Clarithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Clarithromycin
Verfügbar ab:
AbZ-Pharma GmbH - Geschäftsanschrift -
INN (Internationale Bezeichnung):
clarithromycin
Darreichungsform:
Filmtablette
Zusammensetzung:
Clarithromycin 500.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
63746.00.00

Gebrauchsinformation: Information für den Patienten

Clarithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

Wirkstoff: Clarithromycin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Clarithromycin

AbZ

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Clarithromycin AbZ

beachten?

Wie ist

Clarithromycin AbZ

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Clarithromycin AbZ

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Clarithromycin AbZ und wofür wird es angewendet?

Clarithromycin gehört zur Arzneimittelgruppe der sog. Makrolidantibiotika.

Clarithromycin wird angewendet zur Behandlung einer Reihe von Infektionen wie:

Infektionen der Atemwege, wie z. B. Entzündung der Bronchien (Bronchitis) und

Lungenentzündung (Pneumonie)

Infektionen des Rachens und der Nebenhöhlen, z. B. Sinusitis und Pharyngitis

Infektionen der Haut und der Weichteile

Infektionen mit

Helicobacter pylori

in Verbindung mit Zwölffingerdarmgeschwüren

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Clarithromycin AbZ beachten?

Clarithromycin AbZ darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Clarithromycin, andere Makrolidantibiotika (z. B. Erythromycin,

Azithromycin) oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses

Arzneimittels sind.

wenn Sie die Arzneimittel Terfenadin oder Astemizol (zur Behandlung von Heuschnupfen oder

Allergien), Cisaprid oder Pimozid Tabletten einnehmen, weil die gleichzeitige Einnahme dieser

Arzneimittel mit Clarithromycin manchmal zu schweren Herzrhythmusstörungen führen können.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt zu alternativen Arzneimitteln beraten.

wenn Ihr Arzt Ihnen gesagt hat, dass bei Ihnen ein abnormal niedriger Kaliumspiegel im Blut

(Hypokaliämie) vorliegt.

wenn Sie oder ein Familienangehöriger in der Vergangenheit Herzrhythmusstörungen

(ventrikuläre Arrhythmien, einschließlich Torsade de pointes) oder ein abnormales

Elektrokardiogramm (EKG, graphische Darstellung elektrischer Vorgänge im Herzen) mit einem

sog. „Long-QT-Syndrom“ hatte(n).

wenn Sie Ergotamin-ähnliche Arzneimittel (werden normalerweise bei Migräne verwendet)

einnehmen.

wenn Sie cholesterinsenkende Arzneimittel (Lovastatin oder Simvastatin) einnehmen.

wenn Sie Herzprobleme, wie beispielweise Herzrhythmusstörungen, haben.

wenn Sie eine schwere Leberfunktionsstörung zusammen mit Nierenfunktionsstörungen haben.

wenn Sie Ticagrelor (ein blutverdünnendes Arzneimittel) einnehmen.

wenn Sie Ranolazin (zur Behandlung der Angina pectoris) einnehmen.

wenn Sie Colchicin (zur Behandlung der Gicht) einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Clarithromycin

AbZ

einnehmen, wenn

allergisch gegen die Antibiotika Lincomycin oder Clindamycin sind.

Probleme mit der Leber haben.

Probleme mit den Nieren haben.

an Erkrankungen des Herzens leiden.

anfällig für Pilzinfektionen sind oder eine Pilzinfektion (z. B. Candidiasis) haben.

an einer muskulären Erkrankung, bekannt als Myasthenia gravis, leiden.

Arzneimittel, die den Blutzuckerspiegel senken (orale Antidiabetika), oder Insulin anwenden.

einen abnormal niedrigen Magnesiumspiegel im Blut (Hypomagnesiämie) haben.

unter anderen Störungen des Elektrolythaushalts leiden.

andere Arzneimittel einnehmen, die bekanntermaßen schwere Herzrhythmusstörungen

verursachen (für die Arzneimittel Terfenadin, Astemizol, Cisaprid und Pimozid: siehe

Clarithromycin AbZ

darf nicht eingenommen werden“).

Einnahme von Clarithromycin AbZ zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden,

kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Nehmen Sie Clarithromycin AbZ nicht ein,

wenn Sie Ergotamin oder Dihydroergotamin (zur Behandlung von Migräne) einnehmen.

wenn Sie Terfenadin oder Astemizol (zur Behandlung von Heuschnupfen und anderen Allergien)

einnehmen.

wenn Sie Pimozid (zur Behandlung bestimmter psychischer Erkrankungen) einnehmen.

wenn Sie Cisaprid (zur Behandlung von Magenbeschwerden) einnehmen.

wenn Sie Simvastatin oder Lovastatin (zur Senkung des Blut-Cholesterinspiegels) einnehmen.

wenn Sie andere Makrolidantibiotika, wie z. B. Erythromycin oder Azithromycin, anwenden.

wenn Sie Ticagrelor (ein blutverdünnendes Arzneimittel) einnehmen.

wenn Sie Ranolazin (zur Behandlung der Angina pectoris) einnehmen.

wenn Sie Colchicin (zur Behandlung der Gicht) einnehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel anwenden/einnehmen

Cumarin-Antikoagulantien, die zur Hemmung Ihrer Blutgerinnung angewendet werden, wie z. B.

Warfarin

Arzneimittel zur Behandlung von gestörtem Herzschlag, wie z. B. Disopyramid oder Chinidin

Arzneimittel zur Behandlung der Herzinsuffizienz, z. B. Digoxin

Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie, wie z. B. Phenytoin, Valproat oder Carbamazepin

Arzneimittel zur Behandlung bestimmter psychischer Erkrankungen, z. B. Quetiapin

Theophyllin, das zur Behandlung von Asthma angewendet wird

Benzodiazepine, die als Beruhigungsmittel angewendet werden, wie Alprazolam, Midazolam oder

Triazolam

Phenobarbital, das als Schlafmittel oder zur Behandlung von Epilepsie angewendet wird

Rifabutin, Rifampicin, Rifapentin oder Aminoglykoside (z. B. Gentamicin), die zur Behandlung

von bestimmten Infektionen angewendet werden

Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus, die nach Organtransplantationen eingesetzt werden

Arzneimittel zur Senkung des Blut-Cholesterinspiegels, wie z. B. Atorvastatin oder Rosuvastatin

Ritonavir, Atazanavir, Etravirin, Saquinavir, Efavirenz, Nevirapin oder Zidovudin, die zur

Behandlung von HIV-infizierten Patienten angewendet werden

Johanniskraut, das zur Behandlung von Depressionen angewendet wird

Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil, die zur Behandlung von Erektionsproblemen angewendet werden

Cilostazol (Behandlung von krampfähnlichen Schmerzen in den Beinen)

Methylprednisolon (zur Behandlung von Entzündungen)

Vinblastin (zur Krebsbehandlung)

Omeprazol, das zur Behandlung von Verdauungsstörungen angewendet wird

Tolterodin, das zur Behandlung einer überaktiven Blase angewendet wird

Itraconazol oder Fluconazol, die zur Behandlung von Pilzinfektionen angewendet werden

Calciumkanalblocker, z. B. Verapamil, Amlodipin, Diltiazem (zur Behandlung von Bluthochdruck

oder Erkrankungen des Herzschlages)

Arzneimittel, die Ihren Blutzucker senken (orale Antidiabetika, z. B. Nateglinid, Repaglinid) oder

Insulin

Einnahme von Clarithromycin AbZ zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Sie können Clarithromycin mit einer Mahlzeit oder unabhängig davon einnehmen, ganz wie Sie

möchten.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker

um Rat.

Clarithromycin sollte bei schwangeren und stillenden Frauen nicht angewendet werden, außer der

Nutzen für die Mutter überwiegt das Risiko für das Baby.

Geringe Mengen von Clarithromycin können in die Muttermilch übergehen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ihre Tabletten könnten Müdigkeit, Schwindel oder Verwirrung auslösen. Wenn Sie davon betroffen

sind, führen Sie bitte kein Fahrzeug und bedienen Sie bitte keine Maschinen.

Clarithromycin AbZ enthält Tartrazin-Aluminiumsalz und Allurarot-Aluminiumsalz

Tartrazin-Aluminiumsalz (E 102) und Allurarot-Aluminiumsalz (E 129) können allergische

Reaktionen auslösen.

3.

Wie ist Clarithromycin AbZ einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Tabletten sollten vorzugsweise mit einem Glas Wasser eingenommen werden.

Die empfohlene Dosierung ist:

Erwachsene einschließlich älterer Patienten

Bei Infektionen der Atemwege, des Rachens oder der Nebenhöhlen, der Haut und des

Weichteilgewebes

Die empfohlene Dosis beträgt zweimal täglich 250 mg. Bei schwerwiegenden Infektionen kann Ihr

Arzt die Dosis auf zweimal täglich 500 mg erhöhen.

Die übliche Behandlungsdauer beträgt 6 bis 14 Tage. Nach Abklingen Ihrer

Krankheitserscheinungen soll die Behandlung noch mindestens 2 Tage fortgesetzt werden.

Erwachsene

Zur Behandlung von Infektionen durch Helicobacter pylori bei Patienten mit Geschwüren des

Zwölffingerdarms

Clarithromycin AbZ

sollte in einer Dosierung von zweimal täglich 500 mg in Kombination mit

anderen Arzneimitteln zur Behandlung von

Helicobacter pylori

eingenommen werden.

Ihr Arzt wird die für Sie am besten geeignete Kombination festlegen. Bitte wenden Sie sich an

Ihren Arzt, wenn Sie nicht sicher sind, welches Arzneimittel Sie einnehmen sollen und wann Sie

das Arzneimittel einnehmen sollen.

Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörungen

Wenn bei Ihnen eine Leberfunktionsstörung oder schwere Nierenfunktionsstörungen vorliegen, kann

Ihr Arzt es für notwendig halten, die Dosis zu reduzieren.

Clarithromycin AbZ

sollte nicht länger als

14 Tage eingenommen werden, wenn Sie diese Funktionsstörungen haben.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Kinder unter 12 Jahre

Die Anwendung von

Clarithromycin AbZ

bei Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, aber es

gibt andere Darreichungsformen, wie z. B. Suspensionen zum Einnehmen, die der Arzt für Kinder

unter 12 Jahren verschreiben wird.

Kinder über 12 Jahre

Bei Infektionen der Atemwege, des Rachens oder der Nebenhöhlen, der Haut und des

Weichteilgewebes

Die empfohlene Dosierung beträgt zweimal täglich 250 mg. Der Arzt kann bei schweren

Infektionen die Dosierung auf zweimal täglich 500 mg erhöhen. Die übliche Behandlungsdauer

beträgt 6-14 Tage. Die Behandlung sollte nach Abklingen der Beschwerden noch mindestens

2 Tage fortgesetzt werden.

Wenn Sie eine größere Menge Clarithromycin AbZ eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie (oder jemand anderes) viele Tabletten auf einmal eingenommen haben oder Sie den

Verdacht haben, dass ein Kind eine der Tabletten eingenommen hat, suchen Sie bitte sofort eine

Ambulanz im nächstmöglichen Krankenhaus auf oder wenden Sie sich sofort an Ihren behandelnden

Arzt.

Eine Überdosierung kann sich in Übelkeit und Magenschmerzen äußern.

Nehmen Sie bitte diese Packungsbeilage und alle restlichen Tabletten mit in das Krankenhaus oder zu

Ihrem Arzt, damit man nachvollziehen kann, welche Tabletten eingenommen wurden.

Wenn Sie die Einnahme von Clarithromycin AbZ vergessen haben

Wenn Sie vergessen haben eine Tablette einzunehmen, nehmen Sie - sobald Sie dies bemerken - eine

Tablette ein, es sei denn, dies liegt kurz vor dem Zeitpunkt, zu dem Sie die nächste Tablette

einnehmen sollten. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme

vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Clarithromycin AbZ abbrechen

Beenden Sie die Einnahme des Arzneimittels nicht, wenn Sie sich besser fühlen. Es ist wichtig, dass

Sie die verordnete Dosierung bis zum Ende weiter einnehmen, da ansonsten die Erkrankung wieder

auftreten kann und dieses Arzneimittel bei einer späteren Einnahme weniger wirksam sein kann.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen:

Wenn folgende Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten,

beenden Sie bitte die Einnahme von

Clarithromycin AbZ und teilen dies sofort Ihrem Arzt mit

oder wenden Sie sich direkt an die

Ambulanz des nächstmöglichen Krankenhauses:

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Personen betreffen

eine allergische Reaktion, die zu einem Anschwellen von Lippen, Gesicht, Zunge oder Rachen mit

Atembeschwerden oder zu schweren Hautausschlägen oder Nesselausschlag führen kann

Beschwerden an der Gallenblase (Cholestase)

Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht), Hautreizung, heller Stuhl, dunkler Urin, empfindlicher Bauch

oder Appetitverlust. Dies können Anzeichen einer Leberentzündung (Hepatitis)

sein.

veränderter Herzschlag/Herzrhythmus (ungewöhnlich schneller, langsamer oder unregelmäßiger

Pulsschlag)

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Torsades de pointes, ein lebensbedrohlich unregelmäßiger Herzschlag

Blasenbildung der Haut und/oder des Mund-, Augen- und Genitalbereichs; dies könnte durch das

Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse, welches schwere

Erkrankungen sind, verursacht werden

Arzneimittelausschlag mit Eosinophilie (Anstieg einer bestimmten Art der weißen

Blutkörperchen) und systemischen Symptomen (DRESS)

ein roter, schuppiger Ausschlag mit Erhebungen unter der Haut und Blasen (exanthematische

Pustulose)

pseudomembranöse Colitis (Darminfektion mit schwerem oder langanhaltendem Durchfall,

welcher Blut oder Schleim enthalten kann)

Agranulozytose (starke Verminderung der weißen Blutkörperchen mit erhöhtem Infektionsrisiko);

mit Symptomen wie hoher Temperatur, Geschwüren in Mund und Rachen sowie unerklärlichen

blauen Flecken oder Blutungen

Bauchspeicheldrüsenentzündung - mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und

Rückenschmerzen

Krampfanfälle

Veränderungen im Herzrhythmus (ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern)

Leberversagen und Gelbsucht - Gelbfärbung der Haut und des weißen Bereichs der Augen, mit

erhöhten Leberenzymwerten im Blut

Weitere Nebenwirkungen:

Die nachfolgenden Nebenwirkungen wurden in den angegebenen Häufigkeiten beobachtet:

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Personen betreffen

Beschwerden im Bereich des Magens wie Übelkeit, Erbrechen, Verdauungsbeschwerden,

Magenschmerzen oder Durchfälle

Veränderungen des Geschmackssinns

Kopfschmerzen

Schlaflosigkeit

Veränderungen von Leberwerten

Hautausschlag, vermehrtes Schwitzen

Erweiterung von Blutgefäßen

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Personen betreffen

Pilzinfektion, Scheideninfektion

Blutbildveränderungen wie eine Änderung der Anzahl der weißen Blutzellen, was Infektionen

begünstigt. Dies kann sich durch Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen oder Geschwürbildung in

Ihrem Mund äußern.

Gelenk- und Muskelschmerzen, Muskelsteife

, Muskelkrämpfe

Anstieg der Blutgerinnungszeit

, Nasenbluten

Veränderungen von Leber- oder Nierenfunktionswerten oder Blutwerten

Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz, Hautausschlag mit flachen, roten Flecken und kleinen

zusammenfließenden Knötchen (makulopapulöser Hautausschlag)

, flüssigkeitsgefüllte

Hautbläschen (bullöse Dermatitis)

Appetitverlust, verminderter Appetit

Ängstlichkeit, Nervosität

Schwindelgefühl, Schläfrigkeit, Tremor (Zittern), Bewegungsstörungen (Dyskinesie)

Drehschwindel (Vertigo), Ohrenklingen, Hörstörung

Entzündung der Magen- oder Darmschleimhaut, Sodbrennen

, Blähungen, Verstopfung,

Mundtrockenheit, Aufstoßen, Winde (Flatulenz)

, Schmerzen im Afterbereich

Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis)

Entzündungen oder Geschwürbildung im Mund oder an der Zunge, Schwächegefühl oder

Unwohlsein, Bewusstseinsverlust

, allgemeines Krankheitsgefühl

, Schmerzen im Brustkorb,

EKG-Abweichungen

Schüttelfrost, Müdigkeit, Fieber

Überempfindlichkeitsreaktionen (allergische Reaktionen)

Veränderung des Gehaltes verschiedener Enzyme im Blut, der durch einen Bluttest nachgewiesen

wird

Asthma

Husten und blutiger Auswurf (Zeichen für eine Lungenembolie)

Zellulitis

(eine Hautinfektion, die durch Bakterien verursacht wird)

Infektionen

Herzstillstand

(eine plötzliche Unterbrechung der Blutzirkulation, weil sich das Herz nicht mehr

ausreichend zusammenzieht)

Sehr selten: kann bis zu 1 von 10.000 Personen betreffen

Taubheitsgefühl oder „Ameisenlaufen“ (Parästhesien)

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Erysipel oder Erythrasma (Hautinfektionen)

verminderter Gehalt an Blutplättchen im Blut

Verwirrung, Wahrnehmungsstörungen wie Realitätsstörungen und Panikattacken,

Desorientierung, Halluzinationen

Verfärbungen der Zähne (diese können normalerweise durch professionelle Zahnreinigung

beseitigt werden)

Verfärbungen der Zunge

Nierenfunktionsstörungen, Nierenentzündung

Psychosen (Geisteskrankheit), Depressionen, abnorme Träume, unnatürlich gesteigerte Heiterkeit

und Aktivität, die zu ungewöhnlichem Verhalten führen (Manie)

Geschmacksverlust, Geruchssinnstörung, Verlust des Geruchssinns

Hörverlust

unübliche Blutungen oder unerklärliche blaue Flecke

niedrige Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) bei Diabetikern

Akne

Myopathie (Muskelschwäche), Rhabdomyolyse (Muskelschmerzen, Zerfall von Muskelzellen)

Anstieg der International Normalised Ratio (verlängerte Blutgerinnungszeit), abnorme

Urinfärbung

verlängerte Prothrombinzeit

Nebenwirkungen nur bei Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung berichtet

Nebenwirkungen nur bei der Formulierung langsam freisetzende Tabletten berichtet

Nebenwirkungen nur bei der Formulierung Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen

berichtet

Nebenwirkungen nur bei der Formulierung sofort freisetzende Tablette berichtet

Es können eventuell auch Nebenwirkungen auftreten, die Sie nicht merken, wie beispielsweise

Veränderungen der Anzahl gewisser Blutzellen, anderer Blutbestandteile oder von Leberenzymen. Zur

Kontrolle wird Ihr Arzt möglicherweise eine Blutuntersuchung durchführen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Clarithromycin AbZ aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Nicht über 25 °C aufbewahren. Das Behältnis im Umkarton aufbewahren. Nicht in ein anderes

Behältnis überführen.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Blisterpackung und dem Umkarton nach

„Verwendbar bis“ angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich

auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Clarithromycin AbZ enthält

Der Wirkstoff ist Clarithromycin.

Jede Filmtablette enthält 500 mg Clarithromycin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.),

Mikrokristalline Cellulose, Povidon (K30), Magnesiumhydroxid, Croscarmellose-Natrium,

Hochdisperses Siliciumdioxid, Stearinsäure (Ph. Eur.), Magnesiumstearat (Ph. Eur.), Hypromellose

(E 464), Titandioxid (E 171), Macrogol 400, Tartrazin-Aluminiumsalz (E 102), Allurarot-

Aluminiumsalz (E 129), Indigocarmin-Aluminiumsalz (E 132), Vanillin.

Wie Clarithromycin AbZ aussieht und Inhalt der Packung

Hellgelbe, ovale Filmtablette mit der Prägung „93“ auf der einen Seite und „7158“ auf der anderen

Seite

Clarithromycin AbZ

ist erhältlich in der Packungsgröße 14 Filmtabletten.

Pharmazeutischer Unternehmer

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

oder:

TEVA Pharmaceutical Works Private Limited Company

- Teva Gyógyszergyár Zrt. -

Pallagi út 13

4042 DEBRECEN

UNGARN

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR)

unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Belgien:

CLARITHROMYCINE TEVA 500 mg FILMTABLETTEN/COMPRIMÉS

PELLICULÉS/FILMOMHULDE TABLETTEN

Deutschland:

Clarithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

Italien:

Claritromicina Teva 500 mg compresse rivestite con film

Litauen:

Clarithromycin-Teva 500 mg plėvele dengtos tabletės

Norwegen:

Clarithromycin Teva 500 mg tabletter, filmdrasjerte

Österreich:

Clarithromycin ratiopharm GmbH 500 mg Filmtabletten

Tschechische Republik:

Clarithromycin - Teva 500 mg

Vereinigtes Königreich:

Clarithromycin 500 mg Film-Coated Tablets

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Februar 2018.

A

Z-Pharma wünscht Ihnen gute Besserung!

Versionscode: Z08

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Clarithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

Clarithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Clarithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten:

Jede Filmtablette enthält 250 mg Clarithromycin.

Clarithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten:

Jede Filmtablette enthält 500 mg Clarithromycin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung:

Clarithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 0,297 Tartrazin-Aluminiumsalz (E 102) und 0,003 mg Allurarot-

Aluminiumsalz (E 129).

Clarithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 0,135 Tartrazin-Aluminiumsalz (E 102) und 0,009 mg Allurarot-

Aluminiumsalz (E 129).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Clarithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten:

Gelbe, ovale Filmtablette mit der Prägung "93" auf der einen Seite und "7157" auf der anderen

Seite.

Clarithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten:

Hellgelbe, ovale Filmtablette mit der Prägung "93" auf der einen Seite und "7158" auf der anderen

Seite.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Clarithromycin ist indiziert zur Behandlung folgender, durch Clarithromycin-empfindliche

Bakterien verursachter, akuter und chronischer bakterieller Infektionen:

Infektionen des oberen Respirationstraktes, wie Pharyngitis und Sinusitis

Infektionen des unteren Respirationstraktes, wie akute neuerliche Verschlimmerung

chronischer Bronchitis und ambulant erworbener Pneumonie

leichte bis mittelschwere Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes

In geeigneter Kombination mit antibakteriellen therapeutischen Regimen und einem geeignetem

Ulcustherapeutikum zur Eradikation von

H. pylori

bei Patienten mit

H.-pylori-

assoziierten Ulzera.

Siehe Abschnitt 4.2.

Offizielle Richtlinien für den sachgemäßen Gebrauch von Antibiotika sollten berücksichtigt

werden.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Dosierung von Clarithromycin ist abhängig vom klinischen Zustand des Patienten und muss in

jedem Fall durch den behandelnden Arzt festgelegt werden.

Es stehen Filmtabletten mit 250 mg und 500 mg zur Verfügung.

Dosierung

Erwachsene und Jugendliche

Die empfohlene Dosis beträgt zweimal täglich 250 mg.

Bei schweren Infektionen kann die Dosis bis auf zweimal täglich 500 mg erhöht werden.

Bei Infektionen des Respirationstraktes bleibt Penicillin aufgrund der hohen Anzahl an Resistenzen

einiger Krankheitserreger (z. B.

S. pneumoniae

) das Antibiotikum der ersten Wahl. Clarithromycin

kann bei Patienten mit bekannter Überempfindlichkeit gegen Penicillin oder wenn Penicillin aus

anderen Gründen nicht eingesetzt werden kann, angewendet werden.

Besondere Patientengruppen

Kinder und Jugendliche

Für Clarithromycin, orale Suspension für die Anwendung bei Kindern, wurden klinische Studien

für Kinder ab 6 Monate bis zu 12 Jahren durchgeführt. Daher sollte bei Kindern unter 12 Jahren die

orale Suspension für die Anwendung bei Kindern (Granulat zur Herstellung einer Suspension zum

Einnehmen) angewendet werden. Es liegen keine ausreichenden Daten zur Empfehlung eines

Dosierungsschemas zur Anwendung einer intravenösen Darreichungsform von Clarithromycin bei

Patienten im Alter von unter 18 Jahren vor.

Clarithromycin Filmtabletten sind nicht für Kinder unter 12 Jahren und einem Körpergewicht von

weniger als 30 kg geeignet. Für diese Patienten sind andere Darreichungsformen besser geeignet.

Ältere Patienten

Es gilt die für Erwachsene übliche Dosierung.

Eradikation von H. pylori bei Erwachsenen

Bei Patienten mit peptischen Ulzera infolge einer Infektion mit

H. pylori

kann Clarithromycin in

einer Dosierung von zweimal täglich 500 mg in Kombination mit einer anderen geeigneten

antimikrobiellen Behandlung und Protonenpumpenhemmern angewendet werden.

Nierenfunktionsstörungen

Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen und einer Kreatinin-Clearance von weniger als

30 ml/min sollte eine Dosisreduzierung um die Hälfte vorgenommen werden, z. B. einmal täglich

250 mg oder bei schweren Infektionen zweimal täglich 250 mg. Bei diesen Patienten sollte die

Dauer der Behandlung 14 Tage nicht überschreiten.

Dauer der Behandlung

Die Dauer der Behandlung mit Clarithromycin ist abhängig vom klinischen Bild des Patienten und

sollte in jedem Fall durch den behandelnden Arzt festgelegt werden.

Die übliche Behandlungsdauer beträgt 6 - 14 Tage

Die Behandlung sollte nach Abklingen der Symptome mindestens noch 2 Tage weitergeführt

werden

Bei Infektionen, die durch

Streptococcus pyogenes

(Beta-haemolysierende Streptokokken der

Gruppe A) hervorgerufen werden, sollte die Behandlung mindestens 10 Tage betragen.

Eine Kombinationstherapie zur Eradikation von

H. pylori

, z. B. mit zweimal täglich 500 mg

Clarithromycin (2 Filmtabletten mit 250 mg oder 1 Filmtablette mit 500 mg) in Kombination mit

zweimal täglich 1.000 mg Amoxicillin und zweimal täglich 20 mg Omeprazol, sollte über 7 Tage

erfolgen.

Art der Anwendung

Clarithromycin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden (siehe Abschnitt 5.2).

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, andere Makrolide oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile

Gleichzeitige Einnahme von Clarithromycin mit Ergotamin oder Dihydroergotamin, da eine

Ergotoxizität ausgelöst werden kann

Die gleichzeitige Einnahme von Clarithromycin mit einem der folgenden Wirkstoffe ist

kontraindiziert: Astemizol, Cisaprid, Pimozid, Terfenadin, da eine QT-Intervallverlängerung

und kardiale Arrhythmien, einschließlich ventrikulärer Tachykardie, Kammerflimmern und

Torsades de pointes ausgelöst werden können (siehe Abschnitt 4.5).

Hypokaliämie (Risiko einer QT-Verlängerung)

Clarithromycin darf nicht gleichzeitig mit HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statinen)

eingenommen werden, die weitgehend durch CYP3A4 metabolisiert werden (Lovastatin oder

Simvastatin), weil dadurch ein zunehmendes Risiko einer Myopathie, einschließlich

Rhabdomyolyse, besteht (siehe Abschnitt 4.5)

Patienten mit QT-Verlängerung (kongenitale oder dokumentierte erworbene QT-Verlängerung)

und ventrikulären Arrhythmien, einschließlich Torsade-de-pointes-Tachykardie in der Anamnese

(siehe Abschnitte 4.4 und 4.5)

Schwere Leberinsuffizienz in Kombination mit einer Nierenfunktionsbeeinträchtigung

Gleichzeitige Einnahme mit Ticagrelor oder Ranolazin

Wie andere starke CYP3A4-Inhibitoren darf Clarithromycin nicht bei Patienten, die Colchicin

einnehmen, eingesetzt werden.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Der Arzt sollte Clarithromycin schwangeren Frauen – vor allem während der ersten drei

Schwangerschaftsmonate – nicht ohne sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung verschreiben (siehe

Abschnitt 4.6).

Leberinsuffizienz

Clarithromycin wird hauptsächlich über die Leber ausgeschieden. Daher ist bei der Anwendung

von Clarithromycin an Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion Vorsicht geboten. Bei der

Anwendung von Clarithromycin an Patienten mit mäßiger bis schwerer Nierenfunktionsstörung ist

ebenfalls Vorsicht geboten.

Es liegen Berichte zu Fällen mit tödlichem Leberversagen vor (siehe Abschnitt 4.8). Manche Patienten

hatten möglicherweise eine vorbestehende Lebererkrankung oder nahmen andere hepatotoxische

Arzneimittel ein. Patienten sind anzuhalten, die Behandlung abzubrechen und bei Auftreten von

Anzeichen und Symptomen einer Lebererkrankung, wie Anorexie, Ikterus, dunkler Urin, Pruritus oder

Druckempfindlichkeit im Oberbauch, einen Arzt aufzusuchen.

Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz ist Vorsicht angezeigt (siehe Abschnitt 4.2).

Wie bei anderen Antibiotika sollte bei schlechter Nierenfunktion die Dosis von Clarithromycin,

abhängig von der Schwere der Funktionsstörung, entsprechend verringert werden (siehe Abschnitt

4.2). Bei älteren Patienten sollte die Möglichkeit einer Einschränkung der Nierenfunktion in

Betracht gezogen werden.

Kreuzreaktion und Kreuzallergie mit anderen Antibiotika

Eine Antibiotikabehandlung, wie z. B. mit Clarithromycin, bei einer

H.-pylori-

Infektion kann zu

einer Selektion substanz-resistenter Organismen führen.

Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Lincomycin oder Clindamycin können auch

überempfindlich gegenüber Clarithromycin sein. Daher ist bei der Verschreibung von

Clarithromycin bei diesen Patienten Vorsicht geboten.

Ebenfalls ist auf eine mögliche Kreuzresistenz zwischen Clarithromycin und anderen Makrolid-

Antibiotika sowie zwischen Clarithromycin und Lincomycin oder Clindamycin zu achten.

Eine verlängerte Anwendung von Clarithromycin kann, wie auch bei anderen Antibiotika, zu

Superinfektionen durch unempfindliche Erreger führen. Im Falle einer Superinfektion sollte eine

geeignete Therapie eingeleitet werden.

Das Auftreten einer pseudomembranösen Colitis, deren Schweregrad von leicht bis lebensbedrohlich

reichen kann, wurde nahezu bei allen Antibiotika, einschließlich Makroliden, berichtet. Im

Zusammenhang mit der Anwendung von nahezu allen Antibiotika, einschließlich Clarithromycin,

wurde über eine durch

Clostridium difficile

induzierte Diarrhoe (CDAD) berichtet, deren Schweregrad

von leichter Diarrhoe bis zur letalen Colitis reichen kann. Eine Behandlung mit Antibiotika beeinflusst

die normale Darmflora, was zu einer Überwucherung mit

C. difficile

führen kann. Bei Auftreten von

Diarrhoe nach Anwendung von Antibiotika sollte bei allen Patienten eine CDAD in Betracht gezogen

werden. Eine sorgfältige Anamneseerhebung ist notwendig, da Berichte von CDAD-Fällen vorliegen,

welche mehr als zwei Monate nach einer Antibiotika-Verabreichung auftraten. Daher sollte ungeachtet

der Indikationsstellung ein Abbruch der Behandlung mit Clarithromycin erwogen, eine mikrobielle

Untersuchung durchgeführt und eine entsprechende Therapie eingeleitet werden. Peristaltikhemmende

Arzneimittel sind zu vermeiden.

Wie auch von anderen Makroliden bekannt ist, kann Clarithromycin eine erneute Verschlimmerung

oder Verstärkung von Myasthenia gravis hervorrufen und sollte daher mit Vorsicht bei Patienten

mit Myasthenia gravis angewendet werden.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Nach der Markteinführung wurde bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Colchicin

vor allem bei älteren Patienten sowie bei Patienten mit Niereninsuffizienz über eine

Colchicinintoxikation berichtet. Bei einigen dieser Patienten wurden Todesfälle gemeldet (siehe

Abschnitt 4.5). Die gleichzeitige Verabreichung von Colchicin und Clarithromycin ist kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3).

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin und Triazolobenzodiazepinen, wie Triazolam

und Midazolam, ist Vorsicht geboten (siehe Abschnitt 4.5).

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin mit anderen ototoxischen Arzneimitteln, vor

allem mit Aminoglykosiden, ist Vorsicht geboten. Während und im Anschluss an die Behandlung

sollten Gleichgewichtssinn und Hörfähigkeit kontrolliert werden.

Kardiovaskuläre Ereignisse

Bei der Behandlung mit Makroliden, einschließlich Clarithromycin, wurde eine Verlängerung der

kardialen Repolarisation und des QT-Intervalls mit dem Risiko Herzrhythmusstörungen und Torsade

de pointes zu entwickeln, beobachtet (siehe Abschnitt 4.8). Da folgende Situationen zu einem erhöhten

Risiko für ventrikuläre Herzrhythmusstörungen (einschließlich Torsade de pointes) führen können,

sollte Clarithromycin bei den folgenden Patienten mit Vorsicht angewendet werden:

Patienten mit koronarer Herzkrankheit, schwerer Herzinsuffizienz, Erregungsleitungsstörungen

oder klinisch relevanter Bradykardie

Patienten mit Elektrolytstörungen, wie z. B. Hypomagnesiämie. Patienten mit Hypokaliämie darf

kein Clarithromycin verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.3)

Patienten, die gleichzeitig andere Arzneimittel anwenden, die eine Verlängerung des QT-Intervalls

hervorrufen können (siehe Abschnitt 4.5)

Die Verabreichung von Astemizol, Cisaprid, Pimozid oder Terfenadin zusammen mit

Clarithromycin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3)

Clarithromycin darf nicht bei Patienten mit kongenitaler oder dokumentierter erworbener QT-

Verlängerung oder ventrikulären Herzrhythmusstörungen in der Anamnese angewendet werden

(siehe Abschnitt 4.3).

Epidemiologische Studien zur Untersuchung des Risikos von unerwünschten kardiovaskulären

Ereignissen bei der Verabreichung von Makroliden haben unterschiedliche Ergebnisse gezeigt. Einige

Beobachtungsstudien haben ein seltenes, kurzzeitiges Risiko für Arrhythmien, Myokardinfarkte und

kardiovaskuläre Mortalität bei der Verabreichung von Makroliden, einschließlich Clarithromycin,

nachgewiesen. Diese Zusammenhänge sollten bei der Verschreibung von Clarithromycin im Rahmen

der Nutzen-Risiko-Bewertung berücksichtigt werden.

Pneumonie

Angesichts der sich abzeichnenden Resistenzbildung von

Streptococcus pneumoniae

gegen Makrolide,

ist die Durchführung von Sensitivitätstests bei der Verschreibung von Clarithromycin bei ambulant

erworbener Pneumonie wichtig. Bei nosokomialer Pneumonie sollte Clarithromycin zusammen mit

weiteren geeigneten Antibiotika verabreicht werden.

Haut- und Weichteilinfektionen leichten bis mittelschweren Schweregrades

Diese Infektionen werden meist durch

Staphylococcus aureus

Streptococcus pyogenes

verursacht,

die beide resistent gegen Makrolide sein können. Aus diesem Grund ist die Durchführung von

Sensitivitätstests von Bedeutung. Falls Betalaktam-Antibiotika nicht eingesetzt werden können (z. B.

aufgrund einer Allergie), stellen anderen Antibiotika, wie Clindamycin, eventuell das Arzneimittel der

ersten Wahl dar. Derzeit wird Makroliden nur eine Rolle bei einigen Haut- und Weichteilinfektionen,

wie beispielsweise bei durch

Corynebacterium minutissimum

verursachten Infektionen, Akne vulgaris

und Erysipel sowie in Fällen, in denen kein Penicillin eingesetzt werden kann, zugeschrieben.

Im Falle schwerer akuter Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Anaphylaxie, schweren

arzneimittelinduzierten Hautreaktionen (SCAR) (z. B. akute generalisierte exanthematische Pustulose

[AGEP], Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermaler Nekrolyse und Arzneimittelexanthem mit

Eosinophilie und systemischen Symptomen [DRESS-Syndrom]) sollte die Behandlung mit

Clarithromycin unverzüglich abgesetzt und dringlich eine geeignete Behandlung eingeleitet werden.

Clarithromycin sollte mit Vorsicht angewendet werden, wenn es gleichzeitig mit Arzneimitteln, die

das Cytochrom-Enzym CYP3A4 induzieren (siehe Abschnitt 4.5), verabreicht wird.

Clarithromycin hemmt das Enzym CYP3A4. Eine gleichzeitige Anwendung mit anderen

Arzneimitteln, die in großem Ausmaß durch dieses Enzym metabolisiert werden, sollte auf

Situationen beschränkt werden, in denen dies eindeutig angezeigt ist (siehe Abschnitt 4.5).

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine)

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und Lovastatin oder Simvastatin ist kontraindiziert

(siehe Abschnitt 4.3). Vorsicht ist geboten, wenn Clarithromycin und andere Statine gleichzeitig

verordnet werden. Es wurde von Patienten mit Rhabdomyolyse berichtet, die Clarithromycin und

Statine gleichzeitig einnahmen. Die Patienten sollten bezüglich Anzeichen und Symptome einer

Myopathie beobachtet werden. In Fällen in denen eine gleichzeitige Gabe von Clarithromycin und

Statinen nicht vermieden werden kann, wird empfohlen, die niedrigste zugelassene Dosierung des

Statins zu verordnen. Die Verwendung eines anderen Statins, das nicht von der CYP3A-

Metabolisierung abhängig ist (z. B. Fluvastatin), kann in Betracht gezogen werden (siehe Abschnitt

4.5).

Orale Antidiabetika/Insulin

Die gleichzeitige Einnahme von Clarithromycin und oralen Antidiabetika (wie Sulfonylharnstoffen)

und/oder Insulin kann zu signifikanten Hypoglykämien führen. Es wird eine sorgfältige Überwachung

des Blutzuckerspiegels empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Orale Antikoagulanzien

Bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin und Warfarin besteht die Gefahr

schwerwiegender Blutungen und eines drastischen Anstiegs der International Normalised Ratio (INR)

sowie einer Verlängerung der Prothrombinzeit (siehe Abschnitt 4.5). Unter gleichzeitiger Therapie mit

Clarithromycin und oralen Antikoagulanzien sollten die INR und Prothrombinzeit häufig kontrolliert

werden.

Tartrazin-Aluminiumsalz und Allurarot-Aluminiumsalz

Dieses Arzneimittel enthält Tartrazin und Allurarot, die allergieartige Reaktionen hervorrufen

können.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die Anwendung folgender Arzneimittel ist aufgrund möglicher schwerer

Arzneimittelwechselwirkungen streng kontraindiziert

Cisaprid, Pimozid, Astemizol und Terfenadin

Bei Patienten unter gleichzeitiger Behandlung mit Clarithromycin und Cisaprid wurde über eine

Erhöhung der Cisaprid-Spiegel berichtet. Dies kann zu einer QT-Verlängerung und Arrhythmien,

einschließlich ventrikulärer Tachykardie, Kammerflimmern und Torsade-de-pointes-Tachykardie,

führen. Ähnliche Wirkungen wurden bei Patienten beobachtet, die gleichzeitig Clarithromycin und

Pimozid einnahmen (siehe Abschnitt 4.3).

Berichten zufolge kam es unter Makroliden zu einer Veränderung des Metabolismus von Terfenadin

und in der Folge zu erhöhten Spiegeln von Terfenadin, was gelegentlich mit Arrhythmien, wie QT-

Verlängerung, ventrikulärer Tachykardie, Kammerflimmern und Torsade-de-pointes-Tachykardie, in

Zusammenhang gebracht wurde (siehe Abschnitt 4.3). In einer Studie bei 14 gesunden Probanden

führte die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin und Terfenadin zu einem zwei- bis

dreifachen Anstieg des Serumspiegels des sauren Metaboliten von Terfenadin und zur Verlängerung

des QT-Intervalls, was aber keine klinisch nachweisbaren Auswirkungen hatte. Ähnliche Wirkungen

wurden unter gleichzeitiger Verabreichung mit Astemizol und anderen Makroliden beobachtet.

Ergotamin/Dihydroergotamin

Berichte nach der Markteinführung weisen darauf hin, dass die Kombinationstherapie mit

Clarithromycin und Ergotamin sowie mit Clarithromycin und Dihydroergotamin mit akuter

Ergotamintoxizität, charakterisiert durch Vasospasmus und Ischämien in den Extremitäten und

anderen Geweben, einschließlich des zentralen Nervensystems, einhergeht. Die gleichzeitige

Verabreichung von Clarithromycin und diesen Wirkstoffen ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine)

Die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin und Lovastatin oder Simvastatin ist

kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3), da diese Statine weitgehend durch CYP3A4 metabolisiert

werden und eine gleichzeitige Behandlung mit Clarithromycin ihre Plasmakonzentration erhöht,

wodurch das Risiko einer Myopathie, einschließlich Rhabdomyolyse, zunimmt. Es wurde von

Patienten mit Rhabdomyolyse berichtet, die eine gleichzeitige Gabe von Clarithromycin und diesen

Statinen erhielten. Falls eine Behandlung mit Clarithromycin nicht vermieden werden kann, muss

eine Therapie mit Lovastatin und Simvastatin während des Behandlungszeitraumes ausgesetzt

werden.

Vorsicht ist geboten, wenn Clarithromycin und Statine gleichzeitig verordnet werden. In Fällen, in

denen eine gleichzeitige Gabe von Clarithromycin und Statinen nicht vermieden werden kann, wird

empfohlen, die niedrigste zugelassene Dosierung des Statins zu verordnen. Die Verwendung eines

anderen Statins, das nicht von der CYP3A-Metabolisierung abhängig ist (z. B. Fluvastatin), kann in

Betracht gezogen werden. Die Patienten sollten bezüglich Anzeichen und Symptome einer

Myopathie beobachtet werden.

Colchicin

Colchicin ist ein Substrat für CYP3A sowie für den Effluxtransporter P-Glykoprotein (P-gp).

Clarithromycin und andere Makrolide hemmen bekannterweise CYP3A und P-gp. Bei gleichzeitiger

Gabe von Clarithromycin und Colchicin kann die Hemmung von P-gp und/oder CYP3A durch

Clarithromycin zu einer gesteigerten Exposition gegenüber Colchicin führen (siehe Abschnitte 4.3 und

4.4).

Die gleichzeitige Einnahme von Ticagrelor oder Ranolazin ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

Wirkung anderer Arzneimittel auf Clarithromycin Filmtabletten

CYP3A-induzierende Arzneimittel (z. B. Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin, Phenobarbital,

Johanniskraut) können den Metabolismus von Clarithromycin induzieren. Dies kann zu

subtherapeutischen Clarithromycin-Spiegeln und somit zu einer verminderten Wirksamkeit führen.

Darüber hinaus kann es erforderlich sein, die Plasmaspiegel des CYP3A-Induktors zu überwachen, da

diese aufgrund der Hemmung von CYP3A durch Clarithromycin erhöht sein können (siehe auch

aktuelle Fachinformation des verabreichten CYP3A4-Inhibitors). Die gleichzeitige Anwendung von

Clarithromycin und Rifabutin führte zu einer Erhöhung der Rifabutin- bzw. einer Senkung der

Clarithromycin-Serumwerte, was wiederum zu einem erhöhten Uveitis-Risiko führt.

Clarithromycin wird durch das Enzym CYP3A4 metabolisiert. Daher können starke Inhibitoren dieses

Enzyms die Verstoffwechselung von Clarithromycin hemmen, was zu einer erhöhten

Plasmakonzentration von Clarithromycin führt.

Von den folgenden Arzneimitteln ist bekannt bzw. wird vermutet, dass sie die Serumkonzentration

von Clarithromycin beeinflussen. Eine Anpassung der Dosierung von Clarithromycin oder eine

alternative Behandlung ist gegebenenfalls erforderlich.

Efavirenz, Nevirapin, Rifampicin, Rifabutin und Rifapentin

Starke Induktoren des Cytochrom-P450-Stoffwechselsystems, wie z. B. Efavirenz, Nevirapin,

Rifampicin, Rifabutin und Rifapentin, können die Verstoffwechselung von Clarithromycin

beschleunigen und damit die Plasmaspiegel von Clarithromycin senken, wohingegen die

Plasmaspiegel des ebenfalls mikrobiologisch aktiven Metaboliten 14-OH-Clarithromycin erhöht

werden. Da die mikrobiologische Aktivität von Clarithromycin und 14-OH-Clarithromycin bei

unterschiedlichen Bakterien verschieden ist, kann der erwünschte Therapieerfolg durch die

gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin und Enzyminduktoren beeinträchtigt werden.

Etravirin

Die Clarithromycinspiegel wurden durch Etravirin verringert; die Konzentrationen des aktiven

Metaboliten 14-OH-Clarithromycin waren jedoch erhöht. Da 14-OH-Clarithromycin eine verringerte

Aktivität gegenüber Mycobacterium-avium-Complex (MAC) aufweist, ist die Aktivität gegen dieses

Pathogen insgesamt verändert. Daher sollten zur Behandlung des MAC Alternativen zu

Clarithromycin in Betracht gezogen werden.

Fluconazol

Durch die gleichzeitige Einnahme von Fluconazol 200 mg täglich mit Clarithromycin 500 mg zweimal

täglich wurden bei 21 gesunden Probanden die mittlere Minimalkonzentration von Clarithromycin im

Steady state

) um 33 % und die Fläche unter der Kurve (AUC) um 18 % erhöht. Die

Steady-state

Konzentrationen des aktiven Metaboliten 14-OH-Clarithromycin wurden durch die gleichzeitige

Verabreichung von Fluconazol nicht signifikant beeinflusst. Eine Dosisanpassung von Clarithromycin

ist nicht notwendig.

Bei der gleichzeitigen Anwendung mit Antaziden oder Ranitidin können erhöhte

Plasmakonzentrationen von Clarithromycin auftreten. Eine Dosisanpassung ist nicht erforderlich.

Ritonavir

Eine pharmakokinetische Studie zeigte, dass die gleichzeitige Gabe von 200 mg Ritonavir alle 8

Stunden und 500 mg Clarithromycin alle 12 Stunden in einer deutlichen Hemmung des

Clarithromycin-Metabolismus resultiert. Die maximale Konzentration von Clarithromycin (C

stieg um 31 %, die minimale Konzentration (C

) von Clarithromycin stieg um 182 % und die

AUC stieg um 77 % bei der gleichzeitigen Anwendung von Ritonavir. Eine im Wesentlichen

vollständige Inhibierung der Bildung von 14-OH-Clarithromycin wurde beobachtet. Aufgrund der

großen therapeutischen Breite von Clarithromycin ist eine Dosisreduzierung bei Patienten mit

normaler Nierenfunktion nicht notwendig. Jedoch sollen die folgenden Dosisanpassungen für

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion in Betracht gezogen werden: Bei Patienten mit einer

Kreatinin-Clearance von 30 bis 60 ml/min sollte die Dosierung von Clarithromycin um 50 %

reduziert werden. Bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von < 30ml/min sollte die Dosierung

von Clarithromycin um 75 % verringert werden. Clarithromycin-Dosierungen von > 1 g/Tag sollen

nicht gleichzeitig mit Ritonavir verabreicht werden.

Ähnliche Dosisanpassungen sollten bei Patienten mit verminderter Nierenfunktion erwogen werden,

bei denen Ritonavir zur Verbesserung der Pharmakokinetik zusammen mit anderen HIV-Protease-

Hemmern, einschließlich Atazanavir und Saquinavir (siehe Abschnitt unten „Bidirektionale

Arzneimittelwechselwirkungen“), verabreicht wird.

Die Wirkung von Clarithromycin auf andere Arzneimittel

CYP3A-basierte Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Verabreichung von Clarithromycin – einem bekannten CYP3A-Hemmer – und

Arzneimitteln, die primär über CYP3A verstoffwechselt werden, kann unter Umständen zu einer

Erhöhung der Plasmaspiegel dieser Arzneimittel führen, was zu einer Verstärkung und Verlängerung

der therapeutischen wie auch der unerwünschten Wirkungen der Begleitmedikation führen kann.

Clarithromycin ist bei Patienten, die mit anderen Arzneimitteln behandelt werden, welche ein

bekanntes Substrat für das Enzym CYP3A sind, mit Vorsicht anzuwenden, insbesondere wenn das

CYP3A-Substrat eine enge therapeutische Breite (z. B. Carbamazepin) aufweist und/oder das Substrat

sehr stark durch dieses Enzym verstoffwechselt wird.

Bei Patienten, die gleichzeitig Clarithromycin erhalten, sind gegebenenfalls Dosisanpassungen in

Betracht zu ziehen, und – sofern möglich – die Serumkonzentrationen der Arzneimittel, die primär

über CYP3A verstoffwechselt werden, zu überwachen.

Von den folgenden Arzneimitteln bzw. Arzneimittelklassen ist bekannt bzw. wird vermutet, dass sie

durch dasselbe CYP3A-Isoenzym verstoffwechselt werden: Alprazolam, Astemizol, Carbamazepin,

Cilostazol, Cisaprid, Ciclosporin, Disopyramid, Ergotaminalkaloide, Lovastatin, Methylprednisolon,

Midazolam, Omeprazol, orale Antikogulanzien (z. B. Warfarin, siehe Abschnitt 4.4), atypische

Antipsychotika (z. B. Quetiapin), Pimozid, Chinidin, Rifabutin, Sildenafil, Simvastatin, Tacrolimus,

Terfenadin, Triazolam und Vinblastin; aber diese Liste ist nicht vollständig. Zu Arzneimitteln mit

Wechselwirkungen aufgrund ähnlicher Mechanismen, die von anderen Isoenzymen innerhalb des

Cytochrom-P450-Systems verstoffwechselt werden, gehören Phenytoin, Theophyllin und Valproat.

Antiarrhythmika

Nach gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Chinidin oder Disopyramid wurde über

Torsade-de-pointes-Tachykardie berichtet. Bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin

mit diesen Arzneimitteln sollten Elektrokardiogramme auf eine QT-Verlängerung kontrolliert

werden. Unter Behandlung mit Clarithromycin sollten die Serumkonzentrationen von Chinidin und

Disopyramid überwacht werden.

Es liegen Post-Marketing-Berichte über Hypoglykämien bei gleichzeitiger Anwendung von

Clarithromycin und Disopyramid vor. Daher sollten die Blutzuckerspiegel während der

gleichzeitigen Anwendung von Clarithromycin und Disopyramid beobachtet werden.

Orale Antidiabetika/Insulin

Bei gleichzeitiger Einnahme mit bestimmten Antidiabetika wie Nateglinid und Repaglinid kann

eine Hemmung des CYP3A-Enzyms durch Clarithromycin auftreten und eine Hypoglykämie

auslösen. Es wird eine sorgfältige Überwachung des Blutzuckerspiegels empfohlen.

Omeprazol

Clarithromycin (500 mg alle 8 Stunden) wurde gemeinsam mit Omeprazol (40 mg täglich) bei

gesunden erwachsenen Probanden verabreicht. Die

Steady-state

-Plasmakonzentrationen von

Omeprazol wurden durch die gleichzeitige Anwendung von Clarithromycin erhöht (Erhöhung der

um 30 %, Anstieg der AUC

0–24

um 89 % und Verlängerung der t

um 34 %). Der

durchschnittliche gastrische pH-Wert über 24 Stunden lag nach alleiniger Omeprazol-

Verabreichung bei 5,2 und nach kombinierter Anwendung mit Clarithromycin bei 5,7.

Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil

Diese Phosphodiesterase-Hemmer werden zumindest teilweise durch CYP3A metabolisiert, wobei

CYP3A durch gleichzeitig verabreichtes Clarithromycin gehemmt werden kann. Die gleichzeitige

Verabreichung von Clarithromycin mit Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil führt vermutlich zu

einer erhöhten Exposition gegenüber diesen Phosphodiesterase-Hemmern. Eine Dosisreduktion

von Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil sollte bei gleichzeitiger Verabreichung dieser Arzneimittel

mit Clarithromycin in Betracht gezogen werden.

Theophyllin, Carbamazepin

Ergebnisse von klinischen Studien weisen darauf hin, dass es nach Verabreichung eines dieser

Arzneimittel in Kombination mit Clarithromycin zu einem mäßigen, aber statistisch signifikanten

(p ≤ 0,05) Anstieg der Serumkonzentrationen von Theophyllin und Carbamazepin kam.

Gegebenenfalls sollte eine Dosisreduzierung erwogen werden.

Tolterodin

Der primäre Weg der Metabolisierung für Tolterodin erfolgt über das 2D6-Isoenzym des

Cytochroms P450 (CYP2D6). In einer Populationsuntergruppe ohne CYP2D6 verläuft der

gefundene Metabolisierungsweg allerdings über CYP3A. In dieser Populationsuntergruppe führt

die Hemmung von CYP3A zu einer signifikant höheren Tolterodin-Serumkonzentration. Bei

schlechten CYP2D6-Metabolisierern kann eine Reduzierung der Tolterodin-Dosierung in

Anwesenheit von CYP3A-Hemmern, wie z. B. Clarithromycin, notwendig sein.

Triazolobenzodiazepine (z. B. Alprazolam, Midazolam, Triazolam)

Bei gleichzeitiger Gabe von Midazolam mit Clarithromycin-Tabletten (500 mg zweimal täglich)

stieg die AUC von Midazolam nach intravenöser Gabe um das 2,7-Fache und nach oraler Gabe um

das 7-Fache an. Die gleichzeitige Gabe von oralem Midazolam und Clarithromycin sollte

vermieden werden. Wird während der Clarithromycintherapie auch Midazolam intravenös

verabreicht, muss der Patient engmaschig überwacht werden, damit die Dosierung angepasst

werden kann. Dieselben Vorsichtsmaßnahmen gelten auch bei der Verabreichung von anderen

Benzodiazepinen, die über CYP3A verstoffwechselt werden, einschließlich Triazolam und

Alprazolam. Bei Benzodiazepinen, deren Elimination nicht von CYP3A abhängig ist (Temazepam,

Nitrazepam, Lorazepam), ist eine klinisch relevante Wechselwirkung mit Clarithromycin

unwahrscheinlich.

Nach Markteinführung wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin und Triazolam

über Arzneimittelwechselwirkungen und Störungen des Zentralnervensystems (z. B. Somnolenz

und Verwirrung) berichtet. Eine Beobachtung des Patienten auf vermehrte pharmakologische

Effekte im ZNS wird empfohlen.

Ciclosporin, Tacrolimus und Sirolimus

Die gleichzeitige Anwendung von oralem Clarithromycin und Ciclosporin oder Tacrolimus führte

zu einem mehr als doppelten Anstieg der C

-Spiegel sowohl von Ciclosporin als auch von

Tacrolimus. Ähnliche Effekte werden auch für Sirolimus erwartet. Wird eine Behandlung mit

Clarithromycin bei Patienten, die bereits einen dieser immunsuppressiven Wirkstoffe erhalten,

begonnen, müssen die Plasmaspiegel von Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus engmaschig

kontrolliert werden und die Dosen, wenn notwendig, verringert werden. Wenn Clarithromycin bei

diesen Patienten wieder abgesetzt wird, ist erneut eine engmaschige Kontrolle der Plasmaspiegel

von Ciclosporin, Tacrolimus oder Sirolimus notwendig, um eine geeignete Dosierung festzulegen.

Warfarin

Die Anwendung von Clarithromycin bei Patienten, die Warfarin erhalten, kann zu einer

Potenzierung der Wirkung von Warfarin führen. Die Prothrombinzeit sollte bei diesen Patienten

häufig überwacht werden.

Andere Arzneimittelwechselwirkungen

Aminoglykoside

Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Anwendung von Clarithromycin mit anderen ototoxischen

Medikamenten, besonders Aminoglykoside (siehe Abschnitt 4.4).

Digoxin

Digoxin ist vermutlich ein Substrat des Effluxtransporters P-Glykoprotein (P-gp). Clarithromycin ist

ein bekannter Hemmer des P-gp. Bei gleichzeitiger Gabe von Digoxin und Clarithromycin kann die

Hemmung von P-gp zu einer erhöhten Digoxinexposition führen. Im Rahmen der

Anwendungsbeobachtung nach Markteinführung wurde bei Patienten, die gleichzeitig Clarithromycin

und Digoxin erhielten, von erhöhten Digoxin-Serumkonzentrationen berichtet. Bei einigen Patienten

wurden klinische Symptome ähnlich einer Digoxinintoxikation festgestellt, einschließlich

möglicherweise letaler Arrhythmien. Bei Patienten, die gleichzeitig Digoxin und Clarithromycin

erhalten, sollten die Digoxin-Serumkonzentrationen sorgfältig überwacht werden.

Zidovudin

Die kombinierte orale Verabreichung von Clarithromycin-Tabletten und Zidovudin bei erwachsenen

HIV-Patienten kann eine verminderte

Steady-state

-Konzentration von Zidovudin zur Folge haben.

Clarithromycin scheint die Resorption von gleichzeitig oral verabreichtem Zidovudin zu

beeinträchtigen. Diese Wechselwirkung kann durch eine gestaffelte Einnahme von Clarithromycin und

Zidovudin im Abstand von 4 Stunden weitgehend vermieden werden. Diese Wechselwirkung scheint

bei HIV-infizierten Kindern und Jugendlichen, die Clarithromycin-Suspension zusammen mit

Zidovudin oder Dideoxyinosin einnahmen, nicht aufzutreten. Bei Verabreichung von Clarithromycin

als intravenöse Infusion ist das Auftreten dieser Wechselwirkung unwahrscheinlich.

Phenytoin und Valproat

Es gibt Spontanmeldungen und Publikationen über Wechselwirkungen von CYP3A-Hemmern,

einschließlich Clarithromycin, mit Arzneimitteln, welche nach derzeitigem Kenntnisstand nicht über

CYP3A verstoffwechselt werden (z. B. Phenytoin und Valproat). Wenn diese Arzneimittel gemeinsam

mit Clarithromycin verabreicht werden, empfiehlt sich die Bestimmung von Serumspiegeln. Erhöhte

Serumkonzentrationen wurden berichtet.

Bidirektionale Arzneimittelwechselwirkungen

Atazanavir

Sowohl Clarithromycin als auch Atazanavir sind CYP3A-Substrate und -Hemmer und es liegen

Hinweise auf eine bidirektionale Arzneimittelwechselwirkung vor. Die gleichzeitige Gabe von

Clarithromycin (500 mg 2-mal täglich) und Atazanavir (400 mg 1-mal täglich) führte zu einem 2-

fachen Anstieg der Clarithromycin-Exposition und zu einer 70%igen Reduktion der 14-OH-

Clarithromycin-Exposition mit einer Steigerung der AUC von Atazanavir um 28 %. Aufgrund der

großen therapeutischen Breite von Clarithromycin sollte bei Patienten mit normaler Nierenfunktion

keine Dosisreduktion nötig sein. Bei mäßig eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 30

bis 60 ml/min) sollte die Clarithromycin-Dosis um 50 % reduziert werden. Bei Patienten mit einer

Kreatinin-Clearance von < 30 ml/min sollte die Clarithromycin-Dosis unter Verwendung einer

entsprechenden Formulierung von Clarithromycin um 75 % reduziert werden. Clarithromycin-Dosen

von mehr als 1.000 mg pro Tag sollten nicht zusammen mit Proteasehemmern verabreicht werden.

Calciumkanalblocker

Aufgrund des Risikos einer Hypotonie ist Vorsicht bei Patienten geboten, die gleichzeitig

Clarithromycin und Calciumkanalblocker einnehmen, die durch CYP3A4 metabolisiert werden (z.

B. Verapamil, Amlodipin, Diltiazem). Die Plasmakonzentrationen von Clarithromycin und auch

von Calciumkanalblockern können aufgrund von Interaktionen erhöht werden. Hypotonie,

Bradyarrhythmie und Laktatazidose wurden in Patienten beobachtet, die gleichzeitig

Clarithromycin und Verapamil einnahmen.

Itraconazol

Sowohl Clarithromycin als auch Itraconazol sind CYP3A-Substrate und -Hemmer und führen zu einer

bidirektionalen Arzneimittelwechselwirkung: Clarithromycin kann die Plasmaspiegel von Itraconazol

erhöhen, während Itraconazol die Plasmaspiegel von Clarithromycin erhöhen kann. Patienten, die

gleichzeitig Itraconazol und Clarithromycin einnehmen, sollten auf Anzeichen oder Symptome einer

verstärkten oder verlängerten pharmakologischen Wirkung beobachtet werden.

Saquinavir

Sowohl Clarithromycin als auch Saquinavir sind CYP3A-Substrate und -Hemmer und es gibt

Hinweise auf eine bidirektionale Arzneimittelwechselwirkung. Die gleichzeitige Gabe von

Clarithromycin (500 mg 2-mal täglich) und Saquinavir (Weichgelatinekapsel, 1.200 mg 3-mal täglich)

bei 12 gesunden Probanden resultierte in

Steady-state

-AUC- und C

-Werten von Saquinavir, die um

177 % bzw. 187 % höher waren als unter alleiniger Gabe von Saquinavir. Die Werte für die AUC und

von Clarithromycin waren um ca. 40 % höher als unter alleiniger Gabe von Clarithromycin.

Werden beide Arzneimittel eine begrenzte Zeit in den untersuchten Dosierungen und

Darreichungsformen gleichzeitig eingenommen, ist keine Dosisanpassung notwendig. Beobachtungen

aus Arzneimittelwechselwirkungsstudien mit der Weichgelatinekapsel sind nicht unbedingt

übertragbar auf die Anwendung von Saquinavir-Hartgelatinekapseln. Beobachtungen aus

Arzneimittelwechselwirkungsstudien mit Saquinavir allein sind nicht unbedingt übertragbar auf die

Wirkungen, die unter Behandlung mit Saquinavir/Ritonavir zu beobachten sind. Wird Saquinavir

gleichzeitig mit Ritonavir verabreicht, ist die mögliche Wirkung von Ritonavir auf Clarithromycin zu

berücksichtigen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Die Sicherheit von Clarithromycin zur Anwendung während der Schwangerschaft ist nicht

nachgewiesen. Aufgrund unterschiedlicher Ergebnisse von Studien mit Mäusen, Ratten, Hasen und

Affen kann die Möglichkeit von negativen Auswirkungen auf die embryofötale Entwicklung nicht

ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund wird die Anwendung während der Schwangerschaft ohne

sorgfältige Abwägung von Nutzen und Risiko nicht empfohlen.

Stillzeit

Die Sicherheit von Clarithromycin zur Anwendung während der Stillzeit ist nicht nachgewiesen.

Clarithromycin wird mit der Muttermilch ausgeschieden. Daher können Diarrhöen und

Pilzinfektionen der Mucosa beim gestillten Säugling auftreten, so dass es notwendig werden kann,

das Stillen abzubrechen. Die Möglichkeit des Entstehens einer Allergie sollte in Betracht gezogen

werden. Bei der Behandlung sollte der Nutzen für die Mutter gegenüber dem möglichen Risiko für

den Säugling abgewogen werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt. Das Risiko von Benommenheit, Schwindel, Verwirrtheit

und Desorientierung, die im Zusammenhang mit dem Arzneimittel auftreten können, sollte

berücksichtigt werden, bevor der Patient ein Fahrzeug führt oder Maschinen bedient.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die häufigsten und üblichen unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit einer

Clarithromycintherapie bei Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen sind abdominale

Schmerzen, Diarrhoe, Übelkeit, Erbrechen und Dysgeusie. Diese unerwünschten Wirkungen sind

gewöhnlich leicht und decken sich mit dem bekannten Sicherheitsprofil von Makrolid-Antibiotika

(siehe „Tabellarische Zusammenfassung unerwünschter Wirkungen“).

Hinsichtlich der Inzidenz dieser gastrointestinalen unerwünschten Wirkungen gab es in klinischen

Studien keine wesentlichen Unterschiede zwischen der Patientenpopulation mit und ohne

vorbestehenden mykobakteriellen Infektionen.

Tabellarische Zusammenfassung unerwünschter Wirkungen

Die nachstehende Auflistung bildet die unerwünschten Wirkungen ab, die in klinischen Studien und

im Rahmen der Anwendung nach der Markteinführung von Clarithromycin-Tabletten mit sofortiger

Freisetzung, Granulat zur Herstellung einer Suspension, Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung,

langsam freisetzenden Tabletten und Tabletten mit veränderter Freisetzung berichtet wurden.

Die Wirkungen, für die zumindest ein möglicher Kausalzusammenhang mit Clarithromycin besteht,

werden nach Systemorganklasse und Häufigkeit aufgeführt und sind wie folgt definiert: sehr häufig (≥

1/10), häufig (≥ 1/100, < 1/10), gelegentlich (≥ 1/1.000, < 1/100), selten (≥ 1/10.000, < 1/1.000), sehr

selten (< 1/10.000) und nicht bekannt (unerwünschte Wirkungen aus der Anwendung nach der

Markteinführung; Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). Innerhalb jeder

Häufigkeitsgruppe werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad angegeben, sofern

die Schwere bemessen werden konnte.

System-

organklasse

Sehr

häufig

(≥ 1/10)

Häufig

(≥ 1/100 bis

< 1/10)

Gelegentlic

h

(≥ 1/1.000

bis < 1/100)

Sehr

selten

(<

1/10.000)

Nicht bekannt

(auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht

abschätzbar)

Infektionen

parasitäre

Erkrankunge

Cellulitis

Candidiasis

Gastroenter

itis

Infektion

Vaginalinfe

ktion

Pseudomembranöse

Kolitis, Erysipel,

Erythrasma

Erkrankunge

n des Blutes

und des

Lymphsyste

Leukopenie

Neutropeni

Thrombozy

thämie

Eosinophili

Agranulozytose,

Thrombozytopenie

Erkrankunge

n des

Immunsyste

Anaphylakt

oide

Reaktionen

Überempfin

dlichkeit

anaphylaktische

Reaktionen, Angioödem

Stoffwechsel

- und

Appetitlosi

gkeit,

Hypoglykämie

Ernährungsst

örungen

verminderte

r Appetit

Psychiatrisch

Erkrankunge

Schlaflosig

keit

Angst,

Nervosität

Psychosen, Verwirrung,

Depersonalisation,

Depression,

Desorientierung,

Halluzinationen, abnorme

Träume, Manie

Erkrankunge

n des

Nervensyste

Dysgeusie,

Kopfschme

rzen,

Geschmack

veränderun

Bewusstlosi

gkeit

Dyskinesie

Schwindelg

efühl,

Somnolenz

, Zittern

Parästhesi

Krampfanfall, Ageusie,

Parosmie, Anosmie

Erkrankunge

n des Ohrs

und des

Labyrinths

Schwindel,

Hörbeeinträ

chtigung,

Tinnitus

Taubheit

Herzerkrank

ungen

Herzstillsta

Herzflimme

, QT-

Verlängeru

Elektrokard

iogramm,

Extrasystol

Palpitatione

Torsade de pointes

ventrikuläre

Tachykardie

Kammerflimmern

Gefäßerkran

kungen

Vasodilatati

Blutung

Erkrankunge

n der

Atemwege,

Brustraums

Mediastinum

Asthma

Nasenblute

Lungenemb

olie

Erkrankunge

n des

Gastrointesti

naltrakts

Diarrhoe,

Erbrechen,

Dyspepsie,

Übelkeit,

Schmerzen

Abdominal-

bereich

Ösophagitis

, gastro-

ösophageal

Refluxkran

kheit

Gastritis,

Proktalgie

Stomatitis,

Glossitis,

aufgetriebe

Abdomen

Akute Pankreatitis,

Verfärbung der Zunge,

Verfärbung der Zähne

Verstopfun

Mundtrocke

nheit,

Ruktuation,

Flatulenz

Leber- und

Gallenerkran

kungen

Abnorme

Leberfunktion

swerte

Cholestase

Hepatitis

Anstieg der

Alanin-

Aminotrans

ferase,

Anstieg der

Aspartat-

Aminotrans

ferase,

Anstieg der

Gamma-

Glutamyltra

nsferase

Leberversagen,

hepatozellulärer Ikterus

Erkrankunge

n der Haut

und des

Unterhautzell

gewebes

Hautausschl

Hyperhidro

Blasige

Hautentzün

dung

Pruritus,

Urtikaria,

makulopap

ulöser

Hautausschl

Stevens-Johnson-

Syndrom

, toxische

epidermale Nekrolyse

Arzneimittelausschlag

mit Eosinophilie und

systemischen Symptomen

(DRESS), Akne, akute

generalisierte

exanthematische

Pustulose (AGEP)

Skelettmusku

latur-,

Bindegewebs

- und

Knochenerkr

ankungen

Muskelkrä

mpfe

Muskel-

Skelett-

Steifigheit

Myalgie

Arthralgie

Rhabdomyolyse

2,12

Myopathie

Erkrankunge

n der Nieren

Harnwege

Anstieg des

Kreatinins

im Blut

Anstieg des

Stickstoffs

im Blut

Nierenversagen,

interstitielle Nephritis

Allgemeine

Erkrankunge

n und

Beschwerden

Verabreichun

gsort

Phlebitis an

Injektionsst

elle

Schmerzen

an der

Injektionsst

elle

Entzündung

an der

Injektions-

stelle

Krankheits

gefühl

Fieber

Asthenie,

Schmerzen

Brustkorb

Schüttelfro

Müdigkeit

Untersuchun

Abnormales

Albumin-

Anstieg der International

Normalised Ratio

Globulin-

Verhältnis

Anstieg der

alkalischen

Phosphatas

e im Blut

Anstieg der

Laktatdehy

drogenase

im Blut

verlängerte

Prothrombinzeit

abnorme Urinfärbung

Nebenwirkungen nur bei Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung berichtet

Nebenwirkungen nur bei der Formulierung langsam freisetzende Tabletten berichtet

Nebenwirkungen nur bei der Formulierung Granulat zur Herstellung einer Suspension zum

Einnehmen berichtet

Nebenwirkungen nur bei der Formulierung sofort freisetzende Tablette berichtet

5,8,10,11,12

siehe „Zusammenfassung des Sicherheitsprofils“

6,7,9

siehe Abschnitt „Beschreibung ausgewählter unerwünschter Wirkungen“

Beschreibung ausgewählter unerwünschter Wirkungen

Phlebitis an der Injektionsstelle, Schmerzen an der Injektionsstelle, Schmerzen an der

Gefäßpunktionsstelle und Entzündungen an der Injektionsstelle bei der intravenösen

Darreichungsform von Clarithromycin.

In sehr seltenen Fällen wurde über Leberversagen mit letalem Ausgang berichtet und meist mit einer

schweren Grundkrankheit und/oder einer Begleitmedikation in Zusammenhang gebracht (siehe

Abschnitt 4.4).

Diarrhoe sollte besonders beachtet werden, da bei nahezu allen Antibiotika, einschließlich

Clarithromycin, über eine durch

Clostridium difficile

induzierte Diarrhoe (CDAD) berichtet wurde,

deren Schweregrad von leichter Diarrhoe bis zur letalen Colitis reichen kann (siehe Abschnitt 4.4).

Bei Auftreten von schweren akuten Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Anaphylaxie, Stevens-

Johnson-Syndrom und toxischer epidermaler Nekrolyse, sollte die Clarithromycintherapie sofort

abgebrochen und dringend eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden (siehe Abschnitt 4.4).

Wie unter anderen Makroliden wurde unter Clarithromycin in seltenen Fällen über QT-Verlängerung,

ventrikuläre Tachykardie und Torsade-de-pointes-Tachykardie berichtet (siehe Abschnitte 4.4 und

4.5).

Das Auftreten einer pseudomembranösen Colitis, deren Schweregrad von leicht bis lebensbedrohlich

reichen kann, wurde bei nahezu allen Antibiotika, einschließlich Clarithromycin, berichtet. Daher ist

es wichtig, diese Diagnose bei Patienten, die nach Verabreichung von Antibiotika eine Diarrhoe

entwickeln, zu berücksichtigen (siehe Abschnitt 4.4).

In einigen Berichten über Rhabdomyolyse wurde Clarithromycin gemeinsam mit Statinen, Fibraten,

Colchicin oder Allopurinol verabreicht (siehe Abschnitte 4.3 und 4.4).

Nach Markteinführung wurde bei gleichzeitiger Anwendung von Clarithromycin und Colchicin vor

allem bei älteren Patienten und/oder Patienten mit Niereninsuffizienz über eine Colchicinintoxikation

berichtet, darunter auch Fälle mit letalem Ausgang (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

Es liegen Berichte zu seltenen Fällen mit Hypoglykämie vor; bei einigen Patienten trat diese unter

gleichzeitiger Behandlung mit oralen Antidiabetika oder Insulin auf (siehe Abschnitt 4.4).

Nach Markteinführung wurde bei gleichzeitiger Verabreichung von Clarithromycin und Triazolam

über Arzneimittelwechselwirkungen und Störungen des Zentralnervensystems (z. B. Somnolenz und

Verwirrung) berichtet. Eine Beobachtung des Patienten auf vermehrte pharmakologische Effekte im

ZNS wird empfohlen (siehe Abschnitt 4.5).

Wird Clarithromycin zusammen mit Warfarin verabreicht, besteht die Gefahr von schwerwiegenden

Blutungen und eines starken Anstiegs der INR sowie einer Verlängerung der Prothrombinzeit. Unter

gleichzeitiger Therapie mit Clarithromycin und oralen Antikoagulanzien sollten die INR und

Prothrombinzeit häufig kontrolliert werden (siehe Abschnitte 4.4 und 4.5).

In seltenen Fällen wurde über langsam freisetzende Clarithromycin-Tabletten im Stuhl berichtet; viele

dieser Fälle traten bei Patienten mit anatomisch bedingten (einschließlich Ileostomie oder Colostomie)

oder funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen bei verkürzter Magen-Darm-Passage-Zeit auf. In

verschiedenen Berichten werden Tablettenrückstände im Zusammenhang mit Diarrhoe beschrieben.

Es wird empfohlen, dass Patienten, bei denen Tablettenrückstände im Stuhl gefunden werden, auf eine

andere Darreichungsform von Clarithromycin (z. B. Suspension) oder ein anderes Antibiotikum

umgestellt werden, wenn sich der Zustand des Patienten nicht bessert.

Besondere Patientengruppe: unerwünschte Wirkungen bei immunkompromittierten Patienten (siehe

Abschnitt „Andere besondere Patientengruppen“)

Kinder und Jugendliche

Klinische Studien mit pädiatrischer Clarithromycin-Suspension wurden bei Kindern im Alter von 6

Monaten bis 12 Jahren durchgeführt. Daher sollte bei Kindern unter 12 Jahren pädiatrische

Clarithromycin-Suspension verwendet werden. Es liegen keine ausreichenden Daten zur Empfehlung

eines Dosierungsschemas zur Anwendung der intravenösen Darreichungsform von Clarithromycin bei

Patienten im Alter von unter 18 Jahren vor.

Es wird erwartet, dass die Häufigkeit, Typ und Schweregrad von unerwünschten Wirkungen bei

Kindern dieselben sind wie bei Erwachsenen.

Andere besondere Patientengruppen

Immunkompromittierte Patienten

Bei AIDS-Kranken und anderen immunkompromittierten Patienten, die aufgrund mykobakterieller

Infektionen langfristig mit höheren Dosen von Clarithromycin behandelt wurden, war es häufig

schwierig, möglicherweise in Zusammenhang mit der Verabreichung von Clarithromycin stehende

unerwünschte Ereignisse von den zugrundeliegenden Anzeichen der durch das humane

Immunschwäche-Virus (HIV) bedingten Erkrankung oder interkurrenten Erkrankung zu

unterscheiden.

Bei Erwachsenen waren die von Patienten am häufigsten berichteten unerwünschten Wirkungen unter

einer Gesamttagesdosis von 1.000 mg und 2.000 mg Clarithromycin: Übelkeit, Erbrechen, Dysgeusie,

abdominale Schmerzen, Diarrhoe, Hautausschlag, Flatulenz, Kopfschmerzen, Obstipation,

Hörstörungen, Anstieg der Serum-Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (SGOT) und Serum-Glutamat-

Pyruvat-Transaminase (SGPT). Weitere mit geringer Häufigkeit vorkommende Ereignisse waren

Dyspnoe, Insomnie und Mundtrockenheit. Die Inzidenzen waren bei Patienten, die mit 1.000 mg und

2.000 mg behandelt worden waren, vergleichbar, aber bei mit 4.000 mg Clarithromycin behandelten

Patienten im Allgemeinen etwa 3- bis 4-mal höher.

Bei diesen immunkompromittierten Patienten wurde eine Beurteilung der Laborwerte nur für extrem

hohe oder niedrige Laborwerte durchgeführt, d. h. von der Untergrenze bzw. Obergrenze des

jeweiligen Tests sehr stark abweichende Werte. Auf Basis dieser Kriterien wiesen etwa 2 % bis 3 %

dieser Patienten, die 1.000 mg oder 2.000 mg Clarithromycin täglich erhielten, sehr stark erhöhte

SGOT- und SGPT-Spiegel auf sowie abnorm erniedrigte Leukozyten- und Thrombozytenzahlen. Ein

geringerer Prozentsatz an Patienten in diesen zwei Dosisgruppen wies ebenfalls erhöhte Harnstoff-

Stickstoff-Spiegel auf. Die Häufigkeit abnormer Werte bei allen Parametern außer der Leukozytenzahl

war bei Patienten, die täglich 4.000 mg erhielten, geringfügig höher.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit.

Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des

Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer

Nebenwirkung dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Symptome

Berichten zu Folge sind nach Anwendung großer Mengen von Clarithromycin gastrointestinale

Beschwerden zu erwarten. Überdosierungssymptome entsprechen weitgehend dem

Nebenwirkungsprofil. Ein Patient mit bipolaren Störungen in der Vorgeschichte, der 8 g

Clarithromycin eingenommen hatte, zeigte einen veränderten Geisteszustand, paranoides

Verhalten, Hypokaliämie und Hypoxämie.

Behandlung

Es gibt kein spezielles Antidot bei Überdosierungen. Wie auch bei anderen Makroliden wird nicht

erwartet, dass die Clarithromycin-Serumspiegel durch Hämodialyse oder Peritonealdialyse

merklich beeinflusst werden.

Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit einer Überdosierung auftreten, sollten durch eine

rasche Entfernung von noch nicht resorbiertem Wirkstoff und entsprechende unterstützende

Maßnahmen behandelt werden. Schwere akute allergische Reaktionen, wie z. B. anaphylaktischer

Schock, können sehr selten auftreten. Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion

muss die Behandlung mit Clarithromycin abgebrochen werden und sofort die notwendigen

Maßnahmen eingeleitet werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Makrolide

ATC-Code J01FA09

Wirkmechanismus

Clarithromycin ist ein semi-synthetisches Derivat von Erythromycin A. Es entfaltet seine

antibakterielle Wirkung durch Bindung an die ribosomale 50S-Untereinheit empfindlicher

Bakterien und hemmt die Proteinbiosynthese. Es ist sehr wirksam gegen ein breites Spektrum von

aeroben und anaeroben gram-positiven und gram-negativen Erreger. Die minimale

Hemmkonzentrationen (MHK) von Clarithromycin ist generell zweifach niedriger als die MHK

von Erythromycin.

Ebenfalls antibakteriell wirksam ist der 14-Hydroxy-Metabolit des Clarithromycins. Die MHK

dieses Metaboliten ist gegenüber der MHK der Ausgangsverbindung gleich oder zweimal höher.

Eine Ausnahme bildet

H. influenzae,

bei dem der 14-Hydroxy-Metabolit zweimal aktiver ist als die

Ausgangsverbindung.

Resistenzmechanismus

Resistenzmechanismen gegen Makrolidantibiotika beruhen auf Veränderungen der Bindungsstelle

des Antibiotikums oder der Antibiotikamodifikation und/oder dem aktiven Efflux des

Antibiotikums. Die Resistenzentwicklung kann über Chromosomen oder Plasmide vermittelt oder

induziert werden oder ist bereits vorhanden. Bakterien, die gegenüber Makroliden resistent sind,

produzieren Enzyme, die zu einer Methylierung des Rest-Adenins der ribosomalen RNA führen

und somit die Bindung des Antibiotikums an das Ribosom verhindern. Makrolid-resistente Erreger

zeigen aufgrund der Methylierung der ribosomalen Bindungsstelle generell eine Kreuzresistenz

gegen Lincosamide und Streptogramin B. Clarithromycin gehört zudem zu den starken Induktoren

dieses Enzyms.

Zusätzlich verfügen Makrolide über bakteriostatische Eigenschaften, indem sie die

Peptidyltransferase der Ribosomen hemmen.

Es besteht eine vollständige Kreuzresistenz zwischen Clarithromycin, Erythromycin und

Azithromycin.

Methicillin-resistente Staphylokokken und Penicillin-resistente

Streptococcus pneumoniae

sind

gegenüber Makroliden, wie Clarithromycin, resistent.

Grenzwerte (Breakpoints)

Entsprechend der NCCLS (US National Committee on Clinical Laboratory Standards) wurden

2003 die Grenzwerte für Clarithromycin wie folgt festgelegt:

Staphylococcus

spp.: ≤ 2 µg/ml empfindlich, ≥ 8 µg/ml resistent

Haemophilus spp.:

≤ 8 µg/ml empfindlich

Streptococcus spp

., einschließlich

S. pneumoniae:

≤ 0,25 µg/ml empfindlich, ≥ 1 µg/ml

resistent

Empfindlichkeit

Die Verbreitung einer erworbenen Resistenz kann bei ausgewählten Spezies geographisch und

zeitlich variieren. Örtliche Informationen über die Resistenzlage sind wünschenswert, insbesondere

bei der Behandlung schwerer Infektionen. Wenn notwendig, ist der Rat eines Experten einzuholen,

wenn die örtliche Resistenz so weit fortgeschritten ist, dass der Nutzen des Arzneimittels

wenigstens bei einigen Infektionsarten fraglich ist.

Üblicherweise empfindliche Spezies (d. h. Resistenz < 10 % in allen EU-

Mitgliedsstaaten)

Aerobe, Gram-positive Bakterien

Streptococcus

Gruppe A

Streptococcus

Gruppe B

Streptococcus

Gruppe C,F,G

Aerobe, Gram-negative Bakterien

Moraxella catarrhalis

Pasteurella multocida

Legionella

spp.

Anaerobe Bakterien

Bacteroides

spp.

Peptococcus/Peptostreptococcus

spp.

Clostridium

spp., andere als

C. difficile

Fusobacterium

spp.

Andere Bakterien

Mycoplasma pneumoniae

Chlamydia trachomatis

Chlamydia pneumoniae

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung

darstellen können (d. h. Resistenz

10 % in mindestens einem EU

Mitgliedsstaat)

Aerobe, Gram-positive Bakterien

Staphylococcus aureus,

Methicillin-empfindlich

Streptococcus pneumoniae*

Aerobe, Gram-negative Bakterien

Haemophilus influenzae

Helicobacter pylori

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe, Gram-positive Bakterien

Enterococcus

spp.

Staphylococcus aureus

, Methicillin-resistent oder Erythromycin-resistent

Andere Bakterien

Mycobacterium tuberculosis

*Anmerkungen bezüglich der Resistenzen, siehe unter "Resistenzmechanismus”

Die obigen Angaben entsprechen den europäisch harmonisierten Daten. Die Daten zur aktuellen

Resistenzsituation für Clarithromycin in Deutschland finden Sie als weitere Angabe am Ende

dieser Fachinformation.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Clarithromycin wird schnell und gut aus dem Magen-Darm-Trakt, hauptsächlich im

Zwölffingerdarm, aufgenommen, aber unterliegt einem starken

First-pass-

Metabolismus nach

oraler Verabreichung. Die absolute Bioverfügbarkeit einer 250-mg-Clarithromycin-Filmtablette

liegt bei ungefähr 50 %. Nahrung führt zu einer leichten Verzögerung der Resorption, hat aber

keine Auswirkungen auf die Bioverfügbarkeit. Daher können Clarithromycin-Filmtabletten

unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Aufgrund seiner chemischen Struktur als 6-

O-Methylerythromycin wird Clarithromycin nicht durch die Magensäure angegriffen.

Spitzenplasmakonzentrationen von 1-2 µg/ml wurden bei Erwachsenen nach oraler Verabreichung

von zweimal täglich 250 mg Clarithromycin erreicht. Nach Verabreichung von zweimal täglich

500 mg Clarithromycin betrug die Plasmaspitzenkonzentration 2,8 µg/ml.

Nach Verabreichung von zweimal täglich 250 mg Clarithromycin erreichte der aktive 14-Hydroxy-

Metabolit Plasmaspitzenkonzentrationen von 0,6 µg/ml.

Steady state

wurde innerhalb von 2 Tagen

nach der Dosisverabreichung erreicht.

Verteilung

Clarithromycin geht schnell in die unterschiedlichen Flüssigkeitsräume über, mit einem

geschätzten Verteilungsvolumen von 200-400 Litern. Clarithromycin erreicht in einigen Geweben

Konzentrationen, die die Plasmaspiegel um ein Mehrfaches übersteigen. Erhöhte Spiegel wurden

sowohl in den Tonsillen als auch im Lungengewebe festgestellt. Clarithromycin durchdringt auch

die Magenschleimhaut.

Bei therapeutischen Spiegeln ist Clarithromycin zu 80 % an Plasmaproteine gebunden.

Biotransformation und Ausscheidung

Clarithromycin wird schnell und vollständig in der Leber metabolisiert. Die Metabolisierung

besteht hauptsächlich in N-Dealkylierung, Oxidation und stereospezifischer Hydroxylierung an C-

Das pharmakokinetische Verhalten von Clarithromycin ist nicht linear aufgrund der Sättigung der

Metabolisierung in der Leber bei hohen Dosen. Die Eliminationshalbwertszeit stieg von 2-4

Stunden nach Verabreichung von zweimal täglich 250 mg Clarithromycin auf 5 Stunden nach

Verabreichung von zweimal täglich 500 mg Clarithromycin. Die Halbwertszeit des aktiven 14-

Hydroxy-Metaboliten liegt zwischen 5-6 Stunden nach Verabreichung von 250 mg Clarithromycin

zweimal täglich.

Nach oraler Verabreichung von radioaktivem Clarithromycin wurden 70-80 % der Radioaktivität

im Faeces wieder gefunden. Ungefähr 20-30 % des Clarithromycins werden unverändert als aktive

Substanz im Urin ausgeschieden. Bei Dosiserhöhung steigt diese Verteilung an. Bei

Nierenfunktionsstörungen steigt die Plasmakonzentration von Clarithromycin an, wenn die Dosis

nicht verringert wird.

Die gesamte Plasma-Clearance lag bei ca. 700 ml/min, bei einer renalen Clearance von ca.

170 ml/min.

Spezielle Patientengruppen

Nierenfunktionsstörungen: Eine eingeschränkte Nierenfunktion führt zu erhöhten Plasmaspiegeln

von Clarithromycin und seinem aktiven Metaboliten.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

In 4-wöchigen Tierstudien wurde nachgewiesen, dass die Toxizität von Clarithromycin von der

Dosis und der Dauer der Behandlung abhängig ist. Bei allen Spezies wurden die ersten Anzeichen

einer Toxizität in der Leber beobachtet; bei Hunden und Affen traten dort innerhalb von 14 Tagen

Läsionen auf. Die Plasmaspiegel, die mit dieser Toxizität korreliert waren, sind nicht genau

bekannt, liegen aber eindeutig höher als die beim Menschen in der empfohlenen Dosierung

erreichten.

Es wurden keine mutagenen Auswirkungen in

In-vitro-

oder

In-vivo-

Studien mit Clarithromycin

nachgewiesen.

Reproduktionstoxizitätsstudien zeigten, dass die Verabreichung von Clarithromycin in Dosen, die

2-fach über der klinischen Dosis für Hasen (i.v.) und 10-fach über der klinischen Dosis von Affen

(p.o.) lagen, zu einem erhöhten Auftreten von spontanen Fehlgeburten führte. Diese Dosen

ähnelten maternal toxischen Dosen. Bei Studien an Ratten wurden keine Embryotoxizität oder

Teratogenität nachgewiesen. Es wurden jedoch kardiovaskuläre Veränderungen bei Ratten, die mit

150 mg/kg/Tag behandelt wurden, festgestellt. Bei Mäusen traten bei der 70-fachen klinischen

Dosierung Gaumenspalten in unterschiedlicher Inzidenz (3 – 30 %) auf.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern:

Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A) (Ph. Eur.)

Mikrokristalline Cellulose

Povidon (K30)

Magnesiumhydroxid

Croscarmellose-Natrium

Hochdisperses Siliciumdioxid

Stearinsäure (Ph. Eur.)

Magnesiumstearat (Ph. Eur.)

Filmüberzug:

Hypromellose (E 464)

Titandioxid (E 171)

Macrogol 400

Tartrazin-Aluminiumsalz (E 102)

Allurarot-Aluminiumsalz (E 129)

Indigocarmin-Aluminiumsalz (E 132)

Vanillin

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3

Dauer der Haltbarkeit

2 Jahre

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern. Das Behältnis im Umkarton aufbewahren.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Weiße opake PVC oder PVC/PVdC Aluminiumblisterpackung

Clarithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

Packungen mit 10, 12 und 20 Filmtabletten

Clarithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

Packung mit 14 Filmtabletten

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine speziellen Hinweise

7.

INHABER DER ZULASSUNG

A

Z

-Pharma GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Clarithromycin AbZ 250 mg Filmtabletten

63745.00.00

Clarithromycin AbZ 500 mg Filmtabletten

63746.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNGEN/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNGEN

Datum der Erteilung der Zulassung: 23. Februar 2006

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 21. Oktober 2010

10.

STAND DER INFORMATION

August 2019

11.

VERSCHREIBUNGSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

_______________________________________________________________________________

Die aktuellen Grenzwerte zur Bewertung der Erregersensibilität (Stand: April 2019) finden Sie

in folgender Tabelle:

Definitionen –

S

: sensibel bei Standardexposition;

I

: sensibel bei erhöhter Exposition;

R

: resistent

Die Testung von Clarithromycin erfolgt unter Benutzung der üblichen Verdünnungsreihe. Folgende

minimale Hemmkonzentrationen für sensible und resistente Keime wurden festgelegt:

EUCAST (European Committee on Antimicrobial Susceptibility Testing) Grenzwerte (v. 9.0)

Erreger

Staphylococcus

spp.

1 mg/l

> 2 mg/l

Streptococcus

spp.

(Gruppen A, B, C, G)

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Streptococcus pneumoniae

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Moraxella catarrhalis

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Helicobacter pylori

0,25 mg/l

> 0,5 mg/l

Erythromycin kann als Testsubstanz zum Nachweis der Empfindlichkeit gegenüber

Clarithromycin verwendet werden.

Die Grenzwerte basieren auf den epidemiologischen Cut-Off-Werten (ECOFFs), die eine

Differenzierung zwischen wildtypischen Isolaten und solchen mit verminderter Empfindlichkeit

erlauben.

_______________________________________________________________________________

Die aktuellen Resistenzdaten für Deutschland (Stand: April 2019) finden Sie in der folgenden

Tabelle:

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Streptococcus pyogenes

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Legionella pneumophila °

Moraxella catarrhalis

Andere Mikroorganismen

Chlamydophila pneumoniae °

Mycobacterium avium °

Mycobacterium chelonae °

Mycobacterium intrazellulare °

Mycobacterium kansasii °

Mycoplasma pneumoniae °

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen ein Problem bei der Anwendung darstellen

können

Aerobe Gram-positive Mikroorganismen

Staphylococcus aureus

(Methicillin-sensibel)

Staphylococcus aureus

(Methicillin-resistent)

Streptococcus pneumoniae

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Helicobacter pylori

Andere Mikroorganismen

Mycobacterium fortuitum

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe Gram-negative Mikroorganismen

Escherichia coli

Klebsiella

spp.

Pseudomonas aeruginosa

Bei Veröffentlichung der Tabellen lagen keine aktuellen Daten vor. In der Primärliteratur,

Standardwerken und Therapieempfehlungen wird von einer Empfindlichkeit ausgegangen.

In mindestens einer Region liegt die Resistenzrate bei über 50 %.

Resistenzrate bereits bei einmalig vorbehandelten Patienten

50 %.

Bei Isolaten invasiver Erkrankungen liegt die Resistenzrate unter 10 %.

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