Daptomycin Noridem 350 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

25-12-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

04-01-2021

Wirkstoff:
Daptomycin
Verfügbar ab:
Noridem Enterprises Ltd. (8095945)
Darreichungsform:
Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung
Zusammensetzung:
Daptomycin (24575) 350 Milligramm
Verabreichungsweg:
intravenöse Anwendung
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
2202692.00.00
Berechtigungsdatum:
2020-11-26

Dokumente in anderen Sprachen

MMR MMR - Englisch

26-05-2021

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PACKUNGSBEILAGE

Wortlaut der für die Packungsbeilage vorgesehenen Angaben

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Daptomycin Noridem 350 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Daptomycin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Der Name Ihres Arzneimittels lautet Daptomycin Noridem 350 mg Pulver zur Herstellung einer

Injektions-/Infusionslösung. Im weiteren Verlauf dieser Packungsbeilage wird das Arzneimittel als

Daptomycin Noridem bezeichnet.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Daptomycin Noridem und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Daptomycin Noridem beachten?

Wie ist Daptomycin Noridem anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Daptomycin Noridem aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Daptomycin Noridem und wofür wird es angewendet?

Der in Daptomycin Noridem enthaltene Wirkstoff ist Daptomycin. Bei Daptomycin handelt es sich

um eine antibakterielle Substanz, die das Wachstum bestimmter Bakterien stoppen kann.

Daptomycin Noridem wird bei Erwachsenen und bei Kindern und Jugendlichen (im Alter von 1 bis

17 Jahren) für die Behandlung von Infektionen der Haut oder der unter der Haut liegenden

Gewebeschichten angewendet. Es wird auch angewendet zur Behandlung von Infektionen im Blut,

wenn diese zusammen mit einer Infektion der Haut auftreten.

Angewendet wird Daptomycin Noridem bei Erwachsenen auch zur Behandlung von Infektionen in

den Geweben, welche die Innenseite des Herzens (einschließlich der Herzklappen) auskleiden, falls

diese durch eine Bakterienart mit der Bezeichnung Staphylococcus aureus verursacht werden. Es

wird auch angewendet zur Behandlung von Infektionen im Blut, die durch die gleiche Bakterienart

verursacht werden, wenn diese zusammen mit einer Infektion des Herzens auftreten.

Eventuell verordnet Ihnen der Arzt während der Behandlung mit Daptomycin Noridem auch noch

weitere antibakterielle Arzneimittel, je nachdem, an welchem (welchen) Infektionstyp(en) Sie

leiden.

2.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Daptomycin beachten?

Sie dürfen Daptomycin Noridem nicht erhalten

wenn Sie allergisch gegen Daptomycin oder einen der in Abschnitt 6. genannten, sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

Falls dies für Sie zutrifft, informieren Sie bitte Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

Falls Sie glauben, dass Sie allergisch sein könnten, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder das

medizinische Fachpersonal um Rat.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt

oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Daptomycin

Noridem erhalten.

Falls Sie Nierenprobleme haben oder in der Vergangenheit hatten. Eventuell wird Ihr Arzt die

Dosis von Daptomycin ändern müssen (siehe Abschnitt 3 dieser Packungsbeilage).

Gelegentlich kommt es bei Patienten unter Behandlung mit Daptomycin zu

Muskelempfindlichkeit bzw. Muskelschmerzen oder auch zu Muskelschwäche (weitere

Informationen siehe Abschnitt 4 dieser Packungsbeilage). Informieren Sie Ihren Arzt, wenn dies

der Fall sein sollte.

Ihr Arzt veranlasst eine Blutuntersuchung und spricht sich für oder gegen eine Fortsetzung Ihrer

Behandlung mit Daptomycin Noridem aus. Die Beschwerden klingen im Allgemeinen innerhalb

weniger Tage nach Absetzen von Daptomycin wieder ab.

Wenn Sie stark übergewichtig sind, könnten die Konzentrationen von Daptomycin in Ihrem

Blut höher sein als bei Personen mit Durchschnittsgewicht. Außerdem müssen Sie im Fall von

Nebenwirkungen möglicherweise sorgfältig beobachtet werden.

Falls einer dieser Punkte für Sie zutrifft, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder mit dem

medizinischen Fachpersonal, bevor Sie Daptomycin erhalten.

Sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie bei sich eines der folgenden Symptome

feststellen:

Bei nahezu allen antibakteriellen Substanzen, einschließlich Daptomycin, wurden während der

Behandlung schwerwiegende, akute allergische Reaktionen beobachtet. Informieren Sie

unverzüglich Ihren Arzt oder ein Mitglied des medizinischen Fachpersonals, wenn bei Ihnen

Beschwerden auftreten, die auf eine allergische Reaktion hindeuten – z. B. pfeifendes

Atemgeräusch, Atembeschwerden, Schwellungen im Gesicht, am Nacken oder im Rachen,

Hautausschlag und Nesselausschlag, Fieber (nähere Informationen siehe Abschnitt 4 dieser

Packungsbeilage).

Ungewöhnliches Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen, Gefühlsverlust oder

Schwierigkeiten mit Bewegungen. Falls Sie dies bei sich feststellen, sprechen Sie mit Ihrem

Arzt, der entscheiden wird, ob Sie die Behandlung fortsetzen sollen.

Durchfall, besonders dann, wenn Sie in Ihrem Stuhl Blut oder Schleim feststellen, oder wenn

der Durchfall stark ist bzw. lange andauert.

Neu auftretendes oder ansteigendes Fieber, Husten oder Schwierigkeiten beim Atmen. Dies

könnten Anzeichen einer seltenen, aber schwerwiegenden Lungenerkrankung sein, einer

sogenannten eosinophilen Pneumonie. Ihr Arzt wird den Zustand Ihrer Lungen untersuchen und

entscheiden, ob Sie mit Daptomycin Noridem weiterbehandelt werden sollen oder nicht.

Daptomycin Noridem kann Laboruntersuchungen beeinflussen, mit denen bestimmt werden soll,

wie gut Ihre Blutgerinnung funktioniert. Die Ergebnisse könnten eine beeinträchtigte

Blutgerinnung vermuten lassen, obwohl es in Wirklichkeit keine Probleme gibt. Deshalb ist es

wichtig, dass Ihr Arzt immer berücksichtigt, dass Sie Daptomycin erhalten. Bitte informieren Sie

Ihren Arzt, dass Sie mit Daptomycin behandelt werden.

Ihr Arzt wird vor Beginn der Behandlung mit Daptomycin Noridem und in engen Abständen

während der Behandlung Blutuntersuchungen durchführen, um die Gesundheit Ihrer Muskeln zu

überwachen.

Kinder und Jugendliche

Kindern im Alter von unter einem Jahr sollte Daptomycin Noridem nicht gegeben werden, da

Studien an Tieren darauf hingewiesen haben, dass in dieser Altersgruppe schwere Nebenwirkungen

auftreten können.

Anwendung bei älteren Patienten

Patienten im Alter von über 65 Jahre können die gleiche Dosis erhalten wie andere Erwachsene,

sofern sie eine normale Nierenfunktion haben.

Anwendung von Daptomycin Noridem zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt

oder das medizinische Fachpersonal, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen. Informieren Sie Ihren Arzt vor allem dann, wenn Sie folgende

Arzneimittel anwenden:

Sogenannte Statine oder Fibrate (zur Cholesterinsenkung) oder Ciclosporin (ein Arzneimittel,

das bei Transplantationen angewendet wird, um eine Organabstoßung zu vermeiden, oder bei

anderen Erkrankungen, wie z. B. rheumatoider Arthritis oder atopischer Dermatitis). Wenn

diese Arzneimittel (und bestimmte weitere Mittel, die Auswirkungen auf die Muskulatur haben

können) während der Behandlung mit Daptomycin Noridem angewendet werden, kann das

Risiko von Nebenwirkungen, die die Muskulatur betreffen, erhöht sein. Ihr Arzt kann

beschließen, bei Ihnen Daptomycin Noridem nicht anzuwenden bzw. die anderen Arzneimittel

für eine gewisse Dauer abzusetzen.

Schmerzstillende Arzneimittel, d. h. sogenannte Nichtsteroidale Entzündungshemmer

(NSAIDs) oder COX-2-Hemmer (z. B. Celecoxib). Diese könnten die Wirkungen von

Daptomycin Noridem auf die Nieren beeinflussen.

Orale Antikoagulantien (z. B

Warfarin), d. h. Arzneimittel, die die Blutgerinnung hemmen.

Möglicherweise muss Ihr Arzt Ihre Gerinnungszeiten kontrollieren.

Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangere Frauen erhalten normalerweise kein Daptomycin Noridem. Wenn Sie schwanger sind

oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden,

fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, bevor Sie dieses Arzneimittel erhalten.

Sie dürfen nicht stillen, wenn Sie Daptomycin Noridem erhalten, da es in Ihre Muttermilch

übertreten und dem Säugling schaden könnte.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Daptomycin Noridem hat keine bekannten Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit oder die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.

Daptomycin Noridem enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1mmol Natrium (23 mg) je Durchstechflasche, d.h. es ist

nahezu „natriumfrei“.

3.

Wie ist Daptomycin Noridem anzuwenden?

Daptomycin Noridem wird gewöhnlich von einem Arzt oder einer Pflegekraft gegeben

Erwachsene (ab 18 Jahren)

Die Dosis richtet sich nach Ihrem Körpergewicht und nach der Art der behandelten Infektion. Die

übliche Dosis für Erwachsene ist 4 mg pro Kilogramm (kg) Körpergewicht einmal täglich für

Hautinfektionen oder 6 mg pro Kilogramm (kg) Körpergewicht einmal täglich für eine

Herzinfektion oder für eine Blutinfektion, die zusammen mit einer Haut- oder Herzinfektion

auftritt. Bei erwachsenen Patienten wird diese Dosis direkt in Ihren Blutstrom (in eine Vene)

gegeben, entweder als ca. 30-minütige Infusion oder als ca. 2-minütige Injektion. Die gleiche Dosis

wird auch für Personen über 65 Jahren empfohlen, sofern sie eine normale Nierenfunktion haben.

Wenn Ihre Nierenfunktion beeinträchtigt ist, werden Sie Daptomycin Noridem unter Umständen

weniger häufig erhalten, z. B. einmal alle zwei Tage. Falls Sie dialysepflichtig sind und Ihre

nächste Daptomycin Noridem-Dosis an einem Dialysetag fällig ist, sollte Daptomycin Noridem

normalerweise nach der Dialysesitzung gegeben werden.

Kinder und Jugendliche (im Alter von 1 bis 17 Jahren)

Die Dosis zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen (im Alter von 1 bis 17 Jahren) ist

abhängig vom Alter des Patienten und der zu behandelnden Infektion. Die Dosis wird als Infusion

direkt in den Blutkreislauf (in eine Vene) gegeben und dauert etwa 30 bis 60 Minuten.

Ein Behandlungszyklus dauert bei Hautinfektionen in der Regel 1 bis 2 Wochen. Bei Blut- oder

Herzinfektionen in Verbindung mit Hautinfektionen entscheidet Ihr Arzt über die Dauer der

Behandlung.

Eine ausführliche Gebrauchsanleitung finden Sie am Ende dieser Packungsbeilage.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen sind nachstehend beschrieben:

Sehr seltene, schwerwiegende Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Eine Überempfindlichkeitsreaktion (schwerwiegende allergische Reaktion, einschließlich

Überempfindlichkeitsreaktion vom Soforttyp, der sogenannten Anaphylaxie, Angioödeme, durch

das Arzneimittel hervorgerufener Ausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen [sog.

DRESS-Syndrom]) wurde in einigen Fällen während der Anwendung von Daptomycin berichtet.

Eine solche schwerwiegende allergische Reaktion erfordert eine sofortige medizinische

Behandlung. Informieren Sie Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal sofort, wenn Sie eines

der folgenden Symptome bei sich feststellen:

Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust,

Ausschlag mit Bläschenbildung, manchmal auch im Mund und an den Genitalien,

Schwellung im Bereich des Rachens,

schneller oder schwacher Herzschlag,

pfeifende Atmung,

Fieber,

Frösteln oder Zittern,

Hitzewallungen,

Schwindel,

Ohnmacht,

metallischer Geschmack.

Wenn es bei Ihnen zu unklaren Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder

Muskelschwäche kommt, benachrichtigen Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt. In sehr seltenen

Fällen (bei weniger als 1 von 10.000 Patienten) können Muskelprobleme schwerwiegend sein,

einschließlich Muskelabbau (Rhabdomyolyse), der zu Nierenschädigung führen kann.

