Clarithromycin dura 250 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Clarithromycin
Verfügbar ab:
Mylan dura GmbH
INN (Internationale Bezeichnung):
clarithromycin
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Clarithromycin 250.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
60621.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Clarithromycin dura 250 mg Filmtabletten

Clarithromycin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Clarithromycin dura und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Clarithromycin dura beachten?

Wie ist Clarithromycin dura einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Clarithromycin dura aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Clarithromycin dura

und wofür wird es angewendet?

Clarithromycin dura enthält den Wirkstoff Clarithromycin, der zu einer Gruppe von Arzneimitteln gehört,

die Makrolidantibiotika genannt werden. Antibiotika stoppen das Wachstum von Bakterien, die

Infektionen auslösen.

Clarithromycin dura

ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung einer Reihe unterschiedlicher Infektionen

angewendet wird. Hierzu zählen Infektionen der Haut und der Weichteile sowie Infektionen der

Atemwege (Nase, Rachen, Brust, Lunge).

Clarithromycin dura

wird bei Erwachsenen und Kindern über 12 Jahren angewendet.

2.

Was sollten sie vor der Einnahme von Clarithromycin dura beachten?

Clarithromycin dura

darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Clarithromycin oder ein ähnliches Makrolidantibiotikum, wie z. B.

Erythromycin, oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile von

Clarithromycin dura sind.

wenn Sie bereits eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

Eletriptan, Ergotamin oder Dihydroergotamin (bei Migräne),

Midazolam zum Einnehmen (gegen Schlafstörungen, Krämpfe oder vor Operationen)

Lovastatin oder Simvastatin (Statine, bei hohen Cholesterinwerten),

Colchicin (bei Gicht),

Ticagrelor und Ranolazin (bei Herzkrankheiten).

wenn Sie Arzneimittel wie Terfenadin oder Astemizol (bei Heuschnupfen oder Allergien) oder

Cisaprid (bei Magenbeschwerden) oder Pimozid (bei psychischen Erkrankungen) einnehmen, da

eine Einnahme dieser Arzneimittel zusammen mit Clarithromycin schwerwiegende

Herzrhythmusstörungen auslösen kann.

wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, von denen bekannt ist, dass sie zu schwerwiegenden

Herzrhythmusstörungen führen können.

wenn bei Ihnen oder in Ihrer Familie Herzrhythmusstörungen vorlagen (ventrikuläre

Rhythmusstörungen, einschließlich Torsade de pointes) oder Unregelmäßigkeiten des

Elektrokardiogramms (EKG, elektrische Aufzeichnung der Herzaktivität), sogenannte QT-

Intervallverlängerungen.

wenn Sie erniedrigte Kaliumspiegel oder Magnesiumspiegel im Blut haben (Hypokaliämie oder

Hypomagnesiämie).

wenn bei Ihnen ein schweres Leberversagen in Verbindung mit Nierenproblemen vorliegt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

Bitte sprechen Sie mit Ihren Arzt oder Apotheker bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen,

wenn Sie an Herz-, Nieren- oder Leberbeschwerden leiden,

wenn Sie an Myasthenia gravis (einer Erkrankung, die zu Muskelschwäche führt) leiden,

wenn Sie an koronarer Herzkrankheit, schwerer Herzinsuffizienz oder Bradykardie

(verlangsamter Herzschlag) leiden.

Einnahme von Clarithromycin dura zusammen mit anderen Arzneimitteln:

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden,

einschließlich nicht verschreibungspflichtiger oder insbesondere eines der folgenden Arzneimittel:

Digoxin, Chinidin, Verapamil, Amlodipin, Diltiazem oder Disopyramid (Herzmittel)

Warfarin oder andere blutverdünnende Arzneimittel

Eletriptan, Ergotamin oder Dihydroergotamin (bei Migräne)

Carbamazepin, Phenobarbital, Valproat oder Phenytoin (Epilepsiemittel)

Theophyllin (zur Erleichterung der Atmung)

Terfenadin oder Astemizol (bei Heuschnupfen und Allergien)

Triazolam, Alprazolam oder Midazolam (Beruhigungsmittel)

Statine (z.B. Atorvastatin, Rosuvastatin, Cerivastatin, bei hohen Cholesterinwerten)

Cisaprid (bei Magenbeschwerden)

Aprepitant (zur Vorbeugung von Übelkeit während Krebstherapien)

Halofantrin (gegen Malaria)

Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus (Arzneimittel, die das Immunsystem unterdrücken)

Pimozid, Quetiapin, Ziprasidon oder andere Arzneimittel zur Behandlung psychischer

Erkrankungen

Zidovudin, Ritonavir, Atazanavir, Saquinavir, Etravirin, Nevirapin oder Efavirenz (antiviral

wirkende Substanzen, auch bekannt als Anti-HIV-Medikamente)

Rifabutin, Rifapentin oder Rifampicin (zur Behandlung bestimmter Infektionen)

Fluconazol oder Itraconazol (Mittel gegen Pilzinfektionen)

Colchicin (bei Gicht, schmerzhafter Entzündung der Gelenke)

Omeprazol (bei Sodbrennen und Magengeschwüren)

Johanniskraut (bei Depressionen)

andere Antibiotika, wie z. B. Erythromycin

Insulin oder andere Antidiabetika wie Nateglinid oder Repaglinid (zur Reduzierung Ihres

Blutzuckerspiegels)

Cilostazol (zur Verbesserung der Blutzirkulation)

Methylprednisolon (entzündungshemmendes Arzneimittel)

Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil (bei Erektionsstörungen)

Vinblastin (ein Krebsmittel)

Tolterodin (bei Harninkontinenz)

Aminoglykoside (Antibiotika).

Schwangerschaft und Stillzeit:

Clarithromycin dura

sollte schwangeren und stillenden Frauen nur dann gegeben werden, wenn der

Nutzen für die Mutter die Risiken für das Kind überwiegt.

Sie dürfen

Ihr Kind

nicht

stillen, da geringe Menge von Clarithromycin in die Muttermilch übergehen

können.

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen:

Sie dürfen sich nicht

an das Steuer eines Fahrzeugs setzen und

keine

Maschinen bedienen, wenn es bei

Ihnen während der Einnahme von Clarithromycin dura zu Schwindel, Verwirrtheit oder

Orientierungslosigkeit kommt.

3.

Wie ist Clarithromycin dura einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem

Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Filmtabletten sind unzerkaut mit etwas Flüssigkeit einzunehmen.

Die Filmtabletten können zu oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Die empfohlene Dosis beträgt:

Erwachsene, ältere Patienten und Kinder über 12 Jahren:

Die übliche Dosis beträgt 250 mg Clarithromycin zweimal täglich über 6-14 Tage. Bei schweren

Infektionen kann Ihr Arzt die Dosis auf 500 mg Clarithromycin zweimal täglich über bis zu 14 Tage

erhöhen.

Anwendung bei Kindern (unter 12 Jahren):

Dieses Arzneimittel darf Kindern unter 12 Jahren nicht gegeben werden.

Patienten mit Nierenbeschwerden:

Die übliche Dosis beträgt 250 mg Clarithromycin einmal täglich. Bei schweren Infektionen kann Ihr Arzt

die Dosis auf 250 mg zweimal täglich erhöhen.

Wenn Sie eine größere Menge von Clarithromycin dura

eingenommen haben, als Sie sollten:

Wenden Sie sich

umgehend

an Ihren Arzt oder suchen Sie die Notaufnahme des nächstgelegenen

Krankenhauses auf. Nehmen Sie das Tablettenbehältnis und alle verbleibenden Tabletten mit. Die

Zeichen einer Überdosierung sind u.a. Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Verdauungsstörungen und

Magenschmerzen.

Wenn Sie die Einnahme von Clarithromycin dura

vergessen haben:

Holen Sie die Einnahme nach, sobald Sie Ihr Versäumnis bemerken, es sei denn, es ist beinahe Zeit für

die nächste Dosis.

Nehmen Sie nicht

die doppelte Dosis

ein

, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben.

Wenn Sie die Einnahme von Clarithromycin dura abbrechen:

Nehmen Sie alle verordneten Tabletten ein. Brechen Sie die Einnahme nicht ab, weil Sie sich besser

fühlen. Wenn Sie die Einnahme zu früh beenden, kann die Infektion wieder auftreten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Beenden Sie

die Einnahme von Clarithromycin dura und informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder

suchen Sie umgehend das nächstgelegene Krankenhaus auf, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen

auftritt:

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

allergische Reaktionen, wie Hautausschläge, einschließlich Nesselsucht, oder Schwellung von

Gesicht, Lippen, Zunge und/ oder Rachen, die zu Atem- oder Schluckbeschwerden führen kann.

Anzeichen einer Infektion, wie Fieber, Zittern, Halsschmerzen, Müdigkeit, angeschwollene

Lymphknoten, die ein Anzeichen einer geringen Anzahl weißer Blutkörperchen sein können

Veränderungen Ihres Herzrhythmus, wie ein schneller oder unregelmäßiger Herzschlag

Leberbeschwerden, die zu dunkel gefärbtem Urin, blassem Stuhl, Gelbfärbung von Haut und

Augenweiß (Gelbsucht), Übelkeit, Gewichtsverlust und schließlich zu Leberversagen führen

können

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

schwere Bauch- oder Rückenschmerzen, die durch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse

verursacht werden.

schwere Durchfälle in Verbindung mit blutigem Stuhl.

schwere Hautreaktionen, Bläschenbildung an Haut, Mund, Augen und Genitalien.

Veränderungen bei der Häufigkeit des Wasserlassens, sowie der Urinmenge, oder Blut im Urin,

möglicherweise im Zusammenhang mit Schmerzen im unteren Rücken, Ausschlag, Fieber,

Müdigkeits- und Schwächegefühle, Unwohlsein (dies können Anzeichen von Problemen mit

Ihren Nieren sein)

Schneller Herzschlag, Brustschmerzen, Kurzatmigkeit

Muskelschwäche, Empfindlichkeit der Muskeln, Muskelkrämpfe

Rote, geschwollene Haut verursacht durch bakterielle Infektionen

Hörverlust

Diese Nebenwirkungen sind schwerwiegend. Sie benötigen möglicherweise ärztliche Hilfe.

Andere mögliche Nebenwirkungen

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Übelkeit und Erbrechen, Durchfälle, Verdauungsstörungen und Magenschmerzen

schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut und der Zunge, Veränderung der Zungen- und

Zahnfarbe

Kopfschmerzen

verändertes Geschmacksempfinden, z.B. metallischer oder bitterer Geschmack

Schlafstörungen

Hautausschlag

vermehrtes Schwitzen

veränderte Leberwerte

Mundsoor

Veränderungen der Konzentrationen einiger Stoffe in Ihrem Blut, die in einem Bluttest

ausgewertet werden können und Ihren Gesundheitszustand anzeigen.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Schwindelgefühl, Schwindel (Vertigo), Angstgefühle, Zittern, Benommenheit

Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust, Verstopfung, Mundtrockenheit, Blähungen, Völlegefühl

oder Aufstoßen

Juckreiz

Schwäche, Müdigkeit, Schüttelfrost, Schmerzen in der Brust, generelles Unwohlsein

Erkrankungen des Blutes

Hefe-Infektionen in der Scheide

Ohrgeräusche

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Taubheitsgefühl und Kribbeln in Fingern und Zehen

Albträume

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Halluzinationen (Dinge sehen oder hören, die nicht real sind), abnorme Träume, Depressionen,

Krampfanfälle, ungewohnte Erregtheit oder Hyperaktivität, Orientierungslosigkeit, Verwirrtheit

oder Entfremdungsgefühle

Schnellere oder häufigere Blutungen oder Blutergüsse als gewöhnlich, was ein Zeichen für

niedrige Blutplättchenspiegel sein kann

Veränderung der Zahn- oder Zungenfarbe

Veränderung der Urinfarbe

Akne

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Kurt-Georg-Kiesinger-Alle 3, D-53175

Bonn, Website: www.bfarm.de, anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu

beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5.

Wie ist Clarithromycin dura aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton nach „verwendbar bis“ angegebenen

Verfalldatum nicht mehr anwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen

Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Diese Maßnahme hilft, die Umwelt zu

schützen.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Clarithromycin dura 250 mg

enthält:

Der Wirkstoff ist Clarithromycin.

Jede Filmtablette enthält 250 mg Clarithromycin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Mikrokristalline Cellulose; vorverkleisterte Stärke (Mais);

Croscarmellose-Natrium; Povidon (K29-32); hochdisperses Siliciumdioxid; Stearinsäure;

Magnesiumstearat (Ph. Eur.); der Filmüberzug enthält: Hypromellose; Hydroxypropylcellulose;

Titandioxid (E 171); Propylenglycol; Vanillin; Chinolingelb (E 104).

Wie Clarithromycin dura 250 mg aussieht und Inhalt der Packung:

Clarithromycin dura 250 mg sind gelbe, ovale Filmtabletten mit der Prägung „C250“ auf der einen und

„G“ auf der anderen Seite.

Clarithromycin dura 250 mg ist in Blisterpackungen mit 10, 12, 14 und 20 Filmtabletten erhältlich. Es

werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer:

Mylan dura GmbH

Postfach 10 06 35

64206 Darmstadt

Hersteller:

Generics (UK) Ltd.

Station Close

Hertfordshire

EN6 1TL

Vereinigtes Königreich

oder

McDermott Laboratories (t/a Gerard Laboratories),

35/36 Baldoyle Industrial Estate, Grange Road,

Dublin 13, Irland

oder

Mylan Hungary Kft.

H-2900 Komárom

Mylan utca 1

Ungarn

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) unter

den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Österreich

Clarithromycin “Arcana” 250 mg Filmtabletten

Belgien

Clarithromycine Mylan 250 mg filmomhulde tabletten

Dänemark

Clarithromycin Mylan 250 mg filmovertrukne tabletter

Deutschland

Clarithromycin dura 250 mg Filmtabletten

Luxemburg

Clarithromycine Mylan 250 mg comprimes pellicules

Portugal

Claritromicina Anova 250 mg

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im August 2016.

Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Clarithromycin dura 250 mg Filmtabletten

Clarithromycin dura 500 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Clarithromycin dura 250 mg Filmtabletten:

1 Filmtablette enthält 250 mg Clarithromycin

Clarithromycin dura 500 mg Filmtabletten:

1 Filmtablette enthält 500 mg Clarithromycin

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Clarithromycin dura 250 mg Filmtabletten:

Gelbe, ovale, bikonvexe Filmtablette mit Prägung „C250“ auf der einen und „G“ auf der anderen Seite.

Clarithromycin dura 500 mg Filmtabletten:

Gelbe, ovale, bikonvexe Filmtablette mit Prägung „C500“ auf der einen und „G“ auf der anderen Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Clarithromycin dura

ist angezeigt zur Behandlung von Infektionen, die von anfälligen Organismen

verursacht werden, einschließlich:

der akuten Verschlimmerung einer chronischen Bronchitis durch eine bakterielle Infektion

von Pneumonien, die durch atypische Bakterien verursacht werden (siehe Abschnitt 4.4)

der akuten bakteriellen Sinusitis (bei adäquater Diagnose)

von Pharyngitis und Tonsillitis, die durch Streptokokken verursacht werden: nur in den Fällen, in

denen die First-line-Therapie mit einem Beta-Laktam-Antibiotikum nicht möglich ist oder in denen

eine Empfindlichkeit von

Streptococcus

pyogenes

gegenüber Clarithromycin nachgewiesen wurde.

von leichten bis mäßig schweren Infektionen der Haut und Weichteile.

Clarithromycin dura

ist zur Anwendung bei Erwachsenen und Kindern ab 12 Jahren indiziert.

Siehe Abschnitt 5.1 zur Resistenzhäufigkeit bei bestimmten Mikroorganismen.

Die offiziellen Richtlinien zur Anwendung von Antibiotika sollten berücksichtigt werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die empfohlene Dosis für Erwachsene (einschließlich ältere Patienten) und Jugendliche über 12 Jahren ist

2mal täglich 250 mg.

Für Dosierungen von 2mal täglich 250 mg muss die Tablette mit 250 mg Clarithromycin verwendet

werden, da die Tablette mit 500 mg Clarithromycin nicht in zwei gleiche Hälften geteilt werden kann.

Bei schweren Infektionen kann die Dosis auf 2mal täglich 500 mg erhöht werden.

Dauer der Behandlung:

Die Dauer der Behandlung mit Clarithromycin richtet sich nach dem klinischen Zustand des Patienten

und wird immer vom Arzt bestimmt.

Die Dauer der Behandlung beträgt in der Regel 6 bis 14 Tage.

Die Behandlung sollte noch mindestens 2 Tage nach Abklingen der Symptome fortgesetzt werden.

Bei Infektionen mit Streptococcus pyogenes (beta-hämolysierende Streptokokken vom A-Typ) sollte

die Dauer der Behandlung mindestens 10 Tage betragen, um Komplikationen wie rheumatisches

Fieber und Glomerulonephritis zu verhindern. Die Wirksamkeit dieser Präventivmaßnahme ist

jedoch nicht belegt.

Kinder und Jugendliche

Clarithromycin dura

ist für die Behandlung von Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen.

Klinische Studien wurden mit Kindern im Alter von 6 Monaten bis 12 Jahren mit pädiatrischer

Suspension von Clarithromycin durchgeführt. Kinder unter 12 Jahren sollten daher Clarithromycin als

pädiatrische Suspension einnehmen (Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen). Es

liegen nicht genügend Daten vor, um ein Dosierungsschema für die Anwendung der intravenösen

Darreichungsform von Clarithromycin bei Patienten zu empfehlen, die jünger als 18 Jahre sind.

Lebererkrankungen

Die Ergebnisse einer klinischen Studie in Patienten mit Leberinsuffizienz zeigten, dass bei Patienten mit

mäßig bis schwerer Leberinsuffizienz eine Anpassung der Dosis nicht erforderlich ist.

Nierenerkrankungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) sollte die Dosis auf einmal

täglich 250 mg und bei schweren Infektionen auf zweimal täglich 250 mg halbiert werden. Die Dauer der

Behandlung sollte 14 Tage nicht überschreiten.

Art der Anwendung

Clarithromycin kann zu oder unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Für Dosierungen, die mit den angegebenen Stärken nicht abgedeckt werden können, stehen andere

Stärken des Arzneimittels zur Verfügung.

4.3

Gegenanzeigen

Clarithromycin dura ist kontraindiziert bei Patienten mit Überempfindlichkeit gegenüber

Clarithromycin, anderen Makroliden, Azalid-Antibiotika oder einen der in Abschnitt 6.1

aufgeführten sonstigen Bestandteile der Arzneimittel.

die gleichzeitige Anwendung mit Ticagrelor oder Ranolazin ist kontraindiziert.

bei Patienten unter Behandlung mit Ergot-Alkaloiden. Die gleichzeitige Anwendung von

Clarithromycin und Ergotamin oder Dihydroergotamin ist kontraindiziert, da dies zu Ergottoxizität

führen kann.

die gleichzeitige Gabe von Clarithromycin mit oralem Midazolam ist kontraindiziert (siehe Abschnitt

4.5)

bei Patienten, die mit Cisaprid, Pimozid, Astemizol oder Terfenadin behandelt werden. Bei

Patienten, die eine gleichzeitige Behandlung mit Clarithromycin erhielten, wurden erhöhte

Plasmaspiegel von Cisaprid, Pimozid und Terfenadin gemessen. Dies kann zu einer Verlängerung

des QT-Intervalls und Herzrhythmusstörungen, einschließlich ventriklärer Tachykardie,

Kammerflimmern und „Torsades de Pointes“ führen. Ähnliche Wirkungen wurden bei gleichzeitiger

Behandlung mit Astemizol und anderen Makroliden beobachtet (siehe Abschnitt 4.5).

bei Patienten mit angeborener oder dokumentierter erworbener QT-Intervallverlängerung in der

Anamnese oder ventrikulären Arrhythmien, einschließlich Torsades de Pointes (siehe Abschnitt 4.4

und 4.5).

Wegen des erhöhten Risikos einer Myopathie einschließlich einer Rhabdomyolyse darf

Clarithromycin nicht gleichzeitig mit HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statinen), die weitgehend

von CYP3A4 metabolisiert werden (Lovastatin oder Simvastatin), eingenommen werden (siehe

Abschnitt 4.4).

Clarithromycin darf bei Patienten mit Hypokaliämie nicht angewendet werden (Risiko einer

Verlängerung des QT-Intervalls).

Patienten mit schwerem Leberversagen und gleichzeitiger Nierenfunktionsstörung dürfen

Clarithromycin nicht einnehmen.

Wie andere starke CYP3A4-Inhibitoren sollte Clarithromycin nicht bei Patienten, die Colchicin

nehmen, angewendet werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Der Arzt sollte Clarithromycin ohne sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiken nicht an Schwangere

verordnen, besonders während der ersten drei Monate der Schwangerschaft (siehe Abschnitt 4.6).

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.2).

Clarithromycin wird hauptsächlich über die Leber abgebaut. Daher ist das Arzneimittel bei Patienten mit

eingeschränkter Leberfunktion mit Vorsicht anzuwenden. Auch bei Patienten mit mittelschwer bis stark

eingeschränkter Nierenfunktion darf Clarithromycin nur mit Vorsicht angewendet werden.

Fälle von tödlichem Leberversagen (siehe Abschnitt 4.8) wurden berichtet. Einige Patienten hatten

möglicherweise bereits bestehende Lebererkrankungen oder andere lebertoxische Arzneimittel

eingenommen. Patienten sollten darauf hingewiesen werden, die Behandlung abzubrechen und ihren Arzt

zu benachrichtigen, wenn sich Zeichen und Symptome einer Lebererkrankung, wie Anorexie, Gelbsucht,

dunkler Urin, Pruritus oder Druckempfindlichkeit des Bauches entwickeln.

Wie bei fast allen antibakteriellen Arzneimitteln, einschließlich Makroliden, wurde über

pseudomembranöse Kolitis berichtet, die mild bis lebensbedrohlich verlaufen kann. Über

Clostridium

difficile

-assoziierte Diarrhö (CDAD) wurde bei Anwendung von fast allen Antibiotika, einschließlich

Clarithromycin, berichtet, die in der Form eines leichten Durchfalls bis zur tödlich verlaufenden Kolitis

auftreten kann. Die Behandlung mit antibakteriellen Wirkstoffen verändert die normale Flora des

Dickdarms, was zu einer Überwucherung von

C. difficile

(CDAD) führen kann. Eine CDAD muss bei

allen Patienten in Betracht gezogen werden, bei denen nach der Anwendung von Antibiotika Durchfall

auftritt. Eine sorgfältige Anamnese ist notwendig, da über das Auftreten einer CDAD mehr als zwei

Monate nach der Verabreichung eines Antibiotikums berichtet wurde. Daher sollte, unabhängig von der

Indikation, ein Absetzen der Clarithromycin-Therapie in Betracht gezogen werden. Mikrobiologische

Untersuchungen sollten durchgeführt und eine angemessene Behandlung eingeleitet werden.

Arzneimittel, die die Peristaltik hemmen, dürfen nicht eingenommen werden.

Es liegen Berichte nach Markteinführung von Colchicin-Vergiftungen bei gleichzeitiger Einnahme von

Clarithromycin und Colchicin vor, insbesondere bei älteren Patienten. Einige der Fälle traten bei

Patienten mit Nierenfunktionsstörungen auf. Es wurde über Todesfälle bei einigen solcher Patienten

berichtet (siehe Abschnitt 4.5). Die gleichzeitige Gabe von Colchicin und Clarithromycin ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Triazolobenzodiazepinen, wie Triazolam und

intravenösem Midazolam, ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).

Wie auch bei anderen Antibiotika sollte bei eingeschränkter Nierenfunktion die Clarithromycin-

Dosierung in Abhängigkeit vom Grad der Einschränkung entsprechend reduziert werden (siehe Abschnitt

4.2). Bei älteren Patienten sollte die Möglichkeit einer Nierenfunktionsstörung berücksichtigt werden.

Clarithromycin kann angewendet werden bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen

Penicillin oder wenn die Anwendung eines Penicillins aus anderen Gründen nicht angezeigt ist.

Auf eine mögliche Kreuzresistenz und Kreuzallergie zwischen Clarithromycin und anderen Makrolid-

Antibiotika, Clindamycin und Lincomycin ist zu achten.

Andere ototoxische Arzneimittel sollten nur mit Vorsicht zusammen mit Clarithromycin angewendet

werden, besonders Aminoglykoside. Die vestibuläre und auditorische Funktion sollte während und nach

der Behandlung überwacht werden.

Die Anwendung einer antimikrobiellen Therapie, wie z. B. Clarithromycin, zur Behandlung einer

H.

pylori-

Infektion kann zu einer Selektion arzneimittelresistenter Organismen führen.

Langfristige Anwendung kann, wie bei anderen Antibiotika, zu einer Superinfektion mit nicht-

empfindlichen Bakterien und Pilzen führen. Bei Auftreten einer Superinfektion sollte eine geeignete

Therapie eingeleitet werden.

Verlängerung der QT-Zeit

Verlängerung der kardialen Repolarisation und der QT-Zeit, womit das Risiko Herzrhythmusstörungen

und Torsade de pointes zu entwickeln verbunden ist, wurden bei der Behandlung mit Makroliden

einschließlich Clarithromycin beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Da die folgenden Situationen zu einem

erhöhten Risiko für ventrikuläre Arrhythmien (einschließlich Torsades de pointes) führen können, sollte

Clarithromycin mit Vorsicht bei folgenden Patienten verwendet werden:

Patienten mit koronarer Herzkrankheit, schwerer Herzinsuffizienz, Reizleitungsstörungen oder

klinisch relevanter Bradykardie.

Patienten mit Elektrolytstörungen wie Hypomagnesiämie. Clarithromycin darf Patienten mit

Hypokaliämie nicht verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3).

Patienten, die gleichzeitig andere Arzneimittel, die die QT-Zeit verlängern einnehmen (siehe

Abschnitt 4.5).

Gleichzeitige Gabe von Clarithromycin und Cisaprid, Pimozid, Astemizol und Terfenadin ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Clarithromycin darf von Patienten mit kongenitaler oder nachgewiesener erworbener Verlängerung

der QT-Zeit oder mit anamnestisch bekannten ventrikulären Arrhythmien nicht eingenommen

werden (siehe Abschnitt 4.3).

Pneumonie:

In Anbetracht der sich entwickelnden Resistenz von

Streptococcus pneumoniae

gegenüber Makroliden,

ist es wichtig, dass Empfindlichkeitstests durchgeführt werden, wenn Clarithromycin bei ambulant

erworbener Pneumonie verschrieben wird. Bei im Krankenhaus erworbener Pneumonie sollte

Clarithromycin nur in Kombination mit anderen geeigneten Antibiotika angewendet werden.

Leichte bis mäßig schwere Infektionen der Haut und Weichteile:

Diese Infektionen werden am häufigsten durch

Staphylococcus aureus

Streptococcus pyogenes

verursacht. Beide Keime sind häufig resistent gegenüber Makroliden. Es ist daher wichtig, dass

Empfindlichkeitstests durchgeführt werden. In Fällen, in denen Betalaktame nicht angewendet werden

können (z. B. bei einer Allergie gegen Betalaktame) sind andere Antibiotika, wie z. B. Clindamycin, die

Mittel der ersten Wahl. Derzeit spielen Makrolide nur bei einigen Haut- und Weichteilinfektionen eine

Rolle, wie bei Infektionen, die durch

Corynebacterium minutissimum

(Erythrasma) verursacht werden,

Akne vulgaris, bei Erysipel und in Situationen, in denen eine Penicillin-Behandlung nicht möglich ist.

Im Falle einer schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktion wie Anaphylaxie, Stevens-Johnson-

Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse, sollte die Clarithromycin-Therapie sofort abgesetzt und

umgehend eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Clarithromycin sollte bei gleichzeitiger Anwendung mit Arzneimitteln, die CYP3A4 induzieren, mit

Vorsicht angewendet werden, da möglicherweise subtherapeutische Clarithromycin-Konzentrationen

auftreten können (siehe Abschnitt 4.5).

Clarithromycin hemmt das Enzym CYP3A4. Die gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln,

die weitestgehend über dieses Enzym abgebaut werden, sollte nur auf Fälle beschränkt werden in denen

Clarithromycin deutlich angezeigt ist (siehe Abschnitt 4.5).

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine): Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit

Lovastatin oder Simvastatin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Vorsicht ist geboten, wenn

Clarithromycin mit anderen Statinen verschrieben wird. Über Rhabdomyolyse wurde bei Patienten, die

Clarithromycin und Statine eingenommen haben, berichtet. Die Patienten sollten auf Anzeichen und

Symptome einer Myopathie hin überwacht werden. Wenn die gleichzeitige Anwendung von

Clarithromycin und Statinen nicht vermieden werden kann, sollte das Statin in der geringstmöglichen

Dosis verabreicht werden. Die Anwendung eines Statins, das nicht über CYP3A metabolisiert wird (z. B.

Fluvastatin), kann in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 4.5).

Orale Antidiabetika/Insulin: Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und oralen Antidiabetika

(wie Sulfonylharnstoffe) und/oder Insulin kann zu erheblicher Hypoglykämie führen. Eine sorgfältige

Überwachung des Blutzuckerspiegels wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Orale Antikoagulanzien: Bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Warfarin besteht das

Risiko von schweren Blutungen und signifikanten Erhöhungen der „International Normalized Ratio

(INR)“ (siehe Abschnitt 4.5). Während der gleichzeitigen Anwendung von Clarithromycin und oralen

Antikoagulantien, sollten INR und Prothrombinzeiten häufig kontrolliert werden.

Streptococcus pyogenes:

Im Allgemeinen lassen sich Streptokokken mit Clarithromycin wirksam im dem

Mundrachenraum eradizieren. Es liegen jedoch keine Daten zur Wirksamkeit von Clarithromycin bei der

anschließenden Verhinderung von rheumatischem Fieber vor.

Bei einer Pharyngitis im Zusammenhang mit einer Infektion mit beta-hämolysierende Streptokokken

sollte die Behandlungsdauer mindestens 10 Tage betragen.

Clarithromycin kann die Plasmaspiegel sowie die Wirksamkeit einer Reihe anderer Arzneimittel

beeinflussen und umgekehrt. Clarithromycin darf daher nicht gleichzeitig mit bestimmten anderen

Arzneimittel angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3). Zusätzlich enthält Abschnitt 4.5 nähere Angaben

zu möglichen Arzneimittel-Wechselwirkungen und sollte sorgfältig beachtet werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Anwendung der folgenden Arzneistoffe ist wegen der Gefahr schwerer Arzneimittel-

Wechselwirkungen streng kontraindiziert:

Cisaprid, Pimozid, Astemizol und Terfenadin

Erhöhte Cisapridspiegel wurden bei Patienten berichtet, die gleichzeitig Clarithromycin und Cisaprid

erhielten. Dies kann zu QT-Verlängerung und Arrhythmien, einschließlich ventrikulärer Tachykardie,

Kammerflimmern und „Torsades de Pointes“ führen. Ähnliche Symptome zeigten sich bei Patienten, die

mit Pimozid in Kombination mit Clarithromycin behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.3).

Es wurde berichtet, dass Makrolide den Stoffwechsel von Terfenadin verändern, was zu erhöhten

Terfenadinspiegeln führt; dies wurde gelegentlich mit Herzrhythmusstörungen wie QT-Verlängerung,

ventrikulärer Tachykardie, Kammerflimmern und „Torsades de Pointes“ in Verbindung gebracht (siehe

Abschnitt 4.3). In einer Studie mit 14 Probanden führte die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin

und Terfenadin zu einer zwei- bis dreifachen Erhöhung der Serumspiegel des Säure-Metaboliten von

Terfenadin und in einer Verlängerung des QT-Intervalls; dies führte zu keiner klinisch nachweisbaren

Wirkung. Ähnliche Wirkungen wurden bei gleichzeitiger Anwendung von Astemizol und anderen

Makroliden beobachtet.

Ergotamin/Dihydroergotamin

Berichte nach Markteinführung zeigen, dass die gleichzeitige Gabe von Clarithromycin und Ergotamin

oder Dihydroergotamin mit akuter Ergottoxizität in Verbindung gebracht wurde, die durch Vasospasmus

und Ischämie der Extremitäten und anderer Gewebe, einschließlich des zentralen Nervensystems

charakterisiert ist. Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und diesen Arzneimitteln ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine):

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit Lovastatin oder Simvastatin ist kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3), da diese Statine weitestgehend von CYP3A4 metabolisiert werden und

gleichzeitige Behandlung mit Clarithromycin ihre Plasmakonzentration erhöht, was das Risiko einer

Myopathie, einschließlich einer Rhabdomyolyse, erhöht. Berichte über eine Rhabdomyolyse wurden über

Patienten erhalten, die Clarithromycin gleichzeitig mit diesen Statinen eingenommen haben. Wenn eine

Behandlung mit Clarithromycin nicht vermeiden werden kann, muss die Therapie mit Lovastatin oder

Simvastatin während der Behandlung ausgesetzt werden.

Vorsicht ist geboten wenn Clarithromycin mit Statinen verschrieben wird. Wenn die gleichzeitige

Anwendung von Clarithromycin mit Statinen nicht vermieden werden kann, wird empfohlen, die

geringstmögliche Dosis des Statins zu verschreiben. Die Anwendung eines Statins, das nicht abhängig

vom CYP3A-Metabolismus ist (z.B. Fluvastatin) kann in Betracht gezogen werden. Patienten sollten

hinsichtlich der Anzeichen und Symptome einer Myopathie hin überwacht werden.

Wirkung anderer Arzneimittel auf Clarithromycin-Filmtabletten

CYP3A-Induktoren (z. B. Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital, Johanniskraut) können

die Metabolisierung von Clarithromycin induzieren. Dies kann zu sub-therapeutischen Konzentrationen

von Clarithromycin und damit zu einer verminderten Wirksamkeit führen. Ferner könnte es notwendig

sein, die Plasmaspiegel des CYP3A-Induktors zu überwachen, der aufgrund der Hemmung von CYP3A

durch Clarithromycin erhöht sein kann (siehe auch die Fachinformation des angewendeten CYP3A4-

Hemmers). Die gleichzeitige Anwendung von Rifabutin und Clarithromycin führte zu einem Anstieg des

Serumspiegels von Rifabutin, einer Verminderung des Serumspiegels von Clarithromycin, in Verbindung

mit einem erhöhten Risiko einer Uveitis.

Die folgenden Arzneimittel sind bekannt oder es wird vermutet, dass sie die zirkulierenden

Konzentrationen von Clarithromycin beeinflussen; eine Anpassung der Clarithromycin-Dosierung oder

die Erwägung einer alternativen Behandlung können erforderlich sein.

Efavirenz, Nevirapin, Rifampicin, Rifabutin und Rifapentin

Starke Induktoren des Cytochrom-P450-Metabolisierungs-Systems wie Efavirenz, Nevirapin, Rifampicin,

Rifabutin, und Rifapentin können die Metabolisierung von Clarithromycin beschleunigen und damit den

Plasmaspiegel von Clarithromycin erniedrigen, bei gleichzeitiger Erhöhung des Spiegels von 14-OH-

Clarithromycin, einem Metaboliten, der auch mikrobiologisch aktiv ist. Da die mikrobiologischen

Aktivitäten von Clarithromycin und 14-OH-Clarithromycin für verschiedene Bakterien unterschiedlich

sind, könnte die beabsichtigte therapeutische Wirkung bei gleichzeitiger Verabreichung von

Clarithromycin und Enzyminduktoren beeinträchtigt werden. Eine 39 %-ige Verringerung der AUC für

Clarithromycin und eine 34 %-ige Zunahme der AUC des aktiven 14-Hydroxy-Metaboliten wurde

beobachtet, wenn Clarithromycin gleichzeitig mit dem CYP3A4-Induktor Efavirenz angewendet wurde.

Unter solchen Umständen kann es erforderlich sein, die Clarithromycin-Dosis zu erhöhen und die

Sicherheit und Wirksamkeit zu überwachen. Die Überwachung der Plasmaspiegel des CYP3A4-Induktors

kann notwendig sein, da die Spiegel durch die Hemmung von CYP3A4 durch Clarithromycin erhöht sein

können (siehe auch die entsprechenden Arzneimittel-Informationen der verabreichten CYP3A4-

Induktoren).

Etravirin

Die Clarithromycin-Aufnahme wurde durch Etravirin verringert; die Konzentration des aktiven

Metaboliten, 14-OH-Clarithromycin, war hingegen erhöht. Da 14-OH-Clarithromycin eine verminderte

Aktivität gegenüber Bakterien des Mycobacterium avium Komplex (MAC) aufweist, könnte die

Gesamtaktivität gegen diese Pathogene verändert sein; deshalb sollten Alternativen zu Clarithromycin für

die Behandlung von MAC in Betracht gezogen werden.

Fluconazol

Die gleichzeitige Anwendung von 200 mg Fluconazol täglich und 500 mg Clarithromycin zweimal

täglich bei 21 gesunden Probanden führten zu einer Erhöhung der mittleren Steady-State

Minimumkonzentration (C

) von Clarithromycin und der Fläche unter der Kurve (AUC) von 33 % bzw.

18 %. Steady-state-Konzentrationen des aktiven Metaboliten 14-OH-Clarithromycin waren durch die

gleichzeitige Verabreichung von Fluconazol nicht signifikant betroffen. Eine Dosisanpassung von

Clarithromycin ist nicht erforderlich.

Ritonavir

Eine pharmakokinetische Studie zeigte, dass die gleichzeitige Anwendung von Ritonavir 200 mg alle acht

Stunden und 500 mg Clarithromycin alle 12 Stunden zu einer deutlichen Hemmung der Metabolisierung

von Clarithromycin führte. Bei gleichzeitiger Anwendung von Ritonavir sind C

und AUC von

Clarithromycin jeweils um 31 %, 182 % und 77 % erhöht. Die Bildung des 14-Hydroxy-Metaboliten war

fast vollständig gehemmt. Wegen der großen therapeutischen Breite für Clarithromycin, sollte keine

Dosisreduktion bei Patienten mit normaler Nierenfunktion erforderlich sein. Bei Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion sollte jedoch die folgende Dosisanpassung berücksichtigt werden: Bei

Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von 30 bis 60 ml/min sollte die Clarithromycin-Dosis um 50 %

reduziert werden. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von <30 ml/min sollte die Clarithromycin-

Dosis um 75 % reduziert werden. Dosen von Clarithromycin größer als 1 mg/Tag sollten nicht in

Kombination mit Ritonavir angewendet werden.

Ähnliche Dosisanpassungen sollte bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in Betracht gezogen

werden, wenn Ritonavir zur Verbesserung der Pharmakokinetik mit anderen HIV-Protease-Inhibitoren

wie Atazanavir und Saquinavir angewendet wird (siehe Abschnitt unten, Bi-direktionale

Arzneimittelinteraktionen).

Wirkung von Clarithromycin-Tabletten auf andere Arzneimittel:

CYP3A-basierte Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin, als bekannter CYP3A-Hemmer, und Arzneistoffen,

die hauptsächlich durch CYP3A metabolisiert werden, kann mit Erhöhungen der

Arzneistoffkonzentrationen verbunden sein. Dies kann die sowohl die Wirkungen und als auch die

Nebenwirkungen dieser Arzneistoffe verstärken oder verlängern. Clarithromycin sollte mit Vorsicht bei

Patienten angewendet werden, die mit anderen Arzneistoffen behandelt werden, die bekannte Substrate

des CYP3A-Enzyms sind, insbesondere wenn die CYP3A-Substrate eine enge therapeutische Breite

haben (z. B. Carbamazepin) und/oder das Substrat umfassend von diesem Enzym metabolisiert wird.

Dosisanpassungen können in Erwägung gezogen werden, und wenn möglich, sollten

Serumkonzentrationen von Arzneistoffen, die hauptsächlich über CYP3A metabolisiert werden, bei

Patienten die gleichzeitig Clarithromycin anwenden, eng überwacht werden. Alternativ kann während der

Anwendung von Clarithromycin die Behandlung mit den CYP3A4-Substraten unterbrochen werden.

Bei den folgenden Arzneistoffen oder Arzneistoff-Klassen ist bekannt oder es wird vermutet, dass sie

über das gleiche CYP3A-Isoenzym metabolisiert werden: Alprazolam, Astemizol, Carbamazepin,

Cilostazol, Cisaprid, Ciclosporin, Disopyramid, Mutterkorn-Alkaloide, Lovastatin, Methylprednisolon,

Midazolam, Omeprazol, orale Antikoagulantien (z. B. Warfarin), atypische Antipsychotika (z.B.

Quetiapin), Pimozid, Chinidin, Rifabutin, Sildenafil, Simvastatin, Sirolimus, Tacrolimus, Terfenadin,

Triazolam und Vinblastin, diese Liste erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Arzneimittel-

Wechselwirkungen aufgrund ähnlicher Mechanismen über andere Isoenzyme innerhalb des Cytochrom-

P450-Systems schließen Phenytoin, Theophyllin und Valproat ein.

Antiarrhythmika

Seit Markteinführung wurde über Fälle von „Torsades de Pointes“ bei gleichzeitiger Anwendung von

Clarithromycin und Chinidin oder Disopyramid berichtet. Bei gleichzeitiger Anwendung von

Clarithromycin mit diesen Arzneistoffen sollten Elektrokardiogramme auf eine QT-Verlängerung hin

überwacht werden. Die Serumspiegel von Chinidin und Disopyramid sollten während der

Clarithromycin-Therapie überwacht werden.

Es liegen Berichte nach Markteinführung über Hypoglykämie bei der gleichzeitigen Anwendung von

Clarithromycin und Disopyramid vor. Deshalb sollten die Blutzuckerspiegel während der gleichzeitigen

Anwendung von Clarithromycin und Disopyramid überwacht werden.

Orale Antidiabetika/Insulin

Bei bestimmten Antidiabetika wie Nateglinid und Repaglinid könnte Clarithromycin an der Inhibition des

CYP3A-Enzyms beteiligt sein und bei gleichzeitiger Anwendung Hypoglykämie verursachen. Die

sorgfältige Überwachung des Blutzuckerspiegels wird empfohlen.

Omeprazol

Clarithromycin (500 mg alle 8 Stunden) wurde gesunden erwachsenen Probanden in Kombination mit

Omeprazol (40 mg täglich) gegeben. Die Steady-State-Plasmakonzentrationen von Omeprazol erhöhten

sich durch die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin (C

, AUC

0-24

und t

erhöhten sich um

30 %, 89 % bzw. 34 %). Der mittlere 24-Stunden-Magen-pH-Wert betrug 5,2 bei alleiniger Anwendung

von Omeprazol und 5,7 bei gleichzeitiger Anwendung von Omeprazol und Clarithromycin.

Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil

Jede dieser Phosphodiesterase-Inhibitoren wird, zumindest teilweise, durch CYP3A metabolisiert und

CYP3A kann durch gleichzeitig angewendetes Clarithromycin gehemmt werden. Die gleichzeitige

Anwendung von Clarithromycin mit Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil führt wahrscheinlich zu einer

erhöhten Exposition des Phosphodiesterase-Hemmers. Eine Reduktion der Dosierungen von Sildenafil,

Tadalafil und Vardenafil sollte in Erwägung gezogen werden, wenn diese Arzneistoffe zusammen mit

Clarithromycin angewendet werden.

Theophyllin, Carbamazepin

Ergebnisse klinischer Studien zeigen, dass die Spiegel von zirkulierendem Theophyllin oder

Carbamazepin mäßig aber statistisch signifikant (p < 0,05) erhöht sind, wenn diese Arzneistoffe

gleichzeitig mit Clarithromycin angewendet werden. Eine Reduzierung der Dosis kann in Betracht

gezogen werden.

Tolterodin

Der Hauptmetabolisierungsweg für Tolterodin erfolgt über die 2D6-Isoform von Cytochrom P450

(CYP2D6). In einem Teil der Bevölkerung, der über kein CYP2D6 verfügt, erfolgt die Metabolisierung

jedoch über CYP3A. In diesem Teil der Bevölkerung, führt die Hemmung von CYP3A zu signifikant

höheren Serumkonzentrationen von Tolterodin. Eine Reduktion der Tolterodindosierung kann in

Gegenwart von CYP3A-Inhibitoren wie Clarithromycin bei schlechten CYP2D6-Metabolisierer

notwendig sein.

Triazolobenzodiazepine (z. B. Alprazolam, Midazolam, Triazolam)

Bei gleichzeitiger Anwendung von Midazolam mit Clarithromycin Tabletten (500 mg zweimal täglich),

war die AUC von Midazolam nach

intravenöser

Anwendung um das 2,7fache und nach oraler

Verabreichung um das 7fache erhöht. Die gleichzeitige Anwendung von oralem Midazolam und

Clarithromycin sollte vermieden werden. Wenn

intravenöses

Midazolam zusammen mit Clarithromycin

angewendet wird, muss der Patienten engmaschig überwacht werden, um eine Dosisanpassung zu

ermöglichen. Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für andere Benzodiazepine, die durch

CYP3A metabolisiert werden, einschließlich Triazolam und Alprazolam. Für Benzodiazepine, die nicht

über CYP3A eliminiert werden (Temazepam, Nitrazepam, Lorazepam), ist eine klinisch relevante

Interaktion mit Clarithromycin unwahrscheinlich.

Es gibt Berichte nach Markteinführung über Arzneimittel-Wechselwirkungen und Wirkungen auf das

Zentralnervensystem (ZNS) (z. B. Schläfrigkeit und Verwirrtheit), wenn Clarithromycin gleichzeitig mit

Triazolam angewendet wurde. Eine Überwachung des Patienten auf verstärkte pharmakologische

Wirkungen auf das ZNS wird vorgeschlagen.

Es gibt keine humanen

in-vitro

-Daten, die Interaktionen zwischen Clarithromycin und den nachfolgend

genannten Arzneimitteln beschreiben: Aprepitant, Halofantrin und Ziprasidon. Da jedoch

in-vitro

-Daten

nahe legen, dass diese Arzneimittel CYP3A-Substrate sind, sollten sie nur unter Vorsicht mit

Clarithromycin gemeinsam angewendet werden.

Gleichzeitige Verabreichung von Eletriptan mit CYP3A Inhibitoren, wie Clarithromycin, ist

kontraindiziert.

Ciclosporin, Tacrolimus und Sirolimus

Die gleichzeitige Anwendung von oralem Clarithromycin führte zu einer Steigerung der C

-Spiegel von

Ciclosporin und Tacrolimus um mehr als das 2-fache. Ähnliche Effekte sind auch für Sirolimus zu

erwarten. Zu Beginn der Behandlung mit Clarithromycin müssen bei Patienten, die bereits eines dieser

Immunsuppressiva erhalten, die Plasmaspiegel von Ciclosporin, Tacrolimus bzw. Sirolimus engmaschig

überwacht und die Dosen, falls notwendig, gesenkt werden. Nach Absetzen der

Clarithromycinbehandlung sollte sich die Dosisanpassung von Ciclosporin, Tacrolimus und Sirolimus an

den Plasmaspiegeln orientieren.

Clarithromycin wirkt dem bakteriziden Effekt von Beta-Laktam Antibiotika entgegen.

Warfarin

Clarithromycin kann zur Steigerung der Wirkung von Warfarin führen. Die Prothrombinzeit sollte

regelmäßig überprüft und die Warfarin-Dosis entsprechend angepasst werden.

Rifabutin

Die gleichzeitige Anwendung von Rifabutin und Clarithromycin bewirkte eine Erhöhung bzw. eine

Verringerung der Plasmaspiegel. Dies kann zum erhöhten Risiko einer Rifabutin bedingten Uveitis

führen.

Fluconazol

Clarithromycin kann zur Erhöhung der Plasmaspiegel von Fluconazol führen.

Andere Arzneimittel-Wechselwirkungen

Aminoglykoside

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin mit anderen ototoxischen Arzneimitteln, besonders mit

Aminoglykosiden (siehe Abschnitt 4.4), hat vorsichtig zu erfolgen.

Colchicin

Colchicin ist ein Substrat für CYP3A und für den Efflux-Transporter P-Glycoprotein (Pgp). Von

Clarithromycin und anderen Makroliden ist bekannt, dass sie CYP3A und Pgp hemmen. Bei

gleichzeitiger Gabe von Clarithromycin und Colchicin, kann die Hemmung von Pgp und/oder CYP3A

durch Clarithromycin zu einer Erhöhung der systemischen Verfügbarkeit von Colchicin führen. Die

gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und Colchicin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3 und

4.4).

Digoxin

Von Digoxin wird angenommen, dass es ein Substrat des Efflux-Transporters, P-Glycoprotein (Pgp) ist.

Von Clarithromycin ist bekannt, dass es Pgp hemmt. Wenn Clarithromycin und Digoxin zusammen

angewendet werden, kann es durch die Hemmung von Pgp durch Clarithromycin zu einer erhöhten

Exposition von Digoxin führen. Erhöhte Digoxin-Serumkonzentrationen bei Patienten, die gleichzeitig

Clarithromycin und Digoxin erhielten, wurden auch nach Markteinführung berichtet. Einige Patienten

zeigten klinische Symptome einer Digoxin-Vergiftung, einschließlich potenziell tödlichen Arrhythmien.

Die Digoxin-Serumkonzentrationen sollten während der gleichzeitigen Anwendung von Digoxin und

Clarithromycin sorgfältig überwacht werden.

Zidovudin

Die gleichzeitige orale Anwendung von Clarithromycin Tabletten und Zidovudin kann bei HIV-

infizierten erwachsenen Patienten zu einer Abnahme der Steady-State-Konzentrationen von Zidovudin

führen. Da Clarithromycin die Resorption von gleichzeitig verabreichtem oralen Zidovudin

beeinträchtigen kann, kann diese Interaktion weitgehend durch eine Staffelung der Dosen von

Clarithromycin und Zidovudin - 4-Stunden-Intervall zwischen den einzelnen Arzneimitteln – vermieden

werden. Diese Wechselwirkung scheint bei pädiatrischen HIV-infizierten Patienten, die Clarithromycin

als Suspension mit Zidovudin oder Didesoxyinosin einnehmen, nicht aufzutreten. Diese Wechselwirkung

ist unwahrscheinlich, wenn Clarithromycin über eine intravenöse Infusion verabreicht wird.

Phenytoin und Valproat

Es gab spontane oder veröffentlichte Berichte über Wechselwirkungen von CYP3A-Inhibitoren,

einschließlich Clarithromycin, mit Arzneistoffen, von denen nicht angenommen wurde, dass sie durch

CYP3A (z. B. Phenytoin und Valproat) metabolisiert werden. Bestimmungen der Serumspiegel dieser

Arzneistoffe werden empfohlen, wenn sie gleichzeitig mit Clarithromycin angewendet werden. Erhöhte

Serumspiegel wurden berichtet.

Bi-direktionale Arzneimittelinteraktionen

Atazanavir

Beide, Clarithromycin und Atazanavir sind Substrate und Inhibitoren von CYP3A und es gibt Anzeichen

für eine bi-direktionale Arzneimittelinteraktion. Die gleichzeitige Gabe von Clarithromycin (500 mg

zweimal täglich) mit Atazanavir (400 mg einmal täglich) führte zu einem 2fachen Anstieg der Exposition

mit Clarithromycin und einer 70 %-igen Abnahme der Exposition von 14-Hydroxy-Clarithromycin, mit

einer Steigerung der AUC von Atazanavir um 28 %. Wegen der großen therapeutischen Breite für

Clarithromycin, sollte eine Dosisreduktion bei Patienten mit normaler Nierenfunktion nicht erforderlich

sein. Bei Patienten mit mäßiger Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance von 30 bis 60 ml/min)

sollte die Dosis von Clarithromycin um 50 % verringert werden. Für Patienten mit einer Kreatinin-

Clearance <30 ml/min sollte die Clarithromycin-Dosis, mit Hilfe einer geeigneten Clarithromycin-

Formulierung, um 75 % verringert werden. Dosen von Clarithromycin größer als 1000 mg pro Tag sollten

nicht zusammen mit Protease-Inhibitoren verabreicht werden.

Kalziumkanalblocker

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Kalziumkanalblockern, die

von CYP3A4 metabolisiert werden (z.B. Verapamil, Amlodipin, Diltiazem), wegen des Risikos einer

Hypotension. Die Plasmakonzentrationen sowohl von Clarithromycin als auch der Kalziumkanalblocker

könnten aufgrund der Interaktion ansteigen. Niedriger Blutdruck, Bradyarrhythmien und Laktatazidose

wurden in Patienten beobachtet, die gleichzeitig Clarithromycin und Verapamil eingenommen haben.

Itraconazol

Beide, Clarithromycin und Itraconazol sind Substrate und Inhibitoren von CYP3A, was zu einer bi-

direktionalen Arzneimittel-Wechselwirkung führt. Clarithromycin kann die Plasmaspiegel von

Itraconazol erhöhen, während Itraconazol die Plasmaspiegel von Clarithromycin erhöhen kann. Patienten,

die Itraconazol und Clarithromycin gleichzeitig einnehmen, sollten engmaschig auf Anzeichen oder

Symptome einer verstärkten oder verlängerten pharmakologischen Wirkung hin überwacht werden.

Saquinavir

Beide, Clarithromycin und Saquinavir sind Substrate und Inhibitoren von CYP3A, und es gibt Anzeichen

für eine bi-direktionale Arzneimittelinteraktion. Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin

(500 mg zweimal täglich) und Saquinavir (Weichgelatinekapseln, 1200 mg dreimal täglich) bei

12 gesunden Probanden führte zu Steady-State AUC und C

-Werten von Saquinavir, die um 177 % und

187% höher waren, als diejenigen, mit Saquinavir allein. Die Clarithromycin AUC und C

-Werte waren

um ca. 40 % höher als jene mit Clarithromycin allein. Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich, wenn

die beiden Arzneistoffe für eine begrenzte Zeit in den getesteten Dosen/Formulierungen zusammen

angewendet werden. Beobachtungen aus Arzneimittel-Wechselwirkungsstudien mit der

Weichgelatinekapsel-Formulierung können nicht als repräsentativ für die Auswirkungen bei Saquinavir

Hartgelatinekapsel angesehen werden. Beobachtungen aus Arzneimittel-Wechselwirkungsstudien, die mit

Saquinavir allein durchgeführt wurden, können möglicherweise nicht als repräsentativ für die

Auswirkungen einer Saquinavir/Ritonavir-Therapie angesehen werden. Wenn Saquinavir zusammen mit

Ritonavir verabreicht wird, sollten die potenziellen Wirkungen von Ritonavir auf Clarithromycin in

Betracht gezogen werden.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Fertilität

Es gibt keine Angaben bezüglich der Auswirkungen auf die Fertilität bei Anwendung von Clarithromycin

beim Menschen. Tierstudien lassen keine Hinweise auf schädliche Auswirkungen bezüglich der Fertilität

erkennen (siehe Abschnitt 5.3).

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3). Daten von

122 Schwangeren, die während des ersten Schwangerschaftsdrittels mit Clarithromycin behandelt

wurden, ergaben eine Fehlgeburtsrate von 14 % und deuten auf ein mögliches Risiko für den Menschen

hin. Die Sicherheit von Clarithromycin während der Schwangerschaft wurde nicht nachgewiesen.

Basierend auf unterschiedlichen Ergebnissen aus Studien an Mäusen, Ratten, Kaninchen und Affen, kann

die Möglichkeit von negativen Auswirkungen auf die embryonale Entwicklung nicht ausgeschlossen

werden. Die Anwendung während der Schwangerschaft wird daher ohne eine sorgfältige Nutzen-Risiko-

Abwägung nicht empfohlen.

Stillzeit

Die Sicherheit von Clarithromycin während der Stillzeit wurde nicht nachgewiesen. Clarithromycin sowie

sein aktiver Metabolit wird in die Muttermilch ausgeschieden. Deshalb kann es zu Durchfällen sowie zu

Pilzbesiedlung der Schleimhäute beim gestillten Säugling kommen, die ein Abstillen notwendig machen

könnte. Die Möglichkeit der Entwicklung einer Überempfindlichkeit gegenüber Clarithromycin sollte

berücksichtigt werden. Deshalb sollte das potentielle Risiko für das Kind gegen den Nutzen der Therapie

für die Mutter abgewogen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten zu Auswirkungen von Clarithromycin auf die Verkehrstüchtigkeit und das

Bedienen von Maschinen vor. Es ist jedoch vor dem Durchführen dieser Tätigkeiten zu berücksichtigen,

dass möglicherweise Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Verwirrung und Orientierungslosigkeit

auftreten können.

4.8

Nebenwirkungen

a. Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten und üblichsten Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer Clarithromycin-Therapie

sowohl für Erwachsene als auch Kinder, sind Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Erbrechen,

Dyspepsie, Kopfschmerzen und Geschmacksveränderungen. Diese Nebenwirkungen sind im

Allgemeinen von leichter Intensität und entsprechen dem bekannten Sicherheitsprofil der Makrolid-

Antibiotika (siehe Abschnitt b von Abschnitt 4.8).

Es gab in klinischen Studien keine signifikanten Unterschiede in der Häufigkeit dieser gastrointestinalen

Nebenwirkungen zwischen der Patientengruppe mit oder ohne vorbestehender Mykobakterien-Infektion.

b. Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen

Die folgende Tabelle zeigt Nebenwirkungen, die in klinischen Studien berichtet wurden, sowie aus

Erfahrungen nach Markteinführung mit Clarithromycin mit Tabletten mit sofortiger Wirkstofffreisetzung,

mit Granulat zur Herstellung einer Suspension, mit Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung, mit

Tabletten mit verzögerter Wirkstofffreisetzung und Tabletten mit veränderter Wirkstofffreisetzung.

Die Reaktionen, die zumindest möglicherweise mit Clarithromycin in Zusammenhang stehen, sind nach

Systemorganklassen und Häufigkeiten entsprechend der folgenden Kategorien aufgelistet: sehr häufig

(≥1/10), häufig (≥1/100 bis <1/10), gelegentlich (≥1/1.000 bis <1/100), selten (≥1/10.000 bis <1/1.000),

sehr selten (<1/10.000) und nicht bekannt (Häufigkeit der Nebenwirkungen aus Erfahrungen nach

Markteinführung ist auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben, wenn der

Schweregrad beurteilt werden konnte.

Systemorgan

- klasse

Sehr häufig

(≥1/10)

Häufig

(≥1/100 bis

<1/10)

Gelegentlich

(≥1/1.000 bis

<1/100)

Sehr selten

(<1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit

auf Grundlage

verfügbaren

Daten nicht

abschätzbar)

Infektionen

parasitäre

Erkrankunge

orale

Candidiasis

Candidiasis,

vaginale

Infektion

Erysipel,

pseudo-

membranöse

Kolitis

Erkrankunge

n des Blutes

und des

Lymphsyste

Leukopenie,

Neutropenie

Eosinophilie

Agranulocytos

Thrombozyto-

penie

Erkrankunge

n des

Immunsyste

Über-

empfindlichk

anaphylaktisch

e Reaktion,

Angioödem

Stoffwechsel

- und

Ernährungs-

störungen

Anorexie,

verminderter

Appetit

Psychiatrisch

Erkrankunge

Insomnie

Angstzuständ

Alpträume

Psychotische

Störungen,

Verwirrtheit,

Depersonalisa-

tion,

Depression,

Desorientierun

Halluzinatione

ungewönliche

Träume,

Manie

Erkrankunge

n des

Nervensyste

Dysgeusie,

Kopfschmerz

Geschmacks-

veränderunge

Schwindel,

Somnolenz

Tremor

Parästhesien

Krämpfe,

Ageusie,

Parosmie,

Anosmie

Erkrankunge

n des Ohrs

und des

Labyrinths

Vertigo,

Hörschädigu

ng, Tinnitus

Taubheit

Herz-

erkrankungen

Elektrokardi

ogramm QT-

Verlängerun

Torsade de

Pointes

ventrikuläre

Tachykardie

Palpitationen

ventrikuläre

Fibrillation

Gefäß-

erkrankungen

Hämorrhagie

Erkrankunge

n des Gastro-

intestinaltrakt

Diarrhö

Erbrechen,

Dyspepsie,

Übelkeit,

Bauch-

schmerzen,

Stomatitis,

Glossitis

aufgeblähter

Bauch

Konstipation,

Mundtrocken

heit,

Aufstoßen,

Flatulenz

akute

Pankreatitis,

Zungen- und

Zahn-

verfärbungen

Leber- und

Gallen-

erkrankungen

Abnormer

Leberfunktio

nstest

Cholestase

Hepatitis

erhöhte

Alanin-

Aminotrans-

ferase,

Aspartat-

erhöhte

Aminotrans-

ferase,

erhöhte

Gamma-

Glutamyltran

s-ferase

Leberversagen

hepatozellulär

e Gelbsucht

Erkrankunge

n der Haut

und des

Unterhaut-

zellgewebes

Rash,

Hyperhidrosi

Pruritus,

Urtikaria,

Stevens-

Johnson

Syndrom

toxische

epidermale

Nekrolyse

Arzneimittel-

Hautausschlag

Eosinophilie

systemischen

Symptomen

(DRESS),

Akne

Skelett-

muskulatur-,

Bindegewebs

- und

Knochen-

erkrankungen

Rhabdomyoly

Myopathie

Erkrankunge

n der Nieren

Harnwege

Nierenversage

n, interstitielle

Nephritis

Allgemeine

Erkrankunge

n und

Beschwerden

Unwohlsein

Asthenie

Brustkorbsch

merz

Schüttelfrost

, Ermüdung

am Ver-

abreichungso

Untersuchun

Erhöhter

BUN (Blut-

Harnstoff-

Stickstoff)

Kreatinin im

Blut erhöht,

alkalische

Phosphatase

im Blut

erhöht

Laktatdehydr

ogenase im

Blut erhöht

(International

Normalised

Ratio) erhöht,

abnorme

Urinfarbe,

verlängerte

Prothrombinze

, Serum-

Bilirubin

erhöht

Nebenwirkungen, die nur mit der Tablette mit sofortiger Wirkstofffreisetzung berichtet wurden

2,4,5,6,7

siehe Abschnitt a)

siehe Abschnitt c)

c. Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Bei einigen Berichten über Rhabdomyolyse wurde Clarithromycin gleichzeitig mit Statinen, Fibraten,

Colchicin oder Allopurinol angewendet (siehe Abschnitt

4.3 und 4.4).

Es gibt Berichte nach Markteinführung über Arzneimittel-Wechselwirkungen und Wirkungen auf das

Zentralnervensystem (ZNS) (z. B. Schläfrigkeit und Verwirrtheit), wenn Clarithromycin gleichzeitig mit

Triazolam angewendet wurde. Eine Überwachung des Patienten auf verstärkte pharmakologische

Wirkungen auf das ZNS wird vorgeschlagen (siehe Abschnitt 4.5).

Besondere Patientengruppen: Nebenwirkungen bei immunsupprimierten Patienten (siehe Abschnitt e).

d. Kinder und Jugendliche

Klinische Studien wurden mit Kindern im Alter von 6 Monaten bis 12 Jahren mit pädiatrischer

Suspension von Clarithromycin durchgeführt. Kinder unter 12 Jahren sollten daher Clarithromycin als

pädiatrische Suspension einnehmen. Es liegen nicht genügend Daten vor, um ein Dosierungsschema für

die Anwendung der intravenösen Darreichungsform von Clarithromycin bei Patienten zu empfehlen, die

jünger als 18 Jahre sind.

Es wird erwartet, dass Häufigkeit, Art und Schweregrad der Nebenwirkungen bei Kindern denen bei

Erwachsenen entsprechen.

e. Andere spezielle Patientengruppen

Immunsupprimierte Patienten

Bei Patienten mit AIDS und anderen immunsupprimierten Patienten, die aufgrund von Infektionen mit

Mykobakterien über lange Zeit mit höheren Dosen von Clarithromycin behandelt wurden, war es oft

schwierig, Nebenwirkungen, die möglicherweise mit der Anwendung von Clarithromycin in

Zusammenhang standen, von zugrunde liegenden Zeichen der HIV-Erkrankung („Human

Immunodeficiency Virus“) oder einer interkurrenten Erkrankung zu unterscheiden.

Bei erwachsenen Patienten, waren die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, bei Patienten, die mit

einer täglichen Gesamtdosis von 1000 mg und 2000 mg Clarithromycin behandelt wurden: Übelkeit,

Erbrechen, Geschmacksveränderungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Hautausschlag, Blähungen,

Kopfschmerzen, Verstopfung, Hörstörungen, Erhöhung der Serum-Glutamat-Oxalacetat-Transaminase-

(SGOT) und Serumglutamat-Pyruvat-Transaminase (SGPT)-Werte. Zusätzliche, weniger häufige

Nebenwirkungen waren Atemnot, Schlaflosigkeit und Mundtrockenheit. Die Inzidenz war vergleichbar

bei Patienten, die mit 1000 mg und 2000 mg behandelt wurden, waren aber in der Regel etwa 3- bis 4-mal

so häufig bei Patienten, die eine tägliche Gesamtdosis von 4000 mg von Clarithromycin erhielten.

Bei diesen immunsupprimierten Patienten wurden die Auswertungen der Laborwerte durch die Analyse

der Werte vorgenommen, die außerhalb der ernstzunehmenden abnormen Grenzwerte für den betroffenen

Test lagen (d.h. die extrem hohen oder niedrigen Grenzwerte). Auf der Grundlage dieser Kriterien, hatten

etwa 2 % bis 3 % der Patienten, die 1000 mg oder 2000 mg Clarithromycin täglich bekommen hatten,

ernstlich abnormal erhöhte SGOT und SGPT und ungewöhnlich niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen

und Blutplättchen. Ein niedrigerer Prozentsatz der Patienten in diesen beiden Dosisgruppen hatte

außerdem erhöhte Blut-Harnstoff-Stickstoff-Werte. Eine leicht höhere Inzidenz von abnormen Werten für

alle Parameter, außer weißen Blutkörperchen, wurde bei Patienten beobachtet, die täglich 4000 mg

erhielten.

4.9

Überdosierung

Symptome:

Die Aufnahme großer Mengen von Clarithromycin kann erwartungsgemäß zu Nebenwirkungen,

insbesondere gastrointestinalen Symptomen führen, die unter Abschnitt 4.8 aufgelistet sind. Bei einem

Patienten mit bipolarer Störung in der Krankengeschichte kam es nach Einnahme von 8 g Clarithromycin

zu verändertem Geisteszustand, paranoidem Verhalten, Hypokaliämie und Hypoxämie.

Gegenmaßnahmen:

Mit einer Überdosierung einhergehende Nebenwirkungen sollten durch die rasche Eliminierung des nicht-

resorbierten Arzneistoffs behandelt werden. Wie bei anderen Makroliden, ist nicht zu erwarten, dass

Clarithromycin-Serumspiegel merklich durch Hämodialyse oder Peritonealdialyse beeinflusst werden.

Es gibt kein spezifisches Gegenmittel. Eine Magenspülung sowie unterstützende Maßnahmen sollten

eingeleitet werden. Die Gabe von Aktivkohle kann nützlich sein.

In sehr seltenen Fällen kann es zu schweren und akuten allergischen Reaktionen, z. B. anaphylaktischem

Schock, kommen. Bei den ersten Anzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen müssen die Behandlung

mit Clarithromycin abgesetzt und unverzüglich die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Makrolide

ATC-Code: J01FA09

Wirkmechanismus

Clarithromycin ist ein semi-synthetisches Erythromycinderivat. Es übt seine antibakterielle Wirkung

durch die Bindung an die 50S-Untereinheit der Ribosomen empfindlicher Bakterien aus und unterdrückt

die Proteinsynthese. Die minimalen Hemmkonzentrationen (MHK) von Clarithromycin sind im

Allgemeinen um das 2-fache niedriger als die MHK von Erythromycin.

Der 14-Hydroxymetabolit von Clarithromycin ist ebenfalls antibakteriell wirksam. Die MHK dieses

Metaboliten entsprechen denen der Ausgangsverbindung oder sind zweimal so hoch. Eine Ausnahme ist

Haemophilus influenzae

; hier ist die Aktivität des 14-Hydroxymetaboliten doppelt so hoch wie die der

Ausgangsverbindung.

Resistenzmechanismen

Zu den Resistenzmechanismen gegen Makrolid-Antibiotika gehören Veränderungen an der Zielstruktur

für das Antibiotikum, sie können aber auch auf einer Modifikation und/oder aktivem Efflux des

Antibiotikums beruhen. Die Resistenzentwicklung kann über Chromosomen oder Plasmide vermittelt,

induziert oder konstitutiv sein. Gegen Makrolide resistente Bakterien bilden Enzyme, die zur

Methylierung des Adeninrests an der ribosomalen RNA führen und dadurch die Bindung des

Antibiotikums an das Ribosom verhindern. Gegen Makrolide resistente Organismen zeigen in der Regel

eine Kreuzresistenz gegen Lincosamide und Streptogramin B auf der Grundlage der Methylierung der

ribosomalen Bindungsstelle. Clarithromycin gehört ebenfalls zu den starken Induktoren dieser Enzyme.

Darüber hinaus haben Makrolide eine bakteriostatische Wirkung, die auf der Hemmung der

Peptidyltransferase der Ribosomen beruht.

Es besteht eine vollständige Kreuzresistenz zwischen Clarithromycin, Erythromycin und Azithromycin.

Methicillin-resistente Staphylokokken und Penicillin-resistenter

Streptococcus pneumoniae

sind resistent

gegen Makrolide wie Clarithromycin.

Grenzwerte

Folgende MHK-Grenzwerte wurden vorgeschlagen, um empfindliche von resistenten Organismen zu

unterscheiden:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte

Erreger

Sensibel

Resistent

Staphylococcus

.

1 mg/l

> 2 mg/l

Streptococcus

.

(Gruppen A, B, C, G)

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Streptococcus pneumoniae

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Haemophilus influenzae

1 mg/l

> 32 mg/l

Moraxella catarrhalis

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann örtlich und im Verlauf der Zeit variieren.

Deshalb sind - insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen - lokale Informationen

über die Resistenzsituation erforderlich. Falls auf Grund der lokalen Resistenzsituation die Wirksamkeit

von Clarithromycin in Frage gestellt ist, sollte eine Therapieberatung durch Experten angestrebt werden.

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Streptococcus pyogenes

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Haemophilus influenzae

Helicobacter pylori

Moraxella catarrhalis°

Andere Mikroorganismen

Chlamydophila pneumoniae°

Legionella pneumophila°

Mycobacterium avium°

Mycobacterium chelonae°

Mycobacterium intrazellulare°

Mycoplasma pneumoniae°

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung

darstellen können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus

(Methicillin-sensibel)

Staphylococcus aureus

(Methicillin-resistent)

Streptococcus pneumoniae

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Escherichia coli

Klebsiella

spp.

Pseudomonas aeruginosa

° Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

Die natürliche Empfindlichkeit der meisten Isolate liegt im intermediären Bereich.

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50%.

Resistenzrate in einigen Studien

Resistenzrate bei vorbehandelten Patienten

10%.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Clarithromycin wird nach der Einnahme schnell und vollständig aus dem Gastrointestinaltrakt resorbiert.

Die absolute Bioverfügbarkeit von Clarithromycin nach oraler Gabe beträgt etwa

50%.Nahrungsaufnahme führt zu einer leichten Verzögerung der Resorption, hat aber keinen Einfluss auf

die Bioverfügbarkeit. Daher kann Clarithromycin unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Bei einer Dosierung von 250 mg zweimal täglich beträgt die maximale Plasmakonzentration 1-2 µg/ml

für Clarithromycin und 0,6 µg/ml für 14-Hydroxy-Clarithromycin. Bei einer Dosierung von 500 mg

zweimal täglich liegen diese Werte bei 2,7 bis 2,9 µg/ml bzw. 0,88 bis 0,83 µg/ml. Steady-state

Konzentrationen werden innerhalb von 2-3 Tagen erreicht.

Verteilung

Clarithromycin führt zu Gewebekonzentrationen, die die zirkulierenden Wirkstoffspiegel mehrfach

übersteigen. Erhöhte Clarithromycin-Konzentrationen wurden sowohl im Mandel- als auch im

Lungengewebe gefunden. Clarithromycin dringt in die Mittelohrflüssigkeit in höheren Konzentrationen

als ins Serum. Clarithromycin dringt auch in die Magenschleimhaut ein und wird in therapeutischen

Konzentrationen zu 80% an Plasmaproteine gebunden.

Biotransformation

Clarithromycin wird vor allem in der Leber rasch abgebaut (Cytochrom P 450).

Drei Metaboliten sind nachweisbar: N-Desmethyl-Clarithromycin, Descladinosyl-Clarithromycin und 14-

Hydroxy-Clarithromycin.

Beim Menschen ist 14-Hydroxy-Clarithromycin, der wichtigste Metabolit von Clarithromycin,

mikrobiologisch aktiv. Diese Aktivität ist jedoch weniger ausgeprägt als die des parentalen Moleküls,

außer für

Haemophilus influenzae

, für das die Aktivität des Metaboliten

in vitro

doppelt so hoch ist.

Zusätzlich haben die

in vitro

durchgeführten Arbeiten gezeigt, dass Clarithromycin und sein Metabolit in

Bezug auf

Haemophilus influenzae

einen stammabhängigen synergistischen Effekt haben.

Nach oralen Gaben von 250 und 1200 mg wurden maximale Plasmakonzentrationen dieses Metaboliten

von 0,5 µg/ml beziehungsweise 1,2 µg/ml beobachtet.

Im Fließgleichgewicht steigt das Level von 14-OH-Clarithromycin nicht proportional mit der

Clarithromycin-Dosis und die Halbwertszeiten beider Substanzen tendieren dazu, bei höheren Dosen

länger zu sein.

Clarithromycin zeigt eine nicht-lineare Pharmakokinetik.

Elimination

Die Eliminationshalbwertszeit steigt von 2-4 Stunden nach der Einnahme von zweimal täglich 250 mg

Clarithromycin auf 5 Stunden nach der Einnahme von zweimal täglich 500 mg. Die Halbwertszeit des

aktiven Metaboliten liegt zwischen 5 und 6 Stunden.

Nach oraler Verabreichung von radioaktiv markiertem Clarithromycin fand sich 70-80% der

Radioaktivität im Stuhl wieder. Ungefähr 20-30% des Clarithromycins wurde als unveränderter Wirkstoff

im Urin wiedergefunden. Bei Niereninsuffizienz steigt der Clarithromycin-Plasmaspiegel, wenn die Dosis

nicht vermindert wird.

Die Gesamt-Plasma-Clearance wird auf ungefähr 700 ml/min geschätzt bei einer renalen Clearance von

ca. 170 ml/min.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In 4-wöchigen Tierstudien wurde festgestellt, dass die Clarithromycintoxizität von der Dosis und Dauer

der Behandlung abhängig ist. In allen Spezies wurden erste Anzeichen einer Toxizität in der Leber

bemerkbar; in der es bei Hunden und Affen innerhalb von 14 Tagen zu Läsionen kam. Die mit dieser

Toxizität assoziierte systemische Exposition ist nicht im Detail bekannt; die toxischen Dosen lagen

jedoch deutlich höher als die empfohlenen therapeutischen Dosen beim Menschen.

In-vitro

in-vivo

-Studien ergaben keinen Hinweis auf eine Mutagenität von Clarithromycin.

Reproduktionstoxizitätsstudien zeigten, dass die

intravenöse

Verabreichung einer 2fachen klinischen

Dosis von Clarithromycin in Kaninchen sowie die orale Gabe einer 10fachen klinischen Dosis in Affen zu

einer Zunahme der spontane Fehlgeburten führte. Diese Dosen waren mit toxischen Erscheinungen der

Muttertiere verbunden. Kardiovaskuläre Missbildungen wurden bei Ratten, die mit einer Dosis von 150

mg/kg/Tag behandelt wurden, beobachtet. In Studien an Ratten wurde keine Embryotoxizität oder

Teratogenität beobachtet. In Studien an Mäusen zeigte sich eine wechselnde Häufigkeit (3-30%) von

Gaumenspalten bei 70fachen therapeutischen Dosen.

Dosen, die bezogen auf die Körperoberfläche um das 1,3-fache über der für den Menschen empfohlenen

Maximaldosis lagen (Serumlevel etwa doppelt so hoch wie beim Menschen), bewirkten bei männlichen

und weiblichen Ratten keine negativen Auswirkungen auf den Östrogenzyklus, Fertilität, Entbindung

oder Zustand der Feten.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Mikrokristalline Cellulose

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Croscarmellose-Natrium

Povidon (K 29-32)

Hochdisperses Siliciumdioxid

Stearinsäure

Magnesiumstearat (Ph. Eur.)

Filmüberzug

Hypromellose

Hydroxypropylcellulose

Titandioxid (E 171)

Propylenglycol

Vanillin

Chinolingelb (E 104)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Dieses Arzneimittel benötigt keine besonderen Aufbewahrungsbedingungen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Clarithromycin dura 250 mg Filmtabletten:

Packungen mit 10, 12, 14, 20 Filmtabletten in PVdC-PVC/Aluminium-Blistern

Clarithromycin dura 500 mg Filmtabletten:

Packungen mit 14 Filmtabletten in PVdC-PVC/Aluminium-Blistern

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Mylan dura GmbH

Postfach 10 06 35

64206 Darmstadt

8.

ZULASSUNGSNUMMER

Clarithromycin dura 250 mg: 60621.00.00

Clarithromycin dura 500 mg: 60621.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 23. November 2004

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 14. Juli 2009

10.

STAND DER INFORMATION

August 2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen