Carbamazepin AL 400 retard Retardtablette

Deutschland - Deutsch - BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte)

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Gebrauchsinformation PIL
Fachinformation SPC
Wirkstoff:
Carbamazepin
Verfügbar ab:
ALIUD PHARMA GmbH
ATC-Code:
N03AF01
INN (Internationale Bezeichnung):
Carbamazepine
Darreichungsform:
Retardtablette
Zusammensetzung:
Carbamazepin 400.mg
Berechtigungsstatus:
gültig
Zulassungsnummer:
46001.01.00

GEBRAUCHSINFORMATION: Information für den Anwender

Carbamazepin AL 400 retard

Zur Anwendung bei Kindern ab 6 Jahren und Erwachsenen

Wirkstoff: Carbamazepin 400 mg pro Retardtablette

Lesen Sie die gesamte Gebrauchsinformation sorgfältig durch, bevor Sie mit der

Einnahme dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige

Informationen.

Heben Sie die Gebrauchsinformation auf. Vielleicht möchten Sie diese später

nochmals lesen.

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an

Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen

Beschwerden haben wie Sie.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind.

Was in dieser Gebrauchsinformation steht

Was ist Carbamazepin AL und wofür wird es angewendet?

Was sollten Sie vor der Einnahme von Carbamazepin AL beachten?

Wie ist Carbamazepin AL einzunehmen?

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie ist Carbamazepin AL aufzubewahren?

Inhalt der Packung und weitere Informationen

1. Was ist Carbamazepin AL und wofür wird es angewendet?

Carbamazepin AL ist ein Arzneimittel zur Behandlung von epileptischen

Anfallserkrankungen und anderen Anfallskrankheiten sowie bestimmten

Schmerzzuständen sowie zur Vorbeugung bei bestimmten psychischen

Störungen.

Carbamazepin AL wird angewendet zur Behandlung

von Epilepsien:

Anfälle, die von einem umschriebenen Gebiet des Gehirns ausgehen

(fokale Anfälle). Die Anfälle können ohne Bewusstseinsstörungen

(einfache partielle Anfälle) oder einhergehend mit Bewusstseinsstörungen

(komplexe partielle Anfälle, psychomotorische Anfälle) auftreten

beide Gehirnhälften betreffende Anfälle (generalisierte Anfälle),

insbesondere wenn sie ursprünglich von einem umschriebenen Gebiet

des Gehirns ausgehen (Schlaf-Grand-mal, diffuses Grand-mal)

gemischte Epilepsieformen

von anfallsartig auftretenden Gesichtsschmerzen (Trigeminus-Neuralgie)

von anfallsartigen Schmerzen unbekannter Ursache im Rachenraumbereich

(genuine Glossopharyngeus-Neuralgie)

von Schmerzzuständen bei Nervenschädigungen durch Zuckerkrankheit

(diabetische Neuropathie)

von nichtepileptischen Anfällen bei Multipler Sklerose, wie z.B.

Trigeminus-Neuralgie, tonische Anfälle (Anfälle mit gleichmäßiger

Muskelspannung), anfallsartige Sprech- und Bewegungsstörungen,

Missempfindungen (paroxysmale Dysarthrie und Ataxie, paroxysmale

Parästhesien) und Schmerzanfälle

zur Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom nur unter stationären

Bedingungen

zur Vorbeugung manisch-depressiver Phasen (bestimmter psychischer

Störungen mit Stimmungsschwankungen), wenn die Therapie mit Lithium

versagt hat bzw. wenn Patienten unter Lithium schnelle Phasenwechsel

erlebten und wenn mit Lithium nicht behandelt werden darf.

2. Was sollten Sie vor der Einnahme von Carbamazepin AL

beachten?

Carbamazepin AL darf NICHT eingenommen werden, wenn Sie

allergisch gegen Carbamazepin, strukturell verwandte Medikamente (z.B.

tricyclische Antidepressiva, d.h. bestimmte Mittel gegen Depressionen) oder

einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile sind

eine Knochenmarkschädigung oder eine Störung der Blutbildung im

Knochenmark in der Vorgeschichte haben

Überleitungsstörungen des Herzens (atrioventrikulärer Block) haben

an bestimmten erblichen Stoffwechseldefekten (akuter intermittierender

Porphyrie, Porphyria variegata, Porphyria cutanea tarda) leiden

gleichzeitig mit einem Monoaminoxidase-Hemmer (Mittel gegen

Depressionen) behandelt werden

gleichzeitig mit Voriconazol (Arzneimittel gegen Pilzerkrankungen)

behandelt werden, da es zum Therapieversagen dieses Medikamentes

kommen kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Carbamazepin AL

einnehmen:

wenn Sie unter Absencen (Bewusstseinstrübungen) leiden: dann sollte bei

Ihnen Carbamazepin AL nicht angewendet werden, da dieses Medikament

solche Anfallsformen hervorrufen bzw. bereits bestehende verstärken kann

wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden:

Erkrankungen der blutbildenden Organe (hämatologische

Erkrankungen)

Zeichen einer ungewöhnlichen Empfindlichkeit (Hautausschlag oder

andere Zeichen einer Allergie) auf Oxcarbazepin oder ein anderes

Arzneimittel. Wenn Sie allergisch auf Carbamazepin reagieren, ist die

Wahrscheinlichkeit etwa 25%, dass Sie auch auf Oxcarbazepin allergisch

reagieren

gestörter Natrium-Stoffwechsel

Herz-, Leber- und Nierenfunktionsstörungen, auch wenn Sie früher

einmal daran gelitten haben (siehe Abschnitt 4: Welche Nebenwirkungen

sind möglich? und Abschnitt 3: Wie ist Carbamazepin AL einzunehmen?)

erhöhter Augeninnendruck (grüner Star bzw. Glaukom); in diesem Fall

sollte Ihr Augeninnendruck regelmäßig überprüft werden

myotone Dystrophie (degenerative Muskelerkrankung, bei diesen

Patienten treten häufig Überleitungsstörungen am Herzen auf)

wenn Sie früher bereits einmal eine Behandlung mit Carbamazepin

abgebrochen haben

wenn Ihr Arzt bei Ihnen eine geistig-seelische Erkrankung mit dem Namen

Psychose festgestellt hat, die von Verwirrungs- und

Übererregungszuständen begleitet sein kann

wenn Sie als Frau die „Pille“ (ein hormonales Kontrazeptivum) einnehmen,

müssen Sie wissen, dass Carbamazepin AL diese unwirksam machen kann.

Sie sollten eine andere oder eine zusätzliche nicht hormonale

Verhütungsmethode verwenden, so lange Sie Carbamazepin AL einnehmen.

So können Sie das Risiko einer ungewünschten Schwangerschaft verringern.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt sofort, falls es zum Auftreten unregelmäßiger

vaginaler Blutungen oder Schmierblutungen kommt.

Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Carbamazepin AL

behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich

das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken

haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.

Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, Toxisch epidermale

Nekrolyse), die möglicherweise lebensbedrohlich sind, wurden in

Zusammenhang mit der Anwendung von Carbamazepin berichtet. Diese zeigen

sich anfänglich als rötliche, schießscheibenartige oder kreisförmige Flecken (oft

mit einer Blase in der Mitte) am Körperstamm. Der Hautausschlag kann zu einer

großflächigen Blasenbildung oder Ablösung der Haut führen. Zusätzliche

Symptome, auf die geachtet werden sollte, sind offene, schmerzende Stellen

(Ulcera) in Mund, Hals, Nase und im Genitalbereich sowie gerötete und

geschwollene Augen (Konjunktivitis). Diese möglicherweise lebensbedrohlichen

Hautreaktionen werden oft von grippeähnlichen Symptomen (Kopfschmerzen,

Fieber und Gliederschmerzen) begleitet.

Das höchste Risiko für das Auftreten dieser schweren Hautreaktionen besteht in

den ersten Behandlungswochen. Wenn bei lhnen ein Stevens-Johnson-Syndrom

oder eine Toxisch epidermale Nekrolyse in Zusammenhang mit der Anwendung

von Carbamazepin aufgetreten ist, dürfen Sie nie wieder mit Carbamazepin

behandelt werden.

Wenn bei lhnen ein Hautausschlag oder die anderen genannten Symptome an

der Haut auftreten, suchen Sie sofort einen Arzt auf. Teilen Sie ihm mit, dass Sie

Carbamazepin einnehmen.

Die beschriebenen schweren Hautreaktionen können bei Personen aus

bestimmten asiatischen Ländern häufiger auftreten. Wenn Sie zur

Bevölkerungsgruppe der Han-Chinesen oder Thailänder gehören, kann Ihr Arzt

anhand eines Bluttests erkennen, ob Sie ein erhöhtes Risiko für diese schweren

Hautreaktionen haben. Ihr Arzt kann Ihnen sagen, ob vor der Einnahme von

Carbamazepin ein Bluttest erforderlich ist.

Wenn etwas von dem oben Stehenden auf Sie zutrifft, sprechen Sie unbedingt

mit Ihrem Arzt darüber. Sie dürfen dann Carbamazepin AL nur unter

entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen einnehmen.

Aufgrund der Möglichkeit einer erhöhten Lichtempfindlichkeit der Haut

(Photosensibilisierung) sollten Sie sich während der Behandlung mit

Carbamazepin AL vor starker Sonnenbestrahlung schützen.

Bitte informieren Sie Ihren Arzt sofort, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie

zutrifft:

wenn Sie bei sich Anzeichen wie Fieber, Halsschmerzen, allergische

Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Lymphknotenschwellungen und/oder

grippeähnliche Krankheitsbeschwerden, Geschwüre im Mund, Neigung zur

Entstehung „blauer Flecken“, punktförmige oder flächige Hautblutungen

feststellen, suchen Sie unverzüglich Ihren Arzt auf

wenn Sie bei sich Anzeichen einer allergischen Reaktion feststellen, die mit

Symptomen wie Fieber, Hautausschlag, Gefäßentzündungen,

Lymphknotenschwellung oder Gelenkschmerzen einhergehen kann,

sprechen Sie sofort mit Ihrem Arzt oder gehen Sie in die Notaufnahme des

nächsten Krankenhauses (siehe Abschnitt 4: Welche Nebenwirkungen sind

möglich?)

wenn Sie bei sich Anzeichen einer schweren Hautreaktion feststellen, z.B.

Hautausschlag, Hautrötung, Bläschen auf den Lippen, den Augen oder im

Mund, ein Abschälen der Haut, und wenn dies von Fieber begleitet wird,

suchen Sie sofort Ihren Arzt oder die Notaufnahme des nächsten

Krankenhauses auf. Diese Reaktion kann bei Patienten aus einigen

asiatischen Ländern (z.B. Taiwan, Malaysia, Philippinen) oder bei Patienten

han-chinesischer oder thailändischer Abstammung häufiger auftreten

wenn Sie feststellen, dass Sie häufiger Krampfanfälle haben

wenn Sie bei sich Anzeichen einer Leberentzündung wie Abgeschlagenheit,

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Gelbfärbung der Haut und/oder der Augen oder

eine Vergrößerung der Leber feststellen.

Kinder

Carbamazepin AL ist wegen des zu hohen Wirkstoffgehalts und fehlender

Erfahrung mit Retardtabletten für Kinder unter 6 Jahren ungeeignet.

Ältere Menschen

Bei älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung angezeigt.

Anwendung von Carbamazepin AL zusammen mit anderen

Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker wenn Sie andere Arzneimittel

anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen

andere Arzneimittel anzuwenden.

Hinweis:

Eine Behandlung mit MAO-Hemmern (Arzneimittel zur Behandlung von

Depressionen) muss mindestens 2 Wochen vor Beginn einer Behandlung mit

Carbamazepin AL abgeschlossen worden sein.

Es ist besonders wichtig, dass Sie Ihren Arzt vor der Einnahme von

Carbamazepin AL informieren, wenn Sie Arzneimittel aus folgenden

Arzneimittelgruppen anwenden oder vor Kurzem angewendet haben. Dieser wird

möglicherweise besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen oder die Dosis der

Arzneimittel anpassen:

Schmerzmittel und entzündungshemmende Arzneimittel, wie z.B.

Buprenorphin, Fentanyl, Paracetamol, Phenazon, Tramadol, Ibuprofen

blutgerinnungshemmende Mittel wie Warfarin, Phenprocoumon,

Dicoumarol, Acenocoumarol, Ticlopidin

Mittel zur Behandlung einer Depression, wie z.B. Bupropion (auch zur

Raucherentwöhnung), Citalopram, Sertralin, Fluoxetin, Fluvoxamin

Antiepileptika, andere Mittel zur Behandlung von Anfallsleiden wie

Lamotrigin, Topiramat, Valproinsäure, Phenytoin, Phenobarbital

Mittel zur Behandlung von Pilzinfektionen wie Caspofungin, Itraconazol,

Ketoconazol, Fluconazol, Voriconazol

Mittel gegen Viruserkrankungen/HIV (z.B. Indinavir, Ritonavir, Saquinavir)

angstlösende Arzneimittel wie Alprazolam, Midazolam, Clobazam

Mittel zur Hemmung von Abwehrmechanismen nach

Organtransplantationen, Immunsuppressiva: Ciclosporin, Tacrolimus

Calciumantagonisten (Arzneimittel zur Behandlung von Schwindel, Migräne,

Bluthochdruck) wie Felodipin, Diltiazem, Verapamil

Kortikosteroide (z.B. Prednisolon, Dexamethason)

Arzneimittel zur Behandlung geistig-seelischer Erkrankungen, wie z.B.

Haloperidol, Clozapin, Olanzapin, Risperidon, Quetiapin, Lithium

Schilddrüsenhormone, wie z.B. Levothyroxin

Antibiotika, wie z.B. Doxycyclin, Erythromycin, Clarithromycin

Arzneimittel zur Muskelerschlaffung (Muskelrelaxanzien), wie z.B.

Oxybutynin, Dantrolen, Pancuronium

Arzneimittel zur Behandlung von Magen-Darm-Störungen wie Omeprazol,

Cimetidin, Metoclopramid

Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen (z.B. Chinidin) und andere

Herzerkrankungen (Digoxin)

Mittel zur Behandlung von allergischen Reaktionen wie Loratadin,

Terfenadin

harntreibende Mittel wie Hydrochlorothiazid, Furosemid

Isotretinoin (Mittel gegen Hauterkrankungen)

Acetazolamid (Arzneimittel zur Behandlung des Glaukoms)

Praziquantel (Arzneimittel gegen Parasiten)

Cisplatin, Doxorubicin (Arzneimittel zur Behandlung von

Krebserkrankungen)

Rifampicin, Isoniazid (Tuberkulosemittel)

Methylphenidat (Psychostimulans, Mittel zur Behandlung von

Aufmerksamkeitsstörungen)

Imatinib (Arzneimittel zur Behandlung von Krebserkrankungen)

Theophyllin, Aminophyllin (Arzneimittel zur Behandlung von

Atemwegserkrankungen)

Propranolol (Beta-Blocker, blutdrucksenkendes Mittel)

Nicotinamid (Vitamin der B-Gruppe, in hoher Dosierung bei Erwachsenen)

Johanniskraut (Hypericum perforatum, pflanzliches Mittel gegen depressive

Verstimmungen).

Danazol (Arzneimittel zur Hemmung des Sexualhormons Gonadotropin)

Hormone (Estrogene und Progesteronderivate) einschließlich der

„Pille“ (hormonales Kontrazeptivum)

Bei Einnahme der „Pille“ (hormonales Kontrazeptivum) können unerwartete

Durchbruchblutungen oder Schmierblutungen auftreten. Außerdem kann die

Wirkung des hormonalen Kontrazeptivums abgeschwächt sein, d.h. es kann zu

einer ungewollten Schwangerschaft kommen. Ihr Arzt wird Ihnen deshalb andere,

nicht hormonale Verhütungsmethoden empfehlen.

Die Wirkung von Carbamazepin AL kann auch durch weitere Arzneimittel

beeinflusst werden, die den Abbau von Carbamazepin AL im Körper

beeinflussen und somit die Wirkung steigern oder abschwächen könnten. Daher

ist es sehr wichtig, dass Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel informieren, die Sie

bereits anwenden sowie über alle Arzneimittel, mit deren Anwendung Sie

während der Behandlung mit Carbamazepin AL neu beginnen wollen.

Bei Einnahme von Carbamazepin AL zusammen mit Nahrungsmitteln,

Getränken und Alkohol

Grapefruitsaft kann möglicherweise die Blutspiegel von Carbamazepin erhöhen

und unter Umständen zu Nebenwirkungen führen.

Carbamazepin kann, wie andere auf das zentrale Nervensystem wirkende Stoffe,

dazu führen, dass Sie nur noch wenig oder gar keinen Alkohol vertragen.

Alkoholkonsum während der Behandlung mit Carbamazepin AL sollten Sie daher

meiden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu

sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung

dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Schwangerschaft

Carbamazepin darf während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger

Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt verordnet werden.

Bei Kinderwunsch sollten sich Frauen unbedingt vom Arzt beraten lassen und

eine regelmäßige ärztliche Überwachung der Schwangerschaft sicherstellen, da

mit Carbamazepin Fehlbildungen unterschiedlicher Art beschrieben wurden.

Zur Früherkennung möglicher Schädigungen der Frucht werden diagnostische

Maßnahmen wie Ultraschall und alpha-Fetoprotein-Bestimmung empfohlen.

Carbamazepin sollte bei gebärfähigen Frauen und besonders während der

Schwangerschaft wenn möglich als Monotherapie angewendet werden, da sich

das Risiko von Fehlbildungen bei einer Kombinationstherapie mit anderen

Antiepileptika erhöht.

Wenn unter einer Carbamazepin-Behandlung eine Schwangerschaft eintritt oder

wenn die Behandlung mit Carbamazepin in der Schwangerschaft erforderlich ist,

muss Ihr Arzt die Notwendigkeit einer Anfallskontrolle sorgfältig gegen das

mögliche Risiko für das ungeborene Kind abwägen. Während der für

Fehlbildungen besonders anfälligen ersten 3 Monate der Schwangerschaft und

besonders zwischen dem 20. und 40. Tag nach der Befruchtung soll die

niedrigste wirksame Dosis angewendet werden, da Fehlbildungen

wahrscheinlich durch hohe Plasmakonzentrationen des Wirkstoffs hervorgerufen

werden. Eine Überwachung der Plasmaspiegel wird empfohlen.

In keinem Fall sollten Sie die Einnahme ohne ärztlichen Rat abbrechen, da es bei

epileptischen Anfällen zur Schädigung des Kindes kommen kann.

In der Schwangerschaft kann es zu einem Folsäuremangel kommen.

Arzneimittel wie Carbamazepin AL können diesen verstärken. Der

Folsäuremangel kann ein zusätzlicher Faktor für die Entstehung von

Fehlbildungen sein. Deshalb wird Ihr Arzt die Gabe von Folsäure vor und

während der Schwangerschaft erwägen. Zur Vermeidung von

Blutgerinnungsstörungen wird er Ihnen möglicherweise die vorbeugende Gabe

von Vitamin K

in den letzten Wochen der Schwangerschaft bzw. nach der

Geburt an das Neugeborene empfehlen.

Stillzeit

Der Wirkstoff Carbamazepin tritt in die Muttermilch über. Trotzdem ist in der

Regel das Stillen während der Behandlung möglich. Der gestillte Säugling sollte

jedoch auf mögliche unerwünschte Wirkungen hin beobachtet werden und wenn

beim Säugling schlechte Gewichtszunahmen oder überhöhtes Schlafbedürfnis

oder allergische Hautreaktionen festgestellt werden, sollte abgestillt werden.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Bekannte zentralnervöse Nebenwirkungen von Carbamazepin AL, wie z.B.

Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit zu Beginn der Behandlung, bei

Dosissteigerung oder Einnahme höherer Dosen und/oder bei gleichzeitiger

Einnahme anderer, ebenfalls am Zentralnervensystem angreifender Arzneimittel

führen auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zu Einschränkungen der

Fahrtüchtigkeit und der Fähigkeit, Maschinen zu bedienen.

Daher dürfen Sie keine Kraftfahrzeuge führen, Maschinen bedienen oder andere

gefahrvolle Tätigkeiten ausführen. Dies gilt in verstärktem Maße im

Zusammenwirken mit Alkohol.

3. Wie ist Carbamazepin AL einzunehmen?

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt

oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie

sich nicht sicher sind.

Beachten Sie bitte Folgendes:

Ihr Arzt wird die Dosierung individuell festlegen und kontrollieren. Ihre

verordnete individuelle Dosis kann von den nachfolgend genannten üblichen

Dosierungen abweichen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie unsicher

sind.

Er wird die Dosierung stufenweise bis zur für Sie optimal wirksamen Dosis

steigern.

Die Tagesdosis wird in der Regel in 1 bis 2 Einzelgaben verabreicht.

Der allgemeine Tagesdosisbereich liegt zwischen 400 mg und 1200 mg

Carbamazepin.

Eine Gesamttagesdosis von 1600 mg Carbamazepin sollte in der Regel nicht

überschritten werden, da in höheren Dosen vermehrt Nebenwirkungen

auftreten.

Falls von Ihrem Arzt nicht anders verordnet, beträgt die empfohlene

Dosis

bei Anfallsleiden (Epilepsie):

Anfangsdosis

täglich

in mg

(bzw. Zahl der Retardtabletten)

Erhaltungsdosis

täglich in mg

(bzw. Zahl der

Retardtabletten)

Erwachsene

abends 200 mg (

Retardtablette)

morgens 200–600 mg

–1

Retardtabletten)

abends 400–600 mg

(1–1

Retardtabletten)

Kinder

6–10 Jahre

abends 200 mg (

Retardtablette)

morgens 200 mg

Retardtablette)

abends 200–400 mg

–1 Retardtablette)

11–15 Jahre

abends 200 mg (

Retardtablette)

morgens 200–400 mg

–1 Retardtablette)

abends 400–600 mg

(1–1

Retardtabletten)

Im Allgemeinen sollte bei Erwachsenen die Anfangsdosis von ½–1 Tablette

Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 200–400 mg Carbamazepin/Tag)

langsam bis auf die Erhaltungsdosis von 2–3 Tabletten Carbamazepin AL 400

retard (entsprechend 800–1200 mg Carbamazepin/Tag) gesteigert werden.

Im Allgemeinen beträgt die Erhaltungsdosis für Kinder durchschnittlich 10–20 mg

Carbamazepin/kg Körpergewicht/Tag.

Anfallsartig auftretende Gesichtsschmerzen (Trigeminus-Neuralgie),

anfallsartige Schmerzen unbekannter Ursache im Rachenraumbereich

(genuine Glossopharyngeus-Neuralgie):

Die Tagesdosis ist von einer Anfangsdosis von ½–1 Tabletten Carbamazepin AL

400 retard (entsprechend 200–400 mg Carbamazepin) bis zum Eintritt der

Schmerzfreiheit durchschnittlich auf 1- bis 2-mal 1 Tablette Carbamazepin AL

400 retard (entsprechend 400–800 mg Carbamazepin/Tag) zu erhöhen. Im

Anschluss daran ist es bei einem Teil der Fälle möglich, die Behandlung mit einer

geringeren Erhaltungsdosis von 1-mal täglich 1 Tablette oder 2-mal ½ Tablette

Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 400 mg Carbamazepin/Tag)

fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 1-mal täglich

½ Tablette Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 200 mg Carbamazepin)

morgens oder abends ausreichend.

Schmerzzustände bei Schädigungen der peripheren Nerven durch

Zuckerkrankheit (diabetische Neuropathie):

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt morgens ½ Tablette und abends

1 Tablette Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 600 mg

Carbamazepin/Tag), in Ausnahmefällen bis zu 2-mal täglich 1½ Tabletten

Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 1200 mg Carbamazepin/Tag).

Nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal ½–1 Tablette Carbamazepin AL

400 retard (entsprechend 400–800 mg Carbamazepin/Tag).

Anfallsverhütung während der stationären

Alkoholentzugssyndrom-Behandlung:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt morgens ½ Tablette und abends 1

Tablette Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 600 mg

Carbamazepin/Tag).

In schweren Fällen kann sie in den ersten Tagen bis auf 2-mal täglich

1½ Tabletten Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 1200 mg

Carbamazepin/Tag) erhöht werden.

Prophylaxe manisch-depressiver Phasen:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist,

beträgt ½–1 Tablette Carbamazepin AL 400 retard täglich (entsprechend 200–

400 mg Carbamazepin/Tag). Gegebenenfalls kann die Dosis bis auf 2-mal

täglich 1 Tablette Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 800 mg

Carbamazepin/Tag) erhöht werden.

Hinweis:

Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Leber- und

Nierenleiden sowie bei älteren Patienten wird der behandelnde Arzt eine

niedrigere Dosierung verordnen.

Art der Anwendung

Die Tabletten sind teilbar.

Nehmen Sie die Tabletten bitte während oder nach den Mahlzeiten mit

ausreichend Flüssigkeit [z.B. 1 Glas Trinkwasser (200 ml)] ein.

Alternativ können die Tabletten nach dem Zerfallen (Suspendieren) auch in

Wasser getrunken werden, sollten jedoch erst unmittelbar vor der Einnahme

suspendiert werden. Die Retardwirkung bleibt auch nach dem Suspendieren

erhalten.

Dauer der Anwendung

Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Grunderkrankung und Ihrer Reaktion

auf das Arzneimittel und wird durch Ihren Arzt bestimmt.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben,

dass die Wirkung von Carbamazepin AL zu stark oder zu schwach ist.

Wenn Sie eine größere Menge von Carbamazepin AL eingenommen

haben, als Sie sollten

Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung umgehend einen Arzt,

damit dieser über das weitere Vorgehen entscheiden kann. Er wird sich bei der

Behandlung einer Überdosierung am Krankheitsbild orientieren und

entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen.

Auf eine Überdosierung können z.B. folgende Beschwerden hindeuten:

Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel, Desorientiertheit, Unruhe,

Verwirrtheit, plötzliches Hitzegefühl (Flushing), Halluzinationen

verschwommenes Sehen

unartikuliertes oder verwaschenes Sprechen

unsicherer Gang, Störungen oder Fehlfunktionen von Bewegungsabläufen

Muskelzuckungen, Zittern (Tremor)

Störungen der Atmung (Atemdepression)

Blauverfärbung im Gesicht

beschleunigter Herzschlag (Tachykardie), meist erniedrigter Blutdruck, evtl.

auch Bluthochdruck

Übelkeit, Erbrechen.

Wenn Sie die Einnahme von Carbamazepin AL vergessen haben

Bitte nehmen Sie Ihr Medikament weiter so ein, wie es in seiner Anwendung

vorgesehen ist. Keinesfalls dürfen Sie eine vergessene Dosis durch die

Einnahme einer doppelten Dosis ausgleichen.

Wenn Sie die Einnahme von Carbamazepin AL abbrechen

Sie dürfen auf keinen Fall die Behandlung mit Carbamazepin AL eigenmächtig

unterbrechen oder vorzeitig beenden. Sie können damit den Behandlungserfolg

gefährden und erneut epileptische Anfälle auslösen.

Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, wenn Unverträglichkeiten oder eine

Änderung in Ihrem Krankheitsbild eintreten. Sollte eine Beendigung der

Behandlung erforderlich sein, wird Ihr Arzt das Arzneimittel in der Regel nach

einer langsamen Dosisreduktion absetzen.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie

sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die

aber nicht bei jedem Behandelten auftreten müssen.

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeitsangaben

zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten:

weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt:

Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar

Folgende Nebenwirkungen können schwerwiegende Folgen haben:

Suchen Sie sofort Ihren Arzt auf, wenn eine der folgenden Nebenwirkungen bei

Ihnen auftritt. Diese können frühe Anzeichen einer schweren Schädigung von

Blut, Leber, Niere oder anderen Organen sein und müssen möglicherweise

dringend medizinisch behandelt werden:

beim Auftreten von Anzeichen bestimmter Blutbildveränderungen wie

grippeähnlichen Krankheitsbeschwerden, Fieber, Halsschmerzen,

Hautausschlag, Geschwüren im Mund, Lymphdrüsenschwellung oder

erhöhte Infektionsanfälligkeit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kurzatmigkeit bei

körperlicher Belastung, Schwindel, bleiches Aussehen, leichteres Auftreten

von blauen Flecken als normal, Nasenbluten

beim Auftreten von Anzeichen eines systemischen Lupus erythematodes:

roter, fleckiger Ausschlag hauptsächlich im Gesicht und gleichzeitige

Erschöpfung, Fieber, Übelkeit, Appetitverlust

bei Gelbverfärbung der Haut oder des Weißen im Auge (Anzeichen von

Hepatitis)

bei Dunkelverfärbung des Urins (Anzeichen von Porphyrie oder

Leberentzündung)

bei verminderter Harnausscheidung aufgrund von Nierenfunktionsstörungen

und bei Blut im Urin

bei starken Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen, Appetitverlust (Anzeichen

einer Bauchspeicheldrüsenentzündung)

bei Anzeichen von schweren Hautreaktionen wie Hautausschlag, Hautrötung,

Bläschen auf Lippen, Augen oder im Mund, Abschälen der Haut und

gleichzeitiges Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Husten, Schmerzen am

ganzen Körper

bei Anzeichen von schweren allergischen Reaktionen wie Schwellung von

Gesicht, Augen oder Zunge, Schwierigkeiten beim Schlucken, pfeifender

Atem, Nesselsucht oder Jucken am ganzen Körper, Hautausschlag, Fieber,

Bauchkrämpfe, Brustbeschwerden oder Enge um die Brust, Schwierigkeiten

beim Luftholen, Bewusstlosigkeit

bei Schlappheit, Verwirrtheit, Muskelzuckungen oder deutlicher

Verschlechterung der Krampfanfälle (Symptome, die mit einem zu niedrigen

Natriumspiegel im Blut zusammenhängen können)

bei Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, steifem Nacken und

extremer Lichtempfindlichkeit (Anzeichen einer Hirnhautentzündung)

bei Muskelsteifigkeit, hohem Fieber, Bewusstseinsveränderungen, hohem

Blutdruck, starkem Speichelfluss (Anzeichen eines sogenannten malignen

neuroleptischen Syndroms)

bei unregelmäßigem Herzschlag und Brustschmerzen

bei Bewusstseinsstörungen und Ohnmacht.

Mögliche weitere Nebenwirkungen:

Die beobachteten Nebenwirkungen treten bei alleiniger Verabreichung von

Carbamazepin (Monotherapie) seltener als bei gleichzeitiger Gabe mit anderen

Antiepileptika (Kombinationstherapie) auf.

Ein Teil der Nebenwirkungen tritt dosisabhängig, vor allem zu Beginn der

Behandlung, bei zu hoher Anfangsdosierung oder bei älteren Patienten sehr

häufig oder häufig auf. Dies betrifft folgende Nebenwirkungen:

Schwindel, Kopfschmerzen, Gangstörungen, Schläfrigkeit, Sedierung,

Doppeltsehen

Störungen im Magen-Darm-Bereich (Übelkeit, Erbrechen)

allergische Hautreaktionen.

Dosisabhängige Nebenwirkungen klingen meist innerhalb einiger Tage von

selbst oder nach vorübergehender Dosisreduktion ab.

Sehr häufig:

Blutbildveränderungen wie verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen

(Leukopenie)

Benommenheit, Erschöpfung, Schwindel, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Gang- und

Bewegungsstörung

Übelkeit und Erbrechen

Veränderungen (Anstiege) von Leberfunktionswerten

allergische, auch stark ausgeprägte Hautreaktionen mit und ohne Fieber z.B.

in Form von Nesselsucht (Urtikaria).

Häufig:

vermehrte Anzahl einer bestimmten Form weißer Blutkörperchen

(Eosinophilie) oder eine verminderte Anzahl der Blutplättchen

(Thrombozytopenie)

Wasseransammlung im Gewebe (Ödeme), verringerte

Flüssigkeitsausscheidung, Gewichtszunahme, Hyponatriämie (verminderter

Natriumgehalt im Blut) und Veränderung in der Zusammensetzung des Bluts,

die z.B. zu Bewusstseinsstörungen, Erbrechen, Kopfschmerz,

Verwirrtheitszuständen führen kann

Kopfschmerzen, Doppelbilder sowie Sehstörungen (z.B. verschwommenes

Sehen)

Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit.

Gelegentlich:

mehrere Organsysteme betreffende Überempfindlichkeitsreaktionen mit

Fieber, Hautausschlag, Gefäßentzündung, Lymphknotenschwellung,

Pseudolymphom, Gelenkschmerz, veränderter Anzahl weißer

Blutkörperchen, Vergrößerung von Leber und Milz, veränderten

Leberfunktionswerten und Lebererkrankungen mit Zerstörung und Schwund

der Gallengänge. Diese Erscheinungen können in verschiedenen

Kombinationen auftreten und auch andere Organe wie Lunge, Niere,

Bauchspeicheldrüse oder Herzmuskel und Dickdarm betreffen

bei älteren Patienten Verwirrtheit und Unruhe

Augenbewegungsstörungen, einhergehend mit Augenzittern (Nystagmus)

oder unwillkürlichen Bewegungen (z.B. Zittern, Ticks, Muskelanspannung)

Überleitungsstörungen am Herzen (AV-Block), in Einzelfällen mit

Bewusstseinsverlust, sowie erhöhter oder zu niedriger Blutdruck,

Verlangsamung des Herzschlages (Bradykardie) und

Herzrhythmusstörungen, Kreislaufkollaps, Herzinsuffizienz, sowie

Verschlechterung einer vorbestehenden koronaren Herzkrankheit

Venenentzündung (Thrombophlebitis) und Blutgerinnsel (Thromboembolie)

Durchfall oder Verstopfung

Hautentzündungen, bei denen sich die Haut oder die Schleimhäute

schuppend ablösen (exfoliative Dermatitis), den ganzen Körper betreffende

entzündliche Rötung und Schuppung der Haut (Erythrodermie)

Störungen der Nierenfunktion, wie z.B. Eiweißausscheidung im Urin, Blut im

Urin, verminderte Harnproduktion oder erhöhter Harnstoffstickstoff im Blut.

Selten:

vermehrte Anzahl anderer weißer Blutkörperchen (Leukozytose) oder

Lymphknotenschwellungen

Sinnestäuschungen (Halluzinationen), Stimmungsveränderungen wie

Depression, depressive oder manische (mit gehobener Stimmungslage,

Aggressionen einhergehende) Verstimmungen, Appetitlosigkeit,

Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten

Bewegungsstörungen, wie z.B. unwillkürliche Bewegungen im

Mund-Gesichtsbereich wie Grimassieren (orofaziale Dyskinesien),

verschraubte Bewegungen (Choreoathetose) sowie Sprechstörungen

(Dysarthrie, verwaschene Sprache), Missempfindungen,

Nervenerkrankungen (Polyneuropathie), Nervenentzündung (periphere

Neuritis, periphere Neuropathie) sowie Lähmungserscheinungen (Paresen)

Bauchschmerzen

Gelbsucht, Leberentzündungen und Lebererkrankungen mit Zerstörung und

Schwund der Gallengänge, insbesondere innerhalb der ersten

Therapiemonate lebensbedrohliche akute Leberentzündung oder

Leberversagen

Juckreiz (Pruritus) oder Lupus erythematodes disseminatus

(Autoimmunerkrankung mit Gefäßentzündung)

schwere und möglicherweise lebensbedrohliche Hautreaktionen

(Stevens-Johnson-Syndrom und Toxisch epidermale Nekrolyse) (siehe

Abschnitt 2

Muskelschwäche.

Sehr selten:

bestimmte, zum Teil lebensbedrohende Blutbildveränderungen (z.B.

Agranulozytose, Anämie, Panzytopenie, Retikulozytose)

Porphyrie (bestimmte Stoffwechselstörung mit Beschwerden wie

Bauchschmerzen, Erbrechen, Rotfärbung des Harns), Milzvergrößerung

akute allergische Allgemeinreaktion, aseptische (nicht durch Bakterien und

Viren ausgelöste) Hirnhautentzündung mit Muskelzucken und Vermehrung

bestimmter weißer Blutkörperchen, anaphylaktische (Schock-) Reaktionen

und Schwellungen von Haut und Schleimhäuten (Angioödeme)

Anstieg des Prolaktinspiegels mit oder ohne Beschwerden wie Anschwellen

der männlichen Brustdrüsen oder Milchfluss

veränderte Schilddrüsenfunktionswerte, Absinken des Kalziumspiegels im

Blut (dies kann zu Knochenerweichung oder Osteoporose führen), erhöhte

Blutfette, Erhöhung des Hormons Cortisol im Blut

Angststörungen, Denkerschwernis und Antriebsverarmung, unterschwellige

seelische Erkrankungen können aktiviert werden, Geschmacksstörungen,

malignes neuroleptisches Syndrom (schweres Erkrankungsbild mit

Beschwerden wie Muskelsteifigkeit, Fieber, Bewusstseinsveränderungen,

starker Speichelfluss)

Bindehautentzündungen, Linsentrübungen und erhöhter Augeninnendruck,

Netzhautschädigung, die sich nach Absetzen des Carbamazepins

zurückbildet

Hörstörungen wie Ohrensausen (Tinnitus), übersteigertes oder vermindertes

Hörempfinden sowie Änderung der Wahrnehmung von Tonhöhen

Überempfindlichkeitsreaktionen der Lunge mit Fieber, Atemnot,

Lungenentzündung sowie Erkrankung des Lungengewebes (Lungenfibrose)

Schleimhautentzündungen im Mund-Rachen-Bereich,

Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis)

Lichtempfindlichkeit (Photosensibilität), Hautrötungen mit scheiben- oder

knotenförmigen Veränderungen und Einblutungen (Erythema exsudativum

multiforme et nodosum), kleinfleckige Hautblutungen (Purpura), Haarausfall,

vermehrtes Schwitzen, Veränderungen der Hautpigmentierung, Akne,

vermehrte Behaarung vom männlichen Typ bei Frauen (Hirsutismus),

Gefäßentzündung (Vaskulitis)

Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen sowie Muskelkrämpfe

Nierenentzündung (interstitielle Nephritis), Nierenversagen oder andere

Beschwerden beim Harnlassen (häufiges oder schmerzhaftes Wasserlassen,

Drang zu häufigem Wasserlassen ohne vermehrte Harnausscheidung,

Harnverhalt)

sexuelle Störungen, wie z.B. Impotenz, vermindertes sexuelles Interesse,

verminderte männliche Fruchtbarkeit und/oder veränderte Bildung von

Samenzellen

Verringerung bestimmter Laborwerte (Gammaglobuline im Blut).

Nicht bekannt:

Veränderte Blutwerte (verminderter Folsäurespiegel, verminderter

Vitamin-B12-Spiegel und erhöhte Homocystein-Spiegel)

Verschlechterung der Symptome einer Multiplen Sklerose

Anfallshäufung; insbesondere Absencen (spezielle von beiden Hirnhälften

ausgehende Anfallsform) können verstärkt oder neu auftreten.

Sonstige Nebenwirkungen:

Es wurden Fälle von Verringerungen der Knochendichte (Osteoporose bis hin zu

Knochenbrüchen) berichtet. Bitte beraten Sie sich mit Ihrem Arzt oder Apotheker,

wenn Sie Antiepileptika über eine lange Zeit anwenden, wenn bei Ihnen eine

Osteoporose festgestellt wurde oder wenn Sie gleichzeitig Kortison oder andere

Steroidhormone einnehmen.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder

Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser

Gebrauchsinformation angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt

anzeigen:

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr

Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt

werden.

5. Wie ist Carbamazepin AL aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

dürfen

dieses

Arzneimittel

nach

Faltschachtel

Durchdrückpackung angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden.

Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über +30°C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel nicht im Abwasser oder Haushaltsabfall. Fragen Sie

Ihren Apotheker wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr

verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Carbamazepin AL enthält

Der Wirkstoff ist: Carbamazepin.

1 Retardtablette enthält 400 mg Carbamazepin.

Die sonstigen Bestandteile sind

Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ B) (1:2:0,1; MW ca. 150000),

Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon , Magnesiumstearat (Ph. Eur.),

Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1) (Ph. Eur.), Natriumdodecylsulfat,

Natriumhydroxid, Polysorbat 80, hochdisperses Siliciumdioxid, Sorbinsäure (Ph.

Eur.), Talkum, Triacetin.

Wie Carbamazepin AL aussieht und Inhalt der Packung

Weiße bis gelbliche, runde, flache, kleeblattförmige Retardtablette mit

beidseitiger Kreuzbruchkerbe und 4Seitenkerben.

Die Retardtabletten können in gleiche Dosen geteilt werden.

Carbamazepin AL ist in Packungen mit 30, 50, 100, 2x100 und 200

Retardtabletten erhältlich.

Pharmazeutischer Unternehmer

ALIUD PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19 D-89150 Laichingen

E-Mail: info@aliud.de

Hersteller

STADA Arzneimittel AG, Stadastraße 2–18, 61118 Bad Vilbel

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im Januar 2019.

Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels/SPC)

1. Bezeichnung des Arzneimittels

Carbamazepin AL 200 retard

Carbamazepin 200 mg pro Retardtablette

Carbamazepin AL 400 retard

Carbamazepin 400 mg pro Retardtablette

2.Qualitative und quantitative Zusammensetzung

Carbamazepin AL 200 retard

1 Retardtablette enthält 200 mg Carbamazepin.

Carbamazepin AL 400 retard

1 Retardtablette enthält 400 mg Carbamazepin.

Vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1.

3. Darreichungsform

Retardtabletten

Weiße bis gelbliche, runde,flache, kleeblattförmige Retardtablette mit

beidseitiger Kreuzbruchkerbe und 4 Seitenkerben.

Die Retardtabletten können in gleiche Dosen geteilt werden.

4. Klinische Angaben

4.1 Anwendungsgebiete

Zur Behandlung von

Epilepsien:

einfache partielle Anfälle (fokale Anfälle);

komplexe partielle Anfälle (psychomotorische Anfälle);

Grand mal, insbesondere fokaler Genese (Schlaf-Grand mal, diffuses

Grand mal);

gemischte Epilepsieformen

Trigeminus-Neuralgie

Genuine Glossopharyngeus-Neuralgie

schmerzhafte diabetische Neuropathie

nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose, wie z.B. Trigeminus-

Neuralgie, tonische Anfälle, paroxysmale Dysarthrie und Ataxie,

paroxysmale Parästhesien und Schmerzanfälle

Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom unter stationären

Bedingungen.

Zur Prophylaxe manisch-depressiver Phasen, wenn die Therapie mit Lithium

versagt hat bzw. wenn Patienten unter Lithium schnelle Phasenwechsel

erlebten, und wenn mit Lithium nicht behandelt werden darf.

Hinweis: Bei Umstellung von bisherigen (nicht retardierten) Darreichungsformen

auf Carbamazepin AL retard ist auf ausreichende Serumspiegel von

Carbamazepin zu achten.

4.2 Dosierung und Art der Anwendung

Die Behandlung mit Carbamazepin AL retard wird einschleichend, in einer

niedrigen Initialdosis, je nach Art und Schwere des Krankheitsbildes, individuell

begonnen, danach wird die Dosis langsam bis zur am besten wirksamen

Erhaltungsdosis erhöht.

Die Tagesdosis wird in der Regel in 1–2 Einzelgaben verabreicht.

Der allgemeine Tagesdosisbereich liegt zwischen 400-1200 mg Carbamazepin.

Eine Gesamttagesdosis von 1600 mg Carbamazepin sollte in der Regel nicht

überschritten werden, da in höherer Dosierung vermehrt Nebenwirkungen

auftreten.

Die Festlegung der therapeutischen Dosis sollte, insbesondere bei

Kombinationstherapie, über die Bestimmung der Plasmaspiegel und in

Abhängigkeit von der Wirksamkeit erfolgen. Der therapeutische Carbamazepin-

Spiegel liegt erfahrungsgemäß zwischen 4 und 12 Mikrogramm/ml.

Im Einzelfall kann die erforderliche Dosis erheblich von der angegebenen

Anfangs- und Erhaltungsdosis abweichen (z.B. wegen Beschleunigung des

Metabolismus durch Enzyminduktion oder wegen Arzneimittelinteraktionen bei

eventuell kombinierter Medikation).

Carbamazepin AL retard sollte zur Behandlung der Epilepsie bevorzugt allein

(Monotherapie) angewendet werden. Die Behandlung ist von einem in der

Epilepsie-Behandlung erfahrenen Facharzt zu überwachen.

Bei Umstellung auf die Behandlung mit Carbamazepin AL retard ist die Dosis

des abzusetzenden Antiepileptikums schrittweise herabzusetzen.

Vor der Entscheidung zur Behandlung mit Carbamazepin sollten Patienten han-

chinesischer oder thailändischer Abstammung auf die Genvariante HLA-B*1502 hin

untersucht werden, wenn dies irgendwie möglich ist. Dieses Allel ist ein starker

Prädiktor für das Risiko des Auftretens des Stevens-Johnson-Syndroms bei einer

Behandlung mit Carbamazepin (siehe Hinweise zu Gentests und Hautreaktionen in

Abschnitt 4.4)

Carbamazepin AL 200 retard

Folgendes allgemeines Dosierschema wird zur Behandlung von epileptischen

Anfallsleiden empfohlen:

* Hinweis:

Für Kinder unter 6 Jahren stehen zur Initial- und Erhaltungsdosierung nicht

retardierte Darreichungsformen zur Verfügung (Suspension, Saft oder

Tabletten). Die Verabreichung von Retardtabletten kann wegen unzureichender

Erkenntnis nicht empfohlen werden.

Es gelten folgende Dosierungsempfehlungen:

Epilepsien:

Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von 1–2

Retardtabletten Carbamazepin AL 200 retard (entsprechend 200–400 mg

Carbamazepin/Tag) langsam auf die Erhaltungsdosis von 4–6 Retardtabletten

Carbamazepin AL 200 retard (entsprechend 800–1200 mg Carbamazepin/Tag)

gesteigert.

Im Allgemeinen beträgt die Erhaltungsdosis für Kinder durchschnittlich 10–20

mg Carbamazepin/kg Körpergewicht/Tag.

Empfohlenes Dosierschema: siehe oben.

Anfangsdosis

täglich in mg

(bzw. Zahl der Retardtbl.)

Erhaltungsdosis

täglich in mg

(bzw. Zahl der Retardtbl.)

Erwachsene:

Abends 200 mg (1 Retardtbl.)

Morgens 200–600 mg

(1–3 Retardtbl.)

Abends 400–600 mg

(2–3 Retardtbl.)

Kinder:*

6–10 Jahre

Abends 200 mg (1 Retardtbl.)

Morgens 200 mg (1 Retardtbl.)

Abends 200–400 mg

(1–2 Retardtbl.)

11–15 Jahre

Abends 200 mg (1 Retardtbl.)

Morgens 200–400 mg

(1–2 Retardtbl.)

Abends 400–600 mg

(2–3 Retardtbl.)

Trigeminus-Neuralgie, genuine Glossopharyngeus-Neuralgie:

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von 1–2 Retardtabletten

Carbamazepin AL 200 retard (entsprechend 200–400 mg Carbamazepin/Tag)

bis zum Eintritt der Schmerzfreiheit auf durchschnittlich 2–4 Retardtabletten

Carbamazepin AL 200 retard (entsprechend 400–800 mg Carbamazepin/Tag) –

verteilt auf 1–2 Gaben – erhöht. Im Anschluss daran ist es bei einem Teil der

Fälle möglich, die Behandlung mit einer geringeren Erhaltungsdosis von 2-mal

täglich 1 Retardtablette Carbamazepin AL 200 retard (entsprechend 400 mg

Carbamazepin/Tag) fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 1

Retardtablette (entsprechend 200 mg Carbamazepin/Tag) morgens oder

abends ausreichend.

Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt morgens 1 Retardtablette

Carbamazepin AL 200 retard und abends 2 Retardtabletten Carbamazepin AL

200 retard (entsprechend 600 mg Carbamazepin/Tag), in Ausnahmefällen bis

zu 2-mal täglich 3 Retardtabletten Carbamazepin AL 200 retard (entsprechend

1200 mg Carbamazepin/Tag).

Nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal täglich 1–2 Retardtabletten

Carbamazepin AL 200 retard (entsprechend 400–800 mg Carbamazepin/Tag).

Anfallsverhütung während der stationären Alkoholentzugssyndrom-Behandlung:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt morgens 1 Retardtablette

Carbamazepin AL 200 retard und abends 2 Retardtabletten Carbamazepin AL

200 retard (entsprechend 600 mg Carbamazepin/Tag).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 2-mal 3

Retardtabletten Carbamazepin AL 200 retard (entsprechend 1200 mg

Carbamazepin/Tag) erhöht werden.

Die Kombination von Carbamazepin AL 200 retard mit sedativ-hypnotischen

Mitteln wird nicht empfohlen. Entsprechend den klinischen Erfordernissen kann

Carbamazepin AL 200 retard jedoch mit anderen in der

Alkoholentzugsbehandlung eingesetzten Substanzen bei Bedarf kombiniert

werden.

Es sind regelmäßige Kontrollen des Carbamazepin-Spiegels vorzunehmen.

Wegen der zentralnervösen und vegetativen Nebenwirkungen (siehe Hinweise

zu Entzugserscheinungen unter Abschnitt 4.8) wird eine sorgfältige klinische

Beobachtung empfohlen.

Prophylaxe manisch-depressiver Phasen:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist,

beträgt 1–2 Retardtabletten Carbamazepin AL 200 retard (entsprechend 200–

400 mg Carbamazepin) täglich. Gegebenenfalls kann die Dosis bis auf 2-mal

täglich 2 Retardtabletten Carbamazepin AL 200 retard (entsprechend 800 mg

Carbamazepin/Tag) erhöht werden.

Carbamazepin AL 400 retard

Folgendes allgemeines Dosierschema wird zur Behandlung von epileptischen

Anfallsleiden empfohlen:

Anfangsdosis

täglich in mg

(bzw. Zahl der Retardtbl.)

Erhaltungsdosis

täglich in mg

(bzw. Zahl der Retardtbl.)

Erwachsene:

Abends 200 mg (½ Retardtbl.)

Morgens 200–600 mg

(½–1½ Retardtbl.)

Abends 400–600 mg

(1–1½ Retardtbl.)

Kinder:*

6–10 Jahre

Abends 200 mg (½ Retardtbl.)

Morgens 200 mg

(½ Retardtl.)

Abends 200–400 mg

(½–1 Retardtbl.)

11–15 Jahre

Abends 200 mg (½ Retardtbl.)

Morgens 200–400 mg

(½–1 Retardtbl.)

Abends 400–600 mg

(1–1½ Retardtbl.)

* Hinweis:

Für Kinder unter 6 Jahren stehen zur Initial- und Erhaltungsdosierung nicht

retardierte Darreichungsformen zur Verfügung (Suspension, Saft oder

Tabletten). Die Verabreichung von Retardtabletten kann wegen unzureichender

Erkenntnis nicht empfohlen werden.

Es gelten folgende Dosierungsempfehlungen:

Epilepsien:

Im Allgemeinen wird bei Erwachsenen die Anfangsdosis von ½–1

Retardtablette Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 200–400 mg

Carbamazepin/Tag) langsam auf die Erhaltungsdosis von 2–3 Retardtabletten

Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 800–1200 mg Carbamazepin/Tag)

gesteigert.

Im Allgemeinen beträgt die Erhaltungsdosis für Kinder durchschnittlich 10–20

mg Carbamazepin/kg Körpergewicht/Tag.

Empfohlenes Dosierschema: siehe oben.

Trigeminus-Neuralgie, genuine Glossopharyngeus-Neuralgie:

Die Tagesdosis wird von einer Anfangsdosis von ½–1 Retardtablette

Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 200–400 mg Carbamazepin) bis

zum Eintritt der Schmerzfreiheit auf durchschnittlich 1-2-mal 1 Retardtablette

Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 400–800 mg Carbamazepin/Tag)

erhöht. Im Anschluss daran ist es bei einem Teil der Fälle möglich, die

Behandlung mit einer geringeren Erhaltungsdosis von 1-mal 1 Retardtablette

oder 2-mal ½ Retardtablette Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 400

mg Carbamazepin/Tag) fortzusetzen.

Bei älteren und empfindlichen Patienten ist eine Anfangsdosis von 1-mal ½

Retardtablette (entsprechend 200 mg Carbamazepin/Tag) morgens oder

abends ausreichend.

Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt morgens ½ Retardtablette

Carbamazepin AL 400 retard und abends 1 Retardtablette Carbamazepin AL

400 retard (entsprechend 600 mg Carbamazepin/Tag), in Ausnahmefällen bis

zu 2-mal täglich 1½ Retardtabletten Carbamazepin AL 400 retard

(entsprechend 1200 mg Carbamazepin/Tag).

Nichtepileptische Anfälle bei Multipler Sklerose:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt 2-mal ½–1 Retardtablette

Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 400–800 mg Carbamazepin/Tag).

Anfallsverhütung während der stationären Alkoholentzugssyndrom-Behandlung:

Die durchschnittliche Tagesdosis beträgt morgens ½ Retardtablette

Carbamazepin AL 400 retard und abends 1 Retardtablette Carbamazepin AL

400 retard (entsprechend 600 mg Carbamazepin/Tag).

In schweren Fällen kann die Dosis in den ersten Tagen bis auf 2-mal täglich 1½

Retardtabletten Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 1200 mg

Carbamazepin/Tag) erhöht werden.

Die Kombination von Carbamazepin AL 400 retard mit sedativ-hypnotischen

Mitteln wird nicht empfohlen. Entsprechend den klinischen Erfordernissen kann

Carbamazepin AL 400 retard jedoch mit anderen in der

Alkoholentzugsbehandlung eingesetzten Substanzen bei Bedarf kombiniert

werden.

Es sind regelmäßige Kontrollen des Carbamazepin-Spiegels vorzunehmen.

Wegen der zentralnervösen und vegetativen Nebenwirkungen (siehe Hinweise

zu Entzugserscheinungen unter Abschnitt 4.8) wird eine sorgfältige klinische

Beobachtung empfohlen.

Prophylaxe manisch-depressiver Phasen:

Die Anfangsdosis, die in der Regel auch als Erhaltungsdosis ausreichend ist,

beträgt ½ – 1 Retardtablette Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 200–

400 mg Carbamazepin) täglich. Gegebenenfalls kann die Dosis bis auf 2-mal

täglich 1 Retardtablette Carbamazepin AL 400 retard (entsprechend 800 mg

Carbamazepin/Tag) erhöht werden.

Hinweis

Bei Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Leber- und

Nierenleiden sowie bei älteren Patienten ist eine niedrigere Dosierung

angezeigt.

Art und Dauer der Anwendung

Die Retardtabletten sind teilbar.

Die Retardtabletten werden während oder nach den Mahlzeiten mit ausreichend

Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) eingenommen.

Alternativ können die Retardtabletten nach dem Zerfallen (Suspendieren) auch

in Wasser getrunken werden, sollten jedoch erst unmittelbar vor der Einnahme

suspendiert werden. Die Retardwirkung bleibt auch nach dem Suspendieren

erhalten.

In manchen Fällen hat sich die Verteilung der Tagesdosis auf 4–5 Einzelgaben

als besonders wirkungsvoll erwiesen. In diesen Fällen sind nicht retardierte

Darreichungsformen von Carbamazepin den retardierten Darreichungsformen

vorzuziehen.

Die Anwendungsdauer richtet sich nach der jeweiligen Indikation und der

individuellen Reaktion des Patienten. In jedem Fall darf das Arzneimittel durch

den Patienten nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Die Dauer der Anwendung

ist individuell verschieden und wird vom behandelnden Arzt festgelegt.

Die antiepileptische Therapie ist grundsätzlich eine Langzeittherapie.

Über die Einstellung, Behandlungsdauer und das Absetzen von Carbamazepin

AL retard sollte im Einzelfall ein in der Epilepsie-Behandlung erfahrener

Facharzt entscheiden. Im Allgemeinen ist eine Dosisreduktion und ein Absetzen

der Medikation frühestens nach zwei- bis dreijähriger Anfallsfreiheit zu erwägen.

Das Absetzen muss in schrittweiser Dosisreduktion über ein bis zwei Jahre

erfolgen; Kinder können der Dosis pro kg Körpergewicht entwachsen anstelle

altersgemäßer Dosisanpassung, wobei sich der EEG-Befund nicht

verschlechtern sollte.

Bei der Neuralgie-Behandlung hat es sich bewährt, die Therapie mit einer für

die Schmerzfreiheit gerade noch ausreichenden Erhaltungsdosis über einige

Wochen durchzuführen. Durch vorsichtige Dosisreduktion sollte festgestellt

werden, ob es inzwischen zu einer Spontanremission gekommen ist.

Beim Wiederauftreten von Schmerzattacken ist mit der ursprünglichen

Erhaltungsdosis weiterzubehandeln.

Für die Behandlungsdauer der Schmerzzustände bei diabetischer Neuropathie

und der nichtepileptischen Anfälle bei Multipler Sklerose gilt das Gleiche.

Zur Anfallsverhütung bei der Alkoholentzugssyndrom-Behandlung sollte die

Therapie mit Carbamazepin AL retard unter ausschleichender Dosierung nach

7–10 Tagen beendet werden.

Die Prophylaxe manisch-depressiver Phasen ist eine Langzeit-Behandlung.

Kinder

Carbamazepin AL retard ist wegen des zu hohen Wirkstoffgehaltes und

fehlender Erfahrung mit Retardtabletten für Kinder unter 6 Jahren ungeeignet.

4.3 Gegenanzeigen

Carbamazepin AL retard darf nicht angewendet werden bei:

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder strukturell verwandte

Medikamente (z.B. tricyclische Antidepressiva) oder einen der in Abschnitt

6.1 genannten sonstigen Bestandteile

Vorliegen einer Knochenmarkschädigung, Knochenmarkdepression in der

Vorgeschichte

atrioventrikulärem Block

hepatischer Porphyrie, auch in der Vorgeschichte (z. B. akute

intermittierende Porphyrie, Porphyria variegata, Porphyria cutanea tarda)

gleichzeitiger Behandlung mit einem Monoaminoxidase-Hemmer

gleichzeitiger Behandlung mit Voriconazol, da es zum Therapieversagen

dieses Medikamentes kommen kann.

4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die

Anwendung

Carbamazepin AL retard darf nur unter ärztlicher Überwachung und nach

strenger Nutzen-Risiko-Abwägung und unter entsprechendem engmaschigem

Monitoring angewendet werden bei:

früheren oder bestehenden hämatologischen Erkrankungen,

hämatologischen Reaktionen auf andere Arzneimittel in der Vorgeschichte

gestörtem Natrium-Stoffwechsel

Herz-, Leber- oder Nierenfunktionsstörungen, auch in der Vorgeschichte

(siehe Abschnitte 4.2 und 4.8)

Patienten, die bereits einmal eine Behandlung mit Carbamazepin

abgebrochen haben

Patienten mit myotoner Dystrophie, da bei dieser Patientengruppe häufig

kardiale Überleitungsstörungen auftreten.

Hämatologische Ereignisse

Ein Auftreten von Agranulozytose und aplastischer Anämie wurde mit

Carbamazepin in Verbindung gebracht; eine Abschätzung des Risikos ist

jedoch aufgrund der sehr geringen Häufigkeit schwierig. In der unbehandelten

Bevölkerung beträgt die Wahrscheinlichkeit des Auftretens 4,7 Fälle/Mio/Jahr

für Agranulozytose und 2,0 Fälle/Mio/Jahr für aplastische Anämie.

Eine vorübergehende oder dauerhafte Verminderung der Blutplättchenzahl oder

der Zahl weißer Blutkörperchen tritt unter Carbamazepin gelegentlich bis häufig

auf. In der Mehrzahl der Fälle ist dies vorübergehend und prognostiziert nicht

den Beginn einer Agranulozytose oder aplastischen Anämie. Trotzdem sollte

ein Blutbild (einschließlich Thrombozyten und Retikulozyten sowie Serumeisen)

zunächst vor der Behandlung mit Carbamazepin AL retard, dann in

wöchentlichen Abständen im ersten Monat der Behandlung, danach in

monatlichen Abständen kontrolliert werden. Nach 6-monatiger Behandlung

reichen teilweise 2- bis 4-malige Kontrollen im Jahr aus.

Patienten sollten auf frühe Anzeichen potenzieller hämatologischer Probleme

und ebenso auf Symptome dermatologischer und hepatischer Reaktionen

aufmerksam gemacht werden. Treten Reaktionen wie Fieber, Halsschmerzen,

allergische Hautreaktionen wie Hautausschlag mit Lymphknotenschwellungen

und/oder grippeähnliche Krankheitsbeschwerden, Geschwüre im Mund,

Hämatomneigung, petechiale oder Purpurablutungen unter der Behandlung mit

Carbamazepin AL retard auf, sollte der Patient sofort den Arzt aufsuchen und

das Blutbild bestimmt werden.

Beim Auftreten bestimmter Blutbildveränderungen (insbesondere

Leukozytopenien und Thrombozytopenien) kann das Absetzen von

Carbamazepin AL retard erforderlich sein; dies ist immer der Fall, wenn

gleichzeitig Beschwerden wie allergische Symptome, Fieber, Halsschmerzen

oder Hautblutungen auftreten. Anhaltspunkte geben die folgenden

Aufstellungen:

Kurzfristige Kontrollen (innerhalb 1 Woche) erforderlich bei:

Fieber, Infekt

Hautausschlag

allgemeinem Schwächegefühl

Halsentzündung, Mundulzera

rascher Ausbildung blauer Flecken

Anstieg der Transaminasen

Abfall der Leukozyten unter 3000/mm

bzw. der Granulozyten unter

1500/mm

Abfall der Thrombozyten unter 125 000/mm

Abfall der Retikulozyten unter 0,3% = 20 000/mm

Anstieg des Serumeisen über 150 Mikrogramm%.

Absetzen von Carbamazepin erforderlich bei:

petechialen oder Purpura-Blutungen

Abfall der Erythrozyten unter 4 Mio/mm

Abfall des Hämatokrits unter 32%

Abfall des Hämoglobin unter 11 g%

Abfall der Leukozyten unter 2000/mm

bzw. der Granulozyten unter

1000/mm

bzw. der Thrombozyten unter 80 000/mm

symptomatischen Blutbildungsstörungen.

Schwere Hautreaktionen

Fälle von lebensbedrohlichen Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom

(SJS) und Toxisch epidermaler Nekrolyse (TEN)) wurden in Zusammenhang

mit der Anwendung von Carbamazepin berichtet. Die Patienten sollten über die

Anzeichen und Symptome dieser schweren Nebenwirkungen informiert und

engmaschig bezüglich des Auftretens von Hautreaktionen überwacht werden.

Das Risiko für das Auftreten von SJS oder TEN ist in den ersten

Behandlungswochen am höchsten. Wenn Anzeichen oder Symptome für ein

SJS oder eine TEN auftreten (z.B. ein progredienter Hautausschlag, oft mit

Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautläsionen), muss die Therapie mit

Carbamazepin beendet werden. Der Verlauf von SJS und TEN wird maßgeblich

von der frühzeitigen Diagnosestellung und dem sofortigen Absetzen aller

verdächtigen Arzneimittel bestimmt, d.h. frühzeitiges Absetzen verbessert die

Prognose.

Nach Auftreten eines SJS oder einer TEN in Zusammenhang mit der

Anwendung von Carbamazepin darf der Patient/die Patientin nie wieder mit

Carbamazepin behandelt werden.

Schwere und in einigen Fällen tödliche Hautreaktionen, wie toxische

epidermaler Nekrolyse (TEN) und Stevens-Johnson-Syndrom (SJS), treten bei

schätzungsweise 1–6 von 10.000 neuen Anwendern in Ländern mit

hauptsächlich kaukasischer Bevölkerung auf, aber in einigen asiatischen

Ländern liegt das Risiko den Schätzungen nach etwa 10-mal höher.

Es liegen vermehrt Hinweise darauf vor, dass verschiedene HLA-Allele bei der

Prädisposition von Patienten für immunvermittelte unerwünschte Reaktionen

eine Rolle spielen (siehe Abschnitt 4.2).

Allel HLA-A*3101 – Personen europäischer und japanischer Abstammung

Es liegen Daten vor, die darauf hinweisen, dass das Allel HLA-A*3101 bei

Personen mit europäischer Abstammung sowie bei Japanern mit einem

erhöhten Risiko von Carbamazepin-induzierten unerwünschten

Arzneimittelwirkungen der Haut assoziiert ist, z. B. SJS, TEN,

Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS-

Syndrom) oder weniger schwerer akuter generalisierter exanthematischer

Pustulose (AGEP) und makulopapulösem Arzneimittelexanthem (siehe

Abschnitt 4.8).

Die Häufigkeit des HLA-A*3101-Allels zeigt starke Variationen zwischen den

verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Das Allel HLA-A*3101 hat eine Prävalenz

von 2 % bis 5 % in der europäischen Bevölkerung und von etwa 10 % bei der

japanischen Bevölkerung.

Das Vorliegen des Allels HLA-A*3101 kann das Risiko Carbamazepin-

induzierter Hautreaktionen (in den meisten Fällen von geringerem

Schweregrad) von 5,0% bei der Allgemeinbevölkerung auf 26,0% bei Patienten

europäischer Abstammung steigern, wohingegen das Fehlen dieses Allels das

Risiko von 5,0% auf 3,8% senken kann.

Es liegen keine ausreichenden Daten für die Empfehlung einer Untersuchung

auf das Vorliegen des Allels HLA-A*3101 vor Beginn einer Behandlung mit

Carbamazepin vor.

Ist bei Patienten europäischer oder japanischer Herkunft bekannt, dass sie das

Allel HLA-A*3101 tragen, kann die Anwendung von Carbamazepin in Erwägung

gezogen werden, wenn der voraussichtliche Nutzen größer ist als das Risiko.

Allel HLA-B*1502 bei Han-Chinesen, Thailändern und anderen asiatischen

Bevölkerungsgruppen

Es wurde nachgewiesen, dass das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 bei

Personen, die von Han Chinesen oder Thailändern abstammen, stark mit dem

Risiko des Auftretens schwerer Hautreaktionen, und zwar des Stevens-

Johnson-Syndroms, verbunden ist. Die Prävalenz von Trägern des HLA-

B*1502-Allels beträgt bei Han-Chinesen und Thailändern etwa 10 %. Diese

Personen sollten vor Beginn der Therapie mit Carbamzepin genetisch auf

dieses Allel hin untersucht werden, wenn dies irgendwie möglich ist (siehe

Abschnitt 4.2). Wenn der Test positiv ausfällt, sollte die Behandlung mit

Carbamazepin nicht begonnen werden, es sei denn, es steht keine

Behandlungsalternative zur Verfügung. Getestete Personen, bei denen kein

HLAB* 1502 gefunden wurde, haben ein geringes Risiko für das Auftreten des

Stevens-Johnson-Syndroms; dennoch können diese Reaktionen selten

auftreten.

Einige Daten weisen bei anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen auf ein

erhöhtes Risiko von schweren Carbamazepin-assoziierten TEN-/SJS-Fällen

hin. Aufgrund der Prävalenz dieses Allels bei anderen asiatischen

Bevölkerungsgruppen (z.B. über 15% auf den Philippinen und in Malaysia) kann

erwogen werden, Patienten aus genetisch besonders gefährdeten

Bevölkerungsgruppen auf das Vorhandensein des Allels HLA-B*1502 zu testen.

Die Prävalenz des Allels HLA-B*1502 ist zu vernachlässigen bei Personen

europäischer Abstammung, in getesteten afrikanischen und

lateinamerikanischen Bevölkerungsgruppen sowie bei Japanern und Koreanern

(<1%).

Andere Hautreaktionen

Leichte Hautreaktionen, z.B. isolierte makuläre oder makulopapuläre

Exantheme, können ebenfalls auftreten und sind meist vorübergehend und

nicht gefährlich. Sie verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Tage oder

Wochen, entweder bei unveränderter Fortsetzung der Therapie oder nach

Dosisreduktion. Da es jedoch schwierig sein kann, die frühen Anzeichen

schwerer Hautreaktionen von denen leichter und vorübergehender

Hautreaktionen zu unterscheiden, sollte der Patient unter engmaschiger

Beobachtung bleiben und ein sofortiges Absetzen in Betracht gezogen werden,

sollten sich die Hautreaktionen bei fortgesetzter Anwendung verschlechtern.

Das (HLA)-B*1502-Allel ist nicht prädiktiv für das Auftreten anderer weniger

schwerer Hautreaktionen auf Carbamazepin, wie z.B.

Überempfindlichkeitsreaktionen auf Antiepileptika oder nicht schwerwiegende

Ausschläge (makulopapuläre Exantheme).

Überempfindlichkeitsreaktionen

Carbamazepin kann Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen, auch solche, die

mehrere Organe betreffen, u.a. Haut, Leber (einschließlich intrahepatischer

Gallengänge), blutbildende Organe, das lymphatische System oder andere

Organe, entweder isoliert oder mehrere Organe betreffend im Kontext einer

systemischen Reaktion (siehe Abschnitt 4.8). 25 bis 30% der Patienten, die auf

Carbamazepin Überempfindlichkeitsreaktionen gezeigt haben, zeigen eine

Kreuzreaktionen mit Oxcarbazepin. Eine Kreuzreaktion kann auch mit

Phenytoin auftreten. Wenn Anzeichen oder Symptome einer

Überempfindlichkeitsreaktion auftreten, sollte Carbamazepin sofort abgesetzt

werden.

Krampfanfälle

Da Carbamazepin Absencen hervorrufen bzw. bereits bestehende verstärken

kann, sollte Carbamazepin AL retard bei Patienten, die unter Absencen bzw.

gemischten Epilepsieformen, die solche beinhalten, leiden, nicht angewendet

werden. In diesen Konstellationen könnte Carbamazepin AL retard zu einer

Anfallsverschlimmerung führen.

Falls es zur Exazerbation von Krampfanfällen kommt, sollte Carbamazepin

abgesetzt werden.

Leberfunktion

Vor und während der Behandlung mit Carbamazepin AL retard müssen die

Leberwerte kontrolliert werden; es wird eine Bestimmung vor

Behandlungsbeginn, dann in wöchentlichen Abständen im ersten Monat der

Behandlung, danach in monatlichen Abständen empfohlen. Das gilt

insbesondere für Patienten mit einer Lebererkrankung in der Anamnese oder

für ältere Patienten. Nach 6-monatiger Behandlung reichen teilweise 2- bis 4-

malige Kontrollen im Jahr aus.

Die Patienten müssen darauf hingewiesen werden, beim Auftreten von

Symptomen einer Hepatitis wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit,

Gelbfärbung der Haut, Vergrößerung der Leber umgehend den Arzt

aufzusuchen.

Wenn sich eine Leberfunktionsstörung verschlechtert oder eine floride

Lebererkrankung auftritt, sollte Carbamazepin sofort abgesetzt werden.

Nierenfunktion

Es wird empfohlen, vor und regelmäßig während der Behandlung mit

Carbamazepin AL retard einen Harnstatus und den Harnstoff-Stickstoff zu

bestimmen.

Anticholinerge Effekte

Carbamazepin hat eine schwache anticholinerge Aktivität. Bei Patienten mit

Glaukom (grüner Star) sollte daher der Augeninnendruck während der

Behandlung regelmäßig gemessen werden (siehe Abschnitt 4.8).

Psychiatrische Reaktionen

Die Möglichkeit einer Aktivierung latenter Psychosen und, v. a. bei älteren

Patienten, des Auftretens von Verwirrungs- oder Erregungszuständen sollte

stets bedacht werden.

Über suizidale Gedanken und suizidales Verhalten wurde bei Patienten, die mit

Antiepileptika in verschiedenen Indikationen behandelt wurden, berichtet. Eine

Metaanalyse randomisierter, plazebo-kontrollierter Studien mit Antiepileptika

zeigte auch ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten von Suizidgedanken und

suizidalem Verhalten. Der Mechanismus für die Auslösung dieser

Nebenwirkung ist nicht bekannt und die verfügbaren Daten schließen die

Möglichkeit eines erhöhten Risikos bei der Einnahme von Carbamazepin AL

retard nicht aus.

Deshalb sollten Patienten hinsichtlich Anzeichen von Suizidgedanken und

suizidalen Verhaltensweisen überwacht und eine geeignete Behandlung in

Erwägung gezogen werden. Patienten (und deren Betreuern) sollte geraten

werden medizinische Hilfe einzuholen, wenn Anzeichen für Suizidgedanken

oder suizidales Verhalten auftreten.

Hormonale Kontrazeptiva

Bei mit Carbamazepin behandelten Patientinnen, die gleichzeitig hormonale

Kontrazeptiva (die „Pille“) verwendeten, wurde über Durchbruchblutungen

berichtet. Die Zuverlässigkeit der hormonalen Kontrazeption kann durch

Carbamazepin negativ beeinflusst werden. Deshalb sollte das orale

Kontrazeptivum mehr als 50 Mikrogramm Ethinylestradiol enthalten oder es

sollten Frauen im gebärfähigen Alter andere, nicht hormonale

Verhütungsmethoden empfohlen werden. Aufgrund seiner enzyminduzierenden

Eigenschaften kann Carbamazepin die therapeutische Wirkung von Östrogenen

und/oder Progesteronderivaten aufheben (z.B. Versagen der Kontrazeption).

Plasmaspiegel-Monitoring

Obwohl die Korrelation zwischen Dosis von Carbamazepin und Plasmaspiegel

einerseits und zwischen Plasmaspiegel und klinischer Wirksamkeit bzw.

Verträglichkeit andererseits sehr zweifelhaft ist, kann ein Plasmaspiegel-

Monitoring in den folgenden Fällen nützlich sein: auffälliger Anstieg der

Anfallshäufigkeit, Überprüfung der Patienten-Compliance, während der

Schwangerschaft, bei der Behandlung von Kindern oder Heranwachsenden, bei

Verdacht auf Resorptionsstörungen, bei Verdacht auf toxische Effekte, wenn

mehrere Arzneimittel gleichzeitig gegeben werden (siehe Abschnitt 4.5).

Alkoholentzugssyndrom

Im Anwendungsgebiet Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom darf

Carbamazepin AL retard nur unter stationären Bedingungen angewendet

werden.

Zu beachten ist, dass die auftretenden Nebenwirkungen von Carbamazepin bei

der Behandlung des Alkoholentzugssyndroms den Entzugserscheinungen

ähnlich sein bzw. mit ihnen verwechselt werden können.

Gabe zusammen mit Lithium

Wenn Carbamazepin AL retard zur Prophylaxe manisch-depressiver Phasen

bei unzureichender Wirksamkeit von Lithium alleine in Ausnahmefällen

zusammen mit Lithium gegeben werden soll, ist zur Vermeidung von

unerwünschten Wechselwirkungen (siehe Abschnitt 4.5) darauf zu achten, dass

eine bestimmte Plasmakonzentration von Carbamazepin nicht überschritten

wird (8 Mikrogramm/ml), der Lithiumspiegel in einem niedrigen therapeutischen

Bereich gehalten wird (0,3 bis 0,8 mval/L) und eine Behandlung mit

Neuroleptika länger als 8 Wochen zurückliegt und auch nicht gleichzeitig erfolgt.

Photosensibilisierung

Aufgrund der Möglichkeit einer Photosensibilisierung sollten sich die Patienten

während der Behandlung mit Carbamazepin vor starker Sonnenbestrahlung

schützen.

Umstellung

Ein abruptes Absetzen von Carbamazepin kann zu Anfällen führen. Wird eine

Umstellung der Therapie bei Patienten mit Epilepsie, die mit Carbamazepin AL

retard behandelt werden, erforderlich, darf die Umstellung nicht plötzlich

erfolgen, sondern es muss ausschleichend auf die Behandlung mit einem

anderen Antiepileptikum umgestellt werden. Falls bei Epilepsiepatienten eine

abrupte Umstellung von Carbamazepin auf ein anderes Antiepileptikum

erforderlich ist, sollte diese unter Abdeckung mit geeigneten Medikamenten

erfolgen (z.B. Diazepam rektal oder i.v., Phenytoin i.v.).

Laborkontrollen

Aufgrund der oben genannten möglichen Nebenwirkungen sowie

Überempfindlichkeitsreaktionen sind, insbesondere bei Langzeittherapie,

regelmäßig Blutbild, Nieren- und Leberfunktion und der Carbamazepin-Spiegel

sowie bei Kombinationstherapie die Plasmakonzentrationen der anderen

Antiepileptika zu kontrollieren, gegebenenfalls sind die Tagesdosen zu

reduzieren.

4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige

Wechselwirkungen

Die Anwendung von Carbamazepin in Kombination mit Monoamino-

Oxidasehemmern (MAO-Hemmern) wird nicht empfohlen. Daher muss eine

Behandlung mit MAO-Hemmern mindestens zwei Wochen vor Beginn einer

Behandlung mit Carbamazepin AL retard beendet worden sein.

Beeinflussung der Plasmakonzentration anderer Arzneimittel durch

Carbamazepin

Carbamazepin induziert das Cytochrom-P-450-System (überwiegend das

Isoenzym CYP3A4) und andere Phase-I- und Phase-II-Enzymsysteme in der

Leber, so dass die Plasmakonzentrationen von Substanzen, die hauptsächlich

über CYP3A4 abgebaut werden, verringert und diese unter Umständen

unwirksam werden können.Ihre Dosis ist gegebenenfalls den klinischen

Erfordernissen anzupassen.

Dies gilt beispielsweise für:

Analgetika, entzündungshemmende Substanzen: Buprenorphin, Fentanyl,

Methadon, Paracetamol, Phenazon, Tramadol

Anthelmintika: Praziquantel

Antikoagulanzien: Warfarin, Phenprocoumon, Dicoumarol, Acenocoumarol

Antidepressiva: Bupropion, Citalopram, Mianserin, Nefazodon, Sertralin,

Trazodon (anscheinend jedoch Verstärkung des antidepressiven Effekts von

Trazodon)

Tricyclische Antidepressiva: Imipramin, Amitriptylin, Nortriptylin,

Clomipramin

Andere Antikonvulsiva: Clonazepam, Ethosuximid, Felbamat, Lamotrigin,

Oxcarbazepin, Primidon, Tiagabin, Topiramat, Valproinsäure, Zonisamid,

Phenytoin

Antimykotika: Caspofungin, vom Azoltyp: z.B. Itraconazol

Antivirale Substanzen: Proteaseinhibitoren zur Behandlung von HIV, z.B.

Indinavir, Ritonavir, Saquinavir

Anxiolytika: Alprazolam, Midazolam, Clobazam

Bronchodilatatoren, Antiasthmatika: Theophyllin

Herzglykoside: Digoxin

Immunsuppressiva: Ciclosporin, Tacrolimus

Calciumantagonisten: Felodipin, Flunarizin

Hormonale Kontrazeptiva

Kortikosteroide: z.B. Prednisolon, Dexamethason

Typische Neuroleptika: Haloperidol, Bromperidol

Atypische Neuroleptika: Clozapin, Olanzapin, Quetiapin, Risperidon,

Ziprasonid

Schilddrüsenhormone: Levothyroxin

Tetracycline: z.B. Doxycyclin

Zytostatika: Imatinib

Sonstige: Chinidin, Estrogene, Methylphenidat, Progesteronderivate,

Propranolol.

Bei Einnahme der „Pille“ können, zusätzlich zur Wirkungsabschwächung der

hormonalen Kontrazeptiva, plötzliche Zwischenblutungen auftreten. Deshalb

sollte das orale Kontrazeptivum mehr als 50 Mikrogramm Ethinylestradiol

enthalten oder es sollten andere, nicht hormonale Verhütungsmethoden

empfohlen werden.

Die Plasmakonzentration von Phenytoin kann durch Carbamazepin sowohl

erhöht als auch vermindert werden, wodurch in Ausnahmefällen

Verwirrtheitszustände bis hin zum Koma auftreten können.

Carbamazepin kann den Plasmaspiegel von Bupropion senken und den des

Metaboliten Hydroxybupropion erhöhen und somit die klinische Wirksamkeit

und Sicherheit von Bupropion verringern.

Carbamazepin kann den Plasmaspiegel von Trazodon senken, scheint jedoch

den antidepressiven Effekt von Trazodon zu verstärken.

Carbamazepin kann möglicherweise die Metabolisierung von Zotepin

beschleunigen.

Verminderte Plasmakonzentration von Carbamazepin

Carbamazepin wird durch das Cytochrom-P-450-System (überwiegend durch

das Isoenzym CYP3A4) metabolisiert. Induktoren von CYP3A4 könnten daher

den Carbamazepin-Metabolismus erhöhen und dadurch möglicherweise zu

einer Verringerung der Carbamazepin-Plasmakonzentration und der

therapeutischen Wirkung führen. Umgekehrt könnte es nach Absetzen eines

CYP3A4-Induktors zu einem verringerten Metabolismus von Carbamazepin

kommen und in der Folge zu einem Anstieg der Carbamazepin-

Plasmakonzentration. Eine Verringerung der Carbamazepin-

Plasmakonzentration ist z.B. möglich durch die folgenden Substanzen (nach

Substanzklassen geordnet):

Andere Antikonvulsiva: Felbamat, Methosuximid, Oxcarbazepin,

Phenobarbital, Phensuximid, Phenytoin, Fosphenytoin, Primidon, Progabid

und möglicherweise (hier sind die Daten teilweise widersprüchlich)

Clonazepam, Valproinsäure, Valpromid

Tuberkulosemittel: Rifampicin

Bronchodilatatoren, Antiasthmatika: Theophyllin, Aminophyllin

Dermatika: Isotretinoin

Zytostatika: Cisplatin, Doxorubicin

Sonstige: Johanniskraut (Hypericum perforatum).

Andererseits können die Plasmaspiegel des pharmakologisch wirksamen

Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid durch Valproinsäure sowie Primidon

erhöht werden.

Durch Gabe von Felbamat kann der Plasmaspiegel von Carbamazepin

vermindert und der von Carbamazepin-10,11-epoxid erhöht werden, gleichzeitig

kann der Felbamat-Spiegel gesenkt werden.

Aufgrund der wechselseitigen Beeinflussung, insbesondere bei gleichzeitiger

Verabreichung mehrerer Antiepileptika, empfiehlt es sich, die Plasmaspiegel zu

kontrollieren und die Dosierung von Carbamazepin AL retard. gegebenenfalls

anzupassen.

Erhöhte Plasmakonzentration von Carbamazepin und/oder Carbamazepin-

10,11-epoxid

Carbamazepin wird hauptsächlich durch Cytochrom-P-450 3A4 (CYP3A4) zu

dem aktiven Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid metabolisiert. Die

gleichzeitige Anwendung von Inhibitoren von CYP3A4 kann daher zu einem

Anstieg der Carbamazepin-Plasmakonzentration führen, die Nebenwirkungen

zur Folge haben kann.

Erhöhte Plasmaspiegel von Carbamazepin können zu den unter Abschnitt 4.8

genannten Symptomen (z.B. Schwindel, Müdigkeit, Gangunsicherheit,

Doppeltsehen) führen. Daher sollte die Carbamazepin-Plasmakonzentration bei

Auftreten solcher Symptome überprüft und die Dosis nötigenfalls verringert

werden.

Die Plasmakonzentration an Carbamazepin kann z.B. durch die folgenden

Substanzen (geordnet nach Substanzklassen) erhöht werden:

Analgetika, entzündungshemmende Substanzen:

Dextropropoxyphen/Propoxyphen, Ibuprofen

Androgene: Danazol

Antibiotika: Makrolidantibiotika (z.B. Erythromycin, Troleandomycin,

Josamycin, Clarithromycin)

Antidepressiva: Fluoxetin, Fluvoxamin, Nefazodon, Paroxetin, Trazodon,

Viloxazin, möglicherweise auch Desipramin

Andere Antikonvulsiva: Stiripentol, Vigabatrin

Antimykotika: vom Azoltyp (wie z.B. Itraconazol, Ketoconazol, Fluconazol,

Voriconazol)

Antihistaminika: Loratadin, Terfenadin

Tuberkulosemittel: Isoniazid

Antivirale Substanzen: Proteaseinhibitoren zur Behandlung von HIV, z.B.

Ritonavir

Carboanhydrasehemmer (Diuretika): Acetazolamid

Kalzium-Antagonisten: Diltiazem, Verapamil

Muskelrelaxanzien: Oxybutynin, Dantrolen

Neuroleptika: Loxapin, Olanzapin, Quetiapin

Plättchenaggregationshemmer: Ticlopidin

Ulcustherapeutika: Omeprazol, möglicherweise Cimetidin

Sonstige: Grapefruchtsaft, Nicotinamid (in hoher Dosierung bei

Erwachsenen).

Erhöhte Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten Carbamazepin-10,11-

epoxid

Die menschliche mikrosomale Epoxid-Hydrolase wurde als dasjenige Enzym

identifiziert, das die Bildung des 10,11-trans-Diols aus Carbamazepin-10,11-

epoxid bewirkt. Die gleichzeitige Gabe von Inhibitoren der menschlichen

mikrosomalen Epoxid-Hydrolase kann daher zu erhöhten

Plasmakonzentrationen an Carbamazepin-10,11-epoxid führen.

Erhöhte Plasmaspiegel von Carbamazepin-10,11-epoxid können zu den in

Abschnitt 4.8 genannten Symptomen (z.B. Schwindel, Müdigkeit,

Gangunsicherheit, Doppeltsehen) führen.

Daher sollte die Plasmakonzentration bei Auftreten solcher Symptome überprüft

und die Dosis nötigenfalls angepasst werden , wenn folgende Substanzen

gleichzeitig gegeben werden: Loxapin, Quetiapin, Primidon, Progabid,

Valproinsäure, Valnoctamid und Valpromid.

Weitere Wechselwirkungen, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen

Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Levetiracetam kann die

Toxizität von Carbamazepin erhöhen.

Die Leberschädlichkeit von Isoniazid kann durch Carbamazepin erhöht werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Carbamazepin und Lithium oder

Metoclopramid einerseits und von Neuroleptika (Haloperidol, Thioridazin)

andererseits kann das Auftreten neurologischer Nebenwirkungen begünstigen.

Bei Patienten, die mit Neuroleptika behandelt werden, ist darauf zu achten,

dass Carbamazepin den Plasmaspiegel dieser Arzneimittel reduzieren und

dadurch eine Verschlechterung des Krankheitsbildes verursachen kann. Eine

Dosisanpassung des jeweiligen Neuroleptikums kann erforderlich sein.

Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere die gleichzeitige Anwendung

von Lithium und Carbamazepin die neurotoxische Wirkung beider Wirkstoffe ,

auch bei Vorliegen therapeutischer Lithium-Spiegel,verstärken kann. Daher ist

eine sorgfältige Überwachung der Blutspiegel von beiden notwendig. Eine

vorherige Behandlung mit Neuroleptika soll länger als 8 Wochen zurückliegen

und auch nicht gleichzeitig erfolgen. Auf folgende Anzeichen neurotoxischer

Symptome ist zu achten: unsicherer Gang, Ataxie, horizontaler Nystagmus,

gesteigerte Muskeleigenreflexe, Muskelzucken (Muskelfaszikulationen).

Die kombinierte Gabe von Carbamazepin und einigen Diuretika

(Hydrochlorothiazid, Furosemid) kann zu einer symptomatischen Hyponatriämie

führen.

Die Wirksamkeit nicht-depolarisierender Muskelrelaxanzien, wie z.B.

Pancuronium, kann durch Carbamazepin beeinträchtigt werden. Dadurch ist

eine raschere Aufhebung der neuromuskulären Blockade möglich. Patienten,

die mit Muskelrelaxanzien behandelt werden, sollten diesbezüglich überwacht

und die Dosierung dieser Arzneimittel gegebenenfalls erhöht werden.

Carbamazepin kann, wie andere psychoaktive Stoffe, die Alkoholtoleranz der

Patienten vermindern. Die Patienten sollten daher während der Behandlung

keinen Alkohol trinken.

In der Literatur gibt es Hinweise darauf, dass die zusätzliche Einnahme von

Carbamazepin bei vorbestehender Neuroleptikatherapie das Risiko für das

Auftreten eines malignen neuroleptischen Syndroms oder eines Stevens-

Johnson-Syndroms erhöht.

Bei gleichzeitiger Gabe von Isotretinoin (Wirkstoff zur Akne-Behandlung) und

Carbamazepin AL retard sollten die Carbamazepin-Plasmaspiegel kontrolliert

werden.

Die gleichzeitige Gabe von Carbamazepin mit Paracetamol kann die

Bioverfügbarkeit von Paracetamol vermindern.

Carbamazepin scheint die Elimination von Schilddrüsenhormonen zu

verstärken und den Bedarf an diesen bei Patienten mit

Schilddrüsenunterfunktion zu erhöhen. Deshalb sind bei solchen Patienten, die

eine Substitutionstherapie erhalten, zu Beginn und am Ende einer Therapie mit

Carbamazepin AL retard die Schilddrüsenparameter zu bestimmen.

Gegebenenfalls ist eine Dosisanpassung der Schilddrüsenhormon-Präparate

vorzunehmen. Insbesondere die gleichzeitige Behandlung mit Carbamazepin

und anderen Antikonvulsiva (z.B. Phenobarbital) kann die Schilddrüsenfunktion

verändern.

Die gleichzeitige Gabe von Antidepressiva vom Typ der Serotonin-

Wiederaufnahme-Hemmer (z.B. Fluoxetin) kann zu einem toxischen Serotonin-

Syndrom führen.

Es wird empfohlen, Carbamazepin AL retard nicht in Kombination mit

Nefazodon (depressionslösendes Mittel) anzuwenden, da Carbamazepin zu

einer deutlichen Reduktion des Nefazodon-Plasmaspiegels bis hin zum

Wirkungsverlust führen kann. Darüber hinaus wird bei gleichzeitiger Einnahme

von Nefazodon und Carbamazepin der Carbamazepin-Plasmaspiegel erhöht

und der seines aktiven Abbauproduktes Carbamazepin-10,11-epoxid erniedrigt.

Durch gleichzeitige Einnahme von Carbamazepin und Antiarrhythmika,

zyklischen Antidepressiva oder Erythromycin erhöht sich das Risiko für kardiale

Überleitungsstörungen.

4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangerschaft

Im Tierversuch (an Mäusen, Ratten und Kaninchen) führte die orale Gabe von

Carbamazepin in Dosen, die bereits toxische Effekte beim Muttertier (bei Dosen

von über 200 mg/kg Körpergewicht (KG)/Tag, d.h. das 10- bis 20-Fache der

üblichen Dosis beim Menschen) hervorrufen, während der Organentwicklung zu

einer erhöhten Mortalität des Embryos. Bei der Ratte gab es auch Hinweise auf

Fehlgeburten bei 300 mg/kg KG/Tag. Nahezu vollständig ausgetragene Feten

der Ratte zeigten, wiederum bei für das Muttertier toxischen Dosen, verzögertes

Wachstum. Bei den drei getesteten Spezies gab es keine Anzeichen für ein

teratogenes Potenzial, in einer Studie an Mäusen (mit 40 bis 240 mg/kg KG/Tag

oral) verursachte Carbamazepin jedoch Schädigungen (hauptsächlich eine

Dilatation der Hirnventrikel) bei 4,7% der exponierten Feten im Vergleich zu

1,3% bei der Kontrolle.

Es ist bekannt, dass der Nachwuchs von an Epilepsie erkrankten Müttern

häufiger Entwicklungsstörungen einschließlich Missbildungen aufweist. Die

Möglichkeit, dass Carbamazepin – wie alle anderen verbreiteten Antiepileptika

– dieses Risiko erhöht, wurde berichtet. Es fehlen jedoch schlüssige Belege aus

kontrollierten Studien mit Carbamazepin als Monotherapie. Es wurde aber in

Zusammenhang mit Carbamazepin über Entwicklungsstörungen und

Fehlbildungen wie Spina bifida sowie über andere angeborene Anomalien wie

kraniofaziale Dysmorphien, kardiovaskuläre Fehlbildungen,

Fingernagelhypoplasien und Anomalien anderer Organsysteme berichtet.

In Anbetracht dessen sollten folgende Punkte bedacht werden:

Schwangere Frauen mit Epilepsie sollten mit besonderer Vorsicht

medikamentös behandelt werden.

Wenn unter einer Carbamazepin-Behandlung eine Schwangerschaft eintritt

oder geplant wird oder wenn während einer Schwangerschaft eine

Behandlung mit Carbamazepin begonnen werden soll, muss der Nutzen des

Medikaments sehr sorgfältig gegen die möglichen Risiken dieser Therapie

für das ungeborene Kind abgewogen werden, besonders in den ersten drei

Monaten.

Carbamazepin sollte bei gebärfähigen Frauen und besonders während der

Schwangerschaft wann immer möglich als Monotherapie angewendet

werden, da die Inzidenz von Fehlbildungen bei einer Kombinationstherapie

mit anderen Antiepileptika höher ist als bei einer Monotherapie.

Während der für Fehlbildungen besonders anfälligen ersten drei Monate der

Schwangerschaft und besonders zwischen dem 20. und 40. Tag nach der

Befruchtung soll die niedrigste wirksame Dosis angewendet werden, da

Fehlbildungen wahrscheinlich durch hohe Plasmakonzentrationen

hervorgerufen werden. Eine Kontrolle der Plasmaspiegel wird empfohlen.

Sie sollten im unteren Bereich des therapeutischen Bereiches (3-7

Mikrogramm/ml) liegen.

Die Patientinnen sollen über das erhöhte Risiko von Fehlbildungen

informiert und auf die Möglichkeit des pränatalen Screenings hingewiesen

werden.

In keinem Fall sollte die Behandlung ohne ärztlichen Rat abgebrochen

werden, da es bei epileptischen Anfällen zur Schädigung des Kindes

kommen kann.

Es ist bekannt, dass es in der Schwangerschaft zum Auftreten eines

Folsäuremangels kommen kann. Es wurde berichtet, dass Antiepileptika den

Folsäuremangel verstärken können. Der Folsäuremangel kann möglicherweise

zur erhöhten Inzidenz von angeborenen Fehlbildungen bei Kinder, deren Mütter

mit Antiepileptika behandelt wurden, beitragen. Deshalb kann die Gabe von

Folsäure vor und während der Schwangerschaft sinnvoll sein.

Zur Vermeidung von Blutgerinnungsstörungen wird auch die prophylaktische

Gabe von Vitamin K1 in den letzten Wochen der Schwangerschaft an die Mutter

bzw. post partum an das Neugeborene empfohlen.

In Zusammenhang mit der Einnahme von Carbamazepin und anderen

Antiepileptika wurde über einige wenige Fälle von Krämpfen und/oder

Atemdepression bei Neugeborenen berichtet, ebenso über einige Fälle von

Erbrechen, Diarrhö und/oder verminderter Nahrungsaufnahme. Dies könnten

Anzeichen eines Entzugssyndroms beim Neugeborenen sein.

Stillzeit

Carbamazepin und sein wirksamer Metabolit treten in die Muttermilch über

(Milch/Plasma-Konzentrationsverhältnisse von 0,24–0,69). Der Nutzen des

Stillens sollte jedoch gegen das geringe Risiko von Nebenwirkungen beim

Säugling abgewogen werden. Carbamazepin AL retard darf in der Stillzeit

eingenommen werden, vorausgesetzt, der gestillte Säugling wird bezüglich das

Auftretens möglicher unerwünschter Wirkungen beobachtet (verringerte

Gewichtszunahme, Sedierung, allergische Hautreaktionen).Beim Auftreten

solcher Substanzwirkungen sollte abgestillt werden.

Fertilität

Es traten Einzelfälle sexueller Funktionsstörungen auf, wie z.B. Impotenz oder

verminderte Libido. Sehr selten wurde über verminderte männliche Fertilität

und/oder abnorme Spermatogenese berichtet.

Carbamazepin beeinträchtigt die Wirkung von oralen Kontrazeptiva. Deshalb

sollte während der Behandlung eine andere wirksame und sichere

Verhütungsmethode angewendet werden.

4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum

Bedienen von Maschinen

Durch das Auftreten zentralnervöser Nebenwirkungen, wie z.B. Schwindel,

Benommenheit, Müdigkeit, zu Beginn der Behandlung oder in höheren Dosen

und/oder bei gleichzeitiger Einnahme anderer, ebenfalls am

Zentralnervensystem angreifender Arzneimittel kann Carbamazepin AL retard

auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen –

unabhängig von der Auswirkung des zu behandelnden Grundleidens – so weit

verändern, dass z.B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr

oder zum Bedienen von Maschinen oder Arbeiten ohne sicheren Halt

vermindert wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

4.8 Nebenwirkungen

Bei der Bewertung von Nebenwirkungen werden folgende Häufigkeiten

zugrunde gelegt: sehr häufig (>1/10), häufig (>1/100 bis <1/10), gelegentlich

(>1/1.000 bis < 1/100), selten (>1/10.000 bis <1/1.000), sehr selten (<1/10.000),

nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht

abschätzbar).

Die beobachteten Nebenwirkungen traten bei alleiniger Verabreichung von

Carbamazepin (Monotherapie) seltener als bei gleichzeitiger Gabe anderer

Antiepileptika (Kombinationstherapie) auf.

Ein Teil der Nebenwirkungen tritt dosisabhängig vor allem zu Beginn der

Behandlung, bei zu hoher Anfangsdosierung oder bei älteren Patienten sehr

häufig oder häufig auf, so zentralnervöse Störungen (Schwindel,

Kopfschmerzen, Ataxie, Schläfrigkeit, Sedierung, Doppeltsehen),

gastrointestinale Störungen (Übelkeit, Erbrechen) und allergische

Hautreaktionen.

Dosisabhängige Nebenwirkungen klingen meist innerhalb einiger Tage von

selbst oder nach vorübergehender Dosisreduktion ab. Daher sollte

Carbamazepin AL retard möglichst einschleichend dosiert werden.

Zentralnervöse Störungen können ein Zeichen einer relativen Überdosierung

oder starker Schwankungen der Plasmaspiegel sein; daher empfiehlt es sich in

diesen Fällen, die Plasmaspiegel zu bestimmen.

Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems

Sehr häufig

Leukopenie. Nach Literaturangaben tritt dabei am

häufigsten eine gutartige Leukopenie, in etwa 10% der

Fälle vorübergehend, in 2% persistierend, auf. Eine

gutartige Leukopenie tritt vor allem innerhalb der ersten

vier Therapiemonate auf.

Häufig

Thrombozytopenie, Eosinophilie.

Selten

Leukozytose, Lymphadenopathie

Sehr selten

Agranulozytose, aplastische Anämie, Panzytopenie,

Aplasie der Erythrozyten, Anämie, megaloblastäre

Anämie, akute intermittierende Porphyrie, Porphyria

variegata, Porphyria cutanea tarda, Retikulozytose,

möglicherweise hämolytische Anämie, Milzvergrößerung.

Carbamazepin kann den Folsäurespiegel im Blut senken.

Erkrankungen des Immunsystems

Gelegentlich

Verzögerte, mehrere Organsysteme betreffende

Überempfindlichkeitsreaktionen mit Fieber,

Hautausschlag, Vaskulitis, Lymphknotenschwellung,

Pseudolymphom, Gelenkschmerz, Leukopenie,

Eosinophilie, Vergrößerung von Leber und Milz oder mit

veränderten Leberfunktionswerten und Vanishing Bile

Duct Syndrome (progrediente cholestatische

Hepatopathie mit Zerstörung und Schwund der

intrahepatischen Gallengänge). Diese Erscheinungen

können in verschiedenen Kombinationen auftreten und

auch andere Organe wie Lunge, Niere,

Bauchspeicheldrüse und Herzmuskel und Dickdarm

betreffen.

Sehr selten

Aseptische Meningitis mit Myoklonus und Eosinophilie,

akute allergische Allgemeinreaktionen, anaphylaktische

Reaktionen, Angioödeme.

Endokrine Erkrankungen

Häufig

Ödeme, Flüssigkeitsretention, Gewichtszunahme,

Hyponatriämie und verminderte Plasmaosmolalität

aufgrund einer ADH-ähnlichen Wirkung, die selten zu

Wasserintoxikation mit Lethargie, Erbrechen,

Kopfschmerz, Verwirrtheitszuständen und anderen

neurologischen Störungen führen kann.

Sehr selten

Erhöhte Prolaktin-Spiegel mit oder ohne klinische

Manifestationen wie Galaktorrhö und Gynäkomastie,

veränderte Schilddrüsenfunktionsparameter:

Vermindertes L-Thyroxin (freies Thyroxin, Thyroxin,

Trijodthyronin) und erhöhtes TSH im Blut, meist ohne

klinische Symptome, Störungen im Knochenstoffwechsel

(vermindertes Serum-Calcium und vermindertes 25-OH-

Cholecalciferol), was vereinzelt zu Osteomalazie oder

Osteoporose führte, erhöhte Cholesterinspiegel

einschließlich HDL-Cholesterin und Triglyzeride,

Erhöhung des freien Cortisols im Serum.

Es gibt Hinweise auf verminderte Vitamin-B12-Spiegel und erhöhte Homocystein-

Spiegel im Serum.

Psychiatrische Erkrankungen

Gelegentlich

Bei älteren Patienten Verwirrtheitszustände und Unruhe

(Agitation).

Selten

Halluzinationen (akustisch und visuell), Depression,

depressive oder manische Verstimmungen, Anorexie,

Ruhelosigkeit, aggressives Verhalten.

Sehr selten

Aktivierung latenter Psychosen,

Stimmungsveränderungen wie phobische Störungen,

Denkerschwernis, Antriebsverarmung.

Erkrankungen des Nervensystems

Sehr häufig

Schwindel, Ataxie (ataktische und zerebellare Störungen),

Somnolenz, Sedierung, Schläfrigkeit, Erschöpfung.

Häufig

Kopfschmerzen, Doppelbilder sowie

Akkommodationsstörungen (z.B. verschwommenes

Sehen).

Gelegentlich

Unwillkürliche Bewegungen wie z.B. Tremor, Asterixis,

Dystonie oder Ticks, Störungen der Okulomotorik

einhergehend mit Nystagmus.

Selten

Dyskinetische Störungen wie orofaziale Dyskinesien,

Choreoathetose (unwillkürliche Bewegungen im Mund-

Gesichtsbereich wie Grimassieren, verschraubte

Bewegungen), Sprechstörungen (z.B. Dysarthrie,

verwaschene Sprache), Polyneuropathie, periphere

Neuritis, periphere Neuropathie, Parästhesie, Paresen.

Sehr selten

Geschmacksstörungen, Malignes Neuroleptisches

Syndrom.

Es gibt Hinweise darauf, dass Carbamazepin zu einer Verschlechterung der Symptome

einer Multiplen Sklerose führen kann. Wie bei Einnahme anderer Medikamente gegen

Anfallsleiden auch, kann es unter Carbamazepin zu einer Anfallshäufung kommen;

insbesondere Absencen können verstärkt oder neu auftreten.

Augenerkrankungen

Sehr selten

Linsentrübung, Konjunktivis, erhöhter Augeninnendruck.

Bei zwei Patienten wurde in Zusammenhang mit einer

Carbamazepin-Langzeittherapie über Retinotoxizität

berichtet, die nach Absetzen des Carbamazepins

rückläufig war.

Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths

Sehr selten

Hörstörungen, z.B. Tinnitus und Hyper- und Hypoakusis

sowie Änderung der Wahrnehmung von Tonhöhen.

Herzerkrankungen

Gelegentlich

Erregungsleitungsstörungen, AV-Block in Einzelfällen mit

Synkopen, Hypertonie, Hypotonie.

Gelegentlich bis selten

Bradykardie, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufkollaps,

Herzinsuffizienz, Verschlechterung einer vorbestehenden

koronaren Herzkrankheit, Thrombophlebitis und

Thromboembolie (z.B. Lungenembolie).

Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Sehr selten

Hypersensivitätsreaktionen der Lunge mit Fieber,

Dyspnoe und Pneumonitis oder Pneumonie (Alveolitiden),

Einzelfälle von Lungenfibrose wurden in der Literatur

beschrieben.

Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts

Sehr häufig

Übelkeit, Erbrechen.

Häufig

Appetitlosigkeit, Mundtrockenheit.

Gelegentlich

Diarrhö, Obstipation.

Selten

Bauchschmerz.

Sehr selten

Schleimhautentzündungen im Mund-Rachen-Bereich

(Stomatitis, Gingivitis, Glossitis), Pankreatitis.

Leber- und Gallenerkrankungen

Sehr häufig

Anstieg der γ-GT-Werte (bedingt durch hepatische

Enzyminduktion), üblicherweise klinisch nicht relevant.

Häufig

Anstieg der alkalischen Phosphatase.

Gelegentlich

Anstieg der Transaminasen.

Selten

Verschiedene Formen von Hepatitis (cholestatisch,

hepatozellulär, gemischt), Vanishing Bile Duct Syndrome,

Ikterus, lebensbedrohliche akute Hepatitis, insbesondere

innerhalb der ersten Therapiemonate, Leberversagen.

Sehr selten

Granulomatöse Hepatitis.

Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes

Sehr häufig

Allergische Hautreaktionen mit und ohne Fieber, wie z.B.

Urtikaria (auch stark ausgeprägt).

Gelegentlich

Exfoliative Dermatitis, Erythrodermie.

Selten

Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom (toxisch

epidermale Nekrolyse), Lupus erythematodes

disseminatus, Pruritus.

Sehr selten

Photosensibilität, Erythema exsudativum multiforme et

nodosum, Veränderung der Hautpigmentierung, Purpura,

Akne, vermehrtes Schwitzen, Alopezie; Hirsutismus und

Vaskulitis wurden sehr selten berichtet, aber hier ist der

kausale Zusammenhang unklar.

Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen

Selten

Muskelschwäche.

Sehr selten

Arthralgien, Myalgien, Muskelkrämpfe.

Erkrankungen der Nieren und Harnwege

Gelegentlich

Nierenfunktionsstörungen (z.B. Albuminurie, Hämaturie,

Oligurie, erhöhter Harnstoffstickstoff im Blut/ Azotämie)

Sehr selten

Interstitielle Nephritis, Nierenversagen, andere

Harnbeschwerden (häufiges Wasserlassen, Dysurie,

Pollakisurie, Harnretention).

Erkrankungen der Geschlechtsorgane

Sehr selten

Sexuelle Dysfunktion, verminderte Libido, Impotenz,

verminderte männliche Fertilität und/oder abnorme

Spermiogenese (verminderte Spermienzahl und/oder -

beweglichkeit).

Untersuchungen

Sehr selten

Hypogammaglobulinämie.

Sonstige Nebenwirkungen:

„Es gibt zunehmend Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Genmarkern

und dem Auftreten von unerwünschten Arzneimittelwirkungen der Haut wie

SJS, TEN, DRESS, AGEP und makulopapulösem Ausschlag. Bei japanischen

und europäischen Patienten wurde berichtet, dass eine Assoziation zwischen

diesen Reaktionen und der Anwendung von Carbamazepin bei gleichzeitigem

Vorliegen des Allels HLA-A*3101 besteht. Bei einem weiteren Marker, dem Allel

HLA-B*1502, konnte gezeigt werden, dass ein starker Zusammenhang mit dem

Auftreten von SJS und TEN bei Han-Chinesen, Thailändern und einigen

anderen asiatischen Bevölkerungsgruppen besteht (siehe Abschnitt 4.2 und 4.4

für weitere Informationen)

Es gibt Fallberichte über die Abnahme der Knochendichte unter dem Bild der

Osteoporose bis hin zu pathologischen Frakturen bei Patienten, die

Carbamazepin über eine lange Zeit angewendet haben. Der Mechanismus,

über den Carbamazepin den Knochen-Metabolismus beeinflusst, ist nicht

bekannt.

Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen

Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von

großer Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung des

Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von

Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

Abt. Pharmakovigilanz

Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3

D-53175 Bonn

Website: www.bfarm.de

anzuzeigen.

4.9 Überdosierung

Bei jeder Beurteilung einer Intoxikation muss auch an die Möglichkeit einer evtl.

vorliegenden Mehrfachintoxikation durch mögliche Einnahme mehrerer

Arzneimittel, beispielsweise in suizidaler Absicht, gedacht werden.

Carbamazepin-Intoxikationen treten meist bei sehr hohen Dosen (4–20 g) auf,

wobei die Plasmaspiegel immer über 20 Mikrogramm/ml liegen. Akzidentelle

oder suizidale Einnahmen mit Plasmakonzentrationen von 38 Mikrogramm/ml

wurden überlebt.

In der Literatur wurde über Intoxikationen (nach Einnahme von Carbamazepin

in suizidaler Absicht oder akzidenteller Einnahme) mit zum Teil letalem

Ausgang berichtet.

Symptome einer Überdosierung

Bei einer Überdosierung mit Carbamazepin können die unter Abschnitt 4.8

genannten Symptome verstärkt in Erscheinung treten.

Normalerweise sind bei Überdosierungen das zentrale Nervensystem, das

Herz-Kreislauf-System sowie das respiratorische System betroffen.

Zentrales Nervensystem

ZNS-Depression, Bewusstseinsstörungen (Benommenheit, Somnolenz, Stupor,

Koma), Schwindel, Desorientiertheit, Unruhe, Erregung, Verwirrtheit,

Halluzinationen, verschwommenes Sehen, verwaschene Sprache, Dysarthrie,

Nystagmus, Ataxie, Dyskinesien, Reflexanomalien (zunächst gesteigerte, dann

abgeschwächte Reflexe), tonisch-klonische Konvulsionen, Krampfanfälle,

psychomotorische Störungen, Myoklonie, Opisthotonus, unwillkürliche

Bewegungen, Tremor, Hypothermie, Flushing, Mydriasis, EEG-Dysrhythmien.

Respiratorisches System

Atemdepression, Lungenödem, Zyanose, Atemstillstand.

Herz-Kreislauf-System

Meist hypotone Blutdruckwerte (evtl. auch Hypertonus), Überleitungsstörungen,

EKG-Veränderungen (Arrhythmien, Verlängerung des QRS-Komplexes),

Tachykardie, Synkopen, AV-Block, Herzstillstand, Flush.

Magen-Darm-Trakt

Übelkeit, Erbrechen, verzögerte Magenentleerung, reduzierte Darmmotilität.

Renales System

Harnretention, Oligurie oder Anurie, Flüssigkeitsretention, Wasserintoxikation

aufgrund einer ADH-ähnlichen Wirkung.

Laborbefunde

Hyponatriämie, möglicherweise metabolische Azidose, möglicherweise

Hyperglykämie, erhöhte Muskel-Kreatinphosphokinase, Leukozytose,

Leukopenie, Neutropenie, Glykosurie, Azetonurie.

Therapiemaßnahmen bei Überdosierung

Ein spezifisches Antidot bei Intoxikation mit Carbamazepin gibt es bislang nicht.

Die Behandlung erfolgt daher symptomatisch: Stationäre Aufnahme,

Bestimmung des Carbamazepinspiegel, um die Carbamazepin-Intoxikation zu

bestätigen und das Ausmaß der Überdosierung festzustellen.

Möglichst schnelle Entfernung der Noxe (Magenentleerung, Magenspülungen)

sowie Verminderung der Resorption (Verabreichen von z.B. Aktivkohle oder

eines Laxans). Eine verzögerte Magenentleerung kann zu einer verzögerten

Absorption führen. Dies kann zur Folge haben, dass sich der Zustand des

Patienten während der Erholung von der Intoxikation wieder verschlechtert.

Die Vitalfunktionen müssen unter klinischen Bedingungen gesichert werden; die

Plasmakonzentration und Herzfunktion ist zu überprüfen, gegebenenfalls ist

eine vorsichtige Korrektur von Elektrolytverschiebungen notwendig.

Gegen Hypotonie können ggf. Dopamin oder Dobutamin i.v. gegeben werden.

Herzrhythmusstörungen müssen indivduell behandelt werden. Bei

Krampfanfällen können geeignete Antikonvulsiva, z.B. Benzodiazepine,

verabreicht werden. Der Einsatz von Barbituraten wird in der Literatur, wegen

der Induzierung einer respiratorischen Depression, besonders bei Kindern, nicht

empfohlen. Gegen Hyponatriämie und Wasserintoxikation wird

Flüssigkeitsrestriktion und die langsame, vorsichtige intravenöse Infusion von

0,9%iger Natriumchloridlösung empfohlen.

Eine Hämoperfusion über Aktivkohle wurde empfohlen. Forcierte Diurese sowie

Hämo- und Peritonealdialyse sind wegen der hohen Proteinbindung von

Carbamazepin wenig Erfolg versprechend.

Eine mögliche Verschlechterung der Symptomatik am 2. und 3. Tag aufgrund

von verzögerter Resorption sollte berücksichtigt werden.

5. Pharmakologische Eigenschaften

5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften

Pharmakotherapeutische Gruppe: Carbamazepin ist ein Dibenzoazepin-Derivat.

Pharmakologisch hat es Gemeinsamkeiten mit Phenytoin. Der

Wirkungsmechanismus ist bislang nicht geklärt.

ATC-Code: N03A F01

Ähnlich wie Phenytoin hemmt Carbamazepin die synaptische Übertragung und

reduziert dadurch die Fortleitung von konvulsiven Entladungen. In höheren

Konzentrationen verursacht Carbamazepin eine Herabsetzung der

posttetanischen Potenzierung.

Die Schmerzlinderung bei der Trigeminus-Neuralgie kommt wahrscheinlich

durch eine Hemmung der synaptischen Reizübertragung im spinalen

Trigeminuskern zustande.

5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften

Resorption, Plasmakonzentrationen

Carbamazepin wird (abhängig von der Darreichungsform) nach oraler

Verabreichung relativ langsam und fast vollständig resorbiert.

Die Resorptionshalbwertszeit liegt durchschnittlich bei 8,5 h und zeigt große

intra- und interindividuelle Unterschiede auf (ca. 1,72 bis 12 Stunden).

Die maximalen Plasmakonzentrationen werden nach einmaliger Gabe (je nach

Darreichungsformen) bei Erwachsenen nach 4 bis 16 Stunden (ganz selten bis

35 h), bei Kindern etwa 4 bis 6 h erreicht. Die Plasmaspiegel hängen nicht

linear von der Dosis ab und zeigen im höheren Dosisbereich einen flachen

Kurvenverlauf.

Maximale Plasmakonzentrationen werden bei Verabreichung der Suspension

schneller erreicht als bei Gabe von Tabletten oder Retardtabletten.

Die Plasmaspiegel sind nach Gabe von Retardtabletten niedriger als bei nicht

retardierten Tabletten.

Der Steady-State wird nach 2 bis 8 Tagen erreicht. Es besteht keine enge

Korrelation zwischen der Dosis von Carbamazepin und der

Plasmakonzentration im Steady-State.

Im Steady-State sind die Fluktuationen im Plasmaspiegel von Carbamazepin

und seines Metaboliten Carbamazepin-10,11-epoxid beim Dosierungsintervall

von 8 bzw. 12 Stunden nur gering.

In Literaturberichten wird hinsichtlich therapeutischer und toxischer

Plasmakonzentrationen darauf hingewiesen, dass die Anfallsfreiheit bei

Plasmaspiegeln von 4 bis 12 Mikrogramm/ml erzielt werden kann. Eine

Überschreitung des Plasmaspiegels von 20 Mikrogramm/ml führte zur

Verschlechterung des Krankheitsbildes. Bei Plasmakonzentrationen von 5 bis

18 Mikrogramm/ml wird eine Schmerzlinderung bei Trigeminus-Neuralgie

erreicht.

Die Schwellenkonzentration für das Auftreten von Nebenwirkungen liegt bei ca.

8 bis 9 Mikrogramm/ml.

Plasmaproteinbindung, Verteilung

Das Verteilungsvolumen beim Menschen wird mit Werten zwischen 0,8 - 1,9

l/kg angegeben.

Die Plasmaproteinbindung von Carbamazepin liegt zwischen 70 und 80 %. Der

Anteil an ungebundenem Carbamazepin ist bei einer Konzentration bis 50

Mikrogramm/ml konstant. Der pharmakologisch aktive Metabolit Carbamazepin-

10,11-epoxid wird zu 48–53 % (etwa 0,74 l/kg) an das Plasmaprotein

gebunden.

Mit pharmakokinetischen Interaktionen ist zu rechnen, siehe Abschnitt 4.5.

Die Carbamazepin-Konzentration im Liquor beträgt 33 % der jeweiligen

Plasmakonzentration.

Die Carbamazepin-Konzentration im Speichel entspricht der Konzentration

freier Muttersubstanz und steht in guter Korrelation zum Plasmaspiegel (etwa

20–30 %). Sie lässt sich durch den Multiplikator 4 zur Plasmaspiegelschätzung

im Rahmen der Therapie verwenden.

Carbamazepin durchdringt die Plazentaschranke und geht in die Muttermilch

über (Konzentration etwa 58 % derjenigen im Plasma). Beim gestillten Säugling

kann dies zu Konzentrationen im Plasma führen, die denen der Muttermilch

entsprechen.

Metabolismus

Carbamazepin wird in der Leber oxidiert, desaminiert, hydroxiliert und

anschließend mit Glukuronsäure verestert.

Bislang wurden 7 Metabolite von Carbamazepin im Urin des Menschen

identifiziert. Davon hat der pharmakologisch nicht aktive Metabolit Trans-10,11-

Dihydroxy-10,11-Dihydrocarbamazepin den größten Mengenanteil. Der

Metabolit Carbamazepin-10,11-epoxid wird zu etwa 0,1 bis 2 % gefunden; er

besitzt antikonvulsive Wirkungen. Die menschliche mikrosomale Epoxid-

Hydrolase wurde als dasjenige Enzym identifiziert, das die Bildung des 10,11-

trans-Diols aus Carbamazepin-10,11-epoxid bewirkt.

Ausscheidung, Plasma-Clearance, Plasmahalbwertszeit

Nach Einzelgaben wird Carbamazepin mit einer Halbwertszeit von ca. 36

Stunden (Bereich: 18 bis 65 h) aus dem Plasma eliminiert.

Bei Dauertherapie sinkt die Halbwertszeit infolge Enzyminduktion um etwa 50

% (10 bis 20 h). Die Halbwertszeiten sind in Kombinationstherapie mit anderen

Antiepileptika kürzer (durchschnittlich 6 bis10 h) als bei Monotherapie (11 bis 13

h); bei Kindern kürzer als bei Erwachsenen, bei Neugeborenen sind sie länger

als bei Säuglingen.

Die Plasma-Clearance beträgt bei Gesunden etwa 19,8 ± 2,7 ml/h/kg, bei

Patienten in Monotherapie etwa 54,6 ± 6,7 ml/h/kg, bei Patienten in

Kombinationstherapie etwa 113,3 ± 33,4 ml/h/kg.

Nach einmaliger oraler Applikation werden 72 % der Dosis in Form von

Metaboliten über die Nieren ausgeschieden. Der Rest von etwa 28 % wird über

die Fäzes ausgeschieden, dabei teilweise in unveränderter Form. Nur 2 bis 3 %

der im Urin ausgeschiedenen Substanzmenge liegt als unverändertes

Carbamazepin vor.

5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit

In-vitro-Untersuchungen und Studien am Tier ergaben keine Hinweise auf ein

relevantes mutagenes Potenzial von Carbamazepin.

In einer Kanzerogenitätsstudie über 2 Jahre an Ratten mit Carbamazepin

wurden erhöhte Inzidenzen von hepatozellulären Tumoren bei weiblichen

Tieren sowie benigne Testestumoren bei männlichen Tieren beobachtet. Es

liegen jedoch keine Hinweise vor, dass diese Beobachtungen für die

therapeutische Anwendung beim Menschen von Bedeutung sind.

6. Pharmazeutische Angaben

6.1 Liste der sonstigen Bestandteile

Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ B) (1:2:0,1; MW: ca. 150000),

Mikrokristalline Cellulose, Crospovidon, Magnesiumstearat (Ph. Eur.),

Methacrylsäure-Ethylacrylat-Copolymer (1:1) (Ph. Eur.), Natriumdodecylsulfat,

Natriumhydroxid, Polysorbat 80, hochdisperses Siliciumdioxid, Sorbinsäure (Ph.

Eur.), Talkum, Triacetin.

6.2 Inkompatibilitäten

Nicht zutreffend

6.3 Dauer der Haltbarkeit

3 Jahre.

6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung

Nicht über +30°C lagern.

6.5 Art und Inhalt des Behältnisses

PVC/PVDC/Aluminium-Blister (kindergesicherte Verpackung)

Carbamazepin AL 200 retard

OP mit 30 Retardtabletten

OP mit 50 Retardtabletten

OP mit 100 Retardtabletten

OP mit 2x100 Retardtabletten

OP mit 200 Retardtabletten

Carbamazepin AL 400 retard

OP mit 30 Retardtabletten

OP mit 50 Retardtabletten

OP mit 100 Retardtabletten

OP mit 2x100 Retardtabletten

OP mit 200 Retardtabletten

6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung

Nicht verwendetes Arzneimittel oder Abfallmaterial ist entsprechend den

nationalen Anforderungen zu beseitigen.

7. Inhaber der Zulassung

ALIUD

PHARMA

GmbH

Gottlieb-Daimler-Straße 19

D-89150 Laichingen

Telefon:

07333/9651-0

Telefax:

07333/9651-6004

E-Mail:

info@aliud.de

8. Zulassungsnummer

46001.00.00

46001.01.00

9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung

12. August 1999 / 11. September 2007

10. Stand der Information

Januar 2019

11. Verkaufsabgrenzung

Verschreibungspflichtig

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