Schwerwiegende Nebenwirkungen mit nicht bekannter Häufigkeit (die Häufigkeit kann auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden)

Eine seltene, aber möglicherweise schwerwiegende Lungenerkrankung, die sogenannte eosinophile

Pneumonie, wurde bei Patienten berichtet, die Daptomycin erhalten hatten, meist nach mehr als 2

Wochen Behandlung. Anzeichen dafür können sein: Schwierigkeiten beim Atmen, neu auftretender

oder sich verschlimmernder Husten, neu auftretendes oder steigendes Fieber. Wenn diese

Anzeichen bei Ihnen auftreten, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder das medizinische

Fachpersonal.

Wenn bei Ihnen erhabene oder mit Flüssigkeit gefüllte Stellen auf der Haut über eine größere

Körperfläche auftreten, informieren Sie sofort Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal.

Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen sind nachstehend beschrieben:

Häufige Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Pilzinfektionen wie z. B. Soor,

Harnwegsinfektionen,

verminderte Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie),

Schwindel, Angst, Schlafprobleme,

Kopfschmerzen,

Fieber, Schwächegefühl (Asthenie),

Bluthochdruck oder niedriger Blutdruck,

Verstopfung, Bauchschmerzen,

Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen,

Blähungen,

geschwollener oder aufgeblähter Bauch,

Hautausschlag oder Juckreiz,

Schmerzen, Juckreiz oder Rötung an der Infusionsstelle,

Schmerzen in Armen oder Beinen,

Blutuntersuchungen mit erhöhten Leberenzymwerten oder Kreatinphosphokinase-Werten

(CPK).

Weitere Nebenwirkungen, die nach einer Daptomycin Noridem-Behandlung auftreten können, sind

nachstehend beschrieben:

Gelegentliche Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Blutbildveränderungen (z. B. erhöhte Anzahl an kleinen Blutbestandteilen, sogenannten

Blutplättchen, was zu einer gesteigerten Blutgerinnungsneigung führen kann, oder höhere

Werte für bestimmte Arten von weißen Blutkörperchen),

verminderter Appetit,

Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen, Geschmacksstörung,

Zittern,

Veränderung des Herzrhythmus, Gesichtsrötung,

Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Entzündung der Zunge,

juckender Hautauschlag,

Muskelschmerzen, -krämpfe oder -schwäche, Muskelentzündung (Myositis),

Gelenkschmerzen,

Nierenprobleme,

Entzündung und Reizung der Scheide,

allgemeine Schmerzen oder Schwäche, Müdigkeit (Erschöpfung),

Blutuntersuchungen mit erhöhten Werten für Blutzucker, Serumkreatinin, Myoglobin oder

Laktatdehydrogenase (LDH), verlängerte Gerinnungszeiten oder Ungleichgewicht der

Blutsalze,

gereizte Augen.

Seltene Nebenwirkungen (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Gelbfärbung von Haut und Augen,

verlängerte Prothrombinzeit.

Nicht bekannte Häufigkeit (die Häufigkeit kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abgeschätzt werden)

Kolitis, die mit der Einnahme von antibakteriellen Arzneimitteln einhergeht, einschließlich

pseudomembranöser Kolitis (starker oder andauernder Durchfall mit Blut und/oder Schleim, der

mit Bauchschmerzen oder Fieber einhergeht), verringerte Anzahl von kleinen Blutzellen, genannt

Blutplättchen, was zu einer Neigung zu Blutergüssen, Zahnfleischbluten oder Nasenbluten führen

kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und

Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Daptomycin Noridem aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „verwendbar bis“ und auf dem

Etikett nach „verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum

bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Im Kühlschrank lagern (2°C – 8°C).

Nach der Rekonstitution:

Für rekonstituierte Lösungen in der Durchstechflasche wurde eine chemische und physikalische

Anwendungsstabilität über eine Dauer von 12 Stunden bei 25 ± 2°C bzw. bis zu 48 Stunden bei

5 ± 3 ºC. nachgewiesen.

Nach der Verdünnung:

Für verdünnte Lösungen in Infusionsbeuteln wurde eine chemische und physikalische

Anwendungsstabilität über eine Dauer von 12 Stunden bei 25 ± 2 °C bzw. 24 Stunden bei

5 ± 3 °C nachgewiesen.

Für die 30-minütige intravenöse Infusion darf die kombinierte Aufbewahrungsdauer

(rekonstituierte Lösung in der Durchstechflasche und verdünnte Lösung im Infusionsbeutel)

12 Stunden bei 25 ± 2°C nicht überschreiten (bzw. 24 Stunden bei 2°C – 8°C).

Für die 2-minütige intravenöse Injektion darf die Aufbewahrungsdauer der rekonstituierten Lösung

in der Durchstechflasche 12 Stunden bei 25 ± 2°C nicht überschreiten (bzw. 48 Stunden bei

2°C – 8°C).

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt jedoch sofort verwendet werden. Dieses Produkt

enthält weder Konservierungsmittel noch bakteriostatische Substanzen. Wird die gebrauchsfertige

Lösung nicht sofort verwendet, liegt die Art und Dauer der Aufbewahrung vor und währen der

Verwendung in der Verantwortung des Anwenders.

Sie sollte normalerweise 24 Stunden bei 2°C – 8°C nicht überschreiten, es sei denn, die

Rekonstitution /Verdünnung hat unter kontrollierten und validierten aseptischen Bedingungen

stattgefunden.

Nach dem Mischen:

Für gemischte Lösungen wurde eine chemische und physikalische Anwendungsstabilität über eine

Dauer von 2 Stunden bei 25

2°C nachgewiesen.

Verwenden Sie das Arzneimittel nicht, wenn Sie irgendwelche Anzeichen von Feuchtigkeit

entdecken oder wenn die Lösung nicht klar und frei von Partikeln ist.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das

Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es

nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden

Sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Daptomycin Noridem enthält

Der Wirkstoff ist Daptomycin. Eine Durchstechflasche mit Pulver enthält 350 mg Daptomycin.

Der sonstige Bestandteil ist Natriumhydroxid.

Wie Daptomycin Noridem aussieht und Inhalt der Packung

Daptomycin Noridem steht als schwach gelbliches bis leicht bräunliches Pulver (fest oder

pulverförmig) in einer Durchstechflasche aus Glas zur Verfügung. Es wird vor der Anwendung mit

einem Lösungsmittel gemischt, sodass eine Lösung entsteht.

Daptomycin Noridem ist in Packungen mit 1, 5, 10 oder 50 Durchstechflasche/n erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Inhaber der Zulassung:

Noridem Enterprises Ltd.

Evagorou & Makariou, Mitsi Building 3, Suite 115

1065 NICOSIA

Zypern

Für die Chargenfreigabe im Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) verantwortliche(r)

Hersteller:

DEMO S.A.

21 km National Road Athens-Lamia

14568 KRIONERI, ATTIKI

Griechenland

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen

Griechenland:

Daptomycin / DEMO 350 mg Κόνις για ενέσιμο διάλυμα/διάλυμα

προς έγχυση

Irland:

Daptomycin Noridem 350 mg Powder for solution for

injection/infusion

Zypern:

Daptomycin Noridem 350 mg Powder for solution for

injection/infusion

Italien:

Daptomicina Noridem 350 mg Polvere per soluzione iniettabile o

per infusione

Deutschland:

Daptomycin Noridem 350 mg Pulver zur Herstellung einer

Injektions-/Infusionslösung

Frankreich:

DAPTOMYCINE NORIDEM 350 mg, poudre pour solution

injectable / pour perfusion

Vereinigtes Königreich:

Daptomycin Noridem 350 mg Powder for solution for

injection/infusion

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 11/2020.

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Die folgenden Informationen sind nur für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Wichtig: Vor der Verschreibung bitte die Fachinformation beachten.

Hinweise zur Anwendung und Handhabung

Bei Erwachsenen kann Daptomycin intravenös als 30-minütige Infusion oder als 2-minütige

Injektion gegeben werden. Anders als bei Erwachsenen sollte Daptomycin bei pädiatrischen

Patienten nicht als 2-minütige Injektion gegeben werden. Pädiatrische Patienten im Alter von 7 bis

17 Jahren sollten Daptomycin intravenös als 30-minütige Infusion erhalten. Bei pädiatrischen

Patienten unter 7 Jahren, die eine Dosis von 9-12 mg/kg erhalten, sollte Daptomycin intravenös als

60-minütige Infusion gegeben werden. Die Zubereitung der Infusionslösung erfordert einen

zusätzlichen Verdünnungsschritt, wie unten beschrieben.

Daptomycin Noridem als 30- oder 60-minütige intravenöse Infusion

Eine Konzentration von 50 mg/ml Daptomycin Noridem zur Infusion wird durch Rekonstitution

des Lyophilisats mit 7 ml Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml (0,9%) erreicht.

Es dauert ungefähr 5 Minuten, bis das Lyophilisat gelöst ist. Das vollständig rekonstituierte

Produkt sieht klar aus und kann wenige kleine Bläschen oder Schaum am Rand der

Durchstechflasche aufweisen.

Bitte halten Sie sich bei der Zubereitung von Daptomycin Noridem für eine intravenöse Infusion an

folgende Anleitung:

Lyophilisiertes Daptomycin Noridem sollte während der gesamten Zubereitung mittels aseptischer

Technik rekonstituiert oder verdünnt werden.

Rekonstitution:

Den Flip-Off-Verschluss aus Kunststoff entfernen, um den zentralen Bereich des

Gummistopfens freizulegen. Die Oberseite des Gummistopfens mit einem mit Alkohol

getränktem Tupfer oder einer antiseptischen Lösung abwischen und trocknen lassen. Nach

dem Reinigen den Gummistopfen nicht berühren oder mit irgendeiner anderen Oberfläche in

Kontakt bringen.

7 ml Natriumchlorid-Injektionslösung 9 mg/ml (0,9%) in eine Spritze unter Verwendung

einer sterilen Nadel mit höchstens 21 Gauge Durchmesser oder eines nadelfreien Systems

aufziehen, dann langsam durch die Mitte des Gummistopfens in die Durchstechflasche

injizieren und dabei die Nadel gegen die Wand der Durchstechflasche richten.

Die Durchstechflasche dabei nach dem Rotationsprinzip sanft drehen, um eine vollständige

Benetzung des Produkts sicherzustellen. Anschließend 10 Minuten stehen lassen.

Zum Schluss die Durchstechflasche wenige Minuten mit kreisenden Bewegungen sanft

schwenken/wirbeln, bis sich eine klare rekonstituierte Lösung ergibt. Starkes

Schütteln/heftige Bewegungen vermeiden, um einer Schaumbildung des Produkts

vorzubeugen.

Die rekonstituierte Lösung ist vor der Anwendung sorgfältig in Augenschein zu nehmen, um

sicherzustellen, dass das Produkt vollständig in Lösung gegangen ist und keinerlei Partikel

vorhanden sind. Die Farbe von rekonstituierten Daptomycin Noridem-Lösungen kann von

blassgelb bis hellbraun reichen.

Die rekonstituierte Lösung ist dann mit Natriumchlorid-Lösung 9 mg/ml (0,9%) weiter zu

verdünnen (übliches Volumen 50 ml).

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Daptomycin Noridem 350 mg Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Durchstechflasche enthält 350 mg Daptomycin.

Ein ml enthält 50 mg Daptomycin nach Rekonstitution mit 7 ml Natriumchlorid 9 mg/ml

(0,9 %) Lösung.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

1 Durchstechflasche enthält ca. 1,45 - 4,83 mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung

Blassgelbes bis hellbraunes Lyophilisat (fest oder pulverförmig).

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Daptomycin Noridem ist für die Behandlung der folgenden Infektionen angezeigt (siehe

Abschnitte 4.4 und 5.1).

Erwachsene und pädiatrische Patienten (im Alter von 1 bis 17 Jahren) mit

komplizierten Haut- und Weichteilinfektionen (complicated skin and soft-tissue

infections, cSSTI).

Erwachsene Patienten mit rechtsseitiger infektiöser Endokarditis (RIE) aufgrund

Staphylococcus aureus. Es wird empfohlen, bei der Entscheidung über die

Anwendung von Daptomycin die antibakterielle Empfindlichkeit des Erregers zu

berücksichtigen. Die Entscheidung sollte von Fachleuten getroffen werden. Siehe

Abschnitte 4.4 und 5.1.

