Cecenu Kapsel

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Lomustin
Verfügbar ab:
Medac Gesellschaft für klinische Spezialpräparate m.b.H.
ATC-Code:
L01AD02
INN (Internationale Bezeichnung):
lomustine
Darreichungsform:
Kapsel
Zusammensetzung:
Lomustin 40.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
982.00.00

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

CECENU

40 mg Kapsel

Lomustin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Einnahme dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter.

Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt

auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe

Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist CECENU

und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von CECENU

beachten?

Wie ist CECENU

einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist CECENU

aufzubewahren?

Inhalt der Packung und

weitere Informationen

1.

Was ist CECENU

und wofür wird es angewendet?

CECENU

ist ein Antitumormittel. Es beeinflusst das Wachstum von bösartigen Zellen.

CECENU

wird in Kombinationstherapie eingesetzt:

zur krankheitslindernden (palliativen) Therapie von Hirntumoren und Hirnmetastasen anderer

Tumoren,

bei fortgeschrittenem Morbus Hodgkin, wenn die etablierten Chemotherapieschemata nicht mehr

wirken,

bei bösartigen Tumorerkrankungen der Haut (metastasierte, maligne Melanome) sowie

bei Lungentumor (kleinzelliges Bronchialkarzinom).

2.

Was müssen sie vor der Einnahme von CECENU

beachten?

CECENU

darf nicht eingenommen werden

wenn Sie allergisch gegen Lomustin, andere Nitrosoharnstoffderivate oder einen der in

Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.

während der Schwangerschaft

bei starker Verringerung der Blutplättchen (Thrombozyten) und der weißen Blutkörperchen

(Leukozyten)

bei stark eingeschränkter Nierenfunktion

bei Zöliakie (Sprue) sollten Sie aufgrund des Gehaltes an Weizenstärke Ihren Arzt befragen

wenn Sie unter einer Schwäche des Immunsystems (Immunsuppression) leiden und gegen

Gelbfieber (oder mit einem anderen Lebendimpfstoff) geimpft wurden

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie CECENU

einnehmen.

Wegen der Wirkung auf das blutbildende System ist während der Behandlung eine Überwachung des

Blutbildes notwendig sowie eine regelmäßige Kontrolle der Leber- und Nierenfunktion.

CECENU

kann zu einer verzögert einsetzenden Einschränkung der Knochenmarksfunktion führen.

Diese gehört zu den häufigsten und schwersten Nebenwirkungen von CECENU

und äußert sich in einer

erniedrigten Anzahl an Blutplättchen (Thrombozyten) und weißen Blutkörperchen (Leukozyten), was bei

Ihnen zu einer höheren Infektanfälligkeit und verstärkter Blutungsneigung führen kann.

Ihr Arzt wird daher während der Therapie und bis 6 Wochen nach der letzten Einnahme wöchentliche

Blutbildkontrollen durchführen.

Nehmen Sie CECENU

immer strikt nach Anweisung Ihres behandelnden Arztes ein. Erhöhen Sie nicht

eigenmächtig die Dosis, indem Sie mehr CECENU

einnehmen, als Ihr Arzt Ihnen verordnet hat. Bei der

Einnahme ist darauf zu achten, dass ein 6-Wochen-Turnus nicht unterschritten wird.

Aufgrund der kumulativen Wirkung auf das Knochenmark kann es sein, dass Ihr Arzt anhand Ihrer

Blutwerte entscheidet, während der Therapie die Dosis von CECENU

zu reduzieren.

CECENU

kann Lungenschäden verursachen, die in Zusammenhang mit der eingenommenen

Wirkstoffmenge zu stehen scheinen. Daher sollten vor Beginn der Therapie und in regelmäßigen

Abständen Lungenfunktionstests durchgeführt werden.

Die Langzeitanwendung von Nitrosoharnstoffderivaten steht evtl. mit der Entwicklung von sekundären

Krebserkrankungen in Zusammenhang.

Für Patienten mit Zöliakie sollte die Einnahme des Arzneimittels aufgrund des Gehaltes an Weizenstärke

einer besonderen Nutzen-Risiko-Analyse unterzogen werden.

Da es sich bei CECENU

um ein Antitumormittel handelt, sollten Sie bei der Einnahme besondere

Sorgfalt walten lassen. Vermeiden Sie einen Kontakt mit dem Kapselinhalt! Tragen Sie gegebenenfalls

Handschuhe und waschen Sie sich nach der Einnahme die Hände mit Seife und Wasser.

Einnahme von CECENU

zusammen mit anderen Arzneimitteln

Es wurden keine speziellen Studien bezüglich Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

durchgeführt.

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.

Bei einer Impfung gegen Gelbfieber besteht das Risiko von fatalen Impfkomplikationen.

Lebendimpfstoffe dürfen nicht bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem angewandt werden.

Die gleichzeitige Gabe von Antiepileptika und Antitumormedikamenten (CECENU

eingeschlossen)

kann zu Komplikationen aufgrund von Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten führen.

Durch andere Zytostatika kann die Knochenmarktoxizität von CECENU

verstärkt werden. Eine

Kreuzresistenz mit anderen alkylierenden Substanzen kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.

Ein Anstieg der Knochenmarktoxizität kann in Einzelfällen auch bei gleichzeitiger Einnahme von

CECENU

-Kapseln mit Theophyllin oder Cimetidin erfolgen. Eine Vorbehandlung mit Phenobarbital

kann zu einer Verminderung der Antitumorwirkung von CECENU

führen.

Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.

Einnahme von CECENU

zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol

Leberschädigende Lebensmittel – wie besonders Alkohol – müssen vermieden werden.

Beachten Sie besonders, dass Alkohol außerdem Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert!

Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen,

schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um

Rat.

Schwangerschaft

Lomustin kann erbgutschädigend wirken und die Entwicklung eines Embryos beeinträchtigen.

CECENU

sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden. Bei vitaler Indikation zur

Behandlung einer schwangeren Patientin sollte eine medizinische Beratung über das mit der Behandlung

verbundene Risiko von schädigenden Wirkungen für das Kind erfolgen. Frauen im gebärfähigen Alter

sollten unter der Therapie mit CECENU

nicht schwanger werden.

Tritt während der Behandlung eine Schwangerschaft ein, so ist die Möglichkeit einer genetischen

Beratung zu nutzen.

Stillzeit

Lomustin geht aufgrund seiner Zusammensetzung wahrscheinlich in die Muttermilch über. Während der

Behandlung darf nicht gestillt werden. Da ein potentielles Risiko für das Neugeborene besteht, sollte

erwogen werden, entweder die Therapie mit CECENU

oder das Stillen abzubrechen, immer unter der

Berücksichtigung des Nutzens der Therapie für die Mutter und des Nutzens des Stillens für das

Neugeborene.

Fortpflanzungsfähigkeit

Lomustin kann erbgutschädigend wirken. Männern, die mit Lomustin behandelt werden, wird daher

empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor

Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Lomustin

über eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine speziellen Studien im Hinblick auf das Bedienen von Maschinen durchgeführt.

CECENU

-Kapseln können jedoch indirekt durch Auslösung von Übelkeit und Erbrechen zu einer

Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit oder der Bedienung von Maschinen führen. Sie können dann auf

unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Fahren Sie nicht

Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie

nicht ohne sicheren Halt!

CECENU

enthält Lactose und Weizenstärke

Bitte nehmen Sie CECENU

-Kapseln erst nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein, wenn Ihnen bekannt

ist, dass Sie unter einer Zuckerkrankheit leiden.

CECENU

-Kapseln dürfen nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegenüber Weizenstärke

(nicht Zöliakie) sind.

3.

Wie ist CECENU

einzunehmen?

Die Behandlung mit CECENU

-Kapseln sollte nur unter Aufsicht eines in der Tumortherapie erfahrenen

Arztes erfolgen.

Dosierungsanleitung

Alle Mengenangaben beziehen sich auf mg Wirksubstanz, wobei die Dosis entsprechend der

Körperoberfläche bzw. des Körpergewichts jedes Patienten individuell berechnet wird.

Die kumulative Gesamtdosis soll 1.000 mg Lomustin/m² Körperoberfläche nicht erreichen, da die

Gefahr einer Lungenschädigung (Lungenfibrose) besteht.

Soweit nicht anders in der Kombinationstherapie verordnet:

70 – 100 mg/m² Körperoberfläche (= 1,6 – 2,3 mg/kg Körpergewicht) alle 6 Wochen.

Hinweis

Vor jeder Wiederholung der CECENU

-Verabreichung ist ein Blutbild anzufertigen und die Dosierung

anzupassen. Eine kumulative Knochenmarktoxizität, besonders für die Blutplättchen (Thrombozyten),

kann eine Verlängerung des behandlungsfreien Intervalls notwendig machen.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Dosis zu reduzieren.

Art der Anwendung

Die Einnahme soll vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen oder 3 Stunden nach einer Mahlzeit

erfolgen. Es ist ratsam, 10 Minuten vor Einnahme eine antiemetische Therapie durchzuführen.

CECENU

-Kapseln werden unzerteilt und mit reichlich Flüssigkeit eingenommen.

Hinweis

Nehmen Sie die Kapseln unzerkaut als Ganzes ein.

Dauer der Anwendung

Die Dauer der Behandlung muss vom Arzt festgelegt werden. Sie ist abhängig von dem

Anwendungsgebiet, vom Ansprechen (therapeutischer Erfolg), vom klinischen Zustand und vom

Blutbild des Patienten sowie von der Menge anderer gleichzeitig verabreichter Medikamente.

Die Anweisungen - siehe Dosierungsanleitung - sind genauestens zu beachten.

Wenn Sie eine größere Menge von CECENU

eingenommen haben, als Sie sollten

Es wurde von Fällen mit versehentlicher Überdosierung berichtet, von denen einige einen fatalen

Ausgang genommen haben.

Bei einer Überdosierung von CECENU

ist mit einer Verstärkung der Nebenwirkungen zu rechnen. Im

Vordergrund steht hierbei eine ausgeprägte Blutbildungsstörung, insbesondere niedrige Werte an weißen

Blutkörperchen und Blutplättchen. Weiterhin können Störungen im Magen-Darm-Trakt (mit

Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen und Appetitlosigkeit), Leberfunktionsstörungen und Störungen

des Nervensystems (Lethargie, Schwindel) auftreten. Außerdem kann es zu Husten und Kurzatmigkeit

kommen. In sehr schweren Fällen kann es zu einem Versagen mehrerer Organe kommen.

Bei Verdacht auf eine Überdosierung mit CECENU

benachrichtigen Sie bitte Ihren Arzt. Dieser kann

entsprechend der Schwere einer Vergiftung über die gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen

entscheiden. Ein spezielles Gegenmittel (Antidot) steht nicht zur Verfügung. Es sind deshalb die

üblichen Allgemeinmaßnahmen (symptomatische Behandlung) einzuleiten.

Wenn Sie die Einnahme von CECENU

vergessen haben

Setzen Sie die Therapie wie gewohnt mit der nächsten Einnahme fort. Nehmen Sie auf keinen Fall eine

erhöhte Dosis ein!

Sprechen Sie jedoch mit Ihrem Arzt, insbesondere für den Fall, dass Sie mehrere Einnahmen vergessen

haben sollten. Ihr Arzt wird dann entscheiden, wie bei der weiteren Einnahme vorzugehen ist.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt

oder Apotheker.

4.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel

Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bedeutsame Nebenwirkungen oder Zeichen, auf die Sie achten sollten, und Maßnahmen, wenn

Sie betroffen sind

Wenn Sie von einer der nachfolgend genannten Nebenwirkungen betroffen sind, suchen Sie Ihren Arzt

möglichst umgehend auf.

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10)

Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit

Häufig (bis zu 1 Behandelter von 10)

Fieber, Infektionen

Gelegentlich (bis zu 1 Behandelter von 100)

Apathie (Erschöpfung), Desorientierung (Verwirrtheit), Ataxie (Störung der Bewegungsabläufe),

Stottern

Selten (bis zu 1 Behandelter von 1.000)

Durchfall

Mundschleimhautentzündung

Haarausfall

Andere mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 1 Behandelter von 10)

Myelosuppression (Unterdrückung der Knochenmarkfunktion), Panzytopenie (Mangel aller

Blutzellen), Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen), Leukopenie (Mangel an weißen

Blutkörperchen), Neutropenie (Mangel an speziellen weißen Blutkörperchen), Anämie (Mangel

an roten Blutkörperchen). Diese tritt normalerweise 4 - 6 Wochen nach der Einnahme auf. Sie ist

dosisabhängig und dauert 1 - 2 Wochen an. Die Veränderungen in Ihrem Blutbild (vorwiegend

Thrombozytopenie und Leukopenie) können dazu führen, dass ihr Arzt die Dosis von CECENU

anpasst.

