Cinglan 90 mg-Filmtabletten

Österreich - Deutsch - AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

20-08-2019

Wirkstoff:
CINACALCET HYDROCHLORID
Verfügbar ab:
G.L. Pharma GmbH
ATC-Code:
H05BX01
INN (Internationale Bezeichnung):
CINACALCET HYDROCHLORIDE
Verschreibungstyp:
Arzneimittel zur einmaligen Abgabe auf aerztliche Verschreibung
Produktbesonderheiten:
Abgabe durch eine (öffentliche) Apotheke
Zulassungsnummer:
138243
Berechtigungsdatum:
2018-04-13

Lesen Sie das vollständige Dokument

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Cinglan 90 mg-Filmtabletten

Wirkstoff: Cinacalcet

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme

dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte

weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Cinglan und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Cinglan beachten?

Wie ist Cinglan einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Cinglan aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Cinglan und wofür wird es angewendet?

Cinglan wirkt durch Kontrolle der Spiegel von Parathormon (PTH), Calcium und Phosphat in

Ihrem Körper. Es ist zur Behandlung von Problemen mit den Nebenschilddrüsen

vorgesehen. Die Nebenschilddrüsen bestehen aus vier kleinen Drüsen im Hals, die nahe den

Schilddrüsen liegen und Parathormon (PTH) produzieren.

Cinglan wird angewendet bei Erwachsenen:

zur Behandlung von sekundärem Hyperparathyreoidismus bei erwachsenen Patienten

mit schwerer Nierenerkrankung, die eine Dialyse benötigen, um ihr Blut von

Stoffwechselprodukten zu reinigen.

zur Senkung hoher Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) bei erwachsenen Patienten

mit Nebenschilddrüsenkarzinom.

zur Senkung hoher Calciumspiegel im Blut (Hyperkalzämie) bei erwachsenen Patienten

mit primärem Hyperparathyreoidismus, bei denen eine Entfernung der Nebenschilddrüse

nicht möglich ist.

Cinglan wird angewendet bei Kindern im Alter von 3 bis unter 18 Jahren:

zur Behandlung von sekundärem Hyperparathyreoidismus bei Patienten mit schwerer

Nierenerkrankung, die eine Dialyse benötigen, um ihr Blut von Stoffwechselprodukten zu

reinigen, und deren Zustand nicht mit anderen Behandlungen kontrolliert werden kann.

Beim primären und sekundären Hyperparathyreoidismus produzieren die Nebenschilddrüsen

zu viel PTH. „Primär“ bedeutet, dass der Hyperparathyreoidismus durch keine andere

Erkrankung verursacht wird. „Sekundär“ bedeutet, dass der Hyperparathyreoidismus durch

eine andere Erkrankung verursacht wird, z.B. durch eine Nierenerkrankung. Sowohl primärer

als auch sekundärer Hyperparathyreoidismus können einen Calciumverlust in den Knochen

zur Folge haben, was zu Knochenschmerzen, Knochenbrüchen, Problemen mit den Blut-

und Herzgefäßen, Nierensteinen, mentalen Erkrankungen und Koma führen kann.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Cinglan beachten?

Cinglan darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Cinacalcet oder einen der in Abschnitt 6. genannten

sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

wenn Sie niedrige Calciumspiegel in Ihrem Blut haben. Ihr Arzt wird die Calciumspiegel in

Ihrem Blut überwachen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Cinglan einnehmen.

Bevor Sie Cinglan einnehmen, informieren Sie Ihren Arzt darüber, ob Sie an folgenden

Erkrankungen leiden oder jemals gelitten haben:

Krampfanfälle: Das Risiko, einen Krampfanfall zu bekommen, ist höher, wenn Sie schon

einmal Krampfanfälle hatten;

Probleme mit der Leber;

Herzversagen.

Cinglan senkt Calciumspiegel. Im Zusammenhang mit niedrigen Calciumspiegeln

(Hypokalzämie) wurden lebensbedrohliche Ereignisse und solche mit tödlichem Ausgang bei

Erwachsenen und Kindern berichtet, die mit Cinacalcet behandelt wurden.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie an einer der folgenden Beschwerden leiden, die

Anzeichen von niedrigen Calciumspiegeln sein könnten: Spasmen, Zuckungen oder Krämpfe

in Ihren Muskeln oder Taubheit oder ein Kribbeln in Ihren Fingern, Ihren Zehen oder um

Ihren Mund herum oder Krampfanfälle, Verwirrtheit oder Bewusstseinsverlust, während Sie

mit Cinglan behandelt werden.

Niedrige Calciumspiegel können eine Wirkung auf Ihren Herzrhythmus haben. So lange Sie

Cinglan einnehmen, informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie einen ungewöhnlich schnellen oder

pochenden Herzschlag verspüren, wenn Sie Herzrhythmusstörungen haben oder wenn Sie

Arzneimittel einnehmen von denen bekannt ist, dass sie Herzrhythmusstörungen

verursachen.

Weitere Informationen finden Sie in Abschnitt 4.

Während der Behandlung mit Cinglan informieren Sie Ihren Arzt:

wenn Sie mit dem Rauchen beginnen oder aufhören, da dies die Art und Weise, wie

Cinglan wirkt, beeinflussen kann.

Kinder und Jugendliche

Kinder unter 18 Jahren mit Nebenschilddrüsenkarzinom oder primärem

Hyperparathyreoidismus dürfen Cinglan nicht einnehmen.

Wenn Sie aufgrund des Vorliegens eines sekundären Hyperparathyreoidismus behandelt

werden, soll Ihr Arzt Ihre Calciumspiegel vor und während der Behandlung mit Cinglan

überwachen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie irgendeines der oben beschriebenen

Anzeichen von niedrigen Calciumspiegeln bemerken.

Es ist wichtig, dass Sie Cinglan in der von Ihrem Arzt verschriebenen Dosis einnehmen.

Einnahme von Cinglan zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder

beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden, insbesondere Etelcalcetid

oder andere Arzneimittel, die den Calciumspiegel in Ihrem Blut senken.

Nehmen Sie Cinglan nicht zusammen mit Etelcalcetid ein.

Informieren Sie Ihren Arzt, falls Sie die folgenden Arzneimittel einnehmen/anwenden.

Folgende Arzneimittel können den Wirkmechanismus von Cinglan beeinflussen:

Arzneimittel zur Behandlung von Haut- oder von Pilzinfektionen (Ketoconazol,

Itraconazol und Voriconazol);

Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen (Telithromycin, Rifampicin und

Ciprofloxacin);

ein Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektion und AIDS (Ritonavir);

ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (Fluvoxamin).

Cinglan kann den Wirkmechanismus folgender Arzneimittel beeinflussen:

Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen (Amitriptylin, Desipramin, Nortriptylin

und Clomipramin);

ein Arzneimittel zur Hustenlinderung (Dextromethorphan);

Arzneimittel zur Behandlung von Störungen der Herzfrequenz (Flecainid und

Propafenon);

ein Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck (Metoprolol).

Einnahme von Cinglan zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Cinglan ist mit oder kurz nach einer Mahlzeit einzunehmen.

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels

Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Die Anwendung von Cinglan bei schwangeren Frauen wurde nicht untersucht. Bei Vorliegen

einer Schwangerschaft wird Ihr Arzt möglicherweise entscheiden, Ihre Behandlung

umzustellen, da Cinglan dem ungeborenen Kind eventuell Schaden zufügen kann.

Es ist nicht bekannt, ob Cinglan in die Muttermilch übertritt. Ihr Arzt wird mit Ihnen

besprechen, ob Sie mit dem Stillen aufhören oder die Behandlung mit Cinglan unterbrechen

sollen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Achtung: Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und Verkehrstüchtigkeit

beeinträchtigen.

Patienten, die Cinacalcet eingenommen haben, haben über Schwindelgefühle und

Krampfanfälle berichtet. Falls diese Nebenwirkungen bei Ihnen auftreten, setzen Sie sich

nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Maschinen.

3. Wie ist Cinglan einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder

Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher

sind. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, wie viel Cinglan Sie einnehmen müssen.

Cinglan muss zu oder kurz nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Die Filmtabletten

müssen als Ganzes eingenommen und dürfen nicht gekaut, zerstoßen oder geteilt werden.

Cinacalcet ist auch als Granulat zur Entnahme aus Kapseln verfügbar. Kinder, die eine

niedrigere Dosis als 30 mg benötigen oder nicht in der Lage sind, Tabletten zu schlucken,

sollten Cinacalcet als Granulat erhalten.

Ihr Arzt wird während der Behandlung regelmäßig Blutbildkontrollen durchführen, um den

Verlauf der Behandlung zu überprüfen, und wird – falls erforderlich – Ihre Dosis anpassen.

Wenn Sie aufgrund des Vorliegens eines sekundären Hyperparathyreoidismus

behandelt werden

Die empfohlene Anfangsdosis von Cinglan für Erwachsene ist 30 mg (eine Filmtablette)

einmal täglich.

Die empfohlene Anfangsdosis von Cinglan für Kinder von 3 bis unter 18 Jahren liegt bei

täglich maximal 0,20 mg/kg Körpergewicht.

Wenn Sie aufgrund des Vorliegens eines Nebenschilddrüsenkarzinoms oder eines

primären Hyperparathyreoidismus behandelt werden

Die empfohlene Anfangsdosis von Cinglan für Erwachsene ist 30 mg (eine Filmtablette)

zweimal täglich.

Wenn Sie eine größere Menge von Cinglan eingenommen haben als Sie sollten

Wenn Sie eine größere Menge von Cinglan eingenommen haben als Sie sollten, suchen Sie

bitte sofort Ihren Arzt auf. Mögliche Anzeichen einer Überdosis können Taubheit oder

Kribbeln im Mundbereich, Muskelschmerzen oder -krämpfe und Krampfanfälle sein.

Wenn Sie die Einnahme von Cinglan vergessen haben

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen

haben.

Wenn Sie vergessen haben, eine Dosis Cinglan einzunehmen, nehmen Sie die nächste

vorgesehene Dosis wie gewohnt ein.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an

Ihren Arzt, Apotheker oder das medizinische Fachpersonal.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht

bei jedem auftreten müssen.

Informieren Sie umgehend Ihren Arzt:

Wenn Sie ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Mundbereich, Muskelschmerzen oder

-krämpfe und Krampfanfälle bekommen. Dies können Anzeichen dafür sein, dass Ihr

Calciumspiegel zu niedrig ist (Hypokalzämie).

Wenn Sie Schwellungen des Gesichts, der Lippen, des Mundes, der Zunge oder des

Halses spüren, die zu Schwierigkeiten beim Schlucken oder Atmen führen können

(Angioödem).

Weitere mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Übelkeit und Erbrechen; diese Nebenwirkungen sind gewöhnlich leicht und nicht von

langer Dauer.

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

Schwindel

Taubheitsgefühl oder Kribbeln (Parästhesie)

Appetitlosigkeit (Anorexie) oder Abnahme des Appetits

Muskelschmerz (Myalgie)

Schwäche (Asthenie)

Hautausschlag

reduzierte Testosteronspiegel

hohe Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie)

allergische Reaktionen (Überempfindlichkeit)

Kopfschmerz

Krampfanfälle

niedriger Blutdruck (Hypotonie)

Infektion der oberen Atemwege

Atemnot (Dyspnoe)

Husten

Verdauungsstörung (Dyspepsie)

Durchfall

Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen

Verstopfung

Muskelkrämpfe

Rückenschmerzen

niedrige Calciumspiegel im Blut (Hypokalzämie)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Nesselsucht (Urtikaria)

Schwellungen im Gesicht, von Lippen, Mund, Zunge oder Hals, die zu Schwierigkeiten

beim Schlucken oder Atmen führen können (Angioödem)

ungewöhnlich schneller oder pochender Herzschlag, der mit niedrigen Calciumspiegeln

in Ihrem Blut in Zusammenhang stehen könnte (QT-Verlängerung und ventrikuläre

Arrhythmien infolge einer Hypokalzämie)

Nach der Einnahme von Cinglan kam es bei einer sehr geringen Anzahl von Patienten zu

einer Verschlechterung einer bestehenden Herzschwäche und/oder zu niedrigem Blutdruck

(Hypotonie).

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies

gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt über das nationale Meldesystem (Details siehe

unten) anzeigen.

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen

über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Cinglan aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf Umkarton und Blister nach „verw. bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den

letzten Tag des angegebenen Monats.

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren

Apotheker, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie

tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Cinglan enthält

Der Wirkstoff ist: Cinacalcet. Jede Filmtablette enthält 90 mg Cinacalcet.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Tablettenkern: vorverkleisterte Stärke (Mais), mikrokristalline Cellulose (E 460), Povidon

(K-29/32), Crospovidon (Typ A und B), Magnesiumstearat (E 572), hochdisperses

Siliciumdioxid

Tablettenfilm: Polyvinylalkohol, teilweise hydrolysiert (E 1203), Titandioxid (E 171),

Macrogol (L 4000), Talkum (E 553b), Indigokarmin-Aluminiumlack (E 132), Eisenoxid

gelb (E 172)

Wie Cinglan aussieht und Inhalt der Packung

Cinglan 90 mg-Filmtabletten sind grüne, ovale und beidseitig gewölbte Tabletten (etwa 6,5 x

10,5 mm), mit der Prägung „C9CC“ auf der einen und „90“ auf der anderen Seite.

Cinglan 90 mg-Filmtabletten sind in Blisterpackungen zu 10, 14, 20, 28, 30, 84 oder 90 Stück

erhältlich.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

Pharmazeutischer Unternehmer

G.L. Pharma GmbH, Schlossplatz 1, 8502 Lannach

Hersteller

G.L. Pharma GmbH, Schlossplatz 1, 8502 Lannach

Synthon Hispania S.L., C/Castelló, n°1, Poligono Industrial Las Salinas, 08830 Sant Boi de

Llobregat, Spanien

Synthon s.r.o., Brnenska 32/c.p. 597, 678 17 Blansko, Tschechien

Z.Nr.: 138243

Dieses Arzneimittel ist in den Mitgliedsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraumes

(EWR) unter den folgenden Bezeichnungen zugelassen:

Österreich:

Cinglan 90 mg-Filmtabletten

Niederlande:

Cinglan 90 mg filmomhulde tabletten

Tschechien:

Cinglan

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2019.

ZUSAMMENFASSUNG DER MERKMALE DES ARZNEIMITTELS

1. BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Cinglan 30 mg-Filmtabletten

Cinglan 60 mg-Filmtabletten

Cinglan 90 mg-Filmtabletten

2. QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Cinglan 30 mg-Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 30 mg Cinacalcet (als Hydrochlorid).

Cinglan 60 mg-Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 60 mg Cinacalcet (als Hydrochlorid).

Cinglan 90 mg-Filmtabletten

Jede Filmtablette enthält 90 mg Cinacalcet (als Hydrochlorid).

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. DARREICHUNGSFORM

Filmtablette

Cinglan 30 mg-Filmtabletten

Grüne, ovale und bikonvexe Filmtabletten (etwa 4,5 x 7 mm), mit der Prägung „C9CC“ auf der

einen und „30“ auf der anderen Seite.

Cinglan 60 mg-Filmtabletten

Grüne, ovale und bikonvexe Filmtabletten (etwa 5,5 x 9 mm), mit der Prägung „C9CC“ auf der

einen und „60“ auf der anderen Seite.

Cinglan 90 mg-Filmtabletten

Grüne, ovale und bikonvexe Filmtabletten (etwa 6,5 x 10,5 mm), mit der Prägung „C9CC“ auf

der einen und „90“ auf der anderen Seite.

4. KLINISCHE ANGABEN

4.1 Anwendungsgebiete

Sekundärer Hyperparathyreoidismus

Erwachsene

Behandlung

sekundären

Hyperparathyreoidismus

(HPT)

erwachsenen

dialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz.

Kinder und Jugendliche

Behandlung des sekundären Hyperparathyreoidismus (HPT) bei dialysepflichtigen Kindern mit

terminaler Niereninsuffizienz im Alter von 3 Jahren und älter, deren sekundärer HPT mit einer

Standardtherapie nicht ausreichend kontrolliert werden kann (siehe Abschnitt 4.4).

Cinglan kann als Teil eines therapeutischen Regimes angewendet werden, das je nach Bedarf

Phosphatbinder und/oder Vitamin D umfassen kann (siehe Abschnitt 5.1).

Nebenschilddrüsenkarzinom und primärer Hyperparathyreoidismus bei Erwachsenen

Verminderung von Hyperkalzämie bei erwachsenen Patienten mit:

Nebenschilddrüsenkarzinom.

primärem HPT, bei denen eine Parathyreoidektomie aufgrund der Serumcalciumspiegel

(wie in den relevanten Behandlungsrichtlinien definiert) angezeigt wäre, jedoch klinisch

nicht angebracht oder kontraindiziert ist.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Sekundärer Hyperparathyreoidismus

Erwachsene und ältere Patienten (> 65 Jahre)

Die empfohlene Anfangsdosis für Erwachsene ist 30 mg einmal täglich. Um einen Zielwert des

Parathormons (PTH) bei Dialysepatienten zwischen 150 und 300 pg/ml (15,9-31,8 pmol/l),

gemessen mit dem Intakt-PTH (iPTH)-Assay, zu erreichen, ist Cinacalcet alle 2 bis 4 Wochen

zu titrieren bis zu einer Maximaldosis von 180 mg einmal täglich. Die PTH-Spiegel sind

frühestens

Stunden

nach

Gabe

Cinacalcet

messen.

aktuellen

Behandlungsleitlinien sind zu beachten.

1 bis 4 Wochen nach Therapiebeginn oder nach Dosisanpassung von Cinacalcet muss der

PTH-Spiegel gemessen werden. Während der Erhaltungsphase muss das PTH ungefähr alle

ein bis drei Monate kontrolliert werden. Zur Messung der PTH-Spiegel kann entweder das

Intakt-PTH (iPTH) oder das Bio-Intakt-PTH (biPTH) verwendet werden. Die Behandlung mit

Cinacalcet verändert das Verhältnis zwischen iPTH und biPTH nicht.

Dosisanpassungen basierend auf den Serumcalciumspiegeln

Korrigiertes Serumcalcium soll vor Anwendung der ersten Dosis von Cinacalcet bestimmt und

überwacht werden und es soll an oder über der unteren Grenze des Normbereiches liegen

(siehe Abschnitt 4.4). Abhängig von den durch Ihr örtliches Labor angewendeten Methoden

kann der Normbereich des Calciumspiegels variieren.

Während der Dosistitration sind die Serumcalciumspiegel häufig zu kontrollieren. Nach Beginn

der Therapie oder nach Dosisanpassung von Cinacalcet muss die Kontrolle innerhalb von 1

Woche

erfolgen.

Sobald

Erhaltungsdosis

eingestellt

wurde,

müssen

Serumcalciumspiegel

ungefähr

monatlich

gemessen

werden.

Für

Fall,

dass

korrigierten Serumcalciumspiegel unter 8,4 mg/dl (2,1 mmol/l) fallen und/oder Symptome einer

Hypokalzämie auftreten, wird das folgende Vorgehen empfohlen:

Korrigierte Serumcalciumwerte oder

klinische Symptome einer Hypokalzämie

Empfehlungen

< 8,4 mg/dl (2,1 mmol/l) und > 7,5 mg/dl

(1,9 mmol/l) oder bei Auftreten klinischer

Symptome einer Hypokalzämie

Calciumhaltige Phosphatbinder, Vitamin D

und/oder Anpassung der Calcium-

konzentration im Dialysat können nach

klinischem Ermessen zur Erhöhung des

Serumcalciums angewendet werden.

< 8,4 mg/dl (2,1 mmol/l) und > 7,5 mg/dl

(1,9 mmol/l) oder bei anhaltenden

Symptomen einer Hypokalzämie trotz

Versuchen, das Serumcalcium zu erhöhen

Cinacalcet-Dosis verringern oder

aussetzen.

≤ 7,5 mg/dl (1,9 mmol/l) oder bei

anhaltenden Symptomen einer

Hypokalzämie und wenn Vitamin D nicht

erhöht werden kann

Anwendung von Cinacalcet aussetzen, bis

die Serumcalciumwerte 8,0 mg/dl

(2,0 mmol/l) erreichen und/oder Symptome

einer Hypokalzämie abgeklungen sind. Die

Behandlung soll mit der nächstniedrigen

Dosis von Cinacalcet wiederaufgenommen

werden.

Kinder und Jugendliche

Korrigiertes Serumcalcium soll vor Anwendung der ersten Dosis von Cinacalcet im oberen

Bereich des altersspezifischen Referenzintervalls oder darüber liegen und engmaschig

überwacht

werden

(siehe

Abschnitt

4.4).

Abhängig

durch

örtliches

Labor

angewendeten Methoden sowie dem Alter des Kindes/Patienten variiert der Normbereich des

Calciumspiegels.

Die empfohlene Anfangsdosis für Kinder im Alter von ≥ 3 Jahren bis < 18 Jahren ist ≤ 0,20

mg/kg einmal täglich basierend auf dem Trockengewicht des Patienten (siehe Tabelle 1).

Die Dosis kann erhöht werden, um einen gewünschten iPTH-Zielbereich zu erreichen. Die

Dosis ist entsprechend den verfügbaren Dosisstufen (siehe Tabelle 1) sequenziell nicht öfter

als alle 4 Wochen zu erhöhen. Die Dosis kann bis zu einer maximalen Dosis von 2,5 mg/kg/Tag

erhöht werden, darf aber eine tägliche Gesamtdosis von 180 mg nicht überschreiten.

Tabelle 1: Tägliche Cinacalcet-Dosis bei Kindern und Jugendlichen

Trockengewicht des

Patienten (kg)

Anfangsdosis (mg)

Verfügbare sequenzielle

Dosisstufen (mg)

10 bis < 12,5

1; 2,5; 5; 7,5; 10 und 15

≥ 12,5 bis < 25

2,5; 5; 7,5; 10; 15 und 30

≥ 25 bis < 36

5; 10; 15; 30 und 60

≥ 36 bis < 50

5; 10; 15; 30; 60 und 90

≥ 50 bis < 75

10; 15; 30; 60; 90 und 120

≥ 75

15; 30; 60; 90; 120 und 180

Dosisanpassungen basierend auf den PTH-Spiegeln

PTH-Spiegel sollen frühestens 12 Stunden nach Einnahme von Cinacalcet bestimmt werden

iPTH

soll

Wochen

nach

Einleitung

Behandlung

Cinacalcet

oder

Dosisanpassung von Cinacalcet gemessen werden.

Die Dosis ist entsprechend des iPTH, wie untenstehend angeführt, anzupassen:

Wenn iPTH < 150 pg/ml (15,9 pmol/l) und ≥ 100 pg/ml (10,6 pmol/l) ist, Cinacalcet-Dosis

auf die nächstniedrige Dosis senken.

Wenn iPTH < 100 pg/ml (10,6 pmol/l), Behandlung mit Cinacalcet unterbrechen und

Cinacalcet mit der nächstniedrigen Dosis wiederaufnehmen, sobald der iPTH > 150 pg/ml

(15,9 pmol/l) ist. Wenn die Behandlung mit Cinacalcet für mehr als 14 Tage unterbrochen

wurde, Wiederaufnahme mit der empfohlenen Anfangsdosis.

Dosisanpassungen basierend auf den Serumcalciumspiegeln

Serumcalcium soll innerhalb von 1 Woche nach Einleitung der Behandlung mit Cinacalcet oder

Dosisanpassung von Cinacalcet bestimmt werden.

Sobald die Erhaltungsdosis eingestellt wurde, wird eine wöchentliche Bestimmung des

Serumcalciums

empfohlen.

Serumcalciumspiegel

Kindern

Jugendlichen

sollen

innerhalb des Normbereichs gehalten werden. Wenn die Serumcalciumspiegel unter den

Normbereich sinken oder Symptome einer Hypokalzämie auftreten, sind angemessene

Schritte zur Dosisanpassung entsprechend untenstehender Tabelle 2 vorzunehmen:

Tabelle 2: Dosisanpassung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von ≥ 3 bis < 18

Jahren

Korrigierter Serumcalciumwert oder

klinische Symptome einer Hypokalzämie

Dosierungsempfehlungen

Korrigiertes Serumcalcium ist an oder unter

der altersspezifischen unteren Grenze des

Normbereichs

oder

wenn Symptome einer Hypokalzämie

auftreten, unabhängig vom Calciumwert.

Behandlung mit Cinacalcet aussetzen.*

Anwendung von Calciumergänzung,

calciumhaltigen Phosphatbindern und/oder

Vitamin D, wie klinisch angezeigt.

Korrigiertes Gesamt-Serumcalcium ist über

der altersspezifischen unteren Grenze des

Normbereichs

Symptome einer Hypokalzämie sind

abgeklungen.

Wiederaufnahme mit der nächstniedrigen

Dosis. Wenn die Behandlung mit Cinacalcet

für mehr als 14 Tage unterbrochen wurde,

Wiederaufnahme mit der empfohlenen

Anfangsdosis.

Wenn der Patient vor der Unterbrechung die

niedrigste Dosis erhalten hat (1 mg/Tag),

Wiederaufnahme mit derselben Dosis

(1 mg/Tag).

* Wenn die Anwendung unterbrochen wurde, ist das korrigierte Serumcalcium innerhalb von 5 bis 7

Tagen zu bestimmen.

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Cinacalcet bei Kindern im Alter von unter 3 Jahren in der

Behandlung

sekundären

Hyperparathyreoidismus

nicht

erwiesen.

liegen

unzureichende Daten vor.

Nebenschilddrüsenkarzinom und primärer Hyperparathyreodismus

Erwachsene und ältere Patienten (> 65 Jahre)

Die empfohlene Anfangsdosis von Cinacalcet für Erwachsene ist 30 mg zweimal täglich. Die

Dosis von Cinacalcet ist alle 2 bis 4 Wochen schrittweise von 30 mg zweimal täglich auf 60 mg

zweimal täglich, 90 mg zweimal täglich bis zu 90 mg drei- bis viermal täglich erhöht werden,

je nach Bedarf, um die Serumcalciumkonzentration bis zur oberen Grenze des Normalwertes

oder darunter zu senken. Die Maximaldosis, die in klinischen Studien angewendet wurde, war

90 mg viermal täglich.

Der Serumcalciumspiegel muss innerhalb der ersten Woche nach Beginn der Therapie oder

nach

Dosisanpassung

Cinacalcet

gemessen

werden.

Wenn

Erhaltungsdosis

eingestellt ist, muss der Serumcalciumspiegel alle 2 bis 3 Monate gemessen werden. Nach

Titration bis zur maximalen Dosis von Cinacalcet muss die Serumcalciumkonzentration in

regelmäßigen Abständen gemessen werden. Wenn eine klinisch relevante Senkung der

Serumcalciumkonzentration nicht (mehr) erzielt werden kann, muss ein Abbruch der Therapie

mit Cinacalcet in Erwägung gezogen werden (siehe Abschnitt 5.1).

Kinder und Jugendliche

Sicherheit

Wirksamkeit

Cinacalcet

Kindern

Behandlung

Nebenschilddrüsenkarzinoms und des primären Hyperparathyreoidismus ist nicht erwiesen.

Es liegen keine Daten vor.

Leberfunktionsstörung

Es ist keine Änderung der Anfangsdosis notwendig. Cinacalcet muss mit Vorsicht bei

Patienten mit mittelgradiger bis schwerer Leberfunktionsstörung angewendet werden. Eine

sorgfältige

klinische

Überwachung

während

Dosiseinstellung

weiteren

Behandlung ist notwendig (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2).

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Die Filmtabletten müssen als Ganzes eingenommen und dürfen nicht gekaut, zerstoßen oder

geteilt werden.

Es wird empfohlen, Cinacalcet mit oder kurz nach einer Mahlzeit einzunehmen, da in Studien

eine Verbesserung der Bioverfügbarkeit von Cinacalcet bei gleichzeitiger Nahrungsaufnahme

gezeigt wurde (siehe Abschnitt 5.2).

Cinacalcet ist auch als Granulat für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen verfügbar.

Kinder, die Dosen unter 30 mg benötigen oder die keine Tabletten schlucken können, sollten

Cinacalcet-Granulat erhalten.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten

sonstigen Bestandteile.

Hypokalzämie (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Serumcalcium

Im Zusammenhang mit Hypokalzämie wurden lebensbedrohliche Ereignisse und tödliche

Folgen bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten berichtet, die mit Cinacalcet behandelt

wurden. Als Symptome einer Hypokalzämie können Parästhesien, Myalgien, Muskelkrämpfe,

Tetanie und Krampfanfälle auftreten. Eine Abnahme des Serumcalciums kann auch das QT-

Intervall verlängern und möglicherweise ventrikuläre Arrhythmien infolge von Hypokalzämie

verursachen. Fälle von QT-Verlängerung und ventrikulären Arrhythmien wurden bei Patienten

berichtet, die mit Cinacalcet behandelt wurden (siehe Abschnitt 4.8). Vorsicht ist geboten bei

Patienten

sonstigen

Risikofaktoren

für

eine

QT-Verlängerung,

Patienten

bekanntem kongenitalem Long-QT-Syndrom oder Patienten, die Arzneimittel erhalten, von

denen bekannt ist, dass sie eine QT-Verlängerung verursachen.

Da Cinacalcet die Serumcalciumspiegel senkt, müssen Patienten hinsichtlich des Auftretens

einer Hypokalzämie sorgfältig kontrolliert werden (siehe Abschnitt 4.2). Serumcalcium muss

innerhalb von 1 Woche nach Behandlungsbeginn oder Cinacalcet-Dosisanpassung gemessen

werden.

Erwachsene

Eine Behandlung mit Cinacalcet soll bei Patienten mit einem Serumcalciumspiegel (korrigiert

um Albumin) unterhalb der Untergrenze des Normbereiches nicht begonnen werden.

Bei Patienten mit einer chronischen Niereninsuffizienz mit begleitender Dialysebehandlung,

die mit Cinacalcet behandelt wurden, hatten etwa 30% der Patienten mindestens einen

Serumcalciumwert unter 7,5 mg/dl (1,9 mmol/l).

Kinder und Jugendliche

Die Behandlung des sekundären HPT mit Cinacalcet bei ≥ 3 Jahre alten Kindern mit terminaler

Niereninsuffizienz, die sich einer dauerhaften Dialysetherapie unterziehen, ist nur dann

einzuleiten,

wenn

deren

sekundärer

Standardtherapie

nicht

angemessen

kontrolliert werden kann und das Serumcalcium im oberen Bereich des altersspezifischen

Referenzintervalls oder darüber liegt.

Die Serumcalciumwerte sowie die Therapie-Compliance des Patienten müssen während der

Behandlung mit Cinacalcet engmaschig überwacht werden (siehe Abschnitt 4.2). Keine

Einleitung der Behandlung mit Cinacalcet bzw. keine Erhöhung der Dosis, wenn vermutet wird,

dass die Einhaltung der verschriebenen Therapie nicht gewährleistet ist.

Vor Einleitung der Behandlung und während der Behandlung mit Cinacalcet sind Risiken und

Nutzen der Behandlung und die Fähigkeit des Patienten, den Empfehlungen zur Überwachung

des Risikos einer Hypokalzämie und zum Umgang damit zu folgen, zu überprüfen.

Kinder und Jugendliche und/oder ihre Betreuungspersonen sind über die Symptome einer

Hypokalzämie und über die Wichtigkeit, sich an die Anweisungen zur Überwachung des

Serumcalciums sowie zu Dosierung und Art der Anwendung zu halten, zu informieren.

Patienten mit nicht dialysepflichtiger chronischer Niereninsuffizienz

Bei Patienten mit nicht dialysepflichtiger chronischer Niereninsuffizienz ist Cinacalcet nicht

indiziert.

Klinische

Studien

haben

gezeigt,

dass

für

nicht

dialysepflichtige

erwachsene

Patienten

Vergleich

dialysepflichtigen

Patienten

einer

chronischen

Niereninsuffizienz, die mit Cinacalcet behandelt wurden, ein erhöhtes Risiko für Hypokalzämie

(Serumcalciumspiegel

< 8,4

mg/dl

[2,1

mmol/l])

besteht.

Dies

kann

niedrigere

Ausgangswerte der Calciumspiegel und/oder auf eine Nieren-Restfunktion zurückzuführen

sein.

Krampfanfälle

Bei Patienten, die mit Cinacalcet behandelt wurden, wurden Fälle von Krampfanfällen berichtet

(siehe Abschnitt 4.8). Die Schwelle für das Auslösen von Krampfanfällen ist durch signifikante

Reduktionen der Serumcalciumspiegel gesenkt. Daher sind die Serumcalciumspiegel bei

Patienten, die Cinacalcet erhalten, engmaschig zu überwachen, insbesondere bei Patienten

mit einer Vorgeschichte von Krampfanfällen.

Hypotonie und/oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz

Bei Patienten mit einer beeinträchtigten kardialen Funktion wurde von Fällen von Hypotonie

und/oder

Verschlechterung

Herzinsuffizienz

berichtet,

denen

kausaler

Zusammenhang mit Cinacalcet nicht vollständig ausgeschlossen werden konnte und die

möglicherweise durch die Verminderung der Serumcalciumspiegel hervorgerufen wurden

(siehe Abschnitt 4.8).

Gleichzeitige Anwendung mit anderen Arzneimitteln

Cinacalcet ist mit Vorsicht bei Patienten anzuwenden, die andere Arzneimittel erhalten, von

denen bekannt ist, dass sie den Serumcalciumspiegel senken. Der Serumcalciumspiegel ist

engmaschig zu überwachen (siehe Abschnitt 4.5).

Patienten, die Cinacalcet erhalten, sollen nicht mit Etelcalcetid behandelt werden. Eine

gleichzeitige Anwendung kann zu einer schweren Hypokalzämie führen.

Allgemein

Wenn die PTH-Spiegel dauerhaft unter dem 1,5-Fachen des oberen Normwertes (gemessen

mit dem iPTH-Assay) gehalten werden, kann sich eine adynamische Knochenerkrankung

entwickeln. Falls bei Patienten unter einer Therapie mit Cinacalcet die PTH-Spiegel unter den

empfohlenen Zielbereich absinken, muss die Dosis von Cinacalcet und/oder Vitamin D

gesenkt oder die Therapie unterbrochen werden.

Testosteronspiegel

Bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz liegen die Testosteronspiegel häufig unter dem

Normalwert.

einer

klinischen

Studie

dialysepflichtigen

Patienten

terminaler

Niereninsuffizienz sanken nach einer 6-monatigen Behandlung die Spiegel freien Testosterons

um 31,3% (Median) bei Patienten, die mit Cinacalcet behandelt wurden, und bei den mit

Placebo behandelten Patienten um 16,3% (Median). Eine offene Weiterführung dieser Studie

zeigte keine weitere Verminderung der freien und der gesamten Testosteronkonzentration

über einen Zeitraum von drei Jahren bei Patienten, die mit Cinacalcet behandelt wurden. Die

klinische Bedeutung der Reduktion des Serumtestosterons ist nicht bekannt.

Leberfunktionsstörung

Wegen der Wahrscheinlichkeit eines 2- bis 4-fach höheren Cinacalcet-Plasmaspiegels bei

Patienten mit mittelgradiger bis schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klassifikation)

muss Cinacalcet bei diesen Patienten mit Vorsicht angewendet und die Behandlung sorgfältig

überwacht werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Arzneimittel, von denen bekannt ist, dass sie den Calciumspiegel senken

Die gleichzeitige Anwendung von anderen Arzneimitteln, von denen bekannt ist, dass sie den

Serumcalciumspiegel senken, und Cinacalcet kann zu einem erhöhten Risiko für eine

Hypokalzämie führen (siehe Abschnitt 4.4). Patienten, die Cinacalcet erhalten, soll kein

Etelcalcetid gegeben werden (siehe Abschnitt 4.4).

Wirkung von anderen Arzneimitteln auf Cinacalcet

Cinacalcet wird teilweise durch das Enzym CYP3A4 metabolisiert. Gleichzeitige Anwendung

von 200 mg Ketoconazol zweimal täglich, einem starken Hemmstoff von CYP3A4, resultierte

in einer ungefähr 2-fachen Erhöhung der Cinacalcet-Spiegel. Eine Dosisanpassung von

Cinacalcet kann notwendig sein, wenn ein Patient, der Cinacalcet einnimmt, eine Therapie mit

einem

starken

Hemmstoff

(z.B.

Ketoconazol,

Itraconazol,

Telithromycin,

Voriconazol,

Ritonavir) oder einem Induktor dieses Enzyms (z.B. Rifampicin) beginnt oder beendet.

In vitro-Daten zeigen, dass Cinacalcet teilweise über das Enzym CYP1A2 metabolisiert wird.

Rauchen induziert CYP1A2; es wurde beobachtet, dass die Clearance von Cinacalcet bei

Rauchern 36 bis 38% höher ist als bei Nichtrauchern. Die Auswirkungen von CYP1A2-

Hemmern (z.B. Fluvoxamin, Ciprofloxacin) auf die Cinacalcet-Plasmaspiegel wurden nicht

untersucht. Eine Dosisanpassung kann notwendig sein, wenn ein Patient mit dem Rauchen

beginnt oder aufhört oder wenn eine begleitende Behandlung mit einem starken CYP1A2-

Hemmer initiiert oder beendet wird.

Calciumcarbonat: Die gleichzeitige Anwendung von Calciumcarbonat (1.500 mg Einmalgabe)

veränderte die Pharmakokinetik von Cinacalcet nicht.

Sevelamer: Die gleichzeitige Anwendung von Sevelamer (2.400 mg 3-mal täglich) veränderte

die Pharmakokinetik von Cinacalcet nicht.

Pantoprazol: Die gleichzeitige Anwendung von Pantoprazol (80 mg 1-mal täglich) veränderte

die Pharmakokinetik von Cinacalcet nicht.

Wirkung von Cinacalcet auf andere Arzneimittel

Arzneimittel, die durch das Enzym P450 2D6 (CYP2D6) metabolisiert werden: Cinacalcet ist

ein starker Hemmstoff von CYP2D6. Daher sind eventuell Dosisanpassungen gleichzeitig

angewendeter Arzneimittel notwendig, falls Cinacalcet zusammen mit anderen individuell

titrierten Arzneimitteln angewendet wird, die hauptsächlich über CYP2D6 metabolisiert werden

eine

enge

therapeutische

Breite

haben

(z.B.

Flecainid,

Propafenon,

Metoprolol,

Desipramin, Nortriptylin, Clomipramin).

Desipramin: Gleichzeitige Anwendung von 90 mg Cinacalcet einmal täglich und 50 mg

Desipramin,

einem

trizyklischen

Antidepressivum,

hauptsächlich

über

CYP2D6

metabolisiert wird, erhöhte die Desipramin-Exposition in schnellen CYP2D6-Metabolisierern

signifikant um das 3,6-Fache (90% KI 3,0; 4,4).

Dextromethorphan: Mehrfachdosen von 50 mg Cinacalcet erhöhten die AUC von 30 mg

Dextromethorphan

(hauptsächlich

über

CYP2D6

metabolisiert)

extensiven

CYP2D6-

Metabolisierern um das 11-Fache.

Warfarin: Orale Mehrfachdosen von Cinacalcet haben keinen Einfluss auf die Pharmakokinetik

Pharmakodynamik

Warfarin

(gemessen

anhand

Prothrombinzeit

Blutgerinnungsfaktors VII).

Das Fehlen einer Wirkung von Cinacalcet auf die Pharmakokinetik von R- und S-Warfarin und

das Fehlen einer Autoinduktion bei Mehrfachdosierung bei Patienten deutet darauf hin, dass

Cinacalcet kein Induktor von CYP3A4, CYP1A2 oder CYP2C9 beim Menschen ist.

Midazolam: Die gleichzeitige Anwendung von Cinacalcet (90 mg) und oral eingenommenem

Midazolam (2 mg), einem CYP3A4- und CYP3A5-Substrat, veränderte die Pharmakokinetik

von Midazolam nicht. Diese Daten weisen darauf hin, dass Cinacalcet die Pharmakokinetik

von Arzneimitteln, die über CYP3A4 und CYP3A5 metabolisiert werden, wie z.B. bestimmte

Immunsuppressiva (einschließlich Cyclosporin und Tacrolimus), nicht beeinflussen sollte.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Zur Anwendung von Cinacalcet bei schwangeren Frauen liegen keine klinischen Daten vor.

Tierexperimentelle

Studien

zeigen

keine

Hinweise

direkte

schädliche

Wirkungen

hinsichtlich Schwangerschaft, Geburt oder postnataler Entwicklung. In Studien mit trächtigen

Ratten und Kaninchen wurden keine embryonalen/fetalen Toxizitäten gesehen, mit Ausnahme

eines verminderten fetalen Gewichtes bei Ratten in Dosen, die beim Muttertier toxisch wirkten

(siehe Abschnitt 5.3).

Es wird empfohlen Cinacalcet während der Schwangerschaft nur anzuwenden, wenn der

potentielle Nutzen das potentielle Risiko für den Fetus rechtfertigt.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Cinacalcet beim Menschen in die Muttermilch übertritt. Cinacalcet wird

laktierenden

Ratten

einem

hohen

Milch/Plasma-Verhältnis

Muttermilch

abgegeben. Nach sorgfältiger Nutzen/Risiko-Analyse wird empfohlen entweder abzustillen

oder die Behandlung mit Cinacalcet zu beenden.

Fertilität

Es liegen keine klinischen Daten in Bezug auf die Auswirkung von Cinacalcet auf die Fertilität

vor. Tierexperimentelle Studien zeigten keine Auswirkungen auf die Fertilität.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Schwindel und Krampfanfälle, die einen großen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen haben können, wurden von Patienten, die Cinacalcet

eingenommen haben, berichtet (siehe Abschnitt 4.4).

4.8 Nebenwirkungen

a. Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Sekundärer

Hyperparathyreoidismus,

Nebenschilddrüsenkarzinom

primärer

Hyperparathyreoidismus

Basierend auf verfügbaren Daten von Patienten, die in placebokontrollierten Studien und

einarmigen Studien Cinacalcet erhielten, waren die am häufigsten berichteten unerwünschten

Wirkungen Übelkeit und Erbrechen. Übelkeit und Erbrechen waren bei der Mehrzahl der

Patienten vorübergehend und mild bis mäßig im Schweregrad. Ein Abbruch der Therapie

aufgrund von Nebenwirkungen war hauptsächlich auf Übelkeit und Erbrechen zurückzuführen.

b. Tabellarische Auflistung der Nebenwirkungen

Unerwünschte Wirkungen, die in placebokontrollierten Studien und einarmigen Studien

zumindest möglicherweise als mit der Cinacalcet-Behandlung basierend auf einem „best-

evidence assessment“ der Kausalität in Zusammenhang stehend, betrachtet werden, werden

nachfolgend entsprechend folgender Konvention aufgeführt:

Sehr häufig:

≥ 1/10

Häufig:

≥ 1/100, < 1/10

Gelegentlich:

≥ 1/1.000, < 1/100

Selten:

≥ 1/10.000, < 1/1.000

Sehr selten:

< 1/10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Häufigkeit von Nebenwirkungen in kontrollierten klinischen Studien und Erfahrungen nach

Markteinführung

Systemorganklassen

gemäß

MedDRA

Häufigkeit

Unerwünschte Wirkungen

Erkrankungen des Immunsystems

Häufig*

Überempfindlichkeitsreaktionen

Stoffwechsel- und

Ernährungsstörungen

Häufig

Anorexie

Verminderter Appetit

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig

Krampfanfälle

Schwindel

Parästhesien

Kopfschmerz

Herzerkrankungen

Nicht bekannt*

Verschlechterung der

Herzinsuffizienz

QT-Verlängerung und

ventrikuläre Arrhythmien infolge

einer Hypokalzämie

Gefäßerkrankungen

Häufig

Hypotonie

Erkrankungen der Atemwege, des

Brustraums und Mediastinums

Häufig

Infektion der oberen Atemwege

Dyspnoe

Husten

Sehr häufig

Übelkeit

Erbrechen

Erkrankungen des

Gastrointestinaltrakts

Häufig

Dyspepsie

Diarrhoe

Bauchschmerzen

Oberbauchschmerzen

Obstipation

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Häufig

Hautausschlag

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs-

und Knochenerkrankungen

Häufig

Myalgie

Muskelkrämpfe

Rückenschmerzen

Allgemeine Erkrankungen und

Beschwerden am

Verabreichungsort

Häufig

Asthenie

Untersuchungen

Häufig

Hypokalzämie

Hyperkaliämie

Verminderte Testosteronwerte

siehe Abschnitt 4.4

siehe Abschnitt c

c. Beschreibung ausgewählter Nebenwirkungen

Überempfindlichkeitsreaktionen

Überempfindlichkeitsreaktionen

einschließlich

Angioödem

Urtikaria

sind

nach

Markteinführung

Cinacalcet

beobachtet

worden.

Häufigkeiten

einzelnen

bevorzugten Bezeichnungen („preferred terms“), einschließlich Angioödem und Urtikaria,

können auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden.

