Clarithromycin-ratiopharm 250 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Clarithromycin
Verfügbar ab:
ratiopharm GmbH
ATC-Code:
J01FA09
INN (Internationale Bezeichnung):
clarithromycin
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Clarithromycin 250.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
58899.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Clarithromycin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

beachten?

3. Wie ist

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg und wofür wird es angewendet?

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide.

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

wird angewendet

zur Behandlung folgender bakterieller Infektionen bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit

gegenüber Beta-Laktam-Antibiotika (z. B. Penicillin) oder wenn Beta-Laktam-Antibiotika aus anderen

Gründen nicht geeignet sind:

Rachenentzündung (Pharyngitis), die durch ein Bakterium namens

Streptococcus

verursacht wird

Akute bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)

Akute Verschlimmerung einer chronischen Bronchitis

Ambulant erworbene bakterielle Lungenentzündung

Leichte bis mittelschwere Haut- und Bindegewebsinfektionen

Geschwüre (zur Beseitigung des Bakteriums

Helicobacter pylori

), in geeigneter Kombination mit einem

antibakteriellen Behandlungsschema und einem geeigneten Medikament zur Behandlung des Geschwürs

(Ulkustherapeutikum).

Clarithromycin ist zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren indiziert.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg beachten?

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie

allergisch

gegen Clarithromycin, andere Makrolide oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels

sind.

wenn Sie die

Arzneimittel

Terfenadin oder Astemizol (zur Behandlung von Heuschnupfen oder

Allergien), Cisaprid oder Pimozid Tabletten einnehmen, weil die gleichzeitige Einnahme dieser

Arzneimittel mit Clarithromycin manchmal zu schweren Herzrhythmusstörungen führen können. Lassen

Sie sich von Ihrem Arzt zu alternativen Arzneimitteln beraten.

wenn Sie gleichzeitig Ticagrelor oder Ranolazin (Arzneimittel zur

Behandlung von koronaren

Herzerkrankungen

) anwenden.

wenn Sie

Arzneimittel gegen Migräne

einnehmen, die aus Ergotalkaloiden hergestellt werden (z. B.

Dihydroergotamin, Ergotamin).

wenn Sie oder ein Familienangehöriger in der Vergangenheit

Herzrhythmusstörungen

(ventrikuläre

Arrhythmien, einschließlich Torsade de pointes) oder ein abnormales Elektrokardiogramm (EKG,

graphische Darstellung elektrischer Vorgänge im Herzen) mit einem sog. „Long-QT-Syndrom“ hatte(n).

wenn Sie Lovastatin, Simvastatin, Atorvastatin oder Rosuvastatin

zur Senkung Ihres

Cholesterinspiegels

einnehmen.

wenn bei Ihnen ein abnormal

niedriger Kaliumspiegel

im Blut (Hypokaliämie) vorliegt.

wenn Sie an einer

schweren Leberfunktionsstörung

mit gleichzeitiger

Nierenfunktionsstörung

leiden.

wenn Sie Colchicin zur

Behandlung von Gicht

einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

einnehmen.

Ihr Arzt sollte Bescheid wissen, wenn

Sie an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße leiden.

Sie an einer schweren Herzschwäche (Herzinsuffizienz) leiden.

Sie Erregungsleitungsstörungen im Herzen haben.

bei Ihnen eine Verlangsamung der Herzschlagfolge (Bradykardie) vorliegt.

Sie an Myasthenia gravis leiden.

Sie Elektrolytstörungen, wie z. B. abnormal niedrigen Magnesiumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie),

haben.

Sie andere Arzneimittel einnehmen, die bekanntermaßen schwere Herzrhythmusstörungen verursachen

(für die Arzneimittel Terfenadin, Astemizol, Cisaprid und Pimozid: siehe „

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

darf nicht eingenommen werden“).

Langfristige oder wiederholte Einnahme von Clarithromycin

Die Langzeitanwendung von Antibiotika kann zu einer erneuten Infektion (Superinfektion) mit

unempfindlichen Erregern führen. Anzeichen einer möglichen Zweitinfektion sind Fieber und eine

Verschlechterung Ihres Allgemeinzustandes. Wenn sich bei Ihnen eine Superinfektion entwickelt,

kontaktieren Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt.

Schwere und lang anhaltende Durchfälle

Bei schweren und langanhaltenden Durchfällen besteht der Verdacht auf eine schwerwiegende

Darmentzündung (pseudomembranöse Kolitis). In diesem Fall suchen Sie bitte sofort Ihren Arzt auf.

Helicobacter pylori

Eine Clarithromycin-Therapie bei

Helicobacter-pylori

-Infektionen kann zur Selektion von Bakterien führen,

die unempfindlich gegen Clarithromycin sind.

Kinder

Dieses Arzneimittel ist nicht für die Anwendung bei Kindern bis 12 Jahren (mit einem Gewicht unter 30 kg)

bestimmt. Für diese Patienten stehen andere pharmazeutische Darreichungsformen zur Verfügung.

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten sollte der Arzt eine mögliche Einschränkung der Nierenfunktion in Betracht ziehen.

Unter Umständen ist eine Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an einer Leberfunktionsstörung leiden, da Clarithromycin

hauptsächlich über die Leber ausgeschieden wird. Wenn bei Ihnen während der Behandlung mit

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

ein plötzliches Schwächegefühl und Symptome wie Gelbfärbung der

Haut oder des Augenweiß, dunkel verfärbter Urin und Blutungsneigung auftreten, brechen Sie die

Behandlung mit

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

ab und verständigen Sie Ihren Arzt.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Wenn Sie an einer eingeschränkten Nierenfunktion leiden, informieren Sie bitte Ihren Arzt. Möglicherweise

wird Ihr Arzt die Dosis anpassen.

Einnahme von Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

darf nicht

zusammen mit folgenden Arzneimitteln eingenommen

werden (siehe auch Abschnitt „

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

darf nicht eingenommen werden“):

- Cisaprid (Arzneimittel zur Anregung der Darmbewegung)

- Pimozid (Arzneimittel zur Behandlung bestimmter psychiatrischer Erkrankungen)

- Astemizol und Terfenadin (antiallergische Arzneimittel)

- Simvastatin, Lovastatin, Atorvastatin oder Rosuvastatin (Arzneimittel zur Senkung des

Cholesterinspiegels)

- Arzneimittel gegen Migräne, die aus Ergotalkaloiden hergestellt werden (z. B. Dihydroergotamin und

Ergotamin).

- Ticagrelor oder Ranolazin (Arzneimittel zur Behandlung koronarer Herzkrankheiten)

- Colchicin (Herbstzeitlosen-Extrakt) (Arzneimittel zur Behandlung von Gicht)

Bei manchen Arzneimitteln können Wechselwirkungen mit

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

auftreten.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen

Arzneimittel gegen Herzrhythmusstörungen (z. B. Chinidin, Disopyramid, Verapamil)

Andere Arzneimittel, die eine Verlängerung des QT-Intervalls verursachen können

Digoxin (Arzneimittel zur Behandlung einer Herzmuskelschwäche)

Blutverdünnende Arzneimittel (orale Antikoagulantien) vom Cumarin-Typ. Wenn Clarithromycin

gleichzeitig mit Phenprocoumon oder Warfarin angewendet wird, kann dies zu einer erhöhten

Blutungsneigung führen. Die Blutungszeit (Thromboplastinzeit) sollte daher regelmäßig gemessen

werden.

Cilostazol (zur Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit)

Antidiabetika, z. B. Nateglinid, Pioglitazon, Repaglinid, Rosiglitazon oder Insulin. Clarithromycin

kann die Wirkung dieser Arzneimittel verstärken. Sie sollten Ihren Blutzucker sorgfältig

kontrollieren und auf Anzeichen für niedrige Blutzuckerwerte achten.

Schlaf- und Beruhigungsmittel (Benzodiazepine, z. B. Midazolam, Triazolam, Alprazolam)

Arzneimittel zur Unterdrückung der Immunreaktion (Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus)

Theophyllin (ein Asthmamittel)

Arzneimittel gegen Epilepsie z. B. Phenytoin, Valproat, Carbamazepin, Phenobarbital

Johanniskraut (pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen)

Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil (Arzneimittel bei Impotenz oder zur Behandlung der pulmonal

arteriellen Hypertonie)

Tolterodin (Arzneimittel zur Behandlung einer überaktiven Blase)

Methylprednisolon (ein Kortikosteroid)

Vinblastin (Arzneimittel zur Krebsbehandlung)

Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen, z. B. Atazanavir, Ritonavir, Saquinavir,

Efavirenz, Nevirapin, Etravirin und Zidovudin

Rifampicin, Rifapentin (Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose-Infektionen)

Fluconazol, Itraconazol (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen)

Rifabutin (Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose-Infektionen bei HIV-Patienten)

Aminoglykoside (eine Gruppe von Antibiotika)

Omeprazol (Arzneimittel zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden und Magengeschwüren),

außer wenn es Ihr Arzt zur Behandlung einer

Helicobacter-pylori

-Infektion verschrieben hat

atypische Antipsychotika (z. B. Quetiapin)

andere Statine (Arzneimittel zur Senkung des Cholesterinspiegels) als diejenigen, die im Abschnitt

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

darf nicht eingenommen werden“ genannt sind.

Zidovudin

Die gleichzeitige Einnahme von

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

und Zidovudin bei HIV-infizierten

erwachsenen Patienten kann eine Abnahme der Zidovudin-Konzentration im Blut zur Folge haben. Dies

kann weitgehend vermieden werden, indem zwischen der Anwendung von

Clarithromycin-ratiopharm

®

250

mg

und Zidovudin ein Abstand von 4 Stunden eingehalten wird.

Wechselwirkungen bei Behandlungen zur Beseitigung von

Helicobacter pylori

Es gibt keine relevanten Wechselwirkungen mit wichtigen Arzneimitteln, die zur Ulkusbehandlung

eingesetzt werden. Obwohl die Blutplasmakonzentration von Clarithromycin bei gleichzeitiger Gabe von

Omeprazol, Lansoprazol, Antazida oder Ranitidin (Mittel zur Reduzierung oder Bindung von Magensäure)

zunehmen kann.

Es gibt keine Wechselwirkungen mit anderen Antibiotika, die zur Beseitigung von

Helicobacter pylori

angewendet werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Dieses Arzneimittel kann möglicherweise das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen. Daher sollten Sie

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

in der Schwangerschaft nur auf Anweisung Ihres Arztes einnehmen,

nachdem dieser eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Beurteilung vorgenommen hat.

Clarithromycin wird in die Muttermilch ausgeschieden. Wenn bei gestillten Säuglingen Durchfall und

Pilzinfektionen der Schleimhaut auftreten, ist abzustillen. Bei der Behandlung sollte der Nutzen für die

Mutter gegen das mögliche Risiko für den Säugling abgewogen werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten zu den Auswirkungen von Clarithromycin auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor. Das mögliche Auftreten von Nebenwirkungen wie Schwindel,

Verwirrtheit und Orientierungslosigkeit, sollte beachtet werden.

3.

Wie ist Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen

Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, beträgt die empfohlene Dosis:

Erwachsene

Standarddosierung:

250 mg Clarithromycin zweimal täglich (entspricht 1 Filmtablette

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

alle

12 Stunden).

Hochdosisbehandlung (schwere Infektionen):

Die übliche Dosis kann bei schweren Infektionen auf 500 mg Clarithromycin zweimal täglich erhöht werden

(entspricht 2 Filmtabletten

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

alle 12 Stunden).

Kinder

Kinder unter 12 Jahren:

Anwendung von Clarithromycin Tabletten wird für Kinder unter 12 Jahren (mit einem Körpergewicht unter

30 kg) nicht empfohlen. Clarithromycin orale Suspension für Anwendung bei Kindern sollte angewendet

werden.

Kinder älter als 12 Jahre:

Wie für Erwachsene.

Beseitigung von Helicobacter pylori bei Erwachsenen (Eradikationstherapie)

Bei Patienten mit Magen-Darm-Geschwüren (gastroduodenalen Ulzera) aufgrund einer Infektion mit

Helicobacter pylori

kann Clarithromycin während der Eradikationstherapie in einer Dosierung von 500 mg

zweimal täglich in Kombination mit anderen Arzneimitteln angewendet werden.

Dosierung bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Die empfohlene Maximaldosis sollte entsprechend dem Schweregrad Ihrer Nierenfunktionsstörung reduziert

werden. Die Dauer der Behandlung sollte 14 Tage nicht überschreiten. Ihr Arzt wird die für Sie geeignete

Dosis und Behandlungsdauer festlegen.

Art der Anwendung

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Die Tabletten sollten mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) geschluckt werden.

Dauer der Behandlung

Die Dauer der Behandlung mit

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

hängt vom klinischen Zustand des

Patienten ab. Ihr Arzt wird entscheiden, wie lange Ihre Behandlung dauert.

Die übliche Behandlungsdauer beträgt 6 bis 14 Tage.

Nach Abklingen der Krankheitserscheinungen sollte die Behandlung noch mindestens 2 Tage fortgesetzt

werden.

Bei Infektionen mit

Streptococcus pyogenes

(betahämolysierenden Streptokokken) sollte die Behandlung

mindestens 10 Tage dauern, um Komplikationen wie rheumatisches Fieber und Nierenerkrankungen

(Glomerulonephritis) zu verhindern.

Die Kombinationstherapie zur Beseitigung (Eradikation) der

Helicobacter-pylori

-Infektion sollte 7 Tage

lang durchgeführt werden.

Wenn Sie eine größere Menge von Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg eingenommen haben, als Sie

sollten

Eine Überdosierung von

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

führt in der Regel zu Beschwerden im Magen-

Darm-Bereich (siehe 4. „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“). Bei Überdosierung setzen Sie sich bitte

mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Wenn Sie die Einnahme von Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg abbrechen

Sie dürfen die Behandlung mit

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg

nicht eigenmächtig unterbrechen oder

beenden. Zu niedrige Dosierung, unregelmäßige Einnahme oder vorzeitiger Therapieabbruch können zu

Rückfällen führen, deren Behandlung dann erschwert ist.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel

Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen auftritt –

möglicherweise benötigen Sie dringend eine medizinische Behandlung:

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Allergische Reaktionen: Die Anzeichen sind insbesondere: Juckreiz oder Hautausschlag,

Anschwellen des Gesichts, der Lippen, der Zunge und des Körpers, Atembeschwerden.

Die Häufigkeit des Auftretens von Angioödemen (Anschwellen des Gesichts und/oder des Rachens)

und schwerwiegenden akuten allergischen Reaktionen (anaphylaktische Reaktion) ist nicht bekannt.

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Schwere und langanhaltende Durchfälle können durch eine Darmentzündung (pseudomembranöse

Kolitis) verursacht werden. Falls schwere, anhaltende Durchfälle während oder kurz nach der

Behandlung auftreten, suchen Sie bitte unverzüglich einen Arzt auf.

Herzrhythmusstörungen (abnormal schneller oder unregelmäßiger Pulsschlag)

Blasenbildung und Ablösung der Oberhaut (Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale

Nekrolyse), starker und großflächiger Hautausschlag, oftmals mit Fieber (DRESS). Falls bei Ihnen

ein starker Hautausschlag auftritt, suchen Sie bitte sofort Ihren Arzt auf.

Nierenentzündung oder Nierenversagen – z. B. mit folgenden Anzeichen: vermehrter nächtlicher

Harndrang, Muskelzuckungen und Muskelkrämpfe, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen,

unangenehmer Geschmack im Mund.

Es kann zu Leberversagen – z. B. mit folgenden Anzeichen – kommen: sich rasch entwickelnde

Erschöpfung mit Gelbfärbung der Haut oder des Augenweiß (Ikterus), dunkel verfärbter Urin,

Blutungsneigung.

Wenden Sie sich unverzüglich an einen Arzt, wenn bei Ihnen eine schwere Hautreaktion auftritt: Ein roter,

schuppiger Ausschlag mit Erhebungen unter der Haut und Blasen (exanthematische Pustulose). Die

Häufigkeit dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt (auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Weitere mögliche Nebenwirkungen:

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Schlaflosigkeit

Kopfschmerzen, verändertes Geschmacksempfinden

Übelkeit, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen

abnormale Leberfunktionswerte

Hautausschlag, Schweißausbrüche

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Pilzinfektionen (Candidose), Scheideninfektion

Abnahme der weißen Blutkörperchen (Neutropenie und Leukopenie), verändertes Blutbild (Eosinophilie)

verminderter Appetit oder Appetitlosigkeit

Angstzustände

Schläfrigkeit, Schwindel, Zittern

Ohrgeräusche (Tinnitus), beeinträchtigtes Hörvermögen, Vertigo

Veränderungen im EKG (QT-Verlängerung), Herzklopfen

Entzündung der Magen- oder Mundschleimhaut (Gastritis oder Stomatitis), Entzündung der Zunge

(Glossitis), aufgeblähter Bauch, Verstopfung, Mundtrockenheit, Aufstoßen, Blähungen

Fehlfunktion der Leber mit erhöhten Leberenzymspiegeln, die normalerweise vorübergehend und

reversibel ist, Leberentzündung (Hepatitis) und Gallenabflussstörung (Cholestase)

Juckreiz, Nesselausschlag

Krankheitsgefühl, Schwächegefühl (Asthenie), Schmerzen im Brustraum, Schüttelfrost, Erschöpfung

Veränderte Blutwerte (Anstieg der alkalischen Phosphatase oder der Laktatdehydrogenase)

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Hautausschlag aufgrund oberflächlicher bakterieller Infektionen (Erysipel, Erythrasma)

Wie bei anderen Antibiotika kann die Langzeitanwendung zur Überwucherung mit unempfindlichen

Erregern führen.

Abnahme der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Abnahme bestimmter weißer Blutkörperchen

(Agranulozytose)

niedrige Blutzuckerwerte bei Patienten, die gleichzeitig Arzneimittel zur Blutzuckersenkung

(Antidiabetika und Insulin) anwenden

Halluzinationen, Depressionen, psychische Störungen (Psychosen), Orientierungslosigkeit,

Depersonalisation, Alpträume, Verwirrtheit, unnatürlich gesteigerte Heiterkeit und Aktivität, die zu

ungewöhnlichem Verhalten führen (Manie)

Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, verändertes Geruchsempfinden, Krämpfe, Missempfindung

(Kribbeln oder „Taubheit“) der Haut

Hörverlust

Blutungen (bei Patienten, die zusätzlich Blutverdünner einnehmen)

vorübergehende Verfärbung der Zähne und der Zunge, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Gelbsucht

Akne

Erkrankung der Muskulatur mit Schwäche oder Muskelschmerzen (Myopathie)

verzögerte Blutgerinnung (verlängerte Thromboplastinzeit/INR), verfärbter Urin

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden,

können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung

gestellt werden.

5.

Wie ist Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Blisterpackung bzw. dem Etikett nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Blisterpackungen

In der Originalverpackung aufbewahren.

Flaschen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg enthält

Der Wirkstoff ist Clarithromycin.

Eine Filmtablette enthält 250 mg Clarithromycin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern

Croscarmellose-Natrium, Mikrokristalline Cellulose, Povidon K30, Magnesiumstearat (Ph.Eur.),

Hochdisperses Siliciumdioxid, Talkum

Tablettenüberzug

Hypromellose, Propylenglycol, Titandioxid (E 171), Hyprolose, Sorbitanoleat, Chinolingelb (E 104),

Vanillin

Wie Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg aussieht und Inhalt der Packung

Dunkelgelbe, kapselförmige Filmtablette

Packungsgrößen:

Blisterpackungen

10, 12 und 20 Filmtabletten.

Flaschen

100 Filmtabletten

Pharmazeutischer Unternehmer

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter den

folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Deutschland:

Clarithromycin-ratiopharm

250 mg Filmtabletten

Luxemburg:

Clarithromycin-ratiopharm

250 mg Filmtabletten

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im

November 2017

Versionscode: Z12

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten

Clarithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 250 mg Clarithromycin.

Clarithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 500 mg Clarithromycin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten

Dunkelgelbe, kapselförmige Filmtablette

Clarithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten

Hellgelbe, ovale Filmtablette

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Clarithromycin ist zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren indiziert.

Clarithromycin ist zur Behandlung der folgenden bakteriellen Infektionen indiziert, wenn diese durch

Clarithromycin-empfindliche Erreger verursacht werden und eine bekannte Überempfindlichkeit gegen Beta-

Laktam-Antibiotika vorliegt oder Beta-Laktam-Antibiotika aus anderen Gründen nicht geeignet sind (siehe

Abschnitte 4.4 und 5.1).

Streptokokken-Pharyngitis

Akute bakterielle Sinusitis

(nach adäquater Diagnose)

Akute Exazerbation einer chronischen Bronchitis (nach adäquater Diagnose)

Ambulant erworbene bakterielle Pneumonie

Leichte bis mittelschwere Haut- und Weichteilinfektionen

In adäquater Kombination mit den entsprechenden antibakteriellen Therapieschemata und einem

einschlägigen Ulkus-Therapeutikum zur Eradikation von

H. pylori

bei Patienten mit Ulzera, die durch

H. pylori

verursacht wurden. Siehe Abschnitt 4.2.

Die offiziellen Richtlinien zur sachgemäßen Anwendung antibakterieller Wirkstoffe sind zu berücksichtigen.

4.2. Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die Dosierung von Clarithromycin hängt vom klinischen Zustand des Patienten ab und ist in jedem Fall vom

Arzt festzulegen.

Erwachsene:

Standarddosierung: Die übliche Dosis beträgt 250 mg zweimal täglich.

Behandlung mit hohen Dosen (schwere Infektionen): Bei schweren Infektionen kann die übliche Dosis

auf zweimal täglich 500 mg erhöht werden.

Kinder:

Kinder unter 12 Jahren:

Anwendung von Clarithromycin-Tabletten wird für Kinder unter 12 Jahren mit einem Körpergewicht unter

30 kg nicht empfohlen. Clarithromycin orale Suspension für Anwendung bei Kindern sollte angewendet

werden.

Kinder älter als 12 Jahre:

Wie für Erwachsene.

Eradikation von Helicobacter pylori bei Erwachsenen:

Bei Patienten mit gastroduodenalen Ulzera aufgrund einer Infektion mit

H. pylori

kann Clarithromycin in

einer Dosierung von 500 mg zweimal täglich angewendet werden. Die allgemeinen Empfehlungen zur

Eradikation von

H. pylori

sind zu beachten.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion:

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und einer Kreatinin-Clearance von weniger als 30 ml/min sollte

eine Dosisreduktion um die Hälfte der Standarddosis vorgenommen werden, d. h. einmal täglich 250 mg

oder bei schwereren Infektionen zweimal täglich 250 mg. Die Therapiedauer sollte bei diesen Patienten 14

Tage nicht überschreiten.

Dauer der Therapie:

Die Dauer der Therapie mit Clarithromycin hängt vom klinischen Zustand des Patienten ab und ist in jedem

Fall vom Arzt festzulegen.

Die übliche Behandlungsdauer beträgt 6 bis 14 Tage.

Die Therapie sollte nach dem Abklingen der Symptome noch mindestens 2 Tage fortgesetzt werden.

Bei Infektionen durch Beta-hämolysierende Streptokokken sollte die Therapiedauer mindestens 10 Tage

betragen, um Komplikationen wie rheumatischem Fieber und Glomerulonephritis vorzubeugen.

Kombinationstherapie zur Eradikation von

H. pylori

Die allgemeinen Empfehlungen zur Eradikation

H. pylori

sind zu beachten.

Art der Anwendung:

Clarithromycin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Makrolid-Antibiotika oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile.

Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin und einem der folgenden Wirkstoffe ist

kontraindiziert: Astemizol, Cisaprid, Pimozid, Terfenadin, da eine QT-Intervallverlängerung und

Herzrhythmusstörungen, einschließlich ventrikulärer Tachyarrhythmien, Kammerflimmern und Torsade

de pointes ausgelöst werden können (siehe Abschnitt 4.5).

Die gleichzeitige Verabreichung mit Ticagrelor oder Ranolazin ist kontraindiziert.

Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin und Ergotamin oder Dihydroergotamin ist

kontraindiziert, da eine Ergottoxizität auftreten kann.

Clarithromycin darf nicht bei Patienten mit anamnestisch bekannter QT-Verlängerung (kongenitale oder

dokumentierte erworbene QT-Verlängerung) oder ventrikulären Herzrhythmusstörungen einschließlich

Torsade de pointes angewendet werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Clarithromycin darf nicht zusammen mit den HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statinen), die

weitgehend durch CYP3A4 metabolisiert werden (Lovastatin, Simvastatin, Atorvastatin oder

Rosuvastatin) eingenommen werden, weil dadurch ein zunehmendes Risiko für eine Myopathie

einschließlich Rhabdomyolyse besteht. Diese Substanzen sollten während der Behandlung mit

Clarithromycin abgesetzt werden (siehe Abschnitt 4.5).

Clarithromycin darf nicht bei Patienten mit Hypokaliämie angewendet werden (Risiko für eine

Verlängerung der QT-Zeit).

Clarithromycin darf nicht an Patienten verabreicht werden, die eine schwere Leberfunktionsstörung in

Kombination mit Nierenfunktionsstörungen haben.

Wie andere starke CYP3A4-Inhibitoren, darf Clarithromycin nicht bei Patienten eingesetzt werden, die

Colchicin einnehmen.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Schwangerschaft

Schwangeren sollte Clarithromycin vom Arzt nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet

werden, insbesondere während der ersten drei Monate der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6).

Schwere allergische Reaktionen

Beim Auftreten von schwerwiegenden akuten Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie, schweren

arzneimittelinduzierten Hautreaktionen (SCAR), akute generalisierte exanthematische Pustulose [AGEP],

Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse) ist Clarithromycin sofort abzusetzen und

unverzüglich eine adäquate Behandlung einzuleiten.

Kardiovaskuläre Ereignisse

Bei der Behandlung mit Makroliden, einschließlich Clarithromycin, wurde eine Verlängerung der kardialen

Repolarisation und des QT-Intervalls mit dem Risiko Herzrhythmusstörungen und Torsade de pointes zu

entwickeln, beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Da folgende Situationen zu einem erhöhten Risiko für

ventrikuläre Herzrhythmusstörungen (einschließlich Torsade de pointes) führen können, sollte

Clarithromycin bei den folgenden Patienten mit Vorsicht angewendet werden:

Patienten mit koronarer Herzkrankheit, schwerer Herzinsuffizienz, Erregungsleitungsstörungen oder

klinisch relevanter Bradykardie

Patienten mit Elektrolytstörungen, wie z. B. Hypomagnesiämie. Patienten mit Hypokaliämie darf kein

Clarithromycin verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3)

Patienten, die gleichzeitig andere Arzneimittel anwenden, die eine Verlängerung des QT-Intervalls

hervorrufen können (siehe Abschnitt 4.5)

Die Verabreichung von Astemizol, Cisaprid, Pimozid oder Terfenadin zusammen mit Clarithromycin ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)

Clarithromycin darf nicht bei Patienten mit kongenitaler bzw. dokumentierter erworbener QT-

Verlängerung oder ventrikulären Herzrhythmusstörungen in der Anamnese angewendet werden (siehe

Abschnitt 4.3).

Epidemiologische Studien zur Untersuchung des Risikos von unerwünschten kardiovaskulären Ereignissen

bei der Verabreichung von Makroliden haben unterschiedliche Ergebnisse gezeigt. Einige

Beobachtungsstudien haben ein seltenes, kurzzeitiges Risiko für Arrhythmien, Myokardinfarkte und

kardiovaskuläre Mortalität bei der Verabreichung von Makroliden, einschließlich Clarithromycin,

nachgewiesen. Diese Zusammenhänge sollten bei der Verschreibung von Clarithromycin im Rahmen der

Nutzen-Risiko-Bewertung berücksichtigt werden.

Eingeschränkte Leberfunktion

Clarithromycin wird hauptsächlich über die Leber ausgeschieden. Daher sollte Clarithromycin bei Patienten

mit Leberfunktionsstörungen mit Vorsicht angewendet werden. Es wurde über Fälle von letalem

Leberversagen berichtet (siehe Abschnitt 4.8). Manche Patienten leiden möglicherweise bereits an einer

Lebererkrankung oder haben andere hepatotoxische Arzneimittel eingenommen. Die Patienten sind

anzuweisen, die Behandlung abzubrechen und ihren Arzt zu kontaktieren, wenn sie Anzeichen und

Symptome einer Lebererkrankung (z. B. Anorexie, Ikterus, dunkel verfärbter Urin, Pruritus,

druckempfindlicher Bauch) entwickeln.

Eingeschränkte Nierenfunktion

Wie bei anderen Antibiotika sollte die Dosierung von Clarithromycin bei unzureichender Nierenfunktion

abhängig vom Schweregrad der Beeinträchtigung entsprechend reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2). Bei

älteren Patienten sollte die Möglichkeit einer Nierenfunktionsstörung in Betracht gezogen werden.

Pneumonie

Aufgrund der Resistenzentwicklung von

Streptococcus pneumoniae

gegenüber Makroliden ist es wichtig,

dass ein Empfindlichkeitstest durchgeführt wird, wenn Clarithromycin zur Behandlung einer ambulant

erworbenen Pneumonie verschrieben wird. Bei einer nosokomialen Pneumonie sollte Clarithromycin in

Kombination mit weiteren geeigneten Antibiotika angewendet werden.

Pharyngitis

Bei Pharyngitis ist Clarithromycin nicht die Therapie der Wahl. Die Anwendung ist nur dann (speziell bei

einer Streptokokkeninfektion) erforderlich, wenn eine Überempfindlichkeit gegen Penicillin vorliegt oder

Penicillin aus anderen Gründen kontraindiziert ist.

Leichte bis mittelschwere Haut- und Weichteilinfektionen

Diese Infektionen werden zumeist durch

Staphylococcus aureus

Streptococcus pyogenes

verursacht, die

beide resistent gegen Makrolide sein können. Daher ist es wichtig, dass ein Empfindlichkeitstest

durchgeführt wird. Wenn Beta-Laktam-Antibiotika nicht angewendet werden können (z. B. aufgrund von

Allergien), können andere Antibiotika, wie z. B. Clindamycin, Mittel der ersten Wahl sein. Derzeit werden

Makrolide nur bei manchen Infektionen der Haut und Weichteile in Betracht gezogen, wie jenen, die durch

Corynebacterium minutissimum

ausgelöst werden, bei Akne vulgaris und bei Erysipel sowie in Fällen, in

denen kein Penicillin angewendet werden kann.

Pseudomembranöse Kolitis

Pseudomembranöse Kolitis wurde unter nahezu allen antibakteriellen Substanzen, einschließlich Makrolide,

beschrieben. Der Schweregrad reicht von leicht bis lebensbedrohend. Unter nahezu allen antibakteriellen

Substanzen, einschließlich Clarithromycin, wurde

Clostridium-difficile

-assoziierte Diarrhoe (CDAD)

beschrieben, die von milder Diarrhoe bis hin zu tödlicher Kolitis verlaufen kann. Eine Behandlung mit

antibakteriellen Substanzen verursacht Veränderungen in der normalen Dickdarmflora und kann zu einer

übermäßigen Vermehrung von

C. difficile

führen. Bei allen Patienten, die nach Antibiotikagabe eine

Diarrhoe entwickeln, muss das Vorliegen einer CDAD in Betracht gezogen werden. Es ist eine sorgfältige

medizinische Beobachtung erforderlich, da mehr als zwei Monate nach der Verabreichung von

antibakteriellen Substanzen noch über das Auftreten einer CDAD berichtet wurde. Daher sollte unabhängig

von der Indikation eine Beendigung der Clarithromycin-Therapie erwogen werden. Es sollte eine

mikrobiologische Untersuchung durchgeführt und eine adäquate Behandlung eingeleitet werden. Die

Anwendung von Antiperistaltika ist zu vermeiden.

Myasthenia gravis

Eine Exazerbation oder Verschlechterung einer Myasthenia gravis kann auftreten.

Wechselwirkungen mit CYP3A4

Bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin mit Arzneimitteln, die zur Induktion des Cytochrom-

CYP3A4-Enzyms führen, ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).

Clarithromycin ist ein CYP3A4-Inhibitor. Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln, die

vorrangig über dieses Enzym abgebaut werden, soll nur auf Fälle beschränkt werden, in denen

Clarithromycin eindeutig indiziert ist (siehe Abschnitt 4.5).

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine)

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und Lovastatin, Simvastatin, Atorvastatin oder

Rosuvastatin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Vorsicht ist geboten, wenn Clarithromycin und andere

Statine gleichzeitig verordnet werden. Es wurde bei Patienten, die Clarithromycin und Statine gleichzeitig

einnahmen, über Rhabdomyolyse berichtet. Die Patienten sollten bezüglich Anzeichen und Symptome einer

Myopathie beobachtet werden.

In Fällen, in denen eine gleichzeitige Gabe von Clarithromycin und Statinen nicht vermieden werden kann,

wird empfohlen, die niedrigste zugelassene Dosierung des Statins zu verordnen. Die Verwendung eines

Statins, das nicht von der CYP3A-Metabolisierung abhängig ist (z. B. Fluvastatin), kann in Betracht gezogen

werden (siehe Abschnitt 4.5).

Orale Antidiabetika/Insulin

Die gleichzeitige Einnahme von Clarithromycin und oralen Antidiabetika (wie z. B. Sulfonylharnstoffe)

und/oder Insulin kann zu signifikanten Hypoglykämien führen. Es wird eine sorgfältige Überwachung des

Blutzuckerspiegels empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Orale Antikoagulantien

Bei gleichzeitiger Gabe von Clarithromycin und Phenprocoumon oder Warfarin besteht ein Risiko für

schwere Blutungen und eine signifikante Erhöhung der INR (International Normalized Ratio) und der

Thromboplastinzeit (siehe Abschnitt 4.5). Es wird empfohlen, INR und Thromboplastinzeit während der

gleichzeitigen Verabreichung von Clarithromycin und oralen Antikoagulantien häufig zu kontrollieren.

Colchicin

Es liegen Berichte nach Markteinführung über eine Colchicintoxizität bei gleichzeitiger Anwendung von

Colchicin und Clarithromycin vor, die speziell bei älteren Patienten und/oder bei Patienten mit

Niereninsuffizienz auftrat. Es wurde über Todesfälle bei einigen solcher Patienten berichtet (siehe

Abschnitt 4.5). Die gleichzeitige Einnahme von Clarithromycin und Colchicin ist kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

Triazolobenzodiazepine

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Clarithromycin und Triazolobenzodiazepinen, wie Triazolam und

Midazolam, ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).

Ototoxische Arzneimittel

Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Anwendung von Clarithromycin mit anderen ototoxischen

Arzneimitteln, insbesondere mit Aminoglykosiden. Während und nach der Behandlung sollten vestibuläre

Funktionen und Hörfunktion überwacht werden.

Helicobacter pylori

Die Anwendung von antimikrobiellen Therapien (wie z. B. Clarithromycin) zur Behandlung von

H.-pylori-

Infektionen kann zur Selektion von Antibiotika-resistenten Organismen führen.

Superinfektionen

Eine längere oder wiederholte Anwendung von Clarithromycin kann, wie auch bei anderen Antibiotika, zur

Besiedlung mit nicht empfindlichen Bakterien und Pilzen führen. Im Falle einer Superinfektion ist

Clarithromycin abzusetzen und eine adäquate Therapie einzuleiten.

Kreuzresistenz

Auf eine mögliche Kreuzresistenz zwischen Clarithromycin und anderen Makroliden sowie Lincomycin und

Clindamycin ist zu achten.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Anwendung folgender Arzneimittel ist aufgrund möglicher schwerwiegender

Arzneimittelwechselwirkungen strikt kontraindiziert:

Cisaprid, Pimozid, Astemizol und Terfenadin

Bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Cisaprid wurde über erhöhte Plasmaspiegel von

Cisaprid berichtet. Dies kann zu einer Verlängerung des QT-Intervalls und Herzrhythmusstörungen

einschließlich ventrikulärer Tachyarrhythmien, Kammerflimmern und Torsade de pointes führen. Ähnliche

Effekte wurden bei Patienten beobachtet, die Clarithromycin zusammen mit Pimozid einnahmen (siehe

Abschnitt 4.3).

Es wurde berichtet, dass die Anwendung von Makroliden den Metabolismus von Terfenadin beeinflusst, was

zu erhöhten Terfenadinspiegeln führen und zuweilen mit Herzrhythmusstörungen (z. B. QT-Verlängerung,

ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern und Torsade de pointes) assoziiert sein kann (siehe Abschnitt

4.3). In einer Studie an 14 gesunden Freiwilligen führte die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin

und Terfenadin zu einem zwei- bis dreifachen Anstieg der Serumspiegel des sauren Metaboliten von

Terfenadin und zur Verlängerung des QT-Intervalls (ohne klinisch nachweisbare Auswirkung). Ähnliche

Effekte wurden bei gleichzeitiger Verabreichung von Astemizol und anderen Makroliden beobachtet.

Ergotamin/Dihydroergotamin

Berichte nach Markteinführung weisen darauf hin, dass die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin

mit Ergotamin oder Dihydroergotamin mit akuter Ergottoxizität, charakterisiert durch Vasospasmus und

Ischämien in den Extremitäten und anderen Geweben, einschließlich des zentralen Nervensystems, assoziiert

ist. Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und diesen Arzneimitteln ist kontraindiziert (siehe

Abschnitt 4.3).

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und Simvastatin, Atorvastatin, Rosuvastatin oder

Lovastatin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3), da diese Statine weitgehend durch CYP3A4 metabolisiert

werden und eine gleichzeitige Behandlung mit Clarithromycin ihre Plasmakonzentration erhöht, wodurch

das Risiko einer Myopathie, einschließlich Rhabdomyolyse, zunimmt. Es wurde von Patienten mit

Rhabdomyolyse berichtet, die gleichzeitig Clarithromycin und diese Statine erhielten. Falls eine Behandlung

mit Clarithromycin nicht vermieden werden kann, muss eine Therapie mit Lovastatin, Simvastatin,

Atorvastatin oder Rosuvastatin während des Behandlungszeitraumes ausgesetzt werden.

Vorsicht ist geboten, wenn Clarithromycin und andere Statine gleichzeitig verordnet werden. In Fällen, in

denen eine gleichzeitige Behandlung von Clarithromycin und diesen Statinen nicht vermieden werden kann,

wird empfohlen, die niedrigste zugelassene Dosierung des Statins zu verordnen. Die Verwendung eines

anderen Statins, das nicht von der CYP3A-Metabolisierung abhängig ist (z. B. Fluvastatin), kann in Betracht

gezogen werden. Die Patienten sollten bezüglich Anzeichen und Symptome einer Myopathie beobachtet

werden.

Colchicin

Colchicin ist ein Substrat für CYP3A und für den Effluxtransporter P-Glykoprotein (PgP). CYP3A4 und PgP

werden bekanntermaßen durch Clarithromycin und andere Makrolide gehemmt. Wenn Clarithromycin und

Colchicin gemeinsam angewendet werden, kann die Hemmung von PgP und/oder CYP3A4 durch

Clarithromycin zu einer erhöhten Exposition gegenüber Colchicin führen. Die gleichzeitige Einnahme von

Clarithromycin und Colchicin ist kontraindiziert (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Ticagrelor oder Ranolazin

siehe Abschnitt 4.3.

Wirkung von Clarithromycin auf andere Arzneimittel

CYP3A-basierte Interaktionen

Es ist bekannt, dass Clarithromycin CYP3A hemmt. Daher kann die gleichzeitige Gabe von Clarithromycin

und Arzneimitteln, die hauptsächlich durch CYP3A verstoffwechselt werden, zu einer Erhöhung der

Plasmaspiegel dieser Arzneimittel führen, was zu einer Verstärkung und/oder Verlängerung sowohl der

therapeutischen als auch der unerwünschten Wirkungen der Begleitmedikation führen kann. Bei Patienten,

die mit anderen Arzneimitteln behandelt werden, die bekannterweise Substrate für das Enzym CYP3A sind,

ist Clarithromycin mit Vorsicht anzuwenden, insbesondere wenn das CYP3A-Substrat eine enge

therapeutische Breite aufweist (z. B. Carbamazepin) und/oder stark durch dieses Enzym verstoffwechselt

wird.

Bei Patienten, die gleichzeitig Clarithromycin erhalten, kann eine Anpassung der Dosierung angebracht sein

und, wenn möglich, sollten die Serumkonzentrationen von Arzneimitteln, die hauptsächlich durch CYP3A

verstoffwechselt werden, engmaschig überwacht werden.

Bei folgenden Arzneimitteln bzw. Arzneimittelklassen wurde eine Metabolisierung durch dasselbe CYP3A-

Isoenzym nachgewiesen bzw. vermutet:

Alprazolam, Astemizol, Carbamazepin, Cilostazol, Cisaprid, Ciclosporin, Disopyramid, Ergotalkaloide,

Lovastatin, Methylprednisolon, Midazolam, Omeprazol, orale Antikoagulantien (z. B. Warfarin, siehe

Abschnitt 4.4), atypische Antipsychotika (z. B. Quetiapin), Pimozid, Chinidin, Rifabutin, Sildenafil,

Simvastatin, Sirolimus, Tacrolimus, Terfenadin, Triazolam und Vinblastin; aber diese Liste ist nicht

vollständig. Zu den Arzneimitteln, die über ähnliche Mechanismen durch andere Isoenzyme innerhalb des

Cytochrom-P450-Systems interagieren, zählen Phenytoin, Theophyllin und Valproat.

Antiarrhythmika

Es wurde nach Markteinführung über „Torsade de pointes“ nach gleichzeitiger Anwendung von

Clarithromycin und Chinidin oder Disopyramid berichtet. Bei gleichzeitiger Einnahme von Clarithromycin

und diesen Arzneimitteln sollten Elektrokardiogramme auf eine QTc-Verlängerung kontrolliert werden. Eine

therapiebegleitende Überwachung der Serumkonzentrationen von Chinidin und Disopyramid wird

empfohlen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und anderen Arzneimitteln, die potentiell eine QT-

Verlängerung bewirken können, ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.4).

Nach Markteinführung wurde bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Disopyramid über

Hypoglykämien berichtet. Daher sollten die Blutzuckerspiegel während der gleichzeitigen Anwendung von

Clarithromycin und Disopyramid überwacht werden.

Orale Antidiabetika/Insulin

Bei gleichzeitiger Einnahme mit bestimmten Antidiabetika, wie Nateglinid und Repaglinid, kann eine

Hemmung des CYP3A-Enzyms durch Clarithromycin auftreten und eine Hypoglykämie auslösen. Es wird

eine sorgfältige Überwachung des Blutzuckerspiegels empfohlen.

Omeprazol

Gesunden erwachsenen Probanden wurde Clarithromycin (500 mg, alle 8 Stunden) in Kombination mit

Omeprazol (40 mg pro Tag) gegeben. Die

Steady-state

-Plasma-Konzentrationen von Omeprazol waren bei

der gleichzeitigen Gabe von Clarithromycin erhöht (C

, AUC

0-24

und t

erhöhten sich jeweils um 30 %,

89 % bzw. 34 %). Der über 24 Stunden gemittelte gastrale pH-Wert war 5,2 bei alleiniger Gabe von

Omeprazol und 5,7 bei gleichzeitiger Gabe von Clarithromycin.

Ciclosporin, Tacrolimus und Sirolimus

Die gleichzeitige Anwendung von oralem Clarithromycin und Ciclosporin oder Tacrolimus führte zu einem

mehr als 2-fachen Anstieg der C

-Werte von Ciclosporin und Tacrolimus. Ähnliche Effekte sind auch für

Sirolimus zu erwarten. Wird eine Behandlung mit Clarithromycin bei Patienten eingeleitet, die bereits eines

dieser Immunsuppressiva erhalten, müssen die Plasmaspiegel von Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus

engmaschig kontrolliert und ihre Dosierung bei Bedarf entsprechend reduziert werden. Wenn Clarithromycin

bei diesen Patienten abgesetzt wird, ist erneut eine engmaschige Überwachung der Plasmaspiegel von

Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus erforderlich, um eine entsprechende Dosisanpassung vornehmen zu

können.

Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil

Alle diese Phosphodiesterase-Inhibitoren werden zumindest teilweise durch CYP3A metabolisiert und

CYP3A kann bei gleichzeitiger Gabe von Clarithromycin gehemmt werden. Die gleichzeitige Gabe von

Clarithromycin und Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil würde wahrscheinlich zu einer erhöhten Exposition

gegenüber dem Phosphodiesterase-Inhibitor führen. Gegebenenfalls ist bei gleichzeitiger Anwendung von

Clarithromycin eine Dosisreduzierung von Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil vorzunehmen.

Theophyllin, Carbamazepin

Ergebnisse aus klinischen Studien zeigen einen mäßigen, aber statistisch signifikanten (p ≤ 0,05) Anstieg der

zirkulierenden Theophyllin- oder Carbamazepinspiegel bei der gleichzeitigen Anwendung von

Clarithromycin mit einer dieser Substanzen. Gegebenenfalls sollte eine Dosisreduzierung erwogen werden.

Tolterodin

Die primäre Metabolisierung von Tolterodin erfolgt über das 2D6-Isoenzym des Cytochroms P450

(CYP2D6). In einer Untergruppe der Population ohne CYP2D6 verläuft die Metabolisierung jedoch

hauptsächlich über CYP3A. In dieser Untergruppe führt die Hemmung von CYP3A zu signifikant höheren

Serumkonzentrationen von Tolterodin. Bei schwachen CYP2D6-Metabolisierern kann bei gleichzeitiger

Gabe von CYP3A-Inhibitoren wie Clarithromycin eine Reduzierung der Tolterodin-Dosierung notwendig

sein.

Triazolobenzodiazepine (z. B. Alprazolam, Midazolam, Triazolam)

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Midazolam mit Clarithromycin Tabletten (500 mg, zweimal täglich)

stieg die AUC von Midazolam um das 2,7-Fache nach intravenöser Gabe und um das 7-Fache nach oraler

Gabe von Midazolam an. Die gleichzeitige Verabreichung von oralem Midazolam und Clarithromycin ist zu

vermeiden. Wird Midazolam intravenös während der Clarithromycin-Therapie verabreicht, muss der Patient

engmaschig überwacht werden, damit gegebenenfalls eine Dosisanpassung erfolgen kann. Die gleichen

Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für andere Benzodiazepine, die durch CYP3A4 metabolisiert werden,

insbesondere für Triazolam und Alprazolam. Bei Benzodiazepinen, die nicht durch CYP3A4 metabolisiert

werden (Temazepam, Nitrazepam, Lorazepam) sind klinisch relevante Wechselwirkungen mit

Clarithromycin unwahrscheinlich.

Es gibt Berichte nach Markteinführung über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und Störungen

des Zentralnervensystems (z. B. Somnolenz und Verwirrtheit) bei gleichzeitiger Anwendung von

Clarithromycin und Triazolam. Daher wird empfohlen, die Patienten bezüglich einer verstärkten

pharmakologischen Wirkung auf das ZNS zu überwachen.

Wirkung von anderen Arzneimitteln auf Clarithromycin

Clarithromycin wird durch das Enzym CYP3A4 metabolisiert. Daher können starke Inhibitoren dieses

Enzyms unter Umständen den Metabolismus von Clarithromycin hemmen, was zu einem Anstieg der

Plasmakonzentrationen von Clarithromycin führt.

Obwohl die Plasmakonzentrationen von Clarithromycin und Omeprazol/Esomeprazol bei gleichzeitiger

Verabreichung ansteigen können, ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich. Erhöhte

Plasmakonzentrationen von Clarithromycin können auch bei gleichzeitiger Anwendung mit Antazida oder

Ranitidin auftreten. Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.

CYP3A-induzierende Arzneimittel (z. B. Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital,

Johanniskraut) können den Metabolismus von Clarithromycin induzieren. Dies kann zu subtherapeutischen

Clarithromycin-Spiegeln und somit zu einer verminderten Wirksamkeit führen. Darüber hinaus kann es

erforderlich sein, den Plasmaspiegel des CYP3A-Induktors zu überwachen, da dieser aufgrund der

Hemmung von CYP3A durch Clarithromycin erhöht sein kann (siehe auch aktuelle Fachinformation des

verabreichten CYP3A4-Inhibitors). Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und Rifabutin führte

zu einer Erhöhung der Rifabutin- bzw. einer Senkung der Clarithromycin-Serumwerte, was wiederum zu

einem erhöhten Uveitis-Risiko führt.

Von den folgenden Arzneimitteln ist bekannt bzw. wird vermutet, dass sie die Plasmakonzentrationen von

Clarithromycin beeinflussen. Eine Clarithromycin-Dosisanpassung oder eine alternative Behandlung ist zu

erwägen.

Efavirenz, Nevirapin, Rifampicin, Rifabutin und Rifapentin

Starke Induktoren des Cytochrom-P450-Stoffwechselsystems, wie z. B. Efavirenz, Nevirapin, Rifampicin,

Rifabutin und Rifapentin können die Verstoffwechselung von Clarithromycin beschleunigen und damit die

Plasmaspiegel von Clarithromycin senken und die des ebenfalls mikrobiologisch aktiven Metaboliten 14-

OH-Clarithromycin erhöhen. Da die mikrobiologische Aktivität von Clarithromycin und 14-OH-

Clarithromycin bei verschiedenen Bakterien unterschiedlich ist, kann bei einer gleichzeitigen Gabe von

Clarithromycin und Enzyminduktoren der beabsichtigte Therapieerfolg beeinträchtigt sein.

Etravirin

Die Clarithromycinspiegel wurden durch Etravirin verringert; die Konzentrationen des aktiven Metaboliten

14-OH-Clarithromycin waren jedoch erhöht. Da 14-OH-Clarithromycin eine verringerte Aktivität gegenüber

Mycobacterium-avium

-Complex (MAC) aufweist, ist die Aktivität gegen dieses Pathogen insgesamt

verändert. Daher sollten zur Behandlung des MAC Alternativen zu Clarithromycin in Betracht gezogen

werden.

Fluconazol

Die gleichzeitige Gabe von 200 mg Fluconazol täglich und 500 mg Clarithromycin zweimal täglich führte

bei 21 gesunden Probanden zu einem Anstieg der mittleren minimalen Steady-state-Konzentration (C

) von

Clarithromycin um 33 % und einem Anstieg der AUC (Fläche unter der Kurve) um 18 %. Die Steady-state-

Konzentrationen des aktiven Metaboliten 14-OH-Clarithromycin wurden durch die gleichzeitige Gabe von

Fluconazol nicht signifikant beeinflusst. Eine Dosisanpassung von Clarithromycin ist nicht erforderlich.

Ritonavir

Eine pharmakokinetische Studie zeigte, dass bei gleichzeitiger Gabe von Ritonavir (200 mg, alle 8 Stunden)

und Clarithromycin (500 mg, alle 12 Stunden) eine signifikante Hemmung des Clarithromycin-Stoffwechsels

auftritt. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Ritonavir nahmen die C

von Clarithromycin um 31 %, die

um 182 % und die AUC um 77 % zu. Die Bildung des Metaboliten 14-OH-Clarithromycin wurde

nahezu vollständig gehemmt. Aufgrund der großen therapeutischen Breite von Clarithromycin ist eine

Dosisreduzierung bei Patienten mit normaler Nierenfunktion nicht notwendig. Jedoch sollten bei Patienten

mit Niereninsuffizienz die folgenden Dosisanpassungen in Betracht gezogen werden: Bei Patienten mit einer

Kreatinin-Clearance von 30 bis 60 ml/min sollte die Dosierung von Clarithromycin um 50 % reduziert

werden. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 30 ml/min sollte die Dosierung von Clarithromycin

um 75 % reduziert werden. Bei gleichzeitiger Einnahme von Ritonavir sollte eine Tagesdosis von 1 g

Clarithromycin nicht überschritten werden.

Ähnliche Dosisanpassungen sollen bei Patienten mit verminderter Nierenfunktion vorgenommen werden, bei

denen Ritonavir zur Verbesserung der Pharmakokinetik zusammen mit anderen HIV-Proteaseinhibitoren

einschließlich Atazanavir und Saquinavir verabreicht wird (siehe Abschnitt „Bidirektionale

Wechselwirkungen“).

Wechselwirkungen in Therapieschemata zur Eradikation von

H. pylori

Obwohl die Plasmakonzentrationen von Clarithromycin und Omeprazol/Esomeprazol bei gleichzeitiger

Verabreichung ansteigen können, ist keine Anpassung der Dosierung erforderlich. In den empfohlenen

Dosierungen gibt es keine klinisch relevante Wechselwirkung zwischen Clarithromycin und Lansoprazol.

Erhöhte Plasmakonzentrationen von Clarithromycin können auch bei gleichzeitiger Anwendung mit

Antazida oder Ranitidin auftreten. Es ist keine Dosisanpassung erforderlich. Es gibt keine

pharmakokinetischen Wechselwirkungen mit relevanten Antibiotika, die zur Eradikationstherapie von

H.

pylori

angewendet werden.

Andere Arzneimittelwechselwirkungen

Aminoglykoside

Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Anwendung von Clarithromycin mit anderen ototoxischen

Arzneimitteln, insbesondere mit Aminoglykosiden (siehe Abschnitt 4.4).

Digoxin

Es wird angenommen, dass Digoxin ein Substrat für den Effluxtransporter P-Glykoprotein (PgP) ist. PgP

wird bekanntermaßen durch Clarithromycin gehemmt. Wenn Clarithromycin und Digoxin gleichzeitig

angewendet werden, kann die Hemmung von PgP durch Clarithromycin zu einer erhöhten Exposition

gegenüber Digoxin führen. Erhöhte Digoxin-Serumspiegel wurden auch nach Markteinführung bei Patienten

berichtet, die gleichzeitig Clarithromycin und Digoxin erhielten. Einige Patienten zeigten klinische

Symptome einer Digoxintoxizität, einschließlich potenziell tödlicher Arrhythmien. Bei Patienten, die

gleichzeitig mit Clarithromycin und Digoxin behandelt werden, ist die Digoxin-Serumkonzentration

engmaschig zu kontrollieren.

Zidovudin

Bei gleichzeitiger oraler Therapie mit Clarithromycin Tabletten und Zidovudin wurden bei HIV-infizierten

Erwachsenen verminderte

Steady-state

-Serumspiegel von Zidovudin nachgewiesen. Weil Clarithromycin mit

gleichzeitig oral verabreichtem Zidovudin um die Resorption zu konkurrieren scheint, kann diese

Wechselwirkung größtenteils durch eine um 4 Stunden versetzte Einnahme von Clarithromycin und

Zidovudin vermieden werden. Diese Wechselwirkung wurde nicht bei HIV-infizierten Kindern beobachtet,

die Clarithromycin Suspension mit Zidovudin oder Dideoxyinosin einnahmen. Diese Wechselwirkung ist

unwahrscheinlich, wenn Clarithromycin als intravenöse Infusion verabreicht wird.

Phenytoin und Valproat

Es liegen Spontanmeldungen oder veröffentlichte Berichte zu Wechselwirkungen von CYP3A-Inhibitoren,

einschließlich Clarithromycin, mit Arzneimitteln vor, bei denen keine Metabolisierung durch CYP3A

erwartet wurde (z. B. Phenytoin und Valproat). Eine Bestimmung der Serumspiegel dieser Arzneimittel wird

bei gleichzeitiger Gabe mit Clarithromycin empfohlen. Es wurde von erhöhten Serumwerten berichtet.

Bidirektionale Wechselwirkungen

Atazanavir

Sowohl Clarithromycin als auch Atazanavir sind Substrate und Inhibitoren von CYP3A und es gibt Hinweise

für eine bidirektionale Wechselwirkung. Die gleichzeitige Gabe von Clarithromycin (500 mg zweimal

täglich) mit Atazanavir (400 mg einmal täglich) führte zu einer 2-fach erhöhten Exposition gegenüber

Clarithromycin und einer 70%igen Abnahme der Exposition gegenüber 14-OH-Clarithromycin mit einem

28%igen Anstieg der AUC von Atazanavir. Aufgrund der großen therapeutischen Breite von Clarithromycin

sollte bei Patienten mit normaler Nierenfunktion keine Dosisreduktion nötig sein. Bei Patienten mit mäßiger

Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance 30-60 ml/min) ist die Clarithromycin-Dosis um 50 % zu

reduzieren. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance < 30 ml/min ist die Clarithromycin-Dosis durch

Anwendung einer geeigneten Darreichungsform von Clarithromycin um 75 % zu reduzieren. Bei

gleichzeitiger Gabe von Proteaseinhibitoren sollte eine maximale Tagesdosis von 1.000 mg Clarithromycin

nicht überschritten werden.

Calciumkanalblocker

Aufgrund des Risikos einer Hypotonie ist Vorsicht bei Patienten geboten, die gleichzeitig Clarithromycin

und Calciumkanalblocker einnehmen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden (z. B. Verapamil, Amlodipin,

Diltiazem). Die Plasmakonzentrationen von Clarithromycin und auch von Calciumkanalblockern können

aufgrund der Wechselwirkung erhöht werden. Hypotonie, Bradyarrhythmie und Laktatazidose wurden bei

Patienten beobachtet, die gleichzeitig Clarithromycin und Verapamil einnahmen.

Itraconazol

Sowohl Clarithromycin als auch Itraconazol sind Substrate und Inhibitoren von CYP3A und führen zu einer

bidirektionalen Wechselwirkung. Clarithromycin könnte die Plasmaspiegel von Itraconazol erhöhen,

während es unter Itraconazol zu einem Anstieg der Plasmaspiegel von Clarithromycin kommen kann.

Patienten, die gleichzeitig mit Itraconazol und Clarithromycin behandelt werden, sollten auf Anzeichen oder

Symptome einer verstärkten oder verlängerten pharmakologischen Wirkung beobachtet werden.

Saquinavir

Sowohl Clarithromycin als auch Saquinavir sind Substrate und Inhibitoren von CYP3A und es gibt Hinweise

für eine bidirektionale Wechselwirkung. Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin (500 mg

zweimal täglich) und Saquinavir (Weichgelatinekapseln, 1.200 mg dreimal täglich) resultierte bei 12

gesunden Probanden in einer systemischen Verfügbarkeit im Steady state (AUC) und maximalen

Konzentrationen (C

) von Saquinavir, die 177 % bzw. 187 % höher lagen als bei der alleinigen Gabe von

Saquinavir. Die AUC- und C

-Werte von Clarithromycin waren um ca. 40 % höher als bei der alleinigen

Gabe von Clarithromycin. Wenn die beiden Arzneimittel in den untersuchten Stärken und

Darreichungsformen für eine begrenzte Zeit gleichzeitig eingenommen werden, ist keine Dosisanpassung

erforderlich. Beobachtungen aus Wechselwirkungsstudien mit der Weichgelatinekapsel sind nicht unbedingt

auf die Anwendung von Saquinavir Hartgelatinekapseln übertragbar. Beobachtungen aus

Wechselwirkungsstudien mit Saquinavir allein sind nicht unbedingt auf die Wirkungen übertragbar, die unter

Saquinavir/Ritonavir beobachtet werden. Wenn Saquinavir gleichzeitig mit Ritonavir verabreicht wird, ist

die potentielle Wirkung von Ritonavir auf Clarithromycin zu berücksichtigen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Daten zur Anwendung von Clarithromycin bei mehr als 200 Schwangeren im ersten Trimester ergaben keine

eindeutigen Hinweise auf teratogene Effekte oder Auswirkungen auf die Gesundheit des Neugeborenen.

Daten für eine begrenzte Anzahl von exponierten Schwangeren im ersten Trimester deuten auf ein

möglicherweise erhöhtes Risiko für einen Abortus hin. Bisher sind keine anderen einschlägigen

epidemiologischen Daten verfügbar.

Daten aus tierexperimentellen Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Das

Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Aufgrund unterschiedlicher Ergebnisse aus Studien an Mäusen,

Ratten, Kaninchen und Affen können nachteilige Wirkungen auf die embryofötale Entwicklung nicht

ausgeschlossen werden. Clarithromycin sollte bei schwangeren Frauen nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-

Abwägung angewendet werden.

Stillzeit

Die Sicherheit von Clarithromycin während der Stillzeit ist bei Säuglingen nicht nachgewiesen.

Clarithromycin und sein aktiver Metabolit werden in die Muttermilch ausgeschieden. Bei gestillten Kindern

können daher Diarrhoe und Pilzinfektionen der Schleimhaut auftreten, sodass möglicherweise abgestillt

werden muss. Die Möglichkeit einer Sensibilisierung sollte berücksichtigt werden. Bei der Behandlung sollte

der Nutzen für die Mutter gegen das mögliche Risiko für den Säugling abgewogen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten zu den Auswirkungen von Clarithromycin auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor. Das mögliche Auftreten von Schwindel, Vertigo, Verwirrung

und Desorientierung während der Therapie sollte berücksichtigt werden, bevor der Patient ein Fahrzeug führt

oder Maschinen bedient.

4.8

Nebenwirkungen

a. Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Sehr häufige und häufige Nebenwirkungen in Zusammenhang mit der Anwendung von Clarithromycin bei

Erwachsenen und Kindern sind Bauchschmerzen, Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen und Geschmacksstörungen.

Diese Nebenwirkungen sind für gewöhnlich von leichter Intensität und stimmen mit dem bekannten

Sicherheitsprofil der Makrolidantibiotika überein (siehe Punkt b.)

In klinischen Studien zeigte sich kein signifikanter Unterschied in der Inzidenz dieser gastrointestinalen

Nebenwirkungen zwischen Patientenpopulationen mit oder ohne vorbestehenden Mykobakterieninfektionen.

b. Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Die folgende Tabelle zeigt Nebenwirkungen, die unter Clarithromycin (Tabletten mit sofortiger

Wirkstofffreisetzung, Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen, Pulver zur Herstellung

einer Injektionslösung, Retardtabletten und Tabletten mit veränderter Freisetzung) im Rahmen von

klinischen Studien und nach Markteinführung aufgetreten sind.

Diejenigen Nebenwirkungen mit einem zumindest potenziellen Kausalzusammenhang mit Clarithromycin

werden nach Systemorganklasse und Häufigkeit wie folgt geordnet: Sehr häufig (≥ 1/10), Häufig (≥ 1/100, <

1/10), Gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100) und Nicht bekannt (Nebenwirkungen aus Berichten nach

Markteinführung; Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben, wenn dieser

bekannt ist.

Systemorgankla

Sehr häufig

Häufig

Gelegentlich

Nicht bekannt

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Cellulitis

Candidose

Gastroenteritis

Infektionen

Vaginalinfektion

Pseudomembran

öse Kolitis

Erysipel

Erythrasma

Erkrankungen

des Blutes und

Leukopenie

Neutropenie

Thrombozythämie

Agranulozytose

Thrombozytope

Lymphsystems

Eosinophilie

Erkrankungen

Immunsystems

Anaphylaktoide

Reaktion

Überempfindlichke

Anaphylaktische

Reaktion

Angioödem

Stoffwechsel-

Ernährungsstöru

ngen

Anorexie

verminderter

Appetit

Hypoglykämie

Psychiatrische

Erkrankungen

Schlaflosigkeit

Angstzustände

Nervosität

Psychotische

Störung

Verwirrtheit

Depersonalisatio

Depressionen

Desorientierung

Halluzinationen

abnorme

Träume

Manie

Erkrankungen

Nervensystems

Dysgeusie

Kopfschmerzen

Geschmacksstör

Bewusstseinsverlus

Dyskinesie

Schwindel

Somnolenz

Tremor

Krämpfe

Ageusie

Parosmie

Anosmie

Parästhesie

Erkrankungen

des Ohrs und

des Labyrinths

Vertigo

beeinträchtigtes

Hörvermögen

Tinnitus

Verlust des

Hörvermögens

Herzerkrankung

Herzstillstand

Vorhofflimmern

QT-Verlängerung

im Elektrokardio-

gramm

Extrasystolen

Palpitationen

Torsade de

pointes

ventrikuläre

Tachykardie

Kammerflimmer

Gefäßerkrankun

Vasodilatation

Hämorrhagien

Erkrankungen

der Atemwege,

des Brustraums

und des

Mediastinums

Asthma

Epistaxis

Lungenembolie

Erkrankungen

Gastrointestinalt

rakts

Diarrhoe

Erbrechen

Dyspepsie

Übelkeit

Bauchschmerze

Ösophagitis

gastroösophageale

Refluxkrankheit

Gastritis

Proktalgie

Stomatitis

Glossitis

aufgeblähter

Bauch

Verstopfung

Mundtrockenheit

Eruktation

Flatulenz

Akute

Pankreatitis

Zungenverfärbu

Zahnverfärbung

Leber- und

Abweichende

Cholestase

Leberversagen

Gallenerkrankun

Leberfunktions

werte

Hepatitis

Anstieg der Alanin-

Aminotransferase

Anstieg der

Aspartat-

Aminotransferase

Anstieg der

Gamma-Glutamyl-

Transferase

hepatozellulärer

Ikterus

Erkrankungen

der Haut und

Unterhautzellge

webes

Hautausschlag

Hyperhidrose

Bullöse Dermatitis

Pruritus

Urtikaria

makulopapulöser

Ausschlag

Akute

generalisierte

exanthematische

Pustulose

(AGEP)

Stevens-

Johnson-

Syndrom

toxische

epidermale

Nekrolyse

arzneimittelbedi

ngter

Hautausschlag

mit Eosinophilie

systemischen

Symptomen

(DRESS)

Akne

Skelettmuskulat

ur-,

Bindegewebs-

Knochenerkrank

ungen

Muskelspasmen

Steifigkeit des

Bewegungsapparats

Myalgie

Rhabdomyolyse

2,11

Myopathie

Erkrankungen

der Nieren und

Harnwege

Erhöhter

Kreatininspiegel im

Blut

erhöhter

Harnstoffspiegel im

Blut

Nierenversagen

interstitielle

Nephritis

Allgemeine

Erkrankungen

Beschwerden

Verabreichungs

Phlebitis am

Injektionsort

Schmerzen am

Injektionsort

Entzündung am

Injektionsort

Krankheitsgefühl

Pyrexie

Asthenie

Schmerzen im

Brustraum

Schüttelfrost

Erschöpfung

Untersuchungen

Abnormes

Albumin-Globulin-

Verhältnis

Anstieg der

alkalischen

Phosphatase im

Blut

Anstieg der

Laktatdehydrogena

se im Blut

Anstieg der

verlängerte

Thromboplastin

zeit

verfärbter Urin

UAW nur beim Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung berichtet.

UAW nur bei den Retardtabletten berichtet.

UAW nur beim Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen berichtet.

UAW nur bei den Tabletten mit schneller Wirkstofffreisetzung berichtet.

5,6,7,8,9,10,11

siehe Abschnitt c.

c. Beschreibung spezieller Nebenwirkungen

Phlebitis an der Injektionsstelle, Schmerzen an der Injektionsstelle, Schmerzen beim Einstich in das Gefäß

und Entzündung an der Injektionsstelle sind spezifische Nebenwirkungen nach intravenöser Verabreichung

von Clarithromycin.

In sehr seltenen Fällen wurde von Leberversagen mit tödlichem Ausgang berichtet, welches aber immer mit

schwerwiegenden Grunderkrankungen und/oder Begleitmedikamenten assoziiert war (siehe Abschnitt 4.4).

Unter nahezu allen antibakteriellen Substanzen, einschließlich Clarithromycin, wurde

Clostridium-difficile

assoziierte Diarrhoe (CDAD) beschrieben, die von milder Diarrhoe bis hin zu tödlicher Kolitis verlaufen

kann. Darum ist besonders auf Diarrhoe zu achten (siehe Abschnitt 4.4).

Beim Auftreten von schwerwiegenden akuten Überempfindlichkeitsreaktionen (z. B. Anaphylaxie, Stevens-

Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse) ist Clarithromycin sofort abzusetzen und

unverzüglich eine adäquate Behandlung einzuleiten (siehe Abschnitt 4.4).

Wie bei anderen Makroliden gab es auch bei Clarithromycin seltene Berichte über QT-Verlängerung,

ventrikuläre Tachykardie und Torsade de pointes (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Leichte bis lebensbedrohende pseudomembranöse Kolitis wurde unter nahezu allen antibakteriellen

Substanzen, einschließlich Clarithromycin, beschrieben. Daher ist es wichtig, an diese Diagnose zu denken,

wenn Patienten auf die Gabe von antibakteriellen Substanzen mit Diarrhoe reagieren (siehe Abschnitt 4.4).

In einigen der Berichte über Rhabdomyolyse wurde Clarithromycin gemeinsam mit Statinen, Fibraten,

Colchicin oder Allopurinol verabreicht (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Es liegen Berichte nach Markteinführung über eine Colchicintoxizität bei gleichzeitiger Anwendung von

Colchicin und Clarithromycin vor, die speziell bei älteren Patienten und/oder bei Patienten mit

Niereninsuffizienz auftrat und manchmal den Tod zur Folge hatte (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Es gibt seltene Berichte über Hypoglykämie, wobei manchmal Patienten unter gleichzeitiger Therapie mit

oralen Antidiabetika oder Insulin betroffen waren (siehe Abschnitt 4.4).

Es gibt Berichte nach Markteinführung über Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und Störungen

des Zentralnervensystems (z. B. Somnolenz und Verwirrtheit) bei gleichzeitiger Anwendung von

Clarithromycin und Triazolam. Daher wird empfohlen, die Patienten bezüglich einer verstärkten

pharmakologischen Wirkung auf das ZNS zu überwachen (siehe Abschnitt 4.5).

Bei gleichzeitiger Gabe von Clarithromycin und Warfarin besteht ein Risiko für schwere Blutungen und eine

signifikante Erhöhung der INR und der Thromboplastinzeit. Es wird empfohlen, INR und

Thromboplastinzeit während der gleichzeitigen Verabreichung von Clarithromycin und oralen

Antikoagulantien häufig zu kontrollieren (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Spezielle Patientengruppen: Nebenwirkungen bei immunsupprimierten Patienten (siehe Abschnitt e)

d. Kinder und Jugendliche

Klinische Studien wurden mit Clarithromycin pädiatrische Suspension an Kindern im Alter von 6 Monaten

bis 12 Jahren durchgeführt. Daher ist bei Kindern unter 12 Jahren Clarithromycin pädiatrische Suspension

anzuwenden.

Bezüglich Häufigkeit, Art und Schweregrad der Nebenwirkungen bei Kindern gibt es wahrscheinlich keine

Unterschiede im Vergleich zu Erwachsenen.

e. Weitere spezielle Patientengruppen

Immunsupprimierte Patienten

Bei AIDS-Patienten und anderen immunsupprimierten Patienten, die über einen längeren Zeitraum mit

höheren Dosen Clarithromycin gegen Mykobakterieninfektionen behandelt wurden, waren möglicherweise

mit Clarithromycin assoziierte Nebenwirkungen von Anzeichen der zugrundeliegenden HIV-Infektion oder

einer interkurrenten Erkrankung oftmals schwierig zu unterscheiden.

Bei erwachsenen Patienten, die mit einer täglichen Gesamtdosis von 1.000 mg oder 2.000 mg Clarithromycin

behandelt wurden, waren die häufigsten Nebenwirkungen: Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksstörung,

Bauchschmerzen, Diarrhoe, Hautausschlag, Flatulenz, Kopfschmerzen, Obstipation, Hörstörungen, Anstieg

der Serum-Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (SGOT) und der Serum-Glutamat-Pyruvat-Transaminase

(SGPT). Weitere mit geringer Häufigkeit auftretende Ereignisse waren Dyspnoe, Schlaflosigkeit und

Mundtrockenheit. Die Inzidenzen waren vergleichbar mit den Inzidenzen bei Patienten, die mit 1.000 mg

und 2.000 mg behandelt wurden, jedoch generell etwa drei- bis viermal höher bei jenen Patienten, die eine

tägliche Gesamtdosis von 4.000 mg Clarithromycin erhielten.

Bei diesen immunsupprimierten Patienten erfolgte die Beurteilung der Laborwerte durch Analyse der Werte

außerhalb des erweiterten Normbereichs (d. h. der extremen Niedrigst- bzw. Höchstgrenze) für diesen

speziellen Test. Auf Basis dieser Kriterien wiesen ca. 2 % bis 3 % jener Patienten, die täglich 1.000 mg oder

2.000 mg Clarithromycin erhielten, abnormal stark erhöhte SGOT- und SGPT-Spiegel und eine abnormal

niedrige Anzahl von weißen Blutzellen und Thrombozyten auf. Ein geringerer Prozentsatz der Patienten in

diesen beiden Dosisgruppen wies auch erhöhte Harnstoff-Stickstoff-Werte im Blut auf. Bei Patienten, die

4.000 mg täglich erhielten, wurde eine geringfügig höhere Inzidenz abweichender Werte für alle Parameter

(außer den weißen Blutkörperchen) verzeichnet.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee

3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome einer Intoxikation:

Berichten zufolge sind nach Einnahme großer Mengen Clarithromycin gastrointestinale Symptome zu

erwarten. Die Symptome einer Überdosierung können weitgehend dem Nebenwirkungsprofil entsprechen.

Ein Patient mit anamnestisch bekannten bipolaren Störungen, der 8 Gramm Clarithromycin eingenommen

hatte, zeigte einen veränderten Geisteszustand, paranoides Verhalten, Hypokaliämie und Hypoxämie.

Therapie einer Intoxikation:

Es gibt kein spezielles Gegenmittel bei Überdosierung. Nebenwirkungen, die in Zusammenhang mit einer

Überdosierung stehen, sollten mit einer sofortigen Elimination des nicht resorbierten Wirkstoffs (z. B.

Magenspülung) und unterstützenden Maßnahmen behandelt werden. Wie auch bei anderen Makroliden ist

nicht zu erwarten, dass die Clarithromycin-Serumspiegel durch Hämodialyse oder Peritonealdialyse merklich

gesenkt werden können.

In sehr seltenen Fällen können schwerwiegende, akute allergische Reaktionen (z. B. anaphylaktischer

Schock) auftreten. Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion muss die Behandlung mit

Clarithromycin abgebrochen werden und es sind unverzüglich entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Allgemeine Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Clarithromycin ist ein halbsynthetisches Makrolid mit einem 14-gliedrigen Lactonring.

ATC-Code: J01FA09

Wirkmechanismus:

Clarithromycin entfaltet seine antibakterielle Wirkung durch Bindung an die ribosomale 50S-Untereinheit

empfindlicher Bakterien und hemmt die Proteinsynthese. Hieraus resultiert zumeist eine bakteriostatische

Wirkung.

Der 14-Hydroxy-Metabolit von Clarithromycin zeigt ebenfalls antimikrobielle Aktivität. Die MHK dieses

Metaboliten sind gleich oder um das 2-fache höher als die der Muttersubstanz, mit Ausnahme von

H.

influenzae

, bei dem der 14-Hydroxy-Metabolit doppelt so aktiv ist wie die Muttersubstanz.

Beziehung zwischen Pharmakokinetik und Pharmakodynamik

Die Wirkung von Clarithromycin hängt hauptsächlich von der Zeitspanne ab, während der die

Plasmakonzentration des Wirkstoffes über der minimalen Hemmkonzentration (MHK) des Erregers liegt.

Resistenzmechanismen

Der Resistenz gegen Clarithromycin können folgende Mechanismen zugrunde gelegt werden:

Efflux: Eine Resistenz kann durch Erhöhung der Anzahl von Effluxpumpen in der Zytoplasmamembran

hervorgerufen werden, von der ausschließlich 14- und 15-gliedrige Makrolide betroffen sind (sog. M-

Phänotyp).

Veränderung der Zielstruktur: Durch Methylierung der 23S-rRNA ist die Affinität zu den ribosomalen

Bindungsstellen erniedrigt, wodurch es zur Resistenz gegenüber Makroliden (M), Lincosamiden (L) und

Streptograminen der Gruppe B (S

) kommt (sog. MLS

-Phänotyp).

Effluxpumpen können Clarithromycin aktiv aus der Zelle transportieren.

Die enzymatische Inaktivierung von Makroliden ist nur von untergeordneter klinischer Relevanz.

Beim M-Phänotyp liegt eine vollständige Kreuzresistenz zwischen Clarithromycin und Azithromycin,

Erythromycin bzw. Roxithromycin vor. Beim MLS

-Phänotyp besteht zusätzlich Kreuzresistenz mit

Clindamycin und Streptogramin B. Mit dem 16-gliedrigen Makrolid Spiramycin besteht eine partielle

Kreuzresistenz.

Grenzwerte

Die Testung von Clarithromycin erfolgte unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihen. Folgende

minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST-Grenzwerte (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing)

Erreger

Empfindlich

Resistent

Staphylococcus

spp.

1 mg/l

> 2 mg/l

Streptococcus

spp.

(Gruppe A, B, C, G)

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Streptococcus pneumoniae

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Haemophilus influenzae

1 mg/l

> 32 mg/l

Moraxella catarrhalis

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Empfindlichkeit

Die Prävalenz einer Resistenz kann für bestimmte Spezies geographisch und zeitlich variieren. Deshalb sind

lokale Informationen zur Resistenzlage wünschenswert, insbesondere bei der Behandlung von schweren

Infektionen. Diese Informationen stellen nur eine ungefähre Leitlinie für die Wahrscheinlichkeit, dass

Mikroorganismen gegenüber Clarithromycin empfindlich sein werden oder nicht, dar.

Die folgenden Angaben entsprechen den europäisch harmonisierten Daten. Die Daten zur aktuellen

Resistenzsituation für Clarithromycin in Deutschland finden Sie als weitere Angabe am Ende dieser

Fachinformation.

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Bakterien

Streptococcus pyogenes

Aerobe Gram-negative Bakterien

Haemophilus influenzae

Helicobacter pylori

Moraxella catarrhalis°

Andere Mikroorganismen

Chlamydophila pneumoniae°

Legionella pneumophila°

Mycobacterium avium°

Mycobacterium chelonae°

Mycobacterium intrazellulare°

Mycoplasma pneumoniae°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der

Anwendung darstellen können

Aerobe Gram-positive Bakterien

Staphylococcus aureus

(Methicillin-empfindlich)

Staphylococcus aureus

(Methicillin-resistent)

Streptococcus pneumoniae

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-negative Bakterien

Escherichia coli

Klebsiella

spp.

Pseudomonas aeruginosa

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate über 50 %.

Die Resistenzrate in einigen Studien betragen

10 %.

Die Resistenzrate bei vorbehandelten Patienten beträgt

10 %.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption:

Clarithromycin wird rasch und gut aus dem Gastrointestinaltrakt – vor allem im Jejunum – resorbiert,

unterliegt aber nach oraler Gabe einem starken First-pass-Metabolismus. Die absolute Bioverfügbarkeit einer

250-mg-Clarithromycin-Tablette liegt bei etwa 50 %. Nahrungsaufnahme führt zu einer leichten

Verzögerung der Resorption, hat aber keine Auswirkungen auf das Ausmaß der Bioverfügbarkeit. Daher

können Clarithromycin Tabletten unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Aufgrund seiner

chemischen Struktur (6-O-Methylerythromycin) ist Clarithromycin gegen einen Abbau durch die

Magensäure ziemlich resistent. Maximale Plasmakonzentrationen von 1-2 μg/ml wurden bei Erwachsenen

nach oraler Gabe von zweimal täglich 250 mg Clarithromycin beobachtet. Nach Verabreichung von zweimal

täglich 500 mg Clarithromycin betrug die maximale Plasmakonzentration 2,8 μg/ml.

Nach Verabreichung von zweimal täglich 250 mg Clarithromycin erreicht der mikrobiologisch aktive 14-

Hydroxy-Metabolit maximale Plasmakonzentrationen von 0,6 μg/ml. Ein Steady state wird innerhalb von

zwei Tagen nach Verabreichung erreicht.

Verteilung:

Clarithromycin geht schnell in die verschiedenen Kompartimente über, das geschätzte Verteilungsvolumen

beträgt 200 bis 400 Liter. Clarithromycin erreicht in einigen Geweben Konzentrationen, die die

zirkulierenden Wirkstoffspiegel um ein Mehrfaches übersteigen. Erhöhte Spiegel wurden sowohl in den

Tonsillen als auch im Lungengewebe festgestellt. Clarithromycin dringt auch in die Magenschleimhaut ein.

In therapeutischen Konzentrationen ist Clarithromycin zu etwa 80 % an Plasmaproteine gebunden.

Biotransformation und Elimination:

Clarithromycin wird rasch und vollständig in der Leber metabolisiert. Die Metabolisierung erfolgt

hauptsächlich durch N-Dealkylierung, Oxidation und stereospezifische Hydroxylierung an Position C14.

Die Pharmakokinetik von Clarithromycin ist aufgrund der Sättigung der Metabolisierung in der Leber bei

hohen Dosen nicht linear. Die Eliminationshalbwertszeit erhöhte sich von 2-4 Stunden nach Verabreichung

von zweimal täglich 250 mg Clarithromycin auf 5 Stunden nach Verabreichung von zweimal täglich 500 mg

Clarithromycin. Die Halbwertszeit des aktiven 14-Hydroxy-Metaboliten liegt bei 5-6 Stunden.

Nach oraler Gabe von radioaktivem Clarithromycin wurden 70-80 % der Radioaktivität in den Fäzes

gefunden. Ungefähr 20-30 % von Clarithromycin werden als unveränderter Wirkstoff im Urin

ausgeschieden. Bei Dosiserhöhung erhöht sich dieser Prozentsatz. Bei Niereninsuffizienz steigen die

Plasmaspiegel von Clarithromycin an, falls die Dosis nicht reduziert wird.

Die geschätzte Plasmaclearance insgesamt liegt bei ca. 700 ml/min bei einer renalen Clearance von ca. 170

ml/min.

Spezielle Patientengruppen

Eingeschränkte Nierenfunktion: Eine eingeschränkte Nierenfunktion führt zu erhöhten Plasmaspiegeln von

Clarithromycin und seinem aktiven Metaboliten.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In vierwöchigen Tierstudien wurde gezeigt, dass die Toxizität von Clarithromycin von der Dosis und der

Dauer der Behandlung abhängig ist. Bei allen Tierarten wurden die ersten Zeichen einer Toxizität in der

Leber beobachtet; bei Hunden und Affen traten dort innerhalb von 14 Tagen Läsionen auf. Der Grad der mit

dieser Toxizität korrelierten systemischen Exposition ist nicht im Detail bekannt, aber die toxischen Dosen

waren deutlich höher als die für Menschen empfohlenen therapeutischen Dosen. Bei Ratten, die mit

150 mg/kg/Tag behandelt wurden, wurden kardiovaskuläre Missbildungen festgestellt.

Im Rahmen von

In-vitro

- und

In-vivo

-Studien zeigte Clarithromycin keine mutagene Wirkung.

Studien zur Reproduktionstoxizität zeigten, dass die Verabreichung von Clarithromycin in Dosen, die das 2-

Fache der klinischen Dosis bei Kaninchen (i.v.) und das 10-Fache der klinischen Dosis bei Affen (p.o.)

betrugen, zu einer erhöhten Inzidenz von spontanem Abort führte. Diese Dosen waren auch mit maternaler

Toxizität assoziiert. Bei Studien an Ratten wurde keine Embryotoxizität oder Teratogenität festgestellt. Bei

Mäusen traten bei Dosen, die das 70-Fache der klinischen Dosis betrugen, Gaumenspalten in

unterschiedlicher Inzidenz (3-30 %) auf.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Croscarmellose-Natrium

Mikrokristalline Cellulose

Povidon K30

Magnesiumstearat (Ph.Eur.)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Talkum

Filmüberzug:

Hypromellose

Propylenglycol

Titandioxid (E 171)

Hyprolose

Sorbitanoleat

Chinolingelb (E 104)

Vanillin

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

PVC/PVDC-Aluminiumblister

3 Jahre

HDPE-Flaschen

18 Monate

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

PVC/PVDC-Aluminiumblister

In der Originalverpackung aufbewahren.

HDPE-Flaschen

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Packungsgrößen:

PVC/PVDC-Aluminiumblister

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten:

10, 12 und 20 Filmtabletten

Clarithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten:

14 und 20 Filmtabletten

HDPE-Flaschen

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten:

Clarithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten:

100 Filmtabletten*

*zur Anwendung an mehr als einem Patienten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

ratiopharm GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Clarithromycin-ratiopharm

®

250 mg Filmtabletten:

58899.00.00

Clarithromycin-ratiopharm

®

500 mg Filmtabletten:

58899.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 20. Februar 2004

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 18. April 2012

10.

STAND DER INFORMATION

Februar 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

_______________________________________________________________________________

Die aktuellen Resistenzdaten für Deutschland (Stand: Februar 2018) finden Sie in der folgenden

Tabelle:

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Streptococcus pyogenes

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Haemophilus influenzae

Legionella pneumophila °

Moraxella catarrhalis

Andere Mikroorganismen

Chlamydophila pneumoniae °

Mycobacterium avium °

Mycobacterium chelonae °

Mycobacterium intrazellulare °

Mycobacterium kansasii °

Mycoplasma pneumoniae °

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der

Anwendung darstellen können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus

(Methicillin-sensibel)

Staphylococcus aureus

(Methicillin-resistent)

Streptococcus pneumoniae

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Helicobacter pylori

Andere Mikroorganismen

Mycobacterium fortuitum

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Escherichia coli

Klebsiella

spp.

Pseudomonas aeruginosa

Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur, Standardwerken und

Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.

Resistenzrate bereits bei einmalig vorbehandelten Patienten

50 %.

Bei Isolaten invasiver Erkrankungen liegt die Resistenzrate unter < 10 %.

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