Carbamazepin-neuraxpharm 600mg retard Retardtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

Kaufe es jetzt

Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Carbamazepin
Verfügbar ab:
neuraxpharm Arzneimittel GmbH
ATC-Code:
N03AF01
INN (Internationale Bezeichnung):
Carbamazepine
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Carbamazepin 600.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
13719.01.00

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 1 von 23

Gebrauchsinformation: Information für Anwender

Carbamazepin-neuraxpharm

®

600

retard

Retardtabletten

Zur Anwendung bei Erwachsenen

Wirkstoff: Carbamazepin

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme

dieses

Arzneimittels

beginnen,

denn

sie

enthält

wichtige

Informationen.

Heben

Packungsbeilage

auf.

Vielleicht

möchten

diese

später

nochmals lesen.

Wenn

weitere

Fragen

haben,

wenden

sich

Ihren

Arzt

oder

Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht

an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die

gleichen Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker.

Dies

gilt

auch

für

Nebenwirkungen,

nicht

dieser

Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

Was in dieser Packungsbeilage steht

1. Was ist Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard und wofür wird es angewendet?

2. Was

sollten

Einnahme

Carbamazepin-neuraxpharm

retard

beachten?

3. Wie ist Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard einzunehmen?

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

5. Wie ist Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard aufzubewahren?

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

1.

Was ist Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard und wofür wird es

angewendet?

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard ist ein Arzneimittel zur Behandlung von

epileptischen Anfallserkrankungen und anderen Anfallskrankheiten sowie bestimmten

Schmerzzuständen sowie zur Vorbeugung bei bestimmten psychischen Störungen.

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard wird angewendet zur Behandlung

von

Epilepsien:

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 2 von 23

Anfällen, die von einem umschriebenen Gebiet des Gehirns ausgehen (fokale

Anfälle).

Anfälle

können

ohne

Bewusstseinsstörungen

(einfache

partielle

Anfälle) oder einhergehend mit Bewusstseinsstörungen (komplexe partielle Anfälle,

psychomotorische Anfälle) auftreten

beide

Gehirnhälften

betreffenden

Anfällen

(generalisierten

Anfällen),

insbesondere wenn sie ursprünglich von einem umschriebenen Gebiet des Gehirns

ausgehen (Schlaf-Grand-mal, diffuses Grand-mal)

gemischten Epilepsieformen

anfallsartig auftretenden Gesichtsschmerzen (Trigeminus-Neuralgie)

anfallsartigen

Schmerzen

unbekannter

Ursache

Rachenraumbereich

(genuine

Glossopharyngeus-Neuralgie)

Schmerzzuständen

Nervenschädigungen

durch

Zuckerkrankheit

(diabetische

Neuropathie)

nichtepileptischen Anfällen bei Multipler Sklerose, wie z. B. Trigeminus-Neuralgie,

tonischen

Anfällen

(Anfälle

gleichmäßiger

Muskelspannung),

anfallsartigen

Sprech- und Bewegungsstörungen, Missempfindungen (paroxysmale Dysarthrie und

Ataxie, paroxysmale Parästhesien) und Schmerzanfällen

zur Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom

zur Vorbeugung manisch-depressiver Phasen (bestimmter psychischer Störungen mit

Stimmungsschwankungen), wenn die Therapie mit Lithium versagt hat bzw. wenn

Patienten unter Lithium schnelle Phasenwechsel erlebten und wenn mit Lithium

nicht behandelt werden darf.

2.

Was sollten Sie vor der Einnahme von Carbamazepin-neuraxpharm

600 mg retard beachten?

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard darf nicht eingenommen werden,

wenn Sie

allergisch

gegen

Carbamazepin,

strukturell

verwandte

Medikamente

trizyklische Antidepressiva, d. h. bestimmte Mittel gegen Depressionen) oder einen

der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile sind.

eine Knochenmarkschädigung oder eine Störung der Blutbildung im Knochenmark

in der Vorgeschichte haben.

Überleitungsstörungen des Herzens (atrioventrikulärer Block) haben.

an bestimmten erblichen Stoffwechseldefekten (akuter intermittierender Porphyrie,

Porphyria variegata, Porphyria cutanea tarda) leiden.

gleichzeitig

einem

Monoaminoxidase-Hemmer

(Mittel

gegen

Depressionen)

behandelt werden.

gleichzeitig

Voriconazol

(Arzneimittel

gegen

Pilzerkrankungen)

behandelt

werden, da es zum Therapieversagen dieses Medikamentes kommen kann.

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 3 von 23

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte

sprechen

Ihrem

Arzt

oder

Apotheker

bevor

Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard einnehmen.

Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale Nekrolyse),

möglicherweise

lebensbedrohlich

sind,

wurden

Zusammenhang

Anwendung von Carbamazepin berichtet. Diese zeigen sich anfänglich als rötliche,

schießscheibenartige oder kreisförmige Flecken (oft mit einer Blase in der Mitte) am

Körperstamm. Der Hautausschlag kann zu einer großflächigen Blasenbildung oder

Ablösung der Haut führen. Zusätzliche Symptome, auf die geachtet werden sollte, sind

offene, schmerzende Stellen (Ulcera) in Mund, Hals, Nase und im Genitalbereich sowie

gerötete

geschwollene

Augen

(Konjunktivitis).

Diese

möglicherweise

lebensbedrohlichen

Hautreaktionen

werden

grippeähnlichen

Symptomen

(Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen) begleitet.

Das höchste Risiko für das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in den

ersten Behandlungswochen.

Wenn bei Ihnen ein Stevens-Johnson-Syndrom

oder eine

Toxisch

epidermale

Nekrolyse

Zusammenhang

Anwendung

Carbamazepin aufgetreten ist, dürfen Sie nie wieder mit Carbamazepin-neuraxpharm

600 mg retard behandelt werden.

Wenn bei Ihnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an der Haut

auftreten, suchen Sie sofort einen Arzt auf. Teilen Sie ihm mit, dass Sie Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard einnehmen.

beschriebenen schweren Hautreaktionen können bei

Personen aus bestimmten

asiatischen Ländern häufiger auftreten. Wenn Sie zur Bevölkerungsgruppe der Han-

Chinesen oder Thailänder gehören, kann Ihr Arzt anhand eines Bluttests erkennen, ob

Sie ein erhöhtes Risiko für diese schweren Hautreaktionen haben. Ihr Arzt kann Ihnen

sagen, ob vor der Einnahme von Carbamazepin ein Bluttest erforderlich ist.

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard

ist erforderlich,

wenn Sie unter Absencen (Bewusstseinstrübungen) leiden: dann sollte bei Ihnen

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard nicht angewendet werden, da dieses

Medikament solche Anfallsformen hervorrufen bzw. bereits bestehende verstärken

kann.

wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden:

Erkrankungen der blutbildenden Organe (hämatologische Erkrankungen);

Zeichen

einer

ungewöhnlichen

Empfindlichkeit

(Hautausschlag

oder

andere

Zeichen einer Allergie) auf Oxcarbazepin oder ein anderes Arzneimittel. Wenn Sie

allergisch auf Carbamazepin reagieren, ist die Wahrscheinlichkeit etwa 25 %, dass

Sie auch auf Oxcarbazepin allergisch reagieren;

gestörter Natrium-Stoffwechsel;

Herz-, Leber- und

Nierenfunktionsstörungen,

auch wenn Sie früher einmal daran

gelitten haben (siehe „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“ und „Wie ist

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard einzunehmen?“);

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 4 von 23

erhöhter Augeninnendruck (grüner Star bzw. Glaukom) oder Beschwerden oder

Schmerzen beim Wasserlassen; in diesem Fall sollten Sie sorgfältig überwacht

werden;

myotone Dystrophie (degenerative Muskelerkrankung, bei diesen Patienten treten

häufig Überleitungsstörungen am Herzen auf).

wenn Sie früher bereits einmal eine Behandlung mit Carbamazepin abgebrochen

haben.

wenn Ihr Arzt bei Ihnen eine geistig-seelische Erkrankung mit dem Namen Psychose

festgestellt hat, die von Verwirrungs- und Übererregungszuständen

begleitet sein

kann.

Wenn Sie als Frau die „Pille“ (ein hormonales Kontrazeptivum) einnehmen, müssen Sie

wissen, dass Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard diese unwirksam machen kann.

Sie sollten eine andere oder eine zusätzliche nicht hormonale Verhütungsmethode

verwenden, so lange Sie Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard einnehmen. So

können Sie das Risiko einer ungewünschten Schwangerschaft verringern.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt sofort, falls es zum Auftreten unregelmäßiger vaginaler

Blutungen oder Schmierblutungen kommt.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Carbamazepin behandelt

wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen.

Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit

Ihrem Arzt in Verbindung.

Wenn etwas von dem oben Stehenden auf Sie zutrifft, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem

Arzt darüber. Sie dürfen dann Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard nur unter

entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen einnehmen.

Aufgrund

Möglichkeit

einer

erhöhten

Lichtempfindlichkeit

Haut

(Photosensibilisierung) sollten Sie sich während der Behandlung mit Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard vor starker Sonnenbestrahlung schützen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt sofort, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft

Wenn Sie bei sich Anzeichen wie Fieber, Halsschmerzen, allergische Hautreaktionen

Hautausschlag

Lymphknotenschwellungen

oder

grippeähnliche

Krankheitsbeschwerden, Geschwüre im

Mund,

Neigung

Entstehung „blauer

Flecken“,

punktförmige

oder

flächige

Hautblutungen

feststellen,

suchen

unverzüglich Ihren Arzt auf.

Wenn

sich

Anzeichen

einer

allergischen

Reaktion

feststellen,

Symptomen

Fieber,

Hautausschlag,

Gefäßentzündungen,

Lymphknotenschwellung oder

Gelenkschmerzen einhergehen kann, sprechen Sie

sofort

Ihrem

Arzt

oder

gehen

Notaufnahme

nächsten

Krankenhauses (siehe „Welche Nebenwirkungen sind möglich?“).

Wenn Sie feststellen, dass Sie häufiger Krampfanfälle haben.

Wenn

sich

Anzeichen

einer

Leberentzündung

Abgeschlagenheit,

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbfärbung der Haut und/oder der Augen, Vergrößerung

der Leber feststellen.

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 5 von 23

Wenn Sie Nierenprobleme in Verbindung mit einem niedrigen Natriumspiegel im

Blut haben oder wenn Sie Nierenprobleme haben und gleichzeitig Arzneimittel

einnehmen,

Natriumspiegel

Blut

senken

(Diuretika

Hydrochlorothiazid, Furosemid).

Kinder

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard ist wegen des zu hohen Wirkstoffgehaltes

und fehlender Erfahrung mit

Retardtabletten für Kinder unter 6 Jahren ungeeignet.

Ältere Menschen

Bei älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung angezeigt.

Einnahme von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard zusammen mit

anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen /

anwenden,

kürzlich

andere

Arzneimittel

eingenommen

angewendet

haben

oder

beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden.

Eine

Behandlung

MAO-Hemmern

(Arzneimittel

Behandlung

Depressionen)

muss

mindestens

Wochen

Beginn

einer

Behandlung

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard abgeschlossen worden sein.

Beachten Sie bitte, dass die folgenden Angaben auch für vor Kurzem angewandte

Arzneimittel gelten können.

Beeinflussung der Plasmakonzentration anderer Arzneimittel durch Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard kann die Aktivität bestimmter Leberenzyme

erhöhen und dadurch die Plasmaspiegel anderer Arzneimittel senken.

Wirkung

einiger

anderer,

gleichzeitig

verabreichter

Arzneimittel,

gleiche Weise wie Carbamazepin abgebaut werden, kann deshalb abgeschwächt oder

sogar aufgehoben werden.

Bei

gleichzeitiger

Gabe

von

Carbamazepin-neuraxpharm

600

mg

retard

ist

die

Dosierung

folgender

Wirkstoffe

aus

verschiedenen

Anwendungsbereichen

gegebenenfalls den klinischen Erfordernissen anzupassen

Schmerzmittel,

entzündungshemmende

Substanzen:

Buprenorphin,

Fentanyl,

Methadon, Paracetamol (Langzeitanwendung von Carbamazepin und Paracetamol

(Acetaminophen) kann zu einer Hepatotoxizität führen), Phenazon, Tramadol

Arzneimittel gegen Parasiten: Praziquantel, Albendazol

Blutgerinnungshemmende

Mittel:

Warfarin,

Phenprocoumon,

Dicumarol,

Acenocumarol

Mittel

Behandlung

einer

Depression:

Bupropion,

Citalopram,

Mianserin,

Nefazodon,

Sertralin,

Trazodon

(anscheinend

jedoch

Verstärkung

depressionslösenden Effekts)

Weitere

Mittel

Behandlung

einer

Depression:

sogenannte

trizyklische

Antidepressiva (Imipramin, Amitriptylin, Nortriptylin, Clomipramin), Mirtazapin

Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen: Aprepitant

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 6 von 23

Antiepileptika,

andere

Mittel

Behandlung

Anfallsleiden:

Clonazepam,

Ethosuximid, Felbamat, Oxcarbazepin,

Primidon, Lamotrigin, Tiagabin, Topiramat,

Valproinsäure, Zonisamid, Phenytoin (der Plasmaspiegel von Phenytoin kann erhöht

oder vermindert werden)

Mittel

Behandlung

(systemischen)

Pilzinfektionen:

Caspofungin,

Antimykotika vom Azoltyp: z. B. Itraconazol, Voriconazol. Für Patienten, die mit

Voriconazol oder Itraconazol behandelt werden, sind alternative Antikonvulsiva zu

empfehlen.

Mittel gegen Viruserkrankungen / HIV: z. B. Indinavir, Ritonavir, Saquinavir

Angstlösende Arzneimittel: Alprazolam, Midazolam, Clobazam

Arzneimittel zur Behandlung von Atemwegserkrankungen: Theophyllin

Mittel zur Behandlung von Herzerkrankungen: Digoxin, Simvastatin, Atorvastatin,

Lovastatin, Cerivastatin, Ivabradin

Mittel

Hemmung

Abwehrmechanismen

nach

Organtransplantationen,

Immunsuppressivum: Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Everolimus

Kalzium-Antagonisten

(Arzneimittel

Behandlung

Schwindel,

Migräne,

Bluthochdruck): Felodipin, Flunarizin

Arzneimittel zur Schwangerschaftsverhütung: hormonale Kontrazeptiva

Kortikosteroide: z. B. Prednisolon, Dexamethason

Arzneimittel

Behandlung

geistig-seelischer

Erkrankungen:

Haloperidol,

Bromperidol,

Clozapin,

Olanzapin,

Risperidon,

Quetiapin,

Ziprasonid,

Zotepin

(Beschleunigung des Abbaus), Aripiprazol, Paliperidon

Schilddrüsenhormone: Levothyroxin

Antibiotika: Rifabutin, Tetrazykline, z. B. Doxycyclin

Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen: Imatinib, Cyclophosphamid,

Lapatinib, Temsirolimus

Sonstige: Chinidin (Mittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen),

Östrogene

(Hormone),

Methylphenidat

(Psychostimulans,

Mittel

Behandlung

Aufmerksamkeitsstörungen),

Progesteronderivate

(Hormone),

Propranolol

(Beta-

Blocker, blutdrucksenkendes Mittel)

Mittel zur Behandlung von Erektionsstörungen: Tadalafil

Einnahme

„Pille“

(hormonales

Kontrazeptivum)

können

unerwartete

Durchbruchblutungen oder Schmierblutungen auftreten. Außerdem kann die Wirkung

des hormonalen Kontrazeptivums abgeschwächt sein, d. h., es kann zu einer ungewollten

Schwangerschaft kommen. Deshalb sind in Absprache mit Ihrem Arzt andere, nicht

hormonale

Verhütungsmethoden in

Betracht

ziehen

(siehe

„Warnhinweise

Vorsichtsmaßnahmen“).

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard kann den Plasmaspiegel von Bupropion

(Arzneimittel zur Unterstützung der Raucherentwöhnung) senken und den Spiegel des

Abbauproduktes Hydroxybupropion erhöhen und somit die klinische Wirksamkeit und

Sicherheit von Bupropion verringern.

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 7 von 23

Verminderte Plasmakonzentration von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard durch

andere Arzneimittel

Die Plasmaspiegel von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard können vermindert

werden durch

Antiepileptika,

andere

Mittel

Behandlung

Anfallsleiden:

Felbamat,

Methosuximid, Oxcarbazepin, Phenobarbital, Phensuximid, Phenytoin, Fosphenytoin,

Primidon,

Progabid

möglicherweise

(hier

sind

Daten

teilweise

widersprüchlich) Clonazepam, Valproinsäure, Valpromid

Tuberkulosemittel: Rifampicin

Arzneimittel

Behandlung

Atemwegserkrankungen,

Antiasthmatika:

Theophyllin, Aminophyllin

Mittel gegen Hauterkrankungen: Isotretinoin

Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen: Cisplatin, Doxorubicin

Sonstige: Johanniskraut (

Hypericum perforatum

, pflanzliches Mittel gegen depressive

Verstimmungen)

Andererseits können die Plasmaspiegel des pharmakologisch wirksamen Abbauprodukts

von Carbamazepin (Carbamazepin-10,11-epoxid)

durch Valproinsäure sowie Primidon

erhöht werden.

Durch gleichzeitige Gabe von Felbamat kann der Plasmaspiegel von Carbamazepin

vermindert und der von Carbamazepin-10,11-epoxid

erhöht werden, gleichzeitig kann

der Felbamat-Spiegel gesenkt werden.

Aufgrund

wechselseitigen

Beeinflussung,

insbesondere

gleichzeitiger

Verabreichung

mehrerer

Antiepileptika,

empfiehlt

sich,

Plasmaspiegel

kontrollieren

Dosierung

Carbamazepin-neuraxpharm

retard

gegebenfalls anzupassen.

Erhöhte Plasmakonzentration von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard durch

andere Arzneimittel

Folgende

Wirkstoffe

können

die

Plasmakonzentrationen

von

Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard erhöhen

Schmerzmittel,

entzündungshemmende

Substanzen:

Dextropropoxyphen

Propoxyphen, Ibuprofen

Arzneimittel zur Hemmung des Sexualhormons Gonadotropin: Danazol

Antibiotika, Wirkstoffe zur Behandlung bakterieller Infektionen: Makrolidantibiotika

(z. B. Erythromycin, Troleandomycin, Josamycin, Clarithromycin, Ciprofloxacin)

Mittel

Behandlung

einer

Depression:

Fluoxetin,

Fluvoxamin,

Nefazodon,

Paroxetin, Trazodon, Viloxazin, möglicherweise auch Desipramin

Antiepileptika,

andere

Mittel

Behandlung

Anfallsleiden:

Stiripentol,

Vigabatrin

Mittel

Behandlung

(systemischen)

Pilzinfektionen,

Antimykotika

Azoltyp wie z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Fluconazol, Voriconazol. Für Patienten,

Voriconazol

oder

Itraconazol

behandelt

werden,

sind

alternative

Antikonvulsiva zu empfehlen.

Mittel zur Behandlung von allergischen Reaktionen: Loratadin, Terfenadin

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 8 von 23

Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose: Isoniazid

Mittel gegen Viruserkrankungen / HIV, z. B. Ritonavir

Arzneimittel zur Behandlung des Glaukoms: Acetazolamid

Kalzium-Antagonisten

(Wirkstoffe

Behandlung

Herz-Kreislauf-

Erkrankungen): Diltiazem, Verapamil

Arzneimittel zur Muskelerschlaffung (Muskelrelaxanzien): Oxybutynin, Dantrolen

Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen: Loxapin, Olanzapin,

Quetiapin

Gerinnungshemmende Mittel: Ticlopidin

Arzneimittel

Behandlung

Magen-Darm-Geschwüren:

Omeprazol,

möglicherweise Cimetidin

Sonstige: Grapefruitsaft, Nicotinamid (Vitamin der B-Gruppe, in hoher Dosierung)

Erhöhte Plasmaspiegel von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard können zu den

unter

„Welche

Nebenwirkungen

sind

möglich?”

genannten

Symptomen

Schwindel,

Müdigkeit,

Gangunsicherheit, Doppeltsehen)

führen.

Wenn

solche

Symptome bemerken, sprechen Sie mit Ihrem Arzt; er wird dann die Plasmaspiegel

überprüfen und die Dosis nötigenfalls verändern.

Weitere Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin-neuraxpharm

retard und

Loxapin, Quetiapin (Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen),

Primidon, Progabid, Valproinsäure, Valnoctamid und Valpromid (Antiepileptika, andere

Mittel zur Behandlung von Anfallsleiden) kann zu einer Erhöhung der Plasmaspiegel des

wirksamen Abbauprodukts Carbamazepin-10,11-epoxid

und damit zu den

gleichen

Nebenwirkungen wie eine zu hohe Dosierung von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg

retard führen.

Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Levetiracetam kann die Toxizität

von Carbamazepin erhöhen.

Die Leberschädlichkeit von Isoniazid (Arzneimittel zur Behandlung der Tuberkulose)

kann durch Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard erhöht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin-neuraxpharm

retard und

Lithium (Arzneimittel zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen), Metoclopramid

(Arzneimittel

Behandlung

Magen-Darm-Störungen)

oder

Neuroleptika

(Haloperidol,

Thioridazin:

Arzneimittel

Behandlung

geistig-seelischer

Erkrankungen) kann das Auftreten neurologischer Nebenwirkungen begünstigen.

Bei Patienten, die mit Neuroleptika behandelt werden, kann Carbamazepin-neuraxpharm

600 mg retard auf der anderen Seite die Plasmaspiegel dieser Arzneimittel senken und

dadurch eine Verschlechterung des Krankheitsbildes verursachen. Es kann daher vom

Arzt auch eine Dosiserhöhung des jeweiligen Neuroleptikums für erforderlich gehalten

werden.

wird

darauf hingewiesen, dass

insbesondere die

gleichzeitige Anwendung von

Lithium (Arzneimittel zur Behandlung und Vorbeugung bestimmter geistig-seelischer

Erkrankungen) und Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard die das Nervensystem

schädigende Wirkung beider Wirkstoffe verstärken kann. Daher ist eine sorgfältige

Überwachung der Blutspiegel von beiden notwendig. Eine vorherige Behandlung mit

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 9 von 23

Neuroleptika soll länger als 8 Wochen zurückliegen und auch nicht gleichzeitig erfolgen.

Auf folgende Anzeichen ist zu achten: Unsicherer Gang (Ataxie), Zuckungen bzw.

Zittern

Augen

(horizontaler

Nystagmus),

gesteigerte

Muskeleigenreflexe,

Muskelzucken (Muskelfaszikulationen).

Die kombinierte Gabe von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard und einigen

harntreibenden Mitteln (Hydrochlorothiazid, Furosemid) kann zu einem verminderten

Gehalt des Blutserums an Natrium führen.

Die Wirksamkeit bestimmter Arzneimittel zur Muskelerschlaffung, die im Rahmen von

Narkosen

eingesetzt

werden

(nicht

depolarisierende

Muskelrelaxanzien

Pancuronium) kann durch Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard beeinträchtigt

werden. Dadurch ist eine raschere Aufhebung der neuromuskulären Blockade möglich.

Patienten, die mit Muskelrelaxanzien behandelt werden, sollten diesbezüglich überwacht

und deren Dosierung gegebenfalls erhöht werden.

Literatur

gibt

Hinweise

darauf,

dass

zusätzliche

Einnahme

Carbamazepin bei vorbestehender Neuroleptika-Therapie das Risiko für das Auftreten

eines

sogenannten

malignen

neuroleptischen

Syndroms

(möglicherweise

lebensbedrohlicher Zustand mit Erhöhung der Körpertemperatur und Steifigkeit der

Muskulatur) oder eines Stevens-Johnson-Syndroms

(schwere Hautreaktion) erhöht.

gleichzeitiger

Gabe

Isotretinoin

(Wirkstoff

Akne-Behandlung)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard sollten die Carbamazepin-Plasmaspiegel

kontrolliert werden.

Die gleichzeitige Gabe von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard mit Paracetamol

(schmerzstillendes und fiebersenkendes Arzneimittel) kann die Bioverfügbarkeit und

damit die Wirksamkeit von Paracetamol vermindern.

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard scheint die Ausscheidung (Elimination) von

Schilddrüsenhormonen zu

verstärken

Bedarf

diesen

Patienten

Schilddrüsenunterfunktion

erhöhen.

Deshalb

sind

diesen

Patienten,

eine

Substitutionstherapie erhalten, zu Beginn und am Ende einer Therapie mit Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard die Schilddrüsenparameter zu bestimmen. Gegebenenfalls

ist eine Dosisanpassung der Schilddrüsenhormonpräparate vorzunehmen.

Die gleichzeitige Gabe von Antidepressiva vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahme-

Hemmer (depressionslösende Arzneimittel wie z. B. Fluoxetin) kann zu einem toxischen

Serotonin-Syndrom führen.

Es wird empfohlen, Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard nicht in Kombination

Nefazodon

(depressionslösendes

Mittel)

anzuwenden,

Carbamazepin-

neuraxpharm

retard

einer

deutlichen

Reduktion

Nefazodon-

Plasmaspiegels

bis hin zum Wirkungsverlust führen kann. Darüber hinaus wird bei

gleichzeitiger Einnahme von Nefazodon und Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard

Carbamazepin-Plasmaspiegel

erhöht

seines

aktiven

Abbauproduktes

Carbamazepin-10,11-epoxid

erniedrigt.

Durch gleichzeitige Einnahme von Carbamazepin und anderen Medikamenten, die eine

kardiale Überleitungsstörung (Erregungsausbreitungsstörungen am Herzen) verursachen

können, wie Antiarrhythmika (Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen), zyklische

Antidepressiva (depressionslösende Medikamente) oder Erythromycin (Antibiotikum),

erhöht sich das Risiko für kardiale Überleitungsstörungen.

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 10 von 23

Einnahme von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard zusammen mit

Nahrungsmitteln und Getränken

Grapefruitsaft kann möglicherweise die Plasmaspiegel von Carbamazepin erhöhen und

unter Umständen zu Nebenwirkungen führen.

Carbamazepin kann, wie andere auf das zentrale Nervensystem wirkende Stoffe, dazu

führen, dass Sie nur noch wenig oder gar keinen Alkohol vertragen. Alkoholkonsum

während der Behandlung mit Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard sollten Sie

daher meiden.

Schwangerschaft, Stillzeit und Zeugungs-/Gebärfähigkeit

Wenn Sie als Frau die „Pille“ (ein hormonales Kontrazeptivum) einnehmen, müssen Sie

wissen, dass Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard diese unwirksam machen kann.

Sie sollten eine andere oder eine zusätzliche nicht hormonale Verhütungsmethode

verwenden, so lange Sie Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard einnehmen. So

können Sie das Risiko einer ungewünschten Schwangerschaft verringern.

Schwangerschaft

Carbamazepin darf während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-

Abwägung durch den behandelnden Arzt verordnet werden. Bei Kinderwunsch sollten

sich

Frauen

unbedingt

Arzt

beraten

lassen

eine

regelmäßige

ärztliche

Überwachung der Schwangerschaft sicherstellen.

Wie für einige andere Antiepileptika wurden auch mit Carbamazepin Fehlbildungen

unterschiedlicher Art beschrieben. Aus verschiedenen Studien ergibt sich ein auf 1 %

erhöhtes

Risiko

für

Spaltbildungen

Wirbelsäule

(Spina

bifida).

bisher

ungeklärt, in welchem Maß die Behandlung mit Carbamazepin für die Fehlbildungen

verantwortlich ist, da auch ein Zusammenhang mit der Grunderkrankung oder erblichen

Faktoren

nicht

ausgeschlossen

werden

kann.

Früherkennung

möglicher

Schädigungen der Frucht werden diagnostische Maßnahmen wie Ultraschall und alpha-

Fetoprotein-Bestimmung

empfohlen.

Carbamazepin

sollte

gebärfähigen

Frauen

besonders

während

Schwangerschaft wenn möglich als Monotherapie angewendet werden, da sich das

Risiko von Fehlbildungen bei einer Kombinationstherapie mit anderen Antiepileptika

erhöht.

Wenn unter einer Carbamazepin-Behandlung eine Schwangerschaft eintritt oder geplant

wird oder wenn eine Behandlung mit Carbamazepin in der Schwangerschaft begonnen

werden soll, muss Ihr Arzt die Notwendigkeit einer Anfallskontrolle sorgfältig gegen

das mögliche Risiko für das ungeborene Kind abwägen. Während der für Fehlbildungen

besonders anfälligen ersten drei Monate der Schwangerschaft und besonders zwischen

nach

Befruchtung

soll

niedrigste

wirksame

Dosis

angewendet

werden,

Fehlbildungen

wahrscheinlich

durch

hohe

Plasmakonzentrationen des Wirkstoffs hervorgerufen werden. Eine Überwachung der

Plasmaspiegel wird empfohlen.

In keinem Fall sollten Sie die Einnahme ohne ärztlichen Rat abbrechen, da es bei

epileptischen Anfällen zur Schädigung des Kindes kommen kann.

In der Schwangerschaft kann es zu einem Folsäuremangel kommen. Antiepileptika

können diesen verstärken. Der Folsäuremangel kann ein zusätzlicher Faktor für die

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 11 von 23

Entstehung von Fehlbildungen sein. Deshalb kann die Gabe von Folsäure vor und

während

Schwangerschaft

sinnvoll

sein.

Vermeidung

Blutgerinnungsstörungen wird auch die vorbeugende Gabe von Vitamin K

in den

letzten Wochen der Schwangerschaft an die Mutter bzw. nach der Geburt an das

Neugeborene empfohlen.

Stillzeit

Der Wirkstoff Carbamazepin tritt in die Muttermilch über. Trotzdem ist in der Regel das

Stillen während der Behandlung möglich. Der gestillte Säugling sollte jedoch auf

mögliche unerwünschte Wirkungen hin beobachtet werden und wenn beim Säugling

schlechte

Gewichtszunahmen

oder

überhöhtes

Schlafbedürfnis

(Sedation)

oder

allergische Hautreaktionen festgestellt werden, sollte abgestillt werden.

Einnahme

Carbamazepin

während

Schwangerschaft

Stillzeit

verursachte in seltenen Fällen eine cholestatische Hepatitis bei den Neugeborenen.

Zeugungs-/Gebärfähigkeit

traten

Einzelfälle

sexueller

Funktionsstörungen auf,

Impotenz

oder

verminderte Libido. Sehr selten wurde über verminderte männliche Zeugungsfähigkeit

und / oder abnorme Spermienbildung berichtet.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bekannte zentralnervöse Nebenwirkungen von Carbamazepin, wie z. B. Schwindel,

Benommenheit,

Müdigkeit,

verschwommenes

Sehen,

Doppeltsehen,

Störung

Bewegungskoordination, zu Beginn der Behandlung, bei Dosissteigerung oder Einnahme

höherer

Dosen

und/oder

gleichzeitiger

Einnahme

anderer,

ebenfalls

Zentralnervensystem angreifender Arzneimittel führen auch bei bestimmungsgemäßem

Gebrauch zu Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu

bedienen.

Daher

dürfen

keine

Kraftfahrzeuge

führen,

Maschinen

bedienen

oder

andere

gefahrvolle Tätigkeiten ausführen. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken

mit Alkohol.

3.

Wie ist Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.

Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Die Dosierung ist individuell vom (Fach-) Arzt zu bestimmen und zu kontrollieren,

wobei

Anfallsfreiheit

möglichst

niedriger

Dosierung,

besonders

auch

Schwangerschaft, angestrebt werden sollte. Ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem

Arzt

dürfen

keine

Behandlungs-

oder

Dosisänderungen

vornehmen,

Behandlungserfolg nicht zu gefährden.

Es empfiehlt sich ein stufenweiser (einschleichender) Aufbau der Dosierung bis zur

optimal wirksamen Dosis.

Die Tagesdosis wird in der Regel in 1 - 2 Einzelgaben verabreicht.

Der allgemeine Tagesdosisbereich liegt zwischen 400 und 1200 mg Carbamazepin.

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 12 von 23

Eine

Gesamttagesdosis

1600

Carbamazepin

sollte

Regel

nicht

überschritten werden, da in höheren Dosen vermehrt Nebenwirkungen auftreten.

Festlegung

therapeutischen

Dosis

sollte,

insbesondere

Kombinationstherapie, über die Bestimmung der Plasmaspiegel und in Abhängigkeit

Wirksamkeit

erfolgen.

therapeutische

Carbamazepin-Spiegel

liegt

erfahrungsgemäß zwischen 4 und 12 Mikrogramm/ml.

Im Einzelfall kann die erforderliche Dosis erheblich von der angegebenen Anfangs- und

Erhaltungsdosis

abweichen

wegen

Beschleunigung

Abbaus

durch

Enzyminduktion

oder

wegen

Arzneimittelwechselwirkungen

gleichzeitiger

Einnahme anderer Medikamente).

Carbamazepin-neuraxpharm

retard

sollte

Behandlung

Epilepsie

bevorzugt allein (Monotherapie) angewendet werden. Die Behandlung ist von einem in

der Epilepsie-Behandlung erfahrenen Facharzt zu überwachen.

Bei Umstellung auf die Behandlung mit Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard ist

Dosis

abzusetzenden

Arzneimittels

gegen

Anfallsleiden

schrittweise

herabzusetzen.

Folgendes allgemeines Dosierschema wird zur Behandlung von epileptischen

Anfallsleiden empfohlen

Anfangsdosis

täglich in mg

(bzw. Zahl der

Retardtabletten)

Erhaltungsdosis

täglich in mg

(bzw. Zahl der Retardtabletten)

Erwachsene

Abends 300 mg

Morgens 300 - 600 mg

(½ - 1 Retardtablette)

Abends 300 - 600 mg

(½ - 1 Retardtablette)

*

Hinweis:

Für

Kinder

unter

Jahren

stehen

Initial-

Erhaltungsdosierung

nicht-

retardierte Darreichungsformen zur Verfügung (Suspension oder Tabletten). Die

Verabreichung von Retardtabletten kann wegen unzureichender Erkenntnis nicht

empfohlen werden.

Für Kinder über 6 Jahren stehen niedriger dosierte Formen zur Verfügung.

Anfallsleiden (Epilepsie)

Allgemeinen

sollte

Erwachsenen

Anfangsdosis

Retardtablette

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (entsprechend 300 mg Carbamazepin/Tag)

langsam

Erhaltungsdosis

Retardtabletten

Carbamazepin-

neuraxpharm

retard

(entsprechend

1200

Carbamazepin/Tag)

gesteigert werden.

Für die Anwendung bei Kindern ist diese Darreichungsform nicht geeignet.

Empfohlenes Dosierschema siehe oben.

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 13 von 23

Anfallsartig auftretende Gesichtsschmerzen (Trigeminus-Neuralgie), anfallsartige

Schmerzen unbekannter Ursache im Rachenraumbereich (genuine Glossopharyngeus-

Neuralgie)

Die Tagesdosis ist von einer Anfangsdosis von 150 - 300 mg Carbamazepin (wofür

entsprechend niedriger dosierte Darreichungsformen zur Verfügung stehen) bis zum

Eintritt der Schmerzfreiheit durchschnittlich auf ½ - 1½ Retardtabletten Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard (entsprechend 300 - 900 mg Carbamazepin) - verteilt auf 1

bis 2 Gaben - zu erhöhen. Die Maximaldosis beträgt 1200 mg am Tag. Im Anschluss

daran ist es bei einem Teil der Fälle möglich, die Behandlung mit einer geringeren

Erhaltungsdosis von täglich 1-mal ½ Retardtablette Carbamazepin-neuraxpharm 600

mg retard (entsprechend 300 mg Carbamazepin) fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist auf eine Darreichungsform mit niedrigerer

Dosisstärke auszuweichen, da als Anfangsdosis 150 mg Carbamazepin morgens oder

abends im Allgemeinen ausreichend ist.

Schmerzzustände bei Schädigungen der peripheren Nerven durch Zuckerkrankheit

(diabetische Neuropathie)

durchschnittliche

Tagesdosis

beträgt

2-mal

Retardtablette

Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard (entsprechend 600 mg Carbamazepin), in Ausnahmefällen

2-mal

täglich

Retardtablette

Carbamazepin-neuraxpharm

retard

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin).

Nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt ½ bis 1½ Retardtabletten Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard (entsprechend 300 - 900 mg Carbamazepin) in 1 - 2

Einzelgaben.

Anfallsverhütung während der stationären Alkoholentzugssyndrom-Behandlung

durchschnittliche

Tagesdosis

beträgt

2-mal

Retardtablette

Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard (entsprechend 600 mg Carbamazepin).

In schweren Fällen kann sie in den ersten Tagen bis auf 2-mal täglich 1 Retardtablette

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (entsprechend 1200 mg Carbamazepin)

erhöht werden.

Kombination

Carbamazepin-neuraxpharm

retard

sedativ-

hypnotischen Mitteln (Beruhigungs-/Schlafmittel) wird nicht empfohlen. Entsprechend

den klinischen Erfordernissen kann Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard jedoch

mit anderen in der Alkoholentzugsbehandlung eingesetzten Substanzen bei Bedarf

kombiniert werden.

Es sind regelmäßige Kontrollen des Carbamazepin-Spiegels vorzunehmen. Wegen der

zentralnervösen

vegetativen

Nebenwirkungen

wird

eine

sorgfältige

klinische

Beobachtung empfohlen.

Prophylaxe manisch-depressiver Phasen

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist, beträgt ½

Retardtablette

Carbamazepin-neuraxpharm

retard

(entsprechend

Carbamazepin).

Gegebenenfalls

kann

Dosis

Retardtabletten

Carbamazepin-neuraxpharm

retard

(entsprechend

Carbamazepin)

täglich erhöht werden.

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 14 von 23

Hinweis:

Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Leber- und Nierenleiden

sowie bei älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung angezeigt.

Art der Anwendung

Die Retardtabletten sind teilbar.

Nehmen

Retardtabletten

bitte

während

oder

nach

Mahlzeiten

ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Trinkwasser (200 ml)) ein.

In manchen Fällen hat sich die Verteilung der Tagesdosis auf 4 - 5 Einzelgaben als

besonders wirkungsvoll erwiesen. In diesen Fällen sind nicht-verzögert freisetzende

Darreichungsformen von Carbamazepin verzögert freisetzenden Darreichungsformen

vorzuziehen.

Dauer der Anwendung

Die Anwendungsdauer richtet sich nach der jeweiligen Indikation und der individuellen

Reaktion des Patienten und wird durch den behandelnden Arzt bestimmt.

Die antiepileptische Therapie ist grundsätzlich eine Langzeittherapie.

Über

Einstellung,

Behandlungsdauer

Absetzen

Carbamazepin-

neuraxpharm 600 mg retard sollte im Einzelfall ein in der Epilepsie-Behandlung

erfahrener Facharzt entscheiden.

Im Allgemeinen ist eine Dosisreduktion und ein Absetzen der Medikation frühestens

nach zwei- bis dreijähriger Anfallsfreiheit zu erwägen.

Das Absetzen muss in schrittweiser Dosisreduktion über ein bis zwei Jahre erfolgen;

Kinder können der Dosis pro kg Körpergewicht entwachsen anstelle altersgemäßer

Dosisanpassung, wobei sich der EEG-Befund nicht verschlechtern sollte.

Bei der Neuralgie-Behandlung hat es sich bewährt, die Therapie mit einer für die

Schmerzfreiheit

gerade

noch

ausreichenden

Erhaltungsdosis

über

einige

Wochen

durchzuführen.

Durch

vorsichtige

Dosisreduktion

sollte

festgestellt

werden,

inzwischen zu einer Spontanremission gekommen ist.

Beim Wiederauftreten von Schmerzattacken ist mit der ursprünglichen Erhaltungsdosis

weiterzubehandeln.

Für die Behandlungsdauer der Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie und der

nichtepileptischen Anfälle bei Multipler Sklerose gilt das Gleiche.

Zur Anfallsverhütung bei der Alkoholentzugssyndrom-Behandlung sollte die Therapie

mit Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard unter ausschleichender Dosierung nach

7 - 10 Tagen beendet werden.

Die Prophylaxe manisch-depressiver Phasen ist eine Langzeitbehandlung.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass

die Wirkung von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard zu stark oder zu schwach

ist.

Wenn Sie eine größere Menge Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard

eingenommen haben, als Sie sollten

Im Falle einer Überdosierung ist umgehend ärztliche Behandlung erforderlich.

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 15 von 23

Bei Überdosierung mit Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard können die unter

„Welche

Nebenwirkungen

sind

möglich?“

genannten

unerwünschten

Symptome

verstärkt in Erscheinung treten.

Zentrales Nervensystem

Dämpfung des Nervensystems, Bewusstseinsstörungen (Benommenheit, Schläfrigkeit

(Somnolenz), Starre (Stupor), Koma), Schwindel, Desorientiertheit, Unruhe, Erregung,

Verwirrtheit,

plötzliches

Hitzegefühl

(Flushing),

Halluzinationen,

verschwommenes

Sehen,

unartikuliertes

oder

verwaschenes

Sprechen,

Augenzittern

(Nystagmus),

unsicherer Gang (Ataxie), Störungen oder Fehlfunktionen von Bewegungsabläufen

(Dyskinesien), Reflexanomalien (zunächst gesteigerte, dann abgeschwächte Reflexe),

Krampfanfälle

Gehirns

(tonisch-klonische

Konvulsionen),

psychomotorische

Störungen,

Muskelzuckungen

(Myoklonien),

Opisthotonus,

unwillkürliche

Bewegungen, Zittern (Tremor), zu niedrige Körpertemperatur (Hypothermie), weite

Pupillen (Mydriasis), EEG-Störungen

Atmungsorgane

Störungen

Atmung

(Atemdepression),

Wasser

Lunge

(Lungenödem),

Blauverfärbung im Gesicht (Zyanose), Atemstillstand

Herz-Kreislauf-System

Erhöhter Herzschlag (Tachykardie), meist erniedrigter (hypotoner) Blutdruck, evtl. auch

Bluthochdruck (Hypertonus), Störungen der Erregungsausbreitung im Herzen (EKG-

Veränderungen, Arrhythmien, AV-Block), Synkopen, Herzstillstand, heftige Hautröte

mit Hitzegefühl (Flushing)

Magen-Darm-Trakt

Übelkeit, Erbrechen, verzögerte Magenentleerung, verringerte Darmmotilität

Harntrakt, Geschlechtsorgane

Harnverhalten, verminderte oder ausbleibende Harnproduktion, Wasseransammlung im

Körper

Laborbefunde

Verminderter

Natriumgehalt

Blutserums

(Hyponatriämie),

möglicherweise

Ansäuerung des Blutes, möglicherweise erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie), erhöhte

Muskel-Kreatinphosphokinase, erhöhte oder verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen

(Leukozytose, Leukopenie, Neutropenie), Ausscheidung von Zucker mit dem Urin

(Glykosurie), Erhöhung eines bestimmten Stoffwechselproduktes im Urin (Azetonurie)

Bei jedem Anwendungsfehler ist sofort ein Arzt zu informieren. Wurden hohe Dosen

eingenommen, sind Notfallmaßnahmen einzuleiten (Einlieferung in ein Krankenhaus).

Ein spezifisches Gegenmittel bei akuten Vergiftungen mit Carbamazepin-neuraxpharm

600 mg retard gibt es bislang nicht.

Die Behandlung einer Überdosierung mit Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard ist

abhängig

auftretenden

Krankheitszeichen

muss

Regel

Krankenhaus erfolgen.

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 16 von 23

Wenn Sie die Einnahme von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard

vergessen haben

Bitte

nehmen

Medikament

weiter

ein,

seiner

Anwendung

vorgesehen ist. Keinesfalls dürfen Sie eine vergessene Dosis durch die Einnahme einer

doppelten Dosis ausgleichen.

Wenn Sie die Einnahme von Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard

abbrechen

Sie dürfen auf keinen Fall die Behandlung mit Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg

retard

eigenmächtig

unterbrechen

oder

vorzeitig

beenden.

können

damit

Behandlungserfolg gefährden und erneut epileptische Anfälle auslösen. Bitte sprechen

Sie vorher mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Unverträglichkeiten oder eine Änderung

in Ihrem Krankheitsbild eintreten.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich

an Ihren Arzt oder Apotheker.

4.

WELCHE NEBENWIRKUNGEN SIND MÖGLICH?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber

nicht bei jedem auftreten müssen.

Folgende Nebenwirkungen können schwerwiegende Folgen haben

Suchen Sie sofort Ihren Arzt auf, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei Ihnen

auftritt. Diese können frühe Anzeichen einer schweren Schädigung von Blut, Leber,

Niere oder anderen Organen sein und müssen möglicherweise dringend medizinisch

behandelt werden.

Beim Auftreten von grippeähnlichen Krankheitsbeschwerden, Fieber, Halsschmerzen,

Hautausschlag,

Geschwüren

Mund,

Lymphdrüsenschwellung

oder

erhöhter

Infektionsanfälligkeit (Anzeichen bestimmter Blutbildveränderungen, insbesondere

einer Verringerung der weißen Blutkörperchen)

Beim Auftreten von Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit bei körperlicher

Belastung,

Schwindel, bleichem Aussehen, häufigen Infektionen, die zu Fieber,

Schüttelfrost, Halsschmerzen, Geschwüren im Mund führen, bei leichterem Auftreten

blauen

Flecken

normal,

Nasenbluten

(Anzeichen

bestimmter

Blutbildveränderungen, insbesondere Panzytopenie)

Beim Auftreten von rotem, fleckigem Ausschlag hauptsächlich im Gesicht und

gleichzeitiger

Erschöpfung,

Fieber,

Übelkeit,

Appetitverlust

(Anzeichen

eines

systemischen Lupus erythematodes)

Bei Gelbverfärbung der Haut oder des Weißen im Auge (Anzeichen von Hepatitis)

Bei Dunkelverfärbung des Urins (Anzeichen von Porphyrie oder Hepatitis)

Bei verminderter Harnausscheidung aufgrund von Nierenfunktionsstörungen

und bei

Blut im Urin

Bei starken Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen, Appetitverlust (Anzeichen von

Pankreatitis)

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 17 von 23

Hautausschlag,

Hautrötung,

Bläschen

Lippen,

Augen

oder

Mund,

Abschälen

Haut

gleichzeitigem

Fieber,

Schüttelfrost,

Kopfschmerzen,

Husten, Schmerzen am ganzen Körper (Anzeichen von schweren Hautreaktionen)

Bei Schwellung von Gesicht, Augen oder Zunge, Schwierigkeiten beim Schlucken,

pfeifendem

Atem,

Nesselsucht oder

Jucken

ganzen

Körper,

Hautausschlag,

Fieber, Bauchkrämpfen, Brustbeschwerden

oder Enge um die Brust,

Schwierigkeiten

beim

Luftholen,

Bewusstlosigkeit

(Anzeichen

Angioödem

oder

schweren

allergischen Reaktionen)

Bei Schlappheit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder deutlicher Verschlechterung

der Krampfanfälle (Symptome, die mit einem zu niedrigen Natriumspiegel im Blut

zusammenhängen können)

Bei Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, steifem Nacken und extremer

Lichtempfindlichkeit (Anzeichen von Meningitis)

Bei Muskelsteifigkeit, hohem Fieber, Bewusstseinsveränderungen

hohem Blutdruck,

starkem Speichelfluss (Anzeichen eines malignen neuroleptischen Syndroms)

Bei unregelmäßigem Herzschlag und Brustschmerzen

Bei Bewusstseinsstörungen und Ohnmacht.

Bei Durchfall, Bauchschmerzen und Fieber (Anzeichen einer Darmentzündung). Die

Häufigkeit dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt.

Mögliche weitere Nebenwirkungen

beobachteten

Nebenwirkungen

treten

alleiniger

Verabreichung

Carbamazepin

(Monotherapie)

seltener

gleichzeitiger

Gabe

anderer

Antiepileptika (Kombinationstherapie) auf.

Ein Teil der Nebenwirkungen tritt dosisabhängig, vor allem zu Beginn der Behandlung,

bei zu hoher Anfangsdosierung oder bei älteren Patienten sehr häufig oder häufig auf, so

zentralnervöse Störungen (Schwindel, Kopfschmerzen, Gangstörungen, Schläfrigkeit,

Sedierung,

Erschöpfung,

Doppeltsehen,

Akkomodationsstörungen

verschwommenes Sehen), Störungen im Magen-Darm-Bereich (Übelkeit, Erbrechen)

und allergische Hautreaktionen.

Dosisabhängige Nebenwirkungen klingen meist innerhalb einiger Tage von selbst oder

nach vorübergehender Dosisreduktion ab. Daher sollte Carbamazepin-neuraxpharm 600

mg retard möglichst einschleichend dosiert werden. Zentralnervöse Störungen können ein

Zeichen einer relativen Überdosierung oder starker Schwankungen der Plasmaspiegel

sein; daher empfiehlt es sich in diesen Fällen, die Plasmaspiegel zu bestimmen.

Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen)

Blutbildveränderungen wie verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie)

auf. Nach Literaturangaben tritt davon am häufigsten eine gutartige Leukopenie, in

etwa 10 % der Fälle vorübergehend, in 2 % anhaltend, auf. Eine gutartige Leukopenie

tritt vor allem innerhalb der ersten vier Therapiemonate auf.

Schwindel, Gang- und Bewegungsstörung, Benommenheit, Müdigkeit, Schläfrigkeit

Übelkeit und Erbrechen

llergische,

auch

stark

ausgeprägte,

Hautreaktionen

ohne

Fieber

Nesselsucht (Urtikaria)

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 18 von 23

Erschöpfung

Veränderungen (Anstiege) von Leberfunktionswerten (gamma-GT-Werte)

Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)

ermehrte Anzahl einer bestimmten Form weißer Blutkörperchen (Eosinophilie) oder

eine verminderte Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)

Wasseransammlung

Gewebe

(Ödeme),

verringerte

Flüssigkeitsausscheidung,

Gewichtszunahme, Hyponatriämie (verminderter Natriumgehalt des Blutserums) und

verminderte

Plasmaosmolalität,

selten

Wasserintoxikation mit

Lethargie,

Erbrechen,

Kopfschmerz,

Verwirrtheitszuständen

anderen

neurologischen

Störungen führen kann.

Kopfschmerz, Doppelbilder

Akkommodationsstörungen (z. B. verschwommenes Sehen)

Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit

Veränderungen (Anstiege) von Leberfunktionswerten (alkalischer Phosphatase)

Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)

erzögerte, mehrere Organsysteme betreffende Überempfindlichkeitsreaktionen mit

Fieber,

Hautausschlag,

Gefäßentzündung,

Lymphknotenschwellung,

Pseudolymphom,

Gelenkschmerz,

veränderter

Anzahl

weißer

Blutkörperchen

(Leukopenie,

Eosinophilie),

Vergrößerung

Leber

Milz,

veränderten

Leberfunktionswerten und

Lebererkrankungen mit

Zerstörung und

Schwund der

intrahepatischen

Gallengänge.

Diese

Erscheinungen

können

verschiedenen

Kombinationen

auftreten

auch

andere

Organe

Lunge,

Niere,

Bauchspeicheldrüse oder Herzmuskel und Dickdarm betreffen.

ei älteren Patienten Verwirrtheit und Unruhe (Agitation)

nwillkürliche

Bewegungen

Zittern,

Flattertremor,

Ticks,

Dystonie),

Augenbewegungsstörungen,

einhergehend mit Augenzittern (Nystagmus)

Erregungsleitungsstörungen

Herzen

(AV-Block),

Einzelfällen

Bewusstseinsverlust.

Gelegentlich

selten:

Verlangsamung

Herzschlages

(Bradykardie)

Herzrhythmusstörungen,

Herzinsuffizienz,

sowie

Verschlechterung einer vorbestehenden koronaren Herzkrankheit

Durchfall oder Verstopfung

Hautentzündungen,

denen

sich

Haut

oder

Schleimhäute

schuppend

ablösen (exfoliative Dermatitis), den ganzen Körper betreffende entzündliche Rötung

und Schuppung der Haut (Erythrodermie)

Störungen

Nierenfunktion

Eiweißausscheidung

Urin

(Albuminurie), Blut im Urin (Hämaturie), verminderte Harnproduktion (Oligurie)

oder erhöhter Harnstoffstickstoff im Blut (Azotämie)

Veränderungen (Anstiege) von Leberfunktionswerten (Transaminasen)

Selten (kann bis zu 1 von 1000 Behandelten betreffen)

ermehrte

Anzahl

anderer

weißer

Blutkörperchen

(Leukozytose)

oder

Lymphknotenschwellungen

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 19 von 23

Folsäuremangel, verminderter Appetit

Sinnestäuschungen

(optische

akustische

Halluzinationen),

Stimmungsveränderungen wie Depression, depressive oder manische (mit gehobener

Stimmungslage,

Aggressionen

einhergehende)

Verstimmungen,

Ruhelosigkeit,

aggressives Verhalten

Bewegungsstörungen

unwillkürliche

Bewegungen

Mund-

Gesichtsbereich

Grimassieren

(orofaziale

Dyskinesien),

verschraubte

Bewegungen (Choreoathetose), Sprechstörungen (Dysarthrie, verwaschene Sprache),

Missempfindungen,

Nervenerkrankungen

(Polyneuropathie),

Nervenentzündung

(periphere Neuritis, periphere Neuropathie) sowie Lähmungserscheinungen (Paresen)

rhöhter oder zu niedriger Blutdruck

Bauchschmerzen

Leberentzündungen

(Hepatitis

unterschiedlicher

Form:

cholestatisch,

hepatozellulär,

gemischt),

Lebererkrankungen

mit Zerstörung und Schwund der

intrahepatischen

Gallengänge,

Gelbsucht,

insbesondere

innerhalb

ersten

Therapiemonate, eine lebensbedrohliche akute Hepatitis oder Leberversagen

Juckreiz (Pruritus) oder Lupus erythematodes disseminatus (Autoimmunerkrankung

mit Gefäßentzündung

Muskelschwäche

Sehr selten (kann bis zu 1 von 10000 Behandelten betreffen)

Bestimmte,

Teil

lebensbedrohende

Blutzellschäden

Agranulozytose,

aplastische Anämie, Panzytopenie, Aplasie der roten Blutkörperchen, sowie andere

Anämieformen (megaloblastär, möglicherweise hämolytisch), Retikulozytose sowie

verschiedene Formen der Porphyrie (akute intermittierende Porphyrie, Porphyria

variegata, Porphyria cutanea tarda), Milzvergrößerung

kute allergische Allgemeinreaktion

naphylaktische

(Schock-)

Reaktionen

Schwellungen

Haut

Schleimhäuten (Angioödeme)

Verringerung der Gammaglobuline im Blut (Hypogammaglobulinämie)

Anstieg des Prolaktinspiegels mit oder ohne klinische Symptome wie Anschwellen

der männlichen Brustdrüsen (Gynäkomastie) oder Milchfluss (Galakthorrö)

Aktivierung latenter Psychosen (unterschwellige seelische Erkrankungen), phobische

Störungen (Angststörungen), Denkerschwernis und Antriebsverarmung

alignes neuroleptisches Syndrom, aseptische (nicht durch Bakterien und Viren

ausgelöste) Hirnhautentzündung (Meningitis) mit Muskelzucken (Myoklonien) und

peripherer Eosinophilie, Geschmacksstörungen

Linsentrübungen,

Bindehautentzündungen.

zwei

Patienten

wurde

Zusammenhang

einer

Carbamazepin-Langzeittherapie

über

Retinotoxizität

(Netzhautschädigung) berichtet, die nach Absetzen des Carbamazepins rückläufig

war.

Hörstörungen

Ohrensausen

(Tinnitus),

übersteigertes

oder

vermindertes

Hörempfinden (Hyper- oder Hypoakusis) sowie Änderung der Wahrnehmung von

Tonhöhen

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 20 von 23

Kreislaufkollaps,

Venenentzündung

(Thrombophlebitis),

Blutgerinnsel

(Thromboembolie)

Überempfindlichkeitsreaktionen der Lunge mit Fieber, Atemnot, Lungenentzündung

(Pneumonitis, Pneumonie, Alveolitis), Einzelfälle von Lungenfibrose sind in der

wissenschaftlichen Literatur beschrieben.

Schleimhautentzündungen

Mund-Rachen-Bereich

(Stomatitis,

Gingivitis,

Glossitis) oder über Pankreatitis, Geschmacksstörungen

Lebererkrankung (granulomatös)

chwere und möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen (Stevens-Johnson-

Syndrom

Toxisch

epidermale

Nekrolyse)

(siehe

Abschnitt

Lichtempfindlichkeit

(Photosensibilität),

Hautrötungen

scheiben-

oder

knotenförmigen

Veränderungen

Einblutungen

(Erythema

exsudativum

multiforme

nodosum),

Veränderungen

Hautpigmentierung,

kleinfleckige

Hautblutungen (Purpura), Akne, vermehrtes Schwitzen, Haarausfall, Hirsutismus

(vermehrte

Behaarung

männlichen

Frauen),

Gefäßentzündung

(Vaskulitis)

Carbamazepin kann den Serum-Kalziumspiegel durch beschleunigten Abbau des 25-

OH-Cholecalciferols

senken.

Dies

kann

sehr

selten

einer

Osteomalazie

(Knochenerweichung) führen.

Gelenkschmerzen (Arthralgie), Muskelschmerzen (Myalgien) sowie Muskelkrämpfe

nterstitielle Nephritis (Nierengewebsentzündung) oder Nierenversagen oder andere

Beschwerden

beim

Harnlassen

(häufiges

Wasserlassen,

Schmerzen

beim

Wasserlassen, Drang zu häufigem Wasserlassen ohne vermehrte Harnausscheidung

(Pollakisurie), Harnverhalt).

exuelle Störungen, wie z. B. Impotenz, verminderte Libido, verminderte männliche

Fruchtbarkeit

oder

veränderte

Bildung

Samenzellen

(verminderte

Spermienzahl und / oder -beweglichkeit)

Erhöhter Augeninnendruck

rhöhte

Cholesterinspiegel,

einschließlich

HDL-Cholesterin

Triglyzeride,

Erhöhung des freien Cortisols im Serum

Die Schilddrüsenfunktionsparameter T

, TSH und FT

können, insbesondere bei

gleichzeitiger

Anwendung

anderen

Arzneimitteln

gegen

Anfallsleiden,

beeinflusst werden. Dabei treten meist keine klinischen Symptome auf.

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar)

Reaktivierung einer Herpesvirus-Infektion (Dies kann schwerwiegend sein, wenn die

Immunabwehr vermindert ist)

Knochenmarkinsuffizienz

Hautausschlag mit Blutbildveränderungen

und systemischen Symptomen (Drug Rash

with Eosinophilia and Systemic Symptoms)

Gedächtnisstörung

Kolitis

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 21 von 23

kuter generalisierter Hautausschlag (akute generalisierte exanthemische Pustulosis),

eines Auftretens von violetten bis rot-violetten fleckförmigen Hautveränderungen, die

möglicherweise jucken, sowie die Häufigkeit eines Ausfalls der Nägel.

Frakturen

In Einzelfällen wurde das Auftreten einer Myasthenia gravis während bzw. nach

Einnahme von Carbamazepin beschrieben, wobei ein kausaler Zusammenhang mit der

Einnahme von Carbamazepin jedoch nicht gesichert ist.

wurden

Fälle

Verringerung

Knochendichte

(Osteoporose

Knochenbrüchen) berichtet. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn

Sie Antiepileptika über eine lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine Osteoporose

festgestellt wurde oder wenn Sie gleichzeitig Kortison oder andere Steroidhormone

einnehmen.

Es gibt Hinweise darauf, dass Carbamazepin zu einer Verschlechterung der Symptome

einer Multiplen Sklerose führen kann.

Wie bei Einnahme anderer Medikamente gegen Anfallsleiden auch, kann es unter

Carbamazepin zu einer Anfallshäufung kommen; insbesondere Absencen (spezielle von

beiden Hirnhälften ausgehende Anfallsform) können verstärkt oder neu auftreten.

Carbamazepin kann den Folsäurespiegel im Serum senken, darüber hinaus gibt es

Hinweise auf verminderte Vitamin-B

-Spiegel und erhöhte Homocystein-Spiegel im

Serum unter Carbamazepin

Rahmen

Erfahrungen

nach

Markteinführung

Carbamazepin

wurden

Nebenwirkungen

anhand

Spontanmeldungen

Literatur

bekannt.

Meldungen freiwillig und von einer unbekannten Populationsgröße erfolgten, ist die

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Sollten

eine

oder

mehrere

oben

genannten

Nebenwirkungen

sich

beobachten, benachrichtigen Sie sofort Ihren Arzt, damit er über den Schweregrad und

die gegebenenfalls erforderlichen Maßnahmen entscheiden kann.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben

sind.

Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzeigen.

Indem

Nebenwirkungen

melden,

können

dazu

beitragen,

dass

mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5.

Wie ist Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf!

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 22 von 23

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton und den Blisterpackungen

nach

„verwendbar

bis:“

angegebenen

Verfalldatum

nicht

mehr

verwenden.

Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Aufbewahrungsbedingungen:

Nicht über 30 °C lagern!

6.

Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard enthält

Der Wirkstoff ist Carbamazepin.

1 Retardtablette enthält 600 mg Carbamazepin.

sonstigen

Bestandteile

sind:

Poly[ethylacrylat-co-methylmethacrylat-co-(2-

trimethylammonioethyl)methacrylatchlorid]

(1:2:0,1),

Macrogol

6000,

Talkum,

mikrokristalline

Cellulose,

hochdisperses

Siliciumdioxid,

Croscarmellose-Natrium,

Magnesiumstearat (Ph. Eur.).

Wie Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard aussieht und Inhalt der Packung

Längliche, weiße Tabletten mit beidseitiger Bruchkerbe.

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard ist in Packungen mit 50, 90, 100, 180 und

200 Retardtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

neuraxpharm Arzneimittel GmbH

Elisabeth-Selbert-Straße 23 40764 Langenfeld

Tel. 02173 / 1060 - 0 Fax 02173 / 1060 - 333

Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im März 2015.

Weitere Darreichungsformen:

Carbamazepin-neuraxpharm 200 mg, teilbare Tabletten

Carbamazepin-neuraxpharm 200 mg retard, viertelbare Retardtabletten

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard, teilbare Retardtabletten

Carbamazepin-neuraxpharm 400 mg retard, viertelbare Retardtabletten

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient!

Die Retardtabletten sind aus Gründen der Kindersicherung mit einer sehr stabilen Folie

verpackt.

Dadurch

wird

Ausdrücken

Blisterpackung

erschwert.

Retardtabletten leichter entnehmen zu können, ritzen Sie bitte die beschriftete Folie mit

einem spitzen Gegenstand (Daumennagel, kleines Messer, etc.) vorsichtig ein.

Text Gebrauchsinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 23 von 23

1412

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 1 von 29

Fachinformation

1.

BEZEICHNUNG DER ARZNEIMITTEL

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard

Retardtabletten

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard

Retardtabletten

2.

QUALITATIVE UND QUANTITATIVE ZUSAMMENSETZUNG

Wirkstoff: Carbamazepin

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard

1 Retardtablette enthält 300 mg Carbamazepin.

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard

1 Retardtablette enthält 600 mg Carbamazepin.

Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile: siehe Abschnitt 6.1.

3.

DARREICHUNGSFORM

Retardtabletten

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard

Runde, weiße Retardtabletten mit einseitiger Bruchkerbe.

Die Retardtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard

Längliche, weiße Retardtabletten mit beidseitiger Bruchkerbe.

Die Retardtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.

4.

KLINISCHE ANGABEN

4.1

Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von:

Epilepsien:

einfache partielle Anfälle (fokale Anfälle)

komplexe partielle Anfälle (psychomotorische Anfälle)

Grand mal, insbesondere fokaler Genese (Schlaf-Grand mal, diffuses Grand mal)

gemischte Epilepsieformen

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 2 von 29

Trigeminus-Neuralgie

Genuiner Glossopharyngeus-Neuralgie

Schmerzhafter diabetischer Neuropathie

Nichtepileptischen Anfällen

Multipler

Sklerose,

Trigeminus-Neuralgie,

tonische

Anfälle,

paroxysmale Dysarthrie und

Ataxie,

paroxysmale Parästhesien

Schmerzanfälle

Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom

Zur Prophylaxe manisch-depressiver Phasen, wenn die Therapie mit Lithium versagt hat

bzw. wenn Patienten unter Lithium schnelle Phasenwechsel erlebten, und wenn mit Lithium

nicht behandelt werden darf.

Hinweis:

Umstellung

bisherigen

(nicht

retardierten)

Darreichungsformen

Carbamazepin-neuraxpharm retard ist auf ausreichende Serumspiegel von Carbamazepin zu

achten.

4.2

Dosierung und Art der Anwendung

Vor der Entscheidung zur Behandlung mit Carbamazepin sollten Patienten han-chinesischer

oder thailändischer Abstammung auf die Genvariante HLA-B*1502 hin untersucht werden,

wenn dies irgendwie möglich ist. Dieses Allel ist ein starker Prädiktor für das Risiko des

Auftretens des Stevens-Johnson-Syndroms bei einer Behandlung mit Carbamazepin (siehe

Hinweise zu Gentests und Hautreaktionen in Abschnitt 4.4).

Die Behandlung mit Carbamazepin-neuraxpharm wird einschleichend, in einer niedrigen

Initialdosis, je nach Art und Schwere des Krankheitsbildes, individuell begonnen, danach

wird die Dosis langsam bis zur am besten wirksamen Erhaltungsdosis erhöht.

Die Tagesdosis wird in der Regel in 1 - 2 Einzelgaben verabreicht.

Der allgemeine Tagesdosisbereich liegt zwischen 400 und 1200 mg Carbamazepin.

Eine Gesamttagesdosis von 1600 mg Carbamazepin sollte in der Regel nicht überschritten

werden, da in höherer Dosierung vermehrt Nebenwirkungen auftreten.

Die Festlegung der therapeutischen Dosis sollte, insbesondere bei Kombinationstherapie, über

die Bestimmung der Plasmaspiegel und in Abhängigkeit von der Wirksamkeit erfolgen. Der

therapeutische

Carbamazepin-Spiegel

liegt

erfahrungsgemäß

zwischen

Mikrogramm/ml.

Im Einzelfall kann die erforderliche Dosis erheblich von der angegebenen Anfangs- und

Erhaltungsdosis

abweichen

wegen

Beschleunigung

Metabolismus

durch

Enzyminduktion

oder

wegen

Arzneimittelinteraktionen

eventuell

kombinierter

Medikation).

Carbamazepin-neuraxpharm

sollte

Behandlung

Epilepsie

bevorzugt

allein

(Monotherapie)

angewendet

werden.

Behandlung

einem

Epilepsie-

Behandlung erfahrenen Facharzt zu überwachen.

Umstellung

Behandlung

Carbamazepin-neuraxpharm

Dosis

abzusetzenden Antiepileptikums schrittweise herabzusetzen.

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 3 von 29

Folgendes allgemeines Dosierschema wird zur Behandlung von epileptischen Anfallsleiden

empfohlen:

Anfangsdosis

täglich in mg

Erhaltungsdosis

täglich in mg

Erwachsene

Abends 200 - 300 mg

Morgens 200 (300) - 600 mg

Abends (300) 400 - 600 mg

Kinder

6 - 10 Jahre

Abends 150 - 200 mg

Morgens 200 mg

Abends 200 - 400 mg

11 - 15 Jahre

Abends 150 - 200 mg

Morgens 200 - 400 mg

Abends 400 - 600 mg

> 15 Jahren

entsprechend der Erwachsenendosis

*

Hinweis:

Für Kinder unter 6 Jahren stehen zur Initial- und Erhaltungsdosierung nicht retardierte

Darreichungsformen zur Verfügung (Suspension oder Tabletten). Die Verabreichung von

Retardtabletten kann wegen unzureichender Erkenntnis nicht empfohlen werden.

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard ist wegen des zu hohen Wirkstoffgehaltes und

fehlender Erfahrung mit Retardtabletten für Kinder ungeeignet.

Empfohlene Maximaldosis:

6 - 15 Jahre: 1000 mg/Tag

>15 Jahre: 1200 mg/Tag

Es gelten folgende Dosierungsempfehlungen

Epilepsien

Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von 300 mg Carbamazepin/Tag

langsam auf die Erhaltungsdosis von 600 - 1200 mg Carbamazepin gesteigert.

Allgemeinen

beträgt

Erhaltungsdosis

für

Kinder

durchschnittlich

Carbamazepin/kg Körpergewicht/Tag.

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard ist für die Anwendung bei Kindern nicht geeignet.

Empfohlenes Dosierschema: siehe oben.

Trigeminus-Neuralgie, genuine Glossopharyngeus-Neuralgie

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von 150 - 300 mg Carbamazepin bis zum Eintritt

der Schmerzfreiheit auf durchschnittlich 300 - 900 mg Carbamazepin - verteilt auf 1 - 2

Gaben - erhöht. Im Anschluss daran ist es bei einem Teil der Fälle möglich, die Behandlung

mit einer geringeren Erhaltungsdosis von 300 - 450 mg Carbamazepin/Tag, verteilt auf 2

Gaben,

fortzusetzen.

empfohlene

Maximaldosis

beträgt 1200

mg/Tag. Wenn eine

Schmerzlinderung

erreicht

wurde,

sollte

versucht

werden,

Therapie

schrittweise

abzusetzen, bis eine weitere Schmerzattacke auftritt.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 150 mg Carbamazepin pro

Tag morgens oder abends ausreichend.

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 4 von 29

Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal 300 mg Carbamazepin (entsprechend 600 mg

Carbamazepin/Tag),

Ausnahmefällen

2-mal

täglich

Carbamazepin

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin/Tag).

Nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 300 - 900 mg Carbamazepin in 1 bis 2 Einzelgaben.

Anfallsverhütung während der stationären Alkoholentzugssyndrom-Behandlung

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal 300 mg Carbamazepin (entsprechend 600 mg

Carbamazepin/Tag).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 2-mal täglich 600 mg

Carbamazepin (entsprechend 1200 mg Carbamazepin/Tag) erhöht werden.

Die Kombination von Carbamazepin-neuraxpharm mit sedativ-hypnotischen Mitteln wird

nicht

empfohlen.

Entsprechend

klinischen

Erfordernissen

kann

Carbamazepin-

neuraxpharm jedoch mit anderen in der Alkoholentzugsbehandlung eingesetzten Substanzen

bei Bedarf kombiniert werden.

sind

regelmäßige

Kontrollen

Carbamazepin-Spiegels

vorzunehmen.

Wegen

zentralnervösen

vegetativen

Nebenwirkungen (siehe zu

Entzugserscheinungen

unter

Abschnitt 4.8) wird eine sorgfältige klinische Beobachtung empfohlen.

Prophylaxe manisch-depressiver Phasen:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist, beträgt 300 mg

Carbamazepin täglich. Gegebenenfalls kann die Dosis bis auf 900 mg Carbamazepin täglich

erhöht werden.

Hinweis:

Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Leber- und Nierenleiden sowie

bei älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung angezeigt.

Art und Dauer der Anwendung:

Die Retardtabletten sind teilbar.

Die Retardtabletten werden während oder nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit

(z. B. 1 Glas Wasser) eingenommen.

In manchen Fällen hat sich die Verteilung der Tagesdosis auf 4 - 5 Einzelgaben als besonders

wirkungsvoll

erwiesen.

diesen

Fällen

sind

nicht

retardierte

Darreichungsformen

Carbamazepin retardierten Darreichungsformen vorzuziehen.

Die Anwendungsdauer richtet sich nach der jeweiligen Indikation und der individuellen

Reaktion des Patienten. In jedem Fall darf das Arzneimittel durch den Patienten nicht

eigenmächtig abgesetzt werden.

Die Dauer der Anwendung ist individuell verschieden und wird vom behandelnden Arzt

festgelegt.

Die antiepileptische Therapie ist grundsätzlich eine Langzeittherapie.

Über die Einstellung, Behandlungsdauer und das Absetzen von Carbamazepin-neuraxpharm

sollte im Einzelfall ein in der Epilepsie-Behandlung erfahrener Facharzt entscheiden. Im

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 5 von 29

Allgemeinen ist eine Dosisreduktion und ein Absetzen der Medikation frühestens nach zwei-

bis dreijähriger Anfallsfreiheit zu erwägen.

Das Absetzen muss in schrittweiser Dosisreduktion über ein bis zwei Jahre erfolgen; Kinder

können der Dosis pro kg Körpergewicht entwachsen anstelle altersgemäßer Dosisanpassung,

wobei sich der EEG-Befund nicht verschlechtern sollte.

Neuralgie-Behandlung

sich

bewährt,

Therapie

einer

für

Schmerzfreiheit

gerade

noch

ausreichenden

Erhaltungsdosis

über

einige

Wochen

durchzuführen. Durch vorsichtige Dosisreduktion sollte festgestellt werden, ob es inzwischen

zu einer Spontanremission gekommen ist.

Beim

Wiederauftreten

Schmerzattacken

ursprünglichen

Erhaltungsdosis

weiterzubehandeln.

Für

Behandlungsdauer

Schmerzzustände

diabetischer

Neuropathie

nichtepileptischen Anfälle bei Multipler Sklerose gilt das Gleiche.

Zur Anfallsverhütung bei der Alkoholentzugssyndrom-Behandlung sollte die Therapie mit

Carbamazepin-neuraxpharm unter ausschleichender Dosierung nach 7 - 10 Tagen beendet

werden.

Die Prophylaxe manisch-depressiver Phasen ist eine Langzeitbehandlung.

Kinder

Carbamazepin-neuraxpharm Retardtabletten sind wegen des zu hohen Wirkstoffgehaltes und

fehlender Erfahrung mit Retardtabletten für Kinder unter 6 Jahren ungeeignet.

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard ist wegen des zu hohen Wirkstoffgehaltes und

fehlender Erfahrung mit Retardtabletten für Kinder ungeeignet.

4.3

Gegenanzeigen

Carbamazepin-neuraxpharm darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder strukturell verwandte Medikamente (z. B.

trizyklische

Antidepressiva)

oder

einen

Abschnitt

genannten

sonstigen

Bestandteile

Vorliegen einer Knochenmarkschädigung, Knochenmarkdepression in der Vorgeschichte

atrioventrikulärem Block

hepatischer Porphyrie, auch in der Vorgeschichte (z. B. akute intermittierende Porphyrie,

Porphyria variegata, Porphyria cutanea tarda)

gleichzeitiger Behandlung mit einem Monoaminoxidase-Hemmer

gleichzeitiger

Behandlung

Voriconazol,

Therapieversagen

dieses

Medikamentes kommen kann

4.4

Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Carbamazepin-neuraxpharm

darf

unter

ärztlicher

Überwachung

nach

strenger

Nutzen-Risiko-Abwägung und unter entsprechendem engmaschigem Monitoring angewendet

werden bei:

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 6 von 29

früheren oder bestehenden hämatologischen Erkrankungen, hämatologischen Reaktionen

auf andere Arzneimittel in der Vorgeschichte

gestörtem Natrium-Stoffwechsel

Herz-, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, auch in der Vorgeschichte (siehe Abschnitte

4.2 und 4.8)

Patienten, die bereits einmal eine Behandlung mit Carbamazepin abgebrochen haben

Patienten

myotoner

Dystrophie,

dieser

Patientengruppe

häufig

kardiale

Überleitungsstörungen auftreten

Hämatologische Ereignisse

Ein Auftreten von Agranulozytose und aplastischer Anämie wurde mit Carbamazepin in

Verbindung gebracht; eine Abschätzung des Risikos ist jedoch aufgrund der sehr geringen

Häufigkeit schwierig. In der unbehandelten Bevölkerung beträgt die Wahrscheinlichkeit des

Auftretens 4,7 Fälle/Mio/Jahr für Agranulozytose und 2,0 Fälle/Mio/Jahr für aplastische

Anämie.

Eine vorübergehende oder dauerhafte Verminderung der Blutplättchenzahl oder der Zahl

weißer Blutkörperchen tritt unter Carbamazepin gelegentlich bis häufig auf. In der Mehrzahl

der Fälle ist dies vorübergehend und prognostiziert nicht den Beginn einer Agranulozytose

oder aplastischen Anämie. Trotzdem sollte das Blutbild (einschließlich Thrombozyten und

Retikulozyten

sowie

Serumeisen)

zunächst

Behandlung

Carbamazepin-

neuraxpharm, dann in wöchentlichen Abständen im ersten Monat der Behandlung, danach in

monatlichen Abständen kontrolliert werden. Nach 6-monatiger Behandlung reichen teilweise

2- bis 4-malige Kontrollen im Jahr aus.

Patienten sollten auf frühe Anzeichen potenzieller hämatologischer Probleme und ebenso auf

Symptome

dermatologischer

hepatischer

Reaktionen

aufmerksam

gemacht

werden.

Treten Reaktionen wie Fieber, Halsschmerzen, allergische Hautreaktionen wie Hautausschlag

mit Lymphknotenschwellungen und/oder grippeähnliche Krankheitsbeschwerden, Geschwüre

im Mund, Hämatomneigung, petechiale oder Purpurablutungen unter der Behandlung mit

Carbamazepin auf, sollte der Patient sofort den Arzt aufsuchen und das Blutbild bestimmt

werden. Beim Auftreten bestimmter Blutbildveränderungen (insbesondere Leukozytopenien

und Thrombozytopenien) kann das Absetzen von Carbamazepin-neuraxpharm erforderlich

sein; dies ist immer der Fall, wenn gleichzeitig Beschwerden wie allergische Symptome,

Fieber, Halsschmerzen oder Hautblutungen auftreten. Anhaltspunkte geben die folgenden

Aufstellungen:

Kurzfristige Kontrollen (innerhalb 1 Woche) erforderlich bei:

Fieber, Infekt

Hautausschlag

allgemeinem Schwächegefühl

Halsentzündung, Mundulzera

rascher Ausbildung blauer Flecken

Anstieg der Transaminasen

Abfall der Leukozyten unter 3000/mm

bzw. der Granulozyten unter 1500/mm

Abfall der Thrombozyten unter 125 000/mm

Abfall der Retikulozyten unter 0,3 % = 20 000/mm

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 7 von 29

Anstieg des Serumeisen über 150 Mikrogramm %

Absetzen von Carbamazepin erforderlich bei:

petechialen oder Purpura-Blutungen

Abfall der Erythrozyten unter 4 Mio/mm

Abfall des Hämatokrits unter 32 %

Abfall des Hämoglobin unter 11 g %

Abfall der Leukozyten unter 2000/mm

bzw. der Granulozyten unter 1000/mm

bzw.

der Thrombozyten unter 80 000/mm

symptomatischen Blutbildungsstörungen

Hautreaktionen

Fälle von lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und Toxisch

epidermaler

Nekrolyse

(TEN))

wurden

Zusammenhang

Anwendung

Carbamazepin berichtet. Die Patienten sollten über die Anzeichen und Symptome dieser

schweren

Nebenwirkungen

informiert

engmaschig

bezüglich

Auftretens

Hautreaktionen überwacht werden.

Das Risiko für das Auftreten von SJS oder TEN ist in den ersten Behandlungswochen am

höchsten. Wenn Anzeichen oder Symptome für ein SJS oder eine TEN auftreten (z. B. ein

progredienter Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen),

muss die Therapie mit Carbamazepin beendet werden. Der Verlauf von SJS und TEN wird

maßgeblich

frühzeitigen

Diagnosestellung

sofortigen

Absetzen

aller

verdächtigen Arzneimittel bestimmt, d. h. frühzeitiges Absetzen verbessert die Prognose.

Nach Auftreten eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der Anwendung von

Carbamazepin darf der Patient/die Patientin nie wieder mit Carbamazepin behandelt werden.

Schwere und in einigen Fällen tödliche Hautreaktionen, wie Toxische epidermale Nekrolyse

(TEN) und Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), treten bei schätzungsweise 1 - 6 von 10.000

neuen Anwendern in Ländern mit hauptsächlich kaukasischer Bevölkerung auf, aber in

einigen asiatischen Ländern liegt das Risiko den Schätzungen nach etwa 10-mal höher.

Es liegen vermehrt Hinweise darauf vor, dass verschiedene HLA-Allele bei der Prädisposition

von Patienten für immunvermittelte unerwünschte Reaktionen eine Rolle spielen (siehe

Abschnitt 4.2).

Allel HLA-A*3101 – Personen europäischer und japanischer Abstammung

Es liegen Daten vor, die darauf hinweisen, dass das Allel HLA-A*3101 bei Personen mit

europäischer Abstammung sowie bei Japanern mit einem erhöhten Risiko von Carbamazepin-

induzierten unerwünschten Arzneimittelwirkungen der Haut assoziiert ist, z. B. SJS, TEN,

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-Syndrom)

oder

weniger

schwerer

akuter

generalisierter

exanthematischer

Pustulose

(AGEP)

makulopapulösem Arzneimittelexanthem (siehe Abschnitt 4.8).

Die Häufigkeit des HLA-A*3101-Allels zeigt starke Variationen zwischen den verschiedenen

Bevölkerungsgruppen. Das Allel HLA-A*3101 hat eine Prävalenz von 2 % bis 5 % in der

europäischen Bevölkerung und von etwa 10 % bei der japanischen Bevölkerung.

Vorliegen

Allels

HLA-A*3101

kann

Risiko

Carbamazepin-induzierter

Hautreaktionen (in den meisten Fällen von geringerem Schweregrad) von 5,0 % bei der

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 8 von 29

Allgemeinbevölkerung

26,0

Patienten

europäischer

Abstammung

steigern,

wohingegen das Fehlen dieses Allels das Risiko von 5,0 % auf 3,8 % senken kann.

liegen

keine

ausreichenden

Daten

für

Empfehlung

einer

Untersuchung

Vorliegen des Allels HLA-A*3101 vor Beginn einer Behandlung mit Carbamazepin vor.

Ist bei Patienten europäischer oder japanischer Herkunft bekannt, dass sie das Allel HLA-

A*3101 tragen, kann die Anwendung von Carbamazepin in Erwägung gezogen werden, wenn

der voraussichtliche Nutzen größer ist als das Risiko.

Allel HLA-B*1502 bei Han-Chinesen, Thailändern und anderen asiatischen

Bevölkerungsgruppen

Es wurde nachgewiesen, dass das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 bei Personen, die

von Han

Chinesen

oder

Thailändern

abstammen, stark mit dem Risiko des Auftretens

schwerer

Hautreaktionen,

zwar

Stevens-Johnson-Syndroms,

verbunden

ist.

Prävalenz von Trägern des HLA-B*1502-Allels beträgt bei Han-Chinesen und Thailändern

etwa 10 %. Diese Personen sollten vor Beginn der Therapie mit Carbamazepin genetisch auf

dieses Allel hin untersucht werden, wenn dies irgendwie möglich ist (siehe Abschnitt 4.2).

Wenn der Test positiv ausfällt, sollte die Behandlung mit Carbamazepin nicht begonnen

werden,

denn,

steht

keine

Behandlungsalternative

Verfügung.

Getestete

Personen, bei denen kein HLA-B* 1502 gefunden wurde, haben ein geringes Risiko für das

Auftreten des Stevens-Johnson-Syndroms; dennoch können diese Reaktionen selten auftreten.

Einige Daten weisen bei anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen auf ein erhöhtes Risiko

schweren

Carbamazepin-assoziierten

TEN-/SJS-Fällen

hin.

Aufgrund

Prävalenz

dieses

Allels

anderen

asiatischen

Bevölkerungsgruppen

über

Philippinen und in Malaysia) kann erwogen werden, Patienten aus genetisch besonders

gefährdeten Bevölkerungsgruppen auf das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 zu testen.

Die Prävalenz des Allels HLA-B*1502 ist zu vernachlässigen bei Personen europäischer

Abstammung, in getesteten afrikanischen und lateinamerikanischen Bevölkerungsgruppen

sowie bei Japanern und Koreanern (< 1 %).

Die Identifizierung Einzelner, die HLA-B*1502-Allel-positiv sind und deshalb nicht mit

Carbamazepin therapiert wurden, reduzierte das Auftreten von Carbamazepin- induziertem

SJS / TEN.

Limitierung der genetischen Tests

Genetische Tests können niemals eine sorgsame medizinische Betreuung ersetzen. Viele

asiatische Patienten, die für HLA-B*1502 positiv sind und mit Carbamazepin behandelt

werden, entwickeln kein SJS/TEN und Patienten, die für HLA-B*1502 negativ sind, können

dennoch SJS/TEN entwickeln. Ebenso werden viele HLA-A*3101-positive Patienten trotz

Behandlung

Carbamazepin

kein

SJS,

TEN,

DRESS,

AGEP

oder

makulopapulösen

Ausschlag entwickeln und Patienten aus jeder ethnischen Gruppe, die HLA-A*3101- negativ

getestet

sind,

können

trotzdem

diese

schweren

Hautreaktionen

entwickeln.

Rolle

möglicher anderer Faktoren zur Entwicklung und Morbidität dieser schweren Hautreaktion

wie AED-Dosierung, Compliance, gleichzeitige Anwendung weiterer Arzneimittel und der

Grad an dermatologischer Überwachung wurden nicht untersucht.

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 9 von 29

Andere Hautreaktionen

Leichte Hautreaktionen, z. B. isolierte makuläre oder makulopapuläre Exantheme, können

ebenfalls auftreten und sind meist vorübergehend und nicht gefährlich. Sie verschwinden

gewöhnlich innerhalb weniger Tage oder Wochen, entweder bei unveränderter Fortsetzung

der Therapie oder nach Dosisreduktion. Da es jedoch schwierig sein kann, die frühen

Anzeichen schwerer Hautreaktionen von denen leichter und vorübergehender Hautreaktionen

unterscheiden,

sollte

Patient

unter

engmaschiger

Beobachtung

bleiben

sofortiges

Absetzen

Betracht

gezogen

werden,

sollten

sich

Hautreaktionen

fortgesetzter Anwendung verschlechtern.

wurde

beobachtet,

dass

HLA-A*A3101-Allel

weniger

schweren

durch

Carbamazepin verursachten Hautreaktionen assoziiert ist und möglicherweise das Risiko für

Carbamazepin-Nebenwirkungen wie Antikonvulsiva-Hypersensitivität-Syndrom oder nicht

schwerwiegenden Ausschlag (makulopapulösen Hautausschlag) vorhersagbar macht. Das

HLA-B*1502-Allel

nicht

prädiktiv

für

Auftreten

oben

aufgeführten

Hautreaktionen.

Überempfindlichkeitsreaktionen

Carbamazepin

kann

Überempfindlichkeitsreaktionen

auslösen,

einschließlich

Arzneimittelexanthem

Eosinophilie

systemischen

Symptomen

(DRESS),

eine

verzögerte,

mehrere

Organe

betreffende

Überempfindlichkeitsreaktion

Fieber,

Hautausschlag,

Vaskulitis,

Lymphknotenschwellung,

Gelenkschmerz,

Leukopenie,

Eosinophilie, Vergrößerung von Leber und Milz, veränderten Leberfunktionswerten und

Vanishing Bile Duct Syndrom (Zerstörung und Verlust der intrahepatischen Gallengänge), die

verschiedenen

Kombinationen

auftreten

können.

Andere

Organe

können

ebenfalls

betroffen

sein

Lunge,

Niere,

Bauchspeicheldrüse,

Herzmuskel,

Dickdarm)

(siehe

Abschnitt 4.8 Nebenwirkungen).

Es wurde beobachtet, dass das HLA-A*3101-Allel mit dem Auftreten des Hypersensitivität-

Syndroms, inklusive makulopapulösem Hautausschlag, assoziiert ist.

25 bis 30 % der Patienten, die auf Carbamazepin Überempfindlichkeitsreaktionen gezeigt

haben, zeigen eine Kreuzreaktion mit Oxcarbazepin. Eine Kreuzreaktion kann auch mit

Phenytoin auftreten. Wenn Anzeichen oder Symptome einer Überempfindlichkeitsreaktion

auftreten, sollte Carbamazepin sofort abgesetzt werden.

Krampfanfälle

Da Carbamazepin Absencen hervorrufen bzw. bereits bestehende verstärken kann, sollte

Carbamazepin-neuraxpharm

Patienten,

unter

Absencen

bzw.

gemischten

Epilepsieformen,

solche

beinhalten,

leiden,

nicht

angewendet

werden.

diesen

Konstellationen könnte Carbamazepin zu einer Anfallsverschlimmerung führen.

Falls es zur Exazerbation von Krampfanfällen kommt, sollte Carbamazepin abgesetzt werden.

Leberfunktion

Vor und während der Behandlung mit Carbamazepin-neuraxpharm müssen die Leberwerte

kontrolliert werden; es wird eine Bestimmung vor Behandlungsbeginn, dann in wöchentlichen

Abständen im ersten Monat der Behandlung, danach in monatlichen Abständen empfohlen.

Das gilt insbesondere für Patienten mit einer Lebererkrankung in der Anamnese oder für

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 10 von 29

ältere Patienten. Nach 6-monatiger Behandlung reichen teilweise 2- bis 4-malige Kontrollen

im Jahr aus.

Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, beim Auftreten von Symptomen einer

Hepatitis

Abgeschlagenheit,

Appetitlosigkeit,

Übelkeit,

Gelbfärbung

Haut,

Vergrößerung der Leber umgehend den Arzt aufzusuchen.

Wenn sich eine Leberfunktionsstörung verschlechtert oder eine floride Lebererkrankung

auftritt, sollte Carbamazepin sofort abgesetzt werden.

Nierenfunktion

wird

empfohlen,

regelmäßig

während

Behandlung

Carbamazepin-

neuraxpharm einen Harnstatus und den Harnstoff-Stickstoff zu bestimmen.

Hyponatriämie

Unter Einnahme von Carbamazepin kommt es bekanntermaßen zu einer Hyponatriämie. Bei

Patienten mit vorbestehenden Nierenerkrankungen, die mit einer niedrigen Serum-Natrium-

Konzentration

einhergehen,

oder

Patienten,

gleichzeitig

Natrium-

Konzentration

senkenden

Arzneimitteln

Diuretika,

Arzneimittel,

einer

inadäquaten ADH-Sekretion in Verbindung stehen) behandelt werden, sollte die Serum-

Natrium-Konzentration vor der Behandlung bestimmt werden. Danach sollte die Serum-

Natrium-Konzentration zunächst nach etwa zwei Wochen und dann während der ersten drei

Monate

Behandlung

monatlichen

Abständen

oder

entsprechend

klinischen

Notwendigkeit bestimmt werden. Die oben genannten Risikofaktoren treten besonders bei

älteren

Patienten

auf.

Wenn

eine

Hyponatriämie

festgestellt

wird,

eine

Flüssigkeitsrestriktion eine wichtige Gegenmaßnahme, falls dies klinisch indiziert ist.

Hypothyreose

Carbamazepin

kann

durch

Enzyminduktion

Serum-Konzentration

Schilddrüsenhormonen

reduzieren,

wodurch

eine

Erhöhung

Dosis

einer

Schilddrüsenhormonersatztherapie bei Patienten mit Hypothyreose erforderlich wird. Daher

eine

Überwachung

Schilddrüsenfunktion

empfohlen,

Dosierung

einer

Schilddrüsenhormonersatztherapie anzupassen.

Anticholinerge Effekte

Carbamazepin hat eine schwache anticholinerge Aktivität. Patienten mit Glaukom (grüner

Star) und Harnretention sollten daher während der Behandlung sorgfältig überwacht werden

(siehe Abschnitt 4.8 Nebenwirkungen).

Psychiatrische Reaktionen

Die Möglichkeit einer Aktivierung latenter Psychosen und, v. a. bei älteren Patienten, des

Auftretens von Verwirrungs- oder Erregungszuständen sollte stets bedacht werden.

Suizidgedanken und suizidales Verhalten

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit Antiepileptika

in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine Metaanalyse randomisierter,

Placebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für

das Auftreten von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 11 von 29

Auslösung dieser Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die

Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Carbamazepin nicht aus.

Deshalb

sollten

Patienten

hinsichtlich

Anzeichen

Suizidgedanken

suizidalen

Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn

Anzeichen für Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten.

Hormonale Kontrazeptiva

Bei mit Carbamazepin behandelten Patientinnen, die gleichzeitig hormonale Kontrazeptiva

(die „Pille“) verwendeten, wurde über Durchbruchblutungen berichtet. Die Zuverlässigkeit

der hormonalen Kontrazeption mit Östrogen- und/oder Progesteronderivaten kann aufgrund

der enzyminduzierenden Eigenschaften von Carbamazepin negativ beeinflusst oder sogar

aufgehoben werden. Deshalb sollten Frauen im gebärfähigen Alter andere, nicht hormonale

Verhütungsmethoden empfohlen werden (siehe Abschnitt 4.6).

Plasmaspiegel-Monitoring

Obwohl die Korrelation zwischen Dosis von Carbamazepin und Plasmaspiegel einerseits und

zwischen Plasmaspiegel und klinischer Wirksamkeit bzw. Verträglichkeit andererseits sehr

zweifelhaft ist, kann ein Plasmaspiegel-Monitoring in den folgenden Fällen nützlich sein:

auffälliger Anstieg der Anfallshäufigkeit, Überprüfung der Patienten-Compliance, während

der Schwangerschaft, bei der Behandlung von Kindern oder Heranwachsenden, bei Verdacht

auf Resorptionsstörungen, bei Verdacht auf toxische Effekte, wenn mehrere Arzneimittel

gleichzeitig

gegeben

werden

(siehe

Abschnitt

Wechselwirkungen

anderen

Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen).

Alkoholentzugssyndrom

Im Anwendungsgebiet Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom darf Carbamazepin

nur unter stationären Bedingungen angewendet werden.

beachten

ist,

dass

auftretenden

Nebenwirkungen

Carbamazepin

Behandlung des Alkoholentzugssyndroms den Entzugserscheinungen ähnlich sein bzw. mit

ihnen verwechselt werden können.

Gabe zusammen mit Lithium

Wenn

Carbamazepin

Prophylaxe

manisch-depressiver

Phasen

unzureichender

Wirksamkeit von Lithium alleine in Ausnahmefällen zusammen mit Lithium gegeben werden

soll, ist zur Vermeidung von unerwünschten Wechselwirkungen (siehe Abschnitt 4.5) darauf

zu achten, dass eine bestimmte Plasmakonzentration von Carbamazepin nicht überschritten

wird (8 Mikrogramm/ml), der Lithiumspiegel in einem niedrigen therapeutischen Bereich

gehalten wird (0,3 bis 0,8 mval/L) und eine Behandlung mit Neuroleptika länger als 8

Wochen zurückliegt und auch nicht gleichzeitig erfolgt.

Photosensibilisierung

Aufgrund der Möglichkeit einer Photosensibilisierung sollten sich die Patienten während der

Behandlung mit Carbamazepin vor starker Sonnenbestrahlung schützen.

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 12 von 29

Dosisreduktion und Entzugseffekte

abruptes

Absetzen

Carbamazepin

kann

Anfällen

führen.

Daher

sollte

Carbamazepin schrittweise über einen Zeitraum von 6 Monaten abgesetzt werden. Wird eine

Umstellung

Therapie

Patienten

Epilepsie,

Carbamazepin

behandelt

werden,

erforderlich,

darf

Umstellung

nicht

plötzlich

erfolgen,

sondern

muss

ausschleichend auf die Behandlung mit einem anderen Antiepileptikum umgestellt werden.

Falls bei Epilepsiepatienten eine abrupte Umstellung von Carbamazepin auf ein anderes

Antiepileptikum erforderlich ist, sollte diese unter Abdeckung mit geeigneten Medikamenten

erfolgen.

Laborkontrollen

Aufgrund

oben

genannten

möglichen

Nebenwirkungen

sowie

Überempfindlichkeitsreaktionen

sind,

insbesondere

Langzeittherapie,

regelmäßig

Blutbild,

Nieren-

Leberfunktion

Carbamazepin-Spiegel

sowie

Kombinationstherapie die Plasmakonzentrationen der anderen Antiepileptika zu kontrollieren,

gegebenenfalls sind die Tagesdosen zu reduzieren.

4.5

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Anwendung

Carbamazepin

Kombination

Monoamino-Oxidasehemmern

(MAO-Hemmern) wird nicht empfohlen. Daher muss eine Behandlung mit MAO-Hemmern

mindestens zwei Wochen vor Beginn einer Behandlung mit Carbamazepin-neuraxpharm

beendet worden sein.

Beeinflussung der Plasmakonzentration anderer Arzneimittel durch Carbamazepin

Carbamazepin induziert das Cytochrom-P-450-System (überwiegend das Isoenzym CYP3A4)

andere

Phase-I-

Phase-II-Enzymsysteme

Leber,

dass

Plasmakonzentrationen von Substanzen, die hauptsächlich über CYP3A4 abgebaut werden,

verringert

diese

unter

Umständen

unwirksam

werden

können.

Ihre

Dosis

gegebenenfalls den klinischen Erfordernissen anzupassen.

Dies gilt beispielsweise für:

Analgetika,

entzündungshemmende

Substanzen:

Buprenorphin,

Fentanyl,

Methadon,

Paracetamol (Langzeitanwendung von Carbamazepin und Paracetamol (Acetaminophen)

kann zu einer Hepatotoxizität führen), Phenazon, Tramadol

Anthelmintika: Praziquantel, Albendazol

Antikoagulantien: Warfarin, Phenprocoumon, Dicumarol, Acenocumarol

Antidepressiva:

Bupropion,

Citalopram,

Mianserin,

Nefazodon,

Sertralin,

Trazodon

(anscheinend jedoch Verstärkung des antidepressiven Effekts von Trazodon)

Trizyklische Antidepressiva: Imipramin, Amitriptylin, Nortriptylin, Clomipramin

Mirtazapin

Antimimetika: Aprepitant

Andere Antikonvulsiva: Clonazepam, Ethosuximid, Felbamat, Lamotrigin, Oxcarbazepin,

Primidon,

Tiagabin,

Topiramat,

Valproinsäure,

Zonisamid.

eine

Phenytoin-

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 13 von 29

Intoxikation und subtherapeutische Konzentrationen von Carbamazepin zu vermeiden,

wird

empfohlen,

Plasmakonzentration

Phenytoin

Mikrogramm/ml

einzustellen, bevor die zusätzliche Behandlung mit Carbamazepin aufgenommen wird.

Antimykotika: Caspofungin, Antimykotika vom Azoltyp: z. B. Itraconazol, Voriconazol.

Für Patienten, die mit Voriconazol oder Itraconazol behandelt werden, sind alternative

Antikonvulsiva zu empfehlen.

Antivirale Substanzen: Proteaseinhibitoren zur Behandlung von HIV, z. B. Indinavir,

Ritonavir, Saquinavir

Anxiolytika: Alprazolam, Midazolam, Clobazam

Bronchodilatatoren, Antiasthmatika: Theophyllin

Immunsuppressiva: Ciclosporin, Tacrolimus, Sirolimus, Everolimus

Herz-Kreislauf-Medikamente:

Kalzium-Antagonisten

(vom

Dihydropyridin-Typ,

Felodipin), Digoxin, Simvastatin, Atorvastatin, Lovastatin, Cerivastatin, Ivabradin

Hormonale Kontrazeptiva

Kortikosteroide: z. B. Prednisolon, Dexamethason

Typische Neuroleptika: Haloperidol, Bromperidol

Atypische

Neuroleptika:

Clozapin,

Olanzapin,

Quetiapin,

Risperidon,

Ziprasonid,

Aripiprazol, Paliperidon

Schilddrüsenhormone: Levothyroxin

Tetrazykline: z. B. Doxycyclin

Zytostatika: Imatinib, Cyclophosphamid, Lapatinib, Temsirolimus

Sonstige:

Chinidin,

Östrogene,

Methylphenidat,

Progesteronderivate,

Propranolol,

Flunarizin, Rifabutin

Arzneimittel zur Therapie der erektilen Dysfunktion: Tadalafil.

Bei Einnahme der „Pille“ können, zusätzlich zur Wirkungsabschwächung der hormonalen

Kontrazeptiva,

plötzliche

Zwischenblutungen

auftreten.

Deshalb

sollten

andere,

nichthormonale Verhütungsmethoden empfohlen werden.

Die Plasmakonzentration von Phenytoin kann durch Carbamazepin sowohl erhöht als auch

vermindert werden, wodurch in Ausnahmefällen Verwirrtheitszustände bis hin zum Koma

auftreten können.

Carbamazepin kann den Plasmaspiegel von Bupropion senken und den des Metaboliten

Hydroxybupropion

erhöhen

somit

klinische

Wirksamkeit

Sicherheit

Bupropion verringern.

Carbamazepin

kann

Plasmaspiegel

Trazodon

senken,

scheint

jedoch

antidepressiven Effekt von Trazodon zu verstärken.

Carbamazepin kann möglicherweise die Metabolisierung von Zotepin beschleunigen.

Verminderte Plasmakonzentration von Carbamazepin

Carbamazepin wird durch das Cytochrom-P-450-System (überwiegend durch das Isoenzym

CYP3A4)

metabolisiert.

Induktoren

CYP3A4

könnten

daher

Carbamazepin-

Metabolismus

erhöhen

dadurch

möglicherweise

einer

Verringerung

Carbamazepin-Plasmakonzentration und der therapeutischen Wirkung führen. Umgekehrt

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 14 von 29

könnte es nach Absetzen eines CYP3A4-Induktors zu einem verringerten Metabolismus von

Carbamazepin

kommen

Folge

einem

Anstieg

Carbamazepin-

Plasmakonzentration. Eine Verringerung der Carbamazepin-Plasmakonzentration ist z. B.

möglich durch die folgenden Substanzen (nach Substanzklassen geordnet):

Andere

Antikonvulsiva:

Felbamat,

Methosuximid,

Oxcarbazepin,

Phenobarbital,

Phensuximid,

Phenytoin

eine

Phenytoin-Intoxikation

subtherapeutische

Konzentrationen

Carbamazepin

vermeiden,

wird

empfohlen,

Plasmakonzentration

Phenytoin

Mikrogramm/ml

einzustellen,

bevor

zusätzliche Behandlung mit Carbamazepin aufgenommen wird), Fosphenytoin, Primidon,

Progabid und möglicherweise (hier sind die Daten teilweise widersprüchlich) Clonazepam,

Valproinsäure, Valpromid

Tuberkulosemittel: Rifampicin

Bronchodilatatoren, Antiasthmatika: Theophyllin, Aminophyllin

Dermatika: Isotretinoin

Zytostatika: Cisplatin, Doxorubicin

Sonstige: Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Andererseits

können

Plasmaspiegel

pharmakologisch

wirksamen

Metaboliten

Carbamazepin-10,11-epoxid durch Valproinsäure sowie Primidon erhöht werden.

Durch Gabe von Felbamat kann der Plasmaspiegel von Carbamazepin vermindert und der von

Carbamazepin-10,11-epoxid erhöht werden, gleichzeitig kann der Felbamat-Spiegel gesenkt

werden.

Aufgrund der wechselseitigen Beeinflussung, insbesondere bei gleichzeitiger Verabreichung

mehrerer

Antiepileptika,

empfiehlt

sich,

Plasmaspiegel

kontrollieren

Dosierung von Carbamazepin-neuraxpharm gegebenenfalls anzupassen.

Erhöhte Plasmakonzentration von Carbamazepin und/oder Carbamazepin-10,11-

epoxid

Carbamazepin wird hauptsächlich durch Cytochrom-P-450 3A4 (CYP3A4) zu dem aktiven

Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid metabolisiert. Die gleichzeitige Anwendung von

Inhibitoren

CYP3A4

kann

daher

einem

Anstieg

Carbamazepin-

Plasmakonzentration führen, die Nebenwirkungen zur Folge haben kann.

Erhöhte Plasmaspiegel von Carbamazepin können zu den unter Abschnitt 4.8 genannten

Symptomen (z. B. Schwindel, Müdigkeit, Gangunsicherheit, Doppeltsehen) führen. Daher

sollte die Carbamazepin-Plasmakonzentration bei Auftreten solcher Symptome überprüft und

die Dosis nötigenfalls verringert werden.

Die Plasmakonzentration an Carbamazepin kann z. B. durch die folgenden Substanzen

(geordnet nach Substanzklassen) erhöht werden:

Analgetika,

entzündungshemmende

Substanzen:

Dextropropoxyphen/Propoxyphen,

Ibuprofen

Androgene: Danazol

Antibiotika:

Makrolidantibiotika

Erythromycin,

Troleandomycin,

Josamycin,

Clarithromycin, Ciprofloxacin)

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 15 von 29

Antidepressiva:

Fluoxetin,

Fluvoxamin,

Nefazodon,

Paroxetin,

Trazodon,

Viloxazin,

möglicherweise auch Desipramin

Andere Antikonvulsiva: Stiripentol, Vigabatrin

Antimykotika:

Azoltyp

(wie

Itraconazol,

Ketoconazol,

Fluconazol,

Voriconazol). Für Patienten, die mit Voriconazol oder Itraconazol behandelt werden, sind

alternative Antikonvulsiva zu empfehlen.

Antihistaminika: Loratadin, Terfenadin

Tuberkulosemittel: Isoniazid

Antivirale Substanzen: Proteaseinhibitoren zur Behandlung von HIV, z. B. Ritonavir

Carboanhydrasehemmer (Diuretika): Acetazolamid

Kalzium-Antagonisten: Diltiazem, Verapamil

Muskelrelaxanzien: Oxybutynin, Dantrolen

Neuroleptika: Loxapin, Olanzapin, Quetiapin

Plättchenaggregationshemmer: Ticlopidin

Ulcustherapeutika: Omeprazol, möglicherweise Cimetidin

Sonstige: Grapefruchtsaft, Nicotinamid (in hoher Dosierung)

Erhöhte Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid

Die menschliche mikrosomale Epoxid-Hydrolase wurde als dasjenige Enzym identifiziert, das

die Bildung des 10,11-trans-Diols aus Carbamazepin-10,11-epoxid bewirkt. Die gleichzeitige

Gabe von Inhibitoren der menschlichen mikrosomalen Epoxid-Hydrolase kann daher zu

erhöhten Plasmakonzentrationen an Carbamazepin-10,11-epoxid führen.

Erhöhte Plasmaspiegel von Carbamazepin-10,11-epoxid können zu den in Abschnitt 4.8

genannten Symptomen (z. B. Schwindel, Müdigkeit, Gangunsicherheit, Doppeltsehen) führen.

Daher sollte die Plasmakonzentration bei Auftreten solcher Symptome überprüft und die

Dosis

nötigenfalls

angepasst

werden,

wenn

folgende

Substanzen

gleichzeitig

gegeben

werden:

Loxapin, Quetiapin, Primidon, Progabid, Valproinsäure, Valnoctamid und Valpromid.

Weitere Wechselwirkungen, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen

Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Levetiracetam kann die Toxizität von

Carbamazepin erhöhen.

Die Leberschädlichkeit von Isoniazid kann durch Carbamazepin erhöht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Lithium oder Metoclopramid einerseits

Neuroleptika

(Haloperidol,

Thioridazin)

andererseits

kann

Auftreten

neurologischer Nebenwirkungen begünstigen. Bei Patienten, die mit Neuroleptika behandelt

werden, ist darauf zu achten, dass Carbamazepin den Plasmaspiegel dieser Arzneimittel

reduzieren und dadurch eine Verschlechterung des Krankheitsbildes verursachen kann. Eine

Dosisanpassung des jeweiligen Neuroleptikums kann erforderlich sein.

Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere die gleichzeitige Anwendung von Lithium

Carbamazepin

neurotoxische

Wirkung

beider

Wirkstoffe,

auch

Vorliegen

therapeutischer Lithium-Spiegel, verstärken kann. Daher ist eine sorgfältige Überwachung der

Blutspiegel von beiden notwendig. Eine vorherige Behandlung mit Neuroleptika soll länger

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 16 von 29

als 8 Wochen zurückliegen und auch nicht gleichzeitig erfolgen. Auf folgende Anzeichen

neurotoxischer Symptome ist zu achten: Unsicherer Gang, Ataxie, horizontaler Nystagmus,

gesteigerte Muskeleigenreflexe, Muskelzucken (Muskelfaszikulationen).

kombinierte

Gabe

Carbamazepin

einigen

Diuretika

(Hydrochlorothiazid,

Furosemid) kann zu einer symptomatischen Hyponatriämie führen.

Die Wirksamkeit nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien, wie z. B. Pancuronium, kann

durch

Carbamazepin

beeinträchtigt

werden.

Dadurch

eine

raschere

Aufhebung

neuromuskulären Blockade möglich. Patienten, die mit Muskelrelaxanzien behandelt werden,

sollten diesbezüglich überwacht und die Dosierung dieser Arzneimittel gegebenenfalls erhöht

werden.

Carbamazepin kann, wie andere psychoaktive Stoffe, die Alkoholtoleranz der Patienten

vermindern. Die Patienten sollten daher während der Behandlung keinen Alkohol trinken.

In der Literatur gibt es Hinweise darauf, dass die zusätzliche Einnahme von Carbamazepin

vorbestehender

Neuroleptikatherapie

Risiko

für

Auftreten

eines

malignen

neuroleptischen Syndroms oder eines Stevens-Johnson-Syndroms erhöht.

Bei gleichzeitiger Gabe von Isotretinoin (Wirkstoff zur Akne-Behandlung) und Carbamazepin

sollten die Carbamazepin-Plasmaspiegel kontrolliert werden.

Die gleichzeitige Gabe von Carbamazepin mit Paracetamol kann die Bioverfügbarkeit von

Paracetamol vermindern.

Carbamazepin scheint die Elimination von Schilddrüsenhormonen zu verstärken und den

Bedarf an diesen bei Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion zu erhöhen. Deshalb sind bei

solchen Patienten, die eine Substitutionstherapie erhalten, zu Beginn und am Ende einer

Therapie mit Carbamazepin die Schilddrüsenparameter zu bestimmen. Gegebenenfalls ist eine

Dosisanpassung

Schilddrüsenhormon-Präparate

vorzunehmen.

Insbesondere

gleichzeitige

Behandlung

Carbamazepin

anderen

Antikonvulsiva

Phenobarbital) kann die Schilddrüsenfunktion verändern.

Die gleichzeitige Gabe von Antidepressiva vom Typ der Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer

(z. B. Fluoxetin) kann zu einem toxischen Serotonin-Syndrom führen.

Es wird empfohlen, Carbamazepin nicht in Kombination mit Nefazodon (depressionslösendes

Mittel)

anzuwenden,

Carbamazepin

einer

deutlichen

Reduktion

Nefazodon-

Plasmaspiegels

Wirkungsverlust

führen

kann.

Darüber

hinaus

wird

gleichzeitiger Einnahme von Nefazodon und Carbamazepin der Carbamazepin-Plasmaspiegel

erhöht und der seines aktiven Abbauproduktes Carbamazepin-10,11-epoxid erniedrigt.

Durch

gleichzeitige

Einnahme

Carbamazepin

Antiarrhythmika,

zyklischen

Antidepressiva oder Erythromycin erhöht sich das Risiko für kardiale Überleitungsstörungen.

Beeinträchtigung serologischer Untersuchungen

Durch

Interferenz

HPLC-Analyse

kann

Carbamazepin

falsch

positiven

Perphenazin-Konzentrationen führen.

Carbamazepin

sein

10,11-Epoxid-Metabolit

können

Fluoreszenzpolarisations-

Immunoassays zu falsch positiven Konzentrationen von trizyklischen Antidepressiva führen.

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 17 von 29

4.6

Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Kontrazeption bei Frauen im gebärfähigen Alter

Carbamazepin beeinträchtigt die Wirkung von oralen Kontrazeptiva, die Östrogen- und/oder

Progesteronderivate enthalten. Deshalb sollte während der Behandlung mit Carbamazepin-

neuraxpharm eine andere wirksame und sichere Verhütungsmethode angewendet werden.

Schwangerschaft

bekannt,

dass

Nachwuchs

Epilepsie

erkrankten

Müttern

häufiger

Entwicklungsstörungen einschließlich Missbildungen aufweist. Es fehlen jedoch schlüssige

Belege aus kontrollierten Studien mit Carbamazepin als Monotherapie. Es wurde aber in

Zusammenhang mit der Anwendung von Carbamazepin über Entwicklungsstörungen und ein

generell erhöhtes Risiko für Fehlbildungen wie Spina bifida sowie über andere angeborene

Anomalien

kraniofaziale

Dysmorphien,

kardiovaskuläre

Fehlbildungen,

Fingernagelhypoplasien und Anomalien anderer Organsysteme berichtet.

In Anbetracht dessen sollten folgende Punkte bedacht werden:

Schwangere Frauen mit Epilepsie sollten mit besonderer Vorsicht medikamentös behandelt

werden.

Wenn unter einer Carbamazepin-Behandlung

eine Schwangerschaft eintritt oder geplant

wird oder wenn während einer Schwangerschaft eine Behandlung mit Carbamazepin

begonnen werden soll, muss der erwartete Nutzen des Medikaments sehr sorgfältig gegen

die möglichen Risiken dieser Therapie für das ungeborene Kind abgewogen werden,

besonders in den ersten drei Monaten.

Carbamazepin sollte bei gebärfähigen Frauen und besonders während der Schwangerschaft

wann

immer

möglich

Monotherapie

angewendet

werden,

Inzidenz

Fehlbildungen bei einer Kombinationstherapie mit anderen Antiepileptika höher ist als bei

einer Monotherapie. Das Risiko von Fehlbildungen nach Carbamazepin-Exposition als

Polytherapie variiert abhängig von den einzelnen angewendeten Medikamenten und kann

insbesondere bei einer Polytherapie mit Valproat höher sein.

Während

für

Fehlbildungen

besonders

anfälligen

ersten

drei

Monate

Schwangerschaft und besonders zwischen dem 20. und 40. Tag nach der Befruchtung soll

die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden,

Fehlbildungen wahrscheinlich durch

hohe Plasmakonzentrationen hervorgerufen werden. Eine Kontrolle der Plasmaspiegel wird

empfohlen.

sollten

unteren

Bereich

therapeutischen

Bereiches

Mikrogramm/ml) liegen. Bei einer Dosis von <400 mg Carbamazepin pro Tag sind die

Fehlbildungsraten niedriger als bei höheren Dosen.

Die Patientinnen sollen über das erhöhte Risiko von Fehlbildungen informiert und auf die

Möglichkeit des pränatalen Screenings hingewiesen werden.

In keinem Fall sollte die Behandlung ohne ärztlichen Rat abgebrochen werden, da es bei

epileptischen Anfällen zur Schädigung des Kindes kommen kann.

Es ist bekannt, dass es in der Schwangerschaft zum Auftreten eines Folsäuremangels kommen

kann. Es wurde berichtet, dass Antiepileptika den Folsäuremangel verstärken können. Der

Folsäuremangel kann möglicherweise zur erhöhten Inzidenz von angeborenen Fehlbildungen

bei Kindern, deren Mütter mit Antiepileptika behandelt wurden, beitragen. Deshalb kann die

Gabe von Folsäure vor und während der Schwangerschaft sinnvoll sein.

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 18 von 29

Zur Vermeidung von Blutgerinnungsstörungen wird auch die prophylaktische Gabe von

Vitamin K

in den letzten Wochen der Schwangerschaft an die Mutter bzw. post partum an das

Neugeborene empfohlen.

In Zusammenhang mit der Einnahme von Carbamazepin und anderen Antiepileptika wurde

über einige wenige Fälle von Krämpfen und/oder Atemdepression bei Neugeborenen berichtet,

ebenso über einige Fälle von Erbrechen, Diarrhö und/oder verminderter Nahrungsaufnahme.

Dies könnten Anzeichen eines Entzugssyndroms beim Neugeborenen sein.

Stillzeit

Carbamazepin und sein wirksamer Metabolit treten in die Muttermilch über (Milch/Plasma-

Konzentrationsverhältnisse von 0,24 - 0,69). Der Nutzen des Stillens sollte jedoch gegen das

geringe Risiko von Nebenwirkungen beim Säugling abgewogen werden.

Carbamazepin-neuraxpharm darf in der Stillzeit eingenommen werden, vorausgesetzt, der

gestillte

Säugling

wird

bezüglich

Auftretens

möglicher

unerwünschter

Wirkungen

beobachtet

(verringerte

Gewichtszunahme, Sedierung,

allergische

Hautreaktionen). Beim

Auftreten solcher Substanzwirkungen sollte abgestillt werden. Es liegen einige Berichte über

cholestatische Hepatitis bei

Neugeborenen vor,

pränatal

oder

während

Stillzeit

Carbamazepin

ausgesetzt

waren.

Daher

sollten

gestillte

Kinder,

deren

Mütter

Carbamazepin behandelt werden, sorgfältig auf hepatobiliäre Nebenwirkungen überwacht

werden.

Fertilität

Es traten Einzelfälle sexueller Funktionsstörungen auf, wie z. B. Impotenz oder verminderte

Libido.

Sehr

selten

wurde

über

verminderte

männliche

Fertilität

und/oder

abnorme

Spermatogenese berichtet.

4.7

Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Durch das Auftreten zentralnervöser Nebenwirkungen, wie z. B. Schwindel, Benommenheit,

Müdigkeit, Ataxie, Doppeltsehen, Akkommodationsstörungen und verschwommenes Sehen,

zu Beginn der Behandlung oder in höheren Dosen und/oder bei gleichzeitiger Einnahme

anderer, ebenfalls am Zentralnervensystem angreifender Arzneimittel kann Carbamazepin

auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen - unabhängig von der

Auswirkung des zu behandelnden Grundleidens - soweit verändern, dass z. B. die Fähigkeit

zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen oder Arbeiten

ohne sicheren Halt vermindert wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit

Alkohol.

4.8

Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten zugrunde gelegt:

Sehr häufig (≥ 1/10)

Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)

Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 19 von 29

Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)

Sehr selten (< 1/10.000)

Nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)

Die beobachteten Nebenwirkungen traten bei alleiniger Verabreichung von Carbamazepin

(Monotherapie)

seltener

gleichzeitiger

Gabe

anderer

Antiepileptika

(Kombinationstherapie) auf.

Ein Teil der Nebenwirkungen tritt dosisabhängig vor allem zu Beginn der Behandlung, bei zu

hoher

Anfangsdosierung

oder

älteren

Patienten

sehr

häufig

oder

häufig

auf,

zentralnervöse

Störungen

(Schwindel,

Kopfschmerzen,

Ataxie,

Schläfrigkeit,

Sedierung,

Doppeltsehen),

gastrointestinale

Störungen

(Übelkeit,

Erbrechen)

allergische

Hautreaktionen.

Dosisabhängige Nebenwirkungen klingen meist innerhalb einiger Tage von selbst oder nach

vorübergehender

Dosisreduktion

Daher

sollte

Carbamazepin-neuraxpharm

möglichst

einschleichend dosiert werden. Zentralnervöse Störungen können ein Zeichen einer relativen

Überdosierung oder starker Schwankungen der Plasmaspiegel sein; daher empfiehlt es sich in

diesen Fällen, die Plasmaspiegel zu bestimmen.

Die Nebenwirkungen sind gemäß der MedDRA-Terminologie entsprechend der Organklassen

aufgeführt. Innerhalb der Organklassen sind die Nebenwirkungen nach absteigender Schwere

aufgeführt.

Infektionen und parasitäre Erkrankungen

Nicht bekannt

Reaktivierung einer Infektion mit dem Humanen Herpesvirus

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig

Leukopenie. Nach Literaturangaben tritt dabei am häufigsten eine

gutartige Leukopenie, in etwa 10

% der

Fälle vorübergehend, in 2 %

persistierend, auf. Eine gutartige Leukopenie tritt vor allem

innerhalb der ersten vier Therapiemonate auf.

Häufig

Thrombozytopenie, Eosinophilie

Selten

Leukozytose, Lymphadenopathie

Sehr selten

Agranulozytose, aplastische Anämie, Panzytopenie, Aplasie der

Erythrozyten, Anämie, megaloblastäre Anämie, Retikulozytose,

hämolytische Anämie, Milzvergrößerung

Nicht bekannt

Knochenmarkinsuffizienz

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich

Verzögerte, mehrere Organsysteme betreffende

Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber, Hautausschlag,

Vaskulitis, Lymphknotenschwellung, Pseudolymphom,

Gelenkschmerz, Leukopenie, Eosinophilie, Vergrößerung von Leber

und Milz oder mit veränderten Leberfunktionswerten und Vanishing

Bile Duct Syndrome (progrediente cholestatische Hepatopathie mit

Zerstörung und Schwund der intrahepatischen Gallengänge). Diese

Erscheinungen können in verschiedenen Kombinationen auftreten

und auch andere Organe wie Lunge, Niere, Bauchspeicheldrüse und

Herzmuskel und Dickdarm betreffen.

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 20 von 29

Sehr selten

Akute allergische Allgemeinreaktionen, anaphylaktische

Reaktionen, Angioödeme, Hypogammaglobulinämie

Nicht bekannt

Ausschlag mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (Drug

Rash with Eosinophilia and Systemic Symptoms [DRESS])

Endokrine Erkrankungen

Häufig

Ödeme, Flüssigkeitsretention, Gewichtszunahme, Hyponatriämie

und verminderte Plasmaosmolalität aufgrund einer ADH-ähnlichen

Wirkung, die selten zu Wasserintoxikation mit Lethargie, Erbrechen,

Kopfschmerz, Verwirrtheitszuständen und anderen neurologischen

Störungen führen kann.

Sehr selten

Galaktorrhö und Gynäkomastie

Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen

Selten

Folsäuremangel, verminderter Appetit

Sehr selten

Akute Porphyrie (akute intermittierende Porphyrie, Porphyria

variegata), nicht-akute Porphyrie (Porphyria cutanea tarda).

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich

Bei älteren Patienten Verwirrtheitszustände und Unruhe (Agitation)

Selten

Halluzinationen (akustisch und visuell), Depression, depressive oder

manische Verstimmungen, Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten

Sehr selten

Aktivierung latenter Psychosen, Stimmungsveränderungen wie

phobische Störungen, Denkerschwernis, Antriebsverarmung

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Schwindel, Ataxie (ataktische und zerebellare Störungen),

Somnolenz, Sedierung, Schläfrigkeit

Häufig

Kopfschmerzen, Doppelbilder

Gelegentlich

Unwillkürliche Bewegungen wie z. B. Tremor, Asterixis, Dystonie

oder Ticks, Störungen der Okulomotorik einhergehend mit

Nystagmus

Selten

Dyskinetische Störungen wie orofaziale Dyskinesien,

Choreoathetose (unwillkürliche Bewegungen im Mund-

Gesichtsbereich wie Grimassieren, verschraubte Bewegungen),

Sprechstörungen (z. B. Dysarthrie, verwaschene Sprache),

Polyneuropathie, periphere Neuritis, periphere Neuropathie,

Parästhesie, Paresen

Sehr selten

Malignes Neuroleptisches Syndrom, aseptische Meningitis mit

Myoklonus und peripherer Eosinophilie, Dysgeusie

Nicht bekannt

Gedächtnisstörung

Es gibt Hinweise darauf, dass Carbamazepin zu einer Verschlechterung der Symptome

einer Multiplen Sklerose führen kann. Wie bei Einnahme anderer Medikamente gegen

Anfallsleiden auch, kann es unter Carbamazepin zu einer Anfallshäufung kommen;

insbesondere Absencen können verstärkt oder neu auftreten.

Augenerkrankungen

Häufig

Akkommodationsstörungen (z. B. verschwommenes Sehen)

Sehr selten

Linsentrübung, Konjunktivis. Bei zwei Patienten wurde in

Zusammenhang mit einer Carbamazepin-Langzeittherapie über

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 21 von 29

Retinotoxizität berichtet, die nach Absetzen des Carbamazepins

rückläufig war.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Sehr selten

Hörstörungen, z. B. Tinnitus und Hyper- und Hypoakusis sowie

Änderung der Wahrnehmung von Tonhöhen

Herzerkrankungen

Gelegentlich

Erregungsleitungsstörungen, AV-Block in Einzelfällen mit

Synkopen

Gelegentlich bis

selten

Bradykardie, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz,

Verschlechterung einer vorbestehenden koronaren Herzkrankheit

Gefäßerkrankungen

Selten

Hypertonie oder Hypotonie

Sehr selten

Kreislaufkollaps, Embolie (z. B. Lungenembolie), Thrombophlebitis

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten

Hypersensitivitätsreaktionen der Lunge mit Fieber, Dyspnoe und

Pneumonitis oder Pneumonie (Alveolitiden), Einzelfälle von

Lungenfibrose wurden in der Literatur beschrieben.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit, Erbrechen

Häufig

Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit

Gelegentlich

Diarrhö, Obstipation

Selten

Bauchschmerz

Sehr selten

Schleimhautentzündungen im Mund-Rachen-Bereich (Stomatitis,

Gingivitis, Glossitis), Pankreatitis, Geschmacksstörungen

Nicht bekannt

Kolitis

Leber- und Gallenerkrankungen

Selten

Verschiedene Formen von Hepatitis (cholestatisch, hepatozellulär,

gemischt), Vanishing Bile Duct Syndrome, Ikterus,

lebensbedrohliche akute Hepatitis, insbesondere innerhalb der ersten

Therapiemonate, Leberversagen

Sehr selten

Granulomatöse Lebererkrankung

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Allergische Hautreaktionen mit und ohne Fieber, wie z. B. Urtikaria

(auch stark ausgeprägt)

Gelegentlich

Exfoliative Dermatitis, Erythrodermie

Selten

Lupus erythematodes disseminatus, Pruritus

Sehr selten

Stevens-Johnson-Syndrom

Lyell-Syndrom (Toxische epidermale

Nekrolyse), Photosensibilität, Erythema exsudativum multiforme et

nodosum, Veränderung der Hautpigmentierung, Purpura, Akne,

vermehrtes Schwitzen, Alopezie; Hirsutismus und Vaskulitis

wurden sehr selten berichtet, aber hier ist der kausale

Zusammenhang unklar.

Nicht bekannt

Akute generalisierte exanthemische Pustulose

(AGEP), lichenoide

Keratose, Onychomadese

Es gibt zunehmend Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Genmarkern

und dem

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 22 von 29

Auftreten von unerwünschten Arzneimittelwirkungen der Haut wie SJS, TEN, DRESS,

AGEP und makulopapulösem Ausschlag. Bei japanischen und europäischen Patienten

wurde berichtet, dass eine Assoziation zwischen diesen Reaktionen und der

Anwendung von Carbamazepin bei gleichzeitigem Vorliegen des Allels HLA-A*3101

besteht. Bei einem weiteren Marker, dem Allel HLA- B*1502, konnte gezeigt werden,

dass ein starker Zusammenhang mit dem Auftreten von SJS und TEN bei Han-

Chinesen, Thailändern und einigen anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen besteht

(siehe Abschnitt 4.2 und 4.4 für weitere Informationen).

In einigen asiatischen Ländern auch selten (siehe Abschnitt 4.4)

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten

Muskelschwäche

Sehr selten

Störungen im Knochenstoffwechsel (vermindertes Serum-Kalzium

und vermindertes 25-OH- Cholecalciferol), was vereinzelt zu

Osteomalazie führte, Arthralgien, Myalgien, Muskelkrämpfe

Nicht bekannt

Frakturen

In Einzelfällen wurde das Auftreten einer Myasthenia gravis während bzw. nach

Einnahme von Carbamazepin beschrieben, wobei ein kausaler Zusammenhang mit der

Einnahme von Carbamazepin jedoch nicht gesichert ist.

Es gibt Fallberichte über die Abnahme der Knochendichte unter dem Bild der

Osteoporose bis hin zu pathologischen Frakturen bei Patienten, die Carbamazepin über

eine lange Zeit angewendet haben. Der Mechanismus, über den Carbamazepin den

Knochen-Metabolismus beeinflusst, ist nicht bekannt.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich

Nierenfunktionsstörungen (z. B. Albuminurie, Hämaturie, Oligurie,

erhöhter Harnstoffstickstoff im Blut / Azotämie)

Sehr selten

Tubulointerstitielle Nephritis, Nierenversagen, andere

Harnbeschwerden (häufiges Wasserlassen, Dysurie, Pollakisurie,

Harnretention)

Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Sehr selten

Sexuelle Dysfunktion, verminderte Libido, erektile Dysfunktion,

verminderte männliche Fertilität und / oder abnorme Spermiogenese

(verminderte Spermienzahl und / oder -beweglichkeit)

Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort

Sehr häufig

Erschöpfung

Untersuchungen

Sehr häufig

Anstieg der γ-GT-Werte (bedingt durch hepatische

Enzyminduktion), üblicherweise klinisch nicht relevant

Häufig

Anstieg der alkalischen Phosphatase im Blut

Gelegentlich

Anstieg der Transaminasen

Sehr selten

Erhöhter Augeninnendruck, erhöhte Cholesterinspiegel

einschließlich HDL-Cholesterin und Triglyzeride, veränderte

Schilddrüsenfunktionsparameter:

Vermindertes L- Thyroxin (freies

Thyroxin, Thyroxin, Trijodthyronin) und erhöhtes TSH im Blut,

meist ohne klinische Symptome, Erhöhung des freien Cortisols im

Serum, erhöhte Prolaktin-Spiegel im Blut

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 23 von 29

Es gibt Hinweise auf verminderte Vitamin-B12-Spiegel und erhöhte Homocystein-

Spiegel im Serum.

Spontanmeldungen und Literaturfälle von Nebenwirkungen (Häufigkeit auf Grundlage der

verfügbaren Daten nicht abschätzbar).

Zusätzliche Nebenwirkungen aus Spontanmeldungen (Häufigkeit nicht bekannt) Im Rahmen

von Erfahrungen nach Markteinführung von Carbamazepin wurden Nebenwirkungen anhand

von Spontanmeldungen und Literatur bekannt. Da die Meldungen freiwillig und von einer

unbekannten Populationsgröße erfolgten, ist die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren

Daten nicht abschätzbar.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Meldung

Verdachts

Nebenwirkungen

nach

Zulassung

großer

Wichtigkeit.

ermöglicht

eine

kontinuierliche

Überwachung

Nutzen-Risiko-

Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden

Verdachtsfall einer Nebenwirkung dem

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9

Überdosierung

Bei jeder Beurteilung einer Intoxikation muss auch an die Möglichkeit einer evtl. vorliegenden

Mehrfachintoxikation durch mögliche Einnahme mehrerer Arzneimittel, beispielsweise in

suizidaler Absicht, gedacht werden.

Carbamazepin-Intoxikationen

treten meist bei sehr hohen Dosen (4 - 20 g) auf, wobei die

Plasmaspiegel immer über 20 Mikrogramm/ml liegen. Akzidentelle oder suizidale Einnahmen

mit Plasmakonzentrationen von 38 Mikrogramm/ml wurden überlebt.

In der Literatur wurde über Intoxikationen (nach Einnahme von Carbamazepin in suizidaler

Absicht oder akzidenteller Einnahme) mit zum Teil letalem Ausgang berichtet.

Symptome einer Überdosierung

einer

Überdosierung mit

Carbamazepin

können

unter

Abschnitt 4.8

genannten

Symptome verstärkt in Erscheinung treten. Normalerweise sind bei Überdosierungen das

zentrale

Nervensystem,

Herz-Kreislauf-System

sowie

respiratorische

System

betroffen.

Zentrales Nervensystem

ZNS-Depression,

Bewusstseinsstörungen

(Benommenheit,

Somnolenz,

Stupor,

Koma),

Schwindel,

Desorientiertheit,

Unruhe,

Erregung,

Verwirrtheit,

Halluzinationen,

verschwommenes Sehen, verwaschene Sprache, Dysarthrie, Nystagmus, Ataxie, Dyskinesien,

Reflexanomalien

(zunächst

gesteigerte,

dann

abgeschwächte

Reflexe),

tonisch-klonische

Konvulsionen,

Krampfanfälle,

psychomotorische

Störungen,

Myoklonie,

Opisthotonus,

unwillkürliche Bewegungen, Tremor, Hypothermie, Flushing, Mydriasis, EEG-Dysrhythmien

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 24 von 29

Respiratorisches System

Atemdepression, Lungenödem, Zyanose, Atemstillstand

Herz-Kreislauf-System

Meist

hypotone

Blutdruckwerte

(evtl.

auch

Hypertonus),

Überleitungsstörungen,

EKG-

Veränderungen (Arrhythmien, Verlängerung des QRS-Komplexes), Tachykardie, Synkopen,

AV-Block, Herzstillstand, Flush

Magen-Darm-Trakt

Übelkeit, Erbrechen, verzögerte Magenentleerung, reduzierte Darmmotilität

Muskel-Skelett-System

Es gab einige Fälle, in denen von Rhabdomyolyse in Verbindung mit Carbamazepin- Toxizität

berichtet wurde.

Renales System

Harnretention, Oligurie oder Anurie, Flüssigkeitsretention, Wasserintoxikation aufgrund einer

ADH-ähnlichen Wirkung

Laborbefunde

Hyponatriämie,

möglicherweise

metabolische

Azidose,

möglicherweise

Hyperglykämie,

erhöhte Muskel-Kreatinphosphokinase,

Leukozytose, Leukopenie, Neutropenie, Glykosurie,

Azetonurie

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Ein spezifisches Antidot bei Intoxikation mit Carbamazepin gibt es bislang nicht.

Behandlung

erfolgt

daher

symptomatisch:

Stationäre

Aufnahme,

Bestimmung

Carbamazepinspiegel, um die Carbamazepin-Intoxikation zu bestätigen und das Ausmaß der

Überdosierung festzustellen.

Möglichst

schnelle

Entfernung

Noxe

(Magenentleerung,

Magenspülungen)

sowie

Verminderung der Resorption (Verabreichen von z. B. Aktivkohle oder eines Laxans). Eine

verzögerte Magenentleerung kann zu einer verzögerten Absorption führen. Dies kann zur

Folge haben, dass sich der Zustand des Patienten während der Erholung von der Intoxikation

wieder verschlechtert.

Vitalfunktionen

müssen

unter

klinischen

Bedingungen

gesichert

werden;

Plasmakonzentration und Herzfunktion ist zu überprüfen, gegebenenfalls ist eine vorsichtige

Korrektur von Elektrolytverschiebungen notwendig.

Bei Krampfanfällen können geeignete Antikonvulsiva verabreicht werden. Der Einsatz von

Barbituraten wird in der Literatur, wegen der Induzierung einer respiratorischen Depression,

besonders bei Kindern, nicht empfohlen.

Eine Hämoperfusion über Aktivkohle wurde empfohlen. Eine Hämodialyse ist eine wirksame

Möglichkeit zur Behandlung einer Carbamazepin-Überdosierung.

Eine mögliche Verschlechterung der Symptomatik am 2. und 3. Tag aufgrund von verzögerter

Resorption sollte berücksichtigt werden.

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 25 von 29

5.

PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN

5.1

Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe:

Antiepileptika

ATC-Code:

N03AF01

Carbamazepin ist ein Dibenzoazepin-Derivat. Pharmakologisch hat es Gemeinsamkeiten mit

Phenytoin.

Wirkungsmechanismus

bislang

nicht

geklärt.

Ähnlich

Phenytoin

hemmt

Carbamazepin

synaptische

Übertragung

reduziert

dadurch

Fortleitung

konvulsiven

Entladungen.

höheren

Konzentrationen

verursacht

Carbamazepin

eine

Herabsetzung der posttetanischen Potenzierung.

Schmerzlinderung

Trigeminus-Neuralgie

kommt

wahrscheinlich

durch

eine

Hemmung der synaptischen Reizübertragung im spinalen Trigeminuskern zustande.

5.2

Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption, Plasmakonzentrationen

Carbamazepin wird (abhängig von der Darreichungsform) nach oraler Verabreichung relativ

langsam und fast vollständig resorbiert.

Die Resorptionshalbwertszeit liegt durchschnittlich bei 8,5 h und zeigt große intra- und

interindividuelle Unterschiede auf (ca. 1,72 bis 12 Stunden).

maximalen

Plasmakonzentrationen

werden

nach

einmaliger

Gabe

nach

Darreichungsformen) bei Erwachsenen nach 4 bis 16 Stunden (ganz selten bis 35 h), bei

Kindern etwa 4 - 6 Stunden erreicht. Die Plasmaspiegel hängen nicht linear von der Dosis ab

und zeigen im höheren Dosisbereich einen flachen Kurvenverlauf.

Maximale

Plasmakonzentrationen

werden

Verabreichung

Suspension

schneller

erreicht als bei Gabe von Tabletten oder Retardtabletten.

Die Plasmaspiegel sind nach Gabe von Retardtabletten niedriger als bei nicht-retardierten

Tabletten.

Der Steady-state wird nach 2 bis 8 Tagen erreicht. Es besteht keine enge Korrelation

zwischen der Dosis von Carbamazepin und der Plasmakonzentration im Steady-state.

Im Steady-state sind die Fluktuationen im Plasmaspiegel von Carbamazepin und seines

Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid beim Dosierungsintervall von 8 bzw. 12 Stunden

nur gering.

In Literaturberichten wird hinsichtlich therapeutischer und toxischer Plasmakonzentrationen

darauf hingewiesen, dass die Anfallsfreiheit bei Plasmaspiegeln von 4 bis 12 Mikrogramm/ml

erzielt werden kann. Eine Überschreitung des Plasmaspiegels von 20 Mikrogramm/ml führte

Verschlechterung

Krankheitsbildes.

Plasmakonzentrationen

Mikrogramm/ml wird eine Schmerzlinderung bei Trigeminus-Neuralgie erreicht.

Die Schwellenkonzentration für das Auftreten von Nebenwirkungen liegt bei ca. 8 bis 9

Mikrogramm /ml.

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 26 von 29

Plasmaproteinbindung, Verteilung

Verteilungsvolumen

beim

Menschen

wird

Werten

zwischen

l/kg

angegeben.

Die Plasmaproteinbindung von Carbamazepin liegt zwischen 70 und 80 %. Der Anteil an

ungebundenem Carbamazepin ist bei einer Konzentration bis 50 Mikrogramm/ml konstant.

Der pharmakologisch aktive Metabolit Carbamazepin-10,11-epoxid wird zu 48 - 53 % (etwa

0,74 l/kg) an das Plasmaprotein gebunden.

Mit pharmakokinetischen Interaktionen ist zu rechnen, siehe Abschnitt 4.5.

Carbamazepin-Konzentration

Liquor

beträgt

jeweiligen

Plasmakonzentration.

Carbamazepin-Konzentration

Speichel

entspricht

Konzentration

freier

Muttersubstanz und steht in guter Korrelation zum Plasmaspiegel (etwa 20 - 30 %). Sie lässt

sich

durch

Multiplikator

Plasmaspiegelschätzung

Rahmen

Therapie

verwenden.

Carbamazepin

durchdringt

Plazentaschranke

geht

Muttermilch

über

(Konzentration etwa 58 % derjenigen im Plasma). Beim gestillten Säugling kann dies zu

Konzentrationen im Plasma führen, die denen der Muttermilch entsprechen.

Metabolismus

Carbamazepin wird in der Leber oxidiert, desaminiert, hydroxiliert und anschließend mit

Glukuronsäure verestert.

Bislang wurden 7 Metabolite von Carbamazepin im Urin des Menschen identifiziert. Davon

pharmakologisch

nicht

aktive

Metabolit

trans-10,11-Dihydroxy-10,11-

dihydrocarbamazepin den größten Mengenanteil. Der Metabolit Carbamazepin-10,11-epoxid

wird zu etwa 0,1 bis 2 % gefunden; er besitzt antikonvulsive Wirkungen. Die menschliche

mikrosomale Epoxid-Hydrolase wurde als dasjenige Enzym identifiziert, das die Bildung des

10,11-trans-Diols aus Carbamazepin-10,11-epoxid bewirkt.

Ausscheidung, Plasma-Clearance, Plasmahalbwertszeit

Nach Einzelgaben wird Carbamazepin mit einer Halbwertszeit von ca. 36 Stunden (Bereich:

18 - 65 h) aus dem Plasma eliminiert.

Bei Dauertherapie sinkt die Halbwertszeit infolge Enzyminduktion um etwa 50 % (10 - 20 h).

Halbwertszeiten

sind

Kombinationstherapie

anderen

Antiepileptika

kürzer

(durchschnittlich 6 - 10 h) als bei Monotherapie (11 - 13 h); bei Kindern kürzer als bei

Erwachsenen, bei Neugeborenen sind sie länger als bei Säuglingen.

Die Plasma-Clearance beträgt bei Gesunden etwa 19,8 ± 2,7 ml/h/kg, bei Patienten in

Monotherapie etwa 54,6 ± 6,7 ml/h/kg, bei Patienten in Kombinationstherapie etwa 113,3 ±

33,4 ml/h/kg.

Nach einmaliger oraler Applikation werden 72 % der Dosis in Form von Metaboliten über die

Nieren ausgeschieden. Der Rest von etwa 28 % wird über die Faeces ausgeschieden, dabei

teilweise in unveränderter Form. Nur 2 - 3 % der im Urin ausgeschiedenen Substanzmenge

liegt als unverändertes Carbamazepin vor.

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 27 von 29

5.3

Präklinische Daten zur Sicherheit

Präklinische

Daten

zeigen

basierend

konventionellen

Studien

Toxizität

Einmalgaben und mit wiederholter Gabe, zur Genotoxizität und zum kanzerogenen Potenzial

keine besondere Gefahr für Menschen. Die Tierstudien waren jedoch unzureichend, um die

teratogene Wirkung von Carbamazepin auszuschließen.

Kanzerogenität

In einer Kanzerogenitätsstudie über 2 Jahre an Ratten mit Carbamazepin wurden erhöhte

Inzidenzen

hepatozellulären

Tumoren

weiblichen

Tieren

sowie

benigne

Testestumoren bei männlichen Tieren beobachtet. Es liegen jedoch keine Hinweise vor, dass

diese Beobachtungen für die therapeutische Anwendung beim Menschen von Bedeutung sind.

Genotoxizität

Verschiedenen Standard-Mutagenizitätsstudien an Bakterien und Säugetieren ergaben keine

Hinweise auf eine Genotoxizität von Carbamazepin.

Reproduktionstoxizität

Kumulative Nachweise aus verschiedenen Tierstudien an Mäusen, Ratten und Kaninchen

demonstrierten,

dass

Carbamazepin

20-fach

erhöhten

Dosen

gegenüber

empfohlenen

Dosis

beim

Menschen

während

Organentwicklung

einer

erhöhten

embryonalen

Letalität

Wachstumsverzögerungen

führte.

Mäusen

wurden

embryonale

Schädigungen

(hauptsächlich

Hirnventrikel)

beobachtet.

Reproduktionsstudien

Ratten

zeigte

gestillte

Nachwuchs

eine

reduzierte

Gewichtszunahme bei einer Dosis von 192 mg/kg/Tag beim Muttertier.

6.

PHARMAZEUTISCHE ANGABEN

6.1

Liste der sonstigen Bestandteile

Poly[ethylacrylat-co-methylmethacrylat-co-(2-trimethylammonioethyl)methacrylatchlorid]

(1:2:0,1)

Macrogol 6000

Talkum

Mikrokristalline Cellulose

Hochdisperses Siliciumdioxid

Croscarmellose-Natrium

Magnesiumstearat (Ph. Eur.)

6.2

Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend.

6.3

Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 28 von 29

Diese Arzneimittel sollen nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr angewendet werden.

6.4

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über 30 °C lagern!

6.5

Art und Inhalt des Behältnisses

Blisterpackungen aus PVC-Folie/Aluminiumfolie

OP mit 50 Retardtabletten

OP mit 90 Retardtabletten

OP mit 100 Retardtabletten

OP mit 180 Retardtabletten

OP mit 200 Retardtabletten

Klinikpackungen mit 1000 (5 x 200) Retardtabletten (Bündelpackungen)

6.6

Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige

Hinweise zur Handhabung

Keine besonderen Anforderungen.

7.

INHABER DER ZULASSUNG

neuraxpharm

Arzneimittel GmbH

Elisabeth-Selbert-Straße 23

40764 Langenfeld

Tel. 02173/1060-0

Fax 02173/1060-333

8.

ZULASSUNGSNUMMERN

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard:

13719.00.00

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard:

13719.01.00

9.

DATUM DER ERTEILUNG DER ZULASSUNG /

VERLÄNGERUNG DER ZULASSUNG

05.09.2003

10.

STAND DER INFORMATION

03/2015

Text Fachinformation

Carbamazepin-neuraxpharm 300 mg retard (Retardtabletten)

Carbamazepin-neuraxpharm 600 mg retard (Retardtabletten)

Stand: 03/2015

Seite 29 von 29

11.

VERKAUFSABGRENZUNG

Verschreibungspflichtig

1412

Ähnliche Produkte

Suchen Sie nach Benachrichtigungen zu diesem Produkt

Teilen Sie diese Informationen