Clomipramin HCl medicamentum Ampullen

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

17-02-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

17-02-2020

Wirkstoff:
CLOMIPRAMIN HYDROCHLORID
Verfügbar ab:
medicamentum pharma GmbH
ATC-Code:
N06AA04
INN (Internationale Bezeichnung):
CLOMIPRAMINE HYDROCHLORIDE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
14191-P1
Berechtigungsdatum:
2018-07-19

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Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen

Wirkstoff: Clomipramin-Hydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Clomipramin HCl medicamentum und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum beachten?

Wie ist Clomipramin HCl medicamentum anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Clomipramin HCl medicamentum aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Clomipramin HCl medicamentum und wofür wird es angewendet?

Clomipramin HCl medicamentum ist ein trizyklisches Antidepressivum (= Mittel gegen krankhaft

traurige bzw. traurig-ängstliche Verstimmung), welches als Wirkstoff Clomipramin-Hydrochlorid

enthält. Clomipramin HCl medicamentum entfaltet seine Wirkung gewöhnlich erst 2 bis 3 Wochen

nach Behandlungsbeginn. Der depressionslösende Effekt von Clomipramin-Hydrochlorid besteht in

einer Aufhellung der Stimmung, in einer Besserung des Antriebs und der Angstzustände sowie

anderen Begleiterscheinungen einer Depression. Clomipramin-Hydrochlorid besitzt neben seiner

antidepressiven Wirkung auch eine Wirkung bei Zwangsstörungen.

Clomipramin HCl medicamentum wird bei Erwachsenen angewendet zur Behandlung von

Depressionen verschiedener Ursache

Zwangsstörungen

Phobien

Kataplexie (anfallsartiger, kurzfristiger Spannungsverlust der Kopf- oder Körpermuskulatur)

bei Narkolepsie (Erkrankung mit zwanghaften Schlafanfällen am Tag)

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum beachten?

Clomipramin HCl medicamentum darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Clomipramin-Hydrochlorid, andere trizyklische Antidepressiva oder

einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind

wenn Sie gleichzeitig Monoaminooxidase (MAO)-Hemmer (Arzneimittel gegen Depressionen)

einnehmen oder MAO-Hemmer während der letzten drei Wochen eingenommen haben.

Zwischen dem Behandlungsbeginn einer Therapie mit Clomipramin HCl medicamentum und

dem Absetzen der Therapie mit einem MAO-Hemmer sollen mindestens drei Wochen

vergehen.

wenn Sie erst kürzlich einen Herzinfarkt erlitten haben

wenn Sie an Herzrhythmusstörungen leiden

wenn Sie eine Verlängerung des QTc-Intervalls (Verlängerung der Herztätigkeit, dargestellt

im EKG) haben

wenn Sie ein Engwinkelglaukom (grüner Star) haben

wenn Sie an akutem Harnverhalten leiden

wenn Sie eine schwere Lebererkrankung haben.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Clomipramin HCl medicamentum bei Ihnen angewendet

wird.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum ist erforderlich:

Die Anwendung des Arzneimittels darf grundsätzlich nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Gedanken, sich das Leben zu nehmen (Suizidgedanken) und Verschlechterung der Depression oder

Angststörung

Wenn Sie an Depressionen und/oder an Angststörungen leiden, kann es manchmal zu Gedanken, sich

das Leben zu nehmen oder sich selbst zu verletzen, kommen. Dies kann verstärkt auftreten, wenn Sie

mit einer Antidepressiva - Therapie beginnen, da diese Arzneimittel erst nach einer gewissen Zeit

wirken. Normalerweise wird die Wirkung der Therapie erst nach zwei Wochen bemerkbar, manchmal

dauert dies jedoch länger.

Möglicherweise können Sie verstärkt diese Gedanken entwickeln,

wenn Sie schon einmal daran gedacht haben sich das Leben zu nehmen oder sich selbst zu

verletzen.

wenn Sie ein junger Erwachsener sind. Informationen von klinischen Studien haben ein

erhöhtes Risiko von suizidalem Verhalten bei Patienten mit psychiatrischen Erkrankungen,

die jünger als 25 Jahre alt sind und eine Therapie mit Antidepressiva erhalten, gezeigt.

Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt an Selbstverletzung oder Suizid denken, kontaktieren Sie

unverzüglich einen Arzt oder suchen Sie das nächste Krankenhaus auf.

Es könnte für Sie hilfreich sein einem Angehörigen oder engen Freund zu erzählen, dass Sie

depressiv sind oder eine Angststörung haben. Bitten Sie diese Vertrauensperson diese

Gebrauchsinformation zu lesen. Sie könnten diese Person auch ersuchen, Ihnen mittzuteilen, ob sie

denkt, dass sich ihre Depression oder Angststörung verschlechtert hat, oder ob sie über Änderungen

in Ihrem Verhalten besorgt ist.

Familienangehörige und Pflegepersonen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die gegen

psychiatrische und nicht-psychiatrische Erkrankungen mit Antidepressiva behandelt werden, müssen

darauf achten, dass diese Patienten einer besonderen Aufmerksamkeit und Zuwendung als Hilfe

bedürfen, da eine gewisse Suizidgefahr besteht.

Teilen Sie Ihrem Arzt bitte mit, ob Sie an einer Herzkrankheit, erhöhter Krampfbereitschaft

(Epilepsie), Störungen beim Wasserlassen aufgrund einer Abflussbehinderung (z.B. Prostataleiden),

einem grünen Star, Überfunktion der Schilddrüse, Nebennierenmarktumor, Nieren- oder

Lebererkrankungen leiden. In all diesen Fällen ist nämlich ganz besondere Sorgfalt geboten.

Außerdem sollten Sie Ihrem Arzt mitteilen, wenn Sie Schilddrüsenmedikamente einnehmen, wenn

Zahnerkrankungen (z.B. Karies) auftreten oder wenn bei Ihnen eine Operation (auch kleiner Eingriff

wie z.B. Entfernung eines Fingernagels) geplant ist.

Erste Anzeichen von Nebenwirkungen, insbesondere das Auftreten von Fieber, grippeartigen

Beschwerden, Halsschmerzen oder allergischen Hautreaktionen, unregelmäßigem Herzschlag,

Gelbsucht, Juckreiz, Anschwellen der Brüste und Milchfluss, Wahnvorstellungen, Krämpfen,

Sprachstörungen sowie einer Schwangerschaft sind dem Arzt unverzüglich mitzuteilen.

Auch wenn Sie einen niedrigen Blutdruck haben, muss der Arzt darüber informiert werden, da durch

das Arzneimittel der Blutdruck weiter sinken kann.

Falls Sie unter Verstopfung leiden, ist bei der Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum

äußerste Vorsicht geboten, da es zu einem Darmverschluss kommen kann.

Falls Sie Kontaktlinsen tragen, beachten Sie bitte, dass es durch Clomipramin HCl medicamentum zu

vermindertem Tränenfluss und durch eine Austrocknung der Schleimhäute zu Hornhautschäden

kommen kann.

Die vom Arzt angeordneten Laborkontrollen (z.B. Blutbild) sind unbedingt einzuhalten.

Jeder Alkoholgenuss während der Behandlung mit Clomipramin HCl medicamentum sollte vermieden

werden.

In der ersten Woche der Therapie zur Angstbekämpfung kann es zu einer Verschlechterung des

Zustandes kommen (bedeutet ein Ansprechen der Therapie).

Sie sollten nicht plötzlich mit der Einnahme von Clomipramin HCl medicamentum aufhören, da es

sonst zu einer Reihe von Nebenwirkungen kommen kann (siehe Abschnitt „Welche Nebenwirkungen

sind möglich?“).

Obwohl keine Gewöhnungseffekte bekannt sind, kann es nach längerdauernder Behandlung mit

Clomipramin HCl medicamentum bei plötzlichem Absetzen der Medikation zu Übelkeit,

Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall und einer Beeinträchtigung des Wohlbefindens kommen.

Wenn Sie bis jetzt ein anderes Arzneimittel zur Linderung Ihrer Beschwerden eingenommen haben,

oder von Clomipramin HCl medicamentum zu einem anderen Arzneimittel wechseln, beachten Sie

bitte die Anordnungen Ihres Arztes zur Einnahme. Gegebenenfalls müssen Sie einen bestimmten

Zeitabstand zur Einnahme des anderen Arzneimittels einhalten (das können 2-3 Wochen sein).

Die Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum – Ampullen kann bei Dopingkontrollen zu

positiven Ergebnissen führen.

Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere

Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Dazu zählen z.B. auch Tabletten zur

Schwangerschaftsverhütung („Pille“), Schilddrüsenhormone, bestimmte Arzneimittel gegen

Herzrhythmusstörungen, Rifampicin, krampflösende Arzneimittel, Antiepileptika (z.B. Valproat), etc.

Clomipramin HCl medicamentum kann die blutdrucksenkende Wirkung bestimmter Arzneimittel

gegen zu hohen Blutdruck vermindern oder aufheben (z.B. Guanethidin, Clonidin, Alpha-

Methyldopa).

Eine zusätzliche Einnahme bestimmter stimmungshebender Substanzen (z.B. MAO-Hemmer,

Serotoninwiederaufnahmehemmer etc.), darf nicht erfolgen (siehe auch Abschnitt "Clomipramin HCl

medicamentum darf nicht eingenommen werden,").

Die gleichzeitige Anwendung von Entwässerungsmitteln kann zu einem Absinken des Kaliumspiegels

führen. Beachten Sie bitte die entsprechenden Empfehlungen Ihres Arztes.

Clomipramin HCl medicamentum kann die Wirkung von bestimmten körpereigenen Substanzen, die

für die Regelung von Herz- und Kreislauffunktionen von Bedeutung sind (z.B. Adrenalin,

Noradrenalin), ebenso in unerwünschter Weise verstärken, wie den Effekt von Arzneimitteln, die

beruhigend bzw. dämpfend oder antiallergisch wirken. Die Wirkung bestimmter

blutgerinnungshemmender Arzneimittel (Kumarine) kann durch die gleichzeitige Anwendung von

Clomipramin HCl medicamentum verstärkt werden.

Zigarettenrauchen senkt die Verfügbarkeit von Clomipramin HCl medicamentum im Körper

beträchtlich.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Cimetidin, einem Arzneimittel, das die Bildung der Magensäure

hemmt, kann unter Umständen die Wirkung von Clomipramin HCl medicamentum in unerwünschter

Weise verstärkt werden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Terbinafin einnehmen, ein Arzneimittel,

das zur oralen Behandlung von Pilzinfektionen der Haut, Haare und Nägel angewendet wird.

Ihre Haut kann durch Clomipramin HCl medicamentum empfindlicher gegen Sonnenlicht werden.

Meiden Sie daher direktes Sonnenlicht und tragen Sie schützende Kleidung bzw. eine Sonnenbrille.

Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und

Alkohol

Vermeiden Sie unbedingt während der Behandlung den Genuss von Alkohol, da Clomipramin HCl

medicamentum, wie andere Medikamente mit gleicher Wirkung, eine Verminderung der

Alkoholverträglichkeit bewirkt.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt

oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft:

Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Daten zur Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum bei

Schwangeren, die auf ein potentielles Risiko, den Fötus zu schädigen oder angeborene Missbildungen

hervorzurufen, hindeuten. Clomipramin HCl medicamentum darf in der Schwangerschaft nur

angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen das potentielle Risiko für den Fötus überwiegt.

Die Entscheidung, ob dennoch eine Behandlung mit Clomipramin HCl medicamentum durchgeführt

werden kann, muss dem behandelnden Arzt überlassen bleiben.

Stillzeit:

Da der Wirkstoff von Clomipramin HCl medicamentum in die Muttermilch übertritt, soll bei zwingend

notwendiger Behandlung der Mutter mit Clomipramin HCl medicamentum nicht gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen.

Achtung: dieses Arzneimittel hat großen Einfluss auf die Reaktionsfähigkeit und somit auf die

Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen. Es können verschwommenes Sehen sowie

andere Störungen des Nervensystems und psychiatrische Erkrankungen wie Schläfrigkeit, Störung der

Aufmerksamkeit, Verwirrtheit, Verschlechterung der Depression, Delirium usw. auftreten. Treten

diese Nebenwirkungen auf, dann dürfen Sie keine Fahrzeuge lenken, Maschinen bedienen oder

irgendetwas tun, das Ihre volle Konzentration erfordert. Alkohol oder andere Drogen können die

Nebenwirkungen verstärken.

3. Wie ist Clomipramin HCl medicamentum anzuwenden?

Zur intramuskulären bzw. intravenösen Anwendung.

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen sind grundsätzlich zur Anwendung durch den Arzt

vorgesehen. Die Ampullen werden als Injektion in einen Muskel (intramuskuläre Injektion) oder als

Tropfinfusion in eine Vene (intravenöse Infusion) verabreicht.

Hinweis für den Arzt:

Intramuskuläre Injektion:

Nach Eintritt der Besserung allmähliche Reduktion der Zahl der Injektionen bei gleichzeitigem

Übergang auf orale Behandlung (Erhaltungsdosis).

Intravenöse Infusion:

Ampullen in 250-500 ml isotonischer Kochsalz- oder Glukoselösung verdünnt und gut

vermischt, während 1 ½ - 3 Stunden infundieren.

Während der Infusion müssen die Patienten sorgfältig auf Nebenwirkungen überwacht

werden. Besonderes Augenmerk muss dem Blutdruck gewidmet werden, da es zu

orthostatischer Hypotonie kommen kann. Dies gilt besonders für die ambulante Behandlung.

Nach Eintritt einer deutlichen Besserung, in der Regel innerhalb der 1. Woche, wird die

Infusionsbehandlung 3-5 Tage fortgesetzt. Anschließend wird zur Aufrechterhaltung des

Therapieerfolges oral weiterbehandelt. 2 Dragees zu 25 mg ersetzen im Allgemeinen 1

Ampulle zu 25 mg.

Der stufenweise Übergang von der Infusionsbehandlung auf die orale Erhaltungstherapie

kann auch über i.m. Injektionen erfolgen.

Erwachsene:

Der Dosierungsmodus ist individuell zu bestimmen und dem Krankheitszustand anzupassen. Grund-

sätzlich muss versucht werden, mit möglichst niedrigen Dosen und einer vorsichtigen Dosissteigerung

einen optimalen Effekt zu erzielen, vor allem bei der Behandlung älterer Patienten, die auf

Clomipramin HCl medicamentum im Allgemeinen stärker ansprechen als Patienten mittlerer

Altersstufen.

Während der Behandlung mit Clomipramin HCl medicamentum müssen die Patienten bezüglich

Wirkung und Verträglichkeit sorgfältig überwacht werden.

Intramuskuläre Injektion:

Initial 1mal täglich 1-2 Ampullen (= 25-50 mg); tägliche Steigerung um 1 Ampulle (= 25 mg) bis zu

einer Tagesdosis von 4-6 Ampullen (= 100-150 mg).

Intravenöse Infusion:

Initial 1mal täglich 2-3 Ampullen (= 50-75 mg).

Wenn Sie eine größere Menge von Clomipramin HCl medicamentum angewendet haben, als Sie

sollten

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen sind ausschließlich zur Anwendung durch Ihren Arzt

bestimmt.

Hinweise für den Arzt:

Symptome:

Die ersten Anzeichen und Symptome einer Vergiftung mit trizyklischen Antidepressiva zeigen sich

gewöhnlich innerhalb von 4 Stunden nach der Anwendung und erreichen ihr Maximum nach 24

Stunden. Bedingt durch eine lange Halbwertszeit und eine Wiederaufnahme über den

enterohepatischen Kreislauf kann der Patient bis zu 4-6 Tagen gefährdet sein.

Folgende Symptome können auftreten:

Zentralnervensystem: Benommenheit, Stupor, Koma, Ataxie, Unruhe, Agitation, gesteigerte Reflexe,

Muskelstarre, choreoathetoide Bewegungen, Konvulsionen. Zusätzlich kann es zum Auftreten eines

Serotonin-Syndroms (Hyperpyrexie, Myoklonus, Delirium und Koma) kommen.

Herz-Kreislaufsystem: Hypotonie, Arrhythmie, Tachykardie, QTc-Verlängerung und Arrhythmien

einschließlich Torsades de pointes, Überleitungsstörungen, Schock, Herzinsuffizienz. Sehr selten

Herzstillstand.

Außerdem können Atemdepression, Zyanose, Erbrechen, Fieber, Mydriasis, Schweißausbruch,

Oligurie oder Anurie auftreten.

Therapie:

Ein spezifisches Antidot ist nicht verfügbar. Die Behandlung erfolgt daher symptomatisch.

Bei Verdacht auf Überdosierung mit Clomipramin HCl medicamentum sind alle Personen, vor allem

aber Kinder, sofort in ein Spital einzuweisen. Eine sorgfältige engmaschige Überwachung für

mindestens 72 Stunden ist erforderlich.

Nach oraler Einnahme sollte, wenn der Patient bei Bewusstsein ist, versucht werden, künstliches

Erbrechen herbeizuführen. Anderenfalls ist eine Magenspülung erforderlich. Beim Bewusstlosen sind

vor der Magenspülung die Atemwege mittels Endotrachealtubus freizuhalten und es ist kein

Erbrechen herbeizuführen. Diese Maßnahmen sind bis zu 12 Stunden oder auch noch länger nach

Einnahme der Überdosis angezeigt, da die anticholinerge Wirkung des Arzneimittels die

Magenentleerung verzögern kann. Aktivkohle sollte zur Verringerung der Resorption verabreicht

werden.

Die Intensivbehandlung sollte eine kontinuierliche Herz-Kreislauf-Überwachung, eine Überwachung

der Blutgaswerte und der Elektrolyte umfassen. Wenn notwendig sind folgende Maßnahmen

einzuleiten: antikonvulsive Therapie, künstliche Beatmung, Wiederbelebung. Die Verabreichung von

Physostigmin bei einer Überdosierung von Clomipramin HCl medicamentum wird nicht empfohlen,

da das Risiko des Auftretens von schwerer Bradykardie, Asystolen und epileptischen Anfällen

besteht.

Dialyse und Hämodialyse sind wegen der geringen Plasmaspiegel von Clomipramin-Hydrochlorid

nicht effektiv.

Wenn die Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum vergessen wurde

Da Ihnen dieses Arzneimittel unter besonderer ärztlicher Überwachung verabreicht wird, ist es

unwahrscheinlich, dass eine Dosis vergessen wird. Dennoch sollten Sie Ihren Arzt oder Apotheker

darauf aufmerksam machen, wenn Sie annehmen, dass eine Dosis vergessen wurde.

Wenn Sie die Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum abbrechen

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen sind ausschließlich zur Anwendung durch Ihren Arzt

bestimmt. Sie sollten die Behandlung mit Clomipramin HCl medicamentum nur abbrechen, wenn dies

von Ihrem Arzt so bestimmt wird.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Gebrauchsinformation angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt über das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen,

Traisengasse 5, 1200 Wien, ÖSTERREICH, Fax: +43 (0) 50 555 36207, Website: www.basg.gv.at

anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Oft ist es schwierig, Nebenwirkungen von den Anzeichen der zu behandelnden Krankheit

(Depressionen) zu unterscheiden, wie bei Müdigkeit, Schlafstörungen, Erregung, Angstgefühlen,

Verstopfung, trockenem Mund.

Ältere Patienten reagieren manchmal besonders empfindlich auf Arzneimittel wie Clomipramin HCl

medicamentum, da die Ausscheidung möglicherweise langsamer erfolgt. Es kann daher gelegentlich

zu Reaktionen kommen, die über das Behandlungsziel hinausgehen (übersteigerte Aktivität,

übersteigertes Selbstwertgefühl etc.).

Die Nebenwirkungen werden nach Häufigkeit angegeben.

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Selten: kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr selten: kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Mangel an weißen Blutzellen, Mangel an einer bestimmten Form der weißen Blutzellen

(Agranulozytose), Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie), Überschuss einer bestimmten Form

der weißen Blutzellen (Eosinophilie).

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: allergische Allgemeinreaktionen (Anaphylaktische und anaphylaktoide Reaktionen

einschließlich Blutdruckabfall).

Erkrankungen des Hormonhaushalts (Endokrine Erkrankungen)

Sehr selten: Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion; Überwässerung des Körpers (SIADH).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme.

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig: Innere Unruhe, Libido- und Potenzstörungen.

Häufig: Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit, Halluzinationen (besonders bei geriatrischen Patienten

und Parkinsonkranken), Angstzustände, Erregung, Schlafstörungen, Manie, Hypomanie (leichte

Verlaufsform der Manie), Aggressivität, Persönlichkeitsstörungen, verstärkte Depression,

Schlaflosigkeit, Alpträume, Delirium, Nervosität.

Gelegentlich: Aktivierung von Symptomen einer Psychose.

Häufigkeit nicht bekannt: Suizidgedanken und suizidales Verhalten (über Suizidgedanken und

suizidales Verhalten wurden während der Behandlung mit oder kurz nach Beendigung der

Behandlung von Clomipramin-Hydrochlorid berichtet).

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Zittern, Kopfschmerzen, Myoklonien (rasche

unwillkürliche Muskelzuckungen).

Häufig: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Sprachstörungen, Parästhesie

(Missempfindung), Bluthochdruck, Geschmacksstörungen (Störung des Geschmacksempfindens).

Gelegentlich: Krampfanfälle, Koordinationsstörungen der Muskel (Ataxie).

Sehr selten: Veränderungen im EEG (neurologische Untersuchung), malignes neuroleptisches

Syndrom (Störung des Nervensystems mit Muskelsteife, hohem Fieber und vermindertem

Bewusstseinszustand).

Augenerkrankungen

Sehr häufig: Störungen der Schärfeeinstellung der Augen (Akkommodationsstörungen),

verschwommenes Sehen.

Häufig: Erweitere Pupillen.

Sehr selten: Glaukom (Augenerkrankung mit erhöhtem Augeninnendruck, grüner Star).

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Tinnitus (Ohrgeräusche).

Herzerkrankungen

Häufig: Pulsbeschleunigung, Herzklopfen.

Gelegentlich: Herzrhythmusstörungen.

Sehr selten: Störungen der Reizleitung des Herzen.

Gefäßerkrankungen

Häufig: Hitzewallungen, Blutdruckabfall beim Aufstehen.

Sehr selten: Niedriger Blutdruck.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums (Raum des Brustkorbs, wo sich das

Herz befindet)

Häufig: Gähnen.

Sehr selten: Allergische Alveolitis (Form der Lungenentzündung) mit und ohne Überschuss einer

bestimmten Form der weißen Blutzellen (Eosinophilie).

Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts

Sehr häufig: Mundtrockenheit, Verstopfung, Übelkeit.

Häufig: Erbrechen, Beschwerden des Magen- Darmtraktes, Durchfall, Appetitlosigkeit.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Leberentzündung mit oder ohne Gelbsucht.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Übermäßiges Schwitzen.

Häufig: allergische Hautreaktionen (Ausschlag, Nesselsucht), Lichtempfindlichkeit, Juckreiz.

Sehr selten: Haarausfall, Hautblutungen.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelschwäche, erhöhte Muskelspannungen.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Störungen beim Wasserlassen.

Sehr selten: Harnverhalten.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Erektile Dysfunktion.

Häufig: Milchabsonderungen aus der Brustdrüse, Vergrößerung der Brustdrüsen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Müdigkeit.

Sehr selten: Sehr hohes Fieber, Ödeme (lokal oder generalisierte Flüssigkeitsansammlung im

Gewebe), Reaktion am Verabreichungsort (Venenentzündung, Entzündung der Lymphbahnen,

brennendes Gefühl, allergische Hautreaktionen).

Untersuchungen

Sehr häufig: Gewichtszunahme.

Häufig: EKG-Veränderung beim Herzgesunden (ohne klinische Bedeutung), erhöhte

Leberfunktionswerte (Transaminasen).

Gelegentlich: Blutdrucksteigerung.

Sehr selten: Störung der Reizleitung des Herzens.

Ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche wurde bei Patienten beobachtet, die Arzneimittel aus diesen

Gruppen (Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder trizyklische Antidepressiva) anwendeten.

Weitere Nebenwirkungen

Häufigkeit nicht bekannt: Das Gefühl innerer Rastlosigkeit und ein zwanghaftes Bedürfnis in

ständiger Bewegung zu sein, sich wiederholende, unfreiwillige und planlose Bewegungen,

Muskelzerfall, erhöhtes Blutprolaktin (ein Hormon) und Serotoninsyndrom (es wird hervorgerufen

durch eine Zunahme eines natürlich vorkommenden Botenstoffs, Serotonin, im Gehirn;

charakterisiert durch Symptome wie Unruhe, Verwirrung, Durchfall, hohe Temperatur, erhöhter

Blutdruck, übermäßiges Schwitzen und rascher Herzschlag), verzögerte oder fehlende Ejakulation

beim Mann.

Wenn eines dieser Symptome Sie erheblich beeinträchtigt, informieren Sie Ihren Arzt.

Entzugssymptome:

Die folgenden Symptome zeigen sich häufig nach plötzlichem Absetzen von Clomipramin-

Hydrochlorid oder nach Reduzierung der Dosis: Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Durchfall,

Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität, Angstgefühl.

5. Wie ist Clomipramin HCl medicamentum aufzubewahren?

Nicht über 25°C lagern.

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt

vor Licht zu schützen.

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach "Verwendbar bis:" angegebenen

Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des

angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz

der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Clomipramin HCl medicamentum enthält

Der Wirkstoff ist: Clomipramin-Hydrochlorid

1 Ampulle enthält 25 mg Clomipramin-Hydrochlorid

Die sonstigen Bestandteile sind: Glycerin, Wasser für Injektionszwecke

Wie Clomipramin HCl medicamentum aussieht und Inhalt der Packung

Die Ampullen enthalten eine wässrige, klare, farblose Lösung (Injektions- bzw. Infusionslösung).

pH-Wert 3,7 – 5,1

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen sind in Packungen zu 10 Stück erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

medicamentum pharma GmbH

Allerheiligen 51

8643 Allerheiligen im Mürztal

Z.Nr.: 14.191-P1

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2020.

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen: 1 Ampulle enthält 25 mg Clomipramin-Hydrochlorid.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Injektions- bzw. Infusionslösung

Farblose, wässrige Lösung in Ampullen

pH-Wert 3,7 – 5,1

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen werden angewendet bei Erwachsenen

Erwachsene

Behandlung von depressiven Zuständen verschiedener Ätiologie

Zwangssyndrome

Phobien

Kataplexie bei Narkolepsie

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Zur intramuskulären bzw. intravenösen Anwendung.

Die Art der Anwendung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten.

Intramuskuläre Injektion in den äußeren oberen Quadranten des M. Glutaeus oder Gabe als i.v.

Tropfinfusion.

Intramuskuläre Injektion:

Nach Eintritt der Besserung allmähliche Reduktion der Zahl der Injektionen bei gleichzeitigem

Übergang auf orale Behandlung (Erhaltungsdosis).

Intravenöse Infusion:

Ampullen in 250-500 ml isotonischer Kochsalz- oder Glukoselösung verdünnt und gut

vermischt, während 1 ½ - 3 Stunden infundieren.

Während der Infusion müssen die Patienten sorgfältig auf Nebenwirkungen überwacht

werden. Besonderes Augenmerk muss dem Blutdruck gewidmet werden, da es zu

orthostatischer Hypotonie kommen kann. Dies gilt besonders für die ambulante Behandlung.

Nach Eintritt einer deutlichen Besserung, in der Regel innerhalb der 1. Woche, wird die

Infusionsbehandlung 3-5 Tage fortgesetzt. Anschließend wird zur Aufrechterhaltung des

Therapieerfolges oral weiterbehandelt. 2 Dragees zu 25 mg ersetzen im Allgemeinen 1

Ampulle zu 25 mg.

