Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Ciprofloxacinhydrochlorid (1:1) 1 H<2>O
Verfügbar ab:
Hexal Aktiengesellschaft
INN (Internationale Bezeichnung):
Ciprofloxacin hydrochloride (1: 1) 1 H 2 O
Darreichungsform:
Infusionslösung
Zusammensetzung:
Ciprofloxacinhydrochlorid (1:1) 1 H<2>O 0.1109g
Zulassungsnummer:
iomedica 100 mg/50 ml

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Gebrauchsinformation:InformationfürdenAnwender

CiprofloxacinRegiomedica100mg/50ml,Infusionslösung

Wirkstoff:Ciprofloxacinhydrochlorid1H2O

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WennSieweitereFragenhaben,wendenSiesichanIhrenArztoder

Apotheker.

DiesesArzneimittelwurdeIhnenpersönlichverschrieben.GebenSiees

nichtanDritteweiter.EskannanderenMenschenschaden,auchwenn

diesedieselbenSymptomehabenwieSie.

WenneinederaufgeführtenNebenwirkungenSieerheblich

beeinträchtigtoderSieNebenwirkungenbemerken,dienichtindieser

Gebrauchsinformationangegebensind,informierenSiebitteIhrenArzt

oderApotheker.

1.WasistCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlundwofürwirdes

angewendet?

2.WasmüssenSievorderAnwendungvonCiprofloxacinRegiomedica100

mg/50mlbeachten?

3.WieistCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlanzuwenden?

4.WelcheNebenwirkungensindmöglich?

5.WieistCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlaufzubewahren?

6.WeitereInformationen

1 1.WASISTCIPROFLOXACINREGIOMEDICA100MG/50MLUND

WOFÜRWIRDESANGEWENDET?

CiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlisteinAntibiotikum.Ciprofloxacin,

derWirkstoffvonCiprofloxacinRegiomedica100mg/50ml,gehörtzur

StoffgruppederChinolone.HauptangriffsortdieserAntibiotikaistein

bakteriellesEnzym(Gyrase),dasfürdieVermehrungderBakterien

lebensnotwendigist.DieHemmungdiesesEnzymsdurchCiprofloxacinführt

zuderkeimabtötenden(bakteriziden)WirkungaufdieKrankheitserreger.

CiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlwirdangewendetbei:

Erwachsenen:

ZurBehandlungdernachfolgendaufgeführtenInfektionendurch

Ciprofloxacin-empfindlicheKrankheitserreger:

Infektionen

derAtemwege.CiprofloxacinkannzurBehandlungvon

Lungenentzündungenangewendetwerden,diedurcheinebestimmte

GruppevonKrankheitserregern(gramnegativeBakterien)hervorgerufen

werden BeiPneumokokken-Pneumonie(durchbestimmteBakterien

verursachteFormderLungenentzündung)imambulantenBereichist

CiprofloxacinnichtdasMitteldererstenWahl .

desMittelohres(Otitismedia),derNasennebenhöhlen(Sinusitis),

insbesonderewennsiedurchbestimmteKrankheitserreger

(gramnegativeKeimeeinschließlichPseudomonasaeruginpsa)

verursachtsind.

CiprofloxacinistnichtindiziertbeiderakutenAnginatonsillaris.

derAugen

derNierenund/oderderableitendenHarnwege

derGeschlechtsorgane,einschließlichEntzündungderweiblichen

Geschlechtsorgane(Adnexitis),derVorsteherdrüse(Prostatitis),

Gonorrhoe(Tripper)

GegenTreponemapallidumistCiprofloxacinnichtwirksam.

desBauchraums z.B.desMagen-Darm-Traktes,derGallenwege,des

Bauchfelles(Peritonitis) 

derHautunddesWeichteilgewebes

derKnochenundGelenke.

Blutvergiftung(Sepsis)

InfektionenoderdrohendeInfektionsgefahr(Prophylaxe)beiPatientenmit

geschwächterkörpereigenerAbwehr(z.B.unterBehandlungmit

Immunsuppressivabzw.imneutropenischenZustand).

AnwendungzurselektivenDarmdekontaminationbeiimmunsuppressiv

behandeltenPatienten.

KindernundJugendlichen:

Akute,durchP.aeruginosaverursachteInfektionsschübeeinerzystischen

FibrosebeiKindernundJugendlichenimAltervon5–17Jahren,sofern

wirksamereparenteraleBehandlungsmöglichkeitennichtanwendbar

erscheinen.BeianderenIndikationenwirdCiprofloxacinnichtempfohlen.

Milzbrand:

ZurSoforttherapieundzurBehandlungdesMilzbrandesnachInhalationder

ErregerBacillusanthracis.DieWirksamkeitvonCiprofloxacinbeiMilzbrand

wurdeexperimentellbelegt.

2 2.WASMÜSSENSIEVORDERANWENDUNGVONCIPROFLOXACIN

REGIOMEDICA100MG/50MLBEACHTEN?

CiprofloxacinRegiomedica100mg/50mldarfnichtangewendetwerden,

-wennSieüberempfindlich(allergisch)gegenCiprofloxacinodergegen

andereAntibiotikavomChinolontypsind.

-wennSieschwangersindoderstillen

-wennbeiIhnenschoneinmalimZusammenhangmitderGabevon

AntibiotikaausdergleichenStoffgruppeSehnenerkrankungen

aufgetretensind

-vonKindernundJugendlichenimWachstumsalter(5-17Jahre),außerzur

BehandlungvonakutenInfektionsschübeneinercystischenFibroseund

zurSoforttherapieundBehandlungdesMilzbrandesnachInhalationder

ErregerBacillusanthracis,dakeineErfahrungenüberdieSicherheitder

AnwendungbeidiesenAltersgruppenvorliegen.Hinweiseaus

TierversuchenweisenaufdieMöglichkeitvon

GelenkknorpelschädigungenbeiPatientenhin,diesichnochinder

Wachstumsphasebefinden.

-beiKindernunter5Jahren,außerzurSoforttherapieundBehandlungdes

MilzbrandesnachInhalationderErregerBacillusanthracis.

BesondereVorsichtbeiderAnwendungvonCiprofloxacinRegiomedica

100mg/50mlisterforderlich,

-wennbeiIhneneinAnfallsleiden(Epilepsie)odereineandere

VorschädigungdesZentralnervensystems(z.B.erniedrigte

Krampfschwelle,KrampfanfälleinderVergangenheit,verringerte

Hirndurchblutung,VeränderunginderGehirnstrukturoder

Schlaganfall)vorliegt.SiesindindiesemFallwegenmöglicher

NebenwirkungenaufdaszentraleNervensystemgefährdet.IhrArzt

mussüberIhreVorgeschichteinformiertwerden,damiterdieses

RisikogegendenNutzeneinerBehandlungmitCiprofloxacin

Regiomedica100mg/50mlabwägenkann.

-wennbeiIhneneinMangelanGlucose-6-Phosphat-Dehydrogenase

(erblicheStoffwechselstörungderrotenBlutkörperchen)bestehtoder

inderFamiliengeschichtevorkam.IndiesenFällenkann

CiprofloxacinReaktionenauslösen,diezurZerstörungderroten

Blutkörperchenführen(Hämolyse).

-wennSieuntereinerbestimmtenFormderMuskelschwächemit

Lähmungserscheinungen(Myastheniagravis)leiden.IhrArztwirddie

DosisbesonderssorgfältigeinstellenunddenBehandlungsverlauf

engmaschigkontrollieren.

BeimAuftretenschwererundanhaltenderDurchfällewährendodernach

derBehandlungbestehtderVerdachtaufeineDickdarmentzündung

(pseudomembranöseKolitis).IndiesenFällenistCiprofloxacin

Regiomedica100mg/50mlsofortabzusetzenundeinegeeignete

BehandlungdurchdenArzteinzuleiten.Arzneimittel,diedie

Darmbewegungenhemmen,dürfennichtangewendetwerden.

KristalleimHarn(Kristallurie)wurdeninVerbindungmitderAnwendung

vonCiprofloxacinbeschrieben.Patienten,diemitCiprofloxacin

Regiomedica100mg/50mlbehandeltwerden,solltenausreichend

Flüssigkeitaufnehmen,eineübermäßigeAlkalisierungdesHarnssollte

vermiedenwerden.

CiprofloxacinführteinseltenenFällenzuLichtempfindlichkeit.Bitte

vermeidenSiedaherwährendderBehandlungmitCiprofloxacin

Regiomedica100mg/50mllängereSonneneinwirkungoder

UV-Bestrahlung(Solarium).Wenndiesnichtmöglichist,solltenSie

geeigneteVorkehrungentreffen(z.B.Verwendungvon

Sonnenschutzmitteln).WenntrotzdemLichtempfindlichkeitsreaktionen

(z.B.Sonnenbrand-ähnlicheHautreaktionen)auftreten,mussdie

Behandlungeventuellabgebrochenwerden.BefragenSiehierzubitte

IhrenArzt.

BeiPatienten,diemitKortikoidenbehandeltwurden,wurdenbei

gleichzeitigerBehandlungmitCiprofloxacinSehnenentzündungen

und/oderSehnenrisse,vorallemderAchillessehne,beobachtet.Beiden

erstenAnzeichenvonSchmerzenodereinerEntzündungsolltedie

BehandlungabgesetztunddiebetroffeneExtremitätvollständigentlastet

werden.TretenSymptomeanderAchillessehneauf,solltenbeidseitig

MaßnahmenzurVermeidungeinesAbrissesergriffenwerden(z.B.

SchienungbeiderAchillessehnenoderStützungbeiderFersen)(siehe

auchGegenanzeigen).

BeischwerenInfektionen(z.B.Sepsis)sollteCiprofloxacinimmermiteinem

geeignetenantiinfektivemArzneimittelkombiniertwerden.BeiInfektionen,bei

denennebenGram-negativenKrankheitserregernmitnachgewiesener

EmpfindlichkeitgegenüberCiprofloxacinhäufigandereKrankheitserreger

beteiligtsind,gegendieCiprofloxacinkeineoderkeineausreichende

klinischeWirksamkeitbesitzt(z.B.Anaerobier,Gram-positve

Krankheitserreger),sollteCiprofloxacinnurdannalsMonotherapieverwendet

werden,wenndieBeteiligungdieserKrankheitserregerausgeschlossenist.

AnsonstenistCiprofloxacinbeisolchenErkrankungen(z.B.Infektionender

Bauchhöhle,derHautunddesWeichteilgewebes,derKnochenundGelenke)

nurinKombinationmiteinemgeeignetenantiinfektivemArzneimittelzu

verwenden.

WasistbeiKindern,JugendlichenundälterenMenschenzu

beachten?

WieauchvonanderenChinolonenbekannt,verursachtCiprofloxacin,der

WirkstoffvonCiprofloxacinRegiomedica100mg/50ml,Schädigungenan

dengewichttragendenGelenkenjungerTiere.DieAuswertungder

SicherheitsdatenvonPatientenimAlterunter18Jahrenmitüberwiegend

zystischerFibrose(Mukoviszidose)zeigtekeineHinweiseauf

Gelenk-/Knorpelschädigungen.

MitAusnahmevonakuten,durchPseudomonasaeruginosaverursachten

InfektionsschübeneinerzystischenFibrose(Mukoviszidose)beiKindern

undJugendlichen(von5-17Jahren),sollteCiprofloxacinRegiomedica100

mg/50mlbeiKindernundJugendlichennichtangewendetwerden.

UnterBehandlungmitCiprofloxacinkanneszueinerSehnenentzündung

(Tendinitis)oderSehnenrissen(z.B.derAchillessehne)kommen.Dies

wurdevorallembeiälterenPatientenbeobachtet.Beidenersten

AnzeichenvonSchmerzenodereinerEntzündungsolltedieBehandlung

abgesetztunddiebetroffeneExtremitätvollständigentlastetwerden.

TretenSymptomeanderAchillessehneauf,solltenbeidseitigMaßnahmen

zurVermeidungeinesAbrissesergriffenwerden(z.B.Schienungbeider

AchillessehnenoderStützungbeiderFersen.

ÄlterePatientensollteninAbhängigkeitvonderSchwerederInfektionund

derNierenfunktioneinemöglichstniedrigeDosiserhalten.

BeiAnwendungvonCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlmit

anderenArzneimitteln:

BitteinformierenSieIhrenArztoderApotheker,wennSieandere

Arzneimitteleinnehmen/anwendenbzw.vorkurzem

eingenommen/angewendethaben,auchwennessichumnicht

verschreibungspflichtigeArzneimittelhandelt.

Xanthine

DiezeitgleicheGabevonCiprofloxacinundTheophyllin(Asthmamittel)

kannzueinemunerwünschtenAnstiegderTheophyllin-Konzentrationim

BlutunddamitzuTheophyllin-verursachtenNebenwirkungenführen,diein

Einzelfällenlebensbedrohlichodertödlichseinkönnen.Wennaufeine

zeitgleicheAnwendungbeiderPräparatenichtverzichtetwerdenkann,

solltedieTheophyllinkonzentrationimBlutkontrolliertundseineDosierung

angemessengesenktwerden.BeigleichzeitigerGabevonCiprofloxacin

undCoffeinbzw.Pentoxifyllin(durchblutungsförderndesMittel)wurden

erhöhteKonzentrationendieserXanthin-Derivate(Coffein,Pentoxifyllin)im

Blutberichtet.

NichtsteroidaleAntiphlogistika

AustierexperimentellenUntersuchungenistbekannt,dassdieKombination

sehrhoherDosenvonChinolonen(Gyrasehemmern)undeinigen

entzündungshemmendenMedikamenten(nichtsteroidalenAntiphlogistika),

ausgenommenAcetylsalicylsäure,Krämpfeauslösenkann.

Ciclosporin

BeiderzeitgleichenGabevonCiprofloxacinundCiclosporin(Mittelzur

UnterdrückungderkörpereigenenAbwehr)wurdeinEinzelfälleneine

vorübergehendeBeeinträchtigungderNierenfunktionmitAnstiegder

KreatininkonzentrationimBlutbeobachtet.FallsSiediesebeiden

Arzneimittelgleichzeitiganwenden,isteineengmaschigeKontrolleIhres

Kreatininwerteserforderlich(2xwöchentlich).

Warfarin

WennSieCiprofloxacinundWarfarin(gerinnungshemmendesMittel)

gleichzeitiganwenden,kanndieWirkungvonWarfarinverstärktwerden.

Glibenclamid

WennSieCiprofloxacinundGlibenclamid(MittelzurBehandlungder

Zuckerkrankheit)zeitgleichanwenden,kanninEinzelfällendieWirkung

vonGlibenclamidbiszurUnterzuckerung(Hypoglykämie)verstärkt

werden.

Probenecid

Probenecid(Gichtmittel)beeinflusstdieAusscheidungvonCiprofloxacinim

Harn(renaleSekretion).WennSieCiprofloxacinundProbenecid

gleichzeitiganwenden,steigtdieKonzentrationvonCiprofloxacinimBlut

(Serum).

Metoclopramid

Metoclopramid(Magen-Darm-Mittel)beschleunigtdieAufnahme

(Resorption)vonCiprofloxacinindenBlutkreislaufundführtinnerhalb

kürzererZeitzumaximalenBlutspiegeln.EineAuswirkungaufdie

VerfügbarkeitimmenschlichenKörper(Bioverfügbarkeit)wurdenicht

festgestellt.

Mexiletin

DiegleichzeitigeGabevonCiprofloxacinundMexiletinkannzueiner

erhöhtenMexiletin-Konzentrationführen.

Phenytoin

BeigleichzeitigerGabevonCiprofloxacinundPhenytoinwurdevon

vermindertenbishinzuerhöhtenPhenytoin-Konzentrationenberichtet.

Diazepam

DabeigleichzeitigerGabevonCiprofloxacinundDiazepamein

verzögerterDiazepam-AbbauimKörper(verminderteClearance,

verlängerteHalbwertszeit)berichtetwurde,wirdeinesorgfältige

ÜberwachungderDiazepam-Behandlungempfohlen.

Methotrexat

BeigleichzeitigerGabevonCiprofloxacinundMethotrexatkönnendurch

eineverzögerteAusscheidungvonMethotrexatdessenPlasmaspiegel

erhöhtsein.DadieszueinemgesteigertenRisikoMethotrexat-bedingter

toxischerReaktionenführenkann,solltendiePatientensorgfältig

überwachtwerden.

ChemischeUnverträglichkeiten

CiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlist–soferndieVerträglichkeitmit

anderenInfusionslösungen/Arzneimittelnnichterwiesenist–grundsätzlich

getrenntanzuwenden.SichtbareZeichenderUnverträglichkeitsindz.B.

Ausfällung,Trübung,Verfärbung.

UnverträglichkeitbestehtzuallenInfusionslösungen/Arzneimitteln,diebeim

pH-WertvonCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlphysikalischoder

chemischnichtstabilsind(z.B.Penicilline,Heparin-Lösungen),

insbesonderebeiKombinationmitalkalischeingestelltenLösungen(pH-Wert

derCiprofloxacinInfusionslösungen:3,5-4,5).

SchwangerschaftundStillzeit

Schwangerschaft

CiprofloxacinRegiomedica100mg/50mldarfwährendder

Schwangerschaftnichtangewendetwerden,dazurZeitnoch

unzureichendeErfahrungenüberdieSicherheitfürdasungeboreneKind

vorliegen.TierversucheunddiebisherbeobachtetenSchwangerschaften

habenzwarkeineHinweiseaufMissbildungen(teratogeneWirkungen)

undandereKomplikationenergeben;eineSchädigunganden

GelenkknorpelnbeimungeborenenKindistjedochnichtvöllig

auszuschließen.

Stillzeit

AuchwennSiestillen,darfCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlnicht

angewendetwerden,daCiprofloxacinindieMuttermilchübergehtundden

Säuglingbeeinträchtigenkönnte.

VerkehrstüchtigkeitunddasBedienenvonMaschinen:

CiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlkannauchbei

bestimmungsgemäßemGebrauchdasReaktionsvermögensoweitverändern,

dassdieFähigkeitzumFührenvonFahrzeugen,zumBedienenvon

MaschinenoderzumArbeitenohnesicherenHaltbeeinträchtigtwird.Diesgilt

imverstärktenMaßebeiBehandlungsbeginn,Dosiserhöhungund

Präparatewechsel,sowieimZusammenwirkenmitAlkohol.

WichtigeInformationenüberbestimmtesonstigeBestandteilevon

CiprofloxacinRegiomedica100mg/50ml

1Durchstechflascheenthältmaximal7,8mmol(200mg)Natrium.WennSie

einekochsalzarmeDiäteinhaltenmüssen,solltenSiediesberücksichtigen.

3 3.WIEISTCIPROFLOXACINREGIOMEDICA100MG/50ML

ANZUWENDEN?

WendenSieCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlimmergenaunachder

AnweisungdesArztesan.BittefragenSiebeiIhremArztoderApotheker

nach,wennSiesichnichtganzsichersind.

Soweitnichtandersverordnet,werdenfolgendeRichtdosen

empfohlen:

Erwachsene:

Anwendungsgebiete Einzel-/Tagesdosen

beiErwachsenen(mgCiprofloxacin)

(2xtägl.imAbstandvon12Std.

oder3xtägl.imAbstandvon8

Stunden)

Atemwegsinfektionen* 2x200-400

-jenachSchweregradund

Erreger

Harnwegsinfektionen

–akut,unkompliziert 2x100

–ZystitisderFrau Einzeldosis100

(vorderMenopause)

–kompliziert 2x200

Gonorrhoe

–extragenital 2x100

–akut,unkompliziert Einzeldosis100

Diarrhoe 2x200

ÜbrigeInfektionen* 2x200-400

(vgl.Anwendungsgebiete)

Beibesondersschweren,lebensbedrohlichenInfektionen,bei

rezidivierendenInfektionsschüben,beiMukoviszidose-Patienten,bei

Knochen-undGelenkinfektionen,SepsisundPeritonitisbetragendie

Richtdosen3x400mgCiprofloxacin,insbseonderebeiBeteiligungvon

Pseudomonasaeruginosa.DieseDosierungistauchdannanzuwenden,

wennInfektionenmitKrankheitserregernmitCiprofloxacintherapiert

werden,beidenenCiprofloxacinnichtMitteldererstenWahlist.

BeiChlamydieninfektionendesUrogenitaltraktesistdieDosisgegebenenfalls

auf3x400mgintravenöszusteigern.

Hinweis:

NebenCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlstehenweitere,höher

dosierteInfusionslösungenfürdieintravenöseTherapiesowieorale

DarreichungsformenzurVerfügung.

ImAnschlussandieintravenöseAnwendungisteineoraleWeiterbehandlung

möglich.

ÄlterePatienten:

PatientenimhöherenLebensaltersollteninAbhängigkeitvonderSchwere

derErkrankungundderNierenfunktion(Kreatinin-Clearance)einemöglichst

niedrigeDosiserhalten.

KinderundJugendliche:

KlinischeundpharmakokinetischeDatenstützendenEinsatzvon

CiprofloxacinbeiKindernundJugendlichenimAltervon5–17Jahrenmit

durchP.aeruginosaverursachtenakutenInfektionsschübeneinerzystischen

FibrosebeieinerDosisvon3-maltäglich10mg/kgi.v.(maximal1200

mg/Tag).

BeiMilzbrand:

Erwachsene:

2-maltäglich400mg

Kinder:

2-maltäglich10mg/kgKörpergewicht.DiemaximaleEinzeldosisbeiKindern

sollte400mgnichtüberschreiten.

DieBehandlungsollteunverzüglichnacheinervermutetenoderbestätigten

InhalationvonMilzbranderregernbegonnenwerden.

TherapeutischeWirksamkeitkannnachAnwendungdieserDosierungen

aufgrundderEmpfindlichkeitderErregerinvitroundderjeweilszu

erwartendenPlasmaspiegelangenommenwerden.

EingeschränkteNieren-bzw.Leberfunktion:

Erwachsene

1. EingeschränkteNierenfunktion

Kreatinin-Clearance:zwischen31und60ml/minbzw.Serumkreatinin:

zwischen1,4und1,9mg/100ml:

Dosierungoral:max.1000mgCiprofloxacinproTag

Dosierungintravenös:max.800mgCiprofloxacinproTag

Kreatinin-Clearance: 30ml/minbzw.Serumkreatinin:2mg/100ml

Dosierungoral:max.500mgCiprofloxacinproTag

Dosierungintravenös:max.400mgCiprofloxacinproTag

2. EingeschränkteNierenfunktion+Hämodialyse

Dosierungwieunter1.,anDialysetagenimAnschlussandieDialyse.

3. EingeschränkteNierenfunktion+CAPDmitPeritonitis

ZugabevonCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlzumDialysat

(intraperitoneal):

4-maltägl.imAbstandvon6Std.50mgCiprofloxacinproLiterDialysat.

IndieserIndikationliegennurbegrenzteklinischeErfahrungenmiteiner

geringenPatientenzahlvor.DamitausreichendhoheKonzentrationen

anCiprofloxacinimPeritoneumerreichtwerden,istCiprofloxacin

Regiomedica100mg/50mlinhoherDosierunganzuwenden.Daher

müssendiePatientensorgfältighinsichtlichNebenwirkungenüberwacht

werden.WennklinischrelevanteNebenwirkungenoderSymptomeeiner

Überdosierungauftreten,mussdieDosisgesenktoderCiprofloxacin

Regiomedica100mg/50mlabgesetztwerden.

4. EingeschränkteLeberfunktion

Dosisanpassungnichterforderlich.

5. EingeschränkteNieren-undLeberfunktion

Dosisanpassungwieunter1.,eventuellKonzentrationsbestimmungen

vonCiprofloxacinimSerum.

KinderundJugendliche

ZumEinflusseinereingeschränktenNieren-undLeberfunktionaufdie

DosierungbeiKindernundJugendlichenliegenkeineErkenntnissevor.

ArtderAnwendung

ZurintravenösenAnwendung.

DieInfusionsdauerbeträgt30min.DieInfusionslösungenkönnendirektoder

nachvorherigerZugabezudenuntenangegebenenkompatiblen

Infusionslösungeninfundiertwerden.

CiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlistmitfolgendenInfusionslösungen

kompatibel:

mitphysiologischerNaCl-Lösung,Ringer-oderRinger-Lactat-Lösung,5%iger

oder10%igerGlucoselösung.

WirdCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlmitanderenkompatiblen

Infusionslösungengemischt,soistdieseInfusionslösungaus

mikrobiologisch-hygienischenGründenundausGründendesLichtschutzes

gleichnachihrerHerstellungzuverwenden.

DauerderAnwendung

Erwachsene:

DieBehandlungsdauerrichtetsichnachderSchwerederErkrankungsowie

nachdemklinischenundbakteriologischenVerlauf.Grundsätzlichsolltedie

Behandlungwenigstens3TageüberdieEntfieberungbzw.das

VerschwindenklinischerSymptomehinauskonsequentweiterdurchgeführt

werden.

DurchschnittlicheBehandlungsdauer:

1TagbeiakuterunkomplizierterGonorrhoeundZystitis,

biszu7TagenbeiInfektionenderNieren,derHarnwegeunddes

Bauchraums,

überdengesamtenZeitraumderneutropenischenPhasebeiPatienten

mitgeschwächterkörpereigenerAbwehr,

maximal2MonatebeiOsteomyelitisund

7–14TagebeiallenübrigenInfektionen.

Chlamydieninfektionensolltenmindestens10Tagebehandeltwerden.

KinderundJugendliche:

Fürakute,durchP.aeruginosaverursachteInfektionsschübeeiner

zystischenFibrosebeiKindernundJugendlichenimAltervon5–17Jahren

beträgtdieBehandlungsdauer10–14Tage.

BeiMilzbrand:

60TagebeiSoforttherapieundzurBehandlungvonInfektionennach

InhalationvonMilzbranderregern.

WennSieeinegrößereMengeCiprofloxacinRegiomedica100mg/50ml

angewendethabenalsSiesollten

SchädigendeWirkungen(Toxizität):Trotzbegrenztervorliegender

ErfahrungenmiteinerÜberdosierungwirddieToxizitätfürgeringgehalten.

DieToxizitätssymptomebeieinerÜberdosierungmit12gwurdenalsleicht

beschrieben.

Symptome:Schwindel,Zittern,Kopfschmerz,Müdigkeit,Krampfanfälle,

Halluzinationen,Verwirrtheit.Magen-Darm-Störungen,Leber-und

Nierenstörungen,AusscheidungvonkleinenKristallenundBlutimHarn

(Kristallurie,Hämaturie).

ImFalleeinerÜberdosierungnehmenSiebittesofortmitIhremArzt

Kontaktauf.Erwird,fallserforderlich,denKrankheitszeichen(Symptome)

entsprechendfolgendeGegenmaßnahmeneinleiten:

Behandlung:ImFalleeinerakutenÜberdosierungkommteszueiner

reversiblenNierenschädigung.EliminationsförderndeMaßnahmenkönnen

angezeigtsein.DieGabevonAktivkohle,magnesium-oder

calciumhaltigenAntazidawirdzurVerringerungderResorptionvon

Ciprofloxacinempfohlen.DerPatientsolltewährenddersymptomatischen

undunterstützendenBehandlunguntergenauerBeobachtungbleiben.Die

Nierenfunktionsolltekontrolliertwerden.MitHämo-oderPeritonealdialyse

(BlutwäscheoderBauchfellspülung)wirdnureinegeringeMengean

Ciprofloxacin(<10%)eliminiert.EineadäquateFlüssigkeitszufuhrmuss

aufrechterhaltenwerden,umdasRisikoeinerKristalluriezuminimieren.

WennSieweitereFragenzurAnwendungdesArzneimittelshaben,fragen

SieIhrenArztoderApotheker

4 4.WELCHENEBENWIRKUNGENSINDMÖGLICH?

WiealleArzneimittelkannCiprofloxacinRegiomedica100mg/50ml

Nebenwirkungenhaben,dieabernichtbeijedemauftretenmüssen.

BeiderBewertungvonNebenwirkungenwerdenfolgende

Häufigkeitsangabenzugrundegelegt:

Sehrhäufig:mehrals1von10Behandelten

Häufig: wenigerals1von10,abermehrals1von100Behandelten

Gelegentlich:wenigerals1von100,abermehrals1von1000

Behandelten

Selten: wenigerals1von1000,abermehrals1von10000

Behandelten

Sehrselten:wenigerals1von10000Behandelten,einschließlich

Einzelfälle

ErkrankungendesBlutesunddesLymphsystems

gelegentlich:

VermehrungbestimmterweißerBlutkörperchen(Eosinophilie),Verminderung

weißerBlutkörperchen(Leukozytopenie)

selten:

Verminderungroterbzw.bestimmterweißerBlutkörperchen(Anämie,

Granulozytopenie)odervonBlutplättchen(Thrombozytopenie),

VermehrungvonweißenBlutzellen(Leukozytose)bzw.Blutplättchen

(Thromozytose),veränderteBlutgerinnungsfaktoren(Prothrombinwerte)

sehrselten:

gesteigerterAbbauroterBlutkörperchen(hämolytischeAnämie),

VerminderungallerBlutzellen(Panzytopenie,möglicherweise

lebensbedrohlich),starkeVerminderungbestimmterweißerBlutkörperchen

mitdenmöglichenAnzeichenSchüttelfrost,Fieber,BläschenimBereich

derMund-undRachenschleimhaut(Agranulozytose),

Knochenmarkdepression(möglicherweiselebensbedrohlich)

ErkrankungendesImmunsystems

sehrselten:

Serumkrankheits-ähnlicheReaktionen(mitz.B.Fieber,

Lymphknotenschwellung,Hautrötung,Juckreiz,Schwellungen[Ödeme]),

VerschlimmerungderSymptomeeinerMyastheniagravis

(belastungsabhängigeErmüdungderMuskulaturvorallemimBereichder

Gesichts-,Schlund-undAtemmuskeln).

EndokrineErkrankungen

selten:

ErhöhungdesBlutzuckers(Hyperglykämie)

ErkrankungendesNervensystem

gelegentlich:

Kopfschmerz,Schwindel,Müdigkeit,Schlaflosigkeit,Erregtheit,Verwirrtheit.

selten:

Halluzinationen,periphereEmpfindungsstörungen,Angstzustände,

Albträume,Depressionen,Zittern,Krampfanfälle,herabgesetzteEmpfindung

vonSinnesreizen(Hypästhesie),Migräne,Ohnmacht.

sehrselten:

Gangunsicherheit,ErhöhungdesSchädelinnendrucks,psychotische

Reaktionen(seelischeStörungmitVeränserungdesErlebens,bishinzur

Selbstgefährdung),teilweiseschonnachErstanwendung,

Koordinationsstörungen(Ataxie),ÜberempfindlichkeitfürSinnesreize

(Hyperästhesie),gesteigerteMuskelspannung,Muskelzucken

Augenerkrankungen

Sehstörungen(z.B.Doppeltsehen,Farbensehen),

ErkrankungendesOhresunddesLabyrinths

selten:

Ohrensausen,vorübergehendeSchwerhörigkeit,besondersim

Hochtonbereich

Herzerkrankungen

selten:

Herzjagen,Migräne,Ohnmacht,Hitzewallung,niedrigerBlutdruck

(Hypotension)

GEFÄßERKRANKUNGEN

SchwellungenderBeine(periphereÖdeme)

ErkrankungenderAtemwege,desBrustraumesundMediastinums

gelegentlich:

Geruchsstörungen

ErkrankungendesGastrointestinaltrakts

häufig:

Übelkeit,Durchfall

gelegentlich:

Erbrechen,Verdauungsstörungen,Bauchschmerzen,Blähungen,

Appetitlosigkeit,Geschmacksstörungen

Selten:

VerlustdesGeschmacksvermögens,dernormalerweisenachAbsetzender

Therapiereversibelist.

sehrselten:

Dickdarmentzündung(pseudomembranöseKolitis)

Leber-undGallenerkrankungen

gelegentlich:

besondersbeiPatientenmitvorgeschädigterLeberAnstiegvonEnzymen

(Transaminasen,alkalischenPhosphatase),bishinzurGelbsucht,

vorübergehenderAnstiegvonHarnstoff,KreatininoderBilirubin

(Gallenfarbstoff)imSerum.

sehrselten:

Leberschäden(Hepatitis,Leberzellnekrosebishinzumlebensbedrohlichen

Leberausfall),EntzündungderBauchspeicheldrüse(Pankreatitis),Anstieg

vonEnzymenderBauchspeicheldrüse(Amylaseund/oderLipase)

ErkrankungenderHautunddesUnterhautzellgewebes

häufig:

Hautausschläge

gelegentlich:

Juckreiz,Nesselsucht(Urtikaria)

selten:

LichtempfindlichkeitmitRötungderHaut(Photosensitivität),Schwitzen

sehrselten:

punktförmigeHautblutungen(Petechien),BlasenbildungenmitEinblutungen

(hämorrhagischeBullae)undkleineKnötchen(Papeln)mitKrustenbildungals

AusdruckeinerGefäßbeteiligung(Vaskulitis),Knotenrose(Erythema

nodosum),fixesArzneimittelexanthem,scheibenförmigeHautrötungen

(Erythemaexsudativummultiformeminor)bishinzuschweren

Verlaufsformen(Stevens-Johnson-Syndrom),blasigeAblösungvon

Oberhaut,Mund-undNasenschleimhaut(Lyell-Syndrom)

Skelettmuskulatur-,Bindegewebs-undKnochenerkrankungen

gelegentlich:

Gelenkschmerzen,Schwächegefühl

selten:

Muskelschmerzen,Gelenkschwellung

sehrselten:

Sehnenentzündung,Sehnenscheidenentzündung,Sehnenriss,

Muskelschwäche

ErkrankungenderNiereundderHarnwege

selten:

Nierenentzündung(interstitielleNephritis),vorübergehendeEinschränkung

derNierenfunktionbishinzumvorübergehendenNierenversagen,

HarnkristalleoderroteBlutkörperchenimUrin

AllgemeineErkrankungenundBeschwerdenamVerabreichungsort

gelegentlich:

EinelangfristigeundwiederholteAnwendungkannzuSuperinfektionenmit

resistentenBakterienoderSprosspilzenführen.Gefäßentzündung

selten:

Arzneimittelfieber,Überempfindlichkeitsreaktionen

(anaphylaktische/anaphylaktoideReaktionen,z.B.SchwellungvonGesicht,

GefäßundKehlkopf,AtemnotbishinzumbedrohlichenSchock),teilweise

schonnachdererstenAnwendung,

Schmerzen(z.B.SchmerzenindenäußerenGliedmaßen,imRücken,inder

Brust)

InformierenSiebitteIhrenArztoderApotheker,wenneinederaufgeführten

NebenwirkungenSieerheblichbeeinträchtigtoderSieNebenwirkungen

bemerken,dienichtindieserGebrauchsinformationangegebensind.

5 5.WIEISTCIPROFLOXACINREGIOMEDICA100MG/50ML

AUFZUBEWAHREN?

ArzneimittelfürKinderunzugänglichaufbewahren.

SiedürfendasArzneimittelnachdemaufderFaltschachtelunddem

FlaschenetikettangegebenenVerfallsdatumnichtmehrverwenden.

DurchstechflascheimUmkartonaufbewahren,umdenInhaltvorLichtzu

schützen.

NichtimKühlschranklagernodereinfrieren.

BeiTageslichtwurdediechemischeundphysikalischeStabilitätder

unverdünntenLösungüber5Tagebei17 Cnachgewiesen.

AusmikrobiologischerSichtsolltedasArzneimittelsofortverwendet

werden,esseidenn,dieMethodedesÖffnensschließtdasRisikoeiner

mikrobiellenKontaminationaus.WenndasArzneimittelnichtsofort

verwendetwird,istderAnwenderfürdieDauerunddieBedingungender

Aufbewahrungverantwortlich.

HinweisaufHaltbarkeitnachAnbruchoderZubereitung

JedenichtverbrauchteInfusionslösungistzuverwerfen.

6 6.WEITEREINFORMATIONEN

WasCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlenthält:

DerWirkstoffistCiprofloxacinhydrochlorid1H2O

1Durchstechflaschemit50mlInfusionslösungenthält111mg

Ciprofloxacinhydrochlorid1H2O,entsprechend100mgCiprofloxacin.

DiesonstigenBestandteilesind:

Milchsäure,Natriumchlorid,Natriumhydroxid-Lösung40%,Salzsäure

25%,WasserfürInjektionszwecke

WieCiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlaussiehtundInhaltder

Packung:

CiprofloxacinRegiomedica100mg/50mlistinPackungenmit5x1

Durchstechflasche(N2)mit50mlInfusionslösungerhältlich.

PharmazeutischerUnternehmer

RegiomedicaGmbH

Teichstr.66

79539Lörrach

Hersteller

SalutasPharmaGmbH

Otto-von-Guericke-Allee1

39179Barleben

LekPharmaceuticalsd.d.

Verovškova57

1526Ljubljana

Slovenia

DieseGebrauchsinformationwurdezuletztüberarbeitetimApril2008

F A C H I N F O R M A T I O N

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml, Infusionslösung

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

1 Durchstechflasche mit 50 ml Infusionslösung enthält:

111 mg Ciprofloxacinhydrochlorid 1 H

O, entsprechend 100 mg

Ciprofloxacin.

1 Durchstechflasche mit 50 ml Infusionslösung enthält maximal 200

mg Natrium (7,8 mmol).

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe

Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Infusionslösung

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Bei Erwachsenen:

Unkomplizierte und komplizierte Infektionen, die durch

Ciprofloxacin-empfindliche Erreger hervorgerufen werden:

Infektionen

der Atemwege. Bei Pneumokokken-Pneumonien im ambulanten

Bereich ist Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml nicht das

Mittel der ersten Wahl. Die Anwendung von Ciprofloxacin

Regiomedica 100 mg/50 ml kann aber bei so genannten

Problemkeimen (z. B. Klebsiella, Enterobacter, Proteus,

Pseudomonas aeruginosa, Legionella, Escherichia coli)

angezeigt sein.

des Mittelohres (Otitis media), der Nasennebenhöhlen

(Sinusitis), insbesondere wenn sie durch gramnegative Keime

einschließlich Pseudomonas aeruginosa verursacht sind.

Ciprofloxacin ist nicht indiziert bei der akuten Angina

tonsillaris.

der Augen

der Nieren und/oder der ableitenden Harnwege

der Geschlechtsorgane, einschließlich Adnexitis, Gonorrhoe,

Prostatitis

Gegen Treponema pallidum ist Ciprofloxacin nicht wirksam.

des Bauchraums (z. B. des Magen-Darm-Traktes, der Gallenwege,

Peritonitis)

der Haut und des Weichteilgewebes

der Knochen und Gelenke

Sepsis

Infektionen oder drohende Infektionsgefahr (Prophylaxe) bei

Patienten mit geschwächter körpereigener Abwehr (z. B. unter

Behandlung mit Immunsuppressiva bzw. im neutropenischen

Zustand).

Anwendung zur selektiven Darmdekontamination bei

immunsuppressiv behandelten Patienten.

Bei Kindern und Jugendlichen:

Akute, durch P. aeruginosa verursachte Infektionsschübe einer

zystischen Fibrose bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5–

17 Jahren, sofern wirksamere parenterale Behandlungsmöglich-

keiten nicht anwendbar erscheinen. Bei anderen Indikationen wird

Ciprofloxacin nicht empfohlen.

Bei Milzbrand:

Zur Soforttherapie und zur Behandlung des Milzbrandes nach

Inhalation der Erreger Bacillus anthracis. Die Wirksamkeit von

Ciprofloxacin bei Milzbrand wurde experimentell belegt (siehe

Abschnitt 5 „Pharmakologische Eigenschaften“).

4.2 Dosierung,Art und Dauer der Anwendung

Erwachsene:

Soweit nicht anders verordnet, werden folgende Richtdosen

empfohlen:

Anwendungsgebiete Einzel-/Tagesdosen

bei Erwachsenen (mg

Ciprofloxacin) (2x tägl.

im Abstand von 12 Std.

oder 3x tägl. im Abstand

von 8 Stunden)

Atemwegsinfektionen* 2 x 200-400

- je nach Schweregrad und

Erreger

Harnwegsinfektionen

– akut, unkompliziert 2 x 100

– Zystitis der Frau Einzeldosis 100

(vor der Menopause)

– kompliziert 2 x 200

Gonorrhoe

– extragenital 2 x 100

– akut, unkompliziert Einzeldosis 100

Diarrhoe 2 x 200

Übrige Infektionen* 2 x 200-400

(vgl. Anwendungsgebiete)

*Bei besonders schweren, lebensbedrohlichen Infektionen, bei

rezidivierenden Infektionsschüben, bei Mukoviszidose-Patienten,

bei Knochen- und Gelenkinfektionen, Sepsis und Peritonitis

betragen die Richtdosen 3 x 400 mg Ciprofloxacin, insbseondere

bei Beteiligung von Pseudomonas aeruginosa. Diese Dosierung ist

auch dann anzuwenden, wenn Infektionen mit Krankheitserregern

mit Ciprofloxacin therapiert werden, bei denen Ciprofloxacin

nicht Mittel der ersten Wahl ist (s. a. 4.4. „Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung“).

Bei Chlamydieninfektionen des Urogenitaltraktes ist die Dosis

gegebenenfalls auf 3 x 400 mg intravenös zu steigern.

Im Anschluss an die intravenöse Anwendung ist eine orale

Weiterbehandlung möglich.

Ältere Patienten:

Patienten im höheren Lebensalter sollten in Abhängigkeit von der

Schwere der Erkrankung und der Kreatinin-Clearance eine

möglichst niedrige Dosis erhalten.

Kinder und Jugendliche:

Klinische und pharmakokinetische Daten stützen den Einsatz von

Ciprofloxacin bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5–17

Jahren mit durch P. aeruginosa verursachten akuten

Infektionsschüben einer zystischen Fibrose bei einer Dosis von

3x täglich 10 mg/kg i.v. (maximal 1200 mg/Tag).

Bei Milzbrand:

Erwachsene:

2mal täglich 400 mg

Kinder:

2mal täglich 10 mg/kg Körpergewicht. Die maximale Einzeldosis

bei Kindern sollte 400 mg nicht überschreiten.

Die Behandlung sollte unverzüglich nach einer vermuteten oder

bestätigten Inhalation von Milzbranderregern begonnen werden.

Therapeutische Wirksamkeit kann nach Anwendung dieser

Dosierungen aufgrund der Empfindlichkeit der Erreger in vitro

und der jeweils zu erwartenden Plasmaspiegel angenommen werden

(siehe auch Abschnitt 5 „Pharmakologische Eigenschaften“).

Eingeschränkte Nieren- bzw. Leberfunktion:

Erwachsene

1. Eingeschränkte Nierenfunktion

- Kreatinin-Clearance: zwischen 31 und 60 ml/min bzw.

Serumkreatinin: zwischen 1,4 und 1,9 mg/100 ml

Dosierung oral: max. 1000 mg Ciprofloxacin pro Tag

Dosierung intravenös: max. 800 mg Ciprofloxacin pro Tag

– Kreatinin-Clearance: 30 ml/min bzw.

Serumkreatinin: 2 mg/100 ml

Dosierung oral: max. 500 mg Ciprofloxacin pro Tag

Dosierung intravenös: max. 400 mg Ciprofloxacin pro Tag

2. Eingeschränkte Nierenfunktion + Hämodialyse

Dosierung wie unter 1., an Dialysetagen im Anschluss an die

Dialyse.

3. Eingeschränkte Nierenfunktion + CAPD mit Peritonitis

Zugabe von Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml zum

Dialysat (intraperitoneal):

4 x tägl. im Abstand von 6 Std. 50 mg Ciprofloxacin pro Liter

Dialysat.

In dieser Indikation liegen nur begrenzte klinische

Erfahrungen mit einer geringen Patientenzahl vor. Damit

ausreichend hohe Konzentrationen an Ciprofloxacin im

Peritoneum erreicht werden, ist Ciprofloxacin Regiomedica 100

mg/50 ml in hoher Dosierung anzuwenden. Daher müssen die

Patienten sorgfältig hinsichtlich Nebenwirkungen überwacht

werden. Wenn klinisch relevante Nebenwirkungen oder Symptome

einer Überdosierung auftreten, muss die Dosis gesenkt oder

Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml abgesetzt werden.

4. Eingeschränkte Leberfunktion

Dosisanpassung nicht erforderlich.

5. Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion

Dosisanpassung wie unter 1., eventuell

Konzentrationsbestimmungen von Ciprofloxacin im Serum.

Kinder und Jugendliche

Zum Einfluss einer eingeschränkten Nieren- und Leberfunktion auf

die Dosierung bei Kindern und Jugendlichen liegen keine

Erkenntnisse vor.

Art der Anwendung

Intravenösen Anwendung

Die Infusionsdauer beträgt 30 min für 100 und 200 mg

Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml bzw. 60 min für 400 mg

Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml. Die Infusionslösungen

können direkt oder nach vorheriger Zugabe zu den unten

angegebenen kompatiblen Infusionslösungen infundiert werden.

Die Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 mlen sind mit folgenden

Infusionslösungen kompatibel:

mit physiologischer NaCl-Lösung, Ringer- oder Ringer-Lactat-

Lösung, 5%iger oder 10%iger Glucoselösung.

Wird Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml mit anderen,

kompatiblen Infusionslösungen gemischt, so ist diese

Infusionslösung aus mikrobiologisch-hygienischen Gründen und aus

Gründen des Lichtschutzes gleich nach ihrer Herstellung zu

verwenden.

Dauer der Anwendung

Erwachsene:

Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Schwere der

Erkrankung sowie nach dem klinischen und bakteriologischen

Verlauf. Grundsätzlich sollte die Behandlung wenigstens 3 Tage

über die Entfieberung bzw. das Verschwinden klinischer Symptome

hinaus konsequent weiter durchgeführt werden.

Durchschnittliche Behandlungsdauer:

1 Tag bei akuter unkomplizierter Gonorrhoe und Zystitis,

bis zu 7 Tagen bei Infektionen der Nieren, der Harnwege und

des Bauchraums,

über den gesamten Zeitraum der neutropenischen Phase bei

Patienten mit geschwächter körpereigener Abwehr,

maximal 2 Monate bei Osteomyelitis und

7 – 14 Tage bei allen übrigen Infektionen.

Chlamydieninfektionen sollten ebenfalls mindestens 10 Tage

behandelt werden.

Kinder und Jugendliche:

Für akute durch P. aeruginosa verursachte Infektionsschübe einer

zystischen Fibrose bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 –

17 Jahren beträgt die Behandlungsdauer 10 – 14 Tage.

Bei Milzbrand:

60 Tage bei Soforttherapie und zur Behandlung von Infektionen

nach Inhalation von Milzbranderregern.

4.3 Gegenanzeigen

Ciprofloxacin darf nicht angewendet werden:

bei Überempfindlichkeit gegen Ciprofloxacin oder gegen andere

Antibiotika vom Chinolontyp

während Schwangerschaft und Stillzeit (siehe auch Abschnitt

4.6)

bei Patienten, bei denen in der Vorgeschichte im Zusammenhang

mit der Gabe von Fluorchinolonen Sehnenerkrankungen auftraten

(siehe Abschnitt 4.4)

bei Kindern und Jugendlichen im Wachstumsalter (5-17 Jahre),

außer zur Behandlung von akuten Infektionsschüben einer

cystischen Fibrose und zur Postexpositionsprophylaxe und

Behandlung des Milzbrandes nach Inhalation der Erreger

Bacillus anthracis(siehe Abschnitt 4.1, 4.2 und 4.4).

bei Kindern unter 5 Jahren, außer zur

Postexpositionsprophylaxe und Behandlung des Milzbrandes nach

Inhalation der Erreger Bacillus anthracis.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Bei Epileptikern und Patienten mit anderer Vorschädigung des

Zentralnervensystems (z. B. erniedrigte Krampfschwelle,

Krampfanfälle in der Vorgeschichte, verringerte

Hirndurchblutung, Veränderungen in der Gehirnstruktur oder

Schlaganfall) ist Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml nur

nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung anzuwenden, da diese

Patienten wegen möglicher zentralnervöser Nebenwirkungen

gefährdet sind.

In Einzelfällen traten teilweise schon nach Erstanwendung

psychotische Reaktionen (bis hin zur Selbstgefährdung) auf. In

diesen Fällen ist Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml sofort

abzusetzen und der behandelnde Arzt zu verständigen.

Beim Auftreten von schweren und anhaltenden Durchfällen während

oder nach der Therapie sollte der Arzt befragt werden, weil sich

dahinter eine ernst zu nehmende, möglicherweise

lebensbedrohliche Darmerkrankung (pseudomembranöse Kolitis)

verbergen kann, die sofort behandelt werden muss. In solchen

Fällen ist Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml abzusetzen und

eine geeignete Therapie einzuleiten (z. B. Vancomycin oral, 4 x

250 mg täglich). Peristaltikhemmende Präparate sind

kontraindiziert.

In Einzelfällen kann es unter der Behandlung mit Fluorchinolonen

zu Tendinitis und möglicherweise zur Sehnenruptur (z. B. der

Achillessehne) kommen. Solche Ereignisse wurden überwiegend bei

älteren Patienten beobachtet, die zuvor systemisch mit

Kortikosteroiden behandelt wurden. Bei Verdacht auf eine

Sehnenentzündung muss die Behandlung mit Ciprofloxacin

Regiomedica 100 mg/50 ml sofort beendet, körperliche Belastung

vermieden und unter Umständen eine ärztliche Behandlung

eingeleitet werden.

Obwohl eine Photosensibilisierung unter Ciprofloxacin nur sehr

selten auftritt, sollten Patienten, die mit Ciprofloxacin

Regiomedica 100 mg/50 ml behandelt werden, sich nicht unnötig

dem Sonnenlicht aussetzen und Bestrahlungen mit UV-Licht

(Höhensonne, Solarium) vermeiden. Die Behandlung sollte

abgebrochen werden, wenn Photosensibilitätsreaktionen (z. B.

Sonnenbrand- ähnliche Hautreaktionen) auftreten.

In Einzelfällen traten teilweise schon nach Erstanwendung

Überempfindlichkeitsreaktionen (bis hin zu anaphylaktoiden/ana-

phylaktischen Reaktionen) auf. In diesen Fällen ist

Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50 ml sofort abzusetzen und

eine ärztliche Behandlung (z. B. Schocktherapie) erforderlich.

Bei schweren Infektionen (z. B. Sepsis) sollte Ciprofloxacin

immer mit einem geeigneten antiinfektivem Arzneimittel

kombiniert werden. Bei Infektionen, bei denen neben Gram-

negativen Krankheitserregern mit nachgewiesener Empfindlichkeit

gegenüber Ciprofloxacin häufig andere Krankheitserreger

beteiligt sind, gegen die Ciprofloxacin keine oder keine

ausreichende klinische Wirksamkeit besitzt (z. B. Anaerobier,

Gram-positve Krankheitserreger) sollte Ciprofloxacin nur dann

als Monotherapie verwendet werden, wenn die Beteiligung dieser

Krankheitserreger ausgeschlossen ist. Ansonsten ist

Ciprofloxacin bei solchen Erkrankungen (z. B. Infektionen der

Bauchhöhle, der Haut und des Weichteilgewebes, der Knochen und

Gelenke) nur in Kombination mit einem geeigneten antiinfektivem

Arzneimittel zu verwenden.

1 Durchstechflasche enthält maximal 7,8 mmol (200 mg) Natrium.

Dies ist zu berücksichtigen bei Personen unter Natrium

kontrollierter (natriumarmer/kochsalzarmer) Diät.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen:

Wie auch von anderen Gyrasehemmern bekannt, verursacht

Ciprofloxacin Schädigungen an den gewichttragenden Gelenken

juveniler Tiere. Die Auswertung der Sicherheitsdaten von

Patienten im Alter unter 18 Jahren mit überwiegend zystischer

Fibrose (Mukoviszidose) zeigten keine Hinweise auf Gelenk-/

Knorpelschädigungen.

Die heutigen Erkenntnisse stützen die Anwendung von

Ciprofloxacin für die Therapie bei akuten, durch P. aeruginosa

verursachten Infektionsschüben einer zystischen Fibrose bei

Kindern und Jugendlichen im Alter von 5 – 17 Jahren; für die

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen mit anderen Infektionen

und bei Kindern unter 5 Jahren liegen bisher nur unzureichende

Erkenntnisse vor. Daher soll Ciprofloxacin bei anderen

Infektionen und generell bei Kindern unter 5 Jahren nicht

angewendet werden.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechsel-

wirkungen

Xanthine

Die zeitgleiche Gabe von Ciprofloxacin und Theophyllin kann zu

einem unerwünschten Anstieg der Theophyllin-Konzentration im

Serum führen. Auf diese Weise können Theophyllin-verursachte

Nebenwirkungen auftreten, die in Einzelfällen lebensbedrohlich

oder tödlich sein können. Falls auf eine zeitgleiche Anwendung

beider Präparate nicht verzichtet werden kann, sollte die Se-

rumkonzentration von Theophyllin kontrolliert und seine

Dosierung angemessen reduziert werden. Bei zeitgleicher Gabe von

Ciprofloxacin und Coffein bzw. Pentoxifyllin wurden erhöhte

Serumkonzentrationen dieser Xanthin-Derivate berichtet.

nichtsteroidale Antiphlogistika

Aus tierexperimentellen Untersuchungen ist

bekannt, dass die Kombination sehr hoher Dosen von Chinolonen

(Gyrasehemmern) und einigen nichtsteroidalen Antiphlogistika

(nicht aber Acetylsalicylsäure) Krämpfe auslösen kann.

Ciclosporin

Bei der zeitgleichen Gabe von Ciprofloxacin und Ciclosporin

wurde in Einzelfällen ein vorübergehender Anstieg der

Serumkreatinin-Konzentration beobachtet. Aus diesem Grund ist

bei diesen Patienten eine engmaschige Kontrolle des

Serumkreatininwertes

erforderlich (2x wöchentlich).

Warfarin

Die gleichzeitige Anwendung von Ciprofloxacin und Warfarin kann

die Wirkung von Warfarin verstärken.

Glibenclamid

Bei der zeitgleichen Anwendung von Ciprofloxacin und

Glibenclamid kann in Einzelfällen die Wirkung von Glibenclamid

verstärkt werden (Hypoglykämie).

Probenecid

Probenecid beeinflusst die renale Sekretion von Ciprofloxacin.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Ciprofloxacin und Probenecid

steigt die Serumkonzentration von Ciprofloxacin.

Metoclopramid

Metoclopramid beschleunigt die Resorption von Ciprofloxacin und

führt innerhalb kürzerer Zeit zur maximalen Plasmakonzentration.  

Eine   Auswirkung auf die Bioverfügbarkeit wurde nicht

festgestellt.

Mexiletin

Die gleichzeitige Gabe von Ciprofloxacin und Mexiletin kann zu

erhöhten Mexiletin-Konzentrationen führen.

Phenytoin

Bei gleichzeitiger Gabe von Ciprofloxacin und Phenytoin wurde

von verminderten bis hin zu erhöhten Phenytoin-

Serumkonzentrationen berichtet.

Diazepam

Da bei gleichzeitiger Gabe von Ciprofloxacin und Diazepam sowohl

eine verminderte Diazepam-Clearance als auch eine verlängerte

Diazepam-Halbwertszeit berichtet wurde, wird eine sorgfältige

Überwachung der Diazepam-Therapie empfohlen.

Methotrexat

Bei gleichzeitiger Gabe von Ciprofloxacin und Methotrexat können

durch kompetitive Hemmung der tubulären Sekretion von

Methotrexat dessen Plasmaspiegel erhöht sein. Da dies zu einem

gesteigerten Risiko Methotrexat-bedingter toxischer Reaktionen

führen kann, sollten die Patienten sorgfältig überwacht werden.

4.6 Schwangerschaft und Stillzeit

(siehe Abschnitt 4.3)

Schwangerschaft

Bei ca. 200 prospektiv beobachteten Schwangerschaften von

Frauen, die Ciprofloxacin oder ein strukturell verwandtes

Fluorchinolon angewendet hatten, wurden keine wesentlichen

Abweichungen von den für die Gesamtpopulation erwarteten

Häufigkeiten für kongenitale Anomalien, intrauterinen Fruchttod,

Frühgeburten und fetale Komplikationen gefunden. Die

Neugeborenen wurden allerdings nicht auf Gelenkknorpelschäden

untersucht. Obwohl präklinische Studien keine intrauterinen

Schädigungen zeigten, ist die Anwendung von Ciprofloxacin

während der Schwangerschaft kontraindiziert, da die Substanz,

wie auch andere Chinolone, bei juvenilen Tieren Arthropathien

verursacht und eine Relevanz dieses Befundes für die Embryo-

Fetal-Entwicklung beim Menschen nicht geklärt ist.

Stillzeit

Die Anwendung von Ciprofloxacin während der Stillzeit ist

kontraindiziert, da Ciprofloxacin in die Muttermilch übergeht.

Bei zwingender Indikation muss abgestillt werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Ciprofloxacin kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das

Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur

aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen

oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies

gilt im verstärkten Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung

und Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Die folgenden unerwünschten Wirkungen wurden nach Gabe von

Ciprofloxacin berichtet.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende

Häufigkeiten zugrunde gelegt :

sehr häufig ( 1/10)

häufig: ( 1/100 bis<

1/10)

gelegentlich: ( 1/1.000 bis <

1/100)

selten: ( 1/10.000 bis<

1/1.000)

sehr selten (< 1/10.000)

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

gelegentlich:

Eosinophilie, Leukozytopenie.

selten:

Anämie, Granulozytopenie, Leukozytose, veränderte

Prothrombinwerte, Thrombozytopenie, Thrombozytose.

sehr selten:

hämolytische Anämie, Panzytopenie (möglicherweise

lebensbedrohlich), Agranulozytose, Knochenmarkdepression

(möglicherweise lebensbedrohlich).

Erkrankungen des Immunsystems

sehr selten:

Serumkrankheits-ähnliche Reaktionen, Verschlimmerung der

Symptome einer Myasthenia gravis.

Endokrine Erkrankungen

selten:

Hyperglykämie

Erkrankungen des Nervensystem

gelegentlich:

Kopfschmerz, Schwindel, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Erregtheit,

Verwirrtheit.

selten:

Halluzinationen, periphere Empfindungsstörungen, Angstzustände,

Albträume, Depressionen, Zittern, Krampfanfälle, Hypästhesie.

Migräne, Ohnmacht.

sehr selten:

Gangunsicherheit, Erhöhung des Schädelinnendrucks, psychotische

Reaktionen (bis hin zur Selbstgefährdung), teilweise schon nach

Erstanwendung, Ataxie, Hyperästhesie, gesteigerte

Muskelspannung, Muskelzucken.

Augenerkrankungen

Sehstörungen (z. B. Doppeltsehen, Farbensehen),

Erkrankungen des Ohres und des Labyrinths

selten:

Ohrensausen, vorübergehende Schwerhörigkeit, besonders im

Hochtonbereich

Herzerkrankungen

selten:

Herzjagen, Migräne, Ohnmacht, Hitzewallung, Hypotension.

Gefäßerkrankungen

periphere Ödeme

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraumes und Mediastinums

gelegentlich:

Geruchsstörungen

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

häufig:

Übelkeit, Durchfall.

gelegentlich:

Erbrechen, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen, Blähungen,

Appetitlosigkeit. Geschmacksstörungen

Selten:

Verlust des Geschmacksvermögens, der normalerweise nach Absetzen

der Therapie reversibel ist.

sehr selten:

pseudomembranöse Colitis

Leber- und Gallenerkrankungen

gelegentlich:

besonders bei Patienten mit vorgeschädigter Leber Anstieg der

Transaminasen und der alkalischen Phosphatase, in seltenen

Fällen bis hin zum cholestatischen Ikterus, vorübergehender

Anstieg von Harnstoff, Kreatinin oder Bilirubin im Serum.

sehr selten:

Hepatitis, Leberzellnekrose bis hin zum lebensbedrohlichen

Leberausfall, Pankreatitis, Anstieg von Amylase und/oder Lipase

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

häufig:

Hautausschläge.

gelegentlich:

Juckreiz, Urtikaria.

selten:

Photosensitivität. Schwitzen

sehr selten:

Petechien, Blasenbildungen mit Einblutungen (hämorrhagische

Bullae) und kleine Knötchen (Papeln) mit Krustenbildung als

Ausdruck einer Gefäßbeteiligung (Vaskulitis), Knotenrose

(Erythema nodosum), fixes Arzneimittelexanthem, scheibenförmige

Hautrötungen (Erythema exsudativum multiformeminor) bis hin zu

schweren Verlaufsformen (Stevens-Johnson-Syndrom), Lyell-

Syndrom.

Skelettmuskulatur-, Bindegewbs- und Knochenerkrankungen

gelegentlich:

Gelenkschmerzen. Schwächegefühl

selten:

Muskelschmerzen, Gelenkschwellung.

sehr selten:

Tendinitis, Tendovaginitis, Sehnenruptur, Myästhenie.

Erkrankungen der Niere und der Harnwege

selten:

interstitielle Nephritis, vorübergehende Einschränkung der

Nierenfunktion bis hin zum vorübergehenden Nierenversagen.

Kristallurie oder Hämaturie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

gelegentlich:

Eine langfristige und wiederholte Anwendung kann zu

Superinfektionen mit resistenten Bakterien oder Sprosspilzen

führen. Phlebitis

selten:

Arzneimittelfieber, anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen

(z. B. Gesichts-, Gefäß- und Kehlkopfödem; Atemnot bis hin zum

bedrohlichen Schock), teilweise schon nach der ersten Anwendung,

Schmerzen (z. B. Schmerzen in den Extremitäten, im Rücken, in

der Brust).

4.9 Überdosierung

Der Patient muss unter sorgfältige Beobachtung gestellt werden

und sowohl symptomatisch als auch unterstützend behandelt

werden. Die Nierenfunktion muss überwacht werden. Mittels

Hämo- oder Peritonealdialyse werden lediglich geringe Mengen

an Ciprofloxacin ( ≤

10%) aus dem Körper entfernt. Um das

Risiko einer Kristallurie zu minimieren, muss auf ausreichende

Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Antibiotikum aus der Gruppe der

Fluorchinolone

ATC-Code: J01MA02

Wirkungsweise

Fluorchinolon mit starker bakterizider Wirkung nicht nur in

der Vermehrungsphase, sondern auch in der Ruhephase der

Bakterien.

Während der Vermehrungsphase eines Bakteriums findet ein

abschnittsweises Entdrillen und Verdrillen des Chromosoms

statt. An diesem Prozess ist ein Enzym, die DNA-Gyrase,

maßgeblich beteiligt. Ciprofloxacin hemmt diese DNA-Gyrase in

der Weise, dass es zu einem Zusammenbruch des

Bakterienstoffwechsels kommt, da lebenswichtige Informationen

nicht mehr vom Bakterien-Chromosom abgelesen werden können.

Resistenzmechanismen

In-vitro-Untersuchungen haben gezeigt, dass die Ciprofloxacin-

Resistenz in der Regel durch Mutationen in der bakteriellen

Topoisomerase ausgelöst wird und sich normalerweise langsam und

schrittweise entwickelt („Multiple-step“-Typ).

Zwischen den Fluorchinolonen kann Kreuzresistenz entstehen, wenn

der Mechanismus der Resistenz auf Mutationen in der bakteriellen

Gyrase beruht. Jedoch führen einzelne Mutationen nicht unbedingt

zu klinischer Resistenz. Andererseits führen multiple Mutationen

in der Regel zu klinischer Resistenz gegen alle Antibiotika aus

dieser Klasse. Resistenzmechanismen, die auf

Membranimpermeabilität und/oder dem Herauspumpen des Wirkstoffes

aus der Erregerzelle beruhen, können einen variablen Effekt auf

die Empfindlichkeit gegenüber Fluorchinolonen haben. Dies hängt

von den physikochemischen Eigenschaften der verschiedenen

Wirkstoffe innerhalb der Klasse und von der Affinität des

Transportsystems für das jeweilige Arzneimittel ab.

Eine plasmidgebundene Resistenzentwicklung, wie sie z. B. bei

beta-Lactam-Antibiotika, Aminoglykosiden und Tetracyclinen

vorkommt, wurde bei Ciprofloxacin nicht nachgewiesen.

Da sich der Wirkmechanismus der Chinolone von dem anderer

Antibiotika-Klassen unterscheidet, behalten Ciprofloxacin-emp-

findliche Erreger, die gegen andere Antibiotika wie z. B. beta-

Lactam-Antibiotika, Aminoglykoside, Tetracycline, Makrolid- oder

Peptid-Antibiotika, Sulfonamide, Trimethoprim- oder Nitrofuran-

Derivate Resistenz entwickelt haben, im Allgemeinen ihre

Empfindlichkeit gegenüber Ciprofloxacin. Beta-Lactamasen oder

Änderungen der penicillinbindenden Proteine haben keinen

Einfluss auf die Aktivität von Ciprofloxacin.

Innerhalb der Gruppe der Chinolone besteht eine weitgehende

Kreuzresistenz. Aufgrund der Primärempfindlichkeit der meisten

Erreger gegen Ciprofloxacin ist die Kreuzresistenz im Falle von

Ciprofloxacin jedoch weniger stark ausgeprägt.

Grenzwerte

Mit den folgenden MHK-Grenzwerten werden empfindliche (S) von

intermediär empfindlichen (I) und von resistenten (R) Erregern

abgegrenzt.

EUCAST(EuropeanCommitteeonAntimicrobialSusceptibility

Testing): S 0,5mg/l; R 1 mg/l

Spezies-bezogeneGrenzwerte S</R>

(mg/l)

Enterobacteriaceae 0,5/1

Pseudomonas 0,5/1

Acinetobacter 1/1

Staphylococcus 1/1

Enterococcus --

StreptococcusA, B, C, G --

S. pneumoniae* 0,125/2

H. influenzae 0,5/0,5

M. catarrhalis 0,5/0,5

N. gonorrhoeae 0,03/0,06

N. meningitidis 0,03/0,06

Gram-negativeanaerobes --

Empfindlichkeit

Empfindlichkeiten

Die Prävalenz der erworbenen Resistenz einzelner Spezies kann

örtlich und im Verlauf der Zeit variieren. Deshalb sind –

insbesondere für die adäquate Behandlung schwerer Infektionen –

lokale Informationen über die Resistenzsituation erforderlich.

Die Angaben machen nur eine Aussage über die Wahrscheinlichkeit,

ob Mikroorganismen gegenüber Ciprofloxacin Regiomedica 100 mg/50

ml empfindlich sind oder nicht.

Üblicherweise empfindliche Spezies

Aerobe grampositive Bakterien

Staphylococcus aureus

Staphylococcus auricularis

Staphylococcus capitis

Staphylococcus cohnii

Staphylococcus epidermidis

Staphylococcus haemolyticus

Staphylococcus hominis

Staphylococcus intermedius

Staphylococcus lugdunensis

Staphylococcus saprophyticus

Staphylococcus sciuri

Staphylococcus simulans

Staphylococcus warnerii

Staphylococcus xylosis

Aerobe gramnegative Bakterien

Acinetobacter anitratus

Acinetobacter baumannii

Acinetobacter calcoaceticus

Acinetobacter lwoffii

Campylobacter coli

Campylobacter jejuni

Citrobacter spp

Enterobacter aerogenes

Enterobacter cloacae

Escherichia coli

Haemophilus influenzae

Haemophilus parainfluenzae

Hafnia alvei

Klebsiella oxytoca

Klebsiella pneumoniae

Moraxella catarrhalis

Morganella morganii

Neisseria gonorrhoeae

Neisseria meningitidis

Proteus mirabilis

Proteus vulgaris

Providencia spp

Pseudomonas aeruginosa

Pseudomonas fluorescens

Salmonella spp

Serratia liquefaciens

Serratia marcescens

Andere

Legionella pneumophila

Spezies, bei denen erworbene Resistenzen

ein Problem bei der Anwendung darstellen

können

Aerobe grampositive Bakterien

Staphylococcus koagulase negativ

Streptococcus pneumoniae *

Streptococcus pyogenes*

Streptococcus viridans

Aerobe gramnegative Bakterien

Alcaligenes xylosoxidans

Von Natur aus resistente Spezies

Aerobe grampositve Bakterien

Enterococcus faecalis

Enterococcus faecium

Listeria monocytogenes

Streptococcus acidominimus

Streptococcus agalactiae

Streptococcus anginosus

Streptococcus bovis

Streptococcus constellatus

Streptococcus equinus

Streptococcus gordonii

Streptococcus group C

Streptococcus group G

Streptococcus intermedius

Streptococcus milleri

Streptococcus mitis

Streptococcus mutans

Streptococcus oralis

Streptococcus parasanguis

Streptococcus salivarius

Streptococcus sanguis

Streptococcus uberis

Aerobe gramnegative Bakterien

Burkholderia cepacia

Providencia stuartii

Stenotrophomonas maltophilia

Anaerobe Bakterien

Bacteroides fragilis

* Ciprofloxacin wird in-vivo nicht als Mittel der ersten Wahl

eingesetzt.

Kombination mit anderen Antibiotika

Die kombinierte Anwendung von Ciprofloxacin mit einem anderen

Antibiotikum ist möglich. In Kombination mit beta-Lactam-Anti-

biotika und Aminoglykosiden wurden bei entsprechenden In-vitro-

Untersuchungen mit meist empfindlichen Erregern in erster Linie

additive oder indifferente Effekte gesehen, relativ selten

synergistische Wirkungssteigerungen und sehr selten antagoni-

stische Wirkungen.

Mögliche Kombinationspartner sind bei

Pseudomonas:

Ceftazidim

Streptokokken:

Mezlocillin, andere wirksame beta-Lactam-Antibiotika

Staphylokokken:

beta-Lactam-Antibiotika, speziell Isoxazolylpenicilline,

Vancomycin

Anaerobier:

Metronidazol, Clindamycin.

Ciprofloxacin bei Milzbrand

Zur Abschätzung der therapeutischen Wirksamkeit beim Menschen

wurden stellvertretend die bei Menschen gemessenen

Serumkonzentrationen als so genannter Surrogatparameter für die

Anwendung von Ciprofloxacin nach Inhalation von

Milzbranderregern

herangezogen.

Bei Erwachsenen und Kindern wurden nach Verabreichung der

empfohlenen Dosen Ciprofloxacin durchschnittliche Plasmaspiegel

erreicht, die gleich oder oberhalb der bei Rhesusaffen

gemessenen liegen, die Milzbrandsporen inhaliert hatten und

danach mit Ciprofloxacin behandelt wurden. Der Unterschied in

der Mortalität der mit Ciprofloxacin behandelten Tiere zur

unbehandelten Kontrollgruppe war zugunsten der behandelten Tiere

statistisch signifikant (p=0,001).

Die Pharmakokinetik von Ciprofloxacin beim Menschen ist

umfassend untersucht (siehe auch Abschnitt 5.2

„Pharmakokinetische Eigenschaften“).

BeiErwachsenenwurden im Steady State nach oraler Gabe von 500

mg Ciprofloxacin alle 12 Stunden Serumspitzenspiegel von 2,97

Mikrogramm/ml und nach intravenöser Applikation von 400 mg alle

12 Stunden von 4,56 Mikrogramm/ml gemessen. In beiden Fällen

wurden im Steady State 12 Stunden nach der letzten Applikation

die so genannten Trough-Spiegel mit durchschnittlich 0,2

Mikrogramm/ml bestimmt.

Bei 10Kindernim Alter von 6 bis 16 Jahren wurden nach

zweimaliger Infusion von 10 mg/kg über 30 Minuten im Abstand von

12 Stunden Serumspitzenkonzentrationen von 8,3 Mikrogramm/ml

erreicht, die Trough-Konzentrationen variierten zwischen 0,09

und 0,26 Mikrogramm/ml. Im Anschluss nahmen die Kinder

Ciprofloxacin in einer Dosis von 15 mg/kg ein. Nach der ersten

oralen Gabe wurden durchschnittliche Spitzenspiegel von 3,6

Mikrogramm/ml gemessen (vergleiche auch Abschnitt 5.2

„Pharmakokinetische Eigenschaften“).

Verträglichkeitsdaten nach Langzeitgabe an Kinder, inklusive der

Wirkungen auf das Knorpelgewebe sind begrenzt verfügbar

(vergleiche auch Abschnitt 4.8 „Nebenwirkungen“).

In einer Plazebo-kontrollierten Studie wurden Rhesusaffen einer

durchschnittlichen zu inhalierenden Dosis von 11 LD

(etwa 5,5 x

, Bandbreite 5 – 30 LD

) Milzbrandsporen ausgesetzt. Die

minimale Hemmkonzentration (MHK

) für den eingesetzten B. an-

thracis-Stamm war mit 0,08 Mikrogramm/ml bestimmt worden. Nach

oraler Gabe von 125 mg Ciprofloxacin im Abstand von 12 Stunden

über 30 Tage wurden zum Zeitpunkt T

(1 Stunde nach der

Einnahme) wie auch im Steady State Serumspitzenspiegel von 0,98

Mikrogramm/ml bis 1,69 Mikrogramm/ml erreicht. Die

durchschnittlichen Serumspiegel 12 Stunden nach der Einnahme,

die so genannten Trough-Spiegel, liegen zwischen 0,12 und 0,19

Mikrogramm/ml.

Eine Therapie wurde 24 Stunden nach der Exposition mit

Milzbrandsporen eingeleitet. Die Mortalität war bei den Tieren,

die über 30 Tage mit Ciprofloxacin oral behandelt worden waren,

deutlich geringer (1/9 Tieren) als in der Plazebo-Gruppe (9/10

Tieren). Der Unterschied war hochsignifikant (p=0,001). Das eine

mit Ciprofloxacin behandelte Tier verstarb nach Abschluss der

30tägigen Behandlung.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Ciprofloxacin wird nach oraler Gabe vorwiegend aus dem Duodenum

und dem oberen Jejunum resorbiert und erreicht nach 60 – 90 min

Maximalkonzentrationen im Serum.

Serumkonzentrationen

Die folgende Tabelle enthält Serumkonzentrationen in mg/l nach

intravenöser Anwendung von Ciprofloxacin.

Serumkonzentrationen (mg/l) nach intravenöser Anwendung

Zeit nach Beginn der Infusion (Std.)

0,75 1 1,5 2,5 4,5 8,5 12,

100 mg i.v.

(30 min) 1,8 0,80 0,50 0,40 0,30 0,2

200 mg i.v.

(30 min) 3,4 1,40 1,00 0,70 0,50 0,3

400 mg i.v.

(30 min) 3,2 3,50 3,90 1,80 1,20 0,7

Das Verteilungsvolumen von Ciprofloxacin beträgt im „Steady

state“ 2 – 3 l/kg.

Proteinbindung

Da die Proteinbindung von Ciprofloxacin gering ist (20 – 30 %)

und die Substanz im Blutplasma überwiegend in nicht ionisierter

Form vorliegt, kann nahezu die gesamte Menge der applizierten

Dosis frei in den Extravasalraum diffundieren. Auf diese Weise

können die Konzentrationen in bestimmten Körperflüssigkeiten und

Geweben die korrespondierenden Serumspiegel deutlich

überschreiten.

Metabolisierung/Elimination

Ciprofloxacin wird im wesentlichen unverändert ausgeschieden,

wobei der größere Anteil renal eliminiert wird (s. folgende

Tabelle). Die renale Clearance liegt zwischen 3 und 5 ml/min/kg,

die totale Clearance beträgt 8 – 10 ml/ min/kg. Ciprofloxacin

wird sowohl glomerulär filtriert als auch tubulär sezerniert.

Es sind geringe Konzentrationen von vier Metaboliten im Körper

gefunden worden, deren Aktivität allerdings deutlich niedriger

als die von Ciprofloxacin ist.

Ausscheidung (in % der Ciprofloxacin-

Dosis) i.v. Anwendung

Harn Faeces

Ciprofloxacin 61,5 15,2

Metaboliten 9,5 2,6

Tab.: Ausscheidung von Ciprofloxacin

Über die Galle wird 1 % der verabreichten Dosis ausgeschieden.

Ciprofloxacin ist in der Galle in hohen Konzentrationen

vorhanden.

Halbwertszeit (im Serum)

Die Halbwertszeit von Ciprofloxacin liegt zwischen 3 und 5

Stunden, sowohl nach oraler als auch nach intravenöser

Anwendung.

Da Ciprofloxacin nicht nur renal, sondern auch zu einem

beträchtlichen Teil über den Darm ausgeschieden wird, führt erst

eine erheblich eingeschränkte Nierenfunktion zu erhöhten

Serumeliminationshalbwertszeiten von bis zu 12 Stunden.

Bioverfügbarkeit

Ciprofloxacin wird nach oraler Gabe schnell und gut resorbiert.

Trotz eines first-pass-Effektes ist die orale Bioverfügbarkeit

ca. 70 – 80 %.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Toxizitätsuntersuchungen nach wiederholter Anwendung:

In Toxizitätsstudien bei wiederholter, dreimon atiger Anwendung

traten bei Affen und Ratten in den höchsten Dosisgruppen

Kristaullurie und Alterationen der Nierentubuli auf sowie beim

Affenversuch zusätzlich leicht reduzierte Erythrozytenzahlen und

Hämoglobinwerte und nach einer sechsmonatigen Gabe am Affen in

der höchsten Dosisgruppe leicht erhöhte Harnstoff- und

Kreatininkonzentrationen.

Kanzerogenität:

In den Kanzerogenitätsstudien an Mäusen und Ratten ergaben sich

keine Hinweise auf eine kanzerogene Wirkung.

Genotoxizität:

Die Ergebnisse einer ausführlichen Mutagenitätsprüfung ergaben

keine Hinweise auf eine für die klinische Anwendung relevantes

genotoxisches Potenzial.

Daten zur Photomutagenität/Photokanzerogenität von Ciprofloxacin

weisen im Vergleich zu anderen Fluorochinolonen nur auf eine

schwach photomutagene beziehungsweise phototumorigene Wirkung

von Ciprofloxacin in vitro beziehungsweise im Tierversuch hin.

Reproduktionsstudien:

Ciprofloxacin ist plazentagängig und in der Am- nionflüssigkeit

nachweisbar.

Die Fertilitätsleistungen, die intrauterine Entwicklung und die

postnatale Entwicklung der Jungtiere sowie die

Fertilitätsleistung der F 1-Generation wurden durch

Ciprofloxacin nicht beeinträchtigt.

Es ergaben sich keine Anhaltspunkte für embryotoxische oder

teratogene Wirkungen durch Ciprofloxacin.

Es wurden keinerlei Einflüsse auf die peri- und postnatale

Entwicklung der Tiere festgestellt. Am Ende der Aufzuchtphase

waren an den Gelenken der Jungtiere histologisch keine

Schädigungen nachweisbar.

Spezielle Verträglichkeitsuntersuchungen:

Wie die übrigen Chinolone weist auch Ciprofloxacin lediglich

eine Affinität zu melaninhaltigen Strukturen des Auges auf.

Katarakt-Induktionen wurden nach parenteraler Applikation nicht

beobachtet.

Nierenschäden traten im Tierexperiment erst bei hohen

Dosierungen mit entsprechend starker Kristallurie auf.

Schädigungen der Nieren ohne Kristallurie wurden nicht

beobachtet. Die im Tierexperiment beobachteten Nierenschäden

sind also nicht einer primär toxischen Wirkung von Ciprofloxacin

auf das Nierengewebe beizumessen, sondern als typische sekundär

entzündliche Fremdkörperreaktion infolge von Ausfällung eines

kristallähnlichen Komplexes aus Ciprofloxacin, Magnesium und

Proteinen anzusehen.

Wie andere Gyrasehemmer kann Ciprofloxacin nur bei juvenilen

Tieren während der Wachstumsphase Schäden an den großen,

gewichtstragenden Gelenken auslösen. Das Ausmaß der verursachten

Knorpelschäden ist alters-, spezies-, und dosisabhängig und eine

Entlastung der Gelenke reduziert die Knorpelschäden erheblich.

6. PHARMAZEUTISCHEN ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Milchsäure, Natriumchlorid, Natriumhydroxid-Lösung 40 %,

Salzsäure 25%, Wasser für Injektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

Die Infusionslösungen sind — sofern die Kompatibilität mit

anderen Infusionslösungen/Arzneimitteln nicht erwiesen ist —

grundsätzlich getrennt zu applizieren. Optische Zeichen der

Inkompatibiltät sind z. B. Ausfällung, Trübung, Verfärbung.

Inkompatibilität besteht zu allen

Infusionslösungen/Arzneimitteln, die beim pH-Wert der Lösungen

physikalisch oder chemisch instabil sind (z. B. Penicilline,

Heparin-Lösungen), insbesondere bei Kombination mit alkalisch

eingestellten Lösungen (pH-Wert der Ciprofloxacin

Infusionslösungen: 3,5 – 4,5).

6.3 Dauer der Haltbarkeit

Im unversehrten Behältnis:

48 Monate

Nach Anbruch:

Jede nicht verbrauchte Infusionslösung ist zu verwerfen.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Durchstechflaschen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor

Licht zu schützen.

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

Bei Tageslicht wurde die chemische und physikalische Stabilität

der unverdünnten Lösung über 5 Tage bei 17 C nachgewiesen.

Aus mikrobiologischer Sicht sollte das Arzneimittel sofort

verwendet werden, es sei denn, die Methode des Öffnens

schließt das Risiko einer mikrobiellen Kontamination aus. Wenn

das Arzneimittel nicht sofort verwendet wird, ist der Anwender

für die Dauer und die Bedingungen der Aufbewahrung

verantwortlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Klare Glasflaschen (Ph.Eur. Typ 2) mit Omniflex überzogene

Bromobutyl-Gummistopfen, in Faltschachteln verpackt

Packungen mit 5x1 Durchstechflasche (N2) mit je 50 ml

Infusionslösung, entsprechend 100 mg Ciprofloxacin

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine besonderen Anforderungen

7. Inhaber der Zulassung

Regiomedica GmbH

Teichstr. 66

79539 Lörrach

8. ZULASSUNGSNUMMER

58854.00.00

9. DATUM DER Erteilung der ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

26.01.2006

10.STAND DER INFORMATION

April 2006

11.Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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