Clexane 6.000 I. E. (60 mg)/0,6 ml Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Enoxaparin-Natrium
Verfügbar ab:
EurimPharm Arzneimittel GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
Enoxaparin sodium
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Enoxaparin-Natrium 60.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
54400.00.00

0389-ZB001b

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bitte lesen Sie folgende Gebrauchsinformation aufmerksam, weil sie wichtige Informationen darüber enthält,

was Sie bei der Anwendung dieses Arzneimittels beachten sollen. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Arzt

oder Apotheker.

Gebrauchsinformation

Clexane 60 mg

Wirkstoff: Enoxaparin-Natrium

Zusammensetzung

Eine Fertigspritze mit 0,6 ml Injektionslösung enthält:

Arzneilich wirksamer Bestandteil:

60 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 6000 I.E. anti-Xa)

Sonstiger Bestandteil:

Wasser für Injektionszwecke.

Darreichungsform und Inhalt

Injektionslösung

Packung mit 10 Fertigspritzen zu 0,6 ml Injektionslösung

Stoff- und Indikationsgruppe

Blutgerinnungshemmendes Mittel

Import, Umpackung und Vertrieb:

Hersteller:

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Aventis Pharma Spécialités

Am Gänslehen 4 – 6

Maisons Alfort

és451 Piding

(Frankreich)

Tel.: 08651/704-0

Anwendungsgebiete

- Behandlung von Verengungen der tiefen Venen durch Blutgerinnsel (Therapie tiefer Venenthrombosen)

- Behandlung herzbedingter Schmerzen im Brustkorb (Therapie der instabilen Angina pectoris) und einer

bestimmten Form des Herzinfarktes ohne Q-Wellen im EKG (Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt):

Clexane 60 mg ist angezeigt zur Verhinderung von erneut auftretender schwerer Angina pectoris oder eines

drohenden Herzinfarktes bei Patienten mit instabiler Angina oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt.

Von der Behandlung mit Clexane 60 mg profitieren am ehesten Patienten, die innerhalb von 24 Stunden nach

der letzten Schmerzsymptomatik behandelt werden und die ischämische EKG-Veränderungen und/oder erhöhte

Konzentrationen von bestimmten (kardialen) Enzymen vor Therapiebeginn aufweisen.

Hinweise:

Falls eine operative Wiederherstellung der Blutversorgung (Revaskularisation, z.B. PTCA oder CABG-

Operation) während der Clexane-Therapie notwendig wird, ist Clexane 60 mg sofort abzusetzen und auf die

übliche antithrombotische Standardtherapie (z.B. unfraktioniertes Heparin) umzustellen (siehe auch

„Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise“).

Clexane 60 mg wird zusätzlich zu 100 bis 325 mg Acetylsalicylsäure (ASS) pro Tag angewendet, falls gegen

deren Anwendung keine Gegenanzeigen bestehen.

- Verhinderung eines Verschlusses der Schläuche bei der Blutwäsche (Hämodialyse) mit der künstlichen Niere

(Thromboseprophylaxe und Gerinnungshemmung bei extrakorporalem Kreislauf während der Hämodialyse).

Gegenanzeigen

Wann darf Clexane 60 mg nicht angewendet werden?

Clexane 60 mg darf nicht angewendet werden bei

- Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Enoxaparin-Natrium

- kürzlich zurückliegenden (z.B. innerhalb der letzten 6 Wochen vor der Behandlung) Verletzungen oder

Operationen am Zentralnervensystem oder am Auge oder Ohr

- kürzlich (z.B. innerhalb der letzten 30 Tage vor der Behandlung) zurückliegender klinisch relevanter Blutung

(z.B. Blutung im Magen-Darm-Trakt, mit bloßem Auge sichtbarer Blutung der Geschlechtsorgane oder des

Harntraktes oder sonstiger anomaler Blutung)

- weniger als 6 Monate zurückliegendem oder akutem (oder Verdacht auf) blutigen (hämorrhagischen)

Schlaganfall oder anderen Blutungen im Schädel (intrakraniale Blutungen)

- akuter oder aus der Vorgeschichte bekannter Erkrankung im Schädel (Neoplasma, arteriovenöse Malformation,

Aneurysma)

- klinisch relevanten Gerinnungsstörungen [Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) – auch in der

Vorgeschichte, Mangel an Gerinnungsfaktoren, Verringerung der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)]

- Magen- oder Darmgeschwüren

- drohender Fehlgeburt

- schweren Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion

(Kreatinin-Clearance < 30 ml/min; außer beim Einsatz von Clexane 60 mg in der Hämodialyse)

- unkontrollierbarem schweren Bluthochdruck

- Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditis)

- Überempfindlichkeit gegen Heparin

- aktuellem oder aus der Vorgeschichte bekanntem allergisch bedingtem Abfall der Zahl der Blutplättchen

(Thrombozytopenie, Typ II) auf Heparin

- Verdacht auf Erkrankungen der Netzhautgefäße (vaskuläre Retinopathie), Glaskörperblutungen oder anderen

Blutungen im Auge.

Clexane 60 mg darf zur Therapie der instabilen Angina pectoris nicht angewendet werden, falls der Patient vor

Behandlungsbeginn blutgerinnungshemmende Mittel (orale Antikoagulantien) eingenommen hat mit Erhöhung

bestimmter Laborwerte (INR > 1,4 bzw. Thromboplastinzeit > 14 Sekunden).

Bei der Therapie tiefer Venenthrombosen, der instabilen Angina und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes mit

Clexane 60 mg dürfen gleichzeitig bestimmte rückenmarksnahe Anästhesieverfahren (Spinal-, Peridural-,

Epiduralanästhesie, Lumbalpunktion) nicht durchgeführt werden.

Was müssen Sie in der Anwendung bei Kindern beachten?

Über die Anwendung bei Kindern liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vor. Im Zweifelsfall fragen

Sie Ihren Arzt um Rat.

Was müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Unter der Geburt darf die rückenmarksnahe Narkose (epidurale Anästhesie) nicht bei Schwangeren angewendet

werden, die mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln behandelt werden.

In einer klinischen Studie an Schwangeren mit künstlichen Herzklappen, die zweimal täglich 1 mg Enoxaparin-

Natrium pro kg Körpergewicht zur Verhinderung von Blutgerinnseln erhalten hatten, traten bei zwei Frauen

Blutgerinnsel auf, die zur Blockade der Herzklappe und zum Tod der Patientinnen führten. Solange keine

weiteren Informationen zur Dosierung, Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen, wird die Verwendung von

Enoxaparin bei Schwangeren mit künstlichen Herzklappen nicht empfohlen.

Zu einer Anwendung von Clexane 60 mg im ersten Drittel der Schwangerschaft liegen bisher keine Erfahrungen

vor.

Es liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Frage eines eventuellen Überganges von niedermolekularen

Heparinen in die Muttermilch vor, jedoch erscheint ein gerinnungshemmender Effekt auf den Säugling

unwahrscheinlich.

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise

Clexane 60 mg darf nicht intramuskulär verabfolgt werden.

Wann darf Clexane 60 mg nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden?

Im folgenden wird beschrieben, wann Sie Clexane 60 mg nur unter bestimmten Bedingungen anwenden dürfen.

Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Das gilt auch, wenn diese Angaben bei Ihnen früher zutrafen.

Clexane 60 mg sollte nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden bei:

- Störungen der Blutplättchenfunktion

- gering bis mäßig eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Bauchspeicheldrüsenfunktion

- magensaftbedingten Geschwüren (peptische Ulzera) in der Vorgeschichte

- Verdacht auf bösartige Geschwülste (Malignom) mit Blutungsneigung

- Nieren- und Harnleitersteinen

- gleichzeitiger Behandlung mit oralen blutgerinnungshemmenden Mitteln, Acetylsalicylsäure (ASS), Ticlopidin

- gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen. Die Serum-Kalium-

Spiegel sollten bei Risikopatienten (z.B. aufgrund von Diabetes mellitus, Einschränkung der Nierenfunktion

oder Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen) während der Enoxaparin-

Therapie kontrolliert werden.

Es liegen keine ausreichenden Studienergebnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit einer Verwendung von

Enoxaparin zur Verhinderung von Blutgerinnseln bei Patienten mit künstlichen Herzklappen vor. Eine

entsprechende Verwendung kann aus diesem Grunde nicht empfohlen werden (siehe „Gegenanzeigen/Was

müssen Sie in Schwangerschaft und Stillzeit beachten?“).

Welche Vorsichtsmaßnahmen müssen beachtet werden?

Vor Beginn der Behandlung mit Clexane 60 mg sollten mögliche vorbestehende Blutgerinnungsanomalien

abgeklärt und während der Behandlung entsprechende Laborkontrollen durchgeführt werden. Eine sorgfältige

Überwachung der Anzeichen einer Blutung während der Therapie ist erforderlich, um ggf. Gegenmaßnahmen

einleiten zu können (siehe auch „Anwendungsfehler und Überdosierung“).

Kontrollen der Blutplättchenzahl (Thrombozytenzahl) sollen

- vor Beginn der Therapie mit Clexane 60 mg

- am 1. Tag nach Beginn der Therapie und

- anschließend während der ersten 3 Wochen regelmäßig alle 3 bis 4 Tage erfolgen.

Darüber hinaus wird eine Kontrolle der Thrombozytenzahl am Ende der Therapie empfohlen.

Welche speziellen Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen müssen beim therapeutischen Einsatz von

Clexane 60 mg beachtet werden?

Bei älteren Patienten und Patienten mit niedrigem Körpergewicht soll Clexane 60 mg mit besonderer Vorsicht

angewendet werden, weil diese Patienten ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Diese Patienten sind im Hinblick

auf eine Blutung eng zu überwachen.

Es bestehen keine ausreichenden Therapieerfahrungen hinsichtlich einer Enoxaparin-Anwendung während

operativer Wiederherstellung der Blutversorgung (Revaskularisation mittels PTCA oder CABG-Operation).

Daher sollte Clexane 60 mg vor einer Intervention abgesetzt und auf die übliche antithrombotische

Standardtherapie (z.B. unfraktioniertes Heparin) umgestellt werden.

In Folge seiner im Vergleich zu Heparin längeren Halbwertszeit besteht nach der Enoxaparin-Gabe eine länger

anhaltende blutgerinnungshemmende (antikoagulative) Wirkung, für deren Überwachung die aPTT und

aktivierte Gerinnungszeit (ACT)

nicht

geeignet sind. Daher darf bis zu 8 Stunden nach subkutaner

Verabreichung von 1 mg Enoxaparin-Natrium/kg KG kein intravenöses Heparin gegeben werden, bzw. zwischen

8 und 12 Stunden nach der letzten Enoxaparin-Gabe eine Heparin-Infusion nur unter äußerster Vorsicht erfolgen.

Wenn möglich sollten demzufolge Revaskularisationsmaßnahmen (PTCA, CABG) erst frühestens 12 Stunden

nach der letzten Enoxaparin-Gabe bzw. nach Umstellung auf die übliche antithrombotische Standardtherapie

erfolgen.

Muss wegen klinischer Dringlichkeit eine PTCA früher erfolgen, darf die Gefäßschleuse frühestens 8 Stunden

nach der letzten Enoxaparin-Gabe entfernt werden, um die Blutungsgefahr an der arteriellen Zugangsstelle zu

verringern. Falls während der PTCA Heparin verabreicht wurde, sollte zusätzlich vor Schleusenentfernung

sichergestellt werden, dass sich die aktivierte Gerinnungszeit (ACT) normalisiert hat (d.h. weniger als 180 s

beträgt). Es ist zu berücksichtigen, dass ein verbleibender antikoagulativer Effekt von Enoxaparin durch die

ACT-Bestimmung nicht erfasst wird (siehe oben). Deshalb sind Patienten, die noch unter Enoxaparin-Wirkung

eine dringliche PTCA oder einen CABG erhalten müssen, besonders gefährdet, Blutungen – auch schwere – zu

erleiden.

Da noch keine ausreichenden Erfahrungen bzgl. der Anwendung von Enoxaparin und Hemmstoffen bestimmter

Blutplättchenrezeptoren

(GPIIb/IIIa-Rezeptorantagonisten)

bzw.

Clopidogrel

sowie

Stentimplantationen

vorliegen, ist derzeit deren gleichzeitige Anwendung nicht zu empfehlen.

Wenn bei Patienten, die wegen instabiler Angina pectoris oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt mit Clexane 60

mg behandelt werden, ein Q-Wellen-Myokardinfarkt auftritt, kann eine fibrinolytische Therapie angebracht sein.

Da keine Erfahrungen über die gleichzeitige Anwendung von Enoxaparin und fibrinolytischer Therapie

vorliegen, sollte bei diesen Patienten Clexane 60 mg sofort abgesetzt und eine fibrinolytische Therapie initiiert

werden. Falls seit der letzten Enoxaparin-Gabe weniger als 8 Stunden vergangen sind, sollte keine Verabreichung

von unfraktioniertem Heparin erfolgen.

Sollte unter Enoxaparin-Wirkung eine Gefäßpunktion – insbesondere eine arterielle – notwendig werden, besteht

erhöhtes Blutungsrisiko an der Punktionsstelle.

Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von Clexane 60 mg und was muss beachtet

werden, wenn zusätzlich andere Arzneimittel angewendet werden?

Wirkungsverstärkung z.B. erhöhte Blutungsneigung durch Substanzen, die die Blutgerinnung beeinflussen, z.B.

Acetylsalicylsäure, Ticlopidin, Clopidogrel, GP IIb/IIIa-Rezeptorantagonisten (z.B. Tirofiban, Eptifibatide,

Abciximab), Dipyridamol, orale Antikoagulantien (Dicumarole), Fibrinolytika, nicht-steroidale Antirheumatika

(Substanzgruppe von Rheumamitteln), Dextran und Krebsmittel (Zytostatika).

Die Wirkung von Enoxaparin kann durch Antihistaminika (Arzneimittel gegen allergische Reaktionen),

Digitalispräparate (bestimmte Herzarzneimittel), Tetracycline (Antibiotika), Nikotin (bei Missbrauch) und

Ascorbinsäure (Vitamin C) abgeschwächt werden.

Phenytoin, Chinidin, Propranolol, Benzodiazepine sowie das körpereigene Bilirubin werden aus der Plasma-

Eiweiß-Bindung verdrängt, wodurch die Wirkung der Arzneimittel verstärkt werden kann.

Die Plasma-Eiweiß-Bindung basischer Arzneimittel (z.B. Chinin) wird erhöht und dadurch kann deren Wirkung

abgeschwächt werden.

Arzneimittel, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen, dürfen nur unter besonders sorgfältiger medizinischer

Überwachung gleichzeitig mit Enoxaparin angewendet werden (siehe auch „Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung und Warnhinweise“).

Wechselwirkung

Heparin

intravenös

verabreichtem

Glyceroltrinitrat,

einer

Wirkungsabschwächung von Heparin führt, kann auch für Enoxaparin nicht ausgeschlossen werden.

Beachten Sie, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung

Die folgenden Angaben gelten, soweit Ihnen Ihr Arzt Clexane 60 mg nicht anders verordnet hat. Bitte halten Sie

sich an die Anwendungsvorschriften, da Clexane 60 mg sonst nicht richtig wirken kann!

Die Dosierung von Clexane in der Therapie richtet sich nach dem Körpergewicht. Dafür stehen neben Clexane

60 mg auch Clexane 80 mg und Clexane 100 mg als Fertigspritzen zur Verfügung. Die Fertigspritzen mit einer

Füllmenge von 0,6 ml, 0,8 ml und 1,0 ml weisen eine Graduierung in 0,1 ml-Schritten auf. Die korrekte Dosis

für bestimmte Gewichtsgruppen kann gegebenenfalls dadurch erreicht werden, dass die höher dosierte

Fertigspritze verwendet wird, nachdem die überschüssige Menge von 0,1 ml verworfen wurde (siehe

Dosierungstabelle).

Dosierungsanleitung bei der Therapie von tiefen Venenthrombosen

bzw. bei der Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes

Körpergewicht

Einzeldosis in

mg Wirkstoff

Einzeldosis in ml

entsprechend der

Spritzenskalierung

Zu verwendende

Fertigspritzen

(Handelsname)

Verwerfung von 0,1 ml aus

der Fertigspritze vor

Injektion

45 bis 54 kg

55 bis 64 kg

65 bis 74 kg

75 bis 84 kg

85 bis 94 kg

95 bis 104 kg

50 mg

60 mg

70 mg

80 mg

90 mg

100 mg

0,5 ml

0,6 ml

0,7 ml

0,8 ml

0,9 ml

1,0 ml

Clexane 60 mg

Clexane 60 mg

Clexane 80 mg

Clexane 80 mg

Clexane 100 mg

Clexane 100 mg

nein

nein

nein

Bei der Therapie tiefer Venenthrombosen (Verengung der tiefen Venen durch Blutgerinnsel)

In welcher Dosierung soll Clexane 60 mg angewendet werden?

Zur Therapie tiefer Venenthrombosen wird Clexane 60 mg in einer Dosierung von 1 mg Enoxaparin-Natrium

(entsprechend 0,01 ml Injektionslösung Clexane 60 mg) pro kg Körpergewicht zweimal täglich subkutan (unter

die Haut) injiziert. Für die Einzelinjektion ergibt sich das Injektionsvolumen in ml aus dem jeweiligen

Körpergewicht geteilt durch 100. Das Injektionsvolumen kann auf die erste Dezimalstelle ab- bzw. aufgerundet

werden (siehe Dosierungstabelle).

Wie lange sollte Clexane 60 mg angewendet werden?

Die Behandlungsdauer mit Clexane 60 mg soll mindestens 5 Tage betragen. Überlappend sollte innerhalb von 2

spätestens

Tagen

Einnahme

oralen

(durch

Mund

aufzunehmenden)

blutgerinnungshemmenden Mitteln (oralen Antikoagulantien) begonnen werden und die Gabe von Clexane 60

mg solange weitergeführt werden, bis die Wirkung der oralen Antikoagulantien ausreichend ist (INR-Wert = 2

bis 3).

Bei der Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes

In welcher Dosierung soll Clexane 60 mg angewendet werden?

Die Dosierung beträgt 1 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 0,01 ml Injektionslösung Clexane 60 mg) pro kg

Körpergewicht alle 12 Stunden. Für die Einzelinjektion ergibt sich das Injektionsvolumen in ml aus dem

jeweiligen Körpergewicht geteilt durch 100. Das sich ergebende Injektionsvolumen kann auf die erste

Dezimalstelle ab- bzw. aufgerundet werden (siehe Dosierungstabelle).

Gleichzeitig soll Acetylsalicylsäure (ASS) in einer Dosierung von 100 mg bis 325 mg gegeben werden, falls

keine Gegenanzeigen gegen deren Anwendung bestehen.

Wie lange sollte Clexane 60 mg angewendet werden?

Bei diesen Patienten soll die Behandlung mit Clexane 60 mg über mindestens 2 Tage erfolgen und bis zur

klinischen Stabilisierung fortgeführt werden. Die übliche Behandlungsdauer beträgt im Mittel 3 Tage und sollte

5 Tage nicht überschreiten.

Bei Hämodialyse

In welcher Dosierung sollte Clexane 60 mg angewendet werden?

Die Dosis muss für jeden Patienten individuell eingestellt werden. In Abhängigkeit von den Dialyseergebnissen

in den ersten Dialysesitzungen sollten die Dosierungen in den nachfolgenden Dialysesitzungen entsprechend

angepasst werden. Um eine individuelle Dosierung zu erleichtern, steht auch ein Mehrfachdosenbehältnis unter

der Bezeichnung Clexane multidose 100 mg/ml zur Verfügung.

Bei Patienten, die sich ständig einer Hämodialyse unterziehen müssen, wird die Prävention einer Thrombose im

extrakorporalen Kreislauf durch Injektion von 0,01 ml Clexane 60 mg pro kg Körpergewicht in den arteriellen

Schenkel des Dialysekreislaufs zu Beginn der Sitzung erzielt. Diese Dosis ist gewöhnlich für eine vierstündige

Hämodialysesitzung ausreichend. Sollten sich Fibrinablagerungen bilden, ist es erforderlich, in Abhängigkeit

von der Restdauer der Dialyse, darüber hinaus 0,005 ml bis 0,01 ml Clexane 60 mg pro kg Körpergewicht zu

applizieren.

Bei Hämodialyse-Patienten mit einem hohen Hämorrhagierisiko (im besonderen prä- oder postoperativ) oder mit

einer progressiven hämorrhagischen Erkrankung, sollten die Dialysesitzungen mit einer Dosis von 0,005 ml

(doppelter Gefäßzugang) bzw. 0,0075 ml (einfacher Gefäßzugang) Clexane 60 mg pro kg Körpergewicht

durchgeführt werden.

Hinweis:

Verschiedene niedermolekulare Heparine sind nicht notwendigerweise gleichwertig. Deshalb sollten jeweils die

spezifische Dosierungsanleitung und die Hinweise für die Anwendung befolgt werden.

Wie sollte Clexane 60 mg angewendet werden?

Clexane 60 mg ist für die subkutane Injektion vorgesehen; sie sollte vorzugsweise im Liegen vorgenommen

werden.

Ein an der Injektionsnadel haftender Tropfen ist vor der Injektion zu entfernen, da ein Nachlaufen von Clexane

60 mg in den Einstichkanal zu einem ungefährlichen, oberflächlichen Bluterguss bzw. in seltenen Fällen zu einer

lokalen allergischen Reizung führen kann.

Der Einstich der Injektionsnadel muss senkrecht zur Körperachse in die mit 2 Fingern abgehobene Hautfalte der

vorderen seitlichen Bauchwand oder der Außenseite des Oberschenkels erfolgen. Die Hautfalte darf während der

subkutanen Injektion nicht gelockert werden. Es wird empfohlen, Clexane 60 mg exakt subkutan und langsam,

ohne Luft anzusaugen, zu injizieren.

Anwendungsfehler und Überdosierung

Was ist zu tun, wenn Clexane 60 mg in zu großen Mengen angewendet wurde (beabsichtigte oder

versehentliche Überdosierung)?

Eine versehentliche Überdosierung nach Verabreichung in ein Blutgefäß (intravenös) oder unter die Haut

(subkutan) kann aufgrund der blutgerinnungshemmenden Eigenschaften zu Blutungskomplikationen führen.

Symptome einer Überdosierung sind im allgemeinen Blutungen, zumeist aus Haut und Schleimhäuten, aus

Wunden, dem Magen-Darm-Trakt und den Harn- und Geschlechtsorganen (z.B. Nasenbluten, Blut im Urin,

Teerstuhl, Blutergüsse, flohstichartige Blutungen). Blutdruckabfall, Abfall des Anteils zellulärer Bestandteile am

Gesamtblut (Hämatokrit) oder andere Symptome können Zeichen einer verborgenen Blutung sein.

Sollten Blutungen auftreten, ist die Anwendung von Enoxaparin in Abhängigkeit von der Schwere der Blutung

und dem Thromboserisiko zu unterbrechen und sofort ein Arzt aufzusuchen.

Die Blutungskomplikationen können zum Teil durch langsame intravenöse Injektion von Protamin (Sulfat oder

Hydrochlorid) verhindert werden. Die Gabe von Protamin sollte aber nur in schweren Fällen erwogen werden,

Überschuss

Protamin

selbst

einen

gerinnungshemmenden

Effekt

ausübt

sowie

Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen) bewirken kann.

Die Protamindosis sollte dabei der von Enoxaparin-Natrium entsprechen: 1 mg oder 100 Antiheparineinheiten

Protamin, um die anti-Faktor-IIa-Aktivität, die von 0,01 ml Clexane 60 mg hervorgerufen wird, zu

neutralisieren.

Auch mit hohen Dosen Protamin kann die anti-Faktor-Xa-Aktivität nur bis maximal 60 % neutralisiert werden.

Was muss beachtet werden, wenn eine Anwendung vergessen wurde?

Wenn eine Anwendung von Clexane 60 mg vergessen wurde, kann das Arzneimittel auch zu einem späteren

Zeitpunkt injiziert werden. Zwischen zwei Injektionen sollte jedoch ein Abstand von mindestens 12 Stunden

liegen. Auf keinen Fall dürfen 2 Injektionen hintereinander (bzw. die doppelte Dosis) gegeben werden.

Was muss beachtet werden, wenn die Behandlung unterbrochen oder vorzeitig beendet wird?

Wenn die Behandlung mit Clexane 60 mg unterbrochen oder vorzeitig beendet wird, ist ein ausreichender Schutz

vor Thrombosen nicht gewährleistet. Nehmen Sie bitte unverzüglich Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen können nach der Verabreichung von Clexane 60 mg auftreten?

Allergische Reaktionen mit Symptomen, wie z.B. Hautjucken, Hautrötung, Nesselausschlag (Urticaria),

Hautschwellung

(angioneurotisches

Ödem),

Hautausschlag,

Übelkeit,

Erbrechen,

Temperaturanstieg,

Blutdruckabfall, sind in seltenen Fällen möglich. In Einzelfällen wurden allergische Sofortreaktionen mit

Hautausschlägen, Einengung der Luftwege, Atemnot und Blutdruckabfällen bis zum Kreislaufversagen

beobachtet.

In Einzelfällen wurde auch über das Auftreten punktförmiger Blutergüsse in der Haut (Purpura) teils mit

Absterben von Hautgewebe (Hautnekrosen) im Bereich der Injektionsstelle, teils auch an anderen Körperstellen

mit Bevorzugung der unteren Gliedmaßen berichtet, die möglicherweise durch eine allergische Entzündung

kleiner Blutgefäße (Vasculitis) verursacht sind.

An der Injektionsstelle können Blutergüsse (Ekchymosen) sowie Schmerzen auftreten.

In Abhängigkeit von der Dosierung muss mit einem vermehrten Auftreten von offenen oder verborgenen

Blutungskomplikationen (insbesondere an Haut, Schleimhäuten, Wunden sowie im Bereich des Magen-Darm-

Traktes, der Harn- und Geschlechtsorgane) gerechnet werden. Die Ursache dieser Blutungen sollte untersucht

und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden (siehe auch „Gegenanzeigen“ und „Wechselwirkungen“).

Vermehrte Blutungen bei operativen Eingriffen sind selten und allgemein im Umfang begrenzt.

Es wurde über schwere Blutungen im Bauchraum (retroperitoneal) oder im Schädel (intrakranial) berichtet, die

in sehr seltenen Fällen einen tödlichen Ausgang nahmen.

Gelegentlich tritt zu Beginn der Behandlung mit Heparin eine leichte vorübergehende Verminderung der Zahl

der Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ I) mit Werten zwischen 100.000/µl und 150.000/µl auf (verursacht

durch vorübergehende Aktivierung der Blutplättchen). Komplikationen treten im allgemeinen nicht auf. Die

Behandlung kann daher häufig fortgeführt werden.

Selten wird ein allergisch bedingter schneller Abfall der Zahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie Typ II) mit

Werten deutlich unter 100.000/µl oder auf weniger als 50 % des Ausgangswertes beobachtet. Bei Patienten ohne

vorbestehende Überempfindlichkeit gegen Heparin beginnt der Abfall der Zahl der Blutplättchen in der Regel 6

bis 14 Tage nach Behandlungsbeginn. Bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Heparin tritt dieser Abfall

unter Umständen innerhalb von Stunden auf.

Diese schwere Form der Verminderung von Blutplättchen kann verbunden sein mit Blutpfropfenbildung

(arteriellen und venösen Thrombosen/Thromboembolien), Gerinnungssteigerung (Verbrauchskoagulopathie),

z.T. Absterben von Hautgewebe (Hautnekrosen) an der Injektionsstelle, flohstichartigen Blutungen (Petechien),

Haut- und Schleimhautblutungen (Purpura) und Teerstuhl (Meläna). Als Komplikation können in einigen Fällen

zusätzlich zu den Thrombosen Durchblutungsstörungen an Organen (Organinfarkte) oder an den Gliedmaßen

auftreten. Dabei kann die blutgerinnungshemmende Wirkung des Heparins vermindert sein (Heparin-Toleranz).

Bei Patienten, bei denen die genannten allergischen Reaktionen auftreten, muss Clexane 60 mg sofort abgesetzt

werden. Bei ihnen darf auch in Zukunft kein Heparin-haltiges Arzneimittel mehr angewendet werden. Wegen der

genannten gelegentlich auftretenden ungünstigen Wirkung des Heparins auf die Blutplättchen muss deren Zahl,

insbesondere zu Beginn der Behandlung mit diesem Arzneimittel, engmaschig kontrolliert werden (siehe auch

„Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung und Warnhinweise“).

In seltenen Fällen wurde bei der Verwendung von Enoxaparin-Natrium im Zusammenhang mit bestimmten

rückenmarksnahen

Narkoseverfahren

(Spinalanästhesie,

Periduralanästhesie,

Lumbalpunktion)

oder

postoperativen Verweilkathetern über rückenmarksnahe Blutergüsse (spinale und epidurale Hämatome) berichtet.

Diese Ereignisse haben zu neurologischen Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung wie zum Beispiel

langdauernden oder bleibenden Lähmungen geführt (siehe auch „Gegenanzeigen“).

Häufig wird ein Anstieg der Leberenzymwerte beobachtet, möglicherweise dosisabhängig, der zumeist nach

Absetzen der Behandlung zurückgeht und klinisch nicht bedeutsam ist.

Selten wurden bei Laborkontrollen symptomlos verlaufende Erhöhungen der Blutplättchenzahl (Thrombozyth-

ämie) und Erniedrigungen der Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie) beobachtet.

Anstiege der Serum-Kalium-Konzentration sind möglich.

Nebenwirkungen wie bei einer Behandlung mit unfragmentiertem Heparin: Haarausfall, Kopfschmerz,

Übersäuerung des Blutes (Azidose), Verminderung des Knochengewebes (Osteoporose), Absterben von

Hautgewebe (Hautnekrosen), schmerzhafte Dauererektion des Penis (Priapismus), niedriger Blutdruck

(Hypotonie), Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardie) und Unterfunktion der Nebennierenrinde

(Hypoaldosteronismus) sind in Einzelfällen möglich.

Wie durch

unfragmentiertes

Heparin können durch

Clexane

60 mg folgende

klinisch-chemischen

Untersuchungsergebnisse verfälscht werden:

- Vortäuschung niedriger Cholesterinwerte im Serum.

- Falsch hohe T

- und T

-Werte (Schilddrüsenhormone) bei nicht nüchternen Patienten.

- Falsch hohe Blutzuckerwerte (erhöht um bis zu 30 mg %).

- Verfälschung des Ergebnisses des Bromsulfalein-Tests (Leberfunktionstest).

Wenn Sie Nebenwirkungen bei sich beobachten, die nicht in dieser Packungsbeilage aufgeführt sind, teilen Sie

diese bitte Ihrem Arzt oder Apotheker mit.

Hinweise und Angaben zur Haltbarkeit

Das Verfalldatum dieser Packung ist auf dem Umkarton und dem Etikett aufgedruckt.

Verwenden Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum.

Nicht über 25°C aufbewahren. Nicht tiefgefrieren.

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren!

Stand der Information

Mai 2001

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Entnahmehinweis für Fertigspritzen aus Blistern

Deckfolie an der gekennzeichneten Stelle abziehen und Spritze vorsichtig entnehmen. Spritze nicht durch die

Deckfolie hindurchdrücken, da ansonsten die Gefahr besteht, dass sich die Kanüle (Nadel) verbiegt.

Hinweise zur Injektion

Als Injektionsort eignet sich die Haut der vorderen seitlichen Bauchwand sowie die Haut an der Außenseite des

Oberschenkels. Die Einstichstelle wird desinfiziert.

Beachten Sie: Die in der Fertigspritze befindliche Luftblase darf vor der Injektion nicht entfernt werden. Sie

dient dazu, ein vollständiges Entleeren der Spritze zu ermöglichen. Falls sich an der Nadelspitze ein Tropfen

gebildet hat, soll dieser abgeschüttelt, nicht abgestreift werden.

Zwischen Daumen und Zeigefinger wird eine Hautfalte gebildet.

Mit der einen Hand die Hautfalte festhalten, mit der anderen wird die Nadel der Fertigspritze senkrecht

eingestochen und in ihrer ganzen Länge eingeführt.

Die Nadellänge ist so berechnet, dass der Wirkstoff dann genau in der richtigen subkutanen Hautregion platziert

wird.

Dann erfolgt, ohne Luft anzusaugen, die langsame Injektion der gesamten Flüssigkeitsmenge, indem der

Spritzenstempel heruntergedrückt wird. Danach wird die Nadel senkrecht wieder herausgezogen und erst dann

die Hautfalte wieder losgelassen.

An der Injektionsstelle kann sich später eventuell ein kleiner Bluterguss („blauer Fleck“) bilden. Dies ist bei der

Injektion dieser Substanz normal und völlig harmlos.

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Diese Packung wurde von der Firma Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH,

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Fachinformation

Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

1. Bezeichnung der Arzneimittel

Clexane 60 mg

Clexane 80 mg

Clexane 100 mg

Wirkstoff: Enoxaparin-Natrium

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Clexane 60 mg

1 Fertigspritze mit 0,6 ml Injektionslösung enthält:

60 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 6.000 I.E. anti-Xa).

Clexane 80 mg

1 Fertigspritze mit 0,8 ml Injektionslösung enthält:

80 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 8.000 I.E. anti-Xa).

Clexane 100 mg

1 Fertigspritze mit 1,0 ml Injektionslösung enthält:

100 mg Enoxaparin-Natrium (entsprechend 10.000 I.E. anti-Xa).

3. Darreichungsform

Injektionslösung

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

- Therapie tiefer Venenthrombosen

- Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes:

Clexane ist indiziert zur Prävention von erneut auftretender schwerer Angina pectoris oder eines drohenden

Myokardinfarktes bei Patienten mit instabiler Angina oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt.

Von der Behandlung mit Clexane profitieren am ehesten Patienten, die innerhalb von 24 Stunden nach der letzten

Schmerzsymptomatik behandelt werden und die ischämische EKG-Veränderungen und/oder erhöhte kardiale

Enzymkonzentrationen vor Therapiebeginn aufweisen.

Hinweise:

Falls eine Revaskularisation (z. B. PTCA oder CABG-Operation) während der Clexane-Therapie notwendig wird,

ist Clexane sofort abzusetzen und der Patient auf die übliche antithrombotische Standardtherapie (z. B.

unfraktioniertes Heparin) umzustellen (siehe auch Punkt 4.4 ,,Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung“).

Clexane wird - falls nicht kontraindiziert - zusätzlich zu 100 bis 325 mg Acetylsalicylsäure (ASS) pro Tag

angewendet.

- Thromboseprophylaxe und Gerinnungshemmung bei extrakorporalem Kreislauf während der Hämodialyse.

November 2002

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung

Dosierung

- Therapie tiefer Venenthrombosen

Zur Therapie tiefer Venenthrombosen wird Clexane in einer Dosierung von 1 mg Enoxaparin-Natrium pro kg

Körpergewicht zweimal täglich injiziert. Für die Einzelinjektion ergibt sich das Injektionsvolumen in ml aus dem

jeweiligen Körpergewicht geteilt durch 100. Das sich ergebende Injektionsvolumen kann auf die erste

Dezimalstelle ab- bzw. aufgerundet werden (siehe Dosierungstabelle).

- Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes

Die Dosierung beträgt 1 mg Enoxaparin-Natrium pro kg Körpergewicht alle12 Stunden. Für die Einzelinjektion

ergibt sich das Injektionsvolumen in ml aus dem jeweiligen Körpergewicht geteilt durch 100. Das sich ergebende

Injektionsvolumen kann auf die erste Dezimalstelle ab- bzw. aufgerundet werden (siehe Dosierungstabelle).

Gleichzeitig soll - falls nicht kontraindiziert - Acetylsalicylsäure in einer Dosierung von 100 mg bis 325 mg

gegeben werden.

- Hämodialyse

Die Dosis muß für jeden Patienten individuell eingestellt werden. In Abhängigkeit von den Dialyseergebnissen in

den ersten Dialysesitzungen sollten die Dosierungen in den nachfolgenden Dialysesitzungen entsprechend

angepaßt werden. Um eine individuelle Dosierung zu erleichtern, steht auch ein Mehrfachdosenbehältnis unter der

Bezeichnung Clexane multidose 100 mg/ml zur Verfügung.

Bei Patienten, die sich ständig einer Hämodialyse unterziehen müssen, wird die Prävention einer Thrombose im

extrakorporalen Kreislauf durch Injektion von 0,01 ml Clexane pro kg Körpergewicht in den arteriellen Schenkel

des Dialysekreislaufs zu Beginn der Sitzung erzielt. Diese Dosis ist gewöhnlich für eine vierstündige

Hämodialysesitzung ausreichend. Sollten sich Fibrinablagerungen bilden, ist es erforderlich, in Abhängigkeit von

der Restdauer der Dialyse, darüber hinaus 0,005 ml bis 0,01 ml Clexane pro kg Körpergewicht zu applizieren.

Bei Hämodialyse-Patienten mit einem hohen Hämorrhagierisiko (im besonderen prä- oder postoperativ) oder mit

einer progressiven hämorrhagischen Erkrankung sollten die Dialysesitzungen mit einer Dosis von 0,005 ml

(doppelter Gefäßzugang) bzw. 0,0075 ml (einfacher Gefäßzugang) Clexane pro kg Körpergewicht durchgeführt

werden.

Dosierungstabelle für die Therapie von tiefen Venenthrombosen, der instabilen Angina pectoris und des Nicht

Q-Wellen-Myokardinfarktes

Körpergewicht

Einzeldosis in mg

Wirkstoff

Einzeldosis

in

ml

entsprechend

der

Spritzenskalierung

Zu

verwendende

Fertigspritzen

Verwerfung von 0,1 ml

aus

der

Fertigspritze

vor Injektion

45 bis 54 kg

55 bis 64 kg

65 bis 74 kg

75 bis 84 kg

85 bis 94 kg

95 bis 104 kg

50 mg

60 mg

70 mg

80 mg

90 mg

100 mg

0,5 ml

0,6 ml

0,7 ml

0,8 ml

0,9 ml

1,0 ml

Clexane 60 mg

Clexane 60 mg

Clexane 80 mg

Clexane 80 mg

Clexane 100 mg

Clexane 100 mg

nein

nein

nein

Dauer der Anwendung

- Therapie tiefer Venenthrombosen

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Die Behandlungsdauer mit Clexane soll mindestens 5 Tage betragen. Überlappend sollte innerhalb von 2 bis

spätestens 3 Tagen mit der Gabe von oralen Antikoagulantien begonnen werden und die Applikation von Clexane

so lange weitergeführt werden, bis ein INR-Wert von 2 bis 3 erreicht ist.

- Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes

Bei diesen Patienten soll die Behandlung mit Clexane über mindestens 2 Tage erfolgen und bis zur klinischen

Stabilisierung fortgeführt werden. Die übliche Behandlungsdauer beträgt im Mittel 3 Tage und sollte 5 Tage nicht

überschreiten.

Hinweis

Verschiedene niedermolekulare Heparine sind nicht notwendigerweise gleichwertig. Deshalb sollten jeweils die

spezifische Dosierungsanleitung und die Hinweise für die Anwendung befolgt werden.

Art der Anwendung

Clexane ist für die subkutane Injektion vorgesehen; sie sollte vorzugsweise am liegenden Patienten vorgenommen

werden.

Ein an der Injektionsnadel haftender Tropfen ist vor der Injektion zu entfernen, da ein Nachlaufen von Clexane in

den Einstichkanal zu einem ungefährlichen, oberflächlichen Bluterguß bzw. in seltenen Fällen zu einer lokalen

allergischen Reizung führen kann.

Der Einstich der Injektionsnadel muß senkrecht zur Körperachse in die mit 2 Fingern abgehobene Falte der

vorderen seitlichen Bauchwand oder der Außenseite des Oberschenkels erfolgen. Die Hautfalte darf während der

subkutanen Injektion nicht gelockert werden. Es wird empfohlen, Clexane exakt subkutan und langsam, ohne zu

aspirieren, zu injizieren. Clexane darf nicht intramuskulär verabreicht werden.

4.3 Gegenanzeigen

Clexane darf nicht angewendet werden bei:

- Überempfindlichkeit gegen Enoxaparin-Natrium

- kürzlich zurückliegenden (z. B. innerhalb der letzten 6 Wochen vor der Behandlung) Verletzungen oder

Operationen am Zentralnervensystem oder am Auge oder Ohr

- kürzlich (z. B. innerhalb der letzten 30 Tage vor der Behandlung) zurückliegender klinisch relevanter Blutung (z. B.

gastrointestinaler Blutung, makroskopisch sichtbarer Urogenitalblutung oder sonstiger anomaler Blutung)

- weniger als 6 Monate zurückliegendem oder akutem (oder Verdacht auf) hämorrhagischen Schlaganfall oder

anderen intrakranialen Blutungen

- akuter oder anamnestisch bekannter intrakranialer Erkrankung (Neoplasma, arteriovenöse Malformation,

Aneurysma)

- klinisch relevanten Gerinnungsstörungen (hämorrhagische Diathese - auch in der Anamnese, Mangel an

Gerinnungsfaktoren, Thrombozytopenie)

- Magen- oder Darmulzera

- Abortus imminens

- schweren Leber- oder Pankreaserkrankungen, schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance

<30 ml/min) außer beim Einsatz von Clexane in der Hämodialyse

- unkontrollierbarer schwerer Hypertonie

- Endokarditis

- Heparinallergie

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

- aktueller oder aus der Anamnese bekannter allergisch bedingter Thrombozytopenie (Typ II) auf Heparin

- Verdacht auf vaskuläre Retinopathie, Glaskörperblutungen oder anderen intraokularen Blutungen

Clexane darf zur Therapie der instabilen Angina pectoris nicht angewendet werden, falls der Patient vor

Therapiebeginn orale Antikoagulantien erhalten hat mit einer INR >1,4 bzw. Thromboplastinzeit >14 Sekunden.

Bei der Therapie von tiefen Venenthrombosen, instabiler Angina pectoris oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt darf

Clexane nicht angewendet werden, wenn gleichzeitig eine Spinal-, Peridural-, Epiduralanästhesie oder

Lumbalpunktion durchgeführt wird.

4.4 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Clexane darf nicht intramuskulär appliziert werden.

Clexane sollte nur unter erhöhter Vorsicht angewendet werden bei Patienten mit:

- Störungen der Thrombozytenfunktion

- gering bis mäßig eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Pankreasfunktion

- peptischen Ulzera in der Vorgeschichte

- Verdacht auf Malignome mit Blutungsneigung

- Nieren- und Harnleitersteinen

- gleichzeitiger Behandlung mit oralen Antikoagulantien, Acetylsalicylsäure, Ticlopidin

- gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen. Die Serum-Kalium-Spiegel

sollten bei Risikopatienten (z. B. aufgrund von Diabetes mellitus, Einschränkung der Nierenfunktion oder

Anwendung von Arzneimitteln, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen) während der Enoxaparin-Gabe

kontrolliert werden.

Vor Beginn der Behandlung mit Clexane sollten mögliche vorbestehende Blutgerinnungsanomalien abgeklärt und

während der Behandlung entsprechende Laborkontrollen durchgeführt werden. Eine sorgfältige Überwachung der

Anzeichen einer Blutung während der Therapie ist erforderlich, um ggf. Gegenmaßnahmen einleiten zu können

(siehe auch Punkt 4.9 „Überdosierung“).

Kontrollen der Thrombozytenzahl sollen

- vor Beginn der Enoxaparin-Gabe

- am 1. Tag nach Beginn der Enoxaparin-Gabe und

- anschließend während der ersten 3 Wochen regelmäßig alle 3 bis 4 Tage erfolgen.

Darüber hinaus wird eine Kontrolle der Thrombozytenzahl am Ende der Enoxaparin-Gabe empfohlen.

Es liegen keine ausreichenden Studienergebnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit einer Verwendung von Enoxaparin

zur Prävention thromboembolischer Ereignisse bei Patienten mit künstlichen Herzklappen vor. Eine entsprechende

Verwendung kann aus diesem Grunde nicht empfohlen werden (siehe Punkt 4.6 „Anwendung während

Schwangerschaft und Stillzeit“).

Spezielle Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bei älteren Patienten und Patienten mit niedrigem Körpergewicht soll Clexane in der Therapie mit besonderer

Vorsicht angewendet werden, weil diese Patienten ein erhöhtes Blutungsrisiko haben. Diese Patienten sind im

Hinblick auf eine Blutung eng zu überwachen.

Es bestehen keine ausreichenden Therapieerfahrungen hinsichtlich einer Enoxaparin-Anwendung während PTCA

oder CABG-Operation. Daher sollte Enoxaparin vor einer Intervention abgesetzt und auf die übliche

antithrombotische Standardtherapie (z. B. unfraktioniertes Heparin) umgestellt werden.

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Infolge seiner im Vergleich zu Heparin längeren Halbwertszeit besteht nach der Enoxaparin-Gabe eine länger

anhaltende antikoagulative Wirkung, für deren Überwachung die aPTT und aktivierte Gerinnungszeit (ACT) nicht

geeignet sind. Daher darf bis zu 8 Stunden nach subkutaner Applikation von 1 mg Enoxaparin-Natrium/kg KG kein

intravenöses Heparin gegeben werden, bzw. zwischen 8 und 12 Stunden nach der letzten Enoxaparin-Gabe eine

Heparininfusion nur unter äußerster Vorsicht erfolgen. Wenn möglich sollten demzufolge Revaskularisations-

maßnahmen (PTCA, CABG) erst frühestens 12 Stunden nach der letzten Enoxaparin-Gabe bzw. nach Umstellung

auf die übliche antithrombotische Standardtherapie erfolgen.

Muß wegen klinischer Dringlichkeit eine PTCA früher erfolgen, darf die Gefäßschleuse frühestens 8 Stunden nach

der letzten Enoxaparin-Gabe entfernt werden, um die Blutungsgefahr an der arteriellen Zugangsstelle zu verringern.

Falls während der PTCA Heparin verabreicht wurde, sollte zusätzlich vor Schleusenentfernung sichergestellt werden,

dass sich die aktivierte Gerinnungszeit (ACT) normalisiert hat (d. h. weniger als 180 s beträgt). Es ist zu

berücksichtigen, dass ein verbleibender antikoagulativer Effekt von Enoxaparin durch die ACT-Bestimmung nicht

erfaßt wird (siehe oben). Deshalb sind Patienten, die noch unter Enoxaparin-Wirkung eine dringliche PTCA oder

einen CABG erhalten müssen, besonders gefährdet, Blutungen — auch schwere — zu erleiden.

noch

keine

ausreichenden

Erfahrungen

bzgl.

der Anwendung

Enoxaparin

GPIIb/IIIa-

Rezeptorantagonisten bzw. Clopidogrel sowie Stentimplantationen vorliegen, ist derzeit deren gleichzeitige

Anwendung nicht zu empfehlen.

Wenn bei Patienten, die wegen instabiler Angina pectoris oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt mit Enoxaparin

behandelt werden, ein Q-Wellen-Myokardinfarkt auftritt, kann eine fibrinolytische Therapie angebracht sein. Da

keine Erfahrungen über die gleichzeitige Anwendung von Enoxaparin und fibrinolytischer Therapie vorliegen, sollte

bei diesen Patienten Enoxaparin sofort abgesetzt und eine fibrinolytische Therapie initiiert werden. Falls seit der

letzten Enoxaparin-Gabe weniger als 8 Stunden vergangen sind, sollte keine Applikation von unfraktioniertem

Heparin erfolgen.

Sollte unter Enoxaparinwirkung eine Gefäßpunktion— insbesondere eine arterielle —notwendig werden, besteht

erhöhtes Blutungsrisiko an der Punktionsstelle.

Anwendung bei Kindern

Über die Anwendung bei Kindern liegen keine ausreichenden klinischen Erfahrungen vor.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Folgende Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sind nicht auszuschließen:

a) Wirkungsverstärkung, z. B. erhöhte Blutungsneigung, durch Substanzen, die die Blutgerinnung beeinflussen, z. B.

Acetylsalicylsäure, Ticlopidin, Clopidogrel, GPIIb/IIIa-Rezeptorantagonisten (z. B. Tirofiban, Eptifibatide,

Abciximab), Dipyridamol, orale Antikoagulantien (Dicumarole), Fibrinolytika, nicht-steroidale Antirheumatika,

Dextran und Zytostatika.

In einer Interaktionsstudie (ca. n = 30/Gruppe) führte die gleichzeitige Verabreichung von Enoxaparin in

therapeutischer Dosierung und Tirofiban zu einer stärkeren Inhibition der Thrombozytenaggregation und häufiger

zu Blutungen als die gleichzeitige Verabreichung von unfraktioniertem Heparin und Tirofiban.

b) Wirkungsabschwächung durch Antihistaminika, Digitalispräparate, Tetracycline, Nikotin (Mißbrauch) und Ascor-

binsäure

c) Verdrängung von Phenytoin, Chinidin, Propranolol, Benzodiazepinen sowie des körpereigenen Bilirubins aus der

Plasma-Eiweiß-Bindung

d) Bindung basischer Arzneimittel (z. B. Chinin) und Abschwächung ihrer Wirkung

e) Arzneimittel, die den Serum-Kalium-Spiegel erhöhen, dürfen nur unter besonders sorgfältiger medizinischer

Überwachung gleichzeitig mit Enoxaparin angewendet werden (siehe auch Punkt 4.4 „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

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f) Die Wechselwirkung von Heparin mit intravenös appliziertem Glyceroltrinitrat, die zu einer Wirkungsab-

schwächung von Heparin führt, kann auch für Enoxaparin nichtausgeschlossen werden.

4.6 Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Unter der Geburt ist die epidurale Anästhesie bei Schwangeren, die mit Antikoagulantien behandelt werden, absolut

kontraindiziert. Die gerinnungshemmende Therapie ist bei Blutungsneigung, wie z. B. bei Abortus imminens,

kontraindiziert. Umstritten ist in der Schwangerschaft die akute Behandlung mit Heparin bei disseminierter

intravasaler Gerinnung mit Verbrauchskoagulopathie, wie z. B. bei vorzeitiger Plazentalösung. Hier werden heute

synthetische Antifibrinolytika eingesetzt.

In einer klinischen Studie an Schwangeren mit künstlichen Herzklappen, die zweimal täglich 1 mg Enoxaparin-

Natrium pro kg Körpergewicht zur Prävention thromboembolischer Ereignisse erhalten hatten, traten bei zwei Frauen

Thromben auf, die zur Blockade der Herzklappe und zum Tod der Patientinnen führten. Solange keine weiteren

Informationen zur Dosierung, Wirksamkeit und Sicherheit vorliegen, wird die Verwendung von Enoxaparin bei

Schwangeren mit künstlichen Herzklappen nicht empfohlen.

Kontrollierte Studien zur Anwendung von LMW-Heparin in der Schwangerschaft liegen nur sehr begrenzt vor. Zu

einer Anwendung von Enoxaparin im ersten Drittel der Schwangerschaft liegen bisher keine Erfahrungen vor.

Untersuchungen im zweiten und dritten Schwangerschaftstrimenon geben keinen Anhalt für eine Plazentapassage

von LMW-Heparin.

Stillzeit

LMW-Heparin und/oder Metaboliten gehen bei der Ratte in die Muttermilch über, jedoch wurde keine anti-Xa-

Aktivität nachgewiesen.

Es liegen keine ausreichenden Untersuchungen zur Frage eines eventuellen Überganges von niedermolekularen

Heparinen in die Muttermilch vor, jedoch erscheint ein gerinnungshemmender Effekt auf den Säugling

unwahrscheinlich.

4.7 Auswirkung auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen

Keine bekannt

4.8 Nebenwirkungen

Allergische Reaktionen ( wie z. B. Pruritus, Erythem, Urticaria, angioneurotisches Ödem, Exanthem, Übelkeit,

Erbrechen, Temperaturanstieg, Blutdruckabfall) sind in seltenen Fällen möglich. In Einzelfällen wurden anaphylak-

tische/anaphylaktoide Reaktionen mit exanthemischen Hautveränderungen, Bronchospasmus, Dyspnoe und Blut-

druckabfällen bis zum Kreislaufversagen beobachtet.

In Einzelfällen wurde über eine Purpura mit Hautnekrosen im Bereich der Injektionsstelle, teils auch an anderen

Körperstellen mit Bevorzugung der unteren Extremität berichtet, die möglicherweise durch eine allergische Vas-

kulitis verursacht ist.

An der Injektionsstelle können Ekchymosen sowie Schmerzen auftreten.

In Abhängigkeit von der Dosierung muß mit einem vermehrten Auftreten von offenen oder okkulten Blutungs-

komplikationen (insbesondere an Haut, Schleimhäuten, Wunden sowie im Bereich des Gastrointestinal- und Uro-

genitaltraktes) gerechnet werden. Die Ursache dieser Blutungen sollte untersucht und eine entsprechende

Behandlung eingeleitet werden (siehe auch Punkte 4.3 „Gegenanzeigen“ und 4.5 „Wechselwirkungen“). Vermehrte

Blutungen bei operativen Eingriffen sind selten und allgemein im Umfang begrenzt. Es wurde über schwere

Blutungen (retroperitoneal, intrakranial) berichtet, die in sehr seltenen Fällen einen tödlichen Ausgang nahmen.

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Gelegentlich tritt zu Beginn der Behandlung mit Heparin eine leichte vorübergehende Thrombozytopenie (Typ I) mit

Thrombozytenwerten zwischen 100.000/µl und 150.000/µl auf (verursacht durch vorübergehende Thrombozyten-

aktivierung). Komplikationen treten im allgemeinen nicht auf. Die Behandlung kann daher häufig fortgeführt

werden.

Selten werden Antikörper-vermittelte schwere Thrombozytopenien (Typ II) mit Thrombozytenwerten deutlich unter

100.000/µl oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50 % des Ausgangswertes beobachtet. Bei nicht

Sensibilisierten beginnt der Thrombozytenabfall in der Regel 6 – 14 Tage nach Behandlungsbeginn, bei

Sensibilisierten unter Umständen innerhalb von Stunden. Diese schwere Form der Thrombozytopenie kann

verbunden sein mit arteriellen und venösen Thrombosen/Thromboembolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl.

Hautnekrosen an der Injektionsstelle, Petechien, Purpura und Meläna. Als Komplikation können in einzelnen Fällen

zusätzlich zu den Thrombosen Organinfarkte oder Ischämien der Gliedmaßen auftreten. Dabei kann die blutgerin-

nungshemmende Wirkung des Heparins vermindert sein (Heparin-Toleranz).

In solchen Fällen ist Enoxaparin sofort abzusetzen. Der Patient muß darüber informiert werden, daß bei ihm auch in

Zukunft keine Heparin-haltigen Arzneimittel mehr angewendet werden dürfen.

Hinweise zur Kontrolle der Thrombozytenwerte siehe Punkt 4.4 „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung“.

In seltenen Fällen wurde bei der Verwendung von Enoxaparin im Zusammenhang mit einer Spinal- oder

Epiduralanästhesie oder postoperativen Verweilkathetern über spinale und epidurale Hämatome berichtet. Diese

Ereignisse haben zu neurologischen Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung wie zum Beispiel langdauernder

oder permanenter Paralyse geführt (siehe auch Punkt 4.3 „Gegenanzeigen“).

Häufig wird ein Anstieg der Leberenzymwerte beobachtet, möglicherweise dosisabhängig, der zumeist nach

Absetzen der Behandlung reversibel und klinisch nicht bedeutsam ist. Selten wurden bei Laborkontrollen

asymptomatische Thrombozythämien und Leukopenien beobachtet.

Anstiege der Serum-Kalium-Konzentration sind möglich.

Nebenwirkungen wie bei einer Behandlung mit unfragmentiertem Heparin, wie Haarausfall, Kopfschmerz, Azidose,

Osteoporose, Hautnekrosen, Priapismus, Hypotonie, Bradykardie und Hypoaldosteronismus, sind in Einzelfällen

möglich.

Wie durch unfragmentiertes Heparin können durch Enoxaparin folgende klinisch-chemischen Untersuchungs-

ergebnisse verfälscht werden:

- Vortäuschung niedriger Cholesterinwerte im Serum.

- Falsch hohe T

- und T

-Werte bei nicht nüchternen Patienten.

- Falsch hohe Blutzuckerwerte (erhöht um bis zu 30 mg%).

- Verfälschung des Ergebnisses des Bromsulfalein-Testes.

4.9 Überdosierung

Eine versehentliche Überdosierung nach intravenöser oder subkutaner Verabreichung kann aufgrund der

antikoagulierenden Eigenschaften zu hämorrhagischen Komplikationen führen.

Symptome einer Überdosierung sind im allgemeinen Blutungen zumeist aus Haut und Schleimhäuten, aus Wunden,

dem Gastrointestinal- und Urogenitaltrakt (Nasenbluten, Hämaturie, Meläna, Hämatome, Petechien). Blutdruck-

abfall, Abfall des Hämatokrits oder andere Symptome können Zeichen einer okkulten Blutung sein.

Sollten Blutungen auftreten, ist die Anwendung von Enoxaparin in Abhängigkeit von der Schwere der Blutung und

dem Thromboserisiko zu unterbrechen.

Die Blutungskomplikationen können zum Teil durch langsame intravenöse Injektion von Protamin (Sulfat oder

Hydrochlorid) verhindert werden. Die Gabe von Protamin sollte aber nur in schweren Fällen erwogen werden, da ein

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Überschuß von Protamin selbst einen gerinnungshemmenden Effekt ausübt sowie anaphylaktische Reaktionen

bewirken kann.

Die Protamindosis sollte dabei der von Enoxaparin-Natrium entsprechen: 1 mg oder 100 Antiheparineinheiten

Protamin, um die anti-Faktor-IIa-Aktivität, die von 0,01 ml Clexane hervorgerufen wird, zu neutralisieren.

Auch mit hohen Dosen Protamin kann die anti-Faktor-Xa-Aktivität nur bis maximal 60 % neutralisiert werden.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

ATC-Code: B01 AB 05

Enoxaparin-Natrium ist ein niedermolekulares Heparin mit einem mittleren Molekulargewicht von 4500 Dalton, das

durch Fragmentierung aus natürlichem Heparin gewonnen wird. Es unterscheidet sich vom natürlichen Heparin

durch ein deutlich höheres Verhältnis zwischen anti-Xa- und anti-IIa-Aktivität, welches im Mittel 4,3 beträgt.

Enoxaparin verändert weder die Thrombozytenaggregation noch die Bindung von Fibrinogen an die Blutplättchen.

Neben

seinen

nachgewiesenen

deutlichen

antithrombotischen

Eigenschaften

besitzt

Enoxaparin

auch

thrombolytische Eigenschaften.

In prophylaktischen Dosen (20 bzw. 40 mg 1 x täglich) werden keine signifikanten Änderungen bei Standard-Gerin-

nungstests beobachtet.

Die Applikation von therapeutischen Dosen (1 mg Enoxaparin-Natrium/kg KG alle12 Stunden) führte in einer

großen klinischen Studie bei der Mehrzahl der Patienten zu aPTT-Werten von 45 Sekunden oder weniger. Bei einer

subkutanen Gabe von 1,5 mg Enoxaparin-Natrium/kg KG zeigte sich ein Anstieg auf das bis zu 1,8fache der

Kontrollwerte der Thrombinzeit (TT) und der aktivierten partiellen Thromboplastinzeit (aPTT). Diese Erhöhungen

korrelieren nicht linear mit der antithrombotischen Aktivität von Enoxaparin-Natrium. Deshalb sind Bestimmungen

der aPTT oder der aktivierten Blutgerinnungszeit nicht geeignet, den Verlauf der Enoxaparin-Aktivität zu verfolgen.

Die Bestimmung der anti-Xa-Aktivität kann mittels chromogenen Substrats oder des Heptestes erfolgen.

Die biologische Aktivität von Enoxaparin kann durch diese Tests jedoch nicht mit der anderer niedermolekularer

Heparine verglichen werden, um hieraus Dosisvergleiche zwischen den Präparaten in den jeweiligen Indikationen

abzuleiten.

Klinische Studien

Therapie tiefer Venenthrombosen:

In einer randomisierten, offenen Parallelgruppen-Studie (CPK 2091) wurden 501 Patienten mit akuter, proximaler

tiefer Venenthrombose mit Enoxaparin-Natrium (2 x täglich 1 mg/kg KG subkutan) oder Heparin (Bolus plus aPTT-

gesteuerte Infusion) behandelt. Alle Patienten erhielten - beginnend am Abend des zweiten Behandlungstages -

zusätzlich Warfarin-Natrium (Dosisanpassung auf einen International Normalized Ratio (INR) von 2,0 bis 3,0). Die

Enoxaparin-Injektionen bzw. Standard-Heparin-Infusion erfolgte über mindestens 5 Tage. Zum Zeitpunkt der

Nachuntersuchung nach drei Monaten erwies sich Enoxaparin als äquivalent zu Standard-Heparin in der Vermeidung

von rezidivierenden thromboembolischen Ereignissen (VTE). Das 95 % Konfidenzintervall für die Differenz aller

thromboembolischen Ereignisse (Heparin minus Enoxaparin) lag zwischen –2,7 % und 5,6 %.

Die Studie bestätigte die Ergebnisse einer vorangegangenen vergleichenden Untersuchung (Studie PK529) zwischen

einer Behandlung mit Enoxaparin 1 mg/kg KG subkutan alle 12 Stunden bzw. i.v. Heparin, in der für den

Behandlungsunterschied bezüglich VTE (Heparin minus Enoxaparin) ein 95 % Konfidenzintervall von –1,7 bis 4,2

% ermittelt wurde.

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Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Ergebnisse:

Studie CPK 2091

Studie PK 529

Enoxaparin-Na

1,0 mg/kg

q12 s.c.

n (%)

Heparin

i.v. Therapie

nach aPTT

n (%)

Enoxaparin-Na

1,0 mg/kg

q12 s.c.

n (%)

Heparin

i.v. Therapie

nach aPTT

n (%)

Anzahl der randomi-

sierten Patienten

247 (100)

254 (100)

312 (100)

290 (100)

Thromboembolische

Ereignisse

gesamt VTE

DVT*

proximale DVT

(5,3)

(4,9)*

(4,0)

(0,8)*

17 (6,7)

16 (6,3)*

12 (4,7)

3 (1,2)

9 (2,9)

7 (2,2)*

6 (1,9)

2 (0,6)*

12 (4,1)

11 (3,8)*

7 (2,4)

4 (1,4)*

Größere Blutungen

(2,0)

3 (1,2)

4 (1,3)

6 (2,1)*

Primärer Endpunkt: Rezidive thromboembolischer Ereignisse nach drei Monaten

VTE = Venöse thromboembolische Ereignisse (tiefe Venenthrombosen (DVT) und/oder Lungenembolie (PE))

* einige Patienten hatten sowohl eine DVT als auch PE und sind in beiden Kategorien aufgeführt

Therapie der instabilen Angina und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes:

In der pivotalen ESSENCE-Studie erhielten Patienten (n = 3171) mit instabiler Angina oder Nicht-Q-Wellen

Myokardinfarkt randomisiert und doppelt verblindet Enoxaparin-Natrium 1 mg/kg KG subkutan alle 12 Stunden

oder Standard-Heparin als i.v. Bolus gefolgt von einer aPTT-gesteuerten Dauerinfusion. Die Patienten erhielten

zusätzlich 100 – 325 mg Acetylsalicylsäure (ASS) pro Tag. Bei den Patienten mußte die letzte ischämische Episode

innerhalb der letzten 24 Stunden aufgetreten sein und die koronare Herzerkrankung durch ischämische EKG-

Veränderungen und/oder früheren Herzinfarkt und/oder PTCA /CABG und/oder angiographisch nachgewiesene

Gefäßstenose ≥ 50 % verifiziert sein. Die Behandlung wurde innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Angina

pectoris initialisiert und im Mittel 3,6 Tage fortgeführt (Median 2,6 Tage).

Ergebnisse der ESSENCE-Studie:

Enoxaparin-Na

1 mg/kg KG

q12 h s.c.

n (%)

Heparin

APTT-angepasste

i.v. Therapie

n (%)

Risiko Reduktion

p-Wert

Anzahl der randomisierten

Patienten

1607 (100)

1564 (100)

Kombinierter Endpunkt: Tod, Myokardinfarkt oder rezidivierende Angina

Zum Zeitpunkt:

48 Stunden

14 Tage*

30 Tage

99 (6,2)

266 (16,6)

318 (19,8)

115 (7,4)

309 (19,8)

364 (23,3)

16,2

16,2

15,0

0,111

0,019

0,016

Kombinierter Endpunkt: Tode, Myokardinfarkt

Zum Zeitpunkt:

48 Stunden

14 Tage

30 Tage

18 (1,1)

79 (4,9)

99 (6,2)

21 (1,3)

96 (6,1)

121 (7,7)

16,6

20,0

20,4

0,119

0,132

0,081

Blutungen während der Akutbehandlung

(behandelte Patienten: Clexane n = 1578, Heparin n = 1529

bedrohliche Blutungen

sonstige klinisch relevante

17 (1,1)

18 (1,2)

0,892

November 2002

Fachinformation

Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Blutungen

131 (8,3)

63 (4,1)

* primärer Endpunkt

klinisch manifest mit mindestens einem der folgenden Kriterien: Tod, Bluttransfusion ≥ 2 Einheiten, Hämoglobin-

abfall > 30 g/l, retroperitoneal, intrakranial, intraokulär

sonstige Blutungen, die keines der Kriterien unter 1 erfüllten

Die Ergebnisse der doppelblinden, randomisierten TIMI 11B Studie, die die Wirksamkeit von unfraktioniertem

Heparin (i.v. Bolus gefolgt von einer aPTT-gesteuerten Infusion) mit der von Enoxaparin (30 mg i.v. Bolus gefolgt

von einer subkutanen Injektion von 1 mg/kg KG alle 12 Stunden) verglich, unterstützten die Resultate der

ESSENCE-Studie bezüglich der Akutbehandlung (im Mittel 4 Tage) von Patienten mit instabiler Angina pectoris

bzw. Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt. Diese Studie zeigte aber auch, daß eine längerfristige Enoxaparin-Therapie

(bis zu 43 Tagen) keinen zusätzlichen Nutzen zu der Akutbehandlung, aber ein deutlich erhöhtes Blutungsrisiko für

die mit Enoxaparin behandelten Patienten ergab.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Die pharmakokinetischen Parameter von Enoxaparin-Natrium wurden aus den Änderungen der anti-Xa-Aktivität im

Plasma ermittelt.

Die maximale mittlere anti-Xa-Aktivität wird 3 bis 5 Stunden nach subkutaner Enoxaparin-Applikation erreicht und

beträgt nach Injektion von 20 mg im Mittel 0,16 I.E./ml (1,58 µg/ml) und nach Injektion von 40 mg 0,38 I.E./ml

(3,83 µg/ml). Nach Applikation von 1,0 mg/kg KG subkutan alle 12 Stunden werden im „steady state“ im Mittel

anti-Xa-Aktivitäten von 1,1 I.E./ml erzielt. Nach subkutaner Injektion von 20 bis 80 mg sowie von 1, 0 oder 2,0 mg/

kg KG ergaben sich maximale Plasmaspiegel, die direkt proportional zur applizierten Dosis standen und auf ein

lineares Absorptionsverhalten von Enoxaparin hinweisen. Die absolute Bioverfügbarkeit von Enoxaparin nach

subkutaner Injektion beträgt zirka 92 %.

Das Verteilungsvolumen liegt bei etwa 6 Liter und entspricht damit ungefähr dem Blutvolumen.

Die Eliminationshalbwertszeit beträgt nach subkutaner Verabreichung 4,4 Stunden.

Nach einer Dosis von 40 mg subkutan einmal täglich ist anti-Xa-Aktivität noch nach 24 Stunden im Plasma

nachweisbar. Bei älteren Patienten ist die Halbwertszeit geringfügig auf 6 bis 7 Stunden verlängert. Es ist jedoch

nicht erforderlich, die Dosen oder Häufigkeit der Injektionen zu verändern, da es nicht zu einer Kumulation kommt.

Die apparente Elimination von Enoxaparin liegt nach subkutaner Applikation bei ca. 15 ml/min. Die Elimination von

Enoxaparin ist bei moderater Niereninsuffizienz nicht verändert. Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz

(Kreatinin-Clearance <30 ml/min) war die Elimination um ungefähr 30 % erniedrigt (siehe Punkt 4.3

„Gegenanzeigen“ und Punkt 4.4 „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

Die Metabolisierung von Enoxaparin-Natrium findet hauptsächlich in der Leber unter Desulfatierung und

Depolymerisation statt. Geringe Anteile des Produkts werden über die Nieren in unveränderter oder geringfügig

veränderter Form ausgeschieden.

Niedermolekulares Heparin und/oder Metaboliten gehen bei der Ratte in die Muttermilch über, jedoch wurde keine

anti-Xa-Aktivität nachgewiesen.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Die Untersuchungen zur akuten Toxizität an verschiedenen Tierspezies haben bei vorschriftsmäßiger Applikation

keine besondere Empfindlichkeit ergeben (siehe auch Punkt 4.9 „Überdosierung“). Toxische Effekte traten nach

intramuskulärer Applikation in Form von nekrotisierenden Hämatomen auf.

November 2002

Fachinformation

Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Chronische Toxizität

In subchronischen und chronischen Untersuchungen nach i.v. und s.c. Applikationen traten bei verschiedenen

Tierarten in Abhängigkeit von der Dosis innere Blutungen und Hämatome auf. Osteoporotische Effekte traten in

einer 6-Monats-Untersuchung am Hund und in einer 52-Wochen-Studie bei der Ratte auf. Die Ausbildung von

Katarakten wird in der hohen Dosierung (25 mg/kg KG) bei der Ratte verstärkt. Die Wundheilung, die Heilung von

Knochenbrüchen und die Rekalzifizierung des Knochens werden im Tierversuch durch Heparin verzögert.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Aus In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen auf genotoxische Wirkungen haben sich keine Hinweise auf ein

mutagenes Potential ergeben.

Untersuchungen zum tumorerzeugenden Potential wurden nicht durchgeführt.

Reproduktionstoxizität

Tierexperimentelle Untersuchungen an Ratte und Kaninchen ergaben keine Hinweise auf ein teratogenes Potential

von niedermolekularem Heparin.

Lokale Verträglichkeit

Siehe Punkt 4.8 „Nebenwirkungen“.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Hilfsstoffe

Wasser für Injektionszwecke

6.2 Inkompatibilitäten

Inkompatibilitäten sind bisher nicht bekannt.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Entsprechend der im Lieferland festgelegten Haltbarkeitsdauer.

6.4 Besondere Lagerungshinweise

Nicht über 25°C lagern. Nicht tiefgefrieren.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Art:

1 ml Fertigspritzen aus klarem Glas Typ I (Ph. Eur.)

Kunststoffkolben mit Stopfen aus Chlorbutylgummi

Rostfreie Stahlkanüle G27 1/2 mit einer festen Schutzkappe

Inhalt:

Clexane 60 mg

Packung mit 10 Fertigspritzen à 0,6 ml Lösung

Anstaltspackungen

November 2002

Fachinformation

Clexane 60 mg/80 mg/100 mg

Clexane 80 mg

Packung mit 10 Fertigspritzen à 0,8 ml Lösung

Anstaltspackungen

Clexane 100 mg

Packung mit 10 Fertigspritzen à 1,0 ml Lösung

Anstaltspackungen

6.6 Hinweise für die Handhabung und Entsorgung (wenn erforderlich)

Keine

7. Name oder Firma und Anschrift des pharmazeutischen Unternehmers

Eurim-Pharm Arzneimittel GmbH

Am Gänslehen 4-6

83451 Piding

Tel.: 08651 / 704-0

8. Zulassungsnummer

Clexane 60 mg:

54400.00.00

Clexane 80 mg:

54400.01.00

Clexane 100 mg: 54400.02.00

9. Datum der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

18.04.2002

10. Stand der Information

Juli 2001

11. Verschreibungsstatus/Apothekenpflicht

Verschreibungspflichtig

Dieses Arzneimittel enthält einen Stoff, dessen Wirkung in der Behandlung der instabilen Angina pectoris und des

Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes sowie der Therapie tiefer Venenthrombosen in der medizinischen Wissenschaft

noch nicht allgemein bekannt ist. Für dieses Arzneimittel hat der pharmazeutische Unternehmer der zuständigen

Bundesoberbehörde einen Erfahrungsbericht nach § 49 Abs. 6 AMG vorzulegen.

November 2002

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