Cyproteronacetat dura 100 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Cyproteronacetat
Verfügbar ab:
Mylan dura GmbH
ATC-Code:
G03HA01
INN (Internationale Bezeichnung):
cyproterone acetate
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Cyproteronacetat 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
64990.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Cyproteronacetat dura 100 mg Tabletten

Wirkstoff: Cyproteronacetat

Zur Anwendung bei männlichen Erwachsenen

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht

an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die

gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Cyproteronacetat dura 100 mg und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Cyproteronacetat dura 100 mg

beachten?

Wie ist Cyproteronacetat dura 100 mg einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Cyproteronacetat dura 100 mg aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Cyproteronacetat dura 100 mg und wofür wird es angewendet?

Cyproteronacetat dura 100 mg enthält den Wirkstoff Cyproteronacetat.

Cyproteronacetat ist ein Antiandrogen. Es hemmt die Wirkung der männlichen

Geschlechtshormone (Androgene), die in geringem Umfang auch vom weiblichen

Organismus gebildet werden. Außerdem hat es einen gestagenen und

antigonadotropen Effekt.

Beim Mann werden unter der Behandlung mit Cyproteronacetat dura 100 mg die

Keimdrüsenfunktion gehemmt; diese Veränderung geht nach Absetzen wieder

zurück.

Cyproteronacetat dura 100 mg schirmt androgenabhängige Erfolgsorgane, wie z.

B. die Prostata, gegen die aus den Keimdrüsen und (oder) den Nebennierenrinden

stammenden Androgene ab.

Beim Mann wird Cyproteronacetat dura 100 mg angewendet zur

lindernden Behandlung bei Patienten mit Tochtergeschwülsten oder mit örtlich

fortgeschrittenem, nicht-operablem Prostatakarzinom,

wenn sich die Behandlung mit LHRH-Analoga (Substanzen, die die

Produktion von Sexualhormonen in den Hoden reduzieren) oder der

operative Eingriff als unzureichend erwiesen haben, nicht angewendet

werden dürfen (kontraindiziert sind) oder einer Therapie, bei der das

Arzneimittel eingenommen werden kann (orale Therapie), der Vorzug

gegeben wird.

zu Beginn einer Behandlung mit LHRH-Agonisten zur Verhinderung von

unerwünschten Folgeerscheinungen und Komplikationen, die durch den

anfänglichen Anstieg des Serumtestosteron (männliches

Geschlechtshormon) hervorgerufen werden können.

zur Behandlung von Hitzewallungen, die unter der Behandlung mit LHRH-

Agonisten oder nach Hodenentfernung auftreten.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Cyproteronacetat dura 100 mg

beachten?

Cyproteronacetat dura 100 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Cyproteronacetat oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

bei Leberkrankheiten,

bei Dubin-Johnson-Syndrom und Rotor-Syndrom (erbliche Störungen der

Leberfunktion, bei denen die Ausscheidung des roten Blutzellfarbstoffes

Bilirubin beeinträchtigt ist),

bei vorausgegangenen oder bestehenden Lebertumoren (nur, wenn diese

nicht durch Tochtergeschwülste des Prostatakarzinoms bedingt sind),

bei bekannten oder vermuteten bösartigen Erkrankungen (außer bei

fortgeschrittenem Prostatakarzinom),

wenn bei Ihnen ein Meningiom festgestellt wurde (ein in der Regel gutartiger

Tumor der Hirnhaut). Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie diesbezüglich unsicher

sind.

bei schweren chronischen Depressionen,

bei bestehenden thromboembolischen Ereignissen (Ereignisse, die den

Blutkreislauf durch die Bildung eines Blutgerinnsels in den Blutgefäßen

beeinflussen),

bei Jugendlichen vor Abschluss der Pubertät und Kindern, weil ein

ungünstiger Einfluss auf die reifenden endokrinen Funktionskreise und (oder)

das Längenwachstum nicht auszuschließen ist.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Cyproteronacetat

dura 100 mg einnehmen.

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Cyproteronacetat dura 100 mg nur

unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht einnehmen

dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese Angaben

bei Ihnen früher einmal zutrafen.

Bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom muss der Arzt unter sorgfältiger

Abwägung von Nutzen und Risiko über die Anwendung im Einzelfall

entscheiden, wenn vorausgegangene thromboembolische Ereignisse, schwerer

Diabetes mellitus mit Gefäßveränderungen oder eine Sichelzellenanämie

vorliegen.

Über das Auftreten von thromboembolischen Ereignissen (Verstopfung von

Blutgefäßen durch ein Blutgerinnsel) bei Patienten unter Cyproteronacetat-

Behandlung liegen Berichte vor. Bei Patienten mit vorausgegangenen

arteriellen oder venösen thrombotischen/thromboembolischen Ereignissen (z.

B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt), mit vorausgegangenen

zerebrovaskulären Ereignissen (Schlaganfall) oder mit fortgeschrittenen

bösartigen Erkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko für weitere

thromboembolische Ereignisse.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an Zuckerkrankheit (Diabetes

mellitus) leiden, da eine Dosis-Anpassung für Ihre Diabetes-Arzneimittel

erforderlich sein kann. Deshalb muss die Zuckerkrankheit während der

Behandlung mit Cyproteronacetat dura 100 mg sorgfältig überwacht werden.

Während der Behandlung sind die Leberfunktion und die Funktion der

Nebennierenrinde regelmäßig zu überwachen. Die Leberlaborwerte sollten

auch vor Beginn der Behandlung bestimmt werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt umgehend, wenn Sie ungewöhnliche

Schmerzen im Oberbauch verspüren, die nicht innerhalb kurzer Zeit von allein

weggehen. Diese Schmerzen können Anzeichen von gutartigen oder bösartigen

Lebertumoren sein, die zu lebensgefährlichen Blutungen in die Bauchhöhle

führen können.

Bei Männern muss das rote Blutbild während der Behandlung regelmäßig

kontrolliert werden.

Im Falle von möglichen Fruchtbarkeitsstörungen (Fertilitätsstörungen) ist es

ratsam, vor Behandlungsbeginn ein Spermiogramm (Spermauntersuchung)

anzufertigen.

Kinder und Jugendliche

Cyproteronacetat dura 100 mg sollte bei männlichen Kindern und Jugendlichen

unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da für diese Altersgruppe keine

Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit vorliegen.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cyproteronacetat dura 100 mg bei

weiblichen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde noch nicht

untersucht.

Cyproteronacetat dura 100 mg darf nicht vor Abschluss der Pubertät

angewendet werden, da es eine nachteilige Auswirkung auf die Körpergröße

(Längenwachstum) haben kann.

Einnahme von Cyproteronacetat dura 100 mg zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet

haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Dies betrifft insbesondere Arzneimittel, die zur Gruppe der Statine (Arzneimittel,

zur Verringerung erhöhter Blutfett-Werte wie z. B. Cholesterol oder Trigyceride)

gehören, da sie die Wirkstoffkonzentration von Cyproteronacetat im Körper

beeinflussen können.

Das Risiko von statinbedingten Nebenwirkungen auf das Muskelgewebe (sog.

Myopathie oder Rhabdomyolyse) kann erhöht sein, wenn diese zusammen mit

hohen therapeutischen Dosen von Cyproteronacetat verabreicht werden, da sie

demselben Stoffwechselweg unterliegen.

Bitte informieren Sie auch Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel einnehmen wie z.

B. Ketoconazol, Itraconazol, Clotrimazol (gegen Pilzinfektionen), Ritonavir

(gegen HIV-Infektionen), Rifampicin (gegen Tuberkulose), Phenytoin (gegen

Epilepsie) und Produkte, die Johanniskraut enthalten.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Cyproteronacetat dura 100 mg ist nicht für die Anwendung bei Frauen

vorgesehen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Cyproteronacetat dura 100 mg kann zu Müdigkeit und verminderter Vitalität

führen und die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. Cyproteronacetat dura

100 mg führt auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zu Einschränkungen

der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen. Daher dürfen

Sie keine Kraftfahrzeuge führen, Maschinen bedienen oder andere gefahrvolle

Tätigkeiten ausführen.

Cyproteronacetat dura 100 mg enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Cyproteronacetat dura 100 mg daher erst nach Rücksprache

mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Cyproteronacetat dura 100 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie

sich nicht sicher sind.

Bei Cyproteronacetat dura 100 mg handelt es sich um Tabletten zum Einnehmen.

Nehmen Sie die Tabletten bitte nach den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend

Flüssigkeit ein (vorzugsweise ein Glas Trinkwasser [200 ml]).

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Antiandrogen-Behandlung des Prostatakarzinoms

Zur lindernden Behandlung bei Patienten mit Tochtergeschwülsten oder mit örtlich

fortgeschrittenem, nicht-operablem Prostatakarzinom:

Täglich 2- bis 3-mal 1 Tablette.

Die vom Arzt verordnete Dosis soll nach Besserung oder Remission weder

reduziert noch die Einnahme beendet werden.

Zur Verhinderung von unerwünschten Folgeerscheinungen und Komplikationen,

die zu Beginn einer Behandlung mit LHRH-Agonisten durch den anfänglichen

Anstieg der männlichen Geschlechtshormone hervorgerufen werden können

Zunächst 5 - 7 Tage täglich 2-mal 1 Tablette allein, anschließend 3 - 4 Wochen

lang täglich 2-mal 1 Tablette zusammen mit einem LHRH-Agonisten in der vom

Hersteller vorgesehenen Dosierung.

Bei der Behandlung mit LHRH-Agonisten sind die Angaben in der

Gebrauchsinformation des verwendeten Präparates zu beachten.

Zur Behandlung von Hitzewallungen bei Patienten, die mit LHRH-Analoga

behandelt werden, oder nach Entfernung des Hodengewebes

Die empfohlene Dosis beträgt ½ - 1 ½ Tabletten täglich. Sie kann bei Bedarf bis zu

1 Tablette 3-mal täglich gesteigert werden.

Ergänzende Informationen für spezielle Gruppen von Patienten

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Cyproteronacetat dura 100 mg sollte bei männlichen Kindern und Jugendlichen

unter 18 Jahren nicht angewendet werden. Bei männlichen und weiblichen

Patienten darf Cyproteronacetat dura 100 mg erst nach Abschluss der Pubertät

angewendet werden. Vor Abschluss der Pubertät kann eine nachteilige

Auswirkung von Cyproteronacetat auf die Körpergröße (Längenwachstum) nicht

vollständig ausgeschlossen werden.

Ältere Patienten (65 Jahre oder älter)

Es wurden keine Untersuchungen zur Pharmakokinetik (Aufnahme, Verteilung,

Abbau und Ausscheidung) von Cyproteronacetat bei älteren Patienten

durchgeführt.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Nehmen Sie Cyproteronacetat dura 100 mg nicht ein, wenn Sie an einer

Lebererkrankung leiden (siehe auch Abschnitt 2).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es wurden keine Untersuchungen zur Pharmakokinetik (Aufnahme, Verteilung,

Abbau und Ausscheidung) von Cyproteronacetat bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck

haben, dass die Wirkung von Cyproteronacetat dura 100 mg zu stark oder zu

schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Cyproteronacetat dura 100 mg

eingenommen haben, als Sie sollten

Es gibt keine Hinweise auf schwere gesundheitsschädliche Effekte nach

Überdosierung von Cyproteronacetat.

Wenn Sie die Einnahme von Cyproteronacetat dura 100 mg vergessen

haben

Falls Sie einmal vergessen haben sollten, die Tabletten rechtzeitig

einzunehmen, sollten Sie trotzdem die Therapie unter Auslassen der

vergessenen Tabletten vorschriftsmäßig fortsetzen. Nehmen Sie nicht die

doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Cyproteronacetat dura 100 mg abbrechen

Die ursprünglichen Beschwerden, gegen die Ihnen Cyproteronacetat dura 100

mg von Ihrem Arzt verschrieben wurde, können wieder auftreten. Wenn Sie

beabsichtigen, die Behandlung mit Cyproteronacetat dura 100 mg zu

unterbrechen oder vorzeitig zu beenden, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien

zugrunde gelegt

Sehr häufig:

Kann mehr als 1 Behandelten von 10 betreffen

Häufig:

Kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

Kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

Kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

Kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen von Patienten, die

Cyproteronacetat einnahmen, sind verringerter Geschlechtstrieb,

Erektionsstörungen und Hemmung der Spermienbildung.

Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen betrafen lebertoxische Reaktionen

(wie Gelbsucht, Hepatitis und Leberversagen), gutartige und bösartige

Lebertumore, die zu Blutungen in die Bauchhöhle führen können, sowie

Verstopfung von Blutgefäßen durch ein Blutgerinnsel (thromboembolische

Ereignisse).

Folgende Nebenwirkungen wurden in Zusammenhang mit Cyproteronacetat

berichtet, sie werden nach Organsystemen gegliedert aufgeführt

Untersuchungen

Gelegentlich leichte Erhöhung des Prolaktinspiegels (körpereigenes Hormon).

Sehr selten Verminderung der körpereigenen Kortisolproduktion.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Anämien (Blutarmut) (Häufigkeit nicht bekannt).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Cyproteronacetat kann zu einem Gefühl der Kurzatmigkeit führen (häufig).

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Hautausschlag (gelegentlich). Aufgrund verminderter Talgdrüsensekretion kann

es zu trockener Haut kommen, die Häufigkeit ist nicht bekannt.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Die Langzeitanwendung von Cyproteronacetat kann zu Osteoporose

(Knochenschwund) führen (Häufigkeit nicht bekannt).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Körpergewichtszunahme oder -abnahme (häufig). Bei Diabetikern sind

Blutzuckeranstiege beobachtet worden (Häufigkeit nicht bekannt).

Gefäßerkrankungen

Thromboembolische Ereignisse (Verstopfung von Blutgefäßen durch ein

Blutgerinnsel), deren Häufigkeit nicht bekannt ist.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig Müdigkeit, Hitzewallungen und Schweißausbrüche.

Erkrankungen des Immunsystems

Überempfindlichkeitsreaktionen (selten).

Leber- und Gallenerkrankungen

Während der Behandlung sollte die Leberfunktion regelmäßig überprüft werden.

Häufig wurden Leberschädigungen wie Gelbsucht, Hepatitis (Leberentzündung)

und Leberversagen berichtet, die mit Cyproteronacetat behandelt wurden. Bei

Dosierungen von 100 mg und mehr wurden auch Fälle mit tödlichem Ausgang

berichtet. In den meisten berichteten Fällen mit tödlichem Ausgang handelte es

sich um Männer mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom. Die Schädigung ist

dosisabhängig und entwickelt sich in aller Regel mehrere Monate nach

Behandlungsbeginn. Vor Behandlungsbeginn, in regelmäßigen Abständen

während der Behandlung sowie beim Auftreten von Symptomen oder

Anzeichen, die eine Leberschädigung vermuten lassen, sollte die Leberfunktion

überprüft werden. Bestätigt sich der Verdacht auf Leberschädigung, sollte

Cyproteronacetat dura 100 mg abgesetzt werden, es sei denn, der

Leberschaden ist durch eine andere Ursache, z. B. Tochtergeschwülste

erklärbar. In diesem Fall sollte die Behandlung mit Cyproteronacetat dura 100

mg nur fortgesetzt werden, wenn der erwartete Nutzen das Risiko aufwiegt.

Gutartige und bösartige Tumorerkrankungen

Während der Anwendung von Cyproteronacetat sind sehr selten gutartige oder

bösartige Tumore an der Leber beobachtet worden.

Im Zusammenhang mit längerer Anwendung (Jahre) von Cyproteronacetat in

Dosierungen von 25 mg/Tag und mehr, ist über das Auftreten von Meningiomen

(in der Regel gutartige Tumore der Hirnhaut) berichtet worden (siehe auch

Abschnitt 2).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Cyproteronacetat schränkt im Verlauf von mehreren Wochen allmählich die

Zeugungsfähigkeit des Mannes ein. Im Verlaufe einer mehrwöchigen

Behandlung wird sehr häufig die Entwicklung der Spermien (Spermatogenese)

gehemmt. Ebenso ist die Menge der Samenflüssigkeit (Ejakulatmenge)

reduziert. Die Zeugungsfähigkeit ist nach Beendigung der Therapie innerhalb

einiger Monate wiederhergestellt. Cyproteronacetat führt häufig bei männlichen

Patienten zum Anschwellen der Brustdrüsen (Gynäkomastie) (gelegentlich

verbunden mit Berührungsempfindlichkeit). Diese Veränderungen bilden sich im

Allgemeinen nach Behandlungsende zurück.

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig tritt eine Abnahme des Geschlechtstriebs (Libido) und Impotenz

auf. Diese Beschwerden gehen nach Absetzen der Behandlung wieder zurück.

Häufig kann es zu vorübergehenden inneren Unruhezuständen, depressiven

Verstimmungen sowie zu Antriebsminderung kommen, die das

Konzentrationsvermögen beeinträchtigen können. Patienten, deren Tätigkeit

erhöhte Konzentration erfordert (z. B. aktive Teilnahme am Straßenverkehr,

Bedienen von Maschinen), müssen dies berücksichtigen.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Es wurden intraabdominale Blutungen beobachtet (Häufigkeit nicht bekannt).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für

Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de, anzeigen. Indem Sie

Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Cyproteronacetat dura 100 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Blister und dem Umkarton

nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie

Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Cyproteronacetat dura 100 mg enthält:

Der Wirkstoff ist: Cyproteronacetat.

Jede Tablette enthält 100 mg Cyproteronacetat.

Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose-Monohydrat, mikrokristalline

Cellulose, Croscarmellose-Natrium, Povidon K30, Magnesiumstearat (Ph. Eur.)

[pflanzlich].

Wie Cyproteronacetat dura 100 mg aussieht und Inhalt der Packung:

Die Tabletten sind weiß bis gebrochen weiß, kapselförmig, mit einer Bruchkerbe

auf einer Seite und dem Aufdruck 100 auf der anderen Seite.

Sie befinden sich in PVC/PVDC/AL-Blisterpackungen.

Cyproteronacetat dura 100 mg ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Tabletten

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller:

Mylan dura GmbH

Postfach 10 06 35

64206 Darmstadt

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im:

Mai 2015

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Cyproteronacetat dura 100 mg Tabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Cyproteronacetat

Eine Tablette enthält 100 mg Cyproteronacetat (CPA).

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Lactose-Monohydrat 167,0 mg /

Tablette

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiß bis gebrochen weiß, kapselförmig, mit Bruchkerbe auf einer Seite und

dem Aufdruck 100 auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

zur palliativen Therapie des metastasierenden oder lokal fortgeschrittenen,

inoperablen Prostatakarzinoms,

wenn sich die Behandlung mit LHRH-Analoga oder der operative

Eingriff als unzureichend erwiesen haben, kontraindiziert sind oder

der oralen Therapie der Vorzug gegeben wird,

initial zur Verhinderung von unerwünschten Folgeerscheinungen und

Komplikationen, die zu Beginn einer Behandlung mit LHRH-Agonisten

durch den anfänglichen Anstieg des SerumTestosteron hervorgerufen

werden können,

zur Behandlung von Hitzewallungen, die unter der Behandlung mit

LHRH-Agonisten oder nach Hodenentfernung auftreten.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Tabletten sollten mit etwas Flüssigkeit nach den Mahlzeiten eingenommen

werden.

Die tägliche Höchstdosis beträgt 300 mg.

Antiandrogen-Behandlung des Prostatakarzinoms

Palliative Therapie des metastasierenden oder lokal fortgeschrittenen,

inoperablen Prostatakarzinoms ohne Hodenentfernung oder Behandlung mit

LHRH-Agonisten

Täglich 2- bis 3-mal 1 Tablette (= 200 - 300 mg).

Wenn es zur Besserung oder Remission gekommen ist, soll weder die

Therapie abgesetzt noch die Dosis reduziert werden.

Initial zur Verhinderung von unerwünschten Folgeerscheinungen und

Komplikationen, die zu Beginn einer Behandlung mit LHRH-Agonisten durch

den anfänglichen Anstieg des Serum-Testosterons hervorgerufen werden

können

Zunächst 5 - 7 Tage täglich 2-mal 1 Tablette (= 200 mg) Cyproteronacetat

dura 100 mg, anschließend 3 bis 4 Wochen lang täglich 2-mal 1 Tablette (=

200 mg) Cyproteronacetat dura 100 mg mit einem LHRH-Agonisten in der

vom Inhaber der Zulassung vorgesehenen Dosierung.

Bei der Behandlung mit LHRH-Agonisten sind die Angaben in der

Gebrauchsinformation des verwendeten Präparates zu beachten.

Zur Behandlung von Hitzewallungen, die unter der Behandlung mit LHRH-

Agonisten oder nach Hodenentfernung auftreten

Die empfohlene Dosis beträgt ½ - 1 ½Tabletten (50 - 150 mg) täglich. Sie

kann bei Bedarf bis zu 1 Tablette 3-mal täglich (= 300 mg) gesteigert

werden.

Ergänzende Information über spezielle Gruppen von Patienten

Kinder und Jugendliche

Cyproteronacetat dura 100 mg sollte bei männlichen Kindern und Jugendlichen

unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da für diese Altersgruppe keine

Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit vorliegen.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cyproteronacetat dura 100 mg bei

weiblichen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde noch nicht

untersucht.

Vor Abschluss der Pubertät darf Cyproteronacetat dura 100 mg bei männlichen

und weiblichen Patienten nicht angewendet werden, weil ein ungünstiger

Einfluss auf das Längenwachstum und die reifenden endokrinen

Funktionskreise nicht auszuschließen ist.

Geriatrische Patienten

Untersuchungen zur Pharmakokinetik von Cyproteronacetat bei älteren

Patienten wurden nicht durchgeführt.

Patienten mit Lebererkrankungen

Die Anwendung von Cyproteronacetat dura 100 mg ist bei Patienten mit

Lebererkrankungen kontraindiziert, solange sich die Leberlaborwerte noch nicht

wieder normalisiert haben.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Untersuchungen zur Pharmakokinetik von Cyproteronacetat bei Patienten mit

Niereninsuffizienz wurden nicht durchgeführt.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannaten sonstigen Bestandteile,

Leberkrankheiten,

Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom,

vorausgegangene oder bestehende Lebertumore (nur, wenn sie nicht durch

Metastasen des Prostatakarzinoms bedingt sind),

bekannte oder vermutete maligne Erkrankungen (außer bei

fortgeschrittenem Prostatakarzinom),

bestehende Meningiome oder Meningiome in der Vorgeschichte,

schwere chronische Depressionen,

bestehende thromboembolische Ereignisse,

Jugendliche vor Abschluss der Pubertät und Kinder (siehe Abschnitt 4.2).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom ist unter sorgfältiger

Abwägung von Nutzen und Risiko über die Anwendung im Einzelfall zu

entscheiden, wenn vorausgegangene thromboembolische Prozesse, schwerer

Diabetes mellitus mit Gefäßveränderungen oder eine Sichelzellenanämie

vorliegen.

Thromboembolische Ereignisse

Über das Auftreten von thromboembolischen Ereignissen bei Patienten unter

Cyproteronacetat liegen Berichte vor. Bei Patienten mit vorausgegangenen

arteriellen oder venösen thrombotischen/thromboembolischen Ereignissen (z. B.

tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt), mit zerebrovaskulären

Ereignissen in der Anamnese oder mit fortgeschrittenen malignen Erkrankungen

besteht ein erhöhtes Risiko für weitere thromboembolische Ereignisse.

Nebennierenrinde

Unter der Behandlung sollte die adrenokortikale Funktion regelmäßig überprüft

werden, da präklinische Ergebnisse auf eine Dämpfung infolge der

kortikoidähnlichen Wirkung von Cyproteronacetat hinweisen (siehe Abschnitt 5.3).

Leber

Es wurde über direkte lebertoxische Reaktionen wie Gelbsucht, Hepatitis und

Leberversagen bei Patienten berichtet, die mit Cyproteronacetat behandelt

wurden. Bei Dosierungen von 100 mg und mehr wurden auch Fälle mit tödlichem

Ausgang berichtet. In den meisten berichteten Fällen mit tödlichem Ausgang

handelte es sich um Männer mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom. Die Toxizität

ist dosisabhängig und entwickelt sich in der Regel mehrere Monate nach

Behandlungsbeginn.

Vor Behandlungsbeginn, in regelmäßigen Abständen während der Behandlung

sowie beim Auftreten von Symptomen oder Anzeichen, die eine Lebertoxizität

vermuten lassen, sollte die Leberfunktion überprüft werden. Bestätigt sich der

Verdacht auf Lebertoxizität, sollte Cyproteronacetat dura abgesetzt werden, es sei

denn, die Lebertoxizität ist durch eine andere Ursache, z. B. Metastasen,

erklärbar. In diesem Fall sollte die Behandlung mit Cyproteronacetat dura nur

fortgesetzt werden, wenn der erwartete Nutzen das Risiko aufwiegt.

Infolge der Anwendung von Cyproteronacetat wurden gutartige und bösartige

Lebertumore beobachtet (bei Männern in sehr seltenen Fällen), die zu

lebensgefährlichen Blutungen in die Bauchhöhle führen können. Wenn schwere

Oberbauchbeschwerden, eine Lebervergrößerung oder Anzeichen einer

intraabdominalen Blutung auftreten, sollte ein Lebertumor in die

differentialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden. Die Therapie sollte,

wenn nötig, abgebrochen werden.

Hirnhaut

Im Zusammenhang mit längerer Anwendung (Jahre) von Cyproteronacetat in

Dosierungen von 25 mg/Tag und mehr ist über das Auftreten (multipler)

Meningiome berichtet worden. Wenn bei einem Patienten, der mit

Cyproteronacetat dura 100 mg behandelt wird, ein Meningiom festgestellt wird,

muss die Behandlung mit Cyproteronacetat dura 100 mg gestoppt werden (siehe

Abschnitt 4.3).

Kohlenhydratstoffwechsel

Bei Diabetikern sind unter Cyproteronacetat Blutzuckeranstiege beobachtet

worden. Es ist daher ratsam, bei Patienten mit Diabetes mellitus den

Kohlenhydratstoffwechsel besonders sorgfältig zu überwachen, da sich während

der Behandlung mit Cyproteronacetat dura 100 mg die erforderliche Dosis für orale

Antidiabetika oder Insulin verändern kann (siehe Abschnitt 4.3).

Atmung

Unter hoch dosierter Cyproteronacetat-Gabe kann es zum Gefühl der

Kurzatmigkeit kommen (bei Männern häufig). Differentialdiagnostisch muss in

solchen Fällen an den für Progesteron und synthetische Gestagene bekannten

stimulierenden Effekt auf die Atmung gedacht werden, der mit Hypokapnie und

kompensierter respiratorischer Alkalose einhergeht und nicht als

behandlungsbedürftig gilt.

Erythropoese

Unter der Behandung mit Cyproteronacetat traten Fälle von Anämie auf. Deshalb

sollte bei Männern das rote Blutbild während der Behandlung regelmäßig

kontrolliert werden.

Fortpflanzungsorgane und Veränderungen der Brust

Aufgrund des antiandrogenen und des antigonadotropen Effektes von

Cyproteronacetat wird im Verlaufe einer mehrwöchigen Behandlung sehr häufig

die Spermatogenese gehemmt. Ebenso ist die Ejakulatmenge reduziert. Die sich

während der Therapie langsam entwickelnde Einschränkung der Spermatogenese,

die im Allgemeinen mit Infertilität einhergeht, ist nach Absetzen reversibel.

Innerhalb weniger Monate, manchmal bis zu 20 Monaten, nach Beendigung der

Therapie wird sich die Spermatogenese allmählich wieder von selbst

normalisieren, so dass sich ein Zustand wie vor der Cyproteronacetat dura-

Anwendung wieder einstellt. Auch der Effekt auf das Ejakulat ist vollständig

reversibel. Sehr häufig treten Beeinträchtigungen der Libido auf, sowie Impotenz.

Bei Männern im zeugungsfähigen Alter, für die die Fertilität nach Abschluss der

Medikation von Bedeutung sein könnte, empfiehlt es sich, vorsorglich vor

Behandlungsbeginn mindestens ein Kontrollspermatogramm anzufertigen. Damit

lässt sich eventuellen ungerechtfertigten Behauptungen über eine spätere

Infertilität infolge der Antiandrogentherapie am ehesten begegnen.

Bei behandelten Männern tritt häufig eine Gynäkomastie auf, die sich im

Allgemeinen nach Beendigung der Behandlung oder einer Dosisreduktion

zurückbildet.

Lactose-Hinweis

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder

Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Cyproteronacetat dura 100 mg nicht

einnehmen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Obwohl keine klinischen Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt wurden, ist

zu erwarten, dass Ketoconazol, Itraconazol, Clotrimazol, Ritonavir und andere

starke CYP3A4-Hemmer den Metabolismus von Cyproteronacetat hemmen, da

dieses Arzneimittel durch CYP3A4 metabolisiert wird. Andererseits können

CYP3A4-Induktoren wie Rifampicin, Phenytoin und Produkte, die Johanniskraut

enthalten, den Cyproteronacetat-Spiegel senken.

In-vitro Inhibitionsuntersuchungen belegen eine potenzielle Hemmung der

Zytochrom-P450-Enzyme CYP2C8, 2C9, 2C19, 3A4 und 2D6 bei hohen

therapeutischen Dosen von 100 mg Cyproteronacetat dreimal pro Tag.

Das Risiko einer statinbedingten Myopathie oder Rhabdomyolyse kann erhöht

sein, wenn solche HMG-CoA-Hemmer (Statine), die hauptsächlich durch

CYP3A4 metabolisiert werden, zusammen mit hohen therapeutischen Dosen

von Cyproteronacetat verabreicht werden, da sie demselben Stoffwechselweg

unterliegen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Cyproteronacetat dura 100 mg ist nicht für die Anwendung an Frauen

vorgesehen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Cyproteronacetat dura 100 mg kann zu Müdigkeit und verminderter Vitalität

führen und die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. Auch bei

bestimmungsgemäßem Gebrauch kann Cyproteronacetat dura 100 mg das

Reaktionsvermögen soweit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven

Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt

wird.

4.8

Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen (Adverse Drug Reactions,

ADRs) von Patienten, die Cyproteronacetat einnahmen, sind verringerte Libido,

erektile Dysfunktion und reversible Hemmung der Spermatogenese.

Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen betrafen hepatotoxische Reaktionen,

gutartige und bösartige Lebertumore, die zu intraabdominalen Blutungen führen

können, sowie thromboembolische Ereignisse.

In der folgenden Tabelle sind Nebenwirkungen aufgeführt, die im

Zusammenhang mit Cyproteronacetat berichtet wurden. Die Nebenwirkungen,

die ausschließlich als Post-Marketing-Daten berichtet wurden und für die eine

Häufigkeit nicht abgeschätzt werden kann, werden in der Häufigkeitskategorie

„Häufigkeit nicht bekannt“ aufgeführt.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien

zugrunde gelegt

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100, < 1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000, < 1/100)

Selten

(≥ 1/10.000, < 1/1.000)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar)

Der am besten geeignete MedDRA-Begriff wurde verwendet, um eine

bestimmte Reaktion zu beschreiben. Synonyme und in Zusammenhang

stehende Erkrankungen sind nicht aufgelistet, sollten aber ebenfalls in Betracht

gezogen werden.

Systemorgankl

asse MedDRA

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Häufigkeit nicht

bekannt

Gutartige,

bösartige und

unspezifische

Neubildungen

(einschl. Zysten

und Polypen)

Gutartige und

bösartige

Lebertumore

Meningiome

§

*

Untersuchunge

Prolaktinspiegel

leicht erhöht

Kortisolspiegel

erniedrigt

Erkrankungen

des Blutes und

Lymphsystems

Anämie*

Erkrankungen

der Atemwege,

des Brustraums

Mediastinums

Gefühl der

Kurzatmigkeit*

Erkrankungen

der Haut und

Unterhautzellge

webes

Hautausschlag

Trockene Haut

Skelettmuskulat

ur-,

Bindegewebs-

Knochenerkran

kungen

Osteoporose

Stoffwechsel-

Ernährungsstör

ungen

Gewichtszu-

nahme oder

Gewichtsab-

nahme

Blutzuckeran-

stiege bei

Diabetikern*

Gefäßerkranku

ngen

Thromboembo-

lische

Ereignisse*

Allgemeine

Erkrankungen

Beschwerden

Verabreichungs

Müdigkeit

Hitzewallungen,

Schweißaus-

brüche

Erkrankungen

Immunsystems

Überempfind-

lichkeits-

reaktionen

Leber- und

Gallenerkranku

ngen

Hepatotoxische

Reaktionen wie

Gelbsucht,

Hepatitis,

Leberversagen*

Erkrankungen

Geschlechtsorg

ane und der

Brustdrüse

Reversible

Hemmung der

Spermato-

genese

Gynäkomastie

Berührungs-

empfindlichkeit

der Mamillen

Psychiatrische

Erkrankungen

Verminderte

Libido

Erektile

Dysfunktion

Depressive

Verstimmung

Vorübergehen-

de Unruhe

Antriebs-

minderung

Erkrankungen

Gastrointestinal

trakts

Intra-

abdominale

Blutungen*

Siehe Abschnitt 4.3

Für weitere Informationen siehe Abschnitt 4.4

Im Zusammenhang mit längerer Anwendung (Jahre) von Cyproteronacetat in

Dosierungen von 25 mg/Tag und mehr ist über das Auftreten (multipler)

Meningiome berichtet worden (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Unter hochdosierter Cyproteronacetattherapie wurden vereinzelt Anämien und

eine Verminderung der körpereigenen Kortisolproduktion beobachtet (siehe

Abschnitt 4.4).

Bei männlichen Patienten sind unter der Behandlung mit Cyproteronacetat

Sexualtrieb und Potenz vermindert und die Gonadenfunktion ist gehemmt.

Diese Veränderungen sind nach Absetzen der Behandlung reversibel.

Im Verlauf einer mehrwöchigen Behandlung wird bei Männern als Folge der

antiandrogenen und antigonadotropen Wirkung die Spermatogenese gehemmt.

Innerhalb weniger Monate nach Beendigung der Therapie erholt sich die

Spermatogenese allmählich wieder (siehe Abschnitt 4.4).

Bei behandelten Männern tritt häufig eine Gynäkomastie auf. Sie ist

gelegentlich mit starker Berührungsempfindlichkeit der Mamillen verbunden.

Nach Behandlungsende bilden sich diese Veränderungen meist zurück.

Wie auch bei anderen antiandrogenen Wirkstoffen kann die

Langzeitanwendung von Cyproteronacetat bei Männern in sehr seltenen Fällen

zu Osteoporose führen.

Zu Beginn der Behandlung führt Cyproteronacetat zu einer negativen

Stickstoffbilanz, die sich aber im Verlauf der Anwendung ausgleicht. Wegen

dieser initialen katabolen Wirkung soll Cyproteronacetat dura 100 mg

vorsichtshalber bei bekannten oder vermuteten malignen Erkrankungen

(Ausnahme: Prostatakarzinom) nicht gegeben werden (siehe Abschnitt 4.3).

Eine Tendenz zu einer leichten Erhöhung des Prolaktinspiegels wurde unter

höheren CPA-Dosen gelegentlich beobachtet.

Aufgrund verminderter Talgdrüsensekretion kann es zu trockener Haut

kommen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de, anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es gibt keine Hinweise auf schwere gesundheitsschädliche Effekte nach

Überdosierung von Cyproteronacetat. Studien zur akuten Toxizität nach Gabe

von Einzeldosen haben gezeigt, dass Cyproteronacetat, der wirksame

Bestandteil von Cyproteronacetat dura 100 mg, als praktisch nicht toxisch

einzustufen ist. Ebenso wenig ist eine akute Intoxikation nach einmaliger

versehentlicher Einnahme eines Vielfachen der für die Behandlung

erforderlichen Dosis zu erwarten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiandrogen, rein, Cyproteron, ATC-Code:

G03 HA01

CPA wirkt antiandrogen, gestagen sowie antigonadotrop. Diese drei

Partialwirkungen lassen sich beim Tier und beim Menschen nachweisen.

Endokrinpharmakologische Untersuchungen am Tier

Antiandrogene Wirkung

CPA verhindert die Wirkung von endogen gebildeten und exogen zugeführten

Androgenen an den Erfolgsorganen durch kompetitive Hemmung. Es kommt zu

einer Blockade der Translokation des DHT-Rezeptor-Komplexes in den

Zellkern. In in-vitro-Zellkulturexperimenten zur Prüfung der Wirkung von CPA

auf Funktionen des Androgenrezeptors weist CPA hohe antiandrogene

Wirkstärke (Potenz) auf. Zusätzlich tritt in einigen in-vitro-Testsystemen eine

geringe partial-agonistische Wirkung von CPA am Androgenrezeptor auf. Der

stimulierende Effekt von männlichen Sexualhormonen auf androgenabhängige

Strukturen und Funktionen wird durch CPA abgeschwächt oder aufgehoben:

CPA führt beim Tier dosisabhängig zur Atrophie der akzessorischen

Geschlechtsdrüsen, d. h. der Prostata, der Samenblasen und Präputialdrüsen.

Es beeinflusst die Hodenfunktion: Die Spermatogenese wird dosisabhängig

gehemmt. Bei Hunden, Kaninchen, Schweinen und Affen wird durch CPA,

ähnlich wie beim Menschen, die Libido gehemmt.

Bei Ratten kann der Beginn der Pubertät verhindert oder verzögert werden.

CPA hemmt den physiologischen Schluss der Epiphysenfugen und die

Knochenreifung.

Es beeinträchtigt die Talgdrüsenfunktion, die Dicke der Epidermis nimmt ab.

Die Behandlung gravider Tiere mit CPA führt zu Entwicklungsstörungen bei

männlichen Feten. Testosteronabhängige Differenzierungsvorgänge werden

beeinflusst: Es kommt zu mehr oder weniger ausgeprägten

Feminisierungserscheinungen.

Gestagene Wirkung

Im Clauberg-Test (Kaninchen), ist die Wirkstärke (Potenz) von CPA nach

subkutaner Applikation 100-fach größer als die von Progesteron. In Tests auf

Gestagenwirkung an der Ratte ist CPA nach subkutaner Applikation

vergleichbar wirkstark (potent) wie Progesteron.

Antigonadotrope Wirkung

Wie alle stark wirksamen Gestagene hat CPA antigonadotrope Eigenschaften,

die sich beim männlichen Geschlecht in einer Hemmung des Hodenwachstums,

beim weiblichen in einer Hemmung der Ovulation manifestieren.

Endokrinpharmakologische Untersuchungen am Menschen

Antiandrogene Wirkung

CPA hemmt kompetitiv die Wirkung von Androgenen an ihren Erfolgsorganen.

Beim Menschen wurden u. a. folgende, damit zusammenhängende Effekte

beschrieben: Hemmung des Geschlechtstriebs, Verminderung der

Talgdrüsenaktivität, Beeinflussung des Haarwachstums, Verhinderung

androgener Wachstumsimpulse auf das Prostatagewebe, Hemmung vorzeitiger

puberaler Entwicklungsvorgänge, auch am Knochen.

Gestagene Wirkung

CPA ist ein stark wirksames Gestagen. Es führt im Aufbauversuch nach

Kaufmann bereits bei einer Gesamtdosis von 20 - 30 mg zur Transformation

des Endometriums.

Antigonadotrope Wirkung

Als stark wirksames Gestagen hat CPA einen zentral hemmenden Effekt.

Wegen dieser antigonadotropen Wirkung kommt es nicht zum

gegenregulatorischen Anstieg der LH-Sekretion, obwohl die Androgene durch

die antiandrogene Wirkung von CPA auch von den Rezeptoren im

Hypothalamus verdrängt werden, an denen sie ihre negative Rückkopplung

ausüben.

Vielmehr wird die LH- und auch die FSH-Sekretion durch die gestagene

Partialwirkung von CPA gehemmt. In der Folge kommt es zu einer Abnahme

von Testosteron und Estrogenen im Plasma.

Dieser zentral hemmende Effekt von CPA kommt auch bei der Kombination mit

LH-RH-Agonisten zum Tragen. Der durch diese Stoffgruppe ausgelöste initiale

Testosteronanstieg wird durch CPA abgeschwächt.

Weitere Wirkungen auf endokrinologische Parameter

Die Konzentration von Testosteron und Estrogenen sinken unter CPA ab.

Ein deutlicher Einfluss auf 17-Ketosteroide und 17-ketogene Steroide ist nicht

gefunden worden. Die Kortisolsekretion blieb unverändert oder war vermindert.

Die Funktion der Nebennierenrinden(NNR)-Hypophysenvorderlappen(HVL)-

Hypothalamus-Achse war bei Erwachsenen überwiegend unbeeinflusst. Die

Bewertung aller Ergebnisse lässt den Schluss zu, dass die Reaktionsfähigkeit

des Systems in der Regel nicht beeinträchtigt wird.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach oraler Gabe wird CPA rasch und vollständig über einen weiten

Dosisbereich resorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit von CPA nach

Verabreichung von Cyproteronacetat beträgt 88%. Nach oraler Gabe von 50 mg

Cyproteronacetat können etwa 3 Stunden später maximale Wirkstoffspiegel von

etwa 140 ng/ml erwartet werden. Nachfolgend sinken die

Serumkonzentrationen während eines Zeitintervalls von etwa 24 bis 120

Stunden im Mittel mit einer terminalen Halbwertszeit von 43,9 ± 12,8 Stunden

ab. Die totale Clearance von CPA aus dem Serum beträgt 3,5 ± 1,5 ml.min

. CPA wird über verschiedene Abbauwege metabolisiert, unter anderem über

Hydroxylierungs- und Konjugationsschritte. Der Hauptmetabolit im Serum ist

das 15ß-Hydroxy-CPA. Der Phase-1-Metabolismus von Cyproteronacetat wird

hauptsächlich durch das Zytochrom-P450-Enzym CYP3A4 katalysiert.

Ein Teil der verabreichten Dosis an CPA wird unverändert über die Galle

ausgeschieden. Der überwiegende Dosisanteil wird jedoch in Form von

Metaboliten in Urin und Faeces in einem Verhältnis von 3:7 und mit einer

Halbwertszeit von 1,9 Tagen ausgeschieden. Die Elimination der Metabolite aus

dem Plasma erfolgt mit einer vergleichbaren Geschwindigkeit (Halbwertszeit

von 1,7 Tagen).

CPA liegt im Serum nahezu ausschließlich in proteingebundener Form vor.

Etwa 3,5 - 4% des CPA liegen in freier Form vor, der verbleibende Rest wird an

Albumin gebunden. Eine Bindung des CPA an Sexualhormon-bindendes

Globulin (SHBG) ist nicht nachweisbar, daher nehmen Veränderungen in der

SHBG-Konzentration auch keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von CPA.

Aufgrund der langen terminalen Halbwertszeit des CPA, ist bei täglicher

Verabreichung innerhalb eines Behandlungszyklus eine Kumulation des

Wirkstoffes im Serum etwa um den Faktor 3 zu erwarten.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Systemische Toxizität

Basierend auf konventionellen Studien zur chronischen Toxizität lassen die

präklinischen Daten keine spezifischen Gefahren für den Menschen erkennen.

Reproduktionstoxizität

Die vorübergehende Fertilitätshemmung bei männlichen Ratten durch die tägliche

orale Behandlung ergab keine Hinweise darauf, dass nach Behandlung mit

Cyproteronacetat Keimzellen in einer Weise geschädigt werden, die zu

Fehlentwicklungen oder Fertilitätsstörungen bei den Nachkommen führen könnten.

Genotoxizität/Karzinogenität

Die Prüfung von CPA in einer anerkannten Standard-Testbatterie ergab keinen

Hinweis auf eine mutagene Wirkung. In weiteren Untersuchungen führte CPA

jedoch zu DNA-Adduktbildung (und Anstieg der Reparatursynthese) in

Leberzellen von Ratten, Affen und Menschen. Diese DNA-Adduktbildung wurde

unter systemischen Expositionsbedingungen beobachtet, die bei empfohlener

therapeutischer Dosierung auftreten könnten. Eine Folge der in-vivo-

Behandlung war eine erhöhte Inzidenz fokaler, möglicherweise

präneoplastischer Leberzellherde mit veränderter Enzymexpression in

weiblichen Ratten und eine erhöhte Mutationshäufigkeit bei transgenen Ratten,

die ein Bakteriengen als Mutationsmarker trugen.

Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist derzeit ungewiss. Die bisherige

klinische Erfahrung und sorgfältig durchgeführte epidemiologische Studien

weisen nicht auf eine erhöhte Inzidenz von Lebertumoren beim Menschen hin.

Untersuchungen zur Tumorigenität an Nagern ergaben für CPA keine im

Vergleich zu anderen Steroidhormonen prinzipiell abweichenden Befunde.

Dennoch muss daran gedacht werden, dass Sexualsteroide das Wachstum

bestimmter hormonabhängiger Gewebe und Tumoren fördern können.

Insgesamt spricht aus den vorliegenden Daten nichts gegen den Einsatz von

Cyproteronacetat beim Menschen, wenn diese Anwendung gemäß den

angegebenen Indikationen und in der empfohlenen Dosierung erfolgt.

In experimentellen Untersuchungen führten höhere Dosen bei Ratten und

Hunden zu kortikoidähnlichen Wirkungen auf die Nebennieren, was auf

ähnliche Wirkungen beim Menschen bei der höchsten verabreichten Dosis (300

mg/Tag) hinweisen könnte.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Laktose-Monohydrat

Mikrokristalline Cellulose

Croscarmellose-Natrium

Povidon K30

Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen

erforderlich

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/AL Blisterpackungen

Cyproteronacetat dura 100 mg ist in Packungen mit 20, 50 und 100 Tabletten

erhältlich.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den

nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Mylan dura GmbH

Postfach 10 06 35

64206 Darmstadt

Telefon: (06151) 95 12-0

Telefax: (06151) 95 12-471

Email: info@mylan-dura.de

www.mylan-dura.de

24-Std.-Telefondienst für Notfälle:

06131-19240 (Giftnotrufzentrale Mainz)

8.

ZULASSUNGSNUMMER

64990.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

04. September 2008 / 27. Mai 2015

10.

STAND DER INFORMATION

Mai 2015

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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