Erwachsene und pädiatrische Patienten (im Alter von 1 bis 17 Jahren) mit

Staphylococcus aureus-Bakteriämie (SAB). Während für die Behandlung

Erwachsener die Bakteriämie mit einer RIE oder einer cSSTI assoziiert sein sollte,

sollte sie bei Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer cSSTI assoziiert

sein.

Daptomycin ist ausschließlich gegen Gram-positive Bakterien aktiv (siehe Abschnitt 5.1).

Im Fall von Mischinfektionen, bei denen der Verdacht auf Gram-negative und/oder

bestimmte Arten anaerober Bakterien besteht, sollte Daptomycin Noridem gemeinsam

mit (einem) geeigneten antibakteriellen Wirkstoff(en) angewendet werden.

Die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von

antimikrobiellen Wirkstoffen sind zu berücksichtigen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

In klinischen Studien wurde Daptomycin den Patienten mindestens 30 Minuten lang

infundiert. Es gibt keine klinischen Erfahrungen an Patienten mit der Anwendung von

Daptomycin als eine

2 Minuten lang dauernde Injektion. Diese Anwendungsart wurde nur an gesunden

Probanden untersucht. Wenn jedoch dieselben

Dosen zum Vergleich als intravenöse 30-

minütige Infusion gegeben wurden, gab es keine klinisch bedeutsamen Unterschiede in

der Pharmakokinetik und beim Sicherheitsprofil von Daptomycin (siehe auch Abschnitte

4.8 und 5.2).

Dosierung

Erwachsene

Komplizierte Haut- und Weichteilinfektion (cSSTI) ohne gleichzeitig vorliegende

SAB: Daptomycin Noridem 4 mg/kg wird einmal alle 24 Stunden über einen

Zeitraum von 7-14 Tagen bzw. bis zum Abklingen der Infektion (siehe Abschnitt

5.1) gegeben.

cSSTI mit gleichzeitiger SAB: Daptomycin Noridem 6 mg/kg wird einmal alle 24

Stunden gegeben. Siehe unten zur Dosisanpassung bei Patienten mit

Nierenfunktionsstörung. Die Therapiedauer muss möglicherweise länger als 14

Tage sein, entsprechend dem Komplikationsrisiko des einzelnen Patienten.

Bekannte oder vermutete RIE aufgrund von Staphylococcus aureus: Daptomycin

Noridem 6 mg/kg wird einmal alle 24 Stunden gegeben. Siehe unten zur

Dosisanpassung bei Patienten mit Nierenfunktionsstörung. Die Therapiedauer

sollte sich an den verfügbaren offiziellen Empfehlungen orientieren.

Daptomycin Noridem wird intravenös in einer 0,9%igen Natriumchlorid-Lösung gegeben

(siehe Abschnitt 6.6). Daptomycin Noridem sollte nicht öfter als einmal täglich

angewendet werden.

Der Kreatinphosphokinase-(CPK-)Spiegel muss vor und in regelmäßigen Abständen

(mindestens wöchentlich) während der Behandlung bestimmt werden (siehe Abschnitt

4.4).

Nierenfunktionsstörung

Daptomycin wird vorwiegend renal eliminiert.

Angesichts der begrenzten klinischen Erfahrung (siehe Tabelle und Anmerkungen unten)

sollte

Daptomycin bei erwachsenen Patienten mit Nierenfunktionsstörung jeglicher Ausprägung

(Kreatinin-Clearance < 80 ml/min) nur angewendet werden, wenn der zu erwartende

klinische Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt. Bei allen Patienten mit

Nierenfunktionsstörung jeglicher

Ausprägung sollte eine sorgfältige Überwachung des klinischen Ansprechens auf die

Behandlung, der Nierenfunktion sowie der Kreatinphosphokinase (CPK-)Spiegel

stattfinden (siehe auch Abschnitte 4.4 und 5.2). Ein Dosisregime für Daptomycin für

pädiatrische Patienten mit Nierenfunktionsstörung wurde bisher nicht ermittelt.

Dosisanpassungen bei erwachsenen Patienten mit Nierenfunktionsstörung in

Abhängigkeit von

Anwendungsgebiet und Kreatinin-Clearance

Anwendungsgebiet

Kreatinin-Clearance

Dosisempfehlung

Kommentar

cSSTI ohne SAB

≥ 30 ml/min

4 mg/kg einmal

täglich

Siehe Abschnitt 5.1

< 30 ml/min

4 mg/kg alle 48

Stunden

(1, 2)

RIE oder cSSTI

assoziiert mit SAB

≥ 30 ml/min

6 mg/kg einmal

täglich

Siehe Abschnitt 5.1

< 30 ml/min

6 mg/kg alle 48

Stunden

(1, 2)

cSSTI = Komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen; SAB = S. aureus-Bakteriämie

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Anpassung des Dosisintervalls wurde nicht in

kontrollierten klinischen Studien untersucht. Die Empfehlung basiert auf

pharmakokinetischen (PK) Studien und Ergebnissen pharmakokinetischer Modellierung

(siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Die gleichen Dosisanpassungen, die auf pharmakokinetischen Daten an Probanden basieren,

einschließlich der Ergebnisse einer PK-Modellierung, werden für erwachsene Patienten unter

Hämodialyse (HD) oder kontinuierlicher ambulanter Peritonealdialyse (continuous

ambulatory peritoneal dialysis, CAPD) empfohlen. Daptomycin Noridem sollte an

Dialysetagen möglichst nach Abschluss der Dialyse gegeben werden (siehe Abschnitt 5.2).

Leberfunktionsstörung

Die Anwendung von Daptomycin Noridem bei Patienten mit leichter oder mittelschwerer

Leberfunktionsstörung (Klasse B nach Child-Pugh) erfordert keine Dosisanpassung

(siehe Abschnitt 5.2). Über die Behandlung von Patienten mit schwerer

Leberfunktionsstörung (Klasse C nach Child-Pugh) liegen keine Daten vor. Entsprechend

sollte die Anwendung von Daptomycin Noridem bei solchen Patienten vorsichtig

erfolgen.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten sollten die empfohlenen Dosen angewendet werden, außer bei

schwerer Nierenfunktionsstörung (siehe oben und Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche (im Alter von 1 bis 17 Jahren)

Die empfohlenen Dosisregime für pädiatrische Patienten bezogen auf Alter und

Indikation sind im Folgenden dargestellt.

Alter

Indikation

cSSTI ohne SAB

cSSTI assoziert mit SAB

Dosisregime

Therapiedauer

Dosisregime

Therapiedauer

12 bis 17

Jahre

5 mg/kg einmal alle

24 Stunden als

30-minütige Infusion

Bis zu 14 Tage

7 mg/kg einmal alle

24 Stunden als

30-minütige Infusion

7 bis

11 Jahre

7 mg/kg einmal alle

24 Stunden als

30-minütige Infusion

9 mg/kg einmal alle

24 Stunden als

30-minütige Infusion

2 bis 6 Jahre

9 mg/kg einmal alle

24 Stunden als

60-minütige Infusion

12 mg/kg einmal alle

24 Stunden als

60-minütige Infusion

1 bis

< 2 Jahre

10 mg/kg einmal alle

24 Stunden als

60-minütige Infusion

12 mg/kg einmal alle

24 Stunden als

60-minütige Infusion

cSSTI = Komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen; SAB = S. aureus-Bakteriämie;

(1) Die Mindestdauer der Behandlung mit Daptomycin Noridem bei pädiatrischer SAB muss entsprechend

dem Risiko des einzelnen Patienten für Komplikationen gewählt werden. Eine längere Dauer der

Behandlung mit Daptomycin Noridem als 14 Tage kann erforderlich sein, je nach Beurteilung des Risikos

des einzelnen Patienten für Komplikationen. In der pädiatrischen Studie zu SAB betrug die mittlere Dauer

der Behandlung mit Daptomycin i.v. 12 Tage, mit einem Bereich von 1 bis 44 Tagen. Die Therapiedauer

sollte den verfügbaren offiziellen Leitlinien entsprechen.

Daptomycin Noridem wird intravenös in einer 0,9%igen Natriumchlorid-Lösung gegeben

(siehe Abschnitt 6.6). Daptomycin Noridem sollte nicht häufiger als einmal täglich

angewendet werden.

Die Kreatinphosphokinase-(CPK-)Spiegel müssen zu Behandlungsbeginn und in

regelmäßigen Abständen (mindestens wöchentlich) während der Behandlung

bestimmt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Kindern und Jugendlichen im Alter von unter einem Jahr sollte Daptomycin Noridem

aufgrund des Risikos möglicher Effekte auf das Muskelsystem, das neuromuskuläre

System und/oder das (periphere und/oder zentrale) Nervensystem nicht gegeben werden.

Derartige Effekte wurden bei neugeborenen Hunden beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

Art der Anwendung

Bei Erwachsenen wird Daptomycin Noridem als intravenöse 30-minütige Infusion

angewendet (siehe Abschnitt 6.6) oder als intravenöse Injektion über einen Zeitraum

von 2 Minuten.

Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 7 bis 17 Jahren wird Daptomycin Noridem

als intravenöse Infusion über einen Zeitraum von 30 Minuten gegeben (siehe Abschnitt

6.6). Bei Kindern im Alter von 1 bis 6 Jahren wird Daptomycin Noridem als intravenöse

Infusion über einen Zeitraum von 60 Minuten gegeben (siehe Abschnitt 6.6).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemein

Wenn nach Beginn einer Daptomycin Noridem-Behandlung ein anderer Infektionsherd

als cSSTI oder RIE identifiziert wird, sollte eine alternative antibakterielle Therapie

erwogen werden, deren Wirksamkeit bei der Behandlung der vorliegenden spezifischen

Art(en) der Infektion(en) nachgewiesen wurde.

Anaphylaxie/Überempfindlichkeitsreaktionen

Bei Anwendung von Daptomycin wurde über

Anaphylaxie/Überempfindlichkeitsreaktionen berichtet. Wenn eine allergische Reaktion

gegen Daptomycin Noridem auftritt, ist die Anwendung abzubrechen und eine

entsprechende Therapie einzuleiten.

Pneumonie

In klinischen Studien hat sich gezeigt, dass Daptomycin bei der Behandlung einer

Pneumonie nicht wirksam ist. Daptomycin Noridem ist daher zur Behandlung einer

Pneumonie nicht indiziert.

RIE aufgrund von Staphylococcus aureus

Die klinischen Daten zur Anwendung von Daptomycin zur Behandlung einer RIE

aufgrund von Staphylococcus aureus sind auf 19 erwachsene Patienten begrenzt (siehe

„Informationen aus klinischen Studien“ im Abschnitt 5.1). Die Sicherheit und

Wirksamkeit von Daptomycin bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren mit RIE

verursacht durch Staphylococcus aureus sind nicht erwiesen.

Die Wirksamkeit von Daptomycin bei Patienten mit Infektionen künstlicher Klappen

oder mit linksseitiger infektiöser Endokarditis aufgrund von Staphylococcus aureus

wurde nicht nachgewiesen.

Tiefe Infektionen

Bei Patienten mit tiefen Infektionen sollten erforderliche chirurgische Eingriffe (z. B.

Debridement, Entfernung von Prothesen, Eingriffe zum Klappenersatz) unverzüglich

erfolgen.

Infektionen durch Enterokokken

Über die mögliche klinische Wirksamkeit von Daptomycin bei Infektionen durch

Enterokokken, einschließlich Enterococcus faecalis und Enterococcus faecium, können

angesichts unzureichender Datenlage keinerlei Schlüsse gezogen werden. Außerdem

wurden keine etablierten Dosisregime für Daptomycin, die zur Behandlung von

Enterokokken-Infektionen mit oder ohne Bakteriämie geeignet sein könnten, identifiziert.

Es wurde über ein fehlendes Ansprechen von Daptomycin bei der Behandlung von

Enterokokken-Infektionen, die meistens im Zusammenhang mit einer Bakteriämie

standen, berichtet. In manchen Fällen war das fehlende Ansprechen der Behandlung mit

einer Selektion von bestimmten Organismen mit reduzierter Empfindlichkeit oder

Resistenz auf Daptomycin assoziiert (siehe Abschnitt 5.1).

Nicht empfindliche Mikroorganismen

Der Gebrauch von antibakteriellen Substanzen könnte ein übermäßiges Wachstum nicht

empfindlicher Mikroorganismen fördern. Kommt es während der Therapie zu einer

Superinfektion, sollten geeignete Maßnahmen getroffen werden.

Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö

Unter Daptomycin trat Clostridioides-difficile-assoziierte Diarrhö (CDAD) auf (siehe

Abschnitt 4.8). Bei vermuteter oder bestätigter CDAD muss Daptomycin Noridem

möglicherweise abgesetzt und je nach klinischer Indikation eine entsprechende

Behandlung eingeleitet werden.

Beeinflussung durch Labortests durch das Arzneimittel

Eine falsch verlängerte Prothrombinzeit (PT) und falsch hohe INR-Werte (INR:

International Normalised Ratio) wurden beobachtet, wenn bestimmte rekombinante

Thromboplastin-Reagenzien für den Nachweis verwendet wurden (siehe auch Abschnitt

4.5).

Kreatinphosphokinase und Myopathie

Während der Therapie mit Daptomycin wurde über Anstiege der Kreatinphosphokinase-

Werte im Plasma

(CPK; MM-Isoenzym) berichtet, die mit Muskelschmerzen bzw.

Muskelschwäche sowie Fällen von Myositis, Myoglobinämie und Rhabdomyolyse

assoziiert waren (siehe auch Abschnitte 4.5, 4.8 und 5.3). Ausgeprägte Plasma-CPK-

Erhöhungen auf über das Fünffache der oberen Normalgrenze (ULN) ohne

Muskelsymptome waren innerhalb klinischer Studien bei Patienten unter Daptomycin

gegenüber Patienten unter Vergleichspräparaten häufiger zu verzeichnen (1,9% vs.

0,5%). Es wird daher Folgendes empfohlen:

Während der Therapie sollten die Plasma-CPK-Werte bei allen Patienten zu

Behandlungsbeginn und in regelmäßigen Abständen (mindestens einmal wöchentlich)

gemessen werden.

Bei Patienten, die ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung einer Myopathie haben, sollte

die CPK häufiger (z. B. alle 2-3 Tage zumindest während der ersten beiden Wochen

der Behandlung) gemessen werden, z. B. bei Patienten mit jedweder Ausprägung einer

Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance < 80 ml/min; siehe auch Abschnitt 4.2),

einschließlich Patienten unter Hämodialyse oder CAPD, und Patienten unter

Behandlung mit anderen Arzneimitteln, die bekanntlich mit Myopathie assoziiert sind

(z. B. HMG-CoA-Reduktasehemmer, Fibrate und Ciclosporin).

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei Patienten mit CPK-Ausgangswerten

oberhalb des Fünffachen der oberen Normalgrenze ein erhöhtes Risiko weiterer CPK-

Anstiege während der Daptomycin-Therapie besteht. Dies sollte beachtet werden,

wenn bei solchen Patienten eine Daptomycin-Therapie eingeleitet wird. In diesem Fall

sollte die Überwachung der Patienten häufiger als einmal pro Woche erfolgen.

Daptomycin Noridem sollte nicht bei Patienten angewendet werden, die gleichzeitig

andere mit Myopathie assoziierte Arzneimittel erhalten, es sei denn, der Nutzen für

den Patienten überwiegt voraussichtlich das entsprechende Risiko.

Während der Therapie sollten die Patienten regelmäßig auf alle Anzeichen oder

Symptome beobachtet werden, die auf eine Myopathie hindeuten könnten.

Bei jedem Patienten, bei dem es zu Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit,

Muskelschwäche oder Muskelkrämpfen unklarer Genese kommt, sollten die CPK-

Werte alle 2 Tage überwacht werden. Treten unklare Muskelsymptome auf, so sollte

Daptomycin abgesetzt werden, wenn die CPK-Werte auf über das Fünffache der

oberen Normalgrenze ansteigen.

Periphere Neuropathie

Im Fall von Patienten, bei denen es während der Therapie mit Daptomycin zu Anzeichen

oder Symptomen kommt, die auf eine periphere Neuropathie hindeuten könnten, sollte

eine Untersuchung erfolgen und ein Absetzen von Daptomycin erwogen werden (siehe

Abschnitte 4.8 und 5.3).

Kinder und Jugendliche

Kindern im Alter von unter einem Jahr sollte Daptomycin aufgrund des Risikos

möglicher Effekte auf das Muskelsystem, das neuromuskuläre System und/oder das

(periphere und/oder zentrale) Nervensystem nicht gegeben werden. Derartige Effekte

wurden bei neugeborenen Hunden beobachtet (siehe Abschnitt 5.3).

Eosinophile Pneumonie

Es wurden Fälle eosinophiler Pneumonie bei Patienten unter Behandlung mit

Daptomycin berichtet (siehe Abschnitt 4.8). In den meisten Fällen, die im

Zusammenhang mit Daptomycin berichtet wurden, entwickelten die Patienten Fieber,

Atemnot mit hypoxischer, respiratorischer Insuffizienz und diffusen Lungeninfiltraten

oder eine organisierende Pneumonie. Die Mehrzahl dieser Fälle trat nach mehr als 2

Wochen Behandlung mit Daptomycin auf; nach Absetzen von Daptomycin und Beginn

einer Steroid-Therapie trat eine Besserung ein. Von einem Wiederauftreten der

eosinophilen Pneumonie bei Reexposition wurde berichtet. Patienten, die während der

Behandlung mit Daptomycin Noridem die genannten Anzeichen und Symptome

entwickeln, sollten sich sofort einer ärztlichen Untersuchung unterziehen, die, wenn

angemessen, auch eine bronchoalveoläre Lavage beinhaltet, um andere Ursachen (z. B.

bakterielle Infektion, Pilzinfektion, Parasiten oder andere Arzneimittel) auszuschließen.

Daptomycin Noridem sollte sofort abgesetzt und, wenn erforderlich, eine Behandlung mit

systemischen Steroiden eingeleitet werden.

Nierenfunktionsstörung

Während der Behandlung mit Daptomycin Noridem wurde über

Nierenfunktionsstörungen berichtet. Eine schwere Nierenfunktionsstörung kann für sich

allein ebenfalls für Erhöhungen der Daptomycin-Spiegel prädisponieren, die wiederum

das Myopathie-Risiko steigern können (siehe oben).

Bei erwachsenen Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von < 30 ml/min ist eine

Anpassung des Daptomycin Noridem-Dosisintervalls erforderlich (siehe Abschnitte 4.2

und 5.2). Die Sicherheit und Wirksamkeit einer Anpassung des Dosisintervalls wurden

nicht in kontrollierten klinischen Studien untersucht. Die Empfehlung basiert v.a. auf

Daten aus pharmakokinetischer Modellbildung. Daptomycin Noridem sollte bei solchen

Patienten nur angewendet werden, wenn damit gerechnet werden kann, dass der zu

erwartende klinische Nutzen das potenzielle Risiko überwiegt.

Die Anwendung von Daptomycin Noridem bei Patienten mit einer bereits vor Beginn der

Therapie mit Daptomycin Noridem bestehenden Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-

Clearance < 80 ml/min) erfordert Vorsicht. Eine regelmäßige Kontrolle der

Nierenfunktion wird empfohlen (siehe auch Abschnitt 5.2).

Eine regelmäßige Kontrolle der Nierenfunktion wird außerdem empfohlen, wenn

gleichzeitig potenziell nephrotoxische Wirkstoffe angewendet werden -

unabhängig von

der Nierenfunktion des Patienten vor Therapiebeginn (siehe auch Abschnitt 4.5).

Ein Dosisregime für Daptomycin für pädiatrische Patienten mit Nierenfunktionsstörung

wurde bisher nicht ermittelt.

Übergewicht

Bei übergewichtigen Probanden mit einem Körpermasseindex (Body-Mass-Index; BMI)

> 40 kg/m

, aber einer Kreatinin-Clearance > 70 ml/min, war die AUC

Daptomycin gegenüber nicht übergewichtigen vergleichbaren Kontrollen signifikant

erhöht (im Mittel 42 % höher). Die Informationen zur Sicherheit und Wirksamkeit von

Daptomycin bei stark übergewichtigen Personen sind begrenzt; daher ist Vorsicht

geboten. Gegenwärtig deutet jedoch nichts darauf hin, dass eine Dosisreduktion

erforderlich ist (siehe Abschnitt 5.2).

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) je Durchstechflasche,

d.h. es ist nahezu „natrium-frei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Daptomycin durchläuft einen nur geringen bzw. keinen über das Cytochrom-P450-

System (CYP450) vermittelten Metabolismus. Es ist unwahrscheinlich, dass Daptomycin

den Metabolismus von Arzneimitteln hemmt oder induziert, die über das P450-System

metabolisiert werden.

Wechselwirkungsstudien für Daptomycin wurden mit Aztreonam, Tobramycin, Warfarin

und Probenecid durchgeführt. Daptomycin hatte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik

von Warfarin oder Probenecid, und die Pharmakokinetik von Daptomycin wurde durch

diese Arzneimittel ebenfalls nicht verändert. Aztreonam veränderte die Pharmakokinetik

von Daptomycin nicht signifikant.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Daptomycin in einer Dosierung von 2 mg/kg und

Tobramycin als intravenöse 30-minütige Infusion wurden geringfügige Änderungen der

Pharmakokinetik beobachtet, diese waren jedoch nicht statistisch signifikant. Die

Wechselwirkung zwischen Daptomycin und Tobramycin bei Gabe einer zugelassenen

Daptomycin Noridem-Dosis ist unbekannt. Bei gleichzeitiger Anwendung von

Daptomycin Noridem und Tobramycin ist Vorsicht geboten.

Zur simultanen Anwendung von Daptomycin und Warfarin liegen nur begrenzte

Erfahrungen vor. Zur Anwendung von Daptomycin mit anderen Antikoagulantien als

Warfarin wurden keine Studien durchgeführt. Bei Patienten unter Datpomycin Noridem

und Warfarin sollte in den ersten Tagen nach Einleitung der Daptomycin Noridem-

Therapie die antikoagulative Aktivität überwacht werden.

Über eine simultane Anwendung von Daptomycin mit anderen Arzneimitteln, die eine

Myopathie auslösen können (z.

B. HMG-CoA-Reduktasehemmer), liegen nur begrenzt

Erfahrungen vor. Bei erwachsenen Patienten unter gleichzeitiger Anwendung eines dieser

Arzneimittel und Daptomycin ist es allerdings in einigen Fällen zu deutlich erhöhten

CPK-Spiegeln und zu Fällen von Rhabdomyolyse gekommen. Es wird daher empfohlen,

andere mit Myopathie assoziierte Arzneimittel während der Behandlung mit Daptomycin

Noridem möglichst vorübergehend abzusetzen, sofern der Nutzen einer gleichzeitigen

Anwendung das entsprechende Risiko nicht überwiegt. Lässt sich eine gleichzeitige

Anwendung nicht vermeiden, so sollten die CPK-Spiegel häufiger als einmal wöchentlich

gemessen und die Patienten sorgfältig auf alle Anzeichen oder Symptome beobachtet

werden, die auf eine Myopathie hindeuten könnten (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.3).

Daptomycin wird vorwiegend durch renale Filtration eliminiert. Bei gleichzeitiger

Anwendung mit

Arzneimitteln, die die renale Filtration vermindern (z. B. NSAIDs und COX-2-Hemmer),

können die Plasmaspiegel daher erhöht sein. Während einer gleichzeitigen Gabe besteht

außerdem die Möglichkeit von pharmakodynamischen Wechselwirkungen wegen

additiver renaler Wirkungen. Bei gleichzeitiger Anwendung von Daptomycin mit anderen

Arzneimitteln, die bekanntlich die renale Filtration vermindern, ist daher entsprechend

vorsichtig vorzugehen.

Nach Markteinführung wurden Fälle von Wechselwirkungen zwischen Daptomycin und

bestimmten Reagenzien gemeldet, die in manchen Tests zur Bestimmung der

Prothrombinzeit/International Normalised Ratio (PT/INR) eingesetzt werden. Diese

Wechselwirkung führte zu einer falschen PT-Verlängerung und INR-Erhöhung. Falls bei

Patienten unter Daptomycin unerklärliche, auffällige PT-/INR-Werte beobachtet werden,

sollte eine mögliche in-vitro-Interaktion mit dem Labortest in Erwägung gezogen werden.

Die Möglichkeit falscher Ergebnisse lässt sich minimieren, indem die Proben für PT-

oder INR-Untersuchungen etwa zum Zeitpunkt der niedrigsten Konzentration von

Daptomycin im Plasma entnommen werden (siehe Abschnitt 4.4).

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