Carbostesin 0,5% hyperbar Injektionslösung

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Bupivacainhydrochlorid 1 H<2>O
Verfügbar ab:
Aspen Pharma Trading Limited
ATC-Code:
N01BB01
INN (Internationale Bezeichnung):
Bupivacaine Hydrochloride 1 H<2>O
Darreichungsform:
Injektionslösung
Zusammensetzung:
Bupivacainhydrochlorid 1 H<2>O 21.12mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
9199.00.00

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Carbostesin

0,5 % hyperbar

Injektionslösung

Bupivacainhydrochlorid

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses

Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es

kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch

für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

Was ist Carbostesin 0,5 % hyperbar und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar beachten?

Wie ist Carbostesin 0,5 % hyperbar anzuwenden?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Carbostesin 0,5 % hyperbar aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was ist Carbostesin 0,5 % hyperbar und wofür wird es angewendet?

1.1 Carbostesin 0,5 % hyperbar ist ein Arzneimittel zur örtlichen Betäubung mit Langzeitwirkung

(Lokalanästhetikum vom Säureamidtyp).

1.2 Carbostesin 0,5 % hyperbar wird angewendet zur

Betäubung (Anästhesie) bestimmter Körperbereiche während einer Operation bei Erwachsenen und

Kindern aller Altersklassen.

Was sollten Sie vor der Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar beachten?

2.1 Carbostesin 0,5 % hyperbar darf nicht angewendet werden,

wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Lokalanästhetika vom Säureamidtyp oder einen der

in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,

bei schweren Störungen des Herz-Reizleitungssystems,

bei akutem Versagen der Herzleistung,

zur Injektion in Blutgefäße,

bei natürlicher (vaginaler) Entbindung.

Zusätzlich sind die speziellen Gegenanzeigen für die Spinalanästhesie zu beachten, wie z. B.:

nicht ausgeglichener Mangel an Blutvolumen,

bei Schock, der durch eine Verminderung der im Körper vorhandenen Blutmenge ausgelöst wurde,

bei durch Herzversagen ausgelöstem Schock,

erhebliche Störung der Blutgerinnung oder eine laufende Behandlung mit gerinnungshemmenden

Arzneimitteln (Antikoagulanzien),

erhöhter Hirndruck,

akute Erkrankungen des zentralen Nervensystems, z. B. Hirnhautentzündung, Kinderlähmung,

Hirnblutungen oder Tumoren,

Infektion der Haut an oder nahe der Punktionsstelle,

krankhafte anatomische Veränderungen,

Verengung des Rückenmarkskanals (Spinalstenose) und akute Erkrankungen (z. B. Wirbelentzündung

(Spondylitis), Tuberkulose, Tumor) oder eine kurz zurückliegende Verletzung der Wirbelsäule (z. B. ein

Bruch),

Blutvergiftung,

Blutarmut aufgrund eines Vitamin-B

-Mangels (perniziöse Anämie) mit einer damit verbundenen

Schädigung (subakuten Degeneration) des Rückenmarks.

2.2 Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Carbostesin 0,5% hyperbar ist erforderlich bei:

Nieren- oder Lebererkrankung,

Gefäßverschlüssen,

Gefäßverkalkung,

Nervenschädigung durch Zuckerkrankheit.

Zur Vermeidung von Nebenwirkungen sollten folgende Punkte beachtet werden:

Vor der Spinalanästhesie immer einen intravenösen Zugang für eine Infusion legen

(Volumensubstitution).

Dosierung so niedrig wie möglich wählen.

Korrekte Lagerung des Patienten beachten.

Vor der Injektion sorgfältig in zwei Ebenen aspirieren.

Nicht in infizierte Bereiche injizieren.

Die Injektion langsam vornehmen.

Blutdruck, Puls und Pupillenweite kontrollieren.

Allgemeine und spezielle Kontraindikationen sowie Wechselwirkungen mit anderen Mitteln beachten.

Die Behandlung muss immer in einer dafür angemessen ausgestatteten Umgebung durchgeführt werden.

Vor der spinalen Injektion des Lokalanästhetikums ist darauf zu achten, dass das Instrumentarium zur

Überwachung und zur Wiederbelebung (z. B. zum Freihalten der Atemwege und zur Sauerstoffzufuhr) und

die Notfallmedikation zur Therapie toxischer Reaktionen sofort verfügbar sind.

Die Spinalanästhesie darf nur von (oder unter der Aufsicht von) klinischem Fachpersonal mit den

notwendigen Kenntnissen und der notwendigen Erfahrung durchgeführt werden. Der verantwortliche Arzt

sollte die notwendigen Vorkehrungen treffen, um eine intravaskuläre Injektion zu vermeiden. Außerdem

sollte er angemessen geschult und mit der Diagnose und der Behandlung von Nebenwirkungen,

systemischer Toxizität und anderen Komplikationen vertraut sein. Bei Anzeichen einer akuten

systemischen Toxizität oder eines totalen Spinalblocks muss die Injektion des Lokalanästhetikums sofort

unterbrochen werden (siehe auch 3.2 „ Dosis“).

Manche Patienten benötigen besondere Aufmerksamkeit, um das Risiko gefährlicher Nebenwirkungen zu

reduzieren, auch wenn eine Regionalanästhesie bei chirurgischen Eingriffen für sie die optimale Wahl ist:

Ältere Patienten und Patienten in schlechtem Allgemeinzustand.

Patienten mit einem partiellen oder kompletten Erregungsleitungsblock am Herzen, weil

Lokalanästhetika die Reizweiterleitung im Herzmuskel unterdrücken können.

Patientinnen im späten Stadium der Schwangerschaft.

Patienten mit fortgeschrittener Leberfunktionsstörung oder schwerer Nierenfunktionsstörung.

Patienten mit einer verringerten Blutmenge im Körper (Hypovolämie), da sich unabhängig vom

verabreichten Lokalanästhetikum während der Spinalanästhesie eine plötzliche und übermäßige

Blutdrucksenkung entwickeln kann. Die bei Erwachsenen nach intrathekaler Injektion üblicherweise

auftretende Blutdrucksenkung ist bei Kindern unter 8 Jahren selten.

Patienten, die mit bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen behandelt

werden (Antiarrhythmika der Klasse III, z. B. Arzneimittel mit dem Wirkstoff Amiodaron). Diese

Patienten sollten unter sorgfältiger Beobachtung und EKG-Überwachung stehen, weil sich die

Wirkungen auf das Herz addieren können.

Wie alle Lokalanästhetika kann auch Bupivacain, der Wirkstoff von Carbostesin 0,5 % hyperbar, akute

toxische Wirkungen auf das Zentralnervensystem und das Herz-Kreislauf-System haben, wenn es für

lokalanästhetische Verfahren verwendet wird, die hohe Blutplasmaspiegel des Arzneistoffes zur Folge

haben können. Dies ist besonders bei unbeabsichtigter Injektion in Blutgefäße und bei Injektion in stark

durchblutete Gebiete der Fall. Im Zusammenhang mit hohen systemischen Blutplasmakonzentrationen von

Bupivacain, dem Wirkstoff von Carbostesin 0,5 % hyperbar, wurde über Fälle von lebensbedrohlichen

Herzrhythmusstörungen, Kammerflimmern, plötzlichem Herz-Kreislauf-Kollaps und über Todesfälle

berichtet. Bei der Spinalanästhesie sind hohe systemische Konzentrationen bei normaler Dosierung jedoch

nicht zu erwarten.

Eine seltene, jedoch schwerwiegende Nebenwirkung bei einer Spinalanästhesie ist ein hoher oder totaler

Spinalblock mit einer daraus resultierenden Störung des Herz-Kreislauf-Systems und der Atmung

(kardiovaskuläre und respiratorische Depression). Die kardiovaskuläre Depression wird durch eine

weitreichende Blockade des Sympathikus ausgelöst. Dadurch kann eine schwere Blutdrucksenkung und

ein verlangsamter Herzschlag oder sogar ein Herzstillstand ausgelöst werden. Die respiratorische

Depression wird durch die Blockade der Atemmuskulatur und des Zwerchfells verursacht.

Ein erhöhtes Risiko eines hohen oder totalen Spinalblocks besteht vor allem bei älteren Patienten und bei

Patientinnen im späten Stadium der Schwangerschaft. Die Dosis sollte daher bei diesen Patienten reduziert

werden.

In seltenen Fällen kann nach einer Spinalanästhesie ein neurologischer Schaden in Form von Kribbeln

(Parästhesien), Sensibilitätsverlust, motorischer Schwäche und Lähmungen auftreten. Gelegentlich bleiben

diese Symptome bestehen.

Es besteht kein Verdacht, dass neurologische Erkrankungen, wie z. B. multiple Sklerose, eine halbseitige

Lähmung, Querschnittslähmung oder neuromuskuläre Erkrankungen von einer Spinalanästhesie nachteilig

beeinflusst werden. Dennoch ist Vorsicht geboten. Vor der Behandlung sollte eine sorgfältige Nutzen-

Risiko-Abwägung erfolgen.

Es ist zu beachten, dass unter Behandlung mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien, wie z. B.

Heparin), nichtsteroidalen Antirheumatika oder Plasmaersatzmitteln allgemein mit einer erhöhten

Blutungsneigung gerechnet werden muss. Außerdem kann eine versehentliche Gefäßverletzung im

Rahmen der Schmerzbehandlung zu ernsthaften Blutungen führen. Gegebenenfalls sollten die Blutungszeit

und die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) bestimmt, ein Quick-Test durchgeführt und die

Thrombozytenzahl überprüft werden. Diese Untersuchungen sollten bei Risikopatienten auch im Falle einer

vorsorglichen Behandlung mit dem Blutgerinnungshemmer Heparin in niedriger Dosis (Low-dose-

Heparinprophylaxe) vor der Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar durchgeführt werden.

Eine Anästhesie bei gleichzeitiger Vorsorgetherapie zur Vermeidung von Thrombosen

(Thromboseprophylaxe) mit niedermolekularem Heparin sollte nur unter besonderer Vorsicht durchgeführt

werden.

Bei bestehender Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (z. B. Acetylsalicylsäure) wird in den

letzten 5 Tagen vor einer geplanten rückenmarksnahen Injektion eine Bestimmung der Blutungszeit als

notwendig angesehen.

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar während einer Epiduralanästhesie

ist über einen Fall von extremer Erhöhung der Körpertemperatur berichtet worden.

Neurologische Symptome in Form von Ohrengeräuschen, Augenzittern (Nystagmus) bis hin zu

generalisierten Krämpfen als Zeichen der Systemtoxizität treten als Folge versehentlicher Verabreichung

von Carbostesin 0,5 % hyperbar in die Venen oder bei Zuständen abnormer Resorptionsverhältnisse auf.

Die Krampfschwellendosis kann beim Menschen individuell unterschiedlich sein. Als Untergrenze werden

2,2 µg / ml Blutplasma angegeben.

Ältere Menschen

Vornehmlich bei älteren Patienten kann ein plötzlicher Blutdruckabfall als Komplikation bei einer

Spinalanästhesie auftreten.

Aufgrund des erhöhten Risikos einer hohen oder totalen Spinalblockade sollte die Dosis von Carbostesin

0,5 % hyperbar reduziert werden.

2.3 Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich

andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben, oder beabsichtigen, andere Arzneimittel

einzunehmen/anzuwenden.

Die gleichzeitige Gabe von Carbostesin 0,5 % hyperbar und gefäßverengenden Mitteln führt zu einer

längeren Wirkdauer.

Die Wirkung nicht depolarisierender Muskelrelaxanzien wird durch Carbostesin 0,5 % hyperbar verlängert.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Bupivacain mit anderen strukturverwandten Substanzen vom

Säureamidtyp, z. B. bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen wie Lidocain,

Mexiletin und Tocainid, ist Vorsicht geboten, da eine Summation der systemischen toxischen Wirkungen

möglich ist. Es wurden keine Untersuchungen zu Wechselwirkungen zwischen Bupivacain, dem Wirkstoff

von Carbostesin 0,5 % hyperbar, und bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung von

Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika der Klasse III, z. B. Amiodaron) durchgeführt. Jedoch ist auch

hier Vorsicht geboten (siehe auch Abschnitt 2.2 „ Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“).

Ein toxischer Synergismus wird für zentrale Analgetika und Ether beschrieben.

Kombinationen verschiedener Lokalanästhetika rufen additive Wirkungen am Herz-Kreislauf-System und

am Zentralnervensystem hervor.

2.4 Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, fragen Sie bevor

dieses Arzneimittel bei Ihnen angewendet wird, Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Die Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar in der Frühschwangerschaft sollte nur unter strengster

Nutzen-Risiko-Abschätzung erfolgen. Im Tierversuch sind fruchtschädigende Wirkungen beobachtet

worden. Mit einer Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar am Menschen während der

Frühschwangerschaft liegen keine Erfahrungen vor.

Als mögliche Komplikation des Einsatzes von Bupivacain in der Geburtshilfe ist das Auftreten einer

arteriellen Blutdrucksenkung bei der Mutter anzusehen.

Nach Gabe von Carbostesin 0,5 % hyperbar unter der Geburt kann es zu neurophysiologischen

Beeinträchtigungen beim Neugeborenen kommen.

Im Zusammenhang mit einer Anwendung bei der Parazervikalblockade ist von einem verlangsamten

Herzschlag und Todesfällen beim Ungeborenen berichtet worden.

In späten Stadien der Schwangerschaft sollte die Dosis von Carbostesin 0,5 % hyperbar reduziert werden

(siehe auch 3.2 „ Dosis“).

In der Geburtshilfe darf bei natürlicher Entbindung Carbostesin 0,5 % hyperbar nicht angewendet werden.

Die geburtshilfliche Anwendung ist ausschließlich bei einem Kaiserschnitt angezeigt, da Carbostesin 0,5 %

hyperbar eine starke motorische Blockade bewirkt. Bei natürlicher (vaginaler) Entbindung sind

grundsätzlich niedrigere Konzentrationen anzuwenden.

Über die Auswirkungen einer Spinalanästhesie mit Carbostesin 0,5 % hyperbar während der Stillzeit liegen

keine Erkenntnisse hinsichtlich Sicherheit und Unbedenklichkeit vor.

Bupivacain, der Wirkstoff von Carbostesin 0,5 % hyperbar, geht in die Muttermilch über, allerdings in so

geringen Mengen, dass im Allgemeinen kein Risiko für das Neugeborene besteht.

2.5 Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bupivacain kann, wie andere Lokalanästhetika, Einfluss auf die geistige Funktion und die

Bewegungsabläufe haben und zeitweise die Fortbewegungsfähigkeit und Aufmerksamkeit beeinträchtigen.

Nach einer Spinalanästhesie mit Carbostesin 0,5 % hyperbar darf der Patient nicht aktiv am

Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen. Über den Zeitraum muss vom Arzt im Einzelfall

entschieden werden. Der Patient sollte sich nur in Begleitung nach Hause begeben und keinen Alkohol zu

sich nehmen.

2.6 Carbostesin 0,5 % hyperbar enthält Glucose

1 ml Carbostesin 0,5 % hyperbar enthält 0,0727 g Glucose, entsprechend ca. 0,006 BE. Wenn eine

Diabetes-Diät eingehalten werden muss, sollte dies berücksichtigt werden.

Wie ist Carbostesin 0,5 % hyperbar anzuwenden?

3.1 Art der Anwendung

Zur intrathekalen Anwendung.

3.2 Dosis

Anwendung bei Erwachsenen und Jugendlichen über 12 Jahren

Die in der Tabelle angegebenen Dosierungen dienen als Leitfaden für häufig angewendete Blockaden bei

einem durchschnittlichen Erwachsenen. Die Angaben in der Spalte „ Dosis" geben die durchschnittlich

gebräuchlichen Dosisbereiche an. Für spezifische Blocktechniken und individuelle Patientenanforderungen

sollte Fachliteratur konsultiert werden.

Für die Festlegung der Dosis sind die Erfahrungen des Narkosearztes sowie die Kenntnisse vom

Allgemeinzustand des Patienten ausschlaggebend. Die gleichzeitige Gabe anderer Arzneimittel sollte

beachtet werden. Grundsätzlich gilt, dass nur die kleinste Dosis angewendet werden darf, mit der die

gewünschte ausreichende Anästhesie erreicht wird. Individuelle Abweichungen bezüglich des Einsetzens

der Wirkung und der Dauer der Wirkung können vorkommen. Die Ausbreitung der anästhesierenden

Wirkung könnte schwer vorherbestimmbar sein und wird durch das angewendete Volumen der Lösung

beeinflusst. Die Wirkdauer ist abhängig von der Dosis.

Bei älteren Patienten und bei Patientinnen im späten Stadium der Schwangerschaft sollte die Dosis

reduziert werden.

1 ml Carbostesin 0,5 % hyperbar enthält 5 mg Bupivacainhydrochlorid.

Dosierungsempfehlungen für Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre (über 40 kg)

Konz.

mg/ml

Volumen

Dosis

Beginn

Dauer

Stunden

Urologie

1,5-3

7,5-15

Unterbauch (inkl. Kaiserschnitt), untere

Extremität, einschließlich Hüfte

10-20

1,5-3

Die empfohlene Maximaldosis bei einmaliger Anwendung beträgt 20 mg Bupivacainhydrochlorid

(entsprechend 4 ml Carbostesin 0,5 % hyperbar).

Für die Injektion am sitzenden Patienten werden obere Dosisbereiche empfohlen. Bei Seitenlage des

Patienten, bei Halbseitenanästhesie, bei älteren Patienten sowie in der Schwangerschaft sind untere

Dosisbereiche angezeigt.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten in schlechtem Allgemeinzustand müssen grundsätzlich geringere Dosen angewendet

werden.

Bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Gefäßverschlüssen, Arteriosklerose oder

Nervenschädigung bei Zuckerkrankheit) ist die Dosis ebenfalls um ein Drittel zu verringern, wenn eine

Spinalanästhesie überhaupt indiziert ist.

Bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion können, besonders bei wiederholter

Anwendung, erhöhte Plasmaspiegel auftreten. In diesen Fällen wird ebenfalls ein niedrigerer Dosisbereich

empfohlen.

Kinder und Jugendliche bis zu 40 kg

Carbostesin 0,5 % hyperbar wird von einem Anästhesisten, der in den Anästhesietechniken bei Kindern

erfahren ist, langsam in den Spinalkanal (Teil der Wirbelsäule) gespritzt. Die Dosierung hängt von Alter und

Gewicht des Patienten ab und wird vom Anästhesisten bestimmt.

Einer der Unterschiede zwischen kleinen Kindern und Erwachsenen ist das relativ hohe Liquor-Volumen

bei Kleinkindern und Neugeborenen, die daher im Vergleich zu Erwachsenen eine verhältnismäßig größere

Dosis/kg benötigen, um die gleiche Höhe der Blockade zu erreichen.

Die in der Tabelle angegebenen Dosierungen sollten als Richtlinie für die Anwendung bei Kindern

betrachtet werden. Individuelle Abweichungen können erforderlich sein. Hinsichtlich der Faktoren, die

spezifische Blockadetechniken betreffen, und für individuelle Patientenbedürfnisse sollten Fachbücher

konsultiert werden.

Es soll die kleinste Dosis angewendet werden, mit der eine ausreichende Anästhesie erreicht wird.

Dosierungsempfehlungen für Neugeborene, Kleinkinder und Kinder bis zu 40 kg

Körpergewicht (kg)

Dosis (mg/kg)

<5

0,40-0,50 mg/kg

5 bis 15

0,30-0,40 mg/kg

15 bis 40

0,25-0,30 mg/kg

Anwendungshinweise

Carbostesin 0,5 % hyperbar wird in einen Zwischenraum zwischen den Wirbeln L2/L3 oder L4/L5

subarachnoidal injiziert.

Beim sitzenden Patienten sinkt die injizierte Lösung bevorzugt kaudal (in Steißrichtung), bei liegender

Position wird die Ausbreitung des Anästhetikums durch Trendelenburg'sche Lagerung und umgekehrte

Trendelenburg'sche Lagerung gesteuert. Die Position des Patienten bestimmt entsprechend die

Ausbreitung nach kranial (in Richtung des Kopfes). Werden z. B. 3 ml Carbostesin 0,5 % hyperbar dem

sitzenden Patienten bei L3/L4 injiziert, steigt das Anästhesieniveau bis T10 - T7; in liegender Position

erreicht die Blockade T7 - T4.

Bei seitlicher Lagerung des Patienten kann im Bedarfsfall eine Halbseitenanästhesie erzielt werden. Nach

ca. 10 - 30 Minuten ist Carbostesin 0,5 % hyperbar fixiert und die Ausbreitung der anästhetischen Wirkung

beendet.

Wenn sich 10 Minuten nach der Injektion keine Zeichen eines spinalen Blocks einstellen, kann die

Spinalanästhesie mit der Erstdosis wiederholt werden. Eine zweite Injektion mit der Erstdosis ist auch zum

Zeitpunkt des Abklingens der Wirkung (nach ca. 2 - 3 Stunden) möglich. Mehr als zwei Injektionen sollten

unterbleiben.

Eine wiederholte Anwendung dieses Arzneimittels kann aufgrund einer Tachyphylaxie (rasche

Toleranzentwicklung gegenüber dem Arzneimittel) zu Wirkungseinbußen führen.

Durch den Zusatz von Glucose ist die Dichte von Carbostesin 0,5 % hyperbar auf 1,026 g/ml bei 20 °C,

entsprechend 1,021 g/ml bei 37 °C, eingestellt.

Im Allgemeinen werden keine Zusätze zu Lösungen für die spinale Anwendung empfohlen.

Die Ampullen sind einzeln in Blistern eingesiegelt und sterilisiert worden.

Die Injektionslösung ist nur zur einmaligen Entnahme vorgesehen. Die Anwendung muss unmittelbar nach

Öffnen der Ampulle erfolgen. Nicht verbrauchte Reste verwerfen.

3.3 Wenn eine zu große Menge von Carbostesin 0,5 % hyperbar angewendet wurde oder

wenn gleichzeitig andere Lokalanästhetika verabreicht werden, können sich die toxischen Wirkungen

addieren und systemische toxische Reaktionen hervorrufen.

Akute systemische Toxizität

Die Zeichen einer Überdosierung lassen sich zwei qualitativ unterschiedlichen Symptomkomplexen

zuordnen und unter Berücksichtigung der Intensitätsstärke gliedern:

Zentralnervöse Symptome

Leichte Intoxikation:

Kribbeln in den Lippen und der Zunge, Taubheit im Mundbereich, Ohrensausen, metallischer Geschmack,

Angst, Unruhe, Zittern, Muskelzuckungen, Erbrechen, Desorientiertheit

Mittelschwere Intoxikation:

Sprachstörung, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Schläfrigkeit, Verwirrtheit, Zittern,

choreiforme Bewegungen (bestimmte Form von Bewegungsunruhe), Krämpfe (tonisch-klonisch), weite

Pupillenöffnung, beschleunigte Atmung

Schwere Intoxikation:

Erbrechen (Erstickungsgefahr), Schließmuskellähmung, Muskeltonusverlust, Reaktions- und

Bewegungslosigkeit (Stupor), irreguläre Atmung, Atemstillstand, Koma, Tod

Kardiovaskuläre Symptome

Leichte Intoxikation:

Herzklopfen, erhöhter Blutdruck, beschleunigter Herzschlag, beschleunigte Atmung

Mittelschwere Intoxikation:

Beschleunigter Herzschlag, Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie), Sauerstoffmangel, Blässe

Schwere Intoxikation:

Starke Sauerstoffunterversorgung (schwere Zyanose), Herzrhythmusstörungen (verlangsamter Herzschlag,

Blutdruckabfall, primäres Herzversagen, Kammerflimmern, Asystolie)

Behandlung einer akuten systemischen Toxizität

Wenn Zeichen einer akuten systemischen Toxizität oder eines kompletten spinalen Blocks auftreten, muss

die Verabreichung des Lokalanästhetikums sofort unterbrochen werden. Symptome, die das

Zentralnervensystem betreffen (Krämpfe, Depression des Zentralnervensystems) müssen umgehend durch

entsprechende Unterstützung der Atemwege/des Atmens und durch Verabreichung eines krampflösenden

Arzneimittels (Antikonvulsivum) behandelt werden.

Bei einem Kreislaufkollaps sollte eine sofortige Herz-Kreislauf-Wiederbelebung veranlasst werden.

Lebenswichtig sind eine optimale Sauerstoffversorgung, Beatmung und Kreislaufunterstützung sowie die

Behandlung der Azidose.

Bei einer Herz-Kreislauf-Depression (niedriger Blutdruck, verlangsamter Herzschlag) sollte eine

angemessene Behandlung mit intravenösen Flüssigkeiten, vasopressorischen und/oder inotropen

Arzneimitteln in Betracht gezogen werden. Kindern sollten Dosen entsprechend ihrem Alter und Gewicht

verabreicht werden.

Zentral wirkende Analeptika sind kontraindiziert bei Intoxikation durch Lokalanästhetika!

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem

auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10 000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10 000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

4.1 Nebenwirkungen

Die möglichen Nebenwirkungen nach der Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar entsprechen

weitgehend denen anderer lang wirkender Lokalanästhetika vom Säureamidtyp zur Spinalanästhesie.

Nebenwirkungen, die vom Arzneimittel an sich verursacht werden, sind schwer von den physiologischen

Wirkungen der Nervenblockade zu unterscheiden (z. B. Blutdrucksenkung, verlangsamter Herzschlag,

zeitweilige Harnverhaltung). Sie sind auch schwer von den direkten (z. B. Spinalhämatom) oder indirekten

Folgen der Punktion (z. B. Gehirnhautentzündung, Epiduralabszess) und von den Wirkungen, die durch ein

Auslaufen der Hirnflüssigkeit entstehen (z. B. postspinaler Kopfschmerz) zu unterscheiden. Unerwünschte

systemische Wirkungen, die bei Überschreiten eines Blutplasmaspiegels von 1,2 - 2 Mikrogramm

Bupivacain pro Milliliter auftreten können, sind methodisch (durch die Art der Anwendung),

pharmakodynamisch oder pharmakokinetisch bedingt und betreffen das Zentralnervensystem und das

Herz-Kreislauf-System.

Methodisch bedingt:

infolge der Injektion zu großer Lösungsmengen

durch unbeabsichtigte Injektion in ein Blutgefäß

durch unsachgemäße Lagerung des Patienten

durch hohe Spinalanästhesie (massiver Blutdruckabfall)

Pharmakodynamisch bedingt:

Herzerkrankungen

Sehr häufig:

niedriger Blutdruck, verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)

Selten:

Herzstillstand

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig:

Übelkeit

Häufig:

Erbrechen

Erkrankungen des Nervensystems

Häufig:

postspinaler Kopfschmerz

Gelegentlich:

Kribbeln (Parästhesien), Lähmungserscheinungen, Missempfindungen

(Dysästhesien)

Selten:

unbeabsichtigter totaler Spinalblock, Querschnittslähmung, Lähmung,

Nervenleiden (Neuropathie), Verletzung des Rückenmarks (Arachnoiditis)

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Häufig:

Harnblasenfunktionsstörungen (Harnverhaltung, Harninkontinenz)

Skelettmuskulatur- und Bindegewebserkrankungen

Gelegentlich:

Muskelschwäche, Rückenschmerzen

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:

allergische Reaktionen, anaphylaktischer Schock

Erkrankungen der Atemwege

Selten:

Funktionsminderung der Atmung (Atemdepression)

Pharmakokinetisch bedingt:

Als mögliche Ursache für Nebenwirkungen müssen auch eventuelle abnorme Resorptionsverhältnisse oder

Störungen beim Abbau in der Leber oder bei der Ausscheidung durch die Niere in Betracht gezogen

werden.

Zusätzliche Nebenwirkungen bei Kindern

Nebenwirkungen bei Kindern sind vergleichbar mit denen bei Erwachsenen.

4.2 Gegenmaßnahmen

Zu Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen und Behandlung einer akuten systemischen Toxizität siehe 3.3

„ Wenn eine zu große Menge von Carbostesin 0,5 % hyperbar angewendet wurde“.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für

Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch

direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die

Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

Wie ist Carbostesin 0,5 % hyperbar aufzubewahren?

Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Sie dürfen das Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und dem Umkarton angegebenen Verfallsdatum nicht

mehr verwenden. Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch oder Zubereitung:

Die Ampullen sind einzeln in Blister eingesiegelt und sterilisiert worden.

Die Injektionslösung ist nur zur einmaligen Entnahme vorgesehen. Die Anwendung muss unmittelbar nach

der Öffnung der Ampulle erfolgen. Nicht verbrauchte Reste verwerfen.

Aufbewahrungsbedingungen:

Nicht über 25 °C lagern. Nicht einfrieren.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

6.1 Was Carbostesin 0,5 % hyperbar enthält:

Der Wirkstoff ist: Bupivacainhydrochlorid 1 H

1 ml Injektionslösung enthält: 5,28 mg Bupivacainhydrochlorid 1 H

O (entsprechend 5 mg

Bupivacainhydrochlorid)

1 Ampulle mit 4 ml Injektionslösung enthält: 21,12 mg Bupivacainhydrochlorid 1 H

O (entsprechend

20 mg Bupivacainhydrochlorid)

Die sonstigen Bestandteile sind: 72,70 mg/ml Wasserfreie Glucose (Ph.Eur.), entsprechend 80 mg/ml

Glucose-Monohydrat, Salzsäure 7 %/Natriumhydroxid zur pH-Wert-Einstellung, Wasser für

Injektionszwecke.

6.2 Wie Carbostesin 0,5 % hyperbar aussieht und Inhalt der Packung:

Glasampullen in sterilen Blistern. Carbostesin 0,5 % hyperbar ist in Packungen mit 5 Ampullen je 4 ml

Injektionslösung erhältlich.

6.3 Pharmazeutischer Unternehmer:

Aspen Pharma Trading Limited

3016 Lake Drive, Citywest Business Campus

Dublin 24, Irland

Tel.:0049 3056796862

Mitvertrieb:

Aspen Germany GmbH

Montgelasstraße 14

81679 München

Deutschland

Hersteller:Cenexi, 52 Rue Marcel et Jacques Gaucher, 94120 Fontenay sous Bois, Frankreich

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im November 2017.

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Fachinformation

(Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SmPC)

1.

Bezeichnung des Arzneimittels

Carbostesin

0,5 % hyperbar, Injektionsl

sung

2.

Qualitative und quantitative Zusammensetzung

1 ml Injektionsl

sung enth

5,28 mg Bupivacainhydrochlorid 1 H

O (entsprechend 5 mg Bupivacainhydrochlorid)

1 Ampulle mit 4 ml Injektionsl

sung enth

21,12 mg Bupivacainhydrochlorid 1 H

O (entsprechend 20 mg Bupivacainhydrochlorid)

Sonstiger Bestandteil mit bekannter Wirkung: Glucose.

Vollst

ndige Auflistung der sonstigen Bestandteile, siehe Abschnitt 6.1.

3.

Darreichungsform

Injektionsl

sung

4.

Klinische Angaben

4.1

Anwendungsgebiete

Spinalan

sthesie bei Erwachsenen und Kindern aller Altersklassen.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Erwachsene und Jugendliche

ber 12 Jahren

Die in der Tabelle angegebenen Dosierungen dienen als Leitfaden f

ufig angewendete

Blockaden bei einem durchschnittlichen Erwachsenen. Die Angaben in der Spalte

Dosis" geben die

durchschnittlich gebr

uchlichen Dosisbereiche an. F

r spezifische Blockadetechniken und

individuelle Patientenanforderungen sollte Fachliteratur konsultiert werden.

r die Festlegung der Dosis sind die Erfahrungen des Narkosearztes sowie die Kenntnisse vom

Allgemeinzustand des Patienten ausschlaggebend. Die gleichzeitige Gabe anderer Arzneimittel sollte

beachtet werden. Grunds

tzlich gilt, dass nur die kleinste Dosis angewendet werden darf, mit der

die gew

nschte ausreichende An

sthesie erreicht wird. Individuelle Abweichungen bez

glich des

Eintritts der Wirkung und der Dauer der Wirkung k

nnen vorkommen. Die Ausbreitung der

sthesierenden Wirkung k

nnte schwer vorherbestimmbar sein und wird durch das angewendete

Volumen der L

sung beeinflusst. Die Wirkdauer ist abh

ngig von der Dosis.

lteren Patienten und bei Patientinnen im sp

ten Stadium der Schwangerschaft sollte die Dosis

reduziert werden.

1 ml Carbostesin 0,5 % hyperbar enth

lt 5 mg Bupivacainhydrochlorid.

Dosierungsempfehlungen f

r Erwachsene und Jugendliche

ber 12 Jahre (

ber 40 kg)

Konz.

mg/ml

Volumen

ml

Dosis

mg

Beginn

min

Dauer

Stunden

Urologie

1,5-3

7,5-15

Unterbauch (inkl.

Kaiserschnitt), untere

Extremität, einschließlich

Hüfte

10-20

1,5-3

Die empfohlene Maximaldosis bei einmaliger Anwendung betr

gt 20 mg Bupivacainhydrochlorid

(entsprechend 4 ml Carbostesin 0,5 % hyperbar).

r die Injektion am sitzenden Patienten werden obere Dosisbereiche empfohlen. Bei Seitenlage

des Patienten, bei Halbseitenan

sthesie, bei

lteren Patienten sowie in der Schwangerschaft sind

untere Dosisbereiche angezeigt.

Besondere Patientengruppen

Bei Patienten in reduziertem Allgemeinzustand m

ssen grunds

tzlich geringere Dosen angewendet

werden.

Bei Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Gef

äß

verschl

ssen, Arteriosklerose oder

Nervensch

digung bei Zuckerkrankheit) ist die Dosis ebenfalls um ein Drittel zu verringern, wenn

eine Spinalan

sthesie

berhaupt indiziert ist.

Bei Patienten mit eingeschr

nkter Leber- oder Nierenfunktion k

nnen, besonders bei wiederholter

Anwendung, erh

hte Plasmaspiegel auftreten. In diesen F

llen wird ebenfalls ein niedrigerer

Dosisbereich empfohlen.

Neugeborene, Kleinkinder und Kinder bis zu 40 kg

Carbostesin

hyperbar

darf

Kindern

angewendet

werden.

Einer

Unterschiede

zwischen kleinen Kindern und Erwachsenen ist das relativ hohe Liquor-Volumen bei Kleinkindern

und Neugeborenen, die daher im Vergleich zu Erwachsenen eine verh

ltnism

äß

ig gr

öß

ere Dosis/kg

tigen, um die gleiche H

he der Blockade zu erreichen.

Regionalan

sthesie-Verfahren bei Kindern sollten von

rzten durchgef

hrt werden, die

ber die

entsprechenden Kenntnisse verf

gen und die mit dieser Patientengruppe und der Technik vertraut

sind.

Die in der Tabelle angegebenen Dosierungen sollten als Richtlinie f

r die Anwendung bei Kindern

betrachtet werden. Individuelle Abweichungen k

nnen erforderlich sein. Hinsichtlich der Faktoren,

die spezifische Blockadetechniken betreffen und f

r individuelle Patientenbed

rfnisse sollten

Fachb

cher konsultiert werden.

Es soll die kleinste Dosis angewendet werden, mit der eine ausreichende An

sthesie erreicht wird.

Dosierungsempfehlungen f

r Neugeborene, Kleinkinder und Kinder bis zu 40 kg

Körpergewicht (kg)

Dosis (mg/kg)

<5

0,40-0,50 mg/kg

5 bis 15

0,30-0,40 mg/kg

15 bis 40

0,25-0,30 mg/kg

Anwendungshinweise

Carbostesin 0,5 % hyperbar wird in einen Zwischenraum zwischen den Wirbeln L2/L3 oder L4/L5

subarachnoidal injiziert.

Beim sitzenden Patienten sinkt die injizierte L

sung bevorzugt kaudal (in Stei

richtung), bei

liegender Position wird die Ausbreitung des An

sthetikums durch Trendelenburg'sche Lagerung und

umgekehrte Trendelenburg'sche Lagerung gesteuert. Die Position des Patienten bestimmt

entsprechend die Ausbreitung nach kranial (in Richtung des Kopfes). Werden z. B. 3 ml Carbostesin

0,5 % hyperbar dem sitzenden Patienten bei L3/L4 injiziert, steigt das An

sthesieniveau bis T10 -

T7; in liegender Position erreicht die Blockade T7 - T4.

Bei seitlicher Lagerung des Patienten kann im Bedarfsfall eine Halbseitenan

sthesie erzielt werden.

Nach ca. 10 - 30 Minuten ist Carbostesin 0,5 % hyperbar fixiert und die Ausbreitung der

sthetischen Wirkung beendet.

Wenn sich 10 Minuten nach der Injektion keine Zeichen eines spinalen Blocks einstellen, kann die

Spinalan

sthesie mit der Erstdosis wiederholt werden. Eine zweite Injektion mit der Erstdosis ist

auch m

glich zum Zeitpunkt des Abklingens der Wirkung (nach ca. 2 - 3 Stunden). Mehr als zwei

Injektionen sollten unterbleiben.

Eine wiederholte Anwendung dieses Arzneimittels kann aufgrund einer Tachyphylaxie (rasche

Toleranzentwicklung gegen

ber dem Arzneimittel) zu Wirkungseinbu

en f

hren.

Durch den Zusatz von Glucose ist die Dichte von Carbostesin 0,5 % hyperbar auf 1,026 g/ml bei

C, entsprechend 1,021 g/ml bei 37

C, eingestellt.

4.3

Gegenanzeigen

Carbostesin 0,5 % hyperbar darf nicht angewendet werden:

berempfindlichkeit gegen Lokalan

sthetika vom S

ureamidtyp, gegen den Wirkstoff oder

gegen einen der in Abschnitt 6.1 genannten sonstigen Bestandteile,

bei schweren St

rungen des Herz-Reizleitungssystems,

bei akut dekompensierter Herzinsuffizienz,

zur intravasalen Injektion,

bei nat

rlicher (vaginaler) Entbindung.

tzlich sind die speziellen Gegenanzeigen f

r die Spinalan

sthesie zu beachten, wie z. B.:

nicht ausgeglichener Mangel an Blutvolumen, hypovol

mischer oder kardiogener Schock,

erhebliche St

rung der Blutgerinnung oder eine laufende Behandlung mit Antikoagulanzien,

hter Hirndruck,

akute Erkrankungen des zentralen Nervensystems, z. B. Meningitis, Poliomyelitis,

Hirnblutungen oder Tumoren,

Infektion der Haut an oder nahe der Punktionsstelle,

pathologische anatomische Ver

nderungen,

Spinalstenose und akute Erkrankungen (z. B. Spondylitis, Tuberkulose, Tumor) oder eine kurz

ckliegende Verletzung (z. B. eine Fraktur) der Wirbels

ule,

Sepsis,

pernizi

se An

mie mit einer damit verbundenen subakuten Degeneration des R

ckenmarks.

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung

Carbostesin 0,5 % hyperbar darf nur mit besonderer Vorsicht angewendet werden bei:

Nieren- oder Lebererkrankung,

äß

verschl

ssen,

Arteriosklerose (Gef

äß

verkalkung),

Nervensch

digung durch Diabetes Mellitus.

Zur Vermeidung von Nebenwirkungen sollten folgende Punkte beachtet werden:

Vor der Spinalan

sthesie immer einen intraven

sen Zugang f

r eine Infusion legen

(Volumensubstitution).

Dosierung so niedrig wie m

glich w

hlen.

Korrekte Lagerung des Patienten beachten.

Vor der Injektion sorgf

ltig in zwei Ebenen aspirieren.

Nicht in infizierte Bereiche injizieren.

Die Injektion langsam vornehmen.

Blutdruck, Puls und Pupillenweite kontrollieren.

Allgemeine und spezielle Kontraindikationen sowie Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

beachten.

Die Behandlung muss immer in einer daf

r angemessen ausgestatteten Umgebung durchgef

werden. Vor der spinalen Injektion des Lokalan

sthetikums ist darauf zu achten, dass das

Instrumentarium zur

berwachung und zur Wiederbelebung (z. B. zum Freihalten der Atemwege

und zur Sauerstoffzufuhr) und die Notfallmedikation zur Therapie toxischer Reaktionen sofort

verf

gbar sind.

Die Spinalan

sthesie darf nur von (oder unter der Aufsicht von) klinischem Fachpersonal mit den

notwendigen Kenntnissen und der notwendigen Erfahrung durchgef

hrt werden. Der

verantwortliche Arzt sollte die notwendigen Vorkehrungen treffen, um eine intravaskul

re Injektion

zu vermeiden. Au

erdem sollte er angemessen geschult und mit der Diagnose und der Behandlung

von Nebenwirkungen, systemischer Toxizit

t und anderen Komplikationen vertraut sein. Bei

Anzeichen einer akuten systemischen Toxizit

t oder eines totalen Spinalblocks muss die Injektion

des Lokalan

sthetikums sofort unterbrochen werden (siehe 4.2).

Manche Patienten ben

tigen besondere Aufmerksamkeit, um das Risiko gef

hrlicher

Nebenwirkungen zu reduzieren, auch wenn eine Regionalan

sthesie bei chirurgischen Eingriffen f

sie die optimale Wahl ist:

ltere Patienten und Patienten in schlechtem Allgemeinzustand.

Patienten mit einem partiellen oder kompletten Erregungsleitungsblock am Herzen, weil

Lokalan

sthetika die Reizweiterleitung im Myokard unterdr

cken k

nnen.

Patientinnen im sp

ten Stadium der Schwangerschaft.

Patienten mit fortgeschrittener Leberfunktionsst

rung oder schwerer Niereninsuffizienz.

Patienten mit Hypovol

mie, da sich - unabh

ngig vom verabreichten Lokalan

sthetikum -

hrend der Spinalan

sthesie eine pl

tzliche und schwere Hypotonie entwickeln kann. Die bei

Erwachsenen nach intrathekaler Injektion

blicherweise auftretende Hypotonie ist bei Kindern

unter 8 Jahren selten.

Patienten, die mit Antiarrhythmika der Klasse III behandelt werden (z. B. Amiodaron). Diese

Patienten sollten unter sorgf

ltiger Beobachtung und EKG-

berwachung stehen, weil sich die

kardialen Effekte addieren k

nnen.

Spinalan

sthesie kann zu Hypotonie und Bradykardie f

hren. Das Risiko solcher Wirkungen

kann z. B. durch Injektion eines Vasopressors verringert werden. Hypotonie sollte sofort

intraven

s mit einem Sympathomimetikum behandelt werden; die Behandlung ist bei Bedarf

zu wiederholen.

Wie alle Lokalan

sthetika kann auch Bupivacain akute toxische Effekte im Zentralnervensystem und

im Herz-Kreislauf-System verursachen, wenn es f

r lokalan

sthetische Verfahren verwendet wird,

die hohe Blutplasmaspiegel des Arzneistoffes zur Folge haben k

nnen. Dies ist besonders bei

unbeabsichtigter intravaskul

rer Applikation und bei einer Injektion in Gebiete mit hoher

äß

dichte der Fall. Im Zusammenhang mit hohen systemischen Blutplasmakonzentrationen von

Bupivacain wurde

ber F

lle von ventrikul

ren Arrhythmien, Kammerflimmern, pl

tzlichem

Herzkreislaufkollaps und

ber Todesf

lle berichtet. Bei der Spinalan

sthesie sind hohe systemische

Konzentrationen bei normaler Dosierung jedoch nicht zu erwarten.

Eine seltene, jedoch schwerwiegende, Nebenwirkung bei einer Spinalan

sthesie ist ein hoher oder

totaler Spinalblock mit einer daraus resultierenden kardiovaskul

ren und respiratorischen

Depression. Die kardiovaskul

re Depression wird durch eine weitreichende Blockade des

Sympathikus ausgel

st, die eine schwere Hypotonie und Bradykardie oder sogar einen

Herzstillstand ausl

sen kann. Die respiratorische Depression wird durch die Blockade der

Atemmuskulatur und des Zwerchfells verursacht.

Ein erh

htes Risiko eines hohen oder totalen Spinalblocks besteht vor allem bei

lteren Patienten

und bei Patientinnen im sp

ten Schwangerschaftsstadium. Die Dosis sollte daher bei diesen

Patienten reduziert werden.

Vornehmlich bei

lteren Patienten kann ein pl

tzlicher Blutdruckabfall als Komplikation bei einer

Spinalan

sthesie auftreten.

In seltenen F

llen kann nach einer Spinalan

sthesie ein neurologischer Schaden in Form von

sthesien, Sensibilit

tsverlust, motorischer Schw

che und L

hmungen auftreten. Gelegentlich

bleiben diese Symptome bestehen.

Es besteht kein Verdacht, dass neurologische Erkrankungen, wie z. B. multiple Sklerose, eine

halbseitige L

hmung, Querschnittsl

hmung oder neuromuskul

re Erkrankungen von einer

Spinalan

sthesie nachteilig beeinflusst werden. Dennoch ist Vorsicht geboten. Vor der Behandlung

sollte eine sorgf

ltige Nutzen-Risiko-Abw

gung erfolgen.

Es ist zu beachten, dass unter Behandlung mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien, wie z. B.

Heparin), nichtsteroidalen Antirheumatika oder Plasmaersatzmitteln allgemein mit einer erh

hten

Blutungsneigung gerechnet werden muss. Au

erdem kann eine versehentliche Gef

äß

verletzung im

Rahmen der Schmerzbehandlung zu ernsthaften Blutungen f

hren. Gegebenenfalls sollten die

Blutungszeit und die aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) bestimmt, ein Quick-Test

durchgef

hrt und die Thrombozytenzahl

berpr

ft werden. Diese Untersuchungen sollten bei

Risikopatienten auch im Falle einer Low-dose-Heparinprophylaxe vor der Anwendung von

Carbostesin 0,5 % hyperbar durchgef

hrt werden.

Eine An

sthesie bei gleichzeitiger Vorsorgetherapie zur Vermeidung von Thrombosen

(Thromboseprophylaxe) mit niedermolekularem Heparin sollte nur unter besonderer Vorsicht

durchgef

hrt werden.

Bei bestehender Behandlung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (z. B. Acetylsalicyls

ure) wird in

den letzten f

nf Tagen vor einer geplanten r

ckenmarksnahen Injektion eine Bestimmung der

Blutungszeit als notwendig angesehen.

Bei Patienten mit der seltenen Glucose-Galactose-Malabsorption sollte Carbostesin 0,5 % hyperbar

nicht angewendet werden.

Sonstige Hinweise

Im Zusammenhang mit der Anwendung von Bupivacain w

hrend einer Epiduralan

sthesie ist

einen Fall von maligner Hyperthermie berichtet worden.

Neurologische Symptome in Form von Tinnitus, Nystagmus bis hin zu generalisierten Kr

mpfen als

Zeichen der Systemtoxizit

t treten als Folge akzidentieller i.v.-Applikationen oder bei Zust

nden

abnormer Resorptionsverh

ltnisse auf. Die Krampfschwellendosis kann beim Menschen individuell

unterschiedlich sein. Als Untergrenze werden 2,2

g/ml Blutplasma angegeben.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Applikation von Carbostesin 0,5 % hyperbar und gef

äß

verengenden Mitteln f

zu einer l

ngeren Wirkdauer.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Bupivacain mit anderen strukturverwandten Substanzen vom

ureamidtyp, z. B. bestimmte Antiarrhythmika wie Lidocain, Mexiletin und Tocainid, ist Vorsicht

geboten, da eine Summation der systemischen toxischen Effekte m

glich ist. Es wurden keine

Untersuchungen zu Wechselwirkungen zwischen Bupivacain und Antiarrhythmika der Klasse III (z.

B. Amiodaron) durchgef

hrt, jedoch ist auch hier Vorsicht geboten (siehe 4.4).

Ein toxischer Synergismus wird f

r zentrale Analgetika und Ether beschrieben.

Kombinationen verschiedener Lokalan

sthetika rufen additive Wirkungen am kardiovaskul

System und ZNS hervor.

Die Wirkung nicht depolarisierender Muskelrelaxanzien wird durch Carbostesin 0,5 % hyperbar

verl

ngert.

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Die Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar in der Fr

hschwangerschaft sollte nur unter

strengster Nutzen/Risiko-Absch

tzung erfolgen, da im Tierversuch fruchtsch

digende Wirkungen

beobachtet worden sind und mit einer Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar am Menschen

hrend der Fr

hschwangerschaft keine Erfahrungen vorliegen.

Als m

gliche Komplikation des Einsatzes von Bupivacain in der Geburtshilfe ist das Auftreten einer

arteriellen Hypotension bei der Mutter anzusehen.

Nach Gabe von Carbostesin 0,5 % hyperbar unter der Geburt kann es zu neurophysiologischen

Beeintr

chtigungen beim Neugeborenen kommen.

Im Zusammenhang mit einer Anwendung bei der Parazervikalblockade ist von fetalen Bradykardien

und Todesf

llen berichtet worden.

In sp

ten Stadien der Schwangerschaft sollte die Bupivacaindosis reduziert werden (siehe auch

4.4).

In der Geburtshilfe darf bei nat

rlicher Entbindung Carbostesin 0,5 % hyperbar nicht angewendet

werden. Die geburtshilfliche Anwendung ist ausschlie

lich bei Sectio caesarea indiziert, da

Carbostesin 0,5 % hyperbar eine starke motorische Blockade bewirkt. Bei vaginaler Entbindung sind

grunds

tzlich niedrigere Konzentrationen anzuwenden.

ber die Auswirkungen einer Spinalan

sthesie mit Carbostesin 0,5 % hyperbar w

hrend der Stillzeit

liegen keine Erkenntnisse hinsichtlich Sicherheit und Unbedenklichkeit vor.

Bupivacain geht in die Muttermilch

ber, allerdings in so geringen Mengen, dass im Allgemeinen

kein Risiko f

r das Neugeborene besteht.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von

Maschinen

Neben dem direkten an

sthetischen Effekt kann ein Lokalan

sthetikum auch bei Ausbleiben einer

erkennbaren ZNS-Intoxikation einen geringen Einfluss auf die mentale Funktion und

Bewegungsabl

ufe haben und zeitweise die Fortbewegungsf

higkeit und Aufmerksamkeit

beeintr

chtigen. Nach einer Spinalan

sthesie mit Carbostesin 0,5 % hyperbar darf der Patient nicht

aktiv am Stra

enverkehr teilnehmen oder Maschinen bedienen.

ber den Zeitraum muss vom Arzt

im Einzelfall entschieden werden. Der Patient sollte sich nur in Begleitung nach Hause begeben und

keinen Alkohol zu sich nehmen.

4.8

Nebenwirkungen

Bei den H

ufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt: sehr

ufig (

1/10), h

ufig (

1/100 bis < 1/10), gelegentlich (

1/1000 bis < 1/100), selten (

1/10

000 bis < 1/1000), sehr selten (< 1/10 000), nicht bekannt (H

ufigkeit auf Grundlage der

verf

gbaren Daten nicht absch

tzbar).

Die m

glichen Nebenwirkungen nach der Anwendung von Carbostesin 0,5 % hyperbar entsprechen

weitgehend denen anderer lang wirkender Lokalan

sthetika vom S

ureamidtyp zur

Spinalan

sthesie. Nebenwirkungen, die vom Arzneimittel an sich verursacht werden, sind schwer

von den physiologischen Effekten der Nervenblockade zu unterscheiden (z. B. Blutdrucksenkung,

Bradykardie, zeitweilige Harnretention), ebenso von den direkten (z. B. Spinalh

matom) oder

indirekten Folgen der Punktion (z. B. Meningitis, Epiduralabszess) und von den Effekten, die durch

ein Auslaufen der Cerebralfl

ssigkeit entstehen (z. B. postspinaler Kopfschmerz). Unerw

nschte

systemische Wirkungen, die bei

berschreiten eines Blutplasmaspiegels von 1,2 - 2 Mikrogramm

Bupivacain/ml auftreten k

nnen, sind methodisch (aufgrund der Anwendung) pharmakodynamisch

oder pharmakokinetisch bedingt und betreffen das Zentralnervensystem und das Herz-Kreislauf-

System.

Methodisch bedingt:

infolge der Injektion zu gro

er L

sungsmengen

durch unbeabsichtigte Injektion in ein Blutgef

äß

durch unsachgem

äß

e Lagerung des Patienten

durch hohe Spinalan

sthesie (massiver Blutdruckabfall).

Pharmakodynamisch bedingt:

Herzerkrankungen

Sehr h

ufig:

Hypotonie, Bradykardie

Selten:

Herzstillstand

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr h

ufig:

belkeit

ufig:

Erbrechen

Erkrankungen des Nervensystems

ufig:

postspinaler Kopfschmerz

Gelegentlich:

sthesien, L

hmungserscheinungen, Dys

sthesien

Selten:

unbeabsichtigter totaler Spinalblock,

Querschnittsl

hmung, L

hmung, Neuropathie,

Arachnoiditis

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

ufig:

Harnblasenfunktionsst

rungen (Harnretention,

Harninkontinenz)

Skelettmuskulatur- und Bindegewebserkrankungen

Gelegentlich:

Muskelschw

che, R

ckenschmerzen

Erkrankungen des Immunsystems

Selten:

allergische Reaktionen, anaphylaktischer Schock

Erkrankungen der Atemwege

Selten:

Atemdepression

Pharmakokinetisch bedingt:

Als m

gliche Ursache f

r Nebenwirkungen m

ssen auch eventuelle abnorme

Resorptionsverh

ltnisse oder St

rungen beim Abbau in der Leber oder bei der Ausscheidung durch

die Niere in Betracht gezogen werden.

Kinder

Nebenwirkungen bei Kindern sind mit denen bei Erwachsenen vergleichbar.

Jedoch k

nnen bei

Kindern die Fr

hsymptome einer Intoxikation mit einem Lokalan

sthetikum m

glicherweise nur

schwer erkannt werden, wenn der Block w

hrend einer Sedierung oder Allgemeinnarkose gesetzt

wird.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von gro

er Wichtigkeit. Sie

glicht eine kontinuierliche

berwachung des Nutzen-Risiko-Verh

ltnisses des Arzneimittels.

Angeh

rige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

dem Bundesinstitut f

r Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-

Kiesinger-Allee 3, D-53175 Bonn, Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Es ist unwahrscheinlich, dass Carbostesin 0,5 % hyperbar in den empfohlenen Dosierungen

Blutplasmaspiegel verursacht, die eine systemische Toxizit

t hervorrufen.

Wenn jedoch zus

tzlich andere Lokalan

sthetika appliziert werden, k

nnen sich die toxischen

Effekte addieren und systemische toxische Reaktionen hervorrufen (siehe 4.8).

Akute systemische Toxizit

ä

Die Zeichen einer

berdosierung lassen sich zwei qualitativ unterschiedlichen Symptomkomplexen

zuordnen und unter Ber

cksichtigung der Intensit

tsst

rke gliedern:

a) Zentralnerv

se Symptome

Leichte Intoxikation:

Kribbeln in den Lippen und der Zunge, Taubheit im Mundbereich, Ohrensausen, metallischer

Geschmack, Angst, Unruhe, Zittern, Muskelzuckungen, Erbrechen, Desorientiertheit

Mittelschwere Intoxikation:

Sprachst

rung, Benommenheit,

belkeit, Erbrechen, Schwindel, Schl

frigkeit, Verwirrtheit, Zittern,

choreiforme Bewegungen (bestimmte Form von Bewegungsunruhe), Kr

mpfe (tonisch-klonisch),

weite Pupillen

ffnung, beschleunigte Atmung

Schwere Intoxikation:

Erbrechen (Erstickungsgefahr), Schlie

muskell

hmung, Muskeltonusverlust, Reaktions- und

Bewegungslosigkeit (Stupor), irregul

re Atmung, Atemstillstand, Koma, Tod

b) Kardiovaskul

re Symptome

Leichte Intoxikation:

Herzklopfen, erh

hter Blutdruck, beschleunigter Herzschlag, beschleunigte Atmung

Mittelschwere Intoxikation:

Beschleunigter Herzschlag, Herzrhythmusst

rungen (Arrhythmie), Sauerstoffmangel, Bl

Schwere Intoxikation:

Starke Sauerstoffunterversorgung (schwere Zyanose), Herzrhythmusst

rungen (verlangsamter

Herzschlag, Blutdruckabfall, prim

res Herzversagen, Kammerflimmern, Asystolie)

Behandlung einer akuten systemischen Toxizit

ä

Wenn Zeichen einer akuten systemischen Toxizit

t oder eines kompletten spinalen Blocks auftreten,

muss die Verabreichung des Lokalan

sthetikums sofort unterbrochen werden. Symptome, die das

ZNS betreffen (Kr

mpfe, Depression des ZNS), m

ssen umgehend durch entsprechende

Unterst

tzung der Atemwege/des Atmens und durch Verabreichung eines Antikonvulsivums

behandelt werden.

Bei einem Kreislaufkollaps sollte eine sofortige Herz-Kreislauf-Wiederbelebung veranlasst werden.

Lebenswichtig sind eine optimale Sauerstoffversorgung, Beatmung und Kreislaufunterst

tzung

sowie die Behandlung der Azidose.

Bei einer Herz-Kreislauf-Depression (niedriger Blutdruck, Bradykardie) sollte eine angemessene

Behandlung mit intraven

sen Fl

ssigkeiten, vasopressorischen und/oder inotropen Arzneimitteln in

Betracht gezogen werden. Kindern sollten Dosen entsprechend ihres Alters und Gewichts

verabreicht werden.

Zentral wirkende Analeptika sind kontraindiziert bei Intoxikation durch Lokalan

sthetika!

5.

Pharmakologische Eigenschaften

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Lokalan

sthetikum vom Amidtyp

ATC-Klassifizierung: N01B B01

Bupivacainhydrochlorid ist ein Lokalan

sthetikum vom S

ureamidtyp mit raschem Wirkungseintritt

und lang anhaltender reversibler Blockade vegetativer, sensorischer und motorischer Nervenfasern

sowie der Erregungsleitung des Herzens. Es wird angenommen, dass die Wirkung durch Abdichten

der Na+-Kan

le in der Nervenmembran verursacht wird. Bupivcainhydrochlorid-Injektionsl

sung hat

einen pH-Wert von 4,5 - 6 und einen pKa-Wert von 8,1. Das Verh

ltnis von dissoziierter Form zu

der lipidl

slichen Base wird durch den im Gewebe vorliegenden pH-Wert bestimmt. Der Wirkstoff

diffundiert zun

chst durch die Nervenmembran zur Nervenfaser als basische Form, wirkt aber als

Bupivacain-Kation erst nach Reprotonierung. Bei niedrigen pH-Werten, z. B. im entz

ndlich

nderten Gewebe, liegen nur geringe Anteile in der basischen Form vor, sodass keine

ausreichende An

sthesie zustande kommen kann.

Die motorische Blockade bleibt nicht l

nger bestehen als die Analgesie.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Bupivacainhydrochlorid ist sehr lipophil (im Vergleich zu Mepivacain oder Lidocain), hat einen pKa-

Wert von 8,2 und einen Verteilungskoeffizienten von 346 (25

C n-Octanol/Phosphatpuffer pH 7,4).

Es wird im Plasma haupts

chlich an alpha-1-saures Glykoprotein gebunden

(Plasmabindungskapazit

t 96 %). Die Plasmahalbwertszeit bei Erwachsenen betr

gt 1,5 - 5,5

Stunden; die Plasmaclearance ist 0,58 l/min. Bupivacain wird haupts

chlich in der Leber

metabolisiert, vor allem durch aromatische Hydroxylierung zu 4-Hydroxy-Bupivacain und N-

Dealkylierung zu PPX, in beiden F

llen vermittelt durch Cytochrom-P-450-3A4. Etwa 1 % werden

innerhalb von 24 Stunden unver

ndert mit dem Urin ausgeschieden und ann

hernd 5 % als PPX.

hrend und nach kontinuierlicher Verabreichung von Bupivacain sind die Plasmakonzentrationen

von PPX und 4-Hydroxy-Bupivacain gering im Vergleich zu der des Wirkstoffs.

Die Metaboliten haben eine geringere pharmakologische Aktivit

t als Bupivacain.

Bioverf

ü

gbarkeit

Am Wirkort betr

gt die Bioverf

gbarkeit von Bupivacain 100 %.

Die Pharmakokinetik bei Kindern ist mit der bei Erwachsenen vergleichbar.

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Akute Toxizit

ä

Die Pr

fung der akuten Toxizit

t von Bupivacain im Tierversuch ergab bei der Maus eine LD

(i.v.)

zwischen 6,4 mg/kg KG und 10,4 mg/kg KG. Bei der Ratte liegen die Werte zwischen 5,6 mg/kg KG

und 6,0 mg/kg KG. Der Abstand zur therapeutischen Dosis (2 mg/kg KG) ist damit relativ gering.

Toxische ZNS-Reaktionen wurden bereits bei Plasmakonzentrationen von 2,2 Mikrogramm

Bupivacain/ml beobachtet, bei kontinuierlicher Infusion lagen die gemessenen Plasmaspiegel

ber 4

Mikrogramm/ml.

Lokale Toxizit

ä

Die Pr

fung der lokalen Toxizit

t von Bupivacain bei verschiedenen Tierspezies hat eine hohe

Gewebetoxizit

t ergeben, die sich jedoch als reversibel erwies.

Chronische Toxizit

ä

Untersuchungen zur subchronischen Toxizit

t bei lokaler Applikation von Bupivacain beim Tier

(Ratte) ergaben muskul

re Faseratrophie. Eine komplette Regeneration der Kontraktilit

t wurde

jedoch beobachtet.

Untersuchungen zur chronischen Toxizit

t liegen nicht vor.

Mutagenes und tumorerzeugendes Potenzial

Eine ausreichende Mutagenit

tspr

fung von Bupivacain liegt nicht vor. Eine vorl

ufige Untersuchung

an Lymphozyten von Patienten, die mit Bupivacain behandelt wurden, verlief negativ.

Langzeituntersuchungen zum tumorerzeugenden Potenzial von Bupivacain wurden nicht

durchgef

hrt.

Reproduktionstoxizit

ä

Bupivacain passiert die Plazenta mittels einfacher Diffusion und erreicht auch im Fetus

pharmakologisch wirksame Konzentrationen. Kontrollierte Studien

ber m

gliche Effekte von

Carbostesin 0,5 % hyperbar auf den Embryo/Fetus w

hrend einer Exposition von Frauen in der

Schwangerschaft liegen nicht vor.

Im Tierversuch sind bei Dosierungen, die dem f

nf- bzw. neunfachen der Humandosis entsprachen

bzw. einer Gesamtdosis von 400 mg, eine verminderte

berlebensrate der Nachkommen

exponierter Ratten sowie embryoletale Effekte beim Kaninchen nachgewiesen worden. Eine Studie

an Rhesusaffen gab Hinweise auf eine ver

nderte postnatale Verhaltensentwicklung nach

Bupivacainexposition zum Geburtszeitpunkt.

6.

Pharmazeutische Angaben

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

72,70 mg/ml Wasserfreie Glucose (Ph.Eur.), entsprechend 80 mg/ml Glucose-Monohydrat

Salzs

ure 7 % / Natriumhydroxid zur pH-Wert-Einstellung

Wasser f

r Injektionszwecke

6.2

Inkompatibilitäten

Im Allgemeinen werden keine Zus

tze zu L

sungen f

r die spinale Anwendung empfohlen.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

Die Dauer der Haltbarkeit betr

gt 3 Jahre.

Die Injektionsl

sung ist nur zur einmaligen Entnahme vorgesehen. Die Anwendung muss

unmittelbar nach

ffnen der Ampulle erfolgen. Nicht verbrauchte Reste verwerfen.

Das Verfallsdatum dieser Packung ist auf der Ampulle und dem Umkarton aufgedruckt. Verwenden

Sie diese Packung nicht mehr nach diesem Datum!

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht

ber 25

C lagern. Nicht einfrieren.

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Glasampullen

Die Ampullen sind einzeln in Blister eingesiegelt und sterilisiert worden.

Packungsgr

öß

Packungen mit 5 Ampullen (in sterilen Blistern) je 4 ml Injektionsl

sung [N 1]

Klinikpackungen mit 50 Ampullen (in sterilen Blistern) je 4 ml Injektionsl

sung

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Keine

7.

Inhaber der Zulassung

Aspen Pharma Trading Limited

3016 Lake Drive, Citywest Business Campus

Dublin 24, Irland

8.

Zulassungsnummer

9199.00.00

9.

Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

27.09.1993/01.08.2003

10.

Stand der Information

rz 2018

11.

Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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