Celestan Depot Injektionssuspension

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Betamethasonacetat (Ph.Eur.), Betamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium (Ph.Eur.)
Verfügbar ab:
MSD Sharp & Dohme Gesellschaft mit beschränkter Haftung
ATC-Code:
H02AB01
INN (Internationale Bezeichnung):
Betamethasone Acetate (Ph. Eur.), Betamethasone Dihydrogen Phosphate Disodium (Ph. Eur.)
Darreichungsform:
Injektionssuspension
Zusammensetzung:
Betamethasonacetat (Ph.Eur.) 3.mg; Betamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium (Ph.Eur.) 3.945mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
6450944.00.00

Gebrauchsinformation und Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

CELESTAN® Depot

2,7 mg/ml + 3 mg/ml Injektionssuspension

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoffe: Betamethasonacetat (Ph. Eur.), Betamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium (Ph. Eur.)

Jede Ampulle zu 1 ml enthält:

3,0 mg Betamethasonacetat (Ph. Eur.) (entsprechend 2,7 mg Betamethason)

3,945 mg Betamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium (Ph. Eur.) (entsprechend 3 mg Betamethason)

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Injektionssuspension

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Intraartikuläre Injektionen:

nach Allgemeinbehandlung von chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen persistierende

Entzündung in einem oder wenigen Gelenken

Arthritis bei Pseudogicht/Chondrokalzinose

aktivierte Arthrose

verschiedene akute Formen der Periarthropathia humeroscapularis

Infiltrationstherapie:

Tendovaginitis (strenge Indikationsstellung)

nicht bakterielle Bursitis

Periarthropathien, Insertionstendopathien

Engpass-Syndrome bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

Enthesitiden bei Spondyloarthritiden

Pneumologische Indikationen:

CELESTAN Depot ist indiziert zur Behandlung des akuten Asthmaanfalls, wenn die

systemische Verabreichung eines Glukokortikoids erforderlich, eine intravenöse Verabreichung

nicht möglich und eine orale Gabe nicht möglich oder nicht ausreichend wirksam ist.

CELESTAN Depot ist außerdem zur Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt

zwischen der 24. und 32. Schwangerschaftswoche nach Ausschluss eines

Amnioninfektionssyndromes angezeigt.

Die intradermale bzw. intraläsionale Injektion ist bei bestimmten Hauterkrankungen angezeigt, wie:

örtlich begrenzte hypertrophische infiltrierte Läsionen von Lichen ruber planus

psoriatische Plaques

Granuloma anulare

Neurodermitis (Lichen simplex chronicus)

Keloide

diskoider Lupus erythematodes

Necrobiosis lipoidica

Alopecia areata

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

CELESTAN Depot darf nicht intravenös oder subkutan injiziert werden. Vor der Anwendung ist die

Ampulle zu schütteln.

CELESTAN Depot muss unbedingt unter aseptischen Bedingungen injiziert werden. Das Hautgebiet

soll operationsmäßig vorbereitet werden.

Intraartikuläre Injektion bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen der Gelenke

Die Dosis richtet sich nach der Größe des Gelenks:

Einzeldosis

Sehr große Gelenke (Hüfte)

1,0–2,0 ml

Große Gelenke (Knie, Sprunggelenke, Schulter)

1,0 ml

Mittelgroße Gelenke (Ellenbogen, Handgelenk)

0,5–1,0 ml

Kleine Gelenke (metacarpophalangeal, interphalangeal, sternoclavicular)

0,25–0,5 ml

Eine Untersuchung der Gelenkflüssigkeit sollte erfolgen, um einen septischen Prozess auszuschließen.

Eine lokale Injektion in ein infiziertes Gelenk sollte vermieden werden.

Eine merkliche Verstärkung der Schmerzen und eine lokale Schwellung, ferner eine Einschränkung

der Beweglichkeit des Gelenks, Fieber und Unwohlsein deuten auf eine septische Arthritis hin. Wenn

die Diagnose einer Sepsis bestätigt wird, ist eine adäquate antimikrobielle Therapie einzuleiten.

Kortikosteroide sollten nicht in instabile Gelenke, infizierte Bereiche oder Zwischenwirbelräume

injiziert werden. Wiederholte Injektionen in Gelenke, die von Osteoarthritis betroffen sind, können die

Gelenkzerstörung beschleunigen. Direkte Injektionen von Kortikosteroiden in Sehnen sind unbedingt

zu vermeiden, da diese im späteren Verlauf zu Sehnenrupturen führen können.

Nach einer intraartikulären Kortikosteroid-Therapie und entsprechender symptomatischer Besserung

sollte der Patient eine übermäßige Belastung dieses Gelenks vermeiden.

Intraläsionale, intrabursale und periartikuläre Injektion bzw. Infiltrationstherapie bei

entzündlichen und degenerativen Erkrankungen des Bindegewebes

Die Einzeldosis beträgt 0,25–1 ml CELESTAN Depot.

Für den Erfolg der Behandlung ist es wichtig, dass der Ort der stärksten Schmerzempfindlichkeit bei

Druck oder Bewegung genau festgestellt wird. In diesen werden 0,25 bis 1 ml CELESTAN Depot

möglichst gleichmäßig injiziert. Sind mehrere Schmerzareale nachweisbar, werden auch diese

infiltriert.

Injektionen in Sehnen sind unbedingt zu vermeiden.

Subkutane Injektionen können zu aseptischen Fettgewebsnekrosen führen.

Bei Bursitis sind 0,5 ml bis 1 ml CELESTAN Depot erforderlich, meistens mehrere Injektionen.

Bei Synovialzyste wird nach Punktion versucht, Exsudat abzusaugen. Anschließend werden 0,25 ml

bis 0,5 ml CELESTAN Depot injiziert und ein Druckverband angelegt.

Bei Sudeckscher Atrophie erfolgt die Infiltration periartikulär und muss eventuell nach 5 bis 7 Tagen

wiederholt werden.

Bei Ganglion: Punktion der Zyste, Entleerung, Injektion von CELESTAN Depot,

Kompressionsverband.

Bei aseptischen Entzündungen kann CELESTAN Depot in Schleimbeutel, Synovialzysten, Ganglien,

Muskelansätze und Sehnenscheiden (nicht in die Sehnen) injiziert werden.

Bei Epikondylitis humeri (Tennisellenbogen), Tendopathien, Weichteilrheumatismus etc. wird in das

Gebiet der größten Schmerzhaftigkeit fächerförmig infiltriert.

Intramuskuläre Anwendung:

Akuter Asthmaanfall: Bei Erwachsenen werden 2 ml (= 11,4 mg Betamethason) CELESTAN Depot

intramuskulär verabreicht.

Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt: Es werden 2 x 2 ml CELESTAN Depot im

Abstand von 24 Stunden intramuskulär injiziert. Die Wirkung hält für 7 Tage an. Danach ist ggf. eine

Wiederholung der Therapie zu erwägen.

Glukokortikoide wie Betamethason fördern die fetale Lungenreife über eine beschleunigte Surfactant-

Synthese in den Alveolen. Dabei besteht eine Indikation für die Gabe von CELESTAN Depot, z. B.

bei drohender Frühgeburt zwischen der 24. und 32. Schwangerschaftswoche. Es empfiehlt sich,

mindestens 24 Stunden vor der Geburt 2 ml CELESTAN Depot i.m. zu injizieren. Zweckmäßiger ist

es, die Prophylaxe in zwei Einzelgaben von je 2 ml, beginnend 48–72 Stunden vor der Geburt,

einzuleiten.

24 Stunden nach der ersten Applikation von 2 ml können weitere 2 ml injiziert werden (Gesamtdosis

4 Ampullen CELESTAN Depot).

Gegebenenfalls erfolgt eine Wiederholung des Behandlungszyklus.

Bei gleichzeitiger Tokolyse muss die Flüssigkeitszufuhr u. U. reduziert werden. Die Prophylaxe mit

CELESTAN Depot ist u. a. bei einem Lecithin-Sphingomyelin-Quotienten < 2 angezeigt.

Ist eine operative Entbindung indiziert, so empfiehlt sich die prophylaktische Gabe eines fertig

gelösten Betamethasons.

Intramuskuläre Injektionen von Kortikosteroiden sollten tief intraglutäal injiziert werden, um eine

lokale Gewebeatrophie zu vermeiden. Eine intramuskuläre Injektion sollte bei Patienten mit

idiopathischer thrombozytopenischer Purpura vorsichtig durchgeführt werden.

Intradermale bzw. intraläsionale (nicht subkutan) Injektionen bei Hauterkrankungen wie

örtlich begrenzte hypertrophische infiltrierte Läsionen von Lichen ruber planus, psoriatische

Plaques, Granuloma anulare, Neurodermitis (Lichen simplex chronicus), Keloide, diskoider

Lupus erythematodes, Necrobiosis lipoidica, Alopecia areata

Es dürfen nicht mehr als 0,2 ml/cm

Hautfläche verwendet werden, pro Behandlung nicht mehr als

1 ml.

Bei Mischung mit einem Lokalanästhetikum (Lidocain) wird eine entsprechend größere Menge der

Mischung verwendet.

Der Abstand der einzelnen Infiltrationen soll mindestens 3 cm betragen, für gewöhnlich im Abstand

von 6 cm (da der Wirkstoff sich zentrifugal verteilt).

Wiederholung in 10- bis 30-tägigem Abstand je nach Reaktion. Die gleiche Stelle sollte nicht vor

10 Tagen erneut behandelt werden, andernfalls besteht die Gefahr des Auftretens von Nekrosen.

Auf streng intradermale Infiltration ist zu achten, denn subkutane Infiltrationen können zu

Hautatrophie führen.

Anwendung von Lokalanästhetika

Wird die Kombination mit einem Lokalanästhetikum gewünscht, kann CELESTAN Depot in der

Spritze mit einem Lokalanästhetikum ohne Adrenalinzusatz, z. B. mit 1%igem oder 2%igem

Lidocainhydrochlorid oder einem anderen Lokalanästhetikum zu gleichen Teilen gemischt werden

(Lokalanästhetika, die Parabene oder Phenol enthalten, sind zu vermeiden). Dabei werden z. B. 0,5 ml

CELESTAN Depot mit einer 1%igen Lidocain-Lösung auf 1 ml aufgefüllt.

Pro Infiltration werden 0,5 bis 0,75 ml dieser Verdünnung verwendet.

Höchstmengen pro Sitzung: 2 ml der genannten Kombination von CELESTAN Depot.

Diese Lösung ist innerhalb einer Viertelstunde zu injizieren.

Zur Beachtung

Allgemein sollte die niedrigst mögliche Dosierung von Kortikosteroiden bei der Langzeittherapie

angewendet werden. Eine eventuelle Dosisminderung sollte schrittweise erfolgen.

Dosisanpassungen können erforderlich sein aufgrund Remission oder Verschlechterung des

Krankheitsprozesses, individuell unterschiedlichem Ansprechen des Patienten auf die Therapie oder

wenn der Patient emotionalem oder physischem Stress ausgesetzt ist, wie z. B. bei schweren

Infektionen, Operationen oder Verletzungen. Eine Überwachung kann bis zu einem Jahr nach

Beendigung einer Langzeit- oder Hochdosis-Kortikosteroid-Therapie erforderlich sein.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, andere Kortikosteroide oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Magen-Darm-Ulzera

schwere Osteoporose

psychiatrische Anamnese

Herpes simplex, Herpes zoster, Varizellen, ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach

Schutzimpfungen

Amöbeninfektion

Systemmykosen

Poliomyelitis mit Ausnahme der bulbärencephalitischen Form, Lymphadenitis nach BCG-

Impfung

Herpes ophthalmicus, Eng- und Weitwinkelglaukom

Beim hyalinen Membransyndrom („Atemnotsyndrom“) ist die Anwendung von CELESTAN Depot

kontraindiziert bei nicht stabilisierter EPH-Gestose und beim Amnioninfektionssyndrom. Post partum

ist die Anwendung von CELESTAN Depot nicht indiziert.

CELESTAN Depot ist für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt:

Bei gleichzeitiger Tokolyse muss unter Umständen die Flüssigkeitszufuhr reduziert werden. Neuere

Daten zeigen, dass nach wiederholter Gabe von Glukokortikoiden nach Blasensprung ein signifikant

höheres Risiko einer early-onset-Sepsis besteht.

Vorsicht bei Patienten mit Myasthenia gravis, Niereninsuffizienz, Cushing-Syndrom, Hypertonie,

Thrombophlebitis, Diabetes mellitus, unspezifischer ulzerativer Colitis mit drohendem Durchbruch,

Abszess (Eiterung) oder anderer eitererzeugender Infektion, Divertikulitis, Ulcus pepticum in der

Anamnese, kürzlich erfolgten Operationen des Magen-Darm-Traktes (Anastomosen), Osteoporose.

Acetylsalicylsäure sollte in Kombination mit Kortikosteroiden bei Hypoprothrombinämie mit Vorsicht

verwendet werden.

Kortikosteroid-Therapie bei Patienten mit aktiver Tuberkulose sollte auf die Fälle begrenzt werden, in

denen Kortikosteroide zur Beherrschung von fulminanter oder disseminierter Tuberkulose in

Kombination mit einem angemessenen antituberkulotischen Behandlungsregime benötigt werden.

Wenn Kortikosteroide bei Patienten mit latenter Tuberkulose oder positivem Tuberkulintest

angewendet werden, ist eine sorgfältige Überwachung nötig, da es zum erneuten Ausbruch der

Krankheit kommen kann. Bei einer länger dauernden Kortikosteroidtherapie sollte eine

Chemoprophylaxe durchgeführt werden. Falls Rifampicin zur Chemoprophylaxe verwendet wird,

muss dessen beschleunigender Effekt auf die Metabolisierung von Kortikosteroiden beachtet werden;

möglicherweise ist eine Anpassung der Kortikosteroiddosis nötig.

Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobicistathaltiger Produkte

ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte

vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer

Nebenwirkungen der Kortikosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische

Kortikosteroidnebenwirkungen überwacht werden.

Während der Anwendung von CELESTAN Depot ist bei Diabetikern ein eventuell erhöhter Bedarf an

Insulin oder oralen Antidiabetika zu berücksichtigen.

Patienten, insbesondere Kinder, die immunsuppressive Dosen von Kortikosteroiden erhalten, sollten

den Kontakt mit Windpocken(Varizellen)- oder Masern-Infizierten vermeiden.

Während der Anwendung von Kortikosteroiden können neue Infektionen auftreten oder Symptome

einer Infektion überdeckt werden. Eine verminderte Widerstandsfähigkeit kann auftreten und die

Lokalisation von Infektionen erschwert sein. Des Weiteren können Sekundärinfekte durch Pilze oder

Viren am Auge vermehrt auftreten.

Während einer Behandlung mit Kortikosteroiden sollten Patienten nicht gegen Pocken geimpft werden

sowie allgemein keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen durchgeführt werden. Insbesondere bei

hohen Kortikosteroiddosen sollten auch andere Impfungen nicht vorgenommen werden, da die Gefahr

von neurologischen Komplikationen und ausbleibender Antikörperbildung besteht.

Im Falle einer Substitutionstherapie mit Kortikosteroiden, z. B. bei Morbus Addison, kann jedoch eine

Immunisierung durchgeführt werden.

Bei Patienten mit Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse) sowie Leberzirrhose zeigen

Kortikosteroide eine verstärkte Wirkung.

Da die Anwendung von Kortikosteroiden das Wachstum stören und die körpereigene

Kortikosteroidproduktion unterbinden kann, sollte bei Kindern – besonders bei länger dauernder

Anwendung – das Wachstum und die Entwicklung sorgfältig kontrolliert werden.

In seltenen Fällen traten bei Patienten unter parenteraler Therapie mit Kortikosteroiden schwere bis

lebensbedrohliche anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen mit potenziellem Schock auf. In

diesem Zusammenhang wurde unter anderem auch über Fälle von Kreislaufversagen, Herzstillstand,

Arrhythmien, Bronchospasmus und/oder Blutdruckabfall oder -anstieg berichtet. Bei Patienten mit

bekannter allergischer Disposition oder mit allergischen Reaktionen auf Kortikosteroide in der

Vorgeschichte sind entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Eine lokale Anwendung kann neben der lokalen Wirkung auch systemische Effekte zeigen. Die

Möglichkeit systemischer Wirkungen von CELESTAN Depot muss vom behandelnden Arzt bei der

Anwendung von CELESTAN Depot grundsätzlich beachtet werden.

Die potenzielle Wirkung von Betamethason auf das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-System

muss speziell bei Dauertherapie in Erwägung gezogen werden.

Bei Verabreichung von hohen Dosen über einen längeren Zeitraum, insbesondere bei zu geringen

Injektionsintervallen, kann es zu einer Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-

Achse kommen.

Im Allgemeinen erfolgt die Normalisierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Funktion

vollständig und unmittelbar nach Absetzen des Arzneimittels.

Bei zu schnellem Absetzen von Kortikosteroiden kann es zum Auftreten einer sekundären

Nebennierenrinden-Insuffizienz kommen, was durch stufenweise Dosisreduktion verhindert werden

kann. Eine solche relative Insuffizienz kann Monate über die Beendigung der Therapie hinaus

anhalten; daher sollte beim Auftreten von Stress während dieser Phase die Kortikoidtherapie wieder

aufgenommen werden. Falls der Patient bereits Kortikosteroide erhält, kann eine Dosiserhöhung nötig

sein. Da die Mineralokortikoidsekretion ebenfalls beeinträchtigt sein kann, kann die Verordnung von

Elektrolyten und/oder Mineralokortikoiden erforderlich sein.

Bei einer Langzeit-Kortikoidtherapie sollte ein Wechsel von der parenteralen zur oralen Gabe in

Betracht gezogen werden, wobei möglicher Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen werden

müssen.

Epidurale Injektion: Schwerwiegende neurologische Ereignisse, einige mit letalem Ausgang, wurden

bei epiduraler Injektion von Kortikosteroiden berichtet. Die im Einzelnen berichteten Ereignisse

umfassen unter anderem Rückenmarkinfarkt, Querschnittlähmung, Quadriplegie, Rindenblindheit und

Schlaganfall. Diese schwerwiegenden Ereignisse wurden sowohl nach fluoroskopischer Untersuchung

als auch ohne Anwendung dieses Verfahrens berichtet. Sicherheit und Wirksamkeit einer epiduralen

Anwendung von Kortikosteroiden sind nicht erwiesen. Kortikosteroide sind für diese Art der

Anwendung nicht zugelassen.

Bei der systemischen und topischen (einschließlich intranasaler, inhalativer und intraokularer)

Anwendung von Kortikosteroiden können Sehstörungen auftreten. Wenn ein Patient mit Symptomen

wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Überweisung des

Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen der Sehstörung in Erwägung

gezogen werden; diese umfassen unter anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie

z. B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemischer oder topischer

Kortikosteroide gemeldet wurden.

Die Ergebnisse einer einzelnen, multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie mit

Methylprednisolon-Hemisuccinat, einem anderen Kortikosteroid, zeigten bei Patienten mit Schädel-

Hirn-Trauma, die Methylprednisolon erhielten, eine im Vergleich zu Placebo höhere frühe (nach

2 Wochen) und späte (nach 6 Monaten) Mortalität. Die Ursachen der Mortalität in der

Methylprednisolon-Gruppe wurden nicht ermittelt.

Die Anwendung von CELESTAN Depot kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

CELESTAN Depot enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle, d. h. es

ist nahezu „natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Herzglykoside:

Glykosidwirkung kann verstärkt werden.

Saluretika, Amphotericin B:

Es kann zu vermehrter Kaliumausscheidung kommen.

Bei längerer Verabreichung sind Serumelektrolyte,

insbesondere Kaliumspiegel, zu kontrollieren.

Antidiabetika:

Blutzuckersenkung vermindert.

Cumarin-Derivate:

Antikoagulanzien-Wirkung abgeschwächt oder

verstärkt.

Rifampicin, Phenytoin,

Barbiturate, Primidon, Ephedrin:

Kortikoidwirkung vermindert.

Salicylate:

Gastrointestinale Blutungsgefahr erhöht, Blutspiegel

von Salicylaten erniedrigt.

Nichtsteroidale

Antiphlogistika/Antirheumatika,

Alkohol:

Blutungs- und Ulkusgefahr im Magen-Darm-Bereich

erhöht.

Somatotropin:

Somatotropinwirkung vermindert.

Östrogene (z. B. östrogenhaltige

Kontrazeptiva):

Kortikoidwirkung verstärkt (u. U. exzessiv).

Antibiotika:

Makrolide können die Kortikosteroid-Clearance

vermindern.

Isoniazid:

Die Serumkonzentration von Isoniazid kann

vermindert sein.

Ketoconazol:

Kortikoidwirkung verstärkt (u. U. exzessiv).

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewendete Arzneimittel gelten können.

Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobicistathaltiger Produkte

ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte

vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer

Nebenwirkungen der Kortikosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische

Kortikosteroidnebenwirkungen überwacht werden.

Wechselwirkungen bei Labortests: Der Nitroblau-Tetrazolium-Test zum Nachweis einer bakteriellen

Infektion kann zu falsch negativen Ergebnissen führen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft:

Da keine kontrollierten Studien zur Reproduktionstoxizität am Menschen vorliegen, sollte während

der Schwangerschaft oder bei Frauen im gebärfähigen Alter der Nutzen der Behandlung gegen

mögliche Risiken für Mutter und ungeborenes Kind sorgfältig abgewogen werden. Kinder, deren

Mütter während der Schwangerschaft hohe Dosen von Kortikosteroiden erhalten haben, sollten

besonders beobachtet werden, ob sie Symptome einer Nebennierenrindeninsuffizienz zeigen.

Weiterhin sind sie auf das seltene Auftreten von kongenitalen (angeborenen) Katarakten zu

untersuchen.

Stillzeit:

Kortikosteroide passieren die Plazentaschranke und treten in die Muttermilch über, so dass eine

Wachstumsverzögerung, eine Unterdrückung der körpereigenen Kortikoidproduktion und andere

Nebenwirkungen auftreten können. Während der Behandlung soll daher nicht gestillt werden.

Die Mütter, die während der Schwangerschaft Kortikosteroide erhalten haben, sollten während und

nach der Geburt wegen der damit verbundenen Stresssituation auf Anzeichen einer

Nebenniereninsuffizienz beobachtet werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

4.8

Nebenwirkungen

Bei Anwendung von CELESTAN Depot kann es zu den für Kortikosteroide typischen

Nebenwirkungen kommen, insbesondere bei höherer Dosierung und Langzeittherapie. In der Regel

können diese Reaktionen durch eine Dosisreduktion aufgehoben oder abgeschwächt werden. Dies ist

generell einem Absetzen des Präparates vorzuziehen.

Erkrankungen des Immunsystems:

Neuere Daten zeigen, dass nach wiederholter Gabe von Glukokortikoiden nach Blasensprung ein

signifikant höheres Risiko einer early-onset-Sepsis besteht.

Flüssigkeitshaushalts- und Elektrolyt-Störungen:

Natrium-Retention, Kalium-Verlust, hypokalämische Alkalose, Flüssigkeitsretention, bei

prädisponierten Patienten Stauungsherzinsuffizienz, Blutdruckerhöhung, gesteigerte

Calciumausscheidung.

Muskel-Skelett-Störungen:

Muskelschwäche, Kortikoid-Myopathie, Muskelschwund, bei Patienten mit Myasthenia gravis

Verstärkung der Symptome, Osteoporose, Wirbelfrakturen, aseptische Nekrose des Femur- und

Humeruskopfes, Frakturen der langen Röhrenknochen, Sehnenrupturen, Gelenkinstabilität (nach

wiederholten intraartikulären Injektionen).

Gastrointestinale Störungen:

Schluckauf, peptische Ulcera mit möglicher Perforation und Blutung, Pankreatitis, abdominale

Erweiterung, ulcerative Ösophagitis.

Dermatologische Störungen:

Verzögerte Wundheilung, Hautatrophie, Hautverdünnung, Petechien und Ekchymosen,

Gesichtserythem, verstärktes Schwitzen, Unterdrückung von Reaktionen gegenüber Hauttests,

allergische Dermatitis, Urtikaria, angioneurotisches Ödem.

Neurologische Störungen:

Krämpfe, erhöhter intrakranieller Druck mit Papillenödem (Pseudotumor cerebri), Schwindel,

Kopfschmerz.

Endokrinologische Störungen:

Menstruationsstörungen, Induktion eines Cushing Syndroms (typische Symptome Vollmondgesicht,

Stammfettsucht und Plethora), sekundäre, adrenokortikale und hypophysäre Nichtansprechbarkeit,

besonders unter Stress sowie bei Trauma, chirurgischen Eingriffen oder Krankheit;

Wachstumsverzögerungen bei Behandlung von Kindern im Wachstumsalter bzw. beim ungeborenen

Kind bei Behandlung von Schwangeren.

Stoffwechselstörungen:

Verminderung der Kohlenhydrat-Toleranz, Manifestation eines latenten Diabetes mellitus, erhöhter

Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika. Negative Stickstoffbilanz aufgrund eines Protein-

Katabolismus.

Störungen im Augenbereich:

Hinterer subkapsulärer Katarakt (v. a. bei Kindern), erhöhter Augeninnendruck, Glaukom mit

möglicher Schädigung des Sehnervs, Exophthalmus. Einzelfälle von Blindheit traten nach

intraläsionaler Behandlung im Bereich des Gesichts bzw. Kopfes auf, verschwommenes Sehen (siehe

auch Abschnitt 4.4).

Psychiatrische Störungen:

Euphorie, Stimmungsschwankungen, schwere Depression bis hin zu psychotischen Manifestationen,

Persönlichkeitsveränderungen, Schlaflosigkeit.

Sonstige Nebenwirkungen:

Anaphylaktoide oder Überempfindlichkeitsreaktionen sowie Blutdruckabfall und Schockreaktionen.

Ferner wurden beobachtet:

Hyper- bzw. Hypopigmentation, subkutane und kutane Atrophien, steriler Abszess, Hitzegefühl,

Nachschmerz nach der Injektion (nach intraartikulärer Anwendung), Charcot-artige Arthropathie.

Veränderte Beweglichkeit und Anzahl der Spermien bei einigen Patienten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

CELESTAN Depot sollte nur in der empfohlenen Dosierung angewendet werden.

Symptome:

Bei der Injektion sehr hoher Dosen sind ernsthafte Schädigungen nicht zu erwarten, es sei denn, es

wurden außergewöhnlich hohe Dosen appliziert oder bei dem Patienten liegen folgende

Gegenanzeigen vor:

Diabetes mellitus, Glaukom, akutes Magengeschwür, Einnahme von Digitalispräparaten,

cumarinartigen, blutgerinnungshemmenden Mitteln oder Diuretika, durch die die Kaliumausscheidung

erhöht ist.

Behandlung:

Bei auftretenden Komplikationen sollte die jeweils angemessene Behandlung durchgeführt werden.

Auf eine entsprechende Flüssigkeitsaufnahme sollte geachtet und Elektrolytkonzentrationen im Serum

und Urin – insbesondere von Natrium und Kalium – überwacht werden. Gegebenenfalls muss eine

Elektrolytstörung behandelt werden.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Glukokortikoid zur systemischen und lokalen Anwendung

ATC-Code: H02AB01

CELESTAN Depot ist die Kombination des Natriumsalzes eines leicht löslichen Phosphorsäure-Esters

des Betamethasons mit einem schwerlöslichen Essigsäure-Ester desselben Kortikosteroids. Wirksam

ist in beiden Fällen nach enzymatischer Esterspaltung der freie Alkohol Betamethason.

Betamethason ist ein fluoriertes Glukokortikoid, das eine etwa 25fach stärkere antientzündliche

Wirkung als das natürliche Nebennierenrindenhormon Cortisol besitzt.

Die mineralokortikoide Wirkungskomponente fehlt dagegen fast vollkommen.

Betamethason diffundiert wie alle Glukokortikoide durch die Zellmembranen und bindet an ein

zytoplasmatisches Rezeptorprotein. Der Hormon-Rezeptorkomplex wird in den Zellkern übernommen

und induziert die Biosynthese spezifischer Proteine, die die hormontypischen Zellleistungen

vermitteln. Aufgrund dieses Mechanismus setzt die Wirkung auch bei parenteraler Anwendung

verzögert ein und hält länger an, als es der Plasmahalbwertszeit entspricht.

Betamethason hat wie alle Glukokortikoide eine diabetogene Wirkung, eine katabole Wirkung sowie

eine Wirkung auf den Fettstoffwechsel.

Therapeutisch von Bedeutung sind z. B. die antiproliferative Wirkung, die immunsuppressive

(antiallergische) Wirkung und die antiphlogistische Wirkung.

Glukokortikoide induzieren in den Zielzellen die Synthese eines spezifischen Proteins, das

Phospholipasen der Zellmembran hemmt, so dass bei Zellwandläsionen weniger Arachidonsäure zur

Bildung der Entzündungsmediatoren zur Verfügung steht.

Glukokortikoide führen zu einer Verstärkung der Adrenalinwirkung auf Lipolyse und Gefäßtonus und

zu erhöhter Erregbarkeit zentralnervöser Strukturen.

Glukokortikoide wie Betamethason fördern die Surfactantsynthese in der fetalen Lunge.

Weitere Wirkungen einer exogenen Betamethason- bzw. Glukokortikoidzufuhr – besonders bei

langfristiger Therapie – lassen sich über die Störung der hypophysären-hypothalamischen

Regulationsmechanismen erklären.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die leicht lösliche Kortikosteroid-Komponente von CELESTAN Depot wird bei i.m. Applikation

schnell resorbiert (t

= 60 Minuten) und führt zu einem schnellen Wirkungseintritt, während die

Langzeitwirkung durch den in Kristallform suspendierten schwerlöslichen Ester hervorgerufen wird.

Der aus dem leicht löslichen Ester stammende Teil des Betamethasons wird zu 80 % während der

ersten 2 Tage ausgeschieden, während das Betamethasonacetat langsam aus seinem Kristalldepot im

Gewebe herausgelöst wird und deshalb noch nach 2 Wochen in messbarer Konzentration im Blut

vorhanden ist.

Kortikosteroide werden in unterschiedlichen Maßen an Plasmaproteine gebunden, durch die Leber

metabolisiert und über die Niere ausgeschieden.

Betamethason hat eine Proteinbindung von 62,5 % (zum Vergleich Hydrokortison 89 %).

Das Ausmaß der biologischen Wirksamkeit von Betamethason korrespondiert anscheinend eher mit

dem nicht an Plasmaproteine gebundenen Anteil. Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen

Blutspiegel (total oder ungebunden) und Dauer der therapeutischen Wirksamkeit:

Während die Plasmahalbwertszeit von Betamethason

300 Minuten beträgt, wurde die biologische

Halbwertszeit mit 36–54 Stunden ermittelt.

Bei Anwendung von CELESTAN Depot an gesunden Probanden kam es – ähnlich wie bei der

Applikation des leicht löslichen Betamethasonderivats als Monosubstanz – durch einen negativen

Rückkopplungsmechanismus auf das Hypothalamus-Hypophysen-System zu einer Suppression des

Plasmakortisolspiegels innerhalb von 30–60 Minuten. Dieser normalisiert sich innerhalb von 2–6

Tagen wieder. Die Beeinflussung der 17-Hydroxykortikosteroid-Ausscheidung hielt 7–10 Tage an.

Eine Besserung der Symptomatik tritt gewöhnlich innerhalb weniger Stunden (in einigen Fällen

innerhalb einer Stunde) ein.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Tierart

Applikationsart

(mg*/kg)

Maus

peroral

1.460

Ratte

i.p.; i.v.; s.c.; i.m.

~ 900

Hund

i.m.

>> 100

* Angegeben als Betamethason

Chronische Toxizität

Spezielle Untersuchungen zur chronischen Toxizität von Betamethasondihydrogenphosphat-

Dinatrium und Betamethasonacetat am Tier liegen nicht vor.

Ratten, die über 9 Monate täglich 0,05–1 mg/kg Betamethason peroral erhielten, zeigten erst in der

höchsten Dosisgruppe Veränderungen, wie sie für Kortikosteroide typisch sind, wie Lymphopenie,

Eosinopenie und Ansteigen der neutrophilen Blutkörperchen. Unerwartete toxische Effekte wurden

nicht gefunden.

Kanzerogenität und Mutagenität

Betamethason zeigte negative Ergebnisse in Mutagenitätstests an Bakterien (Salmonella und

Escherichia) und an Säugerzellen (CHO/HGPRT).

Ein positives Ergebnis wurde im Chromosomenaberrationstest

in vitro

an Humanlymphozyten und ein

uneindeutiges Ergebnis im Mikronukleustest

in vivo

am Knochenmark der Maus festgestellt. Dieses

Wirkungsmuster gleicht dem von Dexamethason und Hydrokortison und wird als Wirkungsmerkmal

der Kortikosteroid-Stoffklasse angesehen.

Langzeitstudien am Tier sind nicht durchgeführt worden, um das kanzerogene Potenzial von

Betamethason festzustellen.

Reproduktionstoxizität

Betamethason zeigte bei parenteraler Applikation als Betamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium, in

einer Dosierung, die der ein- bis zweifachen therapeutischen Dosis beim Menschen entsprach,

teratogene Effekte bei Ratten und Kaninchen. Die am häufigsten auftretenden Missbildungen waren

Gaumenspalten. Dosierungen im Bereich des 4–8-Fachen der therapeutischen Dosis erwiesen sich als

embryoletal.

Für den Menschen sind solche Effekte jedoch nicht nachgewiesen.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat (Ph. Eur.),

Natriumedetat (Ph. Eur.), Benzalkoniumchlorid, Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Licht, Oxidationsmittel und stark alkalisch reagierende Verbindungen führen zu einer Zersetzung des

Kortikoids.

CELESTAN Depot soll nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden. Ausnahme ist die

gemeinsame Verabreichung mit Lokalanästhetika wie Lidocain.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

18 Monate

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Nicht einfrieren. Vor Licht schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

1 Ampulle zu 1 ml Injektionssuspension

5 Ampullen zu je 1 ml Injektionssuspension

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine speziellen Hinweise.

7.

Inhaber der Zulassung und Hersteller

Inhaber der Zulassung:

MSD SHARP & DOHME GMBH

Lindenplatz 1

85540 Haar

Postanschrift:

Postfach 1202

85530 Haar

Tel.: 0800/673 673 673

Fax: 0800/673 673 329

E-Mail: e-mail@msd.de

Hersteller:

SP Labo N.V.

Industriepark 30

B - 2220 Heist-op-den-Berg

Belgien

Telefon: 0032/15/25-8711

Telefax: 0032/15/25-8880

8.

Zulassungsnummer

6450944.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

22. Dezember 2005

10.

Stand der Information

Juni 2018

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

VarII_2017-10/WS030

Gebrauchsinformation und Fachinformation

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

CELESTAN® Depot

2,7 mg/ml + 3 mg/ml Injektionssuspension

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Wirkstoffe: Betamethasonacetat (Ph. Eur.), Betamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium (Ph. Eur.)

Jede Ampulle zu 1 ml enthält:

3,0 mg Betamethasonacetat (Ph. Eur.) (entsprechend 2,7 mg Betamethason)

3,945 mg Betamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium (Ph. Eur.) (entsprechend 3 mg Betamethason)

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Injektionssuspension

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Intraartikuläre Injektionen:

nach Allgemeinbehandlung von chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen persistierende

Entzündung in einem oder wenigen Gelenken

Arthritis bei Pseudogicht/Chondrokalzinose

aktivierte Arthrose

verschiedene akute Formen der Periarthropathia humeroscapularis

Infiltrationstherapie:

Tendovaginitis (strenge Indikationsstellung)

nicht bakterielle Bursitis

Periarthropathien, Insertionstendopathien

Engpass-Syndrome bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen

Enthesitiden bei Spondyloarthritiden

Pneumologische Indikationen:

CELESTAN Depot ist indiziert zur Behandlung des akuten Asthmaanfalls, wenn die

systemische Verabreichung eines Glukokortikoids erforderlich, eine intravenöse Verabreichung

nicht möglich und eine orale Gabe nicht möglich oder nicht ausreichend wirksam ist.

CELESTAN Depot ist außerdem zur Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt

zwischen der 24. und 32. Schwangerschaftswoche nach Ausschluss eines

Amnioninfektionssyndromes angezeigt.

Die intradermale bzw. intraläsionale Injektion ist bei bestimmten Hauterkrankungen angezeigt, wie:

örtlich begrenzte hypertrophische infiltrierte Läsionen von Lichen ruber planus

psoriatische Plaques

Granuloma anulare

Neurodermitis (Lichen simplex chronicus)

Keloide

diskoider Lupus erythematodes

Necrobiosis lipoidica

Alopecia areata

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

CELESTAN Depot darf nicht intravenös oder subkutan injiziert werden. Vor der Anwendung ist die

Ampulle zu schütteln.

CELESTAN Depot muss unbedingt unter aseptischen Bedingungen injiziert werden. Das Hautgebiet

soll operationsmäßig vorbereitet werden.

Intraartikuläre Injektion bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen der Gelenke

Die Dosis richtet sich nach der Größe des Gelenks:

Einzeldosis

Sehr große Gelenke (Hüfte)

1,0–2,0 ml

Große Gelenke (Knie, Sprunggelenke, Schulter)

1,0 ml

Mittelgroße Gelenke (Ellenbogen, Handgelenk)

0,5–1,0 ml

Kleine Gelenke (metacarpophalangeal, interphalangeal, sternoclavicular)

0,25–0,5 ml

Eine Untersuchung der Gelenkflüssigkeit sollte erfolgen, um einen septischen Prozess auszuschließen.

Eine lokale Injektion in ein infiziertes Gelenk sollte vermieden werden.

Eine merkliche Verstärkung der Schmerzen und eine lokale Schwellung, ferner eine Einschränkung

der Beweglichkeit des Gelenks, Fieber und Unwohlsein deuten auf eine septische Arthritis hin. Wenn

die Diagnose einer Sepsis bestätigt wird, ist eine adäquate antimikrobielle Therapie einzuleiten.

Kortikosteroide sollten nicht in instabile Gelenke, infizierte Bereiche oder Zwischenwirbelräume

injiziert werden. Wiederholte Injektionen in Gelenke, die von Osteoarthritis betroffen sind, können die

Gelenkzerstörung beschleunigen. Direkte Injektionen von Kortikosteroiden in Sehnen sind unbedingt

zu vermeiden, da diese im späteren Verlauf zu Sehnenrupturen führen können.

Nach einer intraartikulären Kortikosteroid-Therapie und entsprechender symptomatischer Besserung

sollte der Patient eine übermäßige Belastung dieses Gelenks vermeiden.

Intraläsionale, intrabursale und periartikuläre Injektion bzw. Infiltrationstherapie bei

entzündlichen und degenerativen Erkrankungen des Bindegewebes

Die Einzeldosis beträgt 0,25–1 ml CELESTAN Depot.

Für den Erfolg der Behandlung ist es wichtig, dass der Ort der stärksten Schmerzempfindlichkeit bei

Druck oder Bewegung genau festgestellt wird. In diesen werden 0,25 bis 1 ml CELESTAN Depot

möglichst gleichmäßig injiziert. Sind mehrere Schmerzareale nachweisbar, werden auch diese

infiltriert.

Injektionen in Sehnen sind unbedingt zu vermeiden.

Subkutane Injektionen können zu aseptischen Fettgewebsnekrosen führen.

Bei Bursitis sind 0,5 ml bis 1 ml CELESTAN Depot erforderlich, meistens mehrere Injektionen.

Bei Synovialzyste wird nach Punktion versucht, Exsudat abzusaugen. Anschließend werden 0,25 ml

bis 0,5 ml CELESTAN Depot injiziert und ein Druckverband angelegt.

Bei Sudeckscher Atrophie erfolgt die Infiltration periartikulär und muss eventuell nach 5 bis 7 Tagen

wiederholt werden.

Bei Ganglion: Punktion der Zyste, Entleerung, Injektion von CELESTAN Depot,

Kompressionsverband.

Bei aseptischen Entzündungen kann CELESTAN Depot in Schleimbeutel, Synovialzysten, Ganglien,

Muskelansätze und Sehnenscheiden (nicht in die Sehnen) injiziert werden.

Bei Epikondylitis humeri (Tennisellenbogen), Tendopathien, Weichteilrheumatismus etc. wird in das

Gebiet der größten Schmerzhaftigkeit fächerförmig infiltriert.

Intramuskuläre Anwendung:

Akuter Asthmaanfall: Bei Erwachsenen werden 2 ml (= 11,4 mg Betamethason) CELESTAN Depot

intramuskulär verabreicht.

Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt: Es werden 2 x 2 ml CELESTAN Depot im

Abstand von 24 Stunden intramuskulär injiziert. Die Wirkung hält für 7 Tage an. Danach ist ggf. eine

Wiederholung der Therapie zu erwägen.

Glukokortikoide wie Betamethason fördern die fetale Lungenreife über eine beschleunigte Surfactant-

Synthese in den Alveolen. Dabei besteht eine Indikation für die Gabe von CELESTAN Depot, z. B.

bei drohender Frühgeburt zwischen der 24. und 32. Schwangerschaftswoche. Es empfiehlt sich,

mindestens 24 Stunden vor der Geburt 2 ml CELESTAN Depot i.m. zu injizieren. Zweckmäßiger ist

es, die Prophylaxe in zwei Einzelgaben von je 2 ml, beginnend 48–72 Stunden vor der Geburt,

einzuleiten.

24 Stunden nach der ersten Applikation von 2 ml können weitere 2 ml injiziert werden (Gesamtdosis

4 Ampullen CELESTAN Depot).

Gegebenenfalls erfolgt eine Wiederholung des Behandlungszyklus.

Bei gleichzeitiger Tokolyse muss die Flüssigkeitszufuhr u. U. reduziert werden. Die Prophylaxe mit

CELESTAN Depot ist u. a. bei einem Lecithin-Sphingomyelin-Quotienten < 2 angezeigt.

Ist eine operative Entbindung indiziert, so empfiehlt sich die prophylaktische Gabe eines fertig

gelösten Betamethasons.

Intramuskuläre Injektionen von Kortikosteroiden sollten tief intraglutäal injiziert werden, um eine

lokale Gewebeatrophie zu vermeiden. Eine intramuskuläre Injektion sollte bei Patienten mit

idiopathischer thrombozytopenischer Purpura vorsichtig durchgeführt werden.

Intradermale bzw. intraläsionale (nicht subkutan) Injektionen bei Hauterkrankungen wie

örtlich begrenzte hypertrophische infiltrierte Läsionen von Lichen ruber planus, psoriatische

Plaques, Granuloma anulare, Neurodermitis (Lichen simplex chronicus), Keloide, diskoider

Lupus erythematodes, Necrobiosis lipoidica, Alopecia areata

Es dürfen nicht mehr als 0,2 ml/cm

Hautfläche verwendet werden, pro Behandlung nicht mehr als

1 ml.

Bei Mischung mit einem Lokalanästhetikum (Lidocain) wird eine entsprechend größere Menge der

Mischung verwendet.

Der Abstand der einzelnen Infiltrationen soll mindestens 3 cm betragen, für gewöhnlich im Abstand

von 6 cm (da der Wirkstoff sich zentrifugal verteilt).

Wiederholung in 10- bis 30-tägigem Abstand je nach Reaktion. Die gleiche Stelle sollte nicht vor

10 Tagen erneut behandelt werden, andernfalls besteht die Gefahr des Auftretens von Nekrosen.

Auf streng intradermale Infiltration ist zu achten, denn subkutane Infiltrationen können zu

Hautatrophie führen.

Anwendung von Lokalanästhetika

Wird die Kombination mit einem Lokalanästhetikum gewünscht, kann CELESTAN Depot in der

Spritze mit einem Lokalanästhetikum ohne Adrenalinzusatz, z. B. mit 1%igem oder 2%igem

Lidocainhydrochlorid oder einem anderen Lokalanästhetikum zu gleichen Teilen gemischt werden

(Lokalanästhetika, die Parabene oder Phenol enthalten, sind zu vermeiden). Dabei werden z. B. 0,5 ml

CELESTAN Depot mit einer 1%igen Lidocain-Lösung auf 1 ml aufgefüllt.

Pro Infiltration werden 0,5 bis 0,75 ml dieser Verdünnung verwendet.

Höchstmengen pro Sitzung: 2 ml der genannten Kombination von CELESTAN Depot.

Diese Lösung ist innerhalb einer Viertelstunde zu injizieren.

Zur Beachtung

Allgemein sollte die niedrigst mögliche Dosierung von Kortikosteroiden bei der Langzeittherapie

angewendet werden. Eine eventuelle Dosisminderung sollte schrittweise erfolgen.

Dosisanpassungen können erforderlich sein aufgrund Remission oder Verschlechterung des

Krankheitsprozesses, individuell unterschiedlichem Ansprechen des Patienten auf die Therapie oder

wenn der Patient emotionalem oder physischem Stress ausgesetzt ist, wie z. B. bei schweren

Infektionen, Operationen oder Verletzungen. Eine Überwachung kann bis zu einem Jahr nach

Beendigung einer Langzeit- oder Hochdosis-Kortikosteroid-Therapie erforderlich sein.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe, andere Kortikosteroide oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Magen-Darm-Ulzera

schwere Osteoporose

psychiatrische Anamnese

Herpes simplex, Herpes zoster, Varizellen, ca. 8 Wochen vor bis 2 Wochen nach

Schutzimpfungen

Amöbeninfektion

Systemmykosen

Poliomyelitis mit Ausnahme der bulbärencephalitischen Form, Lymphadenitis nach BCG-

Impfung

Herpes ophthalmicus, Eng- und Weitwinkelglaukom

Beim hyalinen Membransyndrom („Atemnotsyndrom“) ist die Anwendung von CELESTAN Depot

kontraindiziert bei nicht stabilisierter EPH-Gestose und beim Amnioninfektionssyndrom. Post partum

ist die Anwendung von CELESTAN Depot nicht indiziert.

CELESTAN Depot ist für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Induktion der Lungenreife bei drohender Frühgeburt:

Bei gleichzeitiger Tokolyse muss unter Umständen die Flüssigkeitszufuhr reduziert werden. Neuere

Daten zeigen, dass nach wiederholter Gabe von Glukokortikoiden nach Blasensprung ein signifikant

höheres Risiko einer early-onset-Sepsis besteht.

Vorsicht bei Patienten mit Myasthenia gravis, Niereninsuffizienz, Cushing-Syndrom, Hypertonie,

Thrombophlebitis, Diabetes mellitus, unspezifischer ulzerativer Colitis mit drohendem Durchbruch,

Abszess (Eiterung) oder anderer eitererzeugender Infektion, Divertikulitis, Ulcus pepticum in der

Anamnese, kürzlich erfolgten Operationen des Magen-Darm-Traktes (Anastomosen), Osteoporose.

Acetylsalicylsäure sollte in Kombination mit Kortikosteroiden bei Hypoprothrombinämie mit Vorsicht

verwendet werden.

Kortikosteroid-Therapie bei Patienten mit aktiver Tuberkulose sollte auf die Fälle begrenzt werden, in

denen Kortikosteroide zur Beherrschung von fulminanter oder disseminierter Tuberkulose in

Kombination mit einem angemessenen antituberkulotischen Behandlungsregime benötigt werden.

Wenn Kortikosteroide bei Patienten mit latenter Tuberkulose oder positivem Tuberkulintest

angewendet werden, ist eine sorgfältige Überwachung nötig, da es zum erneuten Ausbruch der

Krankheit kommen kann. Bei einer länger dauernden Kortikosteroidtherapie sollte eine

Chemoprophylaxe durchgeführt werden. Falls Rifampicin zur Chemoprophylaxe verwendet wird,

muss dessen beschleunigender Effekt auf die Metabolisierung von Kortikosteroiden beachtet werden;

möglicherweise ist eine Anpassung der Kortikosteroiddosis nötig.

Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobicistathaltiger Produkte

ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte

vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer

Nebenwirkungen der Kortikosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische

Kortikosteroidnebenwirkungen überwacht werden.

Während der Anwendung von CELESTAN Depot ist bei Diabetikern ein eventuell erhöhter Bedarf an

Insulin oder oralen Antidiabetika zu berücksichtigen.

Patienten, insbesondere Kinder, die immunsuppressive Dosen von Kortikosteroiden erhalten, sollten

den Kontakt mit Windpocken(Varizellen)- oder Masern-Infizierten vermeiden.

Während der Anwendung von Kortikosteroiden können neue Infektionen auftreten oder Symptome

einer Infektion überdeckt werden. Eine verminderte Widerstandsfähigkeit kann auftreten und die

Lokalisation von Infektionen erschwert sein. Des Weiteren können Sekundärinfekte durch Pilze oder

Viren am Auge vermehrt auftreten.

Während einer Behandlung mit Kortikosteroiden sollten Patienten nicht gegen Pocken geimpft werden

sowie allgemein keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen durchgeführt werden. Insbesondere bei

hohen Kortikosteroiddosen sollten auch andere Impfungen nicht vorgenommen werden, da die Gefahr

von neurologischen Komplikationen und ausbleibender Antikörperbildung besteht.

Im Falle einer Substitutionstherapie mit Kortikosteroiden, z. B. bei Morbus Addison, kann jedoch eine

Immunisierung durchgeführt werden.

Bei Patienten mit Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse) sowie Leberzirrhose zeigen

Kortikosteroide eine verstärkte Wirkung.

Da die Anwendung von Kortikosteroiden das Wachstum stören und die körpereigene

Kortikosteroidproduktion unterbinden kann, sollte bei Kindern – besonders bei länger dauernder

Anwendung – das Wachstum und die Entwicklung sorgfältig kontrolliert werden.

In seltenen Fällen traten bei Patienten unter parenteraler Therapie mit Kortikosteroiden schwere bis

lebensbedrohliche anaphylaktoide/anaphylaktische Reaktionen mit potenziellem Schock auf. In

diesem Zusammenhang wurde unter anderem auch über Fälle von Kreislaufversagen, Herzstillstand,

Arrhythmien, Bronchospasmus und/oder Blutdruckabfall oder -anstieg berichtet. Bei Patienten mit

bekannter allergischer Disposition oder mit allergischen Reaktionen auf Kortikosteroide in der

Vorgeschichte sind entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.

Eine lokale Anwendung kann neben der lokalen Wirkung auch systemische Effekte zeigen. Die

Möglichkeit systemischer Wirkungen von CELESTAN Depot muss vom behandelnden Arzt bei der

Anwendung von CELESTAN Depot grundsätzlich beachtet werden.

Die potenzielle Wirkung von Betamethason auf das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-System

muss speziell bei Dauertherapie in Erwägung gezogen werden.

Bei Verabreichung von hohen Dosen über einen längeren Zeitraum, insbesondere bei zu geringen

Injektionsintervallen, kann es zu einer Suppression der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-

Achse kommen.

Im Allgemeinen erfolgt die Normalisierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Funktion

vollständig und unmittelbar nach Absetzen des Arzneimittels.

Bei zu schnellem Absetzen von Kortikosteroiden kann es zum Auftreten einer sekundären

Nebennierenrinden-Insuffizienz kommen, was durch stufenweise Dosisreduktion verhindert werden

kann. Eine solche relative Insuffizienz kann Monate über die Beendigung der Therapie hinaus

anhalten; daher sollte beim Auftreten von Stress während dieser Phase die Kortikoidtherapie wieder

aufgenommen werden. Falls der Patient bereits Kortikosteroide erhält, kann eine Dosiserhöhung nötig

sein. Da die Mineralokortikoidsekretion ebenfalls beeinträchtigt sein kann, kann die Verordnung von

Elektrolyten und/oder Mineralokortikoiden erforderlich sein.

Bei einer Langzeit-Kortikoidtherapie sollte ein Wechsel von der parenteralen zur oralen Gabe in

Betracht gezogen werden, wobei möglicher Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen werden

müssen.

Epidurale Injektion: Schwerwiegende neurologische Ereignisse, einige mit letalem Ausgang, wurden

bei epiduraler Injektion von Kortikosteroiden berichtet. Die im Einzelnen berichteten Ereignisse

umfassen unter anderem Rückenmarkinfarkt, Querschnittlähmung, Quadriplegie, Rindenblindheit und

Schlaganfall. Diese schwerwiegenden Ereignisse wurden sowohl nach fluoroskopischer Untersuchung

als auch ohne Anwendung dieses Verfahrens berichtet. Sicherheit und Wirksamkeit einer epiduralen

Anwendung von Kortikosteroiden sind nicht erwiesen. Kortikosteroide sind für diese Art der

Anwendung nicht zugelassen.

Bei der systemischen und topischen (einschließlich intranasaler, inhalativer und intraokularer)

Anwendung von Kortikosteroiden können Sehstörungen auftreten. Wenn ein Patient mit Symptomen

wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Überweisung des

Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen der Sehstörung in Erwägung

gezogen werden; diese umfassen unter anderem Katarakt, Glaukom oder seltene Erkrankungen, wie

z. B. zentrale seröse Chorioretinopathie (CSC), die nach der Anwendung systemischer oder topischer

Kortikosteroide gemeldet wurden.

Die Ergebnisse einer einzelnen, multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie mit

Methylprednisolon-Hemisuccinat, einem anderen Kortikosteroid, zeigten bei Patienten mit Schädel-

Hirn-Trauma, die Methylprednisolon erhielten, eine im Vergleich zu Placebo höhere frühe (nach

2 Wochen) und späte (nach 6 Monaten) Mortalität. Die Ursachen der Mortalität in der

Methylprednisolon-Gruppe wurden nicht ermittelt.

Die Anwendung von CELESTAN Depot kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

CELESTAN Depot enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Ampulle, d. h. es

ist nahezu „natriumfrei“.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Herzglykoside:

Glykosidwirkung kann verstärkt werden.

Saluretika, Amphotericin B:

Es kann zu vermehrter Kaliumausscheidung kommen.

Bei längerer Verabreichung sind Serumelektrolyte,

insbesondere Kaliumspiegel, zu kontrollieren.

Antidiabetika:

Blutzuckersenkung vermindert.

Cumarin-Derivate:

Antikoagulanzien-Wirkung abgeschwächt oder

verstärkt.

Rifampicin, Phenytoin,

Barbiturate, Primidon, Ephedrin:

Kortikoidwirkung vermindert.

Salicylate:

Gastrointestinale Blutungsgefahr erhöht, Blutspiegel

von Salicylaten erniedrigt.

Nichtsteroidale

Antiphlogistika/Antirheumatika,

Alkohol:

Blutungs- und Ulkusgefahr im Magen-Darm-Bereich

erhöht.

Somatotropin:

Somatotropinwirkung vermindert.

Östrogene (z. B. östrogenhaltige

Kontrazeptiva):

Kortikoidwirkung verstärkt (u. U. exzessiv).

Antibiotika:

Makrolide können die Kortikosteroid-Clearance

vermindern.

Isoniazid:

Die Serumkonzentration von Isoniazid kann

vermindert sein.

Ketoconazol:

Kortikoidwirkung verstärkt (u. U. exzessiv).

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewendete Arzneimittel gelten können.

Bei einer gleichzeitigen Behandlung mit CYP3A-Inhibitoren einschließlich cobicistathaltiger Produkte

ist mit einem erhöhten Risiko systemischer Nebenwirkungen zu rechnen. Die Kombination sollte

vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das erhöhte Risiko systemischer

Nebenwirkungen der Kortikosteroide; in diesem Fall sollten die Patienten im Hinblick auf systemische

Kortikosteroidnebenwirkungen überwacht werden.

Wechselwirkungen bei Labortests: Der Nitroblau-Tetrazolium-Test zum Nachweis einer bakteriellen

Infektion kann zu falsch negativen Ergebnissen führen.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft:

Da keine kontrollierten Studien zur Reproduktionstoxizität am Menschen vorliegen, sollte während

der Schwangerschaft oder bei Frauen im gebärfähigen Alter der Nutzen der Behandlung gegen

mögliche Risiken für Mutter und ungeborenes Kind sorgfältig abgewogen werden. Kinder, deren

Mütter während der Schwangerschaft hohe Dosen von Kortikosteroiden erhalten haben, sollten

besonders beobachtet werden, ob sie Symptome einer Nebennierenrindeninsuffizienz zeigen.

Weiterhin sind sie auf das seltene Auftreten von kongenitalen (angeborenen) Katarakten zu

untersuchen.

Stillzeit:

Kortikosteroide passieren die Plazentaschranke und treten in die Muttermilch über, so dass eine

Wachstumsverzögerung, eine Unterdrückung der körpereigenen Kortikoidproduktion und andere

Nebenwirkungen auftreten können. Während der Behandlung soll daher nicht gestillt werden.

Die Mütter, die während der Schwangerschaft Kortikosteroide erhalten haben, sollten während und

nach der Geburt wegen der damit verbundenen Stresssituation auf Anzeichen einer

Nebenniereninsuffizienz beobachtet werden.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen durchgeführt.

4.8

Nebenwirkungen

Bei Anwendung von CELESTAN Depot kann es zu den für Kortikosteroide typischen

Nebenwirkungen kommen, insbesondere bei höherer Dosierung und Langzeittherapie. In der Regel

können diese Reaktionen durch eine Dosisreduktion aufgehoben oder abgeschwächt werden. Dies ist

generell einem Absetzen des Präparates vorzuziehen.

Erkrankungen des Immunsystems:

Neuere Daten zeigen, dass nach wiederholter Gabe von Glukokortikoiden nach Blasensprung ein

signifikant höheres Risiko einer early-onset-Sepsis besteht.

Flüssigkeitshaushalts- und Elektrolyt-Störungen:

Natrium-Retention, Kalium-Verlust, hypokalämische Alkalose, Flüssigkeitsretention, bei

prädisponierten Patienten Stauungsherzinsuffizienz, Blutdruckerhöhung, gesteigerte

Calciumausscheidung.

Muskel-Skelett-Störungen:

Muskelschwäche, Kortikoid-Myopathie, Muskelschwund, bei Patienten mit Myasthenia gravis

Verstärkung der Symptome, Osteoporose, Wirbelfrakturen, aseptische Nekrose des Femur- und

Humeruskopfes, Frakturen der langen Röhrenknochen, Sehnenrupturen, Gelenkinstabilität (nach

wiederholten intraartikulären Injektionen).

Gastrointestinale Störungen:

Schluckauf, peptische Ulcera mit möglicher Perforation und Blutung, Pankreatitis, abdominale

Erweiterung, ulcerative Ösophagitis.

Dermatologische Störungen:

Verzögerte Wundheilung, Hautatrophie, Hautverdünnung, Petechien und Ekchymosen,

Gesichtserythem, verstärktes Schwitzen, Unterdrückung von Reaktionen gegenüber Hauttests,

allergische Dermatitis, Urtikaria, angioneurotisches Ödem.

Neurologische Störungen:

Krämpfe, erhöhter intrakranieller Druck mit Papillenödem (Pseudotumor cerebri), Schwindel,

Kopfschmerz.

Endokrinologische Störungen:

Menstruationsstörungen, Induktion eines Cushing Syndroms (typische Symptome Vollmondgesicht,

Stammfettsucht und Plethora), sekundäre, adrenokortikale und hypophysäre Nichtansprechbarkeit,

besonders unter Stress sowie bei Trauma, chirurgischen Eingriffen oder Krankheit;

Wachstumsverzögerungen bei Behandlung von Kindern im Wachstumsalter bzw. beim ungeborenen

Kind bei Behandlung von Schwangeren.

Stoffwechselstörungen:

Verminderung der Kohlenhydrat-Toleranz, Manifestation eines latenten Diabetes mellitus, erhöhter

Bedarf an Insulin oder oralen Antidiabetika. Negative Stickstoffbilanz aufgrund eines Protein-

Katabolismus.

Störungen im Augenbereich:

Hinterer subkapsulärer Katarakt (v. a. bei Kindern), erhöhter Augeninnendruck, Glaukom mit

möglicher Schädigung des Sehnervs, Exophthalmus. Einzelfälle von Blindheit traten nach

intraläsionaler Behandlung im Bereich des Gesichts bzw. Kopfes auf, verschwommenes Sehen (siehe

auch Abschnitt 4.4).

Psychiatrische Störungen:

Euphorie, Stimmungsschwankungen, schwere Depression bis hin zu psychotischen Manifestationen,

Persönlichkeitsveränderungen, Schlaflosigkeit.

Sonstige Nebenwirkungen:

Anaphylaktoide oder Überempfindlichkeitsreaktionen sowie Blutdruckabfall und Schockreaktionen.

Ferner wurden beobachtet:

Hyper- bzw. Hypopigmentation, subkutane und kutane Atrophien, steriler Abszess, Hitzegefühl,

Nachschmerz nach der Injektion (nach intraartikulärer Anwendung), Charcot-artige Arthropathie.

Veränderte Beweglichkeit und Anzahl der Spermien bei einigen Patienten.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels.

Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger

Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

CELESTAN Depot sollte nur in der empfohlenen Dosierung angewendet werden.

Symptome:

Bei der Injektion sehr hoher Dosen sind ernsthafte Schädigungen nicht zu erwarten, es sei denn, es

wurden außergewöhnlich hohe Dosen appliziert oder bei dem Patienten liegen folgende

Gegenanzeigen vor:

Diabetes mellitus, Glaukom, akutes Magengeschwür, Einnahme von Digitalispräparaten,

cumarinartigen, blutgerinnungshemmenden Mitteln oder Diuretika, durch die die Kaliumausscheidung

erhöht ist.

Behandlung:

Bei auftretenden Komplikationen sollte die jeweils angemessene Behandlung durchgeführt werden.

Auf eine entsprechende Flüssigkeitsaufnahme sollte geachtet und Elektrolytkonzentrationen im Serum

und Urin – insbesondere von Natrium und Kalium – überwacht werden. Gegebenenfalls muss eine

Elektrolytstörung behandelt werden.

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Glukokortikoid zur systemischen und lokalen Anwendung

ATC-Code: H02AB01

CELESTAN Depot ist die Kombination des Natriumsalzes eines leicht löslichen Phosphorsäure-Esters

des Betamethasons mit einem schwerlöslichen Essigsäure-Ester desselben Kortikosteroids. Wirksam

ist in beiden Fällen nach enzymatischer Esterspaltung der freie Alkohol Betamethason.

Betamethason ist ein fluoriertes Glukokortikoid, das eine etwa 25fach stärkere antientzündliche

Wirkung als das natürliche Nebennierenrindenhormon Cortisol besitzt.

Die mineralokortikoide Wirkungskomponente fehlt dagegen fast vollkommen.

Betamethason diffundiert wie alle Glukokortikoide durch die Zellmembranen und bindet an ein

zytoplasmatisches Rezeptorprotein. Der Hormon-Rezeptorkomplex wird in den Zellkern übernommen

und induziert die Biosynthese spezifischer Proteine, die die hormontypischen Zellleistungen

vermitteln. Aufgrund dieses Mechanismus setzt die Wirkung auch bei parenteraler Anwendung

verzögert ein und hält länger an, als es der Plasmahalbwertszeit entspricht.

Betamethason hat wie alle Glukokortikoide eine diabetogene Wirkung, eine katabole Wirkung sowie

eine Wirkung auf den Fettstoffwechsel.

Therapeutisch von Bedeutung sind z. B. die antiproliferative Wirkung, die immunsuppressive

(antiallergische) Wirkung und die antiphlogistische Wirkung.

Glukokortikoide induzieren in den Zielzellen die Synthese eines spezifischen Proteins, das

Phospholipasen der Zellmembran hemmt, so dass bei Zellwandläsionen weniger Arachidonsäure zur

Bildung der Entzündungsmediatoren zur Verfügung steht.

Glukokortikoide führen zu einer Verstärkung der Adrenalinwirkung auf Lipolyse und Gefäßtonus und

zu erhöhter Erregbarkeit zentralnervöser Strukturen.

Glukokortikoide wie Betamethason fördern die Surfactantsynthese in der fetalen Lunge.

Weitere Wirkungen einer exogenen Betamethason- bzw. Glukokortikoidzufuhr – besonders bei

langfristiger Therapie – lassen sich über die Störung der hypophysären-hypothalamischen

Regulationsmechanismen erklären.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Die leicht lösliche Kortikosteroid-Komponente von CELESTAN Depot wird bei i.m. Applikation

schnell resorbiert (t

= 60 Minuten) und führt zu einem schnellen Wirkungseintritt, während die

Langzeitwirkung durch den in Kristallform suspendierten schwerlöslichen Ester hervorgerufen wird.

Der aus dem leicht löslichen Ester stammende Teil des Betamethasons wird zu 80 % während der

ersten 2 Tage ausgeschieden, während das Betamethasonacetat langsam aus seinem Kristalldepot im

Gewebe herausgelöst wird und deshalb noch nach 2 Wochen in messbarer Konzentration im Blut

vorhanden ist.

Kortikosteroide werden in unterschiedlichen Maßen an Plasmaproteine gebunden, durch die Leber

metabolisiert und über die Niere ausgeschieden.

Betamethason hat eine Proteinbindung von 62,5 % (zum Vergleich Hydrokortison 89 %).

Das Ausmaß der biologischen Wirksamkeit von Betamethason korrespondiert anscheinend eher mit

dem nicht an Plasmaproteine gebundenen Anteil. Es besteht kein direkter Zusammenhang zwischen

Blutspiegel (total oder ungebunden) und Dauer der therapeutischen Wirksamkeit:

Während die Plasmahalbwertszeit von Betamethason

300 Minuten beträgt, wurde die biologische

Halbwertszeit mit 36–54 Stunden ermittelt.

Bei Anwendung von CELESTAN Depot an gesunden Probanden kam es – ähnlich wie bei der

Applikation des leicht löslichen Betamethasonderivats als Monosubstanz – durch einen negativen

Rückkopplungsmechanismus auf das Hypothalamus-Hypophysen-System zu einer Suppression des

Plasmakortisolspiegels innerhalb von 30–60 Minuten. Dieser normalisiert sich innerhalb von 2–6

Tagen wieder. Die Beeinflussung der 17-Hydroxykortikosteroid-Ausscheidung hielt 7–10 Tage an.

Eine Besserung der Symptomatik tritt gewöhnlich innerhalb weniger Stunden (in einigen Fällen

innerhalb einer Stunde) ein.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizität

Tierart

Applikationsart

(mg*/kg)

Maus

peroral

1.460

Ratte

i.p.; i.v.; s.c.; i.m.

~ 900

Hund

i.m.

>> 100

* Angegeben als Betamethason

Chronische Toxizität

Spezielle Untersuchungen zur chronischen Toxizität von Betamethasondihydrogenphosphat-

Dinatrium und Betamethasonacetat am Tier liegen nicht vor.

Ratten, die über 9 Monate täglich 0,05–1 mg/kg Betamethason peroral erhielten, zeigten erst in der

höchsten Dosisgruppe Veränderungen, wie sie für Kortikosteroide typisch sind, wie Lymphopenie,

Eosinopenie und Ansteigen der neutrophilen Blutkörperchen. Unerwartete toxische Effekte wurden

nicht gefunden.

Kanzerogenität und Mutagenität

Betamethason zeigte negative Ergebnisse in Mutagenitätstests an Bakterien (Salmonella und

Escherichia) und an Säugerzellen (CHO/HGPRT).

Ein positives Ergebnis wurde im Chromosomenaberrationstest

in vitro

an Humanlymphozyten und ein

uneindeutiges Ergebnis im Mikronukleustest

in vivo

am Knochenmark der Maus festgestellt. Dieses

Wirkungsmuster gleicht dem von Dexamethason und Hydrokortison und wird als Wirkungsmerkmal

der Kortikosteroid-Stoffklasse angesehen.

Langzeitstudien am Tier sind nicht durchgeführt worden, um das kanzerogene Potenzial von

Betamethason festzustellen.

Reproduktionstoxizität

Betamethason zeigte bei parenteraler Applikation als Betamethasondihydrogenphosphat-Dinatrium, in

einer Dosierung, die der ein- bis zweifachen therapeutischen Dosis beim Menschen entsprach,

teratogene Effekte bei Ratten und Kaninchen. Die am häufigsten auftretenden Missbildungen waren

Gaumenspalten. Dosierungen im Bereich des 4–8-Fachen der therapeutischen Dosis erwiesen sich als

embryoletal.

Für den Menschen sind solche Effekte jedoch nicht nachgewiesen.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Natriumdihydrogenphosphat-Dihydrat, Natriummonohydrogenphosphat-Dihydrat (Ph. Eur.),

Natriumedetat (Ph. Eur.), Benzalkoniumchlorid, Wasser für Injektionszwecke.

6.2

Inkompatibilitäten

Licht, Oxidationsmittel und stark alkalisch reagierende Verbindungen führen zu einer Zersetzung des

Kortikoids.

CELESTAN Depot soll nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden. Ausnahme ist die

gemeinsame Verabreichung mit Lokalanästhetika wie Lidocain.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

18 Monate

Dieses Arzneimittel soll nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern.

Nicht einfrieren. Vor Licht schützen.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

1 Ampulle zu 1 ml Injektionssuspension

5 Ampullen zu je 1 ml Injektionssuspension

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine speziellen Hinweise.

7.

Inhaber der Zulassung und Hersteller

Inhaber der Zulassung:

MSD SHARP & DOHME GMBH

Lindenplatz 1

85540 Haar

Postanschrift:

Postfach 1202

85530 Haar

Tel.: 0800/673 673 673

Fax: 0800/673 673 329

E-Mail: e-mail@msd.de

Hersteller:

SP Labo N.V.

Industriepark 30

B - 2220 Heist-op-den-Berg

Belgien

Telefon: 0032/15/25-8711

Telefax: 0032/15/25-8880

8.

Zulassungsnummer

6450944.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

22. Dezember 2005

10.

Stand der Information

Juni 2018

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

VarII_2017-10/WS030

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