Häufig (bis zu 1 Behandelter von 10)

Leichte Leberfunktionsstörungen

Gelegentlich (bis zu 1 Behandelter von 100)

Erhöhung der Leberenzyme

Nierenschäden

Nierenversagen

Selten (bis zu 1 Behandelter von 1.000)

Interstitielle Pneumonie (Erkrankung des Lungengewebes), Lungenfibrose (Verhärtung des

Lungengewebes)

Cholestatischer Ikterus (Gelbsucht)

Leberversagen

Sehr selten (bis zu 1 Behandelter von 10.000)

Sekundäre Malignome (durch die Behandlung bedingte Krebserkrankungen) wie sekundäre

Leukämien (Blutkrebs) und myelodysplastische Syndrome (Bluterkrankungen, bei denen durch

fehlerhafte Ausreifung von Blutvorläuferzellen krankhafte Veränderungen in der

Zusammensetzung des Blutes auftreten).

In Kombination mit einer Strahlentherapie irreversible (bleibende) Schädigung des Sehnervs

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Lethargie (Schläfrigkeit, Antriebslosigkeit)

Sprachstörungen

Koordinationsstörungen

Lungeninfiltration (Verdichtung des Lungengewebes, als Folge eines Entzündungsgeschehens)

Azotämie (Erhöhung des Gehaltes an harnpflichtigen Substanzen im Blut)

Nierenatrophie (Rückbildung/Verkleinerung der Niere)

Erhöhung des Bilirubins (Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes) im Blut

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können

Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt.

Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist CECENU

aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und Umkarton nach „Verwendbar bis“

angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag

des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie Ihren Apotheker, wie

das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der

Umwelt bei.

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was

CECENU

enthält

Der Wirkstoff ist: Lomustin.

1 Kapsel enthält 40 mg Lomustin.

Die sonstigen Bestandteile sind: Lactose, Weizenstärke, Talkum, Magnesiumstearat, Gelatine,

Titandioxid, Indigocarmin.

Wie CECENU

-Kapseln aussehen und Inhalt der Packung

CECENU

-Kapseln sind blau.

Packungsgrößen:

Originalverpackung mit 5 Kapseln

Originalverpackung mit 20 Kapseln

Originalverpackung mit 50 Kapseln

Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

medac

Gesellschaft für klinische

Spezialpräparate mbH

Theaterstr. 6

22880 Wedel

Tel.:

+49 (0)4103 8006-0

Fax.:

+49 (0)4103 8006-100

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im 05/2017.

F A C H I N F O R M A T I O N

1.

BEZEICHNUNG DES ARZNEIMITTELS

Cecenu

40 mg Kapsel

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Eine Kapsel Cecenu enthält 40 mg Lomustin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Hartkapsel

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Cecenu wird in Kombinationstherapie eingesetzt:

zur krankheitslindernden (palliativen) Therapie von Hirntumoren und Hirnmetastasen anderer

Tumoren,

bei fortgeschrittenem Morbus Hodgkin, wenn die etablierten Chemotherapieschemata nicht mehr

wirken,

bei bösartigen Tumorerkrankungen der Haut (metastasierte, maligne Melanome) sowie

bei Lungentumor (kleinzelliges Bronchialkarzinom).

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit Cecenu sollte nur von einem erfahrenen Onkologen vorgenommen werden, wobei eine

Überwachung des Blutbildes sowie der Leber- und der Nierenfunktion notwendig ist.

Dosierung

Vor jeder Wiederholung der Cecenu-Verabreichung ist ein Blutbild anzufertigen und die Dosierung

anzupassen. Eine kumulative Knochenmarktoxizität, besonders für Thrombozyten, kann eine Verlängerung

des behandlungsfreien Intervalls notwendig machen.

Die kumulative Gesamtdosis soll 1.000 mg Lomustin/m² Körperoberfläche nicht erreichen, da die Gefahr

einer Lungenfibrose besteht.

Soweit nicht anders in der Kombinationstherapie verordnet:

70 – 100 mg/m² Körperoberfläche (= 1,6 – 2,3 mg/kg Körpergewicht) alle 6 Wochen.

Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist die Dosis zu reduzieren.

Art der Anwendung

Zum Einnehmen.

Cecenu soll vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen oder drei Stunden nach einer Mahlzeit eingenommen

werden.

Eine prophylaktische antiemetische Therapie ist ratsam.

Dauer der Anwendung

Die Anweisungen unter Dosierung sind genauestens zu beachten.

4.3

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den (die) Wirkstoff(e), andere Nitrosoharnstoffderivate oder einen der in

Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile.

Schwangerschaft.

Bei Patienten mit Zöliakie sollte aufgrund des Gehaltes an Weizenstärke eine besondere Nutzen-

Risiko-Bewertung erfolgen.

Starke Reduktion der Thrombozyten- und Leukozytenwerte.

Stark eingeschränkte Nierenfunktion.

Gleichzeitige Anwendung von Gelbfieberimpfstoff oder anderen Lebendimpfstoffen ist kontraindiziert

in immunsupprimierten Patienten (siehe Abschnitt 4.5).

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Für Patienten mit Zöliakie sollte aufgrund des Gehaltes an Weizenstärke eine besondere Nutzen-Risiko-

Bewertung erfolgen.

Die Behandlung mit Cecenu sollte nur von erfahrenen Onkologen vorgenommen werden.

Verzögerte Knochenmarksschädigung, besonders Thrombozytopenie und Leukopenie, die zu Blutungen

und ausufernden Infektionen in bereits gefährdeten Patienten beitragen kann, gehört zu den häufigsten

und schwersten Nebenwirkungen von Lomustin.

Eine Blutwertkontrolle sollte im wöchentlichen Abstand, bis einschließlich 6 Wochen nach einer Gabe

erfolgen (siehe Abschnitt 4.8). In der empfohlenen Dosis darf Cecenu nicht häufiger als in einem

6-Wochen-Turnus gegeben werden.

Patienten müssen ausdrücklich darauf hingewiesen werden, nur die vom Arzt verordnete Dosis

einzunehmen. Außerdem muss darauf hingewiesen werden, dass Cecenu als einzelne orale Dosis im

Abstand von 6 Wochen eingenommen werden soll.

Die Knochenmarkstoxizität von Cecenu ist kumulativ, daher muss eine Dosisanpassung anhand des

Nadirs der vorherigen Dosis erfolgen.

Vorsicht ist geboten bei Patienten, die erniedrigte Thrombozyten- oder Leukozytenwerte aufweisen, des

Weiteren bei Patienten mit verminderten Erythrozyten.

Die Lungentoxizität für Lomustin scheint dosisabhängig zu sein (siehe Abschnitt 4.8). Vor

Behandlungsbeginn sollte daher eine komplette Lungenuntersuchung durchgeführt werden und während

der Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Lunge angeraten. Patienten mit einem

Ausgangswert von unter 70 % der forcierten Vitalkapazität oder des Kohlenmonoxid-Transferfaktors

sind besonders gefährdet.

Da Lomustin in Verdacht steht, Leberfunktionsstörungen zu verursachen, wird empfohlen regelmäßige

Leberfunktionstests durchzuführen (siehe Abschnitt 4.8).

Die Nierenfunktion sollte regelmäßig untersucht werden (siehe Abschnitt 4.8).

Berichten zufolge steht die Langzeitanwendung von Nitrosoharnstoffen möglicherweise mit der

Entwicklung sekundärer bösartiger Erkrankungen in Verbindung.

Beim Umgang mit zytostatisch wirksamen Substanzen ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Es sollten

Maßnahmen ergriffen werden, um eine Exposition zu vermeiden; diese beinhalten das Tragen von

Schutzhandschuhen und das Händewaschen mit Seife nach der Handhabung solcher Produkte.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Es wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Die gleichzeitige Gabe von Antiepileptika oder anderen Chemotherapeutika mit Cecenu kann zu

Komplikationen aufgrund pharmakokinetischer Interaktionen führen. Durch andere Zytostatika kann die

Knochenmarktoxizität von Cecenu verstärkt werden. Eine Kreuzresistenz mit anderen alkylierenden

Substanzen kann derzeit nicht ausgeschlossen werden.

Ein Anstieg der Knochenmarktoxizität kann in Einzelfällen auch bei gleichzeitiger Einnahme von

Cecenu-Kapseln mit Theophyllin oder mit dem H

-Antihistaminikum Cimetidin erfolgen.

Eine Vorbehandlung mit Phenobarbital kann aufgrund einer beschleunigten Elimination durch die

Induktion mikrosomaler Leberenzyme zu einer Verminderung der Antitumorwirkung von Cecenu

führen.

Bei gleichzeitiger Anwendung der Gelbfiebervakzine mit Lomustin kann es zu schwersten systemischen

Impfkomplikationen kommen. Die Anwendung von Lebendvakzinen bei immunsupprimierten Patienten

ist kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3).

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Über die sichere Anwendung von Lomustin in der Schwangerschaft gibt es keine Informationen.

Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt (siehe Abschnitt 5.3).Cecenu ist

während der Schwangerschaft kontraindiziert (siehe Abschnitt 4.3). Frauen im gebärfähigen Alter sollte von

einer Schwangerschaft abgeraten werden. Bei vitaler Indikation zur Behandlung einer schwangeren Patientin

sollte eine medizinische Beratung über das mit der Behandlung verbundene Risiko von schädigenden

Wirkungen für das Kind erfolgen.

Tritt während der Behandlung eine Schwangerschaft ein, so ist die Möglichkeit einer genetischen Beratung zu

nutzen.

Stillzeit

Aufgrund seines lipophilen Charakters geht Lomustin wahrscheinlich in die Muttermilch über. Während der

Behandlung darf aufgrund des potentiellen Risikos für das Kind nicht gestillt werden. Bei Patientinnen, die

stillen möchten, muss eine Nutzen-Risiko-Bewertung bezüglich des Nutzens des Stillens für das Kind und des

Nutzens der Therapie für die Mutter durchgeführt werden. Anhand dieser Bewertung muss eine Entscheidung

über den Abbruch des Stillens oder den Abbruch der Therapie der Mutter getroffen werden.

Fertilität

Lomustin kann erbgutschädigend wirken. Männern, die mit Lomustin behandelt werden, wird daher

empfohlen, während der Behandlung und bis zu 6 Monate danach kein Kind zu zeugen und sich vor

Therapiebeginn wegen der Möglichkeit einer irreversiblen Infertilität durch die Therapie mit Lomustin über

eine Spermakonservierung beraten zu lassen.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es wurden keine speziellen Studien über die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von

Maschinen durchgeführt.

Cecenu-Kapseln können jedoch indirekt durch Auslösen von Übelkeit und Erbrechen zu einer

Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit oder der Bedienung von Maschinen führen. Dies gilt im verstärkten

Maße im Zusammenhang mit Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

1/10)

Häufig:

1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich:

1/1.000 bis < 1/100)

Selten:

1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten:

(< 1/10.000)

Nicht bekannt

(Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Häufig:

Infektionen

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen

(einschl. Zysten und Polypen)

Sehr selten:

Sekundäre Malignome, wie sekundäre Leukämien,

myelodysplastische Syndrome

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig:

Myelosuppression, Panzytopenie, Thrombozytopenie,

Leukopenie, Neutropenie, Anämie

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich:

Apathie, Desorientierung, Ataxie, Stottern

Nicht bekannt:

Koordinationsstörungen, Lethargie, Dysarthrie

Augenerkrankungen

Sehr selten:

In Kombination mit einer Strahlentherapie irreversible

Schädigung des Sehnervs

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und

Mediastinums

Selten:

Interstitielle Pneumonie, Lungenfibrose

Nicht bekannt:

Lungeninfiltration

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Übelkeit, Erbrechen, Anorexie

Selten:

Diarrhö, Stomatitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig:

Leichte Leberfunktionsstörungen

Gelegentlich:

Erhöhung der Leberenzyme (ASAT, ALAT, LDH,

alkalische Phosphatase)

Selten:

Cholestatischer Ikterus, Leberversagen

Erkrankungen der Haut und des

Unterhautzellgewebes

Selten:

Alopezie

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich:

Nierenschäden, Nierenversagen

Nicht bekannt:

Azotaemie, Atrophie der Niere

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am

Verabreichungsort

Häufig:

Fieber

Untersuchungen

Nicht bekannt:

Bilirubin im Blut erhöht

Am häufigsten treten Myelosuppression und Übelkeit/Erbrechen auf.

Gutartige, bösartige und unspezifische Neubildungen (einschl. Zysten und Polypen)

Über sekundäre Malignome wie sekundäre Leukämien und myelodysplastische Syndrome, wurde nach

Langzeittherapie in Einzelfällen berichtet.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Eine verzögerte hämatologische Toxizität ist eine der häufigsten und schwerwiegendsten Nebenwirkungen von

Lomustin. Sie tritt in der Regel 4 – 6 Wochen nach der Einnahme auf und ist dosisabhängig. Es kann eine

Panzytopenie mit Neutropenie, Leukopenie, Thrombozytopenie und Anämie auftreten. Die Thrombozytopenie

tritt in der Regel 4 – 5 Wochen nach dem Beginn der Therapie auf und hält 1 - 2 Wochen an. Eine

Neutropenie tritt in der Regel nach 5 – 6 Wochen auf und hält 1 - 2 Wochen an. Die hämatologische Toxizität

kann kumulativ sein und führt im Verlauf der Therapie zu verstärkt reduzierten Leukozyten und

Thrombozyten.

Annähernd 65 % der Patienten, die eine Dosis von 130 mg/m² erhielten, zeigten im weißen Blutbild Werte von

unter 5.000 WBC/mm³. 36 % zeigten einen WBC von unter 3.000/mm³. Thrombozytopenie äußert sich

generell schwerwiegender als Leukopenie, beides sind jedoch dosislimitierende Nebenwirkungen.

Lomustin kann zu kumulativer Knochenmarksdepression führen, die sich in stärker erniedrigten Werten oder

längerer Dauer der Suppression nach wiederholten Dosen äußert.

Über das Auftreten von akuten Leukämien und Knochenmarksdysplasien wurde in Patienten unter

Langzeittherapie mit Nitrosoharnstoffen berichtet.

Anämie kann ebenfalls auftreten, ist aber insgesamt nicht so häufig und weniger schwerwiegend, verglichen

mit Thrombozytopenie und Leukopenie

Erkrankungen des Nervensystems

Gelegentlich mäßige neurologische Symptome, wie Apathie, Desorientierung, Ataxie und Stottern. Meist

treten diese Symptome bei Kombination mit anderen antineoplastischen Substanzen oder Bestrahlung auf.

Augenerkrankungen

Sehr selten kann in Kombination mit einer Strahlentherapie eine irreversible Schädigung des Sehnervs

auftreten.

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Lungentoxizität, charakterisiert durch pulmonale Infiltration, interstitielle Pneumonie oder Lungenfibrose tritt

selten auf. Über das Auftreten von Toxizitäten wurde nach einem Anwendungszeitraum von 6 Monaten oder

länger nach Beginn der Therapie, mit kumulativen Dosen über 1.100 mg/m² berichtet. Es gibt einen Bericht

über pulmonale Toxizität nach einer kumulativen Dosis von nur 600 mg.

Berichte von Patienten mit intrakranialen Tumoren, die Nitrosoharnstoffe während ihrer Kindheit und im

frühen Erwachsenenalter eingenommen haben, beschreiben das Auftreten von Lungenfibrosen bis zu 17 Jahre

nach der Therapie.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Übelkeit und Erbrechen treten sehr häufig 3 bis 6 Stunden nach Lomustingabe auf und halten 1 – 2 Tage an,

gefolgt von Anorexie für 2 – 3 Tage. Bei Verteilung der 6-wöchentlichen Dosis auf 3 Dosen in den ersten

Tagen der 6-wöchentlichen Periode können diese Nebenwirkungen milder ausfallen. Normalerweise ist die

gastrointestinale Verträglichkeit gut, wenn vorsorglich Antiemetika gegeben werden und wenn der Patient

Lomustin auf nüchternen Magen einnimmt. Seltener treten Diarrhö und Stomatitis auf.

Leber- und Gallenerkrankungen

Häufig treten milde Leberfunktionsstörungen auf. Gelegentlich wird eine meist vorübergehende Erhöhung der

Leberenzyme (SGOT, SGPT, LDH oder Alkalische Phosphatase oder der Blutbilirubinwerte) beobachtet.

Selten kommt es zu einem cholestatischen Ikterus oder zu einem Leberversagen.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Selten tritt eine Alopezie auf.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Nierenschäden, wie Abnahme der Nierengröße und progressive Azotämie wurden in Patienten mit hohen

kumulativen Dosen unter Langzeittherapie berichtet. Gelegentlich wurde nach längerer Therapie mit Lomustin

über Nierenversagen berichtet. Die kumulative Dosis war in diesen Fällen höher als 1.500 mg/m². Ein

Auftreten bei niedrigeren Dosen ist jedoch nicht ausgeschlossen, da es Berichte über Patienten mit

Nierenschädigung bei niedrigeren Dosen gibt. Daher sollte eine maximale Lomustindosis von 1.000 mg/m²

nicht überschritten werden.

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Häufig treten Fieber und Infektionen als Folge der Myelosuppression auf.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von großer Wichtigkeit. Sie

ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige

von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung über das Bundesinstitut

für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3,

D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es wurde über Überdosierungen von Lomustin mit fatalem Ausgang berichtet.

Überdosierungen von Cecenu können zu Verstärkungen der Nebenwirkungen führen. Im Vordergrund

steht hierbei eine ausgeprägte Myelosuppression, insbesondere Leukopenie und Thrombozytopenie.

Weiterhin können Störungen im Gastrointestinaltrakt, Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen,

Anorexie, Lethargie oder Abgeschlagenheit, Leberfunktionsstörungen, Husten oder Atemnot und

neurologische Störungen auftreten. In sehr schweren Fällen kann es zu einem Multiorganversagen

kommen.

Bei einer Überdosierung ist die Therapie sofort abzusetzen und symptomatische Maßnahmen

einzuleiten. Es steht kein spezifisches Antidot zur Verfügung.

Als supportive Maßnahme sollte eine Infektionsprophylaxe in Betracht gezogen werden. In schweren

Fällen ist eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich.

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lomustin ist ein zytostatisch wirksames Nitrosoharnstoffderivat aus der

Reihe der alkylierenden Substanzen, ATC-Code: L01A D02

Der Cecenu-Wirkstoff Lomustin zerfällt unter physiologischen Bedingungen in ein Alkyldiazohydroxid und

ein Alkylisocyanat. Ersteres wirkt alkylierend auf die Cytosin- und Guaninmoleküle der DNS und führt zu

DNS-Zwischenstrangvernetzungen. Das Alkylisocyanat reagiert unter Carbamoylierung mit zelleigenen

Proteinen.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Cecenu wird nach oraler Gabe schnell resorbiert und rasch metabolisiert. Die Abnahme der Chlorethyl-

Gruppe im Plasma zeigt einen einphasigen Verlauf mit einer Halbwertszeit von 72 Stunden. Der Cyclohexyl-

Rest nimmt biphasisch mit t ½

von 4 Stunden und t ½

von 50 Stunden ab. Der Cyclohexylteil wird zu

60 % an Plasmaproteine gebunden. Nach oraler Gabe von radioaktiv markiertem Cecenu wird die Blut-

Hirnschranke überwunden. Ca. 15 – 30 % der gemessenen Radioaktivität im Plasma wird in der

cerebrospinalen Flüssigkeit nachgewiesen.

Es wurden erhöhte Konzentrationen an Cecenu in der Gallenflüssigkeit, Leber, Lunge und Nieren

gefunden. Die Ausscheidung der Cecenu-Abbauprodukte erfolgt zum größten Teil über die Niere.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute und chronische Toxizität

Lomustin weist im Tierversuch keine weiteren toxischen Erscheinungen auf, die nicht aus der Klinik bekannt

sind.

Reproduktionstoxizität

Lomustin wirkt embryotoxisch und teratogen in Ratten und embryotoxisch in Kaninchen in Dosen, die der

beim Menschen angewandten Dosis entsprechen. Lomustin beeinflusst die Fertilität männlicher Tiere negativ

unter Dosen, die ähnlich der humantherapeutischen Dosis sind.

Mutagenität und Kanzerogenität

Für Lomustin konnte ein mutagenes Potential nachgewiesen werden. In Langzeitversuchen an Ratten und

Mäusen weist Lomustin ein kanzerogenes Potential auf.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Lactose, Weizenstärke, Talkum, Magnesiumstearat, Gelatine, Titandioxid, Indigocarmin.

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Bei sachgemäßer Lagerung ist Cecenu drei Jahre lang haltbar.

Nach Ablauf des Verfalldatums soll das Arzneimittel nicht mehr angewendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 25 °C lagern!

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Originalverpackung mit 5 Kapseln

Originalverpackung mit 20 Kapseln

Originalverpackung mit 50 Kapseln

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den nationalen Anforderungen zu

beseitigen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

medac

Gesellschaft für klinische

Spezialpräparate mbH

Theaterstr. 6

22880 Wedel

Telefon: +49 (0)4103 8006-0

Telefax: +49 (0)4103 8006-100

8.

ZULASSUNGSNUMMER(N)

982.00.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG/VERLÄNGERUNG DER

ZULASSUNG

Datum der Erteilung der Zulassung: 26.November 1980

Datum der letzten Verlängerung der Zulassung: 30. Mai 2001

10.

STAND DER INFORMATION

12/2016

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen