Cromo-ratiopharm Augentropfen

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

22-07-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

22-07-2020

Wirkstoff:
Natriumcromoglicat (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH (3087881)
ATC-Code:
S01GX01
INN (Internationale Bezeichnung):
Sodium cromoglicate (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Augentropfen
Zusammensetzung:
Natriumcromoglicat (Ph.Eur.) (21625) 20 Milligramm
Verabreichungsweg:
Anwendung am Auge
Berechtigungsstatus:
Verkehrsfähigkeit: Ja
Zulassungsnummer:
6029922.00.00
Berechtigungsdatum:
2005-12-17

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation:

Information für Anwender

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg Filmtabletten

Wirkstoffe: Bisoprololfumarat und Hydrochlorothiazid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

beachten?

3. Wie ist

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. und wofür wird es angewendet?

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

ist ein herzspezifischer Beta-Rezeptorenblocker und Mittel zur

Entwässerung des Körpers (Diuretikum)

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

wird angewendet bei

Bluthochdruck (Hypertonie)

Das Kombinationspräparat

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

wird nur dann empfohlen, wenn die

Therapie mit einem der Einzelwirkstoffe Bisoprolol oder Hydrochlorothiazid, mit dem die

Ersteinstellung eines zu hohen Blutdrucks versucht werden sollte, unzureichend wirkte und die

Kombination der Einzelwirkstoffe in der in

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

vorliegenden Dosierung

sich als gut dosiert erwiesen hat.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. beachten?

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Bisoprololfumarat, Hydrochlorothiazid, andere Thiazide, Sulfonamide

oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

bei akuter Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) oder während einer Verschlechterung

(Dekompensation) der Herzinsuffizienz, die eine intravenöse Therapie mit die Herzkraft

stärkenden Substanzen erfordert.

bei durch Störungen der Herzfunktion ausgelöstem Schock (kardiogenem Schock).

bei höhergradigen Erregungsleitungsstörungen von den Herzvorhöfen auf die Herzkammern

(AV-Block II. und III. Grades) ohne Herzschrittmacher.

bei Syndrom des kranken Sinusknotens (Sick-Sinus-Syndrom).

bei gestörter Erregungsleitung zwischen Sinusknoten und Herzvorhof (sinuatrialem Block).

bei stark verlangsamter Herzschlagfolge (weniger als 60 Schläge pro Minute) vor

Behandlungsbeginn.

bei Neigung zu schweren Bronchialverkrampfungen (Asthma bronchiale) oder chronisch stark

verengenden Atemwegserkrankungen.

bei Spätstadien der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder Gefäßkrämpfen im Bereich

der Zehen und Finger (Raynaud-Syndrom).

bei Tumoren des Nebennierenmarks (Phäochromozytom).

bei Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose).

bei schweren Nierenfunktionsstörungen (Niereninsuffizienz) mit stark eingeschränkter oder

fehlender Harnproduktion (Kreatinin-Clearance kleiner oder gleich 30 ml/Minute bzw.

Serumkreatinin über 1,8 mg/100 ml).

bei akuter Nierenentzündung (Glomerulonephritis).

bei Bewusstseinstrübungen, die durch schwere Lebererkrankungen bedingt sind (Koma/Präkoma

hepaticum).

bei Kaliummangelzuständen (Hypokaliämie), die auf Behandlung nicht ansprechen.

bei schweren Natriummangelzuständen (Hyponatriämie).

bei erhöhtem Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie).

bei Gicht.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

einnehmen, bei

Herzinsuffizienz (die Therapie der stabilen chronischen Herzinsuffizienz (Herzmuskelschwäche)

muss mit dem Einzelwirkstoff Bisoprolol und der dafür empfohlenen Titrationsphase begonnen

werden).

Bronchialverkrampfung (Asthma bronchiale, obstruktiven Atemwegserkrankungen).

gleichzeitige Behandlung mit Inhalationsnarkotika.

Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit stark schwankenden Blutzuckerwerten; Symptome eines

stark erniedrigten Blutzuckers (Hypoglykämiesymptome) können verschleiert werden.

strengem Fasten.

während einer Desensibilisierungstherapie.

geringgradigen Erregungsleitungsstörungen von den Herzvorhöfen auf die Herzkammern (AV-

Block I. Grades).

Durchblutungsstörungen des Herzens infolge von krampfartigen Verengungen der

Herzkranzgefäße (Prinzmetal-Angina).

peripherer arterieller Verschlusskrankheit (Verstärkung der Beschwerden insbesondere bei

Therapiebeginn möglich).

Verminderung des Blutvolumens (Hypovolämie).

Leberfunktionsstörung.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

einnehmen, wenn Sie eine Abnahme des Sehvermögens oder Augenschmerzen feststellen. Dies

können Symptome einer Flüssigkeitsansammlung in der Gefäßschicht des Auges (Aderhauterguss)

oder eines Druckanstiegs in Ihrem Auge sein und kann innerhalb von Stunden bis zu Wochen nach

Einnahme von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

auftreten. Ohne Behandlung kann dies zu einem

dauerhaften Sehverlust führen. Die Gefahr hierfür ist erhöht, wenn Sie in der Vergangenheit eine

Penicillin- oder Sulfonamid-Allergie hatten.

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Bei Bronchialverkrampfungen (Asthma bronchiale) oder anderen chronisch obstruktiven

Lungenfunktionsstörungen, die Symptome verursachen können, sollte eine begleitende

bronchienerweiternde Therapie erfolgen. Gelegentlich kann eine Zunahme des Atemwegswiderstandes

bei Patienten mit Asthma auftreten und eine Dosiserhöhung von bronchienerweiternden Arzneimitteln

-Sympathomimetika) erfordern.

Wie auch andere ß-Blocker kann Bisoprolol sowohl die Empfindlichkeit gegenüber Allergie-

auslösenden Stoffen (Allergenen) als auch die Schwere von allergischen (anaphylaktischen)

Reaktionen steigern. Das trifft auch bei einer laufenden Desensibilisierungstherapie zu. Adrenalin

zeigt hierbei nicht immer die gewünschte therapeutische Wirkung.

Bei Patienten mit bestehender Psoriasis oder Psoriasis in der Vorgeschichte sollte die Verordnung von

ß-Blockern (z. B. Bisoprolol) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Bei Patienten mit einem Nebennierenmarktumor (Phäochromozytom) dürfen ß-Blocker (z. B.

Bisoprolol) erst nach Blockade der Alpha-Rezeptoren verabreicht werden.

Die Behandlung mit ß-Blockern (z. B. Bisoprolol) kann die Symptome einer schweren

Schilddrüsenüberfunktion (Thyreotoxikose) verschleiern.

Die Therapie mit ß-Blockern (z. B. Bisoprolol) sollte ohne zwingende Indikation nicht abrupt beendet

werden.

Fälle von akuter Gallenblasenentzündung (Cholezystitis) sind bei Patienten mit Gallensteinleiden

(Cholelithiasis) berichtet worden.

Bei Patienten mit erhöhtem Harnsäurespiegel im Blut (Hyperurikämie) ist das Risiko eines

Gichtanfalls erhöht.

Wenn Sie eine Vollnarkose erhalten, muss der Narkose-Arzt von der Therapie mit Betablockern

unterrichtet sein. Gegenwärtig wird empfohlen, die Therapie weiter zu führen, da während der

Operation möglicherweise auftretende Rhythmus- und Durchblutungsstörungen des Herzens günstig

beeinflusst werden können. Falls das Absetzen der Betablockertherapie vor der Operation für

notwendig erachtet wird, sollte dies ausschleichend erfolgen und ca. 48 Stunden vor der Narkose

abgeschlossen sein.

Photosensibilitätsreaktionen können in Verbindung mit Thiaziddiuretika auftreten. Falls

Photosensibilitätsreaktionen auftreten, wird empfohlen, exponierte Körperbereiche vor Sonnen- bzw.

UVA-Strahlen zu schützen. In schweren Fällen kann es erforderlich sein, die Behandlung mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

abzubrechen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Hautkrebs haben oder hatten oder während der Behandlung eine

unerwartete Hautläsion entwickeln. Die Behandlung mit Hydrochlorothiazid, insbesondere eine

hochdosierte Langzeitanwendung, kann das Risiko einiger Arten von Haut- und Lippenkrebs (weißer

Hautkrebs) erhöhen. Schützen Sie Ihre Haut vor Sonneneinstrahlung und UV-Strahlen, solange Sie

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

einnehmen.

Durch die Hydrochlorothiazid-Komponente kann die kontinuierliche Langzeitgabe von

Bisoprolol-

ratiopharm

®

comp.

zu einer Störung des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts führen, speziell zu

Hypokaliämie und Hyponatriämie, aber auch zu Hypomagnesiämie, Hypochloridämie und

Hyperkalzämie.

Schwerer Kaliummangel (Hypokaliämie) führt eher zur Entwicklung von schweren

Rhythmusstörungen (Arrhythmien), teilweise zu Torsades de pointes mit tödlichem Ausgang.

Eine Störung des Säure-Basen-Haushaltes (metabolische Alkalose) kann sich durch den gestörten

Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt verschlimmern.

Hinweis:

Während der Behandlung mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

sollten die Serumelektrolyte

(insbesondere Kalium, Natrium, Calcium), Kreatinin und Harnstoff, die Blutfette (Cholesterol und

Triglyceride), Harnsäure und Blutzucker regelmäßig kontrolliert werden, um Störungen im Wasser-

/Elektrolythaushalt, insbesondere Hyponatriämie, hypochlorämische Alkalose und Hypokaliämie, zu

erkennen.

Hinweis:

Während der Behandlung mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

sollten Patienten auf eine ausreichende

Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen erhöhter Kaliumverluste kaliumreiche Nahrungsmittel zu sich

nehmen (z. B. Bananen, Gemüse, Nüsse). Die Kaliumverluste können durch gleichzeitige Behandlung

mit kaliumsparenden Diuretika vermindert oder verhindert werden.

Kinder

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

sollte bei Kindern nicht eingesetzt werden, da hierfür keine

ausreichenden Therapieerfahrungen vorliegen.

Ältere Menschen

Für die Behandlung von älteren Menschen ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion

Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion ist die Ausscheidung des Hydrochlorothiazidanteils

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

vermindert

Auswirkungen bei Fehlgebrauch zu Dopingzwecken

Die Anwendung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

kann bei Dopingkontrollen zu positiven

Ergebnissen führen. Die Anwendung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

als Dopingmittel kann zu

einer Gefährdung der Gesundheit führen.

Einnahme von Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Die gleichzeitige Einnahme mit folgenden Arzneimitteln wird nicht empfohlen:

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Calciumantagonisten wurden verzögerte Erregungsleitung von

Herzvorhöfen auf die Herzkammern sowie eine Herabsetzung der Kontraktionskraft

(Herzmuskelschwäche) des Herzmuskels beobachtet. Die intravenöse Applikation von

Calciumantagonisten vom Verapamil-Typ kann zu einer ausgeprägten Hypotonie und AV-

Blockierungen führen.

Zentral wirksame blutdrucksenkende Arzneimittel, wie z. B. Clonidin und andere (z. B. Methyldopa,

Moxonidin und Reserpin) können bei gleichzeitiger Anwendung zu einer Verlangsamung der

Herzschlagfolge, einer Verringerung des Herzauswurfvolumens und zu einer Gefäßerweiterung

führen. Außerdem kann es nach Absetzen von Clonidin zu einem überschießenden Blutdruckanstieg

kommen.

Die gleichzeitige Verwendung von Lithium kann durch eine verringerte Lithiumausscheidung zu einer

stärkeren Schädigung von Herz und Nervensystem führen.

Die gleichzeitige Einnahme von Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. mit folgenden Arzneimitteln darf

nur unter bestimmten Bedingungen und mit besonderer Vorsicht erfolgen:

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Kalziumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ (z. B. Nifedipin,

Amlodipin) kann eine verstärkte Blutdrucksenkung sowie bei Patienten mit Herzmuskelschwäche eine

weitere Herabsetzung der Kontraktionskraft des Herzmuskels auftreten. Ein gesteigerter

blutdrucksenkender Effekt ist bei der Kombination mit trizyklischen Antidepressiva, Barbituraten,

Phenothiazin sowie anderen Substanzen, die den zu hohen Blutdruck senken, möglich.

Bei einer gleichzeitigen Anwendung von ACE-Hemmern wie z. B. Captopril und Enalapril sowie

Angiotensin-II-Antagonisten ist übermäßige Blutdrucksenkung bei Patienten mit bestehendem

Natriummangel (Natriumdepletion) und insbesondere bei Patienten mit Nierenarterienstenose

(Verengung, der die Nieren versorgenden Arterie) und/oder akute Niereninsuffizienz (Nierenversagen)

zu Therapiebeginn mit ACE-Hemmern möglich. Bei einem durch eine diuretische Therapie

entstandenen Natriummangel sollte entweder das Diuretikum 3 Tage vor Beginn der ACE-Hemmer

Therapie abgesetzt werden oder die Therapie mit ACE Hemmern einschleichend mit geringer Dosis

begonnen werden.

Antiarrhythmika können Torsades de pointes auslösen: Klasse-I-Antiarrhythmika (z. B. Chinidin,

Disopyramid), und Klasse-III-Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron und Sotalol). Hypokaliämien können

das Auftreten von Torsades de pointes begünstigen. Hypokaliämien sind zu vermeiden und, falls

notwendig, zu korrigieren. Das QT-Intervall ist zu kontrollieren. Im Fall eines Torsade de pointes

sollten keine Antiarrhythmika verabreicht werden (Schrittmachertherapie).

Die Wirkung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

kann bei gleichzeitiger Gabe von Antiarrhythmika

verstärkt werden.

Nicht zur Klasse der Antiarrhythmika gehörende Substanzen, die einen Torsade de pointes auslösen

können: Astemizol, Erythromycin i. v., Halofantrin, Pentamidin, Sparfloxazin, Terfenadin und

Vincamin. Im Falle einer Hypokaliämie sind Arzneimittel zu verwenden, die keinen Torsade de

pointes auslösen können.

Parasympathomimetika können möglicherweise zu einer Störung der Erregungsleitung des Herzens

führen und das Risiko für Bradykardien (Verlangsamung der Herzfrequenz) verstärken.

Die äußerliche Anwendung von Beta-Rezeptorenblockern (z. B. in Augentropfen bei Glaukom-

Behandlung) kann die Wirkung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

verstärken Bei gleichzeitiger

Anwendung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

und Insulin oder anderen blutzuckersenkenden

Arzneimitteln (Sulfonylharnstoffe) kann deren Wirkung verstärkt werden. Warnzeichen eines

erniedrigten Blutzuckers (Hypoglykämie) – insbesondere schneller Puls (Tachykardie) – können

verschleiert oder abgemildert sein.

Die gleichzeitige Anwendung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

und Narkosemitteln kann eine

verstärkte Blutdrucksenkung zur Folge haben. Gegenregulationsmechanismen, z. B. Anstieg der

Herzfrequenz (Reflextachykardie), können beeinträchtigt sein. Eine Fortsetzung der Betablockade

reduziert das Risiko für Rhythmusstörungen während Narkoseeinleitung und Intubation. Der

Narkosearzt sollte vor einer Allgemeinnarkose über die Behandlung mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

informiert werden.

Bei gleichzeitiger Therapie mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

und Digitalis begünstigt ein Kalium-

Mangel das Auftreten von Digitalis-bedingten Nebenwirkungen.

Nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAIDs, z. B. Acetylsalicylsäure) können den blutdrucksenkenden

Effekt von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

abschwächen.

Nichtsteroidale Antirheumatika: Bei Patienten mit Verminderung des Blutvolumens kann bei

gleichzeitiger Anwendung ein akutes Nierenversagen auftreten.

Eine Kombination von Bisoprololfumarat mit Beta-Sympathomimetika kann zu einer

Wirkungsabschwächung beider Substanzen führen. Bei der Behandlung allergischer Reaktionen kann

eine erhöhte Dosierung von Adrenalin erforderlich sein.

Sympathomimetika, die α- und β-Rezeptoren aktivieren (z. B. Adrenalin, Noradrenalin): Mögliche

Erhöhung des Blutdrucks und Verstärkung der Claudicatio intermittens. Solche Interaktionen sind bei

nicht-selektiven Betablockern wahrscheinlicher.

Die Wirkung von Harnsäure-senkenden Arzneimitteln kann bei gleichzeitiger Einnahme von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

abgeschwächt werden.

Erhöhte Kaliumverluste können bei gleichzeitiger Anwendung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

Glucocorticoiden, ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B, Furosemid oder Abführmitteln auftreten.

Die gleichzeitige Behandlung mit Colestyramin oder Colestipol vermindert die Resorption des

Hydrochlorothiazid-Anteils von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp..

Methyldopa: In vereinzelten Fällen wurde Hämolyse aufgrund von Antikörperbildung gegen

Hydrochlorothiazid beschrieben.

Bei gleichzeitiger Anwendung zu beachten:

Kortison-Präparate können die blutdrucksenkende Wirkung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

vermindern.

Anwendung mit Mefloquin: Erhöhtes Risiko für einen Abfall der Herzfrequenz.

Gleichzeitiger Einsatz von Monoaminoxidase-Hemmern (außer MAO-B) kann die blutdrucksenkende

Wirkung von Betablockern verstärken, aber auch das Risiko einer Bluthochdruck-Krise steigern.

Bei hoch dosierter Anwendung von Salicylaten kann deren toxische Wirkung auf das zentrale

Nervensystem verstärkt sein.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können!

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Schwangerschaft

Sie müssen Ihren Arzt über eine tatsächliche oder vermutete Schwangerschaft informieren. In der

Regel wird Ihr Arzt Ihnen dann zu einem anderen Medikament als

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

raten, da

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

nicht zur Anwendung in der Schwangerschaft empfohlen

wird. Das liegt daran, dass

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

in die Plazenta gelangt und dass es bei

Anwendung nach dem dritten Schwangerschaftsmonat zu gesundheitsschädigenden Wirkungen für

den Fötus und das Neugeborene kommen kann.

Stillzeit

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn Sie stillen oder mit dem Stillen beginnen wollen.

Bisoprolol-

ratiopharm

®

comp.

wird nicht zur Anwendung bei stillenden Müttern empfohlen. Das in

Bisoprolol-

ratiopharm

®

comp.

enthaltene Hydrochlorothiazid kann die Bildung der Muttermilch einschränken.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen ärztlichen

Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen

soweit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen

von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem

Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit

Alkohol.

3. Wie ist Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, beträgt die empfohlene Dosis

Grundsätzlich sollte die Behandlung eines zu hohen Blutdruckes mit niedrigen Dosen eines

Einzelwirkstoffes einschleichend begonnen werden und langsam gesteigert werden. Die fixe

Kombination

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

aus Bisoprolol und Hydrochlorothiazid sollte erst

angewendet werden, wenn durch die Einzelwirkstoffe keine Normalisierung des Blutdruckes bewirkt

werden konnte oder bei hoher Dosierung übermäßige Nebenwirkungen aufgetreten waren und sich die

Kombination der Einzelwirkstoffe in der in

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

vorliegenden Dosierung als

gut dosiert erwiesen hat. Die Dosierung darf ohne Anweisung des Arztes nicht geändert werden.

Soweit nicht anders verordnet, ½ Filmtablette

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg

(5 mg

Bisoprololfumarat und 12,5 mg Hydrochlorothiazid) 1-mal täglich einnehmen.

Bei nicht ausreichender Blutdrucksenkung kann die Dosis auf 1 Filmtablette

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg

täglich (entsprechend 10 mg Bisoprololfumarat und 25 mg Hydrochlorothiazid)

erhöht werden.

Ältere Menschen

Für die Behandlung von älteren Menschen ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion

Bei eingeschränkter Leber- und/oder Nierenfunktion soll die Dosis von 5 mg Bisoprolol + 12,5 mg

Hydrochlorothiazid nicht überschritten werden.

Kinder

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

sollte bei Kindern nicht eingesetzt werden, da hierfür keine

ausreichenden Therapieerfahrungen vorliegen.

Art der Anwendung

Sie sollten die Filmtabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit morgens mit dem Frühstück einnehmen.

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Über die Dauer der Einnahme entscheidet der behandelnde Arzt. Sie richtet sich nach Art und

Schwere der Erkrankung. Die Dosierung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

dürfen Sie ohne

Anweisung des Arztes nicht ändern. Auch eine Unterbrechung der Therapie sollte ohne Anweisung

des Arztes nicht erfolgen. Die Therapie mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

dürfen Sie nach

Langzeitbehandlung nicht abrupt absetzen, sondern sie muss grundsätzlich langsam ausschleichend (d.

h. über 7-10 Tage) beendet werden. Dies ist besonders bei einer Erkrankung der Herzkranzgefäße

(ischämischen Herzkrankheit) zu beachten. Ein abruptes Absetzen kann zu einer akuten

Verschlechterung des Zustandes führen.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. eingenommen haben, als Sie

sollten

Bitte verständigen Sie Ihren Arzt.

Bei Überdosierung oder bedrohlichem Abfall der Herzfrequenz (Puls) und/oder des Blutdrucks muss

die Behandlung mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

umgehend abgesetzt werden. Bei einer

Überdosierung tritt besonders eine herzdämpfende Wirkung mit verlangsamter Herzschlagfolge auf.

Durch Bronchialverkrampfung kann Atemnot verursacht werden. Es kann außerdem durch

Flüssigkeitsverlust zu Durst, Schwäche und Schwindelgefühl, Muskelschmerzen, erhöhter

Herzfrequenz und Kreislaufkollaps, zu akutem Nierenversagen, Herzrhythmusstörungen und

Verstopfung bis zum Darmverschluss kommen.

Wenn Sie die Einnahme von Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Nehmen Sie am nächsten Morgen wieder die normale Dosis ein.

Wenn Sie die Einnahme von Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. abbrechen

Die Behandlung mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

darf nicht abrupt abgesetzt, sondern muss

grundsätzlich langsam ausschleichend beendet werden. Dies ist vor allem bei Erkrankung der

Herzkranzgefäße zu beachten. Grundsätzlich darf eine Dosierungsänderung nicht ohne Anweisung des

Arztes erfolgen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Erhöhte Blutzuckerspiegel (Hyperglykämie) und erhöhte Harnsäurespiegel im Blut

(Hyperurikämie), Störungen im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt insbesondere verminderte

Kalium- und Natriumspiegel im Blut (Hypokaliämie und Hyponatriämie), verminderte

Magnesium- und Chloridspiegel sowie erhöhte Kalziumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie,

Hypochloridämie, Hyperkalzämie).

Schwindel*, Kopfschmerz*.

Kältegefühl oder Taubheit in den Extremitäten.

Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (Diarrhoe), Verstopfung (Obstipation).

Müdigkeit*.

Erhöhung Erhöhung der Blutfette (Triglyzeride, Cholesterin), erhöhte Ausscheidung von

Zucker mit dem Harn (Glukosurie).

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Appetitlosigkeit

Schlafstörungen, Depressionen

Starke Verminderung der Herzfrequenz (Bradykardie), Erregungsleitungsstörungen von den

Herzvorhöfen auf die Herzkammern (AV-Erregungsleitungsstörungen), Verschlechterung einer

Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)

Verstärkter Blutdruckabfall auch beim Übergang vom Liegen zum Stehen (orthostatische

Dysregulation).

Bronchialkrampf (Bronchospasmus) bei Patienten mit Bronchialasthma oder verengenden

(obstruktiven) Atemwegserkrankungen in der Krankengeschichte (Anamnese)

Bauchbeschwerden, Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Muskelschwäche und -krämpfe.

Erschöpfungszustand* (Asthenie).

Anstieg der Amylase, reversibler Anstieg des Serumkreatinins und Harnstoffs.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), Blutplättchenmangel

(Thrombozytopenie)

Alpträume, Halluzinationen

Verminderter Tränenfluss (beim Tragen von Kontaktlinsen zu beachten), Sehstörungen

Hörstörungen

Allergischer Schnupfen (allergische Rhinitis)

Leberentzündung (Hepatitis), Gelbsucht (Ikterus).

Überempfindlichkeitsreaktionen: Jucken, Rötung (Flush), entzündliche Hautveränderung

(Exanthem), Hautausschlag bei Lichteinwirkung (Photodermatitis), Hautblutung (Purpura),

stark juckende Quaddeln (Urtikaria).

Potenzstörungen.

Anstieg der Leberenzymwerte (ASAT, ALAT).

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Verminderung der granulierten Leukozyten (Agranulozytose).

Stoffwechselbedingte Zunahme von Basen im Blut (metabolische Alkalose).

Bindehautentzündung (Konjunktivitis).

ß-Blocker können eine Psoriasis auslösen bzw. verschlechtern oder psoriasisähnliche

Exantheme verursachen, Haarausfall, Hautflechte (kutaner Lupus erythematodes).

Brustschmerzen.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Haut- und Lippenkrebs (weißer Hautkrebs).

Verminderung des Sehvermögens oder Schmerzen in Ihren Augen aufgrund von hohem Druck

(mögliche Anzeichen einer Flüssigkeitsansammlung in der Gefäßschicht des Auges

[Aderhauterguss] oder eines akuten Winkelblockglaukoms), akute Kurzsichtigkeit.

*Diese Erscheinungen treten insbesondere zu Beginn der Behandlung auf. Sie sind im Allgemeinen

leichterer Art und verschwinden meist innerhalb von 1 bis 2 Wochen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. enthält

Die Wirkstoffe sind: Bisoprololfumarat und Hydrochlorothiazid

Jede Filmtablette enthält 10 mg Bisoprololfumarat und 25 mg Hydrochlorothiazid.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Hochdisperses Siliciumdioxid, Magnesiumstearat (Ph.Eur.), Mikrokristalline Cellulose,

Vorverkleisterte Stärke (Mais), Calciumhydrogenphosphat, Dimeticon 100, Macrogol 400,

Hypromellose, Titandioxid, Eisen(III)-oxid, Eisen(II,III)-oxid.

Wie Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg aussieht und Inhalt der Packung

Lilafarbene runde bikonvexe Filmtablette mit Bruchkerbe und Prägung B-H / 10-25

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg

ist in Packungen mit 30, 50, 98 und 100 Tabletten

erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Juli 2020.

Hinweis zum Teilen der Tabletten

Liebe Patientin, lieber Patient,

sofern Ihre Behandlung mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

eine Teilung der Tabletten vorsieht, gehen

Sie dabei am besten wie folgt vor:

Halbieren der Tabletten

Legen Sie die Tablette mit der Bruchkerbe nach oben auf eine harte, flache Unterlage (z. B. einen

Teller). Drücken Sie dann mit beiden Zeigefingern (oder Daumen) gleichzeitig kräftig auf die

Außenseiten links und rechts der Kerbe. Die Tablette bricht dabei in zwei Hälften auseinander.

Versionscode: Z16

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 5 mg/12,5 mg Filmtabletten

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 5 mg/12,5 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 5 mg Bisoprololfumarat und 12,5 mg Hydrochlorothiazid.

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 10 mg Bisoprololfumarat und 25 mg Hydrochlorothiazid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 5 mg/12,5 mg Filmtabletten

Lilafarbene runde bikonvexe Filmtablette mit Bruchkerbe und Prägung B-H / 5-12

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg Filmtabletten

Lilafarbene runde bikonvexe Filmtablette mit Bruchkerbe und Prägung B-H / 10-25

Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Essentielle Hypertonie

Die Kombinationspräparate

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 5 mg/12,5 mg Filmtabletten

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg Filmtabletten

werden nur dann empfohlen, wenn

die Therapie mit einem der Einzelwirkstoffe Bisoprolol oder Hydrochlorothiazid, mit dem die

Ersteinstellung eines zu hohen Blutdruckes versucht werden sollte, unzureichend wirkte und die

Kombination der Einzelwirkstoffe in der in

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 5 mg/12,5 mg

Filmtabletten

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg Filmtabletten

vorliegenden

Dosierung sich als gut dosiert erwiesen hat.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Grundsätzlich sollte die Behandlung eines zu hohen Blutdrucks mit niedrigen Dosen eines

Einzelwirkstoffes einschleichend begonnen und langsam gesteigert werden. Die fixe

Kombination Bisoprolol-ratiopharm

comp. Filmtabletten aus Bisoprolol und

Hydrochlorothiazid sollte erst angewendet werden, wenn durch die Einzelwirkstoffe keine

Normalisierung des Blutdrucks bewirkt werden konnte oder bei hoher Dosierung übermäßige

Nebenwirkungen aufgetreten waren und sich die Kombination der Einzelwirkstoffe in der in

Bisoprolol-ratiopharm

comp. Filmtabletten vorliegenden Dosierung als gut dosiert erwiesen

hat. Es gelten folgende Richtlinien:

Essentielle Hypertonie:

In der Regel 1-mal 1 Filmtablette

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 5 mg/12,5 mg Filmtabletten

(entsprechend 5 mg Bisoprololfumarat und 12,5 mg Hydrochlorothiazid) täglich.

Bei nicht ausreichender Senkung des Blutdruckes kann die Dosis auf 1-mal 1 Filmtablette

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg Filmtabletten

täglich (entsprechend 10 mg

Bisoprololfumarat und 25 mg Hydrochlorothiazid) erhöht werden.

Leber- oder Niereninsuffizienz

Bei gleichzeitiger eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion ist die Elimination des HCT-

Anteils von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

vermindert, so dass ggf. die niedrigere

Dosisform zu bevorzugen ist.

Ältere Patienten

In der Regel ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kinder

Es gibt keine Therapieerfahrungen mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

Kindern. Aus diesem Grunde kann eine Anwendung bei Kindern nicht empfohlen werden.

Art der Anwendung

Die Filmtabletten sind unzerkaut zum Frühstück mit etwas Flüssigkeit einzunehmen.

Die Dauer der Anwendung ist zeitlich nicht begrenzt. Sie richtet sich nach Art und Schwere der

Erkrankung.

Nach Langzeitbehandlung sollte

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

- insbesondere bei

Vorliegen einer ischämischen Herzkrankheit - ausschleichend (d. h. über 7-10 Tage) abgesetzt

werden, da ein abruptes Absetzen zu einer akuten Verschlechterung des Zustandes des Patienten

führen kann.

4.3

Gegenanzeigen

Bisoprolol-ratiopharm

comp. Filmtabletten darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Thiazide, Sulfonamide oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

akuter Herzinsuffizienz oder während einer Dekompensation der Herzinsuffizienz, die eine

i.v.-Therapie mit inotropen Substanzen erfordert.

kardiogenem Schock.

AV-Block II. oder III. Grades (ohne Herzschrittmacher).

Sinusknotensyndrom (Sick-Sinus-Syndrom).

sinuatrialem Block.

Bradykardie mit weniger als 60 Schlägen pro Minute vor Behandlungsbeginn.

schwerem Asthma bronchiale oder schwerer chronisch obstruktiver Lungenfunktionsstörung.

Spätstadien der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit oder Raynaud-Syndrom.

unbehandeltem Phäochromozytom (siehe Abschnitt 4.4).

metabolischer Azidose.

schwerer Niereninsuffizienz mit Oligurie oder Anurie (Kreatinin-Clearance kleiner als 30

ml/min und/oder Serumkreatinin über 1,8 mg/100 ml).

akuter Glomerulonephritis.

Koma und Präkoma hepaticum.

therapieresistenter Hypokaliämie.

schwerer Hyponatriämie.

Hyperkalzämie.

Gicht.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei:

Herzinsuffizienz (bei Patienten mit gleichzeitiger stabiler, chronischer Herzinsuffizienz muss

die Therapie mit dem Einzelwirkstoff Bisoprolol und der dafür empfohlenen Titrationsphase

begonnen werden).

Bronchospasmen (Asthma bronchiale, obstruktive Atemwegserkrankungen).

gleichzeitiger Behandlung mit Inhalationsnarkotika.

Diabetes mellitus mit stark schwankenden Blutzuckerwerten; Hypoglykämiesymptome

können verschleiert werden.

strengem Fasten.

laufender Desensibilisierungstherapie.

AV-Block I. Grades.

Prinzmetal-Angina.

peripherer arterieller Verschlusskrankheit (Verstärkung der Beschwerden insbesondere bei

Therapiebeginn möglich).

Hypovolämie.

Leberfunktionsstörung.

Bei Asthma bronchiale oder anderen chronisch obstruktiven Lungenfunktionsstörungen, die

Symptome verursachen können, sollte eine begleitende bronchodilatatorische Therapie erfolgen.

Gelegentlich kann eine Zunahme des Atemwegswiderstandes bei Patienten mit Asthma

auftreten und eine Dosiserhöhung von ß

-Sympathomimetika erfordern.

Eine metabolische Alkalose kann sich durch den gestörten Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt

verschlimmern.

Wie auch andere ß-Blocker kann Bisoprolol sowohl die Sensitivität gegenüber Allergenen als

auch die Schwere von anaphylaktischen Reaktionen steigern. Das trifft auch bei laufender

Desensibilisierungstherapie zu. Adrenalin zeigt hierbei nicht immer die gewünschte

therapeutische Wirkung.

Bei Patienten mit bestehender oder anamnestischer Psoriasis sollte die Verordnung von ß-

Blockern (z. B. Bisoprolol) nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Bei Patienten mit einem Phäochromozytom dürfen ß-Blocker (z. B. Bisoprolol) erst nach

Blockade der Alpha-Rezeptoren verabreicht werden.

Die Behandlung mit ß-Blockern (z. B. Bisoprolol) kann die Symptome einer Thyreotoxikose

verschleiern.

Aderhauterguss (choroidaler Erguss), akute Myopie und sekundäres Winkelblockglaukom

Sulfonamide und Sulfonamid-Derivate können eine idiosynkratische Reaktion auslösen, die zu

einem Aderhauterguss mit Gesichtsfelddefekt, transienter Myopie und zu einem akuten

Winkelblockglaukom führen kann.

Die Symptome schließen das akute Auftreten einer verringerten Sehschärfe oder

Augenschmerzen ein und setzen typischerweise innerhalb von Stunden bis Wochen nach

Beginn der Behandlung ein. Ein unbehandeltes akutes Winkelblockglaukom kann zu

dauerhaftem Sehverlust führen. Die primäre Behandlung stellt das schnellstmögliche Absetzen

der Arzneimittel-Gabe dar. Eine rasche medikamentöse oder chirurgische Behandlung muss

möglicherweise in Betracht gezogen werden, wenn der intraokulare Druck außer Kontrolle

bleibt. Risikofaktoren für die Entwicklung eines akuten Winkelblockglaukoms können bekannte

Sulfonamid- oder Penicillinallergien sein.

Fälle von akuter Cholezystitis sind bei Patienten mit Cholelithiasis berichtet worden.

Bei Patienten mit Hyperurikämie ist das Risiko eines Gichtanfalls erhöht.

Störung des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts

Durch die Hydrochlorothiazid-Komponente kann die kontinuierliche Langzeitgabe von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

zu einer Störung des Elektrolyt- und

Flüssigkeitshaushalts führen, speziell Hypokaliämie und Hyponatriämie, aber auch

Hypomagnesiämie, Hypochloridämie und Hyperkalzämie.

Hypokaliämie führt eher zur Entwicklung von schweren Arrhythmien, teilweise zu Torsades de

pointes mit tödlichem Ausgang.

Während der Langzeitbehandlung mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

sollten die

Serumelektrolyte (insbesondere Kalium, Natrium, Calcium), Kreatinin und Harnstoff, die

Blutfette (Cholesterol und Triglyceride), Harnsäure und Blutzucker regelmäßig kontrolliert

werden.

Hinweis:

Während der Behandlung mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

sollten Patienten auf

eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme achten und wegen erhöhter Kaliumverluste

kaliumreiche Nahrungsmittel zu sich nehmen (z. B. Bananen, Gemüse, Nüsse). Die

Kaliumverluste können durch gleichzeitige Behandlung mit kaliumsparenden Diuretika

vermindert oder verhindert werden.

Allgemeinanästhesie

Bei Patienten, die eine Vollnarkose erhalten, reduzieren Betablocker das Auftreten von

Arrhythmien und myokardialen Ischämien während der Narkoseeinleitung, der Intubation und

postoperativ. Es wird gegenwärtig empfohlen, eine bestehende Betablockertherapie bei

Operationen nicht zu beenden. Der Anästhesist muss von der Therapie mit Betablockern

unterrichtet sein, da potentielle Interaktionen mit anderen Pharmaka, resultierende

Bradyarrhythmien, Dämpfung von Reflextachykardien und die Kompensation von Blutverlusten

durch verringerte Reflexreaktionen die Folge sein können. Falls das Absetzen der

Betablockertherapie vor der Operation erforderlich ist, sollte dies ausschleichend erfolgen und

bis ca. 48 Stunden vor der Narkose abgeschlossen sein.

Photosensibilitätsreaktionen können in Verbindung mit Thiaziddiuretika auftreten. Falls

Photosensibilitätsreaktionen auftreten wird empfohlen exponierte Körperbereiche vor Sonnen-

bzw. UV-A-Strahlen zu schützen. In schweren Fällen kann es erforderlich sein, die Behandlung

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

abzubrechen.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

In zwei epidemiologischen Studien auf der Grundlage des dänischen nationalen Krebsregisters

wurde ein erhöhtes Risiko von nicht-melanozytärem Hautkrebs (NMSC) (Basalzellkarzinom

[BCC] und Plattenepithelkarzinom [SCC]) mit steigender kumulativer Dosis von

Hydrochlorothiazid (HCTZ) beobachtet. Photosensibilisierende Wirkungen von HCTZ könnten

zur Entstehung von NMSC beitragen.

Patienten, die HCTZ einnehmen, sollten über das NMSC-Risiko informiert werden, und es

sollte ihnen geraten werden, ihre Haut regelmäßig auf neue Läsionen zu prüfen und

unverzüglich alle verdächtigen Hautveränderungen zu melden. Den Patienten sollten mögliche

vorbeugende Maßnahmen empfohlen werden, um das Risiko von Hautkrebs zu minimieren; z.

B. Einschränkung der Exposition gegenüber Sonnenlicht und UV-Strahlung oder im Fall einer

Exposition Verwendung eines angemessenen Sonnenschutzes. Verdächtige Hautveränderungen

sollten unverzüglich untersucht werden, ggf. einschließlich histologischer Untersuchungen von

Biopsien. Bei Patienten, bei denen bereits ein NMSC aufgetreten ist, sollte die Verwendung von

HCTZ überprüft werden (siehe auch Abschnitt 4.8).

Die Anwendung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

kann bei Dopingkontrollen

zu positiven Ergebnissen führen. Die Anwendung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

Filmtabletten

als Dopingmittel kann zu einer Gefährdung der Gesundheit führen.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Allgemeine Information:

Es muss berücksichtigt werden, dass in Folge von Störungen des Kaliumgehaltes im Serum

bestimmte Arzneimittel beeinflusst werden können.

Nicht empfohlene gleichzeitige Anwendung mit:

Calciumantagonisten vom Verapamil-Typ und in geringerem Ausmaß vom Diltiazem-Typ:

Negative Beeinflussung der Kontraktilität, der atrio-ventrikulären Erregungsleitung. Die

intravenöse Applikation von Calciumantagonisten vom Verapamil-Typ kann bei Patienten unter

Betablockertherapie zu einer ausgeprägten Hypotonie und AV-Blockierungen führen.

Zentral wirksame blutdrucksenkende Arzneistoffe wie z.B. Clonidin und andere (z.B.

Methyldopa, Moxonidin, Reserpin): Kombinationstherapie mit zentral wirksamen

Antihypertensiva kann zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz durch Verringerung des

zentralen Sympathikotonus (Reduktion der Herzschlagfolge und Auswurfvolumen,

Vasodilatation) führen. Abruptes Absetzen, besonders vor Beendigung der Betablockertherapie,

kann das Risiko einer "Rebound Hypertonie” verstärken.

Lithium:

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

kann die kardiotoxischen und

neurotoxischen Wirkungen von Lithium durch verminderte Lithiumausscheidung verstärken.

Gleichzeitige Anwendung nur mit Vorsicht bei:

Calciumantagonisten vom Dihydropyridin-Typ (z. B. Nifedipin, Amlodipin): Bei gleichzeitiger

Anwendung kann das Hypotonierisiko und eine Verschlechterung der ventrikulären

Pumpfunktion bei herzinsuffizienten Patienten nicht ausgeschlossen werden.

Trizyklische Antidepressiva, Barbiturate, Phenothiazin sowie andere Antihypertensiva:

Gesteigerter blutdrucksenkender Effekt.

ACE-Hemmer (z. B. Captopril, Enalapril), Angiotensin II Antagonisten: bei Patienten mit

bestehender Natriumdepletion und insbesondere bei Patienten mit Nierenarterienstenose ist

übermäßige Blutdrucksenkung und/oder akute Niereninsuffizienz zu Therapiebeginn mit ACE-

Hemmern möglich. Bei einer durch eine diuretische Therapie entstandene Natriumdepletion

sollte entweder das Diuretikum 3 Tage vor Beginn der ACE-Hemmer Therapie abgesetzt

werden oder die Therapie mit ACE Hemmern einschleichend mit geringer Dosis begonnen

werden.

Klasse-I-Antiarrhythmika (z. B. Disopyramid, Chinidin, Lidocain, Phenytoin, Flecainid,

Propafenon): Mögliche Verstärkung der Wirkung auf atriale Überleitungszeit und der negativ

inotropen Wirkung.

Klasse-III-Antiarrhythmika (z. B. Amiodaron): Mögliche Verstärkung der Wirkung auf atriale

Überleitungszeit.

Antiarrhythmika können Torsades de pointes auslösen: Klasse IA Substanzen (z. B. Chinidin,

Disopyramid), und Klasse III (z. B. Amiodaron und Sotalol). Hypokaliämien können das

Auftreten von Torsades de pointes begünstigen. Hypokaliämien sind zu vermeiden und, falls

notwendig, zu korrigieren. Das QT-Intervall ist zu kontrollieren. Im Fall eines Torsade de

pointes sollten keine Antiarrhythmika verabreichen werden (Schrittmachertherapie).

Nicht zur Klasse der Antiarrhythmika gehörende Substanzen, die einen Torsade de pointes

auslösen können: Astemizol, Erythromycin i.v., Halofantrin, Pentamidin, Sparfloxazin,

Terfenadin und Vincamin. Hypokaliämien können das Auftreten von Torsades de pointes

begünstigen. Im Falle einer Hypokaliämie sind Arzneimittel zu verwenden, die keinen Torsade

de pointes auslösen können.

Parasympathomimetika: Kombinationstherapie kann die atrio-ventrikuläre Überleitungszeit und

das Risiko für Bradykardien verstärken.

Topische Anwendung von Betablockern (z. B. Augentropfen bei Glaukom-Behandlung) kann

die systemische Wirkung von Bisoprolol verstärken.

Insulin und orale Antidiabetika: Verstärkung des blutzuckersenkenden Effektes. Blockade der

ß-Adrenozeptoren kann die Zeichen einer Hypoglykämie verschleiern.

Narkosemittel: Abschwächung einer Reflextachykardie und erhöhtes Hypotonie-Risiko (s. a.

Abschnitt 4.4).

Digitalisglykoside: Verlängerung der atrio-ventrikulären Überleitungszeit. Verlangsamung der

Herzfrequenz. Sollte sich während der Therapie mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp.

Filmtabletten

eine Hypokaliämie und/oder Hypomagnesiämie entwickeln, kann das Myokard

eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Herzglykosiden aufweisen und somit deren Wirkungen

und auch Nebenwirkungen verstärken.

Nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAIDs): Verminderte blutdrucksenkende Wirkung.

Bei Patienten, die eine Hypovolämie entwickeln, kann es durch gleichzeitige Anwendung von

nichtsteroidalen Antirheumatika zu akutem Nierenversagen kommen.

Beta-Sympathomimetika: Kombination mit Bisoprolol kann zu einer Wirkungsabschwächung

beider Substanzen führen. Bei der Behandlung allergischer Reaktionen kann eine erhöhte

Dosierung von Adrenalin erforderlich sein.

Sympathomimetika, die α- und β-Rezeptoren aktivieren (z. B. Adrenalin, Noradrenalin):

Mögliche Erhöhung des Blutdrucks und Verstärkung der Claudicatio intermittens. Solche

Interaktionen sind bei nicht-selektiven Betablockern wahrscheinlicher.

Die Wirkung von Harnsäure-senkenden Arzneimitteln kann bei gleichzeitiger Einnahme von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

abgeschwächt werden.

Erhöhte Kaliumverluste können bei gleichzeitiger Anwendung von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

mit Glucocorticoiden, ACTH, Carbenoxolon, Amphotericin B, Furosemid

oder Laxantien auftreten.

Cholestyramin, Colestipol: Reduziert die Resorption der Hydrochlorothiazid-Komponente von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten.

Methyldopa: In vereinzelten Fällen wurde Hämolyse aufgrund von Antikörperbildung gegen

Hydrochlorothiazid beschrieben.

Bei gleichzeitiger Anwendung zu beachten:

Corticosteroide: verminderter antihypertensiver Effekt

Mefloquin: Erhöhtes Risiko für Bradykardien.

Monoaminoxidase-Hemmer (außer MAO-B-Hemmer): Verstärkung der blutdrucksenkenden

Wirkung von ß-Blockern, aber auch Risiko einer hypertensiven Krise.

Salicylate: Bei hoch dosierter Anwendung von Salicylaten kann deren toxische Wirkung auf das

ZNS verstärkt sein.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Bisoprolol

Die pharmakologischen Wirkungen von Bisoprolol können sich negativ auf Schwangerschaft

und/oder den Foetus/das Neugeborene auswirken. Im Allgemeinen reduzieren Beta-

Rezeptorenblocker die Durchblutung der Plazenta, was mit Wachstumsretardierung,

intrauterinem Tod, Fehlgeburten oder vorzeitigen Wehen in Verbindung gebracht wurde.

Unerwünschte Wirkungen (z. B. Hypoglykämie und Bradykardie) können beim Fötus und

Neugeborenen auftreten. Falls eine Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern notwendig ist,

sind Beta1-selektive Betablocker zu bevorzugen.

Hydrochlorothiazid

Es liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Hydrochlorothiazid in der

Schwangerschaft vor, insbesondere während des ersten Trimesters. Ergebnisse aus Tierstudien

sind unzureichend.

Hydrochlorothiazid ist plazentagängig. Aufgrund des pharmakologischen Wirkmechanismus

von Hydrochlorothiazid kann es bei Anwendung während des zweiten und dritten Trimesters zu

einer Störung der fetoplazentaren Perfusion und zu fetalen und neonatalen Auswirkungen wie

Ikterus, Störung des Elektrolythaushalts und Thrombozytopenien kommen.

Aufgrund des Risikos eines verringerten Plasmavolumens und einer plazentaren Hypoperfusion,

ohne den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen, sollte Hydrochlorothiazid bei

Schwangerschaftsödemen, Schwangerschaftshypertonie oder Präeklampsie nicht zur

Anwendung kommen.

Bei essentieller Hypertonie schwangerer Frauen sollte Hydrochlorothiazid nur in den seltenen

Fällen, in denen keine andere Behandlung möglich ist, angewandt werden.

Stillzeit

Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Thiazid-Diuretika,

angewandt in hohen Dosen zur intensiven Diurese, können die Laktation hemmen. Die

Anwendung von Bisoprolol/Hydrochlorothiazid während der Stillzeit wird nicht empfohlen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Die Behandlung des Bluthochdrucks mit diesem Arzneimittel bedarf der regelmäßigen

ärztlichen Kontrolle. Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann das

Reaktionsvermögen so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt

beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung und

Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Sehr häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100, <

1/10)

Gelegentlich

(≥ 1/1.000, <

1/100)

Selten

(≥ 1/10.000, <

1/1.000)

Sehr selten

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf

Grundlage der

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Nicht-

melanozytärer

Hautkrebs

(Basalzellkarzi

nom und

Plattenepithelk

arzinom)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Leukopenie,

Thrombozytop

enie

Agranulozytose

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Hyperglykämie

Hyperurikämie,

Störungen im

Flüssigkeits-

Elektrolythaush

alt (besonders

Hypokaliämie

Hyponatriämie,

außerdem

Hypomagnesiä

mie und

Hypochloridäm

ie sowie

Hyperkalzämie

Appetitlosigkei

metabolische

Alkalose

Psychiatrische Erkrankungen

Schlafstörunge

Depressionen

Alpträume,

Halluzinatione

Erkrankungen des Nervensystems

Schwindel*,

Kopfschmerz*

Augenerkrankungen

verminderter

Konjunktivitis

Aderhauterguss,

Tränenfluss

(beim Tragen

Kontaktlinsen

zu beachten),

Sehstörungen

akute Myopie,

akutes

Winkelblockgla

ukom

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Hörstörungen

Herzerkrankungen

Bradykardie,

Erregungsleitu

ngsstörungen,

Verschlechteru

ng einer

bestehenden

Herzinsuffizien

Gefäßerkrankungen

Kältegefühl

oder Taubheit

in den

Extremitäten

orthostatische

Dysregulation

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Bronchospasm

us bei Patienten

Bronchialasthm

a oder

obstruktiven

Atemwegserkra

nkungen in der

Anamnese

allergische

Rhinitis

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit,

Erbrechen,

Diarrhoe,

Obstipation

Bauchbeschwer

den,

Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Hepatitis,

Ikterus

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Überempfindlic

hkeitsreaktione

n (Jucken,

Flush,

Exanthem,

Photodermatitis

, Purpura,

Urtikaria)

ß-Blocker

können eine

Psoriasis

auslösen bzw.

verschlechtern

oder

psoriasisähnlic

he Exantheme

verursachen,

Haarausfall,

kutaner Lupus

erythematodes

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Muskelschwäc

he und -

krämpfe

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Potenzstörunge

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Müdigkeit*

Asthenie

Brustschmerze

Untersuchungen

Erhöhung der

Triglyzeride

und des

Cholesterins,

Glukosurie

Anstieg der

Amylase,

reversibler

Anstieg des

Serumkreatinin

s und

Harnstoffs.

Anstieg der

Leberenzymwe

rte (ASAT,

ALAT).

* Diese Erscheinungen treten insbesondere zu Beginn der Behandlung auf. Sie sind im

Allgemeinen leichterer Art und verschwinden meist innerhalb von 1 bis 2 Wochen.

Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Nicht-melanozytärer Hautkrebs: Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus

epidemiologischen Studien wurde ein kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen

Hydrochlorothiazid und NMSC festgestellt (siehe auch Abschnitte 4.4 und 5.1).

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses

des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall

einer Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

a) Symptome einer Überdosierung

Bisoprolol

Das klinische Bild ist in Abhängigkeit vom Ausmaß der Intoxikation im Wesentlichen von

kardiovaskulären und zentralnervösen Symptomen geprägt. Überdosierung kann zu schwerer

Hypotonie, Bradykardie bis zum Herzstillstand, Herzinsuffizienz und kardiogenem Schock

führen. Zusätzlich können Atembeschwerden, Bronchospasmen, Erbrechen,

Bewusstseinsstörungen, gelegentlich auch generalisierte Krampfanfälle auftreten.

Hydrochlorothiazid

Das klinische Bild bei akuter oder chronischer Überdosierung ist vom Ausmaß des Flüssigkeits-

und Elektrolytverlustes abhängig.

Überdosierung kann bei ausgeprägten Flüssigkeits- und Natriumverlusten zu Durst, Schwäche

und Schwindelgefühl, Muskelschmerzen und Muskelkrämpfen (z. B. Wadenkrämpfen),

Kopfschmerzen, Tachykardie, Hypotonie und orthostatischen Regulationsstörungen, infolge

Dehydratation und Hypovolämie zur Hämokonzentration, zu Konvulsionen, Benommenheit,

Lethargie, Verwirrtheitszuständen, Kreislaufkollaps und zu einem akuten Nierenversagen

führen.

Infolge einer Hypokaliämie kann es zu Müdigkeit, Muskelschwäche, Parästhesien, Paresen,

Apathie, Meteorismus und Obstipation oder zu Herzrhythmusstörungen kommen. Schwere

Kaliumverluste können zu einem paralytischen Ileus oder zu Bewusstseinsstörungen bis zum

hypokaliämischen Schock führen.

b) Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Bei Anzeichen einer Überdosierung oder bedrohlichem Abfall der Herzfrequenz und/oder des

Blutdrucks muss die Behandlung mit

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

umgehend

abgesetzt werden.

Bei nur kurze Zeit zurückliegender Einnahme kann durch Maßnahmen der primären

Giftelimination (induziertes Erbrechen, Magenspülung) oder resorptionsmindernde Maßnahmen

(medizinische Kohle) versucht werden, die systemische Aufnahme von

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. Filmtabletten

zu vermindern.

Unter intensivmedizinischen Bedingungen müssen neben der Überwachung der vitalen

Parameter wiederholt Kontrollen des Wasser- und Elektrolythaushaltes, des Säure-Basen-

Haushalts, des Blutzuckers und der harnpflichtigen Substanzen durchgeführt werden und

Abweichungen ggf. korrigiert werden.

Als Gegenmittel können gegeben werden

Atropin:

0,5-2,0 mg intravenös als Bolus.

Glukagon:

Initial 1-10 mg intravenös anschließend 2-2,5 mg/Std. als Dauerinfusion.

Sympathomimetika in Abhängigkeit von Körpergewicht und Effekt:

Dopamin, Dobutamin, Isoprenalin, Orciprenalin und Adrenalin.

Bei therapierefraktärer Bradykardie sollte eine temporäre Schrittmachertherapie durchgeführt

werden.

Bei Bronchospasmus können

-Sympathomimetika als Aerosol (bei ungenügender Wirkung

auch intravenös) oder Aminophyllin intravenös gegeben werden.

Bei generalisierten Krampfanfällen empfiehlt sich die langsame intravenöse Gabe von

Diazepam.

Bei Hypovolämie:

Volumensubstitution

Bei Hypokaliämie:

Kaliumsubstitution

Bei Kreislaufkollaps:

Schocklagerung, ggf. Schocktherapie

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Beta-Rezeptorenblocker, kardioselektive und Thiazide

ATC-Code: C07BB07

Bisoprolol

Bisoprolol ist ein

-Rezeptorenblocker, der bezüglich der Lipophilie/Hydrophilie eine

Mittelstellung einnimmt. Bisoprolol besitzt eine ausgeprägte

-Selektivität

(„Kardioselektivität“) ohne intrinsische sympathomimetische Aktivität (ISA) und ohne klinisch

relevante membranstabilisierende Wirkung.

Die Substanz senkt in Abhängigkeit von der Höhe des Sympathikotonus die Frequenz und die

Kontraktionskraft des Herzens, die AV-Überleitungsgeschwindigkeit und die Plasma-Renin-

Aktivität. Bisoprolol kann durch Hemmung von

-Rezeptoren in geringem Ausmaß eine

Erhöhung des Tonus der glatten Muskulatur bewirken.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid ist ein Benzothiadiazin-Derivat, das primär eine Mehrausscheidung von

Elektrolyten bewirkt und sekundär durch das osmotisch gebundene Wasser den Harnfluss

vergrößert.

Hydrochlorothiazid hemmt vorwiegend im distalen Tubulus die Natriumresorption, wobei

maximal etwa 15 % des glomerulär filtrierten Natriums ausgeschieden werden können. Das

Ausmaß der Chloridausscheidung entspricht in etwa dem der Natriumausscheidung.

Durch Hydrochlorothiazid nimmt auch die Kaliumausscheidung zu, die im Wesentlichen durch

die Kaliumsekretion im distalen Tubulus und im Sammelrohr bestimmt wird (vermehrter

Austausch zwischen Natrium- und Kalium-Ionen). Durch Azidose oder Alkalose wird die

saluretische bzw. diuretische Wirkung des Hydrochlorothiazids nicht wesentlich beeinflusst.

Die glomeruläre Filtrationsrate wird initial geringgradig vermindert. Während einer

Langzeittherapie mit Hydrochlorothiazid wird die Calcium-Ausscheidung über die Nieren

vermindert, so dass eine Hyperkalziämie resultieren kann.

Bei hypertensiven Patienten hat Hydrochlorothiazid einen blutdrucksenkenden Effekt. Der

Mechanismus ist bislang nicht ausreichend geklärt. Diskutiert wird u. a. die

gefäßtonusmindernde Wirkung der Thiazid-Diuretika durch Abnahme der

Natriumkonzentration in der Gefäßwand und damit verringerten Ansprechbarkeit auf

Noradrenalin.

Bei chronisch niereninsuffizienten Patienten (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min und/oder

Serum-Kreatinin über 1,8 mg/100 ml) ist Hydrochlorothiazid praktisch unwirksam. Bei

Patienten mit renalem und ADH-sensiblem Diabetes insipidus wirkt Hydrochlorothiazid

antidiuretisch.

Nicht-melanozytärer Hautkrebs

Auf der Grundlage der vorliegenden Daten aus epidemiologischen Studien wurde ein

kumulativer dosisabhängiger Zusammenhang zwischen HCTZ und NMSC beobachtet. Eine

Studie umfasste eine Grundgesamtheit aus 71.533 Fällen von BCC und 8.629 Fällen von SCC

mit Kontrollgruppen von 1.430.833 bzw. 172.462 Personen. Eine hohe HCTZ-Dosierung

(≥ 50.000 mg kumulativ) war assoziiert mit einer bereinigten Odds-Ratio von 1,29 (95 %

Konfidenzintervall: 1,23-1,35) für BCC und 3,98 (95 % Konfidenzintervall: 3,68-4,31) für SCC.

Sowohl bei BCC als auch bei SCC wurde eine eindeutige kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung

ermittelt. Eine weitere Studie ergab einen möglichen Zusammenhang zwischen Lippenkrebs

(SCC) und der Exposition gegenüber HCTZ: 633 Fälle von Lippenkrebs wurden mittels eines

risikoorientierten Stichprobenverfahrens mit einer Kontrollgruppe von 63.067 Personen

abgeglichen. Es wurde eine kumulative Dosis-Wirkungsbeziehung mit einer bereinigten Odds-

Ratio von 2,1 (95 % Konfidenzintervall: 1,7-2,6) festgestellt, die sich bei hoher Exposition

(~ 25.000 mg) auf eine Odds-Ratio von 3,9 (3,0-4,9) und bei der höchsten kumulativen Dosis

(~ 100.000 mg) auf eine Odds-Ratio von 7,7 (5,7-10,5) erhöhte (siehe auch Abschnitt 4.4).

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Bisoprolol

Bioverfügbarkeit:

Bisoprolol ist aus Filmtabletten zu rund 90 % bioverfügbar.

Nach Einnahme wird Bisoprolol annähernd vollständig (> 90 %) resorbiert. Bei der ersten

Leberpassage (First-pass-Effekt) werden maximal 10 % der Dosis durch Metabolisierung

inaktiviert. Hohe Resorptionsquote und kleiner First-pass-Effekt führen zu einer absoluten

Bioverfügbarkeit von 88 %. Bisoprolol kann sowohl nüchtern als auch zu einem Frühstück

eingenommen werden, ohne dass sich das Resorptionsverhalten ändert. Die Bioverfügbarkeit

von Bisoprolol ist in beiden Fällen gleich.

Verteilung:

Bisoprolol wird zu 30 % an Plasmaproteine gebunden.

Interaktionen mit anderen Pharmaka im Sinne von Verdrängung aus einer

Plasmaproteinbindung treten daher nicht auf. Die Pharmakokinetik von Bisoprolol ist

unempfindlich gegen pathophysiologische Veränderungen der Plasmaproteine, z. B. bei

erhöhten sauren

-Glykoproteinen.

Als nur mäßig lipophile Substanz weist Bisoprolol bei niedriger Plasmaproteinbindung ein

mittelgroßes Verteilungsvolumen auf. Die genaue Bestimmung nach intravenöser Applikation

ergab (x

SEM) 226

11 l.

Metabolisierung und Ausscheidung:

Bisoprolol wird über zwei äquieffektive Clearance-Wege - zur Hälfte Metabolisierung zu

inaktiven Metaboliten in der Leber, zur anderen Hälfte renale Ausscheidung als unveränderte

Substanz - aus dem Plasma entfernt.

Eliminationshalbwertszeit:

Bisoprolol wird mit einer Halbwertszeit von 10-12 Stunden aus dem Plasma eliminiert.

Maximale Plasmaspiegel werden 1-3 Stunden nach Applikation erreicht.

Bisoprolol als hoch

-selektiver Betablocker hat bei Einmalapplikation pro Tag bei Hypertonie

und Angina pectoris eine zuverlässige 24-Stunden-Wirkung. Die Erfolgsraten liegen für beide

Indikationen um 80 %.

Hydrochlorothiazid

Bioverfügbarkeit:

Hydrochlorothiazid wird nach oraler Applikation zu ca. 80 % aus dem Gastrointestinaltrakt

resorbiert. Die systemische Verfügbarkeit beträgt 71

15 %.

Verteilung:

Die Plasmaproteinbindung von Hydrochlorothiazid beträgt 64 %; das relative

Verteilungsvolumen beträgt 0,5-1,1 l/kg.

Metabolisierung und Ausscheidung:

Hydrochlorothiazid wird bei Gesunden zu mehr als 95 % unverändert renal ausgeschieden.

Eliminationshalbwertszeit:

Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei normaler Nierenfunktion bei 2,5 Stunden. Maximale

Plasmaspiegel werden in der Regel nach 2-5 Stunden gemessen. Sie erhöht sich bei

eingeschränkter Nierenfunktion und liegt bei terminal niereninsuffizienten Patienten bei ca. 20

Stunden.

Die diuretische Wirkung tritt innerhalb 1-2 Stunden ein. Die diuretische Wirkdauer beträgt

dosisabhängig 10-12 Stunden, die antihypertensive Wirkung bis zu 24 Stunden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

a) Akute Toxizität

Bisoprolol

Bei oraler Applikation lag die LD

bei einer Nachbeobachtungsperiode von 14 Tagen für die

Maus bei 734, für die Ratte bei 1.116, für den Hund bei 90 mg/kg KG. Bei intravenöser

Applikation ergaben sich Werte von 127 (Maus), 53 (Ratte) bzw. 24 mg/kg (Hund).

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid erwies sich in akuten Toxizitätsuntersuchungen als relativ gering toxisch.

Bei Mäusen und Ratten war die LD

nach oraler Gabe größer als 10 g/kg KG. Hunde

tolerierten oral 2 g/kg KG ohne toxische Anzeichen.

Kombination Bisoprolol/Hydrochlorothiazid

Bei oraler Applikation lag die LD

bei einer Nachbeobachtungsperiode von 14 Tagen für die

Maus bei 3.671 mg/kg KG, d. h. 1048 mg Bisoprolol und 2.623 mg Hydrochlorothiazid, für die

Ratte bei 3.312 mg/kg KG, d. h. 946 mg Bisoprolol und 2.366 mg Hydrochlorothiazid.

Es zeigte sich keine Potenzierung der akuten Toxizität beider Komponenten in Ratten und

Mäusen. Die Gesamttoxizität für beide Spezies war niedrig.

b) Chronische Toxizität/subchronische Toxizität

Bisoprolol

Nach 6-monatiger oraler Applikation in Tagesdosen von jeweils 15, 50 bzw. 150 mg/kg wurden

bei Ratten keine toxischen Effekte festgestellt. Für Beagle-Hunde waren 10 mg/kg, ebenfalls 6

Monate täglich verabreicht, nicht toxisch.

Die 12-monatige tägliche Behandlung mit 25 mg/kg wurde von Ratten ohne toxische

Schädigung vertragen. Auch 75 mg/kg wurden, abgesehen von einer geringgradig verminderten

Körpergewichtszunahme, vertragen. In einer 12-Monats-Studie an Beagle-Hunden wurden

Tagesdosen von jeweils 3, 10 bzw. 30 mg/kg toleriert.

Hydrochlorothiazid

In Untersuchungen zur subchronischen und chronischen Toxizität an Hund und Ratte zeigten

sich außer Veränderungen im Elektrolytgleichgewicht keine auffälligen Befunde.

Kombination Bisoprolol/Hydrochlorothiazid

Nach 6-monatiger oraler Applikation an Ratten und Hunden wurden keine neuen, nicht schon

bei der Prüfung der Einzelsubstanzen festgestellten Befunde erhoben. In der Rattenstudie wurde

bei einem Vielfachen der humantherapeutischen Tagesdosis ein geschlechts- und

speziesspezifischer Anstieg von Myokardveränderungen festgestellt. Diese Veränderungen sind

Ausdruck einer übersteigerten pharmakodynamischen Wirkung und nicht Zeichen von

Zytotoxizität.

c) Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Bisoprolol

Weder in bakteriellen Mutagenitätstests noch im Punktmutationstest und im

Chromosomenaberrationstest an Fibroblasten des chinesischen Streifenhamsters, noch bei

Mutagenitätsuntersuchungen in vivo (Mikrokerntest an der Maus,

Chromosomenuntersuchungen am chinesischen Streifenhamster) wurden Anzeichen eines

mutagenen Potentials gefunden.

In Langzeitfütterungsversuchen an Mäusen in Tagesdosen von 10, 50 bzw. 250 mg/kg

(20 Monate) und an Ratten in Tagesdosen von 5, 25 bzw. 125 mg/kg (26 Monate) wirkte

Bisoprolol nicht kanzerogen.

Hydrochlorothiazid

In-vitro

- und

In-vivo

-Mutagenitätstests zur Induktion von Gen- und Chromosomenmutationen

durch Hydrochlorothiazid verliefen negativ. Langzeituntersuchungen an Ratten und Mäusen

ergaben keinen Hinweis auf ein tumorerzeugendes Potential von Hydrochlorothiazid.

Kombination Bisoprolol/Hydrochlorothiazid

Die Kombination von Bisoprolol und Hydrochlorothiazid wurde in vitro und in vivo bezüglich

mutagener Wirkungen eingehend geprüft. Es ergaben sich keine Hinweise auf ein mutagenes

Potential.

Studien zur Kanzerogenität wurden mit der Kombination nicht durchgeführt.

d) Reproduktionstoxizität

Bisoprolol

Bisoprolol hatte bei Ratten keinen Einfluss auf Fertilität und allgemeine

Reproduktionsfähigkeit.

Tagesdosen von bis zu 6,25 mg/kg KG bei Kaninchen sowie bis zu 40 mg/kg KG bei Ratten

hatten keinen embryotoxischen oder teratogenen Effekt. Höhere Dosen wirkten embryotoxisch,

aber nicht teratogen. Embryotoxizität ist ein allen

-Blockern gemeinsamer Befund, sobald

Ratten und Kaninchen genügend hohe Dosen verabreicht werden.

Bisoprolol, in Tagesdosen von 15 sowie 50 mg/kg KG trächtigen Ratten verabreicht, hatte keine

negativen Auswirkungen auf Mutter- und Jungtiere. Auch die Reproduktionsfähigkeit der F1-

Tiere und die Entwicklung der F2-Jungtiere bis zum 28. Lebenstag waren unbeeinflusst.

Hydrochlorothiazid

Hydrochlorothiazid passiert im Tierversuch die Plazenta. Untersuchungen an drei Tierarten

(Ratte, Maus, Kaninchen) ergaben keine Hinweise auf eine teratogene Wirkung.

Beim Menschen liegen Erfahrungen für über 7.500 Mutter-Kind-Paare vor. Davon wurden 107

im ersten Trimester exponiert. Es besteht der Verdacht, dass bei Verwendung in der 2. Hälfte

der Schwangerschaft bei Neugeborenen eine Thrombozytopenie ausgelöst werden kann.

Auswirkungen von Störungen des Elektrolythaushalts der Schwangeren auf den Feten sind

möglich.

Hydrochlorothiazid geht in geringen Mengen in die Muttermilch über. Für Thiazid-Diuretika ist

bekannt, dass sie die Laktation hemmen können.

Kombination Bisoprolol/Hydrochlorothiazid

In Tierversuchen haben sich keine Hinweise auf teratogene Eigenschaften ergeben. Die

embryoletale Dosis liegt bei Ratten zwischen 60 und 180 mg/kg/Tag und bei Kaninchen bei 35

mg/kg/Tag.

In der Peri-Postnatalstudie verursachte die Verabreichung von Bisoprolol/Hydrochlorothiazid

an Ratten ab einer Dosis von 35 mg/kg/Tag eine leichte Verzögerung des Wachstums und der

Entwicklung der Jungtiere. Die Reproduktionsfähigkeit der F0- und der F1-Generation sowie

die Entwicklung der F2-Jungtiere waren bis zum 28. Lebenstag unbeeinflusst.

Es bestehen keine Erfahrungen beim Menschen mit der Anwendung der Kombination in der

Schwangerschaft und in der Stillzeit.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Hochdisperses Siliciumdioxid,

Magnesiumstearat (Ph.Eur.),

Mikrokristalline Cellulose,

Vorverkleisterte Stärke (aus Mais),

Calciumhydrogenphosphat,

Dimeticon 100,

Macrogol 400,

Hypromellose,

Titandioxid,

Eisen(III)-oxid,

Eisen(II,III)-oxid.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Blisterpackung:

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 5 mg/12,5 mg Filmtabletten

3 Jahre

Bisoprolol-ratiopharm

®

comp. 10 mg/25 mg Filmtabletten

4 Jahre

HDPE-Dose:

6 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Blisterpackung:

Nicht über 25 °C lagern.

In der Originalverpackung aufbewahren um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

HDPE-Flasche:

Nicht über 25 °C lagern.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packung mit 30 Filmtabletten

Packung mit 50 Filmtabletten

Packung mit 98 Filmtabletten

Packung mit 100 Filmtabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Bisoprolol-ratiopharm

comp. 5 mg/12,5 mg Filmtabletten

33198.00.00

Bisoprolol-ratiopharm

comp. 10 mg/25 mg Filmtabletten

33198.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN

Datum der Erteilung der Zulassung: 9. August 1994

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 24. August 2011

10.

STAND DER INFORMATION

Juli 2020

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen