Dermestril 25 µg/24 Stunden transdermales Pflaster

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Estradiol
Verfügbar ab:
MEDA Pharma GmbH & Co. KG
ATC-Code:
G03CA03
INN (Internationale Bezeichnung):
estradiol
Darreichungsform:
transdermales Pflaster
Zusammensetzung:
Estradiol 2.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
30327.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwenderinnen

DERMESTRIL 25 µg/24 Stunden transdermales Pflaster

Wirkstoff: Estradiol

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist DERMESTRIL und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von DERMESTRIL beachten?

Wie ist DERMESTRIL anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist DERMESTRIL aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist DERMESTRIL und wofür wird es angewendet?

DERMESTRIL ist ein Präparat zur Hormonersatzbehandlung (englisch: Hormone Replacement

Therapy/HRT). Es enthält das weibliche Geschlechtshormon 17-

-Estradiol. DERMESTRIL wird bei

Frauen nach den Wechseljahren angewendet, deren letzte Monatsblutung (Menopause) mindestens 6

Monate zurück liegt.

DERMESTRIL wird angewendet zur:

Linderung von Beschwerden nach den Wechseljahren.

Während der Wechseljahre nimmt die Bildung des körpereigenen Estrogens der Frau ab. Dies kann

Beschwerden verursachen, die sich als Hitzeschübe im Gesicht, Hals und im Brustbereich (sogenannte

Hitzewallungen) äußern. DERMESTRIL lindert diese nach der Menopause auftretenden Beschwerden.

DERMESTRIL wird Ihnen nur verordnet, wenn Ihre Beschwerden Sie erheblich in Ihrem alltäglichen

Leben beeinträchtigen.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von DERMESTRIL

beachten?

Krankengeschichte und regelmäßige Kontrolluntersuchungen

Eine HRT ist mit Risiken verbunden, welche vor der Entscheidung, die Behandlung zu beginnen bzw.

fortzusetzen, beachtet werden müssen.

Erfahrungen bei der Behandlung von Frauen mit vorzeitiger Menopause (infolge eines Versagens der

Funktion der Eierstöcke oder deren chirurgischer Entfernung) liegen nur begrenzt vor. Wenn bei Ihnen

eine vorzeitige Menopause vorliegt, können sich die Risiken der HRT von jenen anderer Frauen

unterscheiden. Bitte fragen Sie hierzu Ihren Arzt.

Bevor Sie eine HRT beginnen (oder wieder aufnehmen), wird Ihr Arzt Ihre eigene Krankengeschichte

und die Ihrer Familie erfassen. Ihr Arzt wird über die Notwendigkeit einer körperlichen Untersuchung

entscheiden. Diese kann, falls erforderlich, die Untersuchung der Brüste und/oder eine

Unterleibsuntersuchung umfassen.

Nachdem Sie mit der HRT begonnen haben, sollten Sie Ihren Arzt regelmäßig (mindestens 1-mal pro

Jahr) zur Durchführung von Kontrolluntersuchungen aufsuchen. Besprechen Sie bitte anlässlich dieser

Untersuchungen mit Ihrem Arzt den Nutzen und die Risiken, die mit einer Fortführung der HRT

verbunden sind.

Gehen Sie bitte regelmäßig, wie von Ihrem Arzt empfohlen, zur Vorsorgeuntersuchung Ihrer Brüste.

DERMESTRIL darf nicht angewendet werden,

wenn nachfolgend genannte Punkte auf Sie zutreffen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob dies der Fall ist,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie

DERMESTRIL anwenden.

DERMESTRIL darf nicht angewendet werden, wenn

Sie an

Brustkrebs

erkrankt sind oder früher einmal erkrankt waren bzw. ein entsprechender

Verdacht besteht.

Sie an einer Form von Krebs leiden, dessen Wachstum von Estrogenen abhängig ist, z. B. Krebs

der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) bzw. ein entsprechender Verdacht besteht.

vaginale Blutungen unklarer Ursache auftreten.

eine unbehandelte

übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut

(Endometriumhyperplasie) vorliegt.

sich bei Ihnen ein Blutgerinnsel in einer Vene (Thrombose) gebildet hat bzw. früher einmal

gebildet hatte, z.B. in den Beinen (tiefe Venenthrombose) oder in der Lunge (Lungenembolie).

Sie unter einer Blutgerinnungsstörung leiden (z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-

Mangel).

Sie eine Krankheit haben bzw. früher einmal hatten, die durch Blutgerinnsel in den Arterien

verursacht wird, z.B.

Herzinfarkt, Schlaganfall

oder anfallsartig auftretende

Brustschmerzen

mit Brustenge

(Angina pectoris)

Sie eine

Lebererkrankung

haben oder früher einmal hatten und sich die Leberfunktionswerte

noch nicht normalisiert haben.

Sie unter einer seltenen, erblich bedingten Blutkrankheit leiden, der sogenannten Porphyrie.

allergisch

(überempfindlich)

gegen Estradiol

oder einen der im Abschnitt 6 genannten

sonstigen Bestandteile von DERMESTRIL sind.

Wenn eine der oben genannten Krankheiten während der Anwendung von DERMESTRIL erstmalig

auftritt, beenden Sie bitte sofort die Behandlung und suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt auf.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie jemals von einem der nachfolgend aufgeführten

gesundheitlichen Probleme betroffen waren, da dieses während der Behandlung mit DERMESTRIL

wieder auftreten oder sich verschlimmern könnte.

In diesem Fall sollten Sie Ihren Arzt häufiger zur Durchführung von Kontrolluntersuchungen

aufsuchen:

gutartige Geschwülste in der Gebärmutter (Myome)

Wachstum von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose) oder früher

aufgetretenes übermäßiges Wachstum der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)

erhöhtes Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (siehe Absatz „Venöse Blutgerinnsel

(Thrombosen)“)

erhöhtes Risiko für estrogenabhängigen Krebs (z. B. wenn die Mutter, Schwester oder

Großmutter Brustkrebs hatten)

Bluthochdruck

Lebererkrankungen, z.B. gutartige Lebertumore

Diabetes

Gallensteine

Migräne oder schwere Kopfschmerzen

Erkrankung des Immunsystems, die viele Organfunktionen des Körpers beeinträchtigt

(Systemischer Lupus erythematodes (SLE))

Epilepsie

Asthma

Erkrankung, die das Trommelfell und das Gehör beeinträchtigt (Otosklerose)

sehr hohe Blutfettwerte (Triglyceride)

Flüssigkeitseinlagerung infolge von Herz- und Nierenerkrankungen

Sie müssen die Behandlung sofort abbrechen und einen Arzt aufsuchen,

wenn während der Anwendung der HRT eine der folgenden Krankheiten bzw. Situationen auftritt:

Krankheiten, die im Abschnitt „DERMESTRIL darf nicht angewendet werden“, erwähnt sind

Gelbfärbung Ihrer Haut oder des Weißen Ihrer Augen (Gelbsucht). Dies kann auf eine

Lebererkrankung hinweisen

deutliche Erhöhung Ihres Blutdrucks (Beschwerden können Kopfschmerzen, Müdigkeit und

Schwindel sein)

migräneartige Kopfschmerzen, die erstmalig auftreten

wenn Sie schwanger werden

wenn Sie Anzeichen für Blutgerinnsel bemerken, z.B.:

schmerzhafte Schwellung und Rötung der Beine

plötzliche Brustschmerzen

Atemnot

Weitere Informationen finden im Absatz „Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)“.

Hinweis:

DERMESTRIL ist kein Mittel zur Empfängnisverhütung. Wenn seit Ihrer letzten

Monatsblutung weniger als 12 Monate vergangen sind oder wenn Sie unter 50 Jahre alt sind, kann die

zusätzliche Anwendung von Methoden zur Schwangerschaftsverhütung erforderlich sein. Fragen Sie

hierzu Ihren Arzt um Rat.

Hormonersatzbehandlung (HRT) und Krebs

Übermäßige Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) und Krebs

der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom)

Während einer Estrogen-Monotherapie erhöht sich das Risiko für eine übermäßige Verdickung der

Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie) und für Krebs der Gebärmutterschleimhaut

(Endometriumkarzinom).

Die Anwendung eines Gestagens zusätzlich zum Estrogen über mindestens 12 Tage pro 28-Tage-

Zyklus schützt Sie vor diesem zusätzlichen Risiko. Daher wird Ihnen Ihr Arzt, wenn Sie Ihre

Gebärmutter noch haben, zusätzlich ein Gestagen verordnen.

Wenn Ihre Gebärmutter entfernt wurde (Hysterektomie), sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie

DERMESTRIL bedenkenlos ohne zusätzliche Einnahme eines Gestagens anwenden können.

Bei durchschnittlich 5 von 1000 Frauen, die noch eine Gebärmutter haben und die keine HRT

anwenden, wird im Alter zwischen 50 und 65 Jahren Krebs der Gebärmutterschleimhaut

diagnostiziert.

Demgegenüber werden bei Frauen, die noch eine Gebärmutter haben und die eine HRT nur mit einem

Estrogenpräparat durchführen, im Alter zwischen 50 und 65 Jahren, abhängig von der Dosis und der

Behandlungsdauer, 10 bis 60 Fälle von Krebs der Gebärmutterschleimhaut pro 1000 Frauen

diagnostiziert (d.h. zwischen 5 und 55 zusätzliche Fälle).

Unerwartete Blutungen

Während der Anwendung von DERMESTRIL wird monatlich eine Blutung auftreten (sogenannte

Entzugsblutung). Sollten jedoch unerwartete Blutungen oder Schmierblutungen außerhalb Ihrer

Monatsblutung auftreten, die:

über die ersten 6 Behandlungsmonate hinaus andauern,

einsetzen, nachdem Sie DERMESTRIL bereits seit über 6 Monaten angewendet haben,

nach Abbruch der Behandlung anhalten,

suchen Sie bitte sobald wie möglich Ihren Arzt auf.

Brustkrebs

Es gibt Hinweise auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei kombinierter HRT mit Estrogen und Gestagen

und möglicherweise auch bei alleiniger Anwendung von Estrogen. Das zusätzliche Risiko hängt von

der Dauer der HRT ab und ist innerhalb weniger Jahre erkennbar. Jedoch sinkt das Risiko nach

Beendigung der Behandlung innerhalb weniger Jahre (meist 5 Jahre) wieder auf den Stand bei

Nichtanwenderinnen.

Bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde und die eine HRT mit Estrogen-Monopräparaten über 5

Jahre anwenden, wurde kein oder nur ein geringfügig erhöhtes Brustkrebsrisiko nachgewiesen.

Zum Vergleich

Bei Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, die keine HRT anwenden, werden durchschnittlich 9-17

Brustkrebsfälle pro 1000 Frauen innerhalb eines Zeitraums von 5 Jahren diagnostiziert.

Bei Frauen im Alter von 50 bis 79 Jahren, die eine kombinierte HRT mit Estrogen und Gestagen über

5 Jahre anwenden, beträgt die Anzahl 13-23 Fälle pro 1000 Frauen (d.h. 4-6 zusätzliche Fälle).

Untersuchen Sie regelmäßig Ihre Brüste. Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn Sie Veränderungen

Ihrer Brüste bemerken, z.B.

Einziehungen (Dellenbildung) in der Haut,

Veränderungen der Brustwarzen,

Knoten, die Sie sehen oder fühlen können.

Falls Sie die Möglichkeit haben, am Programm zur Früherkennung von Brustkrebs (Mammographie-

Screening-Programm) teilzunehmen, sollten Sie dieses Angebot nutzen. Informieren Sie die Fachkraft,

die die Mammographie durchführt, darüber, dass Sie ein Arzneimittel zur Hormonersatzbehandlung

anwenden. Arzneimittel, die zur Hormonersatzbehandlung angewendet werden, können das

Brustgewebe dichter machen und dadurch das Ergebnis der Mammographie beeinflussen. Wenn die

Dichte des Brustgewebes erhöht ist, können möglicherweise nicht alle Veränderungen erkannt werden.

Eierstockkrebs

Eierstockkrebs ist selten. Ein leicht erhöhtes Risiko, einen Eierstockkrebs zu entwickeln, wurde für

Frauen berichtet, die über einen Zeitraum von mindestens 5-10 Jahren eine HRT angewendet haben.

Bei Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren, die keine HRT anwenden, werden über einen 5-

Jahres-Zeitraum durchschnittlich 2 Fälle von Eierstockkrebs pro 1000 Frauen diagnostiziert. Bei

Frauen, die eine HRT über 5 Jahre anwenden, treten etwa 2-3 Fälle pro 1000 Anwenderinnen auf (d.h.

bis zu ein zusätzlicher Fall).

Herz-/Kreislauf-Wirkungen einer Hormonersatzbehandlung (HRT)

Venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)

Das Risiko Blutgerinnsel in den Venen (Thrombosen) zu bilden, ist bei Frauen, die eine HRT

anwenden, gegenüber Nichtanwenderinnen um etwa das 1,3- bis 3fache erhöht. Ein erhöhtes Risiko

besteht insbesondere während des ersten Einnahmejahres.

Blutgerinnsel können ernsthafte Folgen haben. Wenn ein Blutgerinnsel zu den Lungen wandert, kann

dies Brustenge, Atemnot oder einen Ohnmachtsanfall verursachen oder sogar zum Tod führen. Eine

höhere Wahrscheinlichkeit für Sie, ein Blutgerinnsel zu bilden, besteht mit zunehmendem Alter und

wenn die nachfolgend genannten Bedingungen auf Sie zutreffen. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt,

wenn auf Sie eine der folgenden Situationen zutrifft:

wenn Sie wegen einer größeren Operation, Verletzung oder Krankheit längere Zeit nicht laufen

können (siehe auch Abschnitt 3 „Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist“).

wenn Sie stark übergewichtig sind (BMI > 30 kg/m

wenn Sie unter einer Gerinnungsstörung leiden, die eine medikamentöse Langzeitbehandlung

zur Vorbeugung von Blutgerinnseln erfordert.

wenn jemals bei einem nahen Verwandten von Ihnen ein Blutgerinnsel im Bein, in der Lunge

oder in einem anderen Organ aufgetreten ist.

wenn Sie unter einem Systemischen Lupus erythematosus (SLE) leiden.

wenn Sie Krebs haben.

Bezüglich Anzeichen für Blutgerinnsel, siehe Absatz „Sie müssen die Behandlung sofort abbrechen

und einen Arzt aufsuchen“.

Zum Vergleich

Betrachtet man Frauen in ihren 50igern, die keine HRT anwenden, ist über einen 5-Jahres-Zeitraum

durchschnittlich bei 4 bis 7 von 1000 Frauen ein venöses Blutgerinnsel zu erwarten.

Bei Frauen in ihren 50igern, die eine HRT mit Estrogen und Gestagen über 5 Jahre angewendet haben,

treten 9 bis 12 Thrombosefälle pro 1000 Anwenderinnen auf (d.h. 5 zusätzliche Fälle).

Bei Frauen in ihren 50igern, deren Gebärmutter entfernt wurde und die eine HRT nur mit Estrogen

über 5 Jahre angewendet haben, treten 5 bis 8 Thrombosefälle pro 1000 Anwenderinnen auf (d.h. 1

zusätzlicher Fall).

Herzkrankheit (Herzinfarkt)

Es liegen keine Hinweise darauf vor, dass eine HRT einem Herzinfarkt vorbeugt.

Bei Frauen, die älter als 60 Jahre sind und die eine kombinierte HRT mit Estrogen und Gestagen

anwenden, besteht im Vergleich zu Frauen, die keine HRT anwenden, eine leicht erhöhte

Wahrscheinlichkeit, eine Herzkrankheit zu entwickeln.

Das Risiko, eine Herzkrankheit zu entwickeln, ist bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde und

die nur Estrogene anwenden, nicht erhöht.

Schlaganfall

Das Schlaganfallrisiko ist bei Anwenderinnen einer HRT etwa 1,5fach höher als bei

Nichtanwenderinnen. Die Anzahl der infolge der Anwendung einer HRT zusätzlich auftretenden

Schlaganfälle steigt mit zunehmendem Alter.

Zum Vergleich

Betrachtet man Frauen in ihren 50igern, die keine HRT anwenden, sind über einen 5-Jahres-Zeitraum

8 Schlaganfälle pro 1000 Frauen zu erwarten. Bei Frauen in ihren 50igern, die eine HRT anwenden,

beträgt die entsprechende Anzahl 11 Fälle pro 1000 Anwenderinnen (d.h. 3 zusätzliche Fälle).

Sonstige Erkrankungen

Eine HRT beugt keinen Gedächtnisstörungen vor. Es gibt einige Hinweise auf ein erhöhtes

Risiko für Gedächtnisstörungen bei Frauen, die zu Beginn der Anwendung einer HRT älter als

65 Jahre waren. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt um Rat.

Bei Anwendung von DERMESTRIL mit anderen Arzneimitteln

Bestimmte Arzneimittel können die Wirkung von DERMESTRIL beeinflussen. Das kann zu

unregelmäßigen Blutungen führen. Dazu gehören folgende Arzneimittel:

Arzneimittel gegen Epilepsie (die z.B. Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin enthalten).

Arzneimittel gegen Tuberkulose (die z.B. Rifampicin, Rifabutin enthalten).

Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen (die z.B. Nevirapin, Efavirenz,

Ritonavir, Nelfinavir enthalten).

Pflanzliche Präparate, die Johanniskraut (

Hypericum perforatum

) enthalten.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden

bzw. vor kurzem eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel, pflanzliche Präparate oder Naturheilmittel handelt.

Labortests

Wenn bei Ihnen eine Blutuntersuchung erforderlich ist, informieren Sie Ihren Arzt oder das

Laborpersonal, dass Sie DERMESTRIL anwenden, da dieses Arzneimittel die Ergebnisse einiger

Laboruntersuchungen beeinflussen kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von DERMESTRIL ist nur bei Frauen nach der Menopause vorgesehen. Wenn Sie

schwanger werden, brechen Sie die Anwendung von DERMESTRIL ab und suchen Ihren Arzt auf.

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Es ist nicht zu erwarten, dass DERMESTRIL die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen

zu bedienen, beeinträchtigt.

3.

Wie ist DERMESTRIL anzuwenden?

Wenden Sie DERMESTRIL immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Bitte fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht ganz sicher sind.

DERMESTRIL steht in zwei Dosisstärken zur Verfügung:

DERMESTRIL 25 und 50 Mikrogramm/24 Stunden. Ihr Arzt bestimmt, welche Dosierung für Sie am

besten geeignet ist, obwohl die meisten Frauen mit DERMESTRIL 25 Mikrogramm/24 Stunden

beginnen. Ihr Arzt kann die Dosis während der Behandlung Ihren individuellen Bedürfnissen

anpassen. Es hängt davon ab, wie wirksam die Behandlung ist, und ob Sie an Nebenwirkungen leiden.

Ihr Arzt wird versuchen, Ihnen die niedrigste Dosis, die zur Behandlung Ihrer Beschwerden

erforderlich ist, für eine möglichst kurze Zeit zu verordnen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn

Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von DERMESTRIL zu stark oder zu schwach ist.

Wie wird DERMESTRIL aufgeklebt?

Ein DERMESTRIL Pflaster wird zweimal wöchentlich auf eine Hautstelle im Bereich der Hüfte, im

oberen Bereich des Gesäßes, in der Lendengegend oder im Bauchbereich geklebt

(siehe Abbildung 1)

d.h. nach jeweils 3 beziehungsweise 4 Tagen wird das verbrauchte Pflaster durch ein neues ersetzt.

Abbildung 1

Die schattierten Bereiche sind geeignete Stellen, das Pflaster aufzukleben.

Die Stelle, auf die das Pflaster aufgeklebt wird, sollte bei jedem neuen Pflaster gewechselt werden.

Die geeignetsten Stellen zum Anbringen des Pflasters sind Hautpartien unter der Taille, wo sich die

Haut wenig faltet. DERMESTRIL

darf nicht

auf oder in der Nähe der Brüste geklebt werden.

Die gewählte Hautstelle muss sauber, fettfrei, trocken und unverletzt sein. Ein DERMESTRIL-Pflaster

sollte unmittelbar nachdem es aus dem Schutzbeutel entnommen wurde, schnellstmöglich wie folgt

auf die Haut geklebt werden:

(i) Reißen Sie den Beutel an der markierten Stelle auf.

Verwenden Sie keine Schere

(siehe Abbildung 2)

Abbildung 2

(ii) Halten Sie das Pflaster zwischen Daumen und Zeigefinger an der kleineren Fläche der

zweigeteilten Schutzfolie

(siehe Abbildung 3)

Abbildung 3

(iii) Ziehen Sie die Schutzfolie mit der anderen Hand ab

(siehe Abbildung 4)

. Achten Sie darauf, dass

Sie die Klebeseite des Pflasters nicht mit den Fingern berühren, ansonsten klebt es nicht richtig.

Abbildung 4

(iv) Kleben Sie die von der Schutzfolie befreite Seite auf Ihre Haut und entfernen dann den restlichen

Teil der Schutzfolie. Drücken Sie das Pflaster für etwa 10 Sekunden fest über die gesamte Fläche an.

Streichen Sie mit den Fingern über die Ränder, um sicherzustellen, dass es sicher klebt.

Wie oft sollten Sie das Pflaster wechseln?

Jedes Pflaster enthält ausreichend Hormone für mehrere Tage. Um eine konstante Zufuhr an Hormon

zu gewährleisten, muss das Pflaster in einem Intervall von drei oder vier Tagen gewechselt werden,

d.h. jedes gebrauchte Pflaster muss nach drei oder vier Tagen entfernt und durch ein neues ersetzt

werden. Das Pflaster kann zu jeder Tageszeit aufgeklebt werden.

Sie können die beiden Tage in der Woche, an denen das Pflaster gewechselt werden soll, anhand der

folgenden Tabelle ermitteln, beginnend mit dem ersten Tag der Nutzung:

Das erste Pflaster geklebt am:

Wechseln am:

Erneut wechseln am:

Montag

Donnerstag

Montag

Dienstag

Freitag

Dienstag

Mittwoch

Samstag

Mittwoch

Donnerstag

Sonntag

Donnerstag

Freitag

Montag

Freitag

Samstag

Dienstag

Samstag

Sonntag

Mittwoch

Sonntag

Was ist zu tun, wenn das Pflaster sich löst?

Wurde das Pflaster korrekt geklebt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass es sich löst. Sollte sich das

Pflaster dennoch (vor Ablauf von 4 bzw. 3 Tagen) lösen, ist es durch ein neues Pflaster zu ersetzen.

Danach wird weiterhin, wie vorher geplant, gewechselt.

Mit einem korrekt geklebten Pflaster kann auch ein Vollbad oder ein Duschbad genommen werden. In

sehr heißem Badewasser oder in der Sauna kann sich das Pflaster jedoch ablösen.

Wie ist das Pflaster zu entfernen?

Zur Entfernung eines Pflasters, lösen Sie es an einer Randstelle und ziehen es langsam ab. Nach

Gebrauch falten Sie das Pflaster in der Mitte mit der Klebefläche nach innen und entsorgen es im

Mülleimer, wo Kinder es nicht erreichen können.

Wann soll die Behandlung begonnen werden?

Wenn Sie

gegenwärtig keine Hormonersatzbehandlung anwenden oder

bisher Estrogen – gegebenenfalls zusammen mit einem Gestagen – ohne Unterbrechung

angewendet haben,

können Sie die Behandlung mit DERMESTRIL an jedem beliebigen Tag beginnen.

Wenn Sie

das Estrogen bisher regelmäßig über 21 Tage – an den letzten 12-14 Tagen zusammen mit

einem Gestagen – angewendet haben und anschließend für 7 Tage die Behandlung ausgesetzt

haben,

das Estrogen bisher ohne Unterbrechung, aber ein Gestagen zusätzlich an den letzten 12-14

Tagen eines jeden 28-Tage-Zyklus angewendet haben,

sollten Sie den aktuellen Behandlungszyklus beenden, bevor Sie mit der DERMESTRIL-Behandlung

beginnen. Der erste Tag nach Abschluss der vorherigen Behandlung (bei ununterbrochener

Anwendung) bzw. der erste Tag nach der Behandlungspause (bei zyklischer Anwendung) ist ein

geeigneter Zeitpunkt für den Beginn der Behandlung mit DERMESTRIL.

Zu Beginn und bei der Fortführung der Behandlung von Estrogenmangelbeschwerden wird Ihr Arzt

Ihnen die niedrigste wirksame Dosis verordnen und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich halten.

Wie ist ein Gestagen mit DERMESTRIL einzunehmen?

Wenn Sie noch eine Gebärmutter haben, d.h. nicht hysterektomiert sind, kann Ihnen Ihr Arzt ein

Gestagen mit dem DERMESTRIL-Pflaster verschreiben, um jeglichen Problemen durch Verdickung

der Gebärmutterschleimhaut, d.h. Endometriumhyperplasie, vorzubeugen (siehe Warnhinweise zu

Krebs der Gebärmutterschleimhaut).

Es gibt zwei verschiedene Behandlungsschemata:

1.

Zyklische Behandlung

DERMESTRIL wird normalerweise für 21 Tage angewendet, gefolgt von einem behandlungsfreien

Intervall von 7 Tagen. Ihr Arzt wird Ihnen normalerweise für 12 bis 14 Tage des Zyklus ein Gestagen

verschreiben.

2.

Kontinuierliche Behandlung

DERMESTRIL wird fortlaufend ohne behandlungsfreies Intervall angewendet, während das Gestagen

normalerweise für 12 bis 14 Tage eines jeden 28-Tage-Zyklus gegeben wird.

Bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, wird der Zusatz eines Gestagens nicht empfohlen,

außer in Fällen, in denen Ansiedlungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter

(Endometriose) diagnostiziert wurde (siehe auch 2. „Was sollten Sie vor der Anwendung von

DERMESTRIL beachten?“).

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von

DERMESTRIL zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge DERMESTRIL angewendet haben als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich zu viele Pflaster geklebt haben, können Schmerzempfindlichkeit in den

Brüsten und/oder vaginale Blutung, Reizbarkeit, Angstzustände, Übelkeit, Erbrechen, Anschwellen

des Bauchraums und Unterleibs, Blähungen, Wasseransammlung und das Gefühl von schweren

Beinen auftreten. Die Symptome verschwinden, wenn die Pflaster entfernt werden. Diese

Informationen gelten auch, wenn eine Überdosierung bei einem Kind aufgetreten ist.

Wenn Sie die Anwendung von DERMESTRIL vergessen haben

Wenn Sie den rechtzeitigen Pflasterwechsel vergessen haben, sollten Sie ihn schnellstmöglich

nachholen und dann wieder dem ursprünglich vorgesehenen Schema für die Aufbringung des nächsten

Pflasters folgen. Wenn Sie ein Pflaster vergessen, können Sie die Wahrscheinlichkeit einer

Durchbruch- oder Schmierblutung erhöhen.

Wenn Sie die Anwendung von DERMESTRIL abbrechen

Eine Unterbrechung der Behandlung mit DERMESTRIL kann das Wiederauftreten Ihrer

postmenopausalen Symptome bedingen.

Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist

Wenn bei Ihnen eine Operation geplant ist, informieren Sie den zuständigen Chirurgen, dass Sie

DERMESTRIL anwenden. Es kann möglich sein, dass Sie 4 bis 6 Wochen vor der geplanten

Operation DERMESTRIL absetzen müssen, um das Thromboserisiko zu verringern (siehe Abschnitt 2

„venöse Blutgerinnsel (Thrombosen)“). Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie die Anwendung von

DERMESTRIL fortsetzen können.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die folgenden Krankheiten wurden bei Frauen, die eine HRT anwenden, im Vergleich zu

Nichtanwenderinnen häufiger berichtet:

Brustkrebs

übermäßiges Wachstum oder Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie

oder -krebs)

Eierstockkrebs

Blutgerinnsel in den Venen der Beinen oder der Lungen (venöse Thromboembolie)

Herzkrankheit

Schlaganfall

Gedächtnisstörungen (wahrscheinliche Demenz), wenn die HRT im Alter von über 65 Jahren

begonnen wurde

Weitere Informationen zu diesen Nebenwirkungen finden Sie in Abschnitt 2.

Die folgenden Nebenwirkungen können mit HRT-Produkten auftreten:

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Kopfschmerzen

Übelkeit

Bauchschmerzen

Gestörte Menstruationsperiode (Metrorrhagie)

Uterusblutung/vaginale Blutung einschließlich vaginale Schmierblutung

Gewichtsveränderungen

Ausschlag (rote und entzündete Haut)

Pruritus (Jucken).

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Vaginale Pilzinfektion

Schwindel

Übersensibilitätsreaktion

depressive Verstimmung

Sehstörungen (gestörte Sehkraft)

Palpitationen (unregelmäßiger Herzschlag)

Dyspepsie (schwierige oder gestörte Verdauung)

Gallenblasenerkrankung

Erythema nodosum (schmerzhafte rötliche Hautknötchen)

Urtikaria (Quaddeln)

Brustschmerz, Brust schmerzempfindlich

Ödem (anomal großes Flüssigkeitsvolumen im Kreislaufsystem oder im Gewebe)

Selten (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen):

Libidoveränderungen (Veränderung des Geschlechtstriebs)

Augenreizung bei der Anwendung von Kontaktlinsen

Angst

Migräne

Blähungen (Völlegefühl oder aufgetriebener Bauch nach dem Essen)

Erbrechen (Unwohlsein)

Hirsutismus (exzessives Wachstum von Gesichts- oder Körperbehaarung)

Akne (Pickel im Gesicht, auf der Brust und dem Rücken)

Muskelkrämpfe

Dysmenorrhoe (schmerzhafte Krämpfe während der Menstruation)

vaginaler Ausfluss

Prämenstruelles Syndrom (physische Symptome, wie schmerzempfindliche Brust,

Rückenschmerzen, abdominale Krämpfe, Kopfschmerzen und Änderungen des Appetits sowie

psychische Symptome wie Angst, Depressionen und Unruhe, die zwischen Ovulation und dem

Beginn der Menstruation auftreten

Brustvergrößerung

Ermüdung (physische und/oder mentale Erschöpfung)

Weitere Nebenwirkungen wurden im Zusammenhang mit einer Estradiolbehandlung berichtet

(Häufigkeit nicht bekannt)

Brustkrebs, gutartige oder bösartige Tumore, die durch die Estrogenspiegel beeinflusst werden

können, wie Krebs der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumkarzinom), Eierstockkrebs,

Vergrößerung von Leiomyomen (gutartige Tumore der Gebärmutter)

Gedächtnisstörungen (wahrscheinliche Demenz), wenn die HRT im Alter von über 65 Jahren

begonnen wurde

Verschlimmerung von Krampfanfällen (Epilepsie), unkontrollierbare Muskelzuckungen

(Chorea)

Schlaganfall

Blutgerinnsel in den Arterien (arterielle Thromboembolie), Angina und Herzinfarkt

Blutgerinnsel in Beinen oder Lunge (venöse Thromboembolie oder Lungenembolie)

Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) bei Frauen, die erhöhte Werte bestimmter

Blutfette aufweisen (Hypertriglyceridämie)

Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre (gastroösophageale Refluxerkrankung)

Anomale Leberfunktion, manchmal mit Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht)

Anschwellen von Gesicht und Hals, was zu Atemproblemen führen kann (Angioödem)

Ausschlag mit scheibenförmigen Rötungen bzw. Entzündungen (Erythema multiforme)

Vaskuläre Purpura (Entzündung der Blutgefäße, die die Kapillaren beeinträchtigt und sich in

violetten Punkten oder Flecken auf der Haut zeigt)

Hautverfärbungen, insbesondere im Gesicht und am Hals, sogenannte Schwangerschaftsflecken

(Chloasma)

Reaktionen an der Anwendungsstelle: Hautrötung mit oder ohne Juckreiz

Harninkontinenz

Schmerzen/Verhärtungen der Brust (fibrozystische Erkrankung der Brustdrüse)

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn,

Website: www.bfarm.de, anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie

dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur

Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist DERMESTRIL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht über 25 °C lagern.

DERMESTRIL sollte in einem intakten Beutel aufbewahrt werden.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton/Behältnis nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Nach Gebrauch falten Sie das Pflaster in der Mitte mit der Klebefläche nach innen und entsorgen es im

Mülleimer, wo Kinder es nicht erreichen können.

Wenn Ihr Arzt anordnet das Medikament abzusetzen:

Übrig gebliebene Pflaster sollten nicht im Abwasser oder über den Hausmüll entsorgt werden. Fragen

Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt

bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was DERMESTRIL enthält

Wirkstoff: DERMESTRIL Pflaster enthalten als Estrogen-Hormon 17-

-Estradiol.

Die Pflaster werden nach Entfernung der Schutzfolie auf die Haut geklebt und das Hormon diffundiert

kontinuierlich durch die Haut in Ihren Körper.

DERMESTRIL Pflaster sind nur zur äußerlichen Anwendung.

DERMESTRIL Pflaster sind in 2 Stärken verfügbar:

DERMESTRIL 25: enthält 2 mg des Wirkstoffs Estradiol (als Hemihydrat) mit einer

durchschnittlichen Freisetzungsrate von 25 Mikrogramm Estradiol pro Tag (in 24 Stunden).

DERMESTRIL 50: enthält 4 mg des Wirkstoffs Estradiol (als Hemihydrat) mit einer

durchschnittlichen Freisetzungsrate von 50 Mikrogramm Estradiol pro Tag (in 24 Stunden).

Sonstige Bestandteile: Poly

(2-ethylhexyl)acrylat-co-methylacrylat-co-acrylsäure-co-(2,3-

epoxypropyl)-methacrylat

(61,5:33:5,5:0,02), Poly

(2-ethylhexyl)-acrylat-co-vinylacetat-co-(2-

hydroxyethyl)-acrylat-co-(2,3-epoxypropyl)methacrylat

(67:28:5:0,15), Pegoterat.

Wie DERMESTRIL aussieht und Inhalt der Packung

DERMESTRIL sind transparente transdermale Pflaster einzeln in Schutzbeuteln verpackt.

DERMESTRIL ist in Packungen mit 6, 18 oder 24 Pflastern erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer

MEDA Pharma GmbH & Co. KG

Benzstraße 1

61352 Bad Homburg

Tel.: (06172) 888-01

Fax: (06172) 888-27 40

E-Mail: medinfo@medapharma.de

Hersteller

MEDA Pharma GmbH & Co. KG

Benzstraße 1

61352 Bad Homburg

oder

LTS Lohmann Therapie-Systeme AG

Lohmannstraße 2

56626 Andernach

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2020.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DER ARZNEIMITTEL

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

DERMESTRIL 25 µg/24 Stunden, transdermales Pflaster

DERMESTRIL 50 µg/24 Stunden, transdermales Pflaster

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

DERMESTRIL 25 µg/24 Stunden: enthält 2 mg Estradiol (als Hemihydrat) mit einer

durchschnittlichen Freisetzungsrate von 25 Mikrogramm Estradiol pro Tag (in 24 Stunden).

DERMESTRIL 50 µg/24 Stunden: enthält 4 mg Estradiol (als Hemihydrat) mit einer

durchschnittlichen Freisetzungsrate von 50 Mikrogramm Estradiol pro Tag (in 24 Stunden)

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Transdermales Pflaster.

Die Pflaster sind durchsichtig, farblos, leicht opak, haben eine ovale Form, enthalten einen

aufgedruckten Identifizierungscode und werden von einer rechteckigen, durchsichtigen Schutzfolie

bedeckt.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Hormonersatzbehandlung (HRT) bei Estrogenmangelsymptomen bei Frauen, deren letzte

Monatsblutung mindestens 6 Monate zurückliegt.

In Bezug auf die Behandlung von Frauen über 65 Jahren liegen nur begrenzte Erfahrungen vor.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Sowohl für den Beginn als auch für die Fortführung einer Behandlung postmenopausaler Symptome

ist die niedrigste wirksame Dosis für die kürzest mögliche Therapiedauer anzuwenden.

DERMESTRIL kann sowohl zyklisch als auch kontinuierlich angewendet werden.

Bei Frauen mit einem intakten Uterus ist unabhängig vom gewählten Regime der Estrogenbehandlung

der Zusatz eines Gestagens über mindestens 12 bis 14 Tagen pro Zyklus zwingend erforderlich, um

das Risiko einer Estrogen-induzierten Endometriumhyperplasie weitgehend zu reduzieren. Bei

hysterektomierten Frauen wird der Zusatz eines Gestagens nicht empfohlen, außer in Fällen, in denen

eine Endometriose diagnostiziert wurde (siehe unter 4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für

die Anwendung).

Varianten der Estrogenmonotherapie bzw. kombinierten Estrogen/Gestagentherapie:

a) Zyklisch bzw. zyklisch sequenziell: 21-tägige Behandlung mit DERMESTRIL gefolgt von einer 7-

tägigen Anwendungspause. Bei Frauen mit Uterus zusätzlich sequenziell ein Gestagen in den letzten

12-14 Therapietagen.

b) Kontinuierlich bzw. kontinuierlich sequenziell: Kontinuierliche Anwendung von DERMESTRIL.

Bei Frauen mit Uterus zusätzlich sequenziell ein Gestagen an 12-14 Tagen eines jeden 28-Tage-

Zyklus.

Als Gestagenzusatz können z. B. Norethisteron, Norethisteronacetat, Medroxyprogesteronacetat oder

Progesteron eingesetzt werden (für weitere Informationen siehe Fach- und Gebrauchsinformation der

einzelnen Produkte).

DERMESTRIL wird 2 mal wöchentlich (nach 4 bzw. 3 Tagen) an der Hüfte, an einem oberen

Gesäßquadranten der Lendenregion oder am Abdomen auf die Haut geklebt und darf niemals auf die

Brust oder in deren Nähe appliziert werden. Die Stelle, auf die das Pflaster aufgeklebt wird, sollte bei

jedem neuen Pflaster gewechselt werden. Gut geeignet sind Applikationsorte unterhalb der Taille, wo

sich die Haut wenig faltet. Die gewählte Hautstelle muss sauber, fettfrei, trocken und unverletzt sein.

Bei dem Aufkleben des Pflasters ist durch festen Druck auf seine gesamte Oberfläche sowie entlang

der Ränder eine gute Haftung sicherzustellen. Die Resorptionsfähigkeit der Haut stellt den die

Freisetzungsrate von Estradiol aus DERMESTRIL bestimmenden Faktor dar. Die Applikation auf

anderen (höher liegenden) Hautbereichen als den oben aufgeführten wird nicht empfohlen, da die

Freisetzung von Estradiol beeinflusst werden könnte.

Bei korrekter Applikation haftet das Pflaster problemlos über den erforderlichen 3- bzw. 4-tägigen

Zeitraum auf der Haut. Sollte sich ein Pflaster vorzeitig (vor Ablauf von 4 bzw. 3 Tagen) teilweise

oder vollständig von der Haut lösen, sollte es durch ein neues Pflaster ersetzt werden. Nach jeweils 4

bzw. 3 Tagen wird das verbrauchte Pflaster durch ein neues ersetzt.

Baden und Duschen sind möglich, sofern das Pflaster korrekt appliziert wurde. Nach einem sehr

heißen Bad oder Saunabesuch kann sich das Pflaster jedoch ablösen. In diesem Fall ist es (wie oben

beschrieben) durch ein neues zu ersetzen. Saunabesuche sollten nach Möglichkeit an Tagen erfolgen,

an denen ein Pflasterwechsel ohnehin vorgesehen ist.

Therapiebeginn

Bei postmenopausalen Frauen, die gegenwärtig keine Estrogen-Behandlung, eine

Estrogenmonotherapie oder eine kontinuierlich kombinierte HRT erhalten, kann die Behandlung mit

DERMESTRIL zu jedem beliebigen Zeitpunkt begonnen werden.

Frauen, die gegenwärtig eine sequenzielle Estrogen-Gestagen-Therapie erhalten, sollten den aktuellen

Behandlungszyklus beenden, bevor mit der DERMESTRIL-Behandlung begonnen wird. Der erste Tag

nach Abschluss der vorherigen Behandlung (bei kontinuierlicher Anwendung) bzw. der erste Tag nach

der Behandlungspause (bei zyklischer Anwendung) stellt einen geeigneten Zeitpunkt für den Beginn

eines neuen Behandlungszyklus mit DERMESTRIL dar.

Wurde die Anwendung eines Pflasters vergessen, sollte sie so bald wie möglich nachgeholt werden.

Der nächste Pflasterwechsel sollte gemäß dem ursprünglichen Behandlungsschema durchgeführt

werden. Eine Behandlungsunterbrechung könnte die Wahrscheinlichkeit des Wiederauftretens von

Symptomen vergrößern und Abbruch- oder Schmierblutungen hervorrufen.

4.3

Gegenanzeigen

Bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile

Bestehender oder früherer Brustkrebs bzw. ein entsprechender Verdacht

Estrogenabhängiger maligner Tumor bzw. ein entsprechender Verdacht (vor allem

Endometriumkarzinom)

Nicht abgeklärten Blutung im Genitalbereich

Unbehandelte Endometriumhyperplasie

Frühere oder bestehende venöse thromboembolische Erkrankungen (vor allem tiefe

Venenthrombose, Lungenembolie)

Bekannte thrombophile Erkrankungen (z.B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-Mangel,

siehe Abschnitt 4.4)

Bestehende oder erst kurze Zeit zurückliegende arterielle thromboembolische Erkrankungen

(vor allem Angina pectoris, Myokardinfarkt)

Akute Lebererkrankung oder zurückliegende Lebererkrankungen, solange sich die relevanten

Leberenzym-Werte nicht normalisiert haben

Porphyrie

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine HRT sollte nur zur Behandlung solcher postmenopausaler Beschwerden begonnen werden,

welche die Lebensqualität beeinträchtigen. Nutzen und Risiken sollten in jedem Einzelfall

mindestens jährlich sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Eine HRT sollte nur so lange

fortgeführt werden, wie der Nutzen die Risiken überwiegt.

Es liegen nur begrenzte Daten zur Bewertung der Risiken einer HRT bei vorzeitiger Menopause

vor. Da jedoch das absolute Risiko bei jüngeren Frauen niedriger ist, könnte das Nutzen-Risiko-

Verhältnis bei jüngeren Frauen günstiger sein als bei älteren.

Medizinische Untersuchung/Kontrolluntersuchungen

Vor Beginn oder Wiederaufnahme einer Hormonsubstitutionstherapie (HRT) ist eine

vollständige Eigen- und Familienanamnese der Patientin zu erheben. Die körperliche

Untersuchung (einschließlich Unterleib und Brust) sollte sich an diesen Anamnesen sowie den

Kontraindikationen und Warnhinweisen orientieren. Während der Behandlung werden

regelmäßige Kontrolluntersuchungen empfohlen, die sich in Häufigkeit und Art nach der

individuellen Risikosituation der Frau richten. Die Frauen sollten darüber aufgeklärt werden,

welche Veränderungen der Brüste sie ihrem Arzt mitteilen müssen (siehe „Brustkrebs“ weiter

unten). Die Untersuchungen, einschließlich bildgebender Verfahren wie Mammographie, sind

entsprechend der gegenwärtig üblichen Vorsorgepraxis und den klinischen Notwendigkeiten der

einzelnen Frau durchzuführen.

Situationen, die eine Überwachung erfordern

Die Patientinnen sollten engmaschig überwacht werden, wenn eine der folgenden Situationen

bzw. Erkrankungen vorliegt oder früher vorlag bzw. sich während einer Schwangerschaft oder

einer zurückliegenden Hormonbehandlung verschlechtert hat. Dies gilt auch für den Fall, dass

eine der nachfolgend genannten Situationen oder Erkrankungen im Laufe der aktuellen

Hormonsubstitutionstherapie mit DERMESTRIL auftritt bzw. sich verschlechtert:

Leiomyom (Uterusmyom) oder Endometriose

Risikofaktoren für Thromboembolien (siehe unten)

Risikofaktoren für estrogenabhängige Tumoren, z.B. Auftreten von Mammakarzinom bei

Verwandten 1. Grades

Hypertonie

Lebererkrankungen (z.B. Leberadenom)

Diabetes mellitus mit oder ohne Beteiligung der Gefäße

Cholelithiasis

Migräne oder (schwere) Kopfschmerzen

Systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Endometriumhyperplasie in der Vorgeschichte (siehe unten)

Epilepsie

Asthma

Otosklerose

Gründe für einen sofortigen Therapieabbruch

Die Therapie ist bei Auftreten einer Kontraindikation sowie in den folgenden Situationen

abzubrechen:

Ikterus oder Verschlechterung der Leberfunktion

signifikante Erhöhung des Blutdrucks

Einsetzen migräneartiger Kopfschmerzen

Schwangerschaft.

Endometriumhyperplasie und -krebs

Bei Frauen mit intaktem Uterus ist das Risiko für Endometriumhyperplasie und -karzinom bei

längerfristiger Estrogen-Monotherapie erhöht. Der berichtete Anstieg des Risikos für die

Entstehung eines Endometriumkarzinoms bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie

schwankt zwischen einer zweifachen bis zu einer zwölffachen Zunahme, verglichen mit Frauen

ohne HRT, abhängig von der Dauer der Anwendung und der Höhe der Estrogendosis (siehe

Abschnitt 4.8). Nach Beendigung der Behandlung kann das Risiko für mindestens 10 Jahre erhöht

bleiben.

Die zusätzliche zyklische Gabe eines Gestagens für die Dauer von mindestens 12 Tagen pro

Monat bzw. 28-Tage-Zyklus oder die kontinuierliche kombinierte Estrogen-Gestagen-

Behandlung von Frauen mit intaktem Uterus kompensiert das zusätzliche Risiko, das von der

Estrogen-Monotherapie ausgeht.

Für Estrogen-Pflaster mit einer Wirkstoff-Freisetzung von mehr als 50µg/Tag ist nicht gezeigt

worden, dass die endometriale Sicherheit durch Zugabe eines Gestagens gewährleistet ist.

Durchbruch- und Schmierblutungen können während der ersten Monate der Behandlung auftreten.

Wenn solche Blutungen einige Zeit später im Verlauf der Therapie auftreten oder nach Therapieende

anhalten, muss die Ursache ermittelt und u.U. eine Biopsie des Endometriums durchgeführt werden,

um eine maligne Erkrankung des Endometriums auszuschließen.

Ungehinderte Estrogenstimulation kann zu einer prämalignen oder malignen Transformation

residualer Endometrioseherde führen. Daher sollte in Betracht gezogen werden, in den Fällen ein

Gestagen zusätzlich zur Estrogenersatztherapie zu geben, in denen auf Grund einer Endometriose eine

Hysterektomie vorgenommen wurde und bei denen eine residuale Endometriose vorliegt.

Brustkrebs

Die vorliegenden Erkenntnisse weisen auf ein insgesamt erhöhtes, von der Anwendungsdauer

abhängiges Brustkrebsrisiko für Frauen hin, die Estrogen-Gestagen-Kombinationen anwenden.

Möglicherweise gilt dies auch für eine HRT mit Estrogen-Monopräparaten.

Kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie

In einer randomisierten, Placebo-kontrollierten klinischen Studie, der Women’s Health Initiative study

(WHI-Studie), und in epidemiologischen Studien ergab sich übereinstimmend ein erhöhtes

Brustkrebsrisiko bei Frauen, die im Rahmen einer HRT Estrogen-Gestagen-Kombinationen

angewendet haben. Das erhöhte Risiko zeigte sich nach etwa drei Jahren (siehe Abschnitt 4.8).

Estrogen-Monotherapie

Die WHI-Studie zeigte kein erhöhtes Brustkrebsrisiko bei hysterektomierten Frauen unter einer

Estrogen-Monotherapie. Beobachtungsstudien haben unter einer Estrogen-Monotherapie meist ein

geringfügig erhöhtes Risiko für eine Brustkrebsdiagnose gezeigt, das jedoch wesentlich niedriger war

als das Risiko bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationen (siehe Abschnitt 4.8).

Das erhöhte Risiko zeigt sich nach einigen Anwendungsjahren, kehrt jedoch einige (spätestens fünf)

Jahre nach Behandlungsende wieder auf das altersentsprechende Grundrisiko zurück.

Eine HRT, insbesondere eine kombinierte Behandlung mit Estrogenen und Gestagenen, führt zu einer

erhöhten Brustdichte in der Mammographie, was sich nachteilig auf die radiologische

Brustkrebsdiagnostik auswirken kann.

Ovarialkarzinom

Das Ovarialkarzinom ist viel seltener als Brustkrebs. Die Langzeitanwendung (mindestens 5-10 Jahre)

von Estrogen-Monoarzneimitteln zur Hormonsubstitutionstherapie ist mit einem leicht erhöhten

Ovarialkarzinom-Risiko verbunden (siehe Abschnitt 4.8). Einige Studien einschließlich der WHI-

Studie deuten darauf hin, dass das entsprechende Risiko unter der Langzeitanwendung einer

kombinierten HRT vergleichbar oder geringfügig geringer ist (siehe Abschnitt 4.8).

Venöse Thromboembolie

Eine HRT ist mit einem 1,3-3-fach erhöhten Risiko für venöse Thromboembolien (VTE)

verbunden, vor allem für tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien. Im ersten Jahr einer

Hormonsubstitutionstherapie ist das Auftreten einer VTE wahrscheinlicher als später (siehe

Abschnitt 4.8).

Patientinnen mit bekannter Thrombophilie haben ein erhöhtes VTE-Risiko. Eine HRT kann

dieses Risiko erhöhen und ist daher bei diesen Patientinnen kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.3).

Zu den allgemein anerkannten VTE-Risikofaktoren gehören die Anwendung von Estrogenen,

ein höheres Alter, größere Operationen, längere Immobilisierung, erhebliches Übergewicht

(BMI > 30 kg/m

), Schwangerschaft/Wochenbett, systemischer Lupus erythematodes (SLE) und

Krebs. Es besteht kein Konsens über die mögliche Rolle von Varizen bei VTE.

Wie bei allen postoperativen Patienten müssen die vorbeugenden Maßnahmen zur Verhinderung

einer VTE nach der Operation berücksichtigt werden. Bei längerer Immobilisierung nach einer

geplanten Operation wird empfohlen, die HRT 4 bis 6 Wochen vor dem Eingriff auszusetzen.

Die Behandlung sollte erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Frau wieder

vollständig mobilisiert ist.

Bei Frauen ohne VTE in der Vorgeschichte, aber mit Verwandten ersten Grades, die bereits in

jungen Jahren an VTE erkrankten, kann ein Thrombophilie-Screening in Erwägung gezogen

werden. Vorher sollte die Patientin eingehend über die begrenzte Aussagekraft dieses

Verfahrens beraten werden (Es wird nur ein Teil der Defekte identifiziert, die zu einer

Thrombophilie führen). Wird ein thrombophiler Defekt festgestellt und sind außerdem

Thrombosen bei Verwandten bekannt oder ist der festgestellte Defekt schwerwiegend (z.B.

Antithrombin-, Protein-S- und/oder Protein-C-Mangel oder eine Kombination von Defekten), so

ist eine HRT kontraindiziert

Bei Patientinnen unter einer dauerhaften Behandlung mit Antikoagulantien sollte vor der

Anwendung einer HRT das Nutzen-Risiko-Verhältnis sorgfältig abgewogen werden.

Sollte sich eine VTE nach Beginn der Therapie entwickeln, muss das Arzneimittel abgesetzt

werden. Die Patientinnen sollen darauf hingewiesen werden, dass sie sofort Kontakt mit einem

Arzt aufnehmen müssen, wenn sie mögliche Symptome einer Thromboembolie bemerken

(insbesondere schmerzhafte Schwellung eines Beins, plötzlicher Schmerz im Brustkorb,

Atemnot).

Koronare Herzkrankheit

Es gibt keine Hinweise aus randomisierten kontrollierten Studien, dass eine kombinierte HRT

mit Estrogen und Gestagen oder eine Estrogen-Monotherapie Frauen vor einem Myokardinfarkt

schützt, unabhängig davon, ob bei ihnen eine koronare Herzkrankheit vorliegt oder nicht.

Kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie:

Das relative Risiko einer koronaren Herzkrankheit ist unter einer kombinierten HRT mit Estrogen und

Gestagen geringfügig erhöht. Da das Ausgangsrisiko für eine koronare Herzkrankheit in hohem Maße

altersabhängig ist, ist die Zahl der zusätzlich auftretenden Fälle, die auf die HRT aus Estrogen und

Gestagen zurückgehen, bei prämenopausalen gesunden Frauen sehr gering. Die Zahl steigt jedoch mit

zunehmendem Alter.

Estrogen-Monotherapie:

In randomisierten kontrollierten Studien wurden keine Hinweise für ein erhöhtes Risiko einer

koronaren Herzkrankheit bei hysterektomierten Frauen unter einer Estrogen-Monotherapie gefunden.

Schlaganfall

Die kombinierte Behandlung mit Estrogen und Gestagen und die Estrogen-Monotherapie sind

mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Schlaganfallrisiko verbunden. Das relative Risiko ist

unabhängig vom Alter und der Zeitspanne, die seit der Menopause vergangen ist. Da allerdings

das Grundrisiko, einen Schlaganfall zu erleiden, in hohem Maße altersabhängig ist, nimmt das

Gesamtrisiko eines Schlaganfalls für Frauen unter einer HRT mit zunehmendem Alter zu (siehe

Abschnitt 4.8)

Sonstige Erkrankungszustände

Estrogene können eine Flüssigkeitsretention bewirken; daher müssen Patientinnen mit kardialen

oder renalen Funktionsstörungen sorgfältig beobachtet werden.

Frauen mit vorbestehender Hypertriglyzeridämie müssen während einer Estrogen- oder

Hormonersatztherapie engmaschig überwacht werden, weil im Zusammenhang mit einer

Estrogentherapie unter derartigen Umständen von seltenen Fällen eines starken

Triglyzeridanstiegs im Plasma mit der Folge einer Pankreatitis berichtet wurde.

Estrogene erhöhen die Konzentration des thyroxinbindenden Globulins (TBG), wodurch es zu

einem Anstieg des gesamten zirkulierenden Schilddrüsenhormons kommt, was anhand des

proteingebundenen Jods (PBI), des T4-Spiegels (Säulen- oder Radioimmunassay) oder T3-

Spiegels (Radioimmunassay) gemessen wird. Die-T3-Harzaufnahme ist herabgesetzt, was einen

TBG-Anstieg widerspiegelt. Die freien T4- und T3- Konzentrationen verändern sich nicht.

Andere Bindungsproteine können im Serum erhöht sein, wie das kortikoidbindende Globulin

(CBG) und das geschlechtshormon-bindende Globulin (

sex-hormon-binding-globulin

/SHBG),

was zu einem Ansteigen der zirkulierenden Kortikosteroide bzw. Sexualhormone führt. Freie

oder biologisch aktive Hormonkonzentrationen bleiben unverändert. Andere Plasmaproteine

können erhöht sein (Angiotensinogen/Reninsubstrat, Alpha-I-Antitrypsin, Coeruloplasmin).

Unter einer HRT verbessern sich die kognitiven Fähigkeiten nicht. Es gibt Hinweise auf ein

erhöhtes Risiko für eine wahrscheinliche Demenz bei Frauen, die bei Beginn einer

kontinuierlichen kombinierten HRT oder einer Estrogen-Monotherapie älter als 65 Jahre waren

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Der Metabolismus der Estrogene kann durch die gleichzeitige Anwendung von Wirkstoffen

verstärkt werden, die Arzneimittel-metabolisierende Enzyme, vor allem die Cytochrom-P450-

Enzyme, induzieren. Zu diesen Wirkstoffen gehören Antikonvulsiva (z. B. Phenobarbital,

Phenytoin, Carbamazepin) und Antiinfektiva (z.B. Rifampicin, Rifabutin, Nevirapin,

Efavirenz).

Ritonavir und Nelfinavir haben, wenn sie zeitgleich mit Steroidhormonen angewendet werden,

enzymstimulierende Eigenschaften, obwohl sie eigentlich als starke Enzymhemmer bekannt

sind. Pflanzliche Arzneimittel die Johanniskraut (

Hypericum perforatum

) enthalten, können den

Metabolismus der Estrogene induzieren.

Bei der transdermalen Darreichung wird der First-Pass-Effekt in der Leber umgangen, so dass

transdermal angewandte Estrogene möglicherweise weniger stark als orale Hormone durch

Enzyminduktoren beeinträchtigt werden. Klinisch kann ein erhöhter Estrogen- und

Gestagenmetabolismus zu einer verminderten Wirkung dieser Hormone und zu Veränderungen des

uterinen Blutungsmusters führen.

4.6

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

DERMESTRIL ist in der Schwangerschaft nicht indiziert. Wenn es während der Behandlung mit

DERMESTRIL zur Schwangerschaft kommt, sollte die Behandlung sofort abgebrochen werden.

Die meisten zurzeit vorliegenden epidemiologischen Studien, die hinsichtlich einer unbeabsichtigten

Estrogenexposition des Fetus relevant sind, zeigen keine teratogenen oder fetotoxischen Wirkungen.

Stillzeit

DERMESTRIL ist in der Stillzeit nicht indiziert.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien über die Wirkung auf die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

4.8

Nebenwirkungen

Lokale Reaktionen an der Applikationsstelle, meist in Form eines geringgradigen Erythems mit oder

ohne Pruritus, traten bei 10 bis 25 % der Patientinnen auf.

Schwerwiegende Nebenwirkungen in Verbindung mit einer Hormonsubstitutionstherapie werden

ebenfalls im Abschnitt 4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung erwähnt.

Die folgende Tabelle zeigt die Nebenwirkungen, sortiert nach MedDRA Organsystemklasse

(MedDRA SOCs), die von Anwendern einer Hormonsubstitutionstherapie berichtet wurden.

Organsystemklasse

(MedDRA)

Häufig

(

1/100, <1/10)

Gelegentlich

(

1/1.000, <1/100)

Selten

(<1/1.000)

Infektionen und

parasitäre Erkrankungen

Vaginale Candidose

Erkrankungen des

Immunsystems

Übersensibilitätsreaktion

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Gewichtszunahme oder

Gewichtsverminderung

Psychiatrische

Erkrankungen

depressive Verstimmung

Angst, Libido

vermindert oder Libido

gesteigert

Erkrankungen des

Nervensystems

Kopfschmerz

Schwindelgefühl

Migräne

Augenerkrankungen

Sehstörungen

Kontaktlinsenunverträgli

chkeit

Herzerkrankungen

Palpitationen

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Abdominalschmerz,

Übelkeit

Dyspepsie

Blähungen, Erbrechen

Leber- und

Gallenerkrankungen

Gallenblasenerkrankung

Erkrankungen der Haut

und des

Unterhautzellgewebes

Ausschlag, Pruritus

Erythema nodosum,

Urtikaria

Hirsutismus, Akne

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Muskelkrämpfe

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und

der Brustdrüse

Metrorrhagie,

Uterusblutung/vaginale

Blutung einschließlich

vaginale Schmierblutung

Brustschmerz, Brust

schmerzempfindlich

Dysmenorrhoe,

vaginaler Ausfluss,

prämenstruelles

Syndrom,

Brustvergrößerung

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Ödem

Ermüdung

Der am besten zutreffende MedDRA Ausdruck wird verwendet, um eine bestimmte Reaktion und

seine Synonyme und verwandten Erkrankungen zu beschreiben.

Weitere Nebenwirkungen (mit unbekannter Häufigkeit) wurden im Zusammenhang mit einer

Estradiolbehandlung berichtet:

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Brustkrebs

Estrogenabhängige gutartige und bösartige Neubildungen, z. B. Endometriumkarzinom

Ovarialkarzinom

Vergrößerte Leiomyome

Erkrankungen des Nervensystems

Wahrscheinliche Demenz bei Frauen im Alter von über 65 Jahren (siehe Abschnitt 4.4), Chorea,

Exazerbation einer Epilepsie

Gefäßerkrankungen

Schlaganfall

Arterielle Thromboembolie, z. B. Angina

und Myokardinfarkt

. Siehe Abschnitte 4.3 und 4.4.

Venöse Thromboembolie

, z. B. tiefe Beinvenen- oder Beckenvenenthrombose und

Lungenembolie. Siehe Abschnitte 4.3 und 4.4

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Pankreatitis (bei Frauen mit vorbestehender Hypertriglyceridämie)

Gastrooesophageale Refluxerkrankung

Leber- und Gallenblasenerkrankungen

Leberfunktion anomal, manchmal mit Ikterus

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Angioödem

Erythema multiforme

Purpura vaskulär

Chloasma

Reaktionen an der Verabreichungsstelle (Erythem mit oder ohne Pruritus)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Harninkontinenz

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Fibrozystische Erkrankung der Brustdrüse

a

Brustkrebsrisiko

Bei Frauen, die eine kombinierte Estrogen-Gestagen-Therapie über mehr als 5 Jahre

durchgeführt hatten, war das Risiko für eine Brustkrebsdiagnose bis zu 2-fach erhöht.

Bei Anwenderinnen einer Estrogen-Monotherapie ist das erhöhte Risiko deutlich geringer als

bei Anwenderinnen von Estrogen-Gestagen-Kombinationspräparaten.

Die Höhe des Risikos ist abhängig von der Anwendungsdauer (siehe Abschnitt 4.4)

Die Ergebnisse der größten randomisierten, placebokontrollierten Studie (WHI-Studie) und der

größten epidemiologischen Studie (MWS) sind nachfolgend dargestellt:

Million Women Study (MWS) – Geschätztes zusätzliches Brustkrebsrisiko nach 5-jähriger HRT

Altersgruppe (Jahre)

Zusätzliche Fälle bei

1.000 HRT-

Nichtanwenderinnen über

einen Zeitraum von 5

Jahren

Relatives Risiko #

Zusätzliche Fälle bei

1.000 HRT-

Anwenderinnen über

einen Zeitraum von 5

Jahren (95% KI)

Estrogen-Monotherapie

50-65

9-12

1-2 (0-3)

Estrogen-Gestagen-Kombinationstherapie

50-65

9-12

6 (5-7)

Bezogen auf die Ausgangs-Inzidenzrate in den Industrieländern

# Relatives Risiko insgesamt. Das relative Risiko ist nicht konstant, sondern steigt mit zunehmender

Anwendungsdauer.

Hinweis: Da die Ausgangs-Inzidenzen für Brustkrebs in den EU-Ländern unterschiedlich sind, weicht

auch die Anzahl der zusätzlichen Brustkrebsfälle zwischen den EU-Ländern ab. Entsprechend wird

sich die Anzahl zusätzlicher Fälle von Brustkrebs auch proportional verändern.

WHI-Studie in den USA – zusätzliches Brustkrebsrisiko nach 5-jähriger HRT

Altersgruppe (Jahre)

Inzidenz bei 1.000 Frauen

im Placebo-Arm über

einen Zeitraum von 5

Jahren

Relatives Risiko

(95% KI)

Zusätzliche Fälle bei

1.000 HRT-

Anwenderinnen über

einen Zeitraum von 5

Jahren (95% KI)

Estrogen-Monotherapie (CEE)

50-79

0,8 (0,7-1,0)

-4 (-6-0)

Estrogen + Gestagen (CEE + MPA)

50-79

1,2 (1,0-1,5)

+4 (0-9)

WHI-Studie bei Frauen ohne Uterus, die kein erhöhtes Brustkrebsrisiko zeigte

Bei Beschränkung der Auswertung auf Frauen, die vor der Studie keine HRT angewendet hatten,

erschien das Risiko während der ersten 5 Behandlungsjahre nicht erhöht: Nach 5 Jahren war das

Risiko höher als bei unbehandelten Frauen.

b

Endometriumkarzinomrisiko

Postmenopausale Frauen mit intaktem Uterus

Ungefähr 5 von 1.000 Frauen mit intaktem Uterus, die keine HRT anwenden, entwickeln ein

Endometriumkarzinom.

Bei Frauen mit intaktem Uterus wird die Anwendung einer Estrogen-Monotherapie nicht empfohlen,

da diese das Risiko eines Endometriumkarzinoms erhöht (siehe Abschnitt 4.4).

In Abhängigkeit von der Dauer der Estrogen-Monotherapie und der Estrogendosis lag das erhöhte

Risiko eines Endometriumkarzinoms in epidemiologischen Studien bei 5 bis 55 zusätzlich

diagnostizierten Fällen pro 1.000 Frauen im Alter zwischen 50 und 65 Jahren.

Durch Zugabe eines Gestagens zu der Estrogen-Monotherapie für mindestens 12 Tage pro Zyklus

kann dieses erhöhte Risiko vermieden werden. In der Million Women Study war nach 5-jähriger

Anwendung einer kombinierten HRT (sequenziell oder kontinuierlich) das Risiko eines

Endometriumkarzinoms nicht erhöht (RR 1,0 (95% KI 0,8-1,2)).

c

Ovarialkarzinom

Die Anwendung von Estrogen-Monoarzneimitteln und von Estrogen-Gestagen-

Kombinationsarzneimitteln zur HRT ist mit einem geringfügig erhöhten Risiko verbunden, dass ein

Ovarialkarzinom diagnostiziert wird (siehe Abschnitt 4.4). Aus einer Meta-Analyse von 52

epidemiologischen Studien geht ein erhöhtes Ovarialkarzinomrisiko für Frauen hervor, die zurzeit

HRT anwenden, im Vergleich zu Frauen, die HRT nie angewendet haben (RR 1,43; 95 % KI 1,31-

1,56). Bei Frauen im Alter zwischen 50 und 54 Jahren, die eine HRT 5 Jahre lang anwenden, tritt ein

zusätzlicher Fall pro 2.000 Anwenderinnen auf. Bei Frauen im Alter zwischen 50 und 54 Jahren, die

keine HRT anwenden, werden über einen 5-Jahres-Zeitraum etwa 2 Fälle von Ovarialkarzinom pro

2.000 Frauen diagnostiziert.

d

Risiko venöser Thromboembolien

Das Risiko für das Auftreten einer venösen Thromboembolie (VTE), z.B. einer Thrombose der tiefen

Bein- bzw. Beckenvenen oder einer Lungenembolie, ist bei einer HRT um das 1,3-3-fache erhöht. Das

Auftreten eines solchen Ereignisses ist während des ersten Behandlungsjahres wahrscheinlicher als in

den Folgejahren der Behandlung (siehe Abschnitt 4.4). Die diesbezüglichen Ergebnisse der WHI-

Studien sind im folgenden Abschnitt dargestellt:

WHI-Studien – zusätzliches Risiko für VTE nach 5-jähriger HRT

Altersgruppe (Jahre)

Inzidenz pro 1.000

Frauen im Placebo-Arm

Relatives Risiko

(95% KI)

Zusätzliche Fälle pro

1.000 HRT-

über einen Zeitraum von

5 Jahren

Anwenderinnen nach 5

Jahren

Orale Estrogen-Monotherapie

50-59

1,2 (0,6-2,4)

1 (-3-10)

Kombinierte orale Estrogen-Gestagen-Therapie

50-59

2,3 (1,2-4,3)

5 (1-13)

Studie bei Frauen ohne Uterus

e

Risiko einer koronaren Herzkrankheit

Bei Anwenderinnen einer kombinierten Estrogen-Gestagen-HRT im Alter von über 60 Jahren ist das

Risiko für die Entwicklung einer koronaren Herzkrankheit leicht erhöht (siehe Abschnitt 4.4).

f

Schlaganfallrisiko

Die Anwendung einer Estrogen-Monotherapie oder einer kombinierten Estrogen-Gestagen-Therapie

ist verbunden mit einem bis zu 1,5-fach erhöhten Risiko für einen ischämischen Schlaganfall. Das

Risiko für einen hämorrhagischen Schlaganfall ist unter einer HRT nicht erhöht.

Dieses relative Risiko ist unabhängig vom Alter oder von der Anwendungsdauer. Da das

Ausgangsrisiko jedoch stark vom Alter abhängt, erhöht sich das Gesamtrisiko bei Frauen unter einer

HRT mit zunehmendem Alter (siehe Abschnitt 4.4).

Kombinierte WHI-Studien – zusätzliches Risiko für ischämischen Schlaganfall

4

nach 5-jähriger

HRT

Altersgruppe (Jahre)

Inzidenz pro 1.000

Frauen im Placebo-Arm

über 5 Jahre

Relatives Risiko

(95% KI)

Zusätzliche Fälle pro

1.000 HRT-

Anwenderinnen über 5

Jahre

50-59

1,3 (1,1-1,6)

3 (1-5)

Es wurde nicht zwischen ischämischem und hämorrhagischem Schlaganfall unterschieden

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Überdosierungen sind durch die transdermale Applikation unwahrscheinlich. Bei einigen Frauen

können Übelkeit, Erbrechen und Abbruchblutungen auftreten. Es gibt kein spezifisches Antidot und

eine Behandlung sollte symptomatisch erfolgen. Die vorgenannten Informationen gelten auch für

Überdosierungen bei Kindern. Das/die Pflaster sollten entfernt werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Natürliche und halbsynthetische Estrogene, rein

ATC-Code: G03CA03

Urogenitalsystem und Sexualhormone

Der Wirkstoff, das synthetische 17

-Estradiol

ist chemisch und biologisch mit dem körpereigenen

humanen Estradiol identisch. Estradiol substituiert den Verlust der Estrogenproduktion bei

menopausalen Frauen und mindert die damit verbundenen Beschwerden.

Angaben zu den klinischen Studien

Linderung der durch Estrogenmangel verursachten Symptome und Beeinflussung der Blutungen.

Eine Linderung der menopausalen Beschwerden wurde in den ersten Wochen der Behandlung

erreicht.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Absorption

Transdermal verabreichtes Estradiol umgeht den für oral verabreichte Estrogenprodukte typischen

First-Pass-Metabolismus in der Leber und gelangt direkt in unveränderter Form in den Kreislauf.

Bioverfügbarkeit

Bei kontinuierlicher Anwendung von DERMESTRIL 25/50/100 wurde eine durchschnittliche

Plasmakonzentration (C

) von 23 pg/ml, 40 pg/ml und 79 pg/ml erreicht. Die maximale

Plasmakonzentration (C

) lag im Bereich von 37 pg/ml, 61 pg/ml und 117 pg/ml, die minimale

Plasmakonzentration nach 120 Stunden (C

) betrug 3 pg/ml, 1 pg/ml und 7 pg/ml. Nach Entfernung

des Pflasters kehrte der Estradiol-Plasmaspiegel innerhalb von 12 – 24 h wieder auf die

Ausgangswerte zurück.

Die Bioverfügbarkeit des transdermal applizierten Estradiols unterliegt individuellen Schwankungen,

deswegen muss die Dosis an die klinische Symptomatik angepasst werden.

Die mittlere Plasmahalbwertszeit von Estradiol beträgt ungefähr 1 Stunde. Estradiol wird teilweise an

Plasmaproteine gebunden.

Metabolismus und Elimination

Estradiol hat eine Eliminationshalbwertszeit von ungefähr 2-3 Stunden. Daher wird ein rascher Abfall

der Serumspiegel nach Entfernung des transdermalen Pflasters beobachtet. Die Ausscheidung von

Estradiol und seiner Metaboliten (Estriol und Estron) erfolgt über den Harn innerhalb von 48 Stunden

als Schwefelsäure- und Glukuronsäurekonjugate zusammen mit einem geringen Anteil an

unveränderlichem Estradiol. Ein Teil wird über den Stuhl eliminiert. Nach Mehrfachapplikation ist

keine Akkumulation von Estradiol im Kreislauf zu beobachten.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Wegen der ausgeprägten Unterschiede zwischen den Versuchstierarten untereinander sowie im

Verhältnis zum Menschen besitzen tierexperimentelle Untersuchungsergebnisse mit Estrogenen nur

einen beschränkten prädiktiven Wert für die Anwendung beim Menschen.

Zur systemischen Toxizität von Estradiol nach dermaler Applikation liegen keine präklinischen Daten

vor.

Bei Versuchstieren zeigte Estradiol oder Estradiolvalerat nach systemischer Gabe (Injektion) bereits in

relativ geringer Dosierung einen embryoletalen Effekt; Missbildungen des Urogenitaltraks und

Feminisierung männlicher Feten wurden beobachtet.

Präklinische Daten aus konventionellen Studien zur chronischen Toxizität, Genotoxizität und zum

karzinogenen Potential zeigten keine speziellen Risiken für den Menschen außer denen, die bereits in

anderen Kapiteln der Fachinformation beschrieben sind.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Estradiolhaltige adhäsive Matrix:

Poly

(2-ethylhexyl)acrylat-co-methylacrylat-co-acrylsäure-co-(2,3-epoxypropyl)-methacrylat

(61,5:33:5,5:0,02) = Duro-Tak 387-2353

Poly

(2-ethylhexyl)-acrylat-co-vinylacetat-co-(2-hydroxyethyl)-acrylat-co-(2,3-

epoxypropyl)methacrylat

(67:28:5:0,15) = Duro-Tak 387-2287

Stützfolie: Pegoterat

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

DERMESTRIL sollte in einem intakten Beutel aufbewahrt werden.

6.5.

Art und Inhalt des Behältnisses

DERMESTRIL 25: Faltschachtel enthält 6, 18 oder 24 transdermale Pflaster, einzeln in Schutzbeuteln

aus hitzeversiegelbaren Materialen mit einer inneren Aluminiumschicht verpackt.

DERMESTRIL 50: Faltschachtel enthält 6, 18 oder 24 transdermale Pflaster, einzeln in Schutzbeuteln

aus hitzeversiegelbaren Materialen mit einer inneren Aluminiumschicht verpackt.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Beutel an der Einkerbung aufreißen (keine Schere verwenden, um eine Beschädigung des Pflasters zu

vermeiden) und Pflaster entnehmen. Pflaster am kleineren Teil der Schutzfolie zwischen Daumen und

Zeigefinger halten. Den größeren Teil der Schutzfolie mit der anderen Hand entfernen und entsorgen.

Klebeseite des Pflasters nicht berühren. Das Pflaster wird an der Hüfte, an einem oberen

Gesäßquadranten, der Lendenregion oder Abdomen auf der Haut angebracht, wobei der noch von der

Schutzfolie bedeckte Teil zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten wird. Verwenden Sie das

Pflaster nicht an anderen Stellen als angegeben.

Verbleibenden Teil der Schutzfolie abziehen und die gesamte Oberfläche des Pflasters über einen

Zeitraum von etwa 10 Sekunden fest andrücken.

Mit einem Finger über die Ränder des Pflaster streichen, um eine gute Haftung zu gewährleisten.

Nach dem Gebrauch ist das DERMESTRIL Pflaster mit der Klebefläche nach innen

zusammenzufalten und mit dem Hausmüll zu entsorgen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

MEDA Pharma GmbH & Co. KG

Benzstraße 1

61352 Bad Homburg

Tel.: (06172) 888-01

Fax: (06172) 888-27 40

E-Mail: medinfo@medapharma.de

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

30327.00.00

30327.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/ VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 24. April 1996

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 16. Februar 2005

10.

STAND DER INFORMATION

April 2019

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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