Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Cisplatin
Verfügbar ab:
HIKMA Farmaceutica (Portugal), S.A.
ATC-Code:
L01XA01
INN (Internationale Bezeichnung):
Cisplatin
Darreichungsform:
Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Zusammensetzung:
Cisplatin 0.5mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
3001928.02.00

Gebrauchsinformation

: Information für den Anwender

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg

0,5 mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Wirkstoff: Cisplatin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

- Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

- Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal.

- Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden

haben wie Sie.

- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder

das medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind, siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg und wofür wird es angewendet?

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg beachten?

3. Wie ist Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg anzuwenden?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung undweitere Informationen

1.

Was ist Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg und wofür wird es angewendet?

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg ist ein Zytostatikum aus der Gruppe der anorganischen

Schwermetallkomplexe.

Cisplatin wird als Monosubstanz bzw. in Kombination mit anderen Zytostatika bei der

Chemotherapie folgender Tumoren angewendet:

bei Hodentumoren im Rahmen einer Polychemotherapie

zur Therapie von Zervixkarzinomen bei Lokalrezidiven oder Fernmetastasierung (auch in

Verbindung mit Radiotherapie bei lokal fortgeschrittenen Tumoren)

zur Kombinationstherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms (FIGO-Stadien IIb-IV)

zur palliativen Therapie von metastasierenden und lokal rezidivierenden

Endometriumkarzinomen

bei kleinzelligen Bronchialkarzinomen im Rahmen einer Polychemotherapie

zur Kombinationschemotherapie (auch in Verbindung mit Radiotherapie) beim

fortgeschrittenen, nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom

Karzinomen des Kopf-Hals-Bereichs:

zur palliativen Therapie bei Lokalrezidiven und Fernmetastasierung

in Verbindung mit Strahlentherapie bei unvorbehandelten Patienten mit inoperablen

lokal fortgeschrittenen Tumoren (auch als Monotherapie)

zur palliativen Polychemotherapie bei fortgeschrittenen Harnblasenkarzinomen

zur adjuvanten und neoadjuvanten Kombinationschemotherapie von Osteosarkomen

zur Kombinationschemotherapie (auch in Verbindung mit Radiochemotherapie) bei

fortgeschrittenen Ösophaguskarzinomen

Bei der Anwendung von Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg ist eine strenge Nutzen-

Risiko-Abwägung erforderlich, die auch Überlegungen zur Anwendung gleich wirksamer

nebenwirkungsärmerer Tumorhemmstoffe (Zytostatika) einschließen muss.

Die Behandlung sollte nur von Ärzten, die in der Tumorbehandlung erfahren sind, in einer

Klinik oder in Kooperation mit einer Klinik erfolgen.

2.

Was müssen Sie vor der Anwendung von Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg

beachten?

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg darf nicht angewendet werden:

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegen Cisplatin, andere Platinverbindungen oder

einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile von Cisplatin-Lösung

Ribosepharm 50 mg sind

-

bei schweren Nierenschäden

bei eingeschränktem Hörvermögen (besonders im oberen Frequenzbereich)

wenn bei Ihnen eine schwere Verminderung der Knochenmarkfunktion vorliegt; zu den

Symptomen zählen: extreme Müdigkeit, Neigung zu Blutergüssen oder Blutungen,

Auftreten von Infektionen

wenn Sie an Dehydrierung (Austrocknung durch Flüssigkeitsverlust) leiden

wenn bei Ihnen durch Cisplatin bedingte Nervenerkrankungen vorliegen

bei akuten Infektionen

wenn Sie stillen

in Kombination mit einer Gelbfieberimpfung

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Ihr Arzt wird Untersuchungen durchführen, um Ihre Kalzium-, Natrium-, Kalium- und

Magnesiumspiegel im Blut zu bestimmen, sowie Ihr Blutbild, Leber- und

Nierenfunktion und neurologische Funktion zu kontrollieren.

Cisplatin darf nur unter strenger Aufsicht eines Facharztes, der Erfahrung in der

Anwendung von Chemotherapien hat, angewendet werden.

Vor jeder Behandlung mit Cisplatin wird Ihr Hörvermögen getestet werden.

Wenn Sie an einer nicht durch Cisplatin bedingten Nervenerkrankung leiden.

Wenn bei Ihnen eine Infektion vorliegt. Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Wenn Sie Kinder haben möchten (siehe „Schwangerschaft und Stillzeit“).

Sollte Cisplatin versehentlich außerhalb der Blutgefäße injiziert worden sein, muss die

Gabe sofort gestoppt werden, da es sonst zu Gewebsschädigungen kommen kann.

Bitte wenden Sie sich an Ihren Arzt, auch dann, wenn eines dieser Kriterien zu einem

früheren Zeitpunkt auf Sie zugetroffen hat.

Anwendung von Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die die Knochenmarkfunktion

hemmen oder eine Strahlentherapie können die unerwünschten Wirkungen des

Cisplatins auf das Knochenmark verstärken.

Die gleichzeitige Anwendung anderer Zytostatika (Arzneimittel zur Krebsbehandlung)

wie z.B. Bleomycin oder Methotrexat kann die Toxizität von Cisplatin verstärken.

Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck (Antihypertonika mit Furosemid,

Hydralazin, Diazoxid oder Propranolol) können die nierenschädigende Wirkung von

Cisplatin verstärken.

Die Toxizität von Cisplatin kann die Funktion der Nieren erheblich beeinträchtigen,

wenn gleichzeitig andere Arzneimittel, die mögliche Nebenwirkungen auf die Niere

haben, angewendet werden, z.B. Arzneimittel zur Vorbeugung/Behandlung

bestimmter Infektionen (Antibiotika: Cephalosporine, Aminoglykoside und/oder

Amphotericin B) und Kontrastmittel.

Die Toxizität von Cisplatin kann das Hörvermögen beeinträchtigen, wenn Cisplatin mit

anderen Arzneimitteln kombiniert wird, die Nebenwirkungen auf das Hörvermögen besitzen,

z.B. Aminoglykoside.

Wenn Sie während der Behandlung mit Cisplatin Arzneimittel gegen Gicht anwenden,

muss die Dosis dieser Arzneimittel möglicherweise angepasst werden (z. B.

Allopurinol, Colchicin, Probenecid und/oder Sulfinpyrazon).

Die Kombination von Cisplatin mit Arzneimitteln, die die Harnausscheidungsrate

erhöhen (Schleifendiuretika) kann toxische Wirkungen auf Nieren und Gehör haben

(Cisplatin Dosis höher als 60 mg/m², Harnausscheidung weniger als 1000 ml in 24

Stunden).

Bei gleichzeitiger Anwendung mit Arzneimitteln zur Behandlung von

Überempfindlichkeitsreaktionen (Antihistaminika wie Buclizin, Cyclizin, Loxapin,

Meclozin, Phenothiazine, Thioxanthene und/oder Trimethobenzamide) können erste

Anzeichen einer Gehörschädigung (Schwindel und/oder Ohrensausen) überdeckt

werden.

Eine kombinierte Behandlung mit Cisplatin und Ifosfamid kann zu einer

Beeinträchtigung des Gehörs führen.

Die Wirkungen einer Behandlung mit Cisplatin können bei gleichzeitiger Anwendung

von Pyridoxin und Hexamethylmelamin abgeschwächt werden.

Cisplatin kann in Kombination mit Bleomycin und Vinblastin zu Blässe oder

Blaufärbung der Finger und/oder Zehen führen (Raynaud-Phänomen).

Die Anwendung von Cisplatin vor einer Behandlung mit Paclitaxel oder in

Kombination mit Docetaxel kann zu schweren Nervenschädigungen führen.

Die Kombinationsbehandlung von Cisplatin mit Bleomycin oder Etoposid kann den

Lithiumspiegel im Blut vermindern. Daher sollte der Lithiumspiegel regelmäßig

kontrolliert werden.

Cisplatin vermindert die Wirkung von Phenytoin bei der Behandlung von Epilepsie.

Penicillamin kann die Wirksamkeit von Cisplatin beeinträchtigen.

Cisplatin kann negative Auswirkungen auf die Wirksamkeit von Gerinnungshemmern

(Antikoagulantien) haben. Daher sollte die Blutgerinnung im Fall einer kombinierten

Behandlung häufiger überprüft werden.

Cisplatin und Ciclosporin können zu einer Unterdrückung des Immunsystems mit dem

Risiko einer verstärkten Bildung weißer Blutkörperchen (Lymphozyten) führen.

Kontrastmittel können das nephrotoxische (nierenschädigende) Potential von Cisplatin

verstärken.

Innerhalb von 3 Monaten nach Beendigung der Behandlung mit Cisplatin sollten Sie

keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen erhalten.

Wenn Sie mit Cisplatin behandelt werden, dürfen Sie keine Gelbfieber-Impfung

erhalten (siehe auch „Cisplatin darf nicht angewendet werden“).

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels

Ihren Arzt um Rat.

Cisplatin darf während der

Schwangerschaft

nicht angewendet werden.

Sie müssen während der Behandlung mit Cisplatin und für wenigstens 6 Monate danach

wirksame Verhütungsmethoden anwenden.

Sie dürfen während der Behandlung mit Cisplatin nicht stillen.

Männliche Patienten

, die mit Cisplatin behandelt werden, sind angewiesen, während der

Behandlung und für wenigstens 6 Monate danach kein Kind zu zeugen. Weiterhin wird

Männern empfohlen, sich vor Beginn der Behandlung über eine Sperma-Konservierung

beraten zu lassen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bei der Behandlung mit Cisplatin kann es zu Übelkeit, Erbrechen und

Überempfindlichkeitsreaktionen mit Blutdruckabfall kommen. Sie sollten kein Fahrzeug

führen und keine Maschinen bedienen, die Ihre volle Aufmerksamkeit erfordern.

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg enthält Natrium

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 0,15 mmol (3,5 mg) Natrium.

Wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten müssen, sollten Sie dies berücksichtigen.

3.

Wie ist Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg anzuwenden?

Cisplatin darf nur durch einen in der Behandlung von Krebserkrankungen erfahrenen

Spezialisten verabreicht werden. Das Konzentrat wird mit einer Natriumchloridlösung, mit

einer glucosehaltigen Natriumchloridlösung oder mit einer Natriumchloridlösung, die

Mannitol enthält, verdünnt.

Cisplatin wird ausschließlich mittels einer Injektion in eine Vene verabreicht (intravenöse

Infusion).

Cisplatin darf nicht mit aluminiumhaltigen Materialien in Berührung kommen.

Die empfohlene Dosierung von Cisplatin richtet sich nach der Art und Schwere Ihrer

Erkrankung, der erwarteten Wirkung der Behandlung, und ob Cisplatin alleine verabreicht

wird (Monotherapie) oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen (Kombinations-

Chemotherapie).

Cisplatin (Monotherapie)

Die folgenden Dosierungen werden empfohlen:

eine

Einzeldosis

von 50-120 mg/m

Körperoberfläche alle 3-4 Wochen.

15-20 mg/m²/Tag über 5 Tage alle 3-4 Wochen

Cisplatin in Kombination mit anderen chemotherapeutischen Wirkstoffen (Kombinations-

Chemotherapie)

Die typische Dosierung beträgt 20 mg/m

oder mehr alle 3-4 Wochen.

Um Nierenprobleme zu vermeiden oder zu verringern, müssen Sie etwa 2-12 Stunden vor der

Gabe von Cisplatin eine Prähydratation mit 0,5-1,5 (2,0) Liter isotonischer

Natriumchloridlösung/m

Körperoberfläche (KO) als Infusion über mindestens 2-3 Stunden

erhalten.

Wenn Sie vermuten, dass Sie eine größere Menge von Cisplatin Ribosepharm erhalten

haben, als Sie sollten

Ihr Arzt stellt sicher, dass Sie eine Ihren Gesundheitszustand entsprechende Dosis erhalten.

Im Falle einer Überdosierung können verstärkte Nebenwirkungen auftreten. Ihr Arzt wird

eine symptomatische Behandlung dieser Nebenwirkungen einleiten. Wenn Sie vermuten, eine

zu hohe Cisplatin-Dosis erhalten zu haben, verständigen Sie bitte unverzüglich Ihren Arzt.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder

das medizinische Fachpersonal.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen. Wenn Sie eine Nebenwirkung bemerken, ist es wichtig, dass Sie

Ihren Arzt vor Ihrer nächsten Behandlung darüber informieren.

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Benachrichtigen Sie Ihren Arzt so schnell wie möglich:

wenn Sie starke Schmerzen oder Schwellungen in einem Bein, Schmerzen in der Brust oder

Atembeschwerden haben (dies können Anzeichen gefährlicher Blutgerinnsel in einer Vene

sein) (häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Informieren Sie Ihren Arzt umgehend, wenn Sie einen der folgenden Nebenwirkungen

bemerken

anhaltender oder starker Durchfall oder Erbrechen

Entzündungen der Mundschleimhaut (Stomatitis)/Schleimhautentzündungen

(Mucositis) (wunde Lippen oder Mundgeschwüre)

Schwellungen im Gesicht, Lippen, Mund oder Hals

unklare Atembeschwerden wie nicht produktiver Husten, Schwierigkeiten oder

rasselnde Geräusche beim Atmen

Schwierigkeiten beim Schlucken

Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Fingern oder Zehen

starke Müdigkeit

abnorme Blutergüsse oder Blutungen

Anzeichen einer Infektion wie Halsentzündung oder erhöhte Körpertemperatur

Beschwerden in der Nähe oder direkt an der Einstichstelle während der Infusion

Die folgenden Nebenwirkungen können auftreten.

Die Nebenwirkungen sind dosisabhängig und können kumulativ sein.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Unterdrückung der Knochenmarkfunktion, die von einer schweren Verminderung der

Anzahl der weißen Blutkörperchen gekennzeichnet ist, wodurch die

Wahrscheinlichkeit von Infektionen erhöht wird (Leukopenie)

Verminderung der Blutblättchenanzahl, wodurch das Risiko von Blutergüssen und

Blutungen steigt (Thrombozytopenie)

Verminderung der Anzahl der roten Blutkörperchen, wodurch es zu Blässe, Schwäche

oder Kurzatmigkeit kommen kann (Anämie)

Erniedrigte Elektrolytwerte (Natrium)

Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit

Appetitlosigkeit

Zu hoher Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) im Blut (z. B. Gicht), Erhöhung des

Serumkreatinins, Verminderung der Kreatinin-Clearance

verminderter Eiweißspiegel im Blut

Fieber

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Blutvergiftung (Sepsis)

Erhöhter Cholesterinspiegel im Blut

Erhöhte Eisenwerte im Blut

Ohrschädigung (Ototoxizität)

Herzrhythmusstörungen, einschließlich langsamer Herzschlag (Bradykardie) und

beschleunigter Herzschlag (Tachykardie)

Venenentzündung (Phlebitis) an der Injektionsstelle

Erhöhte Leberenzymwerte im Blut

Erhöhter Bilirubinspiegel im Blut

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Hautausschlag, Ekzem mit starkem

Juckreiz und Knötchenbildung (Urtikaria), Rötung und Entzündung der Haut

(Erythem) oder Juckreiz (Pruritus), schwere Überemfindlichkeitsreaktionen

(anaphylaktische Reaktion) mit Symptomen wie Schwellung des Gesichts und Fieber,

niedrigem Blutdruck (Hypotonie), beschleunigtem Herzschlag (Tachykardie),

Atemnot (Dyspnoe), Atemnot infolge von Muskelkrämpfen in den Atemwegen

(Bronchospasmus)

Erniedrigte Elektrolytwerte (Magnesium)

Schluckauf

Metallablagerung im Zahnfleisch

Zahnfleischbluten

Stomatitis/Mucositis (wunde Lippen oder Mundgeschwüre)

Erhöhte Leberenzymwerte, erhöhte Bilirubinwerte

Blutspuren im Urin (Mikrohämaturie)

Gestörte Spermienbildung und Ovulation (Eisprung) sowie schmerzhaftes

Brustwachstum bei Männern (Gynäkomastie).

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)

akute Leukämie

Verlust bestimmter Hirnfunktionen, einschließlich gestörter Hirnfunktion, die durch

Muskelkrämpfe und Bewusstseinstrübung (Enzephalopathie) gekennzeichnet ist

periphere Neuropathie der sensorischen Nerven (zweiseitige sensorische Neuropathie),

gekennzeichnet durch grundloses Kribbeln, Jucken oder Prickeln und manchmal durch

Verlust des Geschmack- und Tastsinns sowie des Sehvermögens

Herzinfarkt

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen)

Herzstillstand

Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Entzündliche Hautreaktion mit Abschälung (exfoliative Dermatitis)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Infektionen

Hämolytische Anämie

Anstieg der Amylase (Enzym) im Blut

Dehydrierung, Elektrolytstörungen (Calcium, Phosphat, Kalium) im Blut mit

Muskelkrämpfen und/oder Veränderungen im Elektrokardiogramm (EKG)

Erkrankung des Rückenmarks, Gehirnstörungen (Verwirrtheit, lallende Aussprache,

manchmal Erblindung, Gedächtnisverlust und Lähmungen); Schlaganfall,

Geschmacksverlust (Ageusie), sowie Verschluss der Halsschlagader

Verschwommenes Sehen, Störungen der Farbwahrnehmung und Störung der

Augenbewegungen, Schwellungen (Papillenödem), Entzündung des Sehnervs in

Kombination mit Schmerzen und Sehstörung (Opticusneuritis), Erblindung infolge

einer Gehirnfunktionsstörung

Ohrensausen (Tinnitus), Taubheit

Störung der Herzfunktion

Störung des Blutflusses, z.B. im Gehirn, aber auch in den Fingern und Zehen

(Raynaud-Syndrom), thrombotische Mikroangiopathie kombiniert mit hämolytischem

Urämiesyndrom

Lungenembolie

Haarausfall, Hautausschlag

Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen

Nierenfunktionsstörungen, Nierenversagen

Schwäche (Asthenie), Unwohlsein, Schwellungen (Ödeme), Rötung und Entzündung

der Haut (Erythem, Hautgeschwür) im Bereich der Einstichstelle

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker oder das

medizinische Fachpersonal. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für

Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3,

D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden,

können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels

zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett des Behältnisses

nach „verwendbar bis:“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das

Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Angestochene Flaschen sind vor Licht geschützt aufzubewahren; auf andere Weise geöffnete

Flaschen dürfen nicht angewendet werden.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Wenn innerhalb von

24 Stunden eine Mehrfachentnahme aus dem Originalbehältnis erforderlich wird, liegt es in

der Verantwortung des Anwenders, aseptische Bedingungen einzuhalten.

Sie dürfen Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg nicht verwenden:

bei nicht ordnungsgemäßer Lagerung

wenn Sie Trübungen oder Partikel in der Lösung bemerken.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser.

Die Vorschriften über eine ordentliche Handhabung und Entsorgung unter Berücksichtigung

der Richtlinien für den Umgang mit und die Entsorgung von zytotoxischen Arzneimitteln sind

zu beachten.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg enthält

Der Wirkstoff ist Cisplatin.

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 0,5 mg Cisplatin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Natriumchlorid, Salzsäure 10 %, Wasser für Injektionszwecke.

Wie Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg aussieht und Inhalt der Packung

Klare, farblose Lösung.

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg ist in Packungen mit 1, 5 und 10 Durchstechflaschen

zu je 100 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

Hikma Farmacêutica (Portugal), S.A.

Estrada do Rio da Mó 8, 8A e 8B - Fervença

2705-906 Terrugem SNT (Portugal)

Mitvertrieb

Hikma Pharma GmbH

Lochhamer Str. 13

82152 Martinsried

Hersteller

EBEWE Pharma Ges.m.b.H. Nfg. KG

Mondseestr. 11

4866 Unterach (Österreich)

Thymoorgan Pharmazie GmbH

Schiffgraben 23

D-38690 Goslar

Germany

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Dezember 2018.

_______________________________________________________________________

Die folgenden Informationen sind für medizinisches Fachpersonal bestimmt:

Es handelt sich bei Cisplatin um eine mutagene und potentiell karzinogene Substanz. Bei

Zubereitung und Applikation sind die Sicherheitsmaßnahmen für gefährliche Stoffe

einzuhalten.

Für das Pflegepersonal und die Ärzte gelten erhöhte Sicherheitsvorschriften. Die Zubereitung

muss durch hierfür ausgebildetes Personal erfolgen.

Schwangeres Personal ist vom Umgang mit Zytostatika auszuschließen.

Beim Umgang mit Cisplatin sind Haut- und Schleimhautkontakte (Handschuhe,

Schutzkleidung, gegebenenfalls Schutzmaske tragen!) zu vermeiden. Kontaminierte

Körperstellen sollen mit Wasser und Seife sorgfältig gereinigt werden, am Auge ist mit

physiologischer Kochsalzlösung zu spülen. Sofern möglich, empfiehlt sich das Arbeiten an

speziellen Sicherheitswerkbänken (Laminarflow) mit flüssigkeitsundurchlässiger, saugfähiger

Einmalfolie. Die kontaminierten Gegenstände sind Zytostatikaabfall und normgerecht zu

entsorgen.

Cisplatin reagiert mit Aluminium unter Bildung eines schwarzen Niederschlags aus Platin, der

unter anderem auch zu Verlust der Wirksubstanz führt. Hierdurch wird seine

antineoplastische (tumorhemmende) Aktivität herabgesetzt. Cisplatin darf deshalb nicht mit

aluminiumhaltigen Infusionsbestecken, Spritzen und Injektionsnadeln verabreicht werden.

Fachinformation

1.

Bezeichnung der Arzneimittel

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 10 mg

0,5 mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 25 mg

0,5 mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg

0,5 mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält 0,5 mg Cisplatin.

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 10 mg:

1 Durchstechflasche mit 20 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält

10 mg Cisplatin.

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 25 mg:

1 Durchstechflasche mit 50 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält

25 mg Cisplatin.

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg:

1 Durchstechflasche mit 100 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält

50 mg Cisplatin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Klare, farblose Lösung.

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Cisplatin ist als Monosubstanz bzw. in Kombination mit anderen Zytostatika bei der

Chemotherapie folgender Tumoren angezeigt:

bei Hodentumoren im Rahmen einer Polychemotherapie.

zur Therapie von Zervixkarzinomen bei Lokalrezidiven oder Fernmetastasierung

(auch in Verbindung mit Radiotherapie bei lokal fortgeschrittenen Tumoren).

zur Kombinationstherapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms (FIGO-Stadien IIb-

IV).

zur palliativen Therapie von metastasierenden und lokal rezidivierenden

Endometriumkarzinomen.

bei kleinzelligen Bronchialkarzinomen im Rahmen einer Polychemotherapie.

zur Kombinationschemotherapie (auch in Verbindung mit Radiotherapie) beim

fortgeschrittenen, nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom.

Karzinome des Kopf-Hals-Bereichs:

zur palliativen Therapie bei Lokalrezidiven und Fernmetastasierung.

in Verbindung mit Strahlentherapie bei unvorbehandelten Patienten mit

inoperablen lokal fortgeschrittenen Tumoren (auch als Monotherapie).

zur palliativen Polychemotherapie bei fortgeschrittenen Harnblasenkarzinomen.

zur adjuvanten und neoadjuvanten Kombinationschemotherapie von Osteosarkomen.

zur Kombinationschemotherapie (auch in Verbindung mit Radiochemotherapie) bei

fortgeschrittenen Ösophaguskarzinomen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Das Präparat ist ausschließlich zur intravenösen (i.v.) Anwendung (Infusion) am

Menschen bestimmt.

Die Behandlung sollte nur von Ärzten, die in der Tumorbehandlung erfahren sind, in

einer Klinik oder in Kooperation mit einer Klinik erfolgen.

Prähydratation

Etwa 2-12 Stunden vor der Applikation von Cisplatin ist eine Prähydratation mit 0,5-1,5-

(2,0) Liter isotonischer Natriumchlorid-Lösung/m

Körperoberfläche (KO) als Infusion

über mindestens 2-3 Stunden nötig.

Cisplatin-Applikation

Kurzinfusion

i.v.-Infusion bei niedriger Dosierung (bis 20 mg/m

KO) über 30 Minuten (die zu

verabreichende Cisplatin-Dosis wird unmittelbar im Anschluss an eine i.v.-Gabe von

62,5 ml 20%iger Mannitol-Lösung gegeben)

oder

Langzeitinfusion

i.v.-Infusion über 1-8 Stunden (die zu verabreichende Cisplatin-Dosis wird mit 1-2 Liter

isotonischer Natriumchlorid-Lösung verdünnt. Die Lösung kann 50 g Glucose/Liter und

18,75 g D-Mannitol/Liter enthalten)

Dosierungen in der Monotherapie

50-120 mg Cisplatin/m

Körperoberfläche (KO) in 3-4wöchigen Abständen

oder

15-20 mg Cisplatin/m

KO, Tag 1-5 in 3-4wöchigen Abständen.

Im Allgemeinen wird Cisplatin in Chemotherapie-Kombination angewandt, in denen die

Dosis entsprechend reduziert wird.

Posthydratation

In der Phase nach Gabe des Cisplatins ist für die folgenden (6-12)-24 Stunden

(dosisabhängig) eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (2-3 Liter isotonische

Natriumchlorid-Lösung/m

KO mit 5%iger Glucose-Lösung im Verhältnis 1:1,5)

sicherzustellen.

Das Urinvolumen sollte während der Posthydratation mindestens 100-200 ml/Stunde

betragen. Bei ungenügender Ausscheidung muss eine forcierte Diurese, z. B. durch D-

Mannitol-Gabe, veranlasst werden (aber nicht durch Gabe von Schleifendiuretika!).

Forcierte Diurese

Bei ordnungsgemäßer Prä- und Posthydratation und normaler Nierenfunktion kann bei

Cisplatin-Dosen unter 60 mg/m

KO die Gabe von D-Mannitol zur Induktion einer

Diurese durch sorgfältige Flüssigkeitsbilanzierung und Gewichtskontrolle ersetzt werden.

Bei einer Flüssigkeitsretention ≥ 1000 ml muss D-Mannitol gegeben werden.

Bei Cisplatin-Dosen über 60 mg/m

KO ist die i.v.-Applikation von D-Mannitol (8 g/m

KO = 40 ml/m

KO einer 20%igen D-Mannitol-Gabe) unmittelbar vor der ersten Gabe

von Cisplatin-Lösung obligat.

Erst nach Eintritt einer minimalen Diurese von 250 ml innerhalb 30 Minuten darf mit der

Verabreichung von Cisplatin-Lösung begonnen werden.

Während der Therapie mit Cisplatin-Lösung ist auf Elektrolyt-Verlust insbesondere

bezüglich Kalium-, Magnesium- und Calcium-Ionen und eine entsprechende Substitution

zu achten.

Art und Dauer der Anwendung

Intravenöse Anwendung (Infusion)

Vor Therapiebeginn, während der Therapie und vor jedem Behandlungskurs müssen die

Nierenfunktion, Magnesium-, Natrium-, Kalium- und Calcium-Ionen-Spiegel, das

Blutbild, das Gehör (inkl. Audiogramm) sowie die Leber und die neurologischen

Funktionen untersucht werden. Das Blutbild sollte während der Therapie zusätzlich in

wöchentlichen Abständen überwacht werden.

Ein Therapiekurs sollte erst nach Normalisierung der vorgenannten labordiagnostischen

Werte und Organfunktionen durchgeführt bzw. wiederholt werden, insbesondere erst

dann, wenn folgende Laborparameter erreicht sind:

Serum-Kreatinin

≤ 130 µmol/l bzw. 1,5 mg/100 ml

Harnstoff

< 25 mg/100 ml

Thrombozytenzahl

> 100.000/µl

Leukozytenzahl

> 4.000/µl

Die Anwendung von Cisplatin-Lösung darf nur bei strenger Indikationsstellung, unter

laufender Kontrolle der hämatologischen Parameter und von in dieser Therapie

erfahrenen Ärzten erfolgen.

Bei der Anwendung von Cisplatin-Lösung ist eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung

erforderlich, die auch Überlegungen zur Anwendung gleich wirksamer

nebenwirkungsärmerer Zytostatika einschließen muss.

Auf eine ausreichende antiemetische Therapie, am besten mit Serotonin-Rezeptor-

Antagonisten mit oder ohne Dexamethason ist zu achten. Größere Flüssigkeitsverluste

durch Erbrechen oder Diarrhoe sind zu ersetzen.

Nach Gabe von Cisplatin-Lösung können bei 25-30 % der Patienten erhöhte

Harnsäurewerte im Blut nachgewiesen werden, besonders nach höheren Dosen von

Cisplatin-Lösung. Diese erhöhten Harnsäurewerte, die meist 3-5 Tage nach

Verabreichung von Cisplatin-Lösung auftreten, können z. B. durch Gabe von Allopurinol

gesenkt werden.

Injektionsnadeln oder Infusionsbestecke dürfen kein Aluminium enthalten, da Aluminium

mit Cisplatin reagiert und sich ein Niederschlag bilden kann, der unter anderem zum

Verlust der Wirksubstanz führt.

Eine forcierte Diurese darf auf keinen Fall mit Schleifendiuretika durchgeführt werden.

4.3

Gegenanzeigen

Cisplatin ist kontraindiziert bei Patienten

mit einer Überempfindlichkeit gegen Cisplatin, andere Platinverbindungen oder einen

der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Cisplatin-Lösung ist bei schweren Nierenschäden absolut kontraindiziert. Bei weniger

gravierender Einschränkung der Nierenfunktion muss eine strenge Nutzen-Risiko-

Abschätzung und ggf. eine Dosisreduktion erfolgen (siehe Abschnitt 4.2). Gute

Funktion der Harnwege und ausreichende Harnabflussmöglichkeiten sind weitere

Voraussetzungen für die Anwendung von Cisplatin-Lösung. Zur Vermeidung von

schweren Nierenschädigungen ist eine Prä- und Posthydratation erforderlich.

die sich in dehydriertem Zustand befinden

mit eingeschränktem Hörvermögen (besonders im oberen Frequenzbereich).

mit bestehender Knochenmarkschädigung.

Cisplatin-bedingte Neuropathie.

akute Infektionen.

während der Stillzeit.

in Kombination mit Lebendimpfstoffen, einschließlich Impfstoffe gegen Gelbfieber

(siehe Abschnitt 4.5);

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Cisplatin darf nur unter Aufsicht eines qualifizierten Facharztes verabreicht werden, der

auf die Anwendung von Chemotherapeutika spezialisiert ist.

Cisplatin reagiert mit metallischem Aluminium indem es ein schwarzes Präzipitat bildet.

Alle aluminiumhaltigen i.v.-Sets, Nadeln, Katheter und Injektionsspritzen sollten daher

vermieden werden.

Eine entsprechende Überwachung und Durchführung der Behandlung und deren

Komplikationen sind nur möglich, wenn eine geeignete Diagnose und richtige

Behandlungsbedingungen gegeben sind.

Vor, während und nach der Verabreichung von Cisplatin sind folgende Parameter bzw.

Organfunktionen zu bestimmen:

Nierenfunktion

Leberfunktion

Funktionen der Hämatopoese (Anzahl der Erythrozyten, Leukozyten und

Thrombozyten)

Elektrolyte (Kalzium, Natrium, Kalium, Magnesium) im Serum.

Diese Untersuchungen müssen jede Woche über den gesamten Zeitraum der Behandlung

mit Cisplatin wiederholt werden.

Eine erneute Anwendung von Cisplatin darf erst erfolgen, wenn sich folgende Parameter

normalisiert haben:

Serum-Kreatinin ≤ 130 µmol/l bzw. 1,5 mg/dl

Harnstoff < 25 mg/dl

Leukozyten > 4.000/µl bzw. > 4,0 x 10

Thrombozyten > 100.000/µl bzw. > 100 x 10

Audiogramm: Ergebnisse innerhalb des Norm-Bereichs.

Nephrotoxizität

Cisplatin verursacht eine schwerwiegende, kumulierende Nephrotoxizität. Eine

Urinausscheidung von 100 ml/Stunde oder mehr verringert die Nephrotoxizität von

Cisplatin in der Regel auf ein Mindestmaß. Dies ist mittels Prähydratation mit 2 Litern

einer geeigneten intravenösen Lösung und einer ähnlichen Hydratation nach der Gabe

von Cisplatin zu erzielen (empfohlen wird 2.500 ml/m2/24 Stunden). Falls eine starke

Hydration nicht ausreichend ist, um eine angemessene Urinausscheidung

aufrechtzuerhalten, kann ein osmotisches Diuretikum verabreicht werden (z. B.

Mannitol). Hyperurikämie und Hyperalbuminämie können für eine cisplatininduzierte

Nephrotoxizität prädisponieren.

Neuropathie

Es liegen Berichte über schwere Fälle von Neuropathie vor.

Diese Neuropathien können irreversibel sein und sich durch Parästhesien, Areflexie und

einen Verlust der Propriozeption sowie das Gefühl von Vibrationen manifestieren. Auch

ein Verlust der motorischen Funktion wurde berichtet. Neurologische Untersuchungen

müssen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden.

Bei Patienten mit einer nicht durch Cisplatin bedingten peripheren Neuropathie ist

besondere Vorsicht geboten.

Ototoxizität

Ototoxizität wurde bei bis zu 31% der Patienten unter einer Cisplatin-Einzeldosis von 50

mg/m2 beobachtet und manifestiert sich als Tinnitus und/oder Beeinträchtigung des

Hörvermögens im hohen Frequenzbereich (4.000-8.000 Hz). Gelegentlich kann das

Vermögen, normale Gespräche zu hören, herabgesetzt sein. Ototoxische Wirkungen sind

unter Umständen bei mit Cisplatin behandelten Kindern stärker ausgeprägt. Der

Hörverlust kann einseitig oder beidseitig sein und wird in der Regel häufiger und stärker,

wenn wiederholte Gaben verabreicht werden; Taubheit nach der ersten Cisplatin-Dosis

wurde allerdings selten berichtet. Die Ototoxizität kann bei vorheriger oder gleichzeitiger

Schädelbestrahlung verstärkt sein und könnte in Zusammenhang mit der

Spitzenplasmakonzentration von Cisplatin stehen. Es ist unklar, ob eine durch Cisplatin

herbeigeführte Ototoxizität reversibel ist. Eine sorgfältige Überwachung mittels

Audiometrie sollte vor Einleiten der Behandlung sowie vor nachfolgenden Cisplatin-

Gaben durchgeführt werden. Es liegen auch Berichte über eine Vestibularis-Toxizität vor

(siehe Abschnitt „Nebenwirkungen“).

Allergische Reaktionen

Wie bei anderen Arzneimitteln auf Platingrundlage kann es zu

Überempfindlichkeitsreaktionen kommen, die in den meisten Fällen während der

Perfusion auftreten und einen Abbruch der Perfusion sowie eine angemessene

symptomatische Behandlung erforderlich machen. Kreuzreaktionen mit gelegentlich

tödlichem Ausgang wurden in Zusammenhang mit allen Platinverbindungen berichtet

(siehe Abschnitte „Nebenwirkungen“ und „Gegenanzeigen“).

Es liegen Berichte über anaphylaktoide Reaktionen auf Cisplatin vor. Diese Reaktionen

können durch Gabe von Antihistaminika, Adrenalin und/oder Glukokortikoiden unter

Kontrolle gebracht werden.

Leberfunktion und hämatologischer Befund

Die Blutwerte und die Leberfunktion müssen regelmäßig kontrolliert werden.

Karzinogenes Potential

Beim Menschen wurde in seltenen Fällen ein gleichzeitiges Auftreten einer akuten

Leukämie unter Cisplatin beobachtet, welches in der Regel in Zusammenhang mit

anderen leukämogenen Substanzen stand.

Cisplatin wirkt mutagen auf Bakterien und löst Chromosomendefekte bei Kulturen oder

Tierzellen aus. Eine Karzinogenität ist möglich, wurde aber bisher nicht nachgewiesen.

Cisplatin wirkt bei Mäusen teratogen und embryotoxisch.

Reaktionen an der Injektionsstelle

Während der Gabe von Cisplatin kann es zu Reaktionen an der Injektionsstelle kommen.

Aufgrund der Möglichkeit einer Extravasation wird eine engmaschige Überwachung der

Infusionsstelle auf mögliche Infiltration während der Arzneimittelgabe empfohlen. Eine

spezifische Behandlung von Extravasationsreaktionen ist zurzeit nicht bekannt.

WARNHINWEIS

Dieses Zytostatikum hatte eine ausgeprägtere Toxizität als dies üblicherweise bei

antineoplastischen Chemotherapeutika festzustellen ist.

Eine Nephrotoxizität, die vor allem kumulativ ist, ist schwer ausgeprägt und macht

besondere Vorsichtsmaßnahmen während der Applikation erforderlich (siehe Abschnitte

„Nebenwirkungen“ und „Dosierung und Art der Anwendung“).

Übelkeit und Erbrechen können stark ausgeprägt sein und eine angemessene

Antiemetikatherapie erforderlich machen.

Außerdem ist eine engmaschige Überwachung im Hinblick auf Ototoxizität,

Myelodepression und anaphylaktische Reaktionen erforderlich (siehe Abschnitt

„Nebenwirkungen“).

Patientinnen und Patienten sollten während der Behandlung und für mindestens 6 Monate

nach der Cisplatin-Therapie eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden (siehe

Abschnitt 4.6).

Zubereitung der intravenösen Lösung

Warnhinweis

Wie bei allen anderen potenziell toxischen Wirkstoffen sind Vorsichtsmaßnahmen bei der

Handhabung der Cisplatin-Lösung unabdingbar. Bei ungewolltem Kontakt mit dem

Produkt können Hautläsionen auftreten. Es wird empfohlen, Handschuhe zu tragen. Bei

Haut- oder Schleimhautkontakt mit der Cisplatin-Lösung muss der betroffene Bereich

gründlichst mit Wasser und Seife gereinigt werden.

Die Einhaltung der geeigneten Verfahren für die Handhabung und Beseitigung von

Zytostatika wird empfohlen.

Vor Applikation der Lösung ist diese auf Klarheit und Partikelfreiheit zu prüfen.

Cisplatin Ribosepharm enthält Natrium

1 ml Cisplatin-Lösung Ribosepharm enthält 0,15 mmol (3,5 mg) Natrium. Dies ist zu

berücksichtigen bei Personen unter Natrium kontrollierter (natriumarmer/-kochsalzarmer)

Diät.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Knochenmarksupprimierende Arzneimittel

Bei der Kombination von Cisplatin-Lösung mit anderen myelosuppressiv wirkenden

Substanzen oder therapeutischen Maßnahmen wie Radiotherapie ist mit einer

Verstärkung der Knochenmarktoxizität zu rechnen.

Antihypertonika

Wird Cisplatin während der Therapie mit Antihypertonika wie Furosemid, Hydralazin,

Diazoxid und Propranolol verabreicht, so kann es zu nephrotoxischen Erscheinungen

kommen.

Kontrastmittel

Kontrastmittel können das nephrotoxische Potential von Cisplatin verstärken. In einem

Einzelfall wurde über eine lebensbedrohliche Nephrotoxizität bei einem Patienten

berichtet, dessen Lungentumor mit Cisplatin, Cyclophosphamid, Etoposid und

Kortikosteroiden behandelt wurde und gleichzeitig Kontrastmittel zur

Computertomographie intravenös injiziert wurden.

Nephrotoxische Arzneimittel

Eine gleichzeitige Anwendung nephrotoxischer (z. B. Cephalosporine, Aminoglykoside,

Amphotericin B oder Kontrastmittel) oder ototoxischer

(z. B. Aminoglykoside) Arzneimittel kann die toxischen Wirkungen von Cisplatin auf die

Nieren noch verstärken. Angesichts der eventuell verminderten renalen Elimination

sollten überwiegend renal ausgeschiedene Arzneimittel, beispielsweise Zytostatika wie

Bleomycin und Methotrexat, während und nach der Behandlung mit Cisplatin nur

vorsichtig angewendet werden.

Cisplatin kann in Kombination mit Bleomycin und Vinblastin ein Raynaud-Phänomen

herbeiführen.

Die Nephrotoxizität von Ifosfamid kann bei gleichzeitiger Anwendung mit Cisplatin oder

bei zuvor mit Cisplatin behandelten Patienten verstärkt sein.

Nach Gabe von Cisplatin in Kombination mit Bleomycin und Etoposid wurde in wenigen

Fällen eine Verminderung der Lithiumspiegel im Blut verzeichnet. Daher wird zu einer

Überwachung der Lithiumwerte geraten.

Wenn Cisplatin bei Patienten, die mit Allopurinol, Colchicin, Probenecid oder

Sulfinpyrazon behandelt werden, verabreicht wird, kann aufgrund Cisplatin-bedingter

Harnsäureerhöhung eine Dosisanpassung dieser Arzneimittel erforderlich sein.

Ototoxische Arzneimittel

Die gleichzeitige Behandlung mit ototoxischen Substanzen (z. B. Aminoglycoside,

Schleifendiuretika) wird die von Cisplatin auf das Hörvermögen ausgeübten toxischen

Wirkungen potenzieren. Mit Ausnahme von Patienten unter Cisplatin-Dosen über 60

mg/m

KO, deren Harnausscheidung weniger als 1000 ml pro 24 Stunden beträgt, sollte

angesichts möglicher Tubulusschädigung und Ototoxizität keine forcierte Diurese mit

Schleifendiuretika durchgeführt werden.

Ifosfamid kann einen durch Cisplatin bedingten Hörverlust verstärken.

Chelatbildner

Chelatbildner, wie z. B Penicillamin, sollten nicht gleichzeitig mit Cisplatin-Lösung

verabreicht werden, da die Wirksamkeit von Cisplatin herabgesetzt wird.

Abgeschwächte Lebendimpfstoffe:

Wegen der Gefahr einer letalen systemischen Impfreaktion bestehen strenge

Gegenanzeigen gegen Gelbfieber-Vakzin (siehe Abschnitt 4.3.). Im Hinblick auf das

Risiko einer generalisierten Erkrankung ist die Anwendung eines inaktiven Impfstoffs

ratsam, wenn ein solcher zur Verfügung steht.

Orale Antikoagulantien

Bei gleichzeitiger Anwendung von oralen Antikoagulantien ist eine regelmäßige

Überwachung des INR-Werts (Prothrombinzeit) ratsam.

Antihistaminika, Phenothiazine und andere Substanzen

Symptome einer Ototoxizität (wie Schwindel und Tinnitus) können durch die

gleichzeitige Anwendung von folgenden Substanzen maskiert werden: Antihistaminika,

Buclizin, Cyclizin, Loxapin, Meclozin, Phenothiazine, Thioxanthene oder

Trimethobenzamide.

Antikonvulsiva

Bei gleichzeitiger Behandlung mit Cisplatin-Lösung und Antikonvulsiva (z. B. Phenytoin

zur Behandlung der Epilepsie) kann deren Plasmaspiegel in einen subtherapeutischen

Bereich absinken. Eine Dosisanpassung der Antikonvulsiva kann erforderlich sein.

Kombinierte Anwendung von Pyroxidin und Altretamin:

In einer randomisierten Studie zum fortgeschrittenem Ovarialkarzinom wurde die

Ansprechzeit auf die Behandlung durch eine gleichzeitige Gabe von Pyridoxin und

Altretamin (Hexamethylmelamin) und Cisplatin negativ beeinflusst.

Docetaxel

Die Kombination aus Cisplatin und Docetaxel rief eine dosisabhängige sensorische

Neuropathie hervor, die stärker ausgeprägt war als die der Einzelstoffe bei ähnlicher

Dosierung.

Paclitaxel

Eine Behandlung mit Cisplatin vor einer Infusion mit Paclitaxel kann die Clearance von

Paclitaxel um 33% reduzieren und daher die Neurotoxizität erhöhen.

Etoposid

Die Behandlung mit Cisplatin und Etoposid führt in Einzelfällen bei

Lungentumorpatienten mit peripherer vaskulärer Erkrankung zu akutem

Arterienverschluss.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Cisplatin darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Während der Behandlung mit Cisplatin sowie für mindestens 6 Monate danach

müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um eine Schwangerschaft zu

vermeiden; dies bezieht sich auf Patienten beiderlei Geschlechts.

Stillzeit

Cisplatin geht in die Muttermilch über. Patientinnen die mit Cisplatin behandelt werden,

dürfen nicht stillen.

Fertilität

Patienten, die nach der Behandlung mit Cisplatin Kinder haben möchten, wird eine

genetische Beratung empfohlen. Da eine Behandlung mit Cisplatin irreversible Infertilität

verursachen kann, wird empfohlen, dass Männer mit Kinderwunsch sich vor der

Behandlung hinsichtlich der Kryokonservierung von Sperma beraten lassen.

Empfängnisverhütung bei Männern und Frauen

Patientinnen und Patienten sollten während der Behandlung und für mindestens 6 Monate

nach der Cisplatin-Therapie eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen durchgeführt.

Cisplatin-Lösung Ribosepharm kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am

Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in

verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen hängen von der verwendeten Dosis ab und können kumulierende

Wirkungen haben.

Die unter Cisplatin am häufigsten gemeldeten unerwünschten Ereignisse (>10 %)

bestanden in hämatologischen (Leukopenie, Thrombozytopenie und Anämie) und

gastrointestinalen Erkrankungen (Anorexie, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall),

Erkrankungen des Ohrs (Beeinträchtigung des Gehörs), Erkrankungen der Nieren

(Nierenversagen, Nephrotoxizität, Hyperurikämie) und Fieber.

Bei bis zu rund einem Drittel der Patienten, die eine Einzeldosis Cisplatin erhalten hatten,

wurde über schwerwiegende toxische Wirkungen auf die Nieren, das Knochenmark und

die Ohren berichtet; die Wirkungen waren allgemein dosisabhängig und kumulativ. Bei

Kindern kann eine Ototoxizität stärker ausgeprägt sein.

Überempfindlichkeit kann sich als Hautausschlag, Urtikaria, Erythem oder allergischer

Pruritus manifestieren.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥1/10); häufig (≥1/100 bis < 1/10); gelegentlich (≥1/1.000 bis < 1/100);

selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000); sehr selten (≤ 1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf

Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Tabelle 1: unerwünschte Arzneimittelwirkungen aus der klinischen Phase oder

Anwendungsbeobachtung (MedDRA-Bezeichnungen)

Systemorganklasse

Häufigkeit

MedDRA-Bezeichnung

Infektionen und

parasitäre

Erkrankungen

Häufig

Sepsis

Nicht bekannt

Infektion

Erkrankungen des

Blutes und des

Lymphsystems

Sehr häufig

Beeinträchtigung der

Knochenmarkfunktion,

Thrombozytopenie,

Leukopenie, Anämie

Nicht bekannt

Coombs-positive

hämolytische Anämie

Gutartige, bösartige

und unspezifische

Neubildungen

Selten

Akute Leukämie

Erkrankungen des

Immunsystems

Gelegentlich

Anaphylaktoide

Reaktion,

Überempfindlichkeit kann sich als

Hautausschlag, Urtikaria, Erythem

oder allergischer Pruritus

manifestieren.

Endokrine

Erkrankungen

Nicht bekannt

Erhöhung der Serumamylase,

Syndrom einer inadäquaten

Adiuretin-Sekretion

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Sehr häufig

Hyponatriämie

Häufig

Hypercholesterinämie. Erhöhte

Eisenspiegel im Blut

Gelegentlich

Hypomagnesiämie

Nicht bekannt

Dehydration, Hypokaliämie,

Hypophosphatämie,

Hypokalzämische Tetanie,

Muskelkrämpfe und/oder EKG-

Veränderungen treten als Folge

der durch Cisplatin

hervorgerufenen

Nierenschädigung auf, so dass die

tubuläre Kationenresorption

reduziert wird.

Erkrankungen des

Nervensystems

Selten

Krämpfe, periphere Neuropathie,

Leukoenzephalopathie,

reversibles posteriores

Leukoenzephalopathie- Syndrom

Nicht bekannt

Zerebrovaskulärer Insult,

hämorrhagische Apoplexie,

ischämische Apoplexie, Ageusie,

zerebrale Arteriitis, Lhermitte-

Zeichen, Myelopathie, autonome

Neuropathie

Augenerkrankungen

Nicht bekannt

Verschwommenes Sehen,

erworbene Farbenblindheit,

kortikale Blindheit,

Optikusneuritis, Papillenödem,

Netzhautpigmentation

Erkrankungen des

Ohrs und des

Labyrinths

Häufig

Ototoxizität,Cisplatin-induzierte

Hörstörungen können bei Kindern

und älteren Patienten

schwerwiegend sein (siehe

Abschnitt 4 4 )

Nicht bekannt

Tinnitus, Taubheit

Herzerkrankungen

Häufig

Arrhythmie, Bradykardie,

Tachykardie

Selten

Myokardinfarkt

Sehr selten

Herzstillstand

Nicht bekannt

Herzkrankheit

Gefäßerkrankungen

Häufig

Phlebitis an der Injektionsstelle,

Venöse Thromboembolie

Nicht bekannt

Thrombotische

Mikroangiopathie

(hämolytisch-urämisches

Syndrom), Raynaud-Syndrom

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Durchfall, Bauchschmerzen,

Erbrechen, Übelkeit, Anorexie,

Gelegentlich

Singultus, Mukositis,

Metallablagerungen im

Zahnfleisch, Zahnfleischbluten,

Sehr selten

Pancreatitis

Leber- und

Gallenerkrankungen

Häufig

Erhöhte Leberenzyme, erhöhte

Bilirubinspiegel im Blut

Erkrankungen der

Atemwege, des

Brustraums und

Nicht bekannt

Lungenembolie

Erkrankungen der

Haut und des

Unterhautzellgewebes

Sehr selten

exfoliative Dermatitis

Nicht bekannt

Hautausschlag, Alopezie,

Skelettmuskulatur-,

Bindegewebs- und

Knochenerkrankungen

Nicht bekannt

Muskelkrämpfe, Myalgie

Erkrankungen der

Nieren und Harnwege

Sehr häufig

Hyperurikämie, Hypalbuminämie,

Erhöhung des Serumkreatinins,

Verminderung der Kreatinin-

Clearance

Gelegentlich

Mikrohämaturie

Nicht bekannt

Akute Niereninsuffizienz,

Nierenversagen

Tubulusschädigung

Erkrankungen der

Geschlechtsorgane und der

Brustdrüse

Gelegentlich

Anomale Spermatogenese und

Ovulation sowie schmerzhafte

Gynäkomastie

Allgemeine

Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Sehr häufig

Fieber

Nicht bekannt

Asthenie,

allgemeines Unwohlsein; lokale

Ödeme, Schmerz , Erytheme,

Hautulzerationen und lokale

Venenentzündungen;

Extravasation an der

* Quelle der Häufigkeitsangaben: Cisplatin Injection Company Core Data Sheet

(CCDS), BMS

a: Infektiöse Komplikationen führten bei einigen Patienten zum Tod.

b: Für anaphylaktoide Reaktionen berichtete Symptome wie Gesichtsödem (PT-

Gesichtsödem), pfeifendes Atmen, Bronchospasmus, Tachykardie und Hypotension

werden in der UAW-Häufigkeitstabelle in Klammern für anaphylaktoide Reaktionen

angegeben.

c)Erhöhte Konzentrationen von BUN und Kreatinin, Serum-Harnsäure und/oder

Verminderung der Kreatinin-Clereance werden unter Niereninsuffizienz/-versagen

zusammen gefasst.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer

Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,

Abt. Pharmakovigilanz,

Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn,

Website www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Eine akute Überdosis von Cisplatin kann zu Nierenversagen, Leberversagen, Taubheit,

okularer Toxizität (einschließlich Netzhautablösung), signifikanter

Knochenmarksuppression, unbehandelbarer Übelkeit, Erbrechen und/oder Neuritis

führen. Eine Überdosierung kann zum Tode führen.

Es gibt kein spezifisches Antidot im Falle einer Überdosierung mit Cisplatin. Auch wenn

eine Hämodialyse innerhalb von 4 Stunden nach der Überdosis eingeleitet wird, ist der

Effekt durch die Elimination von Cisplatin aus dem Körper nur gering, da Cisplatin stark

und schnell an Proteine bindet.

Im Falle einer Überdosierung sind allgemein unterstützende Maßnahmen angezeigt.

Eine direkte Beeinflussung des Atemzentrums mit lebensbedrohlichen

Ventilationsstörungen und Störungen des Säure-Base-Gleichgewichts ist bei

Überdosierung (≥ 200 mg/m

KO) durch Passage der Blut-Hirn-Schranke möglich.

Bei Nierenfunktionsstörungen:

Durch ausreichende Hydratation vor und nach der Verabreichung von Cisplatin-

Lösung Ribosepharm können die Häufigkeit und der Schweregrad der

Nierenfunktionsstörungen erheblich reduziert werden (siehe Abschnitt 4.2).

Modulatoren können zur Reduktion der nephrotoxischen Wirkung von Cisplatin-

Lösung Ribosepharm verwendet werden.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Platin-haltige Verbindung

ATC-Code: L01XA01

Cisplatin ist ein anorganischer Schwermetallkomplex mit zytostatischer Wirkung.

Wenngleich Cisplatin auch direkt mit Makromolekülen reagieren kann, wird doch

angenommen, dass es überwiegend in wässriger Lösung, streng abhängig vom pH-Wert,

zunächst einem Ligandenaustausch unterliegt und erst dann rasch reagiert. Der hohe

Chloridgehalt im Serum hält Cisplatin zunächst in der Dichloro-Form, so dass der

Ligandenaustausch zum größten Teil erst nach Diffusion durch die Zellmembran im

Zytoplasma erfolgt.

Cisplatin entfaltet seine zytotoxische Wirkung durch Bindung an alle DNS-Basen, wobei

allerdings die N-7-Position des Guanins und des Adenins bevorzugt wird. Die Bindung

pro Gramm Makromolekül an RNS ist dabei stärker als an DNS und diejenige an DNS

stärker als an Proteine. Den Hauptanteil an DNS-Addukten bilden dabei

Monostrangaddukte, die Adenin mit Guanin oder Guanin mit Guanin vernetzen und

zusammen ca. 90 % ausmachen. Von besonderer Bedeutung für die zytostatische

Wirkung des Cisplatins ist aber die Ausbildung von Quervernetzungen („crosslinks“),

obwohl diese quantitativ nur ca. 5 % aller DNS-Addukte ausmachen.

Eine Resistenz gegenüber Cisplatin kann durch stufenweise Vorbehandlung in vitro mit

Cisplatin induziert werden. Als relevante Resistenzmechanismen werden eine durch

Zellmembranfaktoren bedingte geringere Pharmakonaufnahme, eine Anhebung des

Sulfhydrylgehaltes (z. B. Glutathion, Metallothionein) im Zytosol und/oder vermehrte

DNS-Reparatur angesehen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Cisplatin steht für die intravenöse Applikation (Infusion) zur Verfügung. Daneben wurde

es aber auch intraarteriell, intravesikal oder intraperitoneal eingesetzt. Nach

Verabreichung von 20-120 mg/m

KO Cisplatin ist die Platinkonzentration in der Leber,

Prostata und Niere am höchsten, etwas niedriger in Harnblase, Muskeln, Hoden, Pankreas

und Milz und am niedrigsten in Darm, Nebenniere, Herz, Lunge, Cerebrum und

Cerebellum. Platin findet sich in den Geweben bis zu 180 Tagen nach der letzten Gabe.

2 Stunden nach Applikation sind über 90 % des im Plasma vorhandenen Cisplatins

proteingebunden. Der proteingebundene Teil besitzt keine antineoplastische Aktivität.

Zahlreiche klinisch-pharmakokinetische Untersuchungen liegen vor. Grundsätzlich wurde

nach i.v. Bolusinjektion einer Dosis von 50-100 mg/m

KO eine dreiphasische

Elimination der Substanz aus dem Blutkreislauf beschrieben. Hierbei betrifft die erste

Phase die Elimination der nicht plasmaproteingebundenen Substanz (t½ α) und dauert ca.

20-30 Minuten. Dieser folgt eine zweite Eliminationsphase von ebenfalls nicht

plasmaproteingebundenem Cisplatin (t½ β) für die Dauer von ca. 48-67 Minuten. Beide

Phasen sind eng an eine normale Nierenfunktion gebunden, da etwa 90 % des Cisplatins

sowohl durch glomeruläre Filtration als auch tubuläre Sekretion ausgeschieden werden.

Die dritte Phase der Elimination von Cisplatin (t½ γ) betrifft die Entfernung des

plasmaproteingebundenen Cisplatins und erstreckt sich auf ca. 24 Stunden. In dieser

Phase spielen Proteinabbau, Nierenausscheidung und biliäre Ausscheidung eine Rolle.

Insgesamt werden weniger als 10 % des Cisplatins über die Gallensekretion

ausgeschieden. Bei der Applikation hoher Dosen, wie z. B. 200 mg/m

KO, bleibt die

t½ α in der Größenordnung 30 Minuten. Die Applikation von Cisplatin in hypertoner

Natriumchlorid-Lösung hat keinen wesentlichen Einfluss auf die Pharmakokinetik.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Bei einmaliger intravenöser Applikation liegt die LD

bei Mäusen im Bereich von

13 mg/kg Körpergewicht und bei Ratten im Bereich von 7 mg/kg.

Chronische Toxizität/Subchronische Toxizität

Nach intravenöser Gabe von bis zu 0,75 mg/kg Körpergewicht an Hunden und bis zu

2,5 mg/kg an Affen kommt es dosisabhängig zu Schädigungen an schnell

proliferierenden Geweben und zum Auftreten von z. T. irreversiblen Nierenschäden.

In Versuchen zur chronischen Toxizität kommt es in Übereinstimmung mit den

klinischen Nebenwirkungen zu Nierenschädigungen, Knochenmarksuppression,

gastrointestinalen Schädigungen und auch zu Ototoxizität.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potential

Cisplatin wirkt in mehreren In-vitro- und In-vivo-Testsystemen mutagen. Es ist zu

erwarten, dass derartige Wirkungen auch im Menschen auftreten. Patienten im

geschlechtsreifen Alter sollten während und bis zu 6 Monate nach Beendigung der

Chemotherapie kontrazeptive Maßnahmen ergreifen. In Langzeituntersuchungen an Maus

und Ratte wirkt Cisplatin kanzerogen.

Reproduktionstoxizität

Cisplatin besitzt embryotoxische und teratogene Wirkungen.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Wasser für Injektionszwecke, Natriumchlorid, Salzsäure 10 %.

6.2

Inkompatibilitäten

Cisplatin reagiert mit Aluminium unter Bildung eines schwarzen Präzipitats aus Platin.

Hierdurch wird seine antineoplastische Aktivität herabgesetzt. Cisplatin darf deshalb

nicht mit aluminiumhaltigen Infusionsbestecken, Spritzen und Injektionsnadeln

verabreicht werden.

Cisplatin ist

in vitro

inkompatibel mit Mesna. Deshalb müssen bei Behandlungsschemata,

in denen Cisplatin, Cyclophosphamid bzw. Ifosfamid und Mesna kombiniert werden, In-

vitro-Wechselwirkungen mit Cisplatin und Mesna vermieden werden.

Antioxidantien, wie z. B. Natriumdisulfit können Cisplatin in Infusionslösungen

inaktivieren.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung

Angestochene Flaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Produkt sofort verwendet werden. Wenn innerhalb

von 24 Stunden eine Mehrfachentnahme aus dem Originalbehältnis erforderlich wird,

liegt es in der Verantwortung des Anwenders, aseptische Bedingungen einzuhalten.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 10 mg:

Durchstechflasche aus Glas mit 20 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Packung mit 1 (N1), 5 (N1) und 10 (N2) Durchstechflaschen.

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 25 mg:

Durchstechflasche aus Glas mit 50 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Packung mit 1 (N1), 5 (N1) und 10 (N2) Durchstechflaschen.

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg:

Durchstechflasche aus Glas mit 100 ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung.

Packung mit 1 (N1), 5 (N1) und 10 (N2) Durchstechflaschen.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Es handelt sich bei Cisplatin, dem Wirkstoff von Cisplatin-Lösung Ribosepharm, um eine

mutagene und potentiell karzinogene Substanz. Bei Zubereitung und Applikation sind die

Sicherheitsmaßnahmen für gefährliche Stoffe einzuhalten.

Die Zubereitung muss mit Schutzhandschuhen, Mundschutz und Schutzkleidung durch

hierfür ausgebildetes Personal erfolgen.

Haut- und Schleimhautkontakte mit Cisplatin sind zu vermeiden. Im Falle einer

Kontamination sind die betreffenden Stellen sofort mit reichlich Wasser abzuspülen.

Die Cisplatin-Lösung darf weder Ausfällungen noch Verfärbungen vor Gebrauch

aufweisen. Ansonsten ist sie zu verwerfen.

Lösungen, die Trübungen oder Partikel aufweisen, dürfen nicht verwendet werden.

Die Vorschriften über eine ordentliche Handhabung und Entsorgung unter

Berücksichtigung der Richtlinien für den Umgang mit und die Entsorgung von

zytotoxischen Arzneimitteln sind zu beachten.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

Hikma Farmacêutica (Portugal), S.A.

Estrada do Rio da Mó 8, 8A e 8B - Fervença

2705-906 Terrugem SNT (Portugal)

Mitvertrieb:

Hikma Pharma GmbH

Lochhamer Str. 13

82152 Martinsried

8.

Zulassungsnummer

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 10 mg: 3001928.00.00

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 25 mg: 3001928.01.00

Cisplatin-Lösung Ribosepharm 50 mg: 3001928.02.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

23. Mai 2002

10.

Stand der Information

12.2018

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen