Conbriza Filmtabletten Conbriza Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
bazedoxifenum
Verfügbar ab:
Pfizer AG
ATC-Code:
G03XC02
INN (Internationale Bezeichnung):
bazedoxifenum
Darreichungsform:
Conbriza Filmtabletten
Zusammensetzung:
bazedoxifenum 20 mg ut bazedoxifeni acetas 22.6 mg, lactosum monohydricum 142.8 mg, cellulosum microcristallinum, amylum pregelificatum, natrii laurilsulfas, carboxymethylamylum natricum A, silica colloidalis anhydrica, magnesii stearas, E 300, Überzug: hypromellosum, macrogolum 400, E 171, pro compresso obducto corresp. natrium 1.487 mg.
Klasse:
B
Therapiegruppe:
Synthetika
Therapiebereich:
Behandlung und Prävention der postmenopausalen Osteoporose
Zulassungsnummer:
58732
Berechtigungsdatum:
2010-01-12

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

23-10-2018

Fachinformation Fachinformation - Französisch

23-10-2018

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-05-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Conbriza®

Pfizer AG

Was ist Conbriza und wann wird es angewendet?

Auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin.

Conbriza gehört zu einer Gruppe nicht-hormoneller Arzneimittel, die als selektive Estrogenrezeptor-

Modulatoren (SERM) bezeichnet werden. Es wird für die Behandlung bzw. Vorbeugung der

Osteoporose bei Frauen nach Erreichen der Menopause eingesetzt. Conbriza wirkt durch die

Verlangsamung bzw. Vorbeugung des Knochendichteverlusts bei diesen Frauen.

Conbriza darf nur von Frauen angewendet werden, bei welchen die letzte Monatsblutung mindestens 12

Monate zurückliegt oder bei denen die Eierstöcke operativ entfernt wurden.

Wann darf Conbriza nicht eingenommen / angewendet werden?

·Wenn Sie ein Blutgerinnsel haben oder in der Vergangenheit hatten (auch in den Beinen, Lungen oder

Augen). Die Einnahme von Conbriza kann Ihr Risiko für die Entstehung von Blutgerinnseln erhöhen.

Wenn auch sehr selten, können diese Blutgerinnsel schwerwiegende medizinische Probleme, Invalidität

oder Tod hervorrufen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um herauszufinden, ob Sie ein erhöhtes Risiko für

Blutgerinnsel haben.

·Wenn Sie die Menopause noch nicht erreicht haben, d.h. Ihre letzte Monatsblutung weniger als 12

Monate zurückliegt.

·Wenn Sie schwanger sind. Conbriza kann das ungeborene Kind schädigen, wenn es während der

Schwangerschaft eingenommen wird.

·Wenn Sie stillen. Es ist nicht bekannt, ob Conbriza in die Muttermilch gelangt und welche Wirkung

dies auf das Kleinkind haben könnte.

·Wenn bei Ihnen ungeklärte Vaginalblutungen aufgetreten sind.

·Wenn Sie gegenüber Bazedoxifen oder einem der anderen Inhaltsstoffe von Conbriza allergisch

(überempfindlich) sind.

Conbriza ist nicht geeignet zur Anwendung bei Männern.

Wann ist bei der Einnahme / Anwendung von Conbriza Vorsicht geboten?

Nachstehend finden Sie Gründe, warum dieses Produkt nicht für Sie geeignet sein könnte. Wenn einer

davon auf Sie zutrifft, sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin, bevor Sie das Arzneimittel

einnehmen.

·Wenn Sie für eine gewisse Zeit immobilisiert sind, z.B. an einen Rollstuhl gebunden, über einen

längeren Zeitraum sitzen oder im Bett bleiben müssen, während Sie sich von einer Operation oder

Krankheit erholen. Wenn Sie auf langen Reisen unterwegs sind, sollten Sie sich regelmässig Bewegung

verschaffen. Wenn Sie über einen längeren Zeitraum immobilisiert sind oder ein chirurgischer Eingriff

geplant ist, müssen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin besprechen, wie Sie das Risiko für

Blutgerinnsel reduzieren können. Eventuell muss Conbriza vorübergehend abgesetzt werden.

·Wenn Sie in der Vergangenheit extrem erhöhte Triglyceridwerte (ein Fetttyp in Ihrem Blut) hatten,

sollten Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin sprechen, bevor Sie Conbriza einnehmen.

·Wenn Sie an Brustkrebs erkrankt sind, da keine ausreichende Erfahrung für die Gabe von Conbriza bei

Frauen mit dieser Erkrankung vorliegt.

·Wenn Sie eine Leber- oder Nierenfunktionsstörung haben, sollten Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin

sprechen, bevor Sie Conbriza einnehmen.

Bisher liegen keine Hinweise vor, dass die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durch

die Anwendung von Conbriza beeinträchtigt werden. Da nach der Anwendung von Conbriza jedoch

Sehstörungen wie z.B. Störungen der Sehschärfe, verschwommenes Sehen, Wahrnehmung von

Lichterscheinungen wie Blitzen, Funken oder Flimmern, Gesichtsfeldausfall sowie ein krampfartiger

Verschluss des Augenlides auftreten können, sollten Sie erst dann wieder ein Fahrzeug lenken oder

Maschinen bedienen, wenn die Sehstörungen vollständig abgeklungen sind oder wenn

Sicherheitsbedenken durch eine ärztliche Abklärung ausgeräumt wurden.

Conbriza enthält Laktose (Milchzucker) (siehe «Was ist in Conbriza enthalten?»). Bitte nehmen Sie

Conbriza erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt ist, dass Sie unter einer

Zuckerunverträglichkeit leiden.

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Tablette, d.h. es ist nahezu

natriumfrei.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Conbriza während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?

Conbriza darf nicht bei Frauen angewendet werden, die sich noch im gebärfähigen Alter befinden.

Conbriza kann zu Schädigungen des ungeborenen Kindes führen. Wenn Sie schwanger sind oder es

werden können, dürfen Sie Conbriza unter keinen Umständen einnehmen.

Nehmen Sie Conbriza nicht ein, wenn Sie stillen, da es mit der Muttermilch ausgeschieden werden

könnte.

Wie verwenden Sie Conbriza?

Nehmen Sie Conbriza immer genau so ein, wie es Ihnen der Arzt bzw. die Ärztin verschrieben hat. Falls

Sie nicht sicher sind, sollten Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. Ihrer Ärztin oder Apothekerin

nachfragen. Sie sollten Conbriza so lange weiter einnehmen, wie Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin es für nötig

hält. Damit Conbriza Osteoporose behandeln oder vorbeugen kann, muss es regelmässig eingenommen

werden.

·Die übliche Dosis beträgt täglich eine Tablette Conbriza. Das Einnehmen von mehr als einer

Filmtablette pro Tag ist nicht wirksamer und kann zusätzliche Risiken mit sich bringen.

·Sie können Conbriza zu jeder beliebigen Tageszeit einnehmen, zu den Mahlzeiten oder ausserhalb

derselben.

·Nehmen Sie Conbriza jeden Tag etwa zur selben Zeit ein. Das wird Ihnen helfen, die regelmässige

Einnahme von Conbriza nicht zu vergessen.

·Der Arzt/die Ärztin kann Ihnen empfehlen, zusätzlich zu Conbriza Calcium und/oder Vitamin D

einzunehmen.

·Wenn Sie zusätzliches Calcium und/oder Vitamin D einnehmen, kann dies zur gleichen Zeit

eingenommen werden wie Conbriza.

Wenn Sie mehr Conbriza eingenommen haben, als Sie sollten, informieren Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Falls Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie diese ein, sobald Sie sich daran erinnern. Falls es

jedoch schon fast Zeit für die Einnahme der nächsten Dosis ist, lassen Sie die vergessene Dosis aus und

nehmen Sie die darauffolgende Dosis zur gewohnten Zeit ein. Unterlassen Sie es, eine vergessene

Einnahme dadurch «auszugleichen», indem Sie zwei Dosen gleichzeitig einnehmen.

Wenn Sie die Einnahme von Conbriza abbrechen möchten, sollten Sie zuerst mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer

Ärztin sprechen.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Präparats haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Conbriza haben?

Sehr häufig (betrifft mehr als eine von 10 Anwenderinnen)

·Verstopfung

·Hitzewallungen

·Muskelkrämpfe (wie z.B. Wadenkrämpfe)

·Schwellung von Füssen, Beinen oder Händen (sogenannte Ödeme)

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwenderinnen)

·Überempfindlichkeitsreaktionen

·Hautausschlag

·Juckreiz

·Nesselfieber

·Schläfrigkeit

·trockener Mund

·Übelkeit

·trockene Vagina

·erhöhte Blutfettwerte

·Anstieg bestimmter Leberenzymwerte

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwenderinnen)

·Blutgerinnsel in den Venen (wie tiefe Venenthrombose, Lungenembolie) und oberflächliche

Venenentzündungen. Bei Schwellungen und Schmerzen in den Unterschenkeln, plötzlicher Atemnot

oder Sehverschlechterung sollte ein Arzt/eine Ärztin konsultiert werden.

·Netzhautvenenthrombosen

Auch andere Störungen des Sehapparates wurden berichtet, wie zum Beispiel Störungen der Sehschärfe,

Verschwommensehen, Wahrnehmung von Lichterscheinungen wie Blitzen, Funken oder Flimmern,

Gesichtsfeldausfall, Augentrockenheit, Schwellung des Augenlides, krampfartiger Verschluss des

Augenlides, Augenschmerz und Augenschwellung. Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker bzw.

Ihre Ärztin oder Apothekerin, wenn Sie Symptome an den Augen bemerken.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Lagerungshinweis

Nicht über 25 °C lagern.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Weitere Hinweise

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin. Diese Personen

verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Conbriza enthalten?

Die Filmtabletten sind weiss bis cremefarben und kapselförmig, mit einseitiger Prägung «WY20».

Wirkstoffe

1 Filmtablette enthält 20 mg Bazedoxifen (als Bazedoxifenacetat).

Hilfsstoffe

Laktose-Monohydrat, mikrokristalline Cellulose, Quellstärke, Carboxymethylstärke-Natrium A,

Natriumlaurylsulfat, Ascorbinsäure, Magnesiumstearat, kolloidales Siliciumdioxid, Tablettenüberzug:

Hypromellose 2910 (6cP), Polyethylenglycol 400, Titandioxid.

Zulassungsnummer

58732 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Conbriza? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken nur gegen ärztliche Verschreibung.

Packungen mit 28 und 84 Filmtabletten.

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

PIL V010

Fachinformation

Conbriza®

Pfizer AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Bazedoxifenum ut bazedoxifeni acetas.

Hilfsstoffe:

Filmtablettenkern: Lactosum monohydricum, cellulosum microcristallinum, amylum pregelificatum,

carboxymethylamylum natricum, natrii laurilsulfas, acidum ascorbicum, magnesii stearas, silica

colloidalis anhydrica.

Filmtablettenüberzug: Hypromellosum 2910 (6cP), polyethylenglycolum 400, titanii dioxidum

(E171).

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Jede Filmtablette enthält 20 mg Bazedoxifen.

Weisse bis cremefarbene kapselförmige Filmtablette, auf einer Seite gekennzeichnet mit «WY20».

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Conbriza ist für die Behandlung und Prävention der postmenopausalen Osteoporose bei Frauen mit

erhöhtem Frakturrisiko indiziert.

Voraussetzung für die Einleitung einer Präventionsbehandlung der postmenopausalen Osteoporose

ist ein densitometrisch ermittelter T-Wert von mindestens -1 an der Wirbelsäule oder am

Schenkelhals.

Eine signifikante Reduktion der Inzidenz vertebraler Frakturen bei der Behandlung der Osteoporose

mit Conbriza konnte gezeigt werden. Eine Reduktion nicht-vertebraler Frakturen ist nicht belegt.

Wenn bei einer postmenopausalen Frau die Entscheidung zwischen Conbriza und anderen

Therapiemöglichkeiten wie z.B. einer Hormonersatztherapie getroffen werden soll, sind

klimakterische Beschwerden, Auswirkungen auf das Brust- und Uterusgewebe sowie

kardiovaskuläre Nutzen und Risiken zu berücksichtigen.

Dosierung/Anwendung

Die empfohlene Dosis von Conbriza beträgt einmal täglich eine Tablette, zu einer beliebigen

Tageszeit, unabhängig von den Mahlzeiten (siehe «Pharmakokinetik»).

Dosierungen höher als 20 mg werden nicht empfohlen, da es keine nachweislich erhöhte

Wirksamkeit gibt und höhere Dosen mit zusätzlichen Risiken verbunden sein könnten (siehe Kapitel

«Eigenschaften/Wirkungen, Klinische Wirksamkeit»).

Die Nahrungszufuhr sollte durch zusätzliches Calcium und/oder Vitamin D ergänzt werden, wenn

ungenügende Tagesmengen aufgenommen werden.

Spezielle Patientengruppen

Niereninsuffizienz

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Bazedoxifen wurde bei Patienten mit schwerer

Niereninsuffizienz nicht ausreichend untersucht. Die Behandlung solcher Patientinnen sollte daher

mit Vorsicht erfolgen. Bei leicht- bis mässiggradiger Niereninsuffizienz ist keine Dosisanpassung

erforderlich (siehe «Pharmakokinetik»).

Leberfunktionsstörungen

Bei Leberinsuffizienz kommt es zu einer Erhöhung der Bazedoxifen-Exposition bis auf das 4-Fache;

die Anwendung des Arzneimittels wird daher bei dieser Population nicht empfohlen (siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen» und «Pharmakokinetik»).

Ältere Patientinnen

Es ist keine Dosisanpassung entsprechend des Alters erforderlich (siehe «Pharmakokinetik»).

Pädiatrische Patienten

Conbriza ist für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen nicht indiziert.

Kontraindikationen

·Bestehende oder in der Vorgeschichte aufgetretene venöse thromboembolische Ereignisse (wie z.B.

tiefe Venenthrombose, Lungenembolie, Retinavenenthrombose).

·Frauen, bei welchen der postmenopausale Status nicht gesichert ist (siehe

«Schwangerschaft/Stillzeit» und «Präklinische Daten»).

·Stillzeit.

·Klinische Zeichen eines Endometriumkarzinoms; die Sicherheit in dieser Patientengruppe wurde

bisher nicht ausreichend untersucht.

·Ungeklärte Uterusblutungen.

·Bekannte Überempfindlichkeit gegenüber Bazedoxifen oder einem der Hilfsstoffe in der Tablette.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die Einnahme von Bazedoxifen ist mit einem erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse

(tiefe Venenthrombose, Lungenembolie und Netzhautvenenthrombose) verbunden. In der

Osteoporose-Behandlungsstudie an n=7492 Patientinnen (mittleres Alter = 66 Jahre) war das relative

Risiko im ersten Behandlungsjahr mit 2.69 am höchsten und nahm während der 3-jährigen und der 5-

jährigen Studiendauer auf 1.63 respektive 1.5 ab (siehe Kapitel «Eigenschaften/Wirkungen»).

Andere venöse thromboembolische Ereignisse können ebenfalls auftreten. Die Anwendung von

Conbriza wird daher bei Frauen mit Vorliegen zusätzlicher weiterer Risikofaktoren für venöse

thromboembolische Ereignisse nicht empfohlen. Zu diesen Risikofaktoren gehören insbesondere

fortgeschrittenes Alter, Adipositas (BMI >30 kg/m2), positive Eigen- oder Familienanamnese für

thromboembolische Ereignisse, maligne Erkrankungen, systemischer Lupus erythematodes,

längerfristige Immobilisierung, grössere operative Eingriffe, chirurgische Eingriffe an den Beinen

und schwere Traumen.

Da eine Immobilisierung das Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse therapieunabhängig

steigert, sollte Conbriza vor und während einer längeren Immobilisierung (z.B. postoperative

Genesung, längere Bettruhe) abgesetzt und die Behandlung erst wieder aufgenommen werden, wenn

die Patientin voll mobilisiert ist. Ausserdem ist Frauen, die Conbriza einnehmen, zu raten, sich

während längerer Reisen regelmässig zu bewegen.

Bazedoxifen hat sich im Tierversuch als potentiell fetotoxisch gezeigt. Conbriza sollte daher bei

prämenopausalen Frauen nicht angewendet werden (siehe auch «Schwangerschaft/Stillzeit» und

«Präklinische Daten»).

Hinweise für eine Endometriumhyperplasie fanden sich bisher nicht. Jede uterine Blutung unter

Bazedoxifen ist daher unerwartet und muss vollständig abgeklärt werden.

Bei Frauen mit Triglyceridspiegeln >300 mg/dl wurde Conbriza nicht untersucht. Es könnte zum

Anstieg der Triglyceridkonzentrationen im Serum führen; daher ist Vorsicht geboten bei Patientinnen

mit bekannter Hypertriglyceridämie (siehe «Eigenschaften/Wirkungen»).

Die Sicherheit einer Bazedoxifen-Therapie bei Frauen mit Mammakarzinom wurde nicht untersucht.

Daten über die gleichzeitige Anwendung von Conbriza und Substanzen, welche zur Therapie (auch

adjuvant) des Mammakarzinoms eingesetzt werden, liegen nicht vor. Conbriza wird daher für die

Behandlung bei Patientinnen mit Mammakarzinom nicht empfohlen.

Patienten mit Leberfunktionsstörungen zeigten durchschnittlich einen 4.3-fachen Anstieg der AUC

im Vergleich zu den Kontrollen. Eine Anwendung wird in dieser Population nicht empfohlen (siehe

«Dosierung/Anwendung» und «Pharmakokinetik»).

Bazedoxifen wurde bei Patienten mit Niereninsuffizienz nicht ausreichend untersucht. Die

Behandlung von Frauen mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte daher unter besonderer Vorsicht

erfolgen.

Patientinnen mit seltenen hereditären Störungen wie Galactoseintoleranz, Lapp-Lactase-Mangel oder

Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Medikament nicht einnehmen.

Conbriza ist nicht angezeigt zur Behandlung bei Männern.

Interaktionen

Bazedoxifen wird durch die Uridindiphosphat-Glucuronosyltransferase-Enzyme (UGT) im

Intestinaltrakt und in der Leber metabolisiert (siehe «Pharmakokinetik»). Die Metabolisierung von

Bazedoxifen kann beschleunigt werden durch die gleichzeitige Verabreichung von Substanzen, die

bekanntermassen UGTs induzieren, wie Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin oder Rifampicin.

Dies kann zu verminderten Bazedoxifen-Spiegeln und damit möglicherweise zu einer reduzierten

Wirksamkeit führen.

Bazedoxifen wird kaum über das Cytochrom-(CYP)-P450-System metabolisiert und führt weder zu

einer Induktion noch zu einer relevanten Hemmung der Aktivität der wichtigsten CYP-Isoenzyme.

In-vitro-Daten zeigen, dass es unwahrscheinlich ist, dass Bazedoxifen über den CYP-vermittelten

Metabolismus zu Interaktionen mit gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln führt. Entsprechende

Studien am Menschen (z.B. mit Midazolam) wurden jedoch nicht durchgeführt.

Die Pharmakokinetik von Bazedoxifen und Ibuprofen (600 mg Einzeldosis) wurde nicht signifikant

verändert, wenn diese Arzneimittel gleichzeitig eingenommen wurden.

Die gleichzeitige Verabreichung von Bazedoxifen (40 mg/Tag) und Atorvastatin (20 mg Einzeldosis)

an gesunde postmenopausale Frauen zeigte keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik von

Bazedoxifen. Die Spitzenkonzentration von Atorvastatin wurde um ca. 10% reduziert, während die

AUC keine relevanten Veränderungen aufwies.

Die Pharmakokinetik von Bazedoxifen wurde durch die gleichzeitige Einnahme von Azithromycin

nicht signifikant verändert.

Ein möglicher Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Bazedoxifen bei gleichzeitiger Anwendung

eines Breitspektrum-Antibiotikums mit potentiellem Einfluss auf die Darmflora wie Ampicillin oder

Ceftriaxon wurde nicht untersucht.

Die gleichzeitige Anwendung eines aluminium- oder magnesiumhaltigen Antacidums beeinträchtigte

die systemische Bioverfügbarkeit von Bazedoxifen nicht. Mögliche Interaktionen mit anderen

Substanzen, welche die Resorption verändern bzw. den enterohepatischen Kreislauf beeinflussen

könnten (z.B. Cholestyramin), wurden nicht untersucht.

Bazedoxifen wird stark an Plasmaproteine gebunden. In-vitro-Studien haben gezeigt, dass die

Proteinbindung von Warfarin, Diazepam oder Digoxin durch Bazedoxifen nicht verändert wurde.

Ebenso wurde die Proteinbindung von Bazedoxifen durch die genannten Arzneimittel nicht

beeinträchtigt. Arzneimittelinteraktionen zwischen Bazedoxifen und Warfarin, Diazepam oder

Digoxin aufgrund von Veränderungen der Proteinbindung sind daher unwahrscheinlich.

Schwangerschaft/Stillzeit

Conbriza ist kontraindiziert bei Frauen, die schwanger sind oder werden könnten (siehe

«Präklinische Daten»). Die Sicherheit bei schwangeren Frauen ist nicht untersucht. Präklinische

Studien bei Tieren zeigen, dass Bazedoxifen den Foetus schädigen kann. Wenn eine Patientin

während der Einnahme des Arzneimittels schwanger wird, sollte sie über die mögliche Gefahr für

den Foetus unterrichtet werden.

Es ist nicht bekannt, ob Bazedoxifen in die Muttermilch ausgeschieden wird. Bazedoxifen ist

während der Stillzeit kontraindiziert.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Studien zu den Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen wurden

nicht durchgeführt.

Es können visuelle Symptome wie Störungen der Sehschärfe oder Verschwommensehen auftreten.

Wenn solche Symptome auftreten, sollte die Patientin keine Fahrzeuge lenken oder Maschinen

bedienen, welche eine genaue visuelle Wahrnehmung erfordern, bis die Symptome verschwunden

sind oder Sicherheitsbedenken mittels medizinischer Abklärung ausgeräumt wurden.

Unerwünschte Wirkungen

Die Sicherheit von Conbriza wurde in zwei multizentrischen, doppelblinden, randomisierten,

placebo- und aktiv-kontrollierten Phase-3-Studien an insgesamt 9075 postmenopausalen Frauen

untersucht (davon 7492 in der dreijährigen Behandlungsstudie und 1583 Frauen in der zweijährigen

Präventionsstudie, siehe «Eigenschaften/Wirkungen»). Von diesen Studienteilnehmerinnen erhielten

2208 Frauen eine Dosis von 20 mg Bazedoxifen, 2191 Frauen 40 mg Bazedoxifen und 2195 Frauen

Placebo.

Die häufigsten unerwünschten Wirkungen in den doppelblinden, randomisierten Studien waren

Obstipation, Hitzewallungen und Muskelkrämpfe (Wadenkrämpfe).

In der Osteoporose-Behandlungsstudie brachen 14.5% der mit Bazedoxifen behandelten Frauen und

13.3% der mit Placebo behandelten Frauen, in der Präventionsstudie 17.1% der mit Bazedoxifen

behandelten Frauen und 15.5% der mit Placebo behandelten Frauen die Studie aufgrund eines

unerwünschten Ereignisses ab. Die häufigste unerwünschte Wirkung, die zum Behandlungsabbruch

führte, waren Hitzewallungen.

Nachfolgend sind die unerwünschten Wirkungen nach Organsystem und Häufigkeit aufgeführt,

welche in den klinischen Studien und während der Marktüberwachung beobachtet wurden. Die

Häufigkeiten sind dabei wie folgt definiert: sehr häufig (≥1/10), häufig (<1/10, ≥1/100), gelegentlich

(<1/100, ≥1/1000), selten (<1/1000, ≥1/10'000), sehr selten (<1/10'000), nicht bekannt (basierend

überwiegend auf Spontanmeldungen aus der Marktüberwachung, genaue Häufigkeit kann nicht

abgeschätzt werden). Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie werden die unerwünschten Wirkungen

nach abnehmender Häufigkeit angegeben.

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig: Überempfindlichkeit.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Häufig: Erhöhung der Triglyceride im Serum.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig: Schläfrigkeit.

Augenerkrankungen

Gelegentlich: Netzhautvenenthrombose (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Nicht bekannt: verschiedene visuelle Störungen (s. unten: «Daten nach Markteinführung»).

Gefässerkrankungen

Sehr häufig: Hitzewallungen (14%).

Gelegentlich: venöse thromboembolische Ereignisse (z.B. tiefe Venenthrombose, oberflächliche

Thrombophlebitis, Lungenembolie).

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Sehr häufig: Obstipation (17%).

Häufig: trockener Mund, Übelkeit.

Affektionen der Leber und Gallenblase

Häufig: Transaminasenerhöhung.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Häufig: Hautausschlag, Pruritus, Urtikaria.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Sehr häufig: Muskelkrämpfe (Wadenkrämpfe) (11%).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: trockene Vagina.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: periphere Ödeme (12%).

Daten nach Markteinführung

Nach der Markteinführung wurde ausserdem über folgende unerwünschte Wirkungen an den Augen

berichtet: Augentrockenheit, Lidödeme, Schwellung der Augen, Augenschmerz, Blepharospasmus,

Verschwommensehen, Photopsie, reduzierte Sehschärfe, Gesichtsfeldausfall und andere

Sehstörungen. Die Ursache dieser Ereignisse ist unklar. Wenn Symptome an den Augen auftreten,

sollte der Patientin geraten werden, medizinischen Rat einzuholen.

Überdosierung

Es existiert kein spezifisches Antidot. Die Behandlung sollte symptomatisch erfolgen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: G03XC02

Wirkungsmechanismus

Bazedoxifen gehört zur Klasse der selektiven Estrogenrezeptormodulatoren (SERM). Es wirkt am

Estrogenrezeptor – abhängig vom Zell- und Gewebetyp und von den Zielgenen – entweder primär

als Agonist (auf den Knochen- sowie teilweise den Lipidstoffwechsel) oder als Antagonist (auf

Mamma- und Uterusgewebe).

Klinische Wirksamkeit

Bazedoxifen reduziert bei postmenopausalen Frauen die Inzidenz vertebraler Frakturen und führt zu

einem Erhalt bzw. einer Zunahme der Knochendichte.

Die Wirksamkeit von Conbriza wurde in zwei multizentrischen, doppelblinden, randomisierten,

placebo- und aktiv-kontrollierten Phase-3-Studien nachgewiesen: einer dreijährigen Osteoporose-

Behandlungsstudie und einer zweijährigen Osteoporose-Präventionsstudie.

Behandlung der Osteoporose

In der 3-Jahresstudie zur Behandlung der Osteoporose wurden 7'492 postmenopausale Frauen mit

Osteoporose ohne Wirbelfrakturen oder Osteoporose mit mind. einer leichten asymptomatischen

Wirbelfraktur (BMD T-Score ≥- 4.0) im Alter von 50 bis 85 Jahren (Durchschnittsalter 66 Jahre)

untersucht. Die Menopause lag bei diesen Frauen 0.6 bis 63.1 Jahre zurück (im Durchschnitt 19.5

Jahre). Für Frauen ohne Wirbelfrakturen lag die Knochendichte (bone mineral density = BMD T-

Score) im Bereich der LWS und des Schenkelhalses zu Studienbeginn bei -2.5 und -4.0

(durchschnittlich -2.4 und -1.7). Die Patientinnen erhielten entweder Bazedoxifen (20 oder

40 mg/Tag), Raloxifen (60 mg/Tag) oder Placebo.

Die 3-Jahresstudie wurde zweimal um zwei 2-jährige, doppelblinde, placebo-kontrollierte

Extensionsstudien bis zu einer totalen Behandlungsdauer von 7 Jahren verlängert. Insgesamt 3'146

Frauen aus der 3-Jahresstudie wurden für 2 weitere Jahre in der ersten Extensionsstudie mit

Bazedoxifen 20 mg, Bazedoxifen 40/20 mg respektive Placebo behandelt. In der Gruppe mit 40 mg

Bazedoxifen wurde die Dosis nach 4 Jahren auf 20 mg reduziert. Insgesamt 1'732 Frauen wurden in

die zweite 2-jährige Verlängerungsstudie eingeschlossen (Bazedoxifen 20 mg: n=560, Bazedoxifen

40/20 mg: n=582, Placebo: n=590). Die Raloxifen Gruppe wurde nach den ersten 3 Jahren nicht

weitergeführt.

Eine dreijährige Behandlung mit Conbriza reduzierte die Inzidenz vertebraler Frakturen bei

Patientinnen mit vorbestehender Osteoporose um 42% (RRR (relative Risikoreduktion) = 0.42, 95%

CI 0.11, 0.62) bzw. bei Patientinnen mit Osteoporose und mindestens einer vorbestehenden Fraktur

um 45% (RRR = 0.45, 95% CI 0.06, 0.68).

Auch bei Frauen ohne Wirbelfraktur zu Studienbeginn war unter Bazedoxifen 20 mg (n=757) der

Anteil an Patientinnen mit neu diagnostizierten Wirbelfrakturen mit 1.98% niedriger als unter

Placebo (n=760) mit 3.13%, entsprechend einer Risikoreduktion um 35% (statistisch nicht

signifikant).

Nach 5-jähriger Behandlungsdauer war die Häufigkeit von neuen Wirbelfrakturen unter 20 mg

Bazedoxifen weiterhin niedriger mit 4.49% im Vergleich zu Placebo mit 6.82%, was einer relativen

Risikoreduktion von 35% entspricht (p=0.014).

Nach 7-jähriger Behandlungsdauer war die Häufigkeit von neuen Wirbelfrakturen unter 20 mg

Bazedoxifen weiterhin niedriger mit 7.64% im Vergleich zu Placebo mit 9.9%, entsprechend einer

relativen Risikoreduktion von 30% (p=0.022).

Für die Inzidenz sonstiger osteoporosebedingter Frakturen fanden sich keine relevanten Unterschiede

zwischen 20 mg Bazedoxifen (5.68%) und Placebo (6.26%). In einer Post-hoc-Analyse war in einer

Untergruppe der Studienteilnehmerinnen (n=1772) mit höherem Risiko für osteoporosebedingte

nicht-vertebrale Frakturen [Schenkelhals T-Score ≤-3 oder mindestens 1 mittelschwere oder

mehrfache Wirbelfraktur] die Inzidenz nicht-vertebraler Frakturen unter 20 mg Bazedoxifen (4.89%)

signifikant niedriger (p=0.020) als unter Placebo (9.06%); die relative Risikoreduktion betrug 50%.

Auch in den Extensionsstudien war in der Hochrisikogruppe die Inzidenz nicht-vertebraler Frakturen

unter 20 mg Bazedoxifen niedriger als unter Placebo. Nach 5 Jahren betrug die Risikoreduktion noch

37%. Nach 7 Jahren war der Unterschied zwischen Bazedoxifen und Placebo jedoch nicht mehr

signifikant (Inzidenz unter 20 mg Bazedoxifen 12.84%, unter Placebo 13.99%).

Die Zunahme der Knochenmineraldichte (BMD) der Lendenwirbelsäule war unter 20 mg

Bazedoxifen (1.02%) nach 6 Monaten signifikant gegenüber Placebo und blieb über 3 Jahre erhalten

(1.32%). Die Wirkung von Bazedoxifen auf die BMD in anderen Bereichen des Skeletts

(Schenkelhals, Trochanter, Hüfte) war vergleichbar mit jener von Placebo. Die Zunahme der BMD

war in den vier Regionen des Skeletts während der 5-jährigen Behandlungsdauer statistisch

signifikant stärker als unter Placebo. Nach 7-jähriger Behandlungsdauer mit 20 mg Bazedoxifen

blieb die Zunahme der BMD an Schenkelhals, Trochanter und Hüfte gegenüber Placebo statistisch

signifikant. Die Zunahme der BMD der Lendenwirbelsäule gegenüber dem Ausgangswert war unter

20 mg Bazedoxifen im Vergleich zu Placebo statistisch nicht signifikant.

Prävention einer Osteoporose

In der Osteoporose-Präventionsstudie (n=1583, mittleres Alter: 58 Jahre; mittlere Zeit von ca. 11

Jahren seit der Menopause) wurde die Wirkung von Bazedoxifen (10, 20 oder 40 mg/Tag), Raloxifen

(60 mg/Tag) und Placebo auf die Knochendichte (BMD) verglichen. Alle Studienteilnehmerinnen

erhielten täglich eine zusätzliche Calciumgabe (bis zu 1200 mg/Tag, meist 600 mg/Tag, z.B.

Caltrate®).

Die in diese Studie aufgenommenen Teilnehmerinnen wiesen einen BMD T-Score an

Lendenwirbelsäule oder Schenkelhals von mindestens -2.5 auf. Der mediane T-Score lag in

Abhängigkeit vom Skelettbereich zwischen -0.6 und -1.4.

Die Knochendichte (BMD) blieb in dieser Studie unter 20 mg Bazedoxifen erhalten, während unter

Placebo ein signifikanter Verlust an BMD beobachtet wurde. In dieser Studie war die Zunahme der

Knochenmineraldichte der Lendenwirbelsäule unter 20 mg Bazedoxifen (1.14%) im Vergleich zu

Placebo nach 6 Monaten statistisch signifikant und blieb über 2 Jahre erhalten (1.41%). Die Wirkung

von Bazedoxifen auf die BMD in anderen Bereichen des Skeletts war vergleichbar jener von

Placebo.

Bewertung der Knochenhistomorphometrie

In einer Subgruppe der Osteoporose-Behandlungsstudie (n=121, mittleres Alter: 65 Jahre) wurden

nach etwa 2-3 Behandlungsjahren nach Verabreichung eines Fluoreszenzfarbstoffes

Knochenbiopsien aus der Crista iliaca entnommen. In keiner der Behandlungsgruppen ergab die

Biopsie Hinweise auf Osteomalazie, peritrabekuläre oder Myelofibrose, Zelltoxizität oder

Geflechtknochen. Die histomorphometrische Untersuchung ergab eine normale Mineralisierung,

nachgewiesen durch eine normale Osteoiddicke, normale Mineralisierungsverzögerung und

Mineraleinlagerung.

Marker des Knochenumsatzes

In beiden Studien führte die Therapie mit 20 mg Bazedoxifen zu einer signifikanten Reduktion der

Serummarker für die Knochenresorption (C-Telopeptid) und den Knochenaufbau (Osteocalcin) im

Vergleich zu Placebo als Hinweis auf einen reduzierten Knochenumsatz.

Klinische Sicherheit

Einfluss auf das kardiovaskuläre System und den Lipidstoffwechsel

Risiko venöser thromboembolischer Ereignisse

In der Osteoporose-Behandlungsstudie wiesen die mit Bazedoxifen behandelten Patientinnen ein

erhöhtes Risiko für venöse thromboembolische Ereignisse (tiefe Venenthrombose, Lungenembolie

und Retinavenenthrombose) auf (siehe Kapitel «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»). Die

höchste Rate thromboembolischer Ereignisse pro 1'000 Frauenjahre des Follow-up wurde während

des ersten Behandlungsjahres beobachtet: 4.64 in der 20 mg Bazedoxifen-Gruppe und 1.73 in der

Placebo-Gruppe (relatives Risiko 2.69). Nach 3 Jahren betrug die Rate pro 1'000 Frauenjahre 2.86 in

der 20 mg Bazedoxifen-Gruppe und 1.76 in der Placebo-Gruppe (relatives Risiko 1.63), nach 5

Jahren 2.34 in der 20 mg Bazedoxifen-Gruppe und 1.56 in der Placebo-Gruppe (relatives Risiko

1.50) und nach 7 Jahren 2.06 in der 20 mg Bazedoxifen-Gruppe und 1.36 in der Placebo-Gruppe

(relatives Risiko 1.51).

Einfluss auf den Lipidstoffwechsel

In beiden Studien zeigte sich unter 20 mg Bazedoxifen eine signifikante Reduktion der Serumwerte

für Gesamtcholesterin und LDL-Cholesterin sowie ein signifikanter Anstieg des HDL-

Cholesterinspiegels im Vergleich zu Placebo. Nach 3 Jahren betrug die mediane prozentuale

Veränderung der Gesamt-, LDL- und HDL-Cholesterinspiegel bei 20 mg Bazedoxifen seit

Studienbeginn jeweils -3.75%, -5.36% bzw. +5.10%. Die klinische Relevanz dieser Veränderungen

ist nicht bekannt. Die Veränderungen der Triglyceride entsprachen jenen unter Placebo. Dieses

Lipidprofil blieb während der 7-jährigen Behandlungsdauer erhalten.

Cerebrovaskuläre Effekte

In der Osteoporose-Behandlungs-Studie wurde auch die Inzidenz von transienten ischämischen

Attacken (TIA's) und ischämischen Schlaganfällen untersucht. Am Ende der insgesamt 7jährigen

Behandlungsdauer fand sich für ischämische Schlaganfälle kein Unterschied zwischen 20 mg

Bazedoxifen und Placebo (Inzidenzrate jeweils 1.78 Fälle pro 1000 Frauenjahre). TIA's waren

hingegen unter 20 mg Bazedoxifen mit einer Inzidenzrate von 0.96 pro 1000 Frauenjahre häufiger als

unter Placebo (0.55 pro 1000 Frauenjahre). Während der ersten drei Behandlungsjahre, in welchen

zusätzlich auch eine Dosis von 40 mg Bazedoxifen untersucht wurde, war die Inzidenz sowohl von

TIA's als auch von manifesten ischämischen Schlaganfällen unter 40 mg jeweils höher als unter

20 mg oder unter Placebo.

Einfluss auf das Endometrium

In beiden Studien zeigte die bei einer Subgruppe der Patientinnen durchgeführte transvaginale

Sonographie (TVU) in allen Behandlungsgruppen nach 2 Jahren bzw. 3 Jahren minimale

Veränderungen der Endometriumsdicke ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen.

Nach 3 Jahren gab es bei den mit 20 mg Bazedoxifen behandelten Patientinnen keine Fälle eines

Endometriumkarzinoms und 1 Fall (0.1%) einer Endometriumhyperplasie. In der Placebogruppe gab

es 3 Fälle (0.2%) eines Endometriumkarzinoms und 1 Fall (0.1%) einer Endometriumhyperplasie.

Bei 10 Patientinnen unter 20 mg Bazedoxifen und 11 Patientinnen unter Placebo wurden bis zum 36.

Monat Endometriumpolypen diagnostiziert.

Auch nach 5 und 7 Jahren fanden sich keine signifikanten Veränderungen der Endometriumsdicke

unter 20 mg Bazedoxifen im Vergleich zu Placebo. Nach 7jähriger Behandlungsdauer fanden sich

unter 20 mg Bazedoxifen nach wie vor keine Endometriumkarzinome, während unter Placebo

insgesamt 7 Fälle beobachtet wurden. Der Unterschied zwischen Bazedoxifen und Placebo nach 7

Jahren war statistisch signifikant (p<0.008).

Effekte auf die Mamma

In beiden Studien war die Inzidenz unerwünschter Ereignisse an der Brust (Empfindlichkeit der

Brust, Schmerzen, gutartige Brusttumoren, Mammakarzinom) nach 2 bzw. 3 Jahren in der

Bazedoxifengruppe ähnlich jener in der Placebogruppe. In der Osteoporose-Behandlungsstudie

wurden nach 7jähriger Behandlung unter 20 mg Bazedoxifen 13 Fälle eines Mammakarzinoms

beobachtet (entsprechend einer Inzidenzrate von 1.78 pro 1000 Frauenjahre), unter Placebo 11 Fälle

(1.50 pro 1000 Frauenjahre).

In einer Substudie wurde an n=444 postmenopausalen Frauen (mittleres Alter 59 Jahre) nach

zweijähriger Therapie die mammographische Brustdichte untersucht. Unter 20 mg Bazedoxifen fand

sich eine gegenüber dem Ausgangswert signifikant reduzierte Brustdichte (durchschnittlich -1.45

Prozentpunkte), während unter Placebo keine relevanten Veränderungen registriert wurden (-0.15

Prozentpunkte).

Einfluss auf die Ovarien

In der Osteoporose-Behandlungsstudie fanden sich nach 7jähriger Behandlungsdauer unter 20 mg

Bazedoxifen insgesamt 5 Fälle eines Ovarialkarzinoms, entsprechend einer Inzidenzrate von 0.69 pro

1000 Frauenjahre. Unter Placebo fanden sich keine Fälle.

Einfluss auf die Schilddrüse

In der Osteoporose-Behandlungsstudie fanden sich nach 7jähriger Behandlungsdauer unter 20 mg

Bazedoxifen insgesamt 5 Fälle eines Schildrüsenkarzinoms, entsprechend einer Inzidenzrate von

0.69 pro 1000 Frauenjahre. Unter Placebo fand sich 1 solcher Fall (entsprechend 0.14 pro 1000

Frauenjahre).

Pharmakokinetik

Absorption

Bazedoxifen wird nach oraler Gabe schnell resorbiert mit einer tmax von ca. 2 h. Die absolute

Bioverfügbarkeit beträgt etwa 6%. Die Cmax liegt nach Applikation von 20 mg bei 6.2 (± 2.2)

ng/ml.

Der Steady State wird bei einmal täglicher Einnahme bis zur zweiten Woche erreicht.

Es fand sich keine klinisch relevante Beeinflussung der pharmakokinetischen Parameter bei

gleichzeitiger Verabreichung einer fettreichen Mahlzeit.

Distribution

Nach i.v. Verabreichung einer 3 mg-Dosis Bazedoxifen beträgt das Verteilungsvolumen 14.7 ±

3.9 l/kg. Bazedoxifen wird in vitro stark an Plasmaproteine gebunden (98%-99%).

Metabolismus

Wichtigster Stoffwechselweg für Bazedoxifen ist die Glukuronidierung, wobei Bazedoxifen-5-

Glukuronid den wichtigsten Metaboliten darstellt. Der Anteil von unverändertem Bazedoxifen an der

Gesamtkonzentration von Muttersubstanz und Glucuronid-Metaboliten im Plasma beträgt nur etwa

10%. Es zeigte sich nur eine geringe durch das Cytochrom-P450 vermittelte Metabolisierung.

Elimination

Der wichtigste Eliminationsweg von Bazedoxifen sind die Faezes; weniger als 1% der Dosis werden

über den Urin eliminiert. Bazedoxifen unterliegt einem enterohepatischen Kreislauf. Die terminale

Halbwertszeit nach Applikation einer Dosis von 20 mg beträgt ca. 28 h. Die scheinbare orale

Clearance von Bazedoxifen liegt bei ca. 4-5 l/h/kg.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patientinnen

Die Pharmakokinetik einer Einzeldosis von 20 mg Bazedoxifen wurde in einer Studie an 26

gesunden postmenopausalen Frauen untersucht. Durchschnittlich und im Vergleich zu Frauen

zwischen 51 und 64 Jahren (n=8) wiesen Frauen zwischen 65 und 74 Jahren (n=8) einen 1.5-fachen

Anstieg der AUC auf, und bei Frauen >75 Jahre (n=8) zeigte sich eine 2.3-fache Zunahme der AUC.

Pädiatrische Patienten

Die Pharmakokinetik von Bazedoxifen wurde bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht.

Leberinsuffizienz

In einer pharmakokinetischen Studie wurden die Plasmakonzentrationen nach einer Einzeldosis von

20 mg Bazedoxifen bei Patientinnen mit Leberfunktionsstörungen (Child-Pugh-Klasse A (n=6), B

(n=6), und C (n=6)) und postmenopausalen Probandinnen mit normaler Leberfunktion (n=18)

verglichen. Patientinnen mit Leberfunktionsstörungen zeigten im Durchschnitt einen 4.3-fachen

Anstieg der AUC im Vergleich zu den Kontrollen.

Niereninsuffizienz

Es liegen keine ausreichenden Daten vor, um den Einfluss einer eingeschränkten Nierenfunktion auf

die Pharmakokinetik von Bazedoxifen zu beurteilen. Da Bazedoxifen jedoch nur in

vernachlässigbarem Umfang über den Urin eliminiert wird, ist nicht von einer relevanten

Beeinflussung auszugehen.

Ethnische Gruppen

Es wurden keine pharmakokinetischen Unterschiede hinsichtlich ethnischer Gruppen festgestellt.

Präklinische Daten

In vitro hemmte Bazedoxifen den hERG Kanal in HEK-293 Zellen mit einer IC50 von 1.2 µM. In

Purkinje-Fasern von Kaninchen wurden keine Effekte festgestellt. In vivo konnten in Cynomolgus

Affen bei 9-fach höheren Cmax Plasmaspiegeln als im Menschen keine Effekte auf die QT-Zeit

gemessen werden. Die Relevanz der hERG Daten für den Menschen ist zum heutigen Zeitpunkt nicht

bekannt.

Bei einer Standard-Batterie von Mutagenesetests erwies sich Bazedoxifen nicht als genotoxisch.

In sechsmonatigen Kanzerogenitätsstudien an transgenen Mäusen wurde eine erhöhte Inzidenz von

gutartigen Granulosazelltumoren bei weiblichen Mäusen festgestellt, die eine Dosierung von 150

oder 500 mg/kg/Tag erhielten. Die systemische Exposition (AUC) gegenüber Bazedoxifen war in

diesen Gruppen 35 und 69 mal höher als die therapeutischen Konzentrationen bei postmenopausalen

Frauen.

In einer zweijährigen Kanzerogenitätsstudie an Ratten wurde bei Nahrungskonzentrationen von 0.03

und 0.1% eine erhöhte Inzidenz von gutartigen Granulosazelltumoren bei weiblichen Ratten

festgestellt. Die systemische Exposition (AUC) gegenüber Bazedoxifen war in diesen Gruppen 2.6

und 6.6 mal höher als bei postmenopausalen Frauen, die 14 Tage lang 20 mg/Tag erhielten.

Die Beobachtung von gutartigen Granulosazelltumoren bei weiblichen Mäusen und Ratten, die

Bazedoxifen erhielten, ist ein Klasseneffekt der SERM bedingt durch ihre Pharmakologie bei

Nagetieren, wenn diese während ihrer reproduktiven Phase behandelt werden, wenn ihre Ovarien

funktionieren und auf Hormonstimulation reagieren.

Zu Fertilitätsuntersuchungen an Rattenweibchen wurden Tagesdosierungen von 0.3 bis 30 mg/kg

(0.01 bis 12.2 mal die Humandosis basierend auf Körperoberfläche, mg/m2) vor und während der

Paarung mit unbehandelten Männchen verabreicht. In allen mit Bazedoxifen behandelten

Weibchengruppen zeigten sich unerwünschte Wirkungen auf den Östruszyklus und die

Fruchtbarkeit.

In einer zweijährigen Kanzerogenitätsstudie an Ratten führte die orale Verabreichung 0.003 bis 0.1%

Bazedoxifen im Futter zu kortikomedullärer Mineralisierung und chronisch progressiven

Nephropathien bei den männlichen Testtieren (dies entspricht ungefähr 0.05 bis 4 mal der klinischen

Exposition im Menschen bei einer Dosis von 20 mg). Diese chronische Nierenschädigung bedingt

vermutlich die beobachteten renalen Neoplasien (Adenome und Karzinome). Es handelt sich hier

höchstwahrscheinlich um spezies- und geschlechtsspezifische Befunde.

In einer 18-monatigen Studie zur Wirksamkeit am Knochen bei ovarektomierten Cynomolgus Affen

(Alter 14-15 Jahre) wurden nach oraler Gabe von bis zu 25 mg/kg Bazedoxifen Nierenzellkarzinome

beobachtet (Inzidenz 2.4%). Dies entspricht ungefähr 16 mal der klinischen Exposition im Menschen

bei einer Dosis von 20 mg. Aufgrund des Alters der Tiere, der kurzen Verabreichungsdauer und der

fehlenden Dosisabhängigkeit handelt es sich hier höchstwahrscheinlich um spontane und nicht

behandlungsbedingte Effekte.

In Studien an Kaninchen wurden Fehlgeburten und eine erhöhte Inzidenz von Anomalien des Herz-

(Ventrikelseptumdefekt) und Skelettsystems (Ossifikationsverzögerungen, missgebildete oder falsch

ausgerichtete Knochen, primär Wirbelsäule und Schädel betreffend) in den Foeten festgestellt in

maternaltoxischen Dosen ≥0.5 mg/kg/Tag (0.4 mal die Humandosis basierend auf Körperoberfläche).

Die Behandlung von Ratten in maternaltoxischen Bereichen Dosen ≥1 mg/kg/Tag (≥0.4fache der

Humandosis basierend auf Körperoberfläche) führte zu einer reduzierten Anzahl lebender Foeten

und/oder zur Reduktion des foetalen Körpergewichts. Es wurden keine Anomalien in der

Foetusentwicklung beobachtet.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf der Packung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C lagern. Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Zulassungsnummer

58732 (Swissmedic).

Packungen

20 mg: Packungen zu 28 und 84 Filmtabletten [B]

Zulassungsinhaberin

Pfizer AG, Zürich.

Stand der Information

Juni 2015.

LLD V010

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