Hypotonie und/oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz

Im Rahmen der Überwachung der Arzneimittelsicherheit nach Markteinführung wurde von

idiosynkratischen Fällen von Hypotonie und/oder Verschlechterung der Herzinsuffizienz bei

mit Cinacalcet behandelten Patienten mit einer beeinträchtigten kardialen Funktion berichtet.

Die Häufigkeit kann auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden.

QT-Verlängerung und ventrikuläre Arrhythmie infolge einer Hypokalzämie

QT-Verlängerung

ventrikuläre

Arrhythmie

infolge

einer

Hypokalzämie

sind

nach

Markteinführung von Cinacalcet beobachtet worden. Die Häufigkeit ist auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar (siehe Abschnitt 4.4).

d. Kinder und Jugendliche

Die Sicherheit von Cinacalcet für die Behandlung des sekundären HPT bei dialysepflichtigen

Kindern und Jugendlichen mit terminaler Niereninsuffizienz wurde in zwei randomisierten

kontrollierten Studien und einer einarmigen Studie untersucht (siehe Abschnitt 5.1). Unter allen

pädiatrischen Patienten, die Cinacalcet im Rahmen von klinischen Studien erhalten haben,

hatten

insgesamt

Patienten

(24,1%;

64,5

Patientenjahre)

mindestens

unerwünschtes

Ereignis

Hypokalzämie.

tödlicher

Ausgang

wurde

einem

Studienpatienten mit schwerer Hypokalzämie in einer pädiatrischen klinischen Studie berichtet

(siehe Abschnitt 4.4).

Cinacalcet darf bei Kindern und Jugendlichen nur dann angewendet werden, wenn der

mögliche Nutzen das mögliche Risiko rechtfertigt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Meldung

Verdachts

Nebenwirkungen

nach

Zulassung

großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden

Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das nationale Meldesystem anzuzeigen:

Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen

Traisengasse 5

1200 WIEN

ÖSTERREICH

Fax: + 43 (0) 50 555 36207

Website: http://www.basg.gv.at/

4.9 Überdosierung

Dosiseinstellungen bis zu 300 mg einmal täglich wurden bei erwachsenen dialysepflichtigen

Patienten ohne unerwünschten Ausgang angewendet. Eine Tagesdosis von 3,9 mg/kg wurde

bei einem pädiatrischen dialysepflichtigen Patienten im Rahmen einer klinischen Studie

angewendet

nachfolgenden

milden

Bauchschmerzen,

milder

Übelkeit

mildem

Erbrechen.

Überdosierung

Cinacalcet

kann

Hypokalzämie

führen.

Falle

einer

Überdosierung sollte eine Beobachtung der Patienten auf Anzeichen und Symptome einer

Hypokalzämie

eine

symptomatische

unterstützende

Behandlung

erfolgen.

Cinacalcet stark an Proteine bindet, ist die Hämodialyse keine effektive Behandlung bei

Überdosierung.

5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische

Gruppe:

Calciumhomöostase,

Nebenschilddrüsenhormon-

Antagonisten.

ATC-Code: H05BX01

Wirkmechanismus

Der Calcium-sensitive Rezeptor auf der Oberfläche der Hauptzellen der Nebenschilddrüse ist

ein Schlüsselregulator für die Parathormon-Sekretion. Cinacalcet ist ein calcimimetisch

wirksames Agens, welches die Parathormonspiegel direkt durch Erhöhung der Empfindlichkeit

des Calcium-sensitiven Rezeptors auf extrazelluläres Calcium erniedrigt. Die Reduktion des

PTH-Spiegels korreliert mit einer gleichzeitigen Senkung der Serumcalciumspiegel.

Die Reduktion der PTH-Spiegel korreliert mit der Cinacalcet-Konzentration.

Nach Erreichen eines „Steady-State“ bleiben die Serumcalciumkonzentrationen über das

gesamte Dosierungsintervall konstant.

Sekundärer Hyperparathyreoidismus

Erwachsene

wurden

drei

sechsmonatige,

doppelblinde,

placebokontrollierte

klinische

Studien

dialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz durchgeführt, welche einen

unkontrollierten

s-HPT

aufwiesen

(n = 1.136).

demographischen

Ausgangscharakteristika waren repräsentativ für die Dialysepatienten-Population mit s-HPT.

Die mittleren iPTH-Ausgangswerte in den drei Studien lagen bei 733 und 683 pg/ml (77,8 und

72,4 pmol/l) für die Cinacalcet- bzw. die Placebo-Gruppen. 66% der Patienten erhielten bei

Studienstart Vitamin D und mehr als 90% erhielten Phosphatbinder. Signifikante Reduktionen

bei iPTH, Serumcalcium-Phosphatprodukt (Ca x P), Calcium und Phosphat wurden bei der mit

Cinacalcet behandelten Patientengruppe beobachtet, verglichen mit den Placebo-behandelten

Patienten, welche die Standardtherapie erhielten. Die Resultate waren in den drei Studien

konsistent. In den einzelnen Studien wurde der primäre Endpunkt (Anteil der Patienten mit

einem iPTH ≤ 250 pg/ml (≤ 26,5 pmol/l)) von 41%, 46% und 35% der Patienten erreicht, die

Cinacalcet erhielten, verglichen mit 4%, 7% und 6% der Patienten, die Placebo erhielten.

Ungefähr 60% der mit Cinacalcet behandelten Patienten erreichten eine ≥ 30%ige Reduktion

der iPTH-Spiegel und dieser Effekt war über das Spektrum der Ausgangs-iPTH-Spiegel

konsistent. Die mittlere Verminderung der Ca x P-, Calcium und Phosphatwerte lag bei 14%,

7% bzw. 8%.

Die Reduktionen von iPTH und Ca x P (Calciumphosphatprodukt) konnten über einen

Behandlungszeitraum von bis zu 12 Monaten aufrechterhalten werden. Cinacalcet senkte

iPTH und Ca x P sowie Calcium- und Phosphat-Spiegel ab, unabhängig vom Ausgangs-iPTH-

oder -Ca x P-Spiegel, von der Art der Dialyse (Peritonealdialyse versus Hämodialyse), von der

Dauer der Dialyse und davon, ob Vitamin D angewendet wurde oder nicht.

Die Reduktion des PTH-Spiegels war mit einer nicht-signifikanten Reduktion der Marker für

Knochenmetabolismus

(knochenspezifische

alkalische

Phosphatase,

N-Telopeptid,

Knochenumsatz und Knochenfibrose) assoziiert. In einer post hoc Analyse gepoolter Daten

aus Studien über 6 und 12 Monate waren die Kaplan-Meier-Schätzer für Knochenbrüche und

Parathyreoidektomien in der Cinacalcet-Gruppe niedriger als in der Kontrollgruppe.

Klinische Studien bei nicht dialysepflichtigen Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz und

sekundärem Hyperparathyreoidismus, weisen darauf hin, dass Cinacalcet die PTH-Spiegel in

einem ähnlichen Ausmaß wie bei dialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz

sekundärem

Hyperparathyreoidismus

reduziert.

Jedoch

wurden

Wirksamkeit,

Sicherheit, die optimale Dosis und die Behandlungsziele bisher nicht bei der Behandlung von

Prädialysepatienten mit Nierenversagen untersucht. Diese Studien zeigen, dass Patienten mit

chronischer Niereninsuffizienz, die nicht dialysepflichtig sind und mit Cinacalcet behandelt

wurden, ein erhöhtes Risiko für eine Hypokalzämie im Vergleich zu den mit Cinacalcet

behandelten dialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz haben. Dies kann

auf niedrigere Ausgangswerte der Calciumspiegel und/oder auf eine vorhandene Nieren-

Restfunktion zurückzuführen sein.

EVOLVE (EValuation Of Cinacalcet Therapy to Lower CardioVascular Events) war eine

randomisierte, doppelblinde klinische Studie, welche Cinacalcet versus Placebo bezüglich der

Reduktion

Gesamtmortalitätsrisikos

kardiovaskulärer

Ereignisse

3.883

Dialysepatienten mit sekundärem HPT und chronischer Niereninsuffizienz evaluierte. Die

Studie erreichte nicht ihr primäres Ziel, eine Reduktion des Risikos der Gesamtmortalität oder

von kardiovaskulären Ereignissen einschließlich Myokardinfarkt, Hospitalisierung aufgrund

instabiler Angina, Herzversagen oder eines peripheren vaskulären Ereignisses nachzuweisen

(HR 0,93; 95% KI: 0,85, 1,02; p = 0,112).

In einer Sekundäranalyse betrug die Hazard Ratio für den primären zusammengesetzten

Endpunkt

0,88;

0,79,

0,97

nach

Bereinigung

entsprechend

Ausgangs-

Charakteristika.

Kinder und Jugendliche

Die Wirksamkeit und Sicherheit von Cinacalcet für die Behandlung des sekundären HPT bei

dialysepflichtigen Kindern und Jugendlichen mit terminaler Niereninsuffizienz wurden in zwei

randomisierten kontrollierten Studien und einer einarmigen Studie untersucht.

Studie 1 war eine doppelblinde, placebokontrollierte Studie, in der 43 Patienten im Alter von 6

bis < 18 Jahren randomisiert wurden, um entweder Cinacalcet (n = 22) oder Placebo (n = 21)

zu erhalten. Die Studie bestand aus einer 24-wöchigen Dosistitrationsphase, gefolgt von einer

6-wöchigen Wirksamkeitsbewertungsphase (efficacy assessment phase; EAP) sowie einer 30-

wöchigen offenen Verlängerung. Das mittlere Alter zu Studienbeginn lag bei 13 (Bereich 6 bis

18) Jahren. Die Mehrheit der Patienten (91%) nahm zu Studienbeginn Vitamin D ein. Die

mittlere (SD) iPTH-Konzentration zu Studienbeginn lag bei 757,1 (440,1) pg/ml in der

Cinacalcet-Gruppe und bei 795,8 (537,9) pg/ml in der Placebo-Gruppe. Die mittlere (SD)

korrigierte Gesamt-Serumcalciumkonzentration lag zu Studienbeginn bei 9,9 (0,5) mg/dl in der

Cinacalcet-Gruppe und bei 9,9 (0,6) mg/dl in der Placebo-Gruppe. Die mittlere maximale

Tagesdosis von Cinacalcet lag bei 1,0 mg/kg/Tag.

Der Anteil der Patienten, der den primären Endpunkt (≥ 30% Verringerung des mittleren

Plasma-iPTH während der EAP seit Studienbeginn; Wochen 25 bis 30) erreicht hat, lag bei

55% in der Cinacalcet-Gruppe und bei 19% in der Placebo-Gruppe (p = 0,02). Die mittleren

Serumcalciumwerte während der EAP lagen bei der Cinacalcet-Behandlungsgruppe im

Normbereich. Diese Studie wurde wegen eines Todesfalls aufgrund schwerer Hypokalzämie

in der Cinacalcet-Gruppe vorzeitig abgebrochen (siehe Abschnitt 4.8).

Studie 2 war eine offene Studie, in der 55 Patienten im Alter von 6 bis < 18 Jahren (13 Jahre

im Mittel) randomisiert wurden, um entweder Cinacalcet zusätzlich zur Standardtherapie

(standard of care, SOC, n = 27) oder SOC allein (n = 28) zu erhalten. Die Mehrheit der

Patienten

(75%)

nahm

Studienbeginn

Vitamin

ein.

mittleren

(SD)

iPTH-

Konzentrationen lagen zu Studienbeginn bei 946 (635) pg/ml in der Cinacalcet + SOC-Gruppe

und bei 1.228 (732) pg/ml in der SOC-Gruppe. Die mittleren (SD) korrigierten Gesamt-

Serumcalciumkonzentrationen lagen zu Studienbeginn bei 9,8 (0,6) mg/dl in der Cinacalcet +

SOC-Gruppe und bei 9,8 (0,6) mg/dl in der SOC-Gruppe. 25 Patienten erhielten mindestens

eine Dosis Cinacalcet, und die mittlere maximale Tagesdosis von Cinacalcet lag bei 0,55

mg/kg/Tag. Die Studie erreichte nicht ihren primären Endpunkt (≥ 30% Verringerung des

mittleren Plasma-iPTH während der EAP seit Studienbeginn; Wochen 17 bis 20). Eine

Verringerung des mittleren Plasma-iPTH um ≥ 30% wurde seit Studienbeginn während der

EAP bei 22% der Patienten in der Cinacalcet + SOC-Gruppe und bei 32% der Patienten in der

SOC-Gruppe erreicht.

Studie 3 war eine 26-wöchige, offene einarmige Studie zur Sicherheit bei Patienten im Alter

von 8 Monaten bis < 6 Jahren (mittleres Alter 3 Jahre). Patienten, die Begleitmedikation

erhielten, die dafür bekannt ist, das korrigierte QT-Intervall zu verlängern, waren von der Studie

ausgeschlossen.

mittlere

Trockengewicht

Studienbeginn

Anfangsdosis von Cinacalcet lag bei 0,20 mg/kg. Die Mehrheit der Patienten (89%) nahm zu

Studienbeginn Vitamin D ein.

17 Patienten erhielten mindestens eine Dosis Cinacalcet und 11 schlossen mindestens 12

Behandlungswochen

Keiner

Altersklasse

Jahre

hatte

korrigiertes

Serumcalcium < 8,4 mg/dl (2,1 mmol/l). Die iPTH-Konzentrationen waren seit Studienbeginn

bei 71% (12 von 17) der Patienten in der Studie um ≥ 30% verringert.

Nebenschilddrüsenkarzinom und primärer Hyperparathyreoidismus

In einer Studie erhielten 46 Patienten (29 mit Nebenschilddrüsenkarzinom und 17 mit

primärem

schwerer

Hyperkalzämie,

denen

eine

Parathyreoidektomie

fehlgeschlagen oder kontraindiziert war) Cinacalcet bis zu 3 Jahre (im Mittel 328 Tage für

Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom und 347 Tage für Patienten mit primärem HPT).

Cinacalcet wurde in Dosen von 30 mg zweimal täglich bis zu 90 mg viermal täglich

angewendet. Der primäre Endpunkt der Studie war die Reduktion der Serumcalciumwerte um

≥ 1 mg/dl (≥ 0,25 mmol/l). Bei Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom sank der mittlere

Serumcalciumspiegel von 14,1 mg/dl auf 12,4 mg/dl (3,5 mmol/l auf 3,1 mmol/l), während bei

Patienten mit primärem HPT der Serumcalciumspiegel von 12,7 mg/dl auf 10,4 mg/dl (3,2

mmol/l auf 2,6 mmol/l) sank. 18 der 29 Patienten mit Nebenschilddrüsenkarzinom (62%) und

Patienten

primärem

(88%)

erreichten

eine

Reduktion

Serumcalciumwerte um ≥ 1 mg/dl (≥ 0,25 mmol/l).

In einer placebokontrollierten Studie über 28 Wochen wurden 67 Patienten mit primärem HPT

eingeschlossen, welche die Kriterien für eine Parathyreoidektomie, basierend auf korrigiertem

Gesamt-Serumcalcium > 11,3 mg/dl (2,82 mmol/l) aber ≤ 12,5 mg/dl (3,12 mmol/l) erfüllten,

und bei denen keine Parathyreoidektomie durchführbar war. Cinacalcet wurde mit einer

Anfangsdosis von 30 mg zweimal täglich angewendet und titriert, um die korrigierte Gesamt-

Serumcalciumkonzentration im Normbereich zu halten. Ein signifikant höherer Prozentsatz

Cinacalcet-behandelten

Patienten

erreichte

eine

mittlere

korrigierte

Gesamt-

Serumcalciumkonzentration von < 10,3 mg/dl (2,57 mmol/l) und eine Abnahme von ≥ 1 mg/dl

(0,25

mmol/l)

Ausgangswert

mittleren

korrigierten

Gesamt-

Serumcalciumkonzentration im Vergleich zu den Placebo-behandelten Patienten (75,8%

versus 0% bzw. 84,8% versus 5,9%).

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Nach

oraler

Anwendung

Cinacalcet

werden

maximalen

Cinacalcet-

Plasmakonzentrationen nach etwa 2 bis 6 Stunden erreicht. Die absolute Bioverfügbarkeit von

Cinacalcet wird im Studienvergleich bei nüchternen Patienten mit 20 bis 25% angenommen.

Die Einnahme von Cinacalcet mit Nahrungsmitteln führt zu einer ungefähr 50 bis 80%igen

Erhöhung

Bioverfügbarkeit

Cinacalcet.

Cinacalcet-Plasma-Konzentrationen

steigen gleichermaßen bei einer fettreichen oder fettarmen Mahlzeit.

Bei Dosierungen über 200 mg war die Resorption, wahrscheinlich aufgrund schlechter

Löslichkeit, gesättigt.

Verteilung

Das Verteilungsvolumen ist hoch (ca. 1.000 Liter), was auf eine umfangreiche Verteilung

hinweist. Cinacalcet wird zu ca. 97% an Plasmaproteine gebunden und verteilt sich minimal in

die roten Blutkörperchen.

Nach der Resorption fällt die Cinacalcet-Konzentration zweiphasig ab, mit einer initialen

Halbwertszeit von ca. 6 Stunden und einer terminalen Halbwertszeit von 30 bis 40 Stunden.

Das Fließgleichgewicht des Cinacalcet-Spiegels wird innerhalb von sieben Tagen bei einer

minimalen Akkumulation erreicht. Die Pharmakokinetik von Cinacalcet verändert sich im Laufe

der Zeit nicht.

Biotransformation

Cinacalcet

wird

durch

mehrere

Enzyme

metabolisiert,

vorwiegend

durch

CYP3A4

CYP1A2

(der

Einfluss

CYP1A2

wurde

klinisch

nicht

untersucht).

wichtigsten

zirkulierenden Metaboliten sind inaktiv.

Basierend auf in vitro-Daten ist Cinacalcet ein starker Inhibitor von CYP2D6, ist aber in den

Konzentrationen, die klinisch erreicht werden, weder ein Inhibitor für andere CYP-Enzyme,

einschließlich CYP1A2, CYP2C8, CYP2C9, CYP2C19 und CYP3A4, noch ein Induktor von

CYP1A2, CYP2C19 und CYP3A4.

Elimination

Nach Anwendung einer radioaktiv markierten Dosis von 75 mg bei gesunden Probanden

wurde Cinacalcet schnell und umfangreich durch Oxidation mit nachfolgender Konjugation

metabolisiert. Die renale Exkretion der Metaboliten war der vorherrschende Eliminationsweg

der Radioaktivität. Ungefähr 80% der Dosis wurde im Urin, 15% in den Fäzes wiedergefunden.

Linearität/Nicht-Linearität

Die AUC und C

von Cinacalcet steigen ungefähr linear innerhalb des Dosierungsbereichs

von 30 bis 180 mg einmal täglich.

Pharmakokinetische/pharmakodynamische Zusammenhänge

Bald nach Anwendung beginnt das PTH bis zu einem Nadir bei ungefähr 2 bis 6 Stunden nach

Anwendung abzufallen, korrespondierend mit C

von Cinacalcet. Anschließend, wenn die

Cinacalcet-Spiegel abzufallen beginnen, steigen die PTH-Spiegel bis 12 Stunden nach

Anwendung. Die PTH-Absenkung bleibt anschließend ungefähr konstant bis zum Ende des

einmal täglichen Dosierungs-Intervalls. In klinischen Studien mit Cinacalcet wurden PTH-

Spiegel am Ende des Dosierungs-Intervalls gemessen.

Ältere Patienten: Es konnten keine klinisch relevanten Unterschiede in der Pharmakokinetik

von Cinacalcet in Bezug auf das Alter der Patienten gefunden werden.

Niereninsuffizienz: Das pharmakokinetische Profil von Cinacalcet bei Patienten mit milder,

mittelgradiger

oder

schwerer

Niereninsuffizienz

Patienten

unter

Hämodialyse

oder

Peritonealdialyse ist vergleichbar mit dem gesunder Probanden.

Leberinsuffizienz: Leichte Leberfunktionsstörungen beeinflussen die Pharmakokinetik von

Cinacalcet nicht merklich. Verglichen mit Probanden mit normaler Leberfunktion ist die

durchschnittliche AUC von Cinacalcet bei Patienten mit mittelgradiger Leberfunktionsstörung

ungefähr zweimal höher und bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung ungefähr

viermal höher. Die mittlere Halbwertszeit von Cinacalcet ist bei Patienten mit mittelgradiger

Leberinsuffizienz um 33% bzw. bei schwerer Leberinsuffizienz um 70% verlängert. Die

Proteinbindung von Cinacalcet wird durch eine Störung der Leberfunktion nicht beeinflusst. Da

Dosis

für

jeden

Patienten

individuell

Basis

Wirksamkeits-

Sicherheitsparametern titriert wird, ist keine zusätzliche Dosisanpassung abhängig vom Grad

der Leberinsuffizienz notwendig (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Geschlecht: Die Clearance von Cinacalcet kann bei Frauen niedriger sein als bei Männern. Da

die Dosis für jeden Patienten jedoch individuell titriert wird, ist eine Dosisanpassung basierend

auf dem Geschlecht nicht erforderlich.

Kinder

und

Jugendliche:

Pharmakokinetik

Cinacalcet

wurde

pädiatrischen

dialysepflichtigen Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz im Alter von 3 bis 17 Jahren

untersucht. Nach einmal täglich angewendeten oralen Einzel- und Mehrfachdosen von

Cinacalcet waren die Cinacalcet-Konzentrationen im Plasma (C

und AUC-Werte nach

Normalisierung

entsprechend

Dosis

Gewicht)

erwachsenen

Patienten

beobachteten Werten ähnlich.

Eine pharmakokinetische Populationsanalyse wurde durchgeführt, um den Einfluss der

demographischen Charakteristika zu untersuchen. Diese Analyse zeigte keinen signifikanten

Einfluss des Alters, des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit, der Körperoberfläche und

des Körpergewichts auf die Pharmakokinetik von Cinacalcet.

Rauchen: Die Clearance von Cinacalcet ist bei Rauchern höher als bei Nichtrauchern,

möglicherweise

aufgrund

Induktion

eines

CYP1A2-vermittelten

Metabolismus.

Eine

Dosisanpassung kann notwendig sein, wenn ein Patient mit dem Rauchen beginnt oder

aufhört, da sich dadurch die Cinacalcet-Plasmaspiegel verändern können.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Cinacalcet hat sich bei Kaninchen als nicht teratogen erwiesen, wenn es in einer Dosis –

berechnet auf der Basis der AUC – angewendet wurde, die 0,4-mal so hoch war wie die

maximale Humandosis bei sekundärem Hyperparathyreoidismus (180 mg täglich). Die nicht-

teratogene

Dosis

Ratten

betrug

4,4-Fache

maximalen

Humandosis

sekundärem Hyperparathyreoidismus, berechnet auf der Basis der AUC. Bei einer Exposition

entsprechend dem bis zu 4-Fachen der durch eine humane Dosis von 180 mg/Tag erreichten

Exposition waren keine Auswirkungen auf die Fertilität von Männchen und Weibchen zu

verzeichnen (die Sicherheitsgrenzen bei der kleinen Patientenpopulation, die täglich eine

maximale klinische Dosis von 360 mg erhielten, entsprechen ungefähr der Hälfte der oben

genannten Werte).

trächtigen

Ratten

wurde

eine

leichte

Erniedrigung

Körpergewichtes

Nahrungsaufnahme bei der Anwendung der Höchstdosis von Cinacalcet beobachtet. Ein

reduziertes fetales Gewicht wurde bei Ratten bei solchen Dosen gesehen, bei denen die

Muttertiere eine schwere Hypokalzämie aufwiesen. Es wurde gezeigt, dass Cinacalcet bei

Kaninchen die Plazentaschranke überschreitet.

Cinacalcet zeigte kein genotoxisches oder karzinogenes Potential. Die Sicherheitsgrenzen aus

toxikologischen

Studien

sind

aufgrund

dosislimitierenden

Hypokalzämie,

Tiermodell beobachtet wurde – eng. Grauer Star und Linseneintrübungen wurden in den

chronischen Toxizitäts- und Kanzerogenitätsstudien bei Nagern beobachtet. Diese wurden

jedoch nicht in Studien bei Hunden und Affen oder in klinischen Studien beobachtet, bei denen

die Entstehung von grauem Star überwacht wurde. Es ist bekannt, dass grauer Star bei Nagern

in Folge einer Hypokalzämie auftritt.

Bei in vitro-Studien wurde festgestellt, dass die IC

-Werte für den Serotonin-Transporter und

die ATP-abhängigen Kaliumkanäle 7- bzw. 12-fach höher waren als der unter den gleichen

experimentellen Bedingungen gemessene EC

-Wert für den Calcium-sensitiven Rezeptor.

Die klinische Relevanz ist unbekannt, es kann jedoch nicht vollständig ausgeschlossen

werden, dass Cinacalcet das Potenzial besitzt, auf diese sekundären Parameter zu wirken.

In Toxizitätsstudien wurde bei jungen Hunden Tremor infolge verringerten Serumcalciums,

Übelkeit, verringertes Körpergewicht und Körpergewichtszunahme, verringerte Masse an

roten Blutkörperchen, leichte Erniedrigung der Parameter in der Knochendichtemessung,

reversible

Erweiterung

Wachstumsfugen

langen

Knochen

sowie

histologische

lymphoide

Veränderungen

(beschränkt

Thoraxhöhle

zurückzuführen

chronisches Erbrechen) beobachtet. Jede dieser Wirkungen wurde beobachtet bei einer

systemischen Exposition (auf Basis der AUC), die der humantherapeutischen Exposition bei

Patienten bei maximaler Dosis für sekundären HPT ungefähr äquivalent war.

6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Tablettenkern

Vorverkleisterte Stärke (Mais)

Mikrokristalline Cellulose (E 460)

Povidon (K-29/32)

Crospovidon (Typ A und B)

Magnesiumstearat (E 572)

Hochdisperses Silciumdioxid

Tablettenfilm

Polyvinylalkohol, teilweise hydrolisiert (E 1203)

Titandioxid (E 171)

Macrogol (L 4000)

Talkum (E 553b)

Indigokarmin-Aluminiumlack (E 132)

Eisenoxid gelb (E 172)

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Transparente

PVC/PE/PVDC/Alu-Blisterpackungen

oder

90 Filmtabletten.

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nicht

verwendetes

Arzneimittel

oder

Abfallmaterial

entsprechend

nationalen

Anforderungen zu beseitigen.

7. INHABER DER ZULASSUNG

G.L. Pharma GmbH, Schlossplatz 1, 8502 Lannach

8. ZULASSUNGSNUMMERN

Cinglan 30 mg-Filmtabletten Z.Nr.: 138241

Cinglan 60 mg-Filmtabletten Z.Nr.: 138242

Cinglan 90 mg-Filmtabletten Z.Nr.: 138243

9. DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 13. April 2018

10. STAND DER INFORMATION

August 2019

REZEPTPFLICHT/APOTHEKENPFLICHT

Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten.

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Dokumentverlauf anzeigen

Teilen Sie diese Informationen