Diacomit 500mg Kapsel

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-10-2018

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
stiripentolum
Verfügbar ab:
Zambon Svizzera SA
ATC-Code:
N03AX17
INN (Internationale Bezeichnung):
stiripentolum
Darreichungsform:
Kapsel
Zusammensetzung:
stiripentolum 500 mg, excipiens pro Kapsel.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Diacomit ist indiziert für die verwendung in verbindung mit clobazam und valproat in der therapie von tonisch-klonischen heilenden behandlung mit clobazam und valproat bei patienten mit epilepsie mioclonica strenge der kindheit (severe myoclonic epilepsy in infancy, SMEI, Dravet-syndrom).
Zulassungsnummer:
66528
Berechtigungsdatum:
2018-07-24

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

19-10-2018

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Patienteninformation

Diacomit

Zambon Switzerland Ltd

Was ist Diacomit und wann wird es angewendet?

Stiripentol, der Wirkstoff von Diacomit, gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die man als

Antiepileptika bezeichnet.

Es wird zusammen mit Clobazam und Valproat angewendet, um eine bestimmte Form der Epilepsie

bei Kindern, die sogenannte schwere myoklonische Epilepsie des Kindesalters (Dravet-Syndrom), zu

behandeln. Der Arzt bzw. die Ärztin Ihres Kindes hat dieses Arzneimittel verschrieben, um die

Epilepsie Ihres Kindes besser behandeln zu können. Es wird ausschliesslich zusammen mit anderen

verschriebenen Antiepileptika nach Anweisungen des Arztes bzw. der Ärztin Ihres Kindes

angewendet.

Diacomit ist nur auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin Ihres Kindes erhältlich.

Wann darf Diacomit nicht angewendet werden?

·Wenn Ihr Kind eine Überempfindlichkeit auf Stiripentol oder einem anderen Bestandteil von

Diacomit besitzt.

·Wenn Ihr Kind bereits Deliriumsanfälle hatte (ein geistiger Zustand mit Verwirrung, Nervosität,

Ruhelosigkeit und Halluzinationen).

Wann ist bei der Anwendung von Diacomit Vorsicht geboten?

Informieren Sie den Arzt bzw. die Ärztin Ihres Kindes, wenn Ihr Kind Nieren- oder Leberprobleme

hat. Bei Leber- sowie bei Nierenschwäche ist die Anwendung von Diacomit nicht empfohlen.

Vor Beginn der Behandlung mit Diacomit sollte die Leberfunktion Ihres Kindes untersucht und

während der Behandlung alle 6 Monate überprüft werden.

Vor Beginn der Behandlung mit Diacomit sollte das Blutbild Ihres Kindes untersucht und während

der Behandlung alle 6 Monate überprüft werden.

Während der Behandlung mit Diacomit und Valproat ist das Wachstum Ihres Kindes sorgfältig zu

überwachen, da Nebenwirkungen (wie zum Beispiel Erbrechen, Appetitverlust und Essstörungen

(Anorexie)) das Wachstum Ihres Kindes beeinflussen können.

Wechselwirkung von Diacomit mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie den Arzt bzw. die Ärztin Ihres Kindes, wenn Ihr Kind eines der folgenden

Arzneimittel einnimmt:

·gegen Epilepsie (Wirkstoffe: Phenobarbital, Primidon, Phenytoin, Carbamazepin, Diazepam);

·zur Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten (Wirkstoff: Ciprofloxacin);

·gegen Depressionen (Wirkstoffe: Fluvoxamin, Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Imipramin,

Citalopram, Clomipramin).

·Arzneimittel, die folgende Wirkstoffe enthalten:

·zur Behandlung der Symptome des nächtlichen Sodbrennens (Wirkstoff: Cisaprid);

·zur Behandlung der Symptome des Tourette-Syndroms, z.B. Lautäusserungen und wiederholte,

unkontrollierte Körperbewegungen (Wirkstoff: Pimozid);

·zur Behandlung von Migräne (Wirkstoff: Ergotamin);

·zur Milderung der Anzeichen und Symptome herabgesetzter geistiger Fähigkeiten aufgrund des

Alterungsprozesses (Wirkstoff: Dihydroergotamin);

·zur Behandlung von Malaria (Wirkstoff Halofantrin);

·zur Behandlung eines anormalen Herzrhythmus (Wirkstoff: Chinidin);

·zur Behandlung der Brustenge (Wirkstoff: Bepridil);

·zur Vorbeugung gegen die Abstossung von Organtransplantaten (z.B. Leber, Nieren, Herz)

(Wirkstoffe: Cyclosporin, Tacrolimus, Sirolimus);

·zur Reduzierung der Cholesterinmenge im Blut (Wirkstoffe: Statine wie z.B. Simvastatin und

Atorvastatin);

·zur Reduktion von Angstzuständen und Schlaflosigkeit (Wirkstoff: Midazolam, oder Triazolam) –

zusammen mit Diacomit könnten sie Ihr Kind sehr schläfrig machen;

·zur Behandlung von geistig-seelischen Erkrankungen wie Psychosen (Wirkstoffe: Chlorpromazin,

Haloperidol);

·zur Förderung der Wachheit (Wirkstoff: Koffein) oder zur Behandlung von Asthma (Wirkstoff:

Theophyllin).

·Die Kombination mit Diacomit sollte vermieden werden, da es den Blutspiegel dieser Substanzen

erhöhen und zu Verdauungsproblemen, Herzrasen und Schlaflosigkeit führen kann;

·zur Behandlung von Sodbrennen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren (Wirkstoff:

Omeprazol);

·zur Behandlung von HIV (Wirkstoffe: HIV-Proteasehemmer);

·zur Behandlung von allergischen Reaktionen (Wirkstoffe: Astemizol, Chlorpheniramin);

·zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen und Brustenge (Wirkstoffe:

Calciumantagonisten);

·orale Kontrazeptiva (Mittel zur hormonalen Empfängnisverhütung);

·zur Behandlung von Bluthochdruck (Wirkstoffe: Propranolol, Carvedilol);

·zur Behandlung eines erhöhten Augeninnendrucks und Glaukom (Wirkstoff: Timolol);

·zur Behandlung von Schmerzen (Wirkstoff: Tramadol);

·zur Behandlung von Reizhusten und Schmerzen (Wirkstoffe: Codein, Dextromethorphan).

Diacomit mit Nahrungsmitteln und Getränken

Diacomit darf NICHT mit Milch oder Milchprodukten (Joghurt, Frischkäse, usw.), Fruchtsaft,

kohlensäurehaltigen Getränken oder Nahrungsmitteln und Getränken, die Koffein oder Theophyllin

enthalten (zum Beispiel Cola, Schokolade, Kaffee, Tee und Energiedrinks), eingenommen werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann Ihr Kind schläfrig machen. Ihr Kind sollte keine Werkzeuge oder

Maschinen benutzen und kein Fahrrad bzw. motorisiertes Fortbewegungsmittel fahren, wenn es in

dieser Weise beeinträchtigt ist. Sprechen Sie darüber mit dem Arzt bzw. der Ärztin Ihres Kindes.

Wichtige Information über einige Hilfssstoffe von Diacomit

Diacomit Hartkapseln enthalten 0.16 mg Natrium pro 250 mg-Kapsel und 0.32 mg Natrium pro 500

mg-Kapsel. Wenn Ihr Kind eine kochsalzarme Diät einhalten muss, sollten Sie dies berücksichtigen.

Diacomit, Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält:

·Aspartam, eine Quelle für Phenylalanin und kann für Menschen mit Phenylketonurie schädlich sein.

·Glucose und Sorbitol. Wenn der Arzt bzw. die Ärztin Ihres Kindes Ihnen mitgeteilt hat, dass Ihr

Kind unter einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leidet, sollten sie erst nach

Rücksprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin Ihres Kindes Ihrem Kind Diacomit Pulver im Beutel zur

Herstellung einer Suspension zum Einnehmen geben.

Diacomit, Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält 0.11 mg

Natrium pro 250 mg-Beutel und 0.22 mg Natrium pro 500 mg-Beutel. Wenn Ihr Kind eine

kochsalzarme Diät einhalten muss, sollten Sie dies berücksichtigen.

Informieren Sie den Arzt oder Apotheker bzw. die Ärztin oder Apothekerin Ihres Kindes, wenn Ihr

Kind

·an anderen Krankheiten leidet,

·Allergien hat oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnimmt oder äusserlich anwendet!

Darf Diacomit während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit /angewendet werden?

Während der Schwangerschaft darf die wirksame antiepileptische Behandlung NICHT abgebrochen

werden. Wenn Ihr Kind schwanger ist oder sein könnte, sollten Sie den Arzt bzw. die Ärztin Ihres

Kindes um Rat fragen.

Stillen wird während der Behandlung mit diesem Arzneimittel nicht empfohlen.

Fragen Sie vor der Einnahme von allen Arzneimitteln den Arzt oder Apotheker bzw. die Ärztin oder

Apothekerin Ihres Kindes um Rat.

Wie verwenden Sie Diacomit?

Ihr Kind sollte die Kapsel bzw. den Inhalt des Beutels immer genau nach Anweisung des Arztes bzw

der Ärztin einnehmen. Fragen Sie beim Arzt oder Apotheker bzw. bei der Ärztin oder Apothekerin

Ihres Kindes nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

Dosierung

Die Dosis wird vom Arzt bzw. von der Ärztin Ihres Kindes entsprechend dem Alter und Gewicht

Ihres Kindes angepasst.

Wann ist Diacomit einzunehmen

Es wird empfohlen eine Aufteilung der Tagesdosis in zwei bis drei Gaben pro Tag vorzunehmen. Die

Einnahmen sollen regelmässig über den Tag verteilt und jeden Tag zur gleichen Uhrzeit erfolgen,

(zum Beispiel morgens, mittags und vor dem Zubettgehen) um den Nacht-und-Tag-Zeitraum

abzudecken

Dosisanpassung

Jede Dosiserhöhung sollte schrittweise über einige Wochen vorgenommen werden, während die

Dosis des bzw. der übrigen antiepileptischen Arzneimittel(s) gleichzeitig reduziert wird. Der Arzt

bzw. die Ärztin Ihres Kindes wird Sie über die neue Dosis des/der anderen antiepileptischen

Arzneimittel(s) informieren.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit dem Arzt oder Apotheker bzw. mit der Ärztin

oder Apothekerin Ihres Kindes.

Wenden Sie sich im Fall von Nebenwirkungen an den Arzt bzw. die Ärztin Ihres Kindes, da der Arzt

bzw. die Ärztin vielleicht die Dosis des Arzneimittels und des/der anderen antiepileptischen

Arzneimittel(s) anpassen muss.

Es bestehen geringfügige Unterschiede zwischen den Diacomit-Kapseln und dem Pulver zur

Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. Wenn bei Ihrem Kind bei der Umstellung von den

Kapseln auf das Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen – oder umgekehrt –

Probleme auftreten, informieren Sie den Arzt bzw. die Ärztin Ihres Kindes. Im Falle einer

Umstellung von Kapseln auf Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen sollte dies

unter engmaschiger Überwachung durch den Arzt bzw. die Ärztin Ihres Kindes erfolgen.

Sollte Ihr Kind innerhalb der ersten Minuten nach Einnahme des Arzneimittels erbrechen, kann

davon ausgegangen werden, dass das Arzneimittel nicht aufgenommen wurde, und es sollte eine

neue Dosis verabreicht werden.

Die Situation ist jedoch anders, wenn Ihr Kind mehr als eine Stunde nach der Einnahme erbricht, da

Stiripentol schnell aufgenommen wird. In diesem Fall kann davon ausgegangen werden, dass eine

signifikante Menge der verabreichten Dosis systematisch vom Verdauungstrakt aufgenommen

worden ist. In diesem Fall ist daher keine neue Dosiseinnahme oder eine Anpassung an die nächste

Dosis erforderlich.

Wie wird Diacomit eingenommen

Diacomit, Hartkapseln

Die Kapseln müssen ganz mit Wasser geschluckt und während der Mahlzeit eingenommen werden.

Die Kapseln dürfen nicht zerkaut werden. Ihr Kind muss Diacomit zusammen mit Nahrung

einnehmen, da das Arzneimittel NICHT auf leeren Magen eingenommen werden darf.

Diacomit, Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Das Pulver ist in ein Glas Wasser zu geben und muss sofort nach der Zubereitung während der

Mahlzeit eingenommen werden. Ihr Kind muss Diacomit zusammen mit der Nahrung einnehmen, da

das Arzneimittel NICHT auf leeren Magen eingenommen werden darf.

Diacomit mit Nahrungsmitteln und Getränken

Diacomit darf NICHT mit Milch oder Milchprodukten (Joghurt, Frischkäse, Käse usw.), Fruchtsaft,

kohlensäurehaltigen Getränken oder Nahrungsmitteln und Getränken, die Koffein oder Theophyllin

enthalten (zum Beispiel Cola, Schokolade, Kaffee, Tee und Energiedrinks), eingenommen werden.

Wenn Ihr Kind eine grössere Menge Diacomit eingenommen hat, als es sollte

Wenden Sie sich an den Arzt bzw. Ärztin Ihres Kindes, wenn Sie wissen oder vermuten, dass Ihr

Kind mehr Arzneimittel eingenommen hat, als es sollte.

Wenn Ihr Kind die Einnahme von Diacomit vergessen hat

Es ist wichtig, dass Ihr Kind dieses Arzneimittel regelmässig jeden Tag zur gleichen Uhrzeit

einnimmt. Wenn Ihr Kind vergessen hat, eine Dosis einzunehmen, sollte es diese einnehmen, sobald

es daran denkt, es sei denn, es ist Zeit für die nächste Dosis. In diesem Fall sollte es wie gewohnt die

nächste Dosis einnehmen. Ihr Kind sollte keine doppelte Dosis einnehmen, um die vergessene

Einzeldosis nachzuholen.

Wenn Ihr Kind die Einnahme von Diacomit abbricht

Ihr Kind darf die Einnahme dieses Arzneimittels nicht abbrechen, ausser wenn der Arzt bzw. die

Ärztin Ihres Kindes diese Entscheidung trifft oder nach Rücksprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin

Ihres Kindes der Entscheid getroffen wird. Der plötzliche Abbruch der Behandlung kann zum

Auftreten von Anfällen führen.

Welche Nebenwirkungen kann Diacomit haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Diacomit auftreten:

Sehr häufige Nebenwirkungen (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

·Essstörungen (Anorexie), Appetitverlust, Gewichtsverlust (besonders zusammen mit dem

Antiepileptikum Natriumvalproat);

·Schlaflosigkeit, Veränderung des Bewusstseins mit eingeschränkter Wachsamkeit (Somnolenz);

·Störungen der Koordination von Bewegungsabläufen (Ataxie), Hypotonie (geringe Muskelkraft),

Dystonie (unwillkürliche Muskelanspannungen).

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

·Verminderung der Anzahl einer bestimmten Art weisser Blutzellen (Neutropenie);

·Aggressivität, Reizbarkeit, Verhaltensstörungen, ablehnendes Verhalten, Übererregbarkeit;

·Schlafstörungen;

·Übermässige Bewegungsaktivität (Hyperkinese);

·Übelkeit, Erbrechen;

·erhöhte Leberenzym-Werte (erhöhter Wert von γ-Glutamyltransferase), besonders bei Anwendung

mit einem der Antiepileptika Carbamazepin und Natriumvalproat

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

·Doppelsehen bei Anwendung zusammen mit dem Antiepileptikum Carbamazepin;

·Lichtempfindlichkeit;

·Hautausschlag, Hautallergie, Nesselfieber (Urtikaria);

·Müdigkeit.

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen):

·Verminderung der Anzahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie)

Nach der Markteinführung aufgetretene Nebenwirkungen

·Verminderung der Anzahl an Blutplättchen (Thrombozytopenie) (selten)

·Schwerwiegende allergische Reaktion der Haut (Stevens-Johnsons-Syndrom) (Einzelfälle,

aufgetreten in Kombination von Stiripentol mit entweder Valproat oder Clobazam, Zusammenhang

der Fälle mit der Einnahme von Stiripentol kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen

werden)

Wenn eine Nebenwirkung bei Ihrem Kind auftritt, wenden Sie sich an den Arzt bzw. die Ärztin oder

an den Apotheker bzw. die Apothekerin Ihres Kindes.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie den Arzt

Apotheker bzw. die Ärztin oder Apothekerin Ihres Kindes informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen der Arzt oder Apotheker bzw. die Ärztin oder Apothekerin Ihres

Kindes. Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Diacomit enthalten?

Diacomit 250 mg, Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält: 250 mg Stiripentol, Povidon, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A),

Magnesiumstearat, Gelatine, Farbstoffe: Titandioxid (E171), Erythrosin (E127), Indigocarmin

(E132). Die Hartkapseln sind rosa.

Diacomit 500 mg, Hartkapseln

Jede Hartkapsel enthält: 500 mg Stiripentol, Povidon, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A),

Magnesiumstearat, Gelatine, Farbstoff: Titandioxid (E171). Die Hartkapseln sind weiss.

Diacomit 250 mg, Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Jeder Beutel enthält: 250 mg Stiripentol, getrockneter Glucose-Sirup, Carmellose-Natrium,

Hydroxyethylcellulose, Povidon, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Antioxidationsmittel:

Butylhydroxyanisol (E 320), Farbstoffe: Titandioxid (E171), Erythrosin (E127), Aromastoff: Tutti

Frutti-Aroma (enthält Sorbitol, Vanillin, Bergamottöl und weitere Hilfsstoffe), Aspartam (E951).

Diacomit 500 mg, Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Jeder Beutel enthält: 500 mg Stiripentol, getrockneter Glucose-Sirup, Carmellose-Natrium,

Hydroxyethylcellulose, Povidon, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Antioxidationsmittel:

Butylhydroxyanisol (E 320), Farbstoffe: Titandioxid (E171), Erythrosin (E127), Aromastoff: Tutti

Frutti-Aroma (enthält Sorbitol, Vanillin, Bergamottöl und weitere Hilfsstoffe), Aspartam (E951).

Zulassungsnummer

66528, 66529 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Diacomit? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Diacomit 250 mg, Hartkapseln

Packungen zu 60 Kapseln in Kunststoffflaschen.

Diacomit 500 mg, Hartkapseln

Packungen zu 60 Kapseln in Kunststoffflaschen.

Diacomit 250 mg, Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Packungen zu 60 Beutel.

Diacomit 500 mg, Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Packungen zu 60 Beutel.

Zulassungsinhaberin

Zambon Schweiz AG, Cadempino

Diese Packungsbeilage wurde im September 2017 letztmals durch die Arzneimittelbehörde

(Swissmedic) geprüft.

Fachinformation

Diacomit

Zambon Switzerland Ltd

Zusammensetzung

Wirkstoff: Stiripentolum.

Diacomit 250 mg, Hartkapseln

Hilfsstoffe: Povidonum, Carboxymethylamylum natricum A, Magnesii stearas, Gelatinum, Color.:

Titanii dioxidum (E171), Erythrosinum (E127), Indigotinum (E132).

Diacomit 500 mg, Hartkapseln

Hilfsstoffe: Povidonum, Carboxymethylamylum natricum A, Magnesii stearas, Gelatinum, Color.:

Titanii dioxidum (E171).

Diacomit 250 mg/500 mg, Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Hilfsstoffe: Glucosum liquidum dessicatum, Carmellosum natricum, Hydroxyethylcellulosum,

Povidonum, Carboxymethylamylum natricum A, Antiox.: Butylhydroxianisolum (E 320), Color.:

Titanii dioxidum (E171), Erythrosinum (E127), Arom.: Tutti Frutti (cum Sorbitolum, Vanillinum,

Bergamottae aetheroleum et alia), Aspartamum (E951).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Hartkapseln zu 250 mg und 500 mg Stiripentol.

Die Kapseln enthalten 0.16 mg Natrium pro 250 mg-Kapsel bzw. 0.32 mg Natrium pro 500 mg-

Kapsel.

Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen zu 250 mg und 500 mg

Stiripentol.

Jeder Beutel zu 250 mg enthält 0.11 mg Natrium, 2.5 mg Aspartam, 500 mg sprühgetrockneten

Glucose-Sirup und 2.4 mg Sorbitol.

Jeder Beutel zu 500 mg enthält 0.22 mg Natrium, 5.0 mg Aspartam, 1'000 mg sprühgetrockneten

Glucose-Sirup und 4.8 mg Sorbitol.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Diacomit ist indiziert als Zusatztherapie für die Anwendung zusammen mit Clobazam und Valproat

bei refraktären generalisierten tonisch-klonischen Anfällen bei Patienten mit schwerer myoklonischer

Epilepsie im Kindesalter (SMEI, Dravet-Syndrom), deren Anfälle mit Clobazam und Valproat nicht

angemessen kontrolliert werden können.

Dosierung/Anwendung

Diacomit sollte nur unter Überwachung eines mit der Diagnose und Behandlung der Epilepsie bei

Kleinkindern und Kindern erfahrenen Pädiaters/Neuropädiaters angewendet werden.

Dosierung

Die Stiripentol-Dosis wird auf der Grundlage von mg/kg Körpergewicht berechnet.

Die tägliche Dosis kann in 2 oder 3 Teildosen eingenommen werden.

Zu Beginn der Zusatzbehandlung mit Stiripentol sollte die Dosis, welche zusammen mit Clobazam

und Valproat verabreicht wird, schrittweise wie folgt erhöht werden:

20 mg/kg/Tag in der 1. Woche

30 mg/kg/Tag in der 2. Woche.

Die weitere Dosiserhöhung ist altersabhängig:

·Kinder unter 6 Jahren sollten in der dritten Woche weitere 20 mg/kg/Tag erhalten, womit die

empfohlene Dosis von 50 mg/kg/Tag in drei Wochen erreicht wird.

·Kinder zwischen 6 und 12 Jahren sollten in der dritten Woche weitere 10 mg/kg/Tag erhalten,

womit die empfohlene Dosis von 50 mg/kg/Tag in vier Wochen erreicht wird.

·Kinder und Jugendliche über 12 Jahren sollten wöchentlich weitere 5 mg/kg/Tag erhalten, bis die

nach klinischer Einschätzung optimale Dosis erreicht ist.

Die empfohlene Dosis von 50 mg/kg/Tag basiert auf den verfügbaren Ergebnissen klinischer Studien

und war die einzige Diacomit-Dosis, die in den Pivotalstudien untersucht wurde (siehe

«Eigenschaften/Wirkungen»).

Es liegen keine klinischen Studiendaten zur Unterstützung der klinischen Sicherheit von Stiripentol

bei Anwendung in täglichen Dosen von mehr als 50 mg/kg/Tag vor.

Es liegen keine klinischen Studiendaten vor, die die Anwendung von Stiripentol als Monotherapie

beim Dravet-Syndrom unterstützen.

Spezielle Dosierungsanweisungen

Kinder unter 3 Jahren

Die klinische Pivotalbeurteilung von Diacomit erfolgte bei Kindern ab 3 Jahren mit SMEI. Die

klinische Entscheidung der Anwendung von Diacomit bei Kindern mit SMEI unter 3 Jahren muss im

Einzelfall unter Berücksichtigung des potentiellen klinischen Nutzens und Risikos erfolgen. In dieser

jüngeren Patientengruppe sollte eine Zusatztherapie mit Diacomit nur dann begonnen werden, wenn

die Diagnose der SMEI klinisch bestätigt ist (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»). Es liegen nur

begrenzte Daten zur Anwendung von Diacomit bei Kindern im Alter unter 12 Monaten vor. Bei

diesen Kindern erfolgt die Anwendung von Diacomit unter engmaschiger Kontrolle durch den Arzt.

Patienten ≥18 Jahre

Für Erwachsene liegen keine langfristigen, in der Anzahl ausreichenden Daten vor, welche die

Aufrechterhaltung der Wirkung in dieser Bevölkerungsgruppe bestätigen. Die Behandlung sollte so

lange weitergeführt werden, wie sie wirksam bleibt.

Dosisanpassungen anderer in Kombination mit Stiripentol angewendeter Antiepileptika

Trotz des Fehlens umfassender pharmakologischer Daten über potentielle Arzneimittelinteraktionen

beruhen folgende Hinweise zu Änderungen der Dosen und Dosierungspläne der anderen, zusammen

mit Stiripentol angewendeten Antiepileptika auf klinischen Erfahrungen.

- Clobazam

In den Pivotalstudien betrug die tägliche Dosis Clobazam zu Beginn der Anwendung von Stiripentol

0.5 mg/kg/Tag, die im Allgemeinen in zwei Teildosen pro Tag eingenommen wurde. Bei klinischen

Anzeichen von unerwünschten Wirkungen oder einer Überdosierung von Clobazam (d.h.

Benommenheit, Hypotonie und Reizbarkeit bei Kleinkindern) wurde diese tägliche Dosis jede

Woche um 25% reduziert. Ein ca. zwei- bis dreifacher Anstieg der Plasmakonzentration von

Clobazam bzw. ein fünffacher Anstieg von Norclobazam wurde bei der gleichzeitigen Anwendung

von Stiripentol bei Kindern mit Dravet-Syndrom beobachtet.

- Valproat

Das Potential für metabolische Interaktionen zwischen Stiripentol und Valproat wird als geringfügig

betrachtet, daher sollte keine Änderung der Valproat-Dosierung notwendig sein, wenn Stiripentol

zusätzlich angewendet wird, es sei denn aus Gründen der klinischen Sicherheit. In den Pivotalstudien

wurde bei unerwünschten gastrointestinalen Wirkungen wie Appetitverlust und Gewichtsverlust die

tägliche Dosis Valproat jede Woche um ca. 30% reduziert.

Anormale Laborbefunde

Bei einem anormalen Blutbild oder einem anormalen Leberfunktionstest muss die klinische

Entscheidung, ob die Anwendung fortgesetzt oder die Stiripentol-Dosis bei gleichzeitiger

Dosisanpassung von Clobazam und Valproat angepasst wird, im Einzelfall unter Berücksichtigung

des potentiellen klinischen Nutzens und Risikos erfolgen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen»).

Auswirkung der Darreichungsform

Das Pulver in Beuteln zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen weist eine geringfügig

höhere Cmax als die Kapseln auf. Daher besteht zwischen den Darreichungsformen keine

Bioäquivalenz. Bei einem erforderlichen Wechsel der Darreichungsform wird wegen möglicher

Verträglichkeitsprobleme eine klinische Überwachung empfohlen (siehe «Pharmakokinetik»).

Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion

Die Anwendung von Stiripentol wird bei Patienten mit beeinträchtigter Leber- und/oder

Nierenfunktion nicht empfohlen (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Art der Anwendung

Die Kapsel ist unzerkaut mit einem Glas Wasser während der Mahlzeit einzunehmen.

Das Pulver ist in ein Glas Wasser zu geben und muss sofort nach der Zubereitung während der

Mahlzeit eingenommen werden.

Stiripentol muss immer mit Nahrung eingenommen werden, da es sich in saurer Umgebung (z.B. in

Anwesenheit von Magensäure in einem leeren Magen) schnell zersetzt.

Stiripentol darf nicht mit Milch oder Milchprodukten (Joghurt, Frischkäse, Käse usw.),

kohlensäurehaltigen Getränken, Fruchtsäften oder Nahrungsmitteln und Getränken, die Koffein oder

Theophyllin enthalten, eingenommen werden.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

·Vorgeschichte mit Psychosen in Form deliranter Anfälle.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital

Diese Substanzen sollten nicht zusammen mit Stiripentol bei der Behandlung des Dravet-Syndroms

angewendet werden.

Begleitende Einnahme von Antiepileptika

Die tägliche Dosis von Clobazam und/oder Valproat sollte in Abhängigkeit vom Auftreten von

unerwünschten Wirkungen während der Stiripentol-Therapie reduziert werden (siehe

«Dosierung/Anwendung»).

Wachstumsrate von Kindern

Angesichts der Häufigkeit gastrointestinaler unerwünschter Wirkungen bei der Behandlung mit

Stiripentol und Valproat (Anorexie, Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen) sollte die Wachstumsrate

von Kindern mit dieser Behandlungskombination sorgfältig überwacht werden.

Blutbild

Eine Neutropenie kann mit der Anwendung von Stiripentol, Clobazam und Valproat assoziiert sein.

Das Blutbild sollte vor Beginn der Behandlung mit Stiripentol untersucht werden. Sofern keine

anderen klinischen Indikationen vorliegen, sollte das Blutbild alle 6 Monate untersucht werden.

Leberfunktion

Eine Lebertoxizität kann unter der Behandlung mit Stiripentol, Clobazam und Valproat auftreten.

Vor Beginn der Behandlung mit Stiripentol sollte die Leberfunktion untersucht werden. Sofern keine

anderen klinischen Indikationen vorliegen, sollte die Leberfunktion alle 6 Monate untersucht werden.

Leber- oder Niereninsuffizienz

In Ermangelung spezifischer klinischer Daten von Patienten mit beeinträchtigter Leber- oder

Nierenfunktion wird die Anwendung von Stiripentol bei Patienten mit beeinträchtigter Leber-

und/oder Nierenfunktion nicht empfohlen.

Mit CYP Enzymen interagierende Substanzen

Stiripentol hemmt CYP2C19, CYP3A4, CYP2D6, CYP1A2, CYP2C9, CYP2B6 und CYP2C8 und

kann die Plasmakonzentrationen von Substanzen, die von diesen Enzymen metabolisiert werden,

deutlich erhöhen und das Risiko unerwünschter Wirkungen steigern (siehe «Interaktionen»).

Stiripentol induziert in vitro CYP1A2, CYP2B6 und CYP3A4 und kann die Plasmakonzentrationen

von Substanzen, die von diesen Enzymen metabolisiert werden, deutlich erniedrigen und so zu einer

verringerten Wirkung führen (siehe «Interaktionen»).

In vitro-Studien weisen darauf hin, dass der Phase 1-Metabolismus von Stiripentol durch CYP1A2,

CYP2C19 und CYP3A4 sowie möglicherweise durch weitere Enzyme ausgelöst wird. Vorsicht ist

geboten, wenn Stiripentol mit anderen Substanzen gleichzeitig angewendet wird, die eines oder

mehrere dieser Enzyme hemmen bzw. induzieren.

Die gleichzeitige Gabe starker CYP1A2-Hemmer wie Ciprofloxacin oder Fluvoxamin wird nicht

empfohlen.

In die klinischen Pivotalstudien wurden keine Kinder unter 3 Jahren aufgenommen. Infolgedessen

wird empfohlen, Kinder zwischen 6 Monaten und 3 Jahren während einer Stiripentol-Therapie

sorgfältig zu überwachen.

Hilfsstoffe

Diacomit, Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält Aspartam als

Phenylalanin-Quelle. Es kann daher für Menschen mit Phenylketonurie schädlich sein. Patienten mit

der seltenen Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen, da die

Darreichungsform Glucose enthält. Da der Aromastoff kleine Mengen Sorbitol enthält, sollten

Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Diacomit Hartkapseln und Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

enthalten Natrium. Bei einer kochsalzarmen Diät sollte dies berücksichtigt werden.

Interaktionen

Mögliche Arzneimittelinteraktionen mit Stiripentol

Der Einfluss anderer Antiepileptika auf die Pharmakokinetik von Stiripentol ist nicht ausreichend

nachgewiesen.

Die Wirkung von Makroliden und Azol-Antimykotika, die bekanntermassen CYP3A4-Hemmer und

Substrate des gleichen Enzyms sind, auf den Stiripentol-Metabolismus, ist nicht bekannt. Ebenso

sind auch die Auswirkungen von Stiripentol auf deren Metabolismus nicht bekannt.

In vitro-Studien weisen darauf hin, dass der Phase 1-Metabolismus von Stiripentol durch CYP1A2,

CYP2C19 und CYP3A4 sowie möglicherweise durch weitere Enzyme ausgelöst wird. Vorsicht ist

geboten, wenn Stiripentol mit anderen Substanzen gleichzeitig angewendet wird, die eines oder

mehrere dieser Enzyme hemmen bzw. induzieren.

Auswirkung von Stiripentol auf Cytochrom P450-Enzyme

Viele dieser Interaktionen wurden teilweise durch in vitro-Studien und in klinischen Versuchen

bestätigt. Der Anstieg der Steady-State-Level bei der kombinierten Anwendung von Stiripentol,

Valproat und Clobazam ist bei Erwachsenen und Kindern ähnlich, auch wenn eine deutliche

interindividuelle Variabilität vorliegt.

Bei therapeutischen Konzentrationen hemmt Stiripentol signifikant mehrere CYP450-Isoenzyme:

z.B. CYP2C19, CYP2D6, CYP3A4, CYP1A2, CYP2C9, CYP2B6 und CYP2C8. Daher können

pharmakokinetische Interaktionen metabolischen Ursprungs mit anderen Arzneimitteln erwartet

werden. Diese Interaktionen können erhöhte systemische Konzentrationen dieser Wirkstoffe

hervorrufen, die zu verstärkten pharmakologischen Wirkungen und unerwünschten Wirkungen

führen können.

Bei therapeutischen Konzentrationen kann eine Induktion von CYP1A2, CYP2B6 und CYP3A4

durch Stiripentol nicht ausgeschlossen werden. Dadurch kann es zu erniedrigten systemischen

Konzentrationen anderer Arzneimittel und einer verringerten Wirkung kommen.

Aufgrund des erhöhten Risikos unerwünschter Wirkungen (siehe unten unter «Auswirkungen auf

andere Antiepileptika») ist Vorsicht geboten, wenn die klinischen Umstände eine Kombination von

Stiripentol mit Substanzen erfordern, die von CYP2C19 (z.B. Citalopram, Omeprazol) oder CYP3A4

metabolisiert werden (z.B. HIV-Proteasehemmer, Antihistaminika wie Astemizol, Chlorpheniramin,

Kalziumkanalblocker, Statine, orale Kontrazeptiva, Codein). Die Überwachung der

Plasmakonzentrationen und unerwünschten Wirkungen wird empfohlen. Eine Dosisanpassung kann

notwendig sein.

Die gleichzeitige Anwendung von CYP3A4-Substraten mit geringer therapeutischer Breite sollte

aufgrund des deutlich erhöhten Risikos schwerer unerwünschter Wirkungen vermieden werden.

Stiripentol hemmt CYP1A2 in vitro. Interaktionen mit Theophyllin und Koffein können nicht

ausgeschlossen werden, da die durch Hemmung ihres hepatischen Metabolismus möglicherweise

auftretenden erhöhten Theophyllin- und Koffein-Plasmakonzentrationen potentiell zu Toxizität

führen können. Die Anwendung zusammen mit Stiripentol wird nicht empfohlen. Diese Warnung ist

nicht nur auf Arzneimittel begrenzt, sondern gilt auch für eine beträchtliche Zahl von

Nahrungsmitteln und Nährstoffen für Kinder wie z.B. Colagetränke, die signifikante Mengen an

Koffein oder Schokolade mit Theophyllin-Spuren enthalten.

Da Stiripentol CYP2D6 in vitro in Konzentrationen hemmte, die klinisch im Plasma erreicht werden,

kann es mit Substanzen, die von diesem Isoenzym metabolisiert werden, zu metabolischen

Interaktionen mit Stiripentol kommen, z.B.: Betablocker (Propranolol, Carvedilol, Timolol),

Antidepressiva (Fluoxetin, Paroxetin, Sertralin, Imipramin, Clomipramin), Antipsychotika

(Haloperidol), Analgetika (Kodein, Dextromethorphan, Tramadol). Bei Substanzen, die durch

CYP2D6 metabolisiert werden und die individuell titriert werden, kann eine Dosisanpassung

notwendig sein.

Da Stiripentol CYP2C8 in vitro in Konzentrationen hemmte, die klinisch im Plasma erreicht werden,

kann es mit Substanzen, die von diesem Isoenzym metabolisiert werden (z.B. Amodiaquin,

Cerivastatin, Paclitaxel, Repaglinid, Sorafenib oder Torsemid) zu metabolischen Interaktionen mit

Stiripentol kommen.

Interaktionspotential von Stiripentol mit Transportern:

Stiripentol ist kein Substrat von Pgp, BCRP, OATP1B1, OATP1B3, OAT1, OCT2 und OAT3.

Stiripentol hemmte in vitro Pgp, BCRP und möglicherweise OAT3, aber nicht OATP1B1,

OATP1B3, OAT1 oder OCT2.

Interaktionspotential von Stiripentol mit anderen Arzneimitteln:

In Ermangelung klinischer Daten ist Vorsicht geboten bei folgenden klinisch relevanten

Interaktionen mit Stiripentol:

Unerwünschte Kombinationen (zu vermeiden, wenn sie nicht absolut notwendig sind)

·Mutterkornalkaloide (Ergotamin, Dihydroergotamin)

Ergotismus mit möglicher Nekrose der Extremitäten (Hemmung der hepatischen Elimination des

Mutterkorns).

·Cisaprid, Halofantrin, Pimozid, Chinidin, Bepridil

Erhöhtes Risiko von Herzrhythmusstörungen, insbesondere Torsades de pointes-/Wave-Burst-

Arrhythmie.

·Immunsuppressiva (Tacrolimus, Cyclosporin, Sirolimus)

Erhöhte Blutkonzentrationen der Immunsuppressiva (verminderter hepatischer Metabolismus).

·Statine (Atorvastatin, Simvastatin, usw.)

Erhöhtes Risiko dosisabhängiger unerwünschter Wirkungen wie Rhabdomyolyse (verminderter

hepatischer Metabolismus cholesterinsenkender Stoffe)

Kombinationen, bei denen Vorsicht geboten ist

·Midazolam, Triazolam, Alprazolam

Erhöhte Plasmabenzodiazepin-Konzentrationen können durch einen verminderten hepatischen

Metabolismus auftreten, was zu übermässiger Sedierung führt.

·Chlorpromazin

Stiripentol erhöht die zentrale dämpfende Wirkung von Chlorpromazin.

·Auswirkungen auf andere Antiepileptika

Die Hemmung der CYP450-Isoenzyme CYP2C19 und CYP3A4 kann pharmakokinetische

Interaktionen (Hemmung ihres hepatischen Metabolismus) mit Phenobarbital, Primidon, Phenytoin,

Carbamazepin, Clobazam (siehe «Dosierung/Anwendung»), Valproat (siehe

«Dosierung/Anwendung»), Diazepam (verstärkte Muskelrelaxation), Ethosuximid und Tiagabin

auslösen. Die Konsequenzen sind erhöhte Plasmakonzentrationen dieser Antikonvulsiva mit dem

potentiellen Risiko einer Überdosierung. Bei Kombination mit Stiripentol wird eine klinische

Überwachung der Plasmaspiegel anderer Antikonvulsiva, mit möglicher Dosisanpassung, empfohlen.

·Topiramat

In einem französischen Compassionate-Use-Programm mit Stiripentol wurde in 41% von 230 Fällen

Topiramat zu Stiripentol, Clobazam und Valproat hinzugefügt. Aufgrund der klinischen

Beobachtungen in dieser Patientengruppe liegt kein Grund dafür vor, bei gleichzeitiger Anwendung

mit Stiripentol eine Änderung der Topiramat-Dosis und des Dosierungsplans vorzuschlagen.

Bei Topiramat geht man davon aus, dass die potentielle Konkurrenz der Hemmung von CYP2C19

nicht auftritt, da sie wahrscheinlich 5-15mal höhere Plasmakonzentrationen erfordert als die mit der

empfohlenen Standard-Topiramat-Dosis und den Dosierungsplänen erzielten.

·Levetiracetam

Levetiracetam unterliegt nicht in grösserem Umfang einem hepatischen Metabolismus. Infolgedessen

ist keine pharmakokinetische metabolische Arzneimittelinteraktion zwischen Stiripentol und

Levetiracetam zu erwarten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Risiko in Verbindung mit Epilepsie und Antiepileptika im Allgemeinen

Es wurde nachgewiesen, dass bei den Nachkommen von Frauen mit Epilepsie die Prävalenz von

Missbildungen zwei- bis dreimal grösser ist als der Prozentsatz von ca. 3% in der

Allgemeinbevölkerung. Wenn auch andere Faktoren wie z.B. die Epilepsie selbst, dazu beitragen

können, weisen die verfügbaren Erkenntnisse darauf hin, dass dieser Anstieg weitgehend auf die

Behandlung zurückzuführen ist. In der behandelten Population wurde ein Anstieg der Missbildungen

nach Polytherapie festgestellt.

Dennoch sollte eine wirksame antiepileptische Therapie während der Schwangerschaft nicht

unterbrochen werden, da sich die Verschlimmerung der Krankheit für die Mutter und den Fötus

nachteilig auswirken kann.

Risiko in Verbindung mit Stiripentol

Es liegen keine Daten über exponierte Schwangerschaften vor. Es liegen keine hinreichenden

tierexperimentellen Studien zu Auswirkungen auf Schwangerschaft, fetale Entwicklung, und/oder die

postnatale Entwicklung vor (siehe «Präklinische Daten»). Die klinische Entscheidung zur

Anwendung von Stiripentol während der Schwangerschaft muss im Einzelfall unter

Berücksichtigung des potentiellen klinischen Nutzens und Risikos erfolgen. Stiripentol darf während

der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn dies ist unumgänglich. Die Anwendung

wirksamer Verhütungsmethoden wird angeraten.

Stillzeit

In Ermangelung von Studien am Menschen bezüglich der Ausscheidung in die Muttermilch und

angesichts der Tatsache, dass Stiripentol bei Ziegen ungehindert vom Plasma in die Milch übergeht,

darf während der Behandlung nicht gestillt werden.

Fertilität

In Tierstudien wurden keine Auswirkungen auf die Fertilität festgestellt (siehe «Präklinische

Daten»). Es liegen keine klinischen Daten vor und mögliche Gefahren für die menschliche

Gesundheit sind nicht bekannt.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Patienten mit SMEI nehmen normalerweise nicht aktiv am Strassenverkehr teil oder bedienen keine

Maschinen aufgrund der Art der zugrundeliegenden Krankheit und der Auswirkungen der

Langzeitanwendung von Antikonvulsiva.

Stiripentol kann Benommenheit und Ataxie hervorrufen, welche die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen können. Patienten sollten daher während der

Stiripentol-Therapie weder ein Fahrzeug führen noch Maschinen bedienen.

Unerwünschte Wirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen bei Diacomit (bei mehr als 1 von 10 Patienten) sind

Anorexie, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Somnolenz, Ataxie, Hypotonie und Dystonie.

Tabellarische Zusammenstellung der unerwünschten Reaktionen

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen sind wie folgt: sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100 bis

<1/10), gelegentlich (≥1/1'000 bis <1/100), selten (≥1/10'000 bis <1/1'000), sehr selten (<1/10'000)

unbekannt (kann anhand der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die unerwünschten Wirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben.

Systemorganklasse

Häufigkeit

Unerwünschte Wirkung

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Häufig

Neutropenie

Eine persistierende schwere Neutropenie bildet

sich im Allgemeinen spontan zurück, wenn

Diacomit abgesetzt wird.

Selten

Thrombozytopenie*

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr häufig

Anorexie/Appetitverlust (41%), Gewichtsverlust

(14%) (vor allem in Kombination mit

Natriumvalproat

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig

Schlaflosigkeit (8%)

Häufig

Aggressivität, Reizbarkeit, Verhaltensstörungen,

ablehnendes Verhalten, Übererregbarkeit,

Schlafstörungen

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Somnolenz (39%), Ataxie (22%),

Hypotonie/Dystonie (11%)

Häufig

Hyperkinesie,

Augenerkrankungen

Gelegentlich

Diplopie (bei Anwendung zusammen mit

Carbamazepin)

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Häufig

Übelkeit, Erbrechen

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Gelegentlich

Lichtempfindlichkeit, Hautausschlag,

Hautallergie, Urtikaria

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Gelegentlich Müdigkeit

Untersuchungen

Sehr häufig

Auffällige Leberfunktionswerte, erhöhte γGTGT

Beschreibung ausgewählter unerwünschter Wirkungen

Viele der oben aufgeführten unerwünschten Wirkungen sind häufig auf eine Zunahme der

Plasmakonzentrationen anderer Antikonvulsiva zurückzuführen (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und (Interaktionen») und können sich zurückbilden, wenn die Dosis dieser

Arzneimittel reduziert wird.

* Die Thrombozytopenie–Daten stammen aus klinischen Versuchen und der Erfahrung nach dem

Inverkehrbringen.

Unerwünschte Wirkungen nach Markteinführung

Selten kam es zu Thrombozytopenie.

Es gab Einzelfälle mit Stevens-Johnson-Syndrom unter der Kombinationsbehandlung mit Valproat,

Clobazam und Stiripentol Steven-Johnson-Syndrom wird in den Arzneimittelinformationen von

Valproat und Clobazam erwähnt. Ein Zusammenhang mit der Einnahme von Stiripentol kann jedoch

zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden.

Überdosierung

Es wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet. Die Behandlung ist supportiv (symptomatische

Massnahmen auf Intensivstationen).

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: N03X17

Wirkungsmechanismus

Im Tiermodell antagonisiert Stiripentol durch Elektroschocks, Pentetrazol und Bicucullin induzierte

Anfälle. Im Nagetiermodell scheint Stiripentol die Konzentration von Gamma-Amino-Buttersäure

(GABA) - dem wichtigsten inhibitorischen Neurotransmitter im Säugetiergehirn - zu erhöhen. Das

könnte durch Hemmung der synaptischen Aufnahme von GABA und/oder Hemmung der GABA-

Transaminase erfolgen. Es wurde auch aufgezeigt, dass Stiripentol die GABA-A-Rezeptor-

vermittelte Transmission im unreifen Rattenhippokampus verstärkt und die durchschnittliche

Öffnungsdauer (aber nicht die Häufigkeit) der GABA-A-Rezeptor-Chloridionenkanäle durch einen

Barbiturat-ähnlichen Mechanismus erhöht. Stiripentol potenziert die Wirksamkeit anderer

Antikonvulsiva wie Carbamazepin, Natriumvalproat, Phenytoin, Phenobarbital und vieler

Benzodiazepine aufgrund pharmakokinetischer Interaktionen. Die zweite Wirkung des Stiripentols

beruht hauptsächlich auf der metabolischen Hemmung mehrerer Isoenzyme, insbesondere CYP3A4

und CYP2C19, die am hepatischen Metabolismus anderer antiepileptisch wirkender Arzneimittel

beteiligt sind.

Klinische Wirksamkeit und Sicherheit

Die klinische Pivotalbeurteilung von Diacomit erfolgte bei Kindern ab 3 Jahren mit SMEI.

An einem französischen Compassionate-Use-Programm nahmen Kinder ab 6 Monaten teil, denn die

Diagnose des Dravet-Syndroms kann bei manchen Patienten in diesem Alter mit Sicherheit gestellt

werden. Die klinische Entscheidung für die Anwendung von Diacomit bei Kindern unter 3 Jahren

mit SMEI muss im Einzelfall unter Berücksichtigung des potentiellen klinischen Nutzens und

Risikos erfolgen (siehe «Dosierung/Anwendung»).

Daneben wurde Stiripentol als Zusatztherapie zu Clobazam und Valproat bei Kindern ab 3 Jahren

mit Dravet-Syndrom in zwei prospektiven, randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten

Studien mit ähnlichem Studiendesign untersucht (STICLO France und STICLO Italy).

Nach einer Baseline-Periode von 1 Monat mit einer bestehenden antiepileptischen Behandlung mit

Valproat und Clobazam, wurden Placebo oder Stiripentol während eines doppelblinden Zeitraums

von 2 Monaten zu Valproat und Clobazam hinzugefügt. Darauf folgte eine 30-tägige Periode, in

welcher alle Patienten Stiripentol offen erhielten. Als Responder wurden diejenigen Probanden

bezeichnet, bei denen eine mehr als 50%ige Reduktion der Häufigkeit der klonischen (oder tonisch-

klonischen) Anfälle während des zweiten Monats des doppelblinden Zeitraums im Vergleich zur

Baseline zu verzeichnen war. In STICLO France wurden 42 Kinder mit SMEI eingeschlossen,

wovon 21 auf Stiripentol und 20 auf Placebo randomisiert wurden. 15 von 21 (71%) Patienten waren

Responder auf Stiripentol (einschliesslich 9 ohne klonische oder tonisch-klonische Anfälle), während

es 1 Responder von 20 Patienten (5%) auf Placebo gab (keiner war anfallsfrei; 95%

Konfidenzintervall (KI) Stiripentol 52.1-90.7 vs. Placebo 0-14.6). Das 95% KI der Differenz betrug

42.2-85.7. Der Prozentsatz der Veränderungen gegenüber der Baseline war bei Stiripentol höher (-

69%) als bei Placebo (+7%), p<0.0001. Alle 21 Patienten mit Stiripentol wiesen moderate

unerwünschte Wirkungen auf (Benommenheit, Appetitverlust) im Vergleich zu acht bei Placebo. Die

unerwünschten Wirkungen verschwanden nach Herabsetzung der Dosis der Begleitmedikation in 12

von 21 Fällen.

In STICLO Italy wurden 23 Patienten mit SMEI eingeschlossen (12 auf Stiripentol und 11 auf

Placebo). Davon waren 8 (67%) Patienten Responder auf Stiripentol (einschliesslich 3 ohne

klonische oder tonisch-klonische Anfälle), während es 1 Responder (9%) auf Placebo gab (keiner

war anfallsfrei; 95% KI Stiripentol 34.9-90.2 vs. Placebo 0.0-41.3). Der Prozentsatz der

Veränderungen gegenüber der Baseline war bei Stiripentol höher (-74%) als bei Placebo (-13%). 10

von 12 Patienten mit Stiripentol wiesen moderate unerwünschte Wirkungen auf (insbesondere

Benommenheit, Appetitverlust) im Vergleich zu 3 von 11 Patienten mit Placebo.

Pharmakokinetik

Die folgenden pharmakokinetischen Eigenschaften des Stiripentols wurden aus Studien mit gesunden

erwachsenen Freiwilligen und erwachsenen Patienten berichtet.

Absorption

Stiripentol wird schnell resorbiert, mit einer Zeitdauer von ca. 1.5 Stunden bis zum Erreichen der

höchsten Plasmakonzentration. Die absolute Bioverfügbarkeit von Stiripentol ist nicht bekannt, da

keine intravenöse Formulierung für Tests zur Verfügung steht. Es wird bei oraler Gabe gut

resorbiert, da der grösste Teil einer oralen Dosis über den Harn ausgeschieden wird.

Die relative Bioäquivalenz zwischen den Kapseln und dem Pulver im Beutel zur Herstellung einer

Suspension zum Einnehmen wurde bei gesunden männlichen Probanden nach einer einmaligen

oralen Verabreichung von 1'000 mg untersucht. Die beiden Darreichungsformen waren hinsichtlich

der AUC bioäquivalent, nicht jedoch in Hinblick auf die Cmax. Die Cmax des Pulvers im Beutel zur

Herstellung einer Suspension zum Einnehmen lag im Vergleich zur Kapsel geringfügig höher (23%)

und entsprach nicht den Kriterien der Bioäquivalenz. Die tmax war bei beiden Darreichungsformen

identisch. Bei einem Wechsel zwischen der Stiripentol-Kapsel und dem Pulver im Beutel zur

Herstellung einer Suspension zum Einnehmen wird eine klinische Überwachung empfohlen.

Distribution

Stiripentol bindet extensiv an zirkulierende Plasmaproteine (ca. 99%).

Elimination

Die systemische Exposition gegenüber Stiripentol steigt deutlich stärker an im Vergleich zur

Dosisproportionalität. Die Plasma-Clearance nimmt bei hohen Dosen deutlich ab; sie fällt von ca.

40 l/kg/Tag bei der Dosis von 600 mg/Tag auf etwa 8 l/kg/Tag bei einer Dosis von 2'400 mg ab.

Nach wiederholter Anwendung von Stiripentol ist die Clearance geringer, wahrscheinlich aufgrund

der Hemmung der Cytochrom P450-Isoenzyme, die für diesen Metabolismus verantwortlich sind.

Die Eliminationshalbwertzeit lag zwischen 4.5 h und 13 h und stieg mit zunehmender Dosis an.

Metabolismus

Stiripentol wird weitgehend metabolisiert. 13 verschiedene Metaboliten wurden im Harn gefunden.

Die Hauptstoffwechselprozesse sind die Demethylenisierung und die Glucuronidierung, obwohl

bisher noch keine genaue Identifizierung der beteiligten Enzyme erfolgt ist.

In vitro-Studien belegen, dass CYP1A2, CYP2C19 und CYP3A4 als die Haupt-Leber-Cytochrom

P450-Isoenzyme gelten, die am Phase 1-Metabolismus beteiligt sind.

Exkretion

Der grösste Teil des Stiripentols wird über die Nieren ausgeschieden.

Die Harnmetaboliten des Stiripentols betrugen insgesamt die Mehrheit (73%) einer oralen akuten

Dosis, während weitere 13-24% als unveränderte Substanz in den Fäzes wiedergefunden wurden.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Pädiatrie

Es wurde eine pharmakokinetische Populationsstudie an 35 Kindern mit Dravet-Syndrom

durchgeführt, die mit Stiripentol und zwei weiteren Substanzen, Valproat und Clobazam, behandelt

wurden, welche soweit bekannt die pharmakokinetischen Eigenschaften von Stiripentol nicht

beeinflussen. Das Medianalter betrug 7.3 Jahre (Altersbereich: 1 bis 17.6 Jahre) und die

durchschnittliche Tagesdosis Stiripentol betrug 45.4 mg/kg/Tag (Dosisbereich: 27.1 bis 89.3 mg/kg/

Tag), verteilt über zwei bis drei Einzeldosen.

Die Daten stimmten am besten mit einem Einkompartimentmodell mit Absorptions- und

Eliminationsprozessen erster Ordnung überein. Die für die Population geschätzte

Absorptionsratenkonstante Ka betrug 2.08 h-1 (CV% = 122%). Die Clearance und das

Verteilungsvolumen waren abhängig vom Körpergewicht gemäss einem allometrischen Modell mit

den Exponenten 0.433 bzw. 1: je mehr das Körpergewicht von 10 kg auf 60 kg ansteigt, desto mehr

steigt die sichtbare orale Clearance von 2.60 auf 5.65 l/h und das sichtbare Verteilungsvolumen von

32.0 auf 191.8 l. Die Folge davon war das Ansteigen der Halbwertzeit von 8.5 h (bei 10 kg) auf

23.5 h (bei 60 kg).

Präklinische Daten

Toxizitätsstudien mit Tieren (Ratte, Affe, Maus) ergaben eine Lebervergrösserung in Verbindung mit

Leberzellhypertrophie, die auftrat, wenn hohe Stiripentol-Dosen verabreicht wurden. Dieser Befund

wird als adaptive Antwort auf eine hohe Stoffwechselbelastung der Leber betrachtet.

Stiripentol war in Untersuchungen mit Ratten und Kaninchen nicht teratogen; in einer Studie mit

Mäusen, wurde bei einer Dosis von 800 mg/kg/Tag eine erhöhte Inzidenz für Gaumenspaltbildung

beobachtet. Dieser Befund wurde nicht in zwei weiteren Studien bei Mäusen nach einer Dosis von

800 mg/kg/Tag beobachtet. Untersuchungen der Fertilität bei der Ratte verliefen ereignislos. In prä-

und postnatalen Entwicklungsstudien wurde eine erhöhte Mortalität und eine Beeinträchtigung des

Wachstums sowie der Reflexentwicklung der Jungtiere, die von Muttertieren mit toxischem

Ansprechen auf eine Stiripentol-Dosis von 800 mg/kg/Tag gesäugt wurden, beobachtet. Es liegen

keinen Expositionsdaten vor. Deshalb ist die Relevanz der Befunde für den Menschen nicht bekannt.

Bei Genotoxizitätsuntersuchungen wurde keine mutagene oder clastogene Aktivität nachgewiesen.

Die Ergebnisse der Karzinogenitätsstudien bei der Ratte waren negativ. Bei der Maus war eine

geringe Zunahme der Inzidenz von Leberadenomen und -karzinomen bei Tieren zu beobachten, die

mit 200 oder 600 mg/kg/Tag behandelt wurden. Angesichts der fehlenden Genotoxizität von

Stiripentol und der wohlbekannten, besonderen Empfindlichkeit der Mausleber für Tumorbildungen

in Anwesenheit von Leberenzyminduktion wird bei diesem Ergebnis nicht davon ausgegangen, dass

es auf ein Risiko für Tumorbildung bei Patienten hinweist.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des Monats.

Besondere Lagerungshinweise

Für Kinder unzugänglich aufbewahren. Nicht über 30 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Zulassungsnummer

66528, 66529 (Swissmedic).

Packungen

Diacomit, Hartkapseln

Polypropylenflasche mit kinder- und manipulationssicherem Polyethylen-Schraubverschluss.

Diacomit 250 mg: Packungen zu 60 Kapseln. (B)

Diacomit 500 mg: Packungen zu 60 Kapseln. (B)

Diacomit, Pulver im Beutel zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

Beutel aus einer Papier/Aluminium/Polyethylen-Verbundfolie.

Diacomit 250 mg: Packungen zu 60 Beuteln. (B)

Diacomit 500 mg: Packungen zu 60 Beuteln. (B)

Zulassungsinhaberin

Zambon Schweiz AG, Cadempino.

Stand der Information

September 2017.

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