Crestor 20 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-06-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
rosuvastatinum
Verfügbar ab:
AstraZeneca AG
ATC-Code:
C10AA07
INN (Internationale Bezeichnung):
rosuvastatinum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
rosuvastatinum 20 mg zu rosuvastatinum calcicum, excipiens pro compresso Dunst.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Reduktion der Serumcholesterinkonzentration.; Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse bei Erwachsenen mit normalem LDL-Cholesterin Spiegel und erhöhtem Risiko von atherosklerotischen kardiovaskulären Erkrankungen.
Zulassungsnummer:
56139
Berechtigungsdatum:
2006-09-01

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-06-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-06-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-06-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Crestor®

AstraZeneca AG

Was ist Crestor und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

·Crestor gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die HMG-CoA-Reduktase-Hemmer genannt werden

und auch als Statine bekannt sind. Es wird bei Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen (10–17 Jahre;

Mädchen mindestens ein Jahr postmenarchal) angewendet zur Behandlung von erhöhten Blutfettwerten

(Cholesterin, Triglyceride), wenn Diät und andere Massnahmen alleine keine ausreichende Wirkung

erzielt haben.

·Crestor wird bei Erwachsenen (Männer über 50 Jahre, Frauen über 60 Jahre) angewendet, bei welchen

das Risiko eines durch Atherosklerose verursachten Herzinfarkts oder Schlaganfalls erhöht ist, um

dieses Risiko zu vermindern. Atherosklerose wird durch den Aufbau von Fett-Ablagerungen in den

Arterien verursacht. Als Risikofaktoren können unter anderem erhöhter Blutdruck, Rauchen,

Herzkrankheit in der Familie erwähnt werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Vor und während der Behandlung mit Crestor soll eine cholesterin- und fettarme Diät und

Bewegungstraining durchgeführt und vorhandenes Übergewicht abgebaut werden.

Wann darf Crestor nicht eingenommen werden?

Crestor soll nicht eingenommen werden, wenn Sie je allergisch auf einen der Inhaltsstoffe dieses

Präparates reagiert haben oder wenn Sie Leberprobleme haben oder aus nicht bekannten Gründen die

Blutwerte der Leberenzyme erhöht sind. Crestor soll ebenfalls nicht eingenommen werden, wenn Sie

starke Atembeschwerden haben, wenn Ihre Nierenfunktion stark eingeschränkt ist oder während der

Behandlung mit Sandimmun® (Ciclosporin) (Arzneimittel zur Beeinflussung des Immunsystems).

Wenn Sie schwanger sind oder es werden wollen sowie in der Stillzeit dürfen Sie Crestor nicht

einnehmen. Crestor darf bei Kindern unter 10 Jahren nicht angewendet werden, da in dieser

Altersgruppe noch keine Erfahrungen mit dem Arzneimittel vorliegen.

Wann ist bei der Einnahme von Crestor Vorsicht geboten?

Sie sollten Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin mitteilen, falls Sie blutverdünnende Medikamente (z.B.

Marcoumar®, Sintrom®), Gemfibrozil (Gevilon®) oder andere lipidsenkende Arzneimittel,

Arzneimittel zur Behandlung von viralen Infektionen allein oder in Kombination, z.B.

Lopinavir/Ritonavir, Sofosbuvir, Velpatasvir, Voxilaprevir, Grazoprevir, Elbasvir, Ombitasvir,

Paritaprevir, Dasabuvir, Glecaprevir, Pibrentasvir (einschliesslich HIV-Infektionen), Regorafenib und

Darolutamid (zur Behandlung von Krebserkrankungen) oder Mittel gegen Magenübersäuerung

(Antazida) einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin bevor Sie die Behandlung beginnen, wenn Sie Probleme mit

der Leber oder den Nieren haben, unter unerklärlichen Muskelschmerzen leiden, regelmässig grosse

Mengen von Alkohol konsumieren.

Konsultieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin unverzüglich, wenn während der Behandlung mit Crestor

unerklärliche Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe vor allem in Kombination mit Fieber, Unwohlsein,

Übelkeit, Erbrechen oder dunklem Urin auftreten.

Bei einem Spitalaufenthalt sollten Sie dem medizinischen Personal mitteilen, dass Sie Crestor

einnehmen, da es möglicherweise besser für Sie ist, die Medikamenteneinnahme für eine gewisse Zeit

zu unterbrechen.

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit, die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit, Werkzeuge oder

Maschinen zu bedienen, beeinträchtigen, da während der Behandlung mit Crestor Schwindel auftreten

könnte.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, bevor Sie mit der

Einnahme von Crestor beginnen, wenn Sie

·an einer Unterfunktion der Schilddrüse leiden,

·bei Ihnen persönlich oder in Ihrer Familie eine erbliche Muskelkrankheit vorgekommen ist,

·eine andauernde Muskelschwäche haben. Zusätzliche Untersuchungen und Medikamente könnten zur

Diagnose und Behandlung notwendig sein.

·bei Ihnen selbst bereits eine Muskelschädigung in Verbindung mit einem Statin oder Fibrat aufgetreten

ist,

·einen erhöhten Blutzucker- / HbA1c-Werte haben,

·eine Laktose-Intoleranz (Laktose oder Milchzucker) haben.

Leberfunktionsprüfungen sollten vor Therapiebeginn und anschliessend in regelmässigen Abständen

durch Ihren Arzt durchgeführt werden. Sollte ein Anstieg der Leberfunktionswerte auf mehr als das

3fache des Normalwertes über längere Zeit bestehen bleiben, wird eine Verringerung der Dosis oder ein

Abbrechen der Behandlung mit Crestor empfohlen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden.

Darf Crestor während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen werden?

Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten sowie in der Stillzeit dürfen Sie Crestor nicht

einnehmen. Wenn Sie während einer Crestor-Behandlung schwanger werden, sollten Sie die

Behandlung mit Crestor unterbrechen und Ihren Arzt oder Ihre Ärztin informieren.

Frauen im gebärfähigen Alter sollen Crestor nur unter der Bedingung anwenden, dass eine aktive

Schwangerschaftsverhütung stattfindet.

Wie verwenden Sie Crestor?

Der Arzt bzw. die Ärztin wird die für Sie zutreffende Dosierung festlegen. Crestor wird einmal täglich

eingenommen.

Erwachsene

Behandlung von erhöhten Blutfettwerten

Die Behandlung wird normalerweise mit einer Dosierung von 5 – 10 mg täglich begonnen. Nach

Überprüfung Ihrer Blutlipidwerte kann Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin bei Bedarf die Dosis anpassen, in

Abständen von mindestens 4 Wochen.

Die maximale Tagesdosis liegt bei 20 – 40 mg. Die 40 mg Dosierung wird aber nur in wenigen Fällen

benötigt und nur unter strenger ärztlicher Kontrolle verschrieben, da bei den meisten Patienten der

gewünschte Effekt bereits mit den tieferen Dosierungen erreicht werden kann.

Verminderung des Risikos eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls

Die Dosis beträgt üblicherweise 20 mg täglich.

Kinder und Jugendliche 10-17 Jahre

Die übliche Tagesdosis liegt bei 5–20 mg. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin kann bei Bedarf die Dosis anpassen.

Die maximale Tagesdosis liegt bei 20 mg.

Die Einnahme kann zu jeder Tageszeit, unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Versuchen Sie jedoch,

die Tablette immer zur gleichen Zeit einzunehmen. Schlucken Sie die Filmtablette ganz mit etwas

Wasser.

Während der Einnahme von Crestor sollten Sie Ihren Arzt bzw. Ärztin über alle Arzneimittel

informieren, die Sie einnehmen oder einzunehmen gedenken, auch über solche, die ohne Rezept

erhältlich sind. Sie sollten auch jedem Arzt bzw. Ärztin, die Ihnen ein neues Arzneimittel verschreiben,

mitteilen, dass Sie Crestor einnehmen.

Wenn Sie einmal eine Dosis vergessen haben, holen Sie die Einnahme nicht mit einer Extradosis nach,

sondern fahren Sie am folgenden Tag mit der normalen Einnahme weiter.

Sollten Sie einmal mehr Filmtabletten als vorgeschriebenen eingenommen haben, kontaktieren Sie

sofort Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Crestor haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Einnahme von Crestor auftreten:

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Häufig ist über Schwindel, Bauchschmerzen, Verstopfung, Übelkeit, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen

und allgemeinem Schwächegefühl berichtet worden.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Gelegentlich sind Juckreiz, Hautausschlag und Nesselfieber aufgetreten.

Selten (betrifft 1 bis 10 von 10'000 Anwendern)

Selten wurden Überempfindlichkeitsreaktionen, Verschlechterung der Nierenfunktion,

Muskelkrankheiten (Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche), Taubheitsgefühl

und/oder Kribbeln in Armen und Beinen (periphere Neuropathie), Bauchspeicheldrüsenentzündung,

beobachtet.

Sehr selten (betrifft weniger als 1 von 10'000 Anwendern)

Sehr selten wurden Gedächtnisverlust, Gelbsucht und Leberentzündung und Blut im Urin beobachtet.

Folgende Nebenwirkungen sind zudem für Arzneimittel dieser Stoffklasse beschrieben worden: Husten,

Kurzatmigkeit, Atemprobleme einschliesslich hartnäckiger Husten und/oder Kurzatmigkeit oder Fieber,

Flüssigkeitsansammlung im Gewebe, Schlafstörungen einschliesslich Schlaflosigkeit und Alpträume,

Depressionen, sexuelle Funktionsstörungen, Brustvergrösserung bei Frauen und Männern

(Gynäkomastie), erhöhte Blutzuckerwerte (HbA1c).

Ferner wurde über Durchfall und schwerwiegende Hautreaktionen mit Verletzungen, Geschwür- oder

Bläschenbildung berichtet. Isoliert wurden Fälle von Achillessehnenbeschwerden beobachtet, selten

verbunden mit einem Achillessehnenriss.

Da Muskelprobleme in seltenen Fällen schwerwiegend sein könnten, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt

bzw. Ärztin kontaktieren, wenn Sie Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder –schwäche

verspüren, welche sich nicht erklären lassen oder länger andauern als erwartet.

Zur Abklärung der Muskelfunktion wird gegebenenfalls ein Bluttest durchgeführt. Es gibt auch noch

andere unerwünschte Wirkungen, die selten auftreten; einige davon können schwerwiegend sein. Fragen

Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin nach weiteren Informationen über

unerwünschte Wirkungen. Diese verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin

oder Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 30 °C und für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Crestor enthalten?

Wirkstoffe

1 Filmtablette enthält 5 mg, 10 mg oder 20 mg Rosuvastatin in der Form von Rosuvastatin-Calcium.

Hilfsstoffe

1 Filmtablette enthält Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

56139 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Crestor? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Es gibt folgende Packungen:

Crestor 5 mg: 30 und 100 Filmtabletten (nicht teilbar)

Crestor 10 mg: 30 und 100 Filmtabletten (nicht teilbar)

Crestor 20 mg: 30 und 100 Filmtabletten (nicht teilbar)

Zulassungsinhaberin

AstraZeneca AG, 6340 Baar

Diese Packungsbeilage wurde im Juni 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Crestor®

AstraZeneca AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Rosuvastatinum ut Rosuvastatinum calcium.

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten (nicht teilbar) zu 5 mg, 10 mg und 20 mg.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Erwachsene

Behandlung der Hypercholesterinämie

Primäre Hypercholesterinämie (Typ IIa einschliesslich heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie) oder gemischte Dyslipidämie (Typ IIb), als Zusatz zu Diät, wenn Diät und

andere nicht pharmakologische Massnahmen (z.B. Bewegung, Gewichtsreduktion) nicht ausreichend

sind.

Bei homozygoter familiärer Hypercholesterinämie als Unterstützung zu Diät und anderen

lipidsenkenden Massnahmen (z.B. LDL-Apherese) oder wenn solche Massnahmen nicht geeignet

sind.

Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse

Crestor wird zur Verminderung des Risikos schwerer kardiovaskulärer Ereignisse bei erwachsenen

Patienten mit normalem LDL-Cholesterin-Spiegel angewendet, deren Risiko von atherosklerotischen

kardiovaskulären Erkrankungen auf Grundlage von Alter (Männer ≥50 Jahre, Frauen ≥60 Jahre),

erhöhtem hsCRP (≥2,0 mg/l), und mindestens einem weiteren kardiovaskulären Risikofaktor wie

Hypertonie, Rauchen, niedriges HDL-C oder vorzeitige koronare Herzkrankheit in der

Familienanamnese erhöht ist.

Bei Patienten mit Hypercholesterinämie ist eine Überwachung der Lipidwerte sowie die Einhaltung

der unten angegebenen Dosisempfehlung erforderlich. Es besteht weiterhin die Notwendigkeit,

andere bekannte Ursachen der kardiovaskulären Mortalität oder Morbidität gemäss den gültigen

Guidelines zu behandeln.

Kinder und Jugendliche 10–17 Jahre

Knaben und Mädchen (mindestens ein Jahr postmenarchal) mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie, als Zusatz zu Diät, wenn Diät und andere nicht pharmakologische

Massnahmen (z.B. Bewegung, Gewichtsreduktion) nicht ausreichend sind.

Dosierung/Anwendung

Behandlung der Hypercholesterinämie

Vor Behandlungsbeginn sollte der Patient auf eine standardmässige cholesterinsenkende Diät gesetzt

werden und diese Diät während der Behandlung fortsetzen. Die Dosierung sollte individuell an das

Therapieziel und das Ansprechen des Patienten angepasst werden.

Der empfohlene Dosierungsbereich beträgt 5–20 mg, einmal täglich verabreicht.

Der grösste Teil der Patienten kann mit der Anfangsdosis weiterbehandelt werden. Bei Bedarf kann

die Dosis jedoch in Abständen von 4 Wochen angepasst werden (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Eine Dosierung von 40 mg sollte nur in Betracht gezogen werden bei Patienten mit schwerer

Hypercholesterinämie und hohem kardiovaskulären Risiko (vor allem bei familiärer

Hypercholesterinämie), die mit 20 mg das Behandlungsziel nicht erreichen und unter regelmässiger

ärztlicher Kontrolle stehen. Die Anwendung der 40 mg Dosierung sollte durch einen Spezialisten

beobachtet werden. Bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren für Myopathie beträgt die

Initialdosis 5 mg (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Crestor kann zu jeder Tageszeit zusammen mit oder unabhängig von den Mahlzeiten verabreicht

werden.

Primäre Hypercholesterinämie (einschliesslich heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie),

Mischformen der Dyslipidämie

Die übliche Anfangsdosis beträgt 5–10 mg einmal täglich sowohl bei neubehandelten Patienten wie

auch bei solchen, die von einem anderen Statin umgestellt werden. Die Wahl der Startdosis soll unter

Berücksichtigung des individuellen Cholesterinspiegels des Patienten, seiner kardiovaskulären

Risiken, sowie seines Risikos für mögliche unerwünschte Wirkungen getroffen werden.

Bei Patienten mit einer schweren Hypercholesterinämie (einschliesslich heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie) ist eine Initialdosis von 10 mg in Betracht zu ziehen.

Homozygote familiäre Hypercholesterinämie

Für Patienten mit einer homozygoten familiären Hypercholesterinämie wird eine Anfangsdosis von

10 mg einmal täglich empfohlen.

Vorbeugung kardiovaskulärer Ereignisse

Analog zu der in der Studie zur Verminderung des Risikos kardiovaskulärer Ereignisse verwendeten

Dosis werden 20 mg einmal täglich empfohlen.

Pädiatrische Patienten

Kinder und Jugendliche 10–17 Jahre

Für Kinder und Jugendliche mit einer heterozygoten familiären Hypercholesterinämie ist die übliche

Dosierung 5–20 mg einmal täglich. Die Dosis sollte angemessen titriert werden, bis das

Behandlungsziel erreicht ist. Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dosierungen über 20 mg wurde

bei dieser Altersgruppe nicht geprüft.

Kinder jünger als 10 Jahre

Die Erfahrungen bei Kindern jünger als 10 Jahre, beschränken sich auf eine geringe Anzahl von

Kindern (im Alter von 8 Jahren und älter) mit einer homozygoten familiären Hypercholesterinämie.

Daher wird die Anwendung bei Kindern unter 10 Jahren nicht empfohlen.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten (>70 Jahre) ist die Startdosis 5 mg.

Dosierung bei Patienten mit Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Einschränkung der Nierenfunktion beträgt die

empfohlene Anfangsdosis 5 mg. Die Dosierung von 40 mg ist kontraindiziert für Patienten mit einer

mittelschweren Einschränkung der Nierenfunktion. Bei Patienten mit stark eingeschränkter

Nierenfunktion ist die Einnahme von Crestor kontraindiziert (siehe «Kontraindikationen»).

Dosierung bei Patienten mit Leberinsuffizienz

Bei Patienten mit einer leichten bis mittelschweren Einschränkung der Leberfunktion ist keine

Dosisanpassung nötig. Patienten mit stark eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh >9) sollten die

Therapie mit Crestor 5 mg beginnen. Bei diesen Patienten wurde eine erhöhte systemische

Rosuvastatin-Exposition beobachtet. Aus diesem Grund ist die Anwendung von Dosierungen über

Crestor 5 mg sorgfältig abzuwägen (siehe «Pharmakokinetik»).

Rasse

Bei Asiaten wurden erhöhte Plasmaspiegel von Rosuvastatin festgestellt (siehe «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»). Die empfohlene Anfangsdosis für Asiaten ist 5 mg

und die Dosierung von 40 mg ist kontraindiziert.

Genetische Polymorphismen

Spezifische Arten von genetischen Polymorphismen sind bekannt, die zu einer Erhöhung der

Rosuvastatin-Exposition führen können (siehe «Pharmakokinetik»). Bei Patienten, bei welchen solch

ein Polymorphismus bekannt ist, wird eine Reduktion der Dosierung von Crestor empfohlen.

Begleittherapien

Rosuvastatin ist ein Substrat für unterschiedliche Transportproteine (z.B. OATP1B1 und BCRP).

Verschieden Arzneimittel, welche mit diesen Transportproteinen interagieren, können die

Rosuvastatin-Exposition erhöhen und so das Risiko verschiedener Nebenwirkungen (z.B. Myopathie

einschliesslich Rhabdomyolyse) erhöhen (siehe «Interaktionen», Tabelle 1).

Wenn die Koadministration von Crestor mit anderen Arzneimitteln, welche die Rosuvastatin-

Exposition erhöhen (siehe «Interaktionen», Tabelle 1), erforderlich ist, muss die Crestor-Dosierung

überprüft und ggf. entsprechend angepasst werden.

Crestor ist kontraindiziert bei Patienten die gleichzeitig Ciclosporin einnehmen (siehe

«Kontraindikationen»).

Kontraindikationen

Crestor ist kontraindiziert:

·bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Rosuvastatin oder einen der Hilfsstoffe,

·bei Patienten mit aktiver Lebererkrankung, einschliesslich einer ungeklärten andauernden Erhöhung

der Serum-Transaminasen sowie jeglicher Erhöhung der Serum-Transaminasen auf mehr als das

Dreifache des oberen Normalwertes (ULN),

·bei Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung (Creatinin-Clearance <30 ml/min),

·bei Patienten mit Myopathie,

·bei Patienten, die gleichzeitig Ciclosporin einnehmen,

·während der Schwangerschaft und Stillzeit und bei gebärfähigen Frauen, die keine geeigneten

kontrazeptiven Massnahmen verwenden.

Die Dosierung von 40 mg ist kontraindiziert bei asiatischen Patienten (siehe

«Dosierung/Anwendung») sowie bei Patienten mit prädisponierenden Faktoren für eine

Myopathie/Rhabdomyolyse. Solche Faktoren sind:

·mittelschwere Nierenfunktionsstörung (Creatinin-Clearance <60 ml/min),

·Hypothyreose,

·erbliche Muskelkrankheiten in der Eigen- oder Familienanamnese,

·muskulär-toxische Komplikationen in Zusammenhang mit der Gabe eines HMG-CoA-Reduktase

Hemmers oder Fibrates in der Anamnese,

·Alkohol-Missbrauch,

·Situationen, die erhöhte Plasmaspiegel bewirken könnten,

·gleichzeitige Einnahme von Fibraten.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Skelettmuskel

Wie andere HMG-CoA-Reduktasehemmer kann auch Rosuvastatin die Skelettmuskulatur

beeinflussen und eine Myalgie, Myositis sowie eine Myopathie verursachen, die sich zu einer

Rhabdomyolyse entwickeln kann, einem möglicherweise lebensbedrohlichen Zustand, der durch

deutlich erhöhte Creatinphosphokinase (CPK)-Spiegel (>10-fache des oberen Normwertes),

Myoglobinämie und Myoglobinurie mit möglichem Nierenversagen charakterisiert ist. Dies gilt

insbesondere für die 40 mg Dosierung.

Während der Behandlung oder nach dem Absetzen einer Statinbehandlung einschliesslich

Rosuvastatin, wurde in sehr seltenen Fällen über eine immun-vermittelte nekrotisierende Myopathie

berichtet. Diese war durch persistierende proximale Muskelschwäche und erhöhte Serum-

Kreatinkinase-Werte charakterisiert. Gegebenenfalls sind zusätzliche neuromuskuläre und

serologische Untersuchungen nötig. Auch eine Behandlung mit Immunsuppressiva könnte

erforderlich sein.

Creatinphosphokinase-Bestimmung

Creatinphosphokinase (CPK) sollte nicht nach schweren körperlichen Anstrengungen oder bei

Vorliegen von anderen möglichen Ursachen eines CPK-Anstieges gemessen werden, da dies die

Interpretation der Messwerte erschwert. Falls die CPK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich

erhöht sind (um mehr als das 5-Fache des oberen Normwertes), sollten zur Überprüfung innerhalb

von 5 bis 7 Tagen erneute Bestimmungen durchgeführt werden zur Bestätigung der Ergebnisse.

Wenn der Wiederholungstest CPK-Werte von mehr als das 5-fache des oberen Normwertes bestätigt,

sollte die Behandlung nicht begonnen werden.

Untersuchungen vor Behandlungsbeginn

Statine sollten mit Vorsicht bei Patienten verschrieben werden, bei denen prädisponierende Faktoren

für das Auftreten einer Rhabdomyolyse vorliegen. Messungen der Creatinphosphokinase vor einem

Behandlungsbeginn mit Statinen sollten nur beim Vorliegen der folgenden Situationen

vorgenommen werden:

·beeinträchtigte Nierenfunktion,

·Hypothyreose,

·erbliche Myopathien in der Eigen- oder Familienanamnese,

·Muskulär-toxische Komplikationen in Zusammenhang mit der Gabe eines Statins oder Fibrates in

der Anamnese,

·Alkohol-Missbrauch,

·Ältere Patienten (>70 Jahre). Bei diesen sollte die Notwendigkeit einer solchen Messung erwogen

werden, wenn weitere prädisponierende Faktoren für das Auftreten einer Myopathie/Rhabdomyolyse

vorliegen.

In solchen Situationen ist eine sorgfältige Nutzen-Risiken-Analyse erforderlich und es sollte eine

klinische Überwachung erfolgen. Wenn die CPK-Werte vor Beginn der Behandlung wesentlich (um

mehr als das 5-fache des oberen Normwertes) erhöht sind, sollte die Behandlung abgebrochen

werden.

Überwachung während der Therapie

Falls ein Patient während der Behandlung mit Statinen unter Muskelschmerzen, Muskelschwäche

oder Muskelkrämpfen leidet, sollte der CPK-Spiegel gemessen werden. Falls der Blutspiegel

signifikant erhöht ist (über das 5-Fache des oberen Normwertes), sollte die Behandlung abgebrochen

werden.

Falls die muskulären Symptome schwer sind und täglich Unannehmlichkeiten darstellen, sollte ein

Abbruch der Behandlung in Betracht gezogen werden, auch wenn die CPK-Spiegel unter dem 5-

fachen des oberen Normwerts liegen.

Eine Neubehandlung mit dem Statin oder einem alternativen Statin bei tiefster Dosierung und

engmaschiger Überwachung kann in Betracht gezogen werden, wenn die Symptome verschwinden

und sich der CPK-Spiegel wieder normalisiert hat.

Das Risiko einer Rhabdomyolyse ist erhöht, wenn Rosuvastatin mit bestimmten Arzneimitteln

gleichzeitig verabreicht wird:

Es wurde eine Zunahme der Inzidenz von Myositis und Myopathie bei jenen Patienten beobachtet,

die HMG-CoA-Reduktase-Hemmer zusammen mit Fibrinsäurederivaten einschliesslich Gemfibrozil,

Ciclosporin, Nikotinsäure, Antimykotika vom Azol-Typ, Proteasehemmern und Makrolidantibiotika

erhielten. Gemfibrozil erhöht das Risiko einer Myopathie, wenn es gemeinsam mit bestimmten

HMG-CoA-Reduktase-Hemmern gegeben wird. Daher wird die Kombination von Crestor und

Gemfibrozil nicht empfohlen. Der Vorteil von weiteren Änderungen der Lipidspiegel durch

gemeinsame Gabe von Crestor und Fibraten oder Niacin sollte sorgfältig gegen das potentielle Risiko

solcher Kombinationen abgewogen werden. Nach der Anwendung von Ezetimib in Kombination mit

HMG-CoA-Reduktase-Hemmern wurden sehr seltene Fälle von Rhabdomyolyse beobachtet. Eine

pharmakodynamische Wechselwirkung kann nicht ausgeschlossen werden. Bei der gleichzeitigen

Anwendung ist daher Vorsicht geboten (siehe «Interaktionen» und «Unerwünschte Wirkungen»).

Crestor sollte nicht bei Patienten mit einer akuten schweren Erkrankung, die auf eine Myopathie

hinweist, oder für die Entwicklung einer Niereninsuffizienz als Folge einer Rhabdomyolyse anfällig

macht (z.B. Sepsis, Hypotonie, grössere chirurgische Eingriffe, Trauma, schwere Stoffwechsel-,

Endokrin- und Elektrolytstörungen oder unkontrollierte Krampfanfälle), angewendet werden.

Lebereffekte

So wie andere HMG-CoA-Reduktase-Hemmer sollte Crestor bei Patienten mit übermässigem

Alkoholkonsum und/oder einer Lebererkrankung in der Anamnese mit Vorsicht verabreicht werden.

Es wird empfohlen, vor Behandlungsbeginn mit Crestor sowie drei Monate nach Behandlungsbeginn

Leberfunktionstests durchzuführen. Crestor sollte abgesetzt oder die Dosis reduziert werden, wenn

die Serumtransaminasen-Konzentration höher als auf das Dreifache des oberen Normalwertes

ansteigt.

Bei Patienten mit sekundärer Hypercholesterinämie, die durch Hypothyreose oder nephrotisches

Syndrom hervorgerufen wird, sollte die zugrunde liegende Erkrankung behandelt werden, bevor eine

Therapie mit Crestor begonnen wird.

Rasse

Pharmakokinetische Studien haben bei Asiaten eine erhöhte Exposition im Vergleich zu Kaukasiern

gezeigt (siehe «Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»).

Lactoseintoleranz

Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, einer Lapp-Lactase-Defizienz oder

Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Crestor nicht einnehmen.

Interstitielle Lungenerkrankung

Über seltene Fälle von interstitieller Lungenerkrankung (ILD) im Zusammenhang mit Statinen wurde

berichtet, speziell während Langzeittherapien (siehe «Unerwünschte Wirkungen»). Die Merkmale

einer ILD können Symptome wie Dyspnoe, nicht-produktiver Husten und eine Verschlechterung des

allgemeinen Gesundheitszustands (Müdigkeit, Gewichtsverlust und Fieber) einschliessen. Wird bei

einem Patienten eine ILD vermutet, sollte die Statintherapie abgebrochen werden.

Diabetes Mellitus

Wie auch mit anderen HMG-CoA-Reduktasehemmern wurden bei Patienten unter Rosuvastatin

erhöhte HbA1c und Serum-Glukose Werte beobachtet. Bei einigen Patienten, vorwiegend bei

solchen mit einem bereits vorbestehenden hohen Risiko zur Entwicklung eines Diabetes mellitus,

wurde eine Diabetes-Neudiagnose notwendig (siehe «Unerwünschte Wirkungen», «Klinische

Wirksamkeit»).

Interaktionen

Wirkungen von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln auf Rosuvastatin

In-vitro- und in-vivo-Untersuchungen haben ergeben, dass Rosuvastatin mit Cytochrom P450 keine

klinisch relevanten Wechselwirkungen (als Substrat, Inhibitor oder Induktor) eingeht. Rosuvastatin

ist ein Substrat bestimmter Transportproteine, unter anderem des hepatischen Aufnahmetransporters

OATP1B1 und des Efflux-Transporters BCRP. Die gleichzeitige Verabreichung von Crestor mit

Arzneimitteln, die diese Transportproteine hemmen, kann zu einem Anstieg der Rosuvastatin-

Plasmakonzentrationen und damit zu einem erhöhten Myopathie-Risiko führen. Verschreibenden

Personen wird empfohlen, die Fachinformation zu konsultieren, wenn die Verabreichung solcher

Präparate zusammen mit Crestor vorgesehen ist.

Tabelle 1: Einfluss gleichzeitig verabreichter Arzneimittel auf die Rosuvastatin-Exposition (AUC;

Cmax nach absteigender Effekt-Grössenordnung) laut publizierten klinischen Studien

Interagierendes Arzneimittel-

Regime

Rosuvastatin-Regime

Änderung der

Rosuvastatin-AUC

Änderung der

Rosuvastatin-Cmax

Ciclosporin 75 mg BID bis 200 mg

BID, 6 Monate

10 mg 1× tägl.,

10 Tage

7,1-fach ↑

11-fach ↑

Atazanavir 300 mg/Ritonavir

100 mg 1× tägl., 8 Tage

10 mg, Einzeldosis

3,1-fach ↑

7-fach ↑

Simeprevir 150 mg OD, 7 Tage

10 mg, Einzeldosis

2,8-fach

3,2-fach

Lopinavir 400 mg/Ritonavir 100 mg

BID, 17 Tage

20 mg 1× tägl.,

7 Tage

2,1-fach ↑

5-fach ↑

Clopidogrel 300 mg «Ladedosis»,

gefolgt von 75 mg nach 24 Stunden

20 mg, Einzeldosis

2-fach ↑

2-fach ↑

Gemfibrozil 600 mg BID, 7 Tage

80 mg, Einzeldosis

1,9-fach ↑

2,2-fach ↑

Eltrombopag 75 mg 1× tägl., 5 Tage 10 mg, Einzeldosis

1,6-fach ↑

2-fach ↑

Darunavir 600 mg/Ritonavir 100 mg

BID, 7 Tage

10 mg 1× tägl.,

7 Tage

1,5-fach ↑

2,4-fach ↑

Tipranavir 500 mg/Ritonavir

200 mg BID, 11 Tage

10 mg, Einzeldosis

1,4-fach ↑

2,2-fach ↑

Dronedaron 400 mg BID

keine Angaben

1,4-fach ↑

keine Angaben

Itraconazol 200 mg 1× tägl., 5 Tage

10 mg bzw. 80 mg,

Einzeldosis

1,4-fach ↑

1,4-fach ↑

Ezetimib 10 mg 1× tägl., 14 Tage

10 mg 1× tägl.,

14 Tage

1,2-fach ↑

1,2-fach ↑

Fosamprenavir 700 mg/ Ritonavir

100 mg BID, 8 Tage

10 mg, Einzeldosis

↑ 8%

1,5-fach ↑

Aleglitazar 0,3 mg, 7 Tage

40 mg, 7 Tage

1,1-fach ↑

Silymarin 140 mg TID, 5 Tage

10 mg, Einzeldosis

Fenofibrat 67 mg TID, 7 Tage

10 mg, 7 Tage

↑ 7%

1,2-fach ↑

Rifampicin 450 mg 1× tägl., 7 Tage

20 mg, Einzeldosis

Ketoconazol 200 mg BID, 7 Tage

80 mg, Einzeldosis

↑ 2%

Fluconazol 200 mg 1× tägl., 11 Tage 80 mg, Einzeldosis

↑ 14%

Erythromycin 500 mg QID, 7 Tage

80 mg, Einzeldosis

28% ↓

31% ↓

Baicalin 50 mg TID, 14 Tage

20 mg, Einzeldosis

47% ↓

19% ↓

«↑»: Erhöhung.

«↔»: keine Veränderung (definiert als <20% Änderung der Rosuvastatin-AUC, -Cmax).

«↓»: Senkung.

Begleittherapien, welche eine Anpassung der Rosuvastatin-Dosis erforderlich machen

Wenn die Koadministration von Crestor mit anderen Arzneimitteln, welche die Rosuvastatin-

Exposition erhöhen (siehe Tabelle 1), erforderlich ist, muss die Crestor-Dosierung überprüft und ggf.

entsprechend angepasst werden. Verschreibenden Personen wird empfohlen, die Fachinformation zu

konsultieren, wenn die Verabreichung solcher Präparate zusammen mit Crestor vorgesehen ist.

Startdosis: Bei Kombinationen mit Arzneimitteln, welche die Rosuvastatin-AUC ca. 2-fach oder

mehr erhöhen, soll die Tagestherapie mit 5 mg Crestor begonnen werden.

Zieldosis: Die Tageshöchstdosis von Crestor soll sich daran orientieren, dass die Rosuvastatin-

Exposition, die normalerweise ohne Interaktion mit 40 mg/Tag erzielte Exposition keinesfalls

übersteigt.

Beispiele: Mit den Kombinationen Ritonavir/Atazanavir sowie Ritonavir/Lopinavir (Erhöhung der

Rosuvastatin-AUC >2-fach) sollen maximal 10 mg/Tag Crestor und mit Gemfibrozil (Erhöhung der

Rosuvastatin-AUC ≤2-fach) maximal 20 mg/Tag Crestor verabreicht werden.

Wirkungen von anderen Arzneimitteln auf Rosuvastatin

Antazida

Die gleichzeitige Gabe von Crestor und einer Aluminium- und Magnesiumhydroxid enthaltenden

Antazida-Suspension führte zu einer Senkung des Rosuvastatin-Plasma-Spiegels um etwa 50%.

Dieser Effekt konnte jedoch abgeschwächt werden (auf rund 20%), wenn man das Antazidum zwei

Stunden nach der Gabe von Crestor verabreichte.

Fusidinsäure

Es wurden keine Interaktionsstudien mit Rosuvastatin und Fusidinsäure durchgeführt. Wie auch bei

anderen Statinen wurden seit der Markteinführung bei gemeinsamer Anwendung von Rosuvastatin

und Fusidinsäure muskelbezogene Ereignisse einschliesslich Rhabdomyolyse beobachtet. Die

Patienten sollten engmaschig überwacht werden. Ein vorübergehendes Absetzen der Rosuvastatin-

Behandlung kann angebracht sein.

Wirkung von Rosuvastatin auf gleichzeitig verabreichte Arzneimittel

Vitamin-K-Antagonisten

Wie bei anderen HMG-CoA-Reduktase-Hemmern kann die gleichzeitige Verabreichung von Crestor

und Warfarin im Vergleich zu einer Monotherapie mit Warfarin einen Anstieg der INR bewirken.

Bei Patienten, die Vitamin-K-Antagonisten einnehmen, wird sowohl zu Beginn als auch am Ende der

Behandlung mit Crestor bzw. nach einer Dosisanpassung eine Überwachung des INR empfohlen.

Fenofibrate, andere Fibrate

Basierend auf den Daten von spezifischen Wechselwirkungsstudien wird mit keinen relevanten

pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit Fenofibrat gerechnet, jedoch könnte trotzdem eine

pharmakodynamische Wechselwirkung eintreten. Gemfibrozil, Fenofibrat, andere Fibrate und

lipidsenkende Dosen (≥1 g/Tag) von Niacin (Nikotinsäure) erhöhen das Risiko einer Myopathie,

wenn sie gleichzeitig mit HMG-CoA-Reduktase-Hemmern gegeben werden. Die Kombination mit

Gemfibrozil macht zudem eine Anpassung der Crestor-Dosierung erforderlich (siehe Tabelle 1). Die

kombinierte Anwendung mit Crestor sollte deswegen nur mit Vorsicht erfolgen.

Ciclosporin

Die gleichzeitige Verabreichung von Crestor hatte keinen Einfluss auf die Ciclosporin

Plasmakonzentration.

Orale Kontrazeptiva/Hormonersatztherapie (HRT)

Die gleichzeitige Gabe von Crestor und einem oralen Kontrazeptivum führte zu einem 26%igen bzw.

34%igen Anstieg der Ethinyl-Oestradiol- und Norgestrel-AUC. Dieser Konzentrationsanstieg sollte

bei der Wahl der Dosis des oralen Verhütungsmittels berücksichtigt werden. Es gibt keine

pharmakokinetischen Daten von Patienten, die gleichzeitig Crestor und eine Hormonersatztherapie

nehmen und daher kann ein ähnlicher Effekt nicht ausgeschlossen werden. Die Kombination wurde

jedoch eingehend an Frauen in klinischen Studien angewendet und wurde gut vertragen.

Andere Arzneimittel

Es sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit Digoxin Ezetimib oder Fenofibraten zu

erwarten.

Schwangerschaft/Stillzeit

Crestor ist während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Frauen im gebärfähigen Alter

sollten entsprechende kontrazeptive Massnahmen anwenden (siehe «Kontraindikationen»). Wenn

eine Patientin während der Behandlung mit Crestor schwanger wird, sollte die Behandlung

unverzüglich abgebrochen werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Es wurden keine Studien durchgeführt, um den Einfluss von Crestor auf die Fähigkeit zur aktiven

Teilnahme am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen zu bestimmen. Es ist jedoch auf

Grund der pharmakodynamischen Eigenschaften unwahrscheinlich, dass Crestor diese Fähigkeit

beeinflusst. Wenn man aktiv am Strassenverkehr teilnimmt oder Maschinen bedient, sollte in

Betracht gezogen werden, dass während der Behandlung Schwindel auftreten könnte.

Unerwünschte Wirkungen

In kontrollierten klinischen Studien brachen weniger als 4% der mit Crestor behandelten Patienten

die Studie aufgrund von unerwünschten Wirkungen vorzeitig ab.

In einer 52-wöchigen klinischen Studie mit Kindern und Jugendlichen wurde ein Anstieg des CPK-

Wertes um mehr als das 10-Fache des oberen Normwertes und das Auftreten von Muskelsymptomen

nach sportlicher Betätigung und gesteigerter körperlicher Aktivität im Vergleich zu Erwachsenen

häufiger beobachtet. Ansonsten war das Sicherheitsprofil von Rosuvastatin bei Kindern und

Jugendlichen vergleichbar mit dem bei Erwachsenen.

Für Kinder und Jugendliche gelten jedoch dieselben Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen wie

für Erwachsene (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Folgende Häufigkeitsangaben werden verwendet: Sehr häufig (≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10),

gelegentlich (≥1/1000, <1/100), selten (≥1/10'000, <1/1000), sehr selten (<1/10'000); Häufigkeit

aufgrund der vorhandenen Daten nicht bekannt.

Blut- und Lymphsystem

Häufigkeit nicht bekannt: Thrombozytopenie.

Immunsystem

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen einschliesslich Angioödem.

Endokrine Erkrankungen

Häufig: Diabetes mellitus (in der JUPITER-Studie unter Rosuvastatin 2,8% vs. 2,3% unter Placebo).

Diese unerwünschte Wirkung wurde überwiegend bei Patienten mit einem bereits vorbestehenden

hohen Risiko zur Entwicklung einer Diabetes-Erkrankung beobachtet.

Zentralnervensystem

Häufig: Schwindel, Kopfschmerzen.

Sehr selten: Polyneuropathie, Gedächtnisverlust.

Häufigkeit nicht bekannt: periphere Neuropathie.

Funktionsstörungen der Atmungsorgane

Häufigkeit nicht bekannt: Husten, Dyspnoe.

Gastrointestinaltrakt

Häufig: abdominale Schmerzen, Obstipation, Nausea.

Selten: Pankreatitis.

Häufigkeit nicht bekannt: Diarrhö.

Leber und Galle

Selten: erhöhte Lebertransaminasen.

Sehr selten: Gelbsucht, Hepatitis.

Wie mit anderen HMG-CoA-Reduktase-Hemmern wurde bei wenigen Patienten, die Rosuvastatin

einnahmen, ein dosisabhängiger Anstieg der Leber-Transaminasen und der CPK-Werte beobachtet.

Nieren und Harnwege

Sehr selten: Hämaturie.

Mit Teststreifen diagnostizierte Proteinurie meist tubulärer Genese wurde bei Patienten, die mit

Crestor behandelt wurden, beobachtet. Abweichungen des Harnproteins von 0 oder Spuren auf ++

oder mehr wurden während der Behandlung mit 10 und 20 mg bei weniger als 1% der Patienten und

bei ungefähr 3% der Patienten, die mit 40 mg behandelt wurden, gesehen. Eine geringe Steigerung

der Abweichung von 0 oder Spuren auf + wurde bei der 20 mg Dosis beobachtet. In den meisten

Fällen wird die Proteinurie bei fortgesetzter Therapie geringer oder verschwindet spontan und hat

sich nicht als Anzeichen für eine akute oder fortschreitende Erkrankung der Nieren herausgestellt.

Haut

Gelegentlich: Pruritus, Hautausschlag, Urtikaria.

Häufigkeit nicht bekannt: Stevens-Johnson Syndrom.

Skelettmuskulatur

Häufig: Myalgie.

Selten: Myopathie (inlusive Myositis), Rhabdomyolyse, Arthralgie.

Häufigkeit nicht bekannt: immun-vermittelte nekrotisierende Myopathie.

Bei allen Dosen wurde bei mit Crestor behandelten Patienten über Auswirkungen auf die

Skelettmuskulatur, z.B. Myalgie, Myopathie und selten Rhabdomyolyse, berichtet.

Ein dosisabhängiger Anstieg der CPK-Spiegel wurde bei Patienten, die Rosuvastatin einnahmen,

beobachtet. Die Mehrheit der Fälle waren geringfügig, asymptomatisch und vorübergehend. Wenn

die CPK-Spiegel erhöht sind (>5× ULN), sollte die Behandlung abgesetzt werden (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Häufigkeit nicht bekannt: Sehnenbeschwerden selten verbunden mit Sehnenriss.

Reproduktionssystem und Brust

Häufigkeit nicht bekannt: Gynäkomastie.

Allgemein

Häufig: Asthenie.

Häufigkeit nicht bekannt: Ödeme.

Andere Wirkungen

Im Rahmen einer kontrollierten klinischen Langzeitstudie wurde nachgewiesen, dass Crestor keine

schädliche Wirkung auf die Augenlinse hat.

Bei Patienten, die mit Crestor behandelt wurden, trat keine Beeinträchtigung der adrenokortikalen

Funktion auf.

Folgende unerwünschte Wirkungen wurden im Zusammenhang mit Statinen beobachtet:

Depressionen, Schlafstörungen (Schlaflosigkeit und Alpträume), sexuelle Funktionsstörungen,

seltene Fälle von interstitieller Lungenerkrankung speziell bei Langzeittherapien.

Überdosierung

Es gibt keine spezifische Behandlung für den Fall einer Überdosierung. Bei Überdosierung sollte der

Patient symptomatisch behandelt und erforderliche unterstützende Massnahmen in die Wege geleitet

werden. Es sollten Leberfunktionstests und CPK-Werte überprüft werden. Eine Hämodialyse ist

wahrscheinlich nicht von Nutzen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: C10AA07

Wirkungsmechanismus

Rosuvastatin ist ein selektiver und kompetitiver Hemmstoff der HMG-CoA-Reduktase, dem

geschwindigkeitslimitierenden Enzym, welches 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-Coenzym A in

Mevalonat, eine Vorstufe des Cholesterins, umwandelt.

Rosuvastatin erzielt seine Lipid-modifizierenden Wirkungen auf zwei Arten: Es erhöht einerseits die

Anzahl der LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche der Leber und steigert somit die Aufnahme und

den Abbau der LDL und andererseits hemmt es die hepatische Synthese von VLDL, wodurch die

Gesamtzahl der VLDL- und LDL-Partikel verringert wird.

Klinische Wirksamkeit

Crestor senkt erhöhte LDL-Cholesterin-, Gesamtcholesterin- sowie Triglyceridspiegel und hebt den

HDL-Cholesterinwert an. Es reduziert ebenfalls die Werte von ApoB, Nicht-HDL-C, VLDL-C und

VLDL-TG und erhöht den ApoA-I-Wert (Siehe Tabellen 2 und 3).

Im Weiteren senkt Crestor die Werte für das Verhältnis von LDL-C/HDL-C,

Gesamtcholesterin/HDL-C, Nicht-HDL-C/HDL-C sowie ApoB/ApoA-I.

Ein therapeutischer Effekt von Crestor wird in der ersten Behandlungswoche deutlich und

normalerweise werden nach zwei Wochen 90% der maximalen Wirkung erzielt. Die maximale

Wirkung tritt gewöhnlich nach etwa 4 Wochen ein und bleibt dann erhalten.

Tabelle 2: Dosisabhängige Wirkung bei Patienten mit primärer Hypercholesterinämie (Typ IIa und

IIb) (bereinigter Mittelwert in % im Vergleich zum Ausgangswert)

Dosis

N LDL-C Gesamt-C HDL-C TG Nicht-HDL-C ApoB ApoA-I

Placebo 13 –7

–5

–3

–7

–3

5 mg

17 –45

–33

–35 –44

–38

10 mg

17 –52

–36

–10 –48

–42

20 mg

17 –55

–40

–23 –51

–46

40 mg

18 –63

–46

–28 –60

–54

Tabelle 3: Dosisabhängige Wirkung bei Patienten mit primärer Hypertriglyceridämie (Typ IIb oder

IV) (Mittelwert in % im Vergleich zum Ausgangswert)

Dosis

N TG LDL-C Gesamt-C HDL-C Nicht-HDL-C VLDL-C VLDL-TG

Placebo 26 1

–3

5 mg

25 –21 –28

–24

–29

–25

–24

10 mg

23 –37 –45

–40

–49

–48

–39

20 mg

27 –37 –31

–34

–43

–49

–40

40 mg

25 –43 –43

–40

–51

–56

–48

Die in den Tabellen 2 und 3 enthaltenen Daten sind in einem ausgedehnten klinischen Programm, bei

dem mehr als 5300 Patienten Crestor erhielten, bestätigt worden.

In der JUPITER-Studie (Justification for the Use of Statins in Primary Prevention: An Intervention

Trial Evaluating Rosuvastatin) wurde die Wirkung von Rosuvastatin auf das Auftreten von schweren

atherosklerotischen Ereignissen einer kardiovaskulären Erkrankung an 17'802 Männern (≥50 Jahre)

und Frauen (≥60 Jahre) ohne bekannte kardiovaskuläre Erkrankung untersucht. Weitere

Einschlusskriterien waren LDL-C-Spiegel <3,3 mmol/l (130 mg/dl), hsCRP-Spiegel ≥2 mg/l und ein

Triglyzeridwert <5,6 mmol/l (500 mg/dl). Die Studienpopulation wies bei Studienbeginn ein

geschätztes 10-Jahres-KHK-Risiko laut den Framingham-Risikokriterien von 11,3% auf und enthielt

einen hohen Prozentanteil von Patienten mit Hypertonie (57%), niedrigen HDL-C-Spiegeln (23%),

positivem Raucherstatus (16%) oder vorzeitiger KHK in der Familienanamnese (12%). Die

Studienteilnehmer wurden per Randomisierung einer Behandlung mit Placebo (n= 8901) oder 20 mg

Rosuvastatin einmal täglich (n= 8901) zugewiesen und für eine mediane Dauer von 2 Jahren

beobachtet.

Der primäre Endpunkt war ein zusammengesetzter Endpunkt und bestand in der Zeit bis zum ersten

Auftreten eines der folgenden kardiovaskulären Ereignisse: kardiovaskulärer Tod, nichttödlicher

Myokardinfarkt, nichttödlicher Schlaganfall, instabile Angina pectoris oder arterielle

Revaskularisation.

Rosuvastatin bewirkte eine signifikante Verminderung des Risikos von kardiovaskulären Ereignissen

(252 Ereignisse in der Placebogruppe gegenüber 142 Ereignissen in der Rosuvastatin-Gruppe) mit

einer statistisch signifikanten (p<0,001) relativen Risikoreduktion um 44% (siehe Abbildung 1). Der

Nutzen war innerhalb der ersten 6 Behandlungsmonate erkennbar. Die Risikoreduktion fiel über

verschiedene vordefinierte Subpopulationen hinweg konsistent aus. Untersucht wurden

Subpopulationen entsprechend Alter, Geschlecht, Rasse, Raucherstatus, Körpermasseindex sowie

entsprechend den bei Studieneintritt vorliegenden LDL-C-, HDL-C- oder hsCRP-Spiegeln. Es wurde

eine statistisch signifikante Reduktion des kombinierten Endpunkts aus kardiovaskulärem Tod,

Schlaganfall oder Myokardinfarkt um 48% beobachtet (HR: 0,52, 95%-KI: 0,40–0,68, p<0,001),

während bei tödlichen oder nichttödlichen Myokardinfarkten eine Verminderung um 54% (HR: 0,46,

95%-KI: 0,30–0,70) und bei tödlichen oder nichttödlichen Schlaganfällen eine Reduktion um 48%

(HR: 0,52, 95%-KI: 0,34–0,79, p= 0,002) erreicht werden konnte. Die Gesamtmortalität war in der

Rosuvastatin-Gruppe um 20% vermindert (HR: 0,80, 95%-KI: 0,67–0,97, p= 0,02). Die LDL-C-

Spiegel fielen in der Rosuvastatin-Gruppe gegenüber Placebo um 45% niedriger aus (p<0,001).

Abbildung 1, Zeit bis zum Auftreten von schweren kardiovaskulären Ereignissen in JUPITER

Das Sicherheitsprofil fiel bei Probanden unter Rosuvastatin 20 mg generell vergleichbar aus wie bei

Probanden unter Placebo. 1,6% der Probanden unter Rosuvastatin und 1,8% der Probanden unter

Placebo schieden aufgrund eines unerwünschten Ereignisses aus der Studie aus, unabhängig vom

Kausalzusammenhang mit der Behandlung. Zu den unerwünschten Ereignissen, die am häufigsten zu

einem Behandlungsabbruch führten, zählten Myalgie (0,3% Rosuvastatin, 0,2% Placebo),

Bauchschmerzen (0,03% Rosuvastatin, 0,02% Placebo) sowie Hautausschlag (0,02% Rosuvastatin,

0,03% Placebo). Unerwünschte Ereignisse, die bei ≥5% der Patienten und mindestens ebenso häufig

bzw. häufiger unter Placebo berichtet wurden, umfassten Infektionen des Harnwege (8,7%

Rosuvastatin, 8,6% Placebo), Nasopharyngitis (7,6% Rosuvastatin, 7,2% Placebo),

Rückenschmerzen (7,6% Rosuvastatin, 6,9% Placebo), Myalgie (7,6% Rosuvastatin, 6,6% Placebo),

Bronchitis (7,2% Rosuvastatin, 7,1% Placebo), Arthritis (5,8% Rosuvastatin, 5,6% Placebo), Husten

(5,3% Rosuvastatin, 5,3% Placebo) und Diarrhö (4,7% Rosuvastatin, 4,6% Placebo).

In der JUPITER Studie wurde über einen statistisch signifikanten Anstieg von Diabetes mellitus

berichtet bei 2,8% der Patienten unter Rosuvastatin und 2,3% der Patienten unter Placebo (HR: 1,27,

95% CI: 1,05-1,53, p=0,015). Der Unterschied der mittleren Veränderungen des HbA1c-Werts

gegenüber dem Ausgangswert zu Studienbeginn zwischen den beiden Behandlungsarmen

(Rosuvastatin versus Placebo) war circa 0,1%. Die Analyse lässt vermuten, dass eine Diabetes-

Neudiagnose vorwiegend bei Patienten mit einem bereits vorbestehenden hohen Risiko zur

Entwicklung einer Diabetes-Erkrankung notwendig war. In der gesamten Studienpopulation (wie

auch bei Patienten mit einer bereits besteheneden Diabetes-Prädisposition) überwog der

kardiovaskuläre und Mortalitäts-Nutzen der Rosuvastatin-Therapie gegenüber dem Risiko einer

Diabetes-Neudiagnose (siehe «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen», «Unerwünschte

Wirkungen»).

Kinder und Jugendliche 10–17 Jahre

In einer doppelblinden, randomisierten, multizentrischen, placebo-kontrollierten Studie erhielten

total 176 Patienten (97 männlich, 79 weiblich, 10–17 Jahre, Tanner-Stadium II-V, Patientinnen

mindestens 1 Jahr nach der Menarche) mit einer heterozygoten Hypercholesterinämie über 12

Wochen täglich 5 mg, 10 mg oder 20 mg Rosuvastatin bzw. Placebo. Anschliessend erhielten alle

173 Patienten (96 männlich, 77 weiblich) während 40 Wochen täglich Rosuvastatin. Bei

Studienbeginn waren ca. 30% der Patienten 10–13 Jahre alt und ca. 17%, 18%, 40% und 25% hatten

Tanner-Stadium II, III, IV bzw. V.

Rosuvastatin senkte nach 12 Wochen das LDL-Cholesterin (primärer Endpunkt), das

Gesamtcholesterin und die ApoB-Werte (siehe Tabelle 4).

Tabelle 4: Lipid-modifzierende Wirkung von Rosuvastatin bei Kindern und Jugendlichen mit einer

heterozygoten familiären Hypercholesterinämie (Kleinstquadrat-Mittelwert in % im Vergleich des

Ausgangswertes zu Woche 12)

Dosis

N LDL-C Gesamt-C HDL-C TG

Nicht-HDL-C ApoB ApoA-I

Placebo 46 –0,7

–0,0

–0,9

–1,7

5 mg

42 –38,3

–29,9

–36,1

–31,7 1,8

10 mg

44 –44,6

–34,2

11,2

–13,6 –43,0

–38,1 5,4

20 mg

44 –50,0

–38,7

–8,1

–47,5

–40,7 4,0

Am Ende der 40 Wochen (offene Phase, Zieltitrierung, Dosierung bis zu maximal 20 mg täglich),

hatten 70 von 173 Patienten (40,5%) das LDL-Cholesterin-Ziel von weniger als 2,8 mmol/l erreicht.

Die Auswertung des linearen Wachstums (Grösse), Gewicht, BMI (body mass index) und der

sekundären Charakteristika der sexuellen Reife (Tanner-Stadium) bei pädiatrischen Patienten (10 bis

17 Jahre), die Rosuvastatin eingenommen haben, ist auf eine Jahresperiode beschränkt. Nach 52

Studien-Wochen Behandlung wurde kein Einfluss auf das Wachstum, Gewicht, BMI oder die

sexuelle Reife festgestellt.

Die Auswirkungen von Crestor auf die kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität wurde bei Kindern

und Jugendlichen nicht untersucht.

Pharmakokinetik

Absorption

Crestor wird in der aktiven Form oral verabreicht und erreicht 5 Stunden nach der Einnahme die

höchsten Plasmaspiegel. Die Absorption steigt im Dosierungsbereich linear mit der Dosis an. Die

Metabolisierung von Rosuvastatin geschieht in der Leber, dem Ort, wo Cholesterinsynthese und

LDL-C-Clearance im Wesentlichen ablaufen. Die absolute Bioverfügbarkeit beträgt 20%. Nach

Mehrfachverabreichung der täglichen Einmaldosis kommt es zu einer minimalen Akkumulation.

Distribution

Rosuvastatin wird zu etwa 90% an Plasmaproteine gebunden, hauptsächlich an Albumin.

Metabolismus

Rosuvastatin wird nur zu etwa 10% metabolisiert, zum grössten Teil in das N-Desmethyl-Derivat.

Auf die Ausgangsverbindung entfallen mehr als 90% der zirkulierenden aktiven HMG-CoA-

Reduktase-Inhibitor-Aktivität.

Elimination

Die Halbwertzeit von Rosuvastatin beträgt 19 Stunden und steigt bei einer Erhöhung der Dosis nicht

an. 90% werden als unveränderte Substanz mit den Faeces ausgeschieden, der restliche Teil im Urin.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Alter und Geschlecht

Es wurde keine klinisch relevante Auswirkung von Alter oder Geschlecht auf die Pharmakokinetik

von Rosuvastatin bei Erwachsenen festgestellt. Die Pharmakokinetik von Crestor war bei Kindern

und Jugendlichen mit heretozygoter familiärer Hypercholesterinämie vergleichbar mit der von

erwachsenen gesunden Probanden (siehe weiter unten).

Ethnie

Pharmakokinetische Studien, die in Asien durchgeführt wurden, zeigten bei Asiaten eine etwa 2-

fache Erhöhung der mittleren AUC verglichen mit Kaukasiern, die in Asien oder Europa leben. Die

Beteiligung von Umwelteinflüssen und genetischen Faktoren auf diese beobachteten Unterschiede

wurde nicht untersucht. Eine pharmakokinetische Analyse zeigte keine klinisch relevanten

Unterschiede zwischen Kaukasiern, Hispaniern und Schwarzen oder Personen afro-karibischen

Ursprungs.

Kinder und Jugendliche 10–17 Jahre

Die pharmakokinetischen Parameter bei pädiatrischen Patienten mit heterozygoter familiärer

Hypercholesterinämie im Alter von 10–17 Jahren wurden nicht vollständig untersucht. In einer

pharmakokinetischen Studie erhielten 18 pädiatrische Patienten (10–17 Jahre) mit einer

heterozygoten familiären Hypercholesterinämie Rosuvastatin als Tablette. Nach einer einzelnen

Verabreichung von Rosuvastatin in ansteigender Dosierung von 10 zu 40 mg zu 80 mg zeigte sich

ein Anstieg der systemischen Exposition von Rosuvastatin. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass

die Pharmakokinetik von Rosuvastatin in diesem Dosisbereich bei pädiatischen Patienten linear ist

und die beobachteten PK-Parameter vergleichbar mit denjenigen bei erwachsenen gesunden

Probanden sind.

Niereninsuffizienz

Bei Probanden mit einem unterschiedlichen Grad eingeschränkter Nierenfunktionen zeigte sich im

Rahmen einer Studie bei einer leichten bis mittelschweren Nierenerkrankung nur ein geringer

Einfluss auf die Plasmaspiegel von Rosuvastatin. Bei Patienten mit einer schweren Störung der

Nierenfunktion (CrCl <30 ml/min) war jedoch im Vergleich zu gesunden Probanden eine Erhöhung

der Plasmakonzentration um das Dreifache zu verzeichnen (siehe «Kontraindikationen»). Die

Anwendung von Rosuvastatin ist daher bei dieser Patientengruppe kontraindiziert.

Leberinsuffizienz

Bei Probanden mit einem unterschiedlichen Grad eingeschränkter Leberfunktionen gab es im

Rahmen einer Studie keine Hinweise auf eine erhöhte Rosuvastatin-Exposition, ausser bei zwei

Personen mit einer sehr schweren Lebererkrankung (Child-Pugh-Score von 8 und 9). Bei diesen

Patienten fand man, im Vergleich zu Probanden mit einem niedrigeren Child-Pugh-Score, eine

mindestens um das Zweifache erhöhte systemische Exposition.

Genetische Polymorphismen

Die Verfügbarkeit von HMG-CoA-Reduktase-Hemmern wie Rosuvastatin hängt unter anderem von

den Transportproteinen OATP1B1 und BCRP ab. Bei Patienten mit abweichender Sequenzvariation

des SLCO1B1-Gens (OATP1B1) und/oder des ABCG2-Gens (BCRP) besteht das Risiko einer

erhöhten Rosuvastatin-Exposition. Die Genotyp-Varianten SLCO1B1 c.521CC bzw. ABCG2

c.421AA sind mit einer ca. 1,7-fach höheren Rosuvastatin-Exposition (AUC) bzw. einer 2,4-fach

höheren Exposition assoziiert als die Varianten SLCO1B1 c.521TT und ABCG2 c.421CC.

Präklinische Daten

Präklinische Daten basierend auf konventionellen Studien (Sicherheitspharmakologie, Toxizität nach

Mehrfachdosierung, Genotoxizität, Kanzerogenität, Reproduktionstoxikologie) zeigten keine

speziellen Risiken für den Menschen.

Sonstige Hinweise

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 30 °C und für Kinder unerreichbar aufbewahren.

Zulassungsnummer

56139 (Swissmedic).

Packungen

Crestor 5 mg: 30 und 100 Filmtabletten (nicht teilbar) [B]

Klinikpackung à 50 Filmtabletten (5× 10) (nicht teilbar) [B]

Crestor 10 mg: 30 und 100 Filmtabletten (nicht teilbar) [B]

Klinikpackung à 50 Filmtabletten (5× 10) (nicht teilbar) [B]

Crestor 20 mg: 30 und 100 Filmtabletten (nicht teilbar) [B]

Klinikpackung à 50 Filmtabletten (5× 10) (nicht teilbar). [B]

Zulassungsinhaberin

AstraZeneca AG, 6340 Baar.

Stand der Information

Februar 2015.

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