Ciprofloxacin Actavis 750 mg Filmtabletten

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

11-09-2017

Fachinformation Fachinformation (SPC)

11-09-2017

Wirkstoff:
ciprofloxacinum
Verfügbar ab:
Actavis Switzerland AG
ATC-Code:
J01MA02
INN (Internationale Bezeichnung):
ciprofloxacinum
Darreichungsform:
Filmtabletten
Zusammensetzung:
ciprofloxacinum 750 mg ut ciprofloxacini hydrochloridum, excipiens pro compresso obducto.
Therapiegruppe:
Synthetika human
Therapiebereich:
Infektionskrankheiten
Zulassungsnummer:
58203
Berechtigungsdatum:
2007-04-25

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

14-09-2017

Fachinformation Fachinformation - Französisch

14-09-2017

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

17-09-2017

Patienteninformation

Ciprofloxacin Actavis

Actavis Switzerland AG

Was ist Ciprofloxacin Actavis und wann wird es angewendet?

Ciprofloxacin Actavis ist ein Antibiotikum zur Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten. Es

gehört zur Gruppe der Chinolone und besitzt eine antibakterielle Wirkung gegen eine Vielzahl von

Bakterienarten. Ciprofloxacin Actavis eignet sich bei Erwachsenen zur Behandlung von

Infektionskrankheiten wie:

·Infektionen der Atemwege;

·Hals-Nasen-Ohren-Infektionen;

·Infektionen der Nieren und der Harnwege;

·Infektionen des Genitaltraktes;

·Infektionen des Magen-Darm-Traktes;

·Infektionen des Bauchraumes, einschliesslich des kleinen Beckens;

·Infektionen der Haut- und Weichteile;

·Infektionen der Knochen und Gelenke;

·Vorbeugung und Behandlung des Milzbrandes nach Inhalation von Milzbrandbazillen (Bacillus

anthracis). Die Wirksamkeit von Ciprofloxacin Actavis bei Milzbrand wurde tierexperimentell

belegt.

Ciprofloxacin Actavis kann auch eingesetzt werden zur Vorbeugung einer Erkrankung an

Meningokokkenhirnhautentzündung nach engem Kontakt mit Patienten, die daran erkrankt sind.

Ciprofloxacin Actavis darf nur auf Verschreibung und unter ständiger Kontrolle eines Arztes oder

einer Ärztin verwendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen von Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin zur Behandlung Ihrer

gegenwärtigen Erkrankung verschrieben. Das Antibiotikum in Ciprofloxacin Actavis ist nicht gegen

alle Mikroorganismen, welche Infektionskrankheiten verursachen, wirksam. Die Anwendung eines

falsch gewählten oder nicht richtig dosierten Antibiotikums kann Komplikationen verursachen.

Wenden Sie es deshalb nie von sich aus für die Behandlung anderer Erkrankungen oder anderer

Personen an.

Wann darf Ciprofloxacin Actavis nicht angewendet werden?

·Patientinnen und Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Ciprofloxacin (dem Wirkstoff von

Ciprofloxacin Actavis), gegen andere Antibiotika aus der Gruppe der Chinolone oder gegen einen

der Hilfsstoffe dürfen Ciprofloxacin Actavis nicht anwenden.

·Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase sollen Ciprofloxacin Actavis nicht einnehmen.

Ausnahmen bilden:

·die Behandlung akuter Infektionsschübe bei Mukoviszidose-Patienten (Mukoviszidose ist eine

erbliche Stoffwechselstörung mit vermehrter Produktion und gesteigerter Zähflüssigkeit des

Drüsensekrets in Bronchien und Verdauungstrakt);

·Milzbrand;

·komplizierte Infektionen der Harnwege, welche nicht auf andere Therapien ansprechen.

·Patientinnen und Patienten, die mit dem Wirkstoff Tizanidin (einem Wirkstoff zur Behandlung

schwerer Krämpfe) behandelt werden, dürfen nicht gleichzeitig Ciprofloxacin Actavis einnehmen.

Wann ist bei der Einnahme von Ciprofloxacin Actavis Vorsicht geboten?

Ciprofloxacin verursacht wie einige andere Antibiotika eine bestimmte im EKG

(Elektrokardiogramm = Herzstromableitung) sichtbare Veränderung der Herztätigkeit (eine

Verlängerung des QT-Intervalls). Informieren Sie deshalb Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin, wenn Sie an

Herzproblemen (wie Herzinsuffizienz, Herzinfarkt oder Verlangsamung des Herzschlages

(Bradykardie)), an Störungen des Salzhaushaltes, insbesondere bei erniedrigter Kalium- oder

Magnesiumkonzentration im Blut (Hypokaliämie bzw. Hypomagnesiämie) leiden und/oder andere

Arzneimittel einnehmen, die eine Änderung im EKG verursachen können. Frauen und ältere

Patienten können empfindlicher auf eine Behandlung reagieren.

Während einer Behandlung mit Ciprofloxacin Actavis ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu

achten, da es sonst zu einer Auskristallisation des Wirkstoffes im Urin kommen kann.

Wenn die Nierenfunktion eingeschränkt ist, so muss die Dosierung unter Umständen angepasst

werden. Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin wird Ihre Dosierung entsprechend anpassen.

Bei Patientinnen und Patienten mit bekannten Hirnleiden, insbesondere Anfallsleiden (Epilepsie)

oder anderen neurologischen Erkrankungen wie zerebrale Ischämie (verringerte Hirndurchblutung)

oder Schlaganfall, muss Ciprofloxacin Actavis mit besonderer Vorsicht angewendet werden.

Sprechen Sie bitte vor der Einnahme mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin.

Es ist möglich, dass psychiatrische Reaktionen nach der ersten Einnahme von Ciprofloxacin Actavis

auftreten. Wenn Sie unter Depressionen oder einer Psychose leiden, können sich Ihre Symptome

unter der Behandlung mit Ciprofloxacin Actavis verschlimmern, und in seltenen Fällen bis hin zu

selbstgefährdendem Verhalten voranschreiten. Wenn dies passiert, beenden Sie die Einnahme von

Ciprofloxacin Actavis und wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. an Ihre Ärztin.

In sehr seltenen Fällen kann Ciprofloxacin Actavis zu Sehnenentzündungen und -rissen führen,

besonders bei älteren Patientinnen und Patienten oder bei Patientinnen oder Patienten, welche

gleichzeitig Kortikosteroide (z.B. Prednisolon oder ähnliche) einnehmen. Sehnenentzündungen und

-risse können bereits innerhalb von 48 Stunden nach Behandlungsbeginn oder aber auch erst mehrere

Monate nach abgeschlossener Behandlung auftreten. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

falls Sie unter Sehnenerkrankungen oder Sehnenbeschwerden leiden oder gelitten haben. Bei

Anzeichen einer Sehnenscheidenentzündung (z.B. schmerzvolle Schwellung) soll unverzüglich der

Arzt bzw. die Ärztin kontaktiert und der betroffene Körperteil ruhig gestellt werden, um eine

Schädigung der Sehne zu vermeiden.

Wenn Sie unter Myasthenia Gravis (eine Muskelkrankheit) leiden, sollte Ciprofloxacin Actavis mit

Vorsicht angewendet werden, da sich die Symptome verschlimmern können.

Beim Auftreten von schweren und anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung

sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Beim Auftreten von Durchfall dürfen keine Arzneimittel, welche die Peristaltik (Darmbewegung)

hemmen, eingenommen werden.

Wenn Ihre Leberfunktion eingeschränkt ist, informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin. Im

Zusammenhang mit der Einnahme von Ciprofloxacin Actavis sind Fälle von Lebererkrankungen

beschrieben worden, die bis hin zu einem vollständigen Leberversagen führen können. Zeichen

hierfür sind verminderter Appetit, Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut, Schleimhäuten sowie der

Lederhaut des Auges), Dunkelfärbung des Urins, Juckreiz oder schmerzempfindlicher Bauch. Wenn

diese Symptome bei Ihnen auftreten, beenden Sie die Einnahme von Ciprofloxacin Actavis und

wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. an Ihre Ärztin.

Bei Behandlung mit Fluorchinolonen wie Ciprofloxacin Actavis können Schädigungen des

peripheren Nervensystems auftreten. Solche Nervenerkrankungen können rasch auftreten. Symptome

einer Nervenschädigung können sein: Schmerzen, Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühl und/oder

Schwäche. Wenn diese Symptome bei Ihnen auftreten, beenden Sie die Einnahme von Ciprofloxacin

Actavis und wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt bzw. an Ihre Ärztin.

Teilweise schon nach Ersteinnahme können Hautempfindlichkeit und allergische Reaktionen

auftreten. In sehr seltenen Fällen können sich anaphylaktische Reaktionen bis hin zum

lebensbedrohlichen Schock entwickeln. Eine Überempfindlichkeit kann sich in folgenden

Symptomen äussern: Hautausschlag, Ödeme (Schwellung der Haut und/oder Schleimhaut),

Engegefühl in der Brust, Gefühl von Schwindel, Übelkeit oder drohende Ohnmacht oder

Schwindelgefühl beim Aufstehen. In diesen Fällen ist Ciprofloxacin Actavis sofort abzusetzen, eine

ärztliche Behandlung (z.B. Schocktherapie) ist erforderlich.

Während einer Behandlung mit Ciprofloxacin Actavis sollte eine übermässige Sonnenbestrahlung

(Solarium!) vermieden werden, da es bei empfindlichen Patienten zu einer unangenehmen

Hautrötung oder Entzündung (Lichtsensibilisierung) kommen kann.

In seltenen Fällen kann Ciprofloxacin Lichtempfindlichkeitsreaktionen verursachen. Diese Patienten

sollten es vermeiden, sich während der Therapie mit Ciprofloxacin längere Zeit dem Sonnenlicht

auszusetzen. Falls dies nicht möglich ist, sollte eine Sonnenschutzcreme mit hohem

Lichtschutzfaktor verwendet und bedeckende Kleidung für Arme, Beine, evtl. Hut für das Gesicht,

getragen werden.

Patienten, die an Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel (einer Erbkrankheit) leiden oder bei

denen in der Familiengeschichte ein solcher Mangel vorkam, neigen bei der Einnahme von

Chinolonen zu hämolytischen Reaktionen (d.h. einer übermässigen Auflösung der roten

Blutkörperchen). Deshalb sollte Ciprofloxacin Actavis bei diesen Patienten nur mit Vorsicht

angewendet werden.

Einnahme von Ciprofloxacin Actavis zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin falls Sie Arzneimittel einnehmen, die eine Änderung im

EKG verursachen können (gewisse Antiarrhythmika (Mittel gegen Herzrhythmusstörungen), gewisse

Antidepressiva, bestimmte Antibiotika, Psychopharmaka).

Eine gleichzeitige Einnahme von eisenhaltigen Präparaten, von Mitteln gegen Magenübersäuerung,

die Kalzium-, Aluminium- oder Magnesiumhydroxid enthalten, von Sevelamer oder von Lanthan

(Wirkstoffe zur Behandlung von überhöhtem Phosphatgehalt im Blut) sollte vermieden werden, da

die Wirkung von Ciprofloxacin Actavis verringert wird. Dasselbe gilt für das aluminiumhaltige

Sucralfat, einen anderen Stoff gegen Magengeschwüre. Ciprofloxacin Actavis sollte entweder 1-

2 Std. vor oder mindestens 4 Std. nach diesen Mitteln verabreicht werden, um einen ausreichenden

Übertritt in den Körper zu gewährleisten.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnungsmitteln (z.B. Warfarin) und Theophyllin-

Präparaten (Asthmamittel, Stoffname auch Aminophyllin) informieren Sie bitte Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin. Die Warfarin- und Theophyllin-Nebenwirkungen können unter Umständen verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme der blutzuckersenkenden Mittel Glibenclamid und Glimepirid kann in

Einzelfällen deren Wirksamkeit verstärkt werden, was zu einer Unterzuckerung führen kann.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Ciprofloxacin und Methotrexat, einer Substanz, die in einer Zelle

gewisse chemische Mechanismen blockiert und das Wachstum spezifischer Zellen hemmt, kann die

Wirksamkeit von Methotrexat erhöht sein, was eine sorgfältige Überwachung der Therapie bedingt.

Ebenfalls könnte es im Falle der gleichzeitigen Einnahme von Ciprofloxacin und Duloxetin (einen

Wirkstoff zur Behandlung von Depressionen) zu einer Erhöhung der Wirksamkeit von Duloxetin

kommen.

Die Wirksamkeit folgender Wirkstoffe kann erhöht werden bei der gleichzeitigen Einnahme mit

Ciprofloxacin: Clozapin (einen Wirkstoff zur Behandlung psychischer Störungen), Ropinirol (einen

Wirkstoff zur Behandlung des Syndroms der unruhigen Beine), Sildenafil (einen Wirkstoff zur

Behandlung erektiler Dysfunktionen), und Olanzapin (einen Wirkstoff zur Behandlung von

Schizophrenie).

Die Wirksamkeit von Phenytoin (ein Mittel zur Behandlung von Epilepsie) kann mit der

gleichzeitigen Einnahme von Ciprofloxacin Actavis beeinflusst werden.

Aus tierexperimentellen Untersuchungen ist bekannt, dass die Kombination sehr hoher Dosen von

Chinolonen (die Antibiotika-Familie, zu der auch Ciprofloxacin Actavis gehört) mit gewissen

Mitteln zur Fiebersenkung, Schmerzlinderung und Entzündungshemmung (sogenannte

nichtsteroidale Antiphlogistika, «NSA») Krämpfe auslösen kann. Wenn Sie mit Ciprofloxacin

Actavis behandelt werden, sollten Sie keine solchen Mittel einnehmen, es sei denn, Ihr Arzt oder Ihre

Ärztin hat diese ausdrücklich verschrieben.

Bei gleichzeitiger Gabe von Ciprofloxacin Actavis und Ciclosporin (einem Wirkstoff, der nach

Organtransplantationen eingesetzt wird) wurde in Einzelfällen eine vorübergehende Störung der

Nierenfunktion beobachtet. Sollte bei Ihnen die gleichzeitige Einnahme von Ciprofloxacin Actavis

und eines Ciclosporin-Präparates notwendig sein, wird Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin eine engmaschige

Kontrolle (in der Regel 2-mal wöchentlich) der Nierenfunktion anordnen.

Informieren Sie ausserdem Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin wenn Sie folgende Wirkstoffe einnehmen, da

diese eventuell die Wirkung von Ciprofloxacin beeinflussen können: Probenicid (einen Wirkstoff zur

Behandlung von Gicht), Metoclopramid (einen Wirkstoff zur Behandlung von Sodbrennen und

Reizmagen), Omeprazol (einen Wirkstoff zur Verminderung der Magensäureproduktion) oder

Tacrolimus (einen Wirkstoff zur Vorbeugung der Organabstossung nach Transplantation).

Ciprofloxacin sollte nicht zusammen mit Milchprodukten oder calciumreichen Nahrungsmitteln (z.B.

Milch, Joghurt, mit Calcium angereicherter Fruchtsaft) eingenommen werden, da die Aufnahme von

Ciprofloxacin dadurch vermindert werden könnte. Die Absorption von Ciprofloxacin wird hingegen

durch den Calciumgehalt einer normalen Mahlzeit nicht beeinträchtigt.

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme

am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt in

verstärktem Masse im Zusammenwirken mit Alkohol.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie an anderen

Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Arzneimittel (auch selbst gekaufte) einnehmen oder

äusserlich anwenden!

Darf Ciprofloxacin Actavis während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen

werden?

Ciprofloxacin Actavis darf in Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden. Ausnahme:

Milzbrand.

Wie verwenden Sie Ciprofloxacin Actavis?

Ihr Arzt oder Ihre Ärztin setzt die Dosierung und die Behandlungsdauer fest. Nur bei strikter

Einhaltung dieser Vorschriften kann der grösstmögliche Nutzen von Ciprofloxacin Actavis erreicht

werden.

Brechen Sie die Therapie nicht vorzeitig ab, selbst wenn Sie sich besser fühlen. Denn oft klingen die

Krankheitszeichen vor der vollständigen Heilung der Infektion ab.

Eine ungenügende Anwendungsdauer oder ein zu frühes Beenden der Behandlung kann ein erneutes

Aufflammen der Erkrankung zur Folge haben.

Nehmen Sie die Tabletten unzerkaut mit Flüssigkeit ein. Sie sollten die Tabletten wegen ihres

unangenehmen Geschmacks nicht kauen. Nehmen Sie die Tabletten täglich möglichst zur gleichen

Zeit ein. Sie können die Tabletten zusammen mit einer Mahlzeit oder unabhängig von den

Mahlzeiten einnehmen. Die Einnahme auf nüchternen Magen beschleunigt die Aufnahme des

Wirkstoffs im Körper. Nehmen Sie Ciprofloxacin Actavis Tabletten nicht mit Milchprodukten, wie

Milch oder Joghurt, oder mit Mineralsstoffen angereicherten Getränken (z.B. mit Kalzium

angereicherter Orangensaft) ein.

Je nach Schwere der Krankheit, Empfindlichkeit des Erregers und Ort der Infektion wird Ihnen Ihr

Arzt oder Ihre Ärztin eine der folgenden Dosierungen verordnen:

Erwachsene:

Einzel-/Tagesdosen

Filmtabletten

Einfache Infektionen der unteren und oberen Harnwege

2× 250 mg bis

2× 500 mg

Akute, unkomplizierte Blasenentzündung bei präklimakterischen Frauen

500 mg als

Einzeldosis

Schwere Infektionen der Harnwege (je nach Schweregrad)

2× 500 mg bis

2× 750 mg

Gonokokken-Urethritis und -Zervizitis

500 mg als

Einzeldosis

Infektionen des Genitaltraktes

2× 500 mg bis

2× 750 mg

Infektionen der Atemwege (z.B. Bronchitis), Mittelohrentzündung

2× 500 mg bis

2× 750 mg

Infektionen des Magen-Darm-Traktes

2× 500 mg

Infektionen des Bauchraumes, einschliesslich des kleinen Beckens

2× 500 mg bis

2× 750 mg

Infektionen der Haut- und Weichteile

2× 500 mg bis

2× 750 mg

Infektionen der Knochen und Gelenke

2× 500 mg bis

2× 750 mg

Schwere Infektionen (z.B. Osteomyelitis, Aussenohrentzündung,

Atemwegsinfektionen bei Mukoviszidose)

2× 750 mg

Prophylaxe einer Meningokokkenhirnhautentzündung

500 mg als

Einzeldosis

Bei unkomplizierten Infektionen der ableitenden Harnwege wird eine 3-tägige Behandlung

empfohlen.

Falls bei Gonorrhö die Beschwerden (Ausfluss u.a.) nicht innert einiger Tage verschwinden, ist der

Arzt bzw. die Ärztin für eine Kontrolluntersuchung aufzusuchen, vor allem um eine Begleitinfektion

durch Erreger auszuschliessen, die bei Gabe der Einmaldosis nicht miterfasst wurden.

Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase

Kinder und Jugendliche in der Wachstumsphase sollen Ciprofloxacin Actavis nicht einnehmen.

Ausnahmen bilden:

·die Behandlung akuter Infektionsschübe bei Mukoviszidose-Patienten (Mukoviszidose ist eine

erbliche Stoffwechselstörung mit vermehrter Produktion und gesteigerter Zähflüssigkeit des

Drüsensekrets in Bronchien und Verdauungstrakt);

·Milzbrand;

·komplizierte Infektionen der Harnwege, welche nicht auf andere Therapien ansprechen.

Bei Kindern und Jugendlichen (5-17 Jahre) mit zystischer Fibrose beträgt die empfohlene Dosierung

bei akuten Infektionsschüben 2-mal 20 mg (oral) Ciprofloxacin pro kg Körpergewicht, verteilt auf 2

Einzelgaben in 12-stündigem Abstand. Die Tagesdosis soll 2-mal 750 mg (oral) nicht überschreiten.

Die empfohlene Behandlungsdauer beträgt 10-14 Tage.

Erfahrungen zur Dosierung bei Kindern mit eingeschränkter Nieren- bzw. Leberfunktion liegen nicht

vor.

Dosierung bei Milzbrand

Die Behandlung sollte unverzüglich nach einer vermuteten oder bestätigten Inhalation von

Milzbranderregern begonnen werden. Die Vorbeugung oder Therapie des Milzbrandes wird

üblicherweise mit Ciprofloxacin als Infusionslösung begonnen. Je nach Krankheitsverlauf kann

anschliessend auf Ciprofloxacin oral umgestellt werden.

Erwachsene: 2-mal täglich 1 Filmtablette Ciprofloxacin Actavis zu 500 mg.

Kinder: 2-mal täglich 10-15 mg/kg Körpergewicht.

Die maximale Einzeldosis bei Kindern sollte 500 mg nicht überschreiten.

Behandlungsdauer: 60 Tage bei Vorbeugung und zur Behandlung von Infektionen nach Inhalation

von Milzbranderregern.

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel

wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer

Ärztin oder Apothekerin.

Welche Nebenwirkungen kann Ciprofloxacin Actavis haben?

Insgesamt konnten folgende Nebenwirkungen (geordnet nach ihrer Häufigkeit) bei der Einnahme

von Ciprofloxacin Actavis beobachtet werden:

Häufige Nebenwirkungen

Übelkeit, Durchfall, Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit. Gelenkschmerzen bei Kindern.

Bei Auftreten von schweren, anhaltenden Durchfällen während oder nach der Behandlung sollten Sie

unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin konsultieren. Versuchen Sie nicht, diese z.B. mit

peristaltikhemmenden Präparaten (Präparate, welche die Darmbewegung hemmen) selber zu

behandeln!

Gelegentliche Nebenwirkungen

Mykotische Superinfektionen («Soor», eine Infektion der Mundhöhle, des Nasen-Rachen-Raums

oder der Geschlechtsorgane durch Pilze), allergische Reaktionen wie Schwellung der Haut

(Nesselfieber) und der Schleimhäute, Hautausschläge, Jucken, Fieber, Erregtheit, Kopfschmerzen,

Benommenheit, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen, Störung des Geschmacksinnes, Erbrechen,

Aufstossen, Blähungen, Schmerzen im Bauch und Unterleib, Müdigkeit, Gelenkschmerzen,

Störungen der Nierenfunktion, allgemeine unspezifische Schmerzen, Unwohlsein.

Seltene Nebenwirkungen

Allergische Reaktionen wie Atembeschwerden oder Asthmaanfälle; Kreislaufbeschwerden wie

Erhöhung der Herzfrequenz, Herzrhythmusstörungen, Ohnmachtsanfälle, tiefer Blutdruck oder

Ödeme; Verwirrtheit, Angstzustände, Albträume, Depressionen (bis hin zu selbstgefährdendem

Verhalten wie Suizidgedanken und Suizid oder Suizidversuch), Halluzinationen, Schwindel, taubes

Gefühl oder Kribbeln in Armen und Beinen, Zuckungen, Zittern, Krämpfe, Sehstörungen, Tinnitus,

Taubheit, Gelbsucht, Hyperglykämie (Erhöhung des Blutzuckers), Hypoglykämie (ein zu niedrigen

Blutzuckerspiegel), Hepatitis (Entzündung der Leber). Informieren Sie sofort Ihren Arzt bzw. Ihre

Ärztin bei Symptomen einer Hepatitis. Frühe Warnzeichen einer Leberentzündung sind: Müdigkeit,

Schwächegefühl, Unwohlsein, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen. Weitere Zeichen sind

Gelbfärbung der Augen (Bindehaut), der Haut oder entfärbter Stuhl.

Weitere seltene Nebenwirkungen sind Lichtempfindlichkeit, Pusteln, Blasenbildung, Schmerzen in

den Armen und Beinen, Verkrampfungen, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen,

Muskelverhärtungen, Kristallurie (Auskristallisieren des Wirkstoffes in der Niere (siehe «Wann ist

bei der Einnahme von Ciprofloxacin Actavis Vorsicht geboten?»)) und Schweissausbrüche.

Sehr seltene Nebenwirkungen

Allergische Reaktionen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock (siehe «Wann ist bei der

Einnahme von Ciprofloxacin Actavis Vorsicht geboten?»). Beim Auftreten von

Überempfindlichkeitsreaktionen sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin

benachrichtigen.

Bullöse Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse

(möglicherweise lebensbedrohend). Zeichen einer bullösen Hautreaktion sind z.B. schwere

Störungen des Allgemeinbefindens, hohe Temperaturen, schmerzhafte Blasen im Mund-, Rachen-

und Genitalbereich, schwere Augenbindehautentzündung. Bei Auftreten solcher Nebenwirkungen ist

unverzüglich der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin zu verständigen! (vgl. auch «Wann

ist bei der Einnahme von Ciprofloxacin Actavis Vorsicht geboten?»).

Weitere sehr seltene Nebenwirkungen sind Psychosen (bis hin zu selbstgefährdendem Verhalten wie

Suizidgedanken und Suizid oder Suizidversuch), Koordinationsstörungen, Migräne, Verlust des

Geruchssinnes (bildet sich in der Regel zurück, wenn das Arzneimittel abgesetzt wird), Störungen

des Farbensehens, Schwerhörigkeit (vor allem im hohen Frequenzbereich), stechende Schmerzen,

hoher Blutdruck, Vaskulitis (Pusteln mit Krustenbildung), Hitzewallungen, Brustschmerzen,

Sehnenentzündung, teilweiser oder vollständiger Sehnenbruch vor allem der Achillessehne (siehe

«Wann ist bei der Einnahme von Ciprofloxacin Actavis Vorsicht geboten?»), unsicherer Gang,

allgemeines Schwächegefühl, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis). Informieren Sie sofort

Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin bei Anzeichen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (schwere

Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen). Bei Patienten mit Myasthenia gravis wurde eine Verstärkung

der Symptome beobachtet.

Ciprofloxacin Actavis kann auch Veränderungen des Blutbildes verursachen.

Nach der Markteinführung von Ciprofloxacin Actavis wurde über Fälle von Beschwerden des

peripheren Nervensystems berichtet (Schmerz, Brennen, Kribbeln, Benommenheit und/oder

Schwäche der Gliedmassen), sowie über Fälle von schweren Herzrhythmusstörungen und

unregelmässiger Herzrhythmus. Bei Auftreten von Herzrhythmusstörungen ist unverzüglich der

behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin zu verständigen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, die hier nicht beschrieben sind, sollten Sie Ihren Arzt oder

Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin informieren.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel ist in der Originalpackung bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausserhalb der

Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Es darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP:» bezeichneten Datum verwendet werden. Nach

Beendigung der Behandlung das Arzneimittel mit dem restlichen Inhalt Ihrer Abgabestelle

(Arzt/Ärztin oder Apotheker/Apothekerin) zum fachgerechten Entsorgen bringen.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin. Diese

Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Ciprofloxacin Actavis enthalten?

1 Filmtablette Ciprofloxacin Actavis 250 enthält 250 mg Ciprofloxacin als

Ciprofloxacinhydrochlorid und Hilfsstoffe.

1 Filmtablette Ciprofloxacin Actavis 500 enthält 500 mg Ciprofloxacin als

Ciprofloxacinhydrochlorid und Hilfsstoffe.

1 Filmtablette Ciprofloxacin Actavis 750 enthält 750 mg Ciprofloxacin als

Ciprofloxacinhydrochlorid und Hilfsstoffe.

Zulassungsnummer

58203 (Swissmedic).

Wo erhalten Sie Ciprofloxacin Actavis? Welche Packungen sind erhältlich?

Sie erhalten Ciprofloxacin Actavis in Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum

einmaligen Bezug berechtigt.

Filmtabletten zu 250 mg: Packungen zu 10 und 20.

Filmtabletten zu 500 mg: Packungen zu 10 und 20.

Filmtabletten zu 750 mg: Packungen zu 20.

Zulassungsinhaberin

Actavis Switzerland AG, 8105 Regensdorf.

Diese Packungsbeilage wurde im Januar 2014 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Ciprofloxacin Actavis

Actavis Switzerland AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Ciprofloxacin ut C. hydrochloridum (1 Cyclopropyl-6-fluor-1,4-dihydro-4-oxo-7-(1-

piperazinyl)-3-chinolincarbonsäure).

Hilfsstoffe: Excipiens pro compresso obducto.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

Filmtabletten zu 250 bzw. 500 bzw. 750 mg Ciprofloxacin als Ciprofloxacinhydrochlorid.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Ciprofloxacin ist zur Behandlung der folgenden Infektionen angezeigt. Vor Behandlungsbeginn

sollten besonders die verfügbaren Informationen zu Resistenzen beachtet werden.

Erwachsene

·Untere Atemwegsinfektionen verursacht durch Gram-negative Bakterien

·Exazerbationen der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)

·Bronchopulmonale Infektionen bei zystischer Fibrose oder bei Bronchiektasen

·Pneumonie

·Chronische eitrige Otitis media

·Akute Verschlechterung der chronischen Sinusitis, insbesondere wenn sie durch Gram-negative

Bakterien verursacht ist

·Harnwegsinfektionen

·Infektionen des Genitaltraktes (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

·Gonokokken-Urethritis und –Zervizitis durch empfindliche Neisseria gonorrhoeae verursacht

·Epididymoorchitis, einschliesslich durch empfindliche Neisseria gonorrhoeae verursachte Fälle

·Entzündliche Erkrankungen des Beckens (PID), einschliesslich durch empfindliche Neisseria

gonorrhoeae verursachte Fälle

·Infektionen des Gastrointestinaltrakts (z.B. Reisediarrhö)

·Intraabdominale Infektionen

·Durch Gram-negative Bakterien verursachte Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes

·Maligne externe Otitis

·Infektionen der Knochen und Gelenke

·Prophylaxe invasiver Infektionen durch Neisseria meningitidis

·Inhalation von Milzbranderregern (postexpositionelle Prophylaxe und Heilbehandlung)

Ciprofloxacin kann zur Behandlung von neutropenischen Patienten mit Fieber angewendet werden,

wenn der Verdacht besteht, dass das Fieber durch eine bakterielle Infektion verursacht ist.

Kinder und Jugendliche

·Durch Pseudomonas aeruginosa verursachte bronchopulmonale Infektionen bei zystischer Fibrose

·Bei Kindern ab 1 Jahr als Mittel der dritten Wahl bei der Behandlung von komplizierten Infektionen

der Harnwege sowie bei Pyelonephritis durch E. coli. Die Indikation zur Behandlung soll nur nach

Rücksprache mit einem Spezialisten, d.h. einem infektologischen Pädiater oder Infektologen, gestellt

werden.

Ciprofloxacin kann auch zur Behandlung von schweren Infektionen bei Kindern und Jugendlichen

eingesetzt werden, wenn dies als notwendig angesehen wird.

Die Behandlung sollte nur von einem in der Behandlung von zystischer Fibrose und/oder schweren

Infektionen bei Kindern und Jugendlichen erfahrenen Arzt initiiert werden (vgl. «Warnhinweise und

Vorsichtsmassnahmen» und «Eigenschaften/Wirkungen, Pharmakodynamik»).

Klinischen Studien wurden zu den oben erwähnten Indikationen durchgeführt. Für andere

Indikationen ist die klinische Erfahrung begrenzt.

Kinder unter 6 Jahren sollten mit einer geeigneten galenischen Form behandelt werden, vgl. Rubrik

«Dosierung/Anwendung».

Milzbrand (Erwachsene und Kinder)

Zur Postexpositionsprophylaxe und zur Behandlung des Milzbrandes nach Inhalation des Erregers

Bacillus anthracis. Die Wirksamkeit von Ciprofloxacin bei Milzbrand wurde tierexperimentell belegt

(siehe Rubrik «Eigenschaften/Wirkungen»). Bei Kindern, Heranwachsenden und Schwangeren sollte

nach Feststellung des Resistenzmusters des beteiligten Bacillus anthracis-Stammes die Möglichkeit

einer Umstellung der Therapie auf (Amino-) Penicilline überprüft werden.

Offizielle Empfehlungen zum angemessenen Gebrauch von Antibiotika sollen beachtet werden,

insbesondere Anwendungsempfehlungen zur Verhinderung der Zunahme der Antibiotikaresistenz.

Dosierung/Anwendung

Dosierung und Behandlungsdauer bei Erwachsenen

Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Schwere der Erkrankung sowie nach dem klinischen und

bakteriologischen Verlauf.

Grundsätzlich sollte die Behandlung wenigstens 3 Tage über die Entfieberung bzw. das

Verschwinden klinischer Symptome hinaus konsequent weiter durchgeführt werden.

Übliche Dosierung bei oraler Gabe in Einzel-/Tagesdosen

Indikation

Filmtabletten

Gesamtbehandlungsdauer (ev.

einschliesslich einer anfänglichen

parenteralen Behandlung mit

Ciprofloxacin)

Infektionen der unteren Atemwege

2× 500 mg bis

2× 750 mg

7 bis 14 Tage

Infektionen der oberen Atemwege

Akute Exazerbation einer chronischen

Sinusitis

2× 500 mg bis

2× 750 mg

7 bis 14 Tage

Chronische eitrige Otitis media

2× 500 mg bis

2× 750 mg

7 bis 14 Tage

Maligne externe Otitis

2× 750 mg

28 Tage bis zu 3 Monate

Infektionen der Harnwege

Unkomplizierte Zystitis

2× 250 mg bis

2× 500 mg

3 Tage

Bei präklimakterischen Frauen kann 500 mg als

Einzeldosis gegeben werden.

Komplizierte Zystitis, unkomplizierte

Pyelonephritis

2× 500 mg

7 Tage

Komplizierte Pyelonephritis

2× 500 mg bis

2× 750 mg

mindestens 10 Tage, unter

bestimmten Umständen (wie Abszesse)

ist eine Behandlungsdauer über

21 Tage

hinaus möglich

Prostatitis

2× 500 mg bis

2× 750 mg

2 bis 4 Wochen (akut) bis 4 bis 6

Wochen (chronisch)

Infektionen des Genitaltraktes

Gonokokken-Urethritis und -Zervizitis (vgl.

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»)

500 mg als

Einzeldosis

1 Tag (Einzeldosis)

Epididymoorchitis und entzündliche

Erkrankungen des Beckens

2× 500 mg bis

2× 750 mg

mindestens 14 Tage

Infektionen des Gastrointestinaltraktes und intraabdominale Infektionen

Durch bakterielle Erreger einschliesslich

Shigella spp. ausser Shigella dysenteriae

Typ 1 verursachte Diarrhö und empirische

2× 500 mg

1 Tag

Therapie der schweren Reisediarrhö

Durch Shigella dysenteriae Typ 1

verursachte Diarrhö

2× 500 mg

5 Tage

Durch Vibrio cholerae verursachte Diarrhö

2× 500 mg

3 Tage

Typhus

2× 500 mg

7 Tage

Durch Gram-negative Bakterien verursachte

intraabdominale Infektionen

2× 500 mg bis

2× 750 mg

5 bis 14 Tage

Infektionen der Haut und des

Weichteilgewebes

2× 500 mg bis

2× 750 mg

7 bis 14 Tage

Andere Infektionen der Knochen und

Gelenke

2× 500 mg bis

2× 750 mg

Höchstens 3 Monate

Neutropenische Patienten mit Fieber, wenn

der Verdacht besteht, dass das Fieber durch

eine bakterielle Infektion verursacht ist.

Ciprofloxacin sollte gemäss offiziellen

Empfehlungen mit geeigneten

antibakteriellen Substanzen kombiniert

werden.

2× 500 mg bis

2× 750 mg

Die Therapie sollte über den gesamten

Zeitraum der Neutropenie fortgesetzt

werden

Prophylaxe invasiver Infektionen durch

Neisseria meningitidis

500 mg als

Einzeldosis

1 Tag (Einzeldosis)

Obwohl die Wirksamkeit in klinischen Studien belegt ist, gilt Ciprofloxacin nicht als Mittel der

ersten Wahl für die Behandlung von vermuteten oder diagnostizierten Pneumonien, welche durch

Streptococcus pneumoniae verursacht sind.

Eine 60 Minuten dauernde Infusion mit 400 mg Ciprofloxacin, alle 8 Stunden, ist bezüglich der AUC

gleichwertig einer oralen Gabe von 750 mg Ciprofloxacin alle 12 Stunden.

Dosierung und Behandlungsdauer bei Kindern und Jugendlichen

Indikation

Tagesdosis in mg

Gesamtbehandlungsdauer

(eventuell einschliesslich einer

anfänglichen parenteralen Behandlung

mit Ciprofloxacin)

Zystische Fibrose bei Kindern

und Jugendlichen

(5–17 Jahre) mit akuten

Infektionsschüben

2× 20 mg/kg Körpergewicht

mit einer maximalen

Einzeldosis von 750 mg

10 bis 14 Tage

Komplizierte Infektionen der

Harnwege sowie

Pyelonephritis durch E. coli

2× 10–20 mg/kg

Körpergewicht mit einer

maximalen Einzeldosis von

750 mg

10 bis 21 Tage

Andere schwere Infektionen

2× 20 mg/kg Körpergewicht

mit einer maximalen

Einzeldosis von 750 mg

Entsprechend der Art der Infektionen

Erfahrungen zur Dosierung bei Kindern mit eingeschränkter Nieren- bzw. Leberfunktion liegen nicht

vor.

Dosierung bei älteren Patienten

Ältere Patienten sollten die niedrigste mögliche Dosierung erhalten. Im Falle einer verminderten

Nierenfunktion ist die Dosierung entsprechend anzupassen (vgl. «Spezielle Dosierungsanweisungen»

weiter unten).

Dosierung und Behandlungsdauer bei Milzbrand

Erwachsene, Jugendliche und Kinder

Die Behandlung sollte unverzüglich nach einer vermuteten oder bestätigten Inhalation von

Milzbranderregern einsetzen und zunächst mit intravenösem Ciprofloxacin begonnen werden. Bei

Kindern, Heranwachsenden und Schwangeren sollte nach Feststellung des Resistenzmusters des

beteiligten Bacillus anthracis-Stammes die Möglichkeit einer Umstellung der Therapie auf

(Amino-)Penicilline überprüft werden.

Therapeutische Wirksamkeit kann nach Anwendung folgender Dosierungen aufgrund der

Empfindlichkeit der Erreger in vitro und der jeweils zu erwartenden Plasmaspiegel angenommen

werden (siehe auch Rubrik «Eigenschaften/Wirkungen»).

Erwachsene

2-mal täglich 500 mg

Kinder/Jugendlic

2-mal täglich 10–15 mg/kg Körpergewicht

Die maximale Einzeldosis bei Kindern sollte 500 mg nicht überschreiten

(Maximale Tagesdosis: 1000 mg Ciprofloxacin)

Bei einer intravenös begonnenen Postexpositionsprophylaxe oder Behandlung nach Inhalation von

Milzbranderregern kann nach klinischem Bild auf orale Weiterbehandlung umgestellt werden. Die

Gesamtbehandlungsdauer (intravenös und oral) ist 60 Tage.

Spezielle Dosierungsanweisungen – Erwachsene

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion

Ausmass der Nierenfunktionsstörung

Maximale Tagesdosis

Kreatinin-Clearance

Serumkreatininwert

30–60 ml/min/1,73 m²

1,4–1,9 mg/100 ml

(124–168 µmol/l)

1000 mg

<30 ml/min/1,73 m²

>2,0 mg/100 ml

(177 µmol/l)

500 mg

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion und Hämodialyse

Kreatinin-Clearance 30–60 ml/min/1,73 m²

Dosierung gemäss oben stehendem Schema.

Kreatinin-Clearance <30 ml/min/1,73 m²

Ciprofloxacin Actavis soll an den Dialysetagen, nach der Dialyse, gegeben werden. Dabei ist die

Dosierung wie in obiger Tabelle für Kreatinin-Clearance <30 ml/min/1,73 m² vorzunehmen.

Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion und kontinuierlicher ambulatorischer

Peritonealdialyse

1-mal 500 mg Filmtabletten oder 2-mal 250 mg Filmtabletten.

Dosierung bei eingeschränkter Leberfunktion

Bei eingeschränkter Leberfunktion ist die Ciprofloxacin-Elimination nur wenig verändert, es ist

keine Dosisanpassung erforderlich. Bei gleichzeitig eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion ist

die Dosierung dem Grad der Nierenfunktionseinschränkung anzupassen.

Art der Verabreichung

Die Filmtabletten sind unzerkaut mit Flüssigkeit einzunehmen.

Die Filmtabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Die Einnahme auf

nüchternen Magen beschleunigt die Resorption. Ciprofloxacin Filmtabletten sollten nicht mit

Milchprodukten (z.B. Milch oder Joghurt) oder mit Mineralstoffen angereicherten Getränken (z.B.

mit Kalzium angereicherter Orangensaft) eingenommen werden (siehe auch Rubrik «Interaktionen»).

Kontraindikationen

Überempfindlichkeit gegenüber Ciprofloxacin, einem anderen Wirkstoff vom Chinolontyp oder

einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung.

Ciprofloxacin soll bis zum Vorliegen weiterer Erkenntnisse nicht bei schwangeren oder stillenden

Frauen angewandt werden. Bezüglich der Anwendung bei Milzbrand siehe Rubriken

«Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten» und «Schwangerschaft/Stillzeit».

Kinder und Jugendliche sollten bis zum Abschluss der Wachstumsphase nicht mit Ciprofloxacin

behandelt werden, da auf Grund von Ergebnissen aus Tierversuchen Gelenkknorpelschädigungen

beim noch nicht erwachsenen Organismus nicht ausgeschlossen werden können.

Bezüglich der Anwendung bei Mukoviszidose, Milzbrand, komplizierten Infektionen der Harnwege

sowie Pyelonephritis durch E. coli siehe Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Die Kombination von Ciprofloxacin und Tizanidin ist kontraindiziert, da Ciprofloxacin den

Serumspiegel von Tizanidin so weit erhöhen kann, dass klinisch relevante unerwünschte

Arzneimittelwirkungen von Tizanidin (Hypotonie, Somnolenz, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen,

Leberfunktionsstörungen, Miosis, Atemdepression, Koma, Unruhe) auftreten könnten.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Herzerkrankungen

Ciprofloxacin verursacht bei einigen Patienten im EKG eine Verlängerung des QT-Intervalls (siehe

auch Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»). Da Frauen im Vergleich zu Männern zu einem

verlängerten QTc-Ausgangswert neigen, reagieren sie möglicherweise empfindlicher auf QTc-

verlängernde Begleitmedikationen. Ebenso können ältere Patienten empfindlicher für Arzneimittel-

assoziierte Einflüsse auf das QT-Intervall sein. Bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt

werden, die das QT-Intervall verlängern können (z.B. Antiarrhythmika der Klasse IA oder der Klasse

III, trizyklische Antidepressiva, Makrolide oder Antipsychotika), sollte die gleichzeitige Anwendung

von Ciprofloxacin mit Vorsicht erfolgen. Ebenfalls sollte die gleichzeitige Anwendung von

Ciprofloxacin bei Patienten mit Risiko für QT-Verlängerungen (z.B. bei angeborenem QT-Syndrom,

bei unkorrigiertem Elektrolytungleichgewicht wie Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie und bei

Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt oder Bradykardie) mit Vorsicht erfolgen.

Schwere Infektionen und gemischte Infektionen mit grampositiven und anaeroben Erregern

Ciprofloxacin Monotherapie ist für die Behandlung von schweren Infektionen und solchen

Infektionen, die durch grampositive oder anaerobe Erreger verursacht sein könnten, nicht geeignet.

In derartigen Fällen muss Ciprofloxacin mit anderen geeigneten antibakteriellen Substanzen

kombiniert werden.

Streptokokken-Infektionen (einschliesslich Streptococcus pneumoniae)

Wegen seiner unzureichenden Wirksamkeit wird Ciprofloxacin nicht für die Behandlung von

Streptokokken-Infektionen empfohlen.

Infektionen des Genitaltraktes

Infektionen des Genitaltraktes können durch Fluorchinolon-resistente Neisseria gonorrhoeae

verursacht werden. Sofern diese Infektionen durch Neisseria gonorrhoeae verursacht sind, oder ein

Verdacht darauf besteht, ist es besonders wichtig, Informationen zur lokalen Prävalenz von

Resistenzen gegenüber Ciprofloxacin zu beschaffen und durch mikrobiologische Resistenztestungen

zu bestätigen.

Kinder und Jugendliche

Eine Behandlung von Kindern und Jugendlichen sollte nur nach einer sorgfältigen Nutzen-/Risiko-

Abwägung begonnen werden. Zu berücksichtigen sind insbesondere mögliche unerwünschte

Wirkungen auf Gelenke und/oder das umgebende Gewebe. Wie auch von anderen Gyrasehemmern

bekannt, verursacht Ciprofloxacin Schädigungen an den gewichtstragenden Gelenken juveniler

Tiere. Die Auswertung der Sicherheitsdaten von jugendlichen Patienten mit zystischer Fibrose

(Mukoviszidose) oder komplizierten Harnwegsinfekten zeigten keine Hinweise auf bleibende

Gelenk-/Knorpelschädigungen.

Die heutigen Erkenntnisse bei Kindern und Jugendlichen stützen die Anwendung von Ciprofloxacin

bei akuten, durch P. aeruginosa verursachten Infektionsschüben einer zystischen Fibrose, bei

Milzbrand, komplizierten Infektionen der Harnwege sowie Pyelonephritis durch E. coli (siehe

Rubriken «Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten» sowie «Dosierung/Anwendung»).

Ciprofloxacin wird bei anderen Indikationen nicht empfohlen.

Gastrointestinaltrakt

Hinter schweren und anhaltenden Durchfällen während oder nach der Therapie kann sich eine

pseudomembranöse Kolitis verbergen, die sofort behandelt werden muss. In solchen Fällen ist

Ciprofloxacin abzusetzen und eine geeignete Diagnostik und Therapie einzuleiten (z.B. Vancomycin

oral, 4× 250 mg täglich). Peristaltikhemmende Präparate sind kontraindiziert.

Hepatobiliäres System

Fälle von Leberzellnekrose und lebensbedrohlichem Leberversagen sind im Zusammenhang mit

Ciprofloxacin berichtet worden (siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»). Die Behandlung mit

Ciprofloxacin sollte unterbrochen werden, wenn sich Anzeichen und Symptome einer

Lebererkrankung wie Anorexie, Ikterus, Dunkelfärbung des Urins, Pruritus oder

schmerzempfindliches Abdomen entwickeln. Die Leberfunktion sollte bei Anzeichen einer

Funktionsstörung überprüft werden. Speziell bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen in der

Anamnese, können vorübergehende erhöhte Transaminasewerte, erhöhte Blutwerte für alkaline

Phosphatase und cholestatischer Ikterus auftreten.

Überempfindlichkeit

In sehr seltenen Fällen wurde über anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen (z.B. Gesichts-,

Gefäss- und Kehlkopfödem; Atemnot bis hin zum bedrohlichen Schock), teilweise schon nach

Ersteinnahme, berichtet. In diesen Fällen ist Ciprofloxacin sofort abzusetzen, eine ärztliche

Behandlung (z.B. Schocktherapie) ist erforderlich.

Photosensibilisierung

In seltenen Fällen kann Ciprofloxacin Photosensitivitätsreaktionen oder phototoxische Reaktionen

verursachen. Patienten sollten es vermeiden, sich während der Therapie mit Ciprofloxacin längere

Zeit dem Sonnenlicht auszusetzen. Falls dies nicht möglich ist, sollte eine Sonnenschutzcreme mit

genügend hohem Lichtschutzfaktor verwendet und bedeckende Kleidung getragen werden.

Zentrales Nervensystem

Fluorchinolone wie Ciprofloxacin können Krampfanfälle auslösen oder die Krampfschwelle

herabsetzen. Falls Krampfanfälle auftreten sollte die Behandlung mit Ciprofloxacin unterbrochen

werden.

Bei Epileptikern und Patienten mit anderer Vorschädigung des Zentralnervensystems (z.B.

erniedrigte Krampfschwelle, Krampfanfälle in der Vorgeschichte, verringerte Hirndurchblutung,

Veränderung in der Gehirnstruktur oder Schlaganfall) ist Ciprofloxacin nur nach sorgfältiger Nutzen-

Risiko-Abwägung anzuwenden, da diese Patienten wegen möglicher zentralnervöser

Nebenwirkungen gefährdet sind. Über Fälle von Status epilepticus wurde berichtet.

Psychiatrische Reaktionen können schon nach Erstanwendung von Ciprofloxacin auftreten. In

seltenen Fällen können Depression oder Psychose zu selbstgefährdendem Verhalten wie Suizid oder

Suizidversuch voranschreiten. In diesen Fällen ist Ciprofloxacin sofort abzusetzen, einen Arzt bzw.

eine Ärztin zu konsultieren und entsprechende Massnahmen einzuleiten.

Periphere Neuropathie

Fälle von sensiblen oder motorisch-sensiblen Polyneuropathien, welche zu Parästhesie, Hypästhesie

oder Dysästhesie geführt haben, wurden in Patienten, die mit Fluorchinolonen, hierunter auch

Ciprofloxacin, behandelt wurden, berichtet. Derartige Neuropathien können sich rasch manifestieren.

Patienten in Behandlung mit Ciprofloxacin sollten angewiesen werden, die Behandlung abzubrechen

und sich an ihren Arzt bzw. an ihre Ärztin zu wenden, falls Symptome von Neuropathie (Schmerzen,

Brennen, Prickeln, Taubheitsgefühl oder Schwäche) auftreten. Dadurch kann das mögliche Risiko

für die Herausbildung eines irreversiblen Nervenschadens verringert werden.

Muskelskelettsystem

Ciprofloxacin sollte bei Patienten mit Myasthenia gravis mit Vorsicht angewendet werden, da sich

die Symptome verschlimmern können (siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»).

Ciprofloxacin sollte generell nicht angewendet werden bei Patienten mit einer positiven Anamnese

für Sehnenerkrankungen/-beschwerden, die mit einer Chinolonbehandlung assoziiert auftreten.

Dennoch kann nach mikrobiologischer Abklärung des Erregers und sorgfältiger Nutzen-Risiko-

Abwägung in sehr seltenen Fällen Ciprofloxacin an diese Patienten für die Behandlung bestimmter

schwerer Infektionen verordnet werden, insbesondere nach Scheitern der Standardtherapie oder

Vorliegen einer bakteriellen Resistenz, bei der die mikrobiologischen Daten die Anwendung von

Ciprofloxacin rechtfertigen. Unter Behandlung mit Ciprofloxacin kann es bereits innerhalb der ersten

48 Stunden nach Behandlungsbeginn zu einer manchmal beidseitigen Tendinitis und Sehnenruptur

(insbesondere der Achillessehne) kommen. Tendinitis und Sehnenruptur können auch erst mehrere

Monate nach einer abgeschlossenen Therapie mit Ciprofloxacin auftreten. Das Risiko einer

Tendinopathie kann bei älteren Patienten oder bei Patienten, die gleichzeitig mit Kortikosteroiden

behandelt werden, erhöht sein. Bei jeglichem Anzeichen einer Tendinitis (z.B. schmerzhafte

Schwellung, Entzündung) sollte die Behandlung mit Ciprofloxacin sofort beendet werden. Es sollte

darauf geachtet werden, dass die betroffene Extremität ruhig gestellt wird.

Cytochrom 450

Ciprofloxacin ist ein mässig starker Inhibitor von Cytochrom P450 1A2 Enzymen. Vorsicht ist

geboten bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln, welche durch dieselben Enzyme

metabolisiert werden (wie z.B. Theophyllin, Methylxanthin, Coffein, Tizanidin, Duloxetin, Clozapin,

Ropinirol oder Olanzapin). Erhöhte Plasmaspiegel und arzneimittelspezifische Nebenwirkungen

können durch Hemmung der Clearance dieser Arzneimittel entstehen (siehe Rubriken

«Kontraindikationen» und «Interaktionen»).

Sonstige Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Eine langfristige und wiederholte Anwendung kann zu Superinfektionen mit resistenten Bakterien

oder Sprosspilzen führen.

Auf die Möglichkeit einer Kreuzresistenz zwischen Ciprofloxacin und anderen Fluorochinolonen ist

zu achten.

Da Ciprofloxacin vorwiegend über den Urin und weniger auch über das hepatobiliäre System

ausgeschieden wird, ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion Vorsicht geboten. Es wurde

in seltenen Fällen von Kristallurie berichtet, weshalb die Patienten angewiesen werden sollten, genug

zu trinken.

Patienten, bei denen ein Mangel an Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase besteht oder in der

Familiengeschichte vorkam, neigen zu hämolytischen Reaktionen auf Chinolone. Deshalb sollte

Ciprofloxacin bei diesen Patienten nur mit Vorsicht angewendet werden.

Interaktionen

Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern können

Vorsicht ist geboten wenn Ciprofloxacin gleichzeitig mit Arzneimitteln, die das QT-Intervall

verlängern können, angewendet wird (Antiarrhythmika der Klasse IA oder der Klasse III,

trizyklische Antidepressiva, Makroliden, Psychopharmaka), da Ciprofloxacin einen additiven Effekt

auf die QT-Verlängerung haben kann.

Interaktionen mit Wirkstoffen, welche via Cytochrom P450 1A2 Isoenzyme metabolisiert werden

Ciprofloxacin ist ein mässig starker Inhibitor von Cytochrom P450 1A2 Enzymen. Vorsicht ist

geboten bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln, welche durch dieselben Enzyme

metabolisiert werden wie z.B. Theophyllin, Methylxanthin, Coffein, Tizanidin, Duloxetin, Clozapin,

Ropinirol oder Olanzapin (s. Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Tizanidin

Tizanidin darf nicht zusammen mit Ciprofloxacin verabreicht werden.

Die gleichzeitige Gabe von Ciprofloxacin und Tizanidin führte bei Probanden zu einer Erhöhung der

Tizanidin-Serumspiegel. Der Wert für Cmax stieg um das 7-fache (Einzelwerte im Bereich 4- bis 21-

fach), derjenige für das AUC um das 10-fache (Einzelwerte im Bereich 6- bis 24-fach). Die

Erhöhung der Tizanidin–Spiegel ging einher mit einer Verstärkung der hypotonischen und sedativen

Effekte wie Übelkeit, Erbrechen, Leberfunktionsstörungen, Miosis, Atemdepression, Koma oder

Unruhe (siehe «Kontraindikationen» und «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Duloxetin

Die gleichzeitige Einnahme von Duloxetin mit starken Inhibitoren des CYP450 Isoenzyms 1A2, wie

z.B. Fluvoxamin, führte zu einer Erhöhung der Werte für Cmax und AUC für Duloxetin. Obwohl

noch keine Berichte über eine solche Interaktion zwischen Ciprofloxacin und Duloxetin vorliegen,

könnte eine solche bei gleichzeitiger Gabe von Ciprofloxacin und Duloxetin auftreten.

Clozapin

Die gleichzeitige Gabe von 250 mg Ciprofloxacin und Clozapin während 7 Tagen führte zu einer

Erhöhung der Serumwerte für Clozapin und dessen Metaboliten N-Desmethylclozapin um 29% bzw.

31%. Es wird zu einer klinischen Überwachung und entsprechender Anpassung der Clozapin-

Dosierung während und kurz nach der Behandlung mit Ciprofloxacin geraten.

Ropinirol

Die gleichzeitige Einnahme von Ciprofloxacin mit Ropinirol (einem mässigen Inhibitor von CYP450

1A2) im Rahmen einer klinischen Studie führte zu einem Anstieg von Cmax und AUC für Ropinirol

von 60% bzw. 84%. Obwohl die Behandlung mit Ropinirol im Allgemeinen gut toleriert wurde,

legen einzelne Fallberichte zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen den Verdacht nahe, dass die

gleichzeitige Einnahme von Ciprofloxacin und Ropinirol zu einer Interaktion zwischen diesen beiden

Wirkstoffen führen kann. Es wird zu einer Überwachung und entsprechender Anpassung der

Ropinirol-Dosierung während und kurz nach Beendigung der Behandlung mit Ciprofloxacin geraten.

Lidocain

Ciprofloxacin reduziert in gesunden Probanden die Elimination von intravenös verabreichtem

Lidocain (einem weiteren mässigen Inhibitor von CYP450 1A2) um 22%. Obwohl die

Verabreichung von Lidocain intravenös gut vertragen wurde, kann eine Interaktion mit Ciprofloxacin

mit entsprechenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen nicht ausgeschlossen werden.

Sildenafil

Bei gleichzeitiger Gabe von 500 mg Ciprofloxacin und 50 mg Sildenafil in gesunden Probanden

wurde Cmax und AUC von Sildenafil um ca. das Zweifache erhöht. Daher ist bei der gleichzeitigen

Verschreibung von Sildenafil und Ciprofloxacin Vorsicht geboten.

Chelatkomplexbildung

Die zeitgleiche Anwendung von Ciprofloxacin (oral) mit Eisen, Sucralfat, Antacida, stark

gepufferten Präparaten (z.B. antiretrovirale Wirksubstanzen), die Magnesium, Aluminium oder

Calcium enthalten, oder Phosphat-bindende Polymere (wie z.B. Sevelamer oder Lanthancarbonat)

verringert die Resorption von Ciprofloxacin. Deshalb soll Ciprofloxacin entweder 1–2 Std. vor oder

4 Std. nach diesen Präparaten eingenommen werden. Diese Einschränkung gilt nicht für Antacida

vom Typ der H2-Rezeptorenblocker.

Theophyllin

Die gleichzeitige Gabe von Ciprofloxacin und Theophyllin kann zu einem unerwünschten Anstieg

der Theophyllin-Konzentration im Serum in toxische Bereiche führen. Auf diese Weise können

durch Theophyllin verursachte Nebenwirkungen auftreten, die selten lebensbedrohlich oder tödlich

sein können. Falls auf eine gleichzeitige Anwendung beider Präparate nicht verzichtet werden kann,

soll die Serumkonzentration von Theophyllin kontrolliert und seine Dosierung angemessen reduziert

werden.

Andere Xanthin Derivate

Bei gleichzeitiger Gabe von Ciprofloxacin und Coffein oder Pentoxifyllin (Oxypentifyllin) wurden

erhöhte Serum-Konzentrationen dieser Derivate beschrieben.

Phenytoin

Die gleichzeitige Gabe von Ciprofloxacin und Phenytoin kann zu erhöhten oder verminderten

Phenytoin-Serumkonzentrationen führen, weswegen eine Überwachung der Arzneimittelspiegel

empfohlen wird.

NSAID

Aus tierexperimentellen Untersuchungen ist bekannt, dass die Kombination sehr hoher Dosen von

Chinolonen (Gyrasehemmern) und einigen nichtsteroidalen Antiphlogistika (wie z.B. Fenbufen,

nicht aber Acetylsalicylsäure) Krämpfe auslösen kann.

Ciclosporin

Bei der zeitgleichen Gabe von Ciprofloxacin und Ciclosporin wurde in Einzelfällen ein

vorübergehender Anstieg der Serumkreatininkonzentration beobachtet. Aus diesem Grund ist bei

diesen Patienten eine engmaschige Kontrolle (2-mal wöchentlich) des Serumkreatininwertes

erforderlich.

Vitamin-K-Antagonisten

Die gleichzeitige Gabe von Ciprofloxacin und einem Vitamin-K-Antagonist (z.B. Warfarin,

Acenocoumarol, Phenprocoumon oder Fluindione) kann die gerinnungshemmende Wirkung

verstärken. Das Risiko kann mit der zu Grunde liegenden Infektion, mit dem Alter und mit dem

allgemeinen Zustand des Patienten variieren, so dass der Effekt von Ciprofloxacin auf das erhöhte

INR (International Normalized Ratio) schwierig zu beurteilen sein kann. Das INR sollte während

und unmittelbar nach Co-Administration von Ciprofloxacin und einem Vitamin-K-Antagonist häufig

kontrolliert werden.

Orale Antidiabetika

Einzelfälle von Hypoglykämie wurden beobachtet bei der gleichzeitigen Gabe von Ciprofloxacin und

oralen Antidiabetika (überwiegend Sulfonylharnstoffe wie z.B. Glibenclamid und Glimepirid),

wahrscheinlich verursacht durch eine Verstärkung der Wirksamkeit der Antidiabetika.

Probenecid

Probenecid beeinflusst die renale Sekretion von Ciprofloxacin. Die gleichzeitige Gabe von

Probenecid (1000 mg) und Ciprofloxacin (500 mg) erhöhte die Serumkonzentration von

Ciprofloxacin zu etwa 50%, die Eliminationshalbwertzeit blieb unverändert, was bei Patienten,

welche diese beiden Medikamente gleichzeitig erhalten, beachtet werden sollte.

Metoclopramid

Metoclopramid beschleunigt die Aufnahme von Ciprofloxacin, wodurch die maximalen

Plasmakonzentrationen schneller erreicht werden. Die Bioverfügbarkeit von Ciprofloxacin wird nicht

beeinflusst.

Omeprazol

Die gleichzeitige Gabe von Ciprofloxacin und Omeprazol verursacht eine leichte Verminderung von

Cmax und AUC für Ciprofloxacin.

Methotrexat

Bei gleichzeitiger Gabe von Ciprofloxacin und Methotrexat können durch kompetitive Hemmung der

tubulären Sekretion von Methotrexat dessen Plasmaspiegel erhöht sein. Da dies zu einem

gesteigerten Risiko Methotrexat bedingter toxischer Reaktionen führen kann, sollten die Patienten

sorgfältig überwacht werden.

Tacrolimus

Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die gleichzeitig mit Tacrolimus und Ciprofloxacin

behandelt werden, da sich die von beiden Stoffen bekannte Nephrotoxizität oder Neurotoxizität

durch die gleichzeitige Gabe verstärken könnte.

Milchprodukte und calciumreiche Nahrungsmittel

Ciprofloxacin sollte nicht zusammen mit Milchprodukten oder calciumreichen Nahrungsmitteln (z.B.

Milch, Joghurt, mit Calcium angereicherter Fruchtsaft) eingenommen werden, da die Aufnahme von

Ciprofloxacin dadurch vermindert werden könnte. Die Absorption von Ciprofloxacin wird hingegen

durch den Calciumgehalt einer normalen Mahlzeit nicht beeinträchtigt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Schwangerschaft

Tierversuche haben keine Hinweise auf teratogene Wirkungen ergeben, jedoch besteht die

Möglichkeit einer Schädigung des wachsenden Knorpels. Ciprofloxacin tritt in das Nabelschnurblut

und das Fruchtwasser über.

Ciprofloxacin sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist

eindeutig indiziert. Bezüglich der präventiven Anwendung nach Exposition mit Milzbranderregern

siehe «Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten».

Stillzeit

Ciprofloxacin konnte in der Muttermilch in ähnlichen Konzentrationen wie im mütterlichen Serum

nachgewiesen werden.

Aufgrund der Möglichkeit einer Schädigung des wachsenden Knorpels, sollte Ciprofloxacin in der

Stillzeit nicht angewendet werden.

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Durch individuell auftretende unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme

am Strassenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt werden. Dies gilt im

verstärkten Mass im Zusammenwirken mit Alkohol.

Unerwünschte Wirkungen

Folgende unerwünschte Arzneimittelwirkungen wurden mit Ciprofloxacin in klinischen Studien

(n = 51'621) sowie im Rahmen der Marktüberwachung beobachtet:

Infektionen

Gelegentlich (0,1–1%): Mykotische Superinfektionen.

Selten (0,01–0,1%): Antibiotika-assoziierte Kolitis (in sehr seltenen Fällen ist ein fataler Ausgang

möglich).

Störungen des Blut- und Lymphsystems

Gelegentlich (0,1–1%): Eosinophilie.

Selten (0,01–0,1%): Leukopenie, Anämie, Neutropenie, Leukozytose, Thrombozytopenie,

Thrombozytämie.

Sehr selten (<0,01%): Hämolytische Anämie, Agranulocytose, Panzytopenie (lebensbedrohlich),

Knochenmarksdepression (lebensbedrohlich).

Störungen des Immunsystems

Gelegentlich (0,1–1%): Hautreaktionen (siehe «Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes»).

Selten (0,01–0,1%): Allergische Reaktionen, allergisches Ödem/Angioödem.

Sehr selten (<0,01%): Anaphylaktische Reaktionen, Arzneimittelfieber, anaphylaktischer Schock

(lebensbedrohlich, teilweise schon nach Ersteinnahme), Überempfindlichkeitsreaktionen vom Typ

der Serumkrankheit.

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten (0,01–0,1%): Hyperglykämie, Hypoglykämie.

Psychiatrische Störungen

Gelegentlich (0,1–1%): Psychomotorische Hyperaktivität/Erregtheit.

Selten (0,01–0,1%): Verwirrung und Orientierungslosigkeit, Angstzustände, Albträume,

Depressionen (bis hin zu selbstgefährdendem Verhalten wie Suizidgedanken und Suizid oder

Suizidversuch), Halluzinationen.

Sehr selten (<0,01%): Psychotische Reaktionen (bis hin zu selbstgefährdendem Verhalten wie

Suizidgedanken und Suizid oder Suizidversuch).

Störungen des Nervensystems

Gelegentlich (0,1–1%): Kopfschmerzen, Benommenheit, Schlafstörungen, Geschmacksstörungen,

Müdigkeit, Schlaflosigkeit.

Selten (0,01–0,1%): Parästhesie, Dysästhesie, Hypoästhesie, Tremor, Krämpfe (inkl. Status

epilepticus), Schwindel.

Sehr selten (<0,01%): Migräne, Koordinationsstörungen, Geruchstörungen, Hyperästhesie,

intrakraniale Hypertonie (Pseudotumor cerebri).

Meldungen aus Marktbeobachtungen: Periphere Neuropathie, Polyneuropathie, Anosmie (in der

Regel reversibel bei Absetzung der Medikation), stechender Schmerz.

Augenleiden

Selten (0,01–0,1%): Sehstörungen.

Sehr selten (<0,01%): Farbenfehlsichtigkeit, Diplopie.

Funktionsstörungen des Ohrs und des Innenohrs

Selten (0,01–0,1%): Tinnitus, Taubheit.

Sehr selten (<0,01%): Schwerhörigkeit.

Funktionsstörungen des Herzens

Selten (0,01–0,1%): Tachykardie, Synkopen.

Meldungen aus Marktbeobachtungen: QT-Streckenverlängerung, ventrikuläre Arrhythmien,

Torsades de pointes. Diese unerwünschten Wirkungen wurden überwiegend in Patienten mit

weiteren Risikofaktoren für QT-Streckenverlängerungen beobachtet.

Funktionsstörungen der Gefässe

Selten (0,01–0,1%): Vasodilatation, Hypotonie.

Sehr selten (<0,01%): Vaskulitis, Hitzewallung.

Meldungen aus Marktbeobachtungen: Hypertonie.

Atmungsorgane (respiratorische, thorakale und mediastinale Funktionsstörungen)

Selten (0,01–0,1%): Dyspnoe (einschliesslich Asthmaanfälle).

Sehr selten (<0,01%): Brustschmerzen.

Gastrointestinale Störungen

Häufig (1–10%): Übelkeit, Durchfall, Verdauungsstörungen, Appetitlosigkeit.

Gelegentlich (0,1–1%): Erbrechen, Schmerzen im gastrointestinalen Bereich/Unterleib, Dyspepsie,

Flatulenz.

Sehr selten (<0,01%): Pankreatitis, Pseudomembranöse Colitis.

Funktionsstörungen der Leber und der Galle

Gelegentlich (0,1–1%): Transaminasewerte erhöht, Bilirubinämie.

Selten (0,01–0,1%): Leberfunktionsstörung, Ikterus, (nicht infektiöse) Hepatitis.

Sehr selten (<0,01%): Leberzellnekrose (in sehr seltenen Fällen bis hin zum lebensbedrohlichen

Leberausfall).

Funktionsstörungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Gelegentlich (0,1–1%): Rash, Pruritus, makropapulärer Rash, Urtikaria.

Selten (0,01–0,1%): Photosensitivitätsreaktionen, Blasenbildung, Hyperpigmentation.

Sehr selten (<0,01%): Petechien, Erythema multiforme minor, hämorrhagische Bullae, Erythema

nodosum, Stevens-Johnson-Syndrom (potenziell lebensbedrohlich), toxische epidermale Nekrolyse

(potenziell lebensbedrohlich).

Meldungen aus Marktbeobachtungen: Lyell-Syndrom, akute generalisierte exanthematische

Pustulose (AGEP).

Muskelskelettsystem (Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, des Bindegewebes und der

Knochen)

Gelegentlich (0,1–1%): Arthralgie.

Selten (0,01–0,1%): Myalgie, Arthritis*, erhöhter Muskeltonus, Verkrampfungen.

Sehr selten (<0,01%): Muskelschwäche, Verstärkung der Symptome bei Patienten mit Myasthenia

gravis, Tendinitis, partielle oder vollständige Sehnenruptur (vor allem der Achillessehne; siehe

«Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»), Bein- und Rückenschmerzen,

Sehnenscheidenentzündung.

* Diese Häufigkeitsangabe basiert auf Studiendaten bei Erwachsenen. Bei Kindern tritt Arthropathie

häufig auf (vgl. «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»).

Funktionsstörungen der Nieren und der ableitenden Harnwege

Gelegentlich (0,1–1%): Nierenfunktionsstörungen.

Selten (0,01–0,1%): Nierenversagen, Hämaturie, Kristallurie, interstitielle Nephritis.

Allgemeine Störungen und Reaktionen an der Applikationsstelle

Gelegentlich (0,1–1%): Unspezifische Schmerzen, Unwohlsein, Fieber.

Selten (0,01–0,1%): Ödeme, Schweissausbrüche.

Sehr selten (<0,01%): Gangstörungen, Phlebitis, allgemeines Schwächegefühl.

Untersuchungen

Gelegentlich (0,1–1%): alkaline Phosphatase erhöht.

Selten (0,01–0,1%): Prothrombinwerte ausserhalb der Norm, Lipase- und Amylasewerte erhöht.

Meldungen aus Marktbeobachtungen: erhöhte INR (International Normalized Ratio) bei Patienten in

Behandlung mit Vitamin K Antagonisten.

Die folgenden unerwünschten Wirkungen sind in der Untergruppe der parenteral oder sequentiell

behandelten Patienten mit grösserer Häufigkeit aufgetreten:

Häufig: Erbrechen, Transaminasewerte vorübergehend erhöht, Rash.

Gelegentlich: Thrombozytopenie, Thrombozytämie, Verwirrung und Orientierungslosigkeit,

Halluzinationen, Parästhesie, Dysästhesie, Krämpfe, Schwindel, Sehstörungen, Taubheit,

Tachykardie, Vasodilatation, Hypotonie, vorübergehende Leberfunktionsstörung, Ikterus,

Nierenfunktionsstörungen, Ödeme.

Selten: Panzytopenie, Knochenmarksdepression, anaphylaktischer Schock, psychotische Reaktionen,

Migräne, Geruchstörungen, Schwerhörigkeit, Vaskulitis, Pankreatitis, Leberzellnekrose, Petechien,

Sehnenruptur.

Überdosierung

Symptome

Bei Vorkommen einer akuten, exzessiven Überdosierung wurde in einigen Fällen eine reversible

Nierentoxizität beobachtet.

Massnahmen

Abgesehen von den üblichen Notfallmassnahmen empfiehlt es sich, die Nierenfunktion und den

Urin-pH-Wert zu überwachen und gegebenenfalls Azidifizierung, um eine Kristallurie zu vermeiden,

sowie Magnesium oder Calcium enthaltende Antazida zu geben, welche die Resorption von

Ciprofloxacin verringern. Durch Hämo- oder Peritonealdialyse wird nur ein kleiner Prozentsatz von

Ciprofloxacin (<10%) aus dem Körper entfernt. Auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu

achten, um eine Kristallurie zu vermeiden.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: J01MA02

Ciprofloxacin Actavis ist ein synthetisches Antibiotikum aus der Gruppe der Chinolone.

Wirkungsmechanismus

Als ein Fluorchinolon-Antibiotikum besitzt Ciprofloxacin eine bakterizide Wirkung, die auf der

Hemmung der Topoisomerase II (DNS-Gyrase) und Topoisomerase IV, beruht. Beide Enzyme

werden für die bakterielle Replikation, Transkription, Rekombination und Reparatur der DNS

benötigt.

Ciprofloxacin verhindert, dass die für den normalen Stoffwechsel des Bakteriums notwendige

Information vom Chromosom abgelesen werden kann. Dies führt zu einer schnellen Abnahme der

Vermehrungsfähigkeit der Bakterien.

Ciprofloxacin zeichnet sich ferner dadurch aus, dass aufgrund seiner besonderen Wirkungsweise

keine generelle Parallelresistenz zu allen anderen Antibiotika ausserhalb der Chinolon-Gruppe

besteht. Somit ist Ciprofloxacin z.T. auch wirksam bei solchen Bakterien, die resistent gegen z.B.

Aminoglykoside, Penicilline, Cephalosporine, Tetracycline und andere Antibiotika sind.

Resistenz

Resistenzentwicklung gegenüber Ciprofloxacin – wie auch gegenüber anderen Chinolonen – wurde

bei Staphylococcus spp. beobachtet. Das gilt insbesondere für methicillinresistente Stämme von S.

aureus. Eine Zunahme der Resistenz wurde ebenfalls bei Pseudomonas aeruginosa beschrieben.

Wenn man die Literatur sorgfältig analysiert, zeigt sich, dass insbesondere solche Patienten gefährdet

sind, die über lange Zeit eine Antibiotika-Therapie erhalten müssen, wie bei zystischer Fibrose oder

Osteomyelitis.

Ähnlich ist die Situation bei besonders infektionsgefährdeten Patienten einzuschätzen, die aus

prophylaktischen oder therapeutischen Gründen eine intensive Antibiotika-Therapie benötigen (z.B.

Leukämiepatienten, bei denen eine selektive Suppression der Darmflora durchgeführt wird;

polytraumatisierte oder chirurgische Patienten, die über längere Zeit intensivmedizinischer

Massnahmen bedürfen).

Resistenzmechanismus

In vitro Resistenzen gegen Ciprofloxacin können durch einen schrittweisen Mutationsprozess der

DNS-Gyrase und Topoisomerase IV entstehen. Der Grad der hierdurch entstehenden Kreuzresistenz

zwischen Ciprofloxacin und anderen Fluorchinolonen ist variabel. Einzelmutationen führen

gewöhnlich nicht zu klinischen Resistenzen, während Mehrfachmutationen generell zu klinischen

Resistenzen gegenüber vielen oder allen Wirkstoffen der Stoffklasse führen.

Resistenzmechanismen, die andere Antibiotika inaktivieren, wie Permeationsbarrieren (häufig bei

Pseudomonas aeruginosa) und Effluxmechanismen, können die Empfindlichkeit gegen Ciprofloxacin

beeinflussen. Von plasmid-vermittelten, durch qnr-Gene codierten Resistenzen wurde berichtet.

Resistenzmechanismen die Penizilline, Cephalosporine, Aminoglykoside, Makrolide und

Tetrazykline inaktivieren, müssen nicht unbedingt auch die antibakterielle Wirksamkeit von

Ciprofloxacin vermindern. Organismen die gegen diese Antibiotika resistent sind, können gegen

Ciprofloxacin empfindlich sein.

Die bakterizide Konzentration (minimal bactericidal concentration, MBC) übersteigt im Allgemeinen

nicht die hemmende Konzentration (minimal inhibitory concentration, MIC) um mehr als einen

Faktor 2.

Pharmakodynamik

In-vitro Empfindlichkeitsdaten

Grenzwerte trennen empfindliche Stämme von Stämmen mit intermediärer Empfindlichkeit und

letztere von resistenten Stämmen:

EUCAST klinische MHK-Grenzwerte [mg/l] bzw. Disk Diffusionstest-Werte [mm]1 für

Ciprofloxacin (Version 3.1, www.escmid.org)

Spezies

Sensibel

[mg/l]

[mm]

Resistent

[mg/l]

[mm]

Enterobacteriaceae

≤0.5

≥22

>1

<19

Pseudomonas spp.

≤0.5

≥25

>1

<22

Acinetobacter spp.

≤1

≥21

>1

<21

Staphylococcus spp.2

≤1

≥20

>1

<20

S. pneumoniae3

≤0.12

≥50

≥2

<18

H. influenzae4

≤0.5

>0.5

≥26

<26

M. catarrhalis4

≤0.5

≥23

>0.5

<23

N. gonorrhoeae

≤0.032

>0.064

N. meningitidis5

≤0.03

>0.06

Keiner Spezies zuzuordnende Grenzwerte6,7 ≤0.5

>1

1 5 µg Ciprofloxacin Disk

2 Staphylococcus spp.-Grenzwerte für Ciprofloxacin beziehen sich auf die Hochdosistherapie.

3 Wildtyp S. Pneumoniae wird nicht als empfindlich gegenüber Ciprofloxacin angesehen und wird

daher als intermediär eingestuft.

4 Stämme mit einem MHK oberhalb des S/I-Grenzwertes (S/I: Sensibel/Intermediär) sind sehr selten

bzw. wurden bisher nicht beschrieben. Die Identifikation und die Bestimmung der antimikrobiellen

Empfindlichkeit solcher Isolate muss wiederholt werden; falls die Resultate bestätigt werden, sollte

die Probe einem Referenzlabor vorgelegt werden. Diese Stämme sollten als resistent angesehen

werden, bis belegt ist, dass MHK-Werte höher als die oben angegebenen Grenzwerte antimikrobiell

wirksam sind. «Low-level» Resistenz gegenüber Fluorochinolone (Ciprofloxacin MHK von 0.125-

0.5 mg/l) kann unter Umständen bei Haemophilus influenzae auftreten. Es liegen keine Hinweise

vor, dass diese «low level» Resistenz von klinischer Relevanz bei Atemwegsinfektionen mit H.

influenzae ist.

5 Grenzwerte gelten nur für die Prophylaxe von Krankheiten verursacht durch Meningokokken

6 «Keiner Spezies zuzuordnende Grenzwerte» wurden hauptsächlich auf Basis von

pharmakokinetischen/pharmakodynamischen Daten ermittelt und sind unabhängig von der MHK-

Verteilung bestimmter Spezies. Sie sind nur anwendbar auf Spezies, die keine Spezies-spezifischen

Grenzwerte haben und sind nicht anwendbar auf Spezies, bei denen die Interpretationskriterien noch

zu bestimmen sind (Gram-negative Anaerobier).

7 Grenzwerte gelten für orale Dosen von 2× 500 mg (oder 2× 250 mg bei einfachen Infektionen der

Harnwege) bis 2× 750 mg und für parenterale Dosen von 2× 400 mg bis 3× 400 mg.

Mikrobiologische Empfindlichkeit

Die Häufigkeit der erworbenen Resistenz kann für ausgewählte Spezies geographisch und zeitlich

variieren, und lokale Informationen über Resistenzen sind wünschenswert, insbesondere wenn

schwere Infektionen behandelt werden. Bei Bedarf sollte der Rat eines Experten eingeholt werden,

wenn die örtliche Prävalenz der Resistenz den Nutzen des Wirkstoffes bei mindestens einigen

Infektionen in Frage stellt.

Üblicherweise empfindliche Spezies (in vitro):

Aerobe grampositive Mikroorganismen

·Bacillus anthracis

Aerobe gramnegative Mikroorganismen

·Aeromonas spp.

·Brucella spp.

·Citrobacter koseri

·Francisella tularensis

·Haemophilus ducreyi

·Haemophilus influenzae

·Legionella spp.

·Moraxella catarrhalis

·Neisseria meningitidis

·Pasteurella spp.

·Salmonella spp.

·Shigella spp.

·Vibrio spp.

·Yersinia pestis

Anaerobe Mikroorganismen

·Mobiluncus

Andere Mikroorganismen

·Chlamydia trachomatis

·Chlamydia pneumoniae

·Mycoplasma hominis

·Mycoplasma pneumoniae

Spezies, die variierende Empfindlichkeit gegen Ciprofloxacin zeigen:

·Acinetobacter baumannii

·Burkholderia cepacia

·Campylobacter spp.

·Citrobacter freundii

·Enterococcus faecalis

·Enterobacter aerogenes

·Enterobacter clocae

·Escherichia coli

·Klebsiella pneumoniae

·Klebsiella oxytoca

·Morganella morganii

·Neisseria gonorrhoeae

·Proteus mirabilis

·Proteus vulgaris

·Providencia spp.

·Pseudomonas aeruginosa

·Pseudomonas fluorescens

·Serratia marcescens

·Staphylococcus aureus (Methicillin-empfindlich)

·Staphylococcus saprophyticus

·Streptococcus spp.

·Peptostreptococcus spp.

·Propionibacterium acnes

Von Natur aus resistente Spezies

·Staphylococcus aureus (Methicilin-resistent)

·Stenotrophomonas maltophilia

·Actinomyces

·Enterococcus faecium

·Listeria monocytogenes

·Mycoplasma genitalium

·Ureaplasma urealyticum

·Anaerobe Mikroorganismen, ausser Mobiluncus, Peptostreptococcus, Propionibacterium

acnes

Ciprofloxacin bei Milzbrand

Die empfohlene Dosis zur Behandlung von Milzbrand basiert überwiegend auf in vitro

Empfindlichkeitsdaten und Daten aus Tier-experimentellen Studien sowie auf limitierten Daten von

Menschen. Eine 60-tägige Behandlung mit 500 mg Ciprofloxacin 2-mal täglich wird als effektiv

angesehen um eine Infektion zu verhindern. Der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin wird

aufgefordert sich an nationalen und/oder internationalen Richtlinien zur Behandlung von Milzbrand

zu orientieren.

Bei Erwachsenen und Kindern wurden nach Verabreichung der empfohlenen Dosen Ciprofloxacin

durchschnittliche Plasmaspiegel erreicht, die gleich oder oberhalb der bei Rhesusaffen gemessenen

liegen, die Milzbrandsporen inhaliert hatten und danach mit Ciprofloxacin behandelt wurden. Der

Unterschied in der Mortalität der mit Ciprofloxacin behandelten Tiere zur unbehandelten

Kontrollgruppe war zugunsten der behandelten Tiere statistisch signifikant (p=0.001).

Die Pharmakokinetik von Ciprofloxacin beim Menschen ist umfassend untersucht (siehe auch Rubrik

«Pharmakokinetik»).

Verträglichkeitsdaten nach Langzeitgabe an Kinder, inklusive der Wirkungen auf das

Knorpelgewebe sind nur sehr begrenzt verfügbar (siehe Rubrik «Unerwünschte Wirkungen»).

In einer placebokontrollierten Studie wurden Rhesusaffen einer zu inhalierenden Dosis von

Milzbrandsporen ausgesetzt, die im Durchschnitt dem 11-fachen der LD50 entsprach (ca. 5,5× 105,

Bandbreite 5-30 LD50). Die minimale Hemmkonzentration (MHK90) für den eingesetzten

B. anthracis-Stamm war mit 0,08 µg/ml bestimmt worden. Nach oraler Gabe von 125 mg

Ciprofloxacin im Abstand von 12 Stunden über 30 Tage wurden zum Zeitpunkt Tmax (1 Stunde

nach der Einnahme) wie auch im steady state Serumspitzenspiegel von 0,98 µg/ml bis 1,69 µg/ml

erreicht. Die durchschnittlichen Serumspiegel 12 Stunden nach der Einnahme, die so genannten

«trough»-Spiegel, lagen zwischen 0,12 und 0,19 µg/ml. Eine Therapie wurde 24 Stunden nach der

Exposition mit Milzbrandsporen eingeleitet. Die Mortalität war bei den Tieren, die über 30 Tage mit

Ciprofloxacin oral behandelt worden waren, deutlich geringer (1/9 Tieren) als in der Placebogruppe

(9/10 Tieren). Der Unterschied war hochsignifikant (p = 0.001). Das eine mit Ciprofloxacin

behandelte Tier verstarb nach Abschluss der 30-tägigen Behandlung.

Pharmakokinetik

Bei Erwachsenen wurden im Steady State nach oraler Gabe von 500 mg Ciprofloxacin alle

12 Stunden Serumspitzenspiegel von 2,97 µg/ml und nach intravenöser Applikation von 400 mg alle

12 Stunden von 4,56 µg/ml gemessen. In beiden Fällen wurden im Steady State 12 Stunden nach der

letzten Applikation die so genannten Trough-Spiegel mit durchschnittlich 0,2 µg/ml bestimmt.

Bei 10 Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren wurden nach zweimaliger Infusion von 10 mg/kg über

30 Minuten im Abstand von 12 Stunden Serumspitzenkonzentrationen von 8,3 µg/ml erreicht, die

Trough-Konzentrationen variierten zwischen 0,09 und 0,26 µg/ml. Im Anschluss nahmen die Kinder

Ciprofloxacin in einer Dosis von 15 mg/kg ein. Nach der ersten oralen Gabe wurden

durchschnittliche Spitzenspiegel von 3,6 µg/ml gemessen. Langfristige Sicherheitsdaten, inkl. Daten

betreffend Wirkungen auf Gelenke und/oder das umgebende Gewebe, nach Einnahme von

Ciprofloxacin sind limitiert, siehe auch Rubrik «Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen».

Absorption

Nach oraler Gabe wird Ciprofloxacin rasch und praktisch vollständig resorbiert. Aufgrund des First-

Pass-Effekts beträgt die orale Bioverfügbarkeit 70-80%. Bereits 60-120 Min. nach oraler Einnahme

werden die maximalen Konzentrationen im Blut erreicht. Einzelgaben von 100-750 mg ergeben

maximale Serumkonzentrationen zwischen 0.56 und 3.7 mg/l. Die Maximalkonzentrationen im

Serum (Cmax) und die Fläche unter der Serumkonzentrations-Zeit-Kurve (AUC) steigen mit

zunehmender Dosis an.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Ciprofloxacin mit Milch oder Milchprodukten kann es zu einer

Verminderung der Bioverfügbarkeit um bis zu 30-36% kommen.

Distribution

Ciprofloxacin ist an den Orten der Infektion, nämlich in den Flüssigkeiten und Geweben des

Körpers, in mehrfach höheren Konzentrationen enthalten als im Serum.

Das Verteilungsvolumen von Ciprofloxacin beträgt im steady state 2-3 l/kg. Da die Proteinbindung

von Ciprofloxacin gering ist (20-30%) und die Substanz im Blutplasma überwiegend in nicht

ionisierter Form vorliegt, kann nahezu die gesamte Menge der applizierten Dosis frei in den

Extravasalraum diffundieren. Auf diese Weise können die Konzentrationen in bestimmten

Körperflüssigkeiten und Geweben die korrespondierenden Serumspiegel deutlich überschreiten.

Nur geringe Konzentrationen von Ciprofloxacin gelangen in den cerebrospinalen Liquor, die

Maximalkonzentration beträgt etwa 6-10% derjenigen des Serums.

Nach oraler oder intravenöser Gabe sind die Ciprofloxacin-Konzentrationen in der Gallenflüssigkeit

um ein Mehrfaches höher als im Serum. Auch in Prostatagewebe und -flüssigkeit ist die

Ciprofloxacin-Konzentration nach oraler Gabe höher als im Serum.

Metabolismus/Elimination

Die durchschnittliche Serumhalbwertszeit beträgt ca. 4 Stunden. Die renale Ausscheidung nach einer

oralen Einzeldosis beträgt ca. 56%. Nach intravenöser Infusion werden 71% der verabreichten Dosis

mit dem Urin und weitere 17.8% mit den Faeces ausgeschieden. Die nicht-renale Ausscheidung von

Ciprofloxacin erfolgt hauptsächlich durch aktive transintestinale Sekretion als auch durch

Metabolisierung. Ca. 10-20% einer Einzeldosis (oral oder parenteral) werden als Metabolite

ausgeschieden. Die im Einzelnen wiedergefundenen Mengen der Metaboliten sind nachstehend

aufgeführt:

Ausscheidung (in % der

Ciprofloxacin-Dosis)

Orale

Anwendung

Intravenöse

Anwendung

Substanz

Harn Fäces

Harn Fäces

Ciprofloxacin

44.7

25.0

61.5

15.2

Desethylenciprofloxacin 1.4

Sulfociprofloxacin

Oxociprofloxacin

Summe

56.0

32.5

71.0

17.8

Ein viertes Abbauprodukt (Formylciprofloxacin) wurde zu weniger als 0.1% in nur einigen Proben

gefunden.

Drei der vier Ciprofloxacin-Metaboliten zeigen eine der Nalidixinsäure vergleichbare bzw. geringere

antibakterielle Aktivität. Der mengenmässig kleinste Metabolit (Formylciprofloxacin) ist gleichzeitig

der aktivste und seine Wirksamkeit entspricht weitgehend der von Norfloxacin.

Mehr als 90% der renalen Ausscheidung erfolgt in den ersten 24 Stunden. Ein Vergleich der

pharmakokinetischen Parameter einer zweimonatigen und dreimonatigen intravenösen Gabe

erbrachte keinerlei Hinweise einer Kumulation von Ciprofloxacin und seiner Metaboliten.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Ältere Patienten

Bei älteren Patienten sollte die Kreatinin-Clearance geprüft werden, da die Eliminationshalbwertszeit

verlängert sein kann.

Kinetik bei eingeschränkter Nierenfunktion

Erwachsene:

Bei eingeschränkter Nierenfunktion (ab einer Kreatinin-Clearance <20 ml/min) ist die Dosis zu

halbieren oder das Dosierungsintervall zu verdoppeln.

Kinder:

Pädiatrische Patienten mit einer Nierenfunktion weniger als 50 ml/min Kreatinin-Clearance wurden

aus der Studie bei Kindern mit komplizierten Harnwegsinfektionen und Pyelonephritis

ausgeschlossen. Es liegen keine Angaben über Dosisanpassungen bei Kindern mit mässiger bis

schwerer Niereninsuffizienz vor.

Kinetik bei eingeschränkter Leberfunktion

Aufgrund der geringen Metabolisierungsrate von Ciprofloxacin ist eine Kumulation bei Patienten mit

eingeschränkter Leberfunktion unwahrscheinlich.

Kinetik bei Kindern

Es sind nur begrenzte Daten zur Pharmakokinetik bei pädiatrischen Patienten verfügbar. In einer

Studie mit an zystischer Fibrose erkrankten Kindern (älter als ein Jahr) wurde keine

Altersabhängigkeit von Cmax und AUC festgestellt. Die Clearance war höher als bei Erwachsenen

(ohne zystische Fibrose) und die in der Studie verwendete Dosis war deutlich höher (berechnet auf

mg/kg Basis) als die bei Erwachsenen verwendete. Bei Mehrfach-Dosierung (3-mal täglich 10

mg/kg) trat kein relevanter Anstieg von Cmax und AUC auf. Nach einer 1-stündigen intravenösen

Infusion von 10 mg/kg bei 10 Kindern unter 1 Jahr mit schwerer Sepsis betrug Cmax 6,1 mg/l

(Bereich 4,6–8,3 mg/l) während im Vergleich dazu bei Kindern von 1–5 Jahren Cmax bei 7,2 mg/l

(Bereich 4,7–11,8 mg/l) lag. Die AUC-Werte in den genannten Altersgruppen betrugen 17,4 mg*h/l

(Bereich 11,8–32,0 mg*h/l) und 16,5 mg*h/l (Bereich 11,0–23,8 mg*h/l). Diese Werte liegen in dem

Bereich, der bei Erwachsenen bei entsprechenden therapeutischen Dosen ermittelt wurde. Basierend

auf populationspharmakokinetischen Analysen bei pädiatrischen Patienten mit verschiedenen

Infektionen wurde eine Halbwertszeit von ca. 4–5 Stunden berechnet, und die Bioverfügbarkeit der

oral verabreichten Suspension beträgt ca. 50 bis 80%.

Präklinische Daten

Akute Toxizität

Die akute Toxizität von Ciprofloxacin kann als sehr gering eingestuft werden. Nach intravenöser

Infusion betrug die LD50 je nach Tierspezies 125–290 mg/kg, bei oraler Gabe 2500–5000 mg/kg.

Chronische Toxizität (Untersuchungen über 6 Monate)

Oral:

Von Ratten bzw. Affen wurden Dosen bis einschliesslich 500 mg/kg bzw. 30 mg/kg ohne

Schädigung vertragen. Bei einigen Affen aus der höchsten Dosisgruppe (90 mg/kg) wurden

wiederum Alterationen der distalen Nierentubuli beobachtet.

Parenteral:

In der höchsten Dosisgruppe (20 mg/kg) wurden bei Affen leicht erhöhte Harnstoff- und

Kreatininkonzentrationen registriert sowie Alterationen der distalen Nierentubuli.

Kanzerogenitäts- und Mutagenitätsstudien

In Kanzerogenitätsstudien an Mäusen (21 Monate) und Ratten (24 Monate) mit Dosen bis zu 1000

mg/kg Körpergewicht pro Tag bei Mäusen und 125 mg/kg Körpergewicht pro Tag bei Ratten

(Steigerung nach der 22. Woche auf 250 mg/kg Körpergewicht pro Tag) ergaben sich bei keiner

Dosisgruppe Hinweise auf eine kanzerogene Wirkung.

Die Resultate der in vitro und in vivo Mutagenitätsstudien ergaben keine Verdachtsmomente für eine

mutagene Wirkung von Ciprofloxacin. Diese Bewertung steht im Einklang mit den negativen

Ergebnissen der Kanzerogenitätsstudien an Ratten und Mäusen.

Reproduktionstoxikologische Untersuchungen

Die Fertilitätsleistungen, die intrauterine Entwicklung und die postnatale Entwicklung der Jungtiere

(Ratten) sowie die Fertilitätsleistung der F1-Generation wurden durch Ciprofloxacin nicht

beeinträchtigt. Es ergaben sich keine Anhaltspunkte für embryotoxische oder teratogene Wirkungen

durch Ciprofloxacin. Es wurden keinerlei Einflüsse auf die peri- und postnatale Entwicklung der

Tiere festgestellt. Am Ende der Aufzuchtphase waren an den Gelenken der Jungtiere histologisch

keine Schädigungen nachweisbar.

Spezielle Verträglichkeitsuntersuchungen: Untersuchungen zur Gelenkverträglichkeit

Wie auch von anderen Gyrasehemmern bekannt, verursacht Ciprofloxacin Schädigungen an den

grossen, gewichttragenden Gelenken juveniler Tiere. Das Ausmass der verursachten Knorpelschäden

ist alters-, spezies- und dosisabhängig, und eine Entlastung der Gelenke reduziert die

Knorpelschäden erheblich.

In den mit ausgewachsenen Tieren durchgeführten Studien (Ratte, Hund) fanden sich keine Hinweise

auf Knorpelläsionen.

In einer Studie mit jungen Beagle-Hunden rief Ciprofloxacin nach zweiwöchiger Behandlung mit

Dosen 1,3- bis 3,5-mal höher als der therapeutische Dosis schwere Gelenkschäden hervor, die auch

nach 5 Monaten noch gefunden wurden.

Sonstige Hinweise

Beeinflussung diagnostischer Methoden

Die in vitro Aktivität von Ciprofloxacin gegen Mycobacterium tuberculosis kann zu falschnegativen

bakteriologischen Ergebnissen bei Proben von Patienten führen, die derzeitig Ciprofloxacin

einnehmen.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP:» bezeichnetem Datum verwendet

werden.

Besondere Lagerungshinweise

Bei Raumtemperatur (15-25 °C) und ausser Reichweite von Kindern lagern.

Zulassungsnummer

58203 (Swissmedic).

Packungen

Ciprofloxacin Actavis 250 Filmtabletten (mit Bruchrille): 10, 20 (A)

Ciprofloxacin Actavis 500 Filmtabletten (mit Bruchrille): 10, 20 (A)

Ciprofloxacin Actavis 750 Filmtabletten (mit Bruchrille): 20 (A)

Zulassungsinhaberin

Actavis Switzerland AG, 8105 Regensdorf.

Stand der Information

Januar 2014.

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