cellondan 4 mg Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat
Verfügbar ab:
STADAPHARM, Gesellschaft mit beschränkter Haftung
ATC-Code:
A04AA01
INN (Internationale Bezeichnung):
Ondansetron Hydrochloride Dihydrate
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat 2.5mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
58386.00.00

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für Anwender

cellondan

®

4 mg Injektionslösung

Ondansetron

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals

lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage

angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist cellondan

®

4 mg Injektionslösung und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von cellondan

®

4 mg Injektionslösung

beachten?

Wie ist cellondan

®

4 mg Injektionslösung anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist cellondan

®

4 mg Injektionslösung aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist cellondan

®

4 mg Injektionslösung und wofür wird es

angewendet?

cellondan

®

4 mg Injektionslösung ist ein Arzneimittel (5-HT

-Rezeptor-

Antagonist, Antiemetikum) gegen Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen.

cellondan

®

4 mg Injektionslösung wird angewendet zur

Behandlung von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen, die durch Zytostatika (in

der Krebsbehandlung eingesetzte Arzneimittel) hervorgerufen werden,

Vorbeugung und Behandlung von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach

Operationen.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von cellondan

®

4 mg

Injektionslösung beachten?

cellondan

®

4 mg Injektionslösung darf NICHT angewendet werden

wenn Sie allergisch gegen Ondansetron oder einen der in Abschnitt 6.

genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

wenn Sie Apomorphin (ein Arzneimittel zur Behandlung der

Parkinsonkrankheit) verabreicht bekommen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor cellondan

4 mg

Injektionslösung angewendet wird:

wenn Sie früher bereits Überempfindlichkeitsreaktionen gegen einen

anderen 5-HT

-Antagonisten entwickelt haben,

bei Auftreten von Atembeschwerden, da diese Symptome einer

beginnenden Überempfindlichkeitsreaktion sein können (medizinische

Überwachung und symptomatische Behandlung der Beschwerden

erforderlich),

wenn Sie unter stark verminderten Verdauungsbewegungen des Darms

leiden, da cellondan

4 mg Injektionslösung die Bewegungen des

Dickdarms noch weiter vermindern kann,

bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen, die eine hepatotoxische

Zusatztherapie (Arzneimittel, die zu einer Schädigung der Leber führen

können) erhalten, hier sollte die Leberfunktion eng überwacht werden.

Ondansetron verlängert das QT-Intervall (d.h. eine im EKG sichtbare

Verzögerung der Erregungsausbreitung im Herzmuskel mit der Gefahr

lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen) in Abhängigkeit von der Dosis.

Nach der Markteinführung von Ondansetron wurden Fälle von Torsade de

Pointes (besondere Form der Herzrhythmusstörung) berichtet. Bei Patienten,

deren QT-Intervall bereits verlängert ist oder bei denen sich eine solche QT-

Verlängerung entwickeln kann, sollte Ondansetron mit Vorsicht angewendet

werden.

Zu dieser Gruppe gehören Patienten mit Elektrolytstörungen, kongestiver

Herzinsuffizienz (eine Herzkrankheit), Bradyarrhythmien

(Herzrhythmusstörungen) oder Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen,

die eine Verlängerung des QT-Intervalls oder Elektrolytstörungen hervorrufen.

Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an Ihren Arzt oder Ihren Apotheker.

Eine Unterversorgung mit Kalium (Hypokaliämie) oder Magnesium

(Hypomagnesiämie) sollte vor der Anwendung von Ondansetron korrigiert

werden (siehe auch Anwendung von cellondan

®

4 mg Injektionslösung

zusammen mit anderen Arzneimitteln).

Es gab nach der Markteinführung Berichte über Patienten, bei denen sich nach

Anwendung von Ondansetron und anderen sogenannten serotonergen

Wirkstoffen (einschließlich selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer [SSRI]

oder selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer [SNRI]) ein sogenanntes

„Serotonin-Syndrom“ entwickelte. Wenn Zeichen wie starke Erregung,

Verwirrtheit, Schwitzen, Zittern, Muskelzucken und Fieber kombiniert auftreten,

kann dies ein Vorzeichen dieses Zustandes sein. Bitte informieren Sie in

diesem Fall sofort Ihren Arzt oder Ihr Pflegepersonal.

Die Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen mit Ondansetron kann nach

Operationen an den Rachenmandeln verborgene Blutungen verdecken. Daher

sollten betroffene Patienten nach Gabe von Ondansetron sorgfältig überwacht

werden.

Ältere Menschen

Siehe Dosierungshinweise.

Anwendung von cellondan

®

4 mg Injektionslösung zusammen mit

anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen,

andere Arzneimittel anzuwenden.

Bei einer Verabreichung von Fluorouracil-haltigen Lösungen in einer

Konzentration von größer als 0,8 mg Fluorouracil/ml kommt es zur Ausfällung

von Ondansetron.

Es deutet nichts darauf hin, dass Ondansetron die Verstoffwechselung anderer,

gewöhnlich gleichzeitig verabreichter Arzneimittel fördert oder hemmt. Spezielle

Untersuchungen haben gezeigt, dass mit Ondansetron keine

Wechselwirkungen mit Alkohol, Temazepam, Furosemid, Alfentanil, Tramadol,

Morphin, Lidocain, Thiopental oder Propofol auftreten.

Da der arzneilich wirksame Bestandteil Ondansetron umfangreich durch

mehrere Enzyme verstoffwechselt wird, kann man davon ausgehen, dass bei

einem genetisch bedingten Mangel eines dieser Enzyme die Aufgaben durch

andere Enzyme ausgeglichen werden, so dass in der Regel keine Anpassung

der Dosis erfolgen muss. So wurde bei Untersuchungen an gesunden

Freiwilligen mit nachgewiesener Einschränkung des Stoffwechsels von Spartein

und Debrisoquin keine veränderte Halbwertszeit für Ondansetron festgestellt.

Folglich sind nach wiederholter Gabe bei solchen Patienten keine anderen

Substanzspiegel als bei der „normalen“ Bevölkerung zu erwarten.

Durch die Anwendung von Ondansetron mit Arzneimitteln, die eine

Verlängerung der QT-Zeit verursachen, kann die QT-Zeit zusätzlich verlängert

werden. Die gleichzeitige Anwendung von Ondansetron mit kardiotoxischen

Arzneimitteln (Arzneimittel mit schädlichen Auswirkungen auf das Herz), wie

z.B. Anthracyclinen (wie Doxorubicin, Daunorubicin), Trastuzumab, Antibiotika

(wie Erythromycin oder Ketoconazol), Antiarrhythmika (wie Amiodaron) und

Betablockern (wie Atenolol oder Timolol), kann das Risiko für das Auftreten von

Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Es gab nach der Markteinführung Berichte über Patienten, bei denen sich nach

Anwendung von Ondansetron und anderen sogenannten serotonergen

Wirkstoffen (einschließlich selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer [SSRI]

oder selektive Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer [SNRI]) ein sogenanntes

„Serotonin-Syndrom“ entwickelte (siehe auch Warnhinweise und

Vorsichtsmaßnahmen).

cellondan

®

4 mg Injektionslösung verändert die Wirkungen bzw.

Nebenwirkungen einiger Arzneimittel. Dazu gehört Apomorphin (Arzneistoff zur

Behandlung der Parkinsonkrankheit), da über starken Blutdruckabfall und

Bewusstseinsverlust bei gleichzeitiger Anwendung von cellondan

®

4 mg

Injektionslösung (Ondansetron) mit Apomorphin berichtet wurde.

Vorsicht ist angezeigt, wenn cellondan

®

4 mg Injektionslösung gleichzeitig mit

Arzneimitteln verabreicht wird, von denen bekannt ist, dass sie die

Verstoffwechselung im Körper beschleunigen (z.B. Carbamazepin, Phenytoin

[Arzneistoffe zur Behandlung der Epilepsie], Rifampicin [Tuberkulosemittel]), da

diese möglicherweise die klinische Wirksamkeit von Ondansetron beeinflussen.

Daten aus kleineren Studien weisen darauf hin, dass Ondansetron den

schmerzstillenden Effekt von Tramadol herabsetzen kann.

Schwangerschaft und Stillzeit

Sie sollten cellondan

®

nicht im ersten Trimenon der Schwangerschaft

einnehmen, denn cellondan

®

kann das Risiko, dass das Kind mit Lippenspalte

und/oder Gaumenspalte (Öffnungen oder Spalten in der Oberlippe und/oder im

Gaumenbereich) zur Welt kommt, leicht erhöhen. Wenn Sie bereits schwanger

sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder

beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses

Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Wenn Sie eine Frau im

gebärfähigen Alter sind, wird Ihnen möglicherweise empfohlen, eine wirksame

Verhütung anzuwenden.

Während der Behandlung sollte nicht gestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit, Maschinen zu bedienen, werden

durch Ondansetron nicht beeinflusst.

cellondan

®

4 mg Injektionslösung enthält Natrium

Dieses Arzneimittel enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro 1 ml, d.h.,

es ist nahezu „natriumfrei“.

3. Wie ist cellondan

®

4 mg Injektionslösung anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

oder Apotheker an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie

sich nicht sicher sind.

Die empfohlene Dosis beträgt

Durch Chemotherapie hervorgerufene Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen

Kinder ab 6 Monaten und Jugendliche

Bei Kindern mit einer Körperoberfläche von weniger als 0,6 m

2

wird eine

intravenöse Anfangsdosis von 5 mg/m

unmittelbar vor der Chemotherapie

verabreicht. Die i.v.-Dosis darf 8 mg nicht überschreiten. Nach 12 Stunden kann

die Behandlung mit einer oralen Dosis von 2 mg Ondansetron fortgesetzt

werden und diese kann über bis zu insgesamt 5 Tagen gegeben werden.

Bei Kindern mit einer Körperoberfläche ab 0,6 m

2

wird eine intravenöse

Anfangsdosis von 5 mg/m

unmittelbar vor der Chemotherapie verabreicht. Die

i.v.-Dosis darf 8 mg nicht überschreiten. Nach 12 Stunden kann die Behandlung

mit einer oralen Dosis von 4 mg Ondansetron (1 cellondan

®

4 mg Filmtablette

oder 1 cellondan

®

lingual 4 mg Schmelztablette) fortgesetzt werden und diese

kann über bis zu insgesamt 5 Tagen gegeben werden.

Bei Kindern mit einer Körperoberfläche größer 1,2 m

2

kann nach 12 Stunden

als Fortsetzung der mit der Injektionslösung von cellondan

®

4 mg eingeleiteten

Behandlung mit der oralen Dosis von 8 mg Ondansetron begonnen werden

und diese kann alle 12 Stunden bis zu insgesamt 5 Tagen gegeben werden.

Alternativ erhalten Kinder ab 6 Monaten und Jugendliche eine auf das

Körpergewicht bezogene Anfangsdosis.

Bei Kindern mit einem Körpergewicht bis zu 10 kg wird eine intravenöse

Anfangsdosis von 0,15 mg/kg Körpergewicht unmittelbar vor der

Chemotherapie verabreicht. Die i.v.-Dosis darf 8 mg nicht überschreiten. Bei

Bedarf können nach 4 Stunden bis zu 2 weitere intravenöse Dosen mit

0,15 mg/kg im Abstand von 4 Stunden gegeben werden. Orale Dosen von 2 mg

Ondansetron können 12 Stunden nach der letzten intravenösen Verabreichung

über bis zu insgesamt 5 Tagen gegeben werden.

Bei Kindern mit einem Körpergewicht über 10 kg wird eine intravenöse

Anfangsdosis von 0,15 mg/kg Körpergewicht unmittelbar vor der

Chemotherapie verabreicht. Die i.v.-Dosis darf 8 mg nicht überschreiten. Bei

Bedarf können nach 4 Stunden bis zu 2 weitere intravenöse Dosen mit

0,15 mg/kg im Abstand von 4 Stunden gegeben werden. Orale Dosen von 4 mg

Ondansetron (1 cellondan

®

4 mg Filmtablette oder 1 cellondan

®

lingual 4 mg

Schmelztablette) können 12 Stunden nach der letzten intravenösen

Verabreichung über bis zu insgesamt 5 Tagen gegeben werden.

Die Tagesgesamtdosis darf die Erwachsenen-Dosis von 32 mg nicht

überschreiten.

Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen

Erwachsene

Vorbeugung von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen:

4 mg Ondansetron (1 Ampulle cellondan

®

4 mg Injektionslösung) bei Einleitung

der Anästhesie langsam intravenös injizieren.

Behandlung von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen:

Zur Behandlung dieser Erscheinungen 4 mg Ondansetron (1 Ampulle

cellondan

®

4 mg Injektionslösung) langsam intravenös injizieren.

Kinder ab 1 Monat und Jugendliche

Vorbeugung von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen:

Kindern ab 1 Monat und Jugendlichen kann eine Einzeldosis von 0,1 mg/kg

Körpergewicht bis zu einer maximalen Dosis von 4 mg Ondansetron vor,

während oder nach der Einleitung der Anästhesie langsam intravenös injiziert

werden (mindestens über 30 Sekunden).

Behandlung von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen:

Kindern ab 1 Monat und Jugendlichen kann eine Einzeldosis von 0,1 mg/kg

Körpergewicht bis zu einer maximalen Dosis von 4 mg Ondansetron langsam

intravenös injiziert werden (mindestens über 30 Sekunden).

Bei Kindern unter 2 Jahren sind nur begrenzte Daten über die Anwendung von

Ondansetron zur Behandlung von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und

Erbrechen verfügbar.

Ältere Patienten

Die Erfahrungen mit Ondansetron in der Vorbeugung/Behandlung von Übelkeit,

Brechreiz und Erbrechen nach Operationen bei älteren Patienten sind begrenzt.

Von über 65-jährigen Patienten, die eine Chemotherapie erhielten, wurde

Ondansetron gut vertragen.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Einschränkung der Leberfunktion sollte

eine tägliche Gesamtdosis von 8 mg Ondansetron (als Lösung, Filmtabletten,

Schmelztabletten oder Injektionslösung) nicht überschritten werden.

Art der Anwendung

Zur intravenösen Injektion oder, nach vorgeschriebener Verdünnung, zur

intravenösen Infusion.

Dauer der Behandlung

Siehe Dosierung.

Wenn Sie eine größere Menge von cellondan

®

4 mg Injektionslösung

erhalten haben, als Sie sollten

Ihr Arzt oder Ihre Krankenschwester wird Ihnen oder Ihrem Kind cellondan

®

mg Injektionslösung verabreichen, so dass es unwahrscheinlich ist, dass Sie

oder Ihr Kind zu viel erhalten. Wenn Sie glauben, dass Ihnen oder Ihrem Kind

zu viel gegeben oder eine Gabe vergessen worden ist, wenden Sie sich an

Ihren Arzt oder Ihre Krankenschwester.

Symptome und Zeichen

Gegenwärtig ist noch sehr wenig über die Auswirkungen einer Überdosierung

mit Ondansetron bekannt. In der Mehrheit der Fälle waren die Symptome

ähnlich denen, die bei normaler Dosierung berichtet wurden.

Nach Überdosierung wurde über folgende Auswirkungen berichtet:

Sehstörungen, schwere Verstopfung, niedriger Blutdruck und eine vasovagale

Episode mit vorübergehendem AV-Block II. Grades. In allen Fällen

verschwanden die Erscheinungen wieder vollständig. Ondansetron verlängert

dosisabhängig das QT-Intervall. Im Falle einer Überdosierung wird eine EKG-

Überwachung empfohlen.

Therapie

Es gibt kein spezifisches Gegenmittel gegen Ondansetron, daher sollen bei

Verdacht auf Überdosierung erforderlichenfalls eine angemessene

symptomatische Therapie und unterstützende Maßnahmen ergriffen werden.

Wenn Sie die Anwendung von cellondan

®

4 mg Injektionslösung

vergessen haben

Es sollte nicht die doppelte Menge angewendet werden, wenn die vorherige

Anwendung vergessen wurde.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden

Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bisher wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet:

Sehr häufige, häufige und gelegentliche Nebenwirkungen wurden allgemein aus

Daten klinischer Prüfungen bestimmt; das Auftreten von Nebenwirkungen unter

Placebo wurde berücksichtigt. Seltene und sehr seltene Nebenwirkungen

wurden allgemein aufgrund der Daten aus der Spontanerfassung bestimmt.

Die möglichen Nebenwirkungen bei Kindern und Jugendlichen sind mit denen

vergleichbar, die bei Erwachsenen beobachtet wurden.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):

Kopfschmerzen

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

Wärmegefühl, plötzliche Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush),

Verstopfung (Obstipation),

lokale Irritationen an der Einstichstelle bei intravenöser Verabreichung.

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

Krampfanfälle, Bewegungsstörungen (einschließlich

Extrapyramidalreaktionen, wie Störungen der Muskelspannung, akute,

krisenhafte Störungen der Augenbewegungen mit Blickabweichung und

motorische Störungen, die aber ohne nachweisliche dauerhafte klinische

Folgen blieben),

Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie), Brustschmerzen mit oder ohne ST-

Streckensenkung im EKG, verlangsamter Pulsschlag (Bradykardie),

Blutdruckabfall (Hypotonie),

Schluckauf,

Erhöhung von Leberwerten ohne Krankheitszeichen. Diese Nebenwirkungen

traten üblicherweise bei Patienten auf, die eine Chemotherapie mit Cisplatin

erhalten hatten.

Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

Überempfindlichkeitsreaktionen (manchmal schwerwiegend) einschließlich

Anaphylaxie, die unmittelbar nach Anwendung der Injektionslösung

auftreten kann,

Benommenheit bei schneller intravenöser Verabreichung,

vorübergehende Sehstörungen (z.B. Schleiersehen) überwiegend bei

intravenöser Verabreichung,

Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerungen einschließlich Torsade de

Pointes, die einen plötzlichen Bewusstseinsverlust verursachen können).

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen):

vorübergehende Blindheit überwiegend bei intravenöser Verabreichung. In

der Mehrzahl der berichteten Fälle bildete sich die Blindheit innerhalb von 20

Minuten zurück. Die meisten Patienten wurden mit Chemotherapeutika

behandelt, einschließlich Cisplatin.

Einige der oben genannten Nebenwirkungen können unter Umständen akut

lebensbedrohlich sein (wie z.B. Anaphylaxie). Darum sollten Sie sofort einen

Arzt informieren, falls ein derartiges Ereignis plötzlich auftritt oder sich

unerwartet stark entwickelt.

Kinder und Jugendliche

Das Nebenwirkungsprofil bei Kindern und Jugendlichen war mit dem bei

Erwachsenen beobachteten Nebenwirkungsprofil vergleichbar.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist cellondan

®

4 mg Injektionslösung aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und der Ampulle

nach „Verwendbar bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.

Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die

Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das

Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen

damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter

www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was cellondan

®

4 mg Injektionslösung enthält

Der Wirkstoff ist: Ondansetron

1 ml Injektionslösung enthält 2 mg Ondansetron als 2,5 mg

Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat.

1 Ampulle zu 2 ml Injektionslösung enthält 4 mg Ondansetron als 5 mg

Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat..

Die sonstigen Bestandteile sind

Citronensäure-Monohydrat, Natriumcitrat, Natriumchlorid, Wasser für

Injektionszwecke.

Wie cellondan

®

4 mg Injektionslösung aussieht und Inhalt der

Packung

cellondan

®

4 mg Injektionslösung ist eine farblose, klare Flüssigkeit.

cellondan

®

4 mg Injektionslösung ist in Packungen mit 1, 3, 5, 6, 10, 12, 15, 20,

25, 30, 45, 50, 60, 75, 100, 250, 500 Braunglasampullen mit je 2 ml erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

STADAPHARM GmbH, Stadastraße 2–18, 61118 Bad Vilbel

Telefon: 06101 603-0, Telefax: 06101 603-3888

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im August 2019.

Die folgenden Informationen sind nur für Ärzte bzw. medizinisches

Fachpersonal bestimmt:

Mischbarkeit von cellondan

®

4 mg Injektionslösung

cellondan

®

4 mg Injektionslösung darf nicht mit anderen Infusionslösungen

gemischt werden, mit Ausnahme von folgenden auf chemisch-physikalische

Mischbarkeit überprüften Lösungen.

cellondan

®

4 mg Injektionslösung ist mit folgenden gebräuchlichen

Infusionslösungen mischbar:

Natriumchloridlösung 0,9%, Glucoselösung 5%,

Mannitollösung 10%, Ringerlösung,

Kaliumchlorid-/Natriumchloridlösung (0,3%/0,9%),

Kaliumchlorid-/Glucoselösung (0,3%/5%).

Die Lösungen sollen vor Gebrauch frisch zubereitet werden.

Die Untersuchungen zur chemisch-physikalischen Mischbarkeit mit den oben

genannten Lösungen zeigten, dass die Mischungen bis zu 7 Tage stabil sind

(bei Raumtemperatur oder im Kühlschrank).

Verabreichung mit anderen Arzneimittellösungen

cellondan

®

4 mg Injektionslösung darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt

werden. cellondan

®

4 mg Injektionslösung kann zusammen mit den im

Folgenden aufgeführten Arzneimitteln verabreicht werden.

Dexamethason-21-dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz

20 mg Dexamethason-21-dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz können als

langsame intravenöse Injektion über 2 - 5 Minuten mittels eines Y-Stückes dem

Ondansetron enthaltenden Infusionssystem zugesetzt werden, mit dem 8 oder

16 mg Ondansetron in 50 - 100 ml einer kompatiblen Infusionslösung als

Kurzzeit-Infusion über ca. 15 Minuten verabreicht werden.

Die folgenden Infusionslösungen dürfen nur über ein Y-Stück dem cellondan

®

enthaltenden Infusionssystem zugegeben werden, wobei die Ondansetron-

Konzentration im Bereich von 16 bis 160 µg/ml (z.B. 8 mg/500 ml bzw. 8 mg/50

ml) und die Ondansetron-Infusionsrate bei 1 mg/Stunde liegen sollte.

Cisplatin-haltige Lösungen

Die Konzentration Cisplatin-haltiger Lösungen, die über einen Zeitraum von

einer bis acht Stunden gegeben werden kann, darf 0,48 mg/ml (z.B. 240

mg/500 ml) nicht überschreiten.

Carboplatin-haltige Lösungen

Die Konzentration Carboplatin-haltiger Lösungen, die über einen Zeitraum von

10 Minuten bis zu einer Stunde gegeben werden kann, darf den Bereich 0,18

mg/ml bis 9,9 mg/ml (z.B. 90 mg/500 ml bzw. 990 mg/100 ml) nicht

überschreiten.

Fluorouracil-haltige Lösungen

Die Konzentration Fluorouracil-haltiger Lösungen, die mit einer Infusionsrate

von mindestens 20 ml/Stunde (500 ml/24 Stunden) gegeben werden kann, darf

0,8 mg/ml (z.B. 2,4 g/3 l oder 400 mg/500 ml) nicht überschreiten. Höhere

Fluorouracil-Konzentrationen führen zu einer Fällung des Ondansetron. Die

Fluorouracil-haltigen Lösungen können Magnesiumchlorid bis zu einer

Konzentration von 0,045 % (m/v) enthalten.

Etoposid-haltige Lösungen

Die Konzentration Etoposid-haltiger Lösungen, die über einen Zeitraum von 30

Minuten bis zu einer Stunde gegeben werden kann, darf den Bereich 0,14

mg/ml bis 0,25 mg/ml (z.B. 70 mg/500 ml bzw. 250 mg/1 l) nicht überschreiten.

Ceftazidim-haltige Lösungen

Ceftazidim-Dosen von 250 bis 2000 mg, die nach den Angaben des Herstellers

zubereitet werden (2,5 ml Wasser für Injektionszwecke für 250 mg und 10 ml für

2 g Ceftazidim), können als intravenöse Injektion über ca. 5 Minuten gegeben

werden.

Cyclophosphamid-haltige Lösungen

Dosen von 100 mg bis 1 g Cyclophosphamid, die nach den Angaben des

Herstellers zubereitet werden (5 ml Wasser für Injektionszwecke für 100 mg

Cyclophosphamid), werden als intravenöse Injektion über ca. 5 Minuten

gegeben.

Doxorubicin-haltige Lösungen

Dosen von 10 bis 100 mg Doxorubicin, die nach den Angaben des Herstellers

zubereitet werden (5 ml Wasser für Injektionszwecke für 10 mg Doxorubicin),

werden als intravenöse Injektion über ca. 5 Minuten gegeben.

Hinweis:

cellondan

®

4 mg Injektionslösung darf nicht im Autoklaven sterilisiert werden.

Nach Anbruch Rest verwerfen.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

cellondan

4 mg Injektionslösung

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 ml Injektionslösung enthält 2 mg Ondansetron als 2,5 mg

Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat.

1 Ampulle mit 2 ml Injektionslösung enthält 4 mg Ondansetron als 5 mg

Ondansetronhydrochlorid-Dihydrat.

Sonstige Bestandteile mit bekannter Wirkung: 1 ml Injektionslösung enthält 7,20

mg Natrium.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Farblose, klare Flüssigkeit

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei Therapie mit Zytostatika,

Prophylaxe und Therapie von Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach

Operationen.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Dosierung

Durch Zytostatika hervorgerufene Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen

Erwachsene

Hochemetogene Chemotherapie, z.B. mit Cisplatin:

Am Tag der Chemotherapie nach den therapeutischen Bedürfnissen

entweder

unmittelbar vor Gabe des Chemotherapeutikums initial 8 mg Ondansetron

langsam i.v. injizieren bzw. über 15 Minuten infundieren. Danach fortsetzen als

kontinuierliche i.v.-Infusion mit einer Infusionsrate von 1 mg/Stunde bis zu einer

Dauer von 24 Stunden oder 2 weitere Dosen von 8 mg Ondansetron jeweils im

Abstand von 2 bis 4 Stunden entweder als langsame i.v.-Injektion oder 15-

minütige Kurzzeit-Infusion verabreichen

oder

unmittelbar vor Gabe des Chemotherapeutikums 16 mg Ondansetron, verdünnt

mit 50 bis 100 ml physiologischer Kochsalzlösung oder einer anderen

kompatiblen Infusionslösung (siehe Mischbarkeit von cellondan

Injektionslösung), über mindestens 15 Minuten intravenös infundieren. Aufgrund

des dosisabhängig steigenden Risikos einer QT-Verlängerung darf eine

Einzeldosis 16 mg nicht überschreiten (siehe Abschnitte 4.4, 4.8 und 5.1)

oder

unmittelbar vor Gabe des Chemotherapeutikums 8 mg Ondansetron langsam

i.v. injizieren.

Die antiemetogene Wirksamkeit von Ondansetron kann bei hochemetogener

Chemotherapie durch die einmalige intravenöse Gabe von 20 mg

Dexamethason-21-dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz vor Beginn der

Chemotherapie gesteigert werden.

Nach der Chemotherapie wird die Behandlung bis zu insgesamt 5 Tagen

fortgesetzt mit 8 mg Ondansetron oral alle 12 Stunden (morgens und abends).

Moderat emetogene Chemotherapieverfahren, z.B. mit Cyclophosphamid,

Doxorubicin, Carboplatin:

Unmittelbar vor Gabe des Chemotherapeutikums 8 mg Ondansetron langsam

i.v. injizieren bzw. über 15 Minuten infundieren

oder

1 bis 2 Stunden vor Chemotherapiegabe 8 mg Ondansetron oral geben.

Die Behandlung wird bis zu insgesamt 5 Tagen weitergeführt mit 8 mg oral alle

12 Stunden (morgens und abends).

Kinder und Jugendliche

Durch Chemotherapie hervorgerufene Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen

bei Kindern ab 6 Monaten und Jugendlichen

Die Dosis kann auf Grundlage der Körperoberfläche oder auf Grundlage des

Körpergewichts berechnet werden (siehe unten). Eine Dosierung nach

Körpergewicht führt im Vergleich zu einer Dosierung nach Körperoberfläche zu

höheren Tagesgesamtdosen (siehe Abschnitte 4.4 und 5.1).

Die cellondan

Injektionslösung sollte mit 5%iger Glucoselösung, 0,9%iger

Natriumchloridlösung oder einer anderen kompatiblen Infusionslösung verdünnt

werden (siehe Mischbarkeit von cellondan

). Die Infusion sollte über

mindestens 15 Minuten intravenös verabreicht werden.

Es sind keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung von

cellondan

zur Prävention von verzögerter oder prolongierter (verlängerter)

Chemotherapie-induzierter Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen vorhanden.

Ebenso sind keine Daten aus kontrollierten klinischen Studien zur Anwendung

von cellondan

bei Strahlentherapie-induzierter Übelkeit, Brechreiz und

Erbrechen bei Kindern vorhanden.

Dosierung nach Körperoberfläche:

Ondansetron sollte unmittelbar vor der Chemotherapie intravenös mit einer

Initialdosis von 5 mg/m

verabreicht werden. Die i.v.-Dosis darf 8 mg nicht

überschreiten.

Die Gabe von oralen Dosen kann 12 Stunden später erfolgen und kann über

einen Zeitraum von bis zu 5 Tagen fortgesetzt werden (siehe nachfolgende

Tabelle 1).

Die Tagesgesamtdosis darf die Erwachsenen-Dosis von 32 mg nicht

überschreiten.

Tabelle 1:

Dosierung nach Körperoberfläche bei Chemotherapie – Kinder ab 6 Monaten

und Jugendliche

Körper-

oberfläche

Tag 1

a, b

Tage 2-6

b

<0,6 m

2

Initialdosis: 5 mg/m

i.v.

Nach 12 Stunden:

2 mg Ondansetron

Alle 12 Stunden:

2 mg Ondansetron

0,6 m

2

Initialdosis: 5 mg/m

i.v.

Nach 12 Stunden:

4 mg Ondansetron

Alle 12 Stunden:

4 mg Ondansetron

>1,2 m

2

Initialdosis: 5 mg/m

i.v. oder 8 mg

i.v.

Nach 12 Stunden:

8 mg Ondansetron

Alle 12 Stunden:

8 mg Ondansetron

a) Die i.v.-Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

b) Die Tagesgesamtdosis darf die Erwachsenen-Dosis von 32 mg nicht überschreiten.

Dosierung nach Körpergewicht:

Eine Dosierung nach Körpergewicht führt im Vergleich zu einer Dosierung nach

Körperoberfläche zu höheren Tagesgesamtdosen (siehe Abschnitte 4.4 und

5.1).

Ondansetron sollte unmittelbar vor der Chemotherapie intravenös mit einer

Initialdosis von 0,15 mg/kg Körpergewicht (KG) verabreicht werden. Die i.v.-

Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

Bei Bedarf können 2 weitere i.v.-Dosen mit einem Abstand von 4 Stunden

verabreicht werden.

Die Gabe von oralen Dosen kann 12 Stunden später erfolgen und kann über

einen Zeitraum von bis zu 5 Tagen fortgesetzt werden (siehe nachfolgende

Tabelle 2).

Die Tagesgesamtdosis darf die Erwachsenen-Dosis von 32 mg nicht

überschreiten.

Tabelle 2:

Dosierung nach Körpergewicht bei Chemotherapie – Kinder ab 6 Monaten und

Jugendliche

Körper-

gewicht

Tag 1

a, b

Tage 2-6

b

≤10 kg

Initialdosis: 0,15 mg/kg KG i.v.

Nach 4 Stunden:

Bei Bedarf bis zu 2 weitere i.v.-Dosen

mit 0,15 mg/kg KG im 4-Stunden-

Intervall

Alle 12 Stunden:

2 mg Ondansetron

>10 kg

Initialdosis: 0,15 mg/kg KG i.v.

Nach 4 Stunden:

Bei Bedarf bis zu 2 weitere i.v.-Dosen

mit 0,15 mg/kg KG im 4-Stunden-

Intervall

Alle 12 Stunden:

4 mg Ondansetron

a) Die intravenös verabreichte Dosis darf 8 mg nicht überschreiten.

b) Die Tagesgesamtdosis darf die Erwachsenen-Dosis von 32 mg nicht überschreiten.

Zur Behandlung von Kindern stehen als Darreichungsformen mit einem

Wirkstoffgehalt von 4 mg Ondansetron cellondan

®

4 mg Injektionslösung,

cellondan

®

4 mg Filmtabletten und cellondan

®

lingual 4 mg Schmelztabletten

zur Verfügung.

Ältere Patienten

Wirksamkeit und Verträglichkeit waren bei über 65-jährigen Patienten ähnlich

wie bei jüngeren Erwachsenen, so dass eine Dosisanpassung nicht erforderlich

ist.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Einschränkung der Leberfunktion sollte

eine tägliche Gesamtdosis von 8 mg Ondansetron (oral oder intravenös) nicht

überschritten werden, da die Clearance signifikant verringert und die

Serumhalbwertszeit signifikant erhöht ist.

Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nach Operationen

Erwachsene

Prophylaxe von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen:

16 mg Ondansetron oral 1 Stunde vor der Narkose

oder

4 mg Ondansetron bei Einleitung der Anästhesie langsam i.v. injizieren.

Therapie von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen:

4 mg Ondansetron langsam i.v. injizieren.

Kinder und Jugendliche

Es liegen keine Studien zur oralen Anwendung von Ondansetron zur

Prophylaxe oder Therapie postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen

vor; in diesem Fall wird eine langsam zu verabreichende i.v.-Injektion

empfohlen (siehe nachfolgende Empfehlungen zur Prophylaxe und Therapie).

Prophylaxe von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei

Kindern ab 1 Monat und Jugendlichen:

Zur Prophylaxe von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei

Kindern und Jugendlichen, die sich einer Operation unter Allgemeinanästhesie

unterziehen, kann eine Einzeldosis Ondansetron von 0,1 mg/kg KG bis zu

einer maximalen Dosis von 4 mg Ondansetron durch eine langsame i.v.-

Injektion (mindestens über 30 Sekunden) vor, während oder nach der Einleitung

der Anästhesie verabreicht werden.

Therapie von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei

Kindern ab 1 Monat und Jugendlichen:

Zur Therapie von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei Kindern

und Jugendlichen, die sich einer Operation unter Allgemeinanästhesie

unterziehen, kann eine Einzeldosis Ondansetron von 0,1 mg/kg KG bis zu einer

maximalen Dosis von 4 mg Ondansetron durch eine langsame i.v.-Injektion

(mindestens über 30 Sekunden) verabreicht werden.

Für Kinder unter 2 Jahren sind nur begrenzte Daten über die Anwendung von

cellondan

zur Therapie von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen

verfügbar.

Ältere Patienten

Die Erfahrungen mit Ondansetron in der Prophylaxe/Therapie postoperativer

Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen bei älteren Patienten sind begrenzt.

Von über 65-jährigen Patienten, die eine Chemotherapie erhielten, wurde

Ondansetron gut vertragen.

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion

Es ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion

Bei Patienten mit mittlerer bis schwerer Einschränkung der Leberfunktion sollte

eine tägliche Gesamtdosis von 8 mg Ondansetron (oral oder intravenös) nicht

überschritten werden, da die Clearance signifikant verringert und die

Serumhalbwertszeit signifikant erhöht ist.

Art der Anwendung

zur intravenösen Injektion, oder nach vorgeschriebener Verdünnung, zur

intravenösen Infusion.

Weitere Angaben zur Art und Dauer der Anwendung siehe Dosierung.

Mischbarkeit von cellondan

Injektionslösung

Die Injektionslösung ist mit folgenden gebräuchlichen Infusionslösungen

mischbar:

Natriumchloridlösung 0,9%, Glucoselösung 5%, Mannitollösung 10%,

Ringerlösung, Kaliumchlorid-/ Natriumchloridlösung (0,3/0,9%), Kaliumchlorid-

/Glucoselösung (0,3/5%).

Die Lösungen sollen vor Gebrauch frisch zubereitet werden. Angaben zur

Stabilität der Infusionslösung siehe Abschnitt 6.3.

Verabreichung mit anderen Arzneimittellösungen:

Dexamethason-21-dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz

20 mg Dexamethason-21-dihydrogenphosphat, Dinatriumsalz können als

langsame intravenöse Injektion über 2 - 5 Minuten mittels eines Y-Stückes dem

Ondansetron enthaltenden Infusionssystem zugesetzt werden, mit dem 8 oder

16 mg Ondansetron in 50 - 100 ml einer kompatiblen Infusionslösung (siehe

Abschnitt 4.2) als Kurzzeit-Infusion über ca. 15 Minuten verabreicht werden.

Die folgenden Infusionslösungen dürfen nur über ein Y-Stück dem Ondansetron

enthaltenden Infusionssystem zugegeben werden, wobei die Ondansetron-

Konzentration im Bereich von 16 - 160 µg/ml (z.B. 8 mg/500 ml bzw. 8 mg/50

ml) und die Ondansetron-Infusionsrate bei 1 mg/Stunde liegen sollte.

Cisplatin-haltige Lösungen

Die Konzentration Cisplatin-haltiger Lösungen, die über einen Zeitraum von

einer bis acht Stunden gegeben werden können, darf 0,48 mg/ml (z.B. 240

mg/500 ml) nicht überschreiten.

Carboplatin-haltige Lösungen

Die Konzentration Carboplatin-haltiger Lösungen, die über einen Zeitraum von

10 Minuten bis zu einer Stunde gegeben werden können, darf den Bereich 0,18

- 9,9 mg/ml (z.B. 90 mg/500 ml bzw. 990 mg/100 ml) nicht überschreiten.

Fluorouracil-haltige Lösungen

Die Konzentration Fluorouracil-haltiger Lösungen, die mit einer Infusionsrate

von mindestens 20 ml/Stunde (500 ml/24 Stunden) gegeben werden können,

darf 0,8 mg/ml (z.B. 2,4 g/3 l oder 400 mg/500 ml) nicht überschreiten. Höhere

Fluorouracil-Konzentrationen führen zu einer Fällung von Ondansetron. Die

Fluorouracil-haltigen Lösungen können Magnesiumchlorid bis zu einer

Konzentration von 0,045% (m/v) enthalten.

Etoposid-haltige Lösungen

Die Konzentration Etoposid-haltiger Lösungen, die über einen Zeitraum von 30

Minuten bis zu einer Stunde gegeben werden können, darf den Bereich 0,14 -

0,25 mg/ml (z.B. 70 mg/500 ml bzw. 250 mg/1 l) nicht überschreiten.

Ceftazidim-haltige Lösungen

Ceftazidim-Dosen von 250 - 2000 mg, die nach den Angaben des Herstellers

zubereitet werden (2,5 ml Wasser für Injektionszwecke für 250 mg und 10 ml für

2 g Ceftazidim), können als intravenöse Bolusinjektion über ca. 5 Minuten

gegeben werden.

Cyclophosphamid-haltige Lösungen

Dosen von 100 mg bis 1 g Cyclophosphamid, die nach Angaben des Herstellers

zubereitet werden (5 ml Wasser für Injektionszwecke für 100 mg

Cyclophosphamid), werden als i.v. Bolusinjektion über ca. 5 Minuten gegeben.

Doxorubicin-haltige Lösungen

Dosen von 10 - 100 mg Doxorubicin, die nach den Angaben des Herstellers

zubereitet werden (5 ml Wasser für Injektionszwecke für 10 mg Doxorubicin),

werden als i.v. Bolusinjektion über ca. 5 Minuten gegeben.

4.3 Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der in Abschnitt 6.1

genannten sonstigen Bestandteile,

gleichzeitige Anwendung mit Apomorphin (siehe Abschnitt 4.5).

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Überempfindlichkeitsreaktionen wurden auch bei Patienten beobachtet, die

diese Erscheinungen mit anderen selektiven 5-HT

-Antagonisten gezeigt

haben. Bei Auftreten von Atembeschwerden sollten diese symptomatisch

behandelt und aufmerksam durch den Arzt überwacht werden, da

Atembeschwerden Symptome einer beginnenden Überempfindlichkeitsreaktion

sein können.

Ondansetron verlängert dosisabhängig das QT-Intervall (siehe Abschnitt 5.1).

Außerdem wurden bei Patienten, die Ondansetron erhielten, in der Post-

Marketing-Spontanberichtserfassung Fälle von Torsade de Pointes berichtet.

Bei Patienten mit angeborenem Long-QT-Syndrom sollte die Anwendung von

Ondansetron vermieden werden. Bei Patienten, die eine verlängerte QTc-Zeit

aufweisen oder bei denen sich eine verlängerte QTc-Zeit entwickeln kann, sollte

Ondansetron mit Vorsicht angewendet werden. Zu dieser Gruppe gehören

Patienten mit Elektrolytstörungen, kongestiver Herzinsuffizienz,

Bradyarrhythmien oder Patienten, die andere Arzneimittel einnehmen, die eine

Verlängerung des QT-Intervalls oder Elektrolytstörungen hervorrufen.

Eine Hypokaliämie oder Hypomagnesiämie sollte vor der Anwendung von

Ondansetron korrigiert werden.

Es gab Post Marketing-Berichte über Patienten mit einem Serotonin-Syndrom

(einschließlich Veränderungen der psychischen Verfassung, autonomer

Instabilität und neuromotorischen Störungen) nach gleichzeitiger Anwendung

von Ondansetron und anderen serotonergen Wirkstoffen (einschließlich

selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-

Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI)). Falls eine gleichzeitige

Anwendung von Ondansetron und anderen serotonergen Wirkstoffen klinisch

erforderlich ist, wird empfohlen, den Patienten angemessen zu überwachen.

Vorsicht ist geboten bei der Behandlung von Patienten mit schwerer

Beeinträchtigung der Darmmotilität (subakute Obstruktion), da Ondansetron die

Motilität des unteren Magendarmtraktes vermindern kann.

Die Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen mit Ondansetron kann nach

Operationen an den Rachenmandeln okkulte Blutungen maskieren. Daher

sollten betroffene Patienten nach Gabe von Ondansetron sorgfältig überwacht

werden.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche, die Ondansetron zusammen mit hepatotoxischen

Chemotherapeutika erhalten, sollten eng auf Leberfunktionsstörungen hin

überwacht werden.

Durch Chemotherapie hervorgerufene Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen

Wird die tägliche Dosis auf der Grundlage von mg/kg (Körpergewicht) ermittelt

und werden die drei Dosen gemäß eines 4-Stunden-Intervalls gegeben, ist die

Tagesgesamtdosis höher als bei einer Einzeldosis von 5 mg/m

, der eine orale

Verabreichung folgt (Dosierung nach Körperoberfläche). Die relative

Wirksamkeit dieser zwei unterschiedlichen Dosis-Regime wurde nicht in

klinischen Studien untersucht. Ein Cross-Trial-Vergleich zeigt eine ähnliche

Wirksamkeit für beide Dosis-Regime (siehe Abschnitt 5.1).

cellondan

4 mg Injektionslösung enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium

pro 1 ml.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Es deutet nichts darauf hin, dass Ondansetron den Metabolismus anderer,

gewöhnlich gleichzeitig verabreichter Arzneimittel induziert oder hemmt.

Spezielle Untersuchungen haben gezeigt, dass mit Ondansetron keine

Wechselwirkungen mit Alkohol, Temazepam, Furosemid, Tramadol, Alfentanil,

Morphin, Lidocain, Propofol und Thiopental auftreten.

Ondansetron wird über mehrere hepatische Cytochrom P450-Isoenzyme –

CYP3A4, CYP2D6 und CYP1A2 – metabolisiert. Durch die Vielfalt der

Cytochrom P450-Isoenzyme, die Ondansetron verstoffwechseln können, kann

eine Hemmung oder reduzierte Aktivität eines der Isoenzyme (z.B. bei einem

genetisch bedingten CYP2D6-Mangel) normalerweise von anderen Isoenzymen

ausgeglichen werden. Daher sollte es zu keiner signifikanten Veränderung der

Clearance von Ondansetron oder des Dosisbedarfs kommen. Bei

Untersuchungen an Probanden mit nachgewiesener Einschränkung des

Metabolismus von Spartein und Debrisoquin wurde keine veränderte

Halbwertszeit für Ondansetron festgestellt. Folglich sind nach wiederholter

Gabe bei solchen Patienten keine anderen Substanzspiegel als bei der

„normalen” Bevölkerung zu erwarten.

Die Anwendung von Ondansetron mit QT-Zeit verlängernden Arzneimitteln

kann die QT-Zeit zusätzlich verlängern. Die gleichzeitige Anwendung von

Ondansetron mit kardiotoxischen Arzneimitteln (z.B. Anthracycline wie

Doxorubicin, Daunorubicin oder Trastuzumab), Antibiotika (wie Erythromycin

oder Ketoconazol), Antiarrhythmika (wie Amiodaron) und Betablocker (wie

Atenolol oder Timolol) kann das Risiko für das Auftreten von Arrhythmien

erhöhen (siehe auch Abschnitt 4.4).

Es gab Post Marketing-Berichte über Patienten mit einem Serotonin-Syndrom

(einschließlich Veränderungen der psychischen Verfassung, autonomer

Instabilität und neuromotorischen Störungen) nach gleichzeitiger Anwendung

von Ondansetron und anderen serotonergen Wirkstoffen (einschließlich SSRI

und SNRI) (siehe auch Abschnitt 4.4).

Apomorphin

Aufgrund von Berichten über starken Blutdruckabfall und Bewusstseinsverlust

bei Anwendung von Ondansetron zusammen mit Apomorphinhydrochlorid ist

die gleichzeitige Anwendung mit Apomorphin kontraindiziert.

Phenytoin, Carbamazepin und Rifampicin

Bei Patienten, die mit Arzneimitteln behandelt wurden, die die Enzymaktivität

von CYP3A4 induzieren (z.B. Phenytoin, Carbamazepin und Rifampicin), waren

die orale Clearance von Ondansetron erhöht und die Blutkonzentrationen

vermindert.

Tramadol

Daten aus kleineren Studien weisen darauf hin, dass Ondansetron den

analgetischen Effekt von Tramadol herabsetzen kann.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Frauen im gebärfähigen Alter

Frauen im gebärfähigen Alter sollten eine Schwangerschaftsverhütung in

Erwägung ziehen.

Schwangerschaft

Ausgehend von der Erfahrung beim Menschen aus epidemiologischen Studien

wird vermutet, dass Ondansetron orofaziale Fehlbildungen verursacht, wenn es

im ersten Trimenon der Schwangerschaft verabreicht wird.

In einer Kohortenstudie mit 1,8 Millionen Schwangeren war die Anwendung von

Ondansetron im ersten Trimenon mit einem erhöhten Risiko für Lippen-, Kiefer-,

Gaumenspalten verbunden (3 zusätzliche Fälle pro 10 000 behandelte Frauen;

adjustiertes relatives Risiko, 1,24, (95 % CI 1,03-1,48)). Die verfügbaren

epidemiologischen Studien zu Herzfehlbildungen zeigen widersprüchliche

Ergebnisse. Tierversuche zeigen keine direkten oder indirekten schädlichen

Auswirkungen in Bezug auf die Reproduktionstoxizität. Ondansetron sollte nicht

während des ersten Trimenons der Schwangerschaft verwendet werden.

Stillzeit

Untersuchungen haben gezeigt, dass Ondansetron in die Muttermilch von

säugenden Tieren übergeht (siehe Abschnitt 5.3). Daher wird empfohlen, dass

Mütter, die Ondansetron einnehmen ihre Säuglinge nicht stillen.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Ondansetron zeigte in psychomotorischen Untersuchungen keine

leistungsbeeinträchtigende oder sedierende Wirkung. Von den

pharmakologischen Eigenschaften des Wirkstoffs Ondansetron kann eine

nachteilige Wirkung auf diese Fähigkeiten nicht abgeleitet werden.

4.8 Nebenwirkungen

Nachfolgend sind die Nebenwirkungen nach Systemorganklassen und

Häufigkeit aufgelistet. Die Häufigkeiten sind wie folgt definiert: sehr häufig

(≥1/10), häufig (≥1/100, <1/10), gelegentlich (≥1/1.000, <1/100), selten

(≥1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000).

Sehr häufige, häufige und gelegentliche Nebenwirkungen wurden allgemein aus

Daten klinischer Prüfungen bestimmt; das Auftreten von Nebenwirkungen unter

Placebo wurde berücksichtigt. Seltene und sehr seltene Nebenwirkungen

wurden allgemein aufgrund der Daten aus der Spontanerfassung bestimmt.

Das Nebenwirkungsprofil bei Kindern und Jugendlichen war dem von

Erwachsenen vergleichbar.

Erkrankungen des Immunsystems

Selten: Überempfindlichkeitsreaktionen vom Soforttyp (manchmal

schwerwiegend) einschließlich Anaphylaxie.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig: Kopfschmerzen.

Gelegentlich: Krampfanfälle, Bewegungsstörungen (einschließlich

Extrapyramidalreaktionen, wie dystonische Reaktionen, akute, krisenhafte

Störungen der Okulomotorik mit Blickabweichung [Crisis oculogyris] und

Dyskinesien)

Selten: Benommenheit bei schneller i.v.-Verabreichung.

Augenerkrankungen

Selten: vorübergehende Sehstörungen (z.B. Schleiersehen) überwiegend bei

i.v.-Verabreichung.

Sehr selten: vorübergehende Blindheit überwiegend bei i.v.-Verabreichung

Herzerkrankungen

Gelegentlich: Arrhythmie, Brustschmerzen mit oder ohne ST-Streckensenkung

im EKG, Bradykardie.

Selten: QTc-Verlängerung (einschließlich Torsade de Pointes).

Gefäßerkrankungen

Häufig: Wärmegefühl, Flush.

Gelegentlich: Hypotonie (Blutdruckabfall).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Gelegentlich: Schluckauf.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Häufig: Obstipation.

Leber- und Gallenerkrankungen

Gelegentlich: asymptomatische Erhöhung von Leberwerten

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig: lokale Irritationen an der Einstichstelle bei i.v.-Verabreichung.

Blieben ohne nachweisliche dauerhafte klinische Folgen.

In der Mehrzahl der berichteten Fälle bildete sich die Blindheit innerhalb von 20 Minuten

zurück. Die meisten Patienten wurden mit Chemotherapeutika behandelt, einschließlich

Cisplatin. Die Ursache von einigen der berichteten Fälle von vorübergehender Blindheit war

kortikalen Ursprungs.

Diese Nebenwirkungen traten üblicherweise bei Patienten auf, die eine Chemotherapie mit

Cisplatin erhalten hatten.

Kinder und Jugendliche

Das Nebenwirkungsprofil bei Kindern und Jugendlichen war dem von

Erwachsenen vergleichbar.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Symptome und Zeichen

Gegenwärtig ist noch sehr wenig über die Auswirkungen einer Überdosierung

mit Ondansetron bekannt. In der Mehrheit der Fälle waren die Symptome

ähnlich denen, die bei normaler Dosierung berichtet wurden. Nach

Überdosierung wurde über folgende Auswirkungen berichtet: Sehstörungen,

schwere Verstopfung, niedriger Blutdruck und eine vasovagale Episode mit

vorübergehendem AV-Block II. Grades.

Ondansetron verlängert dosisabhängig das QT-Intervall. Im Falle einer

Überdosierung wird eine EKG-Überwachung empfohlen.

Kinder und Jugendliche

Es wurden Fälle gemeldet, in denen Säuglinge und Kinder im Alter von 12

Monaten bis 2 Jahren versehentlich Überdosen von Ondansetron geschluckt

haben und bei denen die aufgetretenen Symptome zu einem Serotonin-

Syndrom passen (die geschätzte aufgenommene Menge überschritt 4 mg/kg).

Therapie

Es gibt kein spezifisches Gegenmittel gegen Ondansetron, daher sollten bei

Verdacht auf Überdosierung erforderlichenfalls eine angemessene

symptomatische Therapie und unterstützende Maßnahmen ergriffen werden.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Serotonin-5-HT

-Antagonisten

ATC-Code: A04AA01

Pharmakodynamische Effekte

Ondansetron bewirkt keine Veränderung der Prolaktinkonzentrationen im

Plasma.

Ondansetron ist ein hochselektiver, kompetitiver 5-HT

-Rezeptor-Antagonist.

Der exakte pharmakologische Wirkungsmechanismus bei der Kontrolle von

post-operativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen ist beim Menschen noch

nicht aufgeklärt, er könnte aber genauso ablaufen wie bei der Therapie von

durch Zytostatika hervorgerufener Übelkeit und Erbrechen.

Tierexperimentelle Untersuchungen zeigen, dass sowohl zytotoxische Chemo-

als auch Strahlentherapie eine Freisetzung von 5-Hydroxytryptamin (5-HT,

Serotonin) im Dünndarm bewirken. 5-HT stimuliert 5-HT

-Rezeptoren an

Neuronen in der Peripherie (viszeraler afferenter Vagus) und im

Zentralnervensystem (Area postrema), wodurch ein Brechreiz hervorgerufen

wird. Ondansetron antagonisiert direkt an 5-HT

-Rezeptoren die Wirkung von 5-

HT und hemmt so den biochemisch/pharmakologischen Vorgang des

Erbrechens.

In einer pharmakopsychologischen Probanden-Studie zeigte Ondansetron

keine sedierende Wirkung.

Verlängerung des QT-Intervalls

Die Wirkung von Ondansetron auf das QT-Intervall wurde in einer

doppelblinden, randomisierten Placebo- und positiv (Moxifloxacin) kontrollierten,

Crossover-Studie mit 58 gesunden erwachsenen Männern und Frauen

untersucht. Es wurden Dosen von 8 mg und 32 mg Ondansetron über 15 min

intravenös infundiert. Bei der höchsten getesteten Dosis von 32 mg betrug die

maximale mittlere Änderung (Obergrenze des 90%-KI) des QTcF-Intervalls

(Fridericia-Korrektur) gegenüber Placebo nach Basiskorrektur 19,6 msec (21,5

msec). Bei der niedrigeren getesteten Dosis von 8 mg betrug die maximale

mittlere Änderung (Obergrenze des 90%-KI) des QTcF-Intervalls (Fridericia-

Korrektur) gegenüber Placebo nach Basiskorrektur 5,8 msec (7,8 msec). In

dieser Studie wurden keine QTcF-Intervalle von über 480 msec und keine

Verlängerung des QTcF-Intervalls von über 60 msec gemessen. Bei den mittels

Elektrokardiogramm gemessenen PR-bzw. QRS-Intervallen traten keine

signifikanten Änderungen auf.

Klinische Studien

Kinder und Jugendliche

Durch Chemotherapie hervorgerufene Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen:

Die Wirksamkeit von Ondansetron in der Kontrolle von Chemotherapie-

induziertem Erbrechen und Übelkeit wurde in einer doppelblinden,

randomisierten klinischen Studie mit 415 Patienten im Alter von 1 bis 18 Jahren

untersucht (S3AB3006). Die Patienten erhielten an den Behandlungstagen

entweder 5 mg/m

Ondansetron intravenös und 4 mg Ondansetron oral nach 8

bis 12 Stunden oder 0,45 mg/kg KG Ondansetron intravenös und eine orale

Placebo-Gabe nach 8 bis 12 Stunden. Die komplette Kontrolle über das

Erbrechen betrug am Therapietag mit den heftigsten Symptomen 49% (5 mg/m

i.v. + 4 mg Ondansetron p.o.) bzw. 41% (0,45 mg/kg i.v. + Placebo p.o.). Nach

der Chemotherapie erhielten beide Gruppen drei Tage lang 4 mg Ondansetron

Lösung zweimal täglich. Es wurde kein Unterschied in der Gesamtinzidenz oder

hinsichtlich der Art der Nebenwirkungen zwischen beiden Behandlungsgruppen

beobachtet.

Eine doppelblinde, randomisierte und Placebo-kontrollierte klinische Studie

(S3AB4003) mit 438 Patienten im Alter von 1 bis 17 Jahren zeigte am

Therapietag mit den heftigsten Symptomen eine komplette Kontrolle über das

Erbrechen bei

73% der Patienten, die eine intravenöse Gabe von 5 mg/m

Ondansetron mit

2 bis 4 mg Dexamethason oral erhielten und bei

71% der Patienten, die 8 mg Ondansetron Lösung mit 2 bis 4 mg

Dexamethason oral an den Therapietagen erhielten.

Nach der Chemotherapie erhielten beide Gruppen zwei Tage lang 4 mg

Ondansetron Lösung zweimal täglich. Es wurde kein Unterschied in der

Gesamtinzidenz oder hinsichtlich der Art der Nebenwirkungen zwischen beiden

Behandlungsgruppen beobachtet.

Die Wirksamkeit von Ondansetron bei 75 Kindern im Alter von 6 bis 48 Monaten

wurde in einer offenen, unkontrollierten, einarmigen Studie untersucht

(S3A40320). Alle Kinder erhielten drei Dosen Ondansetron i.v. (je 0,15 mg/kg

KG), die 30 Minuten vor Beginn der Chemotherapie und dann 4 und 8 Stunden

nach der ersten Dosis verabreicht wurden. Eine komplette Kontrolle über das

Erbrechen wurde bei 56% der Patienten erreicht.

In einer anderen offenen, unkontrollierten, einarmigen Studie (S3A239) mit 28

Kindern wurde die Wirksamkeit einer intravenösen Dosis von 0,15 mg/kg KG

Ondansetron gefolgt von zwei oralen Dosen mit 4 mg Ondansetron für Kinder

unter 12 Jahren bzw. mit 8 mg Ondansetron für Kinder ab 12 Jahren

untersucht. Eine komplette Kontrolle über das Erbrechen wurde bei 42% der

Patienten erreicht.

Prophylaxe von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen:

Die Wirksamkeit einer Einzeldosis Ondansetron in der Prophylaxe von

postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen wurde in einer

randomisierten, doppelblinden und Placebo-kontrollierten Studie mit

670 Kindern im Alter von 1 bis 24 Monaten untersucht (postkonzeptionell: Alter

≥44 Wochen, Gewicht ≥3 kg). Für die eingeschlossenen Patienten mit einem

ASA-Status ≤III waren elektive chirurgische Eingriffe unter Allgemeinanästhesie

vorgesehen. Nach Einleitung der Narkose wurde eine Einzeldosis von 0,1

mg/kg Ondansetron innerhalb von 5 Minuten verabreicht. Der Anteil der

Patienten, die während der 24-stündigen Beobachtungsphase mindestens eine

emetogene Episode erlitten (ITT), war in der Placebogruppe größer als für die

Patienten, die Ondansetron erhielten (28% vs. 11%, p <0,0001).

Es wurden vier randomisierte, doppelblinde und Placebo-kontrollierte Studien

mit 1469 männlichen und weiblichen Patienten im Alter von 2 bis 12 Jahren

durchgeführt, die einer Allgemeinanästhesie unterzogen wurden. Die Patienten

wurden entweder zur Behandlung mit einer Einzeldosis Ondansetron i.v. (0,1

mg/kg für Kinder mit einem Körpergewicht von 40 kg oder weniger, 4 mg für

Kinder mit einem Körpergewicht über 40 kg; Patientenanzahl = 735) oder zur

Behandlung mit Placebo (Patientenanzahl = 734) randomisiert. Die

Studienmedikation wurde über mindestens 30 Sekunden, kurz vor oder nach

Einleitung der Anästhesie, verabreicht. Die Wirksamkeit von Ondansetron in der

Prophylaxe von postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen war im

Vergleich zu Placebo signifikant erhöht. Die Ergebnisse dieser Studien sind in

Tabelle 3 zusammengefasst.

Tabelle 3: Prophylaxe und Behandlung von postoperativer Übelkeit, Brechreiz

und Erbrechen bei pädiatrischen Patienten – Ansprechen auf die Behandlung

über 24 Stunden

Studie

Endpunkt

Ondansetron %

Placebo %

p-Wert

S3A380

≤0,001

S3GT09

≤0,001

S3A381

≤0,001

S3GT11

keine Übelkeit

0,004

S3GT11

kein Erbrechen

0,004

CR = keine emetogenen Episoden, Notversorgung oder Studienabbruch

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Durchschnittswerte pharmakokinetischer Parameter:

8 mg oral

8 mg i.v.

Zeitpunkt d. maximalen

Plasmakonzentration (t

1,6 h

0,12 h

Eliminationshalbwertszeit (t

ca. 3 h

ca. 3 h

(bei älteren Patienten bis zu 5 h)

Die durchschnittliche Bioverfügbarkeit bei gesunden Freiwilligen beträgt nach

Verabreichung einer einzelnen 8 mg Tablette ungefähr 55 bis 60%. Zwischen

Plasmaspiegeln und antiemetischer Wirkung besteht keine direkte Korrelation.

Die Plasmaproteinbindung (in vitro) beträgt 70 bis 76%. Ondansetron wird in

hohem Ausmaß metabolisiert; die Metabolite werden im Urin und in den Faeces

ausgeschieden.

Ondansetron wird über mehrere hepatische Cytochrom P450-Isoenzyme –

CYP3A4, CYP2D6 und CYP1A2 – metabolisiert. Ein Mangel an dem Enzym

CYP2D6 (Debrisoquinpolymorphismus) beeinflusst nicht das

pharmakokinetische Verhalten von Ondansetron. Die pharmakokinetischen

Eigenschaften von Ondansetron sind bei wiederholter Gabe unverändert.

Besondere Patientenpopulationen

Kinder und Jugendliche (im Alter von 1 Monat bis 17 Jahren)

Bei pädiatrischen Patienten im Alter von 1 bis 4 Monaten (n=19), die sich einer

Operation unterzogen, war die Körpergewichts-normierte Clearance um ca.

30% verlangsamt gegenüber der Clearance bei den Patienten zwischen 5 und

24 Monaten (n = 22), jedoch vergleichbar derjenigen bei Patienten im Alter von

3 bis 12 Jahren. Die Halbwertszeit bei der Patientenpopulation im Alter von 1

bis 4 Monaten betrug im Mittel 6,7 Stunden gegenüber 2,9 Stunden bei

Patienten im Alter von 5 bis 24 Monaten bzw. 3 bis 12 Jahren. Die Unterschiede

bei den pharmakokinetischen Parametern in der 1 bis 4 Monate alten

Patientenpopulation lassen sich zum Teil durch den höheren

Körperflüssigkeitsanteil bei Neugeborenen und Kleinkindern und durch das

höhere Verteilungsvolumen für wasserlösliche Wirkstoffe wie z.B. Ondansetron

erklären.

Bei pädiatrischen Patienten im Alter von 3 bis 12 Jahren, die sich elektiven

chirurgischen Eingriffen unter Allgemeinanästhesie unterzogen, waren die

absoluten Werte sowohl für die Clearance als auch für das Verteilungsvolumen

von Ondansetron im Vergleich zu den Werten erwachsener Patienten

verringert. Beide Parameter stiegen linear in Abhängigkeit vom Körpergewicht

an und näherten sich im Alter von 12 Jahren denjenigen von jungen

Erwachsenen. Nach Bereinigung von Clearance und Verteilungsvolumen um

das Körpergewicht waren die Werte für diese Parameter zwischen den

verschiedenen Altersgruppen ähnlich. Die Anwendung einer

körpergewichtsbezogenen Dosierung berücksichtigt altersabhängige

Veränderungen und bewirkt eine Normalisierung der systemischen Exposition

bei pädiatrischen Patienten.

Die pharmakokinetische Analyse wurde bei einer Population von 428 Patienten

(Krebspatienten, chirurgische Patienten und gesunde Freiwillige) im Alter von

1 Monat bis 44 Jahren nach intravenöser Verabreichung von Ondansetron

durchgeführt. Auf Grundlage dieser Analyse war die systemische Exposition

(AUC) von Ondansetron nach oraler oder intravenöser Verabreichung bei

Kindern und Jugendlichen vergleichbar mit derjenigen bei Erwachsenen, mit

Ausnahme von Kindern im Alter von 1 bis 4 Monaten. Das Volumen war

altersabhängig und war bei Erwachsenen niedriger als bei Kleinkindern und

Kindern. Die Clearance war abhängig vom Gewicht, jedoch nicht vom Alter, mit

der Ausnahme von 1 bis 4-monatigen Kindern. Es ist schwierig daraus zu

folgern, ob eine zusätzliche Reduktion der Clearance in Abhängigkeit vom Alter

der 1 bis 4-monatigen Kinder stattgefunden hat oder ob die Ursache einfach in

der angeborenen Variabilität aufgrund der geringen Patientenzahl, die in dieser

Altersgruppe untersucht wurde, zu sehen ist. Da Patienten unter 6 Monaten bei

postoperativer Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen nur eine Einzeldosis

Ondansetron erhalten, wird eine verringerte Clearance als nicht klinisch

relevant erachtet.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

Basierend auf den konventionellen Studien zur Toxizität bei wiederholter Gabe,

Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial lassen die präklinischen Daten

keine besonderen Gefahren für den Menschen erkennen.

Ondansetron und seine Metaboliten reichern sich in der Milch von Ratten mit

einem Milch:Plasma-Verhältnis von 5,2:1 an.

Eine Studie an klonierten humanen kardialen Ionenkanälen hat gezeigt, dass

Ondansetron das Potenzial besitzt die kardiale Repolarisierung über eine

Blockade der hERG-Kaliumkanäle zu beeinflussen.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Citronensäure-Monohydrat, Natriumchlorid, Natriumcitrat, Wasser für

Injektionszwecke.

6.2 Inkompatibilitäten

cellondan

Injektionslösung darf, außer mit den unter Abschnitt 4.2

aufgeführten, nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Die Injektionslösung darf nicht im Autoklaven sterilisiert werden.

Bei einer Verabreichung von Fluorouracil-haltigen Lösungen in einer

Konzentration von größer als 0,8 mg Fluorouracil/ml kommt es zur Ausfällung

von Ondansetron.

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Verdünnungen von cellondan

Injektionslösung mit Natriumchloridlösung 0,9%,

Glucoselösung 5%, Mannitollösung 10%, Ringerlösung, Kaliumchlorid-

/Natriumchloridlösung (0,3/0,9%) oder Kaliumchlorid-/Glucoselösung (0,3/5%)

zur Herstellung einer gebrauchsfertigen Infusionslösung sind bis zu 7 Tage bei

Raumtemperatur oder im Kühlschrank physikalisch und chemisch stabil.

Aus mikrobiologischen Gründen sollen die Lösungen sofort verwendet werden.

Werden die Lösungen nicht sofort verwendet, liegen die Dauer der

Aufbewahrung der gebrauchsfertigen Lösungen und die

Aufbewahrungsbedingungen in der Verantwortung des Verbrauchers.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

Braunglasampullen

Originalpackung mit 1, 3, 5, 6, 10, 12, 15, 20, 25, 30, 45, 50, 60, 75, 100, 250,

500 Ampullen mit je 2 ml

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nach Anbruch der Ampullen Rest verwerfen.

7. Inhaber der Zulassung

STADAPHARM GmbH, Stadastraße 2–18, 61118 Bad Vilbel

Telefon: 06101 603-0, Telefax: 06101 603-3888

8. Zulassungsnummer

58386.00.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

Datum der Erteilung der Zulassung: 01. Juni 2005

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 21. Januar 2013

10. Stand der Information

August 2019

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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