Cytarabin Accord 20 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

23-02-2021

Fachinformation Fachinformation (SPC)

23-02-2021

Wirkstoff:
CYTARABIN
Verfügbar ab:
Accord Healthcare B.V.
ATC-Code:
L01BC01
INN (Internationale Bezeichnung):
cytarabine
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
138393
Berechtigungsdatum:
2018-07-18

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GEBRAUCHSINFORMATION: INFORMATION FÜR ANWENDER

Cytarabin Accord 20 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Wirkstoff: Cytarabin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Cytarabin Accord und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Cytarabin Accord beachten?

Wie ist Cytarabin Accord anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Cytarabin Accord aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Cytarabin Accord und wofür wird es angewendet?

Cytarabin Accord wird bei Erwachsenen und Kindern angewendet. Der Wirkstoff ist Cytarabin.

Cytarabin gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Zytostatika bezeichnet werden. Sie

werden zur Behandlung akuter Leukämien (einem Blutkrebs, bei dem Sie zu viele weiße

Blutkörperchen haben) angewendet und um eine Beteiligung des zentralen Nervensystems

(meningeale Leukämie) zu verhindern bzw. zu behandeln. Cytarabin stört das Wachstum der

Krebszellen, die schließlich zerstört werden.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Cytarabin Accord beachten?

Cytarabin Accord darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Cytarabin oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn die Zellzahl auf Ihrem Laborbericht aufgrund einer anderen, nicht krebsbedingten Ursache

sehr niedrig ist, außer Ihr Arzt entscheidet, dass die Anwendung von Cytarabin bei Ihnen sicher

ist.

wenn Sie nach einer Strahlentherapie oder einer Behandlung mit einem anderen Krebsmedikament

wie beispielsweise Methotrexat verstärkt Probleme mit der körperlichen Koordination haben.

wenn Sie schwanger sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder dem medizinischen Fachpersonal, bevor Cytarabin

Accord bei Ihnen angewendet wird:

wenn Ihr Knochenmark nicht richtig funktioniert, da die Behandlung in diesem Fall nur unter

engmaschiger medizinischer Aufsicht eingeleitet werden darf.

wenn Sie Leberprobleme haben. Wenn Ihre Leber vor der Behandlung nicht gut arbeitet, ist

Cytarabin nur unter engmaschiger medizinischer Aufsicht zu verabreichen.

wenn Sie eine Strahlentherapie erhalten haben.

wenn Sie eine Transfusion von bestimmten Blutzellen (Granulozyten) erhalten.

wenn bei Ihnen unmittelbar vor oder nach der Behandlung mit Cytarabin eine Dialyse

durchgeführt wurde bzw. durchgeführt werden soll. Falls Sie dialysepflichtig sind, kann der Arzt

Ihnen das Arzneimittel zu einem anderen Zeitpunkt verabreichen, da die Dialyse seine

Wirksamkeit beeinträchtigen kann.

Während der Behandlung

Ihr Arzt wird regelmäßig Ihr Blut testen und gegebenenfalls Ihr Knochenmark untersuchen.

Ihr Arzt wird möglicherweise häufig Ihre Leber- und Nierenfunktion überwachen.

Ihr Arzt wird möglicherweise Tests durchführen, um die Funktion Ihrer Nerven während der

Behandlung mit diesem Arzneimittel zu überprüfen.

Während der Behandlung können hohe Harnsäurespiegel (ein Hinweis auf die Zerstörung der

Krebszellen) in Ihrem Blut (Hyperurikämie) auftreten. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wenn Sie

Arzneimittel zur Regulierung dieser hohen Werte benötigen.

Während der Behandlung mit Cytarabin wird die Gabe von Lebendimpfstoffen oder attenuierten

Impfstoffen nicht empfohlen. Wenn Sie eine solche Impfung benötigen, wenden Sie sich an Ihren

Arzt. Die Verwendung von Totimpfstoffen oder inaktivierten Impfstoffen hat wegen der

Unterdrückung des Immunsystems durch Cytarabin möglicherweise nicht die gewünschte

Wirkung.

Cytarabin führt zu einer starken Verringerung der Produktion von Blutzellen im Knochenmark. Dies

kann Sie anfälliger für Infektionen oder Blutungen machen. Die Anzahl der Blutzellen kann auch nach

Beendigung der Behandlung weiter abnehmen.

Anwendung von Cytarabin Accord zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden oder

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben, auch wenn es sich um nicht

verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Tabletten, die Digoxin oder Beta-Acetyldigoxin enthalten (zur Behandlung bestimmter

Herzkrankheiten)

Gentamicin (ein Antibiotikum zur Behandlung bakterieller Infektionen)

5-Fluorocytosin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen)

Arzneimittel, die Cyclophosphamid, Vincristin und Prednison enthalten (in Programmen zur

Krebstherapie verwendet)

andere Arzneimittel, die das Immunsystem unterdrücken können (wie Azathioprin oder

Mercaptopurin).

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Vermeiden Sie, schwanger zu werden, während Sie oder Ihr Partner mit Cytarabin behandelt

werden/wird. Wenn Sie sexuell aktiv sind, wird Ihnen geraten eine wirksame Empfängnisverhütung

anzuwenden; um eine Schwangerschaft während der Behandlung zu verhindern. Dies gilt für Männer

wie für Frauen. Cytarabin kann Geburtsfehler verursachen; es ist daher wichtig, dass Sie Ihrem Arzt

mitteilen, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein. Männer und Frauen müssen während und bis zu 6

Monate nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Stillzeit

Während der Behandlung mit Cytarabin muss das Stillen unterbrochen werden, da das Arzneimittel

für gestillte Säuglinge gesundheitsschädlich sein kann.

Fortpflanzungsfähigkeit

Cytarabin kann bei Frauen den Menstruationszyklus unterdrücken und zum Ausbleiben der

Regelblutung (Amenorrhoe) führen. Es kann zudem bei Männern die Samenproduktion unterdrücken.

Männliche Patienten, die sich einer Behandlung mit Cytarabin unterziehen, müssen eine zuverlässige

Verhütungsmethode anwenden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Cytarabin hat zwar keine Auswirkungen auf Ihre Verkehrstüchtigkeit oder Ihre Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen, jedoch kann aber die Krebsbehandlung bei manchen Patienten allgemein

die Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. In diesem Fall

dürfen Sie keine Fahrzeuge steuern und keine Maschinen bedienen.

Cytarabin Accord enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 5 ml, d.h. es ist

nahezu „natriumfrei“.

Wie ist Cytarabin Accord anzuwenden?

Cytarabin Accord wird Ihnen unter Aufsicht von Fachpersonal im Krankenhaus verabreicht. Ihr Arzt

wird je nach Ihrem Zustand über die Dosis und die Anzahl der Behandlungstage entscheiden.

Dieses Arzneimittel kann als Injektion (mit einer Spritze) unter die Haut (subkutan), in eine Vene

(intravenös), in einen Muskel (intramuskulär) oder in das Rückenmark (intrathekal) verabreicht

werden.

Dosierung

Die Cytarabin-Dosis wird von Ihrem Arzt festgelegt und richtet sich nach Ihrem Zustand, danach, ob

Sie eine Einleitungs- oder Erhaltungstherapie bekommen, sowie nach Ihrer Körperoberfläche. Diese

wird anhand Ihres Körpergewichts und Ihrer Größe berechnet.

Wenn Sie mehr Cytarabin Accord erhalten haben, als Sie sollten

Hohe Dosen können Nebenwirkungen wie Geschwüre im Mund verschlimmern oder die Anzahl der

weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen (die zur Blutgerinnung beitragen) im Blut vermindern,

zu Schäden an den Nerven, schweren Lungenerkrankungen, Herzproblemen und sogar zum Tod

führen. In diesem Fall benötigen Sie vielleicht Antibiotika oder Bluttransfusionen. Mundgeschwüre

können behandelt werden, um die Beschwerden während des Abheilens zu verringern.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann Cytarabin Accord Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Die Nebenwirkungen von Cytarabin sind dosisabhängig. Sie betreffen am häufigsten den

Verdauungstrakt, aber auch das Blut. Die Nebenwirkungen im Verdauungstrakt sind geringer, wenn

Cytarabin als Infusion verabreicht wird.

Wenn eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt, benötigen Sie möglicherweise dringend

ärztliche Hilfe. Informieren Sie umgehend Ihren Arzt, wenn Sie irgendwelche der folgenden

Symptome bemerken:

plötzliche Anzeichen einer Allergie wie Hautausschlag, Juckreiz oder Nesselausschlag auf der

Haut, Schwellungen von Gesicht, Lippen, Mund oder Rachen, Kurzatmigkeit oder keuchende

Atmung

eine Kombination von Symptomen wie Fieber oder niedriger Körpertemperatur, schnellem Atmen,

beschleunigtem Herzschlag, Verwirrtheit und Ödemen; dies können Anzeichen einer

Blutvergiftung sein

Infektion oder Entzündung an der Injektionsstelle

Verletzung des Rückenmarks, die zur Lähmung von zwei oder mehr Gliedmaßen führt

Schwäche oder Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen, sexuelle Funktionsstörungen, Krampfanfälle

und Bewusstseinsverlust; dies können Anzeichen einer Schädigung des Gehirns oder der Nerven

sein

ungewöhnliche Muskelschmerzen und -empfindlichkeit

entzündete, tränende oder brennende Augen mit Blutungen, Sehstörungen, Lichtempfindlichkeit

vollständiger Verlust des Sehvermögens

plötzliche stechende Brustschmerzen, die in Schulter und Hals ausstrahlen

starke Bauchschmerzen mit Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Blut im Stuhl

plötzlicher Gewichtsverlust oder Gelbsucht (Gelbfärbung der Haut und Augen),

Farbveränderungen von Urin und Stuhl, anhaltender Husten mit Fieber, Schüttelfrost und

Kurzatmigkeit; Ursache hierfür kann eine Lungeninfektion sein

Zunahme anderer Infektionszeichen wie Halsschmerzen oder Mundgeschwüre; Ursache hierfür

kann eine Verminderung der weißen Blutzellen sein

blasse Haut und Müdigkeit oder vermehrte Blutungen oder Blutergüsse; Ursache hierfür kann eine

Verminderung anderer Blutzellen sein

Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder beim Entleeren der Blase

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Fieber

abnorme Blutzellen (Megaloblastose)

Appetitverlust

Schluckbeschwerden

Bauchschmerzen

Übelkeit

Erbrechen

Bewusstseinsstörungen (bei hohen Dosen)

Sprechstörungen (bei hohen Dosen)

abnorme Augenbewegungen (Nystagmus bei hohen Dosen)

Durchfall

Entzündung oder Geschwürbildung im Mund oder After

reversible Wirkungen auf die Leber wie erhöhte Leberenzymwerte

reversible Wirkungen auf die Haut, wie z. B. Rötung (Erythem), Blasenbildung, Hautausschlag,

Nesselsucht, Entzündung von Blutgefäßen (Vaskulitis), Haarausfall

Nierenprobleme, die anhand von Blut- oder Urinuntersuchungen feststellbar sind

abnorm hohe Harnsäurewerte im Blut (Hyperurikämie)

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Halsschmerzen

Kopfschmerzen

Entzündung oder Geschwürbildung in der Speiseröhre

braune/schwarze Flecken auf der Haut (Lentigo)

Geschwürbildung auf der Haut

Taubheitsgefühl in Armen und Beinen

Juckreiz

Kurzatmigkeit

Gelenk- und Muskelschmerzen

Sehr selten: kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Blasenbildung oder Hautausschlag

unregelmäßiger Herzschlag (Arrhythmie)

Nicht bekannt

: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar:

Schwindelgefühl

schmerzhafte Schwellung der Arme und Beine

Sommersprossenbildung auf der Haut

Hautausschlag

Brustschmerzen

brennender Schmerz an Handflächen und Fußsohlen

Herzfrequenz oder Herzschlag langsamer als gewöhnlich

Sonstige Nebenwirkungen:

Das Cytarabin-Syndrom kann 6 bis 12 Stunden nach Beginn der Behandlung auftreten. Zu den

Symptomen zählen:

Fieber

Knochen- und Muskelschmerzen

Augenentzündung (Bindehautentzündung)

allgemeines Unwohlsein

gelegentliche Brustschmerzen

Hautausschlag

Übelkeit

Folgende Symptome können nach intrathekaler Anwendung (Injektion in den Bereich um

das Rückenmark) von Cytarabin auftreten:

Entzündung der Membran, die das Gehirn und Rückenmark umgibt; mögliche Symptome sind

starke Kopfschmerzen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Händen und Beinen usw.

Ihr Arzt kann Ihnen Kortikosteroide (entzündungshemmende Arzneimittel wie Hydrocortison,

Prednisolon, Dexamethason) verschreiben, um diese Symptome zu verhindern oder zu behandeln.

Wenn die Gabe wirksam ist, kann die Behandlung mit Cytarabin fortgesetzt werden.

Die folgenden Symptome können bei bis zu einem Drittel der Patienten nach der Behandlung mit

hohen Cytarabindosen auftreten und sind in der Regel reversibel:

Persönlichkeitsveränderungen

veränderte Aufmerksamkeit

Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen

Verwirrtheit

Schläfrigkeit

Zittern

Diese Nebenwirkungen können häufiger auftreten:

bei älteren Patienten (über 55 Jahre)

bei Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion

nach vorheriger Krebsbehandlung des Gehirns und Rückenmarks, z. B. Strahlentherapie oder

Injektion von Zytostatika

bei Alkoholmissbrauch

Das Risiko einer Schädigung des Nervensystems ist erhöht, wenn die Cytarabinbehandlung:

in hohen Dosen oder kurzen Abständen verabreicht wird

mit anderen Behandlungen kombiniert wird, die das Nervensystem schädigen (z. B.

Strahlentherapie oder Methotrexat)

Die Behandlung mit Cytarabin kann bei Frauen den Menstruationszyklus und bei Männern die

Samenproduktion unterdrücken.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Cytarabin Accord aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Cytarabin Accord nicht verwenden, wenn Sie bemerken, dass die Lösung nicht klar, farblos und

frei von sichtbaren Partikeln ist.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

Haltbarkeit

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Durchstechflasche und dem Umkarton nach

„Verwendbar bis“/„Verw. bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Wenn nur der

Monat und das Jahr angegeben sind, bezieht sich das Verfalldatum auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern. Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

Die chemische und physikalische Anbruchstabilität wurde in Konzentrationen von

0,04 mg/ml, 0,1 mg/ml, 1,0 mg/ml und 4,0 mg/ml nachgewiesen. Das Produkt ist bei unter 25 °C

8 Tage lang haltbar.

Aus mikrobiologischer Sicht muss das Produkt sofort verwendet werden, es sei denn, die

Verdünnungsmethode schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Wenn das Produkt

nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung

verantwortlich.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Cytarabin Accord enthält

Der Wirkstoff ist Cytarabin. Jeder Milliliter (1 ml) Lösung enthält 20 Milligramm (mg) Cytarabin.

Die sonstigen Bestandteile sind Natriumchlorid, Natriumhydroxid (zur pH-Einstellung),

Salzsäurekonzentrat (zur pH-Einstellung) und Wasser für Injektionszwecke. Siehe Abschnitt 2

„Cytarabin Accord enthält Natrium“.

Wie Cytarabin Accord aussieht und Inhalt der Packung

Cytarabin Accord ist eine klare, farblose Lösung, die frei von sichtbaren Partikeln ist.

2 ml: Durchstechflasche aus Klarglas mit Stopfen aus Butylgummi und blauem Flip-off-Verschluss

aus Aluminium.

5 ml: Durchstechflasche aus Klarglas mit Stopfen aus Butylgummi und rotem Flip-off-Verschluss aus

Aluminium.

Die Durchstechflasche aus Glas hat eine oberflächliche Kunststoffummantelung mit einem Boden

nicht auf PVC-Basis.

Packungsgrößen:

2 ml: 1 Durchstechflasche, 5 Durchstechflaschen und 25 Durchstechflaschen

5 ml: 1 Durchstechflasche, 5 Durchstechflaschen und 25 Durchstechflaschen

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

Accord Healthcare B.V.

Winthontlaan 200

3526KV Utrecht

Niederlande

Hersteller:

Accord Healthcare Limited

Sage House, 319 Pinner Road,

North Harrow, Middlesex, HA1 4HF,

Vereinigtes Königreich

Laboratori Fundació Dau

Pol. Ind. Consorci Zona Franca,

c/ C, 12-14 Barcelona, 08040,

Spanien

Accord Healthcare Polska Sp.z o.o.,

ul. Lutomierska 50,95-200 Pabianice, Polen

Z.Nr.: 138393

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Name des

Mitgliedsstaates

Bezeichnung des Arzneimittels

Österreich

Cytarabin Accord 20 mg/ml Injektions-/ Infusionslösung

Deutschland

Cytarabin Accord 20 mg/ml Lösung für Injektion / Infusion

Dänemark

Cytarabine Accord 20 mg/ml

Spanien

Cytarabine 20 mg/mL Solución para inyección/infusión

Finnland

Cytarabine Accord Healthcare 20 mg/ml injektio-/infuusioneste, liuos

Frankreich

Cytarabine Accord 20 mg/ml solution injectable/pour perfusion

Irland

Cytarabine 20 mg/ml solution for injection/ infusion

Malta

Cytarabine 20 mg/ml solution for injection/ infusion

Norwegen

Cytarabine Accord

Polen

Cytarabina Accord

Name des

Mitgliedsstaates

Bezeichnung des Arzneimittels

Rumänien

Citarabină Accord 20 mg/ml soluție injectabilă/perfuzabilă

Schweden

Cytarabine Accord 20 mg/ml Injektions-/infusionsvätska, lösning

Slowenien

Citarabin Accord 20 mg/ml raztopina za injiciranje/infundiranje

Vereinigtes Königreich

Cytarabine 20 mg/ml solution for injection/ infusion

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2020.

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Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Zusätzlich zu den in Abschnitt 3 enthaltenen Angaben sind hier praktische Informationen zur

Zubereitung/Handhabung des Arzneimittels aufgeführt.

Inkompatibilitäten

Cytarabin-Lösungen sind Berichten zufolge mit verschiedenen Arzneimitteln inkompatibel:

Carbenicillin-Natrium, Cephalotin-Natrium, Fluorouracil, Gentamicin-Sulfat, Heparin-Natrium,

Hydrocortison-Natriumsuccinat, Normalinsulin, Methylprednisolon-Natriumsuccinat Nafacillin-

Natrium, Oxacillin-Natrium, Penicillin G-Natrium (Benzylpenicillin), Methotrexat und Prednisolon-

Succinat.

Die Inkompatibilität hängt allerdings von mehreren Faktoren ab (z. B. den Konzentrationen des

Arzneimittels, den spezifisch verwendeten Verdünnungsmitteln, dem resultierendem pH-Wert oder

der Temperatur). Spezifische Informationen zur Kompatibilität sind der Fachliteratur zu entnehmen.

Das Arzneimittel darf nicht mit anderen Arzneimitteln als den empfohlenen Verdünnungslösungen

gemischt werden.

Richtlinien für die Anwendung und Handhabung von Zytostatika

Nur zum einmaligen Gebrauch. Nicht verbrauchte Lösung ist zu entsorgen.

Cytarabin Accord 20 mg/ml Injektions-/Infusionslösung ist zur intravenösen, intramuskulären,

subkutanen oder intrathekalen Anwendung bestimmt.

Die verdünnte Lösung muss klar, farblos und frei von sichtbaren Partikeln sein.

Parenterale Arzneimittel sind vor der Anwendung visuell auf Partikel und Verfärbungen zu prüfen

werden, soweit die Lösung und das Behältnis dies gestatten.

Lösung, die verfärbt erscheint oder sichtbare Partikel aufweist, ist zu entsorgen.

Cytarabin Accord ist eine gebrauchsfertige Lösung, kann jedoch mit sterilem Wasser für

Injektionszwecke, 5%iger Dextrose-Injektionslösung oder 0,9%iger Natriumchlorid-Injektionslösung

verdünnt werden.

Die chemische und physikalische Anbruchstabilität wurde in Konzentrationen von 0,04 mg/ml, 0,1

mg/ml, 1,0 mg/ml und 4,0 mg/ml nachgewiesen. Das Produkt ist bei unter 25 °C 8 Tage lang haltbar.

Aus mikrobiologischer Sicht muss das Produkt sofort verwendet werden, es sei denn, die

Verdünnungsmethode schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Wenn das Produkt

nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung

verantwortlich.

Chemotherapeutische Wirkstoffe dürfen nur von entsprechend ausgebildetem medizinischem

Fachpersonal zur Verabreichung vorbereitet werden. Vorgänge wie das Verdünnen und das

Überführen in eine Spritze müssen in einem speziell dafür vorgesehenen Bereich erfolgen. Das

medizinische Fachpersonal, das diese Vorgänge ausführt, muss angemessene Schutzkleidung,

Handschuhe und Augenschutz tragen. Für Schwangere ist es nicht ratsam, mit chemotherapeutischen

Wirkstoffen zu arbeiten.

Bei Kontakt mit der Haut oder den Augen muss der betroffene Bereich mit viel Wasser oder normaler

Kochsalzlösung gewaschen werden. Eine unparfümierte Creme kann zur Behandlung von

vorübergehendem Hautbrennen verwendet werden. Bei Kontakt mit den Augen ist ärztlicher Rat

einzuholen.

Bei Verschütten Handschuhe anziehen und die verschüttete Substanz mit einem speziell hierfür im

Arbeitsbereich aufbewahrten Schwamm aufwischen. Bereich zweimal mit Wasser spülen. Alle

Lösungen und Schwämme in einen Kunststoffbeutel geben und diesen verschließen.

Entsorgung

Zur Beseitigung in einen Entsorgungsbeutel für (zytotoxische) Hochrisikoabfälle geben und bei 1100

°C verbrennen. Bei Verschütten den Zugang zu dem betroffenen Bereich beschränken und

angemessene Schutzausrüstung einschließlich Schutzhandschuhe und Sicherheitsbrille tragen.

Ausbreitung der verschütteten Flüssigkeit begrenzen und den Bereich mit saugfähigem

Papier/Material reinigen. Verschüttete Flüssigkeiten können auch mit 5%igem Natriumhypochlorit

behandelt werden. Den Bereich, in dem die Flüssigkeit verschüttet wurde, mit reichlich Wasser

reinigen. Verunreinigtes Material in einen auslaufsicheren Entsorgungsbeutel für zytotoxische

Substanzen geben und bei 1100 °C verbrennen.

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterialien ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Cytarabin Accord 20 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Jeder ml Lösung enthält 20 mg Cytarabin.

Jede Durchstechflasche mit 2 ml Lösung enthält 40 mg Cytarabin.

Jede Durchstechflasche mit 5 ml Lösung enthält 100 mg Cytarabin.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung:

Jede Durchstechflasche enthält <1 mmol Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektions-/Infusionslösung.

Klare, farblose Lösung, frei von sichtbaren Partikeln.

pH: 7,0 bis 9,5

Osmolalität: ca. 300 mOsmol/kg

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Induktion der Remission bei akuter myeloischer Leukämie bei Erwachsenen und zur Behandlung

anderer akuter Leukämien bei Erwachsenen und Kindern einschließlich Prophylaxe und Behandlung

einer Beteiligung des ZNS (meningeale Leukämie).

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Cytarabin Accord ist zur intravenösen, intramuskulären, subkutanen oder intrathekalen Anwendung

bestimmt.

Eine subkutane Injektion wird im Allgemeinen gut vertragen und ist für die Erhaltungstherapie zu

empfehlen.

Cytarabin Accord kann mit sterilem Wasser für Injektionszwecke, Glucoselösung zur intravenösen

Infusion oder Natriumchloridlösung zur intravenösen Infusion verdünnt werden.

Die Behandlung mit Cytarabin ist von oder unter Beratung durch einen Arzt mit umfassender

Erfahrung in der Behandlung mit Zytostatika einzuleiten. Es können nur allgemeine Empfehlungen

gegeben werden, da akute Leukämie fast ausschließlich mit einer Kombination verschiedener

Zytostatika behandelt wird.

Dosierungsempfehlungen können auf Basis des Körpergewichts (mg/kg) oder der

Körperoberfläche (mg/m

) gegeben werden. Die Dosierungsempfehlungen können mittels

Nomogrammen von jenen in Bezug auf das Körpergewicht zu denen im Zusammenhang mit der

Oberfläche umgerechnet werden.

Remissionsinduktion:

Dauerbehandlung: Die übliche Dosierung bei Leukämie beträgt 2 mg/kg/Tag als tägliche rasche

intravenöse Injektion für die Dauer von zehn Tagen. Wenn nach zehn Tagen kein therapeutisches

Ansprechen und keine Toxizität erkennbar sind, kann die Dosis auf 4 mg/kg/Tag erhöht und weiter

verabreicht werden, bis ein therapeutisches Ansprechen oder eine Toxizität beobachtet werden. Bei

fast allen Patienten können mit diesen Dosen schließlich toxische Wirkungen herbeigeführt werden.

0,5 bis 1 mg/kg/Tag können zehn Tage lang täglich als Infusion über 1 bis 24 Stunden gegeben

werden; danach kann die Dosis bis zum Eintreten von Toxizität auf 2 mg/kg/Tag erhöht werden. Diese

Behandlung ist fortzusetzen, bis eine Toxizität bzw. Remission eintritt. Die Ergebnisse von

einstündigen Infusionen waren bei den meisten Patienten zufriedenstellend.

Intermittierende Behandlung: Cytarabin kann als intermittierende intravenöse Dosis von

3 bis 5 mg/kg täglich an fünf aufeinander folgenden Tagen verabreicht werden. Diese Behandlung

kann nach einer Ruhephase von 2 bis 9 Tagen wiederholt und so lange fortgesetzt werden, bis ein

therapeutisches Ansprechen oder eine Toxizität beobachtet werden.

Anzeichen einer Knochenmarkverbesserung wurden 7 bis 64 Tage (im Mittel 28 Tage) nach

Therapiebeginn festgestellt.

Wenn bei einem Patienten nach einer versuchsweisen Gabe weder eine Remission noch eine Toxizität

eintritt, ist im allgemeinen eine vorsichtige Verabreichung höherer Dosen angezeigt. Patienten

vertragen höhere Dosen allgemein besser, wenn diese als rasche intravenöse Injektion statt als

langsame Infusion verabreicht werden. Dieser Unterschied ist auf die rasche Metabolisierung von

Cytarabin und die daraus resultierende kurze Wirkdauer der hohen Dosis zurückzuführen.

Cytarabin wurde in Dosen von 100 bis 200 mg/m

/24 Stunden durch kontinuierliche Infusion für 5-7

Tage entweder als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Zytostatika wie z. B. einem

Anthrazyklin verabreicht. Zusätzliche Zyklen können im Abstand von 2 bis 4 Wochen verabreicht

werden, bis eine Remission oder eine nicht akzeptable Toxizität eintritt.

Erhaltungstherapie: Zur Aufrechterhaltung der Remission können Dosen von 1 mg/kg ein- oder

zweimal wöchentlich intravenös oder subkutan verabreicht werden.

Cytarabin wurde auch in Dosen von 100 bis 200 mg/m² als 5-tägige Dauerinfusion in monatlichen

Abständen als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Zytostatika gegeben.

Intrathekale Verabreichung

Es wurden Dosen zwischen 5 und 30 mg/m² Körperoberfläche verabreicht.

Zur Behandlung von meningealer Leukämie wird meist eine Dosis von 30 mg/m² Körperoberfläche

einmalig alle 4 Tage verabreicht, bis der

zerebrospinal

e Liquorbefund normal ist; danach wird eine

einzelne weitere Dosis gegeben. Die Gabe hat als langsame Injektion zu erfolgen. Siehe Abschnitt 4.8.

Hohe Dosierung:

Cytarabin wird unter strenger medizinischer Überwachung als Monotherapie oder in Kombination mit

anderen Zytostatika als intravenöse Infusion von 2 bis 3 g/m² über 1 bis 3 Stunden alle 12 Stunden für

2 bis 6 Tage gegeben (insgesamt 12 Dosen pro Zyklus). Die Gesamtdosis darf 36 g/m

2

nicht

überschreiten. Die Häufigkeit der Therapiezyklen hängt vom Ansprechen auf die Behandlung sowie

von der hämatologischen und nicht hämatologischen Toxizität ab. Ebenfalls zu beachten sind die

Vorsichtsmaßnahmen, die bei einem Abbruch der Behandlung erforderlich sind (Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche: Kinder scheinen höhere Dosen zu vertragen als Erwachsene. Wo

Dosisbereiche angegeben sind, ist die höhere Dosis für Kinder und die niedrigere Dosis für

Erwachsene zu verwenden.

Patienten mit eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion:

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion: Die Dosierung ist zu reduziert.

Cytarabin ist hämodialysierbar. Daher darf Cytarabin nicht unmittelbar vor oder nach einer Dialyse

verabreicht werden.

Ältere Patienten:

Bei älteren Patienten über 60 Jahren sind hohe Dosen nur nach sorgfältiger Abwägung des Risikos und

Nutzens zu geben. Es liegen keine Informationen vor, die darauf hinweisen, dass bei älteren Patienten

eine Dosisänderung angezeigt ist. Ältere Patienten tolerieren die Arzneimitteltoxizität jedoch weniger

gut als jüngere Patienten. Es ist besonders auf arzneimittelinduzierte Leukopenie, Thrombozytopenie

und Anämie zu achten und gegebenenfalls eine unterstützende Behandlung einzuleiten.

Art der Anwendung:

Hinweise zur Verdünnung des Arzneimittels vor der Anwendung, siehe Abschnitt 6.6.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Cytarabin oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Anämie, Leukopenie und Thrombozytopenie nicht maligner Ätiologie (z. B. Knochenmarkaplasie),

außer wenn der Nutzen der Behandlung die Risiken überwiegt.

Degenerative und toxische Enzephalopathien, insbesondere nach Anwendung von Methotrexat oder

Behandlung mit ionisierender Strahlung.

Während der Schwangerschaft darf Cytarabin nur bei strenger Indikation verabreicht werden; dabei

muss der Nutzen des Arzneimittels für die Mutter gegen die möglichen Risiken für den Fetus

abgewogen werden (siehe Abschnitt 4.6).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Allgemein:

Cytarabin soll nur von Ärzten mit Erfahrung in der Anwendung von chemotherapeutischen

Wirkstoffen in der Krebsbehandlung verabreicht werden.

Warnhinweise:

Cytarabin ist ein starkes Knochenmarksuppressivum. Das Ausmaß der Knochenmarksuppression

hängt von der Dosierung und vom Dosierungsschema ab. Bei Patienten mit bestehender

arzneimittelinduzierter Knochenmarksuppression ist bei der Einleitung der Therapie Vorsicht geboten.

Patienten, die dieses Arzneimittel erhalten, müssen engmaschig ärztlich überwacht werden; während

der Induktionstherapie sind täglich die Leukozyten- und Thrombozytenzahl zu kontrollieren. Nachdem

die Blasten aus dem peripheren Blut verschwunden sind, sind häufig Knochenmarkuntersuchungen

durchzuführen.

Die wichtigste toxische Wirkung von Cytarabin besteht in der Suppression des Knochenmarks in Form

von Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie, Megaloblastose und einer Verminderung der

Retikulozyten. Weniger schwere toxische Wirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und

Bauchschmerzen, Mundgeschwüre und Leberfunktionsstörungen (siehe Abschnitt 4.8).

Eine Leukozytendepression nach Dauerinfusion über 5 Tage oder nach akuten Injektionen von

50 mg/m

bis 600 mg/m

verläuft biphasisch. Unabhängig von der ursprünglichen Leukozytenzahl, von

der Dosierung oder vom Dosierungsschema kommt es zu einem ersten Abfall, der innerhalb der ersten

24 Stunden beginnt und nach 7 bis 9 Tagen seinen Nadir erreicht. Hierauf folgt ein kurzer Anstieg, der

etwa am zwölften Tag seinen Höhepunkt erreicht. Ein zweiter, tieferer Abfall erreicht seinen Nadir an

Tag 15 bis 24. In den folgenden 10 Tagen kommt es dann zu einem raschen Anstieg auf über den

Ausgangswert. Eine Thrombozytendepression ist nach 5 Tagen erkennbar; die maximale Depression

wird nach 12 bis 15 Tagen erreicht. In den folgenden 10 Tagen kommt es dann zu einem raschen

Anstieg auf über den Ausgangswert.

Es müssen entsprechende Einrichtungen zur Behandlung von Komplikationen einer möglicherweise

letal verlaufenden Knochenmarksuppression (Infektionen aufgrund von Granulozytopenie und anderen

Beeinträchtigungen des Immunsystems, sowie durch Thrombozytopenie bedingte Blutungen)

vorhanden sein.

Unter der Behandlung mit Cytarabin sind anaphylaktische Reaktionen aufgetreten. Es wurde über

Anaphylaxie berichtet, die zu einem akuten Herz-Kreislauf-Stillstand führte und eine Reanimation

erforderlich machte. Dies trat unmittelbar nach der intravenösen Verabreichung von Cytarabin auf.

Eine schwere und gelegentlich letale ZNS-, gastrointestinale und pulmonale Toxizität (die von den

unter konventionellen Cytarabin-Therapieschemata beobachteten toxischen Wirkungen abweicht)

wurde bei Cytarabin-Dosierschemata mit experimentell hohen Dosierungen (2-3 g/m

) beobachtet. Zu

den Reaktionen zählen reversible Korneatoxizität, meist reversible zerebrale und zerebellare

Funktionsstörungen, Somnolenz, Krämpfe, schwere gastrointestinale Ulzeration einschließlich

Pneumatosis cystoides intestinalis mit daraus resultierender Peritonitis, Sepsis und Leberabszesse

sowie Lungenödeme.

Cytarabin hat sich bei Tieren als mutagen und karzinogen erwiesen. Bei einer Langzeittherapie ist zu

bedachen, dass ähnliche Wirkungen beim Menschen möglich sind.

Vorsichtsmaßnahmen:

Patienten unter Cytarabintherapie müssen engmaschig überwacht werden. Häufige Kontrollen der

Thrombozyten- und Leukozytenzahl sind obligatorisch. Eine Aussetzung oder Modifikation der

Therapie ist erforderlich, wenn die arzneimittelinduzierte Knochenmarksuppression zu einem Abfall

der Thrombozytenzahl auf unter 50.000 bzw. der polymorphkernigen Granulozyten auf unter

1.000 pro mm

geführt hat. Die Verminderung der geformten Elemente im peripheren Blut kann auch

nach Absetzen des Arzneimittels noch weiter anhalten, und unter Umständen werden die niedrigsten

Werte erst nach arzneimittelfreien Intervallen von 12 bis 24 Tagen erreicht. Falls indiziert kann erneut

mit der Therapie begonnen werden, wenn (bei aufeinanderfolgenden Knochenmarkuntersuchungen)

deutliche Zeichen einer Knochenmarkerholung festzustellen sind. Wird das Arzneimittel bis zum

Erreichen „normaler“ peripherer Blutbefunde abgesetzt, kann dies dazu führen, dass bei diesen

Patienten die Krankheit nicht mehr kontrollierbar ist.

Bei erwachsenen Patienten mit akuter nicht lymphatischer Leukämie traten nach Konsolidierung mit

hohen Dosen Cytarabin, Daunorubicin und Asparaginase periphere motorische und sensorische

Neuropathien auf.

Patienten, die mit hoch dosiertem Cytarabin behandelt werden, sind daher auf Neuropathien zu

überwachen, da zur Vermeidung irreversibler neurologischer Störungen unter Umständen eine

Änderung des Dosierungsschemas erforderlich ist.

Unter hoch dosierten Cytarabin-Therapieschemata sind schwere und gelegentlich letal verlaufende

pulmonale Toxizität, ADRS (Atemnotsyndrom des Erwachsenen) und Lungenödeme aufgetreten.

Nach experimenteller hoch dosierter Therapie mit Cytarabin in Kombination mit Cyclophosphamid

zur Vorbereitung auf eine Knochenmarktransplantation wurden Fälle von Kardiomyopathie mit

Todesfolge berichtet. Dies ist möglicherweise abhängig vom Dosierungsschema.

Bei rascher Gabe intravenöser Dosen kommt es häufig zu Übelkeit; die Patienten erbrechen

möglicherweise noch Stunden später. Dieses Problem ist in der Regel weniger stark ausgeprägt, wenn

das Arzneimittel infundiert wird.

Bei Patienten, die mit konventionellen Cytarabin-Dosen in Kombination mit anderen Arzneimitteln

behandelt wurden, kam es zu Bauchdeckenschmerzhaftigkeit (Peritonitis) und Kolitis mit positivem

Guajak-Test bei gleichzeitiger Neutropenie und Thrombozytopenie. Die Patienten sprachen auf eine

nichtoperative medizinische Behandlung an.

Nach intrathekaler und intravenöser Gabe von Cytarabin in konventionellen Dosen in Kombination

mit anderen Arzneimitteln wurde bei Kindern mit AML über eine verzögerte progressive

aszendierende Paralyse mit Todesfolge berichtet.

Eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion

Die menschliche Leber entgiftet offenbar einen erheblichen Anteil der verabreichten Cytarabindosis.

Insbesondere bei Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion besteht nach hoch dosierter

Anwendung von Cytarabin möglicherweise eine höhere Wahrscheinlichkeit einer ZNS-Toxizität. Bei

Patienten mit schlechter Leberfunktion muss das Arzneimittel mit Vorsicht und in reduzierter Dosis

angewendet werden.

Bei Patienten mit vorbestehender Leberfunktionsstörung ist Cytarabin nur mit größter Vorsicht

anzuwenden.

Bei Patienten unter Cytarabintherapie sind regelmäßige Kontrollen der Knochenmark-, Leber- und

Nierenfunktion erforderlich.

Die Sicherheit dieses Arzneimittels bei Säuglingen wurde bisher nicht untersucht.

Wie andere Zytostatika kann Cytarabin aufgrund der raschen Lyse von neoplastischen Zellen eine

Hyperurikämie auslösen. Der Arzt muss daher den Harnsäurespiegel im Blut des Patienten

überwachen und darauf vorbereitet sein, die zur Kontrolle dieses Problems erforderlichen

unterstützenden und pharmakologischen Maßnahmen einzuleiten.

Immunsuppressive Wirkungen/erhöhte Infektionsanfälligkeit

Die Gabe von Lebendimpfstoffen oder attenuierten Lebendimpfstoffen kann bei durch

Chemotherapeutika (einschließlich Cytarabin) immungeschwächten Patienten zu schwerwiegenden

oder tödlich verlaufenden Infektionen führen. Bei Patienten, die Cytarabin erhalten, sind Impfungen

mit Lebendvakzinen zu vermeiden. Impfstoffe mit abgetöteten oder deaktivierten Erregern können

verabreicht werden; das Ansprechen auf solche Impfstoffe kann allerdings vermindert sein.

Hohe Dosierung:

Das Risiko für ZNS-Toxizität ist erhöht, wenn hoch dosiertes Cytarabin in Kombination mit anderen

ZNS-toxischen Behandlungen wie Strahlentherapie verabreicht wird oder wenn der Patient zuvor eine

Behandlung des ZNS in Form einer intrathekalen Chemotherapie erhalten hat.

Eine gleichzeitige Granulozytentransfusion ist zu vermeiden, da dabei schwere Ateminsuffizienz

berichtet wurde.

Nach experimenteller hoch dosierter Therapie mit Cytarabin in Kombination mit Cyclophosphamid

zur Vorbereitung auf eine Knochenmarktransplantation wurden Fälle von Kardiomyopathie mit

Todesfolge berichtet.

Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol Natrium (23 mg) pro 5 ml und ist damit praktisch

„natriumfrei“.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Digoxin

Ein reversibler Abfall der Steady-State-Digoxinkonzentrationen im Plasma und der renalen

Glycosidausscheidung wurde bei Patienten beobachtet, die Beta-Acetyldigoxin und

Chemotherapieschemata mit Cyclophosphamid, Vincristin und Prednison mit oder ohne Cytarabin

oder Procarbazin erhielten. Begrenzte Daten weisen darauf hin, dass bei gleichzeitiger Anwendung

von Kombinationschemotherapien, die bekanntermaßen die Resorption von Digoxin verringern, die

Resorption von Digitoxin aus dem Gastrointestinaltrakt nicht wesentlich beeinflusst ist. Bei Patienten,

die ähnliche Kombinationschemotherapien erhalten, kann daher eine Überwachung der Plasma-

Digoxinspiegel angezeigt sein. Bei solchen Patienten kann alternativ die Anwendung von Digitoxin

erwogen werden.

Gentamicin

Eine In-vitro-Studie zeigt, dass Cytarabin die Wirkung von Gentamicin gegen Klebsiella pneumoniae

beeinträchtigen kann. Bei mit Cytarabin behandelten Patienten, die aufgrund einer K.-pneumoniae-

Infektion Gentamicin erhalten, kann das Ausbleiben eines raschen therapeutischen Ansprechens

Anlass zur Neubeurteilung der antibakteriellen Therapie geben.

5- Fluorocytosin

5-Fluorocytosin darf nicht zusammen mit Cytarabin angewendet werden, da gezeigt wurde, dass

hierbei die therapeutische Wirksamkeit von 5-Fluorocytosin verloren geht.

Anwendung von Cytarabin allein oder in Kombination mit anderen Immunsuppressiva

Aufgrund der immunsuppressiven Wirkung von Cytarabin können Infektionen mit Viren, Bakterien,

Pilzen, Parasiten oder saprophytischen Organismen an allen Stellen des Körpers mit der Anwendung

von Cytarabin allein oder in Kombination mit anderen immunsuppressiven Wirkstoffen assoziiert sein,

wenn diese in immunsuppressiven Dosen verabreicht werden, welche die zelluläre oder humorale

Immunität beeinträchtigen. Diese Infektionen können leicht, aber auch schwerwiegend mit

gelegentlich tödlichem Ausgang sein.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Gebärfähige Frauen/Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen

Frauen müssen während und bis zu 6 Monate nach der Behandlung eine zuverlässige

Verhütungsmethode anwenden. Aufgrund des mutagenen Potenzials von Cytarabin, das zu

chromosomalen Schäden in den menschlichen Samenzellen führen kann, sind Männer, die mit

Cytarabin behandelt werden, und ihre Partnerinnen anzuhalten, während und bis zu 6 Monate nach der

Behandlung eine zuverlässige Empfängnisverhütung anzuwenden.

Schwangerschaft

Cytarabin hat sich bei manchen Tierarten als teratogen erwiesen. Bei Frauen, die schwanger sind oder

schwanger werden könnten, ist die Anwendung von Cytarabin daher nur nach angemessener

Abwägung der möglichen Risiken und Nutzen zu erfolgen.

Da bei der Behandlung mit Zytostatika insbesondere im ersten Trimester ein Potenzial für

Missbildungen besteht, müssen Patientinnen, die schwanger sind oder während der Behandlung mit

Cytarabin schwanger werden könnten, auf das potenzielle Risiko für den Fetus hingewiesen und über

die Ratsamkeit einer Fortsetzung der Schwangerschaft aufgeklärt werden. Bei Beginn der Therapie

während des zweiten oder dritten Schwangerschaftstrimesters besteht weiterhin ein deutliches, jedoch

wesentlich reduziertes Risiko. Auch wenn Patientinnen, die in allen drei Schwangerschaftstrimestern

mit Cytarabin behandelt wurden, gesunde Kinder geboren haben, müssen Säuglinge engmaschig

überwacht werden.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob dieses Arzneimittel in die Muttermilch übergeht. Da viele Arzneimittel in die

Muttermilch übergehen und Cytarabin bei Säuglingen schwere Nebenwirkungen verursachen kann,

muss entschieden werden, ob abgestillt oder die Behandlung abgesetzt werden soll, wobei der Nutzen

des Arzneimittels für die Mutter berücksichtigt werden muss.

Dieses Arzneimittel darf schwangeren oder stillenden Patientinnen normalerweise nicht verabreicht

werden.

Fertilität

Es wurden keine Fertilitätsstudien zur Reproduktionstoxizität von Cytarabin durchgeführt. Eine

Gonadensuppression, die zu Amenorrhoe oder Azoospermie führt, kann bei Patienten unter Cytarabin-

Therapie, besonders in Kombination mit alkylierenden Wirkstoffen, auftreten. Diese Effekte scheinen

allgemein abhängig von der Dosis und der Dauer der Therapie zu sein und sind potenziell irreversibel

(siehe Abschnitt 4.8).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Cytarabin hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen.

Patienten, die eine Chemotherapie erhalten, können jedoch in ihrer Verkehrstüchtigkeit oder Fähigkeit

zum Bedienen von Maschinen eingeschränkt sein. Sie müssen auf diese Möglichkeit hingewiesen und

angehalten werden, bei einer entsprechenden Beeinträchtigung derartige Tätigkeiten zu vermeiden.

4.8 Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen wurden im Zusammenhang mit einer Cytarabin-Therapie berichtet:

Die Nebenwirkungen wie folgt gegliedert aufgelistet:

Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis <1/10); gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100); selten (≥1/10.000

bis <1/1.000); sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

Die häufigsten Nebenwirkungen sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Fieber, Hautausschlag,

Appetitverlust, orale und anale Entzündungen und Ulzerationen und Leberfunktionsstörung.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems: Da Cytarabin eine Knochenmarksuppression

bewirkt, sind bei der Anwendung Anämie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Megaloblastose und eine

Verminderung der Retikulozyten zu erwarten. Die Schwere dieser Reaktionen ist abhängig von der

Dosis und vom Therapieschema. Es sind morphologische Zellveränderungen des Knochenmarks und

des peripheren Blutbildes zu erwarten.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Gelegentlich:

Sepsis (Immunsuppression), Cellulitis an der

Injektionsstelle

Nicht bekannt:

Pneumonie, Leberabszess

Erkrankungen des Immunsystems

Nicht bekannt:

Anaphylaxie, allergisches Ödem

Gutartige, bösartige und unspezifische

Neubildungen (einschließlich Zysten und

Polypen)

Gelegentlich:

Lentigo

Erkrankungen des Blutes und des

Lymphsystems

Häufig:

Thrombozytopenie, Anämie, Megaloblastose,

Leukopenie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig:

Anorexie, Hyperurikämie

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

Bei hohen Dosen zerebellare oder zerebrale

Beeinträchtigung mit Bewusstseinstrübung,

Dysarthrie, Nystagmus

Gelegentlich:

Kopfschmerzen, periphere Neuropathie und

Paraplegie bei intrathekaler Verabreichung

Nicht bekannt:

Schwindel, Neuritis, neurale Toxizität

Augenerkrankungen

Häufig:

Reversible hämorrhagische Konjunktivitis

(Photophobie, Brennen, Sehstörungen, vermehrte

Tränenbildung), Keratitis, Konjunktivitis

(eventuell zusammen mit Hautausschlag)

Herzerkrankungen

Gelegentlich:

Perikarditis

Nicht bekannt:

Sinusbradykardie

Gefäßerkrankungen

Nicht bekannt:

Thrombophlebitis

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums

und Mediastinums

Gelegentlich:

Dyspnoe, Halsschmerzen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig:

Dysphagie, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, orale

und anale Entzündung oder Ulzeration,

abdominale Schmerzen

Gelegentlich:

Ösophagitis, Ösophagusulzeration, Pneumatosis

cystoides intestinalis, nekrotisierende Kolitis,

Peritonitis

Nicht bekannt:

Pankreatitis, gastrointestinale Nekrose

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig:

Reversible Nebenwirkungen auf die Leber mit

erhöhten Leberenzymwerten

Nicht bekannt:

Leberfunktionsstörungen, Gelbsucht

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Häufig:

Reversible Nebenwirkungen der Haut, wie z. B.

Erythem, bullöse Dermatitis, Urtikaria,

Vaskulitis, Alopezie

Gelegentlich:

Hautulzeration, Pruritus

Sehr selten:

Neutrophile ekkrine Hidradenitis

Nicht bekannt:

Sommersprossenbildung, Hautausschlag, Palmar-

plantare Erythrodysästhesie

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Gelegentlich:

Myalgie, Arthralgie

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Nierenfunktionsstörung, Harnretention

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden

am Verabreichungsort

Häufig:

Fieber, Thrombophlebitis an der Injektionsstelle

Nicht bekannt:

Schmerzen im Brustraum und Reaktionen an der

Injektionsstelle (Schmerzen und Entzündungen an

der subkutanen Injektionsstelle)

Untersuchungen

Nicht bekannt:

Verminderung der Retikulozyten,

morphologische Zellveränderungen des

Knochenmarks und des peripheren Blutbildes

Cytarabin (Ara-C)-Syndrom: (immunallergische Reaktion):

Fieber, Myalgie, Knochenschmerzen, gelegentliche Brustschmerzen, Exantheme, Konjunktivitis und

Übelkeit können 6 bis 12 Stunden nach Beginn der Therapie auftreten. Kortikosteroide können

prophylaktisch und zur Behandlung erwogen werden. Wenn ihre Gabe wirksam ist, kann die

Cytarabintherapie fortgesetzt werden.

Nach intrathekaler Anwendung

Erkrankungen des Nervensystems

Das Risiko einer ZNS-Toxizität ist erhöht, wenn die Cytarabintherapie hoch dosiert intravenös oder

intrathekal in Kombination mit einer anderen ZNS-toxischen Therapie, z. B. einer Strahlentherapie

oder mit hoch dosiertem oder intrathekalem Methotrexat, oder intrathekal in kurzen Abständen oder in

Dosen über 30 mg/m² verabreicht wird.

Nach intrathekaler Verabreichung wurden nekrotisierende Leukenzephalopathie,

Knochenmarksuppression, Myelopathie mit daraus resultierender Para- oder Quadriplegie, Lähmung

und andere isolierte Neurotoxizitäten berichtet.

Augenerkrankungen

Erblindung

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit, Erbrechen

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Kopfschmerzen, Fieber und/oder andere Symptome einer Arachnoiditis

Nebenwirkungen einer hoch dosierten Cytarabin-Behandlung, die zusätzlich zu denen bei

konventioneller Dosis auftreten:

Infektionen und parasitäre Erkrankungen:

Sepsis, Leberabszess

Hämatologische Toxizität:

Als profunde Panzytopenie, die 15 bis 25 Tage andauern kann und mit einer schwereren

Knochenmarkaplasie als bei konventionellen Dosen einhergeht.

Erkrankungen des Nervensystems:

Nach der Behandlung mit hohen Cytarabindosen treten bei 8 bis 37% der behandelten Patienten

Symptome einer zerebralen oder zerebellaren Beeinträchtigung wie Persönlichkeitsveränderungen,

verminderte Aufmerksamkeit, Dysarthrie, Ataxie, Tremor, Nystagmus, Kopfschmerzen, Verwirrtheit,

Somnolenz, Schwindel, Koma, Krämpfe, periphere motorische und sensorische Neuropathien auf. Bei

älteren Patienten (>55 Jahre) kann die Inzidenz noch höher sein. Weitere prädisponierende Faktoren

sind Leber- und Nierenfunktionsstörungen, vorausgegangene Behandlungen des ZNS (z. B.

Strahlentherapie) und Alkoholmissbrauch. ZNS-Störungen sind in den meisten Fällen reversibel.

Das Risiko einer ZNS-Toxizität ist erhöht, wenn die Cytarabintherapie hoch dosiert intravenös in

Kombination mit einer anderen ZNS-toxischen Therapie, z. B. einer Strahlentherapie oder mit einem

hoch dosierten Zytostatikum, verabreicht wird.

Hornhaut- und Bindehauttoxizität:

Es wurden reversible Läsionen der Hornhaut und hämorrhagische Konjunktivitis beschrieben. Diese

Erscheinungen können durch Corticosteroid-haltige Augentropfen verhindert oder vermindert werden.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums:

Es kann, vor allem bei einer hoch dosierten Therapie, zu ähnlichen klinischen Anzeichen wie bei

einem Lungenödem/ARDS kommen. Ursache für diese Reaktion ist wahrscheinlich eine Verletzung

der alveolären Kapillaren. Eine Einschätzung der Häufigkeit (die in verschiedenen Publikationen mit

10 bis 26% angegeben wird) ist schwierig, da es sich bei den Patienten meist um Rückfallpatienten

handelt, bei denen andere Faktoren bei der Reaktion ebenfalls eine Rolle spielen könnten.

Eine möglicherweise mit Cytarabin in Zusammenhang stehende diffuse interstitielle Pneumonitis ohne

klare Ursache wurde bei Patienten berichtet, die mit mittleren experimentellen Dosen Cytarabin (1

) mit oder ohne gleichzeitige Gabe anderer Chemotherapeutika (m-AMSA, Daunorubicin, VP-16)

behandelt wurden.

Bei der Behandlung eines Leukämierezidivs wurde nach experimenteller Verabreichung von hohen

Dosen Cytarabin ein akutes Atemnotsyndrom mit einer schnellen Progression zum Lungenödem und

einer radiologisch nachweisbaren Kardiomegalie mit tödlichem Ausgang berichtet.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts:

Gastrointestinale Nekrose, nekrotisierende Kolitis, gastrointestinale Ulzeration (einschließlich

Pneumatosis cystoides intestinalis, die zu einer Peritonitis führt).

Besonders bei hohen Cytarabindosen können zusätzlich zu den häufigen Symptomen verstärkt

schwerwiegende Reaktionen auftreten. Über Darmperforation oder Nekrosen mit Ileus und Peritonitis

wurde berichtet.

Leber- und Gallenerkrankungen:

Nach hoch dosierter Therapie wurden Hyperbilirubinämie, Hepatomegalie, Budd-Chiari-Syndrom

(Lebervenenverschluss) und Pankreatitis beobachtet.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes:

Hautausschlag mit Abschuppen, Alopezie.

Sonstige:

Im Anschluss an eine Cytarabintherapie wurden Kardiomyopathie mit Todesfolge und

Rhabdomyolyse berichtet. Es wurde über einen Fall von Anaphylaxie berichtet, der zu einem Herz-

Kreislauf-Stillstand führte und eine Reanimation erforderlich machte. Dies trat unmittelbar nach der

intravenösen Verabreichung von Cytarabin auf.

Die gastrointestinalen Nebenwirkungen sind vermindert, wenn Cytarabin als Infusion verabreicht

wird. Zur Prophylaxe von hämorrhagischer Konjunktivitis wird die lokale Anwendung von

Glukokortikoiden empfohlen.

Amenorrhö und Azoospermie (siehe Abschnitt 4.6)

Infektionen mit Viren, Bakterien, Pilzen, Parasiten oder saprophytischen Organismen an allen Stellen

des Körpers können mit der Anwendung von Cytarabin allein oder in Kombination mit anderen

immunsuppressiven Wirkstoffen assoziiert sein, wenn diese in immunsuppressiven Dosen verabreicht

werden, welche die zelluläre oder humorale Immunität beeinträchtigen. Diese Infektionen können

leicht, aber auch schwerwiegend mit gelegentlich tödlichem Ausgang sein.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

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