Der stufenweise Übergang von der Infusionsbehandlung auf die orale Erhaltungstherapie

kann auch über i.m. Injektionen erfolgen.

Erwachsene:

Bevor die Behandlung mit Clomipramin HCl medicamentum begonnen wird muss eine eventuell

vorliegende Hypokaliämie behandelt werden (siehe Abschnitt 4.4).

Der Dosierungsmodus ist individuell zu bestimmen und dem Krankheitszustand anzupassen. Grund-

sätzlich muss versucht werden, mit möglichst niedrigen Dosen und einer vorsichtigen Dosissteigerung

einen optimalen Effekt zu erzielen.

Um einen Rückfall zu vermeiden soll, nachdem eine Reaktion erreicht wurde, die Erhaltungstherapie

mit der optimalen Dosis fortgesetzt werden. Patienten mit wiederkehrender Depression in der

Anamnese benötigen über einen längeren Zeitraum eine Erhaltungstherapie. Die Dauer der

Erhaltungstherapie und die Notwendigkeit einer weiteren Behandlung müssen in

regelmäßigen Abständen überprüft werden.

Während der Behandlung mit Clomipramin HCl medicamentum müssen die Patienten bezüglich

Wirkung und Verträglichkeit sorgfältig überwacht werden, vor allem mit Rücksicht auf mögliche QT-

Streckenverlängerung und serotonerge Nebenwirkungen. Vorsicht ist bei gleichzeitiger

Verabreichung von Medikamenten, die die QT-Strecke verlängern und serotonergen Medikamenten

(siehe Abschnitte 4.4 und 4.5) geboten.

Wegen möglicher Absetzsymptome soll ein abruptes Absetzen der Clomipramin HCl

medicamentum Therapie vermieden werden. Daher muss nach regelmäßiger Anwendung die

Dosierung über einen längeren Zeitraum ausschleichend abgesetzt werden. Während die

Clomipramin HCl medicamentum Therapie abgesetzt wird muss der Patient sorgfältig überwacht

werden.

Intramuskuläre Injektion:

Initial 1mal täglich 1-2 Ampullen (= 25-50 mg); tägliche Steigerung um 1 Ampulle (= 25 mg) bis zu

einer Tagesdosis von 4-6 Ampullen (= 100-150 mg).

Intravenöse Infusion:

Initial 1mal täglich 2-3 Ampullen (= 50-75 mg).

Dosierung und Anwendung bei speziellen Patientengruppen

Kinder und Jugendliche:

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen sind für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen

nicht geeignet.

Ältere Patienten (65 Jahre und älter):

Ältere Patienten sprechen im Allgemeinen stärker auf Clomipramin HCl medicamentum an, als

Patienten mittlerer Altersstufen. Clomipramin HCl medicamentum soll bei älteren Patienten mit

Vorsicht angewendet und die Dosis vorsichtig erhöht werden.

Nierenfunktionseinschränkung:

Clomipramin HCl medicamentum soll bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion mit Vorsicht

angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.4).

Leberfunktionseinschränkung:

Clomipramin HCl medicamentum soll bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion mit Vorsicht

angewendet werden (siehe auch Abschnitt 4.4).

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere trizyklische Antidepressiva aus der Gruppe

der Dibenzazepine oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Clomipramin darf nicht gleichzeitig oder weniger als 21 Tage vor oder nach einer Behandlung

mit MAO-Hemmern verabreicht werden (siehe auch Abschnitt 4.5). Auch eine gleichzeitige

Verabreichung mit selektiven, reversiblen MAO-A-Hemmern wie Moclobemid ist kontraindi-

ziert.

Frischer Herzinfarkt

Herzrhythmusstörungen

Verlängerung des QTc-Intervalls

Engwinkelglaukom

akutes Harnverhalten

schwere Lebererkrankungen

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Anaphylaktischer Schock

Es wurden Einzelfälle von anaphylaktischem Schock berichtet. Vorsicht ist vor allem bei i.v.

Verabreichung geboten.

Suizid/Suizidgedanken oder klinische Verschlechterung

Depression ist mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken, selbstschädigendem

Verhalten und Suizid (suizidale Ereignisse) verbunden.

Dieses Risiko dauert an, bis es zu einer signifikanten Besserung der Symptome der Depression

kommt.

Da die Besserung der Symptomatik nicht während den ersten Wochen der Behandlung auftritt, sollen

Patienten bis zum Eintritt der Besserung engmaschig überwacht werden. Es ist eine generelle

klinische Erfahrung, dass das Suizidrisiko in den frühen Stadien einer Besserung steigt.

Andere psychiatrische Erkrankungen, für die Clomipramin HCl medicamentum verschrieben wird,

können ebenso mit einem erhöhten Risiko für suizidale Ereignisse einhergehen. Zusätzlich können

diese Ereignisse zusammen mit einer depressiven Erkrankung (Episoden einer Major Depression)

auftreten.

Bei Behandlung anderer psychiatrischer Erkrankungen sollen daher die gleichen Vorsichtsmaß-

nahmen eingehalten werden, wie bei der Behandlung von depressiven Erkrankungen.

Bei Patienten mit suizidalen Ereignissen in der Anamnese oder solchen, die vor Beginn der Therapie

stark suizidgefährdet waren, ist das Risiko von Selbstmordgedanken oder –versuchen erhöht. Diese

Patienten sollen daher während der Behandlung besonders sorgfältig überwacht werden. Eine Meta-

Analyse von Placebo-kontrollierten klinischen Studien mit Antidepressiva bei erwachsenen Patienten

mit psychiatrischen Erkrankungen zeigte bei Patienten, die jünger als 25 Jahre sind, ein erhöhtes

Suizidrisiko verglichen mit Placebo.

Eine sorgfältige Überwachung der Patienten, vor allem bei jenen Patienten, die ein erhöhtes Risiko

aufweisen, solle im speziellen bei Therapiebeginn und bei Dosisänderungen durchgeführt werden.

Patienten (und deren Betreuer) sollen auf die Notwendigkeit aufmerksam gemacht werden, jede

klinische Verschlechterung, suizidales Verhalten oder Suizidgedanken und ungewöhnliche

Verhaltensänderungen sorgsam zu überwachen und bei Auftreten derartiger Symptome unverzüglich

medizinischen Rat zu suchen.

Sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern, die unter Depressionen leiden, können sich

unabhängig von der Einnahme von Antidepressiva die Depression verschlimmern bzw. die

Selbstmordgefährdung oder andere psychiatrische Symptome verstärken. In Kurzzeitstudien

zeigte sich bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein erhöhtes Risiko zur

Selbstmordgefährdung während der Behandlung von depressiven oder anderen psychiatrischen

Störungen mit Antidepressiva.

Bei einer Dosisänderung einschließlich eines Therapieabbruches müssen diese Symptome, vor allem

wenn sie ausgeprägt sind oder plötzlich auftreten oder nicht zur Grundsymptomatik der Krankheit

gehören, bei diesen Patienten besonders berücksichtigt werden (siehe „Behandlungsbeendigung“ im

selben Abschnitt). Clomipramin HCl medicamentum darf nur in der kleinsten notwendigen Menge

verschrieben werden und die Patienten müssen sorgfältig begleitet werden um die Gefahr einer

Überdosierung zu vermeiden. Im Fall von Überdosierungen wurden im Zusammenhang mit

Clomipramin HCl medicamentum weniger Todesfälle berichtet als für andere trizyklische

Antidepressiva.

Andere psychiatrische Wirkungen

Bei vielen Patienten mit Panikattacken treten zu Beginn der Behandlung mit Clomipramin verstärkte

Angstsymptome auf. (siehe Abschnitt 4.2). Diese paradoxe Zunahme der Angst ist während der

ersten Behandlungstage besonders ausgeprägt und lässt im Allgemeinen im Laufe von 2 Wochen

nach.

Gelegentlich wurde bei schizophrenen Patienten während der Behandlung mit trizyklischen

Antidepressiva eine Aktivierung von Psychosen beobachtet.

Bei Patienten mit bipolaren affektiven Erkrankungen ist während einer Behandlung mit trizyklischen

Antidepressiva ein Umschlag der Depression in eine Hypomanie oder Manie möglich. In solchen

Fällen können eine Dosisreduktion oder das Absetzen des Präparates sowie die Gabe antimanisch

wirkender Pharmaka erforderlich werden. Bei Bedarf kann nach Abklingen solcher Episoden die

Behandlung mit Clomipramin HCl medicamentum in niedriger Dosierung wieder aufgenommen

werden.

Trizyklische Antidepressiva können bei disponierten Patienten pharmakogene (deliröse) Psychosen

hervorrufen, die besonders nachts auftreten und nach Absetzen des Medikamentes innerhalb

weniger Tage abklingen.

Herz- und Kreislaufstörungen

Bei Patienten mit Herz-Kreislaufstörungen, insbesondere mit Herz-Kreislaufinsuffizienz,

Reizleitungsstörungen (z.B. AV-Block I. – III. Grades) oder Arrhythmien in der Anamnese sollten

trizyklische Antidepressiva mit Vorsicht angewendet werden. Kontrollen der kardiovaskulären

Funktionen und des EKGs sind in diesen Fällen angezeigt.

Es besteht möglicherweise das Risiko einer Verlängerung des QTc Intervalls und des Auftretens von

Torsades de pointes bei Verabreichung von supratherapeutischen Dosen oder bei Vorliegen von

supratherapeutischen Plasmakonzentrationen von Clomipramin, wie sie im Falle einer gleichzeitigen

Gabe mit selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmern (SSRIs) oder Serotonin- und Nor-

adrenalinwiederaufnahmehemmern (SNaRIs) auftreten können (siehe Abschnitt 4.5). Daher dürfen

Arzneimittel, die zu einer Kumulation von Clomipramin führen können oder den QTc-Intervall

verlängern, nicht gleichzeitig verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.5). Es ist erwiesen, dass

Hypokaliämie einen Risikofaktor für die Verlängerung des QTc-Intervalls und für das Auftreten von

Torsades de pointes darstellt. Deshalb muss im Falle einer vorliegenden Hypokaliämie diese vor

Beginn der Behandlung mit Clomipramin HCl medicamentum behandelt werden (siehe Abschnitte 4.2

und 4.5).

Vor Beginn der Behandlung ist eine Blutdruckkontrolle angezeigt, da Hypotoniker und kreislauflabile

Patienten mit Blutdruckabfall reagieren können.

Serotonin-Syndrom

Da es zum Auftreten eines Serotonin-Syndroms kommen kann sollten die empfohlenen Dosis-

Empfehlungen eingehalten werden. Serotonin-Syndrome sind z.B. Hyperpyrexie, Myoklonus,

Agitation, Krämpfe, Delirium und Koma und können möglicherweise bei gleichzeitiger Verabreichung

von Clomipramin und serotonergen Medikamenten wie SSRIs und SNaRIs, trizyklischen

Antidepressiva oder Lithium auftreten (siehe Abschnitte 4.2 und 4.5). Vor und nach einer Behandlung

mit Fluoxetin ist eine Wash-out Phase von 2-3 Wochen erforderlich.

Krämpfe

Es ist bekannt, dass trizyklische Antidepressiva die Krampfschwelle herabsetzen. Deshalb sollte

Clomipramin HCl medicamentum bei Epilepsiepatienten und bei Patienten mit anderen

prädisponierenden Faktoren, wie z.B. bei Gehirnverletzungen verschiedenster Ursache, gleichzeitiger

Anwendung von Neuroleptika und auch während des Entzugs von Alkohol oder Arzneimitteln mit

antikonvulsiven Eigenschaften (z.B. Benzodiazepine) mit besonderer Vorsicht angewendet

werden. Es scheint ein Zusammenhang zwischen der Dosishöhe und dem Auftreten von

Krampfanfällen zu bestehen. Deshalb sollte die Gesamt-Tagesdosis von Clomipramin HCl

medicamentum nicht überschritten werden.

Eine gleichzeitige Anwendung von trizyklischen Antidepressiva und Elektroschocktherapie sollte nur

unter sorgfältiger Überwachung des Patienten vorgenommen werden.

Anticholinerge Wirkungen

Aufgrund der anticholinergen Eigenschaften sollte Clomipramin HCl medicamentum bei Patienten

mit erhöhtem intraokularen Druck, Engwinkelglaukom oder Miktionsstörungen infolge

Abflussbehinderungen (z.B. bei Prostataerkrankungen) in der Anamnese nur mit Vorsicht

angewendet werden.

Eine verminderte Tränensekretion und eine zähere Schleimabsonderung als Folge der

anticholinergen Wirkung von trizyklischen Antidepressiva können bei Patienten, die Kontaktlinsen

tragen, das Epithel der Cornea schädigen.

Spezielle Patientengruppen

Vorsicht ist bei der Verabreichung von trizyklischen Antidepressiva an Patienten mit schweren

Lebererkrankungen und Tumoren des Nebennierenmarks (z.B. Phäochromozytom,

Neuroblastom) angezeigt. Es kann bei diesen Patienten zu einer hypertensiven Krise kommen.

Bei Patienten mit Hyperthyreose bzw. bei gleichzeitiger Einnahme von Schilddrüsenpräparaten ist

Vorsicht geboten, da durch die anticholinerge Wirkung generell mit verstärkten unerwünschten

kardialen Effekten zu rechnen ist.

Bei Patienten mit Leber- und Nierenerkrankungen wird eine regelmäßige Kontrolle der

Leberenzymspiegel und der Nierenfunktion empfohlen.

Bei Patienten, die unter chronischer Obstipation leiden, ist bei der Anwendung von Clomipramin HCl

medicamentum äußerste Vorsicht geboten, da es vor allem bei älteren und bettlägerigen Personen

zu einem paralytischen Ileus kommen kann.

Trizyklische Antidepressiva können bei älteren Patienten pharmakogene (deliröse) Psychosen

hervorrufen, die besonders nachts auftreten und nach Absetzen des Medikamentes innerhalb

weniger Tage abklingen.

Kontrollen der kardiovaskulären Funktionen und des EKGs sind bei älteren Patienten angezeigt.

Bei längerer Verabreichung trizyklischer Antidepressiva kann Zahnkaries häufiger als gewöhnlich

auftreten. Eine regelmäßige zahnärztliche Kontrolle während einer Langzeitbehandlung ist

daher anzuraten.

Blutbild

Obwohl über Veränderungen des weißen Blutbildes nur vereinzelt berichtet wurde, sollte das

Blutbild regelmäßig kontrolliert werden und auf das Auftreten von Fieber, Angina oder anderen

Symptomen, wie sie bei grippalen Infekten vorkommen geachtet werden, vor allem in den ersten

Monaten nach Behandlungsbeginn bzw. während länger andauernder Behandlung.

Anästhesie

Vor Eingriffen unter Voll- oder Lokalanästhesie ist der Anästhesist über die Therapie mit Clomipramin

HCl medicamentum zu informieren (siehe Abschnitt 4.5).

Beendigung der Behandlung

Ein plötzliches Absetzen der Medikation sollte wegen möglicher Nebenwirkungen vermieden

werden. Wenn eine Beendigung der Behandlung notwendig ist, sollte dies ausschleichend erfolgen,

so schnell als möglich aber unter Beachtung der Tatsache, dass ein plötzlicher Abbruch ernsthafte

Auswirkungen haben kann (siehe Abschnitt 4.8).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Wechselwirkungen, die zu einer Gegenanzeige führen

MAO-Hemmer

Soll Clomipramin nach einer Behandlung mit MAO-Hemmern angewendet werden, muss unbedingt

ein Intervall von mindestens 21 Tagen eingehalten werden, da sonst schwerwiegende

Nebenwirkungen (u.a. hypertensive Krise, Hyperpyrexie und Serotonin-Syndrom mit Myoklonus,

Konvulsionen, Delirium und Koma) auftreten können. Dieselbe Vorsichtmaßnahme ist geboten,

wenn MAO-Hemmer im Anschluss an eine Clomipramin-Therapie verabreicht werden sollen. In

beiden Fällen sollte sowohl die Clomipramin HCl medicamentum- als auch die MAO-Hemmer-Dosis

zu Beginn möglichst niedrig gewählt werden und dann langsam stufenweise unter genauer

Überwachung erhöht werden, bis der Patient optimal eingestellt ist (siehe Abschnitt 4.3).

Es gibt Anzeichen dafür, dass Clomipramin HCl medicamentum schon 24 Stunden nach einem

reversiblen MAO-A-Hemmer (wie Moclobemid) verabreicht werden kann. Das therapiefreie Intervall

von 21 Tagen muss aber eingehalten werden, wenn der MAO-A-Hemmer nach der Verabreichung

von Clomipramin HCl medicamentum verwendet werden soll. MAO-Hemmer wie Moclobemid sind

als CYP2D6-Hemmer für die gleichzeitige Behandlung mit Clomipramin HCl medicamentum nicht

geeignet (siehe Abschnitt 4.3)

Wechselwirkungen, bei denen eine gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen wird

Antiarrhythmika

Antiarrhythmika (wie Chinidin und Propaphenon) sollten als starke CYP2D6-Hemmer nicht

gleichzeitig mit trizyklischen Antidepressiva angewendet werden.

Diuretika

Die Anwendung von Diuretika kann zu Hypokaliämie führen, was in der Folge zur Verlängerung des

QTc-Intervalls und zu Torsade de pointes führen kann. Daher sollte eine Hypokaliämie vor Beginn der

Verabreichung von Clomipramin HCl medicamentum behandelt werden (siehe Abschnitte 4.2 und

4.4).

Selektive Serotoninwiederaufnahmehemmer (SSRIs)

SSRIs sind starke CYP2D6-Hemmer (wie Fluoxetin, Paroxetin oder Sertralin), CYP1A2-Hemmer und

CYP2C19-Hemmer (Fluvoxamin) und können die Plasmakonzentration von Clomipramin mit

entsprechenden Nebenwirkungen steigern. Plasmaspiegel von Clomipramin können durch

gleichzeitige Anwendung von Fluvoxamin auf das 4-fache gesteigert werden (N-Demethyl-

clomipramin kann auf die Hälfte absinken). Siehe Abschnitte 4.2 und 4.4.

Die gleichzeitige Verabreichung von selektiven SSRIs kann zu additiven Wirkungen auf das

serotonerge System führen.

Serotonerge Arzneimittel

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Clomipramin und serotonergen Arzneimitteln wie SSRIs,

SNaRIs (Serotonin- und Noradrenalinwiederaufnahmehemmern), trizyklischen Antidepressiva

oder Lithium kann ein Serotonin-Syndrom auftreten (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4). Vor und nach

einer Behandlung mit Fluoxetin ist ein Abstand von zwei bis drei Wochen einzuhalten.

Wechselwirkungen, die zu beachten sind

Wechselwirkungen, die die Wirkung von Clomipramin HCl medicamentum verstärken

Die gleichzeitige Verabreichung von CYP2D6-Hemmern kann zu einem Anstieg der Konzentration

beider wirksamer Komponenten führen; bei Patienten, die Debrisoquin/Spartein besonders

stark metabolisieren bis zum 3fachen. Außerdem können diese Patienten zum Langsam-

Metabolisierungstyp geändert werden. Die gleichzeitige Anwendung von CYP1A2-, CYP2C19- und

CYP3A4-Hemmern kann die Clomipramin-Konzentration erhöhen und die N-Demethylclomipramin-

Konzentration senken ohne die gesamtpharmakologische Wirkung zu beeinflussen.

Terbinafin

Orales Antimykotikum, Terbinafin. Bei gleichzeitiger Anwendung von Clomipramin HCl

medicamentum und Terbinafin, einem starken CYP2D6 Inhibitor, kann es zu einer erhöhten

Exposition und Akkumulation von Clomipramin und seiner N-Demethyl-Metabolite kommen.

Daher können Dosisanpassungen von Clomipramin HCl medicamentum notwendig sein, wenn es

gleichzeitig mit Terbinafin angewendet wird.

Cimetidin

Die gleichzeitige Anwendung von Cimetidin, einem Histamin

)-Rezeptor Antagonisten, (Hemmer

von verschiedenen P450-Enzymen, einschließlich CYP2D6 und CYP3A4) kann die Plasmaspiegel von

trizyklischen Antidepressiva erhöhen, daher sollte die Dosis der Trizyklika reduziert werden.

Orale Kontrazeptiva

Wechselwirkungen zwischen langfristig eingenommenen oralen Kontrazeptiva (15 oder 30 mcg

Ethinylestradiol täglich) und Clomipramin HCl medicamentum (25 mg täglich) sind nicht

bekannt. Estrogene hemmen CYP2D6, das Hauptenzym beim Abbau von Clomipramin, nicht. Daher

ist auch keine Wechselwirkung zu erwarten. Trotzdem kam es in einigen wenigen Fällen unter hohen

Estrogendosen (50 mcg täglich) und dem Trizyklikum Imipramin zu einer erhöhten Rate an

Nebenwirkungen und zu einer verstärkten Wirkung von Imipramin. Ob es auch unter Clomipramin

und niedrigeren Dosen an Estrogen zu ähnlichen Wirkungen kommt, ist nicht bekannt. Trotzdem

sollte die Wirkung von trizyklischen Antidepressiva bei gleichzeitiger Einnahme von höheren

Estrogendosen (50 mcg täglich) genau beobachtet werden, damit die Dosis im Bedarfsfall

entsprechend angepasst werden kann.

Antipsychotika

Die gleichzeitige Anwendung von Antipsychotika (wie Phenothiazine) kann zu einem erhöhten

Plasmaspiegel der trizyklischen Antidepessiva und damit zu einer niedrigen Schwelle für

Krampfanfälle und zu Spasmen führen. Eine Kombination mit Thioridazin kann schwere Arrhythmien

hervorrufen.

Methylphenidat

Methylphenidat (wie Ritalin) kann die Plasmakonzentration von trizyklischen Antidepressiva durch

Hemmung des Metabolismus erhöhen. Daher muss die Dosis der trizyklischen Antidepressiva in

solchen Fällen reduziert werden.

Valproate

Die gleichzeitige Anwendung von Valproat mit Clomipramin kann zu einer Inhibierung der CYP2C

und/oder der UGT Enzyme führen, wodurch der Serumspiegel von Clomipramin und

Desmethylclomipramin ansteigt.

Wechselwirkungen, die die Wirkung von Clomipramin HCl medicamentum vermindern

Rifampicin

Rifampicin (CYP3A- und CPY2C-Induktor) kann die Plasmakonzentration von Clomipramin

vermindern, wie die gleichzeitige Verabreichung von Arzneimitteln, die als Cytochrom P450-

Induktoren bekannt sind, vor allem CYP3A4, CPY2C19, beschleunigen den Abbau von Clomipramin

HCl medicamentum und vermindern dadurch die Wirksamkeit.

Antikonvulsiva

Antikonvulsiva (CYP3A- und CPY2C-Induktor) (wie Barbiturate, Carbamazepin, Phenobarbital und

Phenytoin) können die Plasmakonzentration von Clomipramin vermindern, wie die gleichzeitige

Verabreichung von Arzneimitteln, die als Cytochrom P450-Induktoren bekannt sind, vor allem

CYP3A4, CPY2C19, beschleunigen den Abbau von Clomipramin HCl medicamentum und

vermindern dadurch die Wirksamkeit.

Zigarettenrauchen

Bekannte CYP1A2-Induktoren (wie Nikotin/Bestandteile von Zigarettenrauch) senken die

Plasmakonzentration von trizyklischen Antidepressiva. Bei Rauchern ist die Plasmakonzentration von

Clomipramin nur halb so hoch wie bei Nichtrauchern (keine Veränderung in Bezug auf N-

Demethylclomipramin).

Wechselwirkungen, die andere Arzneimittel beeinflussen

Anticholinergika

Auch die Wirkungen von anticholinergen Pharmaka (z.B. Phenothiazine, Antiparkinson-Mittel,

Antihistaminika, Atropin, Biperiden) auf die Augen, das Zentralnervensystem, den Darmtrakt und die

Blase können durch trizyklische Antidepressiva verstärkt werden.

Antiadrenerg wirkende Arzneimittel

Da trizyklische Antidepressiva die blutdrucksenkende Wirkung von Clonidin, Guanethidin, Bethani-

din, Reserpin und Alpha-Methyldopa vermindern oder aufheben können, sollten - falls erforderlich-

Antihypertensiva eines anderen Wirkungstyps verwendet werden (z.B. Vasodilatatoren, Beta-

Blocker).

Zentraldämpfende Substanzen

Trizyklische Antidepressiva können die Wirkung von Alkohol und anderen zentraldämpfenden Sub-

stanzen (z.B. Barbiturate, Benzodiazepine oder systemische Anästhetika) verstärken.

Sympathomimetika

Die kardiovaskuläre Wirkung von Sympathomimetika wie Adrenalin, Noradrenalin, Isoprenalin,

Ephedrin und Phenylephrin (z.B.Lokalanästhetika, die Sympathomimetika enthalten) kann durch

trizyklische Antidepressiva verstärkt werden.

Antikoagulanzien

Einige trizyklische Antidepressiva können die blutgerinnungshemmende Wirkung von Coumarin-

Derivaten wie Warfarin, durch Hemmung des Metabolismus (CYP2C9) verstärken. Clomipramin

hemmt den Metabolismus von Antikoagulanzien wie Warfarin nicht. Trotzdem sollte die

Blutgerinnung bei der Anwendung dieser Substanzklasse überwacht werden.

Clomipramin ist in vitro (Ki=2,2 mikroM) und in vivo ein CYP2D6-Hemmer (Sparteinoxidation) und

kann daher die Plasmakonzentration von gleichzeitig verabreichten Substanzen erhöhen, die primär

bei Schnellmetabolisierern durch CYP2D6 abgebaut werden.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Es gibt keine Daten, die besondere Empfehlungen für Frauen im gebärfähigen Alter unterstützen

würden.

Schwangerschaft

Es gibt nur eine begrenzte Anzahl an Daten zur Anwendung von Clomipramin HCl medicamentum bei

Schwangeren, die auf ein potentielles Risiko, den Fötus zu schädigen oder angeborene

Missbildungen hervorzurufen, hindeuten. Clomipramin HCl medicamentum darf in der

Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen das potentielle Risiko für den

Fötus überwiegt.

Neugeborene, deren Mütter bis zur Geburt trizyklische Antidepressiva eingenommen hatten, zeigten

in den ersten Stunden oder Tagen Entzugssymptome wie Atemstörungen, Lethargie, Koliken, erhöhte

Reizbarkeit, Hypotonie oder Hypertonie, Zittern oder Krämpfe.

Zur Vermeidung dieser Symptome sollte Clomipramin HCl medicamentum - soweit vertretbar –

mindestens 7 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin abgesetzt werden.

Stillzeit

Da der Wirkstoff in die Muttermilch übertritt, sollte entweder abgestillt werden oder das

Arzneimittel ausschleichend abgesetzt werden.

Fertilität

Bei Ratten wurden bei oralen Dosen von bis zu 24mg/kg keine Beeinträchtigungen der

Reproduktionsleistung, einschließlich männlicher und weiblicher Fertilität, beobachtet (siehe

Abschnitt 5.3).

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Dieses Arzneimittel hat einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen. Patienten, die Clomipramin HCl medicamentum verschrieben bekommen,

müssen davor gewarnt werden, dass verschwommenes Sehen sowie andere Erkrankungen des

Nervensystems und psychiatrische Erkrankungen wie Müdigkeit, Konzentrationsstörungen,

Verwirrtheit, Verschlechterung der Depression, Delirium usw. beobachtet wurden (siehe Abschnitt

4.8). Treten diese Nebenwirkungen auf, dann darf der Patient keine Fahrzeuge lenken, Maschinen

bedienen oder irgend etwas tun, das seine volle Konzentration erfordert. Die Patienten müssen

ebenfalls davor gewarnt werden, dass Alkohol oder andere Drogen diese Nebenwirkungen

verstärken können (siehe Abschnitt 4.5).

4.8 Nebenwirkungen

(einschließlich der Nebenwirkungen, die bei den oralen Formen beobachtet worden sind)

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über

das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, Traisengasse 5, 1200 Wien, ÖSTERREICH, Fax:

+43 (0) 50 555 36207, Webseite: http:/www.basg.gv.at anzuzeigen.

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die Nebenwirkungen stehen nicht immer in direktem Zusammenhang mit dem Plasmaspiegel oder

der Dosis. Oft ist es schwierig, Nebenwirkungen von den Symptomen der zu behandelnden Krankheit

(Depressionen) zu unterscheiden, wie bei Müdigkeit, Schlafstörungen, Erregung, Angstgefühlen,

Obstipation, trockenem Mund.

Wenn schwere neurologische oder psychische Nebenwirkungen auftreten, sollte Clomipramin HCl

medicamentum abgesetzt werden.

Innerhalb jeder Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad

angegeben.

Häufigkeitsangaben:

sehr häufig: ≥ 1/10

häufig: ≥ 1/100, <1/10

gelegentlich: ≥ 1/1.000, <1/100

selten: ≥ 1/10.000, <1/1.000

sehr selten: < 1/10.000 (einschließlich Einzelfallmeldungen)

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Die aufgeführten Nebenwirkungen basieren sowohl auf Ergebnissen aus klinischen Prüfungen, als

auch auf Meldungen nach der Zulassung.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr selten: Leukopenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie, Eosinophilie.

Erkrankungen des Immunsystems

Sehr selten: Anaphylaktische und anaphylaktoide Effekte einschließlich Hypotonie.

Endokrine Erkrankungen

Sehr selten: Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIAH).

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig: gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme.

Psychiatrische Erkrankungen

Sehr häufig: Innere Unruhe, Libido- und Potenzstörungen.

Häufig: Verwirrtheit, Desorientiertheit, Halluzinationen (besonders bei geriatrischen Patienten und

Parkinsonkranken), Angstzustände, Erregung, Schlafstörungen, Manie, Hypomanie, Aggressivität,

Persönlichkeitsstörungen, verstärkte Depression, Schlaflosigkeit, Alpträume, Delirium, Nervosität.

Gelegentlich: Aktivierung psychotischer Symptome.

Häufigkeit nicht bekannt: Selbstmordgedanken und suizidales Verhalten (Fallberichte von

Selbstmordgedanken und suizidales Verhalten wurden während der Behandlung mit oder kurz nach

Beendigung der Behandlung von Clomipramin berichtet (siehe auch Abschnitt 4.4)).

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Tremor, Kopfschmerzen, Myoklonien.

Häufig: Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Sprachstörungen, Parästhesie,

Hypertonie, Geschmacksstörungen (Störung des Geschmacksempfindens).

Gelegentlich: Krampfanfälle, Ataxie.

Sehr selten: EEG-Veränderungen, Neuroleptisch malignes Syndrom.

Augenerkrankungen

Sehr häufig: Akkommodationsstörungen, verschwommenes Sehen.

Häufig: Mydriasis.

Sehr selten: Glaukom.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Häufig: Tinnitus.

Herzerkrankungen

Häufig: Sinustachykardie, Palpitationen.

Gelegentlich: Arrhythmien

Sehr selten: Reizleitungsstörungen (z.B. QRS-Verbreiterung, verlängertes QT Intervall, PQ

Veränderungen, Schenkelblock, Torsades de pointes bei vorliegender Hypokaliämie).

Gefäßerkrankungen

Häufig: Hitzewallungen, orthostatische Hypotonie.

Sehr selten: Hypotonie.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Häufig: Gähnen.

Sehr selten: Allergische Alveolitis (Pneumonie) mit und ohne Eosinophilie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes

Sehr häufig: Mundtrockenheit, Obstipation, Übelkeit.

Häufig: Erbrechen, gastrointestinale Beschwerden, Diarrhoe, verminderter Appetit.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr selten: Hepatitis mit oder ohne Ikterus.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig: Hyperhydrosis.

Häufig: Allergische Hautreaktionen (Rash, Urtikaria), Photosensibilität, Pruritus.

Sehr selten: Haarausfall, Purpura.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig: Muskelschwäche, Muskelhypertonie.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig: Miktionsstörungen.

Sehr selten: Harnretention.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr häufig: Erektile Dysfunktion.

Häufig: Galaktorrhoe, Vergrößerung der Brustdrüsen.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig: Müdigkeit

Sehr selten: Hyperpyrexie, Ödeme (lokal oder generalisiert), Reaktion am Verabreichungsort

(Thrombophlebitis, Lymphangitis, brennendes Gefühl, allergische Hautreaktionen).

Untersuchungen

Sehr häufig: Gewichtszunahme

Häufig: klinisch irrelevante EKG-Veränderung beim Herzgesunden (z.B. T- und ST-Veränderungen),

erhöhte Transaminasen.

Gelegentlich: Blutdrucksteigerung.

Sehr selten: Reizleitungsstörungen (z.B. QRS-Verbreiterung, verlängertes QT Intervall, PQ

Veränderungen).

Zusätzliche Nebenwirkungen aus Post-Marketing Spontanmeldungen

Die folgenden zusätzlichen Nebenwirkungen stammen aus Spontanmeldungen (Post-Marketing

Erfahrungen) zu oralen oder i.m./i.v. Darreichungsformen von Clomipramin HCl medicamentum. Da

diese freiwillig aus einer Population unbekannter Größe berichtet wurden, ist es nicht immer

möglich, zuverlässig ihre Häufigkeit zu bestimmen.

Erkrankungen des Nervensystems

Häufigkeit nicht bekannt: Serotonin Syndrom, extrapyramidale Störung (einschließlich Akathisie und

tardiver Dyskinesia).

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufigkeit nicht bekannt: Rhabdomyolyse (als eine Komplikation des malignen neuroleptischen

Syndroms).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufigkeit nicht bekannt: Fehlende Ejakulation, verzögerte Ejakulation.

Untersuchungen

Häufigkeit nicht bekannt: Erhöhtes Blutprolaktin.

Entzugssymptome

Die folgenden Symptome zeigen sich häufig nach plötzlichem Absetzen von Clomipramin oder nach

Reduzierung der Dosis: Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Abdomen, Diarrhoe, Schlaflosigkeit,

Kopfschmerzen, Nervosität, Angstgefühl. (siehe Abschnitt 4.4).

Klasseneffekte

Epidemiologische Studien, die hauptsächlich an Patienten im Alter von 50 Jahren und älter

durchgeführt wurden, zeigen ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche bei Patienten, die selektive

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRIs) oder trizyklische Antidepressiva (TCAs) einnehmen. Der

Mechanismus, der diesem Risiko zugrunde liegt, ist unbekannt.

Geriatrische Population

Ältere Patienten sind besonders empfindlich für anticholinerge, neurologische, psychiatrische oder

kardiovaskuläre Effekte. Ihre Fähigkeit Arzneimittel zu metabolisieren und zu eliminieren kann

vermindert sein, was zum Risiko von erhöhten Plasmakonzentrationen bei therapeutischen Dosen

führt.

4.9 Überdosierung

Eine Überdosierung mit Clomipramin HCl medicamentum in Form von Ampullen ist nicht bekannt.

Die folgenden Angaben beziehen sich auf die Anwendung der oralen Form.

Die Symptome bei einer Überdosierung mit Clomipramin HCl medicamentum sind denen anderer

trizyklischer Antidepressiva ähnlich und betreffen vor allem die Herztätigkeit und das Nervensystem.

Jede versehentliche Einnahme (unabhängig von der Menge) von Clomipramin HCl medicamentum

bei Kindern ist als sehr ernst anzusehen, da das möglicherweise tödlich sein kann.

Symptome:

Die ersten Anzeichen und Symptome einer Vergiftung mit trizyklischen Antidepressiva zeigen sich

gewöhnlich innerhalb von 4 Stunden nach Einnahme und erreichen ihr Maximum nach 24 Stunden.

Bedingt durch eine verzögerte Resorption (anticholinerge Wirkung), eine lange Halbwertszeit und

eine Wiederaufnahme über den enterohepatischen Kreislauf kann der Patient bis zu 4-6 Tagen

gefährdet sein.

Folgende Symptome können auftreten:

Zentralnervensystem:

Schläfrigkeit, Stupor, Koma, Ataxie, Unruhe, Agitation, Hyperreflexie, Muskelstarre, Choreoathetose,

Konvulsionen. Zusätzlich kann es zum Auftreten eines Serotonin-Syndroms (Hyperpyrexie,

Myoklonus, Delirium und Koma) kommen.

Herz-Kreislaufsystem:

Hypotonie, Arrhythmie, Tachykardie, QTc-Verlängerung und Arrhythmien einschließlich Torsades de

pointes, Überleitungsstörungen, Schock, Herzinsuffizienz. Sehr selten Herzstillstand.

Außerdem können Atemdepression, Zyanose, Erbrechen, Fieber, Mydriasis, Schweißausbruch,

Oligurie oder Anurie auftreten.

Therapie:

Ein spezifisches Antidot ist nicht verfügbar. Die Behandlung erfolgt daher symptomatisch.

Bei Verdacht auf Überdosierung mit Clomipramin HCl medicamentum sind alle Personen, vor allem

aber Kinder, sofort in ein Spital einzuweisen. Eine sorgfältige engmaschige Überwachung für

mindestens 72 Stunden ist erforderlich.

Nach oraler Einnahme sollte, wenn der Patient bei Bewusstsein ist, versucht werden, künstliches Er-

brechen herbeizuführen. Anderenfalls ist eine Magenspülung erforderlich. Beim Bewusstlosen sind

vor der Magenspülung die Atemwege mittels Endotrachealtubus freizuhalten und es ist kein

Erbrechen herbeizuführen. Diese Maßnahmen sind bis zu 12 Stunden oder auch noch länger nach

Einnahme der Überdosis angezeigt, da die anticholinerge Wirkung des Arzneimittels die

Magenentleerung verzögern kann. Aktivkohle sollte zur Verringerung der Resorption verabreicht

werden.

Die Verabreichung von Physostigmin bei einer Überdosierung von Clomipramin HCl medicamentum

wird nicht empfohlen, da das Risiko des Auftretens von schwerer Bradykardie, Asystolen und

epileptischen Anfällen besteht.

Dialyse und Hämodialyse sind wegen der geringen Plasmaspiegel von Clomipramin nicht effektiv.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antidepressiva, nicht selektive Monoamin-

Wiederaufnahmehemmer

ATC-Code: N06AA04

Wirkmechanismus:

Clomipramin ist ein trizyklisches Antidepressivum, dessen Haupteigenschaft wahrscheinlich die

Hemmung der neuronalen Rücknahme von im synaptischen Spalt freigesetztem Noradrenalin (NA)

und Serotonin (5-HT) ist, wobei die Hemmung der 5-HT-Aufnahme die dominierende

Wirkungskomponente darstellt. Clomipramin ist zusätzlich durch ein breites pharmakologisches

Wirkungsspektrum charakterisiert, das alpha

-adrenolytische, anticholinerge, antihistaminische und

antiserotonerge (5-HT -Rezeptor-blockierende) Eigenschaften umfasst.

Pharmakodynamische Wirkungen

Clomipramin HCl medicamentum wirkt auf das gesamte depressive Syndrom, einschließlich der

typischen Charakteristika wie psychomotorische Retardierung, depressive Verstimmung und

Angstzustände. Die klinische Wirkung setzt gewöhnlich nach 2-3 Wochen Behandlung ein.

Clomipramin hat neben der antidepressiven Wirkung auch eine spezielle Wirkung auf

Zwangssyndrome.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption:

Clomipramin wird nach i.m. Verabreichung vollständig resorbiert.

Nach wiederholter intravenöser bzw. intramuskulärer Gabe von 50-150 mg Clomipramin HCl

medicamentum täglich werden Gleichgewichtskonzentrationen im Plasma in der zweiten

Behandlungswoche erreicht. Diese betragen für unverändertes Clomipramin im Mittel < 15 bis 447

ng/ml und für Demethylclomipramin zum gleichen Zeitpunkt im Mittel < 15 bis 669 ng/ml.

Verteilung:

Proteinbindung: 97,6%.

Clomipramin wird umfangreich im gesamten Körper verteilt mit einem Verteilungsvolumen von ca.

12-17 l/kg Körpergewicht.

Im Liquor beträgt die Konzentration etwa 2% der Plasmakonzentration.

Clomipramin tritt in Konzentrationen in die Muttermilch über, die der Plasmakonzentration ähnlich

sind und es gelangt in die Plazenta.

Biotransformation:

Der Abbau von Clomipramin erfolgt bevorzugt über eine Demethylierung zum aktiven Metaboliten N-

Demethylclomipramin. N-Demethylclomipramin wird durch die verschiedenen P450-Enzyme, vor

allem durch CYP3A4, CYP2C19 und CYP1A2 gebildet. Zusätzlich werden Clomipramin und

Demethylclomipramin zu 8-Hydroxy-clomipramin und 8-Hydroxy-demethylclomipramin hydroxyliert.

Die Hydroxylierung von Clomipramin erfolgt an Position 2 und N-Demethylclomipramin kann weiter

demethyliert werden zu Di-Demetyhlclomipramin. Die 2- und 8-Hydroxy-Metaboliten werden vor

allem als Glucuronide mit dem Harn ausgeschieden. Die Ausscheidung der aktiven Komponenten

Clomipramin und N-Demethylclomipramin in Form von 2- und 8-Hydroxyclomipramin wird durch

CYP2D6 katalysiert.

Elimination:

Nach i.m.- und i.v.-Verabreichung beträgt die mittlere terminale Halbwertszeit für die Ausscheidung

von Clomipramin aus dem Plasma 25 h, nach i.v.-Verabreichung 18 h.

Ca. 2/3 einer Einmaldosis von Clomipramin werden in Form wasserlöslicher Konjugate mit dem Urin

und etwa 1/3 mit den Fäzes ausgeschieden. Clomipramin wird zu etwa 2% und Demethylclomipramin

wird zu etwa 0,5% der Dosis unverändert mit dem Urin ausgeschieden.

Einfluss des Alters:

Ältere Patienten haben eine relativ niedrige Clomipramin Clearance im Vergleich zu jüngeren

Erwachsenen. Es wird berichtet, dass ein therapeutischer Steady-state bei niedrigeren Dosen als bei

Patienten mittleren Alters erreicht wird. Clomipramin ist daher bei älteren Patienten mit Vorsicht

anzuwenden.

Nierenfunktionseinschränkung:

Es gibt keine speziellen Berichte, die die Pharmakokinetik des Wirkstoffs bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion beschreiben. Wenngleich der Wirkstoff als inaktiver Metabolit im

Urin und in den Fäzes ausgeschieden wird, kann die Akkumulation der inaktiven Metaboliten die

Akkumulation des Wirkstoffvorläufers und seiner aktiven Metaboliten danach zur Folge haben. Bei

mittelschwerer bis schwerer Nierenfunktionseinschränkung wird empfohlen, den Patienten während

der Behandlung zu überwachen.

Leberfunktionseinschränkung:

Clomipramin wird weitgehend in der Leber durch CYP2D6, CYP3A4, CYP2C19 und CYP1A2

metabolisiert. Eine Leberfunktionseinschränkung kann die Pharmakokinetik von Clomipramin

beeinflussen. Bei Patienten mit Leberfunktionseinschränkung ist Clomipramin mit Vorsicht zu

verabreichen.

Ethnische Zugehörigkeit:

Obwohl die Auswirkung der ethnischen Zugehörigkeit und der Rasse auf die Pharmakokinetik von

Clomipramin nicht eingehend untersucht wurde, wird der Metabolismus von Clomipramin und seiner

aktiven Metaboliten bestimmt durch genetische Faktoren, die sowohl zu einem geringen, als auch zu

einem extensiven Metabolismus des Wirkstoffs und seiner Metaboliten führen. Der Metabolismus

von Clomipramin in der kaukasischen Population kann nicht auf die asiatische Bevölkerung, im

Besonderen auf Japaner und Chinesen extrapoliert werden, als Folge der ausgeprägten Unterschiede

im Metabolismus von Clomipramin zwischen diesen beiden ethnischen Gruppen.

Klinische Prüfungen:

Derzeit werden keine klinischen Prüfungen mit Clomipramin HCl medicamentum durchgeführt.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxizität nach wiederholter Gabe:

Phospholipidosis und testikuläre Veränderungen, im Allgemeinen mit trizyklischen Substanzen

assoziiert, wurden mit Clomipramin Hydrochlorid bei

10fache der maximal empfohlenen

Tagesdosis beim Menschen (MRHD) beobachtet.

Reproduktionstoxizität:

Bei Ratten wurden bei oralen Dosen von bis zu 24mg/kg keine Beeinträchtigungen der

Reproduktionsleistung, einschließlich männlicher und weiblicher Fertilität, beobachtet.

Bei Mäusen, Ratten und Kaninchen wurden keine teratogenen Effekte bei Dosen bis zu 100, 50 bzw.

60 mg/kg beobachtet.

Mutagenität:

Es wurden in vitro und in vivo verschiedene Untersuchungen zur Mutagenität durchgeführt. Diese

zeigen keinerlei mutagene Aktivität von Clomipramin Hydrochlorid.

Kanzerogenität:

Es gibt keinen Hinweis auf Kanzerogenität bei Mäusen und Ratten nach 104 Wochen Behandlung mit

Clomipramin Hydrochlorid.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen: Glycerin, Wasser für Injektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

5 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25°C lagern.

Clomipramin HCl medicamentum Ampullen in der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt

vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

OPC-Ampullen aus farblosem Glas Typ I mit 2 ml Lösung.

Packungen mit 10 Ampullen in einem Karton.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7. INHABER DER GENEHMIGUNG FÜR DEN PARALLELIMPORT

medicamentum pharma GmbH

Allerheiligen 51

8643 Allerheiligen im Mürztal

8. ZULASSUNGSNUMMER

Z.Nr.: 14.191-P1

9. DATUM DER ERTEILUNG DER GENEHMIGUNG FÜR DEN PARALLELIMPORT/VERLÄNGERUNG DER

GENEHMIGUNG FÜR DEN PARALLELIMPORT

Genehmigung: 19.07.2018

10. STAND DER INFORMATIONEN

Februar 2020

REZEPTPFLICHT / APOTHEKENPFLICHT

Rezeptpflichtig, wiederholte Abgabe verboten, apothekenpflichtig

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