nicht überschreiten.

Die Therapie des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der

regelmäßigen ärztlichen Kontrolle.

Während der Behandlung mit Diaphal sollten die Patienten auf eine

ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten.

Gleichzeitige Anwendung mit Risperidon

ln placebo-kontrollierten Studien mit Risperidon bei älteren Patienten mit

Demenz wurde eine höhere Mortalitätsinzidenz bei Patienten beobachtet, die

gleichzeitig mit Furosemid und Risperidon behandelt wurden (7,3%,

Durchschnittsalter 89 Jahre, Altersspanne 75-97 Jahre), im Vergleich zu

Patienten, die Risperidon allein (3,1%, Durchschnittsalter 84 Jahre,

Altersspanne 70-96 Jahre) oder Furosemid allein (4,1%, Durchschnittsalter 80

5 von 20

Jahre, Altersspanne 67-90 Jahre) erhalten hatten. Die gleichzeitige Anwendung

von Risperidon mit anderen Diuretika (hauptsächlich niedrig dosierte

Thiaziddiuretika) war nicht mit einem ähnlichen Befund assoziiert.

Ein pathophysiologischer Mechanismus zur Erklärung dieser Beobachtung

konnte nicht identifiziert werden und es wurde kein einheitliches Muster für die

Todesursache festgestellt. Dennoch ist Vorsicht angezeigt, und Risiken und

Nutzen dieser Kombination oder der gleichzeitigen Behandlung mit anderen

stark wirksamen Diuretika sind vor der Therapieentscheidung abzuwägen. Die

Mortalitätsinzidenz war bei Patienten, die andere Diuretika als Begleittherapie

zu Risperidon erhalten hatten, nicht erhöht. Behandlungsunabhängig war

Dehydratation ein allgemeiner Risikofaktor für Mortalität und soll daher bei

älteren Patienten mit Demenz vermieden werden ( s. Abschnitt 4.3).

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von Diaphal kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen.

Die Anwendung von Diaphal als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der

Gesundheit führen.

Patienten mit der seltenen heriditären Galactose- Intoleranz, Lactase-Mangel

oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Diaphal nicht einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen zwischen dem vorliegenden und anderen

Arzneimitteln sind zu beachten:

Die Wirkung von Insulin oder oralen Antidiabetika, harnsäuresenkenden

Arzneimitteln sowie pressorischen Aminen (z. B. Epinephrin, Norepinephrin)

kann bei gleichzeitiger Gabe von Diaphal vermindert sein.

Die Wirkung von Diaphal kann durch andere Diuretika, andere

blutdrucksenkende Arzneimittel (z. B. Beta-Rezeptorenblocker), Nitrate,

Vasodilatatoren, orale Antikoagulantien, Barbiturate, Phenothiazine, trizyklische

Antidepressiva, Narkotika sowie durch Alkohol verstärkt werden.

Wenn andere Antihypertensiva, Diuretika oder Arzneimittel mit

blutdrucksenkendem Potenzial gleichzeitig mit Furosemid angewendet werden,

ist ein stärkerer Blutdruckabfall zu erwarten. Massive Blutdruckabfälle bis zum

Schock und eine Verschlechterung der Nierenfunktion (in Einzelfällen akutes

Nierenversagen) wurden insbesondere beobachtet, wenn ein ACE-Hemmer

B. Captopril, Enalapril) oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist zum ersten

Mal oder erstmals in höherer Dosierung gegeben wurde. Wenn möglich sollte

die Furosemid-Therapie daher vorübergehend eingestellt oder wenigstens die

Dosis für drei Tage reduziert werden, bevor die Therapie mit einem ACE-

Hemmer oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten begonnen oder seine

Dosis erhöht wird.

6 von 20

Bei der gleichzeitigen Behandlung von Diaphal mit anderen kaliumsparenden

Diuretika (z. B. Spironolacton, Triamteren), kaliumhaItigen Präparaten oder

ACE-Hemmern besteht eine erhöhte Gefahr für das Auftreten einer

Hyperkaliämie. Die Kombination der vorgenannten Arzneimittel mit Diaphal wird

daher nicht empfohlen (s. Abschnitt 4.3).

Nicht-steroidale Antiphlogistika (z. B. Indometacin, Acetylsalicylsäure),

Salicylate sowie Phenytoin können die antihypertensive und diuretische

Wirkung von Diaphal vermindern.

Bei Patienten, die unter der Therapie mit Diaphal eine Hypovolämie oder eine

Dehydratation entwickeln, kann die gleichzeitige Gabe von nicht-steroidalen

Antiphlogistika ein akutes Nierenversagen auslösen.

Bei der gleichzeitigen Therapie mit hochdosierten Salicylaten kann die toxische

Wirkung der Salicylate auf das zentrale Nervensystem durch Diaphal verstärkt

werden.

Furosemid kann die renale Elimination von Probenecid, Methotrexat und

anderen Arzneimitteln, die wie Furosemid in der Niere beträchtlich tubulär

sezerniert werden, verringern. Bei hochdosierter Behandlung (insbesondere

sowohl mit Furosemid als auch dem anderen Arzneimittel) kann dies zu

erhöhten Serumspiegeln und einem größeren Nebenwirkungsrisiko durch

Furosemid oder die Begleitmedikation führen.

Die Ototoxizität von Aminoglykosiden (z. B. Kanamycin, Gentamicin,

Tobramycin) und anderen ototoxischen Arzneimitteln (z. B. Chloramphenicol)

kann bei gleichzeitiger Gabe von Furosemid verstärkt werden. Dabei

auftretende Hörstörungen können irreversibel sein. Die gleichzeitige

Anwendung der vorgenannten Arzneimittel sollte daher vermieden werden.

Da bei gleichzeitiger Anwendung von Cisplatin und Furosemid mit der

Möglichkeit eines Hörschadens zu rechnen ist, sollten beide Arzneimittel

nicht gleichzeitig verabreicht werden (s. Abschnitt 4.3). Wird bei einer

Cisplatinbehandlung eine forcierte Diurese mit Furosemid angestrebt, so darf

Furosemid nur in niedriger Dosis (z. B. 40 mg bei normaler Nierenfunktion)

und bei positiver Flüssigkeitsbilanz eingesetzt werden. Andernfalls kann es

zu einer Verstärkung der Nephrotoxizität von Cisplatin kommen.

Diaphal kann ferner die nierenschädigende (nephrotoxische) Wirkung

bestimmter Antibiotika ( z. B. Aminoglykoside, Cephalosporine, Polymyxine)

verstärken.

Bei Patienten, die gleichzeitig mit Furosemid und hohen Dosen bestimmter

Cephalosporine behandelt werden, kann es zu einer Verschlechterung der

Nierenfunktion kommen. Bei Patienten mit antibiotikainduzierter

Nierenschädigung sollte Diaphal deshalb mit Vorsicht eingesetzt werden.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Herzglykosiden ist zu beachten, dass bei

einer sich unter der Behandlung mit Diaphal entwickelnden Hypokaliämie

7 von 20

und/oder Hypomagnesiämie die Empfindlichkeit des Myokards gegenüber

Herzglykosiden erhöht ist. Dadurch können Wirkungen und Nebenwirkungen

der herzwirksamen Glykoside entsprechend verstärkt werden.

Es besteht ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen

(Kammerarrhythmien inklusive Torsades de pointes) bei gleichzeitiger

Anwendung von Arzneimitteln, die ein Syndrom des verlängerten QT-Intervalles

verursachen können (z. B. Terfenadin, einige Antiarrhythmika der Klassen I und

III) und dem Vorliegen von Elektrolytstörungen.

Die gleichzeitige Anwendung von Diaphal und Glukokortikoiden, ACTH,

Carbenoxolon, Amphotericin B, Penicillin G, Salicylaten oder Laxantien kann zu

verstärkten Kaliumverlusten führen. Lakritze wirkt in dieser Hinsicht wie

Carbenoxolon.

Die gleichzeitige Gabe von Diaphal und Lithium führt über eine verminderte

Lithiumausscheidung zu einer Verstärkung der kardio- und neurotoxischen

Wirkung des Lithiums. Daher wird empfohlen, bei Patienten, die gleichzeitig mit

Lithiumsalzen behandelt werden, den Lithiumspiegel sorgfältig zu überwachen.

Die Wirkung von Theophyllin oder curareartigen Muskelrelaxanzien kann durch

Furosemid verstärkt werden. Für den Fall, dass Diaphal vor der Anwendung

peripherer curareartiger Muskelrelaxanzien nicht abgesetzt werden kann, muss

der Narkosearzt über die Behandlung mit Diaphal informiert werden.

Phenytoin kann die diuretische Wirkung von Diaphal (aufgrund einer

verminderten enteralen Resorption von Furosemid) vermindern; Clofibrat kann

die diuretische Wirkung von Diaphal (aufgrund der Verdrängung von Furosemid

aus der Plasmaproteinbindung) verstärken.

Bei Patienten, die mit Risperidon behandelt werden, ist Vorsicht angezeigt, und

Risiken und Nutzen der Kombination oder gleichzeitigen Behandlung mit

Furosemid oder mit anderen stark wirksamen Diuretika sind vor der

Therapieentscheidung abzuwägen (s. Abschnitt 4.4 bezüglich der erhöhten

Mortalität bei älteren Patienten mit Demenz, die gleichzeitig Risperidon

erhalten).

Da Sucralfat die Aufnahme von Furosemid aus dem Darm vermindert und somit

dessen Wirkung abschwächt, sollten die beiden Arzneimittel in einem zeitlichen

Abstand von mindestens 2 Stunden eingenommen werden.

Sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin und Furosemid ist mit einem

erhöhten Risiko von Arthritis urica verbunden, als Folge einer durch Furosemid

verursachten Hyperurikämie und einer Beeinträchtigung der renalen

Harnsäureausscheidung durch Ciclosporin.

Bei Patienten mit hohem Risiko für eine Nierenschädigung durch

Röntgenkontrastmittel, die mit Furosemid behandelt wurden, trat häufiger eine

8 von 20

Verschlechterung der Nierenfunktion nach einer Röntgenkontrastuntersuchung

auf als bei Risikopatienten, die nur eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr

(Hydratation) vor der Kontrastuntersuchung erhielten.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Erfahrungen über die Sicherheit einer Anwendung in der Schwangerschaft

liegen nicht vor. Eine Anwendung von Diaphal während der Schwangerschaft

ist daher kontraindiziert.

Diuretika sind für die routinemäßige Therapie von Hypertonie und Ödemen in

der Schwangerschaft nicht geeignet, da sie die Perfusion der Plazenta

beeinträchtigen und damit das intrauterine Wachstum. Falls Diaphal dennoch

bei Herz- oder Niereninsuffizienz der Mutter gegeben werden muss, sind

Elektrolyte und Hämatokrit sowie das Wachstum des Feten genau zu

überwachen.

Stillzeit

Furosemid hemmt die Laktation. Untersuchungen zur Milchgängigkeit von

Amilorid liegen nicht vor. Eine Anwendung der Kombination Diaphal ist daher

kontraindiziert (siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit

zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen

oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt werden. Dies gilt in

verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und

Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung der Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben

zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100)

Selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Gelegentlich: Thrombozytopenie

Selten: Eosinophilie, Leukopenie

Sehr selten: Hämolytische Anämie, aplastische Anämie, Agranulozytose

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Hinweise auf eine Agranulozytose können Fieber mit Schüttelfrost,

Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen sein.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Juckreiz, allergische Haut- und Schleimhautreaktionen (siehe

Nebenwirkungen bei „ Haut und Unterhautzellgewebe“)

Selten: schwere anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen (z. B.

anaphylaktischer Schock ?

Erste Anzeichen für einen Schock sind u. a. Hautreaktionen wie Flush oder

Urtikaria, Unruhe, Kopfschmerz, Schweißausbruch, Übelkeit, Zyanose,

allergische Reaktionen.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig werden während der Therapie mit Diaphal als Folge der vermehrten

Flüssigkeits- und Elektrolytausscheidung Störungen des Flüssigkeits- und

Elektrolythaushaltes, insbesondere des Kaliumhaushaltes ( Hypokaliämie oder

Hyperkaliämie) beobachtet. Daher sind regelmäßige Kontrollen der

Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium und Calcium) angezeigt.

Insbesondere der Serumkaliumspiegel muss regelmäßig kontrolliert werden, um

das Auftreten zu niedriger oder zu stark erhöhter Kaliumspiegel im Blut zu

verhindern.

Die mögliche Entwicklung von Elektrolytstörungen wird durch zugrundeliegende

Erkrankungen (z. B. Leberzirrhose, Herzinsuffizienz), Begleitmedikation (s.

Abschnitt 4.5) und Ernährung beeinflusst.

Insbesondere bei gleichzeitig verminderter Kaliumzufuhr und/oder erhöhten

extrarenalen Kaliumverlusten (z. B. bei Erbrechen oder chronischer Diarrhö)

kann als Folge erhöhter renaler Kaliumverluste eine Hypokaliämie auftreten, die

sich in neuromuskulärer (Muskelschwäche, Parästhesien, Paresen), intestinaler

(Erbrechen, Obstipation, Meteorismus), renaler (Polyurie, Polydipsie) und

kardialer (Reizbildungs- und Reizleitungsstörungen) Symptomatik äußern kann.

Schwere Kaliumverluste

können zu einem paralytischen Ileus oder zu

Bewusstseinsstörungen bis zum Koma führen.

Infolge erhöhter renaler Natriumverluste – insbesondere bei zu stark

eingeschränkter Zufuhr von Natriumchlorid – kann sich eine Hyponatriämie in

Blutdruckabfall bei Lagewechsel (orthostatischer Blutdruckabfall),

Muskelverspannungen und Muskelkrämpfen, insbesondere Wadenkrämpfen,

Apathie, Appetitlosigkeit, Schwächegefühl, Schwindel, Schläfrigkeit, Erbrechen

und Verwirrtheitszuständen äußern.

Die häufigste Nebenwirkung bei der Gabe von Amilorid ist die Hyperkaliämie.

Unter der Gabe von Diaphal tritt - insbesondere bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion - häufig eine schwere Hyperkaliämie auf. Bei

10 von 20

Müdigkeit, Schwächegefühl, Muskelschwäche (z. B. in den Beinen),

Parästhesien und Muskellähmungserscheinungen (schlaffe Paralysen) sowie

bei Bradykardie oder anderen Herzrhythmusstörungen muss besonders an die

Möglichkeit einer Hyperkaliämie gedacht werden. Nach Einnahme von hohen

Dosen wurden Lethargie und Verwirrtheitszustände beobachtet. Die zusätzliche

Gabe von Kalium, anderen kaliumsparenden Diuretika oder eine kaliumreiche

Diät sind daher zu vermeiden.

Erhöhte renale Kalziumverluste könne zu einer Hypokalzämie führen. Diese

kann in seltenen Fällen eine Tetanie auslösen.

Bei erhöhten renalen Magnesiumverlusten wurde als Folge einer

Hypomagnesiämie in seltenen Fällen eine Tetanie oder das Auftreten von

Herzrhythmusstörungen beobachtet.

Ferner kann es unter der Therapie mit Diaphal zu Störungen im Säure-Basen-

Haushalt kommen. Es kann sich eine metabolische Alkalose entwickeln bzw.

eine bereits bestehende metabolische Alkalose (z. B. bei dekompensierter

Leberzirrhose) kann sich verschlechtern. Es kann jedoch auch zur Ausbildung

einer metabolischen Azidose kommen.

Häufig kommt es unter der Behandlung mit Diaphal zu einer Hyperurikämie.

Diese kann bei prädisponierten Patienten zu Gichtanfällen führen.

Unter Diaphal kann ein Anstieg von Cholesterin und Triglyceriden im Blut

auftreten.

Gelegentlich kann es zu einem reversiblen Anstieg der harnpflichtigen

Substanzen (Kreatinin, Harnstoff) im Blut kommen.

Die Glucosetoleranz kann unter der Behandlung mit Diaphal abnehmen und

hyperglykämische Zustände können gelegentlich vorkommen. Bei Patienten mit

manifestem Diabetes mellitus kann dies zu einer Verschlechterung der

Stoffwechsellage führen. Ein latenter Diabetes mellitus kann in Erscheinung

treten.

Daher sollten während der Therapie mit Diaphal neben den Serumelektrolyten

auch die Konzentrationen der harnpflichtigen Substanzen (Serum-Kreatinin,

Harnstoff), die Serumlipide (Cholesterin und Triglyceride) sowie der Blutzucker

und die Harnsäure regelmäßig kontrolliert werden.

Psychiatrische Erkrankungen

Selten: Nervosität, Müdigkeit, Verwirrtheitszustände.

Erkrankungen des Nervensystems

Selten: Schwindel, Schwächegefühl, Kopfschmerz, Parästhesien.

11 von 20

Bei Patienten mit Leberinsuffizienz kann eine hepatische Enzephalopathie

auftreten.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Selten: Bedingt durch die Ototoxizität von Diaphal kommt es zu meist

reversiblen Hörstörungen und/oder Ohrgeräuschen (Tinnitus aurium).

Herzerkrankungen

Bei übermäßiger Diurese können Kreislaufbeschwerden, insbesondere bei

älteren Patienten, auftreten, die sich vor allem als Kopfschmerz, Schwindel,

Sehstörungen, Mundtrockenheit und Durst, Hypotonie und orthostatische

Regulationsstörungen äußern.

Gefäßerkrankungen

Bei exzessiver Diurese kann es infolge Dehydratation und Hypovolämie zu

Blutgerinnungsstörungen durch Hämokonzentration sowie in seltenen Fällen zu

Konvulsionen, Verwirrtheitszuständen, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma,

Kreislaufkollaps und zu einem akuten Nierenversagen kommen. Als Folge der

Hämokonzentration kann es - insbesondere bei Vorliegen von

Venenerkrankungen oder bei älteren Patienten - zu Thrombosen und Embolien

kommen. Dehydratation und Hypovolämie können besonders bei älteren

Patienten auftreten.

Selten: Vaskulitis.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Gelegentlich: Obstipation

Selten: Magen-Darm-Beschwerden, z. B. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen,

Durchfall

Diese Beschwerden treten häufig auf, wenn Diaphal vor dem Essen

eingenommen wird.

Unter Amiloridhydrochlorid wurde die Aktivierung eines wahrscheinlich

vorbestehenden peptischen Ulkus berichtet.

Erkrankungen der Leber / Gallenblase / Bauchspeicheldrüse:

Sehr selten: intrahepatische Cholestase, Erhöhung der Lebertransaminasen,

akute Pankreatitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich: Juckreiz, allergische Haut- und Schleimhautreaktionen (z. B.

bullöse Exantheme, Urtikaria, Purpura, Erythema exudativum multiforme,

bullöses Pemphigoid, Dermatitis exfoliativa, Photosensibilität)

Sehr selten: Stevens-Johnson-Syndrom, toxische, epidermale Nekrolyse

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

12 von 20

Unter Diaphal kann es vorübergehend zu einem Anstieg des Kreatinins und

Harnstoffs im Serum kommen.

Symptome einer Harnabflussbehinderung (z. B. bei Prostatahypertrophie,

Hydronephrose, Ureterstenose) können durch Diaphal auftreten bzw.

verschlechtert werden. Es kann zur Harnsperre (Harnverhaltung) mit

Sekundärkomplikationen kommen.

Gelegentlich: interstitielle Nephritis

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Gelegentlich:

fieberhafte Zustände

Untersuchungen

Sehr selten:

Unter der Behandlung mit Amiloridhydrochlorid sind reversible Veränderungen

der Leberfunktionstests beobachtet worden.

Andere mögliche Nebenwirkungen:

Gelborange S kann allergische Reaktionen hervorrufen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

über das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

http://www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome einer Überdosierung mit den einzelnen Wirksubstanzen und die sich

daraus ergebenden Maßnahmen sind folgende:

Furosemid

Das klinische Bild bei akuter oder chronischer Überdosierung ist vom Ausmaß

des Wasser- und Elektrolytverlustes abhängig. Überdosierung kann zu

Hypotonie, orthostatischen Regulationsstörungen, Elektrolytstörungen

(Hypokaliämie, Hyponatriämie, Hypochlorämie) oder Alkalose führen. Bei

stärkeren Flüssigkeitsverlusten kann es zu ausgeprägter Hypovolämie,

Dehydratation, Kreislaufkollaps und Hämokonzentration mit Thromboseneigung

kommen. Bei raschen Wasser- und Elektrolytverlusten können delirante

Zustandsbilder auftreten. Selten tritt ein anaphylaktischer Schock (Symptome:

Schweißausbruch, Übelkeit, Zyanose, starker Blutdruckabfall,

Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma, u.a.) auf.

13 von 20

Amiloridhydrochlorid

Erste Anzeichen für eine Überdosierung können Schwäche, Müdigkeit,

Verwirrtheitszustände, Parästhesien, Steigerung der neuromuskulären

Erregbarkeit und EKG-Veränderungen (spitze, hohe T-Wellen als Zeichen einer

Hyperkaliämie) sein. Es kann sich eine metabolische Azidose ausbilden.

Therapie von Intoxikationen

Bei Hypotonie, orthostatischen Regulationsstörungen oder anderen Zeichen

einer Hypovolämie infolge akuter oder chronischer Überdosierung muss

Diaphal sofort abgesetzt werden.

Bei nur kurze Zeit zurückliegender oraler Aufnahme empfehlen sich

Maßnahmen der primären Giftelimination (induziertes Erbrechen,

Magenspülung) und resorptionsmindernde Maßnahmen (medizinische Kohle).

In ernsten Fällen muss eine Vollelektrolytlösung zur Volumenauffüllung

infundiert werden, bei Hypokaliämie ist eine Kaliumsubstitution erforderlich.

Bei Patienten mit Miktionsstörungen (z.B. bei Patienten mit Prostata-

Hypertrophie) ist, da eine plötzlich einsetzende Harnflut zu einer Harnsperre mit

Überdehnung der Harnblase führen kann, für freien Harnabfluss unbedingt

Sorge zu tragen.

Es müssen die vitalen Parameter überwacht sowie wiederholt Kontrollen des

Wasser- und Elektrolythaushaltes, insbesondere des Kaliumhaushalts, sowie

des Säure-Basen-Haushalts, des Blutzuckers und der harnpflichtigen

Substanzen durchgeführt und Abweichungen gegebenenfalls korrigiert werden.

Furosemid

Bei den ersten Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks (z. B. kutane

Reaktionen wie Urtikaria oder Flush, Unruhe, Kopfschmerz, Schweißausbruch,

Übelkeit, Zyanose) venösen Zugang schaffen. Neben anderen gebräuchlichen

Notfallmaßnahmen Kopf-Oberkörper-Tieflage, Atemwege freihalten, Applikation

von Sauerstoff!

Falls nötig sind weitere, ggf. auch intensivmedizinische Maßnahmen (u.a. Gabe

von Epinephrin, Volumenersatzmittel, Glukokortikoid) einzuleiten.

Amilorid

Die Diaphal-Therapie sollte abgebrochen werden bei einer Serum-Kreatinin-

Konzentration über 1,8 mg/dl und/oder einer Kreatinin-Clearance unter 30

ml/min, bei schweren gastrointestinalen Beschwerden, zentralnervösen

Störungen, therapieresistenten Stoffwechselentgleisungen, allergischen

Hautreaktionen und starker Sehverschlechterung.

14 von 20

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Furosemid und Amilorid

ATC-Code: C03EB31

Diaphal ist ein Kombinationsarzneimittel mit dem kurz und schnell wirkenden,

stark wasser- und elektrolytausschwemmenden Furosemid und dem schwach

diuretisch wirkenden, kaliumsparenden Amilorid.

Furosemid ist ein Sulfonamid-Abkömmling

Amilorid ist ein Acylguanidin-Derivat

Furosemid

Furosemid ist ein starkes, kurz und schnell wirkendes Schleifendiuretikum. Es

hemmt im aufsteigenden Teil der Henle-Schleife über eine Blockierung der

/2Cl

-Ionen-Carrier die Rückresorption dieser Ionen. Die fraktionelle

Natriumausscheidung kann dabei bis zu 35 % des glomerulär filtrierten

Natriums betragen. Als Folge der erhöhten Natriumausscheidung kommt es

sekundär durch osmotisch gebundenes Wasser zu einer verstärkten

Harnausscheidung und zu einer Steigerung der distal-tubulären K

-Sekretion.

Ebenfalls erhöht ist die Ausscheidung der Ca

- und Mg

-Ionen. Neben den

Verlusten an vorgenannten Elektrolyten kann es zu einer verminderten

Harnsäureausscheidung und zu Störungen des Säure-Basen-Haushalts in

Richtung metabolische Alkalose kommen.

Furosemid unterbricht den tubuloglomerulären Feedback -Mechanismus an der

Macula densa, so dass es zu keiner Abschwächung der saluretischen

Wirksamkeit kommt.

Furosemid führt zu einer dosisabhängigen Stimulierung des Renin-Angiotensin-

Aldosteron-Systems. Furosemid führt bei Herzinsuffizienz akut zu einer

Senkung der Vorlast des Herzens durch Erweiterung der venösen

Kapazitätsgefäße. Dieser frühe vaskuläre Effekt scheint durch Prostaglandine

vermittelt zu sein und setzt eine ausreichende Nierenfunktion mit Aktivierung

des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems und eine intakte

Prostaglandinsynthese voraus.

Furosemid wirkt blutdrucksenkend infolge einer gesteigerten

Natriumchloridausscheidung und einer verminderten Ansprechbarkeit der

glatten Gefäßmuskulatur auf vasokonstriktorische Reize sowie infolge einer

Blutvolumenabnahme.

Amiloridhydrochlorid

Das schwach diuretisch wirkende, kaliumsparende Diuretikum

Amiloridhydrochlorid reduziert im distalen Teil des Nephrons den Austausch

von Natrium- gegen Kalium- und Wasserstoffionen, so dass eine verstärkte

Natriurese erfolgt; gleichzeitig nimmt die renale Ausscheidung von Kalium ab.

Es kommt zur Ausscheidung eines alkalischen Harnes und zu einer

geringgradig metabolischen Azidose.

15 von 20

Durch vermehrte Wasser- und Natriumelimination wirkt Amiloridhydrochlorid

schwach ödemausschwemmend.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Amiloridhydrochlorid beruht initial auf einer

Verminderung des Extrazellularvolumens und später auf einer Senkung der

Natriumkonzentration in den Gefäßwänden und einer Verminderung der

Reagibilität gegenüber Noradrenalin. Die Ansprechbarkeit der Gefäßmuskulatur

für sympathische Erregung ist vermindert.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Furosemid

Nach oraler Applikation wird Furosemid zu 60 - 70 % aus dem

Gastrointestinaltrakt resorbiert. Bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz

oder nephrotischem Syndrom kann die Resorption auf weniger als 30 %

reduziert sein.

Ein Wirkungseintritt kann nach ca. 30 Minuten erwartet werden. Maximale

Plasmaspiegel werden nach ca. 1 Std. gemessen.

Die Plasmaproteinbindung von Furosemid beträgt ca. 95 %; sie kann bei

Niereninsuffizienz um bis zu 10 % reduziert sein. Das relative

Verteilungsvolumen liegt bei 0,2 l/kg KG (bei Neugeborenen 0,8 l/kg KG).

Furosemid wird in der Leber nur geringgradig (ca. 10 %) metabolisiert und

überwiegend unverändert ausgeschieden. Die Elimination erfolgt zu zwei

Dritteln renal, zu einem Drittel über Galle und Faeces.

Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei normaler Nierenfunktion bei ca. 1 Std.;

sie kann sich bei terminaler Niereninsuffizienz auf bis zu 24 Stunden

verlängern.

Amiloridhydrochlorid

Amiloridhydrochlorid wird nach oraler Applikation relativ langsam und zu etwa

50% aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert.

Die systemische Verfügbarkeit beträgt ebenfalls ca. 50%.

Maximale Plasmaspiegel werden nach 3-4 Stunden gemessen.

Das Wirkungsmaximum von Amiloridhydrochlorid ist nach ca. 6 Stunden

erreicht, die Wirkung nach ca. 24 Stunden nach der Einnahme abgeklungen.

Die Plasmaproteinbindung von Amiloridhydrochlorid ist gering; das

Verteilungsvolumen beträgt ca. 5 l/kg KG.

Amiloridhydrochlorid wird in der Leber nicht metabolisiert, die Ausscheidung der

unveränderten Substanz erfolgt über die Nieren.

16 von 20

Nach oraler Applikation wird Amiloridhydrochlorid zu etwa gleichen Teilen mit

dem Urin und den Faeces ausgeschieden. Die Eliminationshalbwertszeit von

Amiloridhydrochlorid liegt bei normaler Nierenfunktion zwischen 6 und 9

Stunden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Eliminationshalbwertszeit

von Amiloridhydrochlorid deutlich verlängert (bis zu 70 Stunden bei einer

Kreatinin-Clearance von 20 ml/min). Ca. 2 Stunden nach Gabe setzt die

diuretische Wirkung ein.

Bioverfügbarkeit:

Eine im Jahr 1982 durchgeführte Bioverfügbarkeitsuntersuchung mit Diaphal an

12 Probanden ergab im Vergleich zu den Referenzpräparaten Furosemid und

Amilorid einzeln sowie der freien Kombination von beiden folgende Ergebnisse:

Furosemid in

Diaphal

Furosemid

freier Kombination

Maximale Plasma-

konzentration

1,14

(s 0,67)

1,10

(s 0,40)

1,10

(s 0,50)

Zeitpunkt der maxi-

malen Plasma-

konzentration (t

0,5-4

0,5-6

Fläche unter der

Konzentrations-

Zeit-Kurve (AUC):

3,17

(s 1,25)

3,90

(s 1,57)

3,67

(s 1,38)

s = Standardabweichung

Siehe Abbildung 1.

17 von 20

Amilorid in

Diaphal

Amilorid

freier Kombination

Maximale Plasma-

konzentration

13,42

(s 5,74)

13,87

(s 5,82)

16,04

(s 5,56)

Zeitpunkt der maxi-

malen Plasma-

konzentration (t

Fläche unter der

Konzentrations-

Zeit-Kurve (AUC):

(s 65,2)

(s 62,8)

(s 60,6)

s = Standardabweichung

Siehe Abbildung 2.

18 von 20

Es gab keinen statistisch signifikanten Unterschied in der Bioverfügbarkeit von

Furosemid zwischen den 3 Formulierungen. Die Resorption von Amilorid aus

der freien Kombination von Amilorid und Furosemid Tabletten war signifikant

besser als aus Amilorid Tabletten allein und marginal besser als aus Diaphal.

Dieses Ergebnis ist schwierig zu interpretieren, aber es hat wohl keine

klinische Bedeutung. Es gab große Unterschiede bei den Einzelergebnissen.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In Untersuchungen zur subchronischen Toxizität der Kombination Diaphal

ergaben sich keine Hinweise auf substanzspezifische toxische Effekte.

Für die Kombination Diaphal liegen keine Untersuchungen auf ein mutagenes

und tumorerzeugendes Potential vor.

Für die Kombination von Diaphal liegen keine Untersuchungen zur

Reproduktionstoxikologie vor.

Furosemid:

Die akute orale Toxizität war bei allen getesteten Spezies gering. Chronische

Toxizitätsstudien an Ratte und Hund führten zu Veränderungen an den Nieren

(u.a. Fibrosierung und Kalzifizierung der Nieren).

19 von 20

In-vitro und In-vivo-Tests zur genetischen Toxikologie ergaben für Furosemid

keine klinisch relevanten Hinweise auf ein genotoxisches Potential.

Langzeituntersuchungen an Ratte und Maus ergaben keine Hinweise auf ein

tumorerzeugendes Potential.

Untersuchungen zur chronischen Toxizität wurden u.a. an Ratten und Hunden

durchgeführt. Bei beiden Tierarten traten nach 6- bzw. 12monatigen

Anwendung in den hohen Dosierungsgruppen (10-20fache der humantherap.

Dosis) Veränderungen an der Niere (u.a. foliale Fibrosierung, Kalzifizierung der

Niere) auf.

In Studien zur Reproduktionstoxikologie traten an Rattenfeten nach Gabe hoher

Dosen eine verminderte Anzahl differenzierter Glomeruli, Skelettanomalien an

Scapula, Humerus und Rippen (bedingt durch Hypokaliämie), sowie

Hydronephrosen bei Maus- und Kaninchenfeten auf.

Amilorid:

Untersuchungen zur chronischen Toxizität am Tier ergaben keine Hinweise auf

toxische Effekte.

Die vorliegende Mutagenitätsprüfung ist negativ, reicht aber aufgrund ihres

geringen Umfangs für eine abschließende Bewertung nicht aus.

Langzeituntersuchungen an Ratten und Mäusen ergaben keinen Hinweis auf

ein tumorerzeugendes Potential.

Untersuchungen an verschiedenen Tierspezies ergaben keine Hinweise auf

embryonale Missbildungen.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.), Talkum,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.)

[pflanzlich]

, Gelborange S, mikrokristalline

Cellulose, hochdisperses Siliciumdioxid, Maisstärke.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

20 von 20

Das Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfalldatums nicht mehr angewendet

werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Vor Licht geschützt aufbewahren

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 20 Tabletten

Packung mit 50 Tabletten

Packung mit 100 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

Inhaber der Zulassung

PIERRE FABRE PHARMA GMBH

Jechtinger Str. 13

D-79111 Freiburg

8.

ZULASSUNGSNUMMER

5339.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

20.11.1984 / 06.08.2012

10.

STAND DER INFORMATION

März 2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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