Ciclosporin Pro 100 mg / ml Lösung zum Einnehmen

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Ciclosporin
Verfügbar ab:
TEVA GmbH
ATC-Code:
L04AD01
INN (Internationale Bezeichnung):
cyclosporine
Darreichungsform:
Lösung zum Einnehmen
Zusammensetzung:
Ciclosporin 100.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
62306.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Patienten

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Wirkstoff: Ciclosporin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist

Ciclosporin Pro

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von

Ciclosporin Pro

beachten?

Wie ist

Ciclosporin Pro

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist

Ciclosporin Pro

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Ciclosporin Pro und wofür wird es angewendet?

Was ist Ciclosporin Pro?

Dieses Arzneimittel hat die Bezeichnung

Ciclosporin Pro

. Es enthält den Wirkstoff Ciclosporin.

Dieser gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln mit der Bezeichnung Immunsuppressiva. Diese

Arzneimittel werden dazu eingesetzt, die Immunreaktionen des Körpers zu vermindern.

Wofür wird Ciclosporin Pro angewendet und wie wirkt es?

Wenn Sie ein Organtransplantat, eine Knochenmark- oder Stammzelltransplantation

erhalten haben,

dann soll mit

Ciclosporin Pro

das Immunsystem Ihres Körpers kontrolliert

werden.

Ciclosporin Pro

verhindert eine Abstoßung von transplantierten Organen, indem es die

Entwicklung bestimmter Zellen blockiert, die normalerweise das transplantierte Gewebe angreifen

würden.

Wenn Sie eine Autoimmunerkrankung haben,

bei der die Zellen in Ihrem Körper durch die

Immunreaktionen im eigenen Körper angegriffen werden, blockiert

Ciclosporin Pro

eine solche

Immunreaktion. Zu solchen Autoimmunerkrankungen zählen Augenprobleme, die Ihr

Sehvermögen gefährden können (endogene Uveitis, einschließlich Behçet-Uveitis), schwere Fälle

von bestimmten Hautkrankheiten (atopische Dermatitis oder atopisches Ekzem und Psoriasis),

schwere rheumatoide Arthritis sowie eine Nierenkrankheit mit der Bezeichnung nephrotisches

Syndrom.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Ciclosporin Pro beachten?

Wenn Sie

Ciclosporin Pro

nach einer Transplantation einnehmen, wird es Ihnen nur von einem Arzt

verschrieben werden, der entsprechende Erfahrung mit Transplantaten und/oder

Autoimmunerkrankungen hat.

Die Hinweise in dieser Packungsbeilage können unterschiedlich sein, je nachdem ob Sie das

Arzneimittel nach einer Transplantation oder zur Behandlung einer Autoimmunerkrankung

einnehmen.

Achten Sie genau auf die Anweisungen Ihres Arztes. Diese könnten sich von den allgemeinen

Angaben in dieser Packungsbeilage unterscheiden.

Ciclosporin Pro darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie allergisch gegen Ciclosporin oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen

Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

mit Produkten, die Hypericum perforatum (Johanniskraut) enthalten.

mit Produkten, die Dabigatran-Exilat (verhindert Blutgerinnsel nach einer Operation), Bosentan

oder Aliskiren (senkt hohen Blutdruck) enthalten.

Nehmen sie

Ciclosporin Pro

nicht ein und

sprechen Sie mit Ihrem Arzt

, falls einer der

obenstehenden Punkte für Sie zutrifft. Wenn sie nicht sicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor

Ciclosporin Pro

einnehmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Vor und während der Behandlung mit Ciclosporin Pro müssen Sie Ihren Arzt sofort

verständigen:

wenn Sie Anzeichen einer Infektion, wie etwa Fieber oder Halsentzündung, bei sich feststellen.

Ciclosporin Pro

unterdrückt das Immunsystem und kann auch die Fähigkeit Ihres Körpers bei der

Abwehr von Infektionen beeinträchtigen.

wenn Sie Leberprobleme haben.

wenn Sie Nierenprobleme haben. Ihr Arzt wird regelmäßig Blutbildkontrollen bei Ihnen

durchführen und könnte bei Bedarf auch Ihre Dosis ändern.

wenn Sie Bluthochdruck entwickeln. Ihr Arzt wird Ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren und

kann Ihnen bei Bedarf auch ein Arzneimittel zur Blutdrucksenkung verschreiben.

wenn Sie niedrige Magnesiumspiegel in Ihrem Körper haben. Ihr Arzt kann Ihnen Arzneimittel zur

Ergänzung von Magnesium verschreiben, vor allem unmittelbar nach Ihrer Operation, falls Sie eine

Transplantation hatten.

wenn Sie hohe Kaliumwerte im Blut haben.

wenn Sie an Gicht leiden.

wenn Sie eine Impfung benötigen.

Wenn einer der obigen Punkte vor oder während der Behandlung mit

Ciclosporin Pro

für Sie zutrifft,

müssen Sie sofort Ihren Arzt verständigen.

Sonnenlicht und Sonnenschutz

Ciclosporin Pro

unterdrückt Ihr Immunsystem. Damit erhöht sich Ihr Risiko für die Entwicklung von

Krebskrankheiten, vor allem von Hautkrebs oder Krebskrankheiten des Lymphsystems. Sie sollten

daher Ihren Kontakt mit direktem Sonnenlicht und UV-Strahlen einschränken, indem Sie:

entsprechend schützende Kleidung tragen.

häufig ein Sonnenschutzmittel mit hohem Schutzfaktor anwenden.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Ciclosporin Pro einnehmen:

wenn Sie alkoholbedingte Probleme haben oder bereits einmal hatten.

wenn Sie an Epilepsie leiden.

wenn Sie Leberprobleme jeglicher Art haben.

wenn Sie schwanger sind.

wenn Sie stillen.

wenn dieses Arzneimittel für ein Kind verschrieben wird.

Falls einer der obigen Punkte für Sie zutrifft (oder falls Sie nicht sicher sind), sprechen Sie mit Ihrem

Arzt, bevor Sie

Ciclosporin Pro

einnehmen, denn dieses Arzneimittel enthält Alkohol (siehe Abschnitt

weiter unten „

Ciclosporin Pro

enthält Ethanol [Alkohol]”).

Überwachung während Ihrer Behandlung mit Ciclosporin Pro

Ihr Arzt wird Folgendes überwachen und überprüfen:

Konzentrationen von Ciclosporin in Ihrem Blut

, vor allem wenn sie ein Transplantat

erhalten haben,

Ihren Blutdruck vor Beginn Ihrer Behandlung und in regelmäßigen Abständen während der

Behandlung,

wie gut Ihre

Leber und Nieren

funktionieren,

Ihre

Blutlipide (Blutfettwerte)

Wenn Sie Fragen dazu haben, wie

Ciclosporin Pro

wirkt und warum Ihnen dieses Arzneimittel

verschrieben wurde, wenden Sie sich an Ihren Arzt.

Zusätzlich, wenn Sie Ciclosporin Pro für eine andere Erkrankung als für eine Transplantation

anwenden

(Uveitis intermedia oder posterior und Behçet-Uveitis, atopische Dermatitis, schwere

rheumatoide Arthritis oder nephrotisches Syndrom), nehmen Sie

Ciclosporin Pro

nicht ein:

wenn Sie Nierenprobleme haben (abgesehen von nephrotischem Syndrom).

wenn Sie eine Infektion haben, die mit Medikamenten nicht ausreichend behandelt ist.

wenn Sie eine Krebskrankheit haben.

wenn Sie hohen Blutdruck (Hypertonie) haben, der nicht ausreichend mit Medikamenten behandelt

ist. Falls Sie während der Behandlung hohen Blutdruck entwickeln und dieser nicht entsprechend

behandelt werden kann, sollte die Behandlung mit

Ciclosporin Pro

von Ihrem Arzt abgebrochen

werden.

Falls einer der obenstehenden Punkte für Sie zutrifft, nehmen Sie

Ciclosporin Pro

nicht ein. Wenn Sie

nicht sicher sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Ciclosporin Pro

einnehmen.

Wenn Sie für Behçet-Uveitis behandelt werden, wird Ihr Arzt besonders genau überwachen, ob Sie

neurologische Symptome haben (z. B. vermehrte Vergesslichkeit, im Laufe der Zeit festgestellte

Veränderungen der Persönlichkeit, psychiatrische Störungen oder Stimmungsschwankungen, Brennen

in den Gliedmaßen, verstärkte Gefühllosigkeit in den Gliedmaßen, Kribbeln in den Gliedmaßen,

Schwächegefühl in den Gliedmaßen, Gehstörungen, Kopfschmerzen mit oder ohne Übelkeit und

Erbrechen, Sehstörungen einschließlich eingeschränkter Beweglichkeit des Augapfels).

Ihr Arzt wird Sie genau überwachen, wenn Sie bereits älter sind und gegen Psoriasis oder atopische

Dermatitis behandelt werden. Wenn Ihnen

Ciclosporin Pro

zur Behandlung Ihrer Psoriasis oder

atopischen Dermatitis verschrieben wurde, müssen Sie darauf achten, jede UVB-Bestrahlung oder

Lichttherapie während der Behandlung zu vermeiden.

Kinder und Jugendliche

Ciclosporin Pro

darf bei Kindern nicht zur Behandlung einer anderen nicht-transplantationsbedingten

Erkrankung angewendet werden, außer zur Behandlung des nephrotischen Syndroms.

Ältere Personen (65 Jahre und älter)

Es gibt nur beschränkte Erfahrung mit

Ciclosporin Pro

bei älteren Patienten. Ihr Arzt wird

überwachen, wie gut Ihre Nieren funktionieren. Wenn Sie älter als 65 Jahre sind und Psoriasis oder

atopische Dermatitis haben, sollten Sie nur dann mit

Ciclosporin Pro

behandelt werden, wenn Ihre

Krankheit besonders schwer ist.

Einnahme von Ciclosporin Pro zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere

Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Vor allem müssen Sie Ihren Arzt oder Apotheker informieren, wenn Sie eines der folgenden

Arzneimittel vor der Behandlung mit

Ciclosporin Pro

eingenommen haben oder während der

Behandlung einnehmen:

Arzneimittel, die Ihren Kaliumspiegel beeinflussen könnten. Dazu zählen Arzneimittel, die Kalium

enthalten, Kaliumpräparate, harntreibende Medikamente (Diuretika) mit der Bezeichnung

kaliumsparende Diuretika sowie einige Arzneimittel, die den Blutdruck senken.

Methotrexat. Dieses Arzneimittel wird zur Behandlung von Tumoren, schwerer Psoriasis und

schwerer rheumatoider Arthritis eingesetzt.

Arzneimittel, die die Konzentration von Ciclosporin (Wirkstoff in

Ciclosporin Pro

) im Blut

erhöhen oder vermindern können. Ihr Arzt wird unter Umständen die Konzentration von

Ciclosporin in Ihrem Blut messen, wenn Sie eine Behandlung mit anderen Arzneimitteln beginnen

oder beenden.

Zu den Arzneimitteln, die die Konzentration von Ciclosporin im Blut erhöhen können, zählen:

Antibiotika (wie etwa Erythromycin oder Azithromycin), Arzneimittel gegen Pilzinfektionen

(Voriconazol, Itraconazol), Arzneimittel zur Behandlung von Herzproblemen oder

Bluthochdruck (Diltiazem, Nicardipin, Verapamil, Amiodaron), Metoclopramid (zur

Behandlung von Übelkeit), orale Kontrazeptiva, Danazol (zur Behandlung von

Menstruationsstörungen), Arzneimittel zur Behandlung von Gicht (Allopurinol), Cholinsäure

und Derivate (zur Behandlung von Gallensteinen), Proteaseinhibitoren zur Behandlung von

HIV, Imatinib (zur Behandlung von Leukämie oder Tumoren), Colchicin, Telaprevir (zur

Behandlung von Hepatitis C).

Zu den Arzneimitteln, die die Konzentration von Ciclosporin im Blut vermindern können,

zählen: Barbiturate (Schlafmittel), einige Arzneimittel gegen Krampfanfälle (wie etwa

Carbamazepin oder Phenytoin), Octreotid (zur Behandlung der Akromegalie oder

neuroendokriner Tumore im Darm), antibakterielle Arzneimittel zur Behandlung von

Tuberkulose, Orlistat (zur Gewichtsabnahme), pflanzliche Arzneimittel mit Johanniskraut,

Ticlopidin (zur Behandlung nach einem Schlaganfall), bestimmte Arzneimittel zur

Blutdrucksenkung (Bosentan) und Terbinafin (ein Arzneimittel gegen Pilzinfektionen zur

Behandlung von Infektionen an Zehen und Nägeln).

Arzneimittel, die die Nieren beeinflussen können. Dazu zählen: Antibiotika (Gentamicin,

Tobramycin, Ciprofloxacin), Arzneimittel gegen Pilzinfektionen, die Amphotericin B enthalten,

Arzneimittel zur Behandlung von Harnwegsinfektionen, die Trimethoprim enthalten, Arzneimittel

für Krebskrankheiten, die Melphalan enthalten, Arzneimittel zur Verminderung von Magensäure

(Säuresekretionshemmer vom Typ H

-Rezeptorantagonisten), Tacrolimus, Schmerzmittel

(nichtsteroidale Antirheumatika wie Diclofenac), Fibrinsäure-Arzneimittel (zur Senkung der

Blutfette).

Nifedipin. Dieses Arzneimittel wird zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzschmerzen

eingesetzt. Es könnte zu Zahnfleischschwellungen kommen und das Zahnfleisch könnte Ihre Zähne

überwachsen, wenn Sie Nifedipin während Ihrer Behandlung mit Ciclosporin anwenden.

Digoxin (zur Behandlung von Herzproblemen), Arzneimittel zur Cholesterinsenkung (HMG-CoA-

Reduktasehemmer mit der Bezeichnung Statine), Prednisolon, Etoposid (zur Behandlung von

Krebskrankheiten), Repaglinid (ein Arzneimittel gegen Diabetes), Immunsuppressiva (Everolimus,

Sirolimus), Ambrisentan und spezifische Arzneimittel gegen Krebs mit der Bezeichnung

Anthrazykline (wie etwa Doxorubicin).

Wenn Sie eines der obenstehenden Arzneimittel verwenden (oder wenn Sie nicht sicher sind),

sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie

Ciclosporin Pro

einnehmen.

Einnahme von Ciclosporin Pro zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken

Sie dürfen

Ciclosporin Pro

nicht mit Grapefruits oder Grapefruitsaft einnehmen, denn dadurch kann

die Wirkung von

Ciclosporin Pro

beeinträchtigt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen. Ihr Arzt wird

mit Ihnen die möglichen Risiken einer Anwendung von

Ciclosporin Pro

während der

Schwangerschaft besprechen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder beabsichtigen, schwanger zu

werden.

Die Erfahrung mit

Ciclosporin Pro

während der Schwangerschaft ist beschränkt. Im

Allgemeinen sollte

Ciclosporin Pro

während der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Wenn

es jedoch für Sie notwendig ist, dieses Arzneimittel zu verwenden, wird Ihr Arzt mit Ihnen den

Nutzen und die möglichen Risiken einer Einnahme während der Schwangerschaft besprechen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie stillen.

Stillen wird während der Behandlung mit

Ciclosporin Pro

nicht empfohlen, denn der Wirkstoff Ciclosporin tritt in die Muttermilch über und

dies könnte Auswirkungen auf Ihr Baby haben.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Ciclosporin Pro

enthält Alkohol. Dies könnte die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen

von Maschinen beeinträchtigen.

Ciclosporin Pro enthält Ethanol (Alkohol)

Ciclosporin Pro

enthält etwa 15,2 Vol.-% Ethanol (Alkohol), das heißt bis zu 600 mg Ethanol pro

Dosis bei Transplantatpatienten. Das entspricht etwa 15 ml Bier oder 6,3 ml Wein.

Alkohol kann schädlich sein, wenn Sie Alkoholprobleme, Epilepsie, Gehirnschäden oder

Leberprobleme haben oder wenn Sie schwanger sind oder stillen. Es kann auch schädlich sein, wenn

dieses Arzneimittel an Kinder verabreicht wird.

Ciclosporin Pro enthält Rizinusöl (Macrogolglycerolhydroxystearat [Ph.Eur.])

Ciclosporin Pro

enthält Rizinusöl, das Magenverstimmung und Durchfall hervorrufen kann.

3.

Wie ist Ciclosporin Pro einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei

Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind. Nehmen Sie nicht mehr als die empfohlene Dosis

ein.

Die Dosis dieses Arzneimittels wird von Ihrem Arzt genau auf Ihre individuellen Bedürfnisse

eingestellt. Eine zu hohe Dosis von diesem Arzneimittel könnte Ihre Nieren beeinträchtigen. Sie

werden regelmäßig Blutbildkontrollen und Krankenhausbesuche haben, insbesondere nach einer

Transplantation. So werden Sie auch die Gelegenheit haben, mit ihrem Arzt über Ihre Behandlung und

über alle Probleme, die Sie eventuell haben, zu sprechen.

Wie viel Ciclosporin Pro ist einzunehmen?

Ihr Arzt wird die richtige Dosis von

Ciclosporin Pro

für Sie bestimmen. Diese wird von Ihrem

Körpergewicht abhängen und auch davon, zur Behandlung welcher Krankheit Sie das Arzneimittel

einnehmen. Ihr Arzt wird Ihnen auch mitteilen, wie oft Sie das Arzneimittel einnehmen müssen.

Bei Erwachsenen:

Organ-, Knochenmark- oder Stammzelltransplantation

Die Gesamtdosis pro Tag beträgt üblicherweise zwischen 2 mg pro kg Körpergewicht und 15

mg pro kg Körpergewicht. Diese Tagesdosis wird auf zwei getrennte Dosen aufgeteilt.

Üblicherweise werden vor und nach Ihrer Transplantation höherer Dosen angewendet.

Niedrigere Dosen werden eingesetzt, sobald sich Ihr transplantiertes Organ oder Knochenmark

stabilisiert hat.

Ihr Arzt wird Ihre Dosis auf das für Sie optimale Dosisniveau einstellen. Um dies tun zu

können, wird Ihr Arzt unter Umständen einige Bluttests machen müssen.

Endogene Uveitis

Die Gesamtdosis pro Tag beträgt üblicherweise zwischen 5 mg pro kg Körpergewicht und 7 mg

pro kg Körpergewicht. Diese Tagesdosis wird auf zwei getrennte Dosen aufgeteilt.

Nephrotisches Syndrom

Die Gesamtdosis pro Tag beträgt bei Erwachsenen üblicherweise 5 mg pro kg Körpergewicht.

Diese Tagesdosis wird auf zwei getrennte Dosen aufgeteilt. Bei Patienten mit Nierenproblemen

sollte die tägliche Anfangsdosis nicht mehr als 2,5 mg pro kg Körpergewicht betragen.

Schwere rheumatoide Arthritis

Die Gesamtdosis pro Tag beträgt üblicherweise zwischen 3 mg pro kg Körpergewicht und 5 mg

pro kg Körpergewicht. Diese Tagesdosis wird auf zwei getrennte Dosen aufgeteilt.

Psoriasis und Atopische Dermatitis

Die Gesamtdosis pro Tag beträgt üblicherweise zwischen 2,5 mg pro kg Körpergewicht und 5

mg pro kg Körpergewicht. Diese Tagesdosis wird auf zwei getrennte Dosen aufgeteilt.

Bei Kindern:

Nephrotisches Syndrom

Die Gesamtdosis pro Tag beträgt bei Kindern üblicherweise 6 mg pro kg Körpergewicht. Diese

Tagesdosis wird auf zwei getrennte Dosen aufgeteilt. Bei Patienten mit Nierenproblemen sollte

die tägliche Anfangsdosis nicht mehr als 2,5 mg pro kg Körpergewicht betragen.

Befolgen Sie die Anweisungen Ihres Arztes bitte genau und verändern Sie niemals die Dosis

eigenmächtig, auch wenn Sie sich bereits gut fühlen.

Wenn Ihr Arzt Sie von einer oralen Ciclosporin-Darreichungsform auf eine andere umstellt

Nach einer Umstellung von einer Darreichungsform von Ciclosporin zum Einnehmen auf eine andere:

Ihr Arzt wird Sie für kurze Zeit genauer überwachen.

Sie könnten einige Nebenwirkungen haben. Wenn dies der Fall sein sollte, sprechen Sie mit Ihrem

Arzt oder Apotheker. Eventuell muss Ihre Dosis geändert werden. Ändern Sie Ihre Dosis in keinem

Fall eigenständig, es sei denn Ihr Arzt hat das ausdrücklich angeordnet.

Wann ist Ciclosporin Pro einzunehmen?

Nehmen Sie

Ciclosporin Pro

immer zur gleichen Tageszeit

ein. Das ist besonders wichtig, wenn Sie

eine Transplantation hatten.

Wie ist Ciclosporin Pro einzunehmen?

Es empfiehlt sich,

Ciclosporin Pro

vorzugsweise mit Orangen- oder Apfelsaft zu verdünnen; es

können jedoch je nach Geschmack auch andere alkoholfreie Getränke verwendet werden.

Grapefruitsaft eignet sich jedoch nicht.

Zur Entnahme der Lösung aus der Flasche beachten Sie bitte die nachfolgende Anleitung.

Die verordnete Menge der Lösung wird mit einer Messpipette (Spritze) der Flasche entnommen und in

das Getränk überführt. Es ist sorgfältig darauf zu achten, dass die Messpipette (Spritze) mit dem zur

Verdünnung benutzten Getränk nicht in Berührung kommt. Unmittelbar vor der Einnahme sollte die

zugefügte Menge der Lösung im Getränk gut verrührt werden.

Zur Reinigung soll die Spritze nicht ausgespült, sondern nur von außen mit einem trockenen Tuch

abgewischt werden. Die Spritze soll in der Schutzhülle gelagert werden.

Ihre Tagesdosen sollten immer in zwei getrennten Einzeldosen eingenommen werden.

Für die erste Anwendung beachten Sie bitte die Schritte 1 bis 9.

Für jede weitere Anwendung beachten Sie die Schritte 5 bis 9.

Beginn einer neuen Flasche Ciclosporin Pro

Den Kunststoffdeckel anheben.

Den Verschlussring ganz wegreißen.

Den grauen Stopfen aus der Flasche herausnehmen und wegwerfen.

Die Überleitungskanüle mit dem weißen Stopfen fest in den

Flaschenhals eindrücken.

Abmessen der Dosis

Die Messpipette (Spritze) in den weißen Stopfen stecken.

Die verordnete Menge der Lösung aufziehen.

Große Luftblasen durch mehrmaliges Hin- und Herbewegen des

Kolbens ausstoßen, bevor die Messpipette mit der vorgeschriebenen

Menge aus dem Stopfen gezogen wird. Wenige kleine Blasen sind

nicht von Bedeutung und haben keinen Einfluss auf die Dosismenge.

Das Arzneimittel aus der Spritze in ein kleines Glas mit Flüssigkeit,

nicht jedoch Grapefruitsaft, geben. Es ist sorgfältig darauf zu achten,

dass die Messpipette (Spritze) mit dem zur Verdünnung benutzten

Getränk nicht in Berührung kommt.

Umrühren und das Glas umgehend vollständig austrinken. Das

Arzneimittel bitte unmittelbar nach der Zubereitung einnehmen!

Nach Gebrauch die Spritze lediglich auf der Außenseite mit einem

trockenen Papiertaschentuch reinigen und wieder in die Schutzhülle

zurücklegen. Der weiße Stopfen mit der Überleitungskanüle ist in der

Flasche zu belassen. Die Flasche mit beiliegendem Schraubdeckel

verschließen.

Wie lange ist Ciclosporin Pro einzunehmen?

Ihr Arzt wird Ihnen mitteilen, wie lange Sie

Ciclosporin Pro

verwenden müssen. Das hängt davon ab,

ob sie es nach einer Transplantation anwenden oder zur Behandlung von schweren Hautkrankheiten,

rheumatoider Arthritis, Uveitis oder nephrotischem Syndrom. Bei schweren Ausschlägen dauert die

Behandlung üblicherweise 8 Wochen.

Nehmen Sie

Ciclosporin Pro

solange ein, wie Ihr Arzt das anordnet.

Wenn Sie Fragen dazu haben, wie lange

Ciclosporin Pro

einzunehmen ist, wenden Sie sich an Ihren

Arzt oder Apotheker.

Wenn Sie eine größere Menge von Ciclosporin Pro eingenommen haben, als Sie sollten

Wenn Sie versehentlich zu viel von Ihrem Arzneimittel eingenommen haben, verständigen Sie sofort

Ihren Arzt oder wenden Sie sich an die Notfallambulanz im nächsten Krankenhaus. Es könnte sein,

dass Sie eine medizinische Behandlung benötigen.

Wenn Sie die Einnahme von Ciclosporin Pro vergessen haben

Wenn Sie die Einnahme einer Dosis einmal vergessen haben, nehmen Sie diese sofort, sobald Sie sich

daran erinnern. Wenn es allerdings bereits fast Zeit für Ihre nächste Dosis ist, lassen Sie die

vergessene Dosis einfach aus und setzen Sie die Behandlung wie normal fort.

Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben.

Wenn Sie die Einnahme von Ciclosporin Pro abbrechen

Brechen Sie die Einnahme von

Ciclosporin Pro

nicht ab, es sei denn Ihr Arzt hat das angeordnet.

Nehmen Sie

Ciclosporin Pro

auch dann noch ein, wenn Sie sich bereits wieder besser fühlen. Ein

Abbruch der Behandlung mit

Ciclosporin Pro

kann das Risiko einer Abstoßungsreaktion auf Ihr

Transplantat erhöhen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Einige Nebenwirkungen könnten schwerwiegend sein

Informieren Sie sofort Ihren Arzt,

wenn Sie eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen

bei sich feststellen:

Wie alle Arzneimittel, die auf das Immunsystem wirken, kann Ciclosporin die Fähigkeit Ihres

Körpers, Infektionen abzuwehren, beeinträchtigen und kann auch Tumor- und andere

Krebskrankheiten, vor allem solche der Haut, verursachen. Anzeichen einer Infektion sind

möglicherweise Fieber oder Halsschmerzen.

Veränderungen im Sehvermögen, Verlust der Koordinationsfähigkeit, Ungeschicklichkeit,

Gedächtnisverlust, Probleme beim Sprechen oder beim Verstehen dessen, was andere sagen, und

Muskelschwäche. Dies könnten Zeichen einer Infektion im Gehirn sein, die man als progressive

multifokale Leukoenzephalopathie bezeichnet.

Probleme mit dem Gehirn mit Zeichen wie Krampfanfällen, Verwirrtheit, Gefühl der

Orientierungslosigkeit, verminderte Reaktionsfähigkeit, Veränderungen der Persönlichkeit,

Erregbarkeit, Schlaflosigkeit, Veränderungen im Sehvermögen, Blindheit, Koma, Lähmung von

Körperteilen oder des ganzen Körpers, Nackensteifigkeit, Verlust der Koordinationsfähigkeit mit

oder ohne anormaler Sprache oder Augenbewegungen.

Schwellung im hinteren Teil des Auges. Dies kann mit verschwommenem Sehen verbunden sein.

Es kann aufgrund eines erhöhten Drucks im Kopf (benigne intrakraniale Hypertonie) auch das

Sehvermögen beeinträchtigen.

Leberprobleme und Leberschäden mit oder ohne Gelbfärbung der Haut und der Augen, Übelkeit,

Appetitverlust und Dunkelfärbung des Harns.

Nierenprobleme, die die produzierte Harnmenge stark vermindern können.

Verminderung der Zahl der roten Blutzellen und der Blutplättchen. Zu den Zeichen zählen bleiche

Haut, Müdigkeit, Atemlosigkeit, Dunkelfärbung des Harns (das ist ein Zeichen des Abbaus von

roten Blutzellen), Blutergüsse oder Blutungen ohne erkennbaren Grund, Verwirrtheit,

Orientierungslosigkeit, verminderte Aufmerksamkeit und Nierenprobleme.

Zu den weiteren Nebenwirkungen zählen:

Sehr häufige Nebenwirkungen:

Diese Nebenwirkungen können mehr als 1 von 10 Behandelten

betreffen.

Nierenprobleme

Bluthochdruck

Kopfschmerzen

Nicht kontrollierbares Zittern

Übermäßiges Haarwachstum im Gesicht und am Körper

Hohe Blutfettwerte.

Falls Sie eine dieser Nebenwirkungen erheblich beeinträchtigt,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Häufige Nebenwirkungen: Diese Nebenwirkungen können 1 bis 10 von 100 Behandelten betreffen.

Krampfanfälle

Leberprobleme

Hohe Blutzuckerspiegel

Müdigkeit

Appetitmangel

Übelkeit (Unwohlsein), Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall

Übermäßiges Haarwachstum

Akne, Hitzewallungen

Fieber

Verminderung der Zahl der weißen Blutzellen

Taubheitsgefühl oder Kribbeln

Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe

Magengeschwür

Übermäßiges Wachstums des Zahnfleischs, welches die Zähne bedeckt

Hohe Spiegel von Harnsäure oder von Kalium im Blut, verminderte Magnesiumwerte im Blut.

Falls Sie eine dieser Nebenwirkungen erheblich beeinträchtigt,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

Gelegentliche Nebenwirkungen:

Diese Nebenwirkungen können 1 bis 10 von 1.000 Behandelten

betreffen

Symptome von Gehirn-Erkrankungen, einschließlich plötzlichem Schlaganfall, geistiger

Verwirrung, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit, Sehstörungen, Bewusstlosigkeit, Gefühl der Schwäche in

den Gliedmaßen, beeinträchtigte Bewegungen.

Hautausschlag

Allgemeine Schwellungen

Gewichtszunahme

Verminderte Anzahl roter Blutzellen, verminderte Anzahl der Blutplättchen, die das Risiko einer

Blutung erhöhen können.

Falls Sie eine dieser Nebenwirkungen erheblich beeinträchtigt,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Seltene Nebenwirkungen:

Diese Nebenwirkungen können 1 bis 10 von 10.000 Behandelten betreffen

Nervenprobleme mit Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Fingern und Zehen

Entzündung der Bauchspeicheldrüse mit starken Magenschmerzen

Muskelschwäche, Verlust der Muskelkraft, Schmerzen in den Muskeln der Beine oder Hände oder

überall im Körper

Zerstörung der roten Blutkörperchen, mit der Folge von Nierenproblemen mit Symptomen wie

Schwellung von Gesicht, Bauch, Händen und/oder Füßen, vermindertes Wasserlassen,

Schwierigkeiten beim Atmen, Brustschmerzen, Anfälle, Bewusstlosigkeit

Menstruationsstörungen, Brustvergrößerung bei Männern.

Falls Sie eine dieser Nebenwirkungen erheblich beeinträchtigt,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Sehr seltene Nebenwirkungen:

Diese Nebenwirkungen können 1 bis 10 von 100.000 Behandelten

betreffen

Schwellung an der Rückseite des Auges, die mit einem Anstieg des Drucks im Kopf und

Sehstörungen assoziiert werden kann.

Falls Sie dies erheblich beeinträchtigt,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Weitere Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar

Schwere Leberprobleme sowohl mit als auch ohne Gelbfärbung der Haut, Übelkeit (Unwohlsein),

Appetitmangel, dunkel gefärbter Urin, Schwellung von Gesicht, Füßen, Händen und/oder dem

ganzen Körper

Blutungen unter der Haut oder violette Hautflecken, plötzliche Blutungen ohne erkennbare

Ursache.

Migräne oder schwere Kopfschmerzen häufig mit Übelkeit und Erbrechen und

Lichtempfindlichkeit.

Falls Sie eine dieser Nebenwirkungen erheblich beeinträchtigt,

sprechen Sie mit Ihrem Arzt

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen sind gegenüber Erwachsenen keine zusätzlichen Nebenwirkungen zu

erwarten.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Ciclosporin Pro aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und dem Etikett nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

Haltbarkeit nach Anbruch

Nach dem Öffnen der Flasche darf der Inhalt nach Ablauf von 8 Wochen nicht mehr angewendet

werden.

Ciclosporin Pro

enthält Fettbestandteile natürlichen Ursprungs, die bei niedrigeren Temperaturen fest

werden können. Bei einer Lagerung unter 20 °C kann sich eine Art Gel bilden, das sich jedoch bei

Temperaturen bis 30 °C wieder verflüssigt. Außerdem können Schlieren oder kleinere Flocken

auftreten, die zum Absetzen neigen. Die Wirksamkeit und Dosiergenauigkeit des Produktes werden

durch diese Erscheinungen nicht beeinträchtigt.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie das Arzneimittel zu

entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Ciclosporin Pro enthält

Der Wirkstoff ist Ciclosporin.

1 ml Lösung zum Einnehmen enthält 100 mg Ciclosporin.

Die sonstigen Bestandteile sind:

Ethanol, Polyglycerololeat, Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph.Eur.).

Wie Ciclosporin Pro aussieht und Inhalt der Packung

Gelbliche bis gelbbraune ölige Flüssigkeit.

Packung mit 50 ml Lösung zum Einnehmen und einem Entnahmeset

(Messpipette/Überleitungskanüle).

Pharmazeutischer Unternehmer

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

Hersteller

Teva Czech Industries s.r.o.

Ostravska 29/305

747 70 Opava-Komarov

Tschechische Republik

oder

Merckle GmbH

Ludwig-Merckle-Str. 3

89143 Blaubeuren

Deutschland

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2014.

Versionscode: Z03

FACHINFORMATION

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Ciclosporin Pro 25 mg Weichkapseln

Ciclosporin Pro 50 mg Weichkapseln

Ciclosporin Pro 100 mg Weichkapseln

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Ciclosporin Pro 25 mg Weichkapseln

Jede Weichkapsel enthält 25 mg Ciclosporin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung (pro Kapsel):

Ethanol: 39,9 mg.

Ciclosporin Pro Weichkapseln

enthalten 18,8 Vol.- % Ethanol.

Sorbitol-Lösung 70 %: 8,6 mg.

Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph.Eur.): 73,7 mg.

Ciclosporin Pro 50 mg Weichkapseln

Jede Weichkapsel enthält 50 mg Ciclosporin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung (pro Kapsel):

Ethanol: 79,8 mg.

Ciclosporin Pro Weichkapseln

enthalten 18,8 Vol.- % Ethanol.

Sorbitol-Lösung 70 %: 20,2 mg.

Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph.Eur.): 147,4 mg.

Ciclosporin Pro 100 mg Weichkapseln

Jede Weichkapsel enthält 100 mg Ciclosporin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung (pro Kapsel):

Ethanol: 159,6 mg.

Ciclosporin Pro Weichkapseln

enthalten 18,8 Vol.- % Ethanol.

Sorbitol-Lösung 70 %: 28,7 mg.

Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph.Eur.): 294,7 mg.

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

1 ml Lösung zum Einnehmen enthält 100 mg Ciclosporin.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung (pro ml Lösung):

Ethanol: 120,0 mg.

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

enthält 15,2 Vol.- % Ethanol.

Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph.Eur.): 280,0 mg.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe, Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

Weichkapsel

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Lösung zum Einnehmen

Ciclosporin Pro 25 mg Weichkapseln

Gelbe Weichkapseln (oval 5), die eine gelbliche bis gelblich-braune Flüssigkeit enthalten. Jede Kapsel

ist mit einem „Sanduhr Logo“ und „25 mg“ bedruckt.

Ciclosporin Pro 50 mg Weichkapseln

Ocker-gelbe Weichkapseln (oblong 11), die eine gelbliche bis gelblich-braune Flüssigkeit enthalten.

Jede Kapsel ist mit einem „Sanduhr Logo“ und „50 mg“ bedruckt.

Ciclosporin Pro 100 mg Weichkapseln

Braune Weichkapseln (oblong 5), die eine gelbliche bis gelblich-braune Flüssigkeit enthalten. Jede

Kapsel ist mit einem „Sanduhr Logo“ und „100 mg“ bedruckt.

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Gelbliche bis gelbbraune ölige Flüssigkeit.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Anwendung bei Transplantationen

Organtransplantation

Prophylaxe einer Abstoßung allogener Transplantate nach Organtransplantation.

Behandlung einer zellulären Transplantatabstoßung bei Patienten, die zuvor bereits andere

Immunsuppressiva erhalten haben.

Knochenmarktransplantation

Prophylaxe einer Transplantatabstoßung nach allogener Knochenmark- und Stammzelltransplantation.

Prophylaxe oder Behandlung einer Graft-versus-Host-Disease (GvHD).

Andere Anwendungsgebiete

Endogene Uveitis

Behandlung einer Uveitis intermedia oder posterior nichtinfektiöser Ätiologie mit Erblindungsgefahr

bei Patienten, bei denen eine herkömmliche Therapie nicht angesprochen oder nicht tolerierbare

Nebenwirkungen verursacht hat.

Behandlung einer Behçet-Uveitis mit wiederholtem entzündlichem Retinabefall bei Patienten ohne

neurologische Manifestation.

Nephrotisches Syndrom

Steroidabhängiges und steroidresistentes nephrotisches Syndrom in der Folge primärer glomerulärer

Krankheiten wie Minimal-Change-Nephropathie, fokale und segmentale Glomerulosklerose oder

membranöse Glomerulonephritis.

Ciclosporin Pro

kann zur Induktion und zur Aufrechterhaltung einer Remission eingesetzt werden. Es

kann auch zur Aufrechterhaltung einer steroidinduzierten Remission eingesetzt werden und so ein

Absetzen von Steroiden ermöglichen.

Rheumatoide Arthritis

Behandlung von schwerer, aktiver rheumatoider Arthritis.

Psoriasis

Behandlung von schwerer Psoriasis bei Patienten, bei denen eine herkömmliche Therapie nicht

geeignet oder nicht wirksam ist.

Atopische Dermatitis

Ciclosporin Pro

ist indiziert bei Patienten mit schwerer atopischer Dermatitis, falls eine systemische

Therapie erforderlich ist.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Die für die orale Anwendung angegebenen Dosisbereiche sollten lediglich als Richtlinien dienen.

Die Tagesdosen von Ciclosporin

sind in zwei getrennten Einzeldosen gleichmäßig über den Tag

verteilt einzunehmen. Es wird empfohlen, dass Ciclosporin

gemäß einem festen Dosierschema mit

Bezug auf die Tageszeit und die Mahlzeiten verabreicht wird.

Ciclosporin Pro

sollte nur von oder in enger Zusammenarbeit mit Ärzten verschrieben werden, die

Erfahrung in der immunosuppressiven Therapie und/oder der Organtransplantation haben.

Transplantation

Organtransplantation

Die Behandlung mit Ciclosporin

sollte innerhalb von 12 Stunden vor der Operation mit einer Dosis

von 10 bis 15 mg/kg, aufgeteilt auf zwei Einzeldosen, begonnen werden. Diese Dosis sollte als

Tagesdosis für 1 bis 2 Wochen nach der Operation beibehalten werden und allmählich anhand der

Blutspiegel gemäß lokalen immunsuppressiven Protokollen reduziert werden, bis eine empfohlene

Erhaltungsdosis von etwa 2 bis 6 mg/kg in zwei getrennten Einzeldosen erreicht ist.

Wenn Ciclosporin gemeinsam mit anderen Immunsuppressiva (z. B. mit Kortikosteroiden oder als Teil

einer Dreifach- oder Vierfachkombination) angewendet wird, können niedrigere Dosen (z. B. 3 bis 6

mg/kg in zwei getrennten Einzeldosen als Initialtherapie) verabreicht werden.

Knochenmarktransplantation

Die Initialdosis sollte am Tag vor der Transplantation verabreicht werden. In den meisten Fällen wird

für diesen Zweck vorzugsweise ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung angewendet. Die

empfohlene intravenöse Dosis ist 3 bis 5 mg/kg. Die Infusion wird in dieser Dosierung in der Zeit

unmittelbar nach der Transplantation bis zu 2 Wochen lang fortgesetzt, bevor eine Umstellung auf

eine orale Erhaltungstherapie mit Ciclosporin

in Tagesdosen von etwa 12,5 mg/kg in zwei getrennten

Dosen erfolgt.

Die Erhaltungstherapie sollte über mindestens 3 Monate (und vorzugsweise über 6 Monate) fortgesetzt

werden, bevor die Dosis nach bis zu 1 Jahr nach der Transplantation allmählich auf Null reduziert

wird.

Falls Ciclosporin

als Initialtherapie eingesetzt wird, beträgt die empfohlene Tagesdosis 12,5 bis 15

mg/kg in zwei getrennten Dosen beginnend am Tag vor der Transplantation.

Höhere Dosen von Ciclosporin

oder eine Anwendung eines Ciclosporin-haltigen Arzneimittels zur

intravenösen Therapie könnten bei Vorliegen gastrointestinaler Störungen, die die Resorption

beeinträchtigen, notwendig sein.

Bei einigen Patienten kann es nach dem Absetzen von Ciclosporin zu einer GvHD kommen, diese

spricht aber üblicherweise gut auf eine Wiederaufnahme der Therapie an. In solchen Fällen sollte eine

Initialdosis von 10 bis 12,5 mg/kg verabreicht werden, gefolgt von einer täglichen oralen

Verabreichung der Erhaltungsdosis, die sich zuvor als zufriedenstellend erwiesen hatte. Niedrigere

Dosen von Ciclosporin sollten zur Behandlung von leichter, chronisch verlaufender GvHD eingesetzt

werden.

Andere Anwendungsgebiete

Wenn Ciclosporin für eines der etablierten Anwendungsgebiete, abgesehen von Transplantationen,

eingesetzt wird, sind die folgenden generellen Richtlinien zu beachten:

Vor Einleitung einer Behandlung ist mittels mindestens zwei getrennter Messungen ein

zuverlässiger Ausgangswert für die Nierenfunktion zu bestimmen. Die geschätzte glomeruläre

Filtrationsrate (eGFR), berechnet über die MDRD-Formel, kann zur Beurteilung der

Nierenfunktion bei Erwachsenen verwendet werden und es sollte eine entsprechende Formel

verwendet werden, um die eGFR bei pädiatrischen Patienten zu beurteilen. Da Ciclosporin die

Nierenfunktion verschlechtern kann, ist es notwendig, die Nierenfunktion häufig zu überprüfen.

Wenn die eGFR bei mehr als einer Messung um mehr als 25 % unter den Ausgangswert sinkt,

sollte die Dosis von Ciclosporin um 25 bis 50 % reduziert werden. Wenn die Abnahme der eGFR

vom Ausgangswert 35 % übersteigt, sollte über eine weitere Dosisreduktion von Ciclosporin

nachgedacht werden. Diese Empfehlungen treffen auch zu, wenn die Werte des Patienten immer

noch im normalen Laborbereich liegen. Wenn die Dosisreduktion nicht dazu führt, erfolgreich die

eGFR innerhalb eines Monats zu verbessern, sollte die Behandlung mit Ciclosporin abgebrochen

werden (siehe Abschnitt 4.4).

Eine regelmäßige Überwachung des Blutdrucks ist erforderlich.

Die Bestimmung von Bilirubin und Parametern, die die Leberfunktion überprüfen, ist erforderlich,

bevor die Therapie gestartet wird und es wird empfohlen, eine enge Überwachung während der

Therapie durchzuführen. Die Bestimmung von Serumlipiden, Kalium, Magnesium und Harnsäure

ist vor und regelmäßig während der Behandlung empfehlenswert.

Eine gelegentliche Überwachung der Ciclosporin-Blutspiegel kann bei Nicht-Transplantations-

Indikationen relevant sein, z. B. wenn Ciclosporin zusammen mit Wirkstoffen verabreicht wird, die

die Pharmakokinetik von Ciclosporin beeinflussen oder im Fall von ungewöhnlicher klinischer

Response (z. B. ein Ausbleiben der Wirkung oder eine Erhöhung der Arzneimittelintoleranz, wie

eine renale Dysfunktion).

Die normale Form der Anwendung ist die orale Anwendung. Wenn ein Konzentrat zur Herstellung

einer Infusionslösung verwendet wird, sollte unter vorsichtiger Überprüfung die Anwendung von

einer angemessenen intravenösen Dosis, die der oralen Dosis entspricht, in Betracht gezogen

werden. Die Absprache mit einem Arzt mit Erfahrung im Einsatz von Ciclosporin wird empfohlen.

Außer bei Patienten mit einer das Sehvermögen bedrohenden endogenen Uveitis und bei Kindern

mit nephrotischem Syndrom darf die Tagesgesamtdosis 5 mg/kg nicht überschreiten.

Für die Erhaltungstherapie ist die niedrigste wirksame und gut verträgliche Dosis auf individueller

Basis zu bestimmen.

Bei Patienten, bei denen innerhalb einer vorgegebenen Zeit (genauere Angaben siehe nachstehend)

kein entsprechendes Therapieansprechen erreicht wird oder bei denen mit der wirksamen Dosis die

gültigen Sicherheitsrichtlinien nicht erfüllt werden können, ist die Behandlung mit Ciclosporin

abzusetzen.

Endogene Uveitis

Zur Einleitung einer Remission werden initial 5 mg/kg/Tag oral in zwei getrennten Dosen

empfohlen, bis eine Remission der aktiven Uvea-Entzündung und eine Verbesserung der

Sehschärfe erreicht werden konnte. In therapierefraktären Fällen kann die Dosis für eine

beschränkte Zeitdauer auf 7 mg/kg/Tag erhöht werden.

Zur Erreichung einer initialen Remission oder um akuten Anfällen von Augenentzündung

entgegenzuwirken, kann zusätzlich eine systemische Kortikosteroidtherapie mit Tagesdosen von

0,2 bis 0,6 mg/kg Prednison oder einem entsprechenden anderen Kortikosteroid eingesetzt werden,

falls sich der Zustand mit Ciclosporin alleine nicht ausreichend behandeln lässt. Nach 3 Monaten

kann die Kortikosteroiddosis auf die niedrigste wirksame Dosis reduziert werden.

Für die Erhaltungstherapie sollte die Dosis langsam auf die niedrigste wirksame Dosis gesenkt

werden. Während der Remission sollte die Dosis 5 mg/kg nicht überschreiten.

Infektiöse Ursachen der Uveitis sollten ausgeschlossen werden, bevor Immunsuppressiva

eingesetzt werden.

Nephrotisches Syndrom

Zur Einleitung einer Remission wird die empfohlene Dosis in zwei getrennten oralen Dosen

gegeben.

Falls die Nierenfunktion (mit Ausnahme einer Proteinurie) normal ist, dann wird die folgende

Tagesdosis empfohlen:

Erwachsene: 5 mg/kg

Kinder: 6 mg/kg

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Initialdosis 2,5 mg/kg/Tag nicht

übersteigen.

Die Kombination von Ciclosporin mit niedrigen Dosen oraler Kortikosteroide wird empfohlen,

wenn die Wirkung von Ciclosporin alleine nicht zufriedenstellend ist, vor allem bei

steroidresistenten Patienten.

Die Zeit bis zur Besserung variiert von 3 bis 6 Monaten abhängig von der Art der

Glomerulonephritis. Wenn nach dieser Besserungsperiode keine Besserung festgestellt wird, sollte

die Therapie mit Ciclosporin abgesetzt werden.

Die Dosen müssen unter Berücksichtigung der Wirksamkeit (Proteinurie) und der Sicherheit

individuell eingestellt werden, sollten aber bei Erwachsenen eine Dosis von 5 mg/kg/Tag und bei

Kindern eine Dosis von 6 mg/kg/Tag nicht übersteigen.

Zur Erhaltungstherapie sollte die Dosis langsam auf die niedrigste wirksame Dosis reduziert

werden.

Rheumatoide Arthritis

In den ersten 6 Behandlungswochen beträgt die empfohlene Dosis 3 mg/kg/Tag p.o. in zwei

getrennten Dosen. Falls die Wirkung nicht ausreichend sein sollte, kann die Tagesdosis danach

allmählich je nach Verträglichkeit erhöht werden, sollte aber 5 mg/kg/Tag nicht übersteigen. Zur

Erzielung der vollen Wirksamkeit könnten bis zu 12 Wochen Behandlung mit Ciclosporin

erforderlich sein.

Zur Erhaltungstherapie ist die Dosis individuell je nach Verträglichkeit auf die niedrigste wirksame

Dosis einzustellen.

Ciclosporin kann in Kombination mit niedrig dosierten Kortikosteroiden und/oder nichtsteroidalen

Antirheumatika (NSAR) verabreicht werden (siehe Abschnitt 4.4). Ciclosporin kann bei Patienten

mit unzureichendem Ansprechen auf Methotrexat alleine auch mit niedrig dosiertem wöchentlichen

Methotrexat kombiniert werden. In solchen Fällen sollte initial eine Tagesdosis von 2,5 mg/kg

Ciclosporin in zwei getrennten Dosen pro Tag eingesetzt werden; diese Dosis kann bei

entsprechender Verträglichkeit nach Bedarf erhöht werden.

Psoriasis

Die Behandlung mit Ciclosporin sollte von Ärzten eingeleitet werden, die Erfahrung in der

Diagnose und Behandlung von Psoriasis haben. Aufgrund der Variabilität dieser Krankheit muss

die Behandlung individuell eingestellt werden. Zur Einleitung einer Remission wird eine

Initialdosis von 2,5 mg/kg/Tag p.o. in zwei getrennten Einzeldosen empfohlen. Falls nach 1 Monat

keine Besserung festgestellt wird, kann die Tagesdosis allmählich erhöht werden, sollte aber 5

mg/kg nicht übersteigen. Bei Patienten, bei denen innerhalb von 6 Wochen mit einer Dosis von 5

mg/kg/Tag kein ausreichendes Ansprechen der psoriatischen Läsionen erreicht werden kann oder

bei denen mit der wirksamen Dosis die gültigen Sicherheitsrichtlinien nicht erfüllt werden können,

ist die Therapie abzusetzen (siehe Abschnitt 4.4).

Initialdosen von 5 mg/kg/Tag sind bei Patienten gerechtfertigt, deren Erkrankung eine rasche

Besserung erfordert. Sobald ein zufriedenstellendes Ansprechen erreicht werden konnte, kann

Ciclosporin abgesetzt werden und spätere Rezidive können erneut mit Ciclosporin in der zuvor

wirksamen Dosis behandelt werden. Bei einigen Patienten könnte eine dauerhafte

Erhaltungstherapie erforderlich sein.

Für eine Erhaltungstherapie können die Dosen individuell auf die niedrigste wirksame Dosis

eingestellt werden und diese sollte 5 mg/kg/Tag nicht übersteigen.

Atopische Dermatitis

Die Behandlung mit Ciclosporin sollte von Ärzten eingeleitet werden, die Erfahrung in der

Diagnose und Behandlung von atopischer Dermatitis haben. Aufgrund der Variabilität dieser

Krankheit muss die Behandlung individuell eingestellt werden. Der empfohlene Dosisbereich ist

2,5 bis 5 mg/kg/Tag p.o. in zwei getrennten Dosen. Wenn mit einer Initialdosis von 2,5 mg/kg/Tag

innerhalb von 2 Wochen kein zufriedenstellendes Ansprechen erreicht wird, kann die Tagesdosis

rasch auf maximal 5 mg/kg/Tag erhöht werden. In besonders schweren Fällen kann eine rasche und

zufriedenstellende Kontrolle der Krankheit eher mit einer Initialdosis von 5 mg/kg/Tag erreicht

werden. Sobald eine zufriedenstellende Besserung erreicht werden konnte, sollte die Dosis

allmählich reduziert werden und Ciclosporin sollte nach Möglichkeit abgesetzt werden. Ein

späteres Rezidiv kann mit einer erneuten Verabreichung von Ciclosporin behandelt werden.

Eine 8-wöchige Therapie könnte zwar ausreichend sein, um eine entsprechende Besserung

sicherzustellen, es konnte jedoch gezeigt werden, dass eine Behandlung bis zu 1 Jahr wirksam und

gut verträglich sein kann, sofern die Überwachungsrichtlinien beachtet werden.

Wechsel zwischen oralen Ciclosporin-Darreichungsformen

Die Umstellung von einer oralen Darreichungsform von Ciclosporin auf eine andere muss unter

ärztlicher Aufsicht erfolgen, einschließlich der Kontrolle der Ciclosporin-Blutspiegel für

transplantierte Patienten.

Spezielle Patientengruppen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Alle Indikationen

Ciclosporin unterliegt nur einer minimalen Elimination über die Nieren und die Pharmakokinetik ist

daher durch eine eingeschränkte Nierenfunktion nicht weitgehend beeinträchtigt (siehe Abschnitt 5.2).

Allerdings ist aufgrund seines nephrotoxischen Potenzials (siehe Abschnitt 4.8) eine sorgfältige

Überwachung der Nierenfunktion zu empfehlen (siehe Abschnitt 4.4).

Anwendungsgebiete abgesehen von Transplantationen

Mit Ausnahme von Patienten, die für ein nephrotisches Syndrom behandelt werden, sollten Patienten

mit eingeschränkter Nierenfunktion Ciclosporin nicht erhalten (siehe Unterabschnitt über zusätzliche

Vorsichtsmaßnahmen bei Anwendungsgebieten abgesehen von Transplantationen in Abschnitt 4.4).

Bei Patienten mit nephrotischem Syndrom und eingeschränkter Nierenfunktion sollte die Initialdosis

2,5 mg/kg/Tag nicht übersteigen.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Ciclosporin unterliegt einer umfassenden Metabolisierung in der Leber. Bei Patienten mit

eingeschränkter Leberfunktion kann ein ungefähr 2- bis 3-facher Anstieg der Ciclosporin-Exposition

beobachtet werden. Eine Dosisreduktion kann bei Patienten mit schwerer

Leberfunktionseinschränkung erforderlich sein, um die erzielten Blutspiegel innerhalb des

empfohlenen Zielbereichs zu halten (siehe Abschnitte 4.4 und 5.2) und es wird empfohlen, die

Ciclosporin-Blutspiegel zu überwachen, bis stabile Werte erreicht worden sind.

Kinder und Jugendliche

In klinische Studien waren auch Kinder ab einem Alter von 1 Jahr eingeschlossen. In einigen Studien

benötigten und vertrugen Kinder und Jugendliche höhere Dosen von Ciclosporin pro kg

Körpergewicht als die bei Erwachsenen eingesetzten.

Eine Anwendung von Ciclosporin bei Kindern außerhalb der Transplantationsindikationen mit

Ausnahme des nephrotischen Syndroms kann nicht empfohlen werden (siehe Abschnitt 4.4).

Ältere Patienten (Alter 65 Jahre und älter)

Die Erfahrung mit Ciclosporin

bei älteren Patienten ist beschränkt.

In klinischen Studien mit Ciclosporin bei rheumatoider Arthritis bestand bei Patienten, 65 Jahre oder

älter, nach 3 bis 4 Monaten Therapie eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine systolische Hypertonie

unter Therapie oder für einen Anstieg der Serumkreatininwerte ≥ 50 % über die jeweiligen

Ausgangswerte.

Die Dosis für einen älteren Patienten sollte mit Vorsicht gewählt werden, wobei üblicherweise im

niedrigen Dosisbereich begonnen werden sollte und zwar unter Berücksichtigung der vermehrten

Häufigkeit von eingeschränkter Leber-, Nieren- oder Herzfunktion und von Begleitkrankheiten oder -

therapien und eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen.

Art der Anwendung

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

Zum Einnehmen.

Die Kapseln sind mit reichlich Flüssigkeit unzerkaut zu schlucken.

Sie sollen der Durchdrückpackung erst unmittelbar vor dem Einnehmen entnommen werden.

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Es empfiehlt sich,

Ciclosporin Pro 100 mg/ml

vorzugsweise mit Orangen- oder Apfelsaft zu

verdünnen; es können jedoch je nach Geschmack auch andere alkoholfreie Getränke verwendet

werden. Aufgrund möglicher Interferenzen mit dem Cytochrom P450-abhängigen Enzymsystem sollte

Grapefruitsaft nicht zur Verdünnung verwendet werden (siehe Abschnitt 4.5).

Zur Entnahme der Lösung aus der Flasche beachten Sie bitte die Anleitung in der Packungsbeilage.

Die verordnete Menge der Lösung wird mit einer Messpipette (Spritze) der Flasche entnommen und in

das Getränk überführt. Es ist sorgfältig darauf zu achten, dass die Messpipette (Spritze) mit dem zur

Verdünnung benutzten Getränk nicht in Berührung kommt. Unmittelbar vor der Einnahme sollte die

zugefügte Menge der Lösung im Getränk gut verrührt werden.

Zur Reinigung soll die Spritze nicht ausgespült, sondern nur von außen mit einem trockenen Tuch

abgewischt werden. Die Spritze soll in der Schutzhülle gelagert werden.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen

Bestandteile.

Kombination mit Produkten, die Hypericum perforatum (Johanniskraut) enthalten (siehe Abschnitt

4.5).

Kombination mit Arzneimitteln, die Substrate des Multidrug-Efflux-Transporter P-Glykoproteins oder

organischer anionentransportierender Polypeptide (OATP) sind und für die erhöhte

Plasmakonzentrationen mit schweren und/oder lebensbedrohlichen Ereignissen verbunden sind, z.B.

Bosentan, Dabigatran-Etexilat und Aliskiren (siehe Abschnitt 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Ärztliche Überwachung

Ciclosporin darf nur von Ärzten verschrieben werden, die über Erfahrung auf dem Gebiet der

immunsuppressiven Therapie verfügen und eine entsprechende Nachkontrolle einschließlich

regelmäßiger und vollständiger körperlicher Untersuchungen, Blutdruckmessungen und Kontrollen

der Laborsicherheitsparameter gewährleisten können. Transplantationspatienten, die dieses

Arzneimittel erhalten, sind in Einrichtungen zu betreuen, die über entsprechende Labors und

unterstützende medizinische Ausrüstung verfügen. Der für die Erhaltungstherapie verantwortliche

Arzt muss umfassend über die weitere Kontrolle und Betreuung des Patienten informiert werden.

Lymphome und andere Malignome

Wie auch andere Immunsuppressiva erhöht Ciclosporin das Risiko für die Entwicklung von

Lymphomen und anderen Malignomen, besonders solchen der Haut. Das erhöhte Risiko scheint eher

mit dem Ausmaß und der Dauer der Immunsuppression in Zusammenhang zu stehen als mit der

Verwendung eines spezifischen Wirkstoffs.

Daher sollte eine Behandlung, bei der mehrere Immunsuppressiva (einschließlich Ciclosporin)

kombiniert werden, mit Vorsicht verwendet werden, da dies zu lymphoproliferativen Erkrankungen

und soliden Tumoren führen kann, für die in einigen Fällen ein tödlicher Ausgang berichtet wurde.

Angesichts des potenziellen Risikos von Hautmalignomen sind Patienten unter Behandlung mit

Ciclosporin, insbesondere jene mit einer Behandlung auf Psoriasis oder atopische Dermatitis, darauf

hinzuweisen, eine Sonneneinstrahlung ohne entsprechenden Schutz zu vermeiden, und diese Patienten

sollten auch keine gleichzeitige UVB-Bestrahlung oder PUVA-Photochemotherapie erhalten.

Infektionen

Wie andere Immunsuppressiva erhöht Ciclosporin die Anfälligkeit der Patienten für die Entwicklung

verschiedener bakterieller, parasitärer, viraler und Pilzinfektionen, in vielen Fällen mit

opportunistischen Pathogenen. Eine Aktivierung von latenten Infektionen mit Polyomavirus, die zu

einer Polyomavirus-assoziierter Nephropathie (PVAN), insbesondere zu BK-Virus-Nephropathie, oder

zu JC-Virus-assoziierter progressiver multifokaler Leukoenzephalopathie führt, wurde bei mit

Ciclosporin-behandelten Patienten beobachtet. Solche Erkrankungen stehen häufig mit einer hohen

immunsuppressiven Gesamtbelastung in Zusammenhang und müssen bei der Differentialdiagnose bei

immunsupprimierten Patienten mit sich verschlechternder Nierenfunktion oder neurologischen

Symptomen berücksichtigt werden. Es wurden auch Fälle mit schwerwiegendem und/oder tödlichem

Ausgang berichtet. Es sollten in diesen Fällen wirksame vorbeugende und therapeutische Strategien

eingesetzt werden, vor allem bei Patienten mit einer langfristigen immunsuppressiven

Kombinationstherapie.

Nierentoxizität

Eine Erhöhung von Serumkreatinin und Harnstoff, eine häufige und potenziell schwerwiegende

Komplikation, kann bei einer Behandlung mit Ciclosporin eintreten. Diese funktionellen

Veränderungen sind dosisabhängig und anfangs reversibel und sprechen üblicherweise auf eine

Dosisreduktion an. Im Zuge einer Langzeittherapie kann es bei manchen Patienten zu

Strukturveränderungen in den Nieren (z. B. interstitielle Fibrose) kommen, die bei

Nierentransplantatpatienten von Änderungen in der Folge einer chronischen Abstoßung unterschieden

werden muss. Daher ist eine regelmäßige Überwachung der Nierenfunktion gemäß den lokalen

Richtlinien für die betreffende Indikation erforderlich (siehe Abschnitte 4.2 und 4.8).

Lebertoxizität

Ciclosporin kann auch zu dosisabhängigen, reversiblen Erhöhungen von Serumbilirubin und

Leberenzymwerten führen (siehe Abschnitt 4.8). Es liegen auch Untersuchungsberichte sowie

Spontanmeldungen über Hepatotoxizität und Leberschäden, einschließlich Cholestase, Gelbsucht,

Hepatitis und Leberversagen, bei mit Ciclosporin-behandelten Patienten vor. Die meisten Meldungen

betrafen Patienten mit signifikanten Begleitkrankheiten, Grundkrankheiten und anderen

Begleitfaktoren wie etwa infektiösen Komplikationen und Begleitmedikationen mit hepatotoxischem

Potenzial. In einigen Fällen, vor allem bei Transplantatpatienten, wurde ein tödlicher Ausgang

beschrieben (siehe Abschnitt 4.8). Eine engmaschige Überwachung der Parameter zur Bewertung der

Leberfunktion ist erforderlich und im Fall von anormalen Werten muss unter Umständen die Dosis

reduziert werden (siehe Abschnitte 4.2 und 5.2).

Ältere Patienten (Alter 65 Jahre und älter)

Bei älteren Patienten ist die Nierenfunktion besonders sorgfältig zu überwachen.

Überwachung der Ciclosporin-Spiegel (siehe Abschnitt 4.2)

Wenn Ciclosporin bei Transplantationspatienten angewendet wird, gelten routinemäßige Kontrollen

der Blutspiegel von Ciclosporin als wichtige Sicherheitsmaßnahme. Zur Überwachung der

Konzentrationen von Ciclosporin in Vollblut wird bevorzugt ein spezifischer monoklonaler Antikörper

(Messung der Stammsubstanz) eingesetzt; eine Methode mit HPLC (Hochleistungs-

Flüssigkeitschromatographie), die ebenfalls die Stammsubstanz misst, kann auch eingesetzt werden.

Falls die Werte im Serum oder Plasma bestimmt werden, ist nach einem Standardtrennprotokoll (Zeit

und Temperatur) vorzugehen. Zur anfänglichen Überwachung bei Lebertransplantationspatienten kann

entweder der spezifische monoklonale Antikörper eingesetzt werden oder es sollten parallel

Messungen mit dem spezifischen monoklonalen Antikörper und dem nicht-spezifischen monoklonalen

Antikörper durchgeführt werden, um eine Dosierung sicherzustellen, die eine entsprechende

Immunsuppression gewährleistet.

Bei Nicht-Transplantationspatienten wird eine gelegentliche Überwachung der Ciclosporin-

Blutspiegel empfohlen, z. B. wenn Ciclosporin zusammen mit Wirkstoffen verabreicht wird, die die

Pharmakokinetik von Ciclosporin beeinflussen oder im Fall von ungewöhnlicher klinischer Response

(z. B. ein Ausbleiben der Wirkung oder eine Erhöhung der Arzneimittelintoleranz, wie eine renale

Dysfunktion).

Es ist zu beachten, dass die Ciclosporin-Konzentration in Blut, Plasma oder Serum nur einer von

vielen Faktoren ist, die den klinischen Status des Patienten bestimmen. Die Ergebnisse sollten daher

nur als Richtlinie zur Wahl der Dosis in Verbindung mit anderen klinischen oder Laborparametern

dienen.

Hypertonie

Eine regelmäßige Überwachung des Blutdrucks während der Therapie mit Ciclosporin ist erforderlich.

Falls Hypertonie auftritt, ist eine entsprechende antihypertensive Therapie einzuleiten. Es sollte

bevorzugt ein Antihypertensivum eingesetzt werden, das die Pharmakokinetik von Ciclosporin nicht

beeinträchtigt, wie etwa Isradipin (siehe Abschnitt 4.5).

Erhöhung der Blutlipide

Da Berichte vorliegen, dass Ciclosporin eine leichte und reversible Erhöhung der Blutlipide induzieren

kann, ist es ratsam, Messungen der Blutlipidwerte vor Beginn der Therapie und nach dem ersten

Behandlungsmonat durchzuführen. Falls erhöhte Lipidwerte festgestellt werden, ist eine fettarme Diät

oder bei Bedarf eine entsprechende Dosisreduktion in Erwägung zu ziehen.

Hyperkaliämie

Ciclosporin erhöht das Risiko von Hyperkaliämie, insbesondere bei Patienten mit

Nierenfunktionsstörung. Es ist auch entsprechende Vorsicht geboten, wenn Ciclosporin gemeinsam

mit kaliumsparenden Arzneimitteln (z. B. kaliumsparenden Diuretika, ACE-Hemmern, Angiotensin-

II-Rezeptorantagonisten) oder kaliumhaltigen Arzneimitteln angewendet wird, sowie auch bei

Patienten mit einer kaliumreichen Diät. Unter solchen Umständen ist eine Kontrolle der Kaliumwerte

ratsam.

Hypomagnesiämie

Ciclosporin verstärkt die Clearance von Magnesium. Dies kann daher zu einer symptomatischen

Hypomagnesiämie führen, insbesondere in der Peritransplantationsphase. Eine Kontrolle der

Magnesiumkonzentrationen im Serum wird daher in der Peritransplantationsphase empfohlen, vor

allem bei Vorliegen neurologischer Symptome/Zeichen. Bei Bedarf kann eine Magnesiumsubstitution

in Erwägung gezogen werden.

Hyperurikämie

Vorsicht ist bei der Behandlung von Patienten mit Hyperurikämie geboten.

Lebend-attenuierte Impfstoffe

Während der Behandlung mit Ciclosporin können Impfungen weniger wirksam sein. Eine Anwendung

von lebend-attenuierten Impfstoffen sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).

Wechselwirkungen

Mit Vorsicht sollte bei der gleichzeitigen Verabreichung von Ciclosporin mit Arzneimitteln

vorgegangen werden, die wesentlich die Ciclosporin-Plasmakonzentrationen durch Hemmung oder

Induktion von CYP3A4 und/oder P-Glykoprotein erhöhen oder senken können (siehe Abschnitt 4.5).

Die Nierentoxizität sollte überwacht werden, wenn die Gabe von Ciclosporin zusammen mit

Wirkstoffen erfolgt, die die Ciclosporin-Spiegel erhöhen, oder mit Wirkstoffen, die eine

nephrotoxische Synergie aufweisen (siehe Abschnitt 4.5).

Die gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin und Tacrolimus sollte vermieden werden (siehe

Abschnitt 4.5).

Ciclosporin hemmt CYP3A4, das Multidrug-Efflux-Transporter P-Glykoprotein und organische

anionentransportierende Polypeptide (OATP) und kann die Plasmakonzentration gleichzeitig

angewendeter Medikamente, die Substrate dieses Enzyms und/oder dieses Transporters sind, erhöhen.

Es sollte mit Vorsicht vorgegangen werden, wenn Ciclosporin zusammen mit solchen Arzneimitteln

verabreicht wird oder eine gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden (siehe Abschnitt 4.5).

Ciclosporin erhöht die Exposition von HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine). Wenn gleichzeitig

mit Ciclosporin verabreicht, sollte gemäß den Empfehlungen der Produktinformation die Dosierung

von den Statinen reduziert oder die gleichzeitige Anwendung bestimmter Statine sollte vermieden

werden. Eine Statin-Therapie muss vorübergehend ausgesetzt oder abgebrochen werden bei Patienten

mit Anzeichen und Symptome einer Myopathie oder Patienten mit Risikofaktoren prädisponiert für

schwere renale Verletzungen, einschließlich Nierenversagen, sekundär zu Rhabdomyolyse (siehe

Abschnitt 4.5).

Nach der gleichzeitigen Anwendung von Ciclosporin und Lercanidipin war die AUC von Lercanidipin

um das 3-Fache erhöht und die AUC von Ciclosporin stieg um 21 % an. Daher sollte die gleichzeitige

Kombination von Ciclosporin und Lercanidipin vermieden werden. Die Verabreichung von

Ciclosporin 3 Stunden nach Lercanidipin ergab keine Änderung der Lercanidipin-AUC, aber die

Ciclosporin-AUC erhöhte sich um 27 %. Folglich sollte diese Kombination mit Vorsicht in einem

Intervall von mindestens 3 Stunden verabreicht werden.

Spezielle sonstige Bestandteile

Ethanol

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

Dieses Arzneimittel enthält etwa 18,8 Vol.-% Ethanol. Eine Dosis von 500 mg enthält 798 mg

Ethanol, was etwa 20 ml Bier oder 8,4 ml Wein entspricht. Dies kann ein gesundheitliches Risiko

für Patienten darstellen, die unter Alkoholismus leiden und ist bei schwangeren oder stillenden

Frauen und bei Patienten mit Lebererkrankung oder Epilepsie sowie bei Kindern zu

berücksichtigen.

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Dieses Arzneimittel enthält etwa 15,2 Vol.-% Ethanol. Eine Dosis von 500 mg enthält 600 mg

Ethanol, was etwa 15 ml Bier oder 6,3 ml Wein entspricht. Dies kann ein gesundheitliches Risiko

für Patienten darstellen, die unter Alkoholismus leiden und ist bei schwangeren oder stillenden

Frauen und bei Patienten mit Lebererkrankung oder Epilepsie sowie bei Kindern zu

berücksichtigen.

Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph.Eur.)

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Dieses Arzneimittel

enthält Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph.Eur.), das Magenverstimmungen

und Diarrhoe verursachen kann.

Sorbitol

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

Dieses Arzneimittel enthält Sorbitol. Patienten mit der seltenen hereditären Fructose-Intoleranz

sollten

Ciclosporin Pro Weichkapseln

nicht einnehmen.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen bei Indikationen abgesehen von Transplantationen

Bei Patienten mit beeinträchtigter Nierenfunktion (mit Ausnahme von Patienten mit nephrotischem

Syndrom mit einem zulässigen Grad der Nierenfunktionseinschränkung), unbehandelter Hypertonie,

unbehandelten Infektionen oder jeglicher Form von Malignomen sollte Ciclosporin nicht angewendet

werden.

Vor Einleitung einer Behandlung ist mittels mindestens zwei getrennter Messungen von eGFR eine

zuverlässige Beurteilung der Nierenfunktion vorzunehmen. Die Nierenfunktion muss häufig während

der Behandlung überprüft werden, um Dosisanpassungen vornehmen zu können (siehe Abschnitt 4.2).

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen bei endogener Uveitis

Ciclosporin sollte bei Patienten mit neurologischem Behçet-Syndrom mit Vorsicht angewendet

werden. Der neurologische Status dieser Patienten ist sorgfältig zu überwachen.

Es liegen nur beschränkte Erfahrungen für die Anwendung von Ciclosporin bei Kindern mit

endogener Uveitis vor.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen bei nephrotischem Syndrom

Patienten mit anormalen Nierenfunktionswerten bei Behandlungsbeginn sollten initial mit 2,5

mg/kg/Tag behandelt werden und müssen besonders sorgfältig überwacht werden.

Bei einigen Patienten könnte es aufgrund von Veränderungen der Nierenfunktion in Verbindung

mit dem nephrotischen Syndrom schwierig sein, eine durch Ciclosporin-induzierte

Nierenfunktionsstörung festzustellen. Dadurch erklärt sich auch, warum in seltenen Fällen durch

Ciclosporin-induzierte Veränderungen der Nierenstruktur ohne begleitende Erhöhungen von

Serumkreatinin beobachtet wurden. Bei Patienten mit steroidabhängiger Minimal-Change-

Nephropathie, bei denen Ciclosporin für mehr als 1 Jahr angewendet wurde, sollte eine

Nierenbiopsie in Erwägung gezogen werden.

Bei Patienten mit nephrotischem Syndrom unter Behandlung mit Immunsuppressiva (einschließlich

Ciclosporin) wurde gelegentlich das Auftreten von Malignomen (einschließlich Hodgkin-

Lymphom) berichtet.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen bei rheumatoider Arthritis

Nach 6 Monaten Therapie ist die Nierenfunktion je nach Stabilität der Krankheit, der

Begleitmedikationen und aller Begleitkrankheiten alle 4 bis 8 Wochen zu beurteilen. Häufigere

Kontrollen sind dann erforderlich, wenn die Dosis von Ciclosporin erhöht wird oder eine

Begleittherapie mit einem NSAR begonnen oder in seiner Dosis erhöht wird.

Ein Absetzen von Ciclosporin könnte auch erforderlich sein, wenn eine sich während der Therapie

entwickelnde Hypertonie nicht entsprechend behandeln lässt.

Wie bei anderen langfristigen Immunsuppressivtherapien muss ein erhöhtes Risiko von

lymphoproliferativen Erkrankungen berücksichtigt werden. Besondere Vorsicht ist aufgrund einer

synergistischen nephrotoxischen Wirkung dann geboten, wenn Ciclosporin in Kombination mit

Methotrexat angewendet wird.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen bei Psoriasis

Ein Absetzen von Ciclosporin wird empfohlen, wenn eine sich während der Therapie entwickelnde

Hypertonie nicht entsprechend behandeln lässt.

Ältere Patienten sollten nur bei Vorliegen einer mit Behinderungen verbundenen Psoriasis

behandelt werden und die Nierenfunktion sollte besonders sorgfältig überwacht werden.

Es liegt nur beschränkte Erfahrung für die Anwendung von Ciclosporin bei Kindern mit Psoriasis

vor.

Bei psoriatischen Patienten unter Behandlung mit Ciclosporin wurde, wie auch bei Patienten mit

herkömmlicher immunsuppressiver Therapie, die Entwicklung von Malignomen (insbesondere der

Haut) berichtet. Für Psoriasis untypische Hautläsionen sollten vor Beginn der Behandlung mit

Ciclosporin biopsiert werden, sofern ein Verdacht auf Malignität oder Prämalignität besteht.

Patienten mit malignen oder prämalignen Hautveränderungen sollten nur nach einer

entsprechenden Behandlung solcher Läsionen mit Ciclosporin behandelt werden und auch nur

dann, wenn keine anderen Möglichkeiten für eine erfolgreiche Therapie bestehen.

Bei einigen wenigen mit Ciclosporin behandelten Patienten mit Psoriasis kam es zu

lymphoproliferativen Erkrankungen. Diese sprachen auf ein promptes Absetzen der Behandlung

Patienten unter Behandlung mit Ciclosporin sollten keine begleitende UVB-Bestrahlung oder

PUVA-Photochemotherapie erhalten.

Zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen bei atopischer Dermatitis

Ein Absetzen von Ciclosporin wird empfohlen, wenn eine sich während der Therapie entwickelnde

Hypertonie nicht entsprechend behandeln lässt.

Die Erfahrung mit Ciclosporin bei Kindern mit atopischer Dermatitis ist beschränkt.

Ältere Patienten sollten nur bei Vorliegen einer mit Behinderungen verbundenen atopischen

Dermatitis behandelt werden und die Nierenfunktion sollte besonders sorgfältig überwacht werden.

Eine benigne Lymphadenopathie ist häufig mit Erkrankungsschüben von atopischer Dermatitis

verbunden und bildet sich ausnahmslos entweder spontan oder mit einer generellen Besserung der

Krankheit zurück.

Eine unter Behandlung mit Ciclosporin festgestellte Lymphadenopathie sollte regelmäßig

überwacht werden.

Lymphadenopathien, die trotz einer Besserung der Krankheitsaktivität fortbestehen, sollten als

Vorsichtsmaßnahme mittels Biopsie untersucht werden, um sicherzustellen, dass kein Lymphom

vorliegt.

Aktive Infektionen mit Herpes simplex sollten abgeheilt sein, bevor eine Behandlung mit

Ciclosporin begonnen wird, sind aber nicht notwendigerweise ein Grund für einen

Therapieabbruch, falls sie während der Therapie auftreten, es sei denn es handelt sich um eine

schwere Infektion.

Hautinfektionen mit

Staphylococcus aureus

sind keine absolute Kontraindikation für eine Therapie

mit Ciclosporin, sollten aber mit einer entsprechenden antibakteriellen Therapie behandelt werden.

Orales Erythromycin sollte vermieden werden, da es bekanntermaßen die Blutspiegel von

Ciclosporin erhöhen kann (siehe Abschnitt 4.5). Falls es jedoch keine andere Alternative gibt, wird

empfohlen, die Blutspiegel von Ciclosporin und die Nierenfunktion engmaschig zu kontrollieren

und den Patienten auf mögliche Nebenwirkungen von Ciclosporin zu überwachen.

Patienten unter Behandlung mit Ciclosporin sollten keine gleichzeitige UVB-Bestrahlung oder

PUVA-Photochemotherapie erhalten.

Anwendung bei Kindern in anderen Indikationen als Transplantationen

Abgesehen von der Behandlung von nephrotischem Syndrom liegen keine entsprechenden

Erfahrungen mit Ciclosporin bei Kindern vor. Eine Anwendung bei Kindern unter 16 Jahren außerhalb

der Transplantationsindikationen mit Ausnahme des nephrotischen Syndroms kann daher nicht

empfohlen werden.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Arzneimittelwechselwirkungen

Es wurden für viele Arzneimittel Wechselwirkungen mit Ciclosporin beschrieben. Die Arzneimittel,

für die solche Wechselwirkungen entsprechend bestätigt werden konnten und welche auch als klinisch

relevant erachtet werden, werden nachstehend aufgeführt.

Für verschiedene Wirkstoffe ist bekannt, dass sie die Konzentration von Ciclosporin im Plasma oder

im Vollblut erhöhen oder vermindern, üblicherweise durch Hemmung oder Induktion von Enzymen,

die an der Metabolisierung von Ciclosporin beteiligt sind, insbesondere CYP3A4.

Ciclosporin ist ebenfalls ein Inhibitor von CYP3A4, des Multidrug-Efflux-Transporters P-

Glykoprotein und der organische Anionen transportierenden Proteine (OATP) und kann die

Plasmaspiegel von Begleitmedikationen erhöhen, die Substrate dieses Enzyms und/oder der

Transporter sind.

Arzneimittel können die Bioverfügbarkeit von Ciclosporin erhöhen oder vermindern. Bei

Transplantationspatienten ist eine häufige Messung der Ciclosporin-Spiegel erforderlich und wenn

notwendig eine Dosisanpassung durchzuführen, besonders während des Beginns oder dem Absetzen

von Begleitmedikation. Bei Nicht-Transplantationspatienten ist das Verhältnis zwischen Blutspiegel

und klinischem Effekt weniger gut bekannt. Wenn Arzneimittel, die die Ciclosporin-Spiegel erhöhen,

gleichzeitig verabreicht werden, ist eine häufige Überprüfung der Nierenfunktion und eine sorgfältige

Überwachung der Ciclosporin bezogenen Nebenwirkungen geeigneter als eine Messung der

Blutspiegel.

Arzneimittel, die die Konzentrationen von Ciclosporin vermindern

Alle Induktoren des CYP3A4 und/oder des P-Glykoproteins können voraussichtlich die Ciclosporin-

Spiegel vermindern. Beispiele von Arzneimitteln,

die die Konzentrationen von Ciclosporin

vermindern

sind: Barbiturate, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Phenytoin, Nafcillin, intravenöses

Sulfadimidin, Probucol, Orlistat, Hypericum perforatum (Johanniskraut), Ticlopidin, Sulfinpyrazon,

Terbinafin, Bosentan.

Produkte, die Hypericum perforatum (Johanniskraut) enthalten, dürfen aufgrund des Risikos

verminderter Ciclosporin-Blutspiegel und die dadurch reduzierte Wirkung nicht gleichzeitig mit

Ciclosporin angewendet werden (siehe Abschnitt 4.3).

Rifampicin induziert den Metabolismus von Ciclosporin in Darm und Leber. Die Ciclosporin-Dosen

müssen während der gleichzeitigen Verabreichung auf das 3- bis 5-Fache erhöht werden.

Octreotid vermindert die orale Absorption von Ciclosporin und eine 50%ige Erhöhung der

Ciclosporin-Dosis oder ein Wechsel zu einer intravenösen Gabe kann erforderlich sein.

Arzneimittel, die die Konzentrationen von Ciclosporin erhöhen

Alle Hemmer des CYP3A4 und/oder des P-Glykoproteins können zu erhöhten Ciclosporin-Spiegeln

führen. Beispiele sind: Nicardipin, Metoclopramid, orale Kontrazeptiva, Methylprednisolon (hoch

dosiert), Allopurinol, Cholinsäure und Derivate, Proteaseinhibitoren, Imatinib, Colchicin, Nefazodon.

Makrolid-Antibiotika: Erythromycin kann die Ciclosporin-Konzentration um das 4- bis 7-Fache

erhöhen, manchmal resultierend in einer Nephrotoxizität. Clarithromycin kann die Ciclosporin-

Exposition verdoppeln. Azithromycin erhöht die Ciclosporin-Spiegel um circa 20 %.

Azol-Antibiotika: Ketoconazol, Fluconazol, Itraconazol und Voriconazol können die Ciclosporin-

Exposition mehr als verdoppeln.

Verapamil erhöht die Ciclosporin-Blutkonzentration um das 2- bis 3-Fache.

Die gleichzeitige Gabe von Telaprevir resultierte in einer 4,64-fach erhöhten Ciclosporin-

normalisierten-Dosis-Exposition (AUC).

Amiodaron erhöht wesentlich die Ciclosporin-Plasmakonzentration gleichzeitig mit einem Anstieg des

Serumkreatinins. Diese Wechselwirkung kann noch lange Zeit nach dem Absetzen von Amiodaron

auftreten, da Amiodaron eine sehr lange Halbwertszeit hat (circa 50 Tage).

Danazol erhöht die Ciclosporin-Blutkonzentration um circa 50 %.

Diltiazem (bei Dosen von 90 mg/Tag) kann die Ciclosporin-Plasmakonzentration bis zu 50 % erhöhen.

Imatinib kann die Ciclosporin-Exposition und C

um circa 20 % erhöhen.

Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln

Für die gleichzeitige Einnahme von Grapefruit oder Grapefruitsaft wurde eine Erhöhung der

Bioverfügbarkeit von Ciclosporin berichtet.

Kombinationen mit einem erhöhten Risiko für Nephrotoxizität

Vorsicht ist bei der Anwendung von Ciclosporin gemeinsam mit anderen Wirkstoffen mit

nephrotoxischen Wirkungen geboten, wie etwa: Aminoglykoside (einschließlich Gentamicin,

Tobramycin), Amphotericin B, Ciprofloxacin, Vancomycin, Trimethoprim (+ Sulfamethoxazol),

Fibratsäurederivate (z. B. Bezafibrat, Fenofibrat), NSARs (einschließlich Diclofenac, Naproxen,

Sulindac), Mephalan, Histamin-H

-Rezeptorantagonisten (z. B. Cimetidin, Ranitidin), Methotrexat

(siehe Abschnitt 4.4).

Während der gleichzeitigen Gabe von Arzneimitteln, die eine nephrotoxische Synergie aufweisen, soll

eine enge Überwachung der Nierenfunktion durchgeführt werden. Wenn eine signifikante

Verschlechterung der Nierenfunktion auftritt, soll die Dosierung des gleichzeitig verabreichten

Arzneimittels reduziert werden oder eine alternative Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin und Tacrolimus sollte aufgrund des Risikos einer

Nephrotoxizität und einer pharmakokinetischen Wechselwirkung über CYP3A4 und/oder P-gp

vermieden werden (siehe Abschnitt 4.4).

Ciclosporin-Effekte auf andere Arzneimittel

Ciclosporin ist ein Hemmer von CYP3A4, des Multidrug-Efflux-Transporter P-Glykoproteins (P-gp)

und organischer anionentransportierender Polypeptide (OATP). Die gleichzeitige Anwendung von

Medikamenten, die Substrate von CYP3A4, P-gp und OATP sind, mit Ciclosporin kann die

Plasmaspiegel von gleichzeitig verabreichter Medikation, die Substrate dieses Enzyms und/oder dieses

Transporters sind, erhöhen. Im Folgenden sind einige Beispiele aufgeführt.

Ciclosporin kann die Clearance von Digoxin, Colchicin, HMG-CoA-Reduktase-Inhibitoren (Statine)

und Etoposid verringern. Wenn eines dieser Arzneimittel gleichzeitig mit Ciclosporin verwendet wird,

ist eine enge klinische Überwachung erforderlich, um die Früherkennung von toxischen

Manifestationen des Arzneimittels, gefolgt von einer Verringerung der Dosierung oder deren

Absetzen, zu ermöglichen. Wenn gleichzeitig mit Ciclosporin verabreicht, sollte gemäß den

Empfehlungen ihrer Produktinformation die Dosierung von den Statinen reduziert und die

gleichzeitige Anwendung bestimmter Statine sollte vermieden werden. Expositionsveränderungen von

häufig verwendeten Statinen mit Ciclosporin sind in Tabelle 1 zusammengefasst. Eine Statin-Therapie

muss vorübergehend ausgesetzt oder abgebrochen werden bei Patienten mit Anzeichen und Symptome

einer Myopathie oder Patienten mit Risikofaktoren prädisponiert für schwere renale Verletzungen,

einschließlich Nierenversagen, sekundär zu Rhabdomyolyse.

Tabelle 1: Zusammenfassung der Expositionsveränderungen von häufig verwendeten Statinen mit

Ciclosporin

Statin

Erhältliche Dosen

Änderung in der

Exposition mit Ciclosporin

Atorvastatin

10-80 mg

8-10

Simvastatin

10-80 mg

Fluvastatin

20-80 mg

Lovastatin

20-40 mg

Pravastatin

20-80 mg

5-10

Rosuvastatin

5-40 mg

5-10

Pitavastatin

1-4 mg

Bei gemeinsamer Anwendung von Ciclosporin mit Lercanidipin wird Vorsicht empfohlen (siehe

Abschnitt 4.4.).

Nach gleichzeitiger Gabe von Ciclosporin und Aliskiren, ein P-gp-Substrat, war die C

von Aliskiren

um etwa das 2,5-Fache erhöht und die AUC um etwa das 5-Fache. Das pharmakokinetische Profil von

Ciclosporin wurde hingegen nicht signifikant verändert. Die gleichzeitige Anwendung von

Ciclosporin und Aliskiren wird nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.3).

Aufgrund der P-gp inhibitorischen Aktivität von Ciclosporin wird eine gleichzeitige Anwendung mit

Dabigatran-Etexilat nicht empfohlen (siehe Abschnitt 4.3).

Eine Anwendung von Nifedipin gemeinsam mit Ciclosporin kann zu einer erhöhten Rate von

Gingivahyperplasie im Vergleich zu jener mit alleiniger Anwendung von Ciclosporin führen.

Für die gemeinsame Anwendung von Diclofenac und Ciclosporin wurde ein signifikanter Anstieg der

Bioverfügbarkeit von Diclofenac beschrieben - mit der möglichen Konsequenz einer reversiblen

Nierenfunktionsbeeinträchtigung. Die Erhöhung der Bioverfügbarkeit von Diclofenac ist

höchstwahrscheinlich durch eine Verminderung seines hohen First-Pass-Effekts bedingt. Wenn

NSARs mit einem geringen First-Pass-Effekt (z. B. Acetylsalicylsäure) gemeinsam mit Ciclosporin

gegeben werden, ist keine Erhöhung ihrer Bioverfügbarkeit zu erwarten.

Erhöhungen von Serumkreatinin wurden in Studien mit Everolimus oder Sirolimus in Kombination

mit voll dosiertem Ciclosporin zur Mikroemulsion beobachtet. Diese Wirkung ist häufig nach einer

Dosisreduktion von Ciclosporin reversibel. Everolimus und Sirolimus hatten nur geringen Einfluss auf

die Pharmakokinetik von Ciclosporin. Eine gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin erhöhte die

Blutspiegel von Everolimus und Sirolimus signifikant.

Entsprechende Vorsicht ist bei einer gemeinsamen Anwendung mit kaliumsparenden Arzneimitteln (z.

B. kaliumsparende Diuretika, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten) oder

kaliumhaltigen Arzneimitteln geboten, da diese zu einer signifikanten Erhöhung von Serumkalium

führen können (siehe Abschnitt 4.4).

Ciclosporin kann die Plasmakonzentrationen von Repaglinid erhöhen und so zu einem erhöhten Risiko

von Hypoglykämie führen.

Die gleichzeitige Gabe von Bosentan und Ciclosporin bei gesunden Probanden erhöht die Bosentan-

Exposition etwa 2-fach und es gab eine Abnahme der Ciclosporin-Exposition um 35 %. Die

gleichzeitige Anwendung von Ciclosporin mit Bosentan wird nicht empfohlen (siehe oben,

Unterabschnitt „Arzneimittel, die die Konzentrationen von Ciclosporin vermindern“ und Abschnitt

4.3).

Die Verabreichung von Mehrfachdosen von Ambrisentan und Ciclosporin bei gesunden Probanden

führte zu einer Erhöhung der Exposition mit Ambrisentan um etwa das 2-Fache, während sich die

Exposition mit Ciclosporin geringfügig erhöhte (etwa 10 %).

Eine signifikant erhöhte Exposition gegenüber Anthrazyklin-Antibiotika (z. B. Doxorubicin,

Mitoxanthron, Daunorubicin) wurde bei Patienten mit onkologischen Erkrankungen bei gleichzeitiger

intravenöser Gabe von Anthrazyklin-Antibiotika und sehr hohen Dosen von Ciclosporin beobachtet.

Während der Behandlung mit Ciclosporin können Impfungen weniger wirksam sein. Eine Anwendung

von lebend-attenuierten Impfstoffen sollte vermieden werden.

Kinder und Jugendliche

Wechselwirkungsstudien wurden nur bei Erwachsenen durchgeführt.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität bei Ratten und Kaninchen gezeigt.

Die Erfahrung mit Ciclosporin bei schwangeren Frauen ist beschränkt. Bei schwangeren Frauen, die

nach einer Transplantation eine Therapie mit Immunsuppressiva, einschließlich Ciclosporin erhalten,

besteht ein Risiko für eine Frühgeburt (< 37 Wochen).

Es liegt eine beschränkte Anzahl von Beobachtungsberichten für Kinder mit

in utero

Exposition mit

Ciclosporin vor, und zwar bis zu einem Alter von etwa 7 Jahren. Nierenfunktion und Blutdruck bei

diesen Kindern waren normal. Allerdings liegen keine adäquaten und gut kontrollierten Studien bei

schwangeren Frauen vor und Ciclosporin sollte daher während der Schwangerschaft nicht angewendet

werden, es sei denn der mögliche Nutzen für die Mutter rechtfertigt das potenzielle Risiko für den

Fetus. Der Gehalt an Ethanol in

Ciclosporin Pro

ist bei schwangeren Frauen ebenfalls zu

berücksichtigen (siehe Abschnitt 4.4).

Stillzeit

Ciclosporin tritt in die Muttermilch über. Der Gehalt an Ethanol in

Ciclosporin Pro

ist bei stillenden

Frauen ebenfalls zu berücksichtigen (siehe Abschnitt 4.4). Frauen, die mit Ciclosporin behandelt

werden, sollten nicht stillen, da Ciclosporin möglicherweise schwerwiegende Nebenwirkungen bei

gestillten Neugeborenen/Säuglingen verursachen kann. Es muss eine Entscheidung darüber getroffen

werden, ob auf das Stillen oder auf die Behandlung mit dem Arzneimittel verzichtet werden soll.

Dabei ist die Bedeutung des Arzneimittels für die Mutter zu berücksichtigen.

Fertilität

Es liegen nur beschränkte Daten zur Wirkung von Ciclosporin auf die Fertilität beim Menschen vor

(siehe Abschnitt 5.3).

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es liegen keine Daten zur den Wirkungen von Ciclosporin auf die Verkehrstüchtigkeit und die

Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen vor.

4.8

Nebenwirkungen

Zusammenfassung des Sicherheitsprofils

Die primären Nebenwirkungen, die in klinischen Studien beobachtet wurden und mit der Anwendung

von Ciclosporin in Zusammenhang stehen, umfassen Nierenfunktionsstörung, Tremor, Hirsutismus,

Hypertonie, Diarrhoe, Anorexie, Nausea und Erbrechen.

Viele Nebenwirkungen einer Therapie mit Ciclosporin sind dosisabhängig und sprechen auf eine

Dosisreduktion an. Das Gesamtspektrum der Nebenwirkungen ist bei den verschiedenen Indikationen

im Wesentlichen das gleiche; es gibt allerdings Unterschiede in der Häufigkeit und im Schweregrad.

Aufgrund der höheren Initialdosen und der längeren Erhaltungstherapie, die nach einer

Transplantation erforderlich ist, sind die Nebenwirkungen bei Transplantationspatienten häufiger und

normalerweise auch stärker ausgeprägt als bei Patienten, die für andere Indikationen behandelt

werden.

Anaphylaktoide Reaktionen wurden nach intravenöser Verabreichung beobachtet (siehe Abschnitt

4.4).

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Bei Patienten mit einer immunsuppressiven Therapie, einschließlich Ciclosporin und Ciclosporin-

haltiger Therapien, besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen (virale, bakterielle, parasitäre oder

Pilzinfektionen) (siehe Abschnitt 4.4). Es können sowohl generalisierte als auch lokale Infektionen

auftreten. Ebenso können sich bestehende Infektionen verstärken und die Reaktivierung einer

Polyomavirus Infektion kann zu einer Polyomavirus-assoziierten Nephropathie (PVAN) oder einer JC-

Virus-assoziierten progressiven multifokalen Leukoenzephalopathie (PML) führen. Es wurden Fälle

mit schwerwiegendem und/oder tödlichem Ausgang berichtet.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschließlich Zysten und Polypen)

Bei Patienten mit einer immunsuppressiven Therapie, einschließlich Ciclosporin und Ciclosporin-

haltiger Therapien, besteht ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Lymphomen oder

lymphoproliferativen Erkrankungen und anderer Malignome, insbesondere solcher der Haut. Die

Häufigkeit solcher Malignome erhöht sich mit der Intensität und der Dauer der Therapie (siehe

Abschnitt 4.4). Einige Malignome können tödlich verlaufen.

Tabellarische Zusammenfassung der Nebenwirkungen aus klinischen Studien

Nebenwirkungen aus den klinischen Studien (Tabelle 1) werden nach MedDRA-Systemorganklassen

angeführt. Innerhalb jeder Systemorganklasse werden die Nebenwirkungen nach Häufigkeit gereiht,

wobei die häufigsten Nebenwirkungen zuerst angeführt werden. Innerhalb jeder Häufigkeitskategorie

werden die Nebenwirkungen nach abnehmendem Schweregrad gereiht. Zusätzlich beruht die

entsprechende Häufigkeitskategorie für jede Nebenwirkung auf den folgenden Definitionen (CIOMS

II): sehr häufig (≥ 1/10); häufig (≥ 1/100, < 1/10); gelegentlich (≥ 1/1000, < 1/100); selten (≥ 1/10000,

< 1/1000); sehr selten (< 1/10000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten

nicht abschätzbar).

Tabelle 1: Nebenwirkungen aus klinischen Studien

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Häufig

Leukopenie

Gelegentlich

Thrombozytopenie, Anämie

Selten

Hämolytisch-urämisches Syndrom, mikroangiopathische hämolytische Anämie

Nicht bekannt*

Thrombotische Mikroangiopathie, thrombotische thrombozytopenische Purpura

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Sehr häufig

Hyperlipidämie

Häufig

Hyperglykämie, Anorexie, Hyperurikämie, Hyperkaliämie, Hypomagnesiämie

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Tremor, Kopfschmerzen

Häufig

Konvulsionen, Parästhesie

Gelegentlich

Enzephalopathie einschließlich posteriores reversibles Enzephalopathiesyndrom

(PRES), Zeichen und Symptome wie Konvulsionen, Verwirrtheit,

Desorientiertheit, verminderte Reaktivität, Agitiertheit, Schlaflosigkeit,

Sehstörungen, kortikale Blindheit, Koma, Parese und zerebelläre Ataxie

Selten

Motorische Polyneuropathie

Sehr selten

Ödem der Sehnervpapille einschließlich Papillenödem mit möglicher Sehstörung

in der Folge einer benignen intrakraniellen Hypertonie

Nicht bekannt*

Migräne

Gefäßerkrankungen

Sehr häufig

Hypertonie

Häufig

Flush

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig

Übelkeit, Erbrechen, Bauchbeschwerden/Bauchschmerzen, Diarrhoe,

Gingivahyperplasie, Magenulcera

Selten

Pankreatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig

Anormale Leberfunktion (siehe Abschnitt 4.4)

Nicht bekannt*

Hepatotoxizität und Leberschäden einschließlich Cholestase, Gelbsucht,

Hepatitis und Leberversagen, in einigen Fällen mit tödlichem Ausgang (siehe

Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Hirsutismus

Häufig

Akne, Hypertrichose

Gelegentlich

Allergischer Ausschlag

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Häufig

Myalgie, Muskelkrämpfe

Selten

Muskelschwäche, Myopathie

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Sehr häufig

Nierenfunktionsstörung (siehe Abschnitt 4.4)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Selten

Menstruationsstörungen, Gynäkomastie

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig

Fieber, Müdigkeit

Gelegentlich

Ödeme, Gewichtszunahme

Nebenwirkungen aus der Erfahrung nach Markteinführung, für die die Häufigkeit mangels eines

realen Bezugswerts nicht bestimmt werden kann.

Andere Nebenwirkungen aus der Erfahrung nach Markteinführung

Es liegen auch Berichte sowie Spontanmeldungen über Hepatotoxizität und Leberschäden,

einschließlich Cholestase, Gelbsucht, Hepatitis und Leberversagen, bei mit Ciclosporin behandelten

Patienten vor. Die meisten Meldungen betrafen Patienten mit signifikanten Begleitkrankheiten,

Grundkrankheiten und anderen Begleitfaktoren wie etwa infektiösen Komplikationen und

Begleitmedikationen mit hepatotoxischem Potenzial. In einigen Fällen, vor allem bei

Transplantatpatienten, wurde ein tödlicher Ausgang beschrieben (siehe Abschnitt 4.4).

Akute und chronische Nephrotoxizität

Bei Patienten mit einer Therapie mit einem Calcineurin-Inhibitor (CNI), einschließlich Ciclosporin

und Ciclosporin-haltiger Therapien, besteht ein erhöhtes Risiko für akute oder chronische

Nephrotoxizität. Es gibt Berichte aus klinischen Studien und aus der Erfahrung nach Markteinführung

in Verbindung mit der Anwendung von Ciclosporin. In Fällen von akuter Nephrotoxizität wurden

Störungen der Homöostase, wie Hyperkaliämie, Hypomagnesiämie und Hyperurikämie, berichtet.

Fälle, die chronische morphologische Veränderungen beschrieben, umfassten Arteriolenhyalinose,

tubuläre Atrophie und interstitielle Fibrose (siehe Abschnitt 4.4).

Kinder und Jugendliche

Klinische Studien schlossen Kinder ab einem Alter von 1 Jahr mit Standarddosierungen von

Ciclosporin und einem mit jenem von Erwachsenen vergleichbaren Sicherheitsprofil ein.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Die orale LD

von Ciclosporin beträgt 2329 mg/kg bei Mäusen, 1480 mg/kg bei Ratten und > 1000

mg/kg bei Kaninchen. Die intravenöse LD

beträgt 148 mg/kg bei Mäusen, 104 mg/kg bei Ratten und

46 mg/kg bei Kaninchen.

Symptome

Die Erfahrung mit akuter Überdosierung von Ciclosporin ist beschränkt. Orale Ciclosporin-Dosen von

bis zu 10 g (etwa 150 mg/kg) wurden mit relativ geringen klinischen Folgen wie Erbrechen,

Benommenheit, Kopfschmerzen, Tachykardie sowie mäßig schwerer, reversibler

Nierenfunktionsbeeinträchtigung bei einigen wenigen Patienten vertragen. Allerdings wurden nach

versehentlicher parenteraler Überdosierung von Ciclosporin bei frühgeborenen Neugeborenen

schwerwiegende Symptome einer Intoxikation berichtet.

Behandlung

In allen Fällen einer Überdosierung sollten allgemeine unterstützende Maßnahmen ergriffen und eine

symptomatische Behandlung eingeleitet werden. Forciertes Erbrechen und Magenspülung könnten in

den ersten Stunden nach einer oralen Einnahme hilfreich sein. Ciclosporin ist nicht stark dialysierbar

und kann auch durch Kohle-Hämoperfusion nicht ausreichend eliminiert werden.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Immunsuppressiva, Calcineurin-Inhibitoren.

ATC-Code: L04AD01

Die galenische Form von

Ciclosporin Pro

ist eine sogenannte Gel-basierte Emulsion. Die Emulsion

entsteht durch die Gegenwart von Wasser entweder in Form eines Getränks oder in Form einer

Magenflüssigkeit.

Ciclosporin (auch unter der Bezeichnung Cyclosporin A bekannt) ist ein zyklisches Polypeptid aus 11

Aminosäuren. Es ist ein hochwirksames Immunsuppressivum, das im Tierversuch die Lebensdauer

allogener Transplantate von Haut, Herz, Niere, Pankreas, Knochenmark, Dünndarm oder Lunge

verlängert. Untersuchungen lassen vermuten, dass Ciclosporin die Entwicklung zellvermittelter

Reaktionen hemmt, einschließlich Allotransplantat-Immunität, verzögerter kutaner Hypersensibilität,

experimenteller allergischer Enzephalomyelitis, Freund-Adjuvans-Arthritis, Graft-versus-Host-

Disease (GvHD) und auch T-Zellen-abhängiger Antikörperbildung. Auf zellulärer Ebene hemmt es die

Bildung und Freisetzung von Lymphokinen einschließlich Interleukin 2 (T-Zellen-Wachstumsfaktor,

TCGF). Ciclosporin blockiert offensichtlich auch die ruhenden Lymphozyten in der G

- oder G

-Phase

des Zellzyklus und hemmt die durch Kontakt mit einem Antigen ausgelöste Freisetzung von

Lymphokinen durch aktivierte T-Zellen.

Alle vorliegenden Daten lassen vermuten, dass Ciclosporin spezifisch und reversibel auf Lymphozyten

wirkt. Im Gegensatz zu Zytostatika unterdrückt es die Hämatopoese nicht und hat keinen Einfluss auf

die Funktion von Phagozyten.

Beim Menschen wurde Ciclosporin bei Organ- und Knochenmarktransplantationen erfolgreich zur

Vermeidung und Behandlung von Abstoßungsreaktionen und GvHD eingesetzt. Ciclosporin wurde

sowohl bei Hepatitis-C-Virus(HCV)-positiven als auch bei HCV-negativen Lebertransplantatpatienten

erfolgreich angewendet. Die nützlichen Wirkungen von Ciclosporin zeigten sich auch bei einer Reihe

von anderen Erkrankungen, von denen man weiß oder annimmt, dass es sich um

Autoimmunerkrankungen handelt.

Kinder und Jugendliche

Ciclosporin ist nachweislich wirksam beim steroidabhängigen nephrotischen Syndrom.

Folgende klinischen Studien wurden vor kurzem bei mit Ciclosporin-behandelten Patienten

durchgeführt:

53/EQ/01/PK: Multi-center, randomized, comparative, open-label pharmacokinetic /clinical

switching Study of Equoral (IVAX-CR) and Neoral in Stable Adult Renal Transplant Recipients in

70 patients.

54/EQ/02: Multi-center, randomized, comparative, open-label, parallel group clinical trial to

evaluate interchangeability of Equoral

and Sandimmun

Neoral

capsules in stable adult renal

transplant recipients in 99 patients.

236B7: Comparative bioequivalence study of ciclosporin after multiple dose administration of

Equoral Capsules (Teva Pharmaceutical Industries Ltd.) in comparison to Sandimmun Neoral

(Novartis) capsules in 50 patients with stable renal transplants.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption

Die absolute Bioverfügbarkeit von Ciclosporin aus

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum

Einnehmen

oder aus

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

beträgt im Steady-state 20-50 %

(Mittel 34 %).

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

sowie

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum

Einnehmen

sind bioäquivalent.

Die Zeit bis zum Erreichen maximaler Blutspiegel (t

) von Ciclosporin beträgt 1,2 ± 0,3 Stunden.

Es wurden zehn Studien mit

Ciclosporin Pro

an gesunden Probanden durchgeführt, einmal unter

Nüchternbedingungen und einmal mit Nahrung. In diese Studien waren insgesamt 369 Probanden

einbezogen worden.

Verteilung

Ciclosporin verteilt sich hauptsächlich außerhalb des Blutvolumens, mit einem durchschnittlichen

scheinbaren Verteilungsvolumen von 3,5 l/kg. Im Blut finden sich 33-47 % im Plasma, 4-9 % in den

Lymphozyten, 5-12 % in den Granulozyten und 41-58 % in den Erythrozyten. Im Plasma wird

Ciclosporin zu ca. 90 % an Proteine, hauptsächlich Lipoproteine, gebunden.

Biotransformation

Ciclosporin wird weitgehend metabolisiert, es sind etwa 15 Metaboliten bekannt. Der Metabolismus

findet hauptsächlich in der Leber über das Cytochrom P450 3A4 (CYP3A4) statt, und die wichtigsten

Wege des Metabolismus bestehen aus Mono- und Dihydroxylierung und N-Demethylierung an

verschiedene Stellen des Moleküls. Alle identifizierten Metaboliten enthalten die intakte Peptid-

Struktur der Stammverbindung; einige besitzen schwache immunsuppressive Wirkung (bis zu einem

Zehntel des unveränderten Arzneimittels).

Elimination

Die zur terminalen Halbwertszeit von Ciclosporin berichteten Daten zeigen je nach eingesetzter

Bestimmungsmethode und Zielpopulation eine starke Variabilität. Die terminale Halbwertszeit lag in

einem Bereich von 6,3 Stunden bei gesunden Probanden bis 20,4 Stunden bei Patienten mit schwerer

Lebererkrankung. Die Ausscheidung erfolgt primär über die Galle, wobei nur 6 % einer oralen Dosis

in den Harn ausgeschieden werden, nur 0,1 % in unveränderter Form (siehe Abschnitte 4.2 und 4.4).

Die Eliminationshalbwertszeit bei nierentransplantierten Patienten betrug circa 11 Stunden, mit einem

Intervall zwischen 4 und 25 Stunden.

Spezielle Patientenpopulationen

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

In einer Studie bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz betrug die systemische Clearance

ungefähr zwei Drittel der mittleren systemischen Clearance bei Patienten mit normaler

Nierenfunktion.

Weniger als 1 % der verabreichten Dosis wird durch Dialyse entfernt.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Ein ungefähr 2- bis 3-fach erhöhter Anstieg der Ciclosporin-Exposition kann bei Patienten mit

eingeschränkter Leberfunktion beobachtet werden. In einer Studie an Patienten mit schwerer

Lebererkrankung mit einer durch Biopsie nachgewiesenen Zirrhose betrug die terminale Halbwertszeit

20,4 Stunden (Bereich zwischen 10,8 und 48,0 Stunden) im Vergleich zu 7,4 bis 11,0 Stunden bei

gesunden Probanden.

Kinder und Jugendliche

Pharmakokinetische Daten von pädiatrischen Patienten, denen Ciclosporin verabreicht worden ist, sind

sehr begrenzt. Bei 15 nierentransplantierten Patienten im Alter von 3-16 Jahre betrug die Clearance

von Ciclosporin im Vollblut nach intravenöser Anwendung von Ciclosporin 10,6 ± 3,7 ml/min/kg

(Assay: Cyclo-Trac spezifischer RIA). In einer Studie mit 7 nierentransplantierten Patienten zwischen

2-16 Jahre betrug die Ciclosporin-Clearance 9,8-15,5 ml/min/kg. Bei 9 lebertransplantierten Patienten

zwischen 0,6-5,6 Jahre betrug die Clearance 9,3 ± 5,4 ml/min/kg (Assay: HPLC). Im Vergleich zu

transplantierten Erwachsenen Populationen, sind die Unterscheide in der Bioverfügbarkeit zwischen

oralen Ciclosporin-Formulierungen in der Pädiatrie vergleichbar mit denen, die bei Erwachsenen

beobachtet wurden.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Mit den Standardtestsystemen bei oraler Verabreichung (Ratten bis zu 17 mg/kg/Tag und Kaninchen

bis zu 30 mg/kg/Tag oral) ergaben sich für Ciclosporin keine Hinweise auf mutagene oder teratogene

Effekte. Bei toxischen Dosierungen (Ratten 30 mg/kg/Tag und Kaninchen 100 mg/kg/Tag oral) war

Ciclosporin embryo- und fetotoxisch, was sich an der erhöhten pränatalen und postnatalen Toxizität

und am reduzierten Fetusgewicht sowie damit verbundenen Verzögerungen der Knochenbildung

zeigte.

In zwei publizierten Forschungsstudien zeigten mit Ciclosporin in utero exponierte Kaninchen (10

mg/kg/Tag s.c.) bis zu einem Alter von 35 Wochen eine verminderte Zahl von Nephronen, renale

Hypertrophie, systemische Hypertonie und progrediente Niereninsuffizienz. Trächtige Ratten, die 12

mg/kg/Tag Ciclosporin i.v. (das Doppelte der empfohlenen i.v. Dosis beim Menschen) erhielten,

hatten Föten mit einer erhöhten Inzidenz von Schäden am Ventrikelseptum. Diese Befunde wurden bei

anderen Tiergattungen nicht beobachtet und ihre Relevanz für den Menschen ist nicht bekannt. In

Studien an männlichen und weiblichen Ratten konnte keine Beeinträchtigung der Fertilität festgestellt

werden.

Ciclosporin wurde in einer Reihe von in vitro- und in vivo-Untersuchungen zur Genotoxizität ohne

Beweis für ein klinisch relevantes mutagenes Potenzial getestet.

Kanzerogenitätsstudien wurden an männlichen und weiblichen Ratten und Mäusen durchgeführt. In

der 78-wöchigen Studie an Mäusen mit Dosen von 1,4 und 16 mg/kg/Tag fanden sich Hinweise auf

einen statistisch signifikanten Trend für lymphozytische Lymphome bei den weiblichen Tieren und die

Inzidenz von hepatozellulären Karzinomen bei den männlichen Tieren der mittleren Dosisgruppe lag

signifikant über dem Kontrollwert. In der 24-monatigen Studie an Ratten mit 0,5, 2 und 8 mg/kg/Tag

lag die Rate von Inselzelladenomen des Pankreas in der niedrigen Dosisgruppe signifikant über dem

Kontrollwert. Hepatozelluläre Karzinome und Inselzelladenome des Pankreas waren nicht

dosisabhängig.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Ciclosporin Pro 25/50 mg Weichkapseln

Ethanol

Polyglycerololeat

Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph.Eur.)

α-Tocopherol

Gelatine

Glycerol

Sorbitol-Lösung 70 % (nicht kristallisierend) (Ph.Eur.)

Eisen(III)-hydroxid-oxid x H

O (E 172)

Titandioxid (E 171)

Glycin

Ciclosporin Pro 100 mg Weichkapseln

Ethanol

Polyglycerololeat

Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph.Eur.)

α-Tocopherol

Gelatine

Glycerol

Sorbitol-Lösung 70 % (nicht kristallisierend) (Ph.Eur.)

Eisenoxide und -hydroxide (E 172)

Titandioxid (E 171)

Glycin

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Ethanol

Polyglycerololeat

Macrogolglycerolhydroxystearat (Ph.Eur.)

6.2

Inkompatibilitäten

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

Nicht zutreffend.

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Da keine Kompatibilitätsstudien durchgeführt wurden, darf dieses Arzneimittel nicht mit anderen

Arzneimitteln gemischt werden.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

3 Jahre

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

3 Jahre

Nach dem Öffnen der Flasche darf der Inhalt nach Ablauf von 8 Wochen nicht mehr angewendet

werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

Nicht über 30 °C lagern. Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Nicht über 25 °C lagern. Nicht im Kühlschrank lagern oder einfrieren.

Idealerweise soll die Lösung bei einer Temperatur zwischen 20 °C und 25 °C aufbewahrt werden.

Bei Lagerung unter 20 °C können Schlieren und Flocken entstehen. Diese Erscheinungen

verschwinden bei Temperaturerhöhung. Die Wirksamkeit und Dosiergenauigkeit wird durch eventuell

weiter bestehende, kleine Flocken nicht beeinträchtigt.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Ciclosporin Pro 25/50/100 mg Weichkapseln

Die Weichkapseln sind in Blisterpackungen aus Aluminium verpackt.

Packungen mit 30, 50, 60, 90, 100 Weichkapseln und Bündelpackungen mit 2 x 30, 3 x 30, 2 x 50

Weichkapseln.

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Glasflasche mit Stopfen und Aluminiumkappe zu 50 ml. Ein Entnahmeset mit Messpipette (Spritze)

liegt bei.

Packung mit 50 ml Lösung zum Einnehmen

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur

Handhabung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen

zu beseitigen.

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

Zur Entnahme der Lösung aus der Flasche beachten Sie bitte die Anleitung in der Packungsbeilage.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

TEVA GmbH

Graf-Arco-Str. 3

89079 Ulm

8.

ZULASSUNGSNUMMER

Ciclosporin Pro 25 mg Weichkapseln

62307.00.00

Ciclosporin Pro 50 mg Weichkapseln

62308.00.00

Ciclosporin Pro 100 mg Weichkapseln

62309.00.00

Ciclosporin Pro 100 mg/ml Lösung zum Einnehmen

62306.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 14. August 2007

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 26. Juni 2013

10.

STAND DER INFORMATION

April 2018

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

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