Dapson-Fatol Tablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Dapson
Verfügbar ab:
Riemser Pharma GmbH
ATC-Code:
J04BA02
INN (Internationale Bezeichnung):
Dapsone
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Dapson 50.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
5829.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

DAPSON-Fatol, 50 mg, Tabletten

Wirkstoff: Dapson

Zur Anwendung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist DAPSON-Fatol und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von DAPSON-Fatol beachten?

Wie ist DAPSON-Fatol einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist DAPSON-Fatol aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist DAPSON-Fatol und wofür wird es angewendet?

DAPSON-Fatol

Arzneimittel

Behandlung

Lepra

chronischem

Gelenkrheumatismus

Behandlung

verschiedenen

Dermatosen

(Haut-

erkrankungen).

DAPSON-Fatol wird angewendet

In der Dermatologie, Angiologie und Immunologie

Blasenbildende

Dermatosen

(krankhafte

Hautveränderungen)

Pemphigus

vulgaris,

Pemphigus

herpetiformis,

chronisch

familiärer

Pemphigus,

Schleimhautpemphigoid,

Dermatitis herpetiformis.

Therapieversuch

Dapson

folgenden

Hauterkrankungen

fehlender

risikoärmerer Behandlungsmöglichkeit angezeigt:

beim

bullösen

Pemphigoid

(allein

oder

Kombination

Kortikoiden

Immunsuppressiva),

bei seltenen Erkrankungen wie subcorneale pustulöse Dermatosen, Erythema elevatum

diutinum, Granuloma annulare, Granuloma faciale, Prurigo pigmentosa, rezidivierende

Polychondritis

(Knorpelerweichungserkrankung

Rückfallneigung).

Außerdem

Psoriasis

pustulosa,

bullösen,

urticariellen

oder

ulcerösen

Exazerbationen

(Verschlimmerungen) des Erythematodes.

Einzelbefunde über positive Behandlungsergebnisse liegen vor bei Vaskulitiden (allergische

Erkrankung kleinerer Blutgefäße) und bei Arteriitis temporalis, wenn Kortikoide allein nicht

ausreichend wirksam sind.

In der Rheumatologie

Zur Anwendung für die Basisbehandlung des chronischen Gelenkrheumatismus als Alternative

zu anderen Basistherapeutika wie Goldverbindungen, Penicillamin oder Chloroquin.

Zur Leprabehandlung

Dapson ist wirksam bei der Lepra und wird immer gleichzeitig mit anderen, gegen die Lepra

wirkenden Arzneimitteln kombiniert.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von DAPSON-Fatol beachten?

DAPSON-Fatol darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Dapson oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie überempfindlich gegen Sulfonamide sind, da Patienten mit Überempfindlichkeit

gegen Sulfonamide in der Regel auch gegen Sulfone und damit auch gegen Dapson

überempfindlich sind.

bei schweren Lebererkrankungen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie DAPSON-Fatol einnehmen.

Bei Patienten mit erblichem Mangel an Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase ist das Risiko

unerwünschter Nebenwirkungen deutlich erhöht, weshalb in diesen Fällen die Anwendung von

Dapson zu vermeiden ist. Bei dringlicher Indikation muss versucht werden, mit der Hälfte der

empfohlenen Dosis auszukommen.

blutarmen

Patienten

(Blutfarbstoffgehalt

unter

g/dL)

sollte

Dapson

nicht

Anwendung

kommen.

Doch

kann

äußerster

Dringlichkeit

(z. B.

Dermatitis

herpetiformis)

Behandlungsversuch

unter

strenger

Kontrolle,

allem

roten

Blutbildes, unumgänglich sein. Wenn andere Therapiemöglichkeiten gegeben sind (z. B. bei

chronischem Gelenkrheumatismus), sollte Dapson nicht zur Anwendung kommen, falls die

Blutfarbstoffwerte bei Behandlungsbeginn unterhalb von 11 g/dL liegen (siehe auch Abschnitt

„Besondere Hinweise“

Bei Auftreten einer bläulichen Verfärbung an Lippen und Fingernägeln (Cyanose) bzw.

erschwerter Atemtätigkeit (aufgrund verstärkter Methämoglobinbildung) sollte sofort ein Arzt

konsultiert werden (siehe auch Abschnitt 4:

„Besondere Hinweise“)

Bei Auftreten von Hautausschlägen unter der Dapson-Therapie ist ebenfalls sofort der Arzt zu

informieren. Das Arzneimittel muss dann sofort abgesetzt werden.

Ist eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich, muss abgestillt werden (siehe auch

Abschnitt 2:

„Schwangerschaft und Stillzeit“

Laborwerte

Bei Diabetikern kann die Einnahme von Dapson in Laboruntersuchungen zu falsch-niedrigen

HbA1c-Werten

(Langzeitblutzuckerwert)

führen

damit

eine

gute

Kontrolle

diabetischen Stoffwechsellage vortäuschen.

Einnahme von DAPSON-Fatol zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Omeprazol (Arzneimittel, das die Magensäuresekretion hemmt) verringert die Clearance

(Abbau) von Dapson. Dies wurde bei Kaukasiern, jedoch nicht bei Asiaten beobachtet.

gleichzeitigen

Anwendung

Dapson

Probenecid

(Arzneimittel,

Harnsäureausscheidung steigert) kann die Ausscheidung von Dapson gehemmt werden.

Trimethoprim

(antibakteriell

wirkendes

Arzneimittel)

erhöht

Blutspiegel

unerwünschten Arzneimittelwirkungen von Dapson.

Die orale Clearance (Abbau) nahm durch gleichzeitige Gabe von Rifabutin (Arzneimittel zur

Vorbeugung und Behandlung von

Mycobacterium avium

-Infektionen und zur Behandlung von

Tuberkulose) signifikant zu.

Rifampicin (Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose und anderen Mykobakteriosen und

zur Vorbeugung gegen Hirnhautentzündung) kann die biologische Halbwertszeit von Dapson

reduzieren. Es gibt bisher keine Hinweise, dass dies therapeutische Folgen hätte.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Ursodeoxycholsäure (Arzneimittel zur Auflösung von

Gallensteinen) wird Dapson schneller metabolisiert (verstoffwechselt), so dass seine Wirkung

verringert wird.

Pyrimethamin (Arzneimittel zur Behandlung von Malaria und von Toxoplasmose) kann das

Distributionsvolumen (Verteilungsvolumen), den Blutspiegel und die Speichelkonzentrationen

von Dapson verändern. Die Bedeutung ist nicht bekannt.

Potentielle Methämoglobinbildner (Nitrate, Nitrite, Sulfonamide, Nitroglycerin, Nitroprussid-

Stickstoffmonoxid

Lokalanästhetika

Prilocain)

hemmen

Enzym

Methämoglobin-Reduktase. Dadurch kann es zu einem Anstieg des Methämoglobingehaltes im

Blut kommen (siehe auch Abschnitt 4:

„Besondere Hinweise“

). Eine in diesem Zusammenhang

auftretende

bläuliche

Verfärbung

Lippen

Fingernägeln

bzw.

eine

erschwerte

Atemtätigkeit ist sofort dem Arzt zu melden.

Vor operativen Eingriffen unter Verwendung von Lokalanästhetika sollte der Patient seinen

Arzt über die Einnahme von DAPSON-Fatol informieren.

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass Fluconazol die Bildung des toxischen Metaboliten

Hydroxylamin-Dapson bei HIV-infizierten Patienten senkt.

Bei Langzeitanwendung von Dapson bei AIDS-Patienten, die mit Zidovudin (Arzneimittel zur

Behandlung von HIV-Infektionen) therapiert werden, sollte das Blutbild besonders sorgfältig

überwacht werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren

Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Dapson bei

Schwangeren vor.

Die Anwendung von DAPSON-Fatol während der Schwangerschaft und bei Frauen im

gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.

Stillzeit

Dapson

wird

Muttermilch

ausgeschieden.

Auswirkungen

gestillte

Neugeborene/Kind können nicht ausgeschlossen werden.

Deshalb sollte Ihr Arzt entscheiden, ob Sie das Stillen unterbrechen sollen oder ob auf die

Behandlung mit DAPSON-Fatol verzichtet werden kann. Bei dieser Entscheidung soll sowohl

Nutzen

Stillens für

Kind

als auch

Nutzen

der Therapie für

Frau

berücksichtigt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

DAPSON-Fatol kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen

soweit verändern, dass z. B. die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen

von Maschinen beeinträchtigt wird.

DAPSON-Fatol enthält Lactose

Bitte nehmen Sie DAPSON-Fatol erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen

bekannt ist, dass Sie unter einer Zuckerunverträglichkeit leiden.

3.

Wie ist DAPSON-Fatol einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie

bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Die Durchschnittsdosis beträgt 50 - 100 mg Dapson, d. h. 1 - 2 Tabletten täglich. Doch ist die

Dosierung dem jeweiligen Einzelfall und dem Anwendungsgebiet entsprechend in folgender

Weise anzupassen:

Dermatitis herpetiformis sowie die unter Abschnitt 1: „

DAPSON-Fatol wird angewendet

“ er-

wähnten Hauterkrankungen

Man beginnt mit 2 Tabletten pro Tag (= 100 mg Dapson) 1 Woche lang. Dann kann auf 4

Tabletten

Dapson)

gesteigert

werden

Eintreten

Therapieerfolges. Es ist aber im Einzelfall die niedrigstmögliche Dosis zu ermitteln. Dies kann

auch durch Kombination mit Kortikosteroiden erreicht werden. In Extremfällen können

kurzfristig 300 mg Dapson täglich (= 6 Tabletten) erforderlich sein.

Wenn das Krankheitsbild von Symptomen im Darmbereich begleitet ist, kann eine glutenfreie

Diät zum Therapieerfolg beitragen und eine Dosisreduzierung ermöglichen.

Basistherapie des chronischen Gelenkrheumatismus

Man beginnt mit 1 Tablette (= 50 mg Dapson) pro Tag 1 Woche lang und führt die Therapie

mit 2 Tabletten (= 100 mg Dapson) pro Tag fort.

Lepra

Hier wird durchschnittlich mit 50 - 100 mg Dapson täglich (= 1 - 2 Tabletten) dosiert. Dabei

erhalten Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene 100 mg Dapson täglich. Kinder und

Jugendliche von 10 - 14 Jahren erhalten täglich 50 mg Dapson. Für Kinder unter 10 Jahren

muss die Dosis dem Körpergewicht angepasst werden.

Art der Anwendung

Nehmen Sie die Tabletten bitte unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (vorzugsweise ein Glas

Trinkwasser) am besten nach einer Mahlzeit ein.

Dauer der Anwendung

Bei der Dermatitis herpetiformis und anderen oben erwähnten Hauterkrankungen ist in den

meisten Fällen eine Dauerbehandlung über Jahre hinweg erforderlich.

Beim Auftreten von Unverträglichkeitserscheinungen kann die Therapie unterbrochen und

später, z. B. bei Rückfällen oder Verschlechterung des klinischen Bildes, wieder aufgenommen

werden. Eine Überbrückung mit Kortikosteroiden in dieser Zeit kann hilfreich sein.

In der Rheumabehandlung werden Therapieperioden von mehreren (bis zu sechs) Monaten

durchgeführt. Die Notwendigkeit der Wiederholung solcher Behandlungskuren ergibt sich aus

dem Verlauf des Einzelfalls.

Die Behandlung von Lepra mit Dapson allein musste jahre- bis lebenslang durchgeführt

werden. Durch die Kombination mit anderen gegen Lepra wirksamen Mitteln kann die

Behandlungszeit wesentlich verkürzt werden. In Abhängigkeit von der Schwere des Falles und

dem bakteriologisch festgestellten Therapieerfolg kann heute die Dapson-Anwendung in den

meisten Fällen nach 6 - 12 Monaten beendet werden.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die

Wirkung von DAPSON-Fatol zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von DAPSON-Fatol eingenommen haben, als Sie sollten

Folgende Symptome sind nach einer Überdosierung beschrieben worden:

Dyspnoe (Atemnot), Übelkeit mit Erbrechen, Kopfschmerzen, Cyanose (bläuliche Verfärbung

der Haut bei vermindertem Sauerstoffgehalt des Blutes), Tachykardie (stark beschleunigte

Herztätigkeit),

Methämoglobinämie

(erhöhte

Konzentration

Methämoglobin,

einer

Oxidationsform des roten Blutfarbstoffes, im Blut), Sulfhämoglobinämie (Auftreten von

Sulfhämoglobin, einem nicht zum Sauerstofftransport befähigten Hämoglobinabkömmling, im

Blut),

Hämolyse

(Abbau

roten

Blutkörperchen),

Hämaturie

(Ausscheidung

roter

Blutkörperchen

Urin),

Nierenversagen,

neurologische

psychiatrische

Störung,

Erblindung und Koma (Stadium tiefer Bewusstlosigkeit).

Genaue Angaben über letale (tödliche) Dosen sind nicht vorhanden. In einem Fall führten 1,4 g

Dapson zum Tode, in einem anderen Fall überlebte der Patient die Einnahme von 15 g Dapson.

In einem Einzelfall kam es nach der Einnahme von 10 g Dapson zu einer dauerhaften

Schädigung der Netzhaut mit verringertem Sehvermögen.

Es ist so schnell wie möglich ein Arzt zu informieren.

Wenn Sie die Einnahme von DAPSON-Fatol vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von DAPSON-Fatol abbrechen

Unterbrechen oder beenden Sie die Therapie nicht selbständig, ohne vorher mit Ihrem Arzt

gesprochen zu haben. Eine nicht ordnungsgemäß durchgeführte Therapie oder ein vorzeitiger

Abbruch gefährdet den Erfolg der Behandlung.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei

jedem auftreten müssen.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Während der Behandlung mit Dapson kann es zu einem dosisabhängigen Abbau der roten

Blutkörperchen (Hämolyse) kommen, der bei einer Tagesdosis bis zu 100 mg nur gering

ausgeprägt ist (siehe jedoch den Hinweis auf Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel im

Abschnitt 2:

„Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“

). Der dadurch bedingte Abfall der

Blutfarbstoffwerte prägt sich besonders in den ersten 4 Behandlungswochen aus, um sich in

den darauf folgenden Wochen wieder den Ausgangswerten zu nähern. Eine regelmäßige

Kontrolle des roten und des weißen Blutbildes (zu Beginn der Therapie wöchentlich, nach

einigen Monaten monatlich einmal durchgeführt) ist erforderlich.

Zu Beginn der Behandlung kann es zu Kopfschmerzen kommen. Diese Erscheinungen

verschwinden im Allgemeinen im Verlauf der weiteren Dapson-Anwendung.

Zu Beginn der Behandlung kann es zu Magenbeschwerden oder Übelkeit kommen. Diese

Erscheinungen verschwinden im Allgemeinen im Verlauf der weiteren Dapson-Anwendung.

Selten (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen):

Bildung von Methämoglobin (Oxidationsform des roten Blutfarbstoffes), was sich als

Cyanose (bläuliche Verfärbung der Haut bei vermindertem Sauerstoffgehalt des Blutes)

äußert

Hypoalbuminämie (Eiweißmangel im Blut)

Eine Überempfindlichkeit kann sich - besonders bei schlecht ernährten Patienten - als so

genanntes „Dapson-Syndrom“ äußern. Es ist nicht dosisabhängig. Die klinischen Symptome

lassen an eine Infektionskrankheit, insbesondere an infektiöse Mononukleose (Überwiegen

einfachkernigen

Zellen

Blut),

denken.

kommt

Fieber,

Unwohlsein,

Hautausschlägen,

Gelbsucht,

Lymphdrüsenschwellung,

Mononukleose,

Eosinophilie

(Vermehrung der eosinophilen weißen Blutzellen), Anämie (Blutarmut) und verstärkter

Methämoglobinbildung.

Es können Cholangitis (Entzündung der Gallenwege), renale Vaskulitis (Entzündung der

Blutgefäße in den Nieren) oder Hepatitis (Leberentzündung) als Symptome des Dapson-

Syndroms auftreten.

periphere motorische Neuropathie (Bewegungsvorgänge betreffende Nervenschädigung)

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen):

Agranulozytose (Schwund der weißen Blutkörperchen)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):

Fälle

durch

Dapson

verursachter

Thrombozytose

(Erhöhung

Zahl

Blutgerinnung bewirkenden Zellen), eosinophiler Pneumonitis (Entzündungsreaktion des

Lungengewebes

chemische

Reize),

akuter

Pankreatitis

(Entzündung

Bauchspeicheldrüse), Erhöhung der Leberenzyme sowie Photosensibilität (Steigerung der

Lichtempfindlichkeit der Haut) sind berichtet worden.

Überempfindlichkeitsreaktionen

gegenüber

Dapson

können

auch

Form

Hautausschlägen

auftreten,

wobei

Einzelfällen

schwere

Verlaufsformen

(Erythema

multiforme [Scheibenrose] oder exfoliative Dermatitis [Hautentzündung mit großflächiger

Schuppung der Haut]) beobachtet wurden.

Hinweis: Treten unter Dapson-Therapie Hautausschläge auf, so ist das sofort dem Arzt zu

melden. Das Mittel muss dann abgesetzt werden.

Während der Einnahme von Dapson können fälschlicherweise zu niedrige Werte von HbA1c

(mit Glukose beladener Blutfarbstoff) gemessen werden.

Besondere Hinweise

Sollten die Hämoglobin-Werte (Blutfarbstoff-Werte) unter 10 g/dL absinken, so sind häufige

(gegebenenfalls tägliche) Kontrollen durchzuführen. Bei Hämoglobin-Werten unter 9 g/dL ist

ein Abbruch der Dapson-Anwendung zu erwägen, wobei die ärztliche Entscheidung vom

Dringlichkeitsgrad

Dapson-Indikation

abhängig

ist.

Auch

sind

Hämoglobin-

Ausgangswerte

für

Entscheidung

Therapieabbruch

heranzuziehen:

rasanter

Hämoglobin-Abfall von hohen Ausgangswerten wiegt schwerer als ein prozentual geringer

Abfall von bereits anfangs niedrigen Hämoglobin-Werten. Wegen der methodisch bedingten

Schwankungen

Messergebnisse

Zweifelsfällen

eine

kurzfristige

Wiederholungsuntersuchung anzuraten.

Das menschliche Blut enthält normalerweise einen kleinen Anteil von Methämoglobin (1 %

des Gesamtblutfarbstoffes bzw. 0,15 g/dL). Blutspiegel von 10 % und mehr machen sich durch

Cyanose äußerlich sichtbar. 30 % Methämoglobin und mehr verursachen Atemnot, wenn es zur

akut entstandenen Methämoglobinämie kommt. Letale (tödliche) Blutspiegel liegen bei 75 %

des Gesamtblutfarbstoffes.

Bei schwerer und hartnäckiger Methämoglobinbildung kann ein Therapieabbruch erforderlich

werden.

Dapson-Langzeitbehandlung

muss

gegebenenfalls

mäßig

erhöhter

Methämoglobingehalt des Blutes in Kauf genommen werden.

Da die Cyanose im noch ungefährlichen Bereich von 10 % Methämoglobin in Erscheinung tritt,

ist ein frühzeitiges Bemerken der Anomalie möglich.

Eine bläuliche Verfärbung an Lippen und Fingernägeln ist sofort dem Arzt mitzuteilen.

Die das rote Blutbild betreffenden Nebenwirkungen sind bei Kindern und älteren Patienten oft

stärker ausgeprägt.

Nach erblich festgelegter Funktion wird Dapson von verschiedenen Individuen schnell oder

langsam abgebaut (acetyliert). Ein Einfluss auf Wirkungen oder Nebenwirkungen des Mittels

konnte dafür bis jetzt nicht festgestellt werden.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

53175 Bonn

Website: http://www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über

die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist DAPSON-Fatol aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Blisterstreifen und der Faltschachtel nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht

sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was DAPSON-Fatol enthält

Der Wirkstoff ist: Dapson (Diaminodiphenylsulfon).

Eine Tablette enthält 50 mg Dapson.

Die sonstigen Bestandteile sind: Copovidon, Crospovidon (Typ A, Ph.Eur.), Magnesiumstearat

(Ph.Eur.)

[pflanzlich],

Lactose-Monohydrat,

Mikrokristalline

Cellulose,

Hochdisperses

Siliciumdioxid, Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat

Wie DAPSON-Fatol aussieht und Inhalt der Packung

Weiße, runde, beidseitig gewölbte Tablette mit Bruchkerbe auf einer Seite.

Originalpackung mit 25 Tabletten

Originalpackung mit 50 Tabletten

Originalpackung mit 100 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

RIEMSER Pharma GmbH

An der Wiek 7

17493 Greifswald - Insel Riems

phone

+49 30 338427-0

+49 38351 308

e-mail

info@RIEMSER.com

Hersteller

SW Pharma GmbH

Robert-Koch-Straße 1

66578 Schiffweiler

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2018.

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

DAPSON-Fatol, 50 mg, Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Dapson (Diaminodiphenylsulfon; DDS)

1 Tablette DAPSON-Fatol enthält 50 mg Dapson.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:Lactose-Monohydrat (siehe Abschnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiße, runde, beidseitig gewölbte Tablette mit Bruchkerbe auf einer Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

In der Dermatologie, Angiologie und Immunologie

Blasenbildende Dermatosen wie Pemphigus vulgaris, Pemphigus herpetiformis, chronisch familiärer

Pemphigus, Schleimhautpemphigoid, Dermatitis herpetiformis.

Ein Therapieversuch mit Dapson (DDS) ist bei folgenden Hauterkrankungen bei fehlender risikoärmerer

Behandlungsmöglichkeit angezeigt:

beim

bullösen

Pemphigoid

(allein

oder

Kombination

Kortikoiden

Immun-

suppressiva);

seltenen

Erkrankungen,

subcorneale

pustulöse

Dermatosen,

Erythema

elevatum

diutinum,

Granuloma

annulare,

Granuloma

faciale,

Prurigo

pigmentosa,

rezidivierende

Polychondritis.

Außerdem

Psoriasis

pustulosa,

bullösen,

urticariellen

oder

ulcerösen

Exazerbationen des Erythematodes.

Einzelbefunde über positive Behandlungsergebnisse liegen vor bei Vaskulitiden und bei Arteriitis

temporalis, wenn Kortikoide allein nicht ausreichend wirksam sind.

In der Rheumatologie

Zur Anwendung für die Basisbehandlung des chronischen Gelenkrheumatismus als Alternative zu

anderen Basistherapeutika wie Goldverbindungen, Penicillamin oder Chloroquin.

Zur Leprabehandlung

Dapson ist wirksam gegen den Lepraerreger

Mycobacterium leprae

und soll immer gleichzeitig mit

anderen, gegen den Lepraerreger wirkenden Arzneimitteln kombiniert werden (sog. „multi drug

therapy“).

Die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen sind bei

der Anwendung von DAPSON-Fatol zu berücksichtigen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Durchschnittsdosis beträgt 50 - 100 mg Dapson (= 1 - 2 Tabletten) täglich.

Die Dosierung ist dem jeweiligen Anwendungsgebiet entsprechend in folgender Weise anzupassen:

Dermatitis herpetiformis sowie andere unter „4.1 Anwendungsgebiete“ erwähnte Hauterkrankungen:

Man beginnt mit 2 Tabletten pro Tag (= 100 mg Dapson) eine Woche lang. Dann kann auf 4 Tabletten

pro Tag (= 200 mg Dapson) gesteigert werden bis zum Eintreten des Therapieerfolges. Es ist aber im

Einzelfall

niedrigst

mögliche

Dosis

ermitteln.

Dies

kann

auch

durch

Kombination

Kortikosteroiden erreicht werden. In Extremfällen können kurzfristig 300 mg Dapson täglich (= 6

Tabletten) erforderlich sein.

Wenn das Krankheitsbild von Symptomen im Darmbereich begleitet ist, kann eine glutenfreie Diät zum

Therapieerfolg beitragen und eine Dosisreduzierung ermöglichen.

Basistherapie des chronischen Gelenkrheumatismus:

Man beginnt mit 1 Tablette (= 50 mg Dapson) pro Tag eine Woche lang und führt die Therapie mit 2

Tabletten (= 100 mg Dapson) pro Tag fort.

Lepra:

Hier wird durchschnittlich mit 50 - 100 mg Dapson (= 1 - 2 Tabletten) täglich dosiert.

Dabei erhalten Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene 100 mg Dapson täglich. Kinder und

Jugendliche von 10 - 14 Jahren erhalten täglich 50 mg Dapson. Für Kinder unter 10 Jahren muss die

Dosis dem Körpergewicht angepasst werden.

Art und Dauer der Anwendung

Tabletten

werden

unzerkaut

ausreichend

Flüssigkeit

besten

nach

einer

Mahlzeit)

eingenommen.

Bei der Dermatitis herpetiformis und anderen oben erwähnten Hauterkrankungen ist in den meisten

Fällen

eine

Dauerbehandlung

über

Jahre

hinweg

erforderlich.

Beim

Auftreten

Unverträglichkeitserscheinungen kann die Therapie unterbrochen und später, z. B. bei Rückfällen oder

Verschlechterung

klinischen

Bildes,

wieder

aufgenommen

werden.

Eine

Überbrückung

Kortikosteroiden in dieser Zeit kann hilfreich sein. Diese Möglichkeiten müssen individuell ermittelt

werden.

Rheumabehandlung

werden

Therapieperioden

mehreren

(bis

sechs)

Monaten

durchgeführt. Die Notwendigkeit der Wiederholung solcher Behandlungskuren ergibt sich aus dem

Verlauf des Einzelfalls.

Die antileprotische Monotherapie mit Dapson allein musste jahre- bzw. lebenslang durchgeführt

werden. Durch die Kombination mit anderen Antileprotika kann die Behandlungszeit wesentlich

verkürzt werden. In Abhängigkeit von der Schwere des Falles und dem bakteriologisch festgestellten

Therapieerfolg kann heute die Dapson-Anwendung in den meisten Fällen nach 6 - 12 Monaten beendet

werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Dapson oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile des Arzneimittels

Überempfindlichkeit

gegen

Sulfonamide,

Patienten

Überempfindlichkeit

gegen

Sulfonamide in der Regel auch gegen Sulfone und damit auch gegen Dapson überempfindlich

sind

schwere Lebererkrankungen

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei Patienten mit erblichem Mangel an Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD) ist das Risiko

unerwünschter

Nebenwirkungen

deutlich

erhöht,

weshalb in

diesen

Fällen die

Anwendung

DAPSON-Fatol zu vermeiden ist. Bei dringlicher Indikation muss versucht werden, mit der Hälfte der

empfohlenen Dosis auszukommen (siehe Abschnitt 4.8).

anämischen

Patienten

(Hämoglobingehalt

unter

10 g/dL)

sollte

DAPSON-Fatol

nicht

Anwendung kommen. Doch kann bei äußerster Dringlichkeit (z. B. der Dermatitis herpetiformis) ein

Behandlungsversuch unter strenger Kontrolle, vor allem des roten Blutbildes, unumgänglich sein. Wenn

andere Therapiemöglichkeiten gegeben sind (z. B. bei chronischem Gelenkrheumatismus), sollte

DAPSON-Fatol nicht zur Anwendung kommen, falls die Hämoglobinwerte bei Behandlungsbeginn

niedriger als 11 g/dL liegen.

Sollten die Hämoglobin-Werte bei einer Dapson-Therapie unter 10 g/dL absinken, so sind häufige

(gegebenenfalls tägliche) Kontrollen durchzuführen. Bei Hämoglobin-Werten unter 9 g/dL ist ein

Abbruch der Dapson-Applikation zu erwägen, wobei die ärztliche Entscheidung vom Dringlichkeitsgrad

der Dapson-Indikation abhängig ist. Auch sind die Hämoglobin-Ausgangswerte für die Entscheidung

zum Therapieabbruch heranzuziehen: Ein rasanter Hämoglobin-Abfall von hohen Ausgangswerten

wiegt schwerer als ein prozentual geringer Abfall von bereits anfangs niedrigen Hämoglobin-Werten.

Wegen der methodisch bedingten Schwankungen der Messergebnisse ist in Zweifelsfällen eine

kurzfristige Wiederholungsuntersuchung anzuraten (siehe Abschnitt 4.8).

Bei schwerwiegender und hartnäckiger Methämoglobinämie kann ein Therapieabbruch erforderlich

werden.

Dapson-Langzeitbehandlung

muss

gegebenenfalls

mäßig

erhöhter

Methämoglobingehalt des Blutes in Kauf genommen werden.

Da die Cyanose im noch ungefährlichen Bereich von 10 % Methämoglobin in Erscheinung tritt, ist ein

frühzeitiges Bemerken der Anomalie möglich. Der Patient muss darauf aufmerksam gemacht werden,

eine bläuliche Verfärbung an Lippen und Fingernägeln bzw. eine erschwerte Atemtätigkeit sofort dem

Arzt zu melden (siehe Abschnitt 4.8).

Bei Diabetikern kann die Einnahme von Dapson in Laboruntersuchungen zu falsch-niedrigen HbA1c-

Werten

(Langzeitblutzuckerwerten)

führen

damit

eine

gute

Kontrolle

diabetischen

Stoffwechsellage vortäuschen.

Bei Langzeitanwendung von Dapson bei AIDS-Patienten, die mit Zidovudin therapiert werden, sollten

die hämatologischen Parameter besonders sorgfältig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.5).

Der Patient ist darauf aufmerksam zu machen, dass beim Auftreten von Hautausschlägen unter Dapson-

Therapie sofort der Arzt zu informieren ist. Das Mittel muss dann sofort abgesetzt werden (siehe

Abschnitt 4.8).

Ist eine Behandlung während der Stillzeit erforderlich, muss abgestillt werden (siehe Abschnitt 4.6).

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-

Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Omeprazol reduziert die Clearance von Dapson. Dies wurde bei Kaukasiern, jedoch nicht bei Asiaten

beobachtet.

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Dapson und Probenecid kann die Ausscheidung von Dapson

gehemmt werden.

Trimethoprim erhöht die Plasmakonzentration und die unerwünschten Arzneimittelwirkungen von

Dapson.

Die orale Clearance von Dapson nahm durch gleichzeitige Gabe von Rifabutin signifikant zu.

Rifampicin kann die biologische Halbwertszeit von Dapson reduzieren. Es gibt bisher keine Hinweise,

dass dies therapeutische Folgen hätte.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Ursodeoxycholsäure wird Dapson schneller metabolisiert, so dass

seine Wirkung verringert wird.

Pyrimethamin

kann

einige

pharmakokinetische

Parameter

Dapson

(Distributionsvolumen,

Plasmaspiegel, Speichelkonzentrationen) verändern. Die Bedeutung ist nicht bekannt.

Potentielle

Methämoglobinbildner

(Nitrate,

Nitrite,

Sulfonamide,

Nitroglycerin,

Nitroprussid-Na,

Stickstoffmonoxid

Lokalanästhetika

Prilocain)

hemmen

Enzym

Methämoglobin-

Reduktase, das Methämoglobin wieder zu Hämoglobin abbaut.

Vor operativen Eingriffen unter Verwendung von Lokalanästhetika sollte der Arzt durch den Patienten

über

Einnahme

DAPSON-Fatol

Kenntnis

gesetzt

werden.

Eine

Bestimmung

Methämoglobingehaltes des Blutes sollte vor dem Eingriff erfolgen. Bei länger geplanten Eingriffen

empfiehlt es sich, DAPSON-Fatol 2 bis 3 Tage davor abzusetzen.

In einer Studie konnte gezeigt werden, dass Fluconazol die Bildung des toxischen Metaboliten

Hydroxylamin-Dapson bei HIV-infizierten Patienten senkt.

Bei Langzeitanwendung von Dapson bei AIDS-Patienten, die mit Zidovudin therapiert werden, sollten

die hämatologischen Parameter besonders sorgfältig überwacht werden. Eine erhöhte Ausprägung der

durch

Zidovudin

verursachten

makrozytären

Anämie

sowie

eine

Milderung

durch

Dapson

verursachten Methämoglobinämie wurden im Mausmodell beobachtet.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Dapson bei

Schwangeren vor.

Tierexperimentelle Studien in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität wurden nicht durchgeführt (s.

Abschnitt 5.3).

Die Anwendung von DAPSON-Fatol während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen

Alter, die nicht verhüten, wird nicht empfohlen.

Stillzeit

Dapson wird in die Muttermilch ausgeschieden. Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene/Kind

können nicht ausgeschlossen werden.

Es muss eine Entscheidung darüber getroffen werden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die

Behandlung mit DAPSON-Fatol verzichtet werden soll. Dabei soll sowohl der Nutzen des Stillens für

das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigt werden.

Fertilität

Es liegen keine Daten zur Fertilität vor.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

DAPSON-Fatol

kann

auch

bestimmungsgemäßem

Gebrauch

Reaktionsvermögen

soweit

verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von

Maschinen beeinträchtigt ist.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig

(

1/10)

Häufig

(

1/100 bis

<1/10)

Gelegentlich

(

1/1.000 bis

<1/100)

Selten

(

1/10.000 bis

<1/1.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht ab-

schätzbar)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Hämolyse (s.

zusätzliche In-

formationen

Methämoglobin-

Bildung (s. zu-

sätzliche Infor-

mationen

Agranulozy-

tose

Thrombozytose

Allgemeine Erkrankungen und Überempfindlichkeitsreaktionen

Überempfind-

lichkeit als sog.

„Dapson-Syn-

drom“ (Fieber,

Unwohlsein,

Hautausschläge,

Gelbsucht,

Lymphdrüsen-

schwellung, Mo-

nonukleose, Eo-

sinophilie, Anä-

mie, verstärkte

Methämoglobin-

bildung. Chol-

angitis, renale

Vaskulitis und

Hepatitis in ein-

zelnen Fällen) (s.

zusätzliche Infor-

mationen

Erkrankungen des Nervensystems

Kopfschmer-zen

(s. zusätzliche

Informationen

periphere mo-

torische Neuro-

pathie

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Magenbe-

schwerden,

akute

Pankreatitis

Sehr häufig

(

1/10)

Häufig

(

1/100 bis

<1/10)

Gelegentlich

(

1/1.000 bis

<1/100)

Selten

(

1/10.000 bis

<1/1.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht ab-

schätzbar)

Übelkeit (s. zu-

sätzliche Infor-

mationen

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Hautausschläge

(s. zusätzliche

Informationen

Photosensibilität

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und des Mediastinums

eosinophile

Pneumonitis

Leber- und Gallenerkrankungen

hochgradige

Hypalbumin-

ämie

Erhöhung der

Leberenzyme

Untersuchungen

kann zu falsch-

niedrigen

HbA1c-Werten

führen

Zusätzliche Informationen

Nach erblich festgelegter Funktion wird Dapson von verschiedenen Individuen schnell oder langsam

abgebaut (acetyliert). Ein Einfluss auf Wirkungen oder Nebenwirkungen von Dapson konnte dafür bis

jetzt nicht festgestellt werden.

Während der Behandlung mit Dapson kommt es zu einer dosisabhängigen Hämolyse, die bei einer

Tagesdosis bis zu 100 mg nur gering ausgeprägt ist (siehe aber den Hinweis auf G6PD-Mangel im

Abschnitt 4.4). Der dadurch bedingte Abfall der Blutfarbstoffwerte prägt sich besonders in den ersten 4

Behandlungswochen aus, um sich in den darauf folgenden Wochen wieder dem Ausgangspunkt zu

nähern. Eine regelmäßige Kontrolle des roten und des weißen Blutbildes (zu Beginn der Therapie

wöchentlich, nach einigen Monaten einmal monatlich) ist erforderlich.

Methämoglobin äußert sich als bläuliche Verfärbung der Haut. Das menschliche Blut enthält

normalerweise einen kleinen Anteil von Methämoglobin (1 % des Gesamtblutfarbstoffes bzw. 0,15

g/dL).

Blutspiegel

10 %

mehr

machen

sich

durch

Cyanose

äußerlich

sichtbar.

30 %

Methämoglobin und mehr verursachen Atemnot, wenn es zur akut entstandenen Methämoglobinämie

kommt. Letale Blutspiegel liegen bei über 75 % des Gesamtblutfarbstoffes.

Die das rote Blutbild betreffenden Nebenwirkungen sind bei Kindern und älteren Patienten oft stärker

ausgeprägt.

Eine Überempfindlichkeit kann sich - besonders bei schlecht ernährten Patienten - als sogenanntes

„Dapson-Syndrom“ äußern. Es ist nicht dosisabhängig. Die klinische Symptomatologie lässt an eine

Infektionskrankheit, insbesondere an infektiöse Mononukleose, denken.

Kopfschmerzen treten zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden im Allgemeinen im Verlauf

der weiteren Dapson-Anwendung.

Gastrointestinale Störungen treten zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden im Allgemeinen

im Verlauf der weiteren Dapson-Anwendung.

Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Dapson können auch in Form von Hautausschlägen auftreten,

wobei in Einzelfällen schwere Verlaufsformen (Erythema multiforme oder exfoliative Dermatitis)

beobachtet wurden.

Der Patient ist darauf aufmerksam zu machen, dass beim Auftreten von Hautausschlägen unter Dapson-

Therapie sofort der Arzt zu informieren ist. Das Mittel muss dann sofort abgesetzt werden.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3

53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome der Intoxikation

Die Symptomatik einer Dapson-induzierten Intoxikation ist gut bekannt. Dyspnoe, Übelkeit mit

Erbrechen,

Kopfschmerzen,

Cyanose,

Tachykardie,

Methämoglobinämie,

Sulfhämoglobinämie,

Hämolyse, Hämaturie, Nierenversagen, neurologische und psychiatrische Störungen, Erblindung und

Koma sind beobachtet worden. Genaue Angaben über letale Dosen sind nicht vorhanden. In einem Fall

führten 1,4 g Dapson zum Tode, in einem anderen Fall überlebte der Patient die Einnahme von 15 g

Dapson.

In einem Einzelfall wurde irreversible Retinopathie mit optischer Atrophie nach Einnahme von etwa

10 g Dapson beobachtet.

Therapie von Intoxikationen

Über

Notwendigkeit einer Magenspülung

zur Unterbrechung

Sulfonresorption

muss

Einzelfall und nach gründlicher Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses entschieden werden.

Gabe von Aktivkohle („activated charcoal gut dialysis“) und über mehrere Tage eventuell ein

Abführmittel (40 mL 20 - 40 %ige Sorbitlösung).

Beschleunigung

Sulfon-Elimination

Prophylaxe

eines

Nierenversagens

mittels

Infusionsbehandlung

(Zufuhr

ausreichender

Flüssigkeitsmengen

Diuretika

Natriumhydrogencarbonat zur Alkalisierung des Urins).

Behandlung der Methämoglobinämie durch intravenöse Gabe von 0,2 mL/kg KG einer 1 %-igen

Methylenblau-Lösung und/oder Vitamin C (2 g/d).

Frühzeitige Hämodialyse oder Hämoperfusion bei extremen Überdosierungen.

Transfusion von Erythrozytenkonzentraten oder Austauschtransfusion.

Sauerstoff- bzw. Beatmungstherapie unter Kontrolle des pO

Symptomatische Behandlung (z. B. Sedativa).

Grundsätzlich neurologische und ophthalmologische Mitbetreuung.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Mittel zur Behandlung der Lepra, ATC-Code: J04BA02

Dermatikum, ATC-Code: D10AX05

Wirkmechanismus und pharmakodynamische Wirkungen

Dapson ist ein Anilin-Derivat, bei dem die beiden Anilin-Gruppen über eine charakteristische Sulfon-

Gruppe miteinander verbunden sind.

Dapson besitzt antibakterielle und, davon unabhängig, antientzündliche Eigenschaften.

Es wirkt gegen Bakterien und Protozoen in derselben Weise wie die Sulfonamide, indem es die Synthese

von Dihydrofolsäure hemmt, durch kompetitive Verdrängung der Para-Aminobenzoesäure aus der

Bindungsstelle der Dihydropteroat-Synthetase.

Gegen

Mycobacterium leprae

ist Dapson hoch wirksam, die minimale Hemmkonzentration wird im

Nanogramm-Bereich vermutet.

Dapson ist auch wirksam gegen Tuberkulosebakterien und Streptokokken.

Für die Humanmedizin ist bedeutsam, dass Dapson die Wirkung von Isoniazid und Protionamid deutlich

verstärkt, was u. a. eine Dosisherabsetzung vor allem von Protionamid ermöglicht.

Dapson ist auch wirksam gegen

Pneumocystis carinii

und gegen die Malaria-Erreger. Es wird

angenommen, dass es bei den genannten Parasiten mindestens zwei Angriffsziele von Dapson gibt:

Einmal

kommt

Bildung

eines

Analogons

Dihydropterinsäure

(Dapson

wird

statt

Aminobenzoesäure eingebaut) und zum anderen wird das Enzym Dihydropteroat-Synthetase gehemmt.

Durch diese Vorgänge kann es auch zur Störung anderer Systeme kommen, wie z. B. der Dihydrofolat-

Reduktase, deren Aufgabe es ist, die Umwandlung der für die Mikroorganismen unbrauchbaren

Dihydrofolsäure zur Tetrahydrofolsäure zu katalysieren.

Der darauf folgende Wegfall der Tetrahydrofolsäure führt schließlich zur Hemmung der RNA- und

DNA-Synthese.

Charakteristisch für die Dermatitis herpetiformis und für manche Krankheiten des sogenannten

rheumatischen Formenkreises ist die lokale Anhäufung polymorphonukleärer Leukozyten. Die Rolle

dieser Zellen bei der Entstehung der Entzündung, besonders durch die Freilassung („respiratory burst“)

hochtoxischer Sauerstoffverbindungen ist bekannt. Diese Wirkstoffe des Organismus - z. B. gegen

Bakterien - können beträchtliche Schäden in verschiedenen Geweben anrichten, so z. B. bei der

Dermatitis herpetiformis an der Haut, bei rheumatoider Arthritis an Gelenken usw.

Dapson

hemmt

zytotoxisch

äußerst

aktive

Kette

Myeloperoxidase-Wasserstoffsuperoxid-

Halogenverbindung und den „respiratory burst“. Weiter sind eine Hemmung der Arthus-Reaktion, die

Herabsetzung

Reaktion

Lymphozyten

Phytohämagglutinin,

Hemmung

Komplementbindung durch den alternativen Weg seiner Aktivierung, Hemmung mehrerer lysosomaler

Enzymsysteme und Hemmung der Bindung von Leukotrien B4 mit seinen spezifischen Rezeptoren

durch Dapson beschrieben worden. Dapson kann außerdem reaktive Sauerstoff-Intermediärprodukte

abfangen.

Einzelfälle von Therapieerfolgen bei Akne, Morbus Crohn, Morbus Behcet und Kaposi-Sarkom sind

belegt und deuten auf die Herstellung eines immunologischen Gleichgewichts als wichtige Eigenschaft

des Dapsons hin.

An Entzündungsmodellen bei Versuchstieren zeigte Dapson auch analgetische und antipyretische

Eigenschaften.

Resistenzmechanismus

Der Resistenzmechanismus von

Mycobacterium leprae

gegenüber Dapson ist nicht vollständig geklärt.

Man nimmt an, dass Mutationen im

folP1

Gen, welches für die Dihydropteroat-Synthetase kodiert, für

die Dapson-Resistenz verantwortlich sind.

Resistenzsituation

liegen

keine

umfassenden

neuen

Daten

aktuellen

weltweiten

Resistenzsituation

Mycobacterium leprae

vor. Grundsätzlich ist

M. leprae

heute sensitiv gegen Dapson. Es werden jedoch

in Regionen mit hoher Prävalenz Resistenzen gegen Dapson beobachtet. Resistenzraten von bis zu 80 %

bei Rezidiven (sekundäre Resistenz) und bis zu 40 % bei unbehandelten Stämmen (primäre Resistenz)

wurden berichtet.

Dapson-Resistenzen aufgrund einer Dapson-Monotherapie sind verbreitet, weswegen Dapson immer

anderen,

gegen

Lepra-Erreger

wirkenden

Arzneimitteln

kombiniert

werden

sollte.

Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt die Kombination von Dapson

mit Clofazimin und Rifampicin. Trotzdem werden Dapson-Resistenzen beobachtet, deren Prävalenz

jedoch nicht bekannt ist, da es nur wenige Studien hierzu gibt.

Darüber hinaus sollte für die Therapie der Lepra immer eine Beratung durch Experten angestrebt

werden.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach Studien bei Lepra und Dermatitis herpetiformis wird Dapson fast vollständig (70 - 80 %) nach

oraler Gabe resorbiert. Plasma-Spitzenwerte werden nach 2 - 6 Stunden erreicht. Sie betragen nach 100

mg Dapson oral im Mittel 1,7 mg pro Liter nach Einzelgabe, 3,3 mg pro Liter im „steady state“ und

fallen nach 24 Stunden auf 0,7 bis 1,8 mg pro Liter ab.

Beim Affen wurde für Dapson ein enterohepatischer Kreislauf nachgewiesen. Dies erklärt, warum auch

bei Menschen die orale Gabe von Aktivkohle bei Dapson-Intoxikation wirksam sein kann.

Die Bioverfügbarkeit von DAPSON-Fatol wurde an menschlichen Probanden untersucht. Dabei wurden

Werte gefunden, die den in der Literatur angegebenen Werten entsprechen. Die weiblichen Probanden

zeigten durchschnittlich etwas höhere Dapson-Serumspiegel.

Verteilung

Dapson wird zu 70 - 90 % an Plasmaproteine gebunden. Seine Diffusion in verschiedene Organe und

Gewebe ist gut und die erreichten Werte entsprechen in etwa der Serumkonzentration. Dapson kann

auch ins Zellinnere der Phagozyten eindringen.

Biotransformation

Dapson wird in der Leber acetyliert, wobei es - wie bei Isoniazid und den Sulfonamiden - genetisch

fixierte

Langsam-

Schnellacetylierer

gibt.

Hauptmetabolit

Monoacetyl-Dapson.

klinische Bedeutung der Acetylierungsrate bzw. -geschwindigkeit ist vermutlich gering.

Der andere wichtige Stoffwechselweg von Dapson ist seine Hydroxylierung. Er ist insofern von

Bedeutung,

angenommen

wird,

dass

Dapson-Monohydroxylamin

für

hämatologischen

Nebenwirkungen von Dapson verantwortlich ist.

Elimination

Die biologische Halbwertszeit von Dapson ist verhältnismäßig lang, im Mittel um 20 Stunden mit einer

Streuung von 14 bis 83 Stunden. Allgemein werden etwa 90 % einer oralen Dosis von 100 mg

vollkommen nach ca. 9 Tagen ausgeschieden, nach Langzeitbehandlung mit Dapson kann der Wirkstoff

jedoch bis zu 35 Tage nach der letzten Gabe nachgewiesen werden. Als Erklärungen für diese lange

Halbwerts- und Ausscheidungszeit werden die hohe Plasmaproteinbindung und der enterohepatische

Kreislauf (siehe oben) angesehen. Zu relevanter Kumulation kommt es aber nicht.

Dapson wird etwa zu 90 % über die Niere mit beträchtlichen Anteilen in Form von Metaboliten und zu

etwa 10 % mit dem Stuhl ausgeschieden.

Dapson ist in der Muttermilch nachgewiesen worden.

Linearität/Nicht-Linearität

Die maximalen Blutspiegel scheinen im Bereich von 50 - 300 mg proportional zur Dapson-Dosis zu

sein.

Pharmakokinetik bei speziellen Patientengruppen

Eingeschränkte Nieren- und/oder Leberfunktion

Es gibt keine Untersuchungen über die Pharmakokinetik von Dapson in Patienten mit eingeschränkter

Nieren- und/oder Leberfunktion.

Kinder

Die Pharmakokinetik von Dapson wurde bei Kindern mit erkranktem Immunsystem bis zum Alter von

12 Jahren untersucht. Orale Dosen von 1 mg/kg Dapson führen bei Kindern nach 1 bis 4 Stunden zu

maximalen Serumkonzentrationen wie sie bei Erwachsenen nach einer Dosis von 50 mg erreicht

werden. Die Elimination folgt einer Kinetik 1. Ordnung und die Eliminationshalbwertszeit entspricht in

etwa den bei Erwachsenen gemessenen Werten. Die orale Clearance von Dapson ist bei Kindern unter

2 Jahren im Vergleich zu älteren Kindern erhöht.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Aus den Untersuchungen zur chronischen Toxizität liegen keine Erkenntnisse vor, die zu dem Verdacht

führen, dass beim Menschen bisher unbekannte Nebenwirkungen auftreten könnten.

In einem bakteriellen Testsystem (Ames-Test) erwies sich Dapson nicht als genotoxisch. In in-vitro-

Studien an humanen Lymphozyten wurden in hohen Konzentrationen vermehrt Chromosomen-

aberrationen beobachtet. Bei sehr hoher Dosierung, die deutlich über der humantherapeutischen Dosis

lag, war Dapson im Mikronukleus-Test in der Maus klastogen.

In Untersuchungen an Mäusen wurde kein karzinogener Effekt gefunden. Bei Ratten führte Dapson in

hohen Dosen zu einer vermehrten Tumorbildung (Milz, Peritoneum, Schilddrüse). Da die positiven

Befunde zur Genotoxizität und zum karzinogenen Potential nur bei sehr hohen Konzentrationen bzw.

Dosierungen

gesehen

wurden,

eine

Relevanz

für

therapeutische

Anwendung

nicht

sehr

wahrscheinlich, kann aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Experimentelle Untersuchungen zum Einfluss von Dapson auf die embryo-fötale sowie postnatale

Entwicklung wurden nicht durchgeführt.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Copovidon,

Crospovidon

(Typ

Ph.Eur.),

Magnesiumstearat

(Ph.Eur.)

[pflanzlich],

Lactose-

Monohydrat, Mikrokristalline Cellulose, Hochdisperses Siliciumdioxid, Calciumhydrogenphosphat-

Dihydrat

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

DAPSON-Fatol Tabletten sollen nach Ablauf des auf der Verpackung angegebenen Verfalldatums nicht

mehr angewendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/Aluminium-Blisterpackungen

Originalpackung mit 25 Tabletten

Originalpackung mit 50 Tabletten

Originalpackung mit 100 Tabletten

Klinikpackung mit 500 Tabletten

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

RIEMSER Pharma GmbH

An der Wiek 7

17493 Greifswald - Insel Riems

phone

+49 30 338427-0

+49 38351 308

e-mail

info@RIEMSER.com

8.

ZULASSUNGSNUMMER

5829.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG / VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung:

01.07.1985

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 28.02.2013

10.

STAND DER INFORMATION

12.2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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