Depakine Chronosphere 50 mg Retardgranulat in Beuteln

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
NATRIUM VALPROAT; VALPROINSÄURE
Verfügbar ab:
sanofi-aventis GmbH
ATC-Code:
N03AG01
INN (Internationale Bezeichnung):
SODIUM VALPROAT; VALPROIC ACID
Einheiten im Paket:
30 Beutel, Laufzeit: 24 Monate 50 Beutel, Laufzeit: 24 Monate
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur wiederholten Abgabe gegen aerztliche Verschreibung
Therapiegruppe:
Valproinsäure
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
1-25369
Berechtigungsdatum:
2004-04-28

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Depakine

®

Chronosphere

®

50 mg Retardgranulat in Beuteln

Wirkstoffe: Natriumvalproat und Valproinsäure

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Sie können dabei helfen, indem Sie jede

auftretende Nebenwirkung melden. Hinweise zur Meldung von Nebenwirkungen siehe Ende Abschnitt 4.

WARNHINWEIS

Wird Depakine (Valproat) während der Schwangerschaft eingenommen, kann es beim ungeborenen Kind

zu schwerwiegenden Schädigungen führen. Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte,

müssen Sie während der gesamten Behandlung mit Depakine ohne Unterbrechung eine wirksame

Methode zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen

besprechen, Sie müssen aber auch den in Abschnitt 2 dieser Packungsbeilage angegebenen Anweisungen

folgen.

Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren, wenn Sie beabsichtigen, schwanger

zu werden, oder vermuten, schwanger zu sein.

Sie dürfen die Einnahme von Depakine nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu auffordert, da sich

ansonsten Ihr Zustand verschlechtern kann.

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Depakine und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Depakine beachten?

Wie ist Depakine einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Depakine aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Depakine und wofür wird es angewendet?

Depakine ist ein Arzneimittel zur Behandlung von Anfallsleiden (sog. „Antiepileptikum“) und Manien.

Die Wirkung von Depakine beruht auf einer direkten Beeinflussung von Botenstoffen im Gehirn.

Depakine wird angewendet zur Behandlung von:

Epilepsie (Depakine kann allein und in Kombination mit anderen sog. „Antiepileptika“

eingenommen werden. Depakine kann auch bei einer Epilepsie verwendet werden, die nicht

ausreichend auf andere „Antiepileptika“ anspricht.),

Manie, wenn Sie sich sehr aufgeregt, freudig erregt, aufgewühlt, enthusiastisch oder hyperaktiv

fühlen. Manie tritt bei einer Krankheit auf, die als „bipolare Störung“ bezeichnet wird. Depakine kann

eingesetzt werden, wenn Lithium nicht verwendet werden kann.

Depakine Chronosphere setzt den Wirkstoff langsam und gleichmäßig frei. Dadurch wird ein

gleichmäßiger Wirkstoffspiegel im Körper erreicht.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Depakine beachten?

Depakine darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Natriumvalproat, Valproinsäure oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie eine Leberentzündung haben (akut oder chronisch),

wenn Sie oder Ihre Verwandten bereits früher eine schwere Lebererkrankung hatten, besonders wenn

diese durch Arzneimittel (v. a. Natriumvalproat/Valproinsäure) ausgelöst wurde,

wenn Sie an einer Erkrankung leiden, die auf einer Störung der Bildung von rotem Blutfarbstoff

beruht (sog. „hepatische Porphyrie“),

wenn Sie einen genetischen Defekt haben, der eine mitochondriale Erkrankung verursacht (z. B.

Alpers-Huttenlocher-Syndrom),

wenn Sie eine Erkrankung haben, die mit einer Störung der Stickstoffausscheidung im Urin

einhergeht (sog. „Harnstoffzykluserkrankungen“).

Bipolare Störungen

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Depakine nicht zur Behandlung von bipolaren Störungen

anwenden.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, dürfen Sie Depakine nicht zur Behandlung

von bipolaren Störungen einnehmen, es sei denn, dass Sie während der gesamten Behandlung mit

Depakine eine wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden. Sie

dürfen weder die Einnahme von Depakine noch Ihre Empfängnisverhütung beenden, bevor Sie

darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr Arzt wird Sie weiter beraten (siehe unter

“Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit – Wichtige Hinweise für Frauen“).

Epilepsie

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Depakine nicht zur Behandlung von Epilepsie anwenden, es sei

denn, es stehen keine anderen wirksamen Alternativen für Sie zur Verfügung.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, dürfen Sie Depakine nicht zur Behandlung

von Epilepsie einnehmen, es sei denn, dass Sie während der gesamten Behandlung mit Depakine eine

wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden. Sie dürfen weder die

Einnahme von Depakine noch Ihre Empfängnisverhütung beenden, bevor Sie darüber mit Ihrem Arzt

gesprochen haben. Ihr Arzt wird Sie weiter beraten (siehe unter “Schwangerschaft, Stillzeit und

Fortpflanzungsfähigkeit – Wichtige Hinweise für Frauen“).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Depakine einnehmen,

um eine Schädigung der Leber und/oder Bauchspeicheldrüse zu vermeiden:

Wenn Depakine Säuglingen und Kleinkindern unter 3 Jahren mit schwerer Epilepsie gegeben wird

(insbesondere Kindern mit Schädigungen des Großhirns, geistiger Behinderung oder angeborenen

Stoffwechselstörungen), besteht ein erhöhtes Risiko einer Schädigung der Leber oder

Bauchspeicheldrüse. Dieses Risiko steigt zusätzlich, wenn gleichzeitig mehrere Arzneimittel gegen

Epilepsie eingenommen werden.

Leberschäden wurden meist während der ersten 6 Behandlungsmonate beobachtet. Der Verlauf dieser

Erkrankungen kann letal sein. Ein gemeinsames Auftreten von Leber- und

Bauchspeicheldrüsenentzündung erhöht das Risiko eines letalen Verlaufs.

Bei Kindern über 3 Jahren sinkt das Risiko eines Leberschadens deutlich. Ebenso verringert sich das

Risiko eines letalen Verlaufs der Bauchspeicheldrüsenentzündung mit zunehmendem Alter des Kindes.

Um eine Schädigung der Leber oder Bauchspeicheldrüse zu vermeiden, wird der Arzt entsprechende

Laboruntersuchungen verordnen:

vor Beginn der Behandlung,

bei Bedarf regelmäßig während der ersten 6 Behandlungsmonate.

Eine Schädigung der Leber geht mit z. B. folgenden Beschwerden einher:

Kraftlosigkeit, Appetitverlust, Schläfrigkeit, Benommenheit, manchmal kombiniert mit häufigem

Erbrechen und starken Bauchschmerzen,

epileptischen Anfällen bei zuvor erfolgreicher Behandlung.

Eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse geht mit z. B. folgenden Beschwerden einher:

Oberbauchschmerzen (akut und ohne Anlass), Übelkeit, Erbrechen.

Um eine Schädigung der Leber oder der Bauchspeicheldrüse während der Behandlung rechtzeitig

erkennen zu können, müssen Sie sofort einen Arzt informieren, wenn derartige Beschwerden

auftreten.

Der Arzt wird dann entsprechende Untersuchungen der Leber und/oder Bauchspeicheldrüse veranlassen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie bereits eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse hatten. In diesem

Fall wird er während der Behandlung mit Depakine streng auf Anzeichen einer neuerlichen Erkrankung

der Bauchspeicheldrüse achten.

Vorübergehend können zu Beginn der Behandlung veränderte Leberenzymwerte unabhängig von einer

Leberstörung auftreten. Ihr Arzt wird diese Veränderungen entsprechend überwachen.

wenn Sie an einem sog. „Lupus erythematodes“ (LE, auch Schmetterlingserythem genannt) leiden:

LE ist eine seltene entzündliche Erkrankung der Haut und/oder innerer Organe. Ihr Arzt wird den Nutzen

der Behandlung gegen das Risiko einer möglichen Verschlechterung dieser Autoimmunerkrankung

abwägen. Selten kann LE während der Behandlung entstehen.

wenn während der Behandlung folgende Umstände eintreten:

Teilnahmslosigkeit, starke Müdigkeit, wiederholtes Erbrechen, deutlicher Blutdruckabfall,

Wiederauftreten oder Verschlechterung epileptischer Anfälle.

Diese Beschwerden können Anzeichen eines zu hohen Ammoniumspiegels im Blut sein. Der Arzt

wird entsprechende Laboruntersuchungen anordnen. Bei Patienten mit Verdacht auf eine bestimmte

Stoffwechselstörung (Enzymstörung des Harnstoffzyklus) wird der Arzt vor Beginn der Behandlung

eine entsprechende Stoffwechseluntersuchung durchführen, um das Auftreten eines zu hohen

Ammoniumspiegels zu vermeiden.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Depakine behandelt wurden, hatten

Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem

Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

bei Suizid/Suizidgedanken (Selbsttötung oder der Gedanke daran) oder klinischer

Verschlechterung:

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Ihr Arzt wird Sie hinsichtlich Anzeichen von

Suizidgedanken und suizidalen Verhaltensweisen überwachen und gegebenenfalls eine geeignete

Behandlung in Erwägung ziehen. Holen Sie Hilfe, wenn Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales

Verhalten auftreten.

bei einer Langzeitbehandlung zusammen mit anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie:

Wenn Sie längere Zeit gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln gegen Epilepsie (v. a. dem Wirkstoff

Phenytoin) behandelt werden, kann es zu einer Schädigung des Gehirns kommen. Diese kann sich durch

folgende Beschwerden äußern: vermehrte Krampfanfälle, Antriebslosigkeit, körperliche Reglosigkeit,

Muskelschwäche, Bewegungsstörungen.

Auch schwere Veränderungen bei der Hirnstrommessung (EEG) können auftreten.

wenn Sie früher eine Schädigung des Knochenmarks hatten:

Der Arzt wird die Behandlung streng überwachen.

wenn Ihr Gewicht während der Behandlung steigt:

Besonders bei Behandlungsbeginn kann vermehrter Appetit auftreten. Kontrollieren Sie Ihr Gewicht

regelmäßig und sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um eine mögliche Gewichtszunahme auf ein Minimum zu

beschränken.

Bei Frauen stellt die Gewichtszunahme möglicherweise einen Risikofaktor für eine Veränderung der

weiblichen Eierstöcke und Veränderungen der Regelblutung (sog. „polyzystisches Ovarialsyndrom“) dar.

wenn Sie unter der angeborenen Stoffwechselkrankheit, dem sog. „Carnitin-Palmitoyl-Transferase-

(CPT-)II-Mangel“, leiden:

Der Arzt wird Sie darauf hinweisen, dass es unter der Behandlung mit Valproinsäure zu einem Zerfall der

Muskelzellen kommen kann, der in der weiteren Folge zu Nierenproblemen führen kann (sog.

„Rhabdomyolyse“).

wenn Ihre Nierenfunktion beeinträchtigt ist:

Basierend auf der Kontrolle Ihrer Behandlung kann der Arzt die Dosis gegebenenfalls verringern.

wenn Ihnen bekannt ist, dass es in Ihrer Familie eine durch einen genetischen Defekt verursachte

mitochondriale Erkrankung gibt.

wenn während der Einnahme dieses Arzneimittels eine Verstärkung Ihrer Krampfanfälle eintritt:

Wie bei anderen Arzneimitteln gegen Anfallsleiden (sog. „Antiepileptika“) können sich auch unter der

Einnahme dieses Arzneimittels Ihre Krampfanfälle verstärken oder häufiger auftreten. Wenn dies der Fall

ist, konsultieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

wenn Sie an einer bekannten Stoffwechselstörung leiden, an einer sog.

„Harnstoffzykluserkrankung“.

Kinder und Jugendliche (unter 18 Jahren)

Depakine sollte nicht bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren zur Behandlung von Manie

eingesetzt werden.

Weitere Hinweise

Untersuchungen während der Behandlung mit Depakine

Überprüfung der Leberfunktion: siehe weiter oben „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“.

Überprüfung des Blutbildes: Ihr Arzt kann eine Kontrolle des Blutbildes verordnen:

– vor Beginn der Depakine-Behandlung,

– vor Operationen,

– wenn es bei Ihnen während der Behandlung zu Blutergüssen oder Blutungen kommt.

Einnahme von Depakine zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Depakine beeinflusst die Wirkung und/oder Nebenwirkungen anderer Arzneimittel und von Alkohol:

Arzneimittel gegen psychische Störungen (sog. „Neuroleptika“, „MAO-Hemmer“, „Antidepressiva“

und „Benzodiazepine“, einschließlich Diazepam, Lorazepam und Olanzapin): Die Wirkung dieser

Arzneimittel kann verstärkt werden.

Phenobarbital (Wirkstoff gegen Epilepsie): Die Konzentration von Phenobarbital im Blut kann

erhöht sein. Dadurch können sich die Nebenwirkungen von Phenobarbital verstärken.

Primidon (Wirkstoff gegen Epilepsie): Die Konzentration von Primidon im Blut kann erhöht sein.

Dadurch können sich die Nebenwirkungen von Primidon verstärken.

Phenytoin (Wirkstoff gegen Epilepsie): Die Konzentration von Phenytoin im Blut kann erhöht sein.

Dadurch kann es zu Beschwerden einer Überdosierung kommen.

Carbamazepin (Wirkstoff gegen Epilepsie und psychische Störungen): Die Nebenwirkungen von

Carbamazepin können verstärkt werden.

Lamotrigin (Wirkstoff gegen Epilepsie): Insbesondere bei Kindern besteht ein erhöhtes Risiko von

schweren Hautreaktionen (besonders wenn Lamotrigin zu einer Depakine-Behandlung hinzugefügt

wird).

Felbamat (Wirkstoff gegen Epilepsie): Die Konzentration von Felbamat im Blut kann stark erhöht

sein. Dadurch können sich die Nebenwirkungen von Felbamat verstärken.

Rufinamid (Wirkstoff gegen Epilepsie): Die gleichzeitige Gabe von Valproinsäure bewirkt eine

Erhöhung der Rufinamidkonzentration, so dass eine Dosisreduktion erforderlich sein kann.

Insbesondere bei Kindern besteht ein erhöhtes Risiko.

Propofol (Narkosemittel): Die gleichzeitige Gabe mit Valproinsäure kann die Blutspiegel von

Propofol erhöhen, so dass eine Dosisreduktion erforderlich sein kann.

Cumarinderivate (bestimmte Wirkstoffe gegen Blutgerinnung): erhöhtes Risiko für Blutungen.

Zidovudin (gegen HIV-Infektionen): Durch eine mögliche Erhöhung des Blutspiegels können die

Nebenwirkungen verstärkt werden.

Acetylsalicylsäure (ASS, Wirkstoff gegen Schmerzen/Fieber oder bestimmte Herzerkrankungen):

Die Wirkung der ASS kann durch Valproinsäure verstärkt werden. Kinder unter 12 Jahren sollten

nicht gleichzeitig mit ASS und Depakine behandelt werden. Bei Jugendlichen entscheidet der Arzt,

ob eine gemeinsame Anwendung erfolgen kann.

Alkohol: Die Wirkung von Alkohol kann durch die Behandlung verstärkt werden.

Vitamin-K-abhängige Antikoagulanzien: Ihr Arzt wird die Gerinnungsparameter während einer

Behandlung mit oralen Antikoagulanzien kontrollieren.

Colestyramin (Arzneimittel zur Senkung des Cholesterinspiegels): Die Resorption von Valproat

kann eingeschränkt sein.

Liponavir und Ritonavir (Arzneimittel gegen HIV-Infektionen): Die Konzentration von

Valproinsäure im Blut kann verringert sein.

Nimodipin (zur Behandlung von Hirnleistungsstörungen und von krampfartigen Verengungen von

Hirngefäßen): Durch die gleichzeitige Behandlung mit Nimodipin und Valproinsäure kann die

Konzentration von Nimodipin im Blut um 50 % ansteigen.

Depakine hat keinen Einfluss auf die Wirksamkeit der empfängnisverhütenden „Pille“ und auf die

Konzentration von Lithium (Arzneimittel zur Behandlung von depressiven Erkrankungen) im Blut.

Andere Arzneimittel beeinflussen die Wirkung und/oder Nebenwirkungen von Depakine:

andere Arzneimittel gegen Epilepsie (Wirkstoffe wie z. B. Phenobarbital, Phenytoin,

Carbamazepin): Die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann verringert werden.

Felbamat (Wirkstoff gegen Epilepsie): Die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann erhöht

sein.

Mefloquin und Chloroquin (Wirkstoffe gegen Malaria): Eine gleichzeitige Anwendung kann zu

epileptischen Anfällen führen.

Acetylsalicylsäure (ASS, Wirkstoff gegen Schmerzen/Fieber oder bestimmte Herzerkrankungen):

ASS kann die Konzentration von Valproinsäure im Blut erhöhen. Kinder unter 12 Jahren sollten

nicht gleichzeitig mit ASS und Depakine behandelt werden. Bei Jugendlichen entscheidet der Arzt,

ob eine gemeinsame Anwendung erfolgen kann.

Arzneimittel, die bestimmte Leberenzyme hemmen (Wirkstoffe wie z. B. Cimetidin, Erythromycin):

Die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann erhöht sein.

bestimmte Arzneimittel gegen bakterielle Infektionen (Rifampicin): Die Konzentration von

Valproinsäure im Blut kann verringert sein.

Colestyramin (Arzneimittel zur Senkung der Blutfettwerte): Die Konzentration von Valproinsäure

im Blut kann verringert sein.

Fluoxetin (Arzneimittel gegen Depressionen): Die Konzentration von Valproinsäure im Blut kann

erhöht, aber auch verringert sein.

Östrogenhaltige Arzneimittel (einschließlich bestimmter empfängnisverhütender Hormonpräparate).

Wenn nicht anders erforderlich, wird der Arzt gegebenenfalls die Dosis von Depakine oder dem anderen

Arzneimittel entsprechend anpassen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal insbesondere, wenn Sie eines der

folgenden Arzneimittel einnehmen:

Carbapeneme (Antibiotika, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden, z.B.

Panipenem, Meropenem, Imipenem). Die Kombination von Valproinsäure und Carbapenemen soll

vermieden werden, weil die Wirksamkeit der Valproinsäure herabgesetzt sein kann.

Beeinflussung von Labortests:

Valproinsäure kann u. U. den Schilddrüsenfunktionstest verfälschen und zu einem Verdacht auf eine

Unterfunktion der Schilddrüse führen.

Bei Diabetikern kann der Test auf sog. „Ketonkörper“ falsch positiv ausfallen.

Informieren Sie den Laborarzt vor diesen Tests, dass Sie Depakine einnehmen.

Sonstige Wechselwirkungen:

Potentiell leberschädigende Mittel, auch Alkohol, können mögliche Nebenwirkungen von

Valproinsäure an der Leber verstärken.

Quetiapin (Wirkstoff zur Behandlung von psychischen Störungen): Bei einer gemeinsamen

Anwendung wird Ihr Arzt regelmäßige Bluttests durchführen, um gegebenenfalls eine verminderte

Anzahl der weißen Blutkörperchen im Blut feststellen zu können.

Topiramat (Wirkstoff gegen Epilepsie) und Acetazolamid (Wirkstoff, der den Augen-, Hirn- und

Blutdruck senken kann): Bei einer gemeinsamen Anwendung wird der Arzt Ihre Behandlung streng

überwachen, um gegebenenfalls Anzeichen einer Gehirnerkrankung und/oder einer sog.

„Hyperammonämie“ (Störung der Harnstoff- bzw. Aminosäurebildung) zu erkennen.

Einnahme von Depakine zusammen mit Alkohol

Der Genuss von Alkohol während einer Behandlung mit Depakine wird nicht empfohlen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Wichtige Hinweise für Frauen

Bipolare Störungen

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Depakine nicht zur Behandlung von bipolaren Störungen

anwenden.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, dürfen Sie Depakine nicht zur Behandlung

von bipolaren Störungen einnehmen, es sei denn, dass Sie während der gesamten Behandlung mit

Depakine eine wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden. Sie

dürfen weder die Einnahme von Depakine noch Ihre Empfängnisverhütung beenden, bevor Sie

darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr Arzt wird Sie weiter beraten.

Epilepsie

Wenn Sie schwanger sind, dürfen Sie Depakine nicht zur Behandlung von Epilepsie anwenden, es

sei denn, es stehen keine anderen wirksamen Alternativen für Sie zur Verfügung.

Wenn Sie eine Frau sind, die schwanger werden könnte, dürfen Sie Depakine nicht zur Behandlung

von Epilepsie einnehmen, es sei denn, dass Sie während der gesamten Behandlung mit Depakine

eine wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden. Sie dürfen

weder die Einnahme von Depakine noch Ihre Empfängnisverhütung beenden, bevor Sie darüber

mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr Arzt wird Sie weiter beraten.

Risiken von Valproat bei Einnahme während der Schwangerschaft (unabhängig von der Erkrankung,

wegen der Valproat angewendet wird)

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden, oder

wenn Sie schwanger sind.

Valproat birgt ein Risiko, wenn es während der Schwangerschaft angewendet wird. Je höher die

Dosis, desto höher das Risiko; es sind jedoch alle Dosen risikobehaftet.

Das Arzneimittel kann schwerwiegende Geburtsfehler verursachen und die Entwicklung des

Kindes während des Wachstums beeinträchtigen. Zu den beobachteten Geburtsfehlern zählen Spina

bifida (bei der die Knochen der Wirbelsäule nicht normal ausgebildet sind), Gesichts- und

Schädeldeformationen, Missbildungen des Herzens, der Nieren, der Harnwege, der Sexualorgane

sowie Gliedmaßendefekte. Bei Kindern, die während der Schwangerschaft Valproat ausgesetzt

waren, wurde über Hörprobleme und Taubheit berichtet.

Wenn Sie Valproat während der Schwangerschaft einnehmen, haben Sie ein höheres Risiko als

andere Frauen, ein Kind mit Geburtsfehlern zu bekommen, die eine medizinische Behandlung

erfordern. Da Valproat seit vielen Jahren angewendet wird, ist bekannt, dass bei Frauen, die

Valproat einnehmen, ungefähr 10 von 100 Neugeborenen mit einem Geburtsfehler zur Welt

kommen. Im Vergleich dazu sind es 2–3 von 100 Neugeborenen bei Frauen ohne Epilepsie.

Schätzungen zufolge kann es bei bis zu 30–40 % der Kinder im Vorschulalter, deren Mutter

während der Schwangerschaft Valproat eingenommen hat, zu Problemen in der frühkindlichen

Entwicklung kommen. Die betroffenen Kinder lernen langsamer laufen und sprechen, sind geistig

weniger leistungsfähig als andere Kinder und haben Sprach- und Gedächtnisprobleme.

Autistische Störungen werden häufiger bei Kindern diagnostiziert, die Valproat ausgesetzt waren.

Es gibt einige Belege dafür, dass Kinder, die während der Schwangerschaft Valproat ausgesetzt

waren, ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung einer Aufmerksamkeitsdefizit-

/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) haben.

Bevor Ihr Arzt Ihnen dieses Arzneimittel verschreibt, wird er Ihnen erklären, was Ihrem Baby

zustoßen kann, wenn Sie unter Einnahme von Valproat schwanger werden. Wenn Sie zu einem

späteren Zeitpunkt entscheiden, dass Sie ein Kind bekommen möchten, dürfen Sie die Einnahme

Ihres Arzneimittels oder Ihre Empfängnisverhütung nicht beenden, bevor Sie darüber mit Ihrem

Arzt gesprochen haben.

Wenn Sie ein Elternteil oder eine Betreuungsperson eines Mädchens sind, das mit Valproat

behandelt wird, müssen Sie den Arzt informieren, sobald bei Ihrem Kind, das Valproat anwendet,

die erste Regelblutung einsetzt.

Einige empfängnisverhütende Hormonpräparate („Pille“, die Östrogene enthält) können Ihren

Valproatspiegel im Blut herabsetzen. Bitte klären Sie mit Ihrem Arzt, welche Methode zur

Empfängnisverhütung für Sie am geeignetsten ist.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Folsäure, wenn Sie versuchen, schwanger zu

werden. Folsäure kann das allgemeine Risiko für Spina bifida und eine frühe Fehlgeburt

verringern, das bei allen Schwangerschaften besteht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie das

Risiko für Geburtsfehler senkt, das mit der Einnahme von Valproat verbunden ist.

Bitte wählen Sie von den nachfolgend aufgeführten Situationen diejenigen aus, die auf Sie

zutreffen, und lesen Sie den entsprechenden Text durch:

ICH BEGINNE MIT DER BEHANDLUNG MIT DEPAKINE

ICH NEHME DEPAKINE EIN UND BEABSICHTIGE NICHT, SCHWANGER ZU WERDEN

ICH NEHME DEPAKINE EIN UND BEABSICHTIGE, SCHWANGER ZU WERDEN

ICH BIN SCHWANGER UND NEHME DEPAKINE EIN

ICH BEGINNE MIT DER BEHANDLUNG MIT DEPAKINE

Wenn Ihnen Depakine zum ersten Mal verschrieben wurde, hat Ihnen Ihr Arzt die Risiken für das

ungeborene Kind erklärt, falls Sie schwanger werden. Sobald Sie alt genug sind, um schwanger werden

zu können, müssen Sie sicherstellen, dass Sie während der gesamten Behandlung mit Depakine ohne

Unterbrechung eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung anwenden. Sprechen Sie mit Ihrem

Arzt oder wenden Sie sich an eine Beratungsstelle zur Familienplanung, falls Sie eine Beratung zur

geeigneten Verhütungsmethode benötigen.

Kernbotschaften:

Vor Beginn der Behandlung mit Depakine müssen Sie mit Hilfe eines Schwangerschaftstests eine

Schwangerschaft ausschließen, wobei Ihr Arzt dieses Ergebnis bestätigen muss.

Während der gesamten Behandlung mit Depakine müssen Sie eine wirksame Methode zur

Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über geeignete Methoden zur Schwangerschaftsverhütung

(Kontrazeption). Ihr Arzt wird Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft geben

und Sie eventuell weiter an einen Spezialisten zur diesbezüglichen Beratung verweisen.

Sie müssen regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) einen Spezialisten aufsuchen, der auf die

Behandlung von Epilepsie spezialisiert ist. Während dieses Besuchs wird Ihr Arzt sich davon

überzeugen, dass Sie alle Risiken und Ratschläge zur Anwendung von Valproat während der

Schwangerschaft kennen und diese verstanden haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden.

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder vermuten,

schwanger zu sein.

ICH NEHME DEPAKINE EIN UND BEABSICHTIGE NICHT, SCHWANGER ZU WERDEN

Wenn Sie die Behandlung mit Depakine fortsetzen und nicht beabsichtigen, schwanger zu werden,

müssen Sie sicherstellen, dass Sie während der gesamten Behandlung mit Depakine ohne Unterbrechung

eine wirksame Methode zur Empfängnisverhütung anwenden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder wenden

Sie sich an eine Beratungsstelle zur Familienplanung, falls Sie eine Beratung zur geeigneten

Verhütungsmethode benötigen.

Kernbotschaften:

Während der gesamten Behandlung mit Depakine müssen Sie eine wirksame Methode zur

Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Maßnahmen zur Empfängnisverhütung (Kontrazeption). Ihr Arzt

wird Ihnen Informationen zur Verhütung einer Schwangerschaft geben und Sie eventuell weiter an

einen Spezialisten zur diesbezüglichen Beratung verweisen.

Sie müssen regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) einen Spezialisten aufsuchen, der auf die

Behandlung von Epilepsie spezialisiert ist. Während dieses Besuchs wird Ihr Arzt sich davon

überzeugen, dass Sie alle Risiken und Ratschläge zur Anwendung von Valproat während der

Schwangerschaft kennen und diese verstanden haben.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden.

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu

sein

ICH NEHME DEPAKINE EIN UND BEABSICHTIGE, SCHWANGER ZU WERDEN

Wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu werden, müssen Sie zuerst einen Termin mit Ihrem Arzt

vereinbaren.

Sie dürfen weder die Einnahme von Depakine noch Ihre Empfängnisverhütung beenden, bevor Sie

darüber mit Ihrem Arzt gesprochen haben. Ihr Arzt wird Sie weiter beraten.

Bei Babys von Müttern, die mit Valproat behandelt wurden, besteht ein schwerwiegendes Risiko für

Geburtsfehler und Entwicklungsprobleme, die zu schwerwiegenden Behinderungen führen können. Ihr

Arzt wird Sie an einen Spezialisten überweisen, der auf die Behandlung von Epilepsie spezialisiert ist,

damit dieser bereits frühzeitig alternative Behandlungsoptionen prüfen kann. Ihr Spezialist kann einige

Maßnahmen ergreifen, damit Ihre Schwangerschaft so reibungslos wie möglich verläuft und die Risiken

für Sie und Ihr ungeborenes Kind so weit wie möglich gesenkt werden können.

Eventuell wird Ihr Spezialist, lange bevor Sie schwanger werden, die Dosis von Depakine verändern oder

Sie auf ein anderes Arzneimittel umstellen oder die Behandlung mit Depakine beenden. Damit wird

sichergestellt, dass Ihre Erkrankung stabil bleibt.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Folsäure, wenn Sie beabsichtigen, schwanger zu

werden. Folsäure kann das allgemeine Risiko für Spina bifida und eine frühe Fehlgeburt verringern, das

bei allen Schwangerschaften besteht. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass sie das Risiko für

Geburtsfehler senkt, das mit der Einnahme von Valproat verbunden ist.

Kernbotschaften:

Sie dürfen die Einnahme von Depakine nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu auffordert.

Beenden Sie Ihre Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) nicht, bevor Sie mit Ihrem Arzt

gesprochen haben und gemeinsam einen Plan erarbeitet haben, um sicherzustellen, dass Ihre

Erkrankung gut eingestellt ist und die Risiken für Ihr Baby minimiert wurden.

Zuerst müssen Sie einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren. Während dieses Besuchs wird Ihr

Arzt sich davon überzeugen, dass Sie alle Risiken und Ratschläge zur Anwendung von Valproat

während der Schwangerschaft kennen und diese verstanden haben.

Ihr Arzt wird, lange bevor Sie schwanger werden, versuchen, Sie auf ein anderes Arzneimittel

umzustellen, oder die Behandlung mit Depakine beenden.

Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren, wenn Sie schwanger sind oder

vermuten, schwanger zu sein.

ICH BIN SCHWANGER UND NEHME DEPAKINE EIN

Sie dürfen die Einnahme von Depakine nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu auffordert, da sich

ansonsten Ihr Zustand verschlechtern kann. Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem Arzt

vereinbaren, wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein. Ihr Arzt wird Sie weiter

beraten.

Bei Babys von Müttern, die mit Valproat behandelt wurden, besteht ein schwerwiegendes Risiko für

Geburtsfehler und Entwicklungsprobleme, die zu schwerwiegenden Behinderungen führen können. Sie

werden an einen Spezialisten überwiesen, der auf die Behandlung von Epilepsie spezialisiert ist, damit

dieser alternative Behandlungsoptionen prüfen kann.

Für den Ausnahmefall, dass Depakine während der Schwangerschaft die einzig geeignete

Behandlungsoption darstellt, werden sowohl die Behandlung Ihrer Grunderkrankung als auch die

Entwicklung Ihres ungeborenen Kindes sehr engmaschig überwacht. Sie und Ihr Partner können

hinsichtlich einer Schwangerschaft unter Valproat beraten und unterstützt werden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Einnahme von Folsäure. Folsäure kann das allgemeine Risiko für

Spina bifida und eine frühe Fehlgeburt verringern, das bei allen Schwangerschaften besteht. Es ist jedoch

unwahrscheinlich, dass sie das Risiko für Geburtsfehler senkt, das mit der Einnahme von Valproat

verbunden ist.

Kernbotschaften:

Sie müssen unverzüglich einen Termin mit Ihrem Arzt vereinbaren, wenn Sie schwanger sind oder

vermuten, schwanger zu sein.

Sie dürfen die Einnahme von Depakine nur dann beenden, wenn Ihr Arzt Sie dazu auffordert.

Kümmern Sie sich darum, dass Sie an einen Spezialisten überwiesen werden, der auf die

Behandlung von Epilepsie spezialisiert ist, damit dieser die Notwendigkeit alternativer

Behandlungsoptionen prüfen kann.

Sie müssen über die Risiken von Depakine während der Schwangerschaft ausführlich aufgeklärt

werden, einschließlich der fruchtschädigenden Wirkungen (Teratogenität) und der Auswirkungen

auf die Entwicklung bei Kindern.

Kümmern Sie sich darum, dass Sie zur pränatalen Überwachung an einen Spezialisten überwiesen

werden, damit möglicherweise auftretende Missbildungen erkannt werden können.

Lesen Sie sich bitte unbedingt den Leitfaden für Patienten durch, den Sie von Ihrem Arzt erhalten

haben. Ihr Arzt wird mit Ihnen das jährlich auszufüllende Formular zur Bestätigung der

Risikoaufklärung besprechen und Sie bitten, es zu unterschreiben, und es dann behalten. Von

Ihrem Arzt oder Apotheker haben Sie zudem eine Patientenkarte erhalten, die Sie an die Risiken

bei Anwendung von Valproat während der Schwangerschaft erinnern soll.

Risiko in Verbindung mit Anfällen

Während der Schwangerschaft stellen epileptische Anfälle ein besonderes Risiko für die Schwangere und

das Ungeborene dar.

Risiko bei Neugeborenen

Sehr selten weisen Neugeborene von Müttern, die in der Schwangerschaft mit

Natriumvalproat/Valproinsäure behandelt wurden, eine Störung der Blutgerinnung (Einzelfälle mit letalen

Folgen wurden beschrieben), einen niedrigen Blutzuckerspiegel und eine Unterfunktion der Schilddrüse

auf. Der Arzt wird in so einem Fall entsprechende Bluttests durchführen.

Bei Neugeborenen, deren Mütter im letzten Drittel der Schwangerschaft valproinsäurehaltige

Arzneimittel erhielten, können Entzugserscheinungen auftreten, wie krankhafte Unruhe, Reizbarkeit,

Übererregbarkeit, Nervosität, gesteigerte Beweglichkeit (Hyperkinese), Störung des Spannungszustandes

der Muskulatur, Zittern, Krämpfe und Störungen bei der Nahrungsaufnahme.

Stillzeit

Valproinsäure geht in die Muttermilch über. Ihr Arzt wird entscheiden, ob das Stillen zu unterbrechen ist

oder die Behandlung mit Depakine zu unterbrechen ist.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und die Verkehrstüchtigkeit

!

beeinträchtigen.

Zu Beginn einer Therapie mit Natriumvalproat/Valproinsäure, bei höherer Dosierung und/oder in

Kombination mit anderen Arzneimitteln können Nebenwirkungen wie z. B. Schläfrigkeit oder

Verwirrtheit das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird.

Eine erfolgreiche Behandlung der Epilepsie ist aber auch die Basis für eine aktive Teilnahme am

Straßenverkehr.

Depakine enthält Natrium.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro Beutel, d.h. es ist nahezu

"natriumfrei".

3.

Wie ist Depakine einzunehmen?

Die Behandlung mit Depakine muss von einem Arzt eingeleitet und überwacht werden, der auf die

Behandlung von Epilepsie oder bipolaren Störungen spezialisiert ist.

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis:

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

Dieses Arzneimittel unterliegt einer zusätzlichen Überwachung. Dies ermöglicht eine schnelle

Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit. Angehörige von Gesundheitsberufen sind

aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. Hinweise zur Meldung von

Nebenwirkungen siehe Abschnitt 4.8.

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Depakine Chronosphere 50 mg Retardgranulat in Beuteln

Depakine Chronosphere 250 mg Retardgranulat in Beuteln

Depakine Chronosphere 500 mg Retardgranulat in Beuteln

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Ein Beutel mit 152 mg Retardgranulat enthält 33,33 mg Natriumvalproat und 14,51 mg Valproinsäure,

entsprechend 50 mg Natriumvalproat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 4,6 mg Natrium/Beutel.

Ein Beutel mit 758 mg Retardgranulat enthält 166,76 mg Natriumvalproat und 72,59 mg

Valproinsäure, entsprechend 250 mg Natriumvalproat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 23,1 mg Natrium/Beutel.

Ein Beutel mit 1515 mg Retardgranulat enthält 333,3 mg Natriumvalproat und 145,09 mg

Valproinsäure, entsprechend 500 mg Natriumvalproat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: 46,1 mg Natrium/Beutel.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Retardgranulat.

Weißes bis schwach gelbliches Granulat, mit verzögerter Wirkstofffreisetzung.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Epilepsien

Zur Behandlung primär generalisierter, sekundär generalisierter und fokaler epileptischer

Anfallsformen.

Bipolare Störungen

Behandlung manischer Episoden bei einer bipolaren Störung, wenn Lithium kontraindiziert ist oder

nicht vertragen wird. Die weiterführende Behandlung nach einer manischen Episode kann bei

Patienten in Erwägung gezogen werden, die auf Valproat bei der Behandlung der akuten Manie

angesprochen haben.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Depakine Chronosphere Retardgranulat ist eine Darreichungsform, die speziell für Kinder (sobald sie

weiche Nahrung schlucken können) sowie für Jugendliche und Erwachsene mit Schluckbeschwerden

entwickelt wurde.

Depakine Chronosphere Retardgranulat kann ein oder zweimal täglich verabreicht werden. Patienten,

bei denen eine adäquate Anfallskontrolle erreicht wurde, können von Depakine Chronosphere

Retardgranulat auch auf Depakine chrono retard 300 mg bzw. 500 mg Filmtabletten in der

äquivalenten täglichen Dosierung umgestellt werden.

Die tägliche Dosierung ist individuell zu adaptieren an Alter, Körpergewicht und individuelle

Empfindlichkeit gegenüber Valproinsäure und zu kontrollieren.

Da es keine therapeutisch relevante Korrelation zwischen Tagesdosis, Serumkonzentration und

therapeutischem Effekt gibt, ist die optimale Dosierung anhand der klinischen Response zu

bestimmen. Falls keine adäquate Anfallskontrolle erzielt wird oder ein Verdacht auf Nebenwirkungen

besteht, kann zusätzlich zum klinischen Monitoring die Bestimmung der Valproinsäure Serumspiegel

in Erwägung gezogen werden. Üblicherweise liegt der effektive Bereich zwischen 40–100 mg/l (300–

700 μmol/l).

Die Retardformulierung reduziert Plasmaspitzen und ermöglicht über das gesamte Dosierungsintervall

annähernd gleichbleibende Plasmaspiegel.

Für die Anwendung bei Kleinkindern unter drei Jahren oder bei Patienten mit Schluckbeschwerden

stehen auch Depakine 300 mg/ml Tropfen zur Verfügung.

Epilepsie

Die Epilepsie-Behandlung ist immer eine Langzeitbehandlung.

Über die Dosiseinstellung, die Behandlungsdauer und das Absetzen von Depakine sollte ein Facharzt

(Neurologe, Neuropädiater) aufgrund der individuellen Situation entscheiden. Im Regelfall ist eine

Verringerung der Dosis oder ein Absetzen des Arzneimittels frühestens nach 2- bis 3-jähriger

Anfallsfreiheit in Erwägung zu ziehen. Das Absetzen muss schrittweise über einen Zeitraum von

einem bis zwei Jahren erfolgen. Kinder kann man aus der Dosierung pro kg Körpergewicht

„herauswachsen“ lassen, statt ihre Dosis dem Alter entsprechend anzupassen; der EEG-Befund darf

sich dabei jedoch nicht verschlechtern.

Erfahrungen mit der Langzeitanwendung von Valproat liegen nur im begrenzten Umfang vor, dies gilt

besonders für Kinder unter 6 Jahren.

Allgemeine Richtlinien zur Therapieeinleitung

Bei Patienten ohne zusätzliche Antiepileptika-Therapie empfiehlt sich eine einschleichende

Dosierung mit stufenweiser Dosiserhöhung jeden 2.–3. Tag bis zum Erreichen der optimal

wirksamen Dosis innerhalb von etwa einer Woche.

Bei Patienten, die bereits andere Antiepileptika erhalten, soll die Substitution mit

Valproinsäure/Natriumvalproat progressiv erfolgen. Ein Erreichen der optimal wirksamen Dosis

innerhalb von zwei Wochen ist anzustreben, während die vorausgegangene Medikation

ausgeschlichen bzw. dann zur Gänze abgesetzt wird.

Bei Patienten, die mit Valproinsäure/Natriumvalproat behandelt werden, soll, falls notwendig,

eine zusätzliche Therapie mit einem anderen Antiepileptikum einschleichend erfolgen (siehe

Abschnitt 4.5).

Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter

Die Behandlung mit Valproat muss von einem in der Therapie von Epilepsie oder bipolaren Störungen

erfahrenen Spezialisten eingeleitet und überwacht werden. Valproat darf nur dann bei Mädchen und

Frauen im gebärfähigen Alter angewendet werden, wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind

oder nicht vertragen werden.

Valproat wird entsprechend dem Valproat-Schwangerschaftspräventionsprogramm verschrieben und

abgegeben (Abschnitte 4.3 und 4.4).

Valproat sollte vorzugsweise als Monotherapie und in der niedrigsten wirksamen Dosis verschrieben

werden, wenn möglich als Retardformulierung. Die tägliche Dosis sollte in mindestens zwei

Einzeldosen aufgeteilt werden (siehe Abschnitt 4.6).

Dosierung bei Erwachsenen

Bei Behandlungsbeginn beträgt die Dosis üblicherweise 10–15 mg/kg Körpergewicht/Tag, danach

wird bis zur optimalen Dosierung im wöchentlichen Intervall auftitriert. Die Erhaltungsdosis liegt im

Allgemeinen im Bereich von 20–30 mg/kg Körpergewicht/Tag. Falls in diesem Dosisbereich keine

Anfallskontrolle erzielt wird, ist es möglich, die Dosis weiter zu erhöhen. Bei einer Tagesdosis über

50 mg/kg Körpergewicht/Tag ist jedoch eine sorgfältige Überwachung des Patienten notwendig (siehe

Abschnitt 4.4).

Dosierung bei Kindern (ab 12 Jahren)

Bei Kindern liegt die übliche Dosis bei 30 mg/kg Körpergewicht/Tag.

Dosierung bei Jugendlichen

Bei Jugendlichen liegt die übliche Dosis bei 25 mg/kg Körpergewicht/Tag.

Dosierung bei älteren Patienten (> 65 Jahre)

Bei älteren Patienten wird die Dosis in Abhängigkeit von der Anfallskontrolle bestimmt.

Folgende Tagesdosen werden empfohlen:

Alter

Körpergewicht (kg)

Durchschnittliche Dosierung (mg/Tag)

3–6 Monate

ca. 5,5–7,5

6–12 Monate

ca. 7,5–10

150–300

1–3 Jahre

ca. 10–15

300–450

3–6 Jahre

ca. 15–20

450–600

7–11 Jahre

ca. 20–40

600–1200

12–17 Jahre

ca. 40–60

1000–1500

Erwachsene (einschließlich

älterer Patienten)

≥ 60

1200–2100

Die Tagesdosis ist auf 1–2 Einzelgaben aufzuteilen.

Dosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz und/oder Leberfunktionsstörungen

Bei diesen Patienten kann eine Reduktion der Dosis notwendig sein. Da es keine relevante Korrelation

zwischen Dosis und Serumspiegel gibt, sollte die Dosis in Abhängigkeit vom klinischen Bild

angepasst werden.

Manische Episoden bei bipolaren Störungen

Dosierung bei Erwachsenen

Die tägliche Dosierung sollte individuell durch den behandelnden Arzt festgelegt und kontrolliert

werden.

Die initial empfohlene tägliche Dosis ist 750 mg. Zudem zeigte in klinischen Studien eine

Anfangsdosis von 20 mg Valproat/kg Körpergewicht ebenfalls ein akzeptables Sicherheitsprofil. Die

Retardzubereitungen können ein- oder zweimal täglich gegeben werden. Die Dosis sollte so schnell

wie möglich gesteigert werden, um die niedrigste therapeutische Dosis zu erreichen, die den

gewünschten klinischen Effekt erzielt. Die tägliche Dosis sollte an das klinische Ansprechen angepasst

werden, um die niedrigste wirksame Dosis für den Patienten individuell festzulegen.

Die durchschnittliche Tagesdosis liegt üblicherweise zwischen 1000 und 2000 mg Valproat. Patienten,

die mehr als 45 mg/kg Körpergewicht/Tag erhalten, sollten sorgfältig überwacht werden.

Die weiterführende Behandlung einer manischen Episode bei einer bipolaren Störung sollte unter

Verwendung der niedrigsten effektiven Dosis individuell angepasst werden.

Dosierung bei Kindern und Jugendlichen

Die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Depakine bei der Behandlung einer manischen Episode

bei einer bipolaren Störung wurde bei Patienten unter 18 Jahren nicht untersucht.

Art und Dauer der Anwendung

Zum Einnehmen.

Depakine Chronosphere Retardgranulat in Beuteln soll auf kalte oder bei Zimmertemperatur gelagerte

weiche Nahrungsmittel oder Getränke (Joghurt, Orangensaft, Kompott etc.) gestreut werden. Depakine

Chronosphere Retardgranulat in Beuteln soll nicht mit warmen oder heißen Speisen oder Getränken

(Suppe, Kaffee, Tee etc.) eingenommen werden. Da das Granulat den Sauger verstopfen kann, darf

Depakine Chronosphere Retardgranulat in Beuteln nicht mit Säuglings-Trinkflaschen verabreicht

werden. Bei Einnahme mit Flüssigkeit wird empfohlen, das Glas mit einer geringen Wassermenge

auszuspülen, da das Granulat sich im Glas absetzen könnte.

Das Gemisch darf nicht gekaut und soll sofort nach der Zubereitung geschluckt werden. Eine

Aufbewahrung für eine spätere Einnahme ist nicht vorgesehen.

Der verzögerte Freisetzungsprozess und die Beschaffenheit der Hilfsstoffe dieser Formulierung führen

dazu, dass die inerte Matrix im Verdauungstrakt nicht resorbiert, sondern nach Freisetzung der

Wirkstoffe im Stuhl ausgeschieden wird.

Die Dauer der Behandlung wird vom behandelnden Arzt festgelegt.

4.3

Gegenanzeigen

Depakine ist in folgenden Fällen kontraindiziert:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile

akute Hepatitis

chronische Hepatitis

schwerwiegende Lebererkrankungen in der eigenen oder Familienanamnese, besonders wenn

diese auf Arzneimittel (v. a. Natriumvalproat/Valproinsäure-Therapie) zurückzuführen sind

hepatische Porphyrie

Patienten mit bekannten Harnstoffzyklus-Erkrankungen (siehe Abschnitt 4.4).

Behandlung von Epilepsie

während der Schwangerschaft, es sei denn, es stehen keine geeigneten alternativen Behandlungen

zur Verfügung (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

bei Frauen im gebärfähigen Alter, es sei denn, die Bedingungen des

Schwangerschaftspräventionsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

Behandlung von bipolaren Störungen

während der Schwangerschaft (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

bei Frauen im gebärfähigen Alter, es sei denn, die Bedingungen des

Schwangerschaftspräventionsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.4 und 4.6).

Valproat darf nicht angewendet werden bei Patienten, die unter mitochondrialen Erkrankungen leiden,

die durch Mutationen in dem das mitochondriale Enzym Polymerase Gamma (POLG) kodierenden

Kerngen verursacht sind, wie beispielsweise das Alpers-Huttenlocher-Syndrom, sowie bei Kindern im

Alter unter zwei Jahren, bei denen der Verdacht auf eine POLG-verwandte Erkrankung (siehe

Abschnitt 4.4) besteht.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Spezielle Warnhinweise

Leberschädigung

Gelegentlich sind schwere Schädigungen der Leber, u. U. mit tödlichem Ausgang, beobachtet worden.

Am häufigsten betroffen sind Säuglinge und Kleinkinder unter 3 Jahren, die an schweren epileptischen

Anfällen leiden. Das Risiko einer Leberschädigung ist insbesondere bei Kombinationsbehandlung mit

mehreren Antiepileptika oder wenn zusätzlich eine Hirnschädigung, mentale Retardierung, eine

angeborene Stoffwechselerkrankung und/oder eine degenerative Erkrankung vorliegen, erhöht. Bei

diesen Patienten soll die Valproinsäure/Natriumvalproat-Behandlung mit besonderer Vorsicht und als

Monotherapie erfolgen.

Leberschäden wurden in der Mehrzahl der Fälle innerhalb der ersten 6 Monate der Therapie

beobachtet, insbesondere zwischen der zweiten und 12. Woche. Bei Kindern über 3 Jahre nimmt die

Häufigkeit der Erkrankung signifikant ab.

Der Verlauf der Erkrankungen kann letal sein. Ein gemeinsames Auftreten von Hepatitis und

Pankreatitis erhöht das Risiko eines letalen Verlaufs.

Mögliche Symptome

Klinische Symptome sind entscheidend für eine frühe Diagnose. Anzeichen, die einem Leberschaden

vorausgehen können, sollten besonders bei Risikopatienten beachtet werden:

Unspezifische Symptome mit plötzlichem Beginn, wie z. B. Asthenie, Appetitverlust, Lethargie

und Benommenheit, die manchmal auch mit wiederholtem Erbrechen und Bauchschmerzen

einhergehen

Wiederauftreten epileptischer Anfälle bei Epilepsiepatienten.

Patienten (bei Kindern deren Angehörige) sollten angewiesen werden, beim Auftreten der genannten

Symptome umgehend einen Arzt zu konsultieren. In diesem Fall sind eine sofortige klinische

Untersuchung sowie eine Kontrolle der Leberfunktion durchzuführen.

Maßnahmen zur Früherkennung einer Leberschädigung

Leberfunktionstests sind vor Beginn der Behandlung sowie (insbesondere bei Risikopatienten)

periodisch während der ersten 6 Therapiemonate durchzuführen. Neben den üblichen Untersuchungen

sind Tests, die Aufschluss über die Proteinsynthese, insbesondere die Prothrombinrate geben,

besonders relevant. Eine Bestätigung einer ungewöhnlich niedrigen Prothrombinrate, besonders in

Verbindung mit anderen Abnormitäten (signifikanter Abfall von Fibrinogen und Gerinnungsfaktoren,

erhöhter Bilirubinspiegel sowie erhöhte Transaminasen) erfordert eine Beendigung der Therapie mit

Valproinsäure/Natriumvalproat. Falls zusätzlich begleitend Acetylsalicylsäure eingenommen wird,

sollte diese als Vorsichtsmaßnahme ebenfalls abgesetzt werden, da sie über denselben Pfad

metabolisiert wird.

Der behandelnde Arzt sollte jedoch berücksichtigen, dass in Einzelfällen Werte der Leberenzyme auch

unabhängig von einer Leberfunktionsstörung, insbesondere zu Beginn der Behandlung, vorübergehend

erhöht sein können.

Pankreasschädigung

Sehr selten wurde vom Auftreten schwerer Pankreatitiden berichtet, die auch tödlich verlaufen

können. Das Risiko eines tödlichen Ausgangs ist bei Kleinkindern am höchsten und verringert

sich mit zunehmendem Alter. Mögliche Risikofaktoren für die Entstehung einer schweren

Pankreatitis sind schwere Anfallsformen bzw. schwere neurologische Störungen bei

gleichzeitiger antikonvulsiver Kombinationstherapie. Gemeinsames Auftreten von

Leberversagen und Pankreatitis erhöht das Risiko eines tödlichen Ausgangs. Die Patienten sind

anzuweisen, bei Auftreten möglicher Anzeichen einer Pankreatitis (wie etwa

Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen) unverzüglich den Arzt zu konsultieren. Bei diesen

Patienten hat eine genaue medizinische Abklärung (einschließlich Bestimmung der

Serumamylase) zu erfolgen; falls eine Pankreatitis diagnostiziert wird, ist

Valproinsäure/Natriumvalproat abzusetzen.

Patienten mit vorausgegangener Pankreatitis sind engmaschig zu überwachen (siehe auch

Abschnitt 4.8).

Langzeittherapie

Bei einer Langzeittherapie zusammen mit anderen Antiepileptika, insbesondere Phenytoin, kann

es zu Anzeichen einer Hirnschädigung (Enzephalopathie) kommen (vermehrte Krampfanfälle,

Antriebslosigkeit, Stupor, Muskelschwäche, Bewegungsstörungen [choreatiforme Dyskinesien],

schwere Allgemeinveränderungen im EEG).

Vorsichtsmaßnahmen

Leberfunktionstests sind vor Beginn der Therapie durchzuführen (siehe Abschnitt 4.3) sowie,

besonders bei Risikopatienten, periodisch während der ersten 6 Monate der Behandlung. Wie bei

den meisten Antikonvulsiva kann es auch unter Therapie mit Valproinsäure/Natriumvalproat,

besonders zu Beginn der Behandlung, zu einem leichten Anstieg der Leberenzyme kommen.

Dieser Anstieg ist transient und isoliert, ohne klinische Symptome. Der Arzt sollte sich nicht

ausschließlich auf die blutchemischen Parameter verlassen, da diese nicht in allen Fällen abnorm

sein müssen. Anamnese und klinisches Bild sind für die Beurteilung von entscheidender

Bedeutung. Bei Risikopatienten werden erweiterte Untersuchungen einschließlich der

Prothrombinrate empfohlen. Wenn nötig, kann eine Dosisanpassung in Erwägung gezogen werden.

Tests sollten bei Bedarf wiederholt werden.

Besteht der Verdacht, dass eine schwere Leberfunktionsstörung oder eine Schädigung der

Bauchspeicheldrüse vorliegt, muss Valproinsäure/Natriumvalproat sofort abgesetzt werden. Als

vorbeugende Maßnahme ist auch das Absetzen anderer Substanzen anzuraten, die aufgrund des

gleichen Metabolismus zu ähnlichen Nebenwirkungen führen können. In Einzelfällen kann das

klinische Bild trotzdem fortschreiten.

Bluttests (Blutbild einschließlich Thrombozytenzählung, Blutungszeit und Gerinnungstests)

werden vor Therapiebeginn, vor Operationen und im Fall von spontan auftretenden Hämatomen

oder Blutungen empfohlen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine eindeutig verlängerte

Thromboplastinzeit (erniedrigter Quick-Wert) von sonstigen veränderten Laborparametern

begleitet ist, wie Erniedrigung von Fibrinogen und Gerinnungsfaktoren oder Anstieg von Bilirubin

oder Leberenzymen.

Systemischer Lupus erythematodes: In seltenen Fällen kann Valproat einen systemischen Lupus

erythematodes induzieren oder einen bereits bestehenden Lupus erythematodes verstärken.

Valproinsäurehaltige Arzneimittel sollen bei Patienten mit einem systemischen Lupus

erythematodes nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden.

Eine Behandlung mit Valproinsäure/Natriumvalproat kann zu Hyperammonämie führen. Deshalb

sind beim Auftreten von Symptomen wie Apathie, Somnolenz, Erbrechen, Hypotonie sowie bei

einer Zunahme der Anfallsfrequenz die Serumspiegel von Ammonium und Valproinsäure zu

bestimmen; gegebenenfalls ist die Valproinsäuredosis zu reduzieren. Wenn ein Verdacht auf

einen Enzymdefekt im Harnstoffzyklus besteht, sollte aufgrund des Risikos einer

Hyperammonämie unter Valproinsäure vor Beginn der Behandlung eine metabolische

Untersuchung durchgeführt werden.

Patienten mit vorausgegangener Knochenmarkschädigung müssen streng überwacht werden.

Bei Patienten mit Niereninsuffizienz kann eine Verringerung der Dosis erforderlich sein. Da eine

Überwachung der Plasmaspiegel irreführend sein kann, soll die Dosis entsprechend dem

klinischen Monitoring angepasst werden.

Carbapenembehandlung: Die gleichzeitige Anwendung von Valproinsäure/Natriumvalproat und

einem Carbapenem wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Valproat führt sehr häufig zu einer Gewichtszunahme, die ausgeprägt und progredient sein kann.

Die Patienten sind zu Behandlungsbeginn auf dieses Risiko aufmerksam zu machen und über

geeignete Maßnahmen zu informieren, mit deren Hilfe die Gewichtszunahme möglichst gering

gehalten werden kann.

Patienten mit einem bestehenden Carnitin-Palmitoyl-Transferase-(CPT-)II-Mangel sollten auf das

erhöhte Risiko einer Rhabdomyolyse unter der Behandlung mit Valproinsäure hingewiesen

werden.

Bei Kleinkindern unter 3 Jahren wird eine Monotherapie mit Valproinsäure/Natriumvalproat

empfohlen. Dabei ist vor Behandlungsbeginn der Nutzen einer antiepileptischen Behandlung

gegen das mögliche Risiko eines Leberschadens oder einer Pankreatitis abzuwägen. Die

gleichzeitige Anwendung von Salicylaten ist wegen des Risikos einer Lebertoxizität bei diesen

Patienten zu vermeiden.

Schwangerschaftspräventionsprogramm

Valproat hat ein hohes teratogenes Potenzial, und bei Kindern, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt

sind, besteht ein hohes Risiko für angeborene Missbildungen und neurologische

Entwicklungsstörungen (siehe Abschnitt 4.6).

Depakine ist in folgenden Fällen kontraindiziert:

Behandlung von Epilepsie

während der Schwangerschaft, es sei denn, es stehen keine geeigneten alternativen Behandlungen

zur Verfügung (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

bei Frauen im gebärfähigen Alter, es sei denn, die Bedingungen des

Schwangerschaftspräventionsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Behandlung von bipolaren Störungen

während der Schwangerschaft (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

bei Frauen im gebärfähigen Alter, es sei denn, die Bedingungen des

Schwangerschaftspräventionsprogramms werden eingehalten (siehe Abschnitte 4.3 und 4.6).

Bedingungen des Schwangerschaftspräventionsprogramms:

Der verordnende Arzt muss sicherstellen,

dass die jeweils individuellen Umstände der Patientin berücksichtigt werden, wobei sie in diesen

Prozess mit einzubinden ist, um ihre Mitwirkung sicherzustellen, und dass Therapieoptionen

besprochen werden und gewährleistet ist, dass sie sich der Risiken bewusst ist und die

Maßnahmen verstanden hat, die zur Minimierung der Risiken erforderlich sind.

dass die Gebärfähigkeit aller Patientinnen beurteilt wird.

dass die Patientin die Risiken hinsichtlich angeborener Missbildungen und neurologischer

Entwicklungsstörungen verstanden und bestätigt hat, einschließlich des Ausmaßes dieser Risiken

für Kinder, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt sind.

dass die Patientin die Notwendigkeit versteht, sich vor Beginn und (soweit erforderlich) während

der Behandlung Schwangerschaftstests zu unterziehen.

dass die Patientin bezüglich Empfängnisverhütung beraten wird und dass die Patientin in der

Lage ist, während der gesamten Dauer der Behandlung mit Valproat ununterbrochen zuverlässige

Verhütungsmethoden anzuwenden (weitere Informationen sind im Unterabschnitt

„Empfängnisverhütung“ in diesem eingerahmten Warnhinweis zu finden).

dass die Patientin die Notwendigkeit einer regelmäßigen (mindestens jährlichen) Überprüfung der

Behandlung versteht, die von einem in der Behandlung von Epilepsie oder bipolaren Störung

erfahrenen Spezialisten durchzuführen ist.

dass die Patientin die Notwendigkeit versteht, ihren Arzt aufzusuchen, sobald sie eine

Schwangerschaft plant, um sicherzustellen, dass eine rechtzeitige Diskussion und Umstellung auf

alternative Behandlungsoptionen, noch vor der Empfängnis und vor Beendigung der

Empfängnisverhütung, möglich sind.

dass die Patientin die Notwendigkeit versteht, im Falle einer Schwangerschaft unverzüglich ihren

Arzt aufzusuchen.

dass die Patientin den Leitfaden für Patienten erhalten hat.

dass die Patientin bestätigt, dass sie die Gefahren und erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen im

Zusammenhang mit der Anwendung von Valproat verstanden hat (jährlich auszufüllendes

Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung).

Diese Bedingungen treffen auch auf Frauen zu, die zurzeit nicht sexuell aktiv sind, es sei denn, dem

verordnenden Arzt liegen triftige Gründe vor, die eine mögliche Schwangerschaft ausschließen.

Mädchen

Der verordnende Arzt muss sicherstellen, dass die Eltern/Betreuer von Mädchen die

Notwendigkeit verstehen, den Spezialisten zu informieren, sobald beim Mädchen, das Valproat

anwendet, die erste Regelblutung einsetzt.

Der verordnende Arzt muss sicherstellen, dass die Eltern/Betreuer von Mädchen, bei denen die

erste Regelblutung eingesetzt hat, umfassend über die Risiken hinsichtlich angeborener

Missbildungen und neurologischer Entwicklungsstörungen informiert werden, einschließlich des

Ausmaßes dieser Risiken für Kinder, die im Mutterleib Valproat ausgesetzt sind.

Bei Patientinnen, bei denen die erste Regelblutung eingesetzt hat, muss der verordnende

Spezialist die Notwendigkeit der Therapie mit Valproat jährlich neu beurteilen und alternative

Behandlungsoptionen in Erwägung ziehen. Stellt Valproat die einzige geeignete

Behandlungsoption dar, müssen die notwendige Anwendung zuverlässiger Verhütungsmethoden

und alle anderen Bedingungen des Schwangerschaftspräventionsprogramms besprochen werden.

Der Spezialist sollte alles daran setzen, Mädchen auf alternative Behandlungen umzustellen,

bevor sie das Erwachsenenalter erreichen.

Schwangerschaftstest

Vor Beginn der Behandlung mit Valproat muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Um

eine unbeabsichtigte Anwendung während einer Schwangerschaft auszuschließen, darf mit der

Behandlung mit Valproat bei Frauen im gebärfähigen Alter erst begonnen werden, wenn ein zuvor

durchgeführter Schwangerschaftstest (Blutplasma-basierter Schwangerschaftstest) negativ ausgefallen

ist und das Ergebnis durch medizinisches Fachpersonal bestätigt wurde.

Empfängnisverhütung

Frauen im gebärfähigen Alter, denen Valproat verschrieben wird, müssen während der gesamten

Dauer der Behandlung mit Valproat ununterbrochen zuverlässige Verhütungsmethoden anwenden.

Diese Patientinnen müssen umfassend über schwangerschaftsverhütende Maßnahmen informiert

werden und sollten an eine Beratungsstelle zur Empfängnisverhütung verwiesen werden, wenn sie

keine zuverlässigen Verhütungsmethoden anwenden. Mindestens eine zuverlässige

Verhütungsmethode (vorzugsweise eine anwenderunabhängige Form der Verhütung wie etwa ein

Intrauterinpessar oder Implantat) oder zwei einander ergänzende Formen der Empfängnisverhütung,

einschließlich einer Barrieremethode, sind anzuwenden. Bei der Wahl der Verhütungsmethode sind

die jeweils individuellen Umstände der Patientin zu berücksichtigen, wobei sie in diesen Prozess mit

einzubinden ist, um ihre Mitwirkung und Einhaltung der gewählten Maßnahmen sicherzustellen.

Selbst bei einer vorliegenden Amenorrhö muss die Patientin sämtliche Empfehlungen für eine

zuverlässige Verhütung befolgen.

Östrogenhaltige Arzneimittel

Die gleichzeitige Einnahme von östrogenhaltigen Arzneimittel, einschließlich östrogenhaltiger

hormoneller Kontrazeptiva, kann möglicherweise zu einer verminderten Wirksamkeit von Valproat

führen (siehe Abschnitt 4.5). Die behandelnden Ärzte sollten die klinische Reaktion (Anfallskontrolle

oder Stimmungssteuerung) überwachen, wenn sie östrogenhaltige Arzneimittel initiieren oder

absetzen.

Im Gegensatz dazu reduziert Valproat die Wirksamkeit von hormonellen Kontrazeptiva nicht.

Jährliche Beurteilung der Behandlung durch einen Spezialisten

Der Spezialist hat mindestens einmal jährlich eine Beurteilung vorzunehmen, ob Valproat die

geeignete Behandlung für die Patientin darstellt. Der Spezialist sollte das jährlich auszufüllende

Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung zu Behandlungsbeginn und während jeder jährlichen

Beurteilung mit der Patientin besprechen und sicherstellen, dass sie den Inhalt verstanden hat.

Schwangerschaftsplanung

Für die Indikation Epilepsie muss für den Fall, dass eine Frau beabsichtigt, schwanger zu werden, ein

in der Behandlung von Epilepsie erfahrener Spezialist die Therapie mit Valproat erneut beurteilen

und alternative Behandlungsoptionen erwägen. Es sollte alles daran gesetzt werden, vor der

Empfängnis und bevor die Empfängnisverhütung beendet wird auf eine geeignete alternative

Behandlung umzustellen (siehe Abschnitt 4.6). Ist eine Umstellung nicht möglich, ist die Frau weiter

zu den von Valproat ausgehenden Risiken für das ungeborene Kind aufzuklären, um sie bei der

fundierten Entscheidungsfindung hinsichtlich der Familienplanung zu unterstützen.

Für die Indikation bipolare Störungen muss für den Fall, dass eine Frau beabsichtigt, schwanger zu

werden, ein in der Behandlung von bipolaren Störungen erfahrener Spezialist hinzugezogen und die

Behandlung mit Valproat beendet werden sowie bei Bedarf vor der Empfängnis und bevor die

Empfängnisverhütung beendet wird auf eine alternative Behandlung umgestellt werden.

Schwangerschaft

Wenn eine Frau während der Anwendung von Valproat schwanger wird, muss sie unverzüglich an

einen Spezialisten überwiesen werden, damit die Behandlung mit Valproat erneut beurteilt und

alternative Optionen erwogen werden können. Patientinnen, die während der Schwangerschaft

Valproat ausgesetzt sind, sollten gemeinsam mit ihren Partnern an einen Spezialisten mit Erfahrung in

Embryonaltoxikologie oder Pränatalmedizin überwiesen werden, damit er die Auswirkungen der

Exposition während der Schwangerschaft beurteilen und entsprechend aufklären kann (siehe

Abschnitt 4.6).

Apotheker müssen sicherstellen,

dass die Patientenkarte bei jeder Abgabe von Valproat ausgehändigt wird und dass die

Patientinnen deren Inhalt verstehen.

dass Patientinnen darüber informiert sind, die Anwendung von Valproat nicht abzubrechen und

im Falle einer geplanten oder vermuteten Schwangerschaft unverzüglich einen Spezialisten

aufzusuchen.

Schulungsmaterial

Um Angehörigen von Gesundheitsberufen und Patientinnen dabei zu helfen, eine Valproat-

Exposition während der Schwangerschaft zu vermeiden, stellt der Zulassungsinhaber

Schulungsmaterial zur Verfügung, das entsprechende Warnhinweise enthält sowie Leitlinien zur

Anwendung von Valproat bei Frauen im gebärfähigen Alter und Einzelheiten zum

Schwangerschaftspräventionsprogramm. Allen Frauen im gebärfähigen Alter, die Valproat anwenden,

ist ein Leitfaden für Patienten und eine Patientenkarte auszuhändigen.

Ein jährlich auszufüllendes Formular zur Bestätigung der Risikoaufklärung ist vom Spezialisten zu

Behandlungsbeginn und während jeder jährlichen Beurteilung der Behandlung mit Valproat zu

verwenden.

Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika in

verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter,

placebokontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das

Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser

Nebenwirkung ist nicht bekannt, und die verfügbaren Daten schließen die Möglichkeit eines erhöhten

Risikos bei der Einnahme von Valproinsäure/Natriumvalproat nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung sollte in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden, medizinische Hilfe einzuholen, wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Patienten mit bekannter mitochondrialer Erkrankung bzw. mit Verdacht auf eine mitochondriale

Erkrankung

Valproat kann die klinischen Anzeichen für zugrunde liegende mitochondriale Erkrankungen, die

durch Mutationen der mitochondrialen DNA oder auch des kernkodierten POLG-Gens verursacht

werden, auslösen oder verstärken. So wurde von Patienten mit angeborenen neurometabolischen

Erkrankungen, die durch Mutationen im Gen für das mitochondriale Enzym Polymerase Gamma

(POLG) verursacht werden, wie beispielsweise das Alpers-Huttenlocher-Syndrom, eine höhere Rate

an durch Valproat induzierten Fällen von akutem Leberversagen und leberbedingten Todesfällen

gemeldet.

POLG-verwandte Erkrankungen sollten vermutet werden bei Patienten mit entsprechender familiärer

Belastung oder Symptomen, die auf eine POLG-verwandte Erkrankung hinweisen, einschließlich nicht

geklärter Enzephalopathie, refraktärer Epilepsie (fokal, myoklonisch), Status epilepticus bei

Vorstellung, Entwicklungsverzögerung, psychomotorischer Regression, axonaler sensomotorischer

Neuropathie, Myopathie, zerebellarer Ataxie, Ophthalmoplegie oder komplizierter Migräne mit

okzipitaler Aura. Die Untersuchung auf POLG-Mutationen sollte in Einklang mit der derzeitigen

klinischen Praxis für die diagnostische Bewertung solcher Erkrankungen erfolgen (siehe Abschnitt

4.3).

Verstärkte Krampfanfälle

Wie bei anderen Antiepileptika können einige Patienten unter Valproat statt einer Verbesserung eine

reversible Verschlechterung der Häufigkeit von Krampfanfällen und der Schwere der Anfälle erfahren

(einschließlich Status epilepticus) bzw. das Auftreten neuer Anfallsarten. Beim Auftreten von

verstärkten Krampfanfällen müssen die Patienten angewiesen werden, unverzüglich ihren Arzt zu

konsultieren.

Depakine enthält Natrium.

Depakine Chronosphere 250 mg Retardgranulat enthält 23,1 mg Natrium pro Beutel, entsprechend

1,2 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme

mit der Nahrung von 2 g.

Depakine Chronosphere 500 mg Retardgranulat enthält 46,1 mg Natrium pro Beutel, entsprechend

2,3 % der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme

mit der Nahrung von 2 g.

Dies ist bei Personen mit natriumkontrollierter Diät zu berücksichtigen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Einfluss von Valproinsäure auf andere Substanzen

Neuroleptika, MAO-Hemmer, Antidepressiva und Benzodiazepine

In Kombination mit psychotropen Substanzen kann Valproinsäure die zentraldämpfende Wirkung

dieser Arzneimittel verstärken. Bei entsprechenden Kombinationen sind die Patienten sorgfältig zu

beobachten und die Dosierungen gegebenenfalls anzupassen.

Lithium

Depakine hat keinen Effekt auf die Serumkonzentrationen von Lithium.

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