Cetrotide 0,25 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung

Schweiz - Deutsch - Swissmedic (Swiss Agency for Therapeutic Products)

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Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation (PIL)

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation (SPC)

25-10-2018

Wirkstoff:
cetrorelixum
Verfügbar ab:
Merck (Schweiz) AG
ATC-Code:
H01CC02
INN (Internationale Bezeichnung):
cetrorelixum
Darreichungsform:
Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung
Zusammensetzung:
Pulver: cetrorelixum 0.25 mg ut cetrorelixi acetas, mannitolum, pro vitro. Solvens: aqua ad iniectabile 1 ml.
Klasse:
A
Therapiegruppe:
Biotechnologika
Therapiebereich:
Assistierte Reproduktionsmedizin
Zulassungsnummer:
56218
Berechtigungsdatum:
2003-04-30

Dokumente in anderen Sprachen

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Französisch

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation - Französisch

01-05-2020

Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation - Italienisch

01-05-2020

Fachinformation Fachinformation - Italienisch

01-05-2020

Information für Patientinnen und Patienten

Lesen Sie diese Packungsbeilage sorgfältig, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bzw. anwenden.

Dieses Arzneimittel ist Ihnen persönlich verschrieben worden und Sie dürfen es nicht an andere

Personen weitergeben. Auch wenn diese die gleichen Krankheitssymptome haben wie Sie, könnte ihnen

das Arzneimittel schaden.

Bewahren Sie die Packungsbeilage auf, Sie wollen sie vielleicht später nochmals lesen.

Cetrotide®

Merck (Schweiz) AG

Was ist Cetrotide und wann wird es angewendet?

Cetrotide blockiert ein natürliches Hormon, genannt «luteinisierendes Hormon Releasing-Hormon»

(LHRH). LHRH steuert seinerseits die Ausschüttung eines weiteren Hormons, genannt «luteinisierendes

Hormon» (LH), das während des Menstruationszyklus den Eisprung auslöst.

Cetrotide verhindert somit einen vorzeitigen Eisprung, der bei der kontrollierten Stimulation der

Eierstöcke unerwünscht ist, da sich nur reife Eizellen für die Befruchtung eignen.

Cetrotide ist auf Verschreibung des Arztes oder der Ärztin zu verwenden.

Wann darf Cetrotide nicht angewendet werden?

Wenden Sie Cetrotide nicht an, falls Sie

·an einer schweren Nierenerkrankung leiden;

·schwanger sind oder stillen;

·allergisch auf Cetrorelixacetat, D-Mannitol oder auf nicht körpereigene Peptidhormone (ähnliche

Medikamente wie Cetrotide) sind.

Wann ist bei der Anwendung von Cetrotide Vorsicht geboten?

Besondere Vorsicht ist bei der Behandlung von Frauen mit bestehenden Allergien oder einer in der

Krankengeschichte (Vorgeschichte) bekannten Neigung zu Allergien geboten. Da eine Behandlung mit

Cetrotide bei Frauen mit starker Allergieneigung nicht anzuraten ist, ist es wichtig, dass Sie Ihren Arzt

bzw. Ihre Ärztin über alle Ihnen bekannten Allergien informieren.

Cetrotide wird zusammen mit anderen Arzneimitteln angewendet, um die Eierstöcke zu einer

vermehrten Entwicklung und Freisetzung von Eizellen anzuregen.

Während oder nach der Stimulation der Eierstöcke (Ovarien) kann es zu einer ovariellen

Überstimulation kommen. Das bedeutet, dass sich die Follikel zu stark entwickeln und zu grossen

Zysten werden. Symptome wie Unterleibsschmerzen, Spannungsgefühl, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall,

Atemschwierigkeiten, verringerte Harnproduktion, Gewichtszunahme und Flüssigkeitsansammlung im

Bauch oder Brustkorb können Anzeichen dafür sein. Informieren Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin sofort,

wenn Sie solche Symptome bemerken.

Eine Unterstützung der Gelbkörperphase (eine Massnahme zur Förderung des Einsetzens einer

Schwangerschaft) sollte entsprechend der Praxis des reproduktionsmedizinischen Zentrums erfolgen.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin wenn Sie an einer Nieren- oder Lebererkrankung leiden.

Cetrotide wurde bei Patienten mit Nieren- oder Lebererkrankungen nicht untersucht.

Bislang liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Verabreichung von Cetrotide im Rahmen einer

wiederholten Stimulation der Eierstöcke vor. Daher sollte Cetrotide in Wiederholungszyklen nur nach

sorgfältiger Nutzen/Risiko-Abwägung durch Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin verwendet werden.

Experimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass Wechselwirkungen mit Arzneimitteln, die in der

Leber abgebaut werden, unwahrscheinlich sind. Die Möglichkeit von Wechselwirkungen mit anderen

Arzneimitteln kann jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden.

Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin, Apothekerin, wenn Sie

·an anderen Krankheiten leiden,

·Allergien haben oder

·andere Arzneimittel (auch selbstgekaufte!) einnehmen oder äusserlich anwenden!

Darf Cetrotide während einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit eingenommen / angewendet werden?

Sie dürfen Cetrotide nicht verwenden, wenn Sie bereits schwanger sind oder vermuten, schwanger zu

sein oder wenn Sie stillen.

Wie verwenden Sie Cetrotide?

Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung. Wenn Sie glauben, das Arzneimittel wirke

zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bzw. mit Ihrer Ärztin oder

Apothekerin.

Anwendung

Die erste Injektion von Cetrotide muss unter Aufsicht Ihres Arztes bzw. Ihrer Ärztin erfolgen. Die

folgenden Injektionen können Sie selbst vornehmen, sofern Ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin Sie auf die

Anzeichen hingewiesen hat, die auf eine Allergie hindeuten können sowie auf die möglichen

schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Folgen einer solchen Reaktion, die eine sofortige

Behandlung notwendig machen.

Cetrotide wird unter die Haut der unteren Bauchwand, vorzugsweise im Bereich des Nabels, injiziert.

Wählen Sie bitte täglich eine andere Injektionsstelle aus, um lokale Reizerscheinungen soweit wie

möglich zu vermeiden.

Lösen Sie das Cetrotide-Pulver nur mit dem in der Fertigspritze enthaltenen Wasser auf. Verwenden Sie

eine Cetrotide-Lösung nicht, wenn sie Teilchen enthält oder nicht klar ist.

Bevor Sie sich Cetrotide selbst verabreichen, lesen Sie bitte sorgfältig die nachfolgenden Anleitungen:

1. Vorbereitung der Injektion

·Das Arzneimittel muss vor der Injektion Raumtemperatur angenommen haben. Nehmen Sie es ungefähr

30 Minuten vor der Anwendung aus dem Kühlschrank.

·Waschen Sie Ihre Hände. Es ist wichtig, dass Ihre Hände und alle Gegenstände, die Sie benutzen so

sauber wie möglich sind.

·Legen Sie auf einer sauberen Fläche alles bereit, was Sie benötigen (eine Durchstechflasche mit Pulver,

eine Fertigspritze mit Lösungsmittel, eine Rekonstitutionsnadel mit gelber Markierung, eine

Injektionsnadel mit grauer Markierung und zwei Alkoholtupfer).

2. Zubereitung der Injektionslösung

·Entfernen Sie den Plastikverschluss der Durchstechflasche. Wischen Sie den Aluminiumring und den

Gummistopfen mit einem Alkoholtupfer ab.

·Nehmen Sie die Nadel mit gelber Markierung (Rekonstitutionsnadel) und entfernen Sie die äussere

Verpackung. Nehmen Sie die Fertigspritze und nehmen Sie die Schutzkappe ab. Stecken Sie die Nadel

auf die Spritze und nehmen Sie die Schutzkappe der Nadel ab.

·Stechen Sie die Nadel durch die Mitte des Gummistopfens der Durchstechflasche. Spritzen Sie das

Wasser in die Durchstechflasche, indem Sie langsam den Stempel der Spritze herunterdrücken.

·Lassen Sie die Spritze in der Durchstechflasche stecken. Bewegen Sie die Durchstechflasche vorsichtig,

bis die Lösung klar und ohne Rückstand ist. Nicht schütteln, weil sich sonst Luftblasen in Ihrem

Arzneimittel bilden.

·Drehen Sie die Durchstechflasche um und ziehen Sie den gesamten Inhalt der Durchstechflasche

wieder behutsam in die Spritze auf. Falls Lösung in der Durchstechflasche zurückbleibt, halten Sie die

Durchstechflasche kopfüber und ziehen Sie die Nadel langsam zurück, bis die Öffnung der Nadel noch

gerade auf der Innenseite des Stopfens ist. Durch den seitlichen Spalt im Stopfen, können Sie die

Bewegung der Nadel und des Lösungsmittels kontrollieren. Es ist wichtig, dass Sie den gesamten Inhalt

der Durchstechflasche aufziehen.

3. Luftblasenkontrolle

·Tauschen Sie nun die gelb markierte Rekonstitutionsnadel gegen die feinere, grau markierte

Injektionsnadel aus und entfernen Sie eventuelle Luftblasen in der Fertigspritze wie folgt:

·Halten Sie die Spritze so, dass die Injektionsnadel nach oben zeigt und klopfen Sie leicht mit den

Fingern an die Fertigspritze, bis sich die Luft an der Spitze ansammelt. Drücken Sie den

Spritzenkolben, bis die Luftblasen verschwunden sind. Berühren Sie die Injektionsnadel nicht und

achten Sie darauf, dass die Nadel nicht mit einer Oberfläche in Berührung kommt.

4. Injektion

·Wählen Sie eine Injektionsstelle an der unteren Bauchwand aus, vorzugsweise im Bereich des Nabels,

jedoch mindestens 5 cm vom Nabel entfernt. Säubern Sie den Hautbereich an der Injektionsstelle mit

dem zweiten Alkoholtupfer. Halten Sie die Spritze in einer Hand. Drücken Sie mit der anderen Hand

vorsichtig die Haut im Bereich der Injektionsstelle zusammen und halten Sie sie fest.

·Halten Sie die Spritze, wie Sie einen Stift halten würden, und stechen Sie die Nadel in einem Winkel

von etwa 45 ° ein, dann lassen Sie die Haut wieder los.

·Ziehen Sie vorsichtig den Stempel der Spritze zurück. Falls Blut erscheint, fahren Sie fort wie in Schritt

5) beschrieben. Wenn kein Blut erscheint, injizieren Sie langsam die Lösung, indem Sie den Stempel

vorsichtig herunterdrücken. Nachdem die gesamte Lösung injiziert ist, ziehen Sie die Nadel im gleichen

Winkel wie sie eingestochen wurde langsam heraus, wobei Sie mit dem Alkoholtupfer leichten Druck

auf die Haut im Bereich der Injektionsstelle ausüben.

5. Falls Blut erscheint

·Wenn Blut erscheint, ziehen Sie die Nadel mit der Spritze heraus und drücken Sie mit dem zweiten

Alkoholtupfer leicht auf die Injektionsstelle. Verwenden Sie diese Lösung nicht mehr, sondern entleeren

Sie die Spritze in einen Ausguss. Beginnen Sie wieder mit Schritt 1).

6. Nach der Injektion

·Benutzen Sie die Spritze und die Nadeln nur einmal. Werfen Sie die Spritze und die Nadeln sofort nach

Gebrauch weg (setzen Sie die Schutzkappen wieder auf die Nadeln auf, um Verletzungen zu vermeiden).

Was müssen Sie tun, wenn Sie Cetrotide in zu grossen Mengen angewendet haben?

Überdosierung von Cetrotide kann zu einer Wirkungsverlängerung führen. Es sind aber keine

Nebenwirkungen zu erwarten. Im Falle einer Überdosierung sind daher keine speziellen Massnahmen

erforderlich.

Was müssen Sie tun, wenn Sie die Anwendung vergessen haben?

Wenn Sie an einem Tag die Anwendung von Cetrotide vergessen haben, setzen Sie sich bitte sofort mit

Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin in Verbindung und fragen Sie ihn um Rat.

Idealerweise sollte Cetrotide 0.25 mg in Abständen von 24 Stunden verabreicht werden. Wenn Sie aber

vergessen haben, Cetrotide 0.25 mg zum richtigen Zeitpunkt anzuwenden, können Sie sich diese Dosis

zu einem anderen Zeitpunkt des gleichen Tages verabreichen.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern und Jugendlichen besteht für die Anwendung von Cetrotide keine Indikation.

Welche Nebenwirkungen kann Cetrotide haben?

Folgende Nebenwirkungen können bei der Anwendung von Cetrotide auftreten:

Häufig (betrifft 1 bis 10 von 100 Anwendern)

Leichte und vorübergehende Reaktionen wie Rötung, Juckreiz oder Schwellungen an der

Injektionsstelle, leichte oder mittlere Überstimulation der Eierstöcke (siehe «Wann ist bei der

Anwendung von Cetrotide Vorsicht geboten?»), leicht erhöhte Leberenzymwerte.

Gelegentlich (betrifft 1 bis 10 von 1000 Anwendern)

Schwerwiegende Überempfindlichkeitsreaktionen; Benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Arzt bzw.

Ärztin, falls schneller oder unregelmässiger Puls, Schwellungen von Zunge und Rachen, schwere

Atembeschwerden oder Hautausschlag auftreten.

Schwere Überstimulation der Eierstöcke (siehe «Wann ist bei der Anwendung von Cetrotide Vorsicht

geboten?»); Übelkeit; Kopfschmerzen.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt, Apotheker bzw. Ihre Ärztin,

Apothekerin. Dies gilt insbesondere auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind.

Was ist ferner zu beachten?

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Aufbrauchfrist nach Anbruch

Die Lösung soll unmittelbar nach Herstellung angewendet werden.

Lagerungshinweis

Im Kühlschrank (2 – 8 °C) lagern.

Nicht einfrieren.

In der Originalverpackung aufbewahren.

Den Behälter im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Ausser Reichweite von Kindern aufbewahren.

Das ungeöffnete Arzneimittel kann bis zu 3 Monate lang bei Raumtemperatur (nicht über 30 °C)

aufbewahrt werden, ohne erneut gekühlt zu werden.

Das Arzneimittel muss vor der Injektion Raumtemperatur angenommen haben. Nehmen Sie es ungefähr

30 Minuten vor der Anwendung aus dem Kühlschrank.

Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker bzw. Ihre Ärztin oder Apothekerin.

Diese Personen verfügen über die ausführliche Fachinformation.

Was ist in Cetrotide enthalten?

Wirkstoffe

Cetrorelix (als Acetat).

Durchstechflasche mit Pulver enthält 0.25 mg Cetrorelix als Cetrorelixacetat.

Hilfsstoffe

D-Mannitol (E 421).

Eine Fertigspritze enthält als Hilfsstoff 1 ml Wasser für Injektionszwecke.

Zulassungsnummer

56218 (Swissmedic)

Wo erhalten Sie Cetrotide? Welche Packungen sind erhältlich?

In Apotheken gegen ärztliche Verschreibung, die nur zum einmaligen Bezug berechtigt.

Cetrotide 0.25 mg ist in Packungen mit einer Durchstechflasche erhältlich.

Zusätzlich enthält die Packung für jede Durchstechflasche:

·eine Fertigspritze mit Lösungsmittel (Wasser für Injektionszwecke) zur Auflösung des Pulvers in der

Durchstechflasche;

·eine Injektionsnadel mit gelber Markierung zur Injektion des Wassers in die Durchstechflasche und zur

Entnahme der Lösung aus der Durchstechflasche;

·eine Injektionsnadel mit grauer Markierung zur Injektion des Arzneimittels in die untere Bauchwand;

·zwei Alkoholtupfer zu Reinigungszwecken.

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug

Diese Packungsbeilage wurde im Mai 2020 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (Swissmedic)

geprüft.

Fachinformation

Cetrotide®

Merck (Schweiz) AG

Zusammensetzung

Wirkstoff: Cetrorelixacetat.

Hilfsstoffe: D-Mannitol, Wasser für Injektionszwecke.

Galenische Form und Wirkstoffmenge pro Einheit

1 Durchstechflasche mit Pulver: 0.26–0.27 mg entspricht 0.25 mg Cetrorelix.

Indikationen/Anwendungsmöglichkeiten

Verhinderung eines vorzeitigen Eisprungs bei Patientinnen, die sich einer kontrollierten ovariellen

Stimulation gefolgt von einer Eizellenentnahme und Techniken der assistierten Reproduktion

unterziehen.

In klinischen Studien wurde Cetrotide in Verbindung mit humanem menopausalen Gonadotropin

(HMG) verwendet. Begrenzte Erfahrungen in Verbindung mit rekombinantem FSH deuten jedoch

auf eine vergleichbare Wirksamkeit hin.

Dosierung/Anwendung

Cetrotide soll nur von einem Spezialisten mit Erfahrungen auf diesem Gebiet verordnet werden

(siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

Cetrotide wird subkutan in die untere Bauchwand injiziert.

Die Injektionsstelle sollte täglich gewechselt werden.

Bezüglich der Hinweise zur Handhabung siehe Sonstige Hinweise.

Der Inhalt der Durchstechflasche (0.25 mg Cetrorelix) wird einmal täglich, in 24-stündigen

Intervallen, entweder morgens oder abends verabreicht.

Verabreichung morgens:

Die Behandlung mit Cetrotide 0.25 mg sollte am Tag 5 oder 6 der ovariellen Stimulation (d.h. etwa

96 bis 120 Stunden nach Beginn der ovariellen Stimulation mit urinären oder rekombinanten

Gonadotropinen) beginnen und über den Zeitraum der Verabreichung von Gonadotropinen

fortgeführt werden, einschliesslich des Tages, an dem die Ovulation ausgelöst wird.

Verabreichung abends:

Die Behandlung mit Cetrotide 0.25 mg sollte am Tag 5 der ovariellen Stimulation (d.h. etwa 96 bis

108 Stunden nach Beginn der ovariellen Stimulation mit urinären oder rekombinanten

Gonadotropinen beginnen) und über den Zeitraum der Verabreichung von Gonadotropinen

fortgeführt werden, bis zum Vorabend des Tages, an dem die Ovulation ausgelöst werden soll.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Cetrotide besitzt bei Kindern und Jugendlichen keine Indikation.

Kontraindikationen

·Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss

Zusammensetzung oder gegenüber anderen strukturellen Analoga von GnRH oder exogenen

Peptidhormonen

·Schwangerschaft und Stillzeit

·Postmenopausale Frauen

·Patientinnen mit Einschränkungen der Leber- oder Nierenfunktion.

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen

Die erste Anwendung von Cetrotide muss unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, wobei Einrichtungen

zur sofortigen Behandlung möglicher allergischer/pseudoallergischer Reaktionen inklusive

lebensbedrohendem anaphylaktischem Schock mit Bewusstseinsverlust (siehe Unerwünschte

Wirkungen) unmittelbar zur Verfügung stehen müssen.

Nach der ersten Anwendung wird empfohlen, die Patientin 30 Minuten lang auf

allergische/pseudoallergische Reaktionen inklusive lebensbedrohendem anaphylaktischem Schock

mit Bewusstseinsverlust (siehe Unerwünschte Wirkungen) nach der Injektion ärztlich zu

überwachen. Medizinische Einrichtungen für eine Behandlung solcher Reaktionen müssen sofort

verfügbar sein.

Die Folgeanwendungen dürfen selbständig vorgenommen werden, solange sich die Patientin über die

Anzeichen einer Überempfindlichkeit, die möglichen Folgen einer solchen Reaktion und die

Notwendigkeit einer sofortigen medizinischen Intervention im Klaren ist.

Besondere Vorsicht ist bei Frauen mit Zeichen einer aktiven Allergie oder bekannter allergischer

Prädisposition in der Anamnese geboten. Bei Frauen mit schwerer Allergieneigung ist von der

Behandlung mit Cetrotide abzuraten.

Während oder nach der ovariellen Stimulation kann ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom

auftreten (siehe Unerwünschte Wirkungen). Dieses Ereignis muss als ein intrinsisches Risiko der

Stimulationsprozedur mit Gonadotropinen angesehen werden.

Ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom sollte symptomatisch behandelt werden, beispielsweise

durch Ruhen, intravenöse Elektrolyten/Kolloide und Heparintherapie.

Eine Unterstützung der Lutealphase sollte entsprechend der Praxis des jeweiligen

reproduktionsmedizinischen Zentrums erfolgen.

Bislang liegen nur begrenzte Erfahrungen mit der Verabreichung von Cetrorelix im Rahmen einer

wiederholten ovariellen Stimulation vor. Daher sollte Cetrotide in Wiederholungszyklen nur nach

sorgfältiger Nutzen/Risiko-Abwägung verwendet werden.

Interaktionen

Basierend auf in-vitro-Untersuchungen sind Interaktionen mit Arzneimitteln, die über Zytochrom

P450 metabolisiert oder auf andere Weise glucuronidiert oder konjugiert werden, unwahrscheinlich.

Interaktionen mit allgemein verwendeten Arzneimitteln, einschliesslich Präparaten, die bei

empfindlichen Patienten eine Histaminfreisetzung bewirken können, sind möglich.

Schwangerschaft/Stillzeit

Cetrotide ist nicht zur Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit vorgesehen (siehe

Kontraindikationen).

Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen

Aufgrund des pharmakologischen Wirkungsspektrums ist es unwahrscheinlich, dass Cetrorelix die

Verkehrstüchtigkeit oder die Sicherheit im Umgang mit Maschinen beeinträchtigt.

Unerwünschte Wirkungen

Untenstehend aufgeführte unerwünschte Wirkungen wurden nach der Häufigkeit ihres Auftretens

wie folgt klassifiziert:

Sehr häufig: ≥1/10

Häufig: ≥1/100 - <1/10

Gelegentlich: ≥1/1'000 - <1/100

Selten ≥1/10'000 - <1/1’000

Sehr selten: <1/10’000

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreaktionen, darunter auch pseudoallergische/anaphylaktische

Reaktionen inklusive lebensbedrohendem anaphylaktischem Schock mit Bewusstseinsverlust (siehe

Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich: Kopfschmerzen.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Gelegentlich: Übelkeit.

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig: Anstieg von Leberenzymwerten (ALT, AST, GGT, alkalische Phosphatase). Die

Erhöhungen erreichten Werte bis zum Dreifachen der Obergrenze des Normbereiches. Die klinische

Relevanz dieser Befunde ist nicht bekannt.

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Häufig: ovarielles Hyperstimulationssyndrom leichten oder mittleren Schweregrades (WHO Grad I

oder II) (siehe Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen).

Gelegentlich: schweres ovarielles Hyperstimulationssyndrom (WHO Grad III).

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: Rötung an der Applikationsstelle, Schwellung an der Applikationsstelle, Pruritus an der

Applikationsstelle.

Die Häufigkeit kongenitaler Missbildungen nach Anwendung von Techniken der assistierten

Reproduktion könnte etwas höher liegen als nach spontaner Empfängnis.

Kongenitale Anomalien können durch genetische und andere Faktoren (einschliesslich aber nicht

begrenzt auf ICSI, IVF, Gonadotropine, Progesteron, Alter der Mutter, Eigenschaften der Spermien,

Mehrlingsschwangerschaften) verursacht werden. Die Kausalität zwischen kongenitalen Anomalien

und einem GnRH-Antagonist ist unbekannt.

Überdosierung

Überdosierung beim Menschen kann zu einer Wirkungsverlängerung führen. Es ist aber

unwahrscheinlich, dass sie mit akuten toxischen Effekten verbunden ist.

In Untersuchungen zur akuten Toxizität an Nagetieren wurden unspezifische toxische Symptome

nach intraperitonealer Verabreichung von Cetrorelix-Dosen beobachtet, welche um mehr als das

200fache über der nach subkutaner Applikation pharmakologisch wirksamen Dosis lagen.

Eigenschaften/Wirkungen

ATC-Code: H01CC02

Wirkungsmechanismus

Cetrorelix ist ein Antagonist des luteinisierenden Hormon Releasing-Hormons (LHRH). LHRH

bindet an Membranrezeptoren auf Zellen der Hypophyse. Cetrorelix konkurriert mit endogenem

LHRH um die Besetzung dieser Rezeptoren. Durch dieses Wirkprinzip kontrolliert Cetrorelix die

Ausschüttung von Gonadotropinen (LH und FSH).

Pharmakodynamik

Cetrorelix hemmt dosisabhängig die Ausschüttung von LH und FSH aus der Hypophyse. Die

Hemmwirkung tritt unmittelbar – ohne einen initialen stimulatorischen Effekt – ein und wird unter

Dauerbehandlung aufrechterhalten.

Bei Frauen verzögert Cetrorelix einen LH-Anstieg und damit die Ovulation.

Klinische Wirksamkeit

Mit Cetrorelixacetat wurden vier therapeutisch-exploratorische Studien, zwei Dosisfindungsstudien

und drei pivotale Studien durchgeführt. Total wurden 1009 Patienten und 1012 Behandlungszyklen

ausgewertet.

Das klinische Phase III Programm

Patientinnen mit polyzystischem Ovarsyndrom (PCOS), Corpus-luteum Insuffizienz, Störungen der

ovariellen Funktion, schwerer Endometriose der Klasse III oder IV, submukösem Uterusmyom oder

FSH-Werten >10 IE/l bei der Screening Untersuchung wurden ausgeschlossen.

In der ersten pivotalen Studie wurde Cetrotide 0.25 mg (Cet) mit Buserelin dem LH-RH-Agonisten

0.6 mg (Bus) an insgesamt 273 Patientinnen (188 Cet, 85 Bus) verglichen.

Primärer Wirksamkeitsparameter war der Anteil der Patientinnen, welche den Tag der hCG-

Verabreichung erreichten. Dieser Anteil lag unter Cetrorelix bei 96.3%, unter Buserelin bei 90.6%.

Bezüglich dem sekundären Parameter – Verhinderung des vorzeitigen Anstiegs von LH (LH ≥10 U/l

+ Progesteron ≥1 ng/ml) – waren die Raten eines LH-Anstiegs unter Cetrorelix und Buserelin

ähnlich.

Bezüglich der Zahl von Patientinnen mit reifen oder Metaphase II-Oocyten, Prozentsatz dieser

Oocyten, Zahl der Patientinnen mit Embryo-Transfer und erhaltene und transferierte Embryos waren

die Raten jeweils in beiden Gruppen ähnlich. Unter Cetrorelix resultierten 45 Schwangerschaften

(24%), unter Buserelin 25 (29%).

In der zweiten pivotalen Studie wurden 346 Patientinnen behandelt, welche sich in den Ursachen

ihrer Infertilität von jenen in der ersten Studie unterschieden. So lag unter Cetrotide 0.25 mg bei 48%

der Paare eine Sterilität des männlichen Partners vor (versus 36% in der ersten Studie), und bei 42%

handelte es sich um eine Tubensterilität (versus 38% in der ersten Studie).

Bezüglich dem primären Wirksamkeitsparameter – den Tag der Behandlung mit hCG zu erreichen -

erreichten 96.2% Patientinnen das Ziel.

Bezüglich aller untersuchten Parameter bewegten sich die Resultate für Cetrorelix in dieser Studie im

gleichen Bereich wie im entsprechenden Arm der vorherigen pivotalen Studie.

Die Schwangerschaftsrate lag in dieser Studie bei 21%.

Die Wirkungsdauer von Cetrorelix bei Frauen, die sich einer ovariellen Stimulation unterziehen, ist

dosisabhängig. Bei einer Dosierung von 0.25 mg pro Injektion wird die Wirkung von Cetrorelix

durch wiederholte Injektionen alle 24 Stunden aufrechterhalten.

Sowohl bei Tieren als auch beim Menschen waren die hormonantagonistischen Wirkungen von

Cetrorelix nach Absetzen der Behandlung voll reversibel.

Pharmakokinetik

Absorption

Die absolute Bioverfügbarkeit von Cetrorelix nach subkutaner Injektion liegt bei etwa 85%.

Distribution

Die Werte für die totale Plasma-Clearance und die renale Clearance betragen 1.2 ml x min-1 × kg-1

bzw. 0.1 ml × min-1 × kg-1. Das Verteilungsvolumen (Vd,area) ist 1.1 l × kg-1.

Elimination

Die Werte für die mittlere terminale Plasmahalbwertszeit nach intravenöser bzw. subkutaner

Verabreichung betragen etwa 12 Stunden bzw. 30 Stunden. Der Unterschied deutet auf einen

Einfluss der Absorptionsvorgänge an der Injektionsstelle hin. Eine lineare Plasma-Pharmakokinetik

wird nach subkutanen Einzeldosen (0.25 mg–3 mg Cetrorelix) sowie nach täglicher Gabe über einen

Zeitraum von 14 Tagen beobachtet.

Kinetik spezieller Patientengruppen

Es besteht keine Erfahrung bei Patientinnen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion.

Präklinische Daten

Bei Hunden wurden weder nach intravenöser oder intraarterieller noch nach paravenöser Gabe von

Cetrorelix in Dosierungen, die deutlich über den für die Anwendung am Menschen vorgesehenen

Dosierungen lagen, Anzeichen für arzneimittelbedingte lokale Reizerscheinungen oder

Unverträglichkeit beobachtet. Untersuchungen an Tieren haben gezeigt, dass Cetrorelix einen

dosisabhängigen Einfluss auf die Fertilität, die Fortpflanzungsleistung und die Schwangerschaft hat.

Bei Verabreichung der Substanz während der empfindlichen Phase der Tragezeit traten keine

teratogenen Wirkungen auf. Cetrorelix zeigte im Gen- und Chromosomen-Mutationstest kein

mutagenes oder klastogenes Potential.

Sonstige Hinweise

Inkompatibilitäten

Cetrorelix ist inkompatibel mit verschiedenen Bestandteilen gebräuchlicher parenteral zu

verabreichender Lösungen und darf daher nur unter Verwendung von Wasser für Injektionszwecke

aufgelöst werden.

Haltbarkeit

Das Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet

werden.

Ungeöffnetes Arzneimittel: 2 Jahre

Rekonstituiertes Arzneimittel: Die Lösung ist unmittelbar nach Herstellung zu verwenden.

Besondere Lagerungshinweise

Das Arzneimittel unzugänglich für Kinder aufbewahren.

Im Kühlschrank bei 2-8 °C in der Originalpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu

schützen. Nicht einfrieren.

Das ungeöffnete Arzneimittel kann bis zu 3 Monate lang bei Raumtemperatur (nicht über 30 °C)

aufbewahrt werden, ohne erneut gekühlt zu werden.

Das Arzneimittel muss vor der Injektion Raumtemperatur angenommen haben. Nehmen Sie es

ungefähr 30 Minuten vor der Anwendung aus dem Kühlschrank.

Hinweise für die Handhabung

Cetrotide darf nur mit dem beigefügten Lösungsmittel unter vorsichtiger, kreisender Bewegung

aufgelöst werden. Heftiges Schütteln mit Blasenbildung ist zu vermeiden.

Die Lösung ist unmittelbar nach der Herstellung zu verwenden.

Die Lösung darf nicht verwendet werden, wenn sie Partikel enthält oder eine Trübung aufweist.

Entnehmen Sie den gesamten Inhalt der Durchstechflasche. Damit wird gewährleistet, dass der

Patientin eine Dosis von mindestens 0.23 mg (Cetrotide 0.25 mg) verabreicht wird.

Die Patientin sollte vor der ersten Selbstverabreichung von Cetrotide instruiert werden.

Zulassungsnummer

56218 (Swissmedic).

Packungen

Cetrotide 0.25 mg

Durchstechflasche mit Pulver und Fertigspritze mit 1 ml Lösungsmittel: 1+1. [A]

Zulassungsinhaberin

Merck (Schweiz) AG, Zug.

Stand der Information

Februar 2018.

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