Cyproteron TAD 100 mg Tabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Cyproteronacetat
Verfügbar ab:
TAD Pharma GmbH
ATC-Code:
G03HA01
INN (Internationale Bezeichnung):
cyproterone acetate
Darreichungsform:
Tablette
Zusammensetzung:
Cyproteronacetat 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
64988.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Cyproteron TAD

®

100 mg Tabletten

Cyproteronacetat

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie

mit der Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält

wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese

später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es

nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn

diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Cyproteron TAD 100 mg und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Cyproteron TAD 100 mg

beachten?

3. Wie ist Cyproteron TAD 100 mg einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Cyproteron TAD 100 mg aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Cyproteron TAD 100 mg und wofür wird es angewendet?

Cyproteron TAD 100 mg enthält den Wirkstoff Cyproteronacetat.

Cyproteron TAD 100 mg ist ein Antiandrogen. Es hemmt die Wirkung der

männlichen Geschlechtshormone (Androgene), die in geringem Umfang

auch vom weiblichen Organismus gebildet werden. Außerdem hat es einen

gestagenen und antigonadotropen Effekt.

Beim Mann werden unter der Behandlung mit Cyproteron TAD 100 mg der

Geschlechtstrieb sowie die Potenz vermindert, und die Keimdrüsenfunktion

wird gehemmt; diese Veränderungen gehen nach Absetzen wieder zurück.

Cyproteron TAD 100 mg schirmt androgenabhängige Erfolgsorgane, wie z.

B. die Prostata, gegen die aus den Keimdrüsen und (oder) den

Nebennierenrinden stammenden Androgene ab.

Cyproteron TAD 100 mg wird angewendet zur

lindernden Behandlung bei Patienten mit Tochtergeschwülsten oder mit

örtlich fortgeschrittenem, nicht-operablem Prostatakarzinom,

wenn sich die Behandlung mit LHRH-Analoga (Substanzen, die die

Produktion von Sexualhormonen in den Hoden reduzieren) oder der

operative Eingriff als unzureichend erwiesen haben, nicht

angewendet werden dürfen (kontraindiziert sind) oder einer

Therapie, bei der das Arzneimittel eingenommen werden kann

(orale Therapie), der Vorzug gegeben wird.

zu Beginn einer Behandlung mit LHRH-Agonisten zur Verhinderung

von unerwünschten Folgeerscheinungen und Komplikationen, die

durch den anfänglichen Anstieg des Serumtestosterons

(männliches Geschlechtshormon) hervorgerufen werden können.

zur Behandlung von Hitzewallungen, die unter der Behandlung mit

LHRH-Agonisten oder nach Hodenentfernung auftreten.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Cyproteron TAD 100 mg

beachten?

Cyproteron TAD 100 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Cyproteronacetat oder einen der in Abschnitt

6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

bei Leberkrankheiten,

bei Dubin-Johnson-Syndrom und Rotor-Syndrom (erbliche Störungen

der Leberfunktion, bei denen die Ausscheidung des roten

Blutzellfarbstoffes Bilirubin beeinträchtigt ist),

bei vorausgegangenen oder bestehenden Lebertumoren (nur, wenn

diese nicht durch Tochtergeschwülste des Prostatakarzinoms bedingt

sind).

bei bekannten oder vermuteten bösartigen Erkrankungen (außer bei

fortgeschrittenem Prostatakarzinom),

wenn bei Ihnen ein Meningiom festgestellt wurde (ein in der Regel

gutartiger Tumor der Hirnhaut). Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie

diesbezüglich unsicher sind.

bei schweren chronischen Depression,

bei bestehendem thromboembolischen Ereignissen (Ereignisse, die den

Blutkreislauf durch Bildung eines Blutgerinnsels in den Blutgefäßen

beeinflussen),

bei Jugendlichen vor Abschluss der Pubertät vor Abschluss der Pubertät

und Kindern, weil ein ungünstiger Einfluss auf die reifenden endokrinen

Funktionskreise und (oder) das Längenwachstum nicht auszuschließen

ist.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Cyproteron

TAD 100 mg einnehmen.

Im Folgenden wird beschrieben, wann Sie Cyproteron

100 mg nur

unter bestimmten Bedingungen und nur mit besonderer Vorsicht einnehmen

dürfen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn diese

Angaben bei Ihnen früher einmal zutrafen.

Bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom muss der Arzt unter sorgfältiger

Abwägung von Nutzen und Risiko über die Anwendung im Einzelfall

entscheiden, wenn vorausgegangene thromboembolische Ereignisse,

schwerer Diabetes mellitus mit Gefäßveränderungen oder eine

Sichelzellenanämie vorliegen.

Über das Auftreten von thromboembolischen Ereignissen (Verstopfung von

Blutgefäßen durch ein Blutgerinnsel) bei Patienten unter Cyproteronacetat-

Behandlung liegen Berichte vor. Bei Patienten mit vorausgegangenen

arteriellen oder venösen thrombotischen/thromboembolischen Ereignissen

(z. B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt), mit

vorausgegangenen zerebrovaskulären Ereignissen (Schlaganfall) oder mit

fortgeschrittenen bösartigen Erkrankungen besteht ein erhöhtes Risiko für

weitere thromboembolische Ereignisse.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an Zuckerkrankheit (Diabetes

mellitus) leiden, da eine Dosis-Anpassung für Ihre Diabetes-Arzneimittel

erforderlich sein kann. Deshalb muss die Zuckerkrankheit während der

Behandlung mit Cyproteron TAD 100 mg sorgfältig überwacht werden.

Während der Behandlung sind die Leberfunktion und die Funktion der

Nebennierenrinde regelmäßig zu überwachen. Die Leberlaborwerte sollten

auch vor Beginn der Behandlung bestimmt werden.

itte informieren Sie Ihren Arzt umgehend, wenn Sie ungewöhnliche

Schmerzen im Oberbauch verspüren, die nicht innerhalb kurzer Zeit von

allein weggehen. Diese Schmerzen können Anzeichen von gutartigen oder

bösartigen Lebertumoren sein, die zu lebensgefährlichen Blutungen in die

Bauchhöhle führen können.

Bei Männern muss das rote Blutbild während der Behandlung regelmäßig

kontrolliert werden.

Im Falle von möglichen Fruchtbarkeitsstörungen (Fertilitätsstörungen) ist es

ratsam, vor Behandlungsbeginn ein Spermiogramm (Spermauntersuchung)

anzufertigen.

Kinder und Jugendliche

Cyproteron TAD 100 mg sollte bei männlichen Kindern und Jugendlichen

unter 18 Jahren nicht angewendet werden, da für diese Altersgruppe keine

Daten zur Wirksamkeit und Verträglichkeit vorliegen.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cyproteron

100 mg bei weiblichen

Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde noch nicht untersucht.

Cyproteron TAD 100 mg darf nicht vor Abschluss der Pubertät angewendet

werden, da es eine nachteilige Auswirkung auf die Körpergröße

(Längenwachstum) haben kann

Einnahme von Cyproteron TAD 100 mg zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel

eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Dies betrifft insbesondere Arzneimittel, die zur Gruppe der Statine

(Arzneimittel, zur Verringerung erhöhter Blutfett-Werte wie z. B. Cholesterol

oder Triglyceride) gehören, da sie die Wirkstoffkonzentration von

Cyproteronacetat im Körper beeinflussen können.

Das Risiko von statinbedingten Nebenwirkungen auf das Muskelgewebe

(sog. Myopathie oder Rhabdomyolyse) kann erhöht sein, wenn diese

zusammen mit hohen therapeutischen Dosen von Cyproteronacetat

verabreicht werden, da sie demselben Stoffwechselweg unterliegen.

Bitte informieren Sie auch Ihren Arzt, wenn Sie Arzneimittel einnehmen

wie z. B. Ketoconazol, Itraconazol, Clotrimazol (gegen Pilzinfektionen),

Ritonavir (gegen HIV-Infektionen), Rifampicin (gegen Tuberkulose),

Phenytoin (gegen Epilepsie) und Produkte, die Johanniskraut enthalten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Cyproteron TAD 100 mg ist nicht für die Anwendung bei Frauen

vorgesehen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Cyproteron TAD 100 mg kann zu Müdigkeit und verminderter Vitalität

führen und die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen. Cyproteron TAD

100 mg führt auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zu

Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu

bedienen. Daher dürfen Sie keine Kraftfahrzeuge führen, Maschinen

bedienen oder andere gefahrvolle Tätigkeiten ausführen.

Cyproteron TAD 100 mg enthält Lactose

Bitte nehmen Sie Cyproteron TAD 100 mg daher erst nach Rücksprache

mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern leiden.

3.

Wie ist Cyproteron TAD 100 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem

Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich

nicht sicher sind.

Bei Cyproteron

100 mg handelt es sich um Tabletten zum Einnehmen.

Nehmen Sie die Tabletten bitte nach den Mahlzeiten unzerkaut mit

ausreichend Flüssigkeit ein (vorzugsweise ein Glas Trinkwasser [200 ml]).

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:

Antiandrogen-Behandlung des Prostatakarzinoms

Zur lindernden Behandlung bei Patienten mit Tochtergeschwülsten oder

mit örtlich fortgeschrittenem, nicht-operablem Prostatakarzinoms

Täglich 2- bis 3-mal 1 Tablette.

Die vom Arzt verordnete Dosis soll nach Besserung oder Remission

weder reduziert noch die Einnahme beendet werden.

Zur Verhinderung von unerwünschten Folgeerscheinungen und

Komplikationen, die zu Beginn einer Behandlung mit LHRH-Agonisten

durch den anfänglichen Anstieg der männlichen Geschlechtshormone

hervorgerufen werden können:

Zunächst 5 – 7 Tage täglich 2-mal 1 Tablette allein, anschließend 3 - 4

Wochen lang täglich 2-mal 1 Tablette zusammen mit einem LHRH-

Agonisten in der vom Hersteller vorgesehenen Dosierung.

Bei der Behandlung mit LHRH-Agonisten sind die Angaben in der

Gebrauchsinformation des verwendeten Präparates zu beachten.

Zur Behandlung von Hitzewallungen bei Patienten, die mit LHRH-

Analoga behandelt werden, oder nach Entfernung des Hodengewebes

Die empfohlene Dosis beträgt 1 – 2 Tabletten täglich. Sie kann bei

Bedarf bis zu 1 Tablette 3-mal täglich gesteigert werden.

Ergänzende Informationen für spezielle Gruppen von Patienten

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Cyproteron TAD 100 mg sollte bei männlichen Kindern und Jugendlichen

unter 18 Jahren nicht angewendet werden. Bei männlichen und weiblichen

Patienten darf Cyproteron TAD 100 mg erst nach Abschluss der Pubertät

angewendet werden. Vor Abschluss der Pubertät kann eine nachteilige

Auswirkung von Cyproteron TAD 100 mg auf die Körpergröße

(Längenwachstum) nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Ältere Patienten (65 Jahre oder älter)

Es wurden keine Untersuchungen zur Pharmakokinetik (Aufnahme,

Verteilung, Abbau und Ausscheidung) von Cyproteron TAD 100 mg bei

älteren Patienten durchgeführt.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Nehmen Sie Cyproteron TAD 100 mg nicht ein, wenn Sie an einer

Lebererkrankung leiden (siehe auch Abschnitt 2).

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es wurden keine Untersuchungen zur Pharmakokinetik (Aufnahme,

Verteilung, Abbau und Ausscheidung) von Cyproteron TAD 100 mg bei

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion durchgeführt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den

Eindruck haben, dass die Wirkung von Cyproteron TAD 100 mg zu stark

oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge Cyproteron TAD 100 mg eingenommen

haben, als Sie sollten

Es gibt keine Hinweise auf schwere gesundheitsschädliche Effekte nach

Überdosierung von Cyproteron TAD 100 mg.

Wenn Sie die Einnahme von Cyproteron TAD 100 mg vergessen haben

Falls

Sie einmal vergessen haben sollten, die Tabletten rechtzeitig

einzunehmen, sollten Sie trotzdem die Therapie unter Auslassen der

vergessenen Tabletten vorschriftsmäßig fortsetzen. Sie dürfen keine

doppelte Dosis Cyproteron

100 mg einnehmen, um die Einnahme

der vergessenen Tabletten nachzuholen.

Wenn Sie die Einnahme von Cyproteron TAD 100 mg abbrechen

Die ursprünglichen Beschwerden, gegen die Ihnen Cyproteron TAD 100 mg

von Ihrem Arzt verschrieben wurde, können wieder auftreten. Wenn Sie

beabsichtigen, die Behandlung mit Cyproteron TAD 100 mg zu

unterbrechen oder vorzeitig zu beenden, besprechen Sie dies mit Ihrem

Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben,

wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen

haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende

Kategorien zugrunde gelegt

Sehr häufig:

Kann mehr als 1 Behandelten von 10 betreffen

Häufig:

Kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich:

Kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten:

Kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr selten:

Kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar

Mögliche Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen von Patienten, die

Cyproteronacetat einnahmen, sind verringerter Geschlechtstrieb,

Erektionsstörungen und Hemmung der Spermienbildung.

Die schwerwiegendsten Nebenwirkungen betrafen lebertoxische

Reaktionen (wie Gelbsucht, Hepatitis und Leberversagen), gutartige und

bösartige Lebertumore, die zu Blutungen in die Bauchhöhle führen können,

sowie Verstopfung von Blutgefäßen durch ein Blutgerinnsel

(thromboembolische Ereignisse).

Folgende Nebenwirkungen wurden in Zusammenhang mit 100 mg

Cyproteronacetat

berichtet, sie werden nach Organsystemen gegliedert

aufgeführt

Untersuchungen

Gelegentlich leichte Erhöhung des Prolaktinspiegels (körpereigenes

Hormon).

Sehr selten Verminderung der körpereigenen Kortisolproduktion.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Bei Männern wurden Anämien (Blutarmut) beobachtet (Häufigkeit nicht

bekannt).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und des Mediastinums

Cyproteronacetat kann häufig zu einem Gefühl der Kurzatmigkeit führen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Hautausschlag trat bei Männern gelegentlich auf. Aufgrund verminderter

Talgdrüsensekretion kann es zu trockener Haut kommen, die Häufigkeit ist

nicht bekannt.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Die Langzeitanwendung von Cyproteronacetat kann bei Männern zu

Osteoporose (Knochenschwund) führen (Häufigkeit nicht bekannt).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Körpergewichtszunahme oder -abnahme wurden bei Männern häufig

beobachtet. Bei Diabetikern sind Blutzuckeranstiege beobachtet worden

(Häufigkeit nicht bekannt).

Gefäßerkrankungen

Thromboembolische Ereignisse (Verstopfung von Blutgefäßen durch ein

Blutgerinnsel), deren Häufigkeit nicht bekannt ist.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig Müdigkeit bei Männern; bei Frauen ist die Häufigkeit nicht bekannt.

Bei Männern treten häufig Hitzewallungen und Schweißausbrüche auf.

Erkrankungen des Immunsystems

Bei Männern kann es selten zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Leber- und Gallenerkrankungen

Während der Behandlung sollte die Leberfunktion regelmäßig überprüft

werden. Häufig wurden Leberschädigungen wie Gelbsucht, Hepatitis

(Leberentzündung) und Leberversagen bei männlichen Patienten berichtet,

die mit Cyproteronacetat behandelt wurden. Bei Dosierungen von 100 mg

und mehr wurden auch Fälle mit tödlichem Ausgang berichtet. In den

meisten berichteten Fällen mit tödlichem Ausgang handelte es sich um

Männer mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom. Die Schädigung ist

dosisabhängig und entwickelt sich in aller Regel mehrere Monate nach

Behandlungsbeginn. Vor Behandlungsbeginn, in regelmäßigen Abständen

während der Behandlung sowie beim Auftreten von Symptomen oder

Anzeichen, die eine Leberschädigung vermuten lassen, sollte die

Leberfunktion überprüft werden. Bestätigt sich der Verdacht auf

Leberschädigung, sollte Cyproteron TAD 100 mg abgesetzt werden

(Männer und Frauen), es sei denn, der Leberschaden ist durch eine andere

Ursache, z. B. Tochtergeschwülste erklärbar (Männer). In diesem Fall sollte

die Behandlung mit Cyproteron TAD 100 mg nur fortgesetzt werden, wenn

der erwartete Nutzen das Risiko aufwiegt.

Gutartige und bösartige Tumorerkrankungen

Während der Anwendung von Cyproteronacetat sind sehr selten gutartige

oder bösartige Tumore an der Leber beobachtet worden.

Im Zusammenhang mit längerer Anwendung (Jahre) von Cyproteronacetat

in Dosierungen von 25 mg/Tag und mehr, ist über das Auftreten von

Meningiomen (in der Regel gutartige Tumore der Hirnhaut) berichtet

worden (siehe auch Abschnitt 2).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Cyproteronacetat schränkt im Verlauf von mehreren Wochen allmählich die

Zeugungsfähigkeit des Mannes ein. Im Verlaufe einer mehrwöchigen

Behandlung wird sehr häufig die Entwicklung der Spermien

(Spermatogenese) gehemmt. Ebenso ist die Menge der Samenflüssigkeit

(Ejakulatmenge) reduziert. Die Zeugungsfähigkeit ist nach Beendigung der

Therapie innerhalb einiger Monate wiederhergestellt. Cyproteronacetat führt

häufig bei männlichen Patienten zum Anschwellen der Brustdrüsen

(Gynäkomastie) (gelegentlich verbunden mit Berührungsempfindlichkeit).

Diese Veränderungen bilden sich im Allgemeinen nach Behandlungsende

zurück.

Psychiatrische Erkrankungen

Bei dem Mann tritt sehr häufig eine Abnahme des Geschlechtstriebs

(Libido) und Impotenz auf. Diese Beschwerden gehen nach Absetzen der

Behandlung wieder zurück.

Häufig kann es bei Männern zu vorübergehenden inneren

Unruhezuständen, depressiven Verstimmungen sowie zu

Antriebsminderung kommen, die das Konzentrationsvermögen

beeinträchtigen können. Patienten, deren Tätigkeit erhöhte Konzentration

erfordert (z. B. aktive Teilnahme am Straßenverkehr, Bedienen von

Maschinen), müssen dies berücksichtigen.

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Es wurden intraabdominale Blutungen beobachtet (Häufigkeit nicht

bekannt).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Website:

www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5.

Wie ist Cyproteron TAD 100 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Blister und dem

Umkarton nach „verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr

verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Cyproteron TAD 100 mg enthält

Der Wirkstoff ist Cyproteronacetat. Jede Tablette enthält 100 mg

Cyproteronacetat.

Die sonstigen Bestandteile sind Lactose-Monohydrat, mikrokristalline

Cellulose (E460), Croscarmellose-Natrium (E468), Povidon K 30

(E1201), Magnesiumstearat (Ph. Eur.) [pflanzlich] (E572/E470b).

Wie Cyproteron TAD 100 mg aussieht und Inhalt der Packung

Die Tabletten sind weiß bis gebrochen weiß, kapselförmig, mit einer

Bruchkerbe auf einer Seite und dem Aufdruck 100 auf der anderen Seite.

Sie befinden sich in PVC/PVDC/AL-Blisterpackungen.

Packungsgrößen: 50 und 100 Tabletten

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

TAD Pharma GmbH

Heinz-Lohmann-Straße 5

27472 Cuxhaven

Tel.: (04721) 606-0

Fax: (04721) 606-333

E-Mail:

info@tad.de

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2015.

_____________________Fachinformation_________________________________

Cyproteron TAD

®

100 mg Tabletten

1.

BEZEICHNUNG

DES

ARZNEI-

MITTELS

Cyproteron TAD

100 mg Tabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATI-

VE ZUSAMMENSETZUNG

Eine

Tablette

enthält

Cyprote-

ronacetat.

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wir-

kung: Jede Tablette enthält 167,0 mg Lac-

tose-Monohydrat (siehe Abschnitt 4.4).

Vollständige Auflistung der sons-tigen Be-

standteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Tablette

Weiß

gebrochen

weiß,

kapselförmig,

mit Bruchkerbe auf einer Seite und dem

Aufdruck 100 auf der anderen Seite.

Die Tablette kann in gleiche Hälften geteilt

werden.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Palliative Therapie des metastasierenden

oder lokal fortgeschrittenen inoperablen

Prostatakarzinoms,

wenn sich die Behandlung mit LHRH-

Analoga oder der operative Eingriff als

unzureichend erwiesen haben, kontra-

indiziert sind oder der oralen Therapie

der Vorzug gegeben wird.

Initial

Abmilderung

uner-

wünschten Folgeerscheinungen, die zu

Beginn

Behandlung

LHRH-

Agonisten durch den anfänglichen An-

stieg des Serum-Testosterons hervorge-

rufen werden können.

Behandlung

Hitzewallungen

bei Patienten, die mit LHRH-Analoga

behandelt werden oder nach Hodenent-

fernung.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Tabletten sollten mit etwas Flüssigkeit

nach den Mahlzeiten eingenommen

wer-

den.

Die tägliche Höchstdosis beträgt 300 mg.

Antiandrogene

Behandlung

des

Prosta-

takarzinoms

Palliative

Therapie

des

metastasieren-

den oder lokal fortgeschrittenen, inope-

rablen Prostatakarzinoms ohne Hoden-

entfernung

oder

Behandlung

mit

LHRH-Agonisten

Täglich 2- bis 3-mal 1 Tablette (= 200-

300 mg pro Tag).

Wenn es zur Besserung oder Remission

gekommen ist, soll weder die Therapie

abgesetzt noch die Dosis reduziert wer-

den.

Initial

zur

Abmilderung

von

uner-

wünschten Folgeerscheinungen, die zu

Beginn

der

Behandlung

mit

LHRH-

Agonisten durch den anfänglichen An-

stieg des Serum-Testosterons hervorge-

rufen werden können

Zunächst 5 – 7 Tage täglich 2-mal 1 Tab-

lette (= 200 mg) Cyproteron TAD 100

mg, 3 bis 4 Wochen lang täglich 2-mal 1

Tablette

Cyproteron

100 mg mit einem LHRH-Agonisten in

der vom Inhaber der Zulassung vorgese-

henen Dosierung.

Behandlung

LHRH-

Agonisten sind die Angaben in der Ge-

brauchsinformation

verwendeten

Präparates zu beachten.

Zur

Behandlung

von

Hitzewallungen

bei Patienten, die mit LHRH-Analoga

behandelt werden oder nach Hodenent-

fernung

Die empfohlene Dosis beträgt 1 Tablette

1-2-mal täglich (= 100-200 mg täglich).

Sie kann bei Bedarf bis zu 1 Tablette 3-

mal täglich (= 300 mg) gesteigert werden.

Ergänzende

Information

über

spezielle

Gruppen von Patienten

Kinder und Jugendliche

Cyproteron TAD 100 mg sollte bei männli-

chen Kindern und Jugendlichen unter 18

Jahren

nicht

angewendet

werden,

für

diese Altersgruppe keine Daten zur Wirk-

samkeit und Verträglichkeit vorliegen.

Vor Abschluss der Pubertät darf Cyprote-

ron TAD 100 mg bei männlichen Patienten

nicht angewendet werden, weil ein ungüns-

tiger Einfluss auf das Längenwachstum und

reifenden

endokrinen

Funktionskreise

nicht auszuschließen ist.

Geriatrische Patienten

Untersuchungen zur Pharmakokinetik von

Cyproteronacetat bei älteren Patienten wur-

den nicht durchgeführt.

Patienten mit Lebererkrankungen

Die Anwendung von Cyproteron TAD 50

mg ist bei Patienten mit Lebererkrankungen

kontraindiziert, solange sich die Leberla-

borwerte

noch

nicht

wieder

normalisiert

haben.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunk-

tion

Untersuchungen zur Pharmakokinetik von

Cyproteronacetat

Patienten

Nie-

reninsuffizienz wurden nicht durchgeführt.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit

gegen

Wirk-

stoff oder einen der in Abschnitt 6.1 ge-

nannten sonstigen Bestandteile,

Leberkrankheiten,

Dubin-Johnson-Syndrom,

Rotor-

Syndrom,

vorausgegangene oder bestehende Leber-

tumore (nur wenn sie nicht durch Meta-

stasen

Prostatakarzinoms

bedingt

sind),

bekannte oder vermutete maligne Erkran-

kungen

(außer

fortgeschrittenem

Prostatakarzinom),

bestehende Meningiome oder Meningio-

me in der Vorgeschichte,

schwere chronische Depressionen,

bestehende thromboembolische Ereignis-

Jugendliche vor dem Abschluss der Pu-

bertät und Kinder (siehe Abschnitt 4.2).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vor-

sichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei Patienten mit fortgeschrittenem Prosta-

takarzinom ist unter sorgfältiger Abwägung

von Nutzen und Risiko über die Anwen-

dung im Einzelfall zu entscheiden, wenn

vorausgegangene thromboembolische Pro-

zesse, schwerer Diabetes mellitus mit Ge-

fäßveränderungen oder eine Sichelzellena-

nämie vorliegen.

Thromboembolische Ereignisse

Über

Auftreten

thromboemboli-

schen Ereignissen bei Patienten unter Cyp-

roteron TAD 100 mg liegen Berichte vor.

Bei Patienten mit vorausgegangenen arteri-

ellen

oder

venösen

thromboti-

schen/thromboembolischen Ereignissen (z.

B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie,

Herzinfarkt), mit zerebrovaskulären Ereig-

nissen in der Anamnese oder mit fortge-

schrittenen malignen Erkrankungen besteht

ein erhöhtes Risiko für weitere thrombo-

embolische Ereignisse.

Nebennierenrinde

Unter der Behandlung sollte die adrenokor-

tikale Funktion regelmäßig überprüft wer-

den, da präklinische Ergebnisse auf eine

Dämpfung infolge der kortikoidähnlichen

Wirkung

Cyproteron

hinweisen (siehe Abschnitt 5.3).

Leber

Es wurde über direkte lebertoxische Reak-

tionen wie Gelbsucht, Hepatitis und Leber-

versagen bei Patienten berichtet, die mit

Cyproteron TAD 100 mg behandelt wur-

den.

Dosierungen

mehr

wurden

auch

Fälle

tödlichem

Ausgang berichtet. In den meisten berichte-

ten Fällen mit tödlichem Ausgang handelte

es sich um Männer mit fortgeschrittenem

_____________________Fachinformation_________________________________

Cyproteron TAD

®

100 mg Tabletten

Prostatakarzinom. Die Toxizität ist dosis-

abhängig und entwickelt sich in der Regel

mehrere Monate nach Behandlungsbeginn.

Vor Behandlungsbeginn, in regelmäßigen

Abständen während der Behandlung sowie

beim Auftreten von Symptomen oder An-

zeichen, die eine Lebertoxizität vermuten

lassen, sollte die Leberfunktion überprüft

werden. Bestätigt sich der Verdacht auf Le-

bertoxizität, sollte Cyproteron TAD 100 mg

abgesetzt werden, es sei denn, die Leberto-

xizität ist durch eine andere Ursache, z. B.

Metastasen, erklärbar. In diesem Fall sollte

die Behandlung mit Cyproteron TAD nur

fortgesetzt

werden,

wenn

erwartete

Nutzen das Risiko aufwiegt.

Infolge

Anwendung

Cyproteron

TAD 100 mg wurden gutartige und bösarti-

ge Lebertumore beobachtet (bei Männern in

sehr seltenen Fällen), die zu lebensgefährli-

chen Blutungen in die Bauchhöhle führen

können.

Wenn

schwere

Oberbauchbe-

schwerden,

eine

Lebervergrößerung

oder

Anzeichen einer intraabdominalen Blutung

auftreten, sollte ein Lebertumor in die diffe-

rentialdiagnostischen Überlegungen einbe-

zogen werden. Die Therapie sollte, wenn

nötig, abgebrochen werden.

Hirnhaut

Im Zusammenhang

mit längerer Anwen-

dung (Jahre) von Cyproteronacetat in Do-

sierungen von 25 mg/Tag und mehr ist über

das Auftreten (multipler) Meningiome be-

richtet worden. Wenn bei einem Patienten,

der mit Cyproteron TAD 100 mg behandelt

wird,

Meningiom

festgestellt

wird,

muss die Behandlung mit Cyproteron TAD

100 mg gestoppt werden (siehe Abschnitt

4.3).

Kohlenhydratstoffwechsel

Diabetikern

sind

unter

Cyproteron

TAD 100 mg Blutzuckeranstiege beobach-

tet worden. Es ist daher ratsam, bei Patien-

ten mit Diabetes mellitus den Kohlenhyd-

ratstoffwechsel

besonders

sorgfältig

überwachen, da sich während der Behand-

lung mit Cyproteron TAD 100 mg die er-

forderliche

Dosis

für

orale

Antidiabetika

oder

Insulin

verändern

kann

(siehe

schnitt 4.3).

Atmung

Unter

hoch

dosierter

Cyproteron

TAD-

Gabe kann es zum Gefühl der Kurzatmig-

keit kommen (bei Männern häufig). Diffe-

rentialdiagnostisch muss in solchen Fällen

an den für Progesteron und synthetische

Gestagene bekannten stimulierenden Effekt

auf die Atmung gedacht werden, der mit

Hypokapnie und kompensierter respiratori-

scher Alkalose einhergeht und nicht als be-

handlungsbedürftig gilt.

Erythropoese

Unter der Behandlung mit Cyproteron TAD

100 mg traten Fälle von Anämie auf. Des-

halb sollte bei Männern das rote Blutbild

während der Behandlung regelmäßig kon-

trolliert werden.

Fortpflanzungsorgane

Veränderungen

der Brust

Aufgrund des antiandrogenen und des anti-

gonadotropen

Effektes

Cyprotero-

nacetat wird im Verlaufe einer mehrwöchi-

gen Behandlung sehr häufig die Spermato-

genese gehemmt. Ebenso ist die Ejakulat-

menge reduziert. Die sich während der The-

rapie langsam entwickelnde Einschränkung

der Spermatogenese, die im Allgemeinen

mit Infertilität einhergeht, ist nach Abset-

zen reversibel. Innerhalb weniger Monate,

manchmal bis zu 20 Monaten, nach Been-

digung der Therapie wird sich die Sperma-

togenese allmählich wieder von selbst nor-

malisieren, so dass sich ein Zustand wie vor

Cyproteron

TAD-Anwendung

wieder

einstellt. Auch der Effekt auf das Ejakulat

ist vollständig reversibel. Sehr häufig treten

Beeinträchtigungen der Libido auf, sowie

Impotenz. Bei Männern im zeugungsfähi-

gen Alter, für die die Fertilität nach Ab-

schluss der Medikation von Bedeutung sein

könnte, empfiehlt es sich, vorsorglich vor

Behandlungsbeginn

mindestens

Kon-

trollspermatogramm

anzufertigen.

Damit

lässt

sich

eventuellen

ungerechtfertigten

Behauptungen über eine spätere Infertilität

infolge der Antiandrogentherapie am ehes-

ten begegnen.

Bei behandelten Männern tritt häufig eine

Gynäkomastie auf, die sich im Allgemeinen

nach Beendigung der Behandlung oder ei-

ner Dosisreduktion zurückbildet.

Hepatotoxische Reaktionen (Hepatitis, Le-

berversagen) sind sehr selten. Der hepato-

toxische

Mechanismus

Cyprotero-

nacetat ist wenig bekannt. Möglicherweise

handelt es sich dabei um eine direkte he-

patotoxische

Wirkung

Arzneimittels,

wahrscheinlicher

aber

eine

Überemp-

findlichkeitsreaktion, durch einen Metabo-

liten von Cyproteronacetat verursacht.

Die derzeit verfügbaren Daten deuten da-

rauf hin, dass bei älteren Patienten, die we-

bösartiger

Erkrankungen

über

einen

längeren Zeitraum mit hohen Dosen behan-

delt werden, die unerwünschten Wirkungen

Cyproteronacetat

häufiger

auftreten.

Daher ist bei diesen Patienten die Überwa-

chung der Leberfunktion unerlässlich. Bei

pathologischen

Leberfunktionswerten

die Behandlung mit Cyproteronacetat ab-

zubrechen.

Im Falle von möglichen Fertilitätsstörungen

ist es ratsam, vor Behandlungsbeginn ein

Spermiogramm anzufertigen.

Lactose-Hinweis

Patienten mit der seltenen hereditären Ga-

lactose-Intoleranz,

Lapp-Lactase-Mangel

oder

Glucose-Galactose-Malabsorption

sollten Cyproteron TAD 100 mg nicht ein-

nehmen.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arz-

neimitteln und sonstige Wechselwirkun-

gen

Obwohl keine klinischen Studien zu Wech-

selwirkungen durchgeführt wurden, ist zu

erwarten,

dass

Ketoconazol,

Itraconazol,

Clotrimazol, Ritonavir und andere starke

CYP3A4-Hemmer den Metabolismus von

Cyproteronacetat hemmen, da dieses Arz-

neimittel

durch

CYP3A4

metabolisiert

wird.

Andererseits

können

CYP3A4-

Induktoren wie Rifampicin, Phenytoin und

Produkte, die Johanniskraut enthalten, den

Cyproteronacetat-Spiegel senken.

In-vitro Inhibitionsuntersuchungen belegen

eine potenzielle Hemmung der Zytochrom-

P450-Enzyme CYP2C8, 2C9, 2C19, 3A4

und 2D6 bei hohen therapeutischen Dosen

von 100 mg Cyproteronacetat dreimal pro

Tag.

Das Risiko einer statinbedingten Myopathie

oder

Rhabdomyolyse

kann

erhöht

sein,

wenn solche HMG-CoA-Hemmer (Statine),

die hauptsächlich durch CYP3A4 metaboli-

siert werden, zusammen mit hohen thera-

peutischen

Dosen

Cyproteronacetat

verabreicht

werden,

demselben

Stoffwechselweg unterliegen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Still-

zeit

Cyproteron TAD 100 mg ist nicht für die

Anwendung an Frauen vorgesehen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüch-

tigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen

Cyproteron TAD 100 mg kann zu Müdig-

keit und verminderter Vitalität führen und

Konzentrationsfähigkeit

beeinträchti-

gen. Auch bei bestimmungsgemäßem Ge-

brauch kann Cyproteron TAD 100 mg das

Reaktionsvermögen soweit verändern, dass

Fähigkeit

aktiven

Teilnahme

Straßenverkehr und zum Bedienen von Ma-

schinen beeinträchtigt wird.

4.8 Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwir-

kungen (Adverse Drug Reactions, ADRs)

Patienten,

Cyproteronacetat

ein-

nahmen, sind verringerte Libido, erektile

Dysfunktion und reversible Hemmung der

Spermatogenese.

_____________________Fachinformation_________________________________

Cyproteron TAD

®

100 mg Tabletten

schwerwiegendsten

Nebenwirkungen

betrafen hepatotoxische Reaktionen, gutar-

tige und bösartige Lebertumore, die zu int-

raabdominalen Blutungen führen können,

sowie thromboembolische Ereignisse.

In der folgenden Tabelle sind Nebenwir-

kungen aufgeführt, die im Zusammenhang

Cyproteronacetat

berichtet

wurden.

Die Nebenwirkungen, die ausschließlich als

Post-Marketing-Daten

berichtet

wurden

für

eine

Häufigkeit

nicht

abge-

schätzt werden kann, werden in der Häu-

figkeitskategorie

„Häufigkeit

nicht

kannt“ aufgeführt.

Bei Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkun-

gen werden folgende Kategorien

zugrunde

gelegt:

Sehr häufig (

1/10)

Häufig

1/100, <1/10)

Gelegentlich (

1/1.000, <1/100)

Selten (

1/10.000, <1/1.000)

Sehr selten (<1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage

der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Der am besten geeignete MedDRA-Begriff

wurde verwendet, um eine bestimmte Re-

aktion zu beschreiben. Synonyme und in

Zusammenhang

stehende

Erkrankungen

sind nicht aufgelistet, sollten aber ebenfalls

in Betracht gezogen werden.

Systemorganklasse

MedDRA

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Selten

Sehr selten

Häufigkeit

nicht bekannt

Gutartige, bösartige und

unspezifische Neubildun-

gen (einschl. Zysten und

Polypen)

Gutartige

und bösar-

tige Leber-

tumore*

Meningiome

§ *

Untersuchungen

Prolaktinspiegel

leicht erhöht

Kortisol-

spiegel er-

niedrigt

Erkrankungen des Blutes

und des Lymphsystems

Anämie*

Erkrankungen der Atem-

wege, des Brustraums

und Mediastinums

Gefühl der Kurzat-

migkeit*

Erkrankungen der Haut

und des Unterhautzell-

gewebes

Hautausschlag

Trockene Haut

Skelettmuskulatur-, Bin-

degewebs- und Kno-

chenerkrankungen

Osteoporose

Stoffwechsel- und Ernäh-

rungsstörungen

Gewichtszunahme

oder Gewichts-

abnahme

Blutzucker-

anstiege bei

Diabetikern*

Gefäßerkrankungen

Thromboem-

bolische Er-

eignisse*

Allgemeine Erkrankun-

gen und Beschwerden am

Verabreichungsort

Müdigkeit

Hitzewallungen,

Schweißausbrüche

Erkrankungen des Im-

munsystems

Überempfind-

lichkeitsreaktio-

Leber- und Gallenerkran-

kungen

Hepatotoxische Re-

aktionen wie Gelb-

sucht, Hepatitis,

Leberversagen*

Erkrankungen der Ge-

schlechtsorgane und der

Brustdrüse

Reversible

Hemmung

der Sperma-

togenese

Gynäkomastie

Berührungs-

empfindlichkeit

der Mamillen

Psychiatrische Erkran-

kungen

Verminderte

Libido

Erektile

Dysfunktion

Depressive Ver-

stimmung

Vorübergehende

Unruhe

Antriebsminderung

Erkrankungen des Gast-

rointestinaltrakts

Intraabdomi-

nale Blutun-

gen*

§ Siehe Abschnitt 4.3

* Für weitere Informationen siehe Abschnitt 4.4

_____________________Fachinformation_________________________________

Cyproteron TAD

®

100 mg Tabletten

Im Zusammenhang mit Arzneimitteln, die

Cyproteronacetat

Wirkstoff

enthalten,

wurde häufig vorwiegend von Frauen über

Magenbeschwerden,

Schwindel,

Kopf-

schmerzen und Übelkeit berichtet.

Im Zusammenhang

mit längerer Anwen-

dung (Jahre) von Cyproteronacetat in Do-

sierungen von 25 mg/Tag und mehr ist über

das Auftreten (multipler) Meningiome be-

richtet worden (siehe Abschnitte 4.3 und

4.4).

Unter hochdosierter Cyproteronacetatthera-

pie wurden vereinzelt Anämien und eine

Verminderung der körpereigenen Kortisol-

produktion

beobachtet

(siehe

Abschnitt

4.4).

Bei männlichen Patienten sind unter der

Behandlung mit Cyproteron TAD Sexual-

trieb und Potenz vermindert und die Gona-

denfunktion ist gehemmt. Diese Verände-

rungen sind nach Absetzen der Behandlung

reversibel.

Im Verlauf einer mehrwöchigen Behand-

lung wird bei Männern als Folge der anti-

androgenen und antigonadotropen Wirkung

Spermatogenese

gehemmt.

Innerhalb

weniger Monate nach Beendigung der The-

rapie erholt sich die Spermatogenese all-

mählich wieder (siehe Abschnitt 4.4).

Bei behandelten Männern tritt häufig eine

Gynäkomastie auf. Sie ist gelegentlich mit

starker

Berührungsempfindlichkeit

Mamillen verbunden. Nach Behandlungs-

ende bilden sich diese Veränderungen meist

zurück.

auch

anderen

antiandrogenen

Wirkstoffen kann die Langzeitanwendung

von Cyproteron TAD bei Männern in sehr

seltenen Fällen zu Osteoporose führen.

Im Hinblick auf die notwendige Kombina-

tionsbehandlung bei Frauen sind die beson-

deren Hinweise zu den Nebenwirkungen in

der Gebrauchs- und Fachinformation des

verwendeten Estrogens oder der verwende-

ten Gestagen-Estrogen-Kombination zu be-

achten.

Zu Beginn der Behandlung führt Cyprote-

ron TAD zu einer negativen Stickstoffbi-

lanz, die sich aber im Verlauf der Anwen-

dung

ausgleicht.

Wegen

dieser

initialen

katabolen Wirkung soll Cyproteron TAD

50 mg vorsichtshalber bei bekannten oder

vermuteten malignen Erkrankungen (Aus-

nahme:

Prostatakarzinom)

nicht

gegeben

werden (siehe Abschnitt 4.3).

Eine Tendenz zu einer leichten Erhöhung

des Prolaktinspiegels wurde unter höheren

CPA-Dosen gelegentlich beobachtet.

Aufgrund verminderter Talgdrüsensekreti-

on kann es zu trockener Haut kommen.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkun-

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwir-

kungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinu-

ierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehöri-

ge von Gesundheitsberufen sind aufgefor-

dert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwir-

kung dem Bundesinstitut für Arzneimittel

Medizinprodukte,

Abt.

Pharmakovi-

gilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-

53175 Bonn, Website: www.bfarm.de an-

zuzeigen.

4.9 Überdosierung

Es gibt keine Hinweise auf schwere ge-

sundheitsschädliche Effekte nach Überdo-

sierung von Cyproteronacetat. Studien zur

akuten Toxizität nach Gabe von Einzeldo-

sen haben gezeigt, dass Cyproteronacetat,

der wirksame Bestandteil von Cyproteron

TAD 100 mg, als praktisch nicht toxisch

einzustufen ist. Ebenso wenig ist eine akute

Intoxikation

nach

einmaliger

versehentli-

cher Einnahme eines Vielfachen der für die

Behandlung erforderlichen Dosis zu erwar-

ten.

5. PHARMAKOLOGISCHE

EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antiand-

rogen, rein, Cyproteron,

ATC-Code: G03 HA01

CPA wirkt antiandrogen, gestagen sowie

antigonadotrop. Diese drei Partialwirkun-

gen lassen sich beim Tier und beim Men-

schen nachweisen.

Endokrinpharmakologische

Untersuchun-

gen am Tier

Antiandrogene Wirkung

CPA verhindert die Wirkung von endogen

gebildeten und exogen zugeführten Andro-

genen an den Erfolgsorganen durch kompe-

titive Hemmung. Es kommt zu einer Blo-

ckade

Translokation

DHT-

Rezeptor-Komplexes in den Zellkern. In in-

vitro-Zellkulturexperimenten

Prüfung

der Wirkung von CPA auf Funktionen des

Androgenrezeptors weist CPA hohe anti-

androgene Wirkstärke (Potenz) auf. Zusätz-

lich tritt in einigen in-vitro-Testsystemen

eine geringe partial-agonistische Wirkung

von CPA am Androgenrezeptor auf. Der

stimulierende Effekt von männlichen Sexu-

alhormonen auf androgenabhängige Struk-

turen und Funktionen wird durch CPA ab-

geschwächt

oder

aufgehoben:

führt

beim Tier dosisabhängig zur Atrophie der

akzessorischen Geschlechtsdrüsen, d. h. der

Prostata, der Samenblasen und Präputial-

drüsen. Es beeinflusst die Hodenfunktion:

Spermatogenese

wird

dosisabhängig

gehemmt.

Hunden,

Kaninchen,

Schweinen

Affen

wird

durch

CPA,

ähnlich wie beim Menschen, die Libido ge-

hemmt.

Bei Ratten kann der Beginn der Pubertät

verhindert

oder

verzögert

werden.

hemmt

physiologischen

Schluss

Epiphysenfugen und die Knochenreifung.

beeinträchtigt

Talgdrüsenfunktion,

die Dicke der Epidermis nimmt ab.

Die Behandlung gravider Tiere mit CPA

führt zu Entwicklungsstörungen bei männ-

lichen Feten. Testosteronabhängige Diffe-

renzierungsvorgänge

werden

beeinflusst:

Es kommt zu mehr oder weniger ausge-

prägten Feminisierungserscheinungen.

Gestagene Wirkung

Clauberg-Test

(Kaninchen),

Wirkstärke (Potenz) von CPA nach subku-

taner Applikation 100-fach größer als die

von Progesteron. In Tests auf Gestagenwir-

kung an der Ratte ist CPA nach subkutaner

Applikation vergleichbar wirkstark (potent)

wie Progesteron.

Antigonadotrope Wirkung

Wie alle stark wirksamen Gestagene hat

antigonadotrope

Eigenschaften,

sich beim männlichen Geschlecht in einer

Hemmung

Hodenwachstums,

beim

weiblichen in einer Hemmung der Ovulati-

on manifestieren.

Endokrinpharmakologische

Untersuchun-

gen am Menschen

Antiandrogene Wirkung

CPA hemmt kompetitiv die Wirkung von

Androgenen an ihren Erfolgsorganen. Beim

Menschen wurden u. a. folgende, damit zu-

sammenhängende

Effekte

beschrieben:

Hemmung des Geschlechtstriebs, Vermin-

derung der Talgdrüsenaktivität, Beeinflus-

sung

Haarwachstums,

Verhinderung

androgener

Wachstumsimpulse

Prostatagewebe, Hemmung vorzeitiger pu-

beraler

Entwicklungsvorgänge,

auch

Knochen.

Gestagene Wirkung

CPA ist ein stark wirksames Gestagen. Es

führt

Aufbauversuch

nach

Kaufmann

bereits bei einer Gesamtdosis von 20 - 30

mg zur Transformation des Endometriums.

Antigonadotrope Wirkung

Als stark wirksames Gestagen hat CPA ei-

nen zentral hemmenden Effekt. Wegen die-

_____________________Fachinformation_________________________________

Cyproteron TAD

®

100 mg Tabletten

ser antigonadotropen Wirkung kommt es

nicht

gegenregulatorischen

Anstieg

der LH-Sekretion, obwohl die Androgene

durch die antiandrogene Wirkung von CPA

auch von den Rezeptoren im Hypothalamus

verdrängt werden, an denen sie ihre negati-

ve Rückkopplung ausüben.

Vielmehr wird die LH- und auch die FSH-

Sekretion durch die gestagene Partialwir-

kung

gehemmt.

Folge

kommt es zu einer Abnahme von Testoste-

ron und Estrogenen im Plasma.

Dieser zentral hemmende Effekt von CPA

kommt auch bei der Kombination mit LH-

RH-Agonisten zum Tragen. Der durch die-

se Stoffgruppe ausgelöste initiale Testoste-

ronanstieg wird durch CPA abgeschwächt.

Weitere Wirkungen auf endokrinologische

Parameter

Konzentration

Testosteron

Estrogenen sinken unter CPA ab.

Ein deutlicher Einfluss auf 17-Ketosteroide

und 17-ketogene Steroide ist nicht gefun-

worden.

Kortisolsekretion

blieb

unverändert

oder

vermindert.

Funktion

Nebennierenrinden(NNR)-

Hypophysenvorderlappen(HVL)-

Hypothalamus-Achse war bei Erwachsenen

überwiegend unbeeinflusst. Die Bewertung

aller Ergebnisse lässt den Schluss zu, dass

die Reaktionsfähigkeit des Systems in der

Regel nicht beeinträchtigt wird.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Nach oraler Gabe wird CPA rasch und voll-

ständig über einen weiten Dosisbereich re-

sorbiert. Die absolute Bioverfügbarkeit von

CPA nach Verabreichung von Cyproteron

TAD beträgt 88%. Nach oraler Gabe von

Cyproteron TAD

50 mg

können etwa 3

Stunden später maximale Wirkstoffspiegel

von etwa 140 ng/ml erwartet werden. Nach-

folgend sinken die Serumkonzentrationen

während eines Zeitintervalls von etwa 24

bis 120 Stunden im Mittel mit einer termi-

nalen Halbwertszeit von 43,9 ± 12,8 Stun-

den ab.

Die totale Clearance von CPA aus dem Se-

rum beträgt 3,5 ± 1,5 ml/min/kg.

CPA wird über verschiedene Abbauwege

metabolisiert, unter anderem über Hydroxy-

lierungs-

Konjugationsschritte.

Hauptmetabolit

Serum

15β-

Hydroxy-CPA. Der Phase-1-Metabolismus

Cyproteronacetat

wird

hauptsächlich

durch

Zytochrom-P450-Enzym

CYP3A4 katalysiert.

Ein Teil des verabreichten CPA wird un-

verändert

über

Galle

ausgeschieden.

Der überwiegende Dosisanteil wird jedoch

in Form von Metaboliten in Urin und Fae-

ces in einem Verhältnis von 3:7 und mit ei-

Halbwertszeit

Tagen

ausge-

schieden. Die Elimination der Metabolite

Plasma

erfolgt

einer

ver-

gleichbaren

Geschwindigkeit

(Halbwerts-

zeit von 1,7 Tagen).

CPA liegt im Serum nahezu ausschließlich

in proteingebundener Form vor. Etwa 3,5-4

% des CPA liegen in freier Form vor, der

verbleibende Rest wird an Albumin gebun-

den. Eine Bindung des CPA an Sexualhor-

mon-bindendes Globulin (SHBG) ist nicht

nachweisbar, daher nehmen Veränderungen

in der SHBG-Konzentration

auch keinen

Einfluss auf die Pharmakokinetik von CPA.

Aufgrund

langen

terminalen

Halb-

wertszeit des CPA ist bei täglicher Verab-

reichung innerhalb eines Behandlungszyk-

lus eine Kumulation des Wirkstoffs im Se-

rum etwa um den Faktor 3 zu erwarten.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Systemische Toxizität

Basierend auf konventionellen Studien zur

chronischen Toxizität lassen die präklini-

schen Daten keine spezifischen Gefahren

für den Menschen erkennen.

Reproduktionstoxizität

vorübergehende

Fertilitätshemmung

bei männlichen Ratten durch die tägliche

orale Behandlung ergab keine Hinweise da-

rauf,

dass

nach

Behandlung

Keimzellen in einer Weise geschädigt wer-

den, die zu Fehlentwicklungen oder Fertili-

tätsstörungen bei den Nachkommen führen

könnten.

Genotoxizität/Karzinogenität

Die Prüfung von CPA in einer anerkannten

Standard-Testbatterie ergab keinen Hinweis

auf eine mutagene Wirkung. In weiteren

Untersuchungen

führte

jedoch

DNA-Adduktbildung (und Anstieg der Re-

paratursynthese) in Leberzellen von Ratten,

Affen

Menschen.

Diese

DNA-

Adduktbildung wurde unter systemischen

Expositionsbedingungen

beobachtet,

bei empfohlener therapeutischer Dosierung

auftreten könnten. Eine Folge der in-vivo-

Behandlung war eine erhöhte Inzidenz fo-

kaler,

möglicherweise

präneoplastischer

Leberzellherde mit veränderter Enzymex-

pression in weiblichen Ratten und eine er-

höhte

Mutationshäufigkeit

transgenen

Ratten, die ein Bakteriengen

als Mutati-

onsmarker trugen.

Die klinische Bedeutung dieser Befunde ist

derzeit ungewiss. Die bisherige klinische

Erfahrung

sorgfältig

durchgeführte

epidemiologische Studien weisen nicht auf

eine

erhöhte

Inzidenz

Lebertumoren

beim Menschen hin.

Untersuchungen zur Tumorigenität an Na-

gern ergaben für CPA keine im Vergleich

anderen

Steroidhormonen

prinzipiell

abweichenden Befunde. Dennoch muss da-

gedacht

werden,

dass

Sexualsteroide

das Wachstum bestimmter hormonabhängi-

ger Gewebe und Tumoren fördern können.

Insgesamt spricht aus den vorliegenden Da-

ten nichts gegen den Einsatz von Cyprote-

ron TAD 50 mg beim Menschen, wenn die-

se Anwendung gemäß den angegebenen In-

dikationen und in der empfohlenen Dosie-

rung erfolgt.

In experimentellen Untersuchungen führten

höhere Dosen bei Ratten und Hunden zu

kortikoidähnlichen Wirkungen auf die Ne-

bennieren,

ähnliche

Wirkungen

beim

Menschen

höchsten

verab-

reichten

Dosis

(300

mg/Tag)

hinweisen

könnte.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Laktose-Monohydrat

Mikrokristalline Cellulose (E460)

Croscarmellose-Natrium (E468)

Povidon K 30 (E1201)

Magnesiumstearat

(Ph.

Eur.)

[pflanzlich]

(E572/E470b)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für

die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonde-

ren Lagerungsbedingungen erforderlich

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/AL Blisterpackungen

50 und 100 Tabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für

die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Ab-

fallmaterial ist entsprechend den nationalen

Anforderungen zu entsorgen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

TAD Pharma GmbH

Heinz-Lohmann-Straße 5

27472 Cuxhaven

Tel.: (04721) 606-0

Fax: (04721) 606-333

E-Mail: info@tad.de

8. Zulassungsnummer

64988.00.00

9.

DATUM

DER

ERTEILUNG

DER

ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSSUNG

Datum

Erteilung

Zulassung:

September 2008

Datum der Erteilung der letzten Verlänge-

rung der Zulassung: 27. Mai 2015

_____________________Fachinformation_________________________________

Cyproteron TAD

®

100 mg Tabletten

10. STAND DER INFORMATION

05.2015

